Beiträge von Raichu-chan

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    Ja, strenggenommen geht es um Technik, aber gerade Farben sind ein sehr subjektives Thema. Objektiv ist es egal, welche man nimmt, deswegen kann da wohl keiner eine klare Empfehlung aussprechen. Höchstens eine Erfahrung wie "die vergilbt schnell" oder "da sieht man jeden Kratzer", aber damit kenne zumindest ich mich überhaupt nicht aus (und bin mit Schwarz auch immer gut gefahren, aber das ist ja hier keine Option). Vielleicht gibt es ja die Option, sich die Farben mal in Natura anzusehen. Ansonsten kannst du dich wohl nur für eine entscheiden, die dir am besten gefällt. (und wenn sie dir nicht gefällt, nimm es nicht so schwer. Det Großteil davon wird sowieso von der Hülle überdeckt xD)

    Wenn dir mehr Speicherplatz wichtig ist und das nur in Kombination mit ein paar Farben oder einem höheren Preis verfügbar ist, musst du abwägen, worauf du mehr Wert legst.

    Also wenn dieses Kabel wie bei Pokemon Channel/XD funktioniert, sollte man es an der gleichen Stelle wie einen ganz normalen GC Controller anstecken können, weil er auch diesen Anschluss benutzt. Deshalb sollte sich die Wii nicht anders verhalten, als ein GC es tun würde, eben weil sie die GC Spiele genauso abspielt, wie die GC es tun würde. Ausprobieren kann ich es aber selber nicht. (aber natürlich alles unter der Voraussetzung, dass der GC-Teil der Wii sich nicht anders als die "echte" Konsole verhält, analog wie der Advance zum Gameboy oder die Wii U zur Wii in dieser Hinsicht. Aber ich sehe keinen Grund, warum sie das nicht tun sollte).

    Damals konnte man darüber Pokémon tauschen oder sich Jirachi herunterladen.

    Bestes Gameplay
    - Fire Emblem - Three Houses
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    Beste Story

    - Fire Emblem - Three Houses

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    Bester Charakter
    - Gloria (Pokemon Schwert& Schild) (fight me, es war Liebe auf den ersten Blick^^*)
    - Edelgard (Fire Emblem: Three Houses)
    - Makise Kurisu (Steins;Gate Elite)


    Bestes Artdesign
    - Astral Chain
    - Fire Emblem: Three Houses
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    Bester Sound
    -Fire Emblem - Three Houses

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    Bestes PC-Spiel
    - Anno 1800
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    Bestes Switch-Spiel

    - Fire Emblem - Three Houses
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    Bestes Remake/Remaster
    - Steins;Gate Elite
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    Bestes On-Going-Game

    - Fire Emblem Heroes
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    Bester DLC

    - Steins;Gate Linear Bound Phenogram (es lag als Code bei Elite dabei...)

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    Größte Überraschung
    - Steins;Gate: My Darling's Embrace (tatsächlich weniger weil es gut ist - dafür hätte ich es schon spielen müssen - sondern eher weil es überhaupt den Sprung nach Europa geschafft hat)
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    Meisterwartetes Spiel 2020
    - Tokyo Mirage Sessions Encore (so unterschätzt...)
    - Persona 5 R

    - Bravely Default 2


    Bisaboard Game of the Year 2019
    - Fire Emblem: Three Houses
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    Merkt euch, Kinder, das passiert, wenn ihr an all die Spiele denkt, die 2019 erschienden sind, ihr gekauft und tatsächlich auch gespielt habt (größtenteils).

    Noé lächelte beschämt, als man sich über die Verwerflichkeit des kleptomanischen Verhaltens unterhielt, und beschloss, sich lieber aus diesem Thema herauszuhalten. Zwar hatte sie nicht wirklich viel mitgehen lassen. Wenn sie sich die anderen Trainer anschaute, schien ihr Essen und das Buch, das ihr Begleiter eingesteckt hatte, mehr als vertretbar gewesen zu sein. Da sich aber alle dafür aussprachen, dass solch ein Verhalten selbst in diesem Ausnahmefall strengstens zu unterbinden war, würde sie hier wohl nicht auf Gleichgesinnte treffen - zumindest auf niemanden, der dies offen zugeben würde. Dabei wussten sie doch nicht einmal, ob die Stadt je wieder geheilt werden konnte. Sie bevorzugte das Szenario, dass die Leute plötzlich wieder aus ihrer Starre aufwachten und sich wunderten, wo ihre Sachen geblieben waren, vermutlich so sehr wie jeder andere auch, aber selbst wenn nicht, konnten sie es doch verschmerzen, wenn sich ein Dutzend junger Menschen sich mit dem eindeckten, was sie zum (Über)Leben brauchten.


    Dafür lauschte sie den Ausführungen von Jan-Friedrich mit großem Interesse. Sie selbst hatte nicht viel mitbekommen, was um sie herum geschehen war, während sie unter einer Bank gekauert hatte, um dem Schlimmsten zu entgehen. Dass für dieses grausame Spektakel ein Kampf der legendären Pokémon verantwortlich sein sollte, schien mehr als logisch. Es gab viele Menschen, die nicht an die sagenumwobenen Pokémon glaubten, aber noch mehr, die sich Geschichten über ihre Herrschaft über die Erde und die Menschen erzählten, während sie ihre Kinder zu Bett brachten oder in der dunklen Nacht am knisternden Feuer saßen. Ein bisschen wurmte es Noé, dass sie die Pokémon nicht mit eigenen Augen gesehen hatte. Da passierte so eine Story direkt vor ihrer Nase und sie hatte buchstäblich verschlafen, hinzuschauen!


    Dann wurde ihr Blick von Melchiors Pokémon abgelenkt, das sich einem anderen Pokémon annäherte. Noé hätte den Moment der aufkeimenden Freundschaft gerne in einem Bild festgehalten, doch der Trainer sprach bereits weiter. Wohl wissend, dass jeder seiner elaborierten Sätze ihre volle Aufmerksamkeit benötigte, um ihn zu entziffern, drehte Noé ihren Kopf zu ihm. Sie war fast schon erleichtert darüber, dass der Fokus sich auf Astrid richtete, auch wenn das Mädchen deshalb nicht zu beneiden war. Als es um ihre Kopfverletzung ging, erinnerte es sie daran, wie das passiert war und dass Noé für den mehr als stümperhaften Verband verantwortlich war. Allerdings war es das Beste gewesen, was sie bei der Wunde hätte tun können, die gerade zum Thema der Diskussion wurde. Es hieß ja auch immer, dass Erste Hilfe immer noch besser war, als gar keine Hilfe. Umso froher war sie darüber, diese Sache nun in die Hände von Fachmännern geben zu können - auch wenn sie ihre Debatte mit leichter Skepsis verfolgte. Bei der Bemerkung, dass Pottrott die Beerensäfte produzierte, zuckte ihr Magen kurz zusammen. Es war schwer vorstellbar, dass es eine andere Flüssigkeit als Milch gab, die man trinken sollte, wenn sie aus einem Pokémon kam. Allerdings wusste sie auch nicht, wie genau Medizin hergestellt wurde, und dass Pokémon in diesen Prozess eingebunden worden waren, wollte sie auch nicht abstreiten. Deswegen war sie umso erstaunter, als Astrid das Gebräu tatsächlich trank und es nicht auf der Stelle wieder ausspuckte.


    Währenddessen meldete sich Leon, ihre Bekanntschaft aus der Bibliothek zu Wort und befeuerte die Entscheidung, wo es als nächstes hingehen sollte. Das Pokémon-Center war ja allgemein der geläufigste Anlaufort, aber gut möglich, dass es wirklich heillos überlaufen war. Wenn sie ganz allein gewesen wäre, hätte sie wohl auch zuerst an diesem Ort Zuflucht gesucht. Außerdem hatten die Mitarbeiter wohl genug zu tun, die Verletzten zu pflegen - gut möglich, dass beim Angriff auch einige von ihnen zu Stein verwandelt oder von Trümmern getroffen worden waren - und die kleine Gruppe hatte augenscheinlich keine dringenden Gründe, ihre Hilfe zu erbeten.


    Noé kicherte verhalten, als das Diebstahlthema doch wieder aufgegriffen wurde, war aber bereit, ernst zu nicken und den Schuldigen zuzustimmen, dass sie aus reiner Notwehr gehandelt hatten, um über die Runden zu kommen - mit einem kurzen, suggestiven Zwinkern natürlich. Sie verfolgte den Wortwechsel zwischen Jan-Friedrich und Melchior weiter, auch wenn er für sie kaum neue Erkenntnisse brachte. Sie schwankte irgendwo zwischen dem Willen, Melchior einschätzen zu können, und der intuitiven Befürchtung, dass dies nur Zeitverschwendung war, weil sich hinter der Fassade nicht viel verbarg, was seinen selbsternannten Status aufrechterhalten konnte. „Ich hab zwar keine Ahnung von Medizin oder Beeren“, sagte sie verlegen und wollte lieber nicht hinzufügen, dass sie sich am Saftladen ein paar Stunden zuvor nicht mal hatte aussuchen können, was sie hatte trinken wollen. „Aber wenn ich euch irgendwie helfen kann, sagt mir ruhig Bescheid. Ob sich meine Pokémon so gut zum Auskundschaften eignen, weiß ich allerdings nicht.“ Picochilla hatte zwar in der Stadt gelebt, bevor es zu Noé gestoßen war, aber die Art, wie es vorsichtig über den Boden lief, um Staub auszuweichen, sagte ihr, dass das nicht die Idealbesetzung war. Vermutlich würde es sich eher dabei verausgaben, den Weg zu putzen, und nach ein paar Minuten schon K.O. auf dem Pflaster liegen. Wiesor hatte sich indes zu der fliegenden Honigwabe gesellt und beschaute neugierig die Kiste vor sich. Es wäre wohl besser, sie nicht aus den Augen zu lassen. Noé konnte sich zwar nicht vorstellen, dass seine Krallen stark genug waren, um die Kiste aufzuhebeln, war sich aber zu 100% sicher, dass dieser Fall eintreten würde, sobald sie ihm den Rücken zudrehte.


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    OT: Und der Preis für das nutzloseste Team geht an...

    War die Box überhaupt verschlossen? Sonst sagt einmal schnell Bescheid.

    Okay, schneller beim Schreiben zu sein, ist ein toller Vorsatz für's nächste Jahr, damit die WoT nicht so lang wird. Frohes Neues auch an mir an dieser Stelle.

    Kapitel 10


    Okabe ging gerne zu seinen Vorlesungen (auch wenn er entweder der Auffassung war, dass man ein Genie wie ihn nicht richtig fördern konnte, oder dass seine Dozenten eine außerirdische Sprache benutzten, wenn sie Begriffe verwendeten, die er nicht einmal aussprechen konnte). Heute bekam er aber nicht mehr mit als der junge Mann vor ihm, der seinen Laptop als Schutzschild nutzte, um dahinter zu schlafen, ohne mit Kreide abgeworfen zu werfen. Wenn man es genau betrachtete, erholte sich dieser wenigstens und konnte danach mit frischer Kraft in die nächste Stunde starten, während Okabes Gedanken so verbissen um ein Problem kreisten, dass er vermutlich eine ganze Woche schlafen müsste, um sich von dieser Anstrengung zu erholen. Allerdings ging das bekanntlich nicht. Das Böse schlief nicht, weil man es allzeit zu fürchten hatte. Und deswegen durfte er es auch nicht tun, um die Welt vor der Organisation zu beschützen, die sich im Schatten der Nacht verbarg.
    Er musste es ja wissen. Viel Schlaf hatte er in der letzten Nacht nicht bekommen. Als sein Wecker geklingelt hatte, war es ein Akt von bewundernswerter Willenskraft gewesen, die Decke zurückzuschlagen und gegen die Müdigkeit in seinen Knochen zu kämpfen. Die ganze Zeit hatte er daran gezweifelt, ob es das wert war, aber er wollte auf gar keinen Fall ihr hämisches Grinsen sehen, wenn rauskam, dass er die Vorlesung verschlafen hatte. Obwohl, wenn er es sich recht überlegte, war dieser Seitenhieb vielleicht gar nicht so schlecht. Alles war besser als die launische Reaktion, die er als Letztes von ihr gesehen hatte. Sie hatte nicht einmal auf seine Nachrichten von gestern geantwortet.
    Okabe ließ den Kopf hängen. Man konnte wirklich nicht verstehen, was in den Köpfen von Frauen vor sich ging. Selbst sein bester Freund hatte ihm da beigepflichtet (auch wenn sich das ausschließlich auf 3D-Mädchen bezogen hatte). Allerdings waren dem Hacker gleich ein paar Dinge eingefallen, die Okabe tun konnte, um es wiedergutzumachen. Zum Beispiel ein weißes Pferd stehlen und sie einholen, während sie in einer Kutsche davonfuhr, um einen anderen Prinzen zu heiraten. Oder einen Monat lang in den verschneiten Bergen trainieren, dem Militär dort die Vorräte stehlen und zum Schluss ein erlegtes Bären-Souvenir als Liebesbeweis vor die Füße werfen. Oder einen Pakt mit einem Außerirdischen schließen, um ihr ihren innigsten Wunsch zu erfüllen, nur um dann mit ansehen zu müssen, wie sie mit jemand anderem glücklich wurde und er selbst so weit in Verzweiflung versank, bis er seine Seele einbüßte. Okabe bezweifelte allerdings, dass diese Ansätze besonders praktikabel waren - oder ihm nicht sogar einen Schlag in die Magengrube einbringen würden. So, wie Kurisu geschaut hatte, würde sie das Letzte aber vermutlich als passende Wiedergutmachung gelten lassen.
    Okabe verschränkte die Arme. Er verstand das einfach nicht. Warum führte sie sich so auf? Er hatte doch nur ein paar Fragen gestellt. Gut, sie waren vielleicht wenig schmeichelhaft gewesen, aber dank der Vehemenz, mit der sie geantwortet hatte, hatte sie doch alle Zweifel beseitigt. Eigentlich sollte sie ihm dankbar dafür sein, dass er ihr die Möglichkeit gegeben hatte, ihr Projekt mit so wenig Aufwand ins rechte Licht zu rücken. Stattdessen war sie so stur, dass sie ihn nicht einmal mit ihrem Ärger konfrontierte. Mit Argumenten könnte er ja wenigstens arbeiten, aber diese kalte Schulter brachte ihn dazu, sich selbst ausmalen zu müssen, was los war. Manche würden sagen, dass er in dem Bereich einiges nachzuholen hatte, aber er fühlte sich da chronisch missverstanden. Es war eher so, dass sein Verstand zu genial war und er sich zu viele Möglichkeiten ausmalte. Oft wurde er sogar schwer enttäuscht, weil er kilometerweit vorausgedacht hatte und die Antwort das Naheliegendste war, auf das jeder Idiot hätte kommen können.
    Oh, wann würde die Welt endlich verstehen, dass sie mit solchen Gedankenspielen nur seine Zeit verschwendete? Es gab so viel Wichtigeres zu tun. So viel Sinnvolleres, mit dem er diese Welt revolutionieren konnte. Er könnte jetzt im Labor sein und an seinen Erfindungen arbeiten, um irgendwann mit ihnen die Weltherrschaft zu übernehmen. Oder zumindest das Prinzip elektrischer Leitungen ergründen, um zu verstehen, was der Dozent dort gerade auf den Overhead-Projektor malte. Und was seine Kommilitonen eifrig abschrieben.
    Okabe schluckte, als er seine Notizen mit ihren verglich. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, als er sich daran machte, das Wissen auf sein Papier zu übertragen, bevor der Dozent die Folie hochrollen und es für immer verschwinden würde.
    Dafür würde er Christina büßen lassen!



    Kurisu griff gerade nach einem Pudding, um sicherzugehen, dass Okabe nicht mehr als seine verdiente Portion bekommen würde - nämlich gar nichts - als sie etwas sah, das sich noch besser für ihren Kampf nach Gerechtigkeit und dem Wiedereinführen des Status Quo eignen würde. Grinsend zog sie die letzte Flasche Dr. Pepper aus der Seitentür und setzte sich auf das Sofa, die Beine lässig über Kreuz geschlagen. In dieser Haltung behielt sie die Tür im Blick und wartete mit einem bösartigen Grinsen auf ihren großen Moment. Laut Mayuris Textnachricht würde er jeden Moment ins Labor kommen und sobald er eintrat, sollte er keinen Zweifel an der Natur ihrer Handlungen haben.
    Immerhin hatte er sich das selbst zuzuschreiben. Sie wusste immer noch nicht, was er mit seiner Fragerei hatte bezwecken wollen, aber hilfreich war es nicht gewesen. Zum Glück hielt sie diese Vorlesungen schon seit Monaten und es kam ihr immer mehr vor, als würde die Leute immer das Gleiche interessieren - was gut war, weil sie so meistens eine Antwort parat hatte. Bei ihm war es ja auch nicht anders gewesen.
    Es störte sie ja auch gar nicht, dass er gefragt hatte. Ihretwegen hätte er ihr Löcher in den Bauch fragen können und sie hätte sich mit Freude auf die wissenschaftliche Diskussion eingelassen, die ihr viel mehr Spaß machte, als wieder und wieder die gleichen Fakten herunter zu rattern. Aber nicht auf diese Art. Nicht, wenn er die Integrität ihrer Forschung anzweifelte und ihr Projekt bloßstellte, als wäre es ein Versuch, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Wie abwegig. Sie konnte sich nicht einmal vorstellen, wie das gehen sollte. Scheinbar war er von seinen eigenen Ambitionen eingenommen gewesen. Aber nun, was hatte sie von jemandem erwartet, der sich selbst als verrückten Wissenschaftler bezeichnete?
    Und schon wieder enttäuschte er sie. Es war schon nach halb 5, so langsam konnte er doch wirklich mal auftauchen. Sie hatte weitaus Besseres zu tun, als hier auf der Couch zu sitzen und darauf zu warten, dass er sich bequemte, endlich das Labor zu betreten. Tatsächlich hatte sie überlegt, ihren Laptop mitzunehmen und nebenbei ein bisschen zu arbeiten, aber dann hätte sie erst wieder aus ihrer Konzentration auftauchen und sich erinnern müssen, wer da gerade hereinkam und warum sie so unendlich wütend auf ihn war. So konnte man doch keine Dramatik aufbauen und dann hätte dieses ganze Unterfangen überhaupt keinen Sinn. Entweder ganz oder gar nicht!
    Es verging eine weitere halbe Stunde, bis die Tür sich geräuschvoll öffnete, und wenn Kurisu noch wütender hätte sein können, so war sie es jetzt. Niemand verschwendete ungestraft ihre Zeit! Für den passenden Gesichtsausdruck musste sie sich nicht einmal anstrengen und sie war darauf vorbereitet, ihn möglichst lange zu halten, um auch ja sicherzugehen, dass das Gespräch richtig begann.
    Sie hörte einen Aufschrei und erblickte Daru, der am liebsten rückwärts wieder aus der Tür gelaufen und einen sicheren Ort (vermutlich im MayQueens) gesucht hätte.
    "Ihr wollt mich doch verarschen!?", rief Kurisu, winkte ihn rein und verschränkte die Arme vor der Brust. "Wo ist Okabe?", verlangte sie vom Hacker, als er wie versteinert stehen geblieben war.
    Erleichtert atmete er auf. "Puh. Ich bin nicht der Schleim, den du suchst, um deine Wut auszulassen."
    "Ein Schleim wird da nicht reichen", murmelte sie. Immerhin war sie niemand, der gerade erst gelernt hatte, wie man kämpfte. Die wabbeligen Dinger in allen Formen und Farben lösten sich doch schon auf, wenn man sie nur schief anschaute.
    "Ich weiß nicht, ob ich Okabe einer mordlustigen Tsundere ausliefern soll…"
    Kurisu hob eine Augenbraue und verengte ihre Augen ein Stück weiter, als würde sie alles, an was er gerade dachte, stattdessen ihm antun.
    Augenblicklich bildeten sich Schweißtropfen auf seiner Stirn. "Er wollte nur noch schnell etwas zu Essen kaufen und sollte gleich da sein. Ich werde mich so lange einfach hier in diesem Zimmer sein, keinen Mucks machen und so tun, als ob ich nicht da wäre."
    Kurisu lächelte. "Du hast eine sehr gute Auffassungsgabe, Daru."
    "Natürlich. Ansonsten hätte ich wohl kaum alle Raiton-Spiele auf Gold bringen können. Manche der Rätsel sind anstrengender als meine Vorlesungen."
    Betont beiläufig zog Kurisu ihr Handy aus der Tasche und machte sich daran, Informationen darüber zu beschaffen. Sie könnte auch Daru befragen und ihn um eine Kostprobe bitten, aber das würde eine Reihe von Konsequenzen haben, auf die sie lieber verzichten würde. Sie fand recht schnell ein Let's Play und war sofort von der niedlichen Comic-Grafik und den Charakteren überzeugt. Vor allem der groß gewachsene Gentleman hatte es ihr angetan. Der würde bestimmt niemanden eine Stunde auf sich warten lassen! Nun, um ganz fair zu sein, musste sie wohl zugeben, dass er nichts von ihrer Anwesenheit wissen konnte - aber er war am Vortag auch nicht fair gewesen, also erübrigte sich das ja wohl!
    Ehe sie sich versah, spulte sie durch das Rätsel und machte sich einen Spaß daraus, allerhand Rätsel zu lösen.


    Gegeben ist ein 5*6 großes Schachbrett. Bewege den Springer darauf so, dass er jedes Feld genau einmal berührt.
    Das war die Anweisung gewesen, die seit einer Viertelstunde höhnisch auf dem Handybildschirm stand. Seitdem versuchte Kurisu, mit ihren Augen und später sogar mit ihre Zeigefinger, einen Weg für die kleine Pferdfigur zu finden. Allmählich spürte sie die Verzweiflung in sich aufsteigen. Das konnte doch nicht sein. Dieses Spiel war für Kinder gedacht! Wieso kam sie nicht darauf, wie man den Springer bewegen sollte? Da musste es doch irgendeine einfache Lösung geben!
    "Was machst du gerade?", trällerte Mayuri mit einem breiten Lächeln und lehnte sich über die Lehne des Sofas, um Kurisu über die Schulter zu schauen.
    "Ach, das Rätsel habe ich gerade eben gefunden." Also vor 15 Minuten. "Im Internet." In einem Video über ein Videospiel. "Eigentlich habe ich es schon so gut wie gelöst." Immerhin gab es nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten und dass ihr langsam die Optionen ausgingen, zeigte, wie nah sie dran war.
    "Das sieht wirklich kompliziert aus. Aber Mayushii ist sicher, dass du das schaffst", sagte sie und klopfte Kurisu aufmunternd auf die Schulter.
    "Ja, das wird schon. Eigentlich mache ich das auch nur, um mir die Zeit zu vertreiben, während ich…" Kurisu blinzelte. Wann war Mayuri hier reingekommen? Sie schaute sich in der Wohnung um und bemerkte, dass ihre schlimmste Befürchtung wahr geworden war. Das Glück war wirklich mit den Dummen!
    Sie beeilte sich, ihren bösen Blick wiederzufinden, der eindeutig darunter litt, dass die Hälfte ihres Verstandes immer über das Schachbrett hopste. Das war vermutlich bei Weitem produktiver, weil es ihre grauen Zellen trainierte, aber nicht das, was sie im Moment wollte. Das logische Denken musste für einen Moment abgeschaltet werden.
    Kurisu bemerkte, wie Mayuri wegen ihrer plötzlichen Stimmungsschwankung den Kopf schief legte, doch auch darum konnte sie sich nicht kümmern. Das Mädchen würde ja gleich sehen, was der Grund dafür war.
    Kurisus Blick folgte Okabe, wie er aus der Küche zurückkam. "Was ist", fragte er und die ehrliche Ratlosigkeit machte es noch schlimmer. "Kommst du bei deinem Rätsel nicht weiter?"
    "Doch!" Also gut, das eigentlich auch, aber das verstimmte sie viel weniger als sein dümmliches Gesicht. "Willst du wirklich wissen, was das Problem ist?"
    "Dass wir kein Dr. Pepper mehr haben?"
    "Nein!", sagte Kurisu und verschränkte ihre Arme so fest, dass sie die Knochen spüren konnte.
    "Was könnte tragischer sein, als sich bei der Hitze nicht mit dem besten Getränk seit Menschengedenken zu erfrischen?"
    "Na du!", rief sie.
    Okabe legte den Kopf schief und schaute zum Couchtisch, wo das Diebesgut stand. "Da muss ich dir widersprechen. Ich bin nicht derjenige, der die letzte Flasche so frevelhaft entwendet hat."
    "Das spielt doch überhaupt keine Rolle!", entgegnete sie. Nun gut, eigentlich hatte sie ihn ursprünglich genau mit dieser Tatsache aufziehen wollen, damit er die Ungerechtigkeit des Universums am eigenen Leib erfahren musste, aber das war ja jetzt alles für die Katz. "Wie konntest du mir das antun?"
    "Wie konntest du mir das antun?", fragte er zurück und deutete auf die halb ausgetrunkene Flasche auf dem Tisch.
    "Jetzt hör doch mal auf, so kindisch zu sein. Es geht hier nicht nur um irgendein blödes Getränk!"
    "Ich darf doch wohl sehr bitten." Er drehte sich zur Seite und deutete zu seinem Freund. "Daru, was besagt Regel 34?"
    "Sobald etwas existiert, lohnt es sich, einschlägige Seiten danach zu durchsuchen."
    Okabe sah aus, als hätte er einen Schlaganfall. "Nicht die, Daru. Regel 34 des Labors!"
    "Sobald ein weibliches Wesen dem Labor beitritt, darf man es-"
    "Daru! Wage es nicht, das Fundament unserer professionellen Symbiose so zu beschmutzen!", rief Okabe so laut, dass er im nächsten Moment zu Boden schaute, als würde er die nächste Mieterhöhung erwarten. Kurisu wollte sich gar nicht ausmalen, wie hoch die Schadensersatzklage ausfallen ausfallen würde, wenn Nae es aufschnappte und Google benutzte.
    "Regel 34 des Gründungsvertrages des Future Gadget Laboratorys", zitierte Mayuri, ein Buch aus handgeschriebenen in der Mitte zusammengetackerten DIN A4 Seiten in der Hand haltend. "Es muss immer für genügend Dr. Pepper gesorgt sein. Sollte einmal der Fall auftreten, dass der Vorrat zur Neige geht, muss derjenige, der ihn aufgebraucht hat, umgehend für Ersatz sorgen.” Damit schlug sie das selbstgemachte Buch wieder zu und stellte es auf den Halter auf dem Schrank. Bei genauerer Betrachtung glitzerten dort ein paar Spinnweben im Sonnenlicht.
    Kurisu schlug eine Hand vor ihre Stirn. “Ich kann nicht glauben, dass ihr das wirklich aufgeschrieben habt.” Dass es noch mindestens 33 andere solcher nutzlosen Regeln gab, schlug dem Fass den Boden aus.
    “Keine Sorge, meine Assistentin. Beim Beitritt erhält jedes Mitglied ein Exemplar. Es mag zuerst wie eine unmögliche Aufgabe erscheinen, alles auswendig zu lernen, aber die 225 Regeln-”
    “Was?!”, stieß Kurisu hervor. “Du kannst mir doch nicht im Ernst erzählen, dass da so viele Regeln drinstehen!”
    “Doch, tun sie. Mayushii hat echt lange gebraucht, um sie alle zu lernen, aber jetzt beherrscht sie sie perfekt. Du musst wissen, Okabe hat schon immer davon geträumt, dieses Labor zu haben, und mit der Zeit sind immer mehr dazu gekommen. Ich hab auch ein paar geschrieben. Hier, schau mal!” Sie lief zurück, blätterte ein bisschen und schlug dann Regel 62 auf. Immer nett zu Upas sein, stand darauf geschrieben.
    “Das lässt sich immerhin leichter merken”, murmelte Kurisu. Sie drehte sich zu Okabe um, der theatralisch die Arme ausgebreitet hatte.
    “Du siehst also, Assistentin, dass diese Regeln nicht nur aus einer Laune heraus entstanden sind. Sie verkörpern den wahren Charakter dieser wissenschaftlichen Hochkultur und sorgen dafür, dass an diesem Ort ein zivilisiertes Leben möglich ist.”
    “Was von einer Versorgung mit Süßgetränken abhängt, die schlecht für den Blutzuckerspiegel sind und die Knochen angreifen”, gab sie zu bedenken.
    Okabe schüttelte den Kopf. “Jede Medizin ist Gift für den Körper, wenn man zu viel davon nimmt. Dieses selbstlose Getränk versorgt uns durch seinen Zucker und Koffein mit Energie, die wir benötigen, um unsere Erfindungen voran zu treiben, indem es sein Leben für unseren Erfolg gibt.”
    “Sag mal, glaubst du eigentlich wirklich irgendwas von dem Quatsch, den du da erzählst?” Kurisu spürte, wie ihr Gehirn immer dümmer wurde, als es all diese sinnlosen Informationen verarbeiten musste. Bestimmt hatte sie dafür irgendeine Erinnerung für immer verloren, wie als sie das erste Mal selbst mit einem Löffel gegessen hatte.
    “Wage es ja nicht, so über das heilige Buch des Future Gadget Laboratory zu reden!”, rief Okabe. “Es ist der Grundstein für unsere friedliche Koexistenz, die unsere Wissensgemeinschaft zusammenhält und uns erlaubt, frei von Konflikten nach einem gemeinsamen Ziel zu streben.”
    “Hmpf”, machte Kurisu nur. “Vielleicht will sich auch nur keiner auf dein Niveau herabbegeben, weil er weiß, dass ein Idiot wie du ihn dort mit seiner Erfahrung schlägt.”
    “Was soll das denn heißen?”
    Kurisu grinste. “Quod erat demonstrandum. Vielen Dank, dass du mir die Arbeit abgenommen hast, das selbst beweisen zu müssen.”
    “Christina! Als meine Assistentin hast du gefälligst-”
    “Ich bin nicht eine Assistentin, verdammt noch mal!”
    “Zahltag”, sagte Mayuri plötzlich von der Seite.
    Kurisu blickte verwirrt zu ihr und sah, wie das Mädchen ihr bestes Katzenlächeln aufgesetzt hatte, das bestimmt nur Besuchern des Café vorbehalten war. Mit der einen Hand machte sie die vertraute Wink-Bewegung der Maneki-Neko, der Winkekatzen, deren Bewegung Glück bringen sollte. In der anderen hielt sie eine Upa-Spardose. “Ist das auch eine eurer bescheuerten Regeln?”, fragte Kurisu, während sie in ihrer Hosentasche nach Kleingeld fischte.
    “Das dient der Finanzierung des Labors”, erklärte Mayuri.
    “Ja, weil wir nicht viele andere Möglichkeiten haben, als uns Freigeistern das Geld aus der Tasche zu locken. Ich bin immer noch der Meinung, dass man ohne zu fluchen in diesen Zeiten gar nicht seine Mental Sanity behalten kann. Zwölfjährige Möchtegern-Trolle, die meine Mutter kennen wollen, kiss my ass.”
    Darauf reagierte Mayuri allerdings kein bisschen, was Kurisu noch mehr an dieser Maßnahme zweifeln ließ. Trotzdem warf sie eine 5-Yen-Münze in den Spar-Upa. Aus dem leisen Klimpern im Inneren schloss sie, dass sie nicht die erste Täterin war.
    “Wisst ihr denn schon, was ihr mit dem ganzen Geld anstellen wollt? Vielleicht euch ein Eis zur Belohnung kaufen? Oder willst du dir einen Schrein bauen?”
    Mayuris Augen leuchteten auf. “Oh ja, ein Eis, bitte.”
    Okabe seufzte. “Mayuri, wir können dieses lange angesparte Geld doch nicht einfach für etwas ausgeben, das nach 5 Minuten weg ist. Hierbei sollte es sich um eine längerfristige Kapitalanlage handeln.”
    Daru machte sich sogar die Mühe, über seine Schulter zu schauen, als er mit flacher Stimme erwiderte: “So wie diese Spielzeugpistole, die du gekauft hast?”
    Okabe warf dem Objekt einen mitleidigen Blick zu. “Daru, wie kannst du so schlecht über sie reden? Dieses Future Gadget hat mit Abstand den höchsten Nutzen im Alltag und war sogesehen eine der besten Investitionen, die wir je getätigt haben.”
    Kurisu seufzte. “Ihr benutzt sie, um die Sender eures Fernsehers zu wechseln, und man kann nur die Sender weiter, aber nicht zurück schalten. Sagt das nicht alles?”
    “Da hast du eine grundlegende Funktion übersehen, Kurisutina”, antwortete er und deutete mit einer ausgestreckten Hand auf das besagte Objekt, als würde er ihr eine Offenbarung präsentieren. “Dieses simple Gerät lehrt uns, dass Entscheidungen gut überlegt sein müssen. Es gibt keine Möglichkeit, zurückzukehren, wenn man sich einmal entschieden hat, zu einer anderen Geschichte zu wechseln. Man springt umher, in der Hoffnung auf bessere Zeiten, und muss doch erkennen, dass man sich in einer Endlosschleife befindet, gefangen zwischen seichten Reality-Shows und Kriminalfällen, bei denen man schon lange abgeschaltet hat. Verstehst du jetzt, warum diese simple, modifizierte Spielzeugpistole das Universum selbst repräsentiert?”, schloss er seinen passionierten Vortrag mit einer großen, alles umfassenden Armbewegung.
    “Ich verstehe”, antwortete Kurisu. Überrascht sah sie dabei zu, wie Okabe seine Gesichtszüge entglitten. Vermutlich hatte er gerade zum ersten Mal wahrgenommen, was er da die ganze Zeit erzählt hatte, und wunderte sich jetzt, dass Kurisu ihn tatsächlich anerkannt hatte. Das konnte sie natürlich nicht so stehen lassen und sie fügte hinzu: “Überhaupt nicht, warum ihr ihn dann nicht einfach ausmacht und etwas Sinnvolles tut. Vielleicht solltest du die Bücher auch mal lesen, die du unter das Tischbein geklemmt hast, damit er nicht wackelt.”
    Sie deutete zum Möbelstück, das in seinem selbstbenannten Laborbereich stand. Prompt war ein lauter Aufschrei zu hören. “Ist das etwa mein Doujinshi!?”, schrie Daru, rannte quer durch den Raum und zog das Heft hervor. Mit Tränen in den Augen strich er das Cover glatt, während er beruhigende Sätze wie “Jetzt ist alles wieder gut” und “Der böse Mann kann dir nicht mehr weh tun” und “Er wird dich nicht finden, niemand wird dich finden, du bist bei mir” flüsterte. “Wie konntest du ihr das antun?”, fragte er anklagend, während er das Gesicht der Anime-Figur schützend an seine Brust drückte.
    Okabe schluckte, wohl wissend, dass Daru ihn in einem Faustkampf wohl mit einer einzigen Ohrfeige zu Boden schlagen und ihn niemand der anderen Anwesenden aufhalten konnte - oder wollte. Er war sich nicht sicher, ob Kurisu eher geschockt oder belustigt reagieren würde, wenn ihm Gewalt angetan wurde. “Ich, also ähm… muss einkaufen!”, rief er, schnappte sich den Beutel neben der Tür und machte sich daran, seine Schuhe anzuziehen.
    Kurisu war einen Moment lang überrumpelt, bis sie wieder zu Sinnen kam. “Hey, stehen geblieben. So leicht entkommst du mir nicht!” Das war ja wohl die Höhe! Erst hatte sie so lange Zeit auf ihn gewartet und jetzt drückte er sich einfach vor seiner gerechten Strafe - und der von Daru, aber sie war zuerst dagewesen.
    “Hey, das ist mein Text!”, rief der Superhacker, erkannte aber im gleichen Moment, dass eine Verfolgungsjagd ihm mehr zusetzen würde als seinem Freund. Kein Problem. Er konnte warten. Der Täter kam immer an den Ort des Verbrechens zurück. Und dann würde er hier sein. Mit der gerechten Strafe…
    “Bei Odin, warum hetzt du mir diese Furien auf den Hals?”, rief Okabe, als würde er von allen Anwesenden am meisten leiden.
    “Furien sind römisch, das hat mit nordischen Mythologie absolut Null zu tun!”, keifte Kurisu, während sie in ihre Sandalen schlüpfte. “Also wirklich. Wenn du dich schon beschweren willst, dann-” Okabe hatte es kaum aus der Tür geschafft, als Kurisu ihm schon nachsetzte. Ihre Worte hallten im Treppenhaus, während sie lautstark die Stufen herunter lief. “Bleib gefälligst stehen, wenn ich dir eine Lektion erteilen will!”
    “Selbst ein Mad Scientist wäre nicht verrückt genug, so etwas zu tun!”, war das Letzte, was die beiden Zurückgebliebenen von ihm hörte.
    Mayuri schaute besorgt aus dem Fenster, wo die beiden die Straße herunter liefen. “Meinst du, wir hätten mitgehen sollen?”
    Darus Gesicht war halb von seiner Cappy verdeckt und ein Schatten lag auf seinen Augen. “Ich hoffe, Kurisu lässt noch etwas von ihm über.”
    Mayuri lachte, komplett unempfänglich gegenüber der Aura der Mordlust im Raum. “Ich auch. Sonst wäre es doch todlangweilig.”


    Ich mache es mal kurz, weil ja nur noch heute Zeit ist, und mir keine weiteren Bücher einfallen (wobei die meisten auch schon genannt wurden, schätze ich). Deswegen nur vier kurze Nominierungen:


    The Fault in Our Stars / Das Schicksal ist ein mieser Verräter - John Green

    Ich glaube, ich könnte dieses Buch noch drei Mal lesen und ich würde immer noch etwas finden, das ich daran mag. Vielleicht werde ich irgendwann zurückblicken und es nur für eine weitere Teenager-Romanze halten, aber John Greens Bücher haben etwas Besonderes und es hat Spaß gemacht, es zu lesen. Ich kann nicht beurteilen, wie realistisch mit dieser Krankheit umgegangen wurde, aber ein paar Aspekte schienen mir so (Besonders die erste Beerdigung fand ich wirklich clever gemacht). Ich meine, allein schon der erste Satz / die erste Seite packte mich mit der Prämisse, das will schon etwas heißen.


    Clockwork Angel - Cassandra Clare

    Definitiv mein Comfort-Pick. Wenn es ein Buch gibt, das ich an egal welcher Stelle aufschlagen und mich darin verlieren kann, dann ist es das hier. Es verliert einfach nie seinen Humor. Vielleicht mag da 3. besser sein, aber bei dem hier habe ich zumindest keine Angst, depressiv zu werden^^°


    Heir of Fire - Sarah J. Maas

    Wenn mich ein Buch dazu bringt, es beim Laufen oder bis spät in die Nacht an einem Tag zu lesen, wo ich am nächsten Morgen recht zeitig aufstehen muss, dann hat es seinen Platz hier verdient ("Nur noch den finalen Kampf" ist so ein tolles Motto - und dann liest man den Rest draußen bei Sonnenschein und merkt, dass die finalen Seiten einem noch mal den Dolch in den Bauch rammen xD).


    Die Verschworenen - Ursula Poznanski

    Ich habe Erebos noch vor mir, aber ich glaube nicht, dass es dieses Buch vom Thron stoßen kann. Ich habe die Geschichte um Ria wirklich verschlungen und mir den Teil danach gleich am Release gekauft. Warum ich also den 2. Band hier nominiere? Weil ich den um 2 Uhr morgens beendet habe und mir bis dahin noch bei keinem Buch so ein Schauer über den Rücken gelaufen ist nach dem Motto "Oh mein Gott, in deinem Körper möchte ich jetzt nicht stecken." Wundervolles Geheimnis, das am Ende dieses Buches enthüllt wurde, und das man sich wirklich mal antun muss.


    Ja, ich gebe es zu - die großen Werke und Klassiker sucht man hier vergebens, aber da solche Nominierungen sowieso mit Subjektivität versetzt sind, kann ich die Karte auch voll ausspielen ;)

    Raichu-chan

    Bist du Apple oder Android Fan? Oder ist dir das egal?

    Android > Aplle. Ich hätte gerne was, das mit meinen anderen Geräten kompatibel ist, und nichts, wo ich mich erst neu reindenken muss.


    OT: Topic ist übrigens schon gemeldet, damit es in den PC-Bereich verschoben wird^^°

    Hallo =)


    Kennt sich hier jemand mit Tablets aus? Ich liebäugle schon länger mit dem Gedanken, mir eines zuzulegen, und jetzt zur Weihnachtszeit sind ja vielleicht ein paar gute Schnäppchen dabei. Meine Bedürfnisse sind recht überschaubar. Abgesehen von ein paar Spiele-Apps soll es dazu geeignet sein, Netflix abspielen zu können, und mich nicht in den Wahnsinn treiben, wenn ich es benutzen möchte, um damit zu schreiben. Wo wir dabei sind: Hat irgendjemand Erfahrung mit diesen flachen Tastaturen, die in die Hüllen integriert sind? Kann man damit gut schreiben? (also nicht auf Dauer, das beansprucht die Handgelenke vermutlich zu sehr, aber so für ein paar Stunden).


    Ich habe zwar auch einen Laptop und der ist zwar im eigentlichen Sinne tragbar, allerdings auch so groß, dass ich mit ihm im Falle eines Diebstahls Leute erschlagen kann. Falls der mal kaputt geht, würde mich mir auch eher einen Tower anschaffen, also wäre das Tablet nur für unterwegs relevant.


    Preislich wären 100-150 Euro schön. Für mehr würde ich ihn nicht genug nutzen.

    Das Problem mit Wasser und Eis hatte ich auch, abet sobald man es weiß, geht es ja. Aber müsste da nicht schon in der englischen Version etwas schiefgelaufen sein? Da müsste es ja auch schon Water bzw. Ice geheißen haben, sonst wäre man doch gar nicht erst auf zwei verschiedene Wörter gekommen...


    Naja, genug OT.


    YES, neuer Teil! Noch ein Bravely, das ich anfange und dann nicht zuende spiele xD (ich hab den 1. ja schon fast durch. Also wirklich durch, inkl. Secret End. Aber was da an Job-Gegner-Kombos auftaucht, ist zum Teil wirklich fies... Zeitmagier + Valküre + Dieb(meine ich) scheint meine Nemesis zu sein^^*). Egal, der hier wird auch noch geholt und dann heißt es wieder 4x Default und 4x Brave spammen sowie Konsole über Nacht auf Standby, um das Dorf und den Mond in die Metropole zu verwandeln. Freu mich drauf, wird bestimmt super, auch wenn der Trailer noch 0 verrät. Glaub auch nicht, dass 2020 Europa mit einbezieht, also bleibt noch genug Zeit, um die Spiele zu beenden (uuund verschrien xD)

    ... Wer baut ein Knusperhäuschen?


    Quelle: natsu_neko



    Was macht man, wenn es Weihnachten ist und man in der Zwickmühle steckt, dass man Geld in Bastelmaterial stecken möchte, aber gleichzeitig das Süßigkeitenregal ganz laut den eigenen Namen ruft? Richtig, man kauft all die Leckereien, die man nur zu dieser Jahreszeit in die Finger bekommt, und macht ein Kunstwerk daraus. Egal ob nach Bausatz oder ganz aus der eigenen Vorstellungskraft - hauptsache das selbstgebaute Haus trotzt der Schwerkraft für die Dauer eines Fotos. Nachdem ihr dann aller Welt euer Kunstwerk präsentiert habt, könnt ihr sein Fundament seinem eigentlichen Zweck zuführen und nach herzenslust an eurem Häuschen knabbern. Ob ihr euch bei der Gestaltung an Pokémon orientiert oder ein Zuhause für andere kleine Lebewesen baut, ist dabei ganz euch überlassen.


    Die Aktion geht bis zum 31.12., wo dann auch die letzten Weihnachtssüßigkeiten aus den Regalen verschwunden sein sollten (und hoffentlich in euren Schränken ein Zuhause gefunden haben ;) ). Viel Spaß beim Bauen!

    Kapitel 9


    Kurisus Daumen fuhr an der Seite ihres Bildschirms auf und ab, woraufhin sich das Sichtfeld von unten und oben und wieder zurück bewegte. Einige Augenblicke war diese monotone Bewegung das einzige, was sie in ihrem Bann hielt. Es hatte mal einen Sinn gehabt, doch je länger sie es tat, desto mehr versuchte sie nur, noch mehr Zeit zu vertreiben. Mittlerweile war es mitten in der Nacht in den vereinigten Staaten und obwohl Kurisu dies wusste, wartete sie darauf, dass jeden Moment eine Nachricht erscheinen würde. Sie ließ ihre Lippen übereinander gleiten, während sie ihre letzten Chatverläufe öffnete und wieder schloss. Wie erwartet brachte das keine neuen Erkenntnisse und die App merkte auch nicht plötzlich, dass sie eine der Nachrichten unterschlagen hatte. Auch ein Beenden und erneutes Öffnen hatte nicht den gewünschten Effekt. Noch immer waren ihre letzten Kontakte aus der Heimat mehrere Stunden her.
    Also wechselte Kurisu von ihrer Nachrichtenapp zu dem vertrauten Amadeusprogramm - und stutzte.
    ~Wegen vorübergehender Wartungsarbeiten momentan nicht zu benutzen. Bitte haben Sie einen Moment Geduld :3 ~

    Kurisu rollte sich auf den Bauch, während ihr Blick über die Wörter wanderte. Sie runzelte die Stirn, lächelte und schüttelte den Kopf. Das war nicht sonderlich überraschend.
    Einen Moment später kam der Wählton aus dem Lautsprecher ihres Handys und es dauerte nicht lange, bis er durch ein Klicken ersetzt wurde. "Hast du eine Ahnung, wie spät es hier gerade ist?", fragte Maho zur Begrüßung und Kurisu konnte das Lächeln bis zu ihrem Ende hören.
    "Das Gleiche wollte ich dich gerade fragen. Und ja, tatsächlich weiß ich, dass es bei euch in Kürze schon wieder hell wird. Eine Tatsache, die dir entgangen zu sein scheint."
    "Keineswegs. Es ist mir nur wohler dabei, solche Sachen in einem Rutsch durchzuziehen." Maho gähnte und stieß danach einen frustrierten Laut aus. "Wobei die Zeit nachts doch doppelt so schnell verfliegt."
    "Ist sicher eine Halluzination wegen der Energy-Drinks", entgegnete Kurisu, die sich zurück auf die Seite rollte und ihr Handy vor sich hinlegte, zu müde, um es zu halten. Dem Hintergrundgeräusch von Mahos Tastatur nach zu urteilen, lag deren Gerät gerade auf dem Plastikgehäuse, um die Finger frei zum Arbeiten zu haben. "Was machst du gerade?"
    "In Layman’s Terms? Ich richte, was einst schiefgelaufen ist."
    "Schadensbegrenzung oder Verschlimmbesserung?"
    "Keine Ahnung. Vielleicht ne Kombination aus beidem. Ich sollte es mir abgewöhnen, müde zu programmieren."
    "Im Gegensatz zu jetzt?"
    "Jetzt bin ich nicht müde", korrigierte Maho und dem dumpfen Geräusch nach hatte sie eine weitere leere Dose auf den Tisch gestellt.
    "Das macht das Koffein. Es sendet Botenstoffe aus, die das zentrale Nervensystem anregen. Durch seine ähnliche Struktur blockiert es die Andockstellen des Adenosins, was normalerweise der Schutzmechanismus vor Übermüdung deines Körpers ist."
    "Dir ist schon klar, dass ich kein Wort verstanden habe, oder?", fragte Maho gedehnt und Kurisu wusste, dass ihr Gehirn gerade versuchte, gleichzeitig den Input ihrer Augen und ihrer Ohren zu verarbeiten.
    "Nur ein Beweis mehr, dass du ins Bett gehörst."
    Maho schnaubte. "Ja, Mama. Nur noch 5 Minuten, ich bin gleich fertig", murmelte sie und tippte geräuschvoll auf die Tasten ihrer Maus. "Wieso rufst du mich überhaupt an? Ich hätte erwartet, dass du bei all der Aufregung ganz vergessen hast, dass es uns gibt." Sie kicherte. "Hast du mich überhaupt mal erwähnt?", fragte sie scherzhaft.
    "Natürlich hab ich das!", protestierte Kurisu sofort. Obwohl, hatte sie das? Nun, ihre Arbeit war doch bestimmt schon bei ihrem Sommerurlaub im letzten Jahr zur Sprache gekommen. Außerdem schien Okabe sowieso viel mehr zu wissen, als sie ihm erzählt haben konnte. Vielleicht sollte sie ihn mal eine Liste schreiben lassen, was er alles an Informationen über sie zusammengetragen hatte. Sicher würde sie bedeutend länger ausfallen als das, was Kurisu über den selbsternannten Mad Scientist wusste.
    "War nur ein Scherz. Du hast doch bestimmt wichtigere Themen, als über die Arbeit zu reden. Aber ich schätze, ich will lieber nicht wissen, was genau du über uns erzählt hast. Naja, von Amadeus dürftest du ihnen ja eh nicht viel berichten, wären ja alles vertrauliche Informationen. Da kannst du auch gleich seine Existenz totschweigen."
    Kurisu setzte zu einer Antwort an, doch dann hörte sie ein: "Ach, darum hast du angerufen." Kurisu blickte auf ihr Handy und am oberen Bildschirm erschien die Nachricht, dass das Programm wieder voll einsatzbereit war. “Wo wir gerade dabei sind, ich habe deinen Vortrag gesehen.”
    Kurisu verzog das Gesicht. Das hätte sie ahnen können. “Ja, mein Soloflug ist nicht so gut gelaufen, wie ich es gehofft habe.”
    Maho kicherte. “Vielleicht hättest du wirklich Leskinens Angebot annehmen sollen, dass er dich begleitet.”
    Kurisu gab einen gequälten Laut von sich. “Gut, dass ich mir das erspart habe. Ich meine, er ist ja ganz nett und so, aber ich erinnere mich noch zu gut an das letzte Mal, das wir zusammen in Japan waren. Da hat Fremdschämen eine ganz neue Dimension erreicht. Und er hat mich sogar zu einem Schrein geschleppt, nur um die Tempelmädchen zu sehen.”
    “Oh, war es das eine Mal, als keine da waren und er selbst in den USA noch Trübsal geblasen hat?”
    Kurisu verbarg ihr Gesicht im Kissen bei der bloßen Erinnerung an diese traumatische Zeit. “Ich weiß nicht genau, was er ausgerechnet mit seinen ‘Shaman Girls’ hat, aber glaub mir, das war nicht angenehm. Aber nun, dafür hat er mich dann zu Sushi eingeladen, um sich wieder aufzuheitern, also kann ich mich auch nicht beschweren, schätze ich.”
    “Dafür kann er jetzt die ganzen Mails beantworten, die in seinem Postfach landen - also die, die er nicht an mich weitergeleitet hat. Du weißt nicht zufällig, was ich auf die Frage, ob wir einen Waifu-Bot kreieren werden, antworten soll?”
    “Lösch das.”
    “Aber wäre das nicht total unhöfl-”
    “Lösch das!”, schrie Kurisu so schrill, dass Maho einen erschrockenen Laut von sich gab, der vermutlich einen Hörsturz begleitete.
    “Ist ja gut. Ich hätte mir auch denken können, dass sich da einer einen Scherz erlaubt. Naja, zumindest weiß ich jetzt, was ein Chuunibyou ist - auch wenn ich mir immer noch nichts unter einem wahnwitzigen Achtklässler vorstellen kann.”
    “Tatsächlich hat das nichts mit dem Alter zu tun”, murmelte Kurisu vor sich hin. Immerhin hatte sie das lebende Beispiel vor sich, und da war es mit dem Alter wohl nur noch schlimmer geworden.
    “Meinst du, das kommt von dem einen Typen da? Das hätte man sich denken können, wenn er schon in einem Laborkittel zu einer Vorlesung erscheint. Solche Leute nehmen sich echt viel zu wichtig.”
    Kurisu starrte mit leerem Blick auf ihr Handy. Wenn sie an seine Frage dachte, konnte sie immer noch das Kribbeln in ihrer Brust fühlen, das ihre Wut auf ihn begleitete. Da hatte sie ihn extra zur Vorlesung mitgenommen und dann dankte er es ihr, indem er ihr so in den Rücken fiel! Statt etwas Konstruktives beizutragen oder wenigstens zu zeigen, dass er auf ihrer Seite stand, hatte er es so klingen lassen, als würde ihr das Projekt im nächsten Moment entgleiten und jeglichen ethischen Anstand verlieren.
    “Kurisu? Noch dran?”
    “Ich will nicht darüber reden!”, sagte sie vehement und drückte ihre Bettdecke fester an ihren Oberkörper.
    “Ist gut”, antwortete Maho zögerlich. “Tut mir leid, ich dachte, das würde helfen.” Sie lachte selbstironisch. “Vermutlich sollte ich wirklich aufhören, so spät in der Nacht noch zu denken.”
    Kurisu atmete tief ein und spürte den Kloß so heftig in ihrem Hals, dass er ihr Tränen in die Augen stiegen ließ. Warum hatte dieser Tag nur so verdammt schief gehen müssen? “Nein, du musst dich nicht entschuldigen. Ich bin einfach nur erschöpft. Ich hatte nicht erwartet, dass es so schwierig sein würde.” Tatsächlich war das die Wahrheit. Auch wenn Kurisu verschwieg, dass es nicht nur dieser Ausschnitt ihres Japanbesuches war. Aber wie sollte sie Maho den wahren Grund ihres Kommens erklären, wenn sie ihre Kollegin ganz bewusst von diesem Teil ihres Lebens fernhalten wollte?
    “Ja, ich schätze, wir können Ausländern gegenüber manchmal etwas voreingenommen sein.”
    Kurisu schmollte. “Dabei beherrsche ich eure Sprache perfekt.”
    “Oh ja. Als ich nach Amerika kam, hatte ich nicht gedacht, dass ich dort je Japanisch reden könnte. Außerdem kennst du auch noch das ganze wissenschaftliche Vokabular. Kein Wunder, dass wir dich statt mir den Haien zum Fraß vorwerfen.”
    “An dir ist ja auch nicht viel dran”, erwiderte Kurisu und obwohl ihr eigentlich gar nicht danach zumute war, grinste sie. Es hatte etwas ungemein Vertrautes, ja fast schon Zeitloses, wenn sie so miteinander redeten. Wenn sie die Augen schloss, konnte sie sich fast schon vorstellen, nicht in einem bequemen Hotelbett zu liegen, sondern neben Maho am Schreibtisch zu sitzen.
    "Gibt es sonst noch etwas?" Sie hörte das vertraute Geräusch von Rollen auf dem Fußboden, als Maho sich vom Schreibtisch abstieß. Ein Quietschen folgte, als sie sich auf das Bett fallen ließ.
    Verwundert nahm Kurisu zur Kenntnis, dass Maho wohl doch so etwas wie eine Schlafenszeit kannte. Es hätte sie nicht überrascht, wenn sie einfach auf ihrem Schreibtischstuhl eingeschlafen wäre mit ihrem Laptop als Kissenersatz (wofür sie nicht einmal ihre Fantasie spielen lassen musste. Maho war plötzlich wieder hellwach gewesen, als Kurisu ihr das Foto gezeigt hatte, mit dem ihre kleine Kollegin für alle Zeiten bei der Arbeit auf frischer Tat ertappt worden war). "Putzt du dir nicht noch die Zähne?"
    "Mensch, als ich dich Mama genannt habe, war das keine Aufforderung, damit weiterzumachen", grummelte Maho und erneut machte ihr Bett Geräusche.
    "Das sind deine Zähne, nicht meine. Mir soll es egal sein."
    “Hm”, summte Maho, "komisch. Auf dem Display steht eindeutig Kurisu. Also spuck es schon aus, wann habt ihr eure Körper getauscht und wer hat den von meiner Mutter besetzt?"
    "Wir sind hier nicht in einem schlechten Sci-Fi-An- ähm, Film. Da passiert so was wie Körpertausch nicht. Außerdem hab ich keinen Edding im Gesicht!"
    "Was?"
    "Was?", fragte Kurisu und hatte für einen Moment vergessen, dass ihre Anspielungen bei Maho stets auf verlorenem Posten waren. "Nichts, nichts, du musst dich verhört haben."
    “Das hättest du wohl gerne. Ich bin nicht so müde, dass ich anfange zu halluzinieren und Stimmen höre.”
    Kurisu kicherte. “Bist du dir vollkommen sicher, dass dieses Gespräch hier gerade wirklich stattfindet und du es dir nicht bloß einbildest?”
    “Du wirst es mir verzeihen müssen, aber meine Bereitschaft, mit dir um halb 4 über Existenzialismus zu reden, tendiert gegen Null.”
    Kurisu pfiff anerkennend. “Aber solche Sätze schaffst du noch fehlerfrei, interessant.”
    “Und bitte verschone auch Amadeus damit. Das arme Ding ist schon fehleranfällig genug. Da kann ich es nicht gebrauchen, wenn es beginnt, seine eigene Existenz zu hinterfragen, und daraufhin spontanen Selbstmord begeht.”
    Kurisu zuckte mit den Schultern. “Wofür gibt es Backups?”
    “Brr”, machte Maho und Kurisu konnte förmlich sehen, wie sie sich schüttelte. “Ich weiß nicht, ob es mir gefällt, wie du gerade ganz klar in die Richtung einer verrückten Wissenschaftlerin abdriftest. Klar, es wäre interessant, wozu dein Verstand fähig wäre, aber ich sitze bei der Arbeit direkt neben dir und das Einzige, womit ich mich spontan verteidigen könnte, wäre ein Kugelschreiber.”
    “Oh, wenn du hier wärst, würdest du mich gar nicht mehr für so verrückt halten. Verglichen mit manch anderem bin ich ein Musterbeispiel an gesundem Menschenverstand.”
    Maho schnaubte. “Du planst, deine eigene KI in den Wahnsinn zu treiben, nur um zu sehen, ob sie dem Druck standhält. Das ist, als würdest du dich selbst dazu verleiten, Selbstmord zu begehen, und das Ganze nur für ein soziales Experiment.”
    Kurisu lachte. “Dafür würde ich doch nicht meine KI nehmen.”
    Maho hustete kurz auf und mit einem Mund voller Zahnpasta brachte sie heraus: “Ich bin mir gerade nicht sicher, ob du wirklich in Japan bist oder vor meinem Fenster stehst und durch diesen Anruf nur sicher gehen willst, dass ich endlich schlafe, um mich umbringen zu können.”
    “Das würde ich dir doch niemals antun, Se-n-pa-i”, antwortete sie und betonte das letzte Wort extra süß. Zu schade, dass es kein Videoanruf war. Bei dem Gedanken an die passenden Animeszenen trat tatsächlich ein schelmisches Lächeln auf ihr Gesicht, während sie sich fragte, wo diese Charaktere eine Axt herbekommen hatten. Allerdings wäre das wohl das Beste, was Maho passieren konnte. Bekanntermaßen hackten Yandere ja provisorisch alles nieder, was in einem 50-Meter-Radius gefährlich werden konnte. Vorsicht war eben besser als Nachsicht.
    “Irgendwie glaube ich dir das nicht so richtig”, antwortete Maho, obwohl sie Kurisus Gedankengang sicher nicht einmal ansatzweise hatte nachvollziehen können. Sie gähnte noch einmal herzhaft. “Ich würde dich ja fragen, ob ich jetzt auflegen und schlafen gehen kann, aber ich glaube nicht, dass ich nach dem Thema noch ein Auge zubekomme.”
    “Sicher, dass das nicht am vielen Koffein liegt?”, fragte Kurisu und fuhr mit ihren Fingern immer wieder durch eine Strähne neben ihrer Wange. Je klarer das Ende des Gespräches wurde, desto mehr wurde ihr bewusst, dass sie das Ziel des Anrufes nicht erreicht hatte.
    “Nah, mein Körper kann das ab. Würde mich nicht wundern, wenn er schon eine gewisse Resistenz aufgebaut hat.”
    “Vielleicht solltest du einen Entzug machen. Ich hab noch keinen getrunken, seit ich hier bin.”
    “Wusste ich's doch, dass du unmenschlich bist.”
    “Sehr witzig.”
    “Ich meine das ernst. Es hat mehrere Flüge gedauert, bis ich endlich raus hatte, wie ich mein Jetlag in den Griff bekomme. Der Clou dahinter war, mich so lange mit Kaffee über Wasser zu halten, bis es langsam dunkel wurde. Dann einmal durchschlafen und das meiste ist wieder in Ordnung.”
    “Klingt nicht schlecht. Ich war erst gegen Eins im Bett und hab meinen ersten Tag hier fast komplett verschlafen."
    "Dann konntest du immerhin das Nachtleben genießen. Das ist doch genau wie hier. Egal, wann du rausgehst, du triffst immer noch einen Haufen Menschen."
    "Ich weiß nicht, ob ich das bei den Leuten, die nachts durch Akiba laufen, wirklich will."
    "Ach stimmt ja, du warst ja so schlau, nicht gleich nach Shinjuku zu gehen wie alle übermütigen Touristen. Da bist du vermutlich nur allein, wenn die Stadt wegen einer Bombendrohung geräumt wird."
    "Nein, dafür ist es hier nachts wirklich wie ausgestorben, besonders in den Gassen. Kein Vergleich zu dem Gedränge in den Geschäften am Tag."
    "Und ich dachte, du wärst zu schlau, um nachts durch spärlich beleuchtete Straßen zu ziehen."
    "Natürlich bin ich das! Ein paar Freunde wohnen in der Nähe von der Bahnstation und zur Not bringen die mich mal eben hin. Außerdem ist das ein Wohngebiet, da passiert nicht viel."
    "Klingt, als wärst du da oft gewesen."
    "Mhm. Sind wirklich nette Leute da." Zumindest die meisten.
    Kurisu schüttelte den Kopf. So konnte das doch nicht weitergehen. Das hier war ihre Chance, das Problem mit Okabe zu lösen, bevor es sie in den Schlaf verfolgen würde. Maho musste ja nicht wissen, um wen es sich handelte, um ihr zu helfen. "Senpai, ich brauch mal kurz deinen Rat."
    Maho lachte. "Hat ja nur eine halbe Stunde gedauert, um zu dem Grund zu kommen, weshalb du angerufen hast."
    Kurisu hatte schon Luft geholt und war kurz davor, etwas zu erwidern, als sie einen Blick auf das Display warf. Tatsächlich waren sie schon drüber. "Gut Ding will eben Weile haben. Und es gehört sich ja auch nicht, einen anderen einfach so zu überfallen."
    "Mhm, stattdessen hält man seine Kollegin lieber vom Schlafen ab."
    "Ist ja gut, ich fasse mich kurz", maulte Kurisu richtung Zimmerdecke, die Arme vor ihrer Brust verschränkt. "Es ist auch nichts Großes und ich könnte es vermutlich allein lösen, wenn du lieber schlafen möchtest. Weißt du was? Eigentlich ist es auch komplett blödsinnig, wenn ich mir hier den Kopf über andere zerbreche, nur weil die ihr Leben nicht in den Griff bekommen. Ich bin doch nicht den ganzen Weg hierher geflogen, nur damit er so tun kann, als würden wir uns nicht kennen. Das ist nicht auszuhalten!" Erst jetzt merkte Kurisu, dass sie sich so sehr in Rage geredet hatte, dass sie schwer atmete. Sie stoppte einen Moment, während sie die Finger in ihre Bettdecke krallte.
    "Nghh", knurrte Maho, "mach mal langsam und schraub deine Stimme eine Oktave runter. Ich hab nämlich keine Ahnung, wovon du da redest. Geht es um jemanden von der Uni, den du treffen wolltest, und der dich in der Zwischenzeit vergessen hat?"
    "Nein, das ist es nicht. Nun, streng genommen geht er auch zur Uni, aber das tun tausende andere auch und die behandeln mich nicht wie ein rohes Ei!"
    Maho seufzte, absichtlich so laut, dass man es durch das Telefon hören konnte. "In Layman's Terms, wenn es dir nichts ausmacht." Kurisu hatte das Gefühl, dass da ein Zwinkern dazugehörte.
    "Sehr witzig."
    "Ich meine das ernst. Schieb es auf die Uhrzeit, aber ich kann nicht einmal irgendwo ansetzen, um deine Gedankengänge zu verstehen. Über was für einen Typen regst du dich jetzt so auf? Der von der Vorlesung?"
    "Pah. Er wäre es gar nicht wert, dass ich mich über ihn aufrege! Und nein, das ist ein komplett anderer, nur damit das klar ist. Der behandelt mich nämlich wie Luft und hat kein Interesse an mir. Und das, obwohl er vor einem Jahr noch so getan hat, als würde ihm unendlich viel an mir liegen. Echt mal, du hättest ihn sehen sollen. Er hat mich angesehen, als ob er sein ganzes Leben darauf gewartet hat, mich wiederzusehen. Dabei kannte ich ihn damals gar nicht wirklich."
    "Klingt nach einem Stalker, der deine Vorlesungen anschaut wie andere Musikvideos von Bands", murmelte Maho. "Du bist dir sicher, dass du dir keine Sorgen um ihn machen solltest?"
    "Es ist kompliziert", murmelte Kurisu nur, weil es der einzige Weg war, all diese Verwirrungen angemessen zu beschreiben. "Aber eigentlich ist er recht harmlos. Große Klappe, nichts dahinter, so jemand halt."
    "Also, um das zusammenzufassen: Du bist wegen dieses Typens zurück nach Japan geflogen…"
    "Nicht wegen dieses Typens!", stellte Kurisu sofort energisch klar. "Trotz ihm. Nein, weißt du was? Das hatte rein gar nichts miteinander zu tun. Diese Dinge verlaufen komplett parallel und tangieren sich kein Bisschen."
    Maho kicherte. "Und doch bringt er dich dazu, in Tautologien zu reden."
    Kurisu verzog noch mehr das Gesicht. "Reiner Zufall."
    "Nun, wenn es so schlimm ist, dass du sogar anrufst, kannst du immer noch den Rückzug antreten."
    "Und was soll ich Leskinen erzählen, dass ich nach nicht mal zwei Tagen schon wieder zurück will? Kommt nicht in Frage. Ich kneife doch nicht wegen eines so kleinen Problems - für den ich als flüchtige Bekanntschaft keine tieferen Gefühle hege, um das klarzustellen!"
    "Mhm", murmelte Maho nur, komplett vom Gegenteil überzeugt.
    "Hach. Ich hatte mir meine Reise nach Japan wirklich ganz anders vorgestellt."
    Mahos Grinsen war hörbar. "Ich hab ja versucht, dir deine Illusionen zu nehmen, aber du wolltest mir ja nicht zuhören."
    Kurisu schob ihre Unterlippe vor. "Ich weiß sehr wohl, dass das Land nicht unbedingt so ist, wie man das in Man- ... in manchen Fernsehserien gezeigt bekommt. Trotzdem. Das hier ist schon eine echte Enttäuschung." Kurisu seufzte erneut. "Aber nun, ich lasse mir davon doch nicht die Laune verderben. Demnächst bin ich ja eh die meiste Zeit in der Uni, da muss ich ihn nicht mehr sehen und kann mich mit meinen Freunden treffen."
    "Wow. Da hast du ja schnell neue Leute kennengelernt."
    "Ach, die kenne ich noch vom Sommer. Das sind auch diejenigen, welche ich damals in die USA eingeladen habe. Ich muss sie dir unbedingt mal vorstellen, die sind total nett." Allein der Gedanke daran ließ Kurisu lächeln. Als sie merkte, dass vom anderen Ende nichts mehr kam, sagte sie: "Okay, falls du nicht sowieso schon schläfst, gute Nacht, Senpai."
    "Alles gut", antwortete diese. "Ich bin noch wach."
    Kurisu kicherte. "Aber nicht mehr lange, das höre ich doch."
    Maho murrte als Protest, aber Kurisu machte sich da nichts draus. Sie wusste genau, wie es ihrer Kollegin ging, wenn sie übermüdet war. Meistens saß sie dann an ihrem Platz, den Kopf auf ihre Arme gelegt, und verdammte jede negative Kleinigkeit in ihrer Welt - wenn sie nicht friedlich vor sich hin schlummerte. "Also dann. Schlaf gut. Und danke fürs Zuhören." Damit legte sie einfach so auf.
    Kurisu hatte erwartet, dass sie sich einsam fühlen würde, sobald der Kontakt abbrach. Stattdessen lächelte sie nur ein wenig vor sich hin, bevor sie sich aus dem Bett rollte. Immerhin gab es genug Arbeit zu tun, und während ihre Kollegin schlief, war es ihre Pflicht als guter Kohai, in ihre Fußstapfen zu treten. Außerdem, nur weil Okabe so ein Miesepeter war, würde sie sich davon doch nicht ihre Japanreise verderben lassen. Notfalls würde sie ihm einfach aus dem Weg gehen - auch wenn sie nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wie sie das anstellen sollte.
    Sie schüttelte den Kopf. Okabe aus dem Weg zu gehen, würde mehr Probleme aufwerfen, als es lösen würde. Sie bräuchte eine andere Herangehensweise. Eine direkte Konfrontation, der er sich nicht entziehen konnte.
    Und sie hatte auch schon eine Ahnung, wie sie dies anstellen würde.


    Klingt für mich, als hätte der linke Joycon gewissermaßen einen Wackelkontakt zur Switch. Im Handheldmodus werden die Controller, soweit ich weiß, von der Switch mit Strom versorgt, weshalb der linke sich gar nicht entladen dürfte bzw. konstant geladen werden würde, wenn er verbunden wäre (was beim rechten der Fall ist).

    Das ist auf jeden Fall ein Garantiefall, wenn du die Switch erst gekauft hast. Wende dich da am besten an den Händler, der dir die Switch verkauft hat, wenn du nicht genau weißt, was zu tun ist. Falls du einen zweiten linken Controller zur Hand hast, kannst du prüfen, ob es am Controller oder der Switch liegt. Wenn du Glück hast, musst du dann nur den Controller einsenden und nicht das Gerät.