Beiträge von babykeks13

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    „Du hast sicherlich schon mitbekommen, dass Zyrus auch jemand... besonderes ist“, erwähnte Saturn nebenbei, als sie über die große Wiese Richtung Waldeingang schlenderten. Sie hatte gerade die Pokémon kennenlernen dürfen und auch ihre eigenen Wesen vorgestellt. Ihr sonst so stolzer Drache lief ein wenig eingeschüchtert nebenher. Folipurba rannte von einer Ecke des Platzes zur anderen, Absol wirkte angespannt. Neben ihrem Vater lief sein Toxyquak, das wohl noch nicht wusste, was es von ihr zu halten hatte, auch wenn es sie nicht angriff. Miharu entschloss sich dazu, das Pokémon einfach erstmal zu ignorieren, um ihm zu zeigen, dass sie keine Bedrohung war und konzentrierte sich auf die Bemerkung ihres Vaters.

    „Er drückt sich vielleicht ein wenig kompliziert aus, aber er macht einen freundlichen Eindruck“, entgegnete sie, unschlüssig, wie sie darauf sonst reagieren sollte.

    „Ja, er gibt sein bestes und ich bin froh, dass du seine guten Seiten jetzt schon erkannt hast. Trotzdem hat er es auch nicht so mit Kommunikation, eigentlich.“

    „'Auch' nicht?“, fragte Miharu überrascht, blieb stehen und sah Saturn an, der nickte und ebenfalls stehen blieb.

    „Ja, ich werd dir jetzt nicht alles erzählen, aber im Grunde genommen war er am Anfang einfach nur ein schüchterner Junge, der sich lieber mit Maschinen beschäftigt hat, als mit Menschen und als seine Eltern ihn unter anderem dazu zwingen wollten, sich ausgeprägt und in idealer Weise mit Menschen zu unterhalten, hat sich das halt alles nochmal verschlimmert. Selbst einfache Unterhaltungen wurden für ihn immer schwerer, weil er immer dem Drang zuarbeiten musste, perfekt zu sein“. Die Stimme ihres Vaters war mit der Zeit immer nachdenklicher, schwerer geworden, fast als wäre sie mit seiner Aufmerksamkeit in die Vergangenheit geflogen. Auch Miharu wurde nachdenklich, strich ihrem Libelldra über den Kopf, das sich besorgt neben sie gestellt hatte, ganz wie es Toxyquak bei ihrem Vater tat. Es war nicht das gewesen, was sie wissen wollte, aber trotzdem ein wichtiger Einblick in einen Menschen, mit dem sie in nächster Zukunft zusammenleben würde. Und gleichzeitig bedrückte sie das Erzählte. Seit ihrer Zeit an der weiterführenden Schule, für die sie ein Stipendium bekommen hatte, waren ihr auch Schüler aufgefallen, die ähnlich wirkten wie das, was ihr eben erzählt wurde. In irgendwelche Rollen gedrängt, irgendetwas übergestülpt bekommen, was nicht zu einem gehörte... Meist waren es die erstgeborenen Söhne gewesen, die sich dann hin und wieder in ein falsches Selbstbewusstsein geflüchtet hatten. Sie konnte das verstehen, aber sie war froh, dass sie selbst bestimmen konnte, was sie tat. Oder? Würde sie jetzt vielleicht das Geschäft ihres Vaters übernehmen müssen? Hatte er nur deshalb zugestimmt, dass sie an diese Eliteschule wechselte und sich neben Pokémon noch auch Politik und vor allem auf Wirtschaft konzentrierte? War sie deshalb willkommen? Kopfschüttelnd verwarf sie den Gedanken. Nein, Saturn hatte ihr vorhin beim verspäteten Mittag erst gesagt, das sie tun und lassen könnte, was sie wollte und ihn nur vorwarnen sollte, wenn sie etwas Illegales plante. Würde so jemand reden, der wollte, dass seine Tochter das Unternehmen übernahm? Und wie ernst hatte er es gemeint? Als sie gelacht und gesagt hatte, dass sie den Champ nur auf legale Weise entmachten würde, sorgte das irgendwie für eine unangenehme Stille, die sich aber bald gelegt hatte.

    „Das tut mir leid. Gibt es irgendwas, das ihm hilft, irgendein Verhalten?“, erwiderte sie schließlich leise, während sie langsam in den Wald weitergingen.

    „Naja, was ihm hilft, ist auf jeden Fall Ehrlichkeit, Ironie und so versteht er zwar vom Sinn her, aber er kann nicht gut darauf antworten, oder überhaupt reagieren. Er mag auch keinen Smalltalk und längere Gespräche ermüden ihn, aber wenn du ihm seine Pausen, also zeit, die er mit sich verbringt lässt, dann geht es eigentlich. Achja, körperliche Nähe wie Umarmungen sind auch schwierig, frag ihn lieber vorher“. Als ihr Vater erklärte, merkte Miharu, wie trotz seiner Ernsthaftigkeit ein funkeln in seinen Augen lag, wenn er von seinem Partner sprach und sie musste automatisch lächeln. Sie nickte schließlich und versprach, darauf Rücksicht zu nehmen. Sie gingen weiter den Wald entlang, bis sie zu einer Steilen Küste kamen, an deren Klippen Wingull flogen und Pelipper brüteten. Es war nicht ganz unmöglich, herunterzuklettern, aber doch reichlich riskant für einen Menschen. Hohe Wellen brachen sich in der Brandung, als ihr Vater sie weiterführte, an der Klippe entlang, bis zu einem dünnen Pfad in den Felsen, der die Klippen hinunterführte. Der Salzgeruch und das Geräusch der brechenden Wellen erinnerte Miharu in ihr Zuhause, an das Baden gehen im Meer von Rosaltstadt. Saturn musste sich schon ein wenig bemühen, um die Wellen zu übertönen, als er wieder zu sprechen begann.

    „Hier komme ich gerne her, um über alles Mögliche nachzudenken. In den letzten sechs Wochen fast jeden Abend“. Miharu nickte wieder, war aber auch erleichtert, weil Saturn dabei lächelte.

    „Ich bin mit Libelldra so lange geflogen, bis ich wieder ins Heim musste“, fügte sie an.

    „Wir waren wohl beide ziemlich nervös“, schlussfolgerte sie und setzte sich auf einen der größeren Steine, die überall am Strand verteilt lagen. Auch ihr Vater setzte sich dazu.

    „Willst du wirklich von Übermorgen an in die Schule gehen? Schaffst du das?“, fragte ihr Vater und ließ sie damit aufsehen.

    „Ja, ich meine, es wird nicht besser, wenn ich rumsitze und warte. Sicher, ich vermisse sie und manchmal will ich mich immer noch einfach einschließen und mich unter einer Decke verstecken und heulen, aber ich will hier auch nicht den Anschluss verpassen und irgendwas machen“, antwortete sie ehrlich, ließ den weichen, weißen Sand durch ihre Finger rinnen.

    „Sie war eine tolle Frau“. Wieder blickte Miharu auf und sah, dass Saturn in Gedanken versunken war, als ob er sich an sie erinnerte.

    „Auch, wenn ich sie nicht geliebt habe, konnte ich mir mehr vorstellen. Das.. klingt falsch, vergiss, was ich gesagt habe. Ich meine damit, dass man sich gut mit ihr unterhalten und mit ihr klarkommen konnte, sie wäre sicherlich auch gut mit Zyrus zurechtgekommen, hätte ihm sogar helfen können“. Seine Worte zauberten ein Lächeln auf Miharus Gesicht.

    „Mama wäre selbst mit tollwütigen Ursaring fertig geworden“, behauptete sie, jetzt eher halb weinend. Hoffentlich war sie glücklich da oben...


    Sie brachen auf, als die Sonne schon fast in den Fluten versank und das rote Glühen langsam erlosch. Sie hatten sich über die Schule unterhalten, darüber, dass Saturn Mathe, Informatik und die Naturwissenschaften lagen, ihr eher Sport, Fremdsprachen und Geschichte, obwohl sie diese Fächer nicht mehr häufig auf ihrem Stundenplan fand, dass sie eben so wie er gerne Videospiele spielte und sie hin und wieder sogar ein wenig streamte und dass sie gerne ihren Nachnamen behalten und erst einmal geheim halten würde, dass sie seine Tochter war.

    „Naja, nicht richtig geheim halten“, berichtigte sie sich, als sie seine versteckt, enttäuschten Blick bemerkte. „ich will es nur nicht gleich an die große Glocke hängen, wenn es jemand zufällig rausfindet, ist das in Ordnung, aber vielleicht finde ich so auch Freunde, die mich nicht nur abstempeln und mich dementsprechend behandeln“, erklärte sie weiter und ihr Vater nickte beruhigt, wirkte aber immer noch ein wenig enttäuscht. Miharu seufzte innerlich, entschied sich aber, nichts weiter zu sagen.

    „Danke auch nochmal für die ganzen Sachen in meinem Zimmer. Ich wollte mir ohnehin einen Job suchen, um Geld zu verdienen und dann werd ich die Sachen auch abbezahlen“. Miharu stoppte, als Saturn abrupt anhielt, hörte sein bestimmtes 'Nein'.

    „Du bist mir absolut nichts schuldig und du musst auch nicht irgendwie arbeiten gehen, nur um mir das zu zahlen. Du bist meine Tochter und ich bin in der glücklichen Lage, dich finanziell zu unterstützen“, erklang seine Stimme, halb zwischen ernst und Wut gefangen, doch das war Miharu egal, denn auch sie war wütend.

    „Ich bin aber schon fünfzehn Jahre alt und versuche, selbstständig zu leben und für das zu arbeiten, was ich will. Es fühlt sich blöd an, nichts zu tun und dafür etwas zu bekommen“, erklärte sie zornig, die Hände eben so verkrampft wie die ihres Vaters.

    „Es gibt mehr als genug Leute, die so leben ohne ein blödes Gefühl und auch, wenn du langsam erwachsen wirst, will ich nicht, dass du das tust, weil du musst, sondern weil du willst. Bleib doch noch ein bisschen Kind!“, erhob sich seine Stimme immer lauter und erschrak Miharu damit, die vor allem mit dem letzten Vorwurf nicht gerechnet hätte. Warum sollte sie? Und warum empfand ihr Vater das Erwachsen werden als eine Pflicht, die lästig war? Im Gegenteil, sie freute sich darauf, weiter eigene Entscheidungen zu treffen und Kind konnte sie doch noch oft genug sein. Wütend stiefelte sie den Waldweg voran entlang, ihr Atem ging heftig, ihre Fäuste immer noch verkrampft.

    Es dauerte eine Weile, bis sie ihren Vater verstand, erst zum Abendbrot hatte sie kapiert, dass es vielleicht gar nicht so sehr um sie ging, sondern eher darum, dass sie für ihren Vater noch ein wenig Kind blieb. Sein Kind. Mit dem er scheinbar noch eine Schuld begleichen musste, ihr zurückzahlen, was sie seiner Meinung nach noch von ihm bekommen müsste. Und sie hatte ihm wohl die Möglichkeit dazu genommen. Sie seufzte, als sie sich durch ihre Nudeln grub, bisher hatte sie Blickkontakt vermieden, doch ihr wurde klar, dass sie wohl unfair gehandelt hatte.

    „Tschuldigung wegen vorhin. Ich wollte nicht undankbar klingen oder so, als ob ich das nicht wollte und nicht cool finde, aber ich will und brauche auch keine Verhätschelung.“ Ihr Unsicherer Blick brach von dem ihres Vaters ab, blieb an Zyrus hängen, der unsicher zwischen ihnen hin und her sah, bevor ihr Vater begann, zu sprechen.

    „Ist schon in Ordnung... ich hatte da wohl ein bisschen übertrieben, aber ich hatte in meiner Familie selbst nicht gerade Vieles, musste schon früh dafür arbeiten und am Ende... egal, jedenfalls dachte ich, dass du und Yuki auch nicht so viel zum Leben hattet und das wollte ich eben irgendwie ausgleichen, ohne dass du arbeiten musst oder..naja.“ Auch seine Stimme wirkte unruhig, hatte er auch darüber nachgedacht? Vorsichtig blickte sie wieder zu ihm, schenkte Saturn ein schüchternes Lächeln, das er kurz erleichtert erwiderte, dann wurde es wieder ernst.

    „Wenn du das wirklich machen willst, dann ist auch auch in Ordnung, denke ich. Aber wenn ich kann, will ich trotzdem irgendwo arbeiten gehen“, sagte Miharu, während sie sich die Soße über ihre Nudeln tropfte.

    „Einverstanden, du kannst arbeiten gehen, aber nur, wenn dir das nicht zu stressig mit der Schule wird, aber Taschengeld bekommst du trotzdem. Du kannst erwachsen werden, aber dabei sollst du auch nicht vergessen, deine Jugend auszuleben. Wenn du diese komische Cynthia von ihrem Thron gestoßen hast, ist dafür nämlich bestimmt keine Zeit mehr“, ging er schließlich auf ihr Friedensangebot ein, ließ das Lächeln auf Miharus Gesicht erscheinen und auch Zyrus sah erleichtert aus, dass sie sich geeinigt hatten.


    Die erste Nacht in ihrem neuen Zimmer war ungewohnt, sie hatte zuerst lange nicht einschlafen können, mit Lotta telefoniert, mit ihren anderen Freundinnen geschrieben und Fotos hin und her getauscht und sich schließlich wieder aufgesetzt, um ein wenig zu spielen, doch auch das hatte sie nicht richtig müde gemacht. Sie war in die Küche heruntergeschlichen um sich eine heiße Milch mit Honig zu machen, doch sie fand nur noch einen halben Liter Milch und keinen Honig, also schlich sie wieder nach oben. Ihre dunkel Jeans und ihr gelbes Oberteil lagen über der Stuhllehne, ihre Jacke an dem ersten Haken ihres Kleiderschranks, sie trug eine kurze, leichte Hose in weiß mit roten Punkten darauf, die sie als Kind mal als Turnhose getragen hatte und ein locker sitzendes grünes Top als Schlafanzug. Unmotiviert ließ sie sich auf ihr Bett fallen und strich ihrer Laubkatze über den Kopf, sah das Porträt ihrer Mutter an und unterdrückte die aufkommende Traurigkeit, bevor sie sich wieder einkuschelte. Auch wenn sie inzwischen alle ihre persönlichen Sachen eingerichtet hatte, war der Raum trotzdem leer und unpersönlich. Hoffentlich würde sich das später noch geben, überlegte Miharu, während sie endlich in einen tiefen Schlaf sank.


    Der Sonntag verlief relativ ruhig, was vor allem daran lag, dass Zyrus und Saturn noch viel Papierkram zu erledigen hatten und Miharu so der Vormittag zur freien Verfügung stand. Sie trainierte erst ein wenig mit ihrem Guardevoir, bevor sie in der Küche nach etwas suchte, das man zu etwas essbarem machen konnte. Es sah nicht schlecht aus für einen reinen Männerhaushalt, trotzdem täuschte das nicht über die Leere hinweg, sodass sie schlussendlich nur eine aufgepeppte Tütensuppe hinbekam, die aber ganz passabel schmeckte. Bei Tisch blieb es zumeist stumm, außer das Saturn ihr anbot, später auch einmal in die Firma herein zu schnuppern und sie sich anzusehen, wenn sie das wollte. Sie nahm dankend an, bevor sie sich gemeinsam um den Abwasch kümmerten. Es folgte wieder ein wenig Training und Miharu genoss es, nicht mehr durch die halbe Stadt laufen zu müssen, um einen guten Trainingsplatz zu finden und trotzdem Stille um sich zu haben. Ob die anderen Nachbarn sich wohl schon wegen Ruhestörung beklagen würden? Mit einem Schmunzeln wich sie dem nächsten Flammenwurf aus und stürmte auf ihr Pokémon zu, dem sie halb um den Hals fiel. Solange es ihrem Vater und seinem Freund egal war, würde sie weiterhin trainieren und wenn sich jemand beschweren wollte, könnte er das auch gerne tun, es wäre eine neue Herausforderung, so leise zu kämpfen, dass die Nachbarn nicht gestört werden würden.



    kommentare gerne erwünscht

    „Allein schon der Springbrunnen ist größer als unsere Wohnung, oder Foli?“, schätzte das Mädchen ein, als sie von ihrer Stadtkarte nach oben sah. Sie ließ ihren unsicheren Blick nach rechts und links schweifen und ihr zappelndes Pflanzenpokémon aus ihren Armen springen. Arkani neben ihr wedelte wild mit seinem Schweif, als es Anstahlten machte, über den Zaun springen zu wollen.

    „Nein, Arkani!“

    Enttäuscht sah die Feuerhündin sie an und neigte den Kopf zur Seite, ihre Trainerin kam herüber und kraulte das Pokémon kurz hinter den Ohren. Es war ein heißer Tag heute, selbst für ihre alte Heimat Johto, auf den Straßen waren kaum Menschen zu sehen. Vielleicht lag das auch daran, dass sich die Leute in ihren riesigen Villen aufhielten, die sie die ganze Straße runter schon hatte betrachten dürfen, überlegte das Mädchen.

    „Wir wohnen zwar jetzt hier, aber ich will nicht, das gleich die Polizei kommt und uns einbuchtet, weil sie denkt, wir brechen hier ein. Lass uns warten, bis unsere Nachbarn uns kennen, okay Große?“, erklärte sie ihrem Pokémon und suchte ein Klingelschild, um festzustellen, ob sie denn wirklich richtig war an diesem Haus. Arceus, auch wenn er gesagt hatte, er würde sie aufnehmen wirklich glücklich hatte er mit der Entscheidung nicht ausgesehen, als sie sich über Rayke (Skype) kennen gelernt hatten. Gut vielleicht hatte das auch an ihr gelegen, aber zwei Wochen nach dem Tod der Mutter konnte er auch nichts Anderes erwarten. Endlich fand sie das Schild und den Knopf, die ihr Gewissheit gaben über ihren Aufenthaltsort. Sie drückte vorsichtig auf die Klingel, aus Angst, den Messingknopf irgendwie kaputt zu machen und rief ihr Folipurba zu sich, das durch den Zaun ein wenig ihr neues Zuhause erkundet hatte. Vor Schreck fuhr sie ein wenig zusammen, als die Klingelplatte sich drehte und plötzlich einen kleinen Monitor freigaben. Der Bildschirm zeigte einen Mann mit blauen Haaren und starrem Blick, der sie ein wenig unsicher werden ließ. Das war nicht ihr Vater, zu faltig und eingefallen sein Gesicht und sein Blick war auch etwas...lebendiger gewesen, oder? Trotzdem entschied sie, sich freundlich vorzustellen, immerhin sah er aus, als würde er hier wohnen, vielleicht der Freund ihres Vaters? Es konnte jedenfalls nicht schaden, höflich zu sein.

    „Guten Tag. Ich bin Miharu Seira und suche Saturn...“

    „Tanaka?“, erwiderte ihr gegenüber, bevor sie ihren Satz zu Ende gesprochen hatte. Er sprach genau so unfreundlich, wie er wirkte und das macht sie jetzt doch nervös, sie nickte nur schnell, bevor sie ihre Worte wiederfand.

    „Ja, genau, entschuldigen Sie bitte die Störung, aber ist er zufällig da? Ich bin seine...“ Wieder kam sie nicht zum Ende ihres Satzes

    „Tochter, ich weiß. Nein, er ist nicht da, aber er hat mich gebeten Sie hereinzulassen“, erklärte er. Nun wirkte er eher nervös, aber so schnell fiel das Miharu nicht auf. Enttäuscht ließ sie den Kopf sinken. Warum war ihr Vater nicht zuhause? Er hatte den Termin scheinbar nicht vergessen, sonst hätte er seinen... Freund? Nicht über ihre Ankunft informiert. Wollte er sie nicht kennen lernen? Ein wenig zitterte sie bei diesem Gedanken vor Trauer, Wut. Warum hatte er das dann nicht gleich gesagt? Sie wäre auch ohne ihn klargekommen, aber nun hatte sie sich schon ein wenig an ihn geklammert, gehofft, ein neues Heim haben zu können. Oder war ihm etwas passiert? Erst nachdem sie angsterfüllt aufgesehen und sich dann ein wenig beruhigt hatte, erkannte sie die Nervosität ihres Gesprächspartners, der sie fragte, ob alles in Ordnung wäre. Ohne etwas weiter überlegen zu können, platze die Frage aus ihr heraus.

    „Ist etwas mit ihm passiert?“, brach sie hervor, dass ihr gegenüber nun noch nervöser aussah, half nicht gerade zu ihrer Beruhigung. Ihr Herz pochte schmerzhaft, obwohl sie ihren Erzeuger noch nicht mal kannte, aber sie hatte sich eben dumme, glückliche Hoffnungen gemacht.

    „Nein, er befindet sich in einem guten gesundheitlichen Zustand, aber es... ist schwierig.“

    „Er kann...“ Stille.

    „Er hat...“ Wieder Stille.

    Miharu musste genau zuhören und das Zwitschern der Staralilis ignorieren, um die Stimme des Mannes zu erkennen, der scheinbar unterdrückt fluchte.

    „Bin noch schlimmer im Zwischenmenschlichen Bereich als er... warum hab ich ja gesagt...Wie erklär ich ihr dass...“ Irgendwann schien er sich gefangen zu haben und betätigte den Toröffner, um das Mädchen hereinzulassen, dass nun noch verwirrter war als vorher mit dem Versprechen, ihr gleich mehr zu erklären. Sie nickte und schnappte sich ihre große Reisetasche, ihre restlichen Sachen müssten schon hier angekommen sein, jedenfalls hatte ihr Vater ihr das geschrieben. Sie rief ihr Arkani erst mal zurück und ging durch das metallene Tor, das sich mit einem ganz leichten, kurzen Quietschen geöffnet hatte, ihre Laubkatze vorsichtshalber auf den Arm genommen. Während sie den sandigen Weg um den Springbrunnen und zur weiß gemauerten Villa entlang ging, fiel ihr auf, das hier fast nur grüner Rasen zu finden war, hin und wieder unterbrochen durch einige, wahrscheinlich wild gewachsener Bäume, immerhin aber auf gleicher Länge gehalten. Aufwendig gestaltete Blumenbeete und rankelnde, blühende Pflanzen über der ebenfalls weißen Mauer fand sie hier im Gegensatz zu den anderen gut betuchten Häusern hier nicht. Vielleicht legte ihr Vater darauf nicht so einen großen Wert? Genau so wenig wie auf sie? Unsicher senkte sie den Kopf und drückte sich an ihre neugierig umher sehende Katze. Ihm ging es ja scheinbar gut, warum war er dann nicht hier und ließ sie mit seinem Freund alleine, der scheinbar eine geringe Kommunikationskompetenz besaß? Sie merkte nicht, wie langsam sie die Treppen hinaufschritt, erst, als vor ihr bereits die Tür aufging. Sie war Teil eines großen, zweiflügeligen Tores, das man wohl öffnen könnte, wenn ein großer Empfang geplant war und ebenso weiß wie der Rest der Fassade. Vor ihr stand der Mann, den sie eben noch per Bildschirm betrachtet hatte und fuhr sich unruhig durch die struppigen Haare.

    „Komm erst mal rein und fühl dich wie Zuahuse“, begann er zu reden und wandte sich zum gehen, sie folgte, stockte aber, als er sich noch einmal umdrehte.

    „Also, eh, nicht, dass das dein Zuhause aus Johto wäre, aber es ist dein Zuhause, wenn auch vielleicht nicht vom Gefühl aber zumindest offiziell und dein Vater will auch, dass du hierbleibst, aber nicht eingesperrt natürlich aber...“ Miharu stutze erst, dann begann sie ein wenig zu kichern, auch aus Erleichterung. Scheinbar meinte ihr gegenüber es zwar gut, wusste aber nicht so recht mit der Situation umzugehen und verrannte sich dabei, das zu zeigen in seinen Begriffen.

    „Ist schon in Ordnung, ich verstehe, glaube ich, was Sie meinen.Danke für ihre Mühen“, versuchte sie den Mann zu beruhigen, der nun doch ebenfalls ein wenig erleichtert aussah.

    „Da..danke.“ Die Antwort kam schnell, anscheinend eher spontan und ehrlich, trotzdem schien er immer noch nicht wirklich zu wissen, was nun folgen würde. Er ging bestimmt in eine Richtung und Miharu entschied sich, ihm durch die lichtdurchflutete Eingangshalle zu folgen, durch die sich ebenfalls die Farbe weiß zog, allerdings abgewechselt mit ein paar dunkelblauen Elementen. Auf Miharu wirkte das Haus irgendwie gleichermaßen freundlich und kalt, vor allem, als sie den breiten Flur links entlang gingen und sich zeigte, dass das weiß sich weiter als Farbe durch die Räume zog.


    Sie entdeckte ein paar Bilder an der Wand, wohl irgendwelche Kunstdrucke, keine persönlichen Fotos, die Zuhause die Wände ihrer Wohnung geschmückt hatten, von ihr, ihrer Mutter, ihren Freundinnen und Freunden. Als sie am Ende des Flurs in eine lichtdurchflutete Küche mit Essbereich traten, die ungefähr die Größe ihrer alten Wohnung hatten, hielt Miharu an, den Blick wieder nach unten gesenkt. Ihre Arme klammerten sich um das Junge Pflanzenpokémon. Dieser verdammte Unfall! Warum hatte es ausgerechnet ihre Mutter treffen müssen? Das Gewitter, warum war es so stark gewesen, dass ihre Mutter nichts mehr hatte sehen können und auf der Straße ins Schleudern geraten war? Sie brauchte sie doch! Mit ihren fünfzehn Jahren war sie ja doch kaum in der Lage, auf sich selbst acht zu geben, wem wollte sie etwas vormachen? Yuki hatte noch so viele Pläne gehabt, jetzt, wo sie endlich aus dem Gröbsten raus war, Erkundungen von alten Ruinen, Bücher schreiben, entspannter leben, weil ihr Kind nun auch langsam selbst Geld verdiente. Miharu hatte ihrer Mutter noch so viel geben wollen. Yuki hätte diese Villa verdient, nicht sie. Und einen Partner, der sie vergötterte, dass sie stolz auf ihre Tochter sein konnte, weil diese ihr Ziel erreicht hätte und Champ geworden wäre. Wenigstens kurz hatte sie die Nagashifolge auf den Thron der Top Vier unterbrechen wollen. Und nun? Würde sie hier Cynthia als Champ folgen können? Würde sie hier in der Schule ähnlich gute Noten schreiben? Freunde finden? Und würde sie wieder eine Familie haben?

    Erst später bemerkte sie die Tränen auf ihrem Gesicht und dass der noch namenlose Freund ihres Vaters sie panisch anstarrte.

    „Ich... das ist die Küche und das Esszimmer, wir nutzen längst nicht alle Zimmer der Villa und meist kochen wir auch nicht, entweder ist der Bringdienst unser Nahrungsmittellieferant oder unsere Haushälterin kocht eine Kleinigkeit“, versuchte sie sich scheinbar in Fakten zu verstecken und wandte den Kopf in jede Richtung, nur nicht in ihre. Sie nickte.

    „Zuhause haben wir uns abgewechselt beim Kochen, wenn Sie möchten, kann ich auch hin und wieder was zusammenwerfen“, bot sie an, um im Gespräch Abwechslung zu finden und er schien das dankbar anzunehmen. Nachher würde sie mit ihrer Freundin telefonieren, da würde sie sich besser verstanden fühlen, auch wenn sie ihrem Gegenüber keinen Vorwurf daraus machte.

    „Ja, das würde auch ernährungstechnisch einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben.“

    „Mein Name lautet übrigens Zyrus, Zyrus Akagi und ich bin der Lebensgefährte deines Vaters“, fügte er nach einer Welle des Schweigens an und Miharu nickte wieder.

    „Meinen Namen kennen Sie ja schon, freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen, ich hoffe, wir kommen gut miteinander aus“, antwortete sie und Lächelte ein wenig verlegen, wischte sich die Tränen aus den Augen und bemerkte so gerade noch, wie ihre Laubkatze aus ihren Armen sprang und auf die Theke springen wollte. Hastig sprang sie ihr hinterher und fing sie noch rechtzeitig ein.

    „Folipurba, du weißt ganz genau, dass du auf den Küchenmöbeln nichts verloren hast!“ Ihr ernster Gesichtsausdruck blieb nicht lange, die großen, braunen Augen, die unschuldig funkelten, vertrieben ihn, sodass Miharu nur noch halbherzig mit den Augen rollte und entschuldigend zu Zyrus blickte. Er sah aus, als ob er gelächelt hatte, oder es zumindest versuchte.

    „Pokémon sind bis auf die Küche in jedem Raum des Hauses gern gesehen, die meisten befinden sich allerdings Im Garten oder im sich anschließendem Wald nach hinten heraus. Vielleicht wäre es nur gut, unsere Pokémon mit den deinigen bekannt zu machen, um etwaige Missverständnisse und Kämpfe zu vermeiden. Ich bin... nicht gerade angetan von Gewalt in Form von Kämpfen, aber dein Vater hat mir erzählt, dass du dies auf einer höheren Schule erlernt hast und es deine Persönlichkeit positiv beeinträchtigt, also möchte ich es dir nicht verbieten... Er sagte, du würdest hier auch eine Schule in diesem Themenbereich besuchen wollen?“ Zyrus wirkte weiterhin nervös, auch wenn er jetzt schon etwas mehr erzählte und aus seinem scheinbar großen Wortschatz die passenden Worte nun auswählen konnte. Auch wenn sie ihn vielleicht ein wenig merkwürdig fand, entschied sich Miharu, sich um ihn zu bemühen, immerhin machte er einen netten Eindruck und sie war froh darüber, dass sie hier ihre Pokémon halten und wahrscheinlich auch kämpfen durfte, soweit sie ihn verstanden hatte.

    „Ja, das hatte ich vor. Danke, dass ich meine Pokémon hier halten darf. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie machen würde“, entgegnete sie ehrlich und kraulte ihrer Katze den Kopf, während sie Zyrus durch den Gang zurück folgte und erklärt bekam, dass es hier unten Abstellräume, ein kleines Gäste – WC und Gästezimmer gab. Dann waren sie wieder im Flur angekommen. Über die mittig angelegte Marmortreppe gelangten sie auf die Galerie, durch die die oberen Räume erreichbar waren. Wieder wählten sie den linken Flur, der Ähnlichkeiten mit dem unteren Gang hatte, jedoch weniger Türen beinhaltete.

    „Das ist gut zu beobachten. Es liegt nicht im Interesse von uns und vor allem deinem Vater, dass du dich hier unwohl fühlst“, beschwichtigte er sie, sorgte dafür, dass sie stehen blieb.

    „Wo ist er jetzt?“, machte Miharu ihrer Neugier Luft, strich sich ihre lila gefärbte Strähne zurück in ihr dunkelblaues Haar, merkte wie er inzwischen etwas locker gewordener Begleiter sich wieder etwas versteifte. War das wirklich wahr? Wollte er wirklich, dass sie sich hier zuhause fühlte? Warum war er dann nicht da? War sie wirklich so sehr ein Eindringling für ihn? Dann warum überhaupt diese Show? Wieder ballten sich ihre Fäuste, doch bevor sie noch irgendwie reagieren konnte, erklang Zyrus' Stimme, irgendwie panisch.

    „Es ist nicht so, wie du denkst. Es ist nur... schwierig für ihn. Er hatte selbst nicht gerade eine ideale Vaterfigur und hat jetzt Angst, genau so zu sein wie sein Vater, er will dir nicht wehtun!“

    Verwirrt blickte Miharu auf. Er selbst hatte nicht viel über sich erzählt, als sie sich am PC kennen gelernt hatten, nur gesagt, dass sie zu ihm kommen könnte, wenn sie das wollte. Sie wusste nur, dass er 38 war, wegen irgendetwas vorbestraft und danach irgendwie reich geworden. Saturn Tanaka. Sonst hatte sie nicht viel über ihn gewusst. Ihre Mutter hatte ein wenig über ihn erzählt, gesagt, dass er wohl eine ironische, sarkastische Ader an sich hatte, viel über die Welt nachdachte und sich für Geschichte und für Technik interessierte. Sie selbst hatte ihn dann durch FireVulpix laufen lassen, herausgefunden, dass er teils Sicherheitssysteme entwickelte und teils mit der Niroota Cooperation gemeinsam nützliche Programme erstellte. Aber persönlich? Er soll nett gewesen sein, ein Charmeur hatte Yuki gesagt, nur irgendwie hatte es nicht sollen sein, er hatte sich schließlich von ihr getrennt und war zurück nach Sinnoh gegangen, bevor sie von ihrer Schwangerschaft erfahren hatte. Und war nicht mehr auffindbar, jedenfalls nicht mit den Mitteln, mit denen Yuki ihn gesucht hatte.

    Zyrus hatte es wohl inzwischen aufgegeben, auf sie zu warten und machte unsicher mit der Führung durch das Haus weiter, zeigt ihr das große Wohnzimmer, das direkt über der Küche lag und in dem in einem Körbchen ein Hundemon schlief, sich aber interessiert aufrichtete und zu ihnen herüberging. Langsam setzte Miharu ihr Folipurba ab, das sich vor dem Feuerhund versteckte, hockte sich hin und streckte vorsichtig die Hand aus, sodass Hundemon für sich erkennen konnte, ob sie als gefährlich einzuschätzen war. Dabei sah sie nicht zu Boden, um ihre Gleichrangigkeit zu betonen, jedoch auch nicht direkt in die Augen, was als Herausforderung galt. Das Pokèmon legte interessiert den Kopf schief, schnüffelte ihre Hand und lief sich danach sogar ein wenig streicheln, während es das verängstigte Folipurba betrachtete. Vorsichtig schnüffelte auch dieses an Hundemon und kam ihm Stück für Stück näher, bevor Hundemon es schließlich abschleckte. Erschrocken kletterte die Laubkatze wieder an Miharu hoch, die daraufhin lachte, den Höllenhund noch einmal streichelte und dann wieder aufstand, um Zyrus weiter zu folgen.

    „Das hier wäre dein Zimmer“, erklärte Zyrus schließlich an der dritten Tür rechts, die wie alle in einem dunklen grau gehalten waren und öffnete diese. Es war nicht ganz so groß wie die Küche und das Wohnzimmer, hatte jedoch ebenfalls eine Fensterfront. In der Mitte standen die Kartons, in denen sich vermutlich ihr restliches Zeug befand. In der Nähe der Fensterfront stand ein großer, weißer Eckschreibtisch, auf ihm ein Laptop, ein Drucker, eine Lampe, Schreibutensilien. Der große und bequeme Bürostuhl stand mit dem Rücken zu einer Korkwand, an der noch keine Zettel befestigt waren. An der Zimmerseite des Schreibtisches stand ein Regal in seiner Höhe, auf dem ein Flachbildschirm stand, dahinter lag ein kleines Sofa in rot. Der Fußboden war ein dunkles holzbraunes Parkett, das nur an einigen Stellen von roten, kleinen Teppichen unterbrochen wurde. An der linken Wand stand ein weißes, hohes Regal mit einer Glasscheibe. Auf der rechten Seite stand etwa auf der Höhe des Schreibtisches ein raumhohes Regal, das als Raumtrenner diente und hinter dem ein großes Bett zum Vorschein kam, das auf der Fensterseite einen kleinen Nachttisch stehen hatte. Miharu hatte den Mund vor staunen geöffnet und nicht wieder zubekommen, erst recht nicht, nachdem Zyrus ihr gezeigt hatte, dass die zwei Türen auf der rechten Seite in einen begehbaren Kleiderschrank und ein separates Badezimmer mit Wanne führten. Ungläubig berührte sie schließlich die technischen Geräte auf ihrem Schreibtisch, zu dem außerdem ein Poketch gehörte, die Außenseite mit einer eleganten Gravur ihres Namens verziehrt. Als sie von ihrem Schweigen wieder zu sich kam,wandte sich der wieder sichtlich verwirrte Zyrus an sie.

    „Auch wenn die Abwesenheit materieller Dinge in seiner Lebensgeschichte nur als gering problematisch von ihm erlebt wurde, wollte Saturn sicher gehen, dass es dir in diesen Bereichen an nichts mangelt“. Vorsichtig nickte Miharu. Auch wenn es auch für sie kein Problem war, nicht immer das allerneueste zu haben oder dafür arbeiten zu müssen, war sie trotzdem beeindruckt, ein wenig baff. War das vielleicht ein Versuch, sie zu erkaufen? Oder vielleicht hatte ihr Vater ja auch Schuldgefühle und versuchte nun, ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Sie war überrascht von dem Gedanken, der ihr danach kam. 'Hätte er sich mal früher so um uns gekümmert!' Er hatte nichts von ihr gewusst und sie hatte ihn damals nicht vermisst, schüttelte Miharu energisch den Kopf. Sicher, es war bestimmt manchmal hart gewesen, vor allem natürlich für ihre Mutter und besonders am Anfang, aber es war gegangen. Sie hatten halt jetzt Zeit, sich gegenseitig kennen zu lernen. Hoffentlich würde das gut gehen..


    Sie nickte Zyrus zu, als er sagte, dass er sie erst einmal allein lassen würde, sodass sie ankommen und sich einrichten könnte und dass sie ihn in seinem Büro gegenüber finden könnte, wenn sie etwas brauchte. Bevor sie damit anfing, brauchte Miharu noch eine Weile, sah aus dem großen Fenster hinaus zum Waldeingang, über den sich bald schon die Abendsonne senken würde. Heute war Samstag, übermorgen würde sie schon in die neue Schule gehen, deren Uniform schon in ihrem Schrank hing. Das Zimmer war zwar groß und zweckmäßig eingerichtet, ihr gefielen auch die Farben und vor allem der Ausblick, aber mehr noch als das ganze Haus war es irgendwie leer. So leer wie sie sich seit sechs Wochen fühlte. Folipurba, das gerade den besten Ort für ihr Körbchen in Miharus Bettnähe gesucht hatte, lief zügig auf ihren leisen Pfoten zu ihrer Trainerin, strich um ihre Beine, als die Tränen das gerahmte Foto ihrer Mutter benetzten, das sie auf den Nachttisch stellen wollte. Wie gerne hätte sie sie jetzt gefragt, ob ihr Vater sie wohl wirklich wirklich hier haben wollte, ob sie ihm vertrauen konnte. Sie hatte Angst davor, dass er sie nicht mögen konnte, eher nicht davor, dass er sie schlecht behandelte, wobei, würde sie sich dann überhaupt wehren können? Würde er ihr weiter aus dem Weg gehen? Immer wieder dachte sie daran, während sie ihr Zimmer einräumte, ihre eigenen Geräte neben die neuen stellte. Es wurde langsam ihr persönlicher Raum, mit Dingen, die sie gerne mochte, Bildern von ihren Freundinnen, Pokémon und das gab ihr ein wenig Zuversicht, vielleicht würde sie ja doch glücklich werden.


    Während sie gerade die letzten Dinge platzierte, merkte sie, wie Absol, das sie inzwischen auch aus dem Ball gelassen hatte, sich neugierig in Richtung Tür bewegte. Um zu verhindern, dass das mutigere Absol sich mit einem ihrer neuen Mitbewohner anlegte, folgte Miharu ihrem Pokémon auf den Gang.

    „Irgendwann musst du mit ihr reden, sie macht einen angenehmen, verständnisvollen Eindruck auf mich.“

    „Du bist ja auch nicht der Idiot, der ne schwangere Frau sitzen lassen hat und sich eher unfreiwillig so versteckt hat, das sie keine Unterstützung von ihm bekommen hat. Wahrscheinlich denkt sie jetzt, ich hab mich einfach so aus dem Staub gemacht.“ Miharu schreckte innerlich auf bei dieser Stimme, die aus dem Raum gegenüber kam. Das war die Stimme des Mannes, der sie erzeugt hatte, auch wenn sie wesentlich aufgeregter schien, als vor vier Wochen. Und anscheinend hatte er ihr nicht geglaubt, als sie gesagt hatte, dass er sich deswegen keine Gedanken machen brauchte.

    „Den Eindruck machte sie eher nicht. Sie schien eher verunsichert der Tatsache, dass du sie nicht persönlich in Empfang genommen hast. Das trug meiner Meinung nach dazu bei, dass sie sich ungewollt gefühlt hat“, erklärte nun wieder Zyrus' Stimme. Trotz seiner Unsicherheit hatte er sie relativ gut eingeschätzt, was Miharu erstaunte.

    „Na ganz toll. Das wollte ich genau nicht. Super. Wie soll ich das denn wieder hinkriegen? Ohne dass sie mich hasst? Wahrscheinlich plant sie gerade, wie sie hier am schnellsten wieder wegkommt. Vielleicht wäre es auch besser so für sie.“ Der letzte Teil des Satzes ging halb in Miharus Tränen unter, nur mühsam konnte sie ihr Schluchzen so lange unterdrücken, bis die Hand vor ihrem Mund lag. Er wollte, dass sie ging. Er wollte sie nicht in seiner Nähe. Ihr Vater mochte sie nicht. Schon in der Drehung begriffen, hielt sie Absol zurück, zog sie wieder näher an den Raum heran. Was sollte das? Hasste sie jetzt auch noch ihr Pokémon und wollte, dass sie sich das länger anhören musste? Sie würde sofort verschwinden, irgendwie würde sie sich schon alleine durchschlagen, wenn nur das Nachtwesen sie endlich loslassen würde, bevor die beiden Erwachsenen sie bemerkten! Als Absol sie plötzlich auf den dunklen Holzboden fallen ließ, waren die beiden Männer schon an der Tür zu ihrem Büro, sie sah noch, wie Saturn zu ihr hastete, in dem Versuch, sie aufzufangen. Sie fiel trotzdem.

    Ihr Atem ging immer noch schnell, ihre Sicht war verschwommen von ihren Tränen, als Saturn ihr aufhalf, sie fragte, ob alles in Ordnung wäre. Absol strich schuldbewusst um ihre Beine. Miharus Blick traf auf den ihres Vaters, in ihrem Inneren trafen der Wunsch aufeinander, wegzulaufen vor seiner Aussage und der, hier zu bleiben, wegen seines besorgten Ausdrucks. Zyrus ergriff als erstes das Wort.

    „Es scheint, du hast dem Gespräch eine angstauslösende Aussage entnommen“, fragte er halb, ihr Blick schwankte zwischen dem Gesicht ihres Vaters und dem des anderen Mannes. Plötzliches Begreifen ergriff ihren Vater, bedauern erfasste seine Augen und dann spürte sie eine zögerliche Umarmung, die sie nicht erwiderte, aus der sie sich aber auch nicht ziehen mochte, weil es eines der Dinge war, die sie sich gewünscht hatte und die sie brauchte.

    „Miharu, ich... ich meinte das nicht so. Ich meine, ich hab's gesagt, aber... das war meine Angst, etwas falsch zu machen. Ich wollte keine Fehler mit dir machen, auch wenn wir uns noch nicht mal richtig kennen und deshalb dachte ich, es wäre besser für dich, wenn du irgendwo unterkommst, wo es Menschen gibt, die Ahnung von Erziehung haben. Ich habe sie nämlich nicht.“ Der Redefluß erdrückte Miharu, ließ sie eher fragend zurück, aber er passte zu der Umarmung, fühlte sich echt an, voller Zuneigung. Erst war sie wütend auf Absol gewesen, aber nun verstand sie, was ihr Pokémon wollte. Vielleicht hätte sie durch weiteres Zuhören das herausbekommen, was ihr Vater ihr jetzt gesagt hatte. Sie bemerkte, wie sich die Umarmung ein Stück weit löste und Saturn ihr wieder direkt in die Augen sah. Sie hatte die Haarfarbe von ihm bekommen, genau so wie ihr schelmisches Grinsen, hatte ihre Mutter immer gesagt und ihre Fähigkeit, Situationen nach außen hin völlig ruhig anzugehen, aber die Augenfarbe hatte sie von ihrer Mutter, genau wie die Sommersprossen, die auf ihrer hellen Haut noch deutlicher zum Vorschein kamen, auch diese teilte sie sich mit ihm.

    Irgendwie musste sie jetzt lachen, das Geräusch entwich ihren Lippen, bevor sie es wieder einfangen konnte, nun lächelte auch ihr Vater etwas beruhigt, aber weiterhin nervös.

    „Ist schon in Ordnung, denke ich. Mama ist mit mir... immer relativ offen umgegangen und hat vieles auch mit mir besprochen und daher dachte ich irgendwie, du wolltest mich nicht und konntest es mir nur nicht sagen. Entschuldige bitte. Ich.. ich wollte dir keine Probleme machen, sondern, dass wir uns einfach kennen lernen und irgendwie verstehen“, flüsterte Miharu halb, doch Saturn schien es zu hören, lächelte und drückte sie dann noch einmal an sich.

    „Ich bin nicht gerade ein Talent darin, auszudrücken, was ich fühle und was ich will, aber ich werd's versuchen, weil du mir wichtig bist und ich dich auch gerne kennen lernen will“, antwortete Saturn. Nun schimmerten auch in seinen Augen Tränen, ihre Umarmung blieb noch eine Weile bestehen. Absol saß brav neben Zyrus, betrachtete die Situation gespannt, eben so Zyrus, auch wenn er sich schließlich zurückzog, um den beiden Zeit zu geben, sich kennen zu lernen. Vorsichtig strich er dem Nachtwesen über den Kopf und verschwand schließlich wieder in seinem Büro.

    Okami


    Pokémon Omega Rubin

    . Super Mario Land 2

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    Pokémon XD - Der dunkle Sturm


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    Gruppe 16



    Pokémon Smaragd

    Gruppe #01

    Otto’s Eleven (2010)
    Die Götter müssen verrückt sein (1980)

    Paranormal Activity (2007)

    Memento (2000)

    Oben (2009)

    Emil und die Detektive (1931)

    The Rocky Horror Picture Show (1975)

    Split (2016)

    Jurassic World 2 (2018)

    Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)

    Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014)

    Der Pate (1972)

    Mr. und Mrs. Smith (2005)

    Greatest Showman (2017)

    From Hell (2001)

    Der große Diktator (1940)

    Avengers: Infinity War (2018)

    Gruppe #02

    Die üblichen Verdächtigen (1995)

    Reservoir Dogs (1992)

    The Great Gatsby (2013)

    Master and Commander (2003)

    Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 (2011)

    Hangover 2 (2011)

    The Conjuring 2 (2016)

    Deadpool 2 (2018)

    Tschitti Tschitti Bäng Bäng (1968)

    Her (2013)

    Der letzte Kaiser (1987)

    Taxi Driver (1976)

    Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)

    Auf der Flucht (1993)

    Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016)

    BAYMAX (2014)

    Shrek - Der tollkühne Held (2001)

    Gruppe #03

    Der Bodyguard (1992)

    The Game (1997)

    Die purpurnen Flüsse (2000)

    Hotel Ruanda (2004)

    Don't Breathe (2016)

    James Bond: Casino Royale (2006)

    Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009)

    Der Maschinist (2004)

    Hotel Transilvanien 3 - Ein Monster Urlaub (2018)

    Hannibal (2001)

    Gran Torino (2008)


    Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft (2009)

    The Wolf of Wallstreet (2013)

    Prisoners (2013)

    Django Unchained (2013)

    Apocalypse Now (1979)

    Der König der Löwen (1994)

    Gruppe #04

    Das Leben der Anderen (2006)

    Die Ritter der Kokosnuss (1975)

    Die Perle der Borgia (1944)

    The Sound of Music (1965)

    Spider-Man 1 (2002)

    Die Tribute von Panem - Catching Fire (2013)

    Hugo Cabret (2011)

    The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (2014)

    Die Unglaublichen – The Incredibles (2004)

    Catch Me If You Can (2002)

    The Hobbit 2 (2013)

    11:14 (2003)

    Ich - Einfach unverbesserlich (2010)

    Der Gigant aus dem All (1999)

    Der Herr der Ringe - Die Gefährten (2001)

    Titanic (1997)

    Fight Club (1999)

    Gruppe #05

    Victoria (2015)

    The Accountant (2016)

    Lilo & Stitch (2002)

    Rogue One - A Star Wars Story (2016)

    Bambi (1942)

    Die letzte Festung (2001)

    Wall-E (2008)

    Der Untergang (2004)

    Hot Fuzz (2007)

    Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1 (2014)

    The Prestige (2006)

    Tatsächlich… Liebe (2003)

    Pans Labyrinth (2006)

    Sieben Leben (2008)

    Pulp Fiction (1994)

    Die Verurteilten (1994)

    Gruppe #06

    Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)

    The Social Network (2008)

    King Kong (2005)

    Godzilla (2014)

    Love, Simon ( 2018 )

    Rapunzel - Neu verföhnt (2010)

    Ex Machina (2015)

    Wunder (2017)

    Rush Hour 3 (2007)

    Snowpiercer (2013)

    La La Land (2016)

    Der 200 Jahre Mann (1999)

    Chronicles of the After School Wars (2018

    Das Leben des Brian (1979)

    Die Tribute von Panem - The Hunger Games (2012)

    Das letzte Einhorn (1982)

    Interstellar (2014)

    Gruppe #07

    The Conjuring (2013)

    Hass (1995)

    Jäger des verlorenen Schatzes (1981)

    Circle (2015)

    Der kleine Lord (1980)

    Pearl Harbor (2001)

    Call Me by Your Name (2017)

    Erin Brockovich (2000)

    Das Boot (1981)

    The Hobbit 1 (2012)

    Fluch der Karibik 3 - Am Ende der Welt (2007)

    Persepolis (2007)

    The Big Sick (2017)

    Doctor Strange (2016)


    Forrest Gump (1994)

    Troja (2004)

    Black Swan (2010)

    Gruppe #08

    Das Dschungelbuch (1967)

    Das Schweigen der Lämmer (1991)

    Intouchables (2011)

    Oz- eine fantastische Welt (1985)

    Uhrwerk Orange (1971)

    Blade Runner 2049 (2017)

    The Skeleton Dance (1929)

    Tanz der Teufel (1981)

    Werner Beinhart! (1990)

    Vielleicht lieber morgen (2012)

    Psycho (1960)

    Der Pate 2 (1974)

    Gesetz der Rache (2009)

    Léon - Der Profi (1994)


    Schindlers Liste (1994)

    Drachenzähmen leicht gemacht (2010)

    es gibt nur eine möglichkeit für mich, sich zu entscheiden. die region, in der ich pokémon zu spielen begonnen habe, gegen die, die mich mit ihren ausgearbeiteten schurken komplett in ihren bann gezogen hat.

    Pokémon Goldene Edition Heartgold
    vs Pokémon Platin-Edition