Beiträge von SiJAVB

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


Alle Informationen zum ersten Teil des Erweiterungspasses "Die Insel der Rüstung" findet ihr bei uns auf Bisafans:

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    Der Friseursalon war ein mittelständisches Geschäft ohne größere Ausschmückungen; aber er wirkte sauber und zuverlässig. Momentan rasierte ein recht junger Friseur - wahrscheinlich noch in der Ausbildung - einen älteren Herrn mit leichten Gewichtsproblemen auf dem Platz, der am weitesten weg vom Schaufenster stand; ein anderer beobachtete seine Aufmachung erstaunt von der Kasse aus, senkte aber schnell den Blick, als Artemis den Blick erwiderte, wenn auch mit weniger Neugier und mehr Entrüstung.
    Still griff er sich eines der Frisurmusterbücher, welche neben den Magazinen im Wartebereich lagen, und blätterte darin herum, bis er auf eine unauffällige, mittellange Frisur stieß, die seinen Ansprüchen genügte. Mit dem Buch stand er auf und zeigte das Bild dem neugierigen Kassierer, welcher nickte und ihn bat, sich den Mantel auszuziehen und Platz zu nehmen. Art nahm Platz, verzichtete aber auf das Ablegen des Mantels und nahm den leicht unsicheren Blick des Friseurs zufrieden in Kenntnis. Während ihm der Friseur einen zweiten Mantel zum Auffangen der Haare umlegte, nahm er seine Mütze ab und betrachtete sein schwarzes Haar im Spiegel. Wirklich entsetzlich zerzaust - es wurde Zeit, dass er wieder etwas Form hinein brachte.
    Die zaghaften Versuche des Friseurs, Konversation zu beginnen, prallten an Arts eisigem Schweigen ab. Schließlich ließ er sich den schwarzen Mantel abnehmen, bezahlte den Haarschnitt (von seinen anfangs $25 blieben nun noch $6.50 zurück) und verließ den Laden ohne ein Wort des Abschieds. Hinter ihm wischte sich der Friseurmeister die Stirn und versuchte sich zu beruhigen, damit er keinen schlechten Eindruck auf normale Kunden machte.
    Draußen sah er sich kurz um. Ein oder zwei bekannte Gesichter sah er, aber er war sich nicht sicher, ob er wirklich mit einem von ihnen mitgehen sollte. Wirklich wichtig war ihm hier eigentlich nichts - vielleicht sollte er die sechseinhalb Dollar behalten? Die Leiterin hatte zwar Kassenbons verlangt, aber nicht erwähnt, was sie mit dem Restgeld machten. Das einzige, was immerhin ein bisschen verlockend wirkte, war die Videoarcade etwa 200 Meter weiter (für Art klar erkennbar) - aber wie sollte er sich da einen Kassenbon ausstellen lassen? Vielleicht, wenn sie eigene Chips anstelle von Quartern für ihre Automaten nutzten...
    Die Stimme neben ihm kam nun, wo er nachdachte, etwas überraschend. Als er sich umdrehte, stand plötzlich der Pyrokinetiker mit den schwachen Kenntnissen im Wejauisch vor ihm. Wie hieß er? Jeza? Cheja? Nun, er schien freundlich zu sein, oder zumindest nicht ganz so verhaltensauffällig wie seine erste Bekanntschaft bei den Erleuchteten? BTW, was machte Laverne eigentlich? Vermutlich Klamotten kaufen. Er bezweifelte, dass die 25 Dollar für seinen flamboyanten Geschmack ausreichend waren.
    Artemis räusperte sich. "Well, ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen. Aber... gibt's 'nen bestimmten Ort, wo du hinwillst? Ich hab eigentlich schon alles erledigt, was ich hier machen wollte. Falls du eine Idee hast - by all means, tell it." Plötzlich fiel ihm Chejas Fremdsprachenschwäche wieder ein. "Ich meine, wenn du eine Idee hast, sag sie mir ruhig."


    Artemis drehte sich schnell um und blickte Cheja an.
    "Well, ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen. Aber... gibt's 'nen bestimmten Ort, wo du hinwillst? Ich hab eigentlich schon alles erledigt, was ich hier machen wollte. Falls du eine Idee hast - by all means, tell it." Artemis stockte. "Ich meine, wenn du eine Idee hast, sag sie mir ruhig."
    Nur langsam kam Cheja dem schnellen Wortfluss hinterher. Es dauerte schon fast viel zu lang, bis er endlich alles verstanden hatte – hoffentlich alles.
    „Also, ich tue nicht wissen, was ist hier. Alles ist so… anders, du weißt?“
    Cheja schaute erneut die Einkaufspassage hinauf. Viele Leute, viele bunte Geschäfte. Er erkannte kaum etwas. Was konnte man hier auch tun? Lebensmittel kaufen? Er hatte von dem exzessivem Konsum der westlichen Welt gehört, doch was genau sie kauften, wusste er nicht.
    Artemis schien jedoch zumindest zu wissen, was hier zu tun sei.
    „Bist du mal hier gewesen? Lass uns nur umgucken.“
    Langsam schlenderten sie die Straße hinauf. Einige Blicke wurden den beiden zugeworfen: Verwunderung, Interesse, Angst, Verärgerung; vieles war dabei. Die beiden kamen an Geschäften vorbei, unter denen sich Cheja nichts vorstellen konnte. Vor einem Laden, in dessen Schaufenster dutzende Fernsehbildschirme standen, die ein Fußballspiel übertrugen, standen noch mehr Menschen - hauptsächlich Männer - die auf die Bildschirme starrten. Geschäfte, aus denen junge Frauen kamen, die unter ihrer Schminke ersticken zu schienen, auf Stelzen, bepackt mit vier, fünf, sechs Tüten. Ein golden erhelltes Geschäft erschien. Eine hölzerne Fassade mit zwei großen Fenstern und eine sich im Kreis drehenden Tür. Cheja verlangsamte sein Tempo und spähte hinüber zu dem Geschäft. Es war malerisch, dezent in der Einkaufspassage und doch auffallen.
    "Warte", sagte er zu Artemis und deutete auf das Geschäft. "Lass uns gehen dort."
    Es war ein Uhrengeschäft - und kein 08/15 Uhrengeschäft. Silberne, goldene Uhren waren im Schaufenster ausgestellt, alle mit einem kleinen, unauffälligen Preisschild – mindestens vierstellig. Doch Cheja konnte damit nichts anfangen. Er war erstaunt von der Schönheit und Eleganz der Werke.
    „Tust du meinen, dass wir… dass wir können gehen da rein?“, fragte er Artemis.


    Art runzelte die Stirn. Das Uhrengeschäft war schon eine Nummer - und das waren die Preisschilder auch. Die beiden waren dort defintiv fehl am Platz. Cheja selbst schien das ja auch erkannt zu haben, also würde ihn die Absage nicht so schwer treffen. Er fing an mit den Worten "Tja, wir sind nicht umbedingt...", wobei er beiden Hände in den dafür vorgesehen Manteltaschen vergrub.
    Seine rechte Hand schloss sich um etwas Rechteckiges, woraufhin er verwirrt innehielt. Er konnte sich nicht daran erinnern, bei seiner Abreise irgendetwas in seinem Mantel verstaut zu haben - alles, was es wert war, mitgenommen zu werden, hatte er in seinen Rucksack getan, Geld und Fahrkarten eingeschlossen. Interessiert zog er seine Hand aus der Tasche. Sie hielt seinen Ausweis.
    Für einen Moment vergaß er Cheja und betrachtete nur das Stück Plastik in seiner Hand. Ein viel jüngeres Abbild seiner Selbst blickte ihn aus einem kleinen Fenster an, ohne Lächeln, nur der Blick eines Zwölfjährigen, der diese Zeremonie über sich ergehen ließ in dem Wissen, dass sie bald vorbei sein würde. Das kleine Plastik war der Beweis, dass er Artemis Benjamin Faraday war - und das mindestens bis Ende 3487, denn so lange war der Ausweis gültig.
    Was sagte ihm der Ausweis? Nun, dass er Art Faraday war. Es erinnerte ihn an seine Familie, denn die trug zu großen Teilen den gleichen Namen. Es war nicht so, als wäre ihm seine Familie je besonders wichtig gewesen - oder er ihr - aber nun wirkte es etwas surreal. Ausgerechnet er befürchtete, nicht in den Juwelierladen hineingelassen zu werden? Ein Witz.
    Er kehrte ins Hier und Jetzt zurück, steckte den Ausweis in seine Tasche zurück und trat zwei Schritte zurück, um den Namen des Geschäfts zu lesen. DeRoot, also eine Filiale der hauptsächlich im Westen verbreiteten DeRoot-Juwelierkette. Gut zu wissen. Er sog hörbar Luft ein und trat wieder einen Schritt nach vorne, neben Cheja. "Weißt du was? Wir gehen rein. Es ist okay. Oder, besser gesagt, es wird okay sein."


    Wirklich? Es freute Cheja, dass sein enkulturierter Freund sich dazu entschied, den Laden zu betreten. Er hatte kaum damit gerechnet. Es schien, als hätte Artemis durch das Papier Erleuchtung gefunden – Cheja konnte keine Gedanken lesen, also war ihm der Grund zunächst egal.
    Die beiden durchschritten die Tür und fanden sich in dem erdrückenden Geschäft wieder. Unter Glaskuppeln eingeschlossen waren verschiedene Uhren- und Schmuckgegenstände auf gestellt, alle schimmernd. An den Wänden, an Regal angebracht, drehten sich die Uhren im Kreis, was Chejas Blick fing, doch schnell verwirrte. Die Brillanten und Diamanten glänzten in dem warmen Licht, das von kleinen Deckenstrahlern kam. Ein in Anzug gekleideter Mann Mitte zwanzig beriet einen ebenfalls adrett aussehenden Mann, der eine mindestens zwanzig Jahre jüngere Wasserstoffblondine im Arm hielt.
    Cheja ging auf die andere Seite des Ladens, weil die Personen die beiden Neuankömmlinge schräg angeguckt haben. Artemis und er fanden sich vor einem Regal wieder, welches dutzende Uhren zeigte. Einige fielen durch ihre überdimensionale Größe auf – sie waren fast so groß wie Chejas Handfläche –, andere funkelten sie nur an, doch alle tickten im selben Takt. Wenn man genau hinsah, erkannte man, dass selbst die kleinen, goldenen Zeiger sich synchron bewegten, als würden sie alle von einer Person gesteuert werden. Neben dem Regal hing ein vergrößertes Ausstellungsstück, welches das Innenleben einer solchen Uhr zeigte: In mehreren Schichten übereinander angebracht waren viele, viele kleine Zahnräder, mit winzigen Zähnchen, die sich untereinander verhakten. Ein bewegtes Spiel, perfekt abgestimmt, mit einer Präzision und Filigran, die bezaubernd und beängstigend zugleich war.
    „Entschuldigung!“, räusperte sich eine Stimme hinter Cheja. Sein Körper zuckte schlagartig. „Wenn ich Sie bitten dürfte, dieses Geschäft zu verlassen“, sagte der Mitarbeiter, der soeben noch den Reichen Schnösel bediente, „denn wir bedienen nur eine sorgfältige und ausgewählte Kundschaft.“ Er schaute die beiden jungen Männer genau an und schien auf ihre Kleidung zu schielen. „Wenn ich Sie also bitten dürfte“, und er deutete mit seinem Arm den Weg zu Tür.
    Chejas Kopf wurde heiß. Dem Mann sind wohl einige Sicherungen durchgebrannt, wir der sich aufführt. Artemis schien das alles nicht zu interessieren. Er schaute dem Mitarbeiter in Anzug starr und ausdruckslos in die Augen, während er in seiner Jackentasche suchte. „Hier", entgegnete er kurz und reichte dem Mann das Papier, das er vor dem Laden gefunden hatte.
    Dieser hielt sich mit dem Lesen des Scheines einige Zeit auf, schaute dann skeptisch zu Artemis. „Artemis Benjamin Faraday? Van Faraday? Die Waffenschmiede?“ Er hielt kurz inne. „Also, meine Herren, gestohlen habt ihr wohl auch. Ihr seht mir nicht wie Nachkommen dieser Familie aus – besonders du nicht“, sagte er mit Fingerzeig auf Cheja. „Wenn ich nicht sofort die Polizei holen soll, dann möchte ich euch nun dem Laden verweisen.“ Er machte ernst. Er gab Artemis das Stück Papier zurück und schob Cheja Richtung Eingangstür. „Ihr seid mir schon sehr suspekt vorgekommen als ihr hier hineingekommen seid.“ Und damit standen beide draußen in der Mittagssonne.
    Cheja warf noch einen Blick zurück in den Laden, mit dem Funkeln, dem Glitzern, dem Reichtum und dem Mann, der einem Kollegen etwas erzählte.


    OT: Der Gemeinschaftspost von Tungsten. und mir. Vielleicht kommt noch etwas dazu, bis die zwei Stunden dann rum sind^^

    Cheja schien extrem spät gekommen zu sein. Kaum jemand stellte sich noch nach ihm vor, die Runde wurde schnell wieder beendet: Alicia erzählte von einem Ausflug in die nahegelegene Stadt, bei dem die Erleuchteten für ein paar Stunden ihren Wünschen nachgehen könnten. Es schien verlockend. Er entschied, mitzukommen.
    Alle Erleuchteten verließen den Raum und verteilten sich in der ganzen Schule. Da Cheja gestern kaum Zeit hatte, einen Eindruck von der Anstalt zu bekommen, beschloss er, sich nun umzusehen – selbst wenn er zu spät käme; dann müsste er sich zumindest nicht mehr um seinen Ruf kümmern.
    Von dem Schulgebäude aus führte eine offene Tür, durch die bereits warme Vormittagsluft drang, in einen riesigen Garten. Vielmehr war es eine riesige Wiese. Vor ihm lag ein Pool, den er bestaunte. Cheja kannte solche Statussymbole. Reiche Scheichs oder Politiker, die Kilometer außerhalb der Stadt wohnen, haben immer solch einen. Einige Erleuchtete sonnten sich auf ein paar Liegen – das hatte er zumindest nicht nötig. Hinter dem Pool und hinter einigen Bäumen sah er einen Acker, der sich die gesamte Länge des Grundstückes entlang zog – kein Interesse. In der Ferne erkannte er einen eingezäunten Platz, welcher neben einer sorgfältig gepflegten Obstplantage lag. Langsam ging über die Wiese, dem Platz entgegen. Jugendliche spielten anscheinend Basketball auf dem roten Kautschukboden. Nie war er gut in diesem Sport, zu klein war er.
    Das ganze Gelände kam ihm genau so perfekt vor, wie die gesamte Situation, in der er sich auf einmal befand. Offensichtlich war der gestrige Tag für die anderen Erleuchteten nicht so perfekt gelaufen, doch zu wenig hatte er von diesem Dwuochsen mitbekommen, zu viel, um zu wissen, dass sie anscheinend eine Bedrohung darstellten. Alicia würde sie bestimmt noch aufklären – oder er fragte einfach einen der anderen Erleuchteten. Viele kannte er bisher zwar nicht – eigentlich nur einen –, doch das könnte sich durch den Ausflug vielleicht ändern. Langsam machte er sich auf den Weg, zur Einfahrt der Anstalt. Er zog seinen Schal höher, damit die Sonne ihn nicht im Nacken brannte.
    Der Bus war schon besetzt, doch zu spät schien er diesmal nicht zu kommen. Offensichtlich haben sich die Anwesenden abgesprochen, dass jeder eine Sitzgruppe für sich beanspruchen darf, denn fast jeder saß allein am Fenster und starrte hinaus. Cheja setzte sich ebenfalls alleine hin und wartete darauf, dass es losging. Als sie nach einer kurzen Fahrt angekommen waren händigte die Leiterin jedem Erleuchteten einen grünen Schein – 25 Dollar, wie sie sagt – aus und lies sie dann gehen. Cheja bekam den Schein ebenfalls einfach in die Hand gedrückt, als ob sie sich nicht darum kümmern würde, was damit passiert. Einerseits war er glücklich und erstaunt, dass das so einfach geschehen konnte, doch es passte zu diesem suspekten Eindruck der Perfektion.
    Es bildeten sich ein paar Gruppen, andere gingen alleine durch die Unterführung und bis zur Einkaufsstraße, die proppenvoll war. Cheja fühlte sich gleich eingeengt und bedroht. Alle Menschen liefen zielstrebig durch die Straße, gingen ohne etwas in Geschäfte hinein und kamen mit drei Taschen wieder hinaus, doch keiner beachtete sie. Er zog sich seinen Schal bis unter die Nase und ging zunächst allein durch die Einkaufsstraße. Normalerweise kannte er Geschäfte nur ausgebrannt oder als Platz für westliche Hilfsorganisationen. Er suchte nach einem bekannten Gesicht, sah einige böse Blicke von Passanten und fand schließlich ein bekanntes Gesicht. Seinen Namen kannte er nicht, doch er kam mit einer frischen Frisur aus einem Geschäft hinaus und trug seine typische alte Kleidung.
    Mit schnellem Schritt ging er auf den Jungen hinzu. „Hallo“, rief er dem jungen Mann zu, der sich zu ihm umdrehte. „Du bist auch alleine? Ich nur wollte fragen, ob wir nicht können zusammen…“, er deutete die Einkaufspassage hinauf.


    OT: Jup, Tungsten. Meine Chara will nicht alleine sein^^ Ich hoffe, das geht in Ordnung, oder?

    Wer kennt es nicht? „Noch fünf Minuten!“. Zuerst ist das Zimmer noch in Dunkelgrau gehalten, das Auge erkennt alles und das leise Atmen der Zimmernachbarin bestätigt: Es ist noch Zeit. Dann, irgendwann ist es heller und das aufgewühlte Bett am anderen Ende des Raumes ist leer und man denkt sich „Es ist noch Zeit“. Doch dann, wie mit einem Schlag, wacht man auf, der Raum ist hell erleuchtet, die Sonne hat den Kuss mit dem Horizont bereits beendet und man quält sich aus dem Bett, weil man weiß, dass es zu spät ist.
    Ziemlich ähnlich erging es Cheja. Zwar hatte er einen wunderbaren und entspannenden Schlaf gehabt, doch das Aufstehen laugte ihn fast schon wieder aus. Eigentlich war es so gar nicht seine Art, spät aufzustehen, doch er konnte sich nicht einfach aus dem Bett reißen.
    Er durchwühlte das Zimmer, um nach seinen eigentlichen Klamotten zu schauen – er fand sie – und eilte dann den Gang vor seinem Zimmer entlang. Die anderen Erleuchteten waren schon alle hellwach, die meisten von ihnen schienen erleichtert, froh und gesättigt zu sein. Zum Glück musste er sein Haar nicht kämmen, doch er war sich sicher, dass man ihm seine Müdigkeit ansah. Er eilte den Gang entlang und kam im nächsten Gebäude in einen belebten Flur. Aus allen Richtungen kamen Jugendliche, von überall hörte er Stimmen. Desorientiert suchte er nach einem Punkt, den er von gestern noch kannte. Oben, im nächsten Stockwerk, war die Mensa, das wusste er. Er ging die Treppe hinauf und fand einen fast vollständig leeren Raum. Zwei Erleuchtete, die er gar nicht kannte, aßen noch die Reste von ihren Tellern, weitere zwei brachten gerade ihre Teller weg. Die Essensausgabe, so voll und üppig sie gestern noch bestückt gewesen war, war nun leer. In der Küche dahinter arbeiteten bereits die Küchenmitarbeiter.
    Etwas verloren stand er vor dem großen Loch in der Wand. Die Küchenchefin sah ihn fragen an. „Immer noch nich‘ satt?“
    „Ist noch etwas da?“, fragte Cheja. Er wusste, wie diese Frau reagieren kann; das hatte er gestern Abend noch erlebt.
    „Frühstück ist vorbei, mein Lieber-“
    „Es war richtig gut“, unterbrach er sie und hoffte, irgendetwas zu erreichen.
    „Hör mal“, sagte sie und drehte sich dabei um, „Frühstück gibt es in der Früh, nicht am Vormittag.“ Sie kam zurück mit einem Teller mit einem – wahrscheinlich fast schon trockenen – Brötchen, einem Klecksen Butter und unappetitlich aussehenden, braunen Masse. „Das erste und letzte Mal“. Damit gab sie ihm den Teller.
    Cheja drehte sich um. Er musste grinsen.
    Die braune Masse stellte sich als fürchterlich süßer, fast schon ungenießbarer Aufstrich aus. Hauchdünn strich sich Cheja das Zeug auf sein Brot. Für seinen Geschmack war es ekelig, doch er konnte sich vorstellen, dass die Köchin ihm wohl nicht etwas geben würde, was nicht essbar sei. Schnell schlang er jedoch sein Frühstück hinunter, brachte den Teller zurück und ging die Treppe hinunter. Der Flur war leer, doch durch eine angelehnte Tür waren Stimmen zu hören. Da er nicht wusste, was er diesen Morgen tun sollte, hörte er zunächst, was in diesem Raum vor sich ging – es war die Stimme eines Erleuchteten, das erkannte er. Dann fiel ihm auf einmal das Treffen ein, von dem die Leiterin erst am Vorabend gesprochen hatte. Schnell huschte er in den Raum.
    Jeden einzelnen, bösen Blick erwidernd, setzte er sich auf den nächsten freien Stuhl in der hintersten Reihe. Das unterbrochene Gespräch, oder vielmehr der Monolog, nahm schnell wieder Fahrt auf. Offensichtlich stellten sich alle Erleuchteten der Runde vor; Cheja erinnerte sich wage an so etwas. Der Reihe nach sagte jeder zumindest seinen Namen. Andere erzählten von ihren Familien und ihre Fähigkeiten, wie es schien.
    Als das Mädchen links von ihm sich vorgestellt hatte, schien er an der Reihe zu sein: „Ähm, mein Name ist Cheja und…“, er überlegte, „ich bin von Adyna. Ich flohe, weil wegen dem Krieg da. Ich kann anzünden Dinge mit Feuer. Ich sehe sie und dann sie brennen.“ Damit beendete er seine kleine Vorstellung. Mehr konnte er nicht sagen.
    Die Kinder und Jugendlichen rechts von ihm fuhren fort mit all ihren Geschichten.

    Als Clea das Zimmer betrat, war Cheja bereits da. Er lag auf einem der Betten und schien zu dösen. Auf dem anderem hatte sich Sunny
    zusammengerollt. Er begrüßte sie un fragte, ob sie müde sei. "Hey", erwiderte sie. Dann folgte eine kurze Pause, in der sie sich die Gedanken
    zurechtlegte. "Irgendwie schon. Aber irgendwie bin ich auch voll aufgeregt. Heute ist so viel geschehen, es hat sich quasi alles geändert.
    Ich habe so viel Neues erfahren ..."
    , versuchte sie, ihre Gedanken auszudrücken. 'Und es ist alles so unglaublich! Wer weiß, vielleicht bin ich
    letztendlich in einem Fantasyroman ...'
    , dachte sie, musste aber sofort über diese Idee grinsen. 'Na, solange wir nicht die Welt retten müssen ...'
    Diese Spinnerei fing an, ihr Spaß zu machen. 'Hoffentlich ist dies ein Buch für Jüngere und ist für mich nicht weiter gefährlich. Und wenn ich
    der Hauptchar sein sollte, ist zumindest die Chance auf umkommen geringer. Welcher Autor killt schon den Protagonisten?'

    Sogleich fuhr ihr ein Schauder über den Rücken. 'Wäre aber mal innovativ ...'
    "Ich denke, hier zu sein, das ist zumindest schon mal gut", fügte sie an. Dann musste sie ein Gähnen unterdrücken.


    Cheja konnte Clea voll und ganz verstehen. Alles war wie ein Traum: Wenn man ihn träumt, glaubt man, alles sei wirklich, doch wenn man aufwacht, fragt man sich, wie man nur glauben konnte, dass diese total verrückte Geschichte wirklich war. Doch im Moment fühlte es sich nach beidem an: Total realistsch und schön - fast schon zu schön -, doch gleichzeitig konnte das alles nicht wahr sein. Wenn Cheja daran dachte, aus welchen Grund er damals, vor kaum mehr als einer Woche, sein Land verlassen hatte und in welcher Situation er sich nun befand...
    "Ich auch finde es gut, dass wir sind hier. Ich meine, besser als sitzen in Gefängnis", antwortete er Clea. "Ich nie hätte gedacht, dass etwas so verrücktes es gibt. Aber ich denke, wir sind gut aufgehoben hier."
    Wenn es sich Cheja jedoch genauer überlegte, sprach auch einiges dagegen. So ziemlich jede Person in dieser Anstalt war ihm fremd. Das Abendessen hatte zwar einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Gemüter der Erleuchteten gegeben, doch so vieles war noch fremd. In Adyna hätte es so eine Schule gar nicht gegeben - viel zu gefährlich. Und schon gar nicht wäre es möglich gewesen, eine solche Schule als Anstalt für Jugendliche Problemfälle zu tarnen. Doch er hat sein Land verlassen, eine Rückreise wäre nicht mehr möglich, also müsste er in diesem Land ein neues Zuhause finden. Doch da waren noch die anderen, die er so gar nicht kannte, die zwar alle das selbe Problem wie er hatten, doch es waren weiterhin Fremde und mit Fremden muss man speziell umgehen.
    "Wirst du bleiben hier? Auf der Schule?", fragte er Clea, die auf ihrem Bett neben ihrer dösenden Katze saß.


    "Was soll ich sonst tun?", fragte sie ihn verwundert. Diese Frage überraschte sie gewissermaßen selbst. "Auf der Straße könnte ich
    nicht überleben, denke ich."
    'Abgesehen davon, dass ich dafür wohl wesentlich zu verwöhnt bin' Und zuhause ...", sie stockte.
    Sie hatte es immer als ihr zuhause bezeichnet, aber - war es das auch? Zuhause ist der Ort, wo man hingehört, sagte man.
    Und dorthin gehörte sie wohl eher nicht. Ihre Eltern waren immer nett gewesen, aber ... anders. Anders als sie.
    "... mir geht es da gut, aber hier scheint es auch nicht schlecht zu sein. Außerdem bin ich neugierig. Neugierig auf das, was uns hier erwartet"
    '... solange es nicht grade irgendwelchen mysteriösen Bestien sind'
    Sie fing an, ihr Bett zu beziehen. Dabei beobachtete sie Cheja aus den Augenwinkeln, um sicherzugehen, dass er ihr das nicht übel nahm.


    "Was soll ich sonst tun?", erwiderte Clea perplex.
    Für Cheja war die Antwort klar und es wäre auch kein Problem, schließlich hatte ihn dieses Land mit einer einwöchigen Erprobungszeit auf den Straßen der Städte begrüßt - und ungewohnt war es für ihn nicht gewesen. Er hatte in der kurzen Zeit, in der er schon hier war, ein paar Gestalten gesehen, bei denen er sich hätte vorstellen können, dass es sie nicht lange in dieser Anstalt hällt. Doch auch er wollte zunächst abwarten - und genießen. Für ihn war es eine Umstellung, aber eine Umstellung, die sich lohnen würde, mit den Reichtümern, die ein Land wie sein Heimatland nicht bieten könnte.
    "Ich nur dachte...", sagte er leise. Für Clea kam dieser Gedanke ganz offensichtlich nicht in Frage.
    Clea begann nun, ihr Bett zu beziehen - professioneller und geübter, als er es gemacht hatte.
    "Tust du schon wissen, wie lang du wollen bleiben hier? Ich meine... dein ganzes Leben? Du noch hast Familie, oder?"


    "Ich nur dachte ...", erwiderte er leise, wohl eher zu sich als zu ihr. Und doch ließ diese Reaktion sie leicht erröten. Sie wand sich
    ihrem Bettlaken zu und zog es an der Wandseite über die Matratze, damit er es nicht bemerkte. Hatte sie etwas Falsches gesagt?
    Sie wollte es sich nicht mit ihrem Zimmernachbarn verscherzen. Als sie sicher war, das die Röte aus ihrem Gesicht verschwunden
    war, drehte sie den Kopf zu ihm und antwortete auf seine Frage. "Ich weiß nicht ... Mein Leben will ich aber noch nicht einfach so
    für hier verplanen. Je nachdem, was passiert und wie die Anderen so sind, geht die mir vorschwebende Zeit so von drei Monate bis
    ein, zwei Jahre. Aber ich möchte nicht voreilig sein. Ich weiß ja noch gar nicht, wie es hier ist ..."
    , meinte sie. Und doch kam es ihr
    seltsam vor. "Aber wie gesagt ... ich weiß noch keinen Tag von diesem ganzem Erleuchtet-Kram. Da kann man sowas schwer sagen"
    Sie holte Luft. 'Langsam reden, sonst kann er dich doch gar nicht verstehen', ermahnte sie sich selbst.'Und dieses einen Mädchen da ...
    sie fragte, warum wir Alicia überhaupt trauen sollten ... das muss man auch noch mit einberechnen'

    "Kurz gesagt: Ich weiß es noch nicht. Oh, und Familie habe ich, ja. Großzügige Eltern, zwei große Schwestern ..."


    Es überraschte ihn auch nicht, dass sie sich dagegen entschied - zumindest gegen das Leben auf der Straße. Doch sie hatte Familie, Freunde und Bekannte nicht weit entfernt. Cheja konnte sich zwar nicht in diese Position hineinversetzten, aber er konnte erahnen, dass es, besonders für Cleas Eltern, wohl nicht die einfachste Zeit werden würde - auch wenn sie nur ein paar Wochen bleiben würde.
    "Tust du wissen, was für eine...", begann Cheja seine Frage, doch ihm wollte das Wort nicht einfallen. "Ähm, was für... eine Kraft du hast?" Er war erleichtert, dass ihm ein - hoffentlich - mögliches Wort eingefallen ist. "Ich meine, was tust du können?" In den Gesprächen in der Mensa hatte er von einigen dieser Fähigkeiten, die er meinte, gehört. Er hatte seine Kraft zuvor gar nicht als solche angesehen. Er hatte es nicht oft mit anderen Menschen zu tun gehabt, außerdem fand er es gar nicht so leicht, etwas anzuzünden. Doch jetzt, nach Alicias Erklärung, hatte er Hoffnung, dass sich das noch ausbauen lässt.


    Etwas umständlich fragte er nach ihrer Fähigkeit. "Ich kann unter Wasser atmen. Hört sich irgendwie unspektakulär an, ich find es
    aber eigentlich ganz lustig"
    Dabei musste sie an ihre 'Ausflüge' unter Wasser denken. Spaßig war es schon, aber nicht wirklich brauchbar.
    Zumindest, wenn man aus der Sicht der Bruderschaft dachte. Immerhin würden diese sich dafür hoffentlich nicht sehr an ihr interessieren.
    Eine Kampfmaschiene wollte sie schließlich nicht werden. "Und du?"



    OT: Der erste Teil des Gemeinschaftspost von Apollonia und mir. Der nächste sollte bald erscheinen^^

    [align=justify]Es war mehr als interessant anzusehen, wie sich die Gemüter alle Beteiligten mit jedem Schlagabtausch mehr und mehr erhitzen. Cheja saß gebannt auf seinem Stuhl, vergas sein Essen, vergas seine Sitznachbarin, und verfolgte nur noch die Szenerie im Saal. Nicht nur er, viele andere Erleuchtete hielten sich zurück, wollten nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen, und beobachteten die einzelnen Buschfeuer hier und da im Raum. Es wurde gedroht, bedroht und der eigentliche Sinn dieses Abendessens geriet in Vergessenheit: Die Wahrheit über das Leben aller im Raum, die Fragen, die Antworten.
    Teilweise fand Cheja die Diskussionen und vor allem das Argument, Waffen zu ziehen, lächerlich. Es wunderte ihn nicht, als ein spitzer, hoher Kinderschrei kurz die Gespräche durchbrach, doch es musst erst ein Mahnwort gesprochen werden, bevor wirklich alle Jugendliche zur Ruhe kamen.
    Alicia war entsetzt und sichtlich enttäuscht von dem Verhalten eines jeden. Cheja fühlte sich angesprochen, er hatte schließlich auch nichts getan, um die Lage zu entschärfen, und nur dagesessen und zugesehen, doch er schluckte die Kritik schnell runter und ignorierte sie. Zwar saß er angespannt und aufgerichtet im Stuhl, doch eher, weil Alicia nun begann, weitere Informationen an sie auszuteilen. Ihnen wurde erklärt, wo sie ihr Bettzeug und frische Wäsche finden könnten.
    Nachdem Alicia den Saal mit dem kleinen Kind verlassen hatte, regte sich bei allen im Raum wieder etwas. Stühle wurden gerückt, einige standen auf, um zu gehen, um sich den Nachtisch zu holen oder redeten mit ihren Freunden. Auch Cheja stand auf und schaute sich nach einem möglichst kurzen Weg zum versprochenen Dessert um. Er schnappte sich eines von der Mensaküche und aß es an seinem Platz. Überwältigt von dem Geschmackserlebnis merkte er gar nicht, wie schnell er das Törtchen aß. Nun stand auch er auf, um zu gehen.
    Wieder im Wohngebäude angekommen machte er sich auf die Suche nach dem Zimmer mit der Bettwäsche und der frischen Kleidung. Zimmer Sieben, Zimmer Sieben. Als er endlich angekommen war – die Zahl tauchte wie aus dem Nichts auf – ging er hinein und schnappte sich direkt ein Oberteil, eine Hose und das sperrige Bettzeug. Er ging zu seinem und Cleas Zimmer, welche noch immer nicht da war und nutzte die Ruhe, um sich schnell umzuziehen. Seinen Schal wollte er nicht abgeben. Was für manche eine Jacke ist, ist für ihn der Schal. Ohne ihn, würde er seine zweite Haut verlieren, er würde sich nackt und angreifbar fühlen. Irgendwie schaffte er es dann auch, das Bett zu beziehen. Er legte sich auf das weiche Bett, schloss die Augen, atmete einmal tief ein und genoss die die Ruhe, das Bett.
    Vor seinem Zimmer wurde es immer lauter, die Erleuchteten redeten, gingen in ihre Zimmer und auch Clea kam, vollgepackt mit Bettzeug, hinein.
    „Hallo“, sagte er begrüßend. „Bist du müde?“, fragte er, weil er kaputt war. Die vorherige Nacht war mehr oder weniger entspannend und der Tag hatte viel Aufregung mit sich gebracht.

    Schließlich saßen sie alle im Auto. Nun würde es also losgehen.
    Unentschlossen schweifte Cleas Blick durch das Auto und blieb schließlich an ihrem T-Shirt hängen. Nahe am unterem Saum pragte ein Tintenfleck. Wo dieser herkam, war ihr schleierhaft.
    Plötzlich schoss ihr das Blut in den Kopf. Sie hatte sich ihrem Sitznachbarn noch gar nicht vorgestellt. Vorsichtig schielte sie zu ihm herüber. 'Tja. Am Besten wäre es wohl, wenn ich mich einfach jetzt vorstelle' Sie drehte sich in seine Richtung und streckte ihm die Hand hin. "Sorry", nuschelte sie, "ich bin Clea"


    *****


    Lange hatte es gedauert, bis die Truppe wieder aus dem Haus gekommen war. Cheja hatte sich die Zeit vertrieben, um über das merkwürdige Mädchen nachzudenken, das ihn so gar nicht abschreckte. Ganz und gar nicht: Sie wirkte offen, freundlich und vor allem nett. Als sie sich dann auch noch bei ihm vorstellte, war Cheja völlig perplex.
    "Sorry, ich bin Clea", sagte sie leise und etwas schüchtern.
    Cheja verstand nicht ganz, was sie damit meinte, doch er schaute halb zu ihr hinüber. "Hallo", er hoffte, dass er sich richtig vorstellen würde, "Cheja heiße ich", und er schaute wieder weg.Völlig komisch war es für ihn, auf einmal mit so vielen Menschen zusammenzusein, die alle eine Sprache sprachen, die er kaum beherrschte. "Im Gefängnis warst du auch?!", fragte er, weil er merkte, dass das Gespräch abzubrechen drohte.


    *****


    Cheja hieß er also. Er schin nicht zu verstehen, was ihr peinlich war. Umso besser. "Ich?! Im Gefängnis? Nein, war ich nicht. Du etwa?", erwiederte sie. Was hatte er angestellt? Sollte es ihr nicht behagen, neben einem Verbrecher zu sitzen? Ach was. Idealistische Gesellschaft. Das hieß ja nicht, dass er gefährlich war. So wirkte er nicht. Aber sein Deutsch war etwas gebrochen.


    *****


    "Ja, ich war in Gefängnis", antwortete Cheja ihr. Ihn wunderte es, dass sie auch auf eine Einrichtung gebracht wurde, die für Jugendliche wie ihn war. Sie wirkte ganz und gar nicht böße oder sogar gewalttätig. "Warum tust du mitkommen?", fragte er sie anschließend. Die beiden Personen auf den vordere Plätzen sagten hingegen weiterhin nichts. "Du tust nicht aussehen, wie jemand schlimmes."


    *****


    "Ich komme mit, weil dort noch mehr Leute sein sollen wie du und ich", erklärte sie. Dann fragte sie nach vorne: "Erleuchtete, richtig?"
    Alicia antwortete: "Ja!"
    "Und da will ich mir das mal angucken. Wenn es da schön ist, bleibe ich", erklärte sie weiter.
    'Sind die Anderen wohl auch so wie Simon und Cheja?'


    ****


    Das Mädchen redete anscheinend von etwas ganz anderem. Erleuchtet? Davon hatte Cheja noch nie etwas gehört - und er konnte sich auch nichts darunter vorstellen.
    "Was ist das?", fragte er. Ihm schien etwas entgangen zu sein, oder er hatte etwas einfach nicht richtig verstanden.


    *****


    "Das weiß ich auch nicht so direkt. Ich finde einfach den Begriff schön. Erleuchtet ... wir tragen Lich in uns ...", driftete sie verträumt ab. Dann kam sie wieder zum Thema zurück.
    "Alicia hat mir erzählt, wir können nicht gut mit Menschen. Und wir haben wohl alle Fähigkeiten ...", gab sie ihr bisheriges Wissen preis. Eigentlich ... wäre es durchaus interessant, mehr zu wissen ...


    *****


    Chejas Kopf wurde heiß. Er verstand das Mädchen nicht ganz; er wusste nicht, was sie meinte. Licht? Nach Chejas Verständnis dürfte Licht eigentlich nicht "in jemanden" sein. Und die Fähigkeit? Die Fähigkeit, immer in Ärger zu gerate?
    "Eigentlich ist es ganz einfach", tönte es von vorne. Alicia began, zu den beiden Passagieren zu sprechen. "Ich bringe euch in eine Privatschule, die für euch Erleuchtete ist. Erleuchtete, das seid ihr mit eurem Zeichen. Auch Simon hat eines. Ihr alle seid ganz besondere Mensche mit Kräften, die euch auszeichnen. In der Schule dürft ihr bleiben, so lange ihr wollt. Es ist wohl offensichtlich, dass ihr mit gewöhnlichen Menschen nicht gut zurecht kommt. Dort werdet ihr jedoch nur Erleuchtete finden. Ihr alle seid dort willkommen und dürft euer Leben führen. Ich will euch zu nichts zwingen, doch in der Schule seid ihr im Moment bestimmt am sichersten aufgehoben. Ihr finde dort Betten, ihr bekommt regelmäßig etwas zum Essen, ihr dürft trainieren, eure freie Zeit genießen, alles machen, was euer Herz begehrt." Damit endete ihre kurze Einführung.
    In Chejas Kopf hämmerte es nur so. Völlig unerwartet kam diese Erklärung, die für ihn auch überhaupt keinen Sinn machte. Er hatte wieder Angst, etwas nicht ganz richtig verstanden zu haben. Sitzt er nun in einem Auto, dessen Fahrer er vertrauen kann? Sollte er sofort aus dem Wagen springen? Oder vielleicht dann wegrennen, wenn sie angekommen wären? Er zog sich in seine Kopf zurück, dachte über das Verstandene nach. Er wollte nun nicht mehr sprechen.


    *****


    Cheja schien nachzudenken. Sie konnte das nicht, war viel zu aufgewühlt - und müde. Unverständlich, wie sie in diesem Moment an so etwas denken konnte. Sie holte ihren MP3-Player aus der Hosentasche und startete ihre Lieblingsplaylist. Abwesend beobachtete sie die Landschaft, die an ihnen vorbeiglitt. Langsam wurde sie schläfriger. Sie schloss die Augen und lehnte sich an die Karosserie - oder wie auch immer man diesen Teil des Autos nannte. Kurz nickte sie weg, bis Alicias Stimme sie hochschrecken ließ. Sie wären so gut wie da, hieß es.


    So, dann melden sich die Neuankömmlinge auch mal zu Wort. Ein klitzekleiner Gemeinschaftspost vom Apollonia und mir. Wir haben an dem Punkt eine Schnitt gemacht, weil vielleicht Alicia nun etwas sagen wird (!?) und unsere Wege sich womöglich trennen werden^^

    Ich selber kann kein Japanisch sprechen; weder irgendwelche Zeichen, Sätze oder Ähnliches. Allerdings denke ich, dass vor allem Japanisch und Chinesisch, obwohl man kaum etwas aus diesen Ländern erfährt, wichtige (Welt-)Sprachen sind. Zwar braucht man im westlichen Sprachraum vor allem Englisch, Französisch und Spanisch, aber im asiatischen Raum ist es fast schon Pflicht, eine dieser Sprachen zu sprechen (vor allem, weil dort wohl kaum jemand Englisch spricht). Allerdings stelle ich mit Japanisch ziemlich, ziemlich schwierig vor, weshalb ich erstens etwas zurückschrecke und zweitens mir sage, dass ich erst einmal mit Spanisch fertig werden muss, bevor ich mich einer anderen Sprache widme. Außerdem sehe ich bei mir eigentlich keine Möglichkeiten, Japanisch zu lernen.

    Bestes Gameplay
    - Mass Effect 3
    -
    -


    Beste Story
    - Far Cry 3
    -
    -


    Beste Optik
    - Okami HD
    - Dishonored - Die Maske des Zorns
    - Borderlands 2


    Bester Sound
    - Journey
    - Assassin's Creed 3
    -


    Bester Online-Multiplayer-Titel
    - Call of Duty -
    - Journey
    -


    Bestes PC-Spiel
    - Dishonored - Die Maske des Zorns
    - Hitman Absolution
    - Farc Cry 3


    Bestes PS3-Spiel
    - Assassin's Creed 3
    -
    -


    Bestes X-Box 360-Spiel
    - Halo 4
    -
    -


    Bestes Downloadspiel oder DLC (PSN, XBLA, WiiWare, VC, DSiWare, PC)
    - Fez
    - I Am Alive
    - Journey


    Größte Überraschung
    - Journey
    -
    -


    Größte Enttäuschung
    - Diabolo 3
    -
    -


    Meisterwartetes Spiel 2013
    - Crysis 3
    - Dead Space
    - Grand Theft Auto V

    Ich denke, es gab einige kleiner Höhepunkte, wie zum Beispiel Pokemon Schwarz2/Weiß2 und die dazugehörigen Apps, allerdings fehlte mir dieses Jahr ein wenig die Euphorie und vor allem die Spannung auf das nächste Spiel. Irgendwie war alles so lala und lasch, was eigentlich schade ist, denn Nintendo hat in Sachen Vermarktung und Konzept nicht viel anders gemacht, als in den anderen Jahren, aber die Spannung war einfach weg. Vielleicht liegt das einfach daran, dass ich (noch) keinen 3DS besitze und daher einige Spiele gar nicht voll ausschöpfen konnte.
    Deswege gebe ich dem Jahr die Schulnote 3.

    Es waren Tage der Furcht, obwohl Cheja immer ein Ziel vor Augen hatte, obwohl er die ganze Zeit Hoffnung hatte. Doch irgendwann schwand die Hoffnung und die Freude ganz plötzlich, Reue und Zweifel nahmen ihren Platz ein.
    Der Militärflughafen, an dem er gelandet war, war schnell verlassen. Cheja hatte den Ausgang schnell gefunden, niemand hat ihn angehalten und ihn durchsucht – besser so. Gelbe und weiße Schilder zeigten den Weg zur nächsten Stadt, doch Cheja konnte kaum etwas entziffern. In der Schule hatte er nie aufgepasst. Also folgte ging er einfach der Straße durch den Wald. Es war etwas merkwürdiges, das ihn antrieb.
    Den ganzen Flug und die Tage davor hatte er einen Drang in ihm gespürt, der ihn von seinem Zuhause losgerissen hat – und Cheja wollte es. Als hätte jemand seinen Bauch an einer Angelschnur festgebunden. Ihm war seine Familie egal, sein Alltag, sein Land. Deswegen ist er gegangen, skrupellos, doch das ist nun mal der einfachste Weg. Nun war er da und fühlte sich noch immer nicht wie am Ziel. Der Zug an der Angelschnur blieb bestehen – nicht mehr und nicht weniger stark. Doch wo genau er hin sollte, das wusste auch Cheja nicht.
    Irgendwann gelangte er in eine Stadt, die er so gar nicht erwartet hätte. Er fühlte sich fremd und eingeschlossen in dieser Welt, die er so gar nicht kannte, doch er wollte nicht zurück. Er wurde immer weiter gezogen.
    Ein leerer Supermarkt war schnell gefunden, ein paar Schokoriegel waren eingepackt, der Kassiererin wurde eine Klatsche gegeben, als das grässliche Piepen der Sicherheitsschranken begonnen hatte, und dann war Cheja auch schon über alle Berge. So stahl er sich durch die verschiedenen Verkaufshäuser und Läden, verstreckte sich in leeren Gassen und nachts suchte er immer den selben Unterschlupf. Er hatte Erfahrungen, wie man sich durchschlägt, doch in diesem Land war es sehr ungewohnt für ihn. Öfters traf er auf die selben Gangs der Stadt – er wusste jedes Mal, dass das Gesetz des Stärkeren galt, doch es reizte ihn jedes Mal, sein Adrenalin zu spüren.
    Doch, so sorglos das Leben auch war, er hatte ständig das Gefühl, das er noch etwas zu tun hatte. Ihm wurde nicht klar, was: Täglich suchte er die Stadt ab, wartete auf ein Déjà-vu, eine Erleuchtung. Mit verstreichender Zeit, wurde auch er langsam ängstlich.
    An einem Abend, der Himmel war klar, die Sterne funkelten und ein kühler Wind durchstreifte die Straßen der Wohn- und Einkaufsstraßen, kam Cheja erneut in eine Handgreiflichkeit. Vielleicht lag es an seinem Aussehen, vielleicht an seinem Gemüt, jeden Reiz mit einem Schlag zu erwidern, doch er war gezeichnet von den letzten Tagen. Blaue Augen, schmerzende Glieder und keine Lust. Doch die anderen wollten es. Nicht weit von einer sehr belebten Straße entfernt, zwischen Mülleimern, engen Wänden und den Prostituierten des Viertels schlug und trat er gegen zwei Schränke. Aussichtslos, doch irgendwie reizend. Ein Hieb auf die Wange, ein Schlag in den Bauch. Der kleinere von beiden wollte gerade mit einer Glasflasche zuschlagen, da schreckt er zurück und hätte fast den Rücken seines Kumpels getroffen. Cheja nutzte den Moment und versetzte dem Einen einen Tritt in die Klöten. Dieser wich mit schmerzverzerrtem Gesicht zurück, doch dem anderen war die Angst aufs Gesicht geschrieben.
    „Scheiße, Mann! Der is‘ nich‘ ganz dicht!“ und er half seinem fast impotenten Freund aus der Gasse.
    Cheja freute sich – endlich ein Erfolgserlebnis – und schaute seine wunden Hände an. Die Knöchel waren aufgeplatzt, sein Gelenke knacksten, wenn er sie bewegte. Doch ihm fiel der Glanz seiner Hände auf. Sie schienen fast zu leuchten. Dann, auf einmal, blendete ihn helles Licht, als er sich bewegte. Er riss sich den Schal vom Hals und sah, wie Licht von ihm ausging. Er betastet ihn, fühlte das Zeichen darauf. Schnell verpackte er seinen Hals so gut es ging und schaute sich um, dass ihn niemand gesehen hat. Ein Brausen ging durch ihn hindurch. Der Zug an der Schnur wurde stärker, als er es realisierte. Es war, als sei er fast am Ende eines Marathons angekommen; das Ziel vor Augen. Er schrak herum, als die beiden vermöbelten – der eine mehr humpelnd als gehend – auf ihn zu gerannt kamen.
    „Die Bullen!“, brüllte der eine – aus Solidarität? – und schubste Cheja weg, als er an ihm vorbeikam.
    Schnell rappelte sich Cheja auf, doch es fielen bereits die ersten Schüsse durch die Gasse und ein Polizist stand am Ende der Gasse. Ein anderer kam in sie hineingerannt.
    Wie ein Flummi sprang Cheja auf und rannte – seine Beine waren so leicht wie Federn. Die beiden anderen Schläger waren bereits aus der Gasse verschwunden. Das Ende kam immer näher, als Cheja plötzlich in eine steinharte Faust rannte. Ein weiterer Cop war vom anderen Ende in die Gasse gekommen und hatte ihn umgeböbelt. Mit einem Schrei fiel er zu Boden, hielt sich die Wunde Nase. Ein wuchtiger Mann sprang auf ihn, presste jegliche Luft aus seinem Bauch, und kugelte fast seinen rechten Arm aus, als er ihn auf seinen Rücken streckte. Cheja schrie und strampelte, doch zu schnell waren seine beiden Hände mit einem Klacken verbunden und er lag wehrlos auf dem harten, kalten Boden. Blut tropfte von seinem Gesicht auf den Boden unter seinen Augen. Der Mann auf seinem Rücken zog ihm den Rucksack vom Rücken und suchte jeden Zentimeter seines Körpers ab.
    „Ohooo! Sieh das doch mal einer an“, sagte der Cop, der den Rucksack durchsucht hat, überrascht. „Woher hast du das denn, mein Freund“ und er streckte ihm sein Messer, das er von einem Soldatenvater genommen hatte, unter die Nase.
    Cheja blieb stumm.
    „Die anderen sind entwischt“, sagte der Polizist schließlich beiläufig.
    „Kein Problem, wir haben immerhin einen Fang hier“, sagte der andere und hievte Cheja auf die Beine. „Und du kommst jetzt mal schön mit aufs Revier.“ Er schob Cheja zurück durch die Gasse.
    Eine Menschentraube hatte sich um deren Eingang gebildet, einige Männer hielten sie zurück. Der weiß-blaue Streifenwagen stand da, rotes und blaues Licht blinkten abwechselnd auf. Eine Hintertür stand offen, Cheja wurde in sei hineingewuchtet und mit einem Knall war er von der Außenwelt abgeschnitten. Vorne stiegen die Polizisten ein. Cheja war hinter einen Plastikscheibe. Er sah, wie sich die Menge um die Autos langsam auflöste, die Fotografen verschwanden. Die Cops stellten ihre Pappbecher mit Kaffee weg und starteten den Wagen.
    Sie fuhren durch die Stadt bis zum Polizeirevier in einem abgelegenen Stadtteil. Dort öffnete sich das Tor zu einer Tiefgarage. Innen parkte das Auto vor einem breiten, offenstehenden Tor. Die Polizisten stiegen aus, kamen herum zu Chejas Seite und holten ihn heraus. Mit festem Griff stießen sie ihn durch das Tor und durch den langen, betonierten Gang. Sie stiegen eine Treppe hinauf und kamen in einem weiteren, fensterlosen Flur an. Lange, hässliche Leuchtstoffröhren hingen an der Decke. Einige Polizisten liefen durch den Gang, klopften an Türen, trugen Dokumente oder Kaffeetassen umher.
    „Wieder erfolgreich gewesen?“, fragte ein älterer Cop im Vorbeigehen.
    „Das kannst du laut sagen!“, antwortet einer der beiden hinter Cheja, „der kommt so schnell nicht davon.“
    Sie schoben Cheja in einen dunklen Raum. Eine in die Decke eingelassene, quadratische Lampe verteilte gleichmäßig widerliches Licht im Raum. In der Mitte stand ein Tisch, zwei Stühle standen sich gegenüber, ein kleines Mikrofon war auf dem Tisch platziert. Eine mehr oder weniger auffällige Scheibe war links an der Wand, doch durchgucken konnte man überhaupt nicht.
    „Na, dann setz dich doch mal“, kam es von hinten und die Handschellen klagten wieder. Wie lose, unlebendige Körperteile hingen Chejas Arme an seinen Seiten herunter.
    Die Tür schloss sich und einer der Polizisten deute Cheja auf einen Stuhl, er setzte sich ihm gegenüber.
    „So, wollen wir gar nicht lange drum rum reden: Irgendwelche Papiere bei dir?“, fragt er Cheja.
    „Was?“, entgegnete er leise.
    „Naja, Ausweis, Pass, Führerschein, Waffenschein?“, letzteres betonte er stark sarkastisch.
    „Nein.“
    „Na dann: Wie heißt du denn?“
    Cheja überlegte kurz. Er wollte nicht sprechen. Seine Nase juckte ihm tierisch und sitzen konnte er schon gar nicht.
    Nach einer geschlagenen Minute brach der Polizist die Stille: „Also, wir können dich auch gleich einbuchten. Mehrfacher Ladendiebstahl, Hausfriedensbruch, mehrfache Körperverletzung, unerlaubtes Führen einer Waffe“, zählte er seine Straftaten auf. „Wir haben Überwachungsvideos, Zeugenaussagen. In einem Schnellverfahren können wir die Sache auch noch heute Abend beenden.“
    „Cheja Yeboah.“
    „Ein Anfang. Bist du Staatsbürger?“
    „Nein.“
    „Warum bist du dann hier? Wo wohnst du und wer sind deine Erziehungsberechtigten?“
    Cheja hielt den Mund. Wie sollte er auch etwas sagen? Entweder hätte man ihm nicht geglaubt, oder die Liste der Straftaten wäre noch länger geworden.
    Nach einer weiteren Weile hievte sich der Polizist aus dem Stuhl. „Gut, wenn das so ist, wirst du wohl noch etwas länger bei uns bleiben müssen.“ Und er ging.
    Die Stille war erdrückend. Cheja konnte die Leute draußen schon fast über ihn sprechen hören. Er wollte weg, bereute seine Taten schon fast.
    Nach einigen Minuten kam ein junger Polizist mit einer Kaffeetasse in den Raum. Er schien nicht älter als 30 Jahre zu sein. „Hi“, und er setzte sich, „Cheja, es ist etwas kompliziert: Wenn du uns nichts erzählen willst, dann müssen wir dich erst einmal hierbehalten“, sagte er, als würden sie sich schon Ewigkeiten kennen. „Das wurde dir schon alles gesagt, ich weiß, aber solange wir nichts über dich wissen, bleibst du hier – über Nacht sowieso – und morgen werden wir dann weitersehen.“ Er machte eine kurze Pause. „Ich schätze, du bist älter als 18, oder?“ Er wartete nicht auf eine Antwort. „Dann komm mal mit.“
    Ohne Chejas Hände festzuschnallen führte er ihn in den Flur. Am Ende des Flures waren einige schwere Türen mit einem kleinen Guckloch. Der Polizist ging mit Cheja in ein kleines Badezimmer gegenüber den grünen, schweren Türen.
    „Hier hast du deine Kleidung“, der Mann streckte Cheja einen orangenen Overall zu. „Zieh bitte deine Sachen aus. Wir werden sie aufbewahren, bis etwas entschieden ist.“
    Cheja zögerte. Seine Hände griffen bereits zu seinem Schal, doch er wusste – und spürte –, dass sein Hals noch immer unnatürlich leuchtete.
    „Bitte, ich werde dir schon nichts weggucken“, sagte der Polizist auf einmal.
    Cheja öffnete zuerst sein Hemd, dann seine Hose, seine Boxershorts ließ er an, und wollte den Overall haben.
    „Mmh, dein Schal muss auch ab“, sagte der Polizist während zwei Schluck seines Kaffees.
    Widerwillig löste Cheja seinen Schal, starrte dabei die ganze Zeit den Mann an. Dessen Blick verhärtete sich zuerst, dann spuckte er fast seinen Kaffee über den Boden. Er verschluckte sich, hustet stark. Als er sich beruhigt hatte, griff er nach Chejas Schal.
    „Gut, zieh ihn wieder. Schnell!“
    Cheja zog den Schal verwirrt an, während der Mann auf die Tür hinter ihm starrte.
    „Komm, komm jetzt mit“, er drückte Cheja aus dem Raum. „Morgen wirst du abgeholt werden, versprochen.“ Der Polizist öffnete eine der schweren Türen.
    Ein fast leerer, kahler Raum war dahinter. Ein ziemlich unbequem aussehendes Bett, ein Tisch, eine Toilette, ein Waschbecken.
    „Hier musst du bis morgen bleiben. Verhalt‘ dich unauffällig, Essen kommt nachher.“ Er hatte die Tür schon fast geschlossen, als er sich noch einmal umdrehte: „Und behalt‘ deinen Schal an.“ Und damit schloss er die Tür zu Chejas Gefängnis.
    Das Gefühl von Zeit war schon lange verloren gegangen, doch in der Zelle wirkte alles noch viel merkwürdiger. Die Nacht draußen war schwarz, vor seiner Zelle hörte Cheja nichts. Er legte sich auf das Bett und schaute noch einmal unter seinen Schal. Das Leuchten wurde schwächer, doch das merkwürdige Gefühl sauste noch immer durch seinen Körper. Er zog den Schal wieder enger.
    Schnell war Cheja eingeschlafen – einen angenehmen Schlaf hatte er nicht –, doch am nächsten Morgen wurde er zeitig geweckt. Stimmen drangen durch die dicke Tür hindurch und im erhellten Flur konnte er Polizisten umherlaufen sehen. Er drehte sich einmal herum, versuchte erneut einzuschlafen, doch er fühlte sich zu sehr beobachtet. Als die Stimmen dann auch noch lauter und dröhnender wurden, richtete er sich auf, wollte bereits schimpfen. Seine Zellentür wurde geöffnet und ein breiter, kräftiger Polizist schaute ihn an. Mit tiefer Stimme sagte er: „Aufgestanden, Morgen is‘ es. Zeit für’s Frühstück.“
    Widerwillig rappelte sich Cheja auf und ging vor seine Zelle. Der Mann schob ihn durch diverse, hell erleuchtet Flure und Räume bis in eine Kantine, wo sich ein Meer aus orangefarben gekleideten Menschen vor ihm eröffnete. Straftäter jeden Alters, jeder Körpergröße und –masse und jeder Aggressivität saßen da und mampften ihr Frühstück. Cheja suchte nach einem Platz, wo er hingehen konnte und fand eine Schlange, die sich entlang der Essensausgabe erstreckte. Er stellt sich an. Drei Frauen hinter einem Gitter reichten durch kleine Luken jeweils ein Tablett mit etwas Frühstück herein. Cheja nahm sich eines und suchte nach einem möglichst leeren Tisch. Jeder Mensch hier kam ihm merkwürdig vor und obwohl die meisten Fuß- oder sogar Handschellen trugen, erwartete er jeden Augenblick einen Hieb von hinten zu bekommen.
    Schnell aß Cheja sein Essen und kehrte dann zurück in seine Zelle. Hier fühlte er sich sicherer, obwohl er die Enge und die Geschlossenheit ihn ebenfalls zu schaffen machten. Er hoffte, dass sich schnell etwas ändern würde, ansonsten müsste er wohl versuchen, sich selber zu befreien.
    Mittagessen gab es ebenfalls schnell – irgendeine dicke Suppe –, doch danach wusste Cheja einfach nicht mehr weiter. Eingepfercht wurde er immer. Ständig liefen Personen vor seiner Zelle umher und ständig hörte er irgendwelche Stimmen. Mehr als auf seinem harten Bett zu liegen, konnte er auch nicht. Er schaute den immer bewölkter werdenden Himmel hinter seinem vergitterten Fenster zu. Von der klaren Nacht war nichts mehr zu sehen. Wie ein Schlag durchschossen ihn die Ereignisse vergangener Nacht und er packte sich sofort an seinen Schal – er war froh, dass dieser noch da war –, dann schaute er hinunter. Natürlich konnte er nichts sehen, doch zumindest leuchtete nichts mehr taghell. Er ließ sich wieder auf sein Bett fallen.
    Irgendwann am späten Nachmittag klopfte es wieder einmal an Chejas Tür. Und wieder erschreckte er sich. Er schaute auf und sah den jungen Polizisten vom Vortag. Hinter ihm stand jedoch eine Frau in Zivil. Sie schaute ihn mit ihren braunen direkt an. Bedrohlich, wenn jemand so schaut und eigentlich hätte er direkt einen Schlag in die Fresse verdient, doch die Frau schien normal und sogar freundlich zu sein. Die Tür wurde geöffnet.
    „Hallo Cheja“, sagte der Polizist. „Kommst du mal bitte mit?“ Cheja erkannt, dass neben der Frau noch ein kleiner, schüchtern wirkender Junge stand. Der Polizist führte die Personengruppe in einen separaten Raum mit einem Tisch und einigen Stühlen. Cheja folgte den anderen. Das erste Mal schien es, als sei er in Sicherheit, als wolle die Frau nichts von ihm.
    „Also, Cheja“, begann der Polizist im Raum angekommen, „das ist Alicia Young. Sie ist die Leiterin der Morgan Fox-Anstalt, die sich hier in der Nähe befindet. Sie ist eine Anstalt, für… nun, jugendlich Problemfälle. Ich habe gestern noch nach einer für dich passenden gefunden, denn wir müssten dich ansonsten, wenn du also in keine Jugendanstalt gehst, ins Gefängnis stecken – für mehrere Jahre. Ich denke mal, dass du lieber in eine solche Anstalt gehst, als ins Gefängnis.“ Der Polizist schaute in die Runde. Cheja blieb stumm. Er war verwirrt, dass sich sein Weg doch noch so geändert hatte. Was sollte er tun? Einfach „Ja“ sagen und mit einer Frau mitgehen, die er seit einigen Sekunden kannte? „Ich würde es mir an deiner Stelle gut überlegen“, sagte der Polizist an Cheja gerichtet, „Die Morgan Fox- Anstalt ist renommiert dafür, was sie tut, nämlich Jugendlichen wieder auf die richtige Bahn bringen.“ Er ließ eine kurze Pause.
    „Gut“, flüsterte Cheja leise.
    „Dann… müssen wir uns noch um das Formelle kümmern“, sagte der Polizist an Alicia gerichtet, „und- oh, dich hätte ich fast übersehen. Das ist Simon Young“, er deutete auf den kleinen, introvertierten Jungen. „Wir werden bald schon wieder zurück sein“, und die beiden Erwachsenen gingen.
    Da stand Cheja nun. Mit dem Jungen, der zu seiner Retterin gehört. Doch er wollte weder in die Anstalt, noch ins Gefängnis. Er wusste nicht, was er sagen sollte, da wandte sich der Junge auch schon an eine vorbeigehende Polizistin und fragte sich nach Chejas persönlichen Gegenständen. Verwirrt schaute sie zuerst ihn, dass Cheja an. Sie ging und kam nach einer langen Weile mit seinen Sachen zurück, seine Kleidung und seinen Rucksack. Cheja hatte keine Hemmungen, sich direkt umzuziehen. Er wollte einfach nur aus dieser Farbe hinaus.
    „Ähm, es lag noch ein Messer dabei“, sie zeigte es in ihrer Faust. „Wir sind jedoch nicht dazu befugt, freigelassenen Jugendlich Waffen oder Ähnliches zurückzugeben. Dafür bräuchte ich-“
    „Das nehm‘ ich schon“, unterbrach Alicia die junge Frau. Mit einigen Dokumenten unterm Arm kam sie zu ihnen. „So, es wär nun alles geregelt. Wir können auch schon gehen.“ Mit einem breiten Lachen auf den Lippen strahlte sie die Gruppe an. Sie nahm das Messer an sich und wollte gehen. Cheja blieb noch stehen. Es ging ihm alles viel zu schnell. So einfach soll er abgeführt werden? Da musste etwas faul sein. Doch die Frau versicherte ihm noch einmal, dass alles in Ordnung und korrekt sei – es schien die Wahrheit zu sein.
    Vor dem Polizeigebäude war eine Wiese mit kleinen Büschen und Bäumen angelegt. Dahinter, auf der Straße, standen einige Autos in markierten Parkflächen. Sie gingen zu einem schwarzen, langen Auto. Die Scheiben waren verdunkelt. Alicia setzte sich vorne links auf den Platz, Simon sich neben ihr. Noch etwas unschlüssig, aber vor allem verängstigt stieg auch Cheja hinten ein. Noch gestern war er auf der selben Position abgeführt worden, heute fuhr er in seine Freiheit – zumindest hoffte er das.
    Die Frau startete den Motor. Sie fuhr aus der Parkbucht und auf die befahrene Straße.
    „Danke schön“, sagt Cheja zu den beiden vor ihm. „Ich-“, fing er an, doch er wusste nicht, wie er sich mit seiner gebrochenen Sprache richtig ausdrücke sollte. Er hoffte, dass man ihn trotzdem verstand.


    Startpost^^ Also, mein Chara kommt - ganz offensichtlich - neu dazu. Ich hoffe, es klappt alles mit meiner Beschreibung bei der Polizei (ich kann nämlich nicht aus Erfahrung sprechen). Sollte noch etwas grob falsch sein, ändere ich das natürlich noch^^ Ich hoffe natürlich auf ein schönes und vor allem langes RPG!

    Grundsätzlich finde ich die Vergabe des Starters wichtig. In S2/W2 findet das sogar in einer sehr schönen Umgebung statt, weßhalb diese Szene auf jeden Fall in den Trailer sollte. Außerdem finde ich die Szene vor dem Kampf gegen Zekrom/Reshiram und Kyurem und die Kampf selber sehr schön (besonders die Musik^^).
    Wichtige und besondere Personen wie Team Plasma, G-Cis und Cynthia haben besondere Teams und die Kämpfe sind auch besonders. Ich kämpfe immer gerne gegen solche starken und besonderen Gegner, deswegen sollten sie meiner Meinung nach nicht fehlen.

    Ich habe den Meisterball direkt für Zekrom eingesetzt. Mit den anderen Legendären Pokemon warte ich noch, bis ich alle Routen noch einmal abgehe, aber so lange wollte ich nicht warten.
    Ich benutze den Meisterball grundsätzlich direkt beim Haupt-Legi, weil ich damit einen langen und zähen Kampf vermeide. Ich weiß, dass es danach noch einige Legis gibt, die noch stärker sind, aber die fange ich dann mit Hyperbällen oder Timerbällen (funktioniert nach 30 Runde ziemlich gut^^).
    Früher habe ich die Meisterbälle auch immer gesammelt, aber dann habe ich mich irgendwann dazu entschieden, dass es erstens im Beutel viel zu unübersichtlich wird, wenn man dort Items lagert, die man gar nicht braucht, und zweitens es der beste Ball überhaupt ist, ich niemals mehr Probleme haben werde, wenn ich absofort alle Meisterbälle für Legis verwende, und er doch dazu da ist, benutzt zu werden (es wäre ja eine wirkliche Verschwendung).

    Meiner Meinung nach sollten die neuen Städte, also der Südwesten und der Nordosten gezeigt werden. Sie lassen das Spiel, wenn man sich dort befindet, wirken, wie ein ganz neues und nicht eine Erweiterung. Dann finde ich auf jeden Fall das Pokemon World Tournament (der wohl beste Ort in ganz Einall?!), Pokewood und die Einklangspassage ganz wichtig. Vielleicht auch noch die beiden neuen Legis, also das Schwarze und Weiße Kyurem.

    Ich finde es, aus Kämpfen zu fliehen, völlig okay. Wenn man mit einem sehr starken Pokemon durch ein Feld läuft, das nur Pokemon bis Level 10 beherbergt, muss man doch nicht einen AP verschwenden. Die EP bringen dem Pokemon so gut wie nichts. Außerdem ist es störend, wenn man andauernd bereits gefangenen oder schwachen Pokemon begegnet. Dafür gibt es ja schließlich auch den Schutz.

    Ich bin wirklich überrascht von der Aktion^^ Hätte nicht gedacht, dass so ein riesiges Ereignis so plötzlich vorgestellt wird.
    Ich finde, die Idee und die Art und Weise der Umsetzung gar nicht schlecht. Grundsätzlich ist es immer gut, Fans einzubinden und auf deren Erfahrungen zu setzten. Außerdem wird die Aktion mit Sicherheit auf viel Intersse stoßen (nicht nur in der Bisafans-Gemeinde). Ich bin sehr gespannt, wie der Trailer, der im Prinzip aus erster Hand von Fans kommt, sein wird, ob er sich abhebt von den anderen, wie spektakulär er wird und wie gut er das Gefühl, Pokemon S2/W2 zu spielen, übermittelt.

    Ein bisschen verrückt finde ich das schon^^ Es wäre bestimmt interssant, wenn dieser Store auch nach Deutschland oder andere europäische Länder käme, und man die Erfolge (oder Miserfolge) miteinander vergleichen könnte. In Japan scheinen diese für die meisten von uns komplett lächerlichen Aktionen ziemlich gut anzukommen (richtige Pokemon-Center zum Beispiel).
    Sollte dieser Store nach Deutschland kommen, was er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht tun wird, dann wüsste ich noch nicht einmal, ob ich mir da etwas bestellen würde. Da käme bestimmt viel Gelächter aus meiner Familie^^

    Ich finde, es sollte auf jeden Fall noch Legis geben! Die gesamte Geschichte dreht sich mittlerweile um die Legendären Pokemon, sie zieren das Cover und spannend, sie zu suchen, zu treffen, zu fangen und später zu trainieren ist es auch noch. Allerdings finde ich, dass es so viele, wie in der 4. Generation, es nicht mehr geben sollte. Das war vielleicht eine Ausnahme, aber die Zahl an Legis, die es davor und danach gab, ist meiner Meinung nach völlig okay. Durch die Legis kann das Spiel ja auch erweitert, tiefgründiger und, wie man an S2/W2 sieht, viel abwechslungsreicher gestaltet werden, was sogar dazu geführt hat, dass es zwei Haupteditionen gibt.

    Angenommen


    Name:
    Cheja Yeboah


    Geschlecht:
    Männlich


    Alter:
    19 Jahre


    Lichtfarbe:
    Helles Gelb-Grün


    Lichtstärke:
    mittel


    Aussehen:
    Cheja ist ein 1,75m großer Junge mit dunkler Haut. Er ist von Natur aus ein wenig muskulös und dünn. Seine pechschwarzen, kurzen Haare hat er immer zu Rasterlocken zusammengebunden, die an seinem Hinterkopf zu einem kleinen Zopf zusammengebunden sind.
    Er trägt ein verstaubtes, blau-rot-kariertes Hemd, an dem er die oberen zwei Knöpfe immer offen lässt, und eine etwas dreckige, hellbraune Hose. Schuhe lehnt er vehement ab, da er sich noch nie sicher gefühlt hat, wenn er nicht spüren kann, was unter ihm ist. Außerdem trägt er einen schwarzen Pali Schal, um sein Zeichen zu verstecken.
    Cheja hat einen vom Militär gestohlenen Rucksack am Rücken, in dem er seine Waffen hat. Der Schaft seines Scharfschützengewehrs schaut noch einige Zentimeter heraus.


    Zeichen:
    Chejas Zeichen besteht aus einem komplett symmetrischen Kreuz, welches jeweils durch eine waagerechte Wellenlinie sowie einem gebogenen Kreuz durchstoßen wird. Es zieht sich über seinen Hals.



    Eigenschaften:
    Cheja ist ein zurückhaltender Mensch – zumindest hält er dies von sich, denn nie konnte er sich jemandem vollkommen öffnen und nie konnte er jemanden vollkommen erschließen. Selbst seinen Eltern gegenüber ist er sehr distanziert, sagt nur das nötigste und will am liebsten den ganzen langen Tag allein für sich sein, um seinen Gedanken und seinem Willen freien Lauf zu lassen. Oft geht er dabei nach draußen, um die Welt auf sich wirken zu lassen.
    Cheja ist, wenn er keine Vorgaben und keine Zwänge hat, sehr kreativ. Wenn er an Material gelangt, zeichnet er für sein Leben gern. Er überlegt sich Geschichten über seine Person, wie er der Held seiner Nation ist und das Land aus dem Bürgerkrieg führt. Denn genau in diesem sind sein Vater und sein großer Bruder gestorben. Gewundert hat ihn das nicht. Auch, dass überhaupt ein Krieg ausgebrochen ist, denn seiner Meinung nach soll und kann man niemanden über den Weg laufen, ohne gleich ein Messer im Rücken stecken zu haben. In seinen Geschichten lässt er seiner Wut und seinem Drang, Vergeltung und Heimzahlung auszuüben, freien Lauf, und beschreibt seine Person als aggressiv und wütend, wenn er gereizt wird. Auch in der Realität stand er schon oft an der Schwelle, jemanden wirklich grässlich zu ermorden, doch so weit ist es noch nie wirklich gekommen – Cheja hat lediglich einigen Menschen mit einem Gewehr seines Vaters das Leben aus dem Leib geblasen.


    Kraft:
    In einem wilden Gefecht, welches für Cheja gefährlich wurde, hat er gemerkt, dass er Dinge anzünden kann. Ihm ist ein Benzinfass aufgefallen, welches er explodieren lies. Daraufhin hat Cheja etwas experimentiert und weiß nun, dass er lediglich Material, welches sich einige Sekunden lang nicht bewegt, anzünden und somit zum Brennen bringen kann. Jedoch geht manchmal das Benutzen der Fähigkeit buchstäblich nach hinten los: Mal sengt Cheja seine Kleidung an oder etwas ganz anderes fängt an, zu brennen.
    Bislang kann er ebenfalls nur Objekte anzünden, die etwa der Größe eines Lexikons entsprechen.


    Geschichte:
    Cheja ist in einer sehr prekären Situation geboren worden. Gerade stürmten die Truppen der Regierung das kleine Dorf auf dem Kontinent Adyna, wo seine Familie Schutz gesucht hatte, da traten die Wehen seiner Mutter ein und kurz darauf war das zweite Kind geboren. Erschöpft und unter eines Neugeborenen unwürdigen Umständen mussten seine Eltern mit ihm im Arm und seinem fünf Jahre älteren Bruder fliehen. Sie konnten sich in einen Flüchtlingszug retten und fuhren tagelang zwischen Menschen wie ihnen durch die Lande, bis sie schließlich in einer größeren Stadt, die noch in der Hand der Aufständigen war, in einem kleinen Haus Platz fanden. Sein Vater meldete sich gleich darauf bei den Streitkräften um Soldat zu werden, denn der Diktator hatte während der Schwangerschaft seiner Frau ihm den Arbeitsplatz genommen und ihnen so eine angemessene Zukunft verhindert. Außerdem wurden die Freiwilligen in der Bevölkerung hoch angesehen und hatten dadurch Vorteile, wie zum Beispiel größere Nahrungsrationen, billigere Wohnungspreise und manchmal sogar die Chance, Kinder auf Schulen zu schicken.
    Einige Jahre dauerte es, bis die Leistungen von Chejas Vater anerkannt wurden und er seine beiden Söhne auf zwei Schulen schicken konnte. Sein großer Bruder bekam einen Platz auf einer Elite-Militärschule, die zukünftliche Rekruten für den Krieg gegen die Regierung ausbildete, Cheja konnte eine Grundschule besuchen. Seine Zukunft war damit noch um einiges offener als die seines Bruders.
    In seiner jungen Kindheit ist Cheja eher durch das Zurückbleiben in seiner Entwicklung als durch Intelligenz oder durch besondere Talente aufgefallen. Er lernte das Krabbeln erst mit über einem Jahr und sein dritter Geburtstag nahte, da stand er das erste Mal auf seinen Füßen. Er war ein schwieriger und widerstandsfähiger Junge. Seine Eltern verzweifelten des Öfteren an seiner Widerspenstigkeit, vor allem, weil sie so etwas von ihrem älteren Kind nicht gewohnt waren. Cheja hielt seine Familie nachts oft unnötig lange wach und mit anderen Kindern spielen oder gar sehen wollte er auch nicht.
    Kurz bevor er eingeschult wurde, fielen seinen Eltern das merkwürdige grüne Geschwür an seinem Hals auf. Anfangs war das Zeichen noch konturlos, doch die grüne Farbe machte ihnen sorgen. Da jedoch erstens das Geld und zweitens die Kompetenz fehlte, gingen sie nie zu einem Arzt. Jedoch fanden sie Hilfe bei einem Heilmeister, der dieses merkwürdige Symbol lediglich als ein Zeichen Gottes bestimmen konnte. Er sagte ihnen, dass ihrem Sohn eine große und vom Krieg verschonte Zukunft beschert sei. Glücklich nahmen sie dieses Urteil an.
    In der Grundschule fühlte sich Cheja oft unwohl. Zwar wurde das seiner Familie nie mitgeteilt, da die Lehrer und Zuständige froh waren, wenn sie die Problemfälle in ihrer Klasse nach Unterrichtsschluss los waren, doch für ihn war es eine prägende Zeit. Der Unterricht langweilte ihn – er beschäftigte sich eher mit anderen Dingen – zum Rüpel oder Schläger wurde er aber auch nicht. Er schottete sich von anderen ab, suchte auf dem Pausenhof Schutz vor den Blicken anderer und lehnte jegliche Versuche von Mitschülern, ihn zum Mitspielen zu überreden, ab. Er dachte, sie alle seien etwas anderes. Er fühlte sich nicht zu ihnen angezogen, weil sie für ihn anders waren – keine Menschen. Mit der Zeit merkte er, dass alle ihn hinters Licht führen wollten. Er erkannte und verstand die Situation in seinem Land und bezog das seiner Meinung nach Betrügerische und Hinterhältige Verhalten des Staatsoberhauptes auf seine Mitschüler. Er sah in jedem ein Mitglied der Feinde.
    Sein Bruder schloss seine Schule mit Bravour ab, wurde sofort in die Armee aufgenommen und arbeitete seit dem mit seinem Vater Seite an Seite. Cheja brachte hingegen immer öfter schlechte Nachrichten, unter anderem Schulverweise, und blaue Flecken mit nach Hause.
    Seine Mutter und seine Großeltern machten sich große Sorgen, doch erreichten sie bei ihm nichts, weil er sich in seinem Zimmer einschloss und aus dem Fenster sprang, um durch die gefährlichen Gassen der Stadt zu laufen – um allein zu sein. Einmal musste er sich eine ganze Nacht lang im ersten Stockwerk eines ausgebrannten Hauses verstecken, um nicht von den vorbeimarschierenden Truppen entdeckt zu werden.
    Während seinen Spaziergängen dachte er oft über sich und seine Person, über seinen Wert im Gefüge des unbändigen Krieges nach. Er träumte von der Rolle des Retters, des Erfüllers und wusste von Anfang an, dass er auf Grund seines Anders-Sein auserwählt war. Darüber hinaus wurde er oft Zeuge von hinterhältigen Angriffen, Schlägereien zwischen den Regierungstruppen und Zivilisten und Entführungen. All dies bestätigte seine Sicht auf die Dinge.
    Die Lage im Land und in Chejas Haus dramatisierte sich zunehmend. Das gesamte Land war nahezu in der Hand des Diktators, sein Vater und Bruder kamen kaum mehr nach Hause, und in der Schule wurde Cheja immer mehr zu dem, was er in anderen sah: das Andere. Unterricht interessierte ihn nicht, auf dem Pausenhof wurde er gemobbt und geschlagen, zu Hause schloss er sich ein und ignorierte den immer schlechteren Zustand seiner Mutter. Sie wurde zunehmend depressiver. Sie hatte ebenfalls niemanden mehr. Mann weg, Söhne weg, Eltern gestorben. Doch einen Lichtblick gab es im Leben Chejas: die Gruppe „Kunst und Literatur“. Angeboten wurde sie von einem damals siebzehnjährigen Mädchen, zu welchem sich Cheja – zum ersten Mal in seinem Leben – hingezogen fühlte. Es war keine romantische Liebe, aber er liebte sie einfach. Er fühlte, dass sie verstand, was in ihm vorging, obwohl er nie darüber gesprochen hatte, dass sie seinen Charakter nachvollziehen konnte und ihn respektierte. Er freute sich jede Woche aufs Neue, wenn er sie sah und sein Bild oder seine Geschichte beendet konnte. Sie ließ ihn dabei ganz in Ruhe, genau so, wie er es gerne hatte, doch sie war immer da. Er fühlte, dass sie nicht anders war, sondern genau so, wie er.
    Mit fast beendigter Schule erreichte Cheja und seine Mutter die Botschaft des Todes von ihren Familienmitgliedern. Cheja selber war nicht allzu sehr davon erschüttert und konnte die Anfälle und die Verzweiflung seiner Mutter nicht nachvollziehen – ihm war es sowieso egal. Doch damit ermöglichten sich ihm auch weitere Möglichkeiten, sein eigenes Leben und seinen Willen, seine Fantasie zu leben. Seine Mutter interessierte sich auf einmal auch nicht mehr für ihn, lag den ganzen langen Tag und die Nacht auf dem Sofa, wodurch er die Gelegenheit nutzte, um deren privaten Sachen zu durchsuchen. Neben einem schwarzen Pali Schal, dem sein Bruder gehörte, fand er auch Munition, Granaten und Waffen seines Vaters. Cheja war fasziniert und beeindruckt von der Kraft und Macht, die er auf einmal in seinen Hände hielt und erinnerte sich an die Schießereien in den Gassen der Stadt und seinen Träumen. Er entschied sich dazu, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und seine Bestimmung zu erfüllen.
    Als er für eine nächste Stunde „Kunst und Literatur“ eintraf, war er entsetzt davon, dass sie nicht mehr da war. Sein Herz raste auf einmal, er fiel aus allen Wolken – ein freier Fall. Er konnte es nicht glaube, dass er auf einmal den Halt, dass er auf einmal sie verloren hat. Auch in den nächsten Tagen konnte er sie nicht finden und er machte sich sorgen. In einer Nacht machte er sich Gedanken, was mit ihr sein könnte, wo sie sein könnte. Er entschied sich dafür, sie zu suchen – koste es, was es wolle. Er war fest davon überzeugt, dass er sie finden würde. Es gab keine andere Angelegenheit mehr in seinem Leben.
    Auf seiner Suche durchstreifte er zunächst die Stadt, in der er lebte. Er suchte vergeblich ihr Haus, suchte vergeblich nach Zivilisten, die er fragen konnte. Ihm wurde klar, dass er so gut wie nichts über sie wusste. Anstatt auf jemanden zu treffen, der ihm hätte helfen können, wurde er in diesen Tagen in kleinere Schießereien um Straßen oder Stadtteile verwickelt. Er hatte kaum Erfahrung im Umgang mit seinen Waffen, hatte nur ein paar Mal dabei zugesehen, wie sich andere bekriegen, doch wie durch ein Wunder kam er immer unversehrt aus den Situationen heraus. Dabei wusste er noch nicht einmal, gegen und mit wem er nun kämpfte. Ihm war es auch egal. Er schoss einfach darauf los – egal ob er auf einmal den Mann töten würde, neben dem er am vorherigen Tag noch, Seite an Seite, gefochten hatte; er wollte einfach nur sie finden.
    Nach wochenlangen Reisen, auf denen es mal vorkam, dass er tagelang nicht zurück nach Haus kam, kam er letztlich zu dem Entschluss, andere Wege einschlagen zu müssen. Cheja ließ alles stehen und liegen, packte nur einige seiner Bilder und Geschichten sowie ein Bajonett in einen Rucksack ein und machte sich schließlich auf den Weg. Er ging in das noch hell erleuchtete Wohnzimmer, wo seine Mutter weiterhin auf dem Sofa lag und ins Leere starrte, gab ihr einen kurzen Kuss und verschwand. Es hatte ihn Überwindung gekostet, seine Mutter so innig zu berühren, doch ganz ohne Verabschiedung hätte er sie nicht zurücklassen können.
    Cheja schlich auf einen außerhalb der Stadt liegenden Militärstützpunkt, erstach lautlos einen Wachmann, zog seine Uniform an und mischte sich unter die Masse der Soldaten, die in ein Flugzeug stiegen. Sein Herz schlug die ganze Zeit über, doch er war sich von Anfang an im Klaren, dass, sollte es dazu kommen, dass er entdeckt wird, er alles dafür tun würde, sie zu finden. Doch es klappte. Das Flugzeug startete ohne Turbulenzen und landete nach geschlagenen Stunden auf einem im Wald gelegenen Flugplatz.
    Cheja war fasziniert von dem satten Grün und dem Reichtum der Natur. In Adyna gab es nur Grau, Braun; Wüste ohne Ende und vielleicht mal einen Kaktus und vor allem nur verstaubten Himmel. Er folgte den anderen Soldaten, die von winkenden und freudig strahlenden und weinenden Menschen erwartet wurden. Er machte sich jedoch direkt aus dem Staub. Schnell, fast schon rennend wollte er die Menschenmasse hinter sich lassen. Er spürte das unwohle Gefühl in ihm, jemand anderes hinter sich zu haben, aber er spürte auch, dass sich etwas vor ihm befand, dass sich nach ihr anfühlte. Kurz bevor er den Flugplatz verlies, las er auf einem großen Transparent:


    „Willkommen in Wejau“



    Waffe:
    Cheja trägt in seinem Rucksacke ein schwarzes Messer, wessen Klinge etwa 15cm lang ist. Vom Schaft bis zur Hälfte des Stahls besitzt das Messer kleine Zacken.


    OT: Etwas spät, aber es sollte noch klappen (hoffentlich^^)

    Was war bisher die beste "Attraktion" der Pokemonwelt?
    Im Moment liegt bei mir persönlich noch der Pokeathlon vorne. Ich war so begeistert und erstaunt, als ich das Gelände und vor allem die Wettbewerbe das erste Mal gesehen habe. Ich glaube, ich habe zwei ganze Tage lang nur am Pokeathlon teilgenommen - das Spielgeschehen war mir in dem Moment erst einmal egal. Zwar habe ich das mit den Aprikokos nie wirklich hinbekommen (und auch die Verwendung von Knurspen oder anderem Gedöns lag mir nie), aber ich habe es trotzdem geschafft, auf meinem Trainerpass den Stern für das Meistern des Pokeathlons erhalten. Darauf war ich richtig stolz^^
    Allerdings glaube ich, dass der Pokewood den Pokeathlon bald schlagen wird. Zwar habe ich noch nicht all zu viele Filme gedreht, doch es macht mir jetzt schon so viel Spaß, da dauert es bestimmt nicht lange, da habe ich alle Filme durch. Ich bin mal gespannt.


    Welche habt ihr am meisten genutzt?
    Ganz klar den Pokeathlon. Zwar glaube ich, dass, wie erwähnt, das Filmemachen mir noch mehr Spaß bereiten wird, weil einfach jeder Film und jeder Dreh ein anderer ist und man auch nicht wirklich trainieren kann, wenn man immer Leih-Pokemon benutzt.


    Was erwartet ihr von den folgenden Attraktionen?
    In jeder neuen Generation war ich von der neuen Attraktion völlig überrascht und hin und weg. Ich bin mir sicher, dass sich die Entwickler etwas noch besseres, noch pompöseres einfallen lassen, als zuvor^^