Beiträge von Quartilein

    Und ist es tatsächlich deine Meinung, dass sich global etwas ändert, wenn Deutschland morgen kein CO2 mehr produziert? Oder dass mittelfristig gesehen Unwetter usw. verhindert werden können?

    Gott, wie ich diese "Argumentation" bzw. eher Rechtfertigung zum Nichtstun nicht mehr hören kann. Punkt 1: Jedes Gramm eingesparte CO2 ist positiv, auch wirtschaftlich. Alle Berechnungen in die Richtung sind natürlich nur Prognosen, aber in allen mir bekannten Studien zeigt sich eindeutig, dass die Kosten, die sich aus den Folgen des Klimawandels ergeben, die Kosten zur CO2-Einsparung bei Weitem übertreffen, auch für Deutschland. Also ja, selbst wenn alle anderen Länder weiter so viel CO2 ausstoßen würden wie bisher, können wir von der Einsparung auf nationaler Ebene nur profitieren.


    Punkt 2: Wir sind zum Glück nicht die Einzigen, die den Klimawandel verhindern wollen. Im Gegenteil werden wir von einigen Ländern sogar noch dabei überholt. Der Schlüssel sind internationale Abkommen, Diplomatie und dass man sich an diese Ziele auch selber hält, wenn man will, dass die anderen mitziehen. Apropos, hast du dich schon mal gefragt, warum Wind- und Solarenergie so viel billiger geworden sind? Reiche Länder wie Deutschland entwickeln und nutzen Technologien und Produkte, die so über die Zeit erschwinglicher werden und dadurch auch in ärmeren Ländern genutzt werden können. Wir zeigen über unsere eigenen Bestrebungen den Weg zur Klimaneutralität auf und sorgen dafür, dass Entwicklungsländer gar nicht erst so viel CO2 ausstoßen müssen wie wir, um an unseren Lebensstandard ranzukommen. Das machen wir nebenbei auch nicht uneigennützig, im Gegenteil lässt sich damit ein Schweinegeld verdienen.


    Ansonsten: Wissenschaftler, die sich mit speziellen Problemen beschäftigen, haben zumeist einen Fehler, sie können weder nach links noch nach rechts sehen. Der Fachbegriff dafür lautet, ohne jemandem zu nahe zu treten, Fachidioten.

    Also lieber auf die hören, die nicht geradeaus schauen können und blindlings in den Abgrund laufen?

    Das machst du woran fest genau?

    Zum Beispiel daran, dass es in ländlichen Regionen teilweise gar nicht sinnvoll ist, den ÖPNV so auszubauen wie notwendig wäre, damit die Menschen aufs Auto verzichten könnten. Carsharing (s.u.) wäre da sinnvoller.


    Die meisten Leute, die in der Stadt mit dem Auto unterwegs sind, sind aus der Stadt selbst - und ja, meistens wäre es absolut möglich die ÖPNV zu nutzen.

    Ich würde nach wie vor behaupten, das sehen eine ganze Menge Leute in der Stadt anders. Aber bringt nichts, sich darüber zu streiten. Damit verbandelt:

    Willst du mir erzählen, dass die Öffis teurer sind als ein Auto zu besitzen, inklusive Führerschein, Anschaffung, Sprit, Reparaturen, Versicherungen ... ? ^^"

    Also je nach Wohnort kostet es dich schon ordentlich mehr, nahe einer Öffi-Anbindung zu leben. Wenn du die Wahl hast zwischen einer Bruchbude in der Innenstadt und einer guten Wohnung inklusive Auto ein bisschen weiter außerhalb für das gleiche Geld, werden die meisten Leute wohl eher Letzteres bevorzugen, insbesondere, weil man durch das Auto auch noch flexibler ist und mehr damit machen kann. Hängt natürlich stark von der individuellen Lebenssituation ab, aber irgendeinen Grund muss es ja geben, dass viele Menschen das so machen. Oder sind das deiner Meinung nach alles Poser? Das Bild kann ich zumindest so nicht spiegeln.


    Weil Elektroautos unter dem aktuellen Bedingungen letzten Endes ihre Energie nur wieder von einer anderen Form von CO2 ausstoßender Quelle stammt. Und die Sache ist nun einmal: Ich argumentiere nicht für klassische Verbrenner. Wie schon gesagt, ich argumentiere für einen Ausbau des OPNV um den Individual soweit wie möglich zu reduzieren.

    Selbst beim aktuellen Energiemix ist die CO2-Bilanz besser. Und es hat schon einen Grund, warum wir die erneuerbaren Energien ausbauen, oder? :^) Also keine Ahnung, parallel auf Elektroautos umzusteigen und den Energiemix zu verbessern, hört sich eigentlich ganz sinnvoll an, oder? Alles andere würde zu lange dauern.


    Und genau das kann nicht das Ziel sein. Der Lebensstandard des Westens wäre auch mit einer komplett veganen Ernährung auf einem Planeten nicht möglich. Wir müssen unseren eigenen Lebensstandard reduzieren und anpassen.

    Das sagt wer? Wird die aktuelle Klimapolitik so fortgeführt, würden wir höchstwahrscheinlich bei einer Erderwärmung von 3 Grad landen. Das ist zwar noch immer ernst, sind aber trotzdem ziemlich gute Nachrichten in Anbetracht dessen, dass auf politischer Ebene im Vergleich noch immer sehr wenig passiert. Von einer wirtschaftlichen Reduktion, die dafür notwendig wäre, sehe ich da nichts, auch bei 2 Grad eher nicht. Eine Anpassung der Gesellschaft (ohne, dass diese insgesamt einen Rückschritt macht) und ein Eingriff des Staats an den richtigen Stellen, geschenkt.


    Ich meine, ja genau das. Es freut mich, dass du es verstanden hast. ^^

    Ich kann auch nichts Gutes an einem System finden, das Menschen versklavt, deren Länder arm macht und das gesamte, globale Ökosystem zerstört, wodurch arme Länder in einer Abwärtsspirale landen.

    Danke, die Nachteile des Kapitalismus sind mir bekannt. Ich wollte an dieser Stelle halt genau keine Grundsatzdebatte über Wirtschaftssysteme anfangen, weil sie nun mal zu nichts führt. Fakt ist, wir haben keine Zeit für sowas. Wir müssen das Beste aus dem System machen, das wir jetzt haben.


    And yet most of our electricity is still generated by coal. Curious, isn't it? Tatsache ist nun einmal: Es gibt dennoch aktuell wenig Anreize (auch wegen der Subventionen natürlich, die allerdings aufgrund von Lobbyarbeit erhalten bleiben), in erneuerbare Energien zu investieren, weswegen dies auch kaum geschieht

    Lass mich dem entgegenhalten, dass im vergangenen Jahrzehnt der Kohleausstoß in den meisten Industrienationen und Schwellenländern zurückgegangen ist. Der Bau von zwei Dritteln aller geplanten Kohlekraftwerke wurde gestoppt und es gibt erstmals ernstzunehmende Abkommen bezüglich des Kohleausstiegs. Noch vor einem Jahrzehnt wäre das undenkbar gewesen. Meanwhile wird mittlerweile 25mal mehr Wind- und Solarkraft gebaut als noch 2010. Das reicht natürlich alles noch nicht, um auf die erhofften 2 Grad zu kommen, aber wir sehen hier zumindest erstmals einen konstant positiven Trend, auf dem man aufbauen kann.


    Ich finde es sehr interessant, dass du dich einzig und allein auf die Emissionen konzentrierst. Wie hatten hier schon das Thema Überfischung, wir hatten hier das Thema Plastik. Und gerade die Fischerei zeigt, wie wenig Regelungen bringen. Stichwort Beifang, Stichwort Abfall, Stichwort Artenschutz. Heck: Stichwort Grenzen.

    Ich konzentriere mich deswegen so stark auf Emissionen, weil diese aktuell nun mal der mit Abstand wichtigste Faktor beim Umweltschutz sind. Wenn sich das Meer so stark aufheizt, dass darin kein Fisch mehr leben kann, nützt es mir auch nichts, dass da immerhin kein Plastik mehr drin schwimmt. Und dass "Regelungen wenig bringen" ist ein ziemlich komisches Argument, weil.. was willst du sonst machen? Gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Umweltschutz-Abkommen (egal ob global oder national) durchaus was bringen, mit am populärsten wäre da das FCKW-Verbot.


    Besser noch: Einfach zentrale Stellen, wo sich Leute Wagen ausleihen können - zu vernünftigen Konditionen statt für 100€ + Sprit am Tag. Wir haben hier in der Stadt das sogenannte "Stadtteilauto", wo man sich eben Wagen von der Stadt ausleihen kann. Hat mein Exfreund gemacht. Hat eigentlich recht gut funktioniert.

    Gibt hier bei uns auch zahlreiche Carsharing-Dienste, die sind nur so teuer, dass sich bei halbwegs regelmäßiger Benutzung ein eigenes Auto schnell rechnet. Aber ja, wenn das wirtschaftlicher und komfortabler wird (beispielsweise wie bereits angesprochen über autonome Fahrzeuge, siehe z.B. Teslas Robotaxis) oder mehr Subventionen reinfließen, könnte die Zahl der benötigten Autos (nicht der Individualverkehr, das ist ein Unterschied) dadurch reduziert werden.


    Andererseits können wir auch nicht darauf warten, dass die Politik - auf globaler Ebene - die nötigen Rahmenbedingungen vorgibt. Das Individuum kann durch sein Konsumverhalten zumindest kurz bis mittelfristig etwas dazu beitragen und zudem das Angebot steuern. Natürlich nicht ohne Einschränkung, aber die ist ja auch durch politische Entscheidungen gegeben, die dafür bekannt sind, Verbote ohne Alternativen zu schaffen. Ohnehin, warum sollte die Politik sich um Rahmenbedingungen und Alternativen bemühen, wenn sie vom Status Quo profitieren? Wenn das Individuum sein Konsumverhalten nicht ohne die nötigen Reize ändert, warum sollten Regierungen ihre Politik ohne eben diese Anreize ändern, ebenso wie die Industrie, die sich zudem gegenseitig begünstigen?

    Selbstverständlich kann man, wenn man selbst etwas gegen den Klimawandel tun kann, seinen eigenen Konsum anpassen. Das eigene Verhalten und politisches Engagement (selbst wenn es nur die Wahl einer Partei ist, die sich für mehr Klimaschutz einsetzt) sind die zwei Hebel, die jede:r von uns bewegen kann. Und klar, die Politik handelt erst, wenn sie andernfalls vom Volk abgestraft wird und einen Willen erkennen kann.


    Ich wollte nur darauf hinaus, dass Argumente à la "Es liegt an jedem von uns, den Klimawandel zu stoppen" und das Pochen auf die individuelle Verantwortung des Einzelnen meistens gerade als Ausrede der Politik gebraucht werden, nichts zu tun. Und leider reichen die Anstrengungen des Einzelnen auch nicht, da der CO2-Verbrauch in de facto allen Sektoren zu hoch ist, auch in solchen, die nicht oder nur schwer durch das Konsumverhalten beeinflusst werden können. Politische Regelungen sind bei einem so systemischen Problem also unabdingbar. Man könnte es vielleicht so formulieren: Es braucht die Anstrengung des Einzelnen, damit sich die Klimapolitik langfristig zum Positiven verändert.

    Es stehen aber auch täglich mitten in einer Großstadt Leute im Stau und die kommen sicherlich nicht alle von außerhalb.

    Kann mir irgendwie keiner erklären, weshalb so viele mitten in einer Stadt wohnen und dennoch täglich das Auto nutzen, oder überhaupt eines besitzen? Außer eben als Statussymbol. ^^'

    Kann jetzt natürlich nicht für jede Großstadt sprechen, aber zumindest in Stuttgart und Umgebung gibt es trotz einem funktionierenden Öffi-Netz genug Orte, an denen sich ein Auto schon lohnen kann. Gerade dann, wenn du dein Geld auch noch für was anderes als die Miete ausgeben willst. Mal ganz davon abgesehen, dass selbst Stadt-Menschen auch hin und wieder mal woanders hinfahren wollen, um z.B. Freunde oder Verwandte zu besuchen. :upsidedown: Ich will damit natürlich nicht sagen, dass es nicht auch genug Deppen gibt, die ein Auto besitzen ohne es wirklich zu brauchen, aber ich würde jetzt nicht soweit gehen und behaupten, dass das die Mehrheit wäre, auch nicht in der Stadt.


    Allgemein öfters mal auf lokale Produkte zugreifen. Du musst Fleisch nicht mit Soja ersetzen oder brauchst so häufig Fleisch oder Fleischersatz am Teller.

    Ich verstehe nicht, weshalb man nicht einfach öfter mal Nudeln mit Gemüse oä. essen kann.

    Auch da: Mehr lokal erzeugte Produkte sind auf jeden Fall wünschenswert, wenn die resultierende CO2-Bilanz dadurch tatsächlich besser wird (Was tatsächlich nicht immer der Fall sein muss, gerade wenn man Gewächshäuser oder Ähnliches benötigt). Je mehr Leute ihre Gewohnheiten an der Stelle ändern, desto besser. Wie realistisch ist es, dass das flächendeckend passiert, sodass wir genug CO2 einsparen? Möchtest du da wirklich auf die Eigenverantwortung und das Pflichtbewusstsein jedes Einzelnen setzen? Sehen wir ja immer wieder, wie gut das funktioniert. Meiner Meinung nach wäre es eher an der Politik, einen entsprechenden Rahmen vorzugeben, der die Menschen von allein zum Umstieg bewegt, sei es durch Förderungen oder strengeren Gesetzen gegenüber klimaschädlichen Produkten. Und ein zentraler Baustein eines solchen Programms sind eben auch Alternativen, auf die die Leute ohne große Beschwerden umsteigen können, im Fall von Fleisch wären das eben in-vitro oder Ersatzprodukte. Meine Aussage war nicht, dass es neben Soja nicht auch klimafreundlichere Alternativen gäbe (das Beste fürs Klima wäre natürlich immer noch, nichts zu essen), sondern, dass man Soja nicht anhand von Scheinargumenten wie der Regenwaldabholzung verteufeln sollte, wo Fleisch einfach um den Faktor 25 [1] schlimmer ist als jede denkbare Alternative.


    Das ist es, was ich im anderen Thread meinte mit: Es gibt keinen Umweltschutz unter Kapitalismus. Weil die Anreize, die der Kapitalismus setzt, entgegen der Anreize des Umweltschutzes stehen.

    Jaja, Kapitalismus böse. Haben wir denn die Zeit dafür, die Weltwirtschaft über den Haufen zu werfen, ggf. noch Krieg zu führen und uns ein neues System zu überlegen, bis uns der Planet um die Ohren fliegt? Mal ganz davon abgesehen, dass die Aussage ohnehin falsch ist und erneut aus dem Argumentations-Pool der fossilen Lobby kommt [2]. Erneuerbare Energien sind bereits heute wirtschaftlicher als fossile Energieträger, die massiv subventioniert werden müssen [3] [4]. Und auch in anderen Wirtschaftszweigen scheint dies möglich zu sein, ggf. mithilfe von politischen Vorgaben [5]. Die alte Auffassung, Wirtschaftswachstum wäre an einen höheren Ressourcenverbrauch und mehr Emissionen gekoppelt, wurde von der Realität eingeholt. Eigentlich eine ziemlich gute Nachricht.

    Na ja, ich denke, dass weder Bastet, noch andere hier für Elektroautos argumentieren werden. Ich glaube, wir sind und dahingehend sehr einig, dass das Ziel sein sollte ein vernünftiges, idealerweise kostenloses Nahverkehrsnetz aufzubauen. Elektroautos verschieben das Problem ohnehin nur - also selbst wenn man ignoriert, dass eben das Lithium unter furchtbaren Bedingungen und mit furchtbaren Folgen abgebaut wird.

    Bitte erläutern. Dass der Individualverkehr reduziert werden sollte, ist definitiv ein wünschenswertes Bestreben, es ist doch aber utopisch zu glauben, dass wir auf absehbare Zeit auch nur ansatzweise in die Nähe eines äquivalenten Nahverkehrsnetzes kommen. Selbst eine Senkung um die Hälfte wäre ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen, was wahrscheinlich auch nur mit autonomen Autoflotten zu bewältigen wäre, also auch kein öffentlicher Nahverkehr im eigentlichen Sinn. Inwiefern Elektroautos "das Problem verschieben" kann ich nicht nachvollziehen, insbesondere wenn man bedenkt, dass die CO2-Bilanz von Elektroautos über den gesamten Lebenszyklus weit besser ist als die von klassischen Verbrennern. Und da insbesondere im Bereich der Batterie-Herstellung aktuell ziemlich viel Bewegung herrscht, beispielsweise darüber, dass immer weniger seltene Erden zur Herstellung benötigt werden, verbessern sich CO2-Bilanz und die Arbeitsbedingungen kontinuierlich.


    Apropos:

    Diese Sojaplantagen sind Großteils Futterflächen, wie du selbst sagst. Deswegen seh ich das Problem mit Sojaprodukten nicht wirklich? Zumindest nicht im Verhältnis zu anderen Lebensmitteln.

    Das ist halt leider was, was ich in den letzten Posts immer wieder rausgelesen habe: Ich meine euch ist schon klar, dass.. wir auch weiterhin Ressourcen verbrauchen werden müssen? Erst recht, wenn 11 Milliarden Menschen irgendwann den Lebensstandard des Westens haben sollen. Klar finde ich es nicht gut, dass Regenwälder für Soja-Produkte abgeholzt werden. Und die Alternative ist..? Weiter Fleisch essen und dabei noch mehr Soja verbrauchen? Auf andere Alternativen umsteigen? Wie viele Ressourcen werden hierbei im Vergleich verbraucht (Spoiler: Vergleichbar mit Soja)? Und handelt es sich um echte Alternativen oder Ersatzversuchen, die an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigehen?


    Point being: Wenn man über Lösungen für den Umwelt- und Klimaschutz diskutiert, müssen logischerweise Ressourcenverbrauch und die gesellschaftlichen Folgen aller diskutierten Ansätze gegenübergestellt werden. Alles andere sind Scheinargumente, die meistens sogar von den größten Gegnern klimafreundlicher Lösungen gestreut werden, um jede konstruktive Diskussion im Keim zu ersticken. Das reiht sich auch perfekt ein in die aktuelle Lobbyarbeit der fossilen Energieindustrie, laut der ein Aufhalten des Klimawandels ohnehin nicht mehr möglich sei. Wenn die einzig akzeptable Lösung die mit einem Ressourcenverbrauch von 0 ist, kann man sich auch sofort beerdigen lassen. Aber bitte ohne Sarg, der CO2-Ausstoß der Forstwirtschaft ist ungeheuerlich.

    OMG Lauterbach wird Gesundheitsminister. Und ich dachte schlimmer als Spahn geht es nicht. Jetzt dürfen wir uns jede Woche nicht mehr über Autovergleiche freuen sondern über Weltuntergangsszenarien und ihn noch häufiger vor der Kamera sehen. In meinen Augen keine gute Entscheidung auch für die Zukunft.

    Meiner Meinung nach eine sehr gute und überfällige Besetzung mit dem Potenzial, dass dem Klinik- und Pflegepersonal zukünftig mehr Gehör geschenkt und die Corona-Politik evidenzbasierter wird.


    Aber ist klar, ein studierter Epidemiologe mit Harvard-Abschluss hat natürlich nicht so viel Aussagekraft wie die eigene Telegram-Gruppe. Da kommt die neue Bundesregierung doch glatt darauf, ein politisches Amt mit jemandem zu besetzen, der tatsächlich Ahnung von der Materie hat. Ich vermisse Andi Scheuer.

    Klone von SD/LP sind im Tauschbasar ausnahmsweise untersagt, obwohl die Klonvarianten teils 1:1 mit legalen Klonen aus anderen Games übereinstimmen.

    Zunächst: Was den benötigten Zeitaufwand und das Ausmaß der Klon-Glitches aus SD/LP angeht, kann man diese wohl nur mit dem Glitch aus Smaragd vergleichen, selbst das nur näherungsweise. Die über den Menü-Glitch frei gewordenen Möglichkeiten übersteigen eigentlich alle "legalen" Glitches aus früheren Spielen.


    Das ist auch so ziemlich der Hauptgrund, warum wir das Vertauschen von BD/SP-Klonen im Tauschbasar zunächst untersagt haben. Eins unserer Kerninteressen ist es, eine stabile und aktive Tauschumgebung zu schaffen, in der es ein Wertgefälle zwischen Pokémon gibt und die Arbeit, die User:innen in ihre Pokémon investieren, honoriert wird. Dies war bei früheren Klon-Glitches (in Kombination mit weiteren Regelungen) immer möglich, oft haben diese sogar die Situation für alle verbessert, weil dadurch eine Menge Pokémon tauschbar geworden sind, die vorher noch unerschwinglich waren. Das ist allerdings schon eine ganze Weile her. Stand jetzt sehen wir eigentlich eher das Problem, dass Klon-Glitches, insbesondere die aus SD/LP, die Balance, die sich über die letzten Jahre eingestellt hat, stören. Unreguliert sprechen wir da möglicherweise von einem kompletten Wertverfall aller mit SD/LP kompatiblen Pokémon. Von den Möglichkeiten, die sich beispielsweise durch den Shiny-Glitch ergeben, will ich gar nicht erst anfangen.


    Nur weil die Entwickler hier einen Glitch übersehen haben, heißt das nicht, dass diese Spielweise von den Entwicklern vorgesehen ist. Und damit ist das Ausnutzen auch "eine Art" Cheat. Ich finde es merkwürdig, dass diese Art Cheating hier im Forum so akzeptiert wird. Für mich sind diese Pokemon kein Unterschied zu Pokemon, die durch Custom Firmware geklont werden. Es ist technisch gesehen exakt das gleiche. Nur, weil man keine externe Software zum Cheaten nutzt, sondern ingame durch Ausnutzen von Glitches cheatet, bleibt es immer noch Cheaten.

    Man kann sich jetzt hervorragend über die Definition des Begriffs "Cheating" streiten, aber: Ja, wir sind in SD/LP an einem Punkt angekommen, an dem konventionelles Cheating via CFW komplizierter ist. Rein aus der Perspektive "Aufwand vs. Nutzen" nehmen sich vermeintlich "legale" und "illegale" Klone hier nicht viel. Eine Unterscheidung zwischen diesen beiden Methoden ist deswegen nicht direkt sinnlos (Glitches stehen zumindest allen Spieler:innen offen), die Auswirkungen sind aber quasi identisch.

    Hallo zusammen!


    Das Ausnutzen dieser Glitches kann große und langfristige Schäden am betroffenen Spielstand hervorrufen

    Gibt es dafür Belege?

    Das kommt ganz stark auf den Glitch an. Bei einigen Ausführungsmöglichkeiten mehren sich mittlerweile die Berichte, bei anderen wiederum sind es bisher nur vereinzelte Meldungen. Grundsätzlich ist unser Kenntnisstand deswegen bisher: Ein gewisses Restrisiko scheint bei jedem Glitch zu existieren, einfach schon aufgrund des Umstands, dass die Speicherdaten auf sehr unkontrollierte Art und Weise manipuliert werden. Empfehlungen, welche der zahlreichen Glitches "sicherer" sind, können und wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht geben.


    Ich nehmen an, dasselbe gilt auch für den Shiny Glitch?

    Korrekt. Wir haben uns diesbezüglich nochmal abgesprochen und dazu entschieden, dass sämtliche Pokémon, die mithilfe eines Glitches aus SD/LP erzeugt oder manipuliert wurden, ab sofort und rückwirkend nicht im Tauschbasar gehandelt werden dürfen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob wir bestimmte Glitches tolerieren wollen und falls ja, welche.


    Viele Grüße

    Quartilein

    Hallo Tauschbasar-Interessierte!


    Mit dem Release von Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle ergeben sich in der Tauschlandschaft einige Entwicklungen, auf die wir als Community reagieren müssen. Im Folgenden findet ihr daher eine Liste aller wichtigen Änderungen der letzten Tage:


    • Da die Remakes nicht unmittelbar mit Pokémon Schwert und Schild kommunizieren können, wurde eine zusätzliche Labelkategorie für SD/LP geschaffen und das Label für "Generation 8" so umbenannt, dass es sich nur noch auf SW/SH bezieht. Basarbetreiber*innen sind angewiesen, die Labels ihrer Themen zu überprüfen und das neue Label für SD/LP hinzuzufügen, sofern diese Editionen für Tauschvorgänge genutzt werden!


    • Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass von nicht züchtbaren Pokémon aus SD/LP mit hohen DVs aktuell eine große Cheatgefahr ausgeht und raten von Tauschen, die solche Pokémon involvieren, ab. Wie zum Release neuer Spiele üblich ist hiervon insbesondere DittoDitto betroffen, weswegen dieses in die Liste der verbotenen Pokémon aufgenommen wurde. Stammt ein Ditto aus SD/LP und verfügt über mehr als 4 DV-Werte auf 0 oder 31, darf dieses mit sofortiger Wirkung nicht mehr im Tauschbasar angeboten werden.


    • Ebenso ist der Release neuer Spiele eine Zeit, in der verschiedene inoffizielle Seiten und Privatpersonen (zum Beispiel diverse Youtuber oder Twitch-Streamer) Pokémon verteilen, die in den allerseltensten Fällen wirklich legitim gefangen wurden. Hier lohnt sich ein Blick in unsere OT- und ID-Blacklist, über die solche Pokémon identifiziert werden können. Solltet ihr eine neue Seite/Person finden, die noch nicht in unserer Liste enthalten ist und nicht legitime Pokémon verteilt, könnt ihr sehr gerne einem Mitglied des Tauschbasar- oder Checking-Komitees Bescheid geben!


    • In SD/LP wurden mehrere Klon-Glitches gefunden, über die Pokémon und Items teilweise sehr effizient vervielfältigt werden können. Das Ausnutzen dieser Glitches kann große und langfristige Schäden am betroffenen Spielstand hervorrufen, weswegen wir explizit von deren Gebrauch abraten. Mehr noch: Bis auf Weiteres ist das Vertauschen von Pokémon, die über einen Klon-Glitch aus SD/LP vervielfältigt wurden, untersagt. Das Tauschbasar-Team wird in den laufenden Wochen über den Umgang mit diesen Glitches diskutieren und euch anschließend über alles Weitere informieren.


    Das war es fürs Erste auch schon. Aufgrund des unfertigen Zustands, in dem Pokémon SD/LP erschienen sind, ergeben sich eine Vielzahl neuer Problemstellungen, die uns in den nächsten Wochen und Monaten noch beschäftigen werden. Sollten euch selbst Dinge auffallen, bei denen eurer Ansicht nach Handlungsbedarf besteht, könnt ihr diese sehr gerne einem Mitglied des Tauschbasar-Teams mitteilen. Bis dahin: Frohes Tauschen!


    Viele Grüße

    Quartilein

    Ab wann wäre man denn theoretisch wieder soweit, das man von vorne anfangen soll? Also sprich nochmal 2 Impfungen anstatt booster? Wie lange ist zu lange warten?

    Ohne dazu im Fall von Corona etwas gesehen zu haben: Grundsätzlich "vergisst" das Immunsystem ja nicht, dass es schon mal in Kontakt mit einem bestimmten Pathogen bzw. Impfstoff gekommen ist (siehe zum Beispiel hier). Man muss hier also nie komplett von vorne beginnen, sondern kann immer auf die vorangegangenen Impfungen aufbauen. Allerdings muss man dann eben in der Zwischenzeit (also zwischen Impfung und Auffrischung) in Kauf nehmen, gegen den Erreger nicht mehr ausreichend geschützt zu sein.


    Apropos:

    Und ich hab gelesen, daß biontech auch noch nach 9 Monaten gut schützt.

    Dann wieder das man sich nach 4,5 oder 6 Monaten boostern soll.

    Quelle: Cohn, B. A., Cirillo, P. M., Murphy, C. C., Krigbaum, N. Y., & Wallace, A. W. (2021). SARS-COV-2 vaccine protection and deaths among US veterans during 2021. Science. https://doi.org/10.1126/science.abm0620


    Insbesondere gegen Delta wäre eine Auffrischungsimpfung nach 4 Monaten empfehlenswert.

    Und wenn ich 2x Biontech hatte und das ganz gut vertragen hab, dann will auch ich nicht unbedingt mal was anderes ausprobieren.

    An sich eine nachvollziehbare Reaktion, aber eigentlich sogar ein Fehler:



    Für die Booster-Impfungen zeigt sich, dass Kreuzimpfungen sogar besser wirken als der gleiche Impfstoff nochmal. Alles seit mehreren Monaten bekannt, wird in der Impfkampagne aber wie so vieles natürlich leider wieder nicht berücksichtigt.

    Wie allgemein du das von dir gesagte nun auslegen willst, kann ich nicht sagen, aber du warst da doch recht deutlich:

    Bitte die Beiträge auch komplett lesen:

    Wasserstoff ist daher nur in Bereichen einzusetzen, in denen es keine effizienteren Alternativen gibt.


    Hmmm... und trotzdem wird es gemacht und ist vom tanken her nicht astronomisch teuer. :unsure:

    Mal abgesehen davon, dass ökonomisch nicht gleichzusetzen mit ökologisch sinnvoll ist: Das liegt unter anderem daran, dass der aktuell genutzte Wasserstoff zum Großteil aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, es auch in dem Bereich Fördergelder gibt und viele Menschen die Hoffnung haben, dass der Wasserstoff ihren Arbeitsplatz rettet (siehe Autoindustrie). Letzteres sorgt leider auch oft dafür, dass die Diskussion um wirklich sinnvolle Möglichkeiten und Konzepte zum EE-Ausbau regelmäßig von der Wasserstoff-Debatte gekapert werden, die am Ende des Tages einfach nicht konstruktiv ist. Ganz böse formuliert: Für viele Menschen ist der Wasserstoff das letzte Mittel zur Realitätsverweigerung.

    Warum du jetzt plötzlich davon redest, Wasserstoff frühzeitig in Strom umzuwandeln, um ihn dann in batteriebetriebene Autos zu laden, kann ich nicht ganz nachvollziehen, wenn du ihn im Post davor noch als allgemein katastrophal beschreibst. :unsure:

    Wo habe ich gesagt, Wasserstoff sei allgemein katastrophal? Ich habe gesagt, dass es für Wasserstoff im Großteil aller Anwendungsfälle bessere Alternativen gibt und man diesen aufgrund seiner schlechten Energiebilanz nur dann einsetzen sollte, wenn es nicht anders möglich ist (Flugverkehr wäre da eine spontane Idee, auch wenn es da noch eine Menge Hürden gibt.). Davon unabhängig habe ich eigentlich nur deinen Vorschlag weitergedacht, bei dem du explizit von Wasserstoff als Energiespeicher gesprochen hast. Willst du mich jetzt für etwas kritisieren, das du selbst gesagt hast?


    Ähnlich wirds ja mit anderen Treibstoffen meines Wissens auch gemacht. Um den Strom von z.B. großen Windkraftanlagen von dort, wo er produziert wird, nach da, wo er gebraucht wird, zu bringen, muss ja auch eine gewaltige Infrastruktur aufgebaut werden. Dass diesen Strom gerne jeder haben will, aber sich so ziemlich jedes Bundesland sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, die Trassen ausgerechnet bei ihnen verlegt zu bekommen, hast du am Rande womöglich mal gehört.

    Da wirfst du jetzt gerade aber schon gewaltig mit Nebelkerzen um dich. Aber okay, vergleichen wir das mal:


    System 1:

    • Windkraftanlage mit Wasserstoffspeicher
    • Wasserstoff wird über eine Mischung aus Gasleitungen und Hochdruckbehältern (je nach Standort via Frachter, Schiene und LKWs) zu Tankstellen transportiert
    • Wasserstoff muss bei den Tankstellen kontinuierlich unter Druck gehalten werden (Einsatz von Verdichtern)
    • Wasserstoff wird getankt und dann im Auto in Strom umgewandelt


    System 2:

    • Windkraftanlage mit Wasserstoffspeicher
    • Wasserstoff wird bei Bedarf verstromt und ins Stromnetz eingespeist
    • Batteriebetriebenes Auto wird mit Strom geladen


    Welches dieser beiden Systeme ist wohl unkomplizierter und hat den besseren Wirkungsgrad? Kommst du da spontan drauf oder bist du Abgeordneter bei der FDP?

    Ja ja, die gute alte Zeit, als es noch keine verpflichtenden klinischen Tests gab. War schon toll, als im Rahmen einer Polio-Schluckimpfung mehrere hunderttausend Kinder durch nicht abgetötete Viren infiziert wurden. Ganz nostalgisch werde ich auch beim Lübecker Impfunglück, das leider aber auch Wegbereiter des modernen Medizinrechts war und dafür gesorgt hat, dass wir jetzt nur noch die schlechten Impfungen bekommen.


    /s

    Na wie gut ist es doch, dass ich den Schwachsinn "wir haben nicht genug Platz für erneuerbare Energien" nicht von mir gegeben habe. :wink:

    Bezog ich eher auf Mimi als auf dich, du hattest dem Zitat halt zugestimmt.


    Trotzdem müsste selbst dir klar sein, dass es nachts dunkel und windstill zugleich sein kann und man es kaum wird vermeiden können, grünen Strom irgendwie zu speichern. Und da sind die Möglichkeiten begrenzt. Wasserstoff wäre da zumindest eine brauchbare Alternative, trotz des leider schlechten Wirkungsgrades.

    Dem widerspreche ich grundsätzlich erstmal nicht (auch wenn sich in der Praxis immer mehr zeigt, dass Batteriespeicher wenn möglich zu bevorzugen sind), du hast dich allerdings explizit auf den Wasserstoffantrieb bei Autos bezogen. Wie genau muss ich dein Argument also verstehen? Sollen wir unsere Autos mit Wasserstoffantrieb ausstatten, um den in der Energieversorgung gespeicherten Wasserstoff zu verbrauchen? Falls ja, wäre das eine ziemlich schlechte Idee. Wir bräuchten hier noch immer eine Infrastruktur, um den Wasserstoff zu den Autos zu bekommen, dabei entstehen ziemlich große Verluste. Und das alles dafür, dass du den Wasserstoff im Auto in Strom umwandeln kannst, der dann das Auto antreibt. Die viel naheliegendere und energieeffiziente Lösung ist, den Wasserstoff frühzeitig in Strom umzuwandeln und mit diesem Strom dann batteriebetriebene Autos zu laden.


    Weil die entscheidende Frage nunmal ist: Wo lagerst du den Atommüll? Bei dir im Vorgarten?

    Die entscheidende Frage ist eher: Was ist die größere Bedrohung, der Klimawandel oder der Atommüll? Der Klimawandel ist global, bedroht die Existenzen von hunderten Millionen Menschen und muss innerhalb der nächsten Jahrzehnte aufgehalten werden. Die Atomkraft kann das zwar nicht in Gänze leisten (dafür haben wir auch einfach nicht genug spaltbares Material), sie ist aber eine optimale Übergangslösung hin zu einer rein regenerativen Energieerzeugung. Das Problem mit dem Atommüll ist natürlich vorhanden, aber auf der anderen Seite müssen wir uns halt der Realität stellen, dass das Ziel einer CO2-neutralen Menschheit mehr als nur ambitioniert ist. Wir können selbst entscheiden, wie schwer wir es uns machen wollen.

    Genau das Problem sehe ich halt auch die ganze Zeit schon. Wir bekommen es doch nichtmal gebacken, dass alle Haushalte mit grünem Strom versorgt werden können (wobei da auch schon wieder die Frage ist, wie grün eine Solarzelle wirklich ist...) Vom Strom, den die Industrie benötigt, ganz zu schweigen. Würde morgen der Verkehr zu einem Großteil elektrisch rollen, würde unser Netz wohl schneller zusammenbrechen, als man den Lichtschalter betätigen kann und das trotz unserer Kohlekraftwerke usw.

    Wie gut, dass wir nicht von heute auf morgen komplett auf E-Autos umsteigen. Generell ist die Aussage "wir haben nicht genug Platz für erneuerbare Energien" mit Verlaub völliger Schwachsinn. Auch wenn es natürlich förderlich wäre, wenn der Ausbau der Windkraft nicht durch unsinnige Abstandsregelungen oder protestierende Kuhdörfer behindert werden würde. :^)


    Am sinnvollsten würde ich ja den Wasserstoffantrieb sehen, aber diese Autos sind, wenn man sie überhaupt kaufen kann, fast unbezahlbar, Tankstellen kannst du mit der Lupe suchen, aber immerhin könnte man da fast wie gewohnt tanken, Der Vorteil wäre, dass man überschüssige Energie perfekt in Form von Wasserstoff speichern könnte, allerdings ist die Herstellung wiederum relativ aufwändig.

    Hatte mich ja schon gefragt, wann die Diskussion wieder in Richtung Wasserstoff entgleist, aber das hier finde ich ja besonders amüsant. Wenn du sagst "die Herstellung ist relativ aufwändig" kannst du das Kind halt auch gleich beim Namen nennen und den katastrophalen Wirkungsgrad hinter der Elektrolyse erwähnen. Wenn du bereits batteriebetriebene Autos aufgrund des Stromverbrauchs infrage stellst, müssten dir bei Wasserstoff eigentlich die Haare zu Berge stehen. Wir sprechen da von einem mindestens (!) dreimal schlechteren Wirkungsgrad, sprich wir würden mit einer Wasserstoffflotte auch dreimal mehr Energie benötigen. Hinzu kommen die Energiekosten zur Speicherung des Wasserstoffs (Komprimierung), die aber zumindest bei Power2Gas teilweise wegfallen würden.


    Und ja, DAS können wir uns dann wirklich nicht leisten. Nicht, weil uns dann der Platz ausgehen würde, sondern, weil wir so schnell wie möglich auf CO2-freie Technologien umsteigen müssen. Je weniger Energie wir dabei verbrauchen, desto besser. Wasserstoff ist daher nur in Bereichen einzusetzen, in denen es keine effizienteren Alternativen gibt.

    Punkt 1 Rohstoffe, Ich frage mich halt woher soll das ganze Lithium für die Batterien kommen? Das wird ja mehr oder minder auch in ärmeren Ländern unter weiss Gott für welchen Bedingungen abgebaut.

    Lithium und Kobalt sind ausreichend vorhanden [1]. Darüber hinaus wird ohnehin die Reduktion seltener Erden angestrebt, der Anteil an Kobalt beispielsweise wird und wurde bereits erheblich reduziert. Die schlechten Arbeitsbedingungen sind nicht zu leugnen, dazu ist allerdings zu sagen, dass die diesbezüglich schlimmsten Gebiete auch mit am stärksten unter dem Klimawandel leiden würden. Pest oder Cholera?


    Punkt 2 der Strom, Deutschland hat den höchsten Strompreis der Welt, durch die erhöht Nachfrage durch die E-Mobilität wird der Strom glaube ich nicht billiger.

    Beide Punkte haben an sich erstmal nichts miteinander zu tun. Wir haben es beim Stromnetz nicht wirklich mit einem klassischen Markt im Sinn von "Angebot und Nachfrage" zu tun. Der höhere Strombedarf sorgt dafür, dass mehr Leistung (zukünftig primär in Form erneuerbarer Energien) installiert wird, was irgendwer natürlich bezahlen muss. Das muss sich allerdings nicht zwangsweise im Strompreis niederschlagen, sondern könnte querfinanziert werden (teilweise auch schon so der Fall). Hinzu kommt, dass erneuerbare Energien um einiges günstiger sind als z.B. Kohle. Wenn es denn politisch gewollt wäre, könnte der Strompreis also unten gehalten werden.


    Punkt 3 Reichweite und Ladeinfrastruktur, vor allem in Winter, Batterien mögen ja für gewöhnlich keine Temparaturextreme, was machen wir dann im nächsten eiskalten Winter, wenn die Batterie plötzlich leer ist am Morgen?Wenn man kein eigenes Grundstück mit einer Chargingstation hat und dazu dauert das Laden ja länger als mal eben zu tanken, der Tank bleibt ja gleich,ob ich vor einer Woche oder einem Monat getankt habe, eine Batterie hingegen entlädt sich kontinuierlich.

    Ladeinfrastruktur und E-Mobilität ist halt ein klassisches Henne-Ei-Problem: Die Ladeinfrastruktur wird von allein nicht besser, wenn nicht genügend Menschen auf die E-Mobilität umsteigen. Umgekehrt steigen weniger Menschen auf Elektroautos um, wenn die Ladeinfrastruktur schlecht ist. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen wird beides eben auch so massiv subventioniert. Dass die Ladeinfrastruktur aktuell schlecht ist ist also nicht per se ein Argument gegen die Elektromobilität.


    Bezüglich Reichweite und Temperaturextreme: Die Reichweite verbessert sich kontinuierlich (oder anders: Eine höhere Reichweite wird immer erschwinglicher), wodurch der Einfluss durch die Temperatur sinkt. Wenn ich jeden Tag 50km zur Arbeit fahren muss und meine Batterie eine Reichweite von 800km hat kann mir der Verlust egal sein. Nicht abzustreiten ist natürlich, dass Leute, die über wirklich lange Strecken pendeln, zukünftig mehr Pausen einlegen müssen. Wobei das eigentlich sogar die Pausen wären, die ohnehin gesetzlich vorgeschrieben sind. Über Schnellladetechnologien verbessert sich die Wartezeit hier ohnehin kontinuierlich. Wenn ich es aktuell beispielsweise bereits schaffe, einen Tesla innerhalb einer halben Stunde auf 80% aufzuladen, ist die jetzige beziehungsweise zukünftige Ladegeschwindigkeit eigentlich kein substanzielles Problem.


    Punkt 4 Produktion &Entsorgung Allein bei der Produktion entstehen was weiß ich wieviele Emissionen, die Entsorgung ist auch wieder ein Knackpunkt.

    Bei der Produktion von Elektroautos entstehen aktuell mehr Emissionen als bei Verbrennern. Allerdings sind viele vermeintlich seriöse "Studien" aus diesem Bereich mit Vorsicht zu genießen und oft eher das Werk der Verbrennerlobby als das Resultat ernsthafter Forschung. Da werden dann auch ganz gerne mal die kleinsten Verbrenner mit den größten E-Autos verglichen. Lustige Randnotiz: Selbst in diesem Extremfall schneiden E-Autos besser ab, wenn man die Emissionen über die komplette Lebenszeit betrachtet. Davon ab sind die Emissionen bei der Herstellung nicht in Stein gemeißelt. Über Recycling und die Elektrifizierung der Industrie lässt sich da noch ziemlich viel abfangen.



    Ganz allgemein gesprochen: Die angesprochenen Nachteile beziehungsweise Herausforderungen der Elektromobilität sind natürlich trotz der obigen Auflistung irgendwo vorhanden. Das sind auch alles Probleme, die man beim klassischen Verbrenner nicht hat, rein aus der Perspektive wäre es also definitiv einfacher, einfach weiter Verbrenner einzusetzen. Allerdings darf man halt auch nicht vergessen, dass wir den ganzen Aufwand zur Bekämpfung des Klimawandels betreiben. Bei solchen Diskussionen werden batteriebetriebene Autos ganz gerne mal schlechter gemacht, als sie eigentlich sind bzw. sein können. Und einer Frage wird dabei natürlich ganz bewusst ausgewichen: "Was ist die Alternative?"

    Welche speziell meinst du denn? So viele Länder sind doch gar keine sicheren Herkunftsländer.

    Ich kann diesbezüglich diese Quellen ([1], [2]) von Amnesty International empfehlen. Das Problem mit den sicheren Herkunftsstaaten ist halt allgemein, dass diese nicht aufgrund irgendeiner sorgfältigen Prüfung als solche gelabelt werden, sondern in Zeiten größerer Flüchtlingsströme einfach als Instrument genutzt werden, um die Asylsuchenden schneller abschieben zu können. Dabei wird die individuelle Situation des Geflüchteten oft vernachlässigt: Roma, die aus den Maghreb-Staaten aufgrund politischer Verfolgung geflüchtet sind, stehen dann nicht besser da als andere Asylsuchende aus diesen Staaten, die dies nicht zu befürchten haben. Dass Asylverfahren in dem Punkt ohnehin nicht wirklich rational ablaufen, kann man beispielsweise auch daran sehen, dass bis vor Kurzem noch munter nach Afghanistan abgeschoben wurde - trotz wiederholter Anschläge der Taliban und der Erkenntnis, dass es in Afghanistan keine sicheren Zonen gibt.