Beiträge von Faolin

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


Alle Informationen zum ersten Teil des Erweiterungspasses "Die Insel der Rüstung" findet ihr bei uns auf Bisafans:

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    Hallo du. ♥
    Ich kann natürlich nicht offiziell wieder zurück sein, ohne dir einen Kommentar da zu lassen; außerdem hast du von mir viel zu wenige davon! Ich werde mich einem deiner neuesten Werke widmen - und wie ich sehe, hast du gleich drei Drabbles! Na dann mal los. :3
    Ich kann die Maps natürlich auch nicht einfach kommentarlos so stehen lassen; ich finde, sie sehen wirklich toll aus! Außerdem finde ich es ein schönes Extra, dass die kurzen Momente, die du in den jeweiligen Drabbles beschreibst, so verbildlicht und festgehalten sind. Das gibt den Szenen noch einmal einiges dazu; trotzdem sind deine Werke allein natürlich ausreichend, um sich alles vorzustellen. Finde ich aber eine sehr interessante Idee, die Drabbles so zu ergänzen. :3


    Raue Natur trifft auf sanftes Wetter
    In den ersten vier wunderbaren Sätzen erklärst du schon auf simple Weise, worum es geht: ein Treffen bzw. Wiedersehen zweier Menschen, die du dann auch noch mit knapp beschriebenen Charakterzügen lebendig werden lässt. Mir gefällt es ungemein, wie du in dem Dialog so viel von der Beziehung der beiden und den Eigenschaften mit in die Situation bringst! Dialoge sind irgendwie überhaupt nicht meins - umso mehr bewundere ich den Wortwechsel der beiden Personen, der an sich schon etwas rätselhaftes hat, etwas nicht zu Offensichtliches. Dadurch wirkt er und die beiden Charaktere noch einmal echter! Ich habe das Gefühl, dass mit der Blume die Professorin gemeint ist, stimmts? Würde auch ins Bild passen, dass sie etwas zurückgezogen lebt. Gleichzeitig sinniere ich über seinen Satz: "Sie weiß eben nicht, wo sie hingehört." Als hätte er durchaus Interesse an ihr und einer Beziehung; du siehst, bei mir wirft sich sofort das Kopfkino an, haha. Ich kann jedenfalls nur ein großes Lob aussprechen und noch einmal betonen, dass dir das Drabble und diese kurze Szene wirklich super gelungen ist!


    Kindes Welten
    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man den Titel auch zusammenschreiben könnte, auch wenn ja hier eigentlich ein Genitiv vorkommt, mh. Naja. Jedenfalls dachte ich irgendwie sofort an die Fantasie eines Kindes, die aus einem einfachen Spiel ein kleines großes Abenteuer macht. Deine Beschreibungen in dem Drabble sind wunderschön und bildlich, alles schreit nach Abenteuer. Und auch wenn einem klar wird, dass diese Dramatisierung nur aufgrund der Fantasie stattfindet, ist es eine tolle Situation, die du da mit Worten eingefangen hast. Auch hat diese kindliche Naivität der beiden etwas schönes, erfrischendes. Man sollte viel öfter noch einmal mit den Augen eines Kindes sehen, oder? Auch dieses Drabble von dir gefällt mir wirklich, ebenfalls ein toller Moment, den du beschrieben hast, und der einen als Leser von der ersten Sekunde an mitnimmt. Und auch hier passt deine kleine Map wunderbar; ich finde den Gegensatz des Bilds zum Text toll. Zum einen diese spannende, aufregende Situation und dann das Bild, das das Ganze in einem neutralen Blick von außen auffängt. Ich muss dir nicht sagen, dass ich ein Fan von dir bin; jedenfalls bin ich sehr froh, dass du weiterhin so viel Freude am Schreiben findest und dir auch deine Zeit dafür nimmst. In diesem Sinne: hör bloß nicht auf - wir lesen uns! :)



    Gracidea

    Salut. ♥
    Ich dachte, ich lass dir mal eben einen kurzen Kommentar da! Also erstmal: Willkommen zurück! Es ist mir eine Ehre, dir wieder kommentieren zu dürfen. :3
    Mir gefällt dein Neuanfang, neues Jahr, neues Topic. Dein Header hat übrigens etwas sehr Faszinierendes, irgendwie sind die Scherben wunderschön. Erinnert mich an ein Bild was ich neulich gesehen habe; ich glaube das ging um einen Brauch... "In Japan, broken objects are often repaired with gold. The flaw is seen as a unique piece of the object's history, which adds to its beauty." Aber das nur nebenbei, nun zu deinem Gedicht, haha. :3
    Tut mir leid, ich bin einfach nicht so der Mensch, der Reimschemata und Metren bis ins kleinste analysiert; ich gehe immer liebe auf den Klang, Melodie, Wortwahl und Atmosphäre ein, ich hoffe, das ist in Ordnung. Ich finde, dieses komplette Aufdröseln nimmt immer ein klein wenig von der Magie. Also werde ich da nicht allzu tief greifen. Dein Gedicht hat auf jeden Fall von Anfang an einen wunderschönen Klang, ziemlich melancholisch und sehnsüchtig. Vor allem der dritte Satz hat mich gepackt, vor allem, weil die Länge von den ersten beiden abweicht. Die Betonung ist dir wunderbar gelungen! Das mit den Satzzeichen bekommst du einfach immer perfekt hin, da kann ich mir einiges abgucken, haha. Macht einfach viel aus, was die gesamte Melodie angeht. Inhaltlich kommt ein Bruch, als das lyrische Ich quasi aufgibt und sich fragt, was es aus dem Leben mitgenommen hat. Und genau dann geht der Wunsch doch noch in Erfüllung. Diesen Gedanken finde ich wunderschön, denn ist es nicht häufiger so, dass etwas genau dann passiert, wenn man aufhört, fanatisch darauf zu warten? Auch habe ich irgendwie das Gefühl, dass es bei dem Gedicht noch eine inhaltlich höhere Ebene gibt; dass es eben nicht nur um Schnee geht, sondern allgemein um einen Wunsch, etwas, das man je nach Leser auf alles übertragen kann. Mir gefällt dieser Gedanke, ob er nun gewollt war oder nicht! Die Melodie bleibt bis zum Schluss wirklich schön, genauso wie deine Reime. Ich habe oft so ein Problem damit, das richtige Wort für den Reim zu finden, ohne dass Klang und Inhalt verloren gehen. Das ist dir aber super gelungen, ich habe nichts anderes von dir erwartet. Das war es auch schon von mir, ich freue mich auf jedes weitere Wort von dir - wir lesen uns!



    Gracidea

    W O H N Z I M M E R W U N D E R W E L T E N
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    Lunarfeder



    S e e l e n t a n z




    Die Sonne verglüht riesig und rot hinter den schwarzen Silhouetten der alten, knorrigen Bäume, deren lange Finger bis zu den Fensterscheiben des Gebäudes reichen.
    Das neongrelle Oberlicht gibt ein mehrfaches Klicken von sich, bevor es flackernd erlischt und den Raum dem schwachen Schein der winzigen Nachttischlampe überlässt. Selbst in diesem wärmeren Licht erscheint die Wandfarbe noch zu kalt, die Fliesen zu glatt, der Raum zu riesig für das kleine Mädchen, das beinahe reglos unter dicken, weißen Decken liegt. Das schwarze Haar umrahmt ihr schmales Gesicht, zeichnet feine Linien auf helle Haut. Ihre Augen sind geschlossen und von dunklen Augenringen geprägt.
    Finger krallen sich so fest um das kühle Gerüst des Bettes, dass sie totenbleich wirken. Stille liegt wie zäher Nebel auf dem Raum, bis ein einziger pfeifender, sich aufbäumender Atemzug sie durchbricht. Hände schnellen ruckartig zu den schmalen Handgelenken, zeichnen zärtlich Kreise auf durchscheinende Adern. Aber selbst Worte, kaum mehr als Geflüster und so warm wie eine Umarmung, vermögen nicht mehr das zurückzuholen, was längst verloren ist.
    Unnachgiebig und erbarmungslos bohrt sich das raue Gestein in zarte, kleine Fußsohlen. Nebel zieht wie Wolkenschlieren dicht über den zerklüfteten Felsen, formt ihn zu gierigen Zähnen. Der Wind zerrt rücksichtslos am ausgeblichenen Stoff eines viel zu großen Nachthemds. Zitternd schlingt das Mädchen die Arme um sich selbst. Schmerz pocht von ihren bloßen Fußsohlen bis in ihr Innerstes, stetig pulsierend. Sie will fort von hier, überall sein, nur nicht hier – allein, gebrochen.
    Sturmgepeitscht treiben schwere Wolken kreisend über den Himmel, reißen auseinander, ohne auch nur einen Lichtstrahl durchzulassen. Das Mädchen kauert sich tief über den steinigen Boden, aber es gibt kein Entkommen vor dem Wind, der an ihr zerrt und ihre langen Haare zu schwarzen Peitschen formt. Ein Geräusch am Rande ihrer Wahrnehmung lenkt ihren Blick nach oben. Der grauschwarze Himmel über ihr färbt sich noch dunkler, als würde sich jeder Regentropfen der Welt dort oben versammeln. Und dann, wie aus dem Nichts, werden aus einem einzigen, winzigen Geräusch dutzende, hunderte, tausende auf einmal.
    Ihr Körper ist so starr vor Schreck, dass sie nicht einmal mehr zittert, als der Himmel seine Tore öffnet und rasend schnell auf sie zu kommt. Schwarz löst sich aus den schweren Wolken, schnellt unausweichlich wie ein Pfeilhagel auf die am Boden kauernde Gestalt. Und dann
    gibt es nur noch
    tausend Stimmen
    ein rauer Schrei,
    erstickt in beißender Verzweiflung.
    Das Mädchen reißt die Arme hoch, ein vergeblicher Versuch, sich selbst zu schützen. Alles, was ihre angsterfüllten Augen sehen, ist dunkles, ölig glänzendes… Gefieder? Schneller, als ihr Verstand begreifen kann, löst sich ein Vogelkörper aus der Menge, so schnell, dass er droht sie zu durchbohren wie ein Geschoss. Das Mädchen wimmert, krümmt sich, ihre Gedanken nichts als spitze Schnäbel und messerscharfe Klauen, die sich in ihre dünne Haut graben.
    Doch anstelle des Schmerzes, den sie erwartet hat, ist es Leere, die sie erfüllt; eine alles umfassende, wohltuende Leere, die jegliche Angst aus ihrem kleinen Körper drängt. Der nächste Vogel streift sie so sanft, dass ihr ein zittriges Seufzen entfährt, und mit ihm der Schmerz, den sie in sich trägt, seit sie denken kann.
    Voller Unglauben richtet sie sich langsam auf, strauchelt, dreht sich langsam um die eigene Achse, den Mund zu einem winzigen, staunenden o geformt. Nie hat sie etwas Schöneres gesehen als diese Vögel, die sie umkreisen, streifen, sie in einer vollkommenen Choreografie wie ein scheues Wesen in ihrer Mitte halten. Im Licht ihrer vergessenen Angst schimmert jedes Tier in einer anderen Schattierung von Blau und Grün. Lachend streckt das Mädchen seine kleinen Hände nach ihnen aus und noch im selben Moment ziehen sich die Kreise enger, schützender um sie. Wann hat sie sich jemals so leicht, so schwerelos gefühlt? Frei von den Geißeln ihres des Schmerzes und der Angst, der Dunkelheit, die sie begleitet hat.
    Vollkommen eins mit sich schließt sie die Augen, gibt sich dem Singen von hundert Flügelpaaren und den Liebkosungen der weichen Vogelfedern hin. Immer enger, immer näher umkreisen sie sie, bis ihr schwarzer Schopf mit glänzendem Gefieder verschmolzen ist. Ein letztes Mal streifen die Vögel das Mädchen, machen sie mit jedem Flügelschlag mehr zu einer von ihnen. Schwarz vereint sich mit dem Glanz von Saphir und Smaragd und dem violetten Schimmer der Morgendämmerung, und nur einen Augenblick später streben tausend Seelen wie ein Wesen der Sonne entgegen.







    Gracidea

    Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner! ♥
    Ansonsten gibt es auch von mir noch kurze Rekommentare; irgendwie scheint es allgemein mein Problem zu sein, dass ich mich in Kurzgeschichten nie so klar ausdrücken kann und die Handlung demnach immer relativ viel Interpretationsfreiraum bietet. Ich dachte, ich hätte es dieses mal anders hinbekommen, denn ich hatte auch genau vor Augen, was ich aussagen will, allerdings scheint mir das nicht so gelungen zu sein, wie ich es gehofft hatte, aber naja. :3 Danke an alle, die sich Zeit für den ein oder anderen Kommentar genommen haben!




    Gracidea

    Na dann will ich doch auch gleich mal - mit neuem System - meinen Vote abgeben. :3
    Ich habe die Abgaben nach folgenden Kriterien beurteilt: Titel (max. 1 Punkt), Schreibstil (max. 3 Punkte), Kreativität der Idee (max. 2 Punkte), Umsetzung der Aufgabenstellung (max. 2 Punkte) und Gesamteindruck (max. 2 Punkte). Ich entschuldige mich, da ich dieses Mal keine Kommentare schreiben werde; ich dürft mir allerdings gerne schreiben, solltet ihr Feedback und die Einzelheiten eurer Bewertung wissen wollen! :)  




    Gracidea

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    Lunarfeder



    S t e r n e n p f a d


    » Tell me the story of
    how the sun loved the moon so much
    he died every night to let her breathe... «

    unbekannt


    Ein letztes Mal haucht das Feuer seine goldene Seele auf die Welt, bevor die Dämmerung es ganz verschluckt. Die letzte Wärme dieses Tages sickert zähflüssig wie Honig durch die purpurfarbenen Wolken, bevor auch dieser Strom versiegt. Sehnsucht ist glühend auf das Himmelszelt gemalt, lang gestreckt wie eine stille Geste, und doch sind sie niemals nah genug, einander zu erreichen. Verdammt, sich auf ewig zu umkreisen, flüsternd, wispernd, niemals findend. Nur die Sterne verbinden ihre Herzen, funkende Erinnerungen und strahlende Gedanken. Und jede Nacht erleuchten sie den Weg des kühlen Mondes, während die Sonne immer wieder nur für ihn verlischt.







    Gracidea

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    Lunarfeder



    N u r__e i n__H a u c h


    [IMG:https://abload.de/img/vintagedreamxcuey.jpg]
    Quelle



    » Von der allerersten Sekunde an hatte Sophie diese wunderschöne massive Tür aus dunklem Walnussholz geliebt. Trotz ihrer Größe und dem vergoldeten Griff wirkte sie niemals ausladend oder dekadent, im Gegenteil; sie strahlte eine Wärme und Anziehungskraft aus, der sich Sophie nicht entziehen konnte. In dieser schmalen Gasse, die aus nicht viel mehr als gedrungenen Häusern und jede Menge Kopfsteinpflaster bestand, wirkte sie umso mehr wie etwas Magisches. Vielleicht lag es aber auch an dem kleinen Fenster, das in die Eingangstür des kleinen Ladens ihrer Tante eingelassen war, und das gerade so groß war, dass man erahnen konnte, was sich dahinter verbarg. Die Holztür würde von zwei Fenstern flankiert, doch beide waren zu weit oben angebracht und zu dunkel, um etwas erkennen zu können. Selbst wenn Sophie sich streckte so weit sie konnte – es war unmöglich alles zu sehen. Also bettelte und drängte sie ihre Tante Amélie schon fast dazu, sie möge doch nun endlich die Türe aufschließen und ihr den Laden zeigen, von dem sie schon so oft Geschichten gehört hatte.
    Das Schloss öffnete mit einem leisen Klacken und sogleich ertönte der sanfte Klang eines Glöckchens, als Amélie die Tür aufschob und Sophie hineinließ. Diese fand sich in einem dunklen Raum wieder, so dunkel, dass sie nicht mehr als Lichtreflexe und etwas Grau erkennen konnte. Sie gab sich Mühe, ihre Enttäuschung zu verbergen; das hier war garantiert nicht das kleine Wunder, das ihre Tante ihr versprochen hatte.


    Sie schmunzelte bei dieser Erinnerung. Wie jung sie noch gewesen war, als Amélie sie das erste Mal mitgenommen hatte. Ob es die kribbelnde Neugier oder doch nur die Einsamkeit war, die sie ihre Tante bedrängen ließ, ihr zu zeigen, wohin sie die meiste Zeit des Tages verschwand, vermochte sie jetzt, gut zwanzig Jahre später, nicht mehr zu sagen. Obwohl eher letzteres der Grund war, denn einsam war sie zu dieser Zeit auf jeden Fall gewesen. Noch zu jung, um in die Schule zu gehen, und gerade erst mit dem Verlust ihrer Eltern gezeichnet.


    Noch immer war es viel zu dunkel, um auch nur eine winzige Kleinigkeit zu erkennen, und langsam wurde Sophie ungeduldig. Was konnte es spannendes hinter dieser wunderschönen Tür geben, das nun hier vollkommen im Dunkeln lag? Warum verbrachte ihre Tante so viel ihrer Zeit hier, anstatt sich um sie zu kümmern und mit ihr zu spielen?
    Schmollend drehte sie sich um, zurück zu der Tür, die mittlerweile ins Schloss gefallen war. Sie wollte hinaus, auf die Straße, wo es nach süßem Gebäck und Frühlingsblumen duftete. Sophies Hand lag schon auf der Tür, fuhr tastend und suchend über das weiche Holz, als sie inne hielt. Irgendetwas hielt sie davon ab, noch länger nach dem Türgriff zu suchen, etwas, das ihr sanft und weich und beinahe liebkosend in die Nase stieg. Ein Geruch, der so viel schöner war als das, was sie draußen erwartete. Vielleicht sogar besser als der Duft von frisch gebackenen Croissants.
    Sophie bemerkte erst, dass sie die Augen geschlossen hatte, als sie sie öffnete und der Laden auf einmal in ein warmes Licht getaucht war. Staunend sah sie sich um – der Raum war klein und verwinkelt und voll gestellt; überall waren Tische mit mindestens hunderten von Schubladen und Regale, die bis unter die Decke ragten, mindestens fünf mal so hoch wie Sophie groß war. Alles schien fein säuberlich sortiert zu sein, jede Schublade sorgfältig geschlossen und in einer geschwungenen Schrift mit Etiketten versehen. Es war vollkommen still, nicht einmal der Lärm der Leute vor der Tür kam bis zu ihnen durch. Das kleine Mädchen hatte das Gefühl, sich wahrhaftig in einer vollkommen anderen Welt zu befinden.


    Lavendel. Damals hatte sie den Geruch von Lavendel in der Nase gehabt, als sie kurz davor war, dieses Wunder zu verlassen ohne auch nur einen Blick darauf geworfen zu haben. Wäre sie damals nicht zu überwältigt und überrascht gewesen, hätte sie noch so viele andere Düfte wahrnehmen können – denn während es für manche kaum möglich war, auch nur einen der Gerüche wahrzunehmen oder auch nur zu benennen, hatte Sophie schon immer eine besonders sensible Nase gehabt. Und Lavendel hatte sie schon immer am meisten geliebt.
    Gedankenverloren betrachtete sie die sorgfältig aufgereihten Flacons und Fläschen auf dem Tisch vor ihr. Die verschiedenen Glasgefäße waren mit Amélies Handschrift versehen: auf der einen Seite reihten sich Jasmin-, Lavendel- und Rosenessenzen aneinander, aber auch exotischere Blüten wie Nachthyazinthe und Neroli. Daneben waren die Gewürze beinahe penibel angeordnet; Ingwer, Vanille, Nelken, Zimtrindenöl und viele weitere, die Sophie allerdings bei weitem nicht so häufig für ihre Parfums verwendete. Auch wenn sie es liebte, immer wieder vollkommen neue Düfte zu entdecken, indem sie die verschiedensten Öle und Essenzen miteinander verband und kombinierte, so griff sie doch immer wieder auf ähnliches zurück. Bei ihrem ersten Besuch als Kind hatte sie wohl kaum erfassen können, was für ein Wunderwerk Amélie Tag für Tag in ihrem Laden immer wieder aufs Neue vollbrachte.


    Der Tag war schon lange der Nacht gewichen, und die schwachen Lampen beleuchteten nur spärlich den Raum. Sophie wusste nicht, ob es der Kummer und die Trauer war, die sie immer wieder zurück in den Laden führten, oder die Macht der Gewohnheit. Wie viele Tage, Stunden, Sekunden hatte sie hier in ihrem Leben schon verbracht?
    Vorsichtig, aber routiniert öffnete sie eines der vorderen Gefäße, wohl einer der letzten Düfte, an denen ihre Tante gearbeitet hatte, und ließ mithilfe einer Pipette einen einzigen Tropfen auf ihr Handgelenk fallen. Sanft und bedacht hob sie die Hand zu ihrer Nase – und wie von allein fand der Duft seinen Weg in ihr Innerstes, bis er an jedem ihrer Sinne Anklang fand. Dieses Parfum war schlichtweg überwältigend. Fließend ging ein Geruch in den anderen über, überlagerte den nächsten und wie aus dem Nichts kam ein weiterer, vollkommen neuer hinzu, der sich wunderbar harmonisch zu den anderen fügte. Sophie vermochte nicht zu sagen, welche Bestandteile dieser Duft enthielt, und es war ihr unmöglich, jeden einzelnen herauszufiltern, so sehr sie sich auch konzentrierte. Auf der Suche nach Hinweisen drehte sie das Gefäß, und was sie dort las trieb ihr die Tränen in die Augen. Nur zwei Worte standen auf dem Aufkleber, in einer vertraut geschwungenen Handschrift: » Für dich. «


    Sie konnte nicht sagen, was ihr Leben mehr verändert hatte; war es das erste Mal, als sie Amélies Laden betreten hatte, oder doch der Moment, als Sophie den Flacon gefunden hatte, der eigens für sie bestimmt war – lange nachdem Amélie gestorben war? Mit den Jahren war der Wunsch in ihr, eines Tages das Lebenswerk ihrer Tante fortzuführen, immer weiter gewachsen, doch nur Sekunden nach diesem einen Augenblick war sie sich in ihrem Entschluss sicher; obwohl sie wusste, dass sie niemals an Amélies Kreationen herankommen würde, so blieb es doch an Sophie, ihr Vermächtnis in Ehren zu halten.


    Ihre zarte Hand, mittlerweile gezeichnet vom Alter, zitterte leicht, doch sie zögerte nicht, als sie zum letzten Mal die schwere Holztür zuzog und den schmalen Messingschlüssel im Schloss herumdrehte. Mit leisem Kummer im Herzen setzte sie einen langsamem Schritt hinaus in die kühle Herbstluft. Als sie den Blick hob, um noch einmal den Anblick des Ortes, den sie so sehr liebte, in sich aufzunehmen, seufzte sie vernehmlich und ihr Atem tanzte vor ihr in der Luft. Dunkelrote und strahlend orangene Herbstblätter wirbelten um Sophie herum, als sie sich, mit einer Hand auf auf ihren Stock gestützt, auf den Weg machte; in der anderen Hand hielt sie einen Flacon wie eine kleine Kostbarkeit. Ein leises Lächeln umspielte ihre schmalen Lippen, während sie erneut tief in Gedanken versank, getragen von diesem einen Duft, der unendlich viele Erinnerungen zurückzubringen vermochte. Zurück zu unzählbar vielen glücklichen Sekunden in Amélies Gesellschaft, eingehüllt in den Geruch von Zimt, Vanille und Lavendel.





    Gracidea

    W O H N Z I M M E R W U N D E R W E L T E N
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    Lunarfeder


    N i r g e n d w o



    Sanft weht die kühle Abendluft in das Innere des Wagens; der vertraute Duft nach altem Leder vermischt sich mit dem dunklen Geruch des Waldes. Hell-goldene und dunkelgrüne Bäume säumen den Weg, recken sich dem wolkenlosen Himmel entgegen, die Blätter wispernd im Wind. Beinahe scheu begegnet er meinem Blick, als ich ihn mit einem leisen Lächeln ansehe, aber er erwidert es und neben seinen Mundwinkeln erscheinen diese wunderbaren tiefen Grübchen, die ich so sehr liebe. Die Sonne taucht die Landschaft vor uns in ein majestätisches Orange, den Abend in ein Meer unendlicher Möglichkeiten und mich in atemlose Erwartung. Pure Glückseligkeit.







    Gracidea

    Salut Flocon. ♥
    Du hast ja leider schon ewig keinen Kommentar mehr bekommen, und schon wieder ewig keinen von mir, also dachte ich, ich schreibe dir mal einen. Hatte ich ja versprochen. Und ist ja auch selbstverständlich. :3 Irgendwie. :3


    Der Schlafwandler
    Ich weiß ja nicht, ob du das weißt, aber ich liebe Rilke und allein schon dein Titel ließ mich an seine Gedichte denken! Das zog sich dann durch dein gesamtes Werk durch. Hat vielleicht auch damit zu tun, dass du hier ein Sonett geschrieben hast - sofern ich das nach meinem groben Deutsch-Schulstunden-Gedächtnis, das sich noch irgendwo in meinem Kopf aufhält, beurteilen kann. Ich finde, diese Form gibt dem Gedicht immer gleich eine völlig neue, noch bedeutendere Bedeutung (Oh Gott, es wird Zeit für Kaffee *schlürf*) und in Kombination mit dem Titel gefällt mir das dann auch echt gut. Schlafwandeln ist allgemein ein wirklich faszinierendes Thema!
    Die erste Strophe beschreibt noch den Wachzustand; beim ersten Überfliegen war ich hier schon vom Schlaf ausgegangen. Das lyrische Ich ist einsam, wie du es ja auch beschreibst, und der graue Alltag und Aussichtslosigkeit scheinen Überhand über sein Leben zu haben. Hierbei gefällt mir besonders der Ausdruck "sein Geist verendet hohl", der etwas wahnsinnig starkes an sich hat! Es wird klar, dass das lyrische Ich sich im Traum sehr viel lebendiger fühlt als mit wachem Bewusstsein, was natürlich etwas sehr paradoxes an sich hat, schließlich kann kaum jemand seine Träume wirklich bewusst wahrnehmen und erleben, und ein Schlafwandler erstrecht nicht. "ich würde tanzen, leben, lieben, lachen" - Eine wunderschöne Zeile! Auch hier kommen wieder die Traurigkeit und Einsamkeit durch, da es offensichtlich niemanden gibt, mit dem er oder sie dies erleben könnte. Das lyrische Ich wacht nun in der Natur auf, nicht in seinem Bett oder Zimmer, und gerade das Aufwachen in der Natur hat etwas sehr schönes und simples. Hiermit ist dann auch das Schlafwandeln aufgegriffen, schließlich wandelt er hinaus in der Natur während er schläft. Gleichzeitig würde ich dein Gedicht aber nun auch so interpretieren, dass er nicht nur mit seinem Körper quasi wandelt, sondern vor allem in Gedanken und in seiner Phantasie; im Schlaf eben sich ein besseres Leben erträumt und seine Wünsche erfüllt. Mir gefällt diese aktive Darstellung des Träumens. Du hast hier wirklich zusammen mit Shira ein wunderschönes Gedicht verfasst, das mich selbst zum träumen anstößt und allein von den Wortlauten und der Melodie schon wunderschön ist. Gefällt mir sehr sehr gut! Besonders die Vertonung hat es mir angetan, man unterschätzt oft, was für eine Wirkung ein gelesenes Gedicht noch einmal entfalten kann! Ein wundertolles Werk ihr zwei! Wir lesen uns bald, versprochen. :3


    Hallo @Shiralya


    Gracidea

    Hallo du. ♥
    Ich dachte, ich lasse dir nach meiner langen Abwesenheit - in der ich viel zu viel verpasst habe - mal einen kleinen Kommentar da; allerdings zu einem etwas älteren Werk von dir: Hauch der Lippen.
    Ich muss sagen, dieses Bild hat mich einfach nur gefesselt und es erzielt auch genau das, was es - zumindest unter anderem soll - den Leser aufmerksam werden lassen und sofort in seinen Bann ziehen. Ich liebe diese Farben und die damit erzeugte Atmosphäre, ebenso wie das dargestellte Mädchen. Irgendwie gibt es dem ganzen einen melancholischen und gleichzeitig aber auch hoffnungsvollen Touch. Genau das zieht sich auch durch dein gesamtes Gedicht: zum einen schreibst du von der Nacht, die du als finster und somit düster beschreibst, ebenso erwähnst du Ketten, die auf innere Gefangenschaft und auch Ausweglosigkeit schließen lassen. Zum anderen bringt die andere Person, vermutlich ein geliebter Mensch, wieder Licht ins Leben und "formt neu". Hier gefällt mir die Idee dieser Beziehung sehr gut; denn auf wen will man sich denn mehr verlassen und stützen können, als auf die Menschen, die man liebt? In der nächsten Strophe wird das lyrische Ich als stürmisch und auch beinahe schon kompliziert beschrieben, denn die geliebte Person ist "unbeirrt", lässt sich also davon nicht beeindrucken und hält umso mehr zum lyrischen Ich. Hier kommt auch die perfekte Ergänzung zum Vorschein, die du mit dem Licht und der Nacht schon angedeutet hast, nämlich durch den sanften Regen und den stürmischen Wind. Beides Gegensätze und doch können sie nicht ohne einander existieren. Die Strophe darauf kommt in meinen Augen die Dankbarkeit durch, denn das lyrische Ich sieht hier umso mehr einen Anker in ihrem/r Geliebten/r, da er oder sie die Zweifel zu nehmen vermag und Ruhe ausstrahlt. Hier gefällt mir besonders das Wort hauchst, das passt einfach ungemein gut! In der letzten Strophe spielst du wohl auch auf das Körperliche an, doch der eigentlich Kern ist die letzte Zeile, durch die dir ein idealer Abschluss gelungen ist und die die gesamte Atmosphäre und Aussage deines Werkes noch einmal unterstreicht. Hier schreibst du sogar von Erleuchtung, so sehr fühlt sich das lyrische Ich durch die Person bereichert. Auch hat es fast etwas religiöses, wie sehr das lyrische Ich liebt, zumindest wirkt es durch diese Wortwahl so. Allgemein kann man sagen, dass sich, wie schon gesagt, der Gegensatz und gleichzeitig die Ergänzung dieser beiden Seelen durch dein Gedicht zieht; durch deine letzte Zeile wird dies auch nochmal verstärkt; das lyrische Ich wird quasi durch die Liebe geerdet. Abschließend kann ich sagen, dass mir dein Gedicht wirklich gut gefällt! Du verstehst es, dich auszudrücken und eine ganz bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Außerdem gefällt mir diese Art von Beziehung, die du beschreibst, da dies für mich einen großen Teil davon ausmacht, wie ich selbst diese komplizierte und wunderschöne Thema Liebe sehe. Ich danke dir für dieses Werk, ich freue mich auf jedes weitere wie du weißt! Bis dahin alles Liebe, man schreibt sich ja auf jeden Fall wieder. ♥


    Gracidea

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    Lunarfeder


    N a c h t g e f l ü s t e r


    » ...und ich liebe es, des Nachts den Sternen zuzuhören. «
    Antoine de Saint-Exupéry


    [IMG:https://abload.de/img/nachtgeflstero9jwu.png]
    Quelle



    Die Nacht ist nichts gegen den Tag -
    so still und voll Unendlichkeit.
    Ein dunkler Schleier, eng geflochten,
    und doch ein Lied, ganz ungefragt.


    Ein Flüstern, Wispern, tief im Innern -
    ein Kribbeln voller Ungeduld.
    Wo lichterfüllte Wesen wachen -
    du musst dich nur erinnern.


    In einem Käfig voller Schatten
    sind tausend unentdeckte Worte -
    zischend, schimmernd, leise lachend
    nur du kannst sie erfassen.


    Vermeintlich kraftlos, ohne Schein,
    so unscheinbar in stummer Stille.
    Doch innerlich ein leises Knistern -
    und finden wirst nur du allein.


    Ein winzig kleiner Hoffnungsschimmer,
    so tonlos, ohne Laut.
    Und doch ein Feuer tief in dir -
    sanft erwacht und nun für immer.


    Ein tiefes, atemloses Seufzen,
    ungehört in einem großen Raum,
    der leblos scheint und ohne Seele -
    denn niemand füllt ihn aus.


    Mit Lachen, flüsterleise nur,
    leicht aufgefangen von den Wolken.
    In kühlen Träumen fortgetragen
    und nur ein Hauch auf meiner Haut.


    Diesen Funken tief in mir
    erleuchtet niemand außer dir
    und der stillen, grenzenlosen Nacht -
    wenn die Einsamkeit erwacht...







    Gracidea

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    Lunarfeder


    U n e n d l i c h k e i t


    Wenn man den Blick zum Himmel hebt, sollte man meinen er ist grenzenlos. Ein tiefes Blau in jeder Schattierung, die man sich nur vorstellen kann. Unendlich viele Nuancen einer einzigen Farbe, unendlich viele Möglichkeiten. Selbst wenn schwere graue Regenwolken einen strahlenden Himmel verdecken, weiß man dennoch, das der Himmel hinter diesen Milliarden von winzigen Wassertropfen nicht einfach endet. Und in der Nacht, oh nachts, dann glänzen unendlich viele Sterne vor einer samtenen Dunkelheit und flüstern dir deine sehnlichsten Wünsche und Träume ins Herz.
    Aber all das scheint nichts mehr zu bedeuten, wenn der Blick auf den Horizont fällt, an dem Himmel und Erde sich zu berühren scheinen. Denn die Erde ist definitiv nicht unendlich, und auch wenn es uns manchmal so vorkommt, ist eine Tatsache fest in unseren Köpfen verankert: es gibt niemals genug Platz für jeden von uns. Denn Misstrauen und Egoismus gehören zu den größten und schwerwiegendsten unserer Fehler; und am Ende kämpft doch jeder nur für sich allein.


    Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment; die Luft in dem winzigen Raum, den wir einmal unser Zuhause genannt haben, war schwer und stickig, mit jedem Atemzug sog man Staub in seine Lungen. Diffuses Licht fiel durch das notdürftig verdunkelte Fenster, und doch waren die Spuren des Angriffs nicht zu übersehen. Überall lagen Scherben, abgesplittertes Holz, zertrümmertes Gestein. Das Zimmer war vollkommen kahl, binnen weniger Sekunden war alles, was wir besessen hatten, zerstört worden. Ein Wunder, dass die Hauswände noch standen.
    Ein ohrenbetäubendes Geräusch zerriss die Luft und die Erde bebte nach dem Einschlag des Geschosses, das nicht allzu weit von uns entfernt den Boden getroffen haben musste. Das leise, gequälte Wimmern meines Sohnes hallte durch den Raum. Ich hatte noch nie ein so schreckliches Geräusch gehört. Zahra kniete neben ihm auf dem Boden, strich ihm immer wieder die Haare aus dem verklebten Gesicht und bemühte sich, ihn zu beruhigen, während sie sich zwang, ihr eigenes Schluchzen zu unterdrücken. Sie rief mich zu sich, doch ich konnte mich keinen Millimeter rühren. Wie konnte ich nur zusehen, wie mein eigener Sohn vor meinen Augen starb? Er war doch erst drei... Ich wagte kaum zu atmen während Schmerz und Hilflosigkeit mich in riesigen Wellen übermannten.
    „Omar.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, brach schließlich ganz. „Er... er ist...“
    Zahra sah mich an, Tränen standen in ihren Augen, die im schummrigen Licht grau erschienen. Meine Gefühle spiegelten sich in ihrem Blick, den ich nie wieder vergessen würde. Es war genau dieser Moment, in dem mir klar wurde, dass uns nichts anderes übrig bleiben würde, als zu fliehen. Wir konnten nichts anderes tun als zu gehen.


    Die Menge schiebt sich hin und her, als wäre sie ein eigenes Wesen und nicht tausende von Menschen. Es ist schrecklich schwül und die Luft stinkt nach Schweiß. Nur wenige Meter vor uns ragt der Zaun auf, nur wenige Meter trennen uns von unserem Ziel. Verzweifelt greife ich nach Zahras Hand, als die Wachen einige Schritte auf uns zu machen, die riesigen Waffen auf uns gerichtet. Langsam umkreisen sie uns, sodass wir uns immer näher aneinander pressen müssen. Wir sind gefangen, eingepfercht wie Tiere.
    „Nur einen Schritt und wir schießen!“ Die Stimme klingt monoton, wie eine Maschine. Ist das überhaupt ein Mensch, der da droht, uns zu erschießen, sollten wir auch nur einen Schritt in die Nähe der Grenze wagen? Hinter diesem Zaun liegt das Ziel, die Freiheit, für die wir alle jeden Tag unser Leben riskieren und tausende Kilometer auf uns nehmen. Ich darf der Versuchung nicht erliegen, darf nicht den Kopf verlieren. Wir sind so nah dran.
    Ehe ich auch nur begreifen kann, was passiert, klingt ein gellender Schrei in meinen Ohren. Ein Ruck geht durch die Menge, als eine Handvoll Männer auf einen Wachposten zustürmen. Schüsse zerreißen die Luft. Jemand neben mir brüllt auf, schreit, und rennt los, kämpft sich durch die Menge, bis er bei mir angekommen ist und mich unsanft aus dem Weg stößt. Ich spüre, wie Zahras Hand aus meiner gerissen wird, als er an uns vorbei auf den bewaffneten Mann zu hastet, der uns am nächsten ist. Panisch sehe ich zu meiner Frau, doch ich kann sie nicht sehen.
    Ein einzelner, weiter Schuss fällt und meine Welt liegt in Scherben.
    Das Gras färbt sich rot. Zahra liegt am Boden, nur wenige Meter von mir entfernt. Sie presst die Hände auf ihre Brust, ihre Augen sind weit aufgerissen. Aus ihrem Mundwinkel rinnt Blut. Wieder stehe ich da, unfähig mich zu bewegen, wie an dem Tag, an dem wir unseren Sohn verloren. Ihr Blick trifft meinen. Ihre Augen, starr auf mich gerichtet, sind das letzte, das ich sehe, bevor die panische Menge sich vor mich schiebt und meine Beine unter mir nachgeben.


    Die Sonne ist schon längst hinter dem Horizont verschwunden, doch noch immer ist alles in ein orangerotes Licht getaucht, als wolle sie noch ein wenig länger an diesem Moment festhalten. Die Hitze des Tages liegt noch schwer auf mir, obwohl ich im Schatten eines breiten Baumes sitze, umspielt von einem sanften Lufthauch. Ich sitze ein gutes Stück abseits, um keine Blicke auf mich zu ziehen, und doch sehe ich ihn klar und deutlich vor mir. Egal wohin ich sehe, immer wieder taucht der meterhohe Zaun vor meinen Augen auf. Die engen Maschen heben sich dunkel vor dem hell erleuchteten Abendhimmel ab, der robuste Maschendraht wirkt wie ein mit spitzen Zähnen gespicktes Maul, das sich den Wolken entgegen reckt.
    Die Trauer ist schon lange nur mehr etwas dumpfes tief in mir, vielleicht aber ist sie auch schon so lange Teil meines Lebens, dass ich sie längst nicht mehr als solche wahrnehme. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß genau was ich tun will. Ich habe alles riskiert und alles verloren, was ich jemals besessen habe. Alles und jeden, der mir je etwas bedeutet hat. Die beiden Menschen, deren Schicksal mir so unendlich viel wichtiger war als mein eigenes.
    Ich habe so viele Hindernisse und Grenzen versucht zu überschreiten, nicht alle erfolgreich. Immer wieder gelangte ich an einen Punkt, an dem es weder ein Vor noch ein Zurück zu geben schien. Und immer wieder ist es die Hilflosigkeit, die mich zu zerbrechen droht, dieses grenzenlose Gefühl der Machtlosigkeit. Und doch ist es die Einsamkeit, die mich letztendlich gebrochen hat.
    Was hat mein unbedeutendes Leben noch für einen Sinn, wenn ich versagt habe, meine Familie zu beschützen? Stetig hat mich der Wunsch vorangetrieben, meinem Sohn und meiner Frau ein besseres Leben zu bieten. Ein Leben fern von skrupelloser Gewalt und niemals endender Gefahr. Die Leere in mir frisst mich von innen auf.
    Ich werfe noch einen letzten Blick auf den Himmel, doch nun sind auch die letzten Sonnenstrahlen der Dunkelheit gewichen. Vollkommen bedacht und wie in Zeitlupe beobachte ich, wie meine rechte Hand ganz von allein das Messer an mein Handgelenk setzt und in einem schnellen geraden Schnitt meinen Arm entlang fährt. Ich spüre keinen Schmerz, nur eine seltsame Ruhe, die mich erfüllt, als ich das gleiche an meinem rechten Handgelenk wiederhole. Eine erleichternde Gewissheit durchflutet mich, während am Rande meines Sichtfeldes helle Lichter flackern. Ich sinke zu Boden, den Geruch von feuchter Erde und Metall in meiner Nase. Meine Augen sind auf den riesigen Stahlzaun gerichtet, den ich nie zu überwinden geschafft habe.
    Dann wird alles schwarz, während ich die Grenze zwischen mir und meiner Familie überschreite - zum ersten Mal in meinem Leben vollkommen ungehindert und aus keinem anderen Grund als meinem freien Willen.





    Gracidea

    Oh wow, damit habe ich jetzt nicht gerechnet! Vielen Dank für die Punkte, aber auch die Kommentare an sich, ich habe mich sehr gefreut. ♥ An dieser Stelle meinen Glückwunsch an @Thrawn und @Rusalka. :)
    Dass ich den zweiten Platz belegen würde, hätte ich wirklich nie gedacht; vor allem, weil ich mit dieser Abgabe so spät dran war wie noch nie, beinahe zu spät. ^^' Ich bin froh, dass meine Gedanken bei euch angekommen sind und euch meine Abgabe berührt und angesprochen hat. Näheres gibt es dann wohl in meinem Topic, zum nächsten Update. :3 Nochmal Danke. ♥

    Soeben hat @Rusalka einen Kommentar zum neuesten Update Wachträumereien erhalten, ein wirklich schönes Werk - schaut vorbei, es lohnt sich! ♥


    • Schluss mit Kleinkunst! In diesem Topic gibt es vielerlei zu entdecken, seht euch um - @Thrawn freut sich sicherlich sehr über den ein oder anderen Kommentar!

    • Lasst euch von @Aerith und ihren englischsprachigen Gedichten verzaubern und lasst ein wenig Feedback zu ihren Werken da!

    • Ein wunderbar melodischer und fantasievoller Fruchtsalat wartet nur darauf, entdeckt zu werden! @Musicmelon freut sich sicherlich sehr über Feedback zu seinen neuesten Werken. :')



    Gracidea

    Hallo Rusalka. ♥
    Ich dachte mir, ich lasse dir mal einen kurzen Kommentar zu deinem neuesten Werk da! Wachträumereien ist ein wirklich wundervoller Titel mit einem sehr schönen Klang, ein Wort, das man irgendwie gleich erstmal laut aussprechen muss, um es auf der Zunge zu schmecken. Doch so positiv es auch klingt, im Zusammengang mit deinem Gedicht hat das wache, oder "falsche" Träumen auch eine Schattenseite. Der Grund, warum es mir so gut gefällt, liegt wohl daran, dass du etwas sehr sehr Wahres ansprichst, was sich zur Zeit in unserer Gesellschaft abspielt; etwas, das kein Ende nehmen will. Gerade die Zeile gebannte Blicke in das helle Licht lassen mich (hoffentlich richtig) vermuten, dass du auf den Konsum diverser Smartphones anspielst, was heutzutage so normal scheint wie sonst nichts. Du stellst dar, wie soziale Kontakte darunter leiden, dass man durch das Handy quasi nur noch mit sich selbst beschäftigt ist, mit dem Virtuellen, und dabei die reale Welt, die Natur, gar nicht mehr wahrnimmt. Mir gefällt, wie du mit dem Wort träumen spielst und verschiedene Seiten davon aufgreifst. Einzig der Smog gibt mir zu denken, dem die Leute verfallen, denn ich kann das Wort nicht ganz einordnen. Oder steht es für das rauchige, dunkle Etwas das alles verpestet, also im metaphorischen Sinne? Jedenfalls vielen Dank für dein Gedicht, immer wieder interessant, was aus einer so alltäglichen Situation so für Gedanken entstehen können!
    Man schreibt sich sicher mal wieder, bis dahin alles Liebe. :)  



    Gracidea

    Ich bin sehr gespannt auf diese vier Abgaben - das Thema ist wirklich toll, da kann man sich ja quasi richtig austoben! Ob hier jedes der vier Elemente behandelt oder erwähnt wird? Wir werden sehen...


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    K o m m e n t a r e


    01 - Die Herrscher der vier Elemente [...]
    Bei diesem Titel muss ich tatsächlich an Avatar denken, auch wenn es hier die Herrscher heißt und nicht der. Was hat es mit dem regionsgebunden oder -übergreifend auf sich? Mal sehen. Der Titel einer Diskussionsrunde also? Interessant. Schon zu Beginn des Textes zeigt sich, dass der Schreibstil hier schon relativ ausgereift ist. Die Ausdrücke sind teilweise sehr sachlich, wirken aber gekonnt gewählt und bestärken den positiven Eindruck, den ich von diesem Schreibstil hier habe. Mir gefällt auch die Idee dieses Textes, oder besser gesagt dieser Diskussionsrunde: Die Legendären Pokémon als Herrscher über bestimmte Elemente. Es ist sehr interessant zu lesen, wie die einzelnen Professoren wissenschaftlich darüber diskutieren, welchem Element welches Pokémon angehört, wobei Fachwissen aus der Pokémonwelt sehr geschickt eingebaut wurde. Nun kommt auch noch die griechische Mythologie hinzu! Wirklich toll. Zuletzt sinniert auch der Erzähler über die Legendären Pokémon und die Faszination für das Geheimnisvolle und Unerklärliche rundet diesen Text wirklich schön ab. Hut ab vor dieser Abgabe, die mich sehr unterhalten hat, sowohl durch den Inhalt, als auch den Schreibstil!


    02 - Regentanz
    Einworttitel! ♥ Noch dazu ein wirklich schöner, der gleich schon auf das Element Wasser hinweist und einen sehr melodischen Klang hat. Mal sehen, welche Geschichte mich hier erwartet! Vielleicht ist der Titel ja auch eine Anspielung auf eine Attacke, ich glaube, es gibt eine, die so heißt, bin mir aber nicht mehr ganz sicher. Aber das werde ich ja gleich sehen. Der Text beginnt der malerisch, mit tollen Beschreibungen des Regens und der Atmosphäre. Ein Mädchen, das im Regen tanzt also - ebenso wie der Erzähler tappt man noch im Dunkeln, weshalb sie das tut, aber es scheint eine Gewohnheit und nichts Ungewöhnliches bei ihr zu sein. Der Schreibst allgemein ist wirklich toll, hier scheint jemand schon länger zu schreiben - oder es zeigt sich ein Talent, was bis jetzt geschlummert hat. Wirklich toll! Gegen Ende der Geschichte verlässt der Erzähler oder die Erzählerin seine Rolle als Beobachter, es scheint, als würde er oder sie das öfter tun, und gesellt sich zu dem Mädchen, tanzt ebenfalls im Regen. Schade, dass man nicht mehr über sie erfährt, dass es zu keinem Gespräch kommt. Und doch hat dieser wunderbare beinahe melancholische Text mich in den Bann gezogen. Es scheint noch ein tieferer Sinn in dieser Geschichte zu liegen - nämlich dass man sich von niemandem davon abhalten lassen sollte, das zu tun, was man will; auch wenn die Leute sich ihren Teil denken. Danke für diese tolle, kleine Geschichte!


    03 - Das Feuer in mir
    Auch hier zu Beginn gleich das Element: Feuer. Ob es bei diesem bleibt oder auch andere noch erwähnt werden? Dieser Text hat schon fast etwas Lyrisches an sich, durch die oft wiederholten Sätze. Ich interpretiere das Feuer als Adrenalin oder Wut, die damit zusammenhängt - vielleicht ist es ja auch eine Art Störung oder auch einfach nur Aggressionslust? Mir gefällt der Text und das Thema im Zusammenhang mit der Aufgabenstellung, eben insbesondere dem Feuer. Hier zeigt sich durchaus eine gute Idee; anfangs dachte ich, es geht in Richtung Fantasy oder zumindest Übernatürliches. Meiner Meinung nach ist diese Idee beziehungsweise ihre Umsetzung in diesem Text aber durchaus noch ausbaufähig; vielleicht durch ein wenig von der Vorgeschichte des Erzählers, eine noch detailliertere Darstellung der Kampfszene oder wie es zu dieser Auseinandersetzung kommt. Auch das Ende hätte mich interessiert. Zwar ist der Gedanke da, sich zu stellen, doch passiert das auch wirklich? Wenn ja, hilft es der Person, das Feuer besser in Schach zu halten? All diese kleineren Dinge würden dem Text noch das gewisse Etwas geben, das im Vergleich zu den anderen Abgaben fehlt - was aber nicht bedeutet, dass die kurze Geschichte schlecht ist, ganz und gar nicht! Wie gesagt spricht mich die Idee, der Gedanke dahinter an.


    04
    Kein Titel - sehr schade... Aber das wird denke ich nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, schließlich stehen die Texte hier im Vordergrund. Zuallererst fallen mir kleinere Tipp-, Kommata-, Tempus- und Grammatikfehler auf, außerdem wäre der ein oder andere Absatz sicher nicht schlecht gewesen, da der Text dann doch nochmal übersichtlicher wird. Vor allem wörtliche Reden beziehungsweise Dialoge allgemein eignen sich gut dazu. Die Geschichte beginnt mit einem Trainer, der scheinbar noch ganz am Anfang seiner Karriere steht und mit all seinen Zielen und Wünschen im Kopf seine Reise beginnt. Ein Pluspunkt ist das Gespräch zwischen dem jungen Trainer und einem schon erfahrenerem, dessen Training er beiwohnt. Die Dialoge wirken glaubhaft und realistisch, inhaltlich nicht zu sprunghaft und doch treiben sie die Handlung ein wenig voran. Und hier taucht auch schon das zentrale Thema dieses Wettbewerbs auf: die Elemente. Es ist sehr gut in diese Geschichte eingeflochten, ich bin gespannt auf diese besondere Arena. Irgendwie hatte ich schon vermutet, dass Tony der Arenaleiter sein könnte, trotzdem ist dies ein netter Zusatz. Schade, dass der Kampf nicht stattfindet, das hätte der Geschichte noch Spannung verleihen können. In meinen Augen hätte man hier das Augenmerk noch mehr auf die Arena richten können, schließlich ist das die Aufgabenstellung. Alles in allem aber ein netter Text, dessen Abschluss gelungen ist.


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    P u n k t e


    ID: 57178
    A1: 2
    A2: 1


    Vielen Dank an dieser Stelle für diese vier Abgaben, die alle durchaus Potenzial haben; ich hoffe, ihr bleibt beim Schreiben und habt auch weiterhin Spaß dabei. Nur weiter so!


    Gracidea

    Guten Abend, Fintyl!
    Ich bin nun schon öfter über dein Topic hier gestolpert, und da ich um diese Uhrzeit noch eine Beschäftigung suche, dachte ich mir, ich lasse dir mal kurz ein wenig Feedback beziehungsweise einen kleinen Kommentar da. :3 Zuallererst: Mir gefällt dein Startpost wirklich gut, schlicht, einfach und unkompliziert gehalten, und doch verfehlt er nicht seine Wirkung. Der Aufbau kommt mir irgendwie bekannt vor? :b Achja, ich frage mich, ob das Bild eines von dir ist? Das wäre vielleicht ganz gut zu wissen, wenn ja: tolle Handschrift! Und falls nicht finde ich das Zitat sehr gut gewählt, so habe ich das noch nie gesehen, aber es ist auch etwas Wahres dran. Aber genug Gerede über den Startpost, ich bin schließlich hier, um eines deiner Werke zu kommentieren.


    Sie - ein schöner, schlichter Titel und auch sehr passend für dein Werk. Mir gefällt besonders der Einstieg mit den wörtlichen Reden, auch die verschiedenen "sagten, schrien, flüsterten" spielen hier sehr schön zusammen und haben eine wirklich gute Wirkung. Schon bevor ich deinen Infotext gelesen hatte, dachte ich mir schon, dass es vielleicht Richtung Schizophrenie oder allgemein einer psychischen Störung gehen könnte - du hast recht, das Thema hat wirklich etwas sehr reizvolles an sich. Besonders ab der Hälfte, als der Erzähler womöglich mit Medikamenten ruhiggestellt wird, ist eigentlich klar, dass die Stimme nur in seinem Kopf ist. Pieks schreibt man übrigens mit ie und nicht mit ck, so hätte ich es jedenfalls geschrieben. Ich vermute mal, der Text endet mit dem Selbstmord der Person oder nicht? Obwohl es etwas abwegig scheint, einfach die Augen zu schließen und den Beschluss zu fassen, sie nie wieder zu öffnen. Vielleicht liege ich aber auch falsch mit meiner Suizid-Interpretation und die Person zieht sich einfach so sehr in sich zurück, dass sie nicht mehr da zu sein scheint. Oder es ist auch nur eine Metapher und ich interpretiere zu viel. ^^' Jedenfalls gefällt mir dein Werk gut, auch der Aufbau, der sich durch alle deine Werke zieht - überwiegend Einworttitel (♥) und die zentrierte Textformatierung wirken gut und sehr übersichtlich. Mach weiter so!


    Zuletzt noch ein paar Worte zu deinem Text Team, weil hier drei deiner Werke unkommentiert geblieben sind. Auch hier gefällt es mir gut, wie du deinen text strukturierst, sowohl rein formal als auch inhaltlich. Zuerst ein kurzer Rückblick auf die vergangene, schöne Zeit zusammen, darauf folgend die Gründe, warum sich nach und Probleme anhäuften und das Team letztendlich daran zerbrochen ist. Überraschend ist hierbei das Ende, in welchem der Erzähler sich selbst die Schuld am Scheitern der Freundschaft gibt. Somit dreht sich etwas im Text um, zuerst scheint er allgemein zu sein, beinahe neutral formuliert, mit vielen verschieden Worten, in denen du deinen Wortschatz zeigst; zuletzt jedoch wird daraus etwas Persönliches und man merkt den Schmerz und das Bedauern. Die dezente farbliche Hervorhebung ist nicht zwingend notwendig, und doch gefällt mir dieses kleine Detail, das erst auf den zweiten Blick auffällt. Auch hier insgesamt ein schönes Werk; du greifst interessante Themen auf und zeigst einen ganz anderen Standpunkt, gefällt mir gut. Ich hoffe, bald wieder von dir zu lesen, bis dahin viel Spaß beim Schreiben, vielleicht liest man sich ja bald mal wieder? :3



    Gracidea

    Mhh, mich beeinflusst das Wetter wohl eher dahingehend, was für Ideen mir in den Sinn kommen. Manchmal ist die Art, wie die Sonne durch die Blätter scheint oder sich durch einen wolkenbedeckten Himmel kämpft, für mich inspirierend; ein kleiner, eingefangener Moment. Ich bin aber nicht abhängig vom Wettergeschehen, ich finde es toll, auch im heißesten Sommer Szenen zu schreiben, die im Schnee stattfinden zum Beispiel, das gehört für mich zum Schreiben dazu, die Gedanken einfach ganz woandershin schweifen zu lassen und der Fantasie keine Grenzen zu setzen.
    Ansonsten neige ich schon eher dazu, melancholische oder traurige Texte zu schreiben, wenn es regnet oder draußen düster ist, zumindest lasse ich mich dann gerne darauf ein. Dass es dann mit dem Schreiben besonders gut klappt, ist mir aber noch nie aufgefallen. ^^' Manchmal wollen die Worte einfach nicht, da helfen auch keine Regentropfen für die passende Atmosphäre.



    Gracidea