Beiträge von Leandy

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    Hallo, Aisu!
    Ich wünsche dir eine frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr. Denn das Wichtigste ist doch immer das Glück, das man in sich selbst findet ;') Und so schenke ich dir ein lockeres, fröhliches Gedicht, das dich eigentlich nur zum Lächeln bringen soll. Ich hoffe, du hast deine Freude daran, ich hatte sie jedenfalls beim Schreiben ^^  
    Merry Christmas :>


    Und so sprach der Weihnachtswichtel


    Aus tiefster Hölle komm' ich her
    und bring dir gute neue Weihnachtsmär.
    Im Kerzenschein und schön beisammen
    lass ich den Weihnachtsgeist in dir entflammen.


    Hast den Tannbaum schön geschmückt?
    So wirst du bald von Santa Claus beglückt.
    Ob Plätzchen, Kekse oder Kuchen,
    unter'm Weihnachtsbaum, da musst du suchen.


    Mit Glück gibt's auch für dich,
    ein schönes, winterlich' Gedicht.
    Wenn draußen Schnee fällt vor den Fenstern,
    such nicht drin' nach den Gespenstern.


    Denn in der Kälte seh' ich gern
    den einen oder andren Weihnachtsstern.
    Und erst raus aus allen Mauern,
    darf das Jahr noch lange dauern.

    Hey Leute, vielen Dank :) Auch euch beiden noch einmal herzlichen Glückwunsch, TCC und Chiyoko (hoffentlich kommst du ma wieder on) :D  
    Ich freu mich schon auf die nächste Saison, wobei ich leider echt wenig Zeit haben werde... Abi und so o.ô

    Zyklus der Flammen


    Ein Schrei vor zugeschloss'ner Tür
    Ein letzter Ruf in totem Tal
    krepiert hier an der Zeit Geschwür
    Wir hatten keine and're Wahl


    Wir sind die letzten uns'rer Art
    Die Welt vergeht in uns'rem Licht
    Wir flohen vor des Wahnsinns Saat
    Der Krieg war uns're letzte Pflicht


    Ein weiter Wasserlauf verlischt
    Du schließt die wunden Augen
    vor wilder, salz'ger Meere Gischt
    wenn Menschen dir das Blut aussaugen


    Wir werfen Flammen auf uns selbst
    Wir löschen Menschen lächelnd aus,
    sodass du über Leichen fällst
    Dein Weg, er führt dich nicht nach Haus


    Wir ahnen es und lachen.


    Ein Schleier legt sich auf die Welt
    Ein Schatten breitet Schwingen aus
    Ein Mann der sanft ins Blutbett fällt,
    er kehrt nicht mehr zurück nach Haus


    Ein Wald, der voller Bäume steht,
    er lebte seine letzten Stunden
    Die Leiche, die um Gnade fleht,
    hat in dein Herz die Reu' gesät


    Die Krähen picken im Gedärm
    im Wettstreit um die letzten Bissen
    Der Irrtum breitet solchen Lärm,
    dass Hunde auf die Knochen pissen


    Es klingen Glocken in der Nacht
    Du blickst in tausend leere Seelen
    Der Wahnsinn hat sich breitgemacht
    Es ist ein Schrei aus tausend Kehlen


    Wir fühlen es und lachen.


    Im letzten Licht auf dieser Welt
    Ein Phönix steigt aus Asche auf
    Der Schmerz, der zwischen Menschen fällt,
    er treibt die Zeit in ihren Lauf.


    Im roten Untergang der Stunde
    entfaltet er die schwarzen Schwingen
    wir richten uns nur selbst zu Grunde
    alsbald wir uns in Ketten fingen.


    Die Welt versinkt im Funkenregen
    Der Mensch zersetzt sein kaltes Herz
    Auf unsren einsam toten Wegen
    erleben wir den letzten März.


    Die Knochen sind zu Staub zerfallen
    Die alte Haut vom Fleisch gefetzt
    Der Krieger ist im Blut gefallen
    Hat euren reinen Schein benetzt


    Wir wissen es und sterben.

    Hey, Jamie und ich haben es endlich geschafft, mal wieder was zu schreiben - und das dürft ihr jetzt lesen. Viel Spaß!
    Cassia : Danke für dein Kommi, ein Ausführliches bekommst du später =D *gerade nicht so viel Zeit hat*




    ~°Kapitel 3. Feindesfeind°~


    Es verschwindet, so schnell wie es erschienen war.
    Neue Raketen steigen empor zum Sternenzelt und lassen ihr buntes Inneres frei.


    Es war als würden Flammen in den Augen der Katze tanzen, welche immer näher kamen, seine Ängste erwachen ließen und seinen Körper lähmten. Fast augenblicklich hörte der Junge sich auf zu bewegen, zurückzuweichen. Sein schwerer Atem stockte und er hörte sein Blut durch seinen Körper rauschen und aus seiner Wunde verschwinden. Wieder rann dem Jungen ein Schauer über den Rücken.
    Sein Blick war auf die roten Augen seines Gegners fixiert. Er selbst spiegelte sich in diesen wider und es schien, als würde er in diesen Flammen verbrennen, die sich dort abzeichneten.
    Jegliche Kraft war aus seinen Adern gewichen, der Junge der Erschöpfung nah.
    Keiner der beiden Konkurrenten rührte sich. Jico spürte, dass er den Atem anhielt, und stieß ihn ruckartig aus. Bestimmt fühlte der Panther seine Angst, sah ihm an, dass er sich vor dem Feuer in seinen Augen fürchtete. Es gab keinen Ausweg. Jico presste die Hand auf seine Wunde und robbte nach hinten, bis er an einen im Gras verborgenen, grauen Felsen stieß. Mit einer Hand zog er seine nun wenig nützliche Waffe hinter sich her und rechnete in jedem Augenblick damit, dass sich die gnadenlose Raubkatze plötzlich auf ihn stürzen wollte. Ihr Schwanz peitschte gereizt.


    Die Raubkatze stürzte einen Schritt nach vorn, tat so, als würde sie Jico anfallen wollen. Sie fauchte wütend und bleckte die schneeweißen Zähne. Jico zuckte zusammen, riss seine Waffe verzweifelt vor sich, kniff die Augen zusammen, drehte den Kopf an die Seite. Jico wollte nicht sehen, wie das Augenfeuer näher auf ihn zu kam, ihn umschlang. Es würde schon schlimm genug sein, zu spüren wie der Panther ihn umbringen würde. Vielleicht würde er den Jungen langsam in Stücke reißen, bei lebendigem Leib? Eine feine Gänsehaut breitete sich auf seinen Armen aus und kroch seinen Rücken hinunter bis zu seinem Steißbein.
    dennoch, die Finte der Raubkatze hatte ihr gezeigt, was passieren würde, wenn sie einfach blindlinks auf ihn zuspringen würde.
    Zornig fauchte die Katze den daliegenden Jungen an, der die Augen wieder aufriss und in die seines Gegenübers starrte, und tigerte vor ihrem Opfer auf und ab, als würde sie darauf warten, dass Jico seine Kräfte endgültig verließen. Sie setzte ihre mächtigen Tatzen mit elegantem Bedacht, bei jedem Schritt hoben und senkten sich ihre Schultern. Sie war so dicht an Jico, dass der durch den Schleier seiner Angst ihren warmen, nach Fleisch riechenden Atem wahrnahm.


    Jico zog seine nutzlose Waffe näher an sich, ließ die Klinge der eleganten Katze folgen. Was sollte er verdammt noch einmal tun? Schaffte er es, die Katze zu besiegen, woran er nicht glaubte, würde er sicherlich verbluten! Sein Blick glitt für einige Sekundenbruchteile auf seine Wunde nieder, welche immer noch am bluten war. Zwar drang der dunkelrote Lebenssaft nicht mehr so schnell aus seiner Verletzung, aber dennoch genug, um Jico daran sterben zu lassen. Der Junge unterdrückte einen leichten Brechreiz als ihm bewusst wurde, wie widerlich die Furchen doch aussahen! Überall hingen kleine Fetzen herunter und seine Haut klaffte aufgerissen an den Seiten hinunter, seine Hand umschlungen von seinem Blut, fast verschmolzen mit dem Rest… Jico wurde sich erneut des pochenden, dolchartigen Schmerzes bewusst, welcher immer wieder durch das Bein nach oben schoss. Stockend hob er wieder seinen Blick.
    Schneller, als er reagieren konnte - als ein Mensch hätte reagieren können - schoss plötzlich die Tatze des Panthers vor, gerade, als sich ihre Augen begegneten. Ein heftiger Schlag ließ seinen gesamten Arm erbeben, und seine Schulter wurde für einen kurzen Moment taub. Der Stab seiner Waffe wirbelte durch die Luft wie ein Stöckchen, und blieb mit dem Schaft nach oben im Gras stecken. Die Bänder an ihm wehten im Wind. Langsam wandte Jico das Gesicht der Raubkatze zu, spürte, dass sie näher kam. Ein tiefes Knurren entstieg ihrer Kehle, als sie sich über ihn beugte und ihm in die Augen schaute, sodass kaum eine Faustbreit zwischen ihren Zähnen und seiner Nase Platz war. Ihr Blick schien ihn durchbohren zu wollen, als würde sie abschätzen, ob er eine würdige Mahlzeit abliefern würde. Der Panther kauerte dicht über ihm, seine Krallen lagen direkt neben Jicos schlaffen Armen. Der Junge war inzwischen über Angst hinaus und registrierte Details, die ihm vorher nie aufgefallen waren. So hatte der Panther an seinem rechten Ohr eine Narbe, und unter den Krallen seiner Tatzen klebte Blut. Jicos Blut.
    Der Panther kam noch ein Stück näher an sein Gesicht heran, nur noch eine Fingerbreite trennte sie, und der Junge erkannte nun fast jede Einzelheiten der Schnurrhaare, des Fells. Doch das, was ihn mehr in seinen Bann zog, war die Iris des Panthers. Von außen in einem tiefen Blutrot erstrahlend, zog sich ein heller Rotton nach innen hinein und formte genau um die Pupille ein goldgelbes Muster. Tiefe braune Striche durchzogen die Regenbogenhaut des Auges. Jico schluckte. Wann würde das Monster sein Leiden endlich beenden? Jico konnte nicht mehr, wusste nicht mehr weiter…
    Und doch... Die Sekunden zogen sich in die Länge. Jico zitterte am ganzen Leib und fragte sich, wann es denn endlich vorbei sein würde. Er wartete auf seine Erlösung, auf den letzten Schmerz, den er in seinem Leben fühlen musste. Warum hätte es nicht damals schon geschehen können? Es hätte alles so viel leichter gemacht. Er brachte es nicht über sich, die Augen zu schließen. Wenigstens den Tod wollte er nicht blind über sich ergehen lassen.


    Doch der Panther tat nichts. Er blickte Jico einfach nur an, er schien das Gesicht des Jungen zu erforschen. Etwas im Angesicht der Raubkatze ließ Jico zögern. Seine Züge waren plötzlich erweicht und auch schien es nicht mehr so, als wolle das Monster ihn umbringen. Doch bildete er sich das nicht nur ein? Sicher waren es die letzten Sinnestäuschungen, die man vor sich sah, wenn man starb. Aber woher hätte der Junge das wissen sollen? So nah war er ja noch nie dem Tod gewesen – nicht so von Angesicht zu Angesicht.
    Mit fast menschlicher Neugier studierte der Panther das Gesicht des erstarrt daliegenden Jungen. Keiner von ihnen wagte zu atmen. Die Katze knurrte leise, so als wollte sie ihn heimlich auslachen. Erzürnt starrte Jico zurück, hatte alle Angst verloren – zumindest für diesen kurzen Augenblick. Sein Herz sagte ihm, dass es noch nicht vorbei war. Der Wind trug den Geruch der erblühten Blumen an seine Nase, und der Panther machte Anstalten, einige Zentimeter von ihm zurückzuweichen.
    Es war eine erneute Bewegung in seinem Augenwinkel, die den Jungen ablenkte. Und dann bemerkte er erst, dass das Raubtier vor ihm nun fast wieder einen ganzen Meter von ihm entfernt stand, und ihn nur noch mit halb interessierten Blick musterte. Was sollte das? Hatte der Panther das Interesse an Jico verloren, hatte er genug gespielt?


    Anmutig schlenderte er um ihn herum, doch der Junge spürte plötzlich wieder Furcht, eine dunkle Vorahnung, die in seiner Brust schwarze Flügel der Angst keimen ließ. Langsam ließ er den Blick über die Szenerie schweifen. Der unheimliche Nebel hatte sich vollständig verzogen, die Farben wirkten klar und kalt unter der teilnahmslosen Sonne. Hatte er nicht eben noch etwas gesehen, oder viel mehr gespürt? Und tatsächlich. Da war etwas, direkt hinter der ihn fixierenden Raubkatze, nicht mehr als ein dunkler Schemen... aus dessen Rücken Flügel sprossen. Jico war so erschrocken, dass er nicht lange überlegte. "Achtung! Weg da!" Seine Stimme klang wie die eines vor Schmerzen rasenden Tiers, aber der Panther hatte ihn gehört.
    Die Katze konnte noch schnell genug ausweichen, bevor eine riesige vogelartige Kralle auf die Erde einschlug, an der eben noch der Panther gestanden hatte. Jico glaubte leichte Verwirrung im Gesicht der Raubkatze auszumachen. Er schüttelte unwillkürlich den Kopf. Wie absurd! Und mit einem Mal wurde ihm wieder schlagartig bewusst, in welcher Situation er sich überhaupt befand! Der Junge riss seinen Blick von der Katze los. Sie war nun das kleine Problem, denn vor ihm ragte der massige Rumpf eines Wesens auf, welches nicht von normaler Natur war, wenn es das auf dieser Erde überhaupt gab. Der Kloß in Jicos Hals schwoll an und das Junge glaubte beinahe zu ersticken. Der Kopf des Wesens war mit vier Augen auf jeder Seite ausgestattet. Lächerlich klein wirkten sie im Gegensatz zu dem Körper. Grashüpferhinterläufe dienten dem Wesen zur Fortbewegung, sowie die vogelartigen Vorderbeine. Lange, dünne Insektenflügel streckten sich in die Höhe, doch anscheinend war das Monster nicht in der Lange, sich mit diesen in die Lüfte zu erheben. Spitze Zähne ragten kreuz und quer aus dem venusfliegenfallenartigen Kopf. Der Rest des Körpers glich dem einer Kaulquappe, die langsam auf dem Weg zu einem Frosch war. Die Haut dieser abscheulichen Kreatur war rissig und von einem dunklen Violett.
    Sein Atem stank nach Fisch und anderen unidentifizierbaren Tieren, während Schleim aus seinem Maul auf den Boden tropfte und das Gras rauchen ließ. Der Panther stieß ein angewidertes Fauchen aus und knurrte auffordernd. Jico wollte schon 'Pass auf' rufen, doch diesmal hatte er keine Kraft dazu, die Lippen zu bewegen. Verschwommen sah er, wie sich das käferähnliche Wesen seinem ehemaligen Gegner zuwandte und gereizt zischte. Eine lange, gespaltene Zunge kam aus den Tiefen des abstoßenden Mauls zum Vorschein, das Jico vorkam wie die Vorhalle zur Hölle.


    Jico kniff die Augen zusammen, als sich sein Bein mit einer Stichsalve zurück meldete, als würde es ihn auffordern, nur noch auf die Wunde zu achten, Mitleid mit ihm zu haben und sich um es kümmern. Doch das war leichter gesagt, als getan, denn Jicos Hände zitterten und verzweifelt presste er seine Hand etwas stärker auf den Blutfluss und versuchte, von seiner Kleidung Fetzen abzureißen, um sich zu verbinden. Denn nun schien er aus dem Kampfgeschehen gerückt zu sein. Niemand hatte ihn mehr im Visier – zumindest jetzt nicht.
    Der Panther fauchte noch einmal und bewegte sich einige Schritte rückwärts. Das Wesen war eindeutig viel größer als er selbst. Vielleicht mehr als das Doppelte – und er war schon nicht klein. Wie sollte er einen solch übermächtigen Gegner in die Knie zwingen?
    Das Monster reckte sich in die Höhe und breitete imponierend die hässlichen, knittrigen Libellenflügel aus, doch statt noch weiter zurückzuweichen, blieb die Raubkatze diesmal stur stehen und grub die Krallen in die blutbesudelte Erde. Sie straffte die Schultern und warf Jico einen kurzen Blick zu, ganz, als wollte sie ihm einschärfen, sich auf keinen Fall von der Stelle zu rühren. Als ob er das gekonnt hätte.


    Das Knurren der Katze klang so zornig, als könnte sie beim nächsten Atemzug Feuer spucken. Auch, wenn sich der Käfer nichts anmerken ließ - was auch schwierig möglich war -, Jico bewunderte sie für ihren Mut. Die Kontrahenten versuchten, ihre Position gegenüber dem anderen noch zu verbessern, doch dann begann schließlich der Kampf.
    Mit einem schon fast siegreich klingendem Zischen schwappte der Monsterkörper auf die Raubkatze zu. Wie konnte sich dieses Wesen – am Anfang eines Kampfes – schon so sicher sein, dass es gewinnen würde? Der Panther wich aus, sollte er kontern? Das hätte ihm das Leben gekostet. Nun schien die weiße Katze froh darüber zu sein, keine schweren Verletzungen davon getragen zu haben. Und selbst, wenn sie eben noch fast völlig erschöpft gewirkt hatte, so schoss nun neues Adrenalin durch ihren Leib, trieb sie an.
    Geschickt wich sie den kraftvollen Hieben des riesigen Wesens aus, rannte um es herum und schlug nach seinen Flügeln, doch es wirbelte herum und das Spiel begann von vorn. Hitze stieg in der Katze auf, ein Feuer, dessen Ursprung sie nicht ausmachen konnte. Immer war sie einen Schritt schneller als das Heuschreckenwesen, und ließ sich von seinen Hieben nicht irritieren. Doch plötzlich blieb es ruhig stehen und der Panther verharrte ebenso in seiner Bewegung. Das Monster öffnete seine Fänge und Speichel tropfte auf den Boden. Es atmete schwer. Der Panther witterte seine Chance und sprang nach vorn, doch das Insekt hatte seine Schwäche nur vorgetäuscht. Mit einem würgenden Geräusch spuckte das Wesen eine grüne Flüssigkeit in Richtung des angreifenden Panthers.
    Und als hätte das Schicksal nicht gewollt, dass der Panther ohne Verletzungen aus diesem Kampf hätte hervorgehen sollen, traf der grüne, zähflüssige Schleim die Katze, als sie versuchte auszuweichen. Der klebrige Schleim tropfte dem Raubtier von der linken Vorderpranke hinunter und benetzte den Boden, als dieser aufkam. Gut, dass er sich in seinem Sprung zur Seite gedrückt hatte, sonst wäre ihm die Masse ins Gesicht geplatscht. Ein wütendes Fauchen stieg aus der Kehle des Panthers auf, vermischt mit einem bedrohlichen Knurren. Das Monster bewegte sich näher auf die weiße Katze zu, züngelte und hob eines seiner Beine, um ihn zu zermalmen. In seinen acht Augen sah der Panther Jicos Spiegelbild, wie der Junge verzweifelt versuchte, immer noch Stoff von seinem Oberteil zu lösen, es um seine Wunde zu verbinden. Wieder erklang ein Fauchen, lauter dieses Mal. Und gerade als das Monster seine Krallen herunterfahren ließ und der Sieg in seinen Augen aufflammte, wollte der Panther in Deckung springen, doch…!


    Doch er konnte nicht! Etwas hielt ihm am Boden. Zu spät. Das Katzenwesen fiel, umgerissen von seiner Sprungenergie. Der grüne Schleim brannte nicht, hatte ihn nicht verletzt, nur hatte er den Panther an den Boden gekettet. Geistesschnell drehte sich der Panther zu seinem Angreifer hin, und gerade als das Insekt angreifen wollte, bohrten sich seine Zähne in das Handgelenk des Käfers. Dunkelblaues, zähes Blut trat daraus hervor, viel mehr, als bei einer so kleinen Wunde möglich schien, soviel, dass sich der Griff des Panthers bei dem bitteren Geschmack der Flüssigkeit, die ihm unwillkürlich den Hals hinunterlief, automatisch lockerte. Kreischend schlug der Käfer mit dem anderen Arm nach der Katze.
    Der Schlag traf. Ein brennender Schmerz durchzuckte die Katze, fraß sich in ihre Knochen, ließ ihren Körper erzittern und es schien so, als wolle ihre linke Seite zerbersten. War etwas gebrochen? Mit der Wucht des Schlages wurde der Panther von der Erde losgerissen und landete unsanft auf dem sandigen Boden. Ein ersticktes, schmerzgeplagtes Brüllen entstieg seiner Kehle. Kleine Staubwolken wirbelten auf, als das Wesen versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Vorsichtig und leicht zitternd, richtete sich das Raubtier wieder auf, und als es stand, ließ es ein Stück des Käferarmes aus seinem Maul gleiten. Blaues Blut verklebte das weiße Fell um den Mund herum, färbte die Zähne irrsinnig, fern jeder Realität und tropfte zusammen mit Speichel zu Boden. Die zähe Flüssigkeit vermischte sich mit der Erde und ließ eine widerlich riechende Pfütze zurück.
    Die Kontrahenten wichen voreinander zurück. Nur wenige Schritte zwar, aber die Geste war nicht zu übersehen. Wer den nächsten Angriff führen sollte, blieb unklar, denn die Gegner hatten einander respektieren gelernt. Jico sah mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zu, wie der Panther seine lange Wunde leckte, die sich quer über seine Rippen zog, und ihren Gegner dennoch nicht aus dem Blick ließ.


    Flecken begannen vor seinen Augen zu tanzen und er rang nach Luft. Das Bild vor seinen Augen verschwamm und der Schmerz stieg immer höher in seinem Körper. Jico schien es, als würden seine Eingeweide mit jeder Sekunde weiter zerreißen, dabei war doch nur sein Bein verwundet. Der Junge verfluchte sich selbst. Wieso war er nur in diese Nebelwand gelaufen? Wieso war es so dumm gewesen? Ein Anfängerfehler! Er biss die Zähne zusammen und machte den Rücken krumm, um mehr Druck auf seine Wunde ausüben zu können. Seine andere Hand zerrte immer noch vergebens an seinem Shirt. Er wäre gern zu seiner Waffe gekrochen und hätte dessen Bänder genommen, doch so weit kam er nicht, denn bei der kleinsten Bewegung drohte sein Bein ihn in die Ohnmacht zu schicken. Aber war es nicht eine Erlösung, einfach einzuschlafen? Nein! So durfte er gar nicht denken. Er musste wachbleiben. Irgendwie würde er das schon überleben.
    Und von seiner Rechten hörte er das Rauschen einer Bewegung. Der Kampf würde in seiner nächste Runde gehen.
    Die Raubkatze riss mit Gewalt die Füße vom Boden los und hechtete mit einem wilden Fauchen auf die linke Seite des Wesens zu, ein glimmerndes Feuer in den Augen. Ihre Entschlossenheit war physisch spürbar, ihr Fell wirkte, als wäre ein Blitz hineingefahren. Mit anmutigen Sätzen wich sie den zornigen Angriffen des violetten Insekts aus, ihre Pfoten trommelten auf den Boden. Ein wildes Knurren ausstoßend, ließ sie alle Vorsicht fahren, näherte sich direkt von vorn. Ein wenig überrascht zögerte das Wesen zu lange, der Panther ging in die Knie und sprang dem Insekt an die schuppige Brust, die Klauen tief in das Fleisch des Kolosses grabend.


    Es wird zurück kommen, das hat es geschworen!
    Und langsam kommt das Treiben zu einem Ende und die letzten bunten Lichter zerplatzen am Himmelszelt.

    ~I am a world before I'm a man
    ~I was a creature before I could stand
    ~I will remember before I forget
    BEFORE I FORGET THAT!
    ~Slipknot, Before I forget


    Zähl die stummen Tränen nur


    http://fc06.deviantart.net/fs7…f46460953e124-d47b92r.jpg
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    Ich schreibe diese Zeilen
    ganz still und unerhört
    Wenn wir unser Schweigen teilen
    gibts nichts, das uns zerstört


    Ich schreibe diese Zeilen
    mit Blut aus meinen Adern
    uns're Welt zu teilen
    und liegt sie noch so fern


    Ich schreibe diese Zeilen
    mit Blut auf dies' Papier
    um mein Leid zu teilen
    wenn ich neben euch krepier'


    Ich gehe diesen Weg
    ganz still und ungesehn'
    Wenn wir unsre Wege teilen
    werden wir die Sonne sehn'


    Ich gehe meinen Weg
    auf Körpern leer und kalt
    Ich steh auf meinem Steg
    in zorngem Wind, verlier den Halt


    Wir leben leise, leben stumm
    haben keine Wahl, vergessen
    Der Schmerz ist uns'rer Seele Fressen


    Wie leise darf ich sein
    Ich schreibe laut, ihr müsst es hörn!
    Werd' euch im Schlafe störn!


    Was uns fesselt, ist die Angst
    wenn du um dein Leben bangst
    Was uns fesselt, ist die Macht,
    Menschen, gebt gut Acht!


    Schrei nicht, Schrei nicht!
    du bist zu laut
    Wein nicht, wein nicht
    du bist zu laut


    Es ist dieser Pfad
    er führt uns an den Rand
    Wir verbrenn' die Saat,
    die uns einmal verband


    Schrei nicht, Schrei nicht!
    zähl die stummen Tränen nur
    Schrei nicht, Schrei nicht!
    Bist allein auf weiter Flur


    (c): Lia, 9.9.2011

    Hmm, ich würde an deiner Stelle eine ganz andere grammatikalische Konstruktion verwenden:
    "Die Legende des Dämons", also Genitiv. Das klingt nicht nur professioneller, sondern ist es auch ^^''
    An sich ist der Titel nicht schlecht, aber ein wenig standardisiert. Vielleicht findest du im Laufe deiner Story noch einen passenderen, dann helfen wir dir gerne weiter :>

    Hier, meine Lieben, in Anbetracht des baldigen Wettbewerbes über Themendrabbles veröffentliche ich jetzt einfach mal meinen ersten Versuch - keine Angst, der Zweite ist besser geworden ;>
    Da die Beschränkung von den dreimal wiederholten Worten hier nicht gilt, hab ich sie, der Lesbarkeit halber, einfach durch Synonyme ersetzt, damit es nicht so gruslig klingt o.ô


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    Verletzlichkeit


    Wenn ich in den Spiegel schaue und mich abwende, ist es Einsamkeit. Wenn ich alte Lieder singe und dabei weine, sind es Erinnerungen. Wenn ich an uns denke und zweifle, ist es Verletzlichkeit.
    Ich weiß genau, dass Dinge, die einmal waren, nie wieder sein werden, Schönheit kommt und geht, der Windhauch des Vergangenen fördert unsere Wunden zutage. Auch, dass ich diese Zeilen schreibe - nichts als Sehnen nach Zuflucht. Wir alle wollen eine Stimme, um zu schreien, doch wir sind stumm in unserem Schicksal. Wenn wir das erkennen, sind es Menschlichkeit und Hoffnung, die uns dazu bringen, zu schreiben.

    Hey, Lemon!


    Ich war sehr lange inaktiv, was mir ziemlich leidtut... und von daher möchte ich nun dafür sorgen, dass in deinem tollen Topic wieder ein bisschen Bewegung herrscht. Es geht ja wohl nicht an, dass NIEMAND kommentiert! Es müssen ja nicht immer seitenlange Abhandlungen sein, ein "Gutgemacht" und ein paar Verbesserungsvorschläge oder sonstige Anmerkungen reichen ja auch schon völlig aus! Gedichte sind an sich besonders leicht und schnell zu lesen, von daher sollte es eigentlich für niemanden ein Problem sein, hier vorbeizuschauen und dem ein oder anderen der wirklich gut gelungen Werke einen Kommentar abzugeben. Und es ist ja nicht so, als wären Lemon's Werke es nicht wert, gelesen zu werden, ganz im Gegenteil! Also hoffe ich mal, dass mein Aufruf wenigstens dem ein oder anderen Schwarzleser auf die Füße tritt!


    Inhalt:


    Kommen wir aber nun zum Wesentlichen. Von deiner Themenwahl war ich mal wieder (positiv) überrascht, und so war ich auch schon ziemlich gespannt darauf, was du verändern, was du beibehalten würdest... Und ja, im Nachhinein hat sich die Vorfreude gelohnt! Denn dein Gedicht ist nicht nur lang und facettenreich, sondern es wirkt durch die Verknüpfung zum Erlkönig noch angenehm vertraut (das Ende hast du ja abgeändert, aber dazu sag ich später was). Ich hoffe, dir gehen nicht bald die Ideen aus, denn nach ein paar thematisch ähnlichen Gedichten war es schön, wieder etwas komplett anderes von dir zu lesen. Wirklich innovativ ist die Rolle des Todes als Verführer für Fans von solchen Geschichten ja nicht mehr, aber in der Tat bringst du schöne neue Aspekte mit hinein. Das Ende überrascht und mag für die einen mit einem zu holprigen Übergang erfolgen, doch für die anderen liegt gerade darin der Reiz. Der plötzliche Kontrast, der durch die "Einmischung" des Dritten erzeugt wird, ist recht passend. Die Hoffnung als Mittel gegen den Tod beschreibt sozusagen einen Kampf, ein letztes Auflehnen, wohlwissend, dass der Tod letztlich doch noch eintreten wird, egal, wie sehr man sich das Gegenteil herbeisehnt. Allerdings bringst du mit der Vorstellung, sich vom Leben zu verabschieden, etwas seltsam Tröstliches mit hinein, was wohl charakteristisch für den Tod in der Rolle des Verführers ist. Auch machst du ziemlich viele Andeutungen, lässt aber für meinen Geschmack den Grund des Ganzen ein wenig zu offen... Warum der Charakter plötzlich auf die Lockrufe des Todes hört, ist nicht ganz klar, hier fehlt, im Gegensatz zum Erlkönig, eindeutig die Rahmenhandlung. Ja, gut, man kann sagen, der Charakter ist die vielen Niederlagen leid, kann sich nicht länger gedulden und sucht nach einem Ausweg, aber... Wer ist dann die dritte Stimme? Tut mir Leid, aber so viel kann ich da leider nicht interpretieren. Was ist das Motiv dieser dritten Stimme? Obwohl dein Gedicht schon sehr lang ist, gehst du auf diesen Aspekt leider viel zu wenig ein. Hier hätte man SEHR viel herausholen können. Lediglich die Anrede "Kind" lässt auf eine verwandtschaftliche Beziehung schließen, aber das kann man auch anders interpretieren. Ich kann mir auf das Ganze leider wirklich keinen Reim machen. Und an sich ist das Gedicht vom Inhalt so interessant, dass es sich tatsächlich lohnen würde, ein- oder zwei Strophen noch hinzuzufügen. Die dritte Stimme muss betteln, flehen, an das "Gute im Tod", bzw an Gerechtigkeit appellieren, und vielleicht wirkt der Übergang auch dann nicht mehr so ruckhaft.


    Stil:


    Ja, an den Original-Erlkönig-Stil kommst du nicht heran, aber das hast du ja auch nicht versucht. Du hast deine eigene Note hinzugefügt, und auch wenn die an einigen Stellen etwas holprig oder gezwungen klingt, ist er an sich rund und locker zu lesen. Im Vergleich zu vorigen Gedichten von dir ist tatsächlich eine Steigerung zu bemerken.
    Leider schaffst du es in den wörtlichen Reden (insbesondere des Todes) ganz und gar nicht, einen erhabenen Stil zu halten, den er meiner Meinung nach durchaus verdient hätte. Am Ende sieht man dazu jedoch einige wirklich gute Veränderungen, besonders die dritte Stimme am Ende ist recht gut gelungen, dickes Lob dafür. Die Gliederung ist dir gut gelungen, durch die Aufteilung der Stimmen kommt immer was neues hinzu, allerdings ist sie recht offensichtlich. Ich persönlich bevorzuge bei meinen Gedichten (besonders wenn sie in diesen getragenen, schweren Stil gehen) ein lockeres Format, aber hier ist es dir selbst überlassen.
    Alles in allem hat es sich ziemlich gelohnt, aus dem Winterschlaf wiederzukommen :> Schreib mir bitte auch weiterhin PN-Benachrichtigungen; ich werd mich ransetzen :>


    Liebe Grüße,
    Leandy

    Fern aller Grenzen



    Weit entfernt von den meisten Menschenaugen, im Nordwesten der gleißenden Metropole von Stratos City, befand sich ein besonderer Ort. Ein Ort, an dem Frieden und Zerstörung zugleich herrschten, der unerbittliche Kampf ums Überleben als auch die Schönheit der rauen, lebensfeindlichen Natur, an dem sich Wirklichkeit und Schein vermischten.
    Wer dorthin kam, am Ende seiner Kräfte, suchte eine Auszeit von den Menschen und tief in seinem Inneren vielleicht auch von sich selbst, begehrte Gefahr genauso wie Sicherheit, Hass so sehr wie Liebe, Freude so sehr wie Leid.
    Dort, an dem Ort, an dem sich Wirklichkeit und Schein vermischten, gingen die Hüllen des menschlichen Lebens, zart wie Seifenblasen und ebenso zerbrechlich, ineinander über.


    Die Sonne brannte auf der Haut, ein scharfer Wind zerfetzte dem einsamen Wanderer das Fleisch. Nur in den Pausen des leichten, aber stetigen Sandsturmes konnte er sich fortbewegen, ansonsten war er gezwungen, sich hinter oder unter Felsen und in kleinen Einbuchtungen der Ruinen verkriechen. Die Einsamkeit war sowohl Balsam als auch Folter für seine Seele.
    Die roten, mittellangen Haare sich aus der Stirn streichend, blickte sich der Wanderer um. Ein wenig zu lässig hatte er sich in einen langen, aber nicht zu schweren braunen Mantel gekleidet, seine Hosen in die Stiefel gesteckt, und amateurhaft ein Tuch um seinen Kopf geschlungen, welches ihn gerade eben so vor einem Hitzeschlag bewahren konnte. Dennoch leuchteten seine eisblauen Augen wachsam, und er schien die körperliche Belastung gewöhnt zu sein. Immer wieder vergewisserte sich der erstaunlich junge Wanderer, dass die drei roten Pokébälle noch an seinem Gürtel hingen und von der Witterung verschont blieben. Sie waren sein größter Schatz.


    Langsam und darauf achtend, nicht in den gefahrvollen Treibsand zu geraten, der sich meist an der windabgewandten Seite der Dünen bildete, bewegte er sich auf sein Ziel, die zentral in der Wüstenregion gelegene Tempelruine zu. Zum Testen belastete er die Flächen vor sich mit einem an einen Stock festgebundenen Stein, und der Wind verwirbelte seine Fußspuren im Sand, so schnell, wie sie gekommen waren.


    Wenig Zeit war vergangen, als der Wanderer endlich am Fuße der Tempelruinen angelangt war und setzte sich erschöpft auf die Treppenstufen davor. Er war nur wegen der seltenen Fossilien hierhergekommen, der Fossilien, wegen denen er mehr als nur sein Leben riskiert hätte. Von einem alten Einheimischen hatte er von ihnen erfahren und auch davon, dass der letzte Finder sie aus dem Grund inmitten des Tempels zurücklassen musste, dass sie ihm auf dem beschwerlichen Rückweg den Untergang bedeutet hätten.
    In ihnen lag eine jahrtausendalte Macht begründet, und Lucian, der junge Wanderer, war fest entschlossen, sie in seinen Besitz zu bringen. Durch alle Regionen war er gereist, hatte mehr gesehen, als so mancher Champ von sich behaupten konnte, und war dennoch stets getrieben von etwas, das ihn zwang, immer mehr zu riskieren, etwas aufs Spiel zu setzen. Müde fuhr sich Lucian mit dem Handrücken über die Stirn. Siebzehn Jahre war er nun am Leben und hatte es immer noch nicht zu schätzen gelernt. In jedem Frieden lag auch Zerstörung. Freiheit bedeutete die Sehnsucht nach Geborgenheit.
    Lucian streckte die erschöpften Beine aus, und überlegte, ob sie es noch schaffen würden, ihn den weiten Weg zurück zu tragen. Seinen Partnern Ariados, Blanas und Kiesling konnte er diesen
    Wettlauf mit der Zeit und Erschöpfung nicht zumuten. Sie waren zum Überleben geboren, nicht zum Kämpfen, und Lucian gehörte nicht zu der Sorte Trainer, die Orden sammelten und daran ihre Fähigkeiten maßen. Er wusste, was er konnte, denn sein Überleben war der Beweis dafür.


    Irgendetwas hinter ihm riss ihn aus seinen Gedanken. Sofort war er auf den Füßen und hatte die Hand auf den Pokéball von Ariados gelegt, welches sein mit Abstand stärkstes Pokémon war und lange Zeit mit ihm durch die wilden Wälder und Einöden Hoenns gezogen, nachdem er es auf seiner Reise durch Johto gefangen hatte.
    Der Sand vor ihm auf den Treppenstufen kam in Bewegung, eine Staubwolke verschleierte seine ohnehin durch die Sonne und das Tuch eingeschränkte Sicht. Etwas fiel oder kugelte Stufen hinunter, begleitet von lautem Aufächzen und dem schrillen Schrei eines Pokémon.
    Lucian blieb ruhig stehen und musterte die Szene amüsiert. Ein Abenteurer wohl, der es mit letzter Kraft geschafft hatte, den Schatten des Tempels zu entkommen.
    Als der Staub sich legte, erkannte er die Umrisse eines schlanken Mädchens mit kurzen, wuscheligen Haaren, die eine Fliegerbrille trug und sonst nur T-Shirt und Shorts. In den Händen hielt sie zwei unförmige, graubraune Gegenstände, die sie schützend an sich geklammert hatte, um sie vor dem Zerbrechen zu bewahren. Lucian erstarrte, als Leben in die Trainerin kam. Sie bemerkte ihn zuerst nicht, sondern sah auf, obwohl sie dank des Sandes sicher nicht viel erkennen konnte, und rief heiser: "Pantimimi! Pantimimi, wo bist du?" Ein schwacher Schrei antwortete ihr, und sofort rollte sie sich auf die Seite. Sie hatte das kleine niedliche Psychopokémon in ihrem Eifer, die beiden Gegenstände in ihrer Hand zu beschützen, glatt unter sich begraben.


    Mit einer wenig eleganten Geste setzte sie sich auf, hustete einmal kräftig und schien sich immer noch nicht ihrer Umgebung bewusst zu sein. Ihr blondes, knapp kinnlanges Haar war von Staub bedeckt und dennoch von einem leuchtenden Gold, und die großen, rehähnlichen Augen hinter ihrer verkrusteten Brille wirkten merkwürdig verschlafen.
    Lucian war sie auf den ersten Blick unsympathisch, und er konnte es sich nicht erklären, wie sie es mit heiler Haut aus dem Heiligtum herausgeschafft haben sollte.
    Dennoch bückte er sich, um ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Das Mädchen bemerkte die Bewegung, wich aber nicht ängstlich zurück, wie er es erwartet hatte, sondern begegnete flüchtig seinem Blick. Die eisblauen Augen schienen auf sie Eindruck gemacht zu haben, und sie hob eine Augenbraue. Je näher er sie betrachtete, desto mehr gelang Lucian zu dem Eindruck, dass das Mädchen erheblich jünger sein müsste als er, doch die Wärme in ihrem Blick und ihre schmalen, ausgezehrten Züge sprachen eine andere Sprache.
    "Pantimimi, komm zurück", flüsterte sie und wandte sich dann ganz Lucian zu. Eine Hand auf dem Boden abgestützt, die andere angewinkelt auf ihren hochgezogenen Knien, wirkte sie mehr denn je wie eine verlauste Wildkatze. Die steinähnlichen Dinger hatte sie hinter sich geschoben. Misstrauisch funkelten die beiden sich an.


    "Wie weit warst du drin?", fragte Lucian nach einer Weile, weil es das Erste war, was ihn interessierte. Und plötzlich, ganz unerwartet, ging ein süffisantes Lächeln über das hübsche Gesicht des Mädchens. "Unhöfliches Kind. Sollte man nicht zuerst nach dem Namen fragen?" Lucian erstarrte.
    Darüber noch amüsierter, hustete sie und sagte dann: "Angst, dass ich dir die hier weggeschnappt habe?", fragte sie und hielt ihm die steinähnlichen Gegenstände dicht unter die Nase, und da traf es ihn wie ein Schlag. Es waren die Fossilien.
    Der Boden schien unter seinen Füßen wegzusacken. Monatelange Bemühungen umsonst.
    "Du?", rief er aus und keuchte.
    "Ich", bestätigte das Mädchen, "sowie ich Aizka heiße."
    "Lucian", sagte er unbestimmt und starrte begehrlich auf die Fossilien. Aizka, die das mitbekommen haben musste, zog sie zuerst ein Stück zur Seite, beobachtete, wie seine Augen ihrer Bewegung folgten, und lachte dann laut auf.
    "Ich kann nicht verstehen, warum sie von allen so gesucht werden", erklärte sie heiter, "was ist schon groß an ihnen? Jahrtausende von Staub und Verwesung. Ich suche sie nur, weil mir meine Pokémon auf die Dauer zu schwach sind und ich gehört habe, dass man die Fossilien wiedererwecken kann." Sie tätschelte die zwei Pokébälle an ihrem Gürtel. "Zugegeben, ein Pantimimi und ein Paras sind nicht die beste Besetzung, was? Aber überleben konnte ich mit ihnen."
    Den letzten Teil schien sie mehr zu sich selbst gesagt zu haben als zu Lucian, und dennoch horchte er auf.
    "Wenn wir überleben, sind wir fern aller Grenzen", sagte er leise und beinahe unhörbar, doch Aizka nickte.
    "Komm mit, steh auf", sagte sie und rappelte sich hoch. "Hier ist kein Ort zum Reden."
    Und schon verschwand sie, die Treppen hinauf und links an den eingestürzten Mauern des Tempels entlang. Lucian überlegte sich, ob er sie nicht einfach von Dannen ziehen lassen sollte, doch der Gedanke, eins von dem Fossilien zu ergattern, ob auf ehrliche Weise oder nicht, war zu verlockend.
    So folgte er ihr.


    Aizka hatte eine alte, vermoderte Decke auf dem Boden ausgebreitet und ihre Pokémon aus ihren Bällen befreit. Ein kleines, aber zäh wirkendes Paras klickte angriffslustig mit den Scheren, als es den fremden Trainer bemerkte.
    Einem Instinkt folgend, ließ Lucian seine Pokémon sich zu den anderen gesellen, und setzte sich zu dem Mädchen. Aizka sah auf und lächelte, fast ehrlich erfreut.
    "Ich dachte schon, du würdest nicht mehr kommen."
    "Doch, natürlich. Ich möchte schließlich wissen, was dich zum Reisen bewegt."
    Ein breites Grinsen ging über ihr Gesicht, und irgendetwas daran verblüffte Lucian.
    "Ich teile gern", sagte sie, "Erinnerungen, Erlebnisse. Du scheinst mir da ein anderer Typ zu sein. Dennoch."
    Sie schob eines der Fossilien zu ihm rüber und wandte sich dann ab, ganz uninteressiert an seiner Reaktion. "Es ist wie das Leben", sagte sie, "Du musst dich entscheiden, ob du es annimmst oder nicht."
    "Von dir schon", flüsterte er. Ihre Augen trafen sich einen Moment - fern aller Grenzen.

    Inhalt:



    Einleitung


    Hallo, lieber User/liebe Userin,


    in diesem Topic möchten wir dir die verschiedenen Möglichkeiten, eine Geschichte zu planen - oder eben auch nicht zu planen - einmal vorstellen. Dabei ist es klar, dass du für dich selbst entscheiden musst, wie du deine Story anfängst. Hier kannst du auch anderen Ratschläge erteilen, deine eigenen Erfahrungen berichten und auch selbst Methoden vorstellen, die dir beim Planen geholfen haben - oder auch einfach nur beim Improvisieren.




    Warum plane ich überhaupt?


    Ja, das ist hier die Frage. Wozu das alles? Manche Schreiber (besonders erfahrene) sitzen gelegentlich länger an der Planung einer Story und an der Recherche als an der Umsetzung. Hier die Frage an dich: Würdest du dich an ein Projekt, von dem du weißt, dass es lange Zeit in Anspruch nehmen wird, ohne Planung herantrauen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?



    Allgemein lässt sich sagen, dass Stories, deren Plot (=Handlung) vorgegeben ist, sich leichter improvisieren lassen (Beispiel: Nacherzählung von Ashs Pokemonreise oder Fanfictions). Ebenso fallen darunter Stories mit wenig Rahmenhandlung und nur ein oder zwei Handlungssträngen, beispielsweise einfache Krimis oder (Jugend-)Liebesromane.


    Natürlich gibt es auch Schreiberlinge, die ganz ohne Planen ganze Fantasy-Epen schreiben können, was eine Sache des Gedächtnisses und der Aufholungsbereitschaft von Vergessenem ist. Gründliche Planung vermeidet auch, besonders in längeren Werken, logische Fehler und Zeitbrüche, wobei viele das einfach nach dem Gefühl machen. Schätz dich einfach selbst ein, denn nur du kannst dir am Besten dazu raten.



    Der Erfahrung nach kann beides frustrieren. Sowohl ein halbes Jahr Planung als auch der Rückschlag, wenn man merkt, dass man sich in logische Verwirrungen verstrickt hat. Wie man da wieder rauskommt? Niemals aufgeben, weiter improvisieren und den Spaß am Schreiben nicht zu kurz kommen lassen. Du musst wissen, an welchen Stellen Improvisation, an welchen Planung angesagt ist, denn eine Story profitiert von beidem. Teil es hier auch den anderen mit! Wie hast du deine eigene FF geplant? Oder bist du noch dabei?




    Der rote Faden


    Ein Roter Faden gibt eine klare Haupthandlung und zieht sich auffällig durch alle Geschehnisse, sodass alles einen tieferen Sinn zu haben scheint und das Eine in einer logischen Reihenfolge auf das Andere folgt. Noch grundlegender als der Rote Faden ist der Kerngedanke einer Geschichte, über den sich jeder Autor im Klaren sein sollte.



    Diese beiden Dinge sind die Grundlagen und der Anfang der meisten Planungsversuche. Wenn du also für dich entschieden hast, es mit dem Plotten zu versuchen und alles daran zu setzen, dass du deine Geschichte koordiniert schreiben kannst, wäre es praktisch, den Kerngedanken deiner FF oder Story auf einen Schmierzettel zu schreiben (--> nicht ausformulieren) und immer, wenn du dich in der Planung verirrst, darauf zurückkommen und dich an die Grundlagen erinnern könntest.



    Das könnte dann im Falle des Pokémonanime beispielsweise so aussehen: (Kerngedanke)


    "Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt zwischen Menschen und Pokémon stehen im Vordergrund und bilden den Leitfaden für alle Konfliktlösungen. (--> gemeinsam sind wir stark) Wiederkommende Gegner, Rivalen und Herausforderungen werden eine nach dem anderen überwunden, um zu zeigen, worauf es beim Kämpfen wirklich ankommt. Ehrgeiz wird nicht belohnt, solang dieser den anderen Prinzipien widerspricht, und auch Zwischenmenschliches wird davon bestimmt. Gefahren können nur mithilfe des Partners überwunden werden, und das "Haudrauf-Verfahren" bringt nichts."



    Das reicht schon. Der Autor hat eine Idee, weiß, was er dem Leser vermitteln möchte, und baut aus diesen (manchmal auch philosophischen, psychologischen) Grundlagen seine Geschichte auf. Je länger eine FF oder Story werden soll, desto häufiger muss man sich wieder in Erinnerung rufen, wie dieser Kerngedanke und damit ihre Erkennungsmerkmale aussehen, sozusagen das, was dem Leser auch nach zwei Monaten noch einfällt, wenn er sich an die FF oder sogar nur einzelne Kapitel erinnert.



    Dabei unterscheidet sich der Kerngedanke einer ganzen FF oft von dem Kerngedanken eines Kapitels, denn in jedem neuen Kapitel kommen mit der Handlung auch neue Aspekte dazu, die allerdings logisch zusammenhängen sollten. Oft bringen andere Charaktere (beispielsweise durch einen Perspektivenwechsel) neue Kerngedanken auf und schaffen somit ein Spannungsverhältnis zu den anderen Sichtweisen. Dieses jedoch herzustellen und auch auf Dauer zu halten ist eine der schwierigsten Übungen beim Schreiben bzw. Plotten einer Story.



    Nun... Wie wird aus deiner Idee ein vernünftiger Roter Faden? Ist dein Kerngedanke überhaupt umsetzbar?


    Zuerst: Es gibt keine klaren Grenzen von "umsetzbar" und "nicht umsetzbar". Doch es ist genauso offensichtlich, dass jemand, dessen Schreibstil stark schwankt und noch nicht ausgereift ist (nicht, dass man jemals auslernen würde... aber eine gewisse Stabilität sollte dennoch vorhanden sein) mit einem 450-Seiten-Projekt seine Schwierigkeiten haben wird.


    Natürlich reifst du daran und natürlich gehen viele Autoren bei einer großen Herausforderung regelrecht in ihrer Arbeit auf, aber es ist frustfreier und erfolgsversprechender, die ganz großen Ideen zuerst ins Regal zu legen. Je schneller du dich nämlich verbesserst, desto unzufriedener wirst du nachher mit deinen vorigen Kapiteln sein, und eine Komplettkorrektur kostet oft mehr Kraft als das eigentliche Schreiben. Es ist deine eigene Entscheidung, und wenn du dir dieses Durchhaltevermögen zutraust, wirst du sehr viele wichtige Erfahrungen machen. Selbsteinschätzung gehört ebenfalls zu dem, was ein guter Autor können muss, um seine Texte richtig zu beurteilen - Außenstehende sind dabei oft nicht so gut geeignet wie dein eigener, für Fehler geschärfter Blick.



    Doch zurück zu der Ideenentwicklung. Wie in unserem oberen Beispiel hast du also einen Kerngedanken, aber noch keine Handlung. Du weißt, worauf es dir ankommt und hast vielleicht schon sogar eine Vorstellung deines Hauptcharakters? Viele nehmen dafür sich selbst als Vorbild, doch die Wesenseigenschaften sollten zu der Aussage der Story passen, eine geeignete Handlung ermöglichen. Natürlich ist es auch häufig gern gesehen, einen unsympathischen "Anti-Helden" zu erschaffen, der dennoch alle auf seiner Seite hat.


    Danach müsst ihr euch klar werden, von welchen äußeren Bedingungen deine Charaktere umgeben sind und welchen Sachzwängen sie unterliegen. Sobald du deine eigene Welt erschaffst oder die Handlung in ein Paralleluniversum verlegst, sparst du dir zwar das Recherchieren, musst aber dafür ganz genau im Gedächtnis behalten, welche besonderen Eigenschaften deine Welt hat, musst dir eigene Naturgesetze überlegen und deine eigenen "Spielregeln" aufstellen. Hierbei kannst du sehr viel Kreativität beweisen, musst aber auch darauf achten, dass du alles irgendwie erklären kannst, ob nun durch Logik, durch Magie oder Mythen. Wenigstens DU musst über deine eigene Welt Bescheid wissen, um einen kleinen Ausschnitt davon dem Leser verständlich zu präsentieren, du musst das Gefühl haben, in ihr leben zu können. Du musst deine Charaktere verstehen, egal wie weit entfernt sie von deinem eigenen Blickwinkel sind. Alles in allem darfst du dir selbst in keinem Punkt widersprechen.



    Noch einmal in Kürze:


    Der Ablauf des Planens (wie er oft getätigt wird)


    1. Formulierung eines Kerngedankens


    2. Ausarbeitung der äußeren Umstände


    3.&4. Vorstellung der Charaktere und deren Einbindung in die Handlung


    5. Schreiben einer "Zusammenfassung", einer kurzen (Kapitels-) Inhaltsangabe




    Was ist dir wichtiger: eine fesselnde Haupt- oder eine ausschweifende und faszinierende Rahmenhandlung?


    Wieder eine Frage, auf die es kein Allheilmittel gibt. Allgemein kann man sagen, dass diese Aufteilung auch von dem Genre bestimmt wird, das ihr eurer Geschichte zuteilt. Fantasy-Stories verfügen oft über einen ungemeinen Schatz an Mythen und Legenden, an Vorgeschichte und Einzelschicksalen. (Beispiel: Tolkien und die Sagen von Mittelerde) Thriller oder Krimis hingegen spielen oft in einer realen Welt, müssen also nicht mit Rahmenhandlung erklärt werden und berufen sich zugunsten der Spannung zumeist auf ein einziges Thema, manchmal aufgelockert durch Perspektivenwechsel, Cliffhanger und offene Enden. Außerdem hängt die Fülle der Rahmenhandlung auch davon ab, ob man beabsichtigt, die Buchreihe beziehungsweise die Story in anderen Teilen fortzusetzen - dann kommt im ersten Teil meistens mehr Rahmenhandlung und Erzählung vor als üblich.




    Spannungsaufbau innerhalb einer längeren Story:


    Eine Geschichte (und nicht nur ein kurzes Kapitel) vom Spannungsaufbau zu planen ist wohl eine der kompliziertesten Dinge. (Zitat aus dem Pacingtopic: "Denn nicht nur muss man den Leser über eine lange Zeit unterhalten, nein, man kann auch ab einem bestimmten Punkt das klassische System von vorher nicht weiter verwenden, denn was bringt es mir bei 200 Seiten, wenn ich entweder das Finale bei Seite 130 habe und den Leser danach noch über 70 Seiten bei Laune halten muss, beziehungsweise erst mal dazu bringen muss, soweit zu lesen?


    Dazu muss man, um ein Pacing zu planen, auch die Handlung sehr weit voraus planen, sich also diverse Punkte des Plots bereits feststecken." Etwas, das grafisch dargestellt in etwa so aussieht:





    Bei diesem Spannungsaufbau ist der Rote Faden Hauptträger des Verlaufes. Die Handlung bestimmt das "Tempo" der Geschichte, die Rahmenhandlung sowie erzählte Einzelschicksale führen zu Cliffhangern und formen am Ende das "große Ganze".


    2.Zitat aus dem Pacingtopic: "Der Unterschied kommt erst dann auf, wenn die Handlung sich beschleunigt. Dann immerhin sollte das schon schneller passieren, doch wohin sollte das führen, wenn sich die Handlung beständig beschleunigt über sehr lange Zeit? Irgendwo muss sich die Spannung auch einmal entladen, oder die Spannung an sich wird langweilig."


    Dafür taugen auch Perspektivwechsel, Zwischenfinals und Zeitsprünge.


    Wie nachher der Schlussteil zu planen ist, ist diesem Zitat zu entnehmen:


    3. Zitat aus dem Pacingtopic: "Denn die Versuchung ist groß, nachdem man so viel mit den Charakteren durchgestanden hat, diesen noch einen langen, fröhlichen Ausklang zu gönnen, aber macht es lieber kurz und hört auf, wenn es sprichwörtlich am schönsten ist.


    Wenn die Handlung nach einem schnellen Finale nämlich zu lang zu lange ist, bleibt dem Leser am Ende der Geschichte ein bitterer Nachgeschmack, weshalb meist ein halbes bis ein ganzes Kapitel und ein Epilog als Abschluss reichen."




    Konfliktaufbau in der Handlung


    Ganz klar: Geschichten ohne einen zentralen Konflikt sind langweilig, spannungsleer. Mag es sich hierbei nun um einen Krieg handeln, eine Mordserie oder auch nur die zwischenmenschlichen Beziehungen in einer Shippingstory, ohne den "Kern der Handlung" geht nichts voran. Dieser Konflikt wird also durch den Roten Faden herbeigeführt und schlängelt sich an der Handlung entlang.


    Oft gibt es genretypische Konflikte wie die oben genannten, manchmal aber brechen die Konflikte in der Rahmenhandlung mit diesem Klischee, gerade, um mehr Spannung zu erzeugen. So können Genres miteinander verknüpft werden, wobei du darauf achten solltest, dass du dennoch stets bei deinem Kerngedanken bleibst.



    Die richtige Mischung macht es aus, und je verkrampfter du deine Geschichte anfängst, desto verkrampfter sind auch deine Formulierungen. Bei allem Planen darf auch deine Kreativität nicht zu kurz kommen, deine Ursprungsidee steht immer im Fokus.




    Falls noch Fragen vorhanden sein sollten, oder Beispiele bewertet werden sollen, könnt ihr das in diesem Topic posten.

    Hallo du :>


    Rechtschreibung & Grammatik:


    Also... ich glaube, ich habe noch nie einen Prolog mit mehr Fehlern korrigiert, einmal ganz im Ernst. Guck dir mal den Text an, den ich verbessert habe, und vergleich dann mit deinem. Nicht nur, dass du praktischerweise den ersten Teil mit dem kleinen Mädchen im Präsens hättest schreiben müssen, um den letzten Teil dann im Präteritum schreiben zu können, das macht es sehr viel realistischer. Nein, du hast sehr große Probleme bei der Kommasetzung, Rechtschreibung und auch beim Satzbau. Manche deiner Sätze sind extrem lang, andere dabei wieder sehr kurz. Überleg dir einmal, dass es mit einem Übergang sehr viel flüssiger zu lesen wäre. Guck doch einfach noch einmal über deinen Text drüber, ich bin mir sehr sicher, dass du eigentlich nicht die Hälfte dieser ganzen Rechtschreibfehler machen würdest.


    Inhalt:


    Überraschend gut, muss ich sagen. Obwohl der erste Eindruck (Rechtschreibfehler -.-*) wirklich suboptimal war, kommt der Inhalt dank seiner Deutlichkeit sehr gut zur Geltung. Du bist eindeutig sorgfältiger auf den Inhalt eingegangen als auf das Äußere, was schade ist, weil viele Menschen auf den ersten Eindruck achten. Und es stört einfach extrem den Lesefluss.
    Na, wie dem auch sei... Auf jeden Fall ist die Situation, die du beschreibst, recht interessant gewählt. Nun habe ich den ersten Teil dieser FF nicht gelesen und kann also nicht viel über die Szene am Schluss sagen. Jedenfalls wirkt alles, was du im Anfang des Prologs beschreibst, sehr albtraumhaft, wie eine verschleierte Erinnerung aus der Kindheit. Du hättest jedoch stilistisch gesehen noch mehr Details einbauen können, um die Spannung zu steigern. Außerdem frage ich mich: Der Dialog zwischen der Frau und dem Mann wirkt nicht gerade so, als würden sie streiten, es klingt eher nach dem Versuch, die Frau zu trösten / zu beruhigen. Durch die Undeutlichkeit der Andeutungen bringst du Spannung mit rein, und dafür würde es tatsächlich die volle Punktzahl geben. Leider nutzt du dies zu wenig aus, schwankst zu schnell zurück in die Atmosphäre wohlgehüteter Geborgenheit, die das Kind zu fühlen scheint, obwohl vielleicht die Bedrohung gar nicht so weit entfernt ist. Hier hättest du die Spannung noch mehr ausnutzen müssen, um etwas zu kreieren, das dem Kind vielleicht ein wirkliches Trauma hätte verpassen können, was es rechtfertigt, dass ihm diese Erinnerung so lang im Gedächtnis bleibt.
    Bis jetzt sind da doch nur diese Andeutungen.


    Stil:


    Du schreibst sehr detailliert, nutzt dies aber nicht wirklich aus, um gekonnt Atmosphäre zu erzeugen. Du musst wissen, welche Wirkung du erzeugen willst, und wie ich schon im "Inhalt" meinte, kannst du daran noch ein bisschen feilen. So ist dein Schreibstil zwar sehr ausgearbeitet, wirkt aber ein wenig ziellos eingesetzt. Du formulierst wunderschön, aber ein wenig abgehackt, weil einige deiner Sätze wirklich sehr viel länger sind als die anderen. Deine Vergleiche sind echt gut, aber wirken auch ein wenig unkoordiniert. Was willst du damit erreichen? Denn so sind sie nur schmückendes Beiwerk, welches die Spannung reduzieren könnte.
    Auch wirkt der letzte Part ein wenig zu kurz, um klar die Situation einschätzen zu können. Allgemein sehe ich hier sehr viel Potential, und ich bin mir sicher, dass sich deine Geschichte noch positiv entwickeln wird. Da du deinen ersten Teil vollendet hast, zeigst du auch Durchhaltevermögen. Sehr schön ;')


    Liebe Grüße,
    Leandy

    Du kannst den Text sicher gern an den Wetti-Leiter schicken, und die Fehler können editiert werden :> danke für den vorschlag. die übersetzung ist teilweise wirklich missverständlich.
    Lg

    Die Wurzeln der Welt




    Vielleicht lag es an diesen grauen Augen. Diesen Augen, die an kühlen, windigen Tagen, an denen kein Mensch einen Schritt aus der Haustür setzen wollte, mehr Wärme versprachen, als ich je in meinem Leben erfahren hatte. Diesen Augen, die an sonnigen, gleißenden Tagen, an denen sich die Menschen am Strand tummelten, einen Rückzugsort versprachen, einen ruhigen Rastplatz anboten. Oder vielleicht lag es auch einfach nur an meiner eigenen Dummheit. Denn ich hatte das getan, was ich mein Leben lang hatte vermeiden wollen - ich hatte mein Herz an ein Ding gehangen, von dem ich wusste, dass es für mich unerreichbar sein würde.
    Seit diesem Tag jedenfalls schien es mir immer, wenn ich in den Spiegel schaute, als würde ein Paar eulenhaft großer, wacher grauer Augen durch mich hindurchschauen. Als wäre ich aus Glas. Und so fühlte ich mich auch; nicht wie dieses wundervoll starke, haltbare, kugelsichere Glas, das man in Zügen und gepanzerten Autos verwendete, nein. Ich war mehr wie das leere Fensterglas einer alten Hütte, irgendwo draußen in den Bergen, windumtost, moosbewachsen, knarrend in den Angeln.


    Mein ganzer Schutz, die Distanz zur Außenwelt, die ich mir in meinen Jahren der Arroganz aufgebaut hatte, sie waren dahin. Und meine Seele hatte der Wind in den Bergen davongetragen.
    Stets musste ich mich wieder daran erinnern, wer ich war und was es auf dieser Welt gab, für das ich alles geben würde.


    Stattdessen hatte ich erkannt, dass ich mich von meinen Wunschvorstellungen und Träumen lösen musste, um nicht den Verstand zu verlieren, um die wohlbehütete Fassade der Kontrolle und Selbstbeherrschung weiter aufrecht zu erhalten, die wiederum mich am Leben erhielt.
    Mein Name?
    Paul.
    Mein Leben?
    Inzwischen 18 Jahre lang. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.
    Die Zukunft?
    Für mich nicht. Kein Herz mehr, das ich die Jahre über geleugnet habe.
    Und mein letztes Turnier. Ein letzter Versuch. Ich hatte schon einmal verloren, und ich war so masochistisch, mich meinem stärksten Gegner noch einmal zu stellen.
    Die Orden der Regionen an der Brust, und doch kann ich es nicht mit ihr aufnehmen.


    Lange, gewellte Haare, die mit der Sonne zu verschmelzen schienen, ein glänzendes, metallisches Blond, das in den Schatten wie warmes, flüssiges Gold wirkte und ihrer kalten Ausstrahlung ein wenig die Härte nahm… Graue Augen, die Spiegel ihrer ruhigen Seele, die ihre katzenhafte Eleganz unterstrichen und ihr Gegenüber zu durchleuchten schienen… Augen, die schnell erkannten, was der andere fühlte, was in seinem Innersten vorging…
    Mich hatte sie auch so angesehen. Und gewusst, was und wer ich wirklich war.
    An diesem Augenblick damals hätte ich mich am Liebsten mit irgendetwas verbrannt, um wieder etwas zu fühlen, um den hilflosen Schmerz der Reue auszublenden. Stattdessen hatte ich meine Kontrolle bewahrt, ihr in die wunderschönen Augen geblickt und getan, was ich immer tat… ich war gegangen. Und hatte die Nacht draußen im Regen verbracht, bis sich das Wasser um mich herum mit meinen verzweifelten Tränen verschmolz, bis ich spürte, wie sich die Steine in meine Haut gruben und warmes Blut den Boden benetzte.
    Am nächsten Morgen war ich zurückgekehrt, hatte ein halbherziges Training absolviert und meine Gefühle zu verdrängen gesucht. Dass meine Pokémon versuchten, mich zu trösten, hatte mich sie nur noch mehr verachten lassen.


    Warum das alles? Warum dieses Leid? Ich selbst war der Verursacher. Im Leid lagen die Wurzeln meiner Welt, im Leid meiner Pokémon die Wurzeln meines Erfolgs. Und in meinem Leid lagen nun die Wurzeln meines Hasses.
    Wozu mein Hass führen würde? Ich wusste es: Zum letzten Kampf meines Lebens.
    Vielleicht der letzte Augenblick, in dem ich Cynthia sehen konnte. Ich musste meiner Furcht begegnen. Wie konnte ich vor dem schönsten, faszinierendsten Wesen dieser Welt Angst haben? Vielleicht, weil sie die einzige war, die mir mein Herz gezeigt hatte?
    Die Sonne stach mir in den Augen, das Tosen der Menge ließ den Platz erbeben. Tausende, ja Zehntausende, die auf den Rängen darauf warteten, den ultimativen Kampf zu sehen. Nicht zwischen mir und Ash, nein, sondern zwischen mir und meiner größten Herausforderung. Ich wusste, dass sie mich auseinandernehmen würde. Vielleicht konnte ich kämpfen, aber mehr auch nicht. Adrenalin schoss durch meine Adern, ein letztes Mal spürte ich den Höhenflug vor einem Kampf. Mit fest zu Fäusten geschlossenen Händen und einer grimmigen Miene trat ich auf das Kampffeld.
    Meine Füße wirbelten Sand auf, der Wind trug die Stimmen des Publikums zu mir, das sich in Rage schrie, Wetten abschloss und Hymnen sang. Lächelnd blinzelte ich in die Sonne und fühlte, wie die Böen mit meinem Haar spielten.
    Nie war ich glücklicher gewesen. Jetzt, da ich wusste, dass es zu Ende ging.


    Cynthia war zu schön. Unerreichbar schön. Wie sie da direkt vor der Sonne stand, wie der Wind ihre schwarzen Kleider umherwirbelte und ihr Haar wie eine Flutwelle aus geschmolzenem Gold um ihre Figur herumfloss, wusste ich, dass ich sie niemals wert wäre. Ich, der seine Pokémon für ihre Schwäche verachtete.
    Tränen traten wieder in meine Augen, als ich den Blick über meine Gegnerin schweifen ließ. Die Durchsage, der Kampf möge beginnen, drang kaum an meine Ohren. Tief in mir wollte etwas, dass ich einfach umkehrte und den Schmerz nicht noch größer werden ließ.
    Alle Wut und aller Hass hatten einer atemberaubenden Leere Platz gemacht, und auch auf die viel zu große Entfernung, die zwischen uns lag, spürte ich, dass mich Cynthias Augen durchbohrten. Was dachte sie? Dass ich mich bis zur letzten Sekunde wehren, dass ich eine erneute Niederlage nicht akzeptieren könnte? All das lag in ihrem Gesichtsausdruck, und doch noch mehr. War das eine nie gesehene Schwermut, die sie ihre Lider senken ließ? Trauerte sie auch um irgendetwas?
    Meine Knie wurden weich. Konnte sie auf die Entfernung die einzelne Träne sehen, die meine Wange herabrann? Ich schämte mich so für meine Schwäche. Meine Arroganz hatte sich nun endlich gerächt, meine schützende Schale war aufgebrochen worden. Verzweifelt wollte ich umkehren, fliehen, wollte den enttäuschten Gesichtern meiner Zuschauer ausweichen, die nur auf meinen Kampf achteten, nicht darauf, was jedes Duell für Kraft kostete.


    Einen endlosen Moment lang trafen sich unsere Blicke, warm und kalt, Güte und Wut, Ruhe und Hass. Raubtierhaft beobachtete sie mich, und fast spürte ich die Spitze ihres Messers liebevoll über meinen Rücken laufen, bevor sie zustoßen würde. Ich war geboren worden, um so zu sterben.
    Meine Gedanken kehrten in die Realität zurück, als sie die Augen senkte. Einen Moment zögerte ich, denn ich dachte, Reue in dieser Regung gesehen zu haben, und das einzige, mit dem Cynthia mich verletzen würde, waren ihre kalten Worte. Worte, die die Wahrheit sprachen.


    Ihre rechte Hand, die den ersten Pokéball hielt, zitterte, und plötzlich flüsterte sie dem neben ihr stehenden Schiedsrichter etwas zu. Ihre grauen Augen strahlten, doch in allem wirkte sie kraftlos. Ich betete, dass ich nicht der Grund sei, denn das wäre zu viel.
    Der Schiedsrichter bewegte keinen Gesichtsmuskel und für einen Moment setzte mein Herz aus. Worum ging es? Ich hörte das Wispern im Publikum, als sich der Unparteiische in der Mitte des Feldes platzierte und eine Fahne in meine Richtung hob.
    "Der heutige Kampf wird abgebrochen und Paul aus Schleiede zum Gewinner erklärt."
    Tosen brach aus, und die nächsten Worte gingen im Geschrei fast unter.
    "Der amtierende Champ Cynthia zieht ihre Teilnahme an diesem Turnier zurück und gratuliert dem Gewinner."


    Der Boden sackte unter meinen Füßen weg. Das konnte nicht wahr sein, nein, nein, nein. Ich wollte nicht gewinnen. Ich wollte den unverdienten Ruhm nicht. Ich wollte nicht mehr kämpfen müssen.
    In Cynthias Augen standen die Tränen, sie glitzerten in der Sonne. Hilflos streckte ich eine Hand aus und sank in den Staub. Warum? Was empfand sie für mich, dass sie dies aufgab? Hatte ich mich geirrt und war sie doch nicht unerreichbar?
    Ich kauerte mich mit weit aufgerissenen Augen zusammen, blendete alles aus, wie ich es damals im strömenden Regen getan hatte. Meine Herzschläge zerrissen die Stille.
    Jemand berührte mich sanft am Arm, und ich blickte auf zu der hochgewachsenen Gestalt, die mir ihre Hand reichte. Mein Herz setzte aus.
    Cynthia zog mich hoch und verhinderte, dass ich im Sand strauchelte. Es war, als hätte sie eine Art Schutzschirm über uns gespannt, und plötzlich war es ganz einfach, die Anwesenheit der Kameras und die der Zuschauer auszublenden.
    "Warum hast du das getan?", fragte ich und hasste mich sofort dafür. Doch ein Lächeln erschien in ihrem Gesicht, unbefangen nahm sie meine Hand und strich über ihren Rücken.
    "Es tut mir Leid. Ich konnte es nicht noch einmal ertragen, dich so zu zerstören." Wie schön ihre Stimme klang, wenn sie flüsterte! Warm und gefährlich zugleich, katzenhaft. Ich konnte nichts mehr sagen. Ihre Augen hatten mich völlig in ihren Bann geschlagen, umrahmt von langen, blassen Wimpern, die in der Sonne schimmerten. Und dann brach es aus mir heraus.
    "Ich liebe dich."
    "Ich weiß. Ich habe es gesehen, als wir uns zum ersten Mal gegenüberstanden. Und ich... liebe dich auch. Ich kann nicht gegen dich kämpfen."
    Bei ihren Worten flutete ein Gefühl meinen Körper, das ich nicht gekannt hatte. Wärme, Liebe, Glück.
    Die Wurzeln der Welt.


    Glück.

    Ja, dann kommentiere ich mal! Wenn man alles schon einmal gelesen hat, macht's das natürlich einfacher. Trotzdem hoffe ich, dass du nächstes Mal wieder ein richtiges Kapitel postest, da das einfach was anderes ist als so ein FunBook Eintrag. Na, wie dem auch sei, hoffe ich, dass du deine Kreatief-Phase (wie du selbst zu mir meintest) so schnell wie möglich überwindest. Ich will nämlich wissen, wie's weitergeht :'D Ich könnte dir nämlich nicht verzeihen, wenn ich nochmal so lange warten müsste :>


    Rechtschreibung & Grammatik:


    Was soll ich sagen? Mit der Zeit bist du echt besser geworden. Fehler, die du immer wieder gemacht hast, wie dieses "., hab ich nicht alle einzeln korrigiert, sondern dir gesagt, dass du das im nächsten Kapitel am Besten anders machst, weil das sonst sehr viel Arbeit gewesen wäre. Ansonsten ist mir aufgefallen, dass du die Zeitenfolge mit Präsens - Präteritum / Perfekt - Plusquamperfekt nicht immer absolut richtig machst, aber das hängt einfach vom Bauchgefühl ab und das kommt, je mehr Rückblicke du schreibst oder bei anderen liest.
    Tippfehler waren diesmal jedenfalls weniger vorhanden :> Und man hat immer verstanden, was du sagen wolltest.


    Charabilder:


    Kannst du hierzu noch einmal die genaue Quelle angeben? Wenn ich mir den Stil anschaue, denke ich mal, dass es von ein und demselben Zeichner ist, also mach das mal. Ansonsten sind sie schön schlicht, sodass man gleich weiß, um wen es sich hier handelt. Ein wenig werden auch die Charaktereigenschaften der Pokémon verdeutlicht.


    Inhalt:


    Hmm... Ja okay, es ist ein FunBook. Wir werden also aus dem Geschehen der Story hinaus wieder auf den Drehort geworfen, und du sprichst diesmal den Leser direkt an. Schön, dass wir mehr erfahren, wie Carlos und die anderen hinter den Kulissen so drauf sind, und es ist auch ganz lustig. (Okay... was FunBooks angeht, fragst du ernsthaft die Falsche. Ich hasse lustige Geschichten :> Tut mir Leid, wenn ich das Witzige nicht sehe... Ich denke schon, dass das Kapitel ganz gut ist und so, aber... witzige Dinge...? Nicht bei mir :'D) Jah... soviel zu meiner persönlichen, subjektiven Einschätzung. Kommen wir eher zu den objektiven Dingen. Alles in allem wirkt die Szene sehr locker, vertraut, kollegial, und ich denke mal, dass das die Wirkung ist, die du erreichen wolltest. Ein paar Charaktere sind geradezu ins Lächerliche gezogen worden (Carlos ist sooo geil) und das ist nicht einmal schlecht. Dass du als Autor die ganze Zeit umherrennst und um Ordnung bemüht bist, wirkt auch sehr überzeugend. So stelle ich mir das Leben als Regisseur vor. Auch die Entstehungsgeschichte von NlR wird in ein sehr interessantes Licht gerückt. Die Vorstellung der jeweiligen Charaktere wirkt jedenfalls nicht ganz so natürlich, wie sie vielleicht sein könnte, und du bist nicht ganz leicht in das Geschehen hineingekommen. Das machst du aber durch die Flüssigkeit der Handlung im Mittelteil wieder wett.


    Stil:


    Jaouuh... Uh... *Kopf kratzt* Hab ich dir zum Stil schon was gesagt? Dann wär es nämlich hilfreich, wenn du diesen Kommentar dir einfach hier drunter denken könntest... Ich weiß nämlich wirklich nicht mehr, was ich sagen wollte, als ich es das erste mal gelesen habe. Hatte irgendwas mit lockerem, humorvollen Stil zu tun... Kannst du mir da weiterhelfen? Jedenfalls glaube ich, dass ich dir sagen wollte, was im Mittelteil alles besser geklappt hat als am Anfang. Die Beschreibung der Charaktere wird detaillierter, und das ist gut für alle, die sich nach der langen Zeit nun nicht mehr wirklich an diese erinnern. Dabei immer ein wenig lustig, genau richtig.


    Fazit:


    Obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass es langsam mal wieder Zeit für ein richtiges Kapitel wird, und ich immer noch kein Fan von lustigen Geschichten bin, fand ich diesen FunBook Eintrag doch sehr gelungen. Bis auf den ungelenken Einstieg, bei dem die Beschreibungen fehlen, bin ich auch von deinem etwas anderen, lockeren Stil überzeugt. Ich freue mich schon, wie es wohl weitergeht - sowohl hier als auch in der richtigen Handlung.


    Liebe Grüße :>

    Stairway to the Skies





    Eine letzte Sekunde.
    Die Sonne hatte sich von der Erde verabschiedet, einen letzten rotglühenden Blick über die Steppen geworfen und sich erschöpft zum Sterben niedergelegt. Viele Stunden, ungezählte Momente breitete die Nacht ihren sternenbedeckten Samtmantel über den Planeten aus, bis das Gestirn wie ein Phönix aus der Asche wieder den neuen, hoffnungsfrohen Morgen begrüßte.
    Wie zu viele Tage bisher schon war auch dieser ohne eine Spur zu hinterlassen an mir vorbeigezogen. Den Blick stundenlang in die Ferne gerichtet, konnte ich alles um mich herum ausblenden und mir eine bessere Welt erträumen. Wenn nur die Schwere nicht wäre, die auf meine Schultern drückte, die mir den Atem raubte und die wenigen Augenblicke meines wachen Lebens ausfüllte. Wenn nur die Einsamkeit nicht wäre, die sich wie ein Schleier über meine getrübte Sicht legte, wenn nur die Trostlosigkeit nicht wäre, die mein Leben erstickte.


    Ich lag am Boden, mein Bewusstsein entglitt mir. Eine letzte Sekunde. Meine vergeudete Zeit hier auf Erden war nur noch begrenzt, sie lief mir davon. Wie oft fragte ich mich, ob dort jemand war, hinter dem Regenbogen, auf der anderen Seite der Straße, drüben, hinter dem Kirschbaum, der mir mit seinen weißen Blüten, den Blüten der Trauer, keinen Trost spenden konnte.
    Die Blüte auf meinem Rücken verwelkte, je länger ich meinem vorherbestimmten Weg folgte. Über das Gebirge, in den eisigen Regen, nur weg von meiner Heimat. Dem Ort, von dem ich vertrieben worden war. Über die feuerbrodelnden Vulkane, entlang der endlos grauen Ozeane. Der Wind war immer mein treuester Begleiter. Der hoffnungsfrohe Morgen ging in einer dunkelroten Glut unter, die Nacht war von Blut getränkt.


    Das Land stand in Flammen. Schon seit vielen Wochen tobten die Kämpfe. Der Kirschbaum meiner Kindheit hatte seine unschuldigen weißen Blüten verloren, wie kostbare, allzu leicht zerstörte Glasperlen waren sie auf den heißen Boden gefallen und zersplittert.
    Ein trockener Wind hatte die geschundene Erde aufgerissen. Die Feindseligkeiten der Völker entzogen ihr und mir alles Wasser, jeden Tropfen unseres Blutes. Die Zerstörung des Friedens hatte auch etwas uns zerstört, eine Grenze, die unseren Geist und Verstand zusammengehalten hatte, ein so hauchzartes Band, dass es von Hass binnen Sekunden weggeätzt werden konnte.
    Doch der Hass des Krieges zog sich über Monate, Jahre, rücksichtslos.


    Und nun ich auf meinem einsamen Weg, von dem ich doch wusste, dass er mich in nichts als den Tod führen würde. Wollte ich es anders? Die Kälte hatte mich doch schon längst in ihren Fesseln. Das Wissen darum, dass es weder für uns noch für die Welt jemals einen Ausweg aus dem Kreis der sinnlosen Zerstörung, des Selbsthasses und der Einsamkeit geben würde, lastete auf meinen Schultern. Ich wusste nicht, was ich von diesem Leben erwartet hatte. In besseren Zeiten hätte ich vielleicht unter dem Kirschbaum gelegen, das Sonnenlicht genossen, und nicht seine weißen Blüten als Symbol für meine Angst gesehen.
    Jetzt, in dieser Sekunde, hatte ich keine Angst. Ich war am Ende meiner Kräfte. Wohin hatte mich meine Flucht geführt?
    Schatten huschten über mein Gesicht. Die trockenen Blätter einer Trauerbirke raschelten im merkwürdig friedvoll anmutenden Wind, der von unten aus dem ausgestorbenen Tal kam und die giftigen Pollen der Blüten unter mir durch die Luft wirbelte. Ich nahm einen tiefen Atemzug, wissend, dass meine Lungen schon seit Wochen an das Nervengift der Pflanzen verloren waren, sodass es sich anfühlte, als würde ich bei jedem Atemzug lebendig begraben.
    Trotz der verbrennenden Sonne wurde mir immer kälter. Meine Haut war nicht gemacht für solche Tage; an die Gifte, die in der Atmosphäre lauerten, konnte sich kein Wesen rechtzeitig anpassen. Die der Wind mit sich brachte. Der Wind, mein treuester Begleiter. Der Wind, der die Spuren einsamer Seelen im Sand verwischt. Der Wind, der launisch war, streitsüchtig. Der die Kirschblätter zu Boden schweben ließ, nicht sanft, sondern so, dass sie auf der Erde wie Glasperlen zerstoben.
    Das Gras unter meinem Körper zerbröselte zu Staub. Es knickte nicht und richtete sich dann wieder auf, nein, ein zweites Mal gab es in dieser Welt nicht mehr. Was einmal verloren war, würde niemals wiederkommen.


    Mein Leben. Diese letzte Sekunde. Was würde ich wohl im Tod vermissen? Das Licht? Nein. Höchstens die Möglichkeit, sich vor ihm in den Schatten zu verstecken. Diese Frage war sinnlos. Nein. Ich würde niemanden vermissen, und niemand würde mich vermissen. Die Schwingen der Angst wachsen im Dunkeln, im Alleinsein. In der Gemeinschaft haben sie keinen Halt.
    Der Wind würde mich davontragen. Mein Freund. Die Staubkörner vom Angesicht der Erde tilgen, die die Verwesung von mir übrig lassen würde.
    Warum, wusste ich nicht, doch der Schmerz, nun Abschied nehmen zu müssen, traf mich völlig unvorbereitet. Mit der Welt ging es zu Ende. Die unversehrten Gebiete im Norden hätten eine Schonfrist, doch zornige Seelen würden einen Weg finden, die Kirschblüten regnen zu lassen. Wie Glas.
    Ich wünschte nur, ich wäre in besseren Zeiten geboren worden. Als das Gewissen der Völker noch rein, als wir alle kein Blut an den Händen hatten. Ich erinnerte mich an meine Taten und kann mir nicht vorstellen, dass mich in der nächsten Welt etwas Besseres erwartet.
    Ich hatte immer gedacht, Sterben wäre einfach. Ertrage den körperlichen Schmerz und schlafe ein. Doch der Tod ließ auf sich warten. Still flehte ich, dass die Welt, wenn ich nur die schweren Augenlider wieder öffnete, nicht bedeckt von getrocknetem Blut sei, dass die Gräser unter mir nicht vom Wind zu Staub würden. Ich flehte, dass ich wieder Regen auf meiner Haut fühlen, das Rauschen eines türkisblauen Meeres vernehmen könnte. Ich flehte, dass ich mit Kirschblüten nichts anderes verbinden würde als die friedvollen Nachmittage, die ich mit meinesgleichen zwischen den Wurzeln der knorrigen Stämme verbracht hätte.


    Die Sekunde verging.
    Mein Atem stockte, und meine Glieder waren von der todbringenden Schwere erfüllt, die sich auch in meinem Leben angesammelt hatte. Wie eine Illusion sah ich in der Ferne eine schlanke, hochgewachsene Gestalt, getaucht in helles Licht. Sie weckte Erinnerungen in mir, Erinnerungen an vergessene Tage, Tage, die die Welt schon viel zu lang nicht mehr gesehen hatte. An den Geruch aufplatzender Beeren, fruchtig, herb und süß zugleich. An die Kühle der Tautropfen auf der dünnen Haut der Früchte.
    Das geisterhafte Wesen kam näher und blieb dennoch wie in weiter Ferne. Betäubt spürte ich den Blick seiner roten Augen auf mir ruhen, und ich wusste, dass es Zeit war, zu gehen.
    Keine Sekunde mehr, um Abschied zu nehmen. Ich brauchte sie auch nicht. Der Weg vor mir war klar, hell und führte in den Tod. Zum ersten Mal hatte ich keine Angst vor dem Licht und wollte mich nicht in die Schatten flüchten. Und doch wusste ich, dass mich am Ende nichts als Dunkelheit, warme, wohltuende Dunkelheit umfangen würde.
    Der weißgekleidete Geist, der mit eleganten Bewegungen neben mir einherschritt, warf mir Blicke voller Mitleid zu und streckte mir seine Hand entgegen. Als ich sie ergriff, fühlte ich wieder, wie es war, als die Sonnenstrahlen noch nicht den Tod brachten, fühlte die prickelnde Wärme auf meiner Haut, von der ich hoffte, dass sie mich auf jedem Schritt begleiten würde.
    Ich warf keinen letzten Blick auf die Welt hinter mir.


    Die Sekunde ist vorbei, und ich weiß nun, dass es für die Welt besser wäre, sich von ihrem Leben zu verabschieden. Rettet eure Seelen.

    Letzter Schrei

    http://fc07.deviantart.net/fs2…t_scream_by_missmands.jpg
    Bildquelle


    "Denn letztendlich ist es immer der Tod, der unsere Lippen verschließt, der unsere Herzen erkaltet und unsere Schreie erstickt..."~ by me


    The last thing in my life
    The last second I'll survive
    ~
    Geschlossene Blüten
    auf trostlosen Steppen,
    das hilflose Wüten
    der Menschen in Ketten:


    Lost moments filled my thoughts,
    Lost moments burried my faults


    Gefallene Seelen
    an blutrotem Strand;
    Menschen an Pfählen
    fesseln sich mit eig'nem Band


    Light is fading on the earth
    Light is fading since my birth


    Deine Wärme kehrt niemals zurück;
    durchdrungen von Kälte
    Erinner' ich mich an verlornes Glück;
    Tod, siehe! wie ich im Dunkeln verwelke


    It's our Stairway to the Skies,
    bought with millions of lifes ~


    A last rainbow in the Sky
    A last breath I can't deny


    ~


    Blut'ger Kampf um lebloses Herz,
    versunken auf des Meeres Grund:
    Vergeht die Welt in sinnlosem Schmerz,
    verschwindet's in des Schicksals Schlund


    We don't let the bonfires go out
    In the world we've dreamed ev'ry voice's loud


    Getroffen ist nun uns're Wahl,
    den Weg zurück können wir nicht geh'n
    Ertragen nicht mehr uns're eig'ne Qual,
    wissen nicht mehr aufzusteh'n


    Dear world, your fields are filled with blood
    Dear world, you won't resist the flood


    Wir liegen in Scherben,
    der Kampf ist verloren
    Schuld begleitet mich ins Sterben,
    wäre ich doch nie geboren...


    My last second is passing me by,
    my life was just another lonely lie ~


    We've lost our voice in the death
    You cannot scream without your breath


    ~


    In den kalten Fängen eurer Macht
    erstickt der Farben satter Glanz
    Weiße Blüten in vergang'ner Pracht
    mit euch schmück ' ich meinen Kranz


    I'll be there to save your breath
    I'll guide you throughout death


    Wir haben gelebt, wie wir es taten,
    bevor uns're Welt zersprang,
    bevor wir die Grenze übertraten,
    bevor ich das End' der Zeit besang


    Now the world's going down
    We've died by our own


    Vergiss nicht, wie es war,
    als noch die Felder blühten,
    Vergiss nicht, wie es war,
    als Tränen in der Sonne glühten


    I never wanted to die,
    but now I learned to fly ~


    (c) Lia 14.5.2011


    Vielen Dank an denjenigen, der mir zeigte, dass meine Stimme etwas wert ist...
    Vielen Dank an dich
    An meine Liebe