Beiträge von Shiralya

    Kapitel 9


    Es war früher Nachmittag, als ich den Bahnhof von Brassbury erreichte. Wenn Hop tatsächlich den gesamten Weg gelaufen war, dann verneige ich mich vor seiner Ausdauer.
    Er erwartete mich vor dem alten Backsteingebäude und ich fragte mich, wie lange er hier wohl schon auf mich gewartet hatte. Schließlich hatte ich es nach der Begegnung heute Morgen nicht gerade eilig gehabt, meine Reise fortzusetzen.
    „Wo bleibst du denn?“, rief Hop mir entgegen, während ich auf ihn zuging. „Hast du wenigstens viele Pokémon gefangen? Ich hab mir gerade ein richtig gutes geschnappt. Das wird mein neues Ass im Ärmel.“
    „Ich, ähm ...“
    „Sag bloß, du hast dir kein einziges neues Pokémon gefangen! Was ist denn los mit dir?!“ Hop sah mich fassungslos an. „Je früher du anfängst, ein Team aufzubauen, desto besser!“
    „Das weiß ich selbst, du Blödmann“, konterte ich. Ich hab nur ziemlich strenge Regeln auferlegt bekommen und will auch gar nicht so viele Pokémon in die Sache reinziehen ... Aber das sagte ich natürlich nicht. „Ich beschränke mich halt auf ein paar wenige, die dann aber umso stärker sind.“
    „Wie du meinst“, sagte Hop mit einem Kopfschütteln, als könnte er es absolut nicht verstehen, wie man nicht so viele Pokémon wie möglich fangen wollte. „Hier, ich hab noch was für dich.“ Er reichte mir eine hellgraue Disk. „Das ist die TM zu Sternschauer. Mit der kannst du deinen Pokémon ruckzuck eine neue Attacke beibringen. Ich hab sie mal von Delion geschenkt bekommen, aber jetzt soll sie dir gehören.“
    „Ich brauche keine Almosen“, sagte ich, weil ich Angst hatte, er würde sonst meine Situation erraten.
    „Ich weiß“, antwortete er und zwinkerte mir zu, „ich bin aber so oder so stärker als du, so machen wir es nur fairer.“
    „Ach? Und wer hat die letzten Kämpfe gewonnen?“, fragte ich und hätte mir am liebsten auf die Zunge gebissen. So gerne ich Hop auch in seinem Traum unterstützen würde, so durfte er doch niemals stärker werden als ich.
    Er tat es mit einer wegwerfenden Handbewegung ab. „Anfängerglück.“ Dann wandte er sich dem Bahnhof zu. „So, jetzt sollten wir uns aber auf den Weg nach Engine City machen, wenn wir heute noch ankommen wollen. Immerhin findet dort schon in einer Woche die Eröffnungszeremonie der Arena-Challenge statt!“
    „Worauf warten wir dann noch?“ Ich legte so viel fröhliche Zuversicht in meine Stimme, wie mir möglich war und folgte Hop in den Bahnhof.
    Obwohl das Bahnhofsgebäude schon einige Jahre hinter sich hatte, war es von innen modern eingerichtet. Wir gingen zum Schalter und kauften jeder ein Ticket nach Engine City. Wir wollten gerade durch das Drehkreuz auf den Bahnsteig gehen, da hörten wir eine Stimme hinter uns.
    „Moooment, ihr beiden!“
    Wir drehten uns um und sahen Hops Mutter durch den Bahnhof zu uns rennen. Hops Augen wurden so groß, dass ich das Gefühl hatte, sie müssten ihm gleich aus den Höhlen purzeln. „M-Mum?! Was machst du denn hier?“
    Hops Mutter blieb vor ihrem Sohn stehen und lächelte ihn an. „Professor Magnolica hat verraten, dass ihr von hier den Zug nehmen wollt. Ich habe etwas für eure lange Reise mitgebracht.“
    „Was ist das?“, fragte ich und nahm das Paket entgegen, das sie mir hinhielt. Es sah sehr voll aus, war aber erstaunlich leicht.
    „Das sind Camping-Sets!“, antwortete Hops Mutter. „Die werdet ihr auf eurer Reise sicher dringend gebrauchen können. Ich soll dich übrigens von deiner Mutter grüßen, Emilia. Sie wäre sehr gerne mitgekommen, hatte aber gerade wichtige Gäste da, die sie nicht alleine lassen konnte. Sie wünscht euch aber trotzdem alles Gute.“
    Mein Magen zog sich zusammen und mein Lächeln wurde steif. Den winzigen Hoffnungsschimmer, dass irgendjemand von unseren Nachbar erkennen könnte, was los ist, konnte ich nun begraben. „Vielen Dank“, sagte ich. „Wenn du sie noch einmal siehst, sag ihr, dass ich sie lieb hab.“
    „Aber natürlich.“ Hops Mutter lächelte uns freundlich an. „Ich hoffe, ihr habt viel Spaß auf eurer Reise!“
    „Danke, Mum!“, sagte Hop. „Freu dich schon mal auf den Tag, an dem ich der nächste Champ werde! Dann sind deine Kinder beide echte Champs. Stell dir das nur mal vor! Das gab’s noch nie!“
    „Wenn du das sagst, Hop! Dann kann ich euch nur noch eine gute Reise wünschen.“ Sie winkte uns noch einmal und wandte sich dann zum Gehen.
    „Okay, dann mal los!“ Hop strahlte mich an. „Ich hab das Gefühl, jetzt geht’s so richtig los. Komm, brechen wir auf, Milli!“


    Die Zugfahrt war gleichzeitig angenehm und unangenehm. Ich musste mir zwar keine Gedanken über plötzliche Pokémon-Kämpfe machen, aber es war anstrengend, Hops Enthusiasmus mitzubekommen, ohne ihn erwidern zu können. Immerzu schwärmte er von den Abenteuern, die wir erleben würden und konnte gar nicht erwarten, die Naturzone, ein riesiges Gebiet voller wilder Pokémon, rund um Engine City zu erkunden.
    Ich war sogar ein kleines bisschen erleichtert, als ich spürte, dass der Zug hielt. Dann allerdings merkte ich, dass es noch gar nicht unser Bahnhof war.
    „Hier ist die Naturzone!“, freute sich Hop und versuchte aus dem Fenster etwas zu kennen. Doch alles, was wir sahen, waren die Bahnhofswände.
    Als es nach ein paar Minuten allerdings nicht weiterging, runzelte ich die Stirn. „Müsste nicht –“
    Meine Frage wurde von einer Durchsage unterbrochen: „Aufgrund einiger Wolly auf den Gleisen können wir unsere Fahrt leider nicht fortsetzen. Wir bitten alle Fahrgäste, auszusteigen.“
    „Na sowas“, sagte Hop, doch sein Gesicht strahlt. Jetzt würde er doch sofort die Naturzone zu sehen bekommen. Ich war etwas weniger positiv aufgeregt, wenn ich an all die starken Pokémon dachte, die sich in der Naturzone tummeln sollten.
    Im Bahnhof hatte sich bereits eine riesige Traube an Menschen um den Bahnhofsvorsteher gebildet. Als Hop und ich uns näherten, erhob er gerade das Wort: „Es tut mir leid, dass Sie hier gestrandet sind, aber das Bahnunternehmen wird natürlich für Ihre Unterbringung im Naturzonenhotel sorgen; das ist das große Gebäude direkt neben dem Bahnhof, Sie können es gar nicht übersehen. Zeigen Sie einfach ihre Fahrkarte an der Rezeption vor und Sie werden dort ein Zimmer erhalten. Wir hoffen, dass wir alle entstandenen Schäden bis morgen früh behoben haben werden.“
    Ein kollektives Stöhnen ging durch die Masse – nur Hop hatte noch immer ein Grinsen im Gesicht. „Wir haben echt Glück im Unglück“, verkündete er. „In der Naturzone kann man so viele Pokémon fangen – es ist perfekt, um ein Team zusammenzustellen!“
    „Du willst doch nicht ernsthaft heute Abend noch losrennen?“
    „Blödsinn“, beruhigte mich Hop, „aber gleich morgen früh!“ Dann betrachtete er mich. „Du etwa nicht?“
    „Ich weiß nicht ...“ Ich hatte zwar Angst vor den starken Pokémon, aber Hop hatte schon recht; die Naturzone wäre eine super Möglichkeit, mein Team aufzufüllen.
    „Du hast ja noch Zeit, dich zu entscheiden“, meinte er, „jetzt lass uns erst mal ins Hotel gehen.“
    Tatsächlich war das Hotel das einzig andere Gebäude in der Nähe und mit all den Zuggästen schon ziemlich stark gefüllt. Trotzdem erhielten Hop und ich beide je ein Zimmer und wünschten einander eine gute Nacht. „Ich ziehe gleich mit dem Sonnenaufgang los!“, rief Hop mir noch zu, doch ich wagte, es zu bezweifeln. Er war zwar kein solcher Langschläfer wie Delion, aber wir hatten Sommer und die Sonne ging noch deutlich vor sechs auf. Zu dem Zeitpunkt würde Hop mit Sicherheit noch selig schlummern.
    An diesem Abend genehmigte ich mir endlich eine lange Dusche und kaum fielen die Tropfen auf meinen Kopf, war es, als hätten sie eine Schleuse geöffnet. All die angestaute Angst, die Trauer und Verzweiflung bahnten sich ihren Weg nach draußen und ich weinte so lange, bis ich das Gefühl hatte, nie wieder eine Träne vergießen zu können.
    Aber auch danach ließ ich mir Zeit. Denn ich hatte Angst vor meinem Leben. Und ich verfluchte Cosmas perfiden Plan. Erst innerlich, dann schrie ich es der Duschwand entgegen, presste aber sofort die Lippen aufeinander. Ich hatte zwar auch keine Ahnung, ob Cosmas Leute neben einem Peilsender auch eine Wanze in mein Dynamax-Band, aber eigentlich hatte ich nur bedenken wegen der anderen Gäste im Hotel. Keine Ahnung, wie spät es inzwischen war. Wenigstens würde eine Beschwerde von Cosmas Leuten mir zeigen, dass sie mir auch zuhörten. Also hatte es vielleicht irgendwas Gutes.


    Da hatte ich schon eine großartige Gleichung aufgestellt, dass ich, wenn ich in der zweiten Runde rausfliege, 2054 User des Jahres werden müsste, und dann komm ich ins Halbfinale o.o Also möchte ich dieses Post stattdessen nutzen, um jetzt schon mal, egal was noch passiert, danke zu sagen :heart:

    Wieder: Wenn ich schon hier bin:


    Gruppe A

    PokeViper, Yara, wurmundmaus, Simon

    (Sorry, Mipha, hoffe trotzdem, dass du weiterkommst ♥)


    Gruppe B

    Evoluna, Olynien, Neo7, Shiny Endivie

    Sehr gut MRKDH93! Shinys sind in Galar ja noch einmal "besonders", weil man sie anders als in Let's Go ja nicht in der Overworld sieht.


    Deine Nummer 5 war übrigens nur fast richtig (ich hab "Finalturnier" gesucht), weil eigentlich der Bindestrich nicht gezählt werden würde, aber da es auch so gut passt, lasse ich es gelten.

    Meine Lösung sah also so aus:

    Regigigas/d

    Shinyn

    Watt

    MaxiMalasada

    Finalturnier

    Entwicklung

    Gigadynamaximierung


    Damit darfst du weitermachen :3

    Endynalos ist falsch. Es ist ein englischer Begriff, der aber auch im Deutschen sehr häufig verwendet wird (da es aber eine offizielle deutsche Bezeichnung gibt, habe ich das mit angegeben). Und es geht nicht um ein bestimmtes Pokémon, sondern um ein Phänomen. Welche Art von Pokémon sehen in Schwert und Schild der Overworld anders aus als im Kampf?

    Okay, ihr seid fast da. Ich erweitere die Frage noch einmal:

    2. Hm, komisch, eben gerade, als du noch herumgelaufen bist, bevor der Kampf startete, sahst du noch ganz anders aus, als jetzt mit Beginn des Kampfes.

    Ok mal sehen ob ich das richtig verstehe. 6 ist Galar-Porenta, d.h. Buchstabe 9-11 sind ent?

    Die Theorie ist richtig und auch das Pokémon, das die Aussage trifft, stimmt, aber das ist nicht gesucht. Gesucht ist, worüber es spricht. Was ist jetzt so weit. (Ich suche das Nomen.)

    Nr 1 müsste Regigigas sein die Buchstaben die hier rauskommen müsste es

    Gigad

    Das ist so weit korrekt. :3

    Ich möchte mich an einem kleinen Rebus-Rätsel versuchen. Allerdings werdet ihr nicht einfach Bilder bekommen, sondern verchiedene kleine Rätsel, um die einzelnen Begriffe zu erraten. Also ist es wahrscheinlich nicht ganz ein Rebus, da Wikipedia meint, es Bilderrätsel oder Rebus seien "[e]ine Reihe von Bildern und Zeichen, deren Wortlaut durch Aneinanderfügung und Abstraktion einen oder mehrere neue Begriffe ergeben, die mit den Bildern in keinem sachlichen Zusammenhang stehen. Dabei kann der Austausch, der Wegfall oder die Hinzufügung einzelner Buchstaben verfügt werden."

    Was bedeutet das also?

    Es geht in diesem Rätsel darum, einen Begriff zu finden, indem man mehrere kleinere Aufgaben löst und dann von den Lösungen einzelne Buchstaben nutzt, streicht oder durch andere ersetzt. (Und es zählen wirklich nur Buchstaben.) Jeder Buchstabe, dessen Stelle im Wort nicht erwähnt wird, wird gestrichen.

    Beispiel:

    0. Ich sehe aus wie ein großer Schild.

    [Ich] 1-2, 3=ci, 4, 7

    Lösung:

    Zamazenta -> Zamciazenta -> Zacian


    1. Führe die fünf zu ihrem Meister.

    [Name des Meisters] 3-5, 8, 9=d

    2. Hm, komisch, vor dem Kampf sahst du doch noch ganz anders aus!

    [Name des Phänomens (englisch)] 4=5, 5=4

    3. Guck mal, da hinten leuchtet etwas Rot! - Ach, vergiss es, da findest du kein Pokémon! - Egal, ich krieg trotzdem fünfzig [...]

    [Fehlendes Wort] 2

    4. Heute habe ich etwas ganz Besonderes für dich! Besiegst du meine Feen-Pokémon, bekommst du das größte seiner Art.

    [Belohnung] 1-5

    5. Wow, plötzlich sind die Arenaleiter stark! Und du hast nicht mal den Champ besiegt.

    [Name des Ereignisses] 2, 11-12

    6. Ja, mein dritter Volltreffer! Endlich ist es so weit!

    [Es] 9-11


    Das hätte ich bestimmt noch etwas hübscher hinkriegen können, weil man am Ende nicht mehr viel umstellen muss. Und wahrscheinlich lässt sich das Lösungswort leicht erraten, aber da das langweilig ist, gilt dieses Rätsel erst mit vollständigem Lösungsweg als gelöst. Lediglich 5. könnte vielleicht etwas verwirrend sein, ich hoffe, ihr versteht alles, wie es gemeint ist.

    Wenn jetzt alles stimmt, dann sind die Buchstaben (bin mir beim C aber unsicher):

    E R E C S G L O W Z L O H O R U S T U S


    Das Problem daran ist, dass ich a) diese Rätsel nicht so mag, weil ich da gefühlt immer total auf dem Schlauch stehe, vornehmlich, wenn zwei Begriffe gesucht werden, und ich mich b) in Galar vermutlich nicht genug auskenne - ich meine, ich hätte noch nicht einmal sagen können, dass es ein Gekochtes Ei in dem Spiel gibt, weshalb mir Evolunas Rätsel neulich so gar nichts sagte. Ich lasse also den letzten Teil gerne jemand anderem übrig.


    PS. Das ist doch so erlaubt, oder? Oder hätte ich auf einen anderen Post warten müssen? Immerhin war mein Tipp vorher ja nicht falsch ... :x

    Neu: 7) L (Oje) 12) O (nice)

    Frage: Was bedeutet bei 21), dass jedes Feld nur einmal betreten werden kann? Wenn ich mich nicht verzählt habe und die Felder, die ich schon hatte, überspringe, lande ich außerhalb des Feldes. Wenn nicht, dann bei U.

    Frage 2: Wenn Duscario mit seinen Körperdarstellungen recht hat, dann nutzen sie Buchstaben aus JOB und OPA, bedeutet das, diese Buchstaben sollte man nicht streichen, da sie in mehr als einem Hinweis vorkommen?

    Kapitel 8


    Ich wachte auf, weil ich aufgeregte Geräusche hörte; als würde irgendjemand hektisch hin und her laufen.

    Als ich wenig später auf den Flur trat, hörte ich noch, wie Sania jemanden verabschiedete: „Vielen Dank, Officer.“ Dann fiel die Tür ins Schloss.

    „Was ist passiert?“, fragte ich verwundert und hoffte, dass man mir mein rasendes Herz nicht ansah. Wenn die Leute, die meine Eltern hatten, dachten, ich hätte die Polizei alarmiert, was würden sie ihnen dann nur antun?

    „Irgendjemand ist in Großmutters Arbeitszimmer eingebrochen“, erklärte Sania, doch sie wirkte etwas abwesend, als würde sie mich kaum wahrnehmen. „Aber offenbar ist nichts gestohlen worden. Es ist äußerst seltsam.“

    Die Nachricht hätte mich vielleicht beruhigen sollen, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass der Einbruch etwas mit mir und meiner grausamen Mission zu tun hatte. Mein Herz pumpte so heftig, dass ich dachte, das ganze Haus müsste in seinem Takt vibrieren.

    Dann schüttelte Sania den Kopf, als wollte sie sich auf andere Gedanken bringen. „Na ja, wir werden die Sicherheitsvorkehrungen verbessern; gleich heute werde ich eine neue Alarmanlage kaufen. Aber vorher sollten wir frühstücken. Du hast sicher auch Hunger.“

    Ich nickte automatisch, brachte aber noch kein Wort heraus. Die schreckliche Brille drückte auf meiner Nase und ich versuchte, sie zurechtzurücken. Aber es wollte sich einfach nicht natürlich anfühlen. Sie sahen alles, was ich sah. Es war leider doch nicht bloß ein Albtraum gewesen. Bloß nicht daran denken. Ich bemühte mich, mich auf das anstehende Frühstück zu konzentrieren.

    Kaum hatte ich mich zu Professor Magnolica an den Küchentisch gesetzt, kam Hop wie ein junges Raffel aus dem Badezimmer gesprungen. „Endlich ist es Morgen! Jetzt kann das Abenteuer losgehen!“

    „Hast du nicht mal genügend Anstand, dich nach dem Einbruch zu erkundigen?“, fragte ich, bevor ich mich davon abhalten konnte.

    „Hier wurde eingebrochen?“, fragte Hop schockiert.

    „Ja, aber es ist nicht schlimm. Es wurde nichts gestohlen“, beruhigte ihn Professor Magnolica, doch ich erkannte an ihren Augen, dass sie trotzdem beunruhigt war. Genauso hatten mich meine Augen im Spiegel ebenfalls angeblickt.

    „Sag mal, Hop ... Du hattest dich irgendein merkwürdiges Pokémon erwähnt, oder?“, wechselte Sania nun das Thema. Sie schien sich auch lieber nicht weiter mit dem Einbruch auseinander setzen zu wollen. „Kannst du mir mehr darüber erzählen?“

    Natürlich berichtete Hop sofort wieder von der Ereignissen im Schlummerwald, die so ewig her zu sein schienen. Allerdings war er bei seinen Ausführungen nicht sonderlich ausführlich.

    „Na toll ...“, kommentierte Sania. „Emilia, kannst du mir mehr dazu sagen?“

    „Auch nicht wirklich“, wandte ich mich heraus. „Es sah aus wie ein großes, blaues Magnayen“, fügte ich dann jedoch noch hinzu. „Falls das weiterhilft.“

    „Na ja, ist besser als nichts“, meinte Sania und machte sich erst einmal daran, Frühstück zu machen.

    Währenddessen wandte sich die Professorin an Hop und mich. „Schaut mal, ich habe hier etwas für euch.“ Dann legte sie zwei Armbänder auf den Tisch. „Das sind Dynamax-Bänder. Darin sind die Wunschsterne verarbeitet, die ihr gestern gefunden habt. Ich hab gestern Abend noch daran gearbeitet, sie fertig zu machen.“

    „Wow! Danke, Professorin!“, sagte Hop und band es sich sofort um den Arm.

    Auch ich legte es an, nicht jedoch ohne ein seltsames Gefühl zu haben. Wenn bei dem Einbruch nichts gestohlen wurde ... „Ja, vielen Dank.“

    „Ich werd verrückt“, plapperte Hop weiter, sodass mein Dank beinahe unterging. „Das sieht ja genauso aus wie das von meinem Bruder!“

    Hop nutzte das gesamte Frühstück, um die Professorin zum Dynamax-Phänomen zu befragen, während ich nur stumm vor mich hin schaute und ihnen nur mit halbem Ohr zuhörte.

    „Danke für das gute Frühstück“, sagte ich irgendwann, damit ich nicht ganz so abwesend wirkte. „Wo ist eigentlich Delion?“

    „Ach“, meinte Hop, „die Schlafmütze ist wahrscheinlich noch im Reich der Träume.“

    „Von wegen“, ertönte da eine tiefe Stimme und ich sah Delion durch den Flur zu uns kommen. „Ich hab nur noch euren Empfehlungsbriefen den letzten Schliff gegeben. Aber jetzt denke ich vielleicht noch einmal darüber nach, ob ein solcher Frechdachs wie du wirklich einen verdient.“

    „Das ist nicht fair“, protestierte Hop sofort. „Ich bin dein kleiner Bruder. Es ist mein Job dir auf die Nerven zu gehen!“

    „Also immer dann, wenn du ihn nicht gerade anhimmelst“, warf ich ein und kassierte tatsächlich eine herausgestreckte Zunge von Hop.

    „Na ja, jetzt hab ich sie ja eh geschrieben, jetzt kann ich sie euch auch genauso gut geben.“ Und mit diesen Worten reichte Delion jedem von uns einen versiegelten Umschlag.

    „Edel“, kommentierte ich.

    „Jap, nur das beste für die aufgehenden Sterne am Trainerhimmel.“

    Hop strahlte so sehr, dass er schon fast der Sonne Konkurrenz machen könnte.

    „Aber jetzt würde ich gerne frühstücken. Ist noch etwas von deinen sagenhaften Kochkünsten übrig, Sania?“

    Sania ging nicht weiter darauf ein, stellte Delion jedoch einen Teller vor die Nase. „Sag mal“, meinte sie dann, „gibt es nicht einen Vordruck für den Empfehlungsbrief, den du einfach nur noch ausfüllen musst?“

    „Ach“, sagte Delion nur, „du weißt doch, dass ich die Dinge, die ich mache, gerne richtig mache.“

    „Ja, vor allem, dich verlaufen.“

    „Ich hab einfach andere Qualitäten!“

    „Ich unterbreche euch ja nur ungerne, aber jetzt wo ich das Dynamax-Band und den Empfehlungsbrief habe, kann die Legende von Hop endlich Fahrt aufnehmen“, mischte Hop sich ein. „Deshalb will ich jetzt unbedingt los.“ Dann wandte er sich noch einmal an Professor Magnolica. „Danke für die Unterkunft, das tolle Essen und alles. Das war ein super Start in unser Abenteuer. Aber jetzt heißt es erst mal richtig loslegen. Milli, was sagst du? Komm, machen wir ein Wettrennen bis zum Bahnhof! Fertig? Los!!“

    Ich hatte nicht einmal die Chance, etwas zu sagen, da war er schon verschwunden.

    „Hop lässt echt nichts anbrennen“, kommentierte Sania, auch wenn sie sein Verhalten sicher schon kannte. „Ich hoffe, ihr habt sehr viel Spaß auf eurer Reise.“

    „Danke“, sagte ich, auch wenn ich das bezweifelte. „Und auch ich möchte mich noch einmal für Ihre Gastfreundschaft bedanken.“

    „Aber immer doch, Kindchen“, erwiderte Professor Magnolica. „Es hat mich gefreut, euch hier zu haben. Und jetzt geh und mach uns stolz!“

    Das Lächeln, was ich ihr schenkte, war sogar einigermaßen ernst gemeint. Ich wusste, ich hatte einen schwierigen Weg vor mir, aber ich wusste, ich musste ihn gehen.

    „Auf Wiedersehen!“, sagte ich und verließ das Haus.


    Kaum hatte ich den Vorgartenbereich von Professor Magnolicas Haus verlassen, entdeckte ich einen Mann in der auffälligen Uniform der Liga-Angestellten. Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit, während ich auf ihn zu ging. Dieser Einbruch hatte definitiv etwas mit mir zu tun gehabt.

    Ich schluckte alles Unwohlsein herunter, setzte ein falsches Lächeln auf und fragte so freundlich, wie es mir möglich war: „Was möchten Sie hier? Kann ich etwas für Sie tun?“

    „Nun, wir haben von dem Einbruch bei Professor Magnolica gehört und wollten uns erkundigen, ob alles in Ordnung ist“, antwortete der Mann, als würde es ihm wirklich nur darum gehen. Doch seine Augen fixierten mich auf eine Art, die mir das Gefühl gab, dass er direkt in meine Seele gucken konnte.

    „Es wurde offensichtlich nichts gestohlen, also ist alles gut.“ Ich hasste es, die Höflichkeit aufrecht zu erhalten, aber ich hatte auch keinen Grund, es nicht zu tun.

    Er lächelte einen Moment stumm und betrachtete mich. Sein Blick blieb an meinem Handgelenk hängen. „Ein hübsches Dynamax-Band hast du da.“

    „Ein Geschenk.“

    „Oh ja.“ Der Liga-Angestellte trat einen Schritt näher und ich spürte seinen Atem an meiner Wange, als er mir ins Ohr flüsterte: „Lege es niemals ab. Es ist Cosmas Entgegenkommen für deine Bedingung.“ Ich versteifte mich, auch wenn ich genau so etwas bereits befürchtet hatte. „Du bist ein kluges Mädchen“, sprach er weiter, „aber ich habe den Auftrag, mich klar auszudrücken: Dein Dynamax-Band sagt uns, wo du bist, auch wenn du deine Brille nicht trägst. Es ist stoßfest und wasserdicht und wenn du es jemals ablegst, wirst nicht nur du es bereuen.“ Er lehnte sich zurück und betrachtete mich noch einmal. „Hast du das verstanden?“

    Ich nickte stumm, weil meine Kehle wie zugeschnürt war.

    „Gut“, meinte er, „dann kann ich ja jetzt gehen.“

    „Wollten Sie sich nicht wegen des Einbruchs erkundigen?“, fragte ich, nur um irgendetwas zu sagen und damit ein wenig die Erinnerung an die Unterhaltung zu verdrängen. Dass ausgerechnet jetzt meine Zunge wieder schneller war als mein Kopf, konnte ich selbst nicht glauben.

    Er schenkte mir ein Grinsen, dass mir einen Schauer über den Rücken jagte. „Hab ich doch gerade.“ Dann verschwand er über die kleine Brücke und die Route hinauf in Richtung Brassbury.

    Ich jedoch blieb noch einen Moment wie angewurzelt stehen und versuchte, die Informationen zu verarbeiten. In der Brille, die ich trug, war eine Kamera. Ich durfte sie nur abnehmen, wenn ich schlief oder in Badezimmer ging. In meinem Dynamax-Band war ein Peilsender. Dieses durfte ich niemals abnehmen. Ich fühlte mich wie eine Marionette, die an ihren Seilen hing, sich aber trotzdem selbstständig bewegen sollte. Ich sollte die Bewegungen ausführen, die Cosma und seine Leute für mich vorgesehen haben, ohne dass sie selbst eingriffen.

    Und dann plötzlich kam mir noch ein weiterer Gedanke: Der Einbrecher hätte unmöglich wissen können, welches der Dynamax-Bänder ich erhalten würde. Und das bedeutete unweigerlich, dass auch Hops Bewegungen von Cosmas Männern verfolgt wurden. Also selbst wenn ich vorgehabt hätte, ihn einzuweihen – sie würden es mitbekommen!

    Mein Herz raste und ich brauchte einige tiefe Atemzüge, um mich zu beruhigen. Sie hatten wirklich an alles gedacht ... Aber ich durfte sie trotzdem nicht gewinnen lassen!



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    Wenn ich schon hier bin kann ich auch voten:


    Gruppe A

    Yara, Olynien, Simon


    Gruppe B

    Mipha, wurmundmaus, Shiny Endivie, Laurayka

    (Sorry Musicmelon ♥)


    Gruppe C

    Evoluna, schadeniz, Deoxys74


    Gruppe D

    Neo7, PokeViper, Leechaiyapornkul