Beiträge von Eagle

Die Kronen-Schneelande erwartet euch!


Alle Informationen zum zweiten Teil des Erweiterungspasses "Die Schneelande der Krone" findet ihr bei uns auf Bisafans:

Zu den Kronen-Schneelande-Infoseiten | Pokédex | Routendex

    Jim Sterling hatte es vor ein, zwei Wochen ebenfalls angesprochen: Es gibt tatsächlich Leute, die tonnenweise die Karten aufkaufen, um diese dann auf Ebay zu setzen. Gier ist unendlich, und peinlich.


    Da ist das Video (Minute 11). Er thematisiert hier das aktuelle Scalper-Problem, also Leute, die Dinge aufkaufen, um diese dann mit einem gewaltigen Aufschlag weiterzuverkaufen. Nur, dass es hier nicht um ein paar Personen geht, sondern um ganze Gruppen, die systematisch den Markt leerkaufen, einem quasi den virtuellen Einkaufswagen ausrauben. Ekelhaft.

    Allgemein sind die Pokémon-Hauptspiele sehr langsam. Ich spreche bereits seit Jahren von einem "A-Knopf-Simulator". Beispielsweise gibt es einige Memes dazu, wie frustrierend/ermüdend das Heilen in einem Pokémon Center ist.



    Erst vor ein paar Tagen habe ich einen Streamer dabei beobachtet, wie er beim Spielen der zweiten Generation parallel noch eine weitere Edition gespielt hat, und ich glaube, auch ich habe bereits in der Vergangenheit ein zweites Spiel nebenbei gespielt. In 25 Jahren hat sich da nicht viel getan.

    Vor allem, weil Geld da ist, um nachzubessern, schließlich sprechen wir nicht über eine Garagenfirma. Zeit ist ein anderes Thema, aber den Zeitpunkt der Veröffentlichung bestimmt man schließlich selbst (hierzu gibt es auch eine interessante Theorie.) Es gibt aber auch Studios, die sich speziell gegen zu große Teams ausgesprochen haben und sich dafür einfach die Zeit nehmen, an ihrem Spiel zu feilen, zum Beispiel das Team um Biomutant. Und das sieht gut aus.


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    Letztendlich muss aber der Wille da sein.

    Ein großes Problem an diesem Spiel (für mich) ist, dass die Präsentation wie ein Trailer wirkte, den man auf einer großen Veranstaltung (E3 beispielsweise). Es scheint ein gutes Konzept zu existieren, aber auch noch ein paar Baustellen bei der Umsetzung. Ich bin daher froh, dass es noch in einiger Zukunft liegt.

    Endlich das erwartete Open-World-Spiel, das (möglicherweise) von der bislang üblichen Reise durch die Region mit Orden und Verbrecher-Gruppen abweicht, um eine andere Geschichte zu erzählen. Ein paar meiner Wünsche sind somit wahrgeworden. Besonders gut finde ich, dass hier (wie bei vielen Spin-Off-Games) auf ein zweites Spiel verzichtet wird.


    Ich erhoffe mir viel von dem Spiel, sehe hier und da aber auch noch Verbesserungsbedarf. So hat man mehr als deutlich gesehen, dass die Animationen/Bewegungen mancher Figuren auf der Distanz merkwürdig steif und langsam wirkten (habe das beispielsweise schon bei dem Remake von Resident Evil 3 gesehen, dass die Frames runtergehen in den niedrigen einstelligen Bereich). Aber ich bin zuversichtlich, dass da noch nachgebessert werden kann. Ich halte dieses Spiel definitiv auf dem Schirm.

    Als Fan von Octopath Traveler wurde das Direct für mich von Project Triangle Strategy getragen. Ein taktisches Rollenspiel mit guten Dialogen und Synchronisation sowie in dem Entscheidungen tatsächlich etwas bedeuten? Ich halte das im Blick.


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    Legend of Mana sieht auch gut aus.

    18. Alte Sünden


    »Ich hänge nicht an der Vergangenheit. Wer zu sehr mit dem Gestern liebäugelt, dem entgeht die Chance, das Heute zu schreiben.« - Lucario


    »Wer aus den Fehlern der Vergangenheit nicht lernt, der droht, dieselben Fehler erneut zu begehen.« - Rutena


    Der Tag, der sich als der bislang heißeste Tag des Jahres in die Erinnerungen der Stadtbewohner von Rawington einbrennen würde, begann überraschend handzahm. In den frühen Morgenstunden säuselte eine von Westen her kommende laue Brise durch die labyrinthartigen Gassen der Kleinstadt, die im Südosten des Sandkontinents lag. In den letzten Winkeln angekommen, verlor sich der Geruch der weiten, unberührten Prärie in der abgestandenen Stadtluft. Die Geschichte von dem in den Eingeweiden der Wüsten erstarkenden Wendigo verweilte dagegen wie ein unheilbringendes Omen in den Ohren der Einwohner. Sämtliche dieser Gassen in Rawington mündeten früher oder später in den großen Marktplatz, dem geschäftigsten Ort im Herzen der Stadt.

    Es war einer dieser belebten Geschäftstage, an denen sich das überlappende Gekrächze der Marktschreier allmählich in eine stakkatoartige Kakophonie hineinsteigerte, als Lucario über den Marktplatz schritt. Mit einem schroffen Seitenblick verschaffte er sich wiederholt Distanz zu aufdringlichen Händlern. Denn das, was er an diesem Morgen suchte, war in keinem der bunten Marktkarren oder -ständen finden. Oder besser gesagt: Wen er suchte.

    »Pünktlich wie die Maurer. Manche Dinge ändern sich eben nie. Leider …« In zurückhaltender Erwartung erhob sich ein Mann, etwa im selben Alter wie Lucario, dafür ungefähr eine Kopflänge kürzer, von dem geziegelten Rand des Stadtbrunnens. Er schenkte Lucario ein grimmiges Lächeln. »Wärst du bloß nicht so ein verbohrter Pedant, hätte ich heute Morgen sogar zur Abwechslung mal ausschlafen können! Weißt du eigentlich, wie sich das anfühlt, das erste Mal seit Wochen wieder ein Dach über dem Kopf zu haben?«

    »Schon mal an eine Karriere als Bettvorleger gedacht? Da kannst du morgens liegen bleiben. Wobei: Waschlappen hängen für gewöhnlich im Badezimmer.«

    Blanas, der bei der Schwarzen Kralle üblicherweise als Informant eingesetzt wurde und die Agenten im Feld mit frischen Informationen fütterte, verschluckte ein Glucksen.

    »Hast kein bisschen von deinem Scheißhumor eingebüßt. Wie lange ist es her? Ein Monat?«

    »Zwei. Das letzte Mal bei der Sache mit der Geschworenen-Einschüchterung in Ramal. Sehr ergiebiger Auftrag. Was hast du heute für mich?«

    »Kleiner Leibwächter-Job zur Abwechslung.« Blanas lehnte sich mit der Hüfte gegen den Rand des Brunnens. Da Lucario weder eine Miene verzog noch eine Frage stellte, fuhr der Informant fort. »Schon mal was von dem Dominion gehört?«

    Lucario verschränkte die Arme.

    »Die Handelsgilde?«

    »Fast«, korrigierte Blanas. »In Rawington gibt es mehrere Gilden, die sich zu einem Verbund, einem Kartell, zusammengeschlossen haben. In der Öffentlichkeit treten sie völlig unabhängig auf und machen einen auf Konkurrenzkampf. Hinter dem Vorhang allerdings halten sie geheime Absprachen, um den Markt zu manipulieren – in ihrem Interesse natürlich.«

    »Natürlich«, nickte Lucario. Er zuckte gleichmütig die Schultern. »Aber was geht uns das an?«

    »Anscheinend ist zwischen den feinen Herren ein Streit vom Zaun gebrochen. Und jetzt traut einer dem anderen nicht mehr«, erklärte Blanas.

    »Ärger im Paradies, hm?«, grübelte Lucario laut, wobei ein schadenfrohes Lächeln seine Lippen schmeichelte. »Niedlich.«

    »Das ist aber nur die halbe Story. Habe gehört, ein Gildenmeister sei bereits auf unerklärliche Weise über Nacht verschwunden. Einfach so in Luft aufgelöst. Puff!«

    »Dem Rest geht jetzt wahrscheinlich der Arsch auf Grundeis.«

    Auch Blanas grinste nun.

    »Genau. Und hier kommen wir ins Spiel. Die weiteren Details hat dein Klient für dich. Habe bereits alles arrangiert. Er heißt Liberlo. Du sollst ihn in einer guten Stunde im Saloon treffen. Halte Ausschau nach einem Mann mit einer Schärpe um den rechten Arm: grünes Kleeblatt auf braunem Grund. Er wird an der Theke ein Kirschwasser bestellen und sagen, Kirschwasser sei das beste Getränk auf dem gesamten Kontinent. Du antwortest daraufhin: ,Bloß nicht mit Wasser verdünnen!’ Der Rest ergibt sich ganz von allein.«

    »Nichts gegen einen Drink einzuwenden.« Fragend hob Lucario dann eine Augenbraue. »Weißt du sonst noch was über dieses Dominion? Bedeuten die Ärger?«

    »Ärger für uns? Glaube ich kaum. Das Dominion beschränkt seinen Einfluss fast ausschließlich auf Rawington. Außerhalb davon sind sie kaum aktiv, höchstens noch in ein paar angrenzenden Käffern.« Blanas streckte plötzlich den Hals lang und spähte an Lucario vorbei. Seine Miene verdüsterte sich merklich. »Oh, wenn man vom Teufel spricht. Dreh dich mal um!«

    Lucario folgte der Kopfbewegung des Informanten zu einem grimmig dreinblickenden Paarhufer, der über den Marktplatz schritt. Sein azurblauer Körper wirkte wie auf Hochglanz poliert und glänzte in der Morgensonne wie eine Speckschwarte. An einem Obst- und Gemüsestand angekommen, streckte er den kräftigen Hals, der in eine spitz zulaufende Schnauze mündete, zu der Ware hinunter. Als er den Kopf wieder anhob, tropfte ihm der Hohn regelrecht von den Lippen. Lucario zog die Stirn kraus.

    »Der Vierbeiner? Wer ist das? Ich sehe kein Brandzeichen.«

    »Brandzeichen? Ha! Von wegen«, stieß Blanas aus, dass sich seine Nasenflügel in Verachtung blähten. »Das ist einer der Gildenmeister der fünf großen Handelsgilden im Ort: Kobalium. Dem gehören hier in Rawington mehrere Geschäfte und drei Minen außerhalb der Stadt. Stolziert hier rum wie Graf Rotz.«

    »Ein freier Vierbeiner mit Landbesitz … Der Kontinent geht echt vor die Hunde«, grollte Lucario. Mit Abscheu wandte er sich von der Gestalt Kobaliums ab und wieder seinem Gesprächspartner zu. »Ich glaube, das muss ich erst einmal verdauen.«


    Im nördlichen Teil von Rawinthon lag der Goldene Apfel – ein schmucker, dreistöckiger Altbau, der erst im vergangenen Jahr kostspielig renoviert worden war und in seiner Größe nur vom Kirchturm der Stadt überragt wurde. Der Saloon war eine Verkörperung protzigen Wohlstandes mit einem Tresen aus feinstem Mahagoni, vergoldeten Gardinenstangen und reich verzierten Teppichen auf den Nachtquartieren. Noch im zurückliegenden Jahr hatte der Saloon rund zehn Bedienstete gezählt. Nach der Fertigstellung des Casinos im zweiten Obergeschoss hatte sich nicht nur die Liste der Angestellten verdoppelt, sondern auch die Anzahl an Drinks, die täglich serviert wurden, verdreifacht.

    Der frühen Tagesstunde geschuldet herrschte bei Lucarios Ankunft nur mäßiger Betrieb. Doch ein Saloonbesucher an der Theke stach besonders hervor. Es handelte sich um einen stämmigen, hochgewachsenen Mann, der Lucario um eine halbe Kopflänge überragte. Sein dichtes, aschegraues Fell schmiegte sich an seinen Torso wie eine zweite Haut. Die muskulösen Arme und Beine sowie der buschige Schwanz waren dagegen von einem leuchtenden Rot und stellenweise mit schwarzen Tigerstreifen verziert. Die eher zierlichen katzengleichen Pfoten, auf denen er stand, straften seiner restlichen Erscheinung Lügen, allem voran die tellergroßen, klauenbewehrten Pranken, die einen mächtigen Humpen in ihrem Würgegriff hielten.

    »Hätte nicht gedacht, deine hässliche Visage so schnell wiederzusehen.« Lucario nahm einen Platz am Tresen neben dem Mann ein. Sein Seitenblick, mit dem er den Gast beäugte, besaßen die Schärfe frisch gewetzter Klingen. Als der Mann neben ihm das Glas herabsenkte, kreuzten sich die Klingen.

    »Von einem treulosen Schweinehund hätte ich auch nichts anderes erwartet.«

    Sie linsten einander einige Zeit schweigend an. Als schon die Spannung ins Unermessliche stieg und der Gastwirt hinter dem Tresen besorgt in Richtung des Ausgangs schielte, verwandelte sich das Eis in den Blicken der beiden allmählich in ein warmes Grinsen.

    »Wo hast du die ganze Zeit gesteckt? Habe gehört, dass du bei deinem letzten Auftrag kurz vor Dismiria abgesoffen bist«, sagte Lucario.

    »Hätte nicht viel gefehlt, dann wär’s fast wahrgeworden …«, knurrte der Mann, den Lucario als Fuegro von der Schwarzen Kralle kannte. »Vier Meilen vor der Küste haben wir ’nen Riff gerammt und uns den halben Rumpf aufgeschlitzt. Man müsste meinen, die hätten eine sichere Route kennen müssen, so viele Dinger wie die bereits gedreht haben – angeblich.« Hinter seinem säuerlichen Gesichtsausdruck entblößte er einen Satz scharfer Reißzähne. »Die haben mich und einen anderen armen Teufel dazu abkommandiert, das Bilgewasser aus dem Kielraum zu schaufeln. Als mir die Brühe fast schon zur Hüfte ging, hab ich den Verschwindibus gemacht und bin die letzte Meile zur Küste geschwommen. Keine Ahnung, was mit der restlichen Mannschaft passiert ist, mir aber auch egal! Das war das letzte Mal, das ich einen Fuß auf so einen gottverdammten Kahn gesetzt hab’, das kannst du mir glauben!«

    »Hat auch was Gutes: Endlich hat dein räudiger Pelz mal Wasser gesehen. Vielleicht hat auch dein Flohzirkus jetzt neue Tricks drauf. Solltest mal versuchen, Eintritt dafür zu verlangen.« Lucario bestellte beiläufig ein Schwarzwasser, ein in dieser Region geläufiger Drink: intensive Blaubeere im Geruch mit einer Note von Kapern auf der Zunge und stark bitterem Abgang.

    Fuegro fuhr lässig durch seine Kopfbehaarung. Kurz musterte er seine Klauen, bevor er die Spitzen abschleckte.

    »Machst du inzwischen einen auf Friseur oder warum gibst du Modetipps? Was treibst du dahergelaufener Köter hier überhaupt?«

    »Leibwächterjob. Irgendeine Fehde zwischen ein paar Bonzen. Soll hier meinen Klienten in einer halben Stunde treffen. Du?«

    »Nichts Besonderes. Nur eine kleine Entführung. Schon längst unter Dach und Fach. Voraussichtlich morgen staube ich mir die Bezahlung ab. Dann kann ich endlich dieses müde Kaff hinter mir lassen.«

    Die Art und Weise, wie sich die beiden Agenten der Schwarzen Kralle unterhielten, war keinesfalls ungewöhnlich für Männer ihres Berufes. Entführung, Erpressung, Körperverletzung … Fast so, als würde man über etwas Alltägliches wie das Wetter reden. In seiner Zeit bei der Kralle hatte Lucario all dies und noch mehr kennengelernt. Auch sein jüngster Auftrag war für ihn nur ein weiterer Job. Dienstleistung gegen Geld – nicht mehr, nicht weniger. Passend dazu stießen die beiden Männer mit dem Kredo der Kralle an: Keine Fragen stellen. Keinen Skrupel zeigen. Solange der Preis stimmt. Die letzten Worte sprachen sie gleichzeitig aus, bevor sie ihre Drinks hinunterkippten.

    Nachdem er sein Glas geleert hatte, verabschiedete sich Fuegro von seinem Kumpanen. In der nächsten Viertelstunde war es ein überschaubares Kommen und Gehen im Goldene Apfel. Lucario blieb allein am Tresen zurück, bis ein athletisch gebauter, schlaksiger Mann im weißen Fellkleid und auffällig langen, spitz zulaufenden Ohren den Saloon betrat und die Theke ansteuerte. Um den rechten Arm, den er wie ein Aushängeschild auf den Tresentisch abstützte, hatte er das von Blanas angekündigte Erkennungssymbol der Handelsgilde gebunden: eine Schärpe mit einem grünen Kleeblatt auf braunem Grund.

    »Ein Kirschwasser – das beste Getränk auf dem gesamten Kontinent. Aber etwas zackig, wenn ich bitten darf!«

    Liberlos Stimme besaß ein vordergründiges knabenhaftes Lispeln, aber auch die Intelligenz, Zielstrebigkeit und Gerissenheit eines waschechten Geschäftsmannes, die er unüberhörbar auf der Zunge trug. Schon bei seiner Bestellung lag ein spürbares Interesse auf dem Mann neben ihm, das er mit einem bohrenden Seitenblick begründete. Als Lucario die Parole »Bloß nicht mit Wasser verdünnen« zitierte, wandte er sich ihm direkt zu und lächelte ihn an. »Ein Mann mit Geschmack, wie ich sehe. Wollen wir uns nicht da drüben hinsetzen und uns ein wenig unterhalten?«

    Nachdem er sein Kirschwasser bekommen hatte, führte Liberlo Lucario an einen der abgelegenen Tische im hinteren Bereich des Saloons. Zwei Stühle für ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen – mehr brauchte es nicht. Und nur Gott allein wusste, welche Machenschaften hier bereits ausgeheckt wurden. Für Lucario, der sich mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl zurücklehnte, gehörten Treffen wie dieses zur Tagesordnung. Ganz im Gegensatz zu Liberlo, der sein näheres Umfeld sichtlich nervös beäugte, bevor er überhaupt Platz nahm.

    »Ich darf mich vorstellen: Liberlo, Gildenmeister der Hoffnungsträger.«

    »Lucario«, stellte sich dieser knapp vor.

    Liberlo nickte, wenn auch sichtlich irritiert.

    »Angenehm. Kommen wir also gleich zur Sache.« Wieder musterte der Händler sein näheres Umfeld. Ein Schatten huschte über Liberlos Gesicht, als er sich in verschwörerischer Manier etwas in Lucarios Richtung beugte. Mit gesenkter Stimme fragte er: »Was wissen Sie über Kobalium?«

    »Hat mir noch keinen ausgegeben.« Auf eine kurze Pause und einen langen Gesichtsausdruck seines Gesprächspartners ergänzte Lucario: »Gut betuchter Vierbeiner. Gildenmeister einer Handelsgilde hier in der Stadt. Mitglied des Dominions. Einer Ihrer Handelspartner. Möglicherweise in das Verschwinden eines anderen Gildenmeisters verstrickt.«

    »Gut informiert«, nickte Liberlo.

    »Ich dachte, in den Augen von Händlern existiert Konkurrenz nur, um vernichtet zu werden«, sagte Lucario.

    »Das ist nicht so einfach«, erwiderte Liberlo kopfschüttelnd. »Wir sind auf den Handel mit allen Mitgliedern des Dominion angewiesen. Leider schließt das auch Kobaliums Gilde mit ein.« Liberlo kratzte sich nachdenklich am Kinn. »Es scheint jedoch, als würde Kobalium andere Pläne verfolgen. Im letzten Monat hat er sein Imperium um zwei einträgliche Geschäfte in der Stadt erweitert. Bei der Mondsteinsucher-Gilde stellte er zur selben Zeit eine Kaufanfrage für eine Goldmine. Die Mondsteinsucher lehnten ab, und nur wenig später verschwand deren Gildenmeister spurlos. Allmählich befürchten wir, dass Kobalium nach und nach die anderen Geschäfte in Rawington aufkaufen und die Konkurrenz beseitigen will. Es liegt im Interesse meiner Gilde, dies um jeden Preis zu verhindern!«

    »Die Probleme Ihrer Gilde scheren mich einen Dreck! Was geht mich das an?«, knurrte Lucario.

    Eingeschüchtert wich Liberlo von seinem Gesprächspartner zurück.

    »Richtig, kommen wir also zum Geschäft.« Der Händler nahm einen tiefen Schluck aus dem Glas, fast so, als wollte er sich Mut antrinken. »Kobalium hat bei uns für heute Abend eine Ladung Schwarzpulver bestellt.« Auf Lucarios verständnislosen Blick hin ergänzte er: »Das ist keinesfalls etwas Ungewöhnliches. In der Vergangenheit erwarb Kobalium in etwa halbjährlichen Abständen Sprengstoff, um seine Minen betreiben zu können. Der Verbrauch ist mit der neuen Goldmiene natürlich gestiegen. Ungewöhnlich dagegen ist, dass er explizit angeordnet hat, dass ich die Lieferung überbringen soll - und zwar heute Nacht.«

    »Klingt wie eine Falle«, knurrte Lucario.

    »Man muss kein Hellseher sein, um das zu erkennen. Jeder weiß, dass Kobalium Dreck am Stecken hat.«

    »Und trotzdem gehen Sie das Risiko ein«, stellte Lucario fest. »Warum?«

    Liberlo lächelte ihn honigsüß an.

    »Ich dachte, die Schwarze Kralle fragt niemals nach dem Warum.«

    »Normalerweise laufen unsere Klienten auch nicht lachend ins offene Messer. Ich hatte Sie für klüger gehalten. Vielleicht aber ist die Sache auch eine völlig andere, als Sie hier hinstellen.« Noch bevor Liberlos Lächeln vollständig verblasste, setzte Lucario nach. »Die Hoffnungsträger haben die steigende Nachfrage erkannt und wollen nun einen höheren Profit aus der Sache schlagen. Selbstverständlich gefällt das Kobalium überhaupt nicht. Darum hat er den Gildenmeister der Konkurrenz persönlich vorgeladen; mit anderen Worten: Sie, Liberlo. Und jetzt müssen Sie sich natürlich vor ihm verantworten. Im besten Fall machen Sie sich lieb Kind bei ihm und alles ist vergeben und vergessen. Im schlimmsten Fall will er Ihnen an den Kragen.«

    »Meine Motivation steht hier nicht zur Debatte!« Die Strenge in Liberlos Stimme verschluckte sein übliches Lispeln fast vollständig. »Von Ihnen und Ihren … unorthodoxen Geschäftspraktiken erwarte ich Ergebnisse, keine Anschuldigungen! Sie werden mich heute Abend bei der Lieferung begleiten und für meine Sicherheit gewährleisten. Darum sind Sie hier!«

    Lucario zuckte keine Wimper.

    »Verstanden.«

    »Und vielleicht«, ergänzte Liberlo langsam und mit hörbar versöhnlicheren Stimme und lehnte sich wieder in Richtung seines Gesprächspartners, »können Sie mir im Anschluss mit einer anderen, deutlich wichtigeren Angelegenheit behilflich sein.«

    »Solange der Preis stimmt«, sagte Lucario.

    »Geld spielt hierbei keine Rolle…«, betonte Liberlo.


    Die darauffolgende Nacht war eine zahnlose Bestie, hinter deren aufgedunsenen Quellwolken sich die Sterne versteckten. Die im Tagesverlauf aufgeheizte Luft hatte sich kaum abgekühlt. Fernes Donnergrollen und wütend säuselnder Wind kündigten ein herannahendes Gewitter an. Rawingtons belebter Marktplatz war um diese Uhrzeit nur noch ein Schatten seiner selbst, die Straßen der Stadt beinahe vollständig verlassen. Zwei Männer marschierten schweigend den ausgestorbenen Gehweg am Stadtrand entlang. Jeder ihrer Schritte wurde begleitet von dem Poltern eines Sackkarrens, dessen breite Räder über die rissigen Holzbodenfugen wälzten wie ein Schiffsrumpf über Gischt. Ein streng dreinblickender Mann kam den zweien entgegen. Gerade, als beide Parteien einander passierten, versteifte sich der Blick des Gendarms auf der dem Fass, das Lucario vor sich her schob. Eine Windböe rüttelte an den steifen Mienen alle Beteiligten und zerzauste ihre Frisuren. Ungerührt davon geschah nichts, und jeder ging wieder seiner Wege.

    Lucario lockerte etwas den Halt um die beiden Griffe des Sackkarrens, den er vor der Begegnung mit dem Polizeibeamten verhärtet hatte. Er ahnte, dass es allein Liberlos renommierten Ruf zu verdanken war, dass keine peinlichen Fragen gestellt worden waren; Fragen, wie zum Beispiel, warum er um 9 Uhr abends ein Fass voll mit Sprengstoff durch die Stadt schob. Er drängte den Gedanken zur Seite und verlagerte das Gewicht des Sackkarrens wieder nach hinten.

    Zur vereinbarten Zeit erreichten sie den Übergabeort der Ware: ein großes, fronseitig geöffnetes Gebäude an der Peripherie von Rawington. Ein Nachtwächter musterte die zwei Neuankömmlinge kritisch aus der Entfernung.

    »Wer da?«, rief er ihnen feindselig entgegen. Doch als er Liberlo erkannte, entspannten sich seine Züge merklich und er winkte die beiden zu sich. »Herr Liberlo! Mein Meister wartet bereits.«

    Der Nachtwächter führte Lucario und Liberlo ins Gebäude - eine in die läng gezogene, geräumige Halle, die als Zwischenlager für unraffiniertes Erz und Bergbauabfälle verwendet wurde. Mürbe knirschender Dreck begleitete jeden ihrer Schritte durch das Lager, das gesäumt wurde von offenen Lagerregalen mit Werkzeugen in allen Größen. Daneben gab es wuchtige Bollerwägen aus Holz und betagt wirkende Güterloren, bei denen schon ein bloßer Hinblick genügte, dass der kupferfarbene Rost abbröckelte. Ein Geflecht aus baumstammdicken Stützpfeilern sorgte für die notwendige Stabilität des monströsen Daches, das an manchen Stellen leicht undicht war und durch das der böige Nachtwind den Kopf hereinsteckte.

    Auf halbem Weg gebot der Nachtwächter den Gästen zu warten. Er verschwand kurzzeitig in den einzigen durch eine Tür abgetrennten Raum und kehrte im Anschluss mit Kobalium an seiner Seite zurück. Das rhythmische Hufgetrappel des Vierbeiners echote wie ein junges Gewitter durch die weite Halle. Und schon aus der Entfernung erkannte Lucario ein unbehagliches Interesse, das ihm Kobalium schenkte. Mehr Sorgen bereitete es ihm jedoch, dass es der Nachtwächter scheinbar furchtbar eilig hatte, von hier zu verschwinden.

    »Guten Abend! Pünktlich auf die Minute, wie ich sehe. So mag ich das.« Kobaliums Stimme war von tiefer Melancholie. Der Ausdruck auf dem Gesicht dagegen triefte von Überlegenheit.

    »Wie vereinbart«, nickte Liberlo, während Lucario das Sprengstofffass auf einer freien Fläche deponierte.

    »Vereinbart?«, wiederholte Kobalium. Seine Stirn schlug tiefe Furchen. »Seltsam, dass Sie es erwähnen, Liberlo, aber hatten wir nicht vereinbart, dass Sie alleine kommen?«

    Liberlo täuschte ein gelassenes Lächeln vor. Seine restliche Gestik jedoch glich einem verurteilten Verbrecher, dem man soeben die Galgenschlinge um den Hals band. »Die Vereinbarung lautete, niemanden von der Gilde. Sehen Sie: Meine Begleitung ist keines meiner Mitglieder, sondern gehört zur Schwarzen Kralle. Fürwahr nicht die beste Gesellschaft, dafür jedoch ganz gemäß unserer Abmachung.«

    »Und das halbe Dutzend Hoffnungsträger, das gerade die Halle umstellt hat? Sagt Ihnen das was?«

    Lucarios Blick pendelte nervös zwischen den beiden Kaufleuten hin und her. Er wusste nicht, was ihn im Moment mehr Sorgen bereitete: Dass Liberlos Leute anscheinend die Halle umzingelt hatten, oder dass Liberlos Gesicht von Sekunde zu Sekunde mehr erbleichte, oder aber dass Kobalium all dies völlig ungerührt ließ.

    »Oh, ja, ich weiß davon. Und ich weiß, dass Sie mir nicht über den Weg trauen. Ich muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnen, dass mir Ihr Misstrauen zutiefst in meiner Seele schmerzt, Liberlo.«

    »Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es kursieren ein paar … hässliche Gerüchte in der Stadt. Nicht, dass ich dem Klatsch blinden Glauben schenke, aber Sie wissen ja: Vorsicht ist besser als Nachsicht«, entgegnete Liberlo.

    Kobalium senkte den Kopf etwas. Sein breites Lächeln jedoch wuchs in die Höhe.

    »Oh, Sie hätten besser getan, den Gerüchten zu glauben, Liberlo. Denn sie sind wahr. Jedenfalls die meisten«, sagte Kobalium. »Anders, als die restlichen Mitglieder des Dominions, sehe ich in Kooperation nämlich keine Zukunft. Also muss die Konkurrenz verschwinden. Einer nach dem anderen.«

    Liberlo stolperte einen Schritt zurück, hingegen machte Lucario einen Schritt vor seinen Klienten. Doch bevor er auch nur den Mund öffnen konnte, fiel ihm Kobalium ins Wort.

    »Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, Liberlo, würde ich Ihr Helferlein ganz schnell zurückpfeifen. Oder die Sache könnte ungemütlich werden.« Wie eine Folge von Donnerhallen echote das Geräusch von Kobaliums rechten Vorderhuf durch die Halle, mit dem er dreimal in Folge auf dem Boden aufstampfte. Hinter ihm öffnete sich dieselbe Tür, aus der er zuvor herausgetreten war. Nur schälte sich dieses Mal gleich drei Personen aus dem Zwielicht. Zwei davon, eine Frau und ein Kind, waren gefesselt und geknebelt. Geführt wurden die beiden von einem hochgewachsenen Mann im aschegrauen Fell und Tigerstreifen an den Armen und Beinen sowie klauenbewehrten Pranken. Der strenge Gesichtsausdruck des Mannes wich sogleich der Bestürzung, als er erkannte, wen er vor sich hatte.

    »Fuegro! Was zum …«, keuchte Lucario leise.

    »Widerlicher Bastard!« Liberlo kämpfte sich an Lucario vorbei. »Lassen Sie sie gehen!«

    Kobalium war der einzige im Raum, der noch grinste.

    »Sachte! Sachte! Wenn Ihnen das Leben von Ihrem Weibsbild und Ihrem Balg auch nur einen Pfifferling Wert ist, dann fangen Sie am besten damit an, genau das zu tun, was ich Ihnen sage. Und zwar Wort für Wort. Oder aber Sie zahlen die Konsequenzen. Ich für meinen Teil würde nur zu gern Ihrer Brut persönlich die ach so schönen Beine abhacken, nur um zuzusehen, wie er sein restlichen Leben den Dreck von der Straße frisst.«

    Liberlo wirbelte zu Lucario herum. Die Wut schlug tiefe, rote Furchen auf seinem Gesicht, das zuvor noch in kreidebleicher Hilflosigkeit getaucht war.

    »Tun Sie doch was, Mann!«, knurrte er. »Das sind meine Frau und mein Sohn!«

    »Oh, ich bezweifle, dass Ihr kleiner Handlanger auch nur einen Finger krummmachen wird«, spottete Kobalium. »Ein Mitglied der Schwarzen Kralle schlägt einem anderen schließlich nicht ins Fleisch.«

    Einige Sekunden rührte keiner der Anwesenden auch nur einen Muskel, dann plötzlich wirbelte Liberlo herum.

    »Dreckiger Verräter!«, brüllte er.

    Im letzten Moment tauchte Lucario unter dem Schlag des Händlers ab. Dort, wo der Fausthieb soeben die Luft entzweigeteilt hatte, blieb eine kochend heiße Schneise zurück. Sogleich sauste Liberlos nächste Schlag heran. Doch dieses Mal parierte Lucario dem Hieb, tänzelte in einer Halbkreisdrehung um seinen Vordermann und schlug dem Angreifer instinktiv in die Magengegend.

    Keuchend torkelte Liberlo einige Schritte zurück, hielt sich aber auf zittrigen Beinen.

    »Ich habe nicht …«, versuchte sich Lucario verständlich machen. Doch da hob Liberlo bereits den vor Zorn purpurgetränkten Kopf.

    »Zum Teufel mit dir!«

    Liberlo drehte sich um die eigene Achse. Seine Umdrehung löste sich in einer rot-glühenden Kugel von seinen in Vogelklauen geformten Pfoten. Die Luft zischte und knackte, als der Feuerball auf Lucario zuraste, der seine eigenen Pfoten schützend vor sich ausgebreitet hatte. Lucario kniff die vom Rauch heftig tränenden Augen zusammen. Er spürte den sengenden Schmerz und roch den Gestank verbrannten Fells. Nach wenigen Sekunden stieß er den Feuerball über die Schulter von sich weg, unwissend, wohin er das Geschoss gelenkt hatte.

    Die Wucht der Detonation, als den Feuerball mit dem Fass Schwarzpulver kollidierte, war wie der Paukenschlag des Jüngsten Gerichts. Die Explosion zerfetzte einen der Stützbalken wie einen dünnen Ast. Eine schier unendliche Anzahl an Flammenvipern schlugen ihre feurigen Fänge blindlings um sich, bevor diese von dem herabstürzenden Dach mundtot gemacht wurden.

    Als Lucario wieder zur Besinnung kam, leckten die Flammenzungen bereits gierig an seinem Fell. Aus halb tauben Ohren konnte er das nahe Wimmern einer Frau hören, die sich von ihren Fesseln befreit hatte und noch an einem Schutthaufen kniete und verzweifelt durch den Unrat wühlte.

    Als Lucario sich aufrappelte, sackte er beinahe vollständig unter dem eigenen Gewicht zusammen, gefolgt von einem gut hörbaren, widerlichen Knacken. Er biss sich auf die Zähne und schleppte sich zu der Frau hinüber. Begraben unter den Trümmern blickte ihr die müden Augen ihres Sohnes entgegen. Nach all ihren Bemühungen hatte sie es lediglich geschafft, seine noch immer gefesselten Arme zu befreien, die er flehentlich herausstreckte. Sie schrie Lucario verzweifelt um Hilfe an. Als dieser die Hand des Burschen ergriff, stürzte nur wenige Meter ein weiteres Dachsegment herab und begrub das Geschehen mit einer Stoßwelle aus Asche und Hitze. Nur Augenblicke danach erschlaffte die Hand des Kindes. Die Frau schrie in einer Agonie, die nur eine Mutter ausdrücken konnte, die soeben ihr Kind verloren hatte. Fuegro schälte sich aus den Flammen. Sein halbes Gesicht war blutüberströmt, Teile seines Fells schwarzgebrannt wie Teer.

    »Wir müssen hier raus!«, brüllte er Lucario an.

    Lucario blickte erst ihn an, dann wieder in die leblosen Augen des Jungen, dessen Hand er noch immer hielt. Er begann zu graben. Er wollte etwas tun. Irgendetwas. Er musste dem Kind helfen. Da packte Fuegro ihn von hinten.

    »Er ist tot! Los! Raus hier!«

    »Neeein!«


    »Ich kam damals mit dem Leben davon. Andere hatten weniger Glück. Der Knabe war gestorben, so auch sein Vater. Seine Mutter nahm sich zwei Tage danach ihr Leben. Eine ganze Familie ausgelöscht … durch mich …

    Ich bin keine Heiligenfigur, war ich nie gewesen. Für Geld habe ich viele schlimme Dinge getan. Leute für ihren Wohlstand gehasst. Arme verspottet. Andersartige ausgegrenzt. Nur ich selbst war mir wichtig.

    Nach den Ereignissen in Rawington kehrte ich der Kralle den Rücken zu. Ich wollte der Gesellschaft etwas zurückzugeben – zum ersten Mal in meinem Leben … Wenigstens einen Teil meiner Sünden wollte ich zurückzahlen und meinem Leben einen neuen Sinn geben. Auch wenn ich insgeheim wusste, dass das nicht möglich war …

    Die ganze Zeit über fühlte ich mich wie ein Verbrecher auf der Flucht, wollte niemanden an mich heranlassen. Und jedes Mal, wenn ich in die Augen eines Kindes blickte, sah ich den toten Knaben vor mir.

    Vielleicht habe ich aus den Fehlern meiner Vergangenheit nichts gelernt. Ich erwarte keine Vergebung für das, was ich getan habe, noch Verständnis. Das, was ich heute tue, tue ich lediglich für mich selbst. Vielleicht aber kann ich das Heute neu schreiben. Noch ist es nicht zu spät …« - Lucario