Beiträge von Lezard V.

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    Kapitel 1: Eine neue Herausforderung


    Perenus fühlte sich kein bisschen erholt, als er um fünf Uhr morgens aufstand. Die ganze Nacht war er aufgeblieben und hatte sein Training mit seinen Pokémon pausenlos durchgeführt. Die Niederlage gegen den Jungen mit dem kurzen blonden Haar machte ihm immer noch schwer zu schaffen.
    Besonders der zornige und enttäuschte Blick Lady Kattleas war ihm nicht entgangen, immerhin hatte er ja stellvertretend für sie gekämpft.
    Die grauen Vorhänge seines Zimmers waren zugezogen und würden normalerweise das Licht der Sonne gedämpft durchbrechen lassen, doch um diese frühe Uhrzeit war sie bestimmt noch nicht aufgegangen. Benommen taumelte er zum nächsten Lichtschalter und knipste das Licht an.
    Das Zimmer war eher schlicht eingerichtet, wie es sich für einen Diener gehörte.
    Weiße Tapeten, ein relativ großes und doch überraschend bequemes Bett in der Mitte, der aus dunkelbraunem Holz gefertigte Wandschrank neben ihm und der weiße Tisch mit Spiegel direkt gegenüber seinem Bett. Auf ihm lagen seine Brille und seine vier Pokébälle.
    Direkt neben dem Schrank befand sich eine Tür, die in das Badezimmer führte. Mit einem tiefen und müden Seufzer fuhr sich der Kammerdiener durch seine nach hinten gekämmten, schwarzen Haare mit dem blonden Streifen in der Mitte.
    „Ich will nicht arbeiten…“, murmelte er, doch bisher hatte er noch nie seine Pflichten vernachlässigt. Also schnappte er sich seine Brille und strich noch einmal über seinen weißen Schlafanzug, ehe er übermüdet das Bad betrat.
    Einige Minuten später hatte er sich bereits zurechtgemacht und lief durch die Straßen des Erholungsgebiets, gekleidet in seinen schwarzen Frack mit dem weißen Hemd und der schwarzen Fliege. Zusätzlich trug er noch eine dunkelviolette Hose zusammen mit schwarzen Lederschuhen.
    Der Himmel war immer noch dunkel und die mit grauem Stein gepflasterten Wege wurden nur von dem kalten Licht der Straßenlaternen erhellt.
    Perenus musste aufgrund der Kälte ein wenig zittern. Lady Kattlea hatte verlangt nicht vor halb neun geweckt zu werden, deshalb hatte er noch Lust bekommen einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Aber die kalten Meeresströmungen, die von Blizzach stammten, machten die Nächte in dieser Region immer besonders kalt. Wenigstens hatte er jetzt genügend Zeit, um über sein kürzlich aufgetretenes Versagen nachzudenken.
    Vielleicht war er auch etwas zu streng mit sich selbst. Aber er durfte seine Herrin nicht erneut enttäuschen! Er wollte um jeden Preis, dass sie glücklich war. Immerhin hatte sie nur wenige Freunde und ihr Vater hatte schließlich auch kaum Zeit für sie…
    Der Weg endete an einem herabfallenden Grashang, den Perenus einige Schritte hinablief um anschließend in die Hocke zu gehen, damit er das sich vor ihm auftuende Spektakel sehen konnte. Vor ihm erstreckte sich der große See im Zentrum des Erholungsgebiets, über den eine große Holzbogenbrücke gespannt war.
    Am anderen Ufer konnte man den Beginn eines großen Waldes sehen. Hinter ihm verfärbte sich der Himmel zunächst hellviolett und anschließend dunkelrot, bis die ersten Sonnenstrahlen herausstachen. Daraufhin begann das zunächst dunkelblaue Wasser des Sees sich hellorange zu verfärben und kleine Lichtfunken tanzten auf der Wasseroberfläche wie Sterne bei einem Ballett. Bei diesem Anblick fühlte sich Perenus gleich viel wohler, es war fast so, als wäre sämtliche Kälte in der Umgebung mit einem Lidschlag verschwunden.
    Ein lauwarmer Wind erzeugte leichte Wellen auf der Oberfläche des Sees und brachte die Funken zum Hüpfen, als würden sie freudig den neuen Morgen begrüßen. Das Rascheln der Blätter in den Baumkronen am Rande der Wege erzeugte eine ruhige und entspannende Atmosphäre, sodass der Kammerdiener damit kämpfen musste, sich nicht gleich zurückzulegen und im Gras zu schlafen. Immerhin war dies gegen die Etikette und außerdem war es mit frischem Tau überzogen, der wie Goldstaub im Morgenrot glitzerte.
    Auf einmal hatte Perenus das Verlangen, diesen Moment mit seinen Pokémon zu teilen. Er erhob sich von seinem Platz und kramte seine vier Pokébälle aus der Tasche und warf sie beidhändig in die Luft. Sie öffneten sich mit einem knackenden Geräusch und vier Pokémon erschienen:
    Ein dunkler, durch seine nach hinten gebogenen Hörner dämonisch anmutender Hund mit dunkelorangener Schnauze, ein großes, pinguinartiges, blaues Wesen mit kristallener Panzerung und kaltem Blick, ein grauer Raubvogel mit selbstsicher hervorgehobener Brust und zu guter Letzt der weißgrüne, schlanke Kämpfer mit dem entschlossenen Blick. Allerdings schienen sie allesamt müde und ausgelaugt.
    „Hundemon, Impoleon, Staraptor und Galagladi…“, sprach er sie der Reihe nach an, sich leicht verlegen hinter dem Kopf kratzend, „es tut mir leid, dass ich gestern derart versagt und euch so viel zugemutet habe, ich werde mich in Zukunft bessern!“
    Die Pokémon fixierten ihren Trainer mit einem sanften, aber zugleich strengem Blick. Im nächsten Moment gaben sie ihm mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass sie sich ebenso hart anstrengen würden wie er.
    Perenus war erleichtert. Die nächsten Herausforderer des Kampfpalais würden ihn bestimmt nicht mehr in die Knie zwingen.


    Es war Mittag, als Lucia in einem Café des Erholungsgebiets ihren Latte genoss. Professor Eich hatte ihr den nationalen Pokédex anvertraut, in der Hoffnung, dass sie ihn füllen würde, doch im Moment gab es weitaus wichtigeres zu tun. Ihr Rivale und Freund aus Kindertagen, Barry, hatte ihr von diesem vulkanischen Eiland erzählt, auf dem es eine noch größere Herausforderung als die Pokémon-Liga gab, die verschiedenen Kampfeinrichtungen, die über die gesamte Insel verstreut waren.
    Natürlich war sie seiner indirekten Herausforderung gefolgt, und nun befand sie sich hier, in einem der drei großen Gebiete, dem Erholungsgebiet.
    Laut der Broschüre der Kampfzone gab es hier zwei Herausforderungen: das Kampfpalais, bei dem man Punkte gegen Items, Beeren und Informationen über den Gegner tauschen konnte und die Kampfarkaden, bei dem ein zufälliger durch ein Roulette bestimmter Effekt auf den Kampf Einfluss nahm. Nun blieb die Frage, was sie sich als nächstes vorknöpfen sollte…
    Plötzlich unterbrach das Ringen ihres Handys ihren Gedankengang. Als sie das rosafarbene Klappmodell hervorholte und den Bildschirm überprüfte sah sie, dass sie anscheinend eine neue SMS erhalten hatte. Neugierig öffnete sie das Textfenster und las eine mehr oder weniger erschütternde Nachricht:


    „Duuu, rate mal, wer gestern die Koryphäe des Palais erledigt hat?
    Ganz genau, ICH!!!
    -Barry“


    „Provokanter geht’s ja nicht!“, rief die Blauhaarige daraufhin und erntete einige konfuse Blicke der anderen Cafégäste. Es stand nun außer Frage, dass sie sich als erstes das Kampfpalais vornehmen würde. Hastig trank sie ihren Kaffee aus und bezahlte die Rechnung, anschließend schnappte sie sich ihren Beutel.
    Das Kampfpalais lag eher am Rande des Erholungsgebiets, doch dies hielt die verschiedenen Trainer nicht davon ab, in Scharen hierher zu schwärmen. Eine gigantische Schlange an Herausforderern befand sich vor dem villengroßen Gebäude, das leicht an ein Schloss erinnerte.
    Die Wände waren beige, während die Dächer der Zinnen grün gefärbt waren. Vor dem Tor standen die Mitarbeiter der Kampfzone in ihren grünen Uniformen und ließen immer eine bestimmte Anzahl an Trainern herein. In der Broschüre stand, dass die Herausforderer gegenseitig Kämpfe bestritten und bei einer Niederlage rausgeworfen wurden. Sobald ein Herausforderer 20 Kämpfe in Folge gewonnen hatte durfte er gegen die Kampfkoryphäe antreten. Diese Regelung galt für alle Einrichtungen der Kampfzone.
    Kaum hatte sich Lucia angestellt, bewegte sich die Schlange rasend schnell vorwärts. Es stürmten immer wieder traurige und enttäuschte Trainer heraus, die entweder von anderen Trainern oder von der Koryphäe selbst besiegt wurden.
    Schon nach wenigen Minuten wurde sie von den zwei Mitarbeitern nach ihrem Trainerpass zur Registrierung gefragt. Das Mädchen war alles andere als nervös. Wenn Barry so locker über diese Herausforderung schrieb, konnte es nur ein Klacks sein.
    Das Innere des Gebäudes raubte ihr jedoch den Atem. Die weißen Wände waren mit goldenen Ornamenten verziert und der Marmorboden mit einem teuer wirkenden roten Teppich ausgelegt. Zu ihrer rechten hingen Porträts der Besitzer dieser Einrichtung, insgesamt fünf Generationen.
    Sie reichten von einem älteren, grantig wirkenden Mann bis hin zu einem jungen Mädchen mit langem, goldbraunen Haar, das freundlich lächelte.
    Die Blauhaarige stellte sich vor, wie es wohl wäre, selbst Prinzessin in einem Schloss zu sein. Es wäre wundervoll, sich von Dienern von vorne bis hinten bedienen zu lassen und ein Luxusleben führen zu können. Bei diesem Gedanken musste sie wohlig seufzen. Leider sah die Realität im Moment anders aus.
    Kurz darauf wurde sie von einem auf sich aufmerksam machen wollenden Räuspern unterbrochen und drehte sich schlagartig um. Dort stand ein junger Mann, etwa um die zwanzig, der vornehm gekleidet war. Er rückte mit dem Zeigefinger an seinem Nasenrücken kurz seine Brille zurecht und sprach anschließend: „Mein Name lautet Perenus, ich bin der Kammerdiener von Lady Kattlea, der Besitzerin dieses Gebäudes.“
    Der Text klang emotionslos und einstudiert, mit einem müden Unterton. Lucia fragte sich insgeheim, wie viele Herausforderer dieser Mann heute bereits empfangen hatte. Seine Arme waren hinter seinem Rücken verschränkt, sein Blick eher sanft, aber auch ein wenig herablassend. Das Mädchen war sich nicht sicher, was sie von ihm halten sollte. Kurz darauf fuhr er fort: „Ich verwalte die Palaispunkte, auch PP genannt, und werde dich durch die Herausforderung begleiten. Folge mir bitte.“
    Ohne auf Lucias Reaktion zu achten drehte sich Perenus um und ging den Gang entlang. Ein wenig zögerlich folgte Lucia ihm. Vielleicht sollte sie etwas sagen, um die Spannung aus der Atmosphäre zu nehmen, aber sie wusste ja nicht, in welchem emotionalen Zustand ihr Gegenüber gerade war. Also hielt sie es für das Beste, zunächst zu schweigen.
    Der Kammerdiener führte sie in einen rechteckigen, fast Türbreiten Nebenraum, an dessen Wand sich ein rotes, gepolstertes Sofa war, neben dem sich ein in der Wand integrierter Computer befand. Die Ausstattung war aber in etwa zu vergleichen mit der Ausstattung der Gänge.
    Perenus tippte mit ein paar schnellen Fingerbewegungen etwas in den Computer ein und sprach anschließend: „Zu Beginn erhält jeder Herausforderer zehn PP, die für Verschiedenes genutzt werden können. Durch erfolgreiche Kämpfe kann der Stand erweitert werden. Sag mir bitte Bescheid, wenn du so weit bist.“ Nach diesen Worten stellte er sich neben die Tür und rieb sich mit einem müden Seufzer das rechte Auge. Entweder war er überarbeitet oder litt unter Schlafmangel.
    „Setzen Sie sich doch.“, bot Lucia dem Kammerdiener in einem leicht mitleidigen Ton an, bevor sie sich dem PC zuwandte. Dieser lehnte es allerdings peinlich berührt ab: „Tut mir leid, aber etwas derartiges kann ich mir selbst leider nicht gestatten.“
    Wenn du meinst, dachte das Mädchen daraufhin etwas abweisend. Sie hatte nicht viel für Workaholics übrig, die leichtfertig mit ihrer Gesundheit spielen. Auf dem PC waren der Name, die ID und ein Bild ihres Gegners abgebildet. Ein junger Mann mit kurzen, braunen Haaren, dessen Blick sanft und normal wirkte. Dasselbe drückte auch sein Name aus, Norman, was zwar eigentlich eher „Mann aus dem Norden“ hieß, aber stark wie „normal“ klang.
    Nebenan wurden die Optionen und ihre Kosten beschrieben. Das Team konnte man mit einem PP sehen, den Status der einzelnen Pokémon für zwei zusätzliche PP. Beeren konnte man sich für zwei bis fünf PP ausleihen, Items für zehn bis fünfzehn PP. Die Verwaltung dürfte nicht allzu schwer werden, dachte Lucia fröhlich in sich hinein.


    Perenus war beeindruckt. Bereits nach kurzer Zeit hatte die neue Herausforderin, ein junges Mädchen, das System der Palaispunkte vollkommen begriffen und besiegte mithilfe ihrer Pokémon jeden Gegner, dem sie gegenüberstand, in Windeseile. Langsam fühlte er sich persönlich angegriffen. Wenn das Mädchen so weitermachte, würde sie bald den 20. Kampf hinter sich gebracht haben, dann hieß es für den Kammerdiener alles oder nichts.
    Noch eine Niederlage vor Kattleas Augen durfte er sich nicht erlauben!

    Brennende Leidenschaft
    [IMG:http://s3.zerochan.net/Pok%C3%A9mon.240.491397.jpg]
    Quelle
    "When the sun goes down and the lights burned out, then it's time for you to shine.
    Brighter than a shooting star, shine no matter where you are."
    -Owl City, Shooting Star


    Vorwort
    Herzlich Willkommen zu meiner ersten Pokémon FF.
    Ich werde mich hier vor allem auf das Valetshipping (Perenus x Kattlea) konzentrieren, ein eher unbekanntes Shipping, das, soweit ich weiß, wenige direkte Anhänger hat.
    Anzumerken wäre vielleicht, dass diese Geschichte in der Kampfzone, der Insel nordöstlich von Sinnoh, spielt.
    Anders als im Spiel befinden sich die Einrichtungen nicht direkt in einem Areal zusammengefasst, sondern über die gesamte Insel verstreut.
    Auf eine Charaktervorstellung werde ich dieses Mal verzichten, da ich möchte, dass die Leser sie während der Geschichte näher kennenlernen.
    Ihre Persönlichkeit wird allerdings indirekt an den Manga angelehnt sein.
    Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


    Genre
    Shipping - Drama - stellenweise Humor


    Inhalt
    Nachdem Lucia Team Galaktik zerschlagen die Herausforderung der Pokémon-Liga gemeistert hatte folgt sie dem Aufruf ihres Rivalen Barry und reist gemeinsam mit ihren Pokémon in die Kampfzone, einer Insel im Nordosten der Gewässer der Sinnohregion.
    Doch gerade als sie sich mitten im Kampf mit der Koryphäe des Kampfpalais, Perenus, befindet, unterbricht das scheinbar widerauferstandene Team Galaktik das Duell und versucht Lady Kattlea zu entführen.
    Trotz ihrer geschwächten Pokémon können die Beiden das Syndikat aufhalten und müssen feststellen, dass Team Galaktik einen weiteren schlimmen Plan verfolgt...


    Copyright
    Alle pokémonbezogenen Dinge sind rechtliches Eigentum von Nintendo, die Idee zu dieser Geschichte stammt jedoch von mir.


    Idee & Inspiration
    Die Idee kam mir, ehrlich gesagt, als ich mich mit einer sehr netten Userin über das Thema Pokémon unterhalten habe.
    Zunächst hatte ich vor, eine FF über Lapras zu schreiben, da fiel mir spontan die Insellandschaft der Kampfzone ein.
    Aus irgendeinem Grund habe ich dann wieder angefangen Pokémon Platin zu spielen, da fiel mir ein, dass ich vor langer Zeit ja mal Perenus gefangirlt hatte... Und so führte irgendwie eines zum anderen.


    Danksagung
    Ich möchte Snake dafür danken, dass sie mich auf diese Idee gebracht und mir immer wieder Mut gemacht hat.
    Zusätzlich möchte ich den Usern Rio und Sayi danken, die mich bisher tatkräftig unterstützt haben.
    Ihr drei seid spitze


    Benachrichtigungen
    Sayi


    Kapitelübersicht
    Kapitel 1: Eine neue Herausforderung
    Kapitel 2: Im Schatten

    Kapitel 3: Disharmonie


    Die gigantische Piranhapflanze wirbelte ihre Wurzeln wie Peitschen um sich und schien nicht darauf zu achten, was sie eigentlich traf. Luigi konnte nichts anderes tun als mit unbeholfenen Seitwärtssprüngen auszuweichen.
    Rosalina versuchte die Teile der Pflanze mit ihren Lichtblitzen zu beschädigen, doch aus irgendeinem Grund schien sie robuster geworden zu sein, denn sie prallten von ihr ab wie Fliegen von einer Glasmauer. Kurz darauf wechselte die Pflanze ihre Art des Angriffs und widmete ihre Aufmerksamkeit der Sternenmutter.
    Sie schien tief zu inhalieren und entfesselte kurz darauf einen Schwall aus schwarzem Feuer aus ihrem Maul. Doch kurz bevor sie gebraten wurde, konnte sich Rosalina mithilfe eines transparenten Magieschildes schützen.
    Luigi konnte in dem Moment nichts anderes machen, als zitternd auf dem Boden zu sitzen. Er wollte dieses Ding ja angreifen, doch seine Furcht hielt ihn davon ab und hatte ihn schon wieder gelähmt. Sein ganzer Körper war steif und zitterte, dabei wollte er doch aus vollem Herzen helfen.
    Plötzlich zischte eine Wurzel der Piranhapflanze auf ihn herab, doch kurz bevor sie den Klempner erreichte, wurde sie von einem weißen Magieblitz zur Seite geschleudert, der mit einigen leuchtenden Kreisen, Vier- und Dreiecken versehen war.
    „Kannst du dich nicht besser konzentrieren?!?“, wurde er kurz darauf von Kamek angeschnauzt, der in sein Blickfeld gesprungen war, „Oder willst du zerquetscht werden?“
    Noch bevor der Magikoopa hätte weiterreden können griff die Wurzel erneut an und schlug ihn beiseite.
    „Ich muss mich anstrengen!“, versuchte Luigi sich zu motivieren, obwohl er es als etwas seltsam empfand, ausgerechnet von Kamek gerettet worden zu sein. Wahrscheinlich war dies nur aufgrund der momentanen Umstände geschehen.
    Gegen seine zitternden Beine ankämpfend erhob er sich langsam und blickte entschlossen die Piranhapflanze an, die sich erneut Rosalina zugewandt hatte.
    Motiviert setzte der Klempner zu einem Sprint an, um auf den Kopf der Pflanze zu springen. Doch kurz nach den ersten Schritten stolperte er über etwas und fiel hin. Als er leicht zur Seite schielte konnte er den genervten Gesichtsausdruck Kameks wahrnehmen, der sich anscheinend von dem vorherigen Schlag bereits erholt hatte.
    Luigi war das alles furchtbar peinlich und er lief rot an. Wieso musste ihm das ausgerechnet jetzt passieren? Als die Pflanze ihn erneut attackierte wich er auf Knien mit einem Satz nach hinten aus. In dem Moment sah er den Übeltäter, der seine vorherige Aktion vereitelt hatte: Marios Werkzeugkasten.
    Durch die Kollision war er aufgesprungen und hatte einen Teil seines Inhalts preisgegeben: Den Schraubenschlüssel, die Rohrzange, den Hammer…
    „Der Hammer!“, rief Luigi plötzlich und wunderte sich, weshalb er nicht schon früher darauf gekommen war, „Hey, Kamek!“
    Gerufener blickte zur Seite, musste aber daraufhin mit einer kurzen Teleportation einem weiteren Schlag ausweichen und landete direkt neben Luigi.
    „Was willst du?“, fauchte er dem Klempner mürrisch entgegen, „Soll ich dich zu deiner Mama bringen?!?“
    „Dafür ist jetzt keine Zeit!“, erwiderte der Grünträger, doch in dem Moment sauste eine der Wurzeln auf die beiden herab, wurde jedoch von einem Magieschild aufgehalten.
    Kurz darauf flitzte der silberne Luma in das Blickfeld der Pflanze und zog mit einigen Hampelbewegungen ihre Aufmerksamkeit auf sich, da die Piranhapflanze daraufhin versuchte, ihn mit ihren Wurzeln zu attackieren, als wäre er eine lästige Schmeißfliege.
    Diese Gelegenheit nutzte Rosalina, um sich zu den Streitenden zu gesellen, und fragte: „Was ist denn mit euch beiden los?“
    „Ich habe einen Plan!“, rief Luigi kurz darauf, „Rosalina, du musst das Viech ablenken, während ich meinen Hammer auf es schleudere, den Kamek vergrößern wird!“
    „Hey! Dem habe ich nie zugestimmt!“, verteidigte sich der Magier.
    „Stimme zu oder stirb.“, rief der Klempner auf diese Aussage hin, „Oder hast du einen besseren Plan?“
    Es sah aus, als würde Kamek für ein Gegenargument ausholen, verstummte aber beim Ansatz. In diesem Moment war eine ausführliche Diskussion wirklich nicht angebracht.
    Als sich die Gruppe wieder zerstreute, rannte Luigi zielstrebig auf den Hammer zu und schnappte ihn sich, während er mit einer Rolle einem weiteren Feuerschwall der Piranhapflanze auswich. Das Modell fühlte sich etwas schwerer an als ein gewöhnlicher Hammer, vermutlich weil dies einer der verbesserten Werkzeuge war, die nur von den beiden Meistern in Bohnenland hergestellt wurden.
    Das metallhaltige Gestein, aus dem er gefertigt war, funkelte leicht golden und ließ einen die Härte und Robustheit nur erahnen, die sich dahinter verbarg.
    Während Rosalina mit weiteren Lichtblitzen die Aufmerksamkeit des Monstrums auf sich zog begab sich Luigi in eine stabile Position und versuchte sich an das Hammerwerfen bei den olympischen Spielen zu erinnern. Er hatte dabei schon oft zugesehen, war aber nicht sonderlich gut darin. Außerdem wurde dabei ja nicht wirklich mit Hämmern geworfen… Aber diese Situation ließ keine andere Option zu.
    Den Hammer weit von sich gestreckt drehte sich der Klempner zunächst selbst im Kreis, bis die Fliehkraft eine zusätzliche Beschleunigung gab und er sich nur noch auf den Fersen drehte. Zusätzlich begann er sich zu konzentrieren und setzte eine kribbelnde Kraft in seinen Händen frei, die er schon lange nicht mehr gebraucht hatte.
    Hellblaue Funken zuckten aus seinen weißen Handschuhen hervor und sprangen über den Holzstiel zum Kopf des Hammers, der sich alsbald mit elektrischer Energie aufgeladen hatte.
    Luigi wirkte kurz vor dem Loslassen wie ein großer, elektrischer Kreisel. Als der Hammer durch die Luft flog drehte er sich mit dem schweren Punkt außerhalb wie eine elektrisierte Diskusscheibe.
    Kamek stand vor Staunen etwas der Mund offen, doch im nächsten Moment hatte er sich wieder gefasst und schwang seinen Zauberstab, aus dem eine regenbogenartige Welle das elektrisierte Hammerprojektil erfasste und seine Größe beinahe verdoppelte.
    Als die Piranhapflanze das Projektil bemerkte, war es bereits zu spät. Wie eine Kreissäge durchtrennte es ihren dornigen Hals und ihr Kopf stürzte mit einem lauten Krachen zu Boden, nur um ein paar Sekunden später zu dunkelgrauem Staub zu zerfallen. Dasselbe geschah mit ihrem dornigen Korpus und ihren anderen Körperteilen.
    Luigi konnte nicht fassen, was er da gerade geschafft hatte.
    Noch bevor er einen klaren Gedanken hatte fassen können, sprang fiel ihm Rosalina um den Hals und rief glücklich lachend: „Das war fantastisch, Luigi! Noch nicht einmal Thor hätte das besser hinbekommen!“
    Der Klempner lief auf dieses Kompliment hin und wegen des ungewohnten Körperkontaktes mit einer Frau rot an. Rosalina roch leicht nach Honig, oder war es Sternenstaub? Die Wärme, die ihr Körper vermittelte, war besser als jede Medizin, und ließ die körperliche Erschöpfung Luigis sofort verschwinden. Insgeheim wünschte er sich, dass dieser Moment noch länger andauern würde, doch Rosalina ließ ihn los, als der Luma rief: „Kamek, wo gehst du hin?“
    Der Magikoopa hatte sich in der Zwischenzeit einige Meter entfernt. Das Einzige, was er erwiderte, war: „Ich muss ins Schloss! Stört mich nicht!“ Nach diesen Worten zauberte er seinen Besen aus dem Nirgendwo hervor, nahm auf ihm Platz und flog in Windeseile davon.
    „Wir sollten ihm besser folgen.“, wandte sich Rosalina an Luigi und rannte ebenfalls in Richtung des gewaltigen Gebäudes.
    „Warte!“, rief Luigi der Sternenmutter noch überrascht zu, doch diese schien ihn nicht zu hören und rannte weiter. Der Klempner blickte leicht beklommen die gewaltigen Schlossmauern hoch. Durch die dunkle Atmosphäre, die der Komet geschaffen hatte glühten die Dächer der Zinnen weinrot und die ansonsten weißen Marmormauern waren in ein dunkles orange getaucht.
    In der Mauer gegenüber dem Schlossgraben steckte der Hammer in einer gewaltigen durch die Attacke verursachten Kluft, anscheinend war er beim Aufprall wieder zu Normalgröße geschrumpft. Im Moment war leider keine Zeit, ihn wieder herauszuholen.
    Luigi starrte noch eine Weile die leicht zerstreuten Überreste der Piranhapflanze an. Diese Spezies hatte er zuvor noch nie gesehen. Was ging hier vor? Doch bevor er noch weiter darüber hätte nachdenken können, wurde er schon von Rosalina gerufen.
    Ohne dem Staubhaufen weiter einen Blick zu würdigen, folgte er ihr.


    Rosalina betrachtete ehrfürchtig das gewaltige aus Mahagoni gefertigte Eingangstor des Schlosses. Es war bogenförmig und besaß wunderschöne und kunstvoll gefertigte Schnitzereien, die abstrakt an Äste und Pfirsichblüten erinnerten.
    Es stand bereits offen, vermutlich, weil Kamek gerade hindurchgebraust war.
    „Da bist du ja.“, sprach die Sternenprinzessin zu Luigi, der gerade neben ihr zum Stehen kam, „Was hast du dort drüben gemacht?“
    „Äh… Nichts.“, antwortete der Klempner leicht verstört, „Aber ich frage mich wirklich…“
    Weiter kam er nicht, da sein Satz durch einen gewaltigen Knall und einen darauffolgenden Schrei unterbrochen wurde. „Das war Kamek!“, bemerkte Rosalina. Ohne zu zögern rannten die Beiden hinein.
    Die Eingangshalle war eher spärlich beleuchtet. Die Wände waren mit einem blauweißen Wolkenmuster bestrichen und waren von vielen dunkelbraunen Holztüren geprägt. Der Boden war mit schwarzen und weißen Fliesen belegt, die im Schachbrettmuster verlegt worden waren.
    Ein paar Schritte vor ihnen lag Kamek. Sein Gewand wirkte leicht angekokelt, doch im nächsten Moment erhob er sich wieder und griff nach seinem Zauberstab, der vor ihm auf dem Boden lag. Er schien Rosalina und Luigi nicht zu bemerken und blickte konzentriert die Gestalt an, die auf der Spitze der gewaltigen, mit einem roten Teppich ausgelegten, Treppe vor ihnen stand.
    Rosalina kannte dieses Ungetüm nur zu gut. Das muskelbepackte schildkrötenähnliche Wesen hatte seine Arme verschränkt und blickte verachtend zu dem Magikoopa unter ihm herunter.
    Auf seinem Kopf prangten zwei Hörner und ein feuerroter Haarschopf. Seine spitzen Reißzähne in Kombination mit dem Stachelbewehrten Panzer und dem großen Schweif ließen einen schon vermuten, wie stark und Ausdauernd dieses Wesen war.
    „Euer Hoheit…“, keuchte Kamek erschöpft, „…ihr macht… einen großen Fehler.“
    Bowser fletschte daraufhin die Zähne. Sein Gesichtsausdruck war zornig, doch es lag auch eine gewisse Spur von Gnade darin. Mit dröhnender Stimme antwortete er: „Kamek, ich möchte mich nicht weiter unnötig mit dir abgeben. Wenn du die Entscheidung deines Königs in Frage stellst, bist du es nicht mehr wert, zu meinen Schergen zu zählen!“
    Der Magier schien durch diese Worte schwer getroffen worden zu sein, ihm fehlten regelrecht die Worte. Rosalina blickte fragend zu Luigi, der wütend seine Hand zur Faust geballt hatte und sie erschüttert vor sich hielt. Sie selbst war eher verwirrt. Doch noch bevor sie weiter hätte nachdenken können, schrie der Klempner neben ihr: „Bowser, wo ist mein Bruder?!?“
    Kamek wirbelte herum. In seinem Gesicht lag etwas Wütendes und Überraschtes zugleicht. Anscheinend hatte er etwas erwidern wollen, doch noch bevor das geschah, fing Bowser hinter ihm an tief und dröhnend zu lachen. Anschließend sprach er: „Ah, Grünkäppchen, und Rosalina auch noch! Wie schön, dass ihr gekommen seid, um der Entstehung meines neuen Imperiums beizuwohnen.“
    „Es wird nicht Euer Imperium sein!“, schrie Kamek ihm entgegen.
    „Schweig, du alter Narr.“, mischte sich auf einmal eine junge und tiefe Mädchenstimme in das Geschehen ein. Aus dem Schatten hinter Bowser trat ein junges Fräulein. Dem Aussehen nach konnte sie nicht älter als vierzehn sein, aber sie schien kein gewöhnlicher Mensch zu sein.
    Ihr kinnlanges Haar war dunkelviolett und endete in feuerroten Spitzen, während ihre Augen leicht gräulich waren. Ihr Gesicht war blass wie Porzellan. An ihrem Körper trug sie ein schwarzviolettes Kleid, das bis zur Hälfte der Oberschenkel reichte, gepaart mit weißen Stiefeln.
    Das jedoch auffälligste an ihrem Körper waren die zwei schwarzen Schlangen, die sich von der Hüfte an um ihren Körper geschlungen hatten und deren Köpfe auf den Schultern des Mädchens ruhten. Ihre Körper hatten eine tote Ausstrahlung, doch ihre Augen leuchteten blau und lebendig.
    „Wer bist du?“, fragte Rosalina sie leicht eingeschüchtert. Der Gesichtsausdruck der Person hinter Bowser war kalt und tückisch. Mit einem tiefen Kichern antwortete sie: „Ich bin Yura, euer Untergang. Der Komet am Himmel ist mein Werk, ist er nicht wunderschön?“
    Nun Streckte sie ihre Hand in Richtung Himmel, ihr Körper wurde in schwarze Schwaden aus dunkler Magie eingehüllt. „Die Erschaffung ist komplett, begrüßt euer neues Königreich!!!“
    Von Yura ausgehen überflutete eine Welle aus schwarzer Magie explosionsartig die gesamte Region. Ein gewaltiger Schmerz durchzuckte den Körper der Sternenprinzessin, bevor ihr Bewusstsein von Dunkelheit verhüllt wurde.



    [tabmenu][tab=~]Kurz, abrupt, verwirrend... Ein kein so gutes Kapitel. ;_; Da hab ich einen gewaltigen Schritt zurück gemacht... Na ja, ich hoffe, ihr hattet trotzdem Spaß beim Lesen.^^ Ich muss das Schreiben von Kampfszenen mehr üben. Dx[tab=Snake]Ja, wie mache ich das nur? Die Titel fallen mir aus heiterem Himmel ein.^^' Ansonsten freut es mich, dass dir das Kapitel eigentlich gut gefallen hat. ^-^ Ich bin wohl ein bisschen zu wenig auf wichtige Details eingegangen, das lässt sich bestimmt noch verbessern...[tab=Rio]Es freut mich, dass ich dich inspirieren konnte.^^ Kamek erinnert dich an Mauzi von was? Tut mir leid, ich sehe den Anime nicht, aber wenn du das sagst wird es wohl stimmen... denke ich.
    Was die Sache mit Kameks Kleidung betrifft hab ich eine Anspielung auf die Brettrequisite "Kameks Bilderrahmen" in Mario Party DS gemacht, falls du das Spiel kennst.
    Ansonsten freue ich mich, dass dir mein Schreibstil gefällt, deine Kritik habe ich mir zu Herzen genommen, leider war dieses Kapitel schwer umzusetzen...[/tabmenu]


    Siehe nur zwei Posts über mir... Ich hab noch nie Mods gesehen, die sowas gemacht haben. O_o"

    Name: Tatsumia Cocona Forester (sie tarnt sich eine Weile als Tatsumi Wright, als Mädchen bevorzugt sie Cocona)


    Alter: 19


    Geschlecht: weiblich, gibt sich zu Beginn allerdings als Junge aus


    Aussehen:



    Herkunft: Australien, Sydney


    Persönlichkeit: Cocona ist ein eher junges und aufgewecktes Mädchen, das sich für alle Arten von Sport interessiert. Am liebsten mag sie Skateboarding, Surfen und Judo und trägt immer ein Skateboard bei sich. Sie hasst Ungerechtigkeit und macht wirklich alles, um die Unschuldigen zu verteidigen.
    Da sie sich als junges Mädchen gegen ihre drei älteren Brüder behaupten musste, ist sie körperlich gut gestählt. Sie kann weitaus größere und schwerere Erwachsene ohne mit der Wimper zu zucken mit ihren Wurftechniken überwältigen. Ihr größtes Problem ist jedoch, dass sie äußerst stur und übellaunig sein kann. Wenn sie wütend ist, geht sie keiner Prügelei aus dem Weg und zerstört, um Dampf abzulassen, meistens Gegenstände oder schlägt die Person, die dafür verantwortlich ist.
    Als Junge agiert sie meistens gelassener und versucht, Ärger aus dem Weg zu gehen. Dabei kann "er" meistens etwas zu gleichgültig wirken, was andere meist auf die Palme bringt. Um ihre wahre Stimme zu verschleiern nimmt Cocona als Tatsumi ein Medikament, das ihre hohe, aufdringliche Mädchenstimme zu einer sanften, tiefen Jungenstimme werden lässt.
    Cocona benutzt des öfteren das Wort "buuh" als Adjektiv im Sinne von "blöd". Sie hasst Typen, die sich als Anführer aufspielen und gehorcht diesen nicht.
    Eine weitere geheime Leidenschaft von ihr ist das Singen. Aber noch nicht einmal ihrer Familie hatte sie dies verraten, da sie es immer heimlich unter der Dusche tat.


    Hintergrund:
    Cocona wuchs als Tochter eines Amerikaners und einer Japanerin in Australien auf. Schon früh begeisterte sie sich für Sport und lernte die verschiedenen Arten, die bereits oben genannt wurden, von ihren älteren Geschwistern. Diese ärgerten sie jedoch des öfteren und so musste sich Tatsumia versuchen, gegen sie zu behaupten.
    In der Schule war sie sehr beliebt und hatte viele Freunde. Als jedoch ihre Mutter bei einer Reise nach Japan bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, änderte sich dies. Cocona wurde zunehmend sturer und gehorchte ihrem Vater nicht mehr, weshalb sie in der Schule die meisten ihrer FReunde verlor und zunehmend gewalttätig wurde.
    Was ihr Vater vor der Familie verheimlichte war, dass er als Wissenschaftler bei der DATS arbeitete. Als in Australien sich einmal ein Digitor öffnete, überfielen die außer Kontrolle geratenen Wesen das Haus seiner Familie und töteten sämtliche Familienmitglieder, außer Cocona, die sich in einem Schrank versteckt hatte.
    Als sie sich über ihren sterbenden Vater beugte übergab dieser ihr eine Halskette. Die folgenden Worte der Beschreibung konnte Cocona nicht mehr verstehen, da sofort Agenten der DATS in das Haus einbrachen und sie musste fliehen.
    Cocona weiß jedoch weder, dass diese Menschen zu dieser Organisation gehörten, noch, dass diese Wesen Digimon waren. Trotzdem wusste sie, dass diese Menschen sie suchten (um die Erinnerung auszulöschen) und so nutzte sie einige Kontakte, um sich als Junge zu verkleiden. Diese Ereignisse hatten sie jedoch so sehr traumatisiert, dass sie sich kaum mehr daran erinnern kann. (Dies wird bei der Digitation ihres Partners eine entscheidende Rolle spielen.)


    Farbe:
    Digisoul: pastellrosa
    Digivice: dieses rosa und dunkelviolett


    Partner: Lunamon
    Lunamon ist ein sehr ruhiges und ausgeglichenes Digimon, das Konflikten eher aus dem Weg geht und Anderen mit Rat und Tat zur Seite steht. Trotzdem ist es manchmal etwas schelmisch und verspielt. Sobald es digitiert erwacht sein Kämpferherz und es würde alles tun, um zu gewinnen und seine Freunde zu beschützen.
    Wie alle seiner Artgenossen fühlt es sich dem Mond stark verbunden.


    [tabmenu][tab=Digitationsreihe]Bei fast allen Leveln, außer Ausbildung und Ultra, habe ich noch Attacken hinzuerfunden. Hoffentlich gehen sie so in Ordnung.^^[tab=Ausbildung] http://images3.wikia.nocookie.…e/images/8/8d/Moonmon.jpg
    Name: Moonmon
    Typ: keiner
    Attacke: Seifenblasen[tab=Rookie]
    http://images4.wikia.nocookie.…images/5/59/Lunamon_b.png
    Name: Lunamon
    Typ: Datei
    Attacken: Mondlichtstrahl (verschießt einen hellen Strahl auf den Gegner), sanftes Lied (singt eine Melodie, die die anderen Digimon stärkt), Lichtblitz (sendet einen Blitz aus, der Gegner blendet)[tab=Champion] http://images.wikia.com/digimon/de/images/3/38/Lekismon.jpg
    Name: Lekismon
    Typ: Datei
    Attacken: Mondhieb (attackiert den Gegner mit einem von heiligem Licht umgebenen Schlag), Mondsalve (hell leuchtender Schlagregen auf den Gegner), helle Umarmung (die blauen Stangen beginnen zu leuchten, umgreifen den Gegner und schleudern ihn durch die Luft oder zu Boden), Sturzbrecher (greift den Gegner von oben mit einem Fußtritt an)
    Tatsumi lässt sich manchmal auf dem Skateboard von Lekismon ziehen.[tab=Ultra] http://dma.wtw-x.net/DMA/Digim…/DProject/AngewomonDa.png
    Name: Angewomon
    Typ: Serum
    Attacken:Himmelspfeil (Angewomon schießt einen Pfeil aus heiligem Licht auf seinen Gegner.), Himmlischer Charme (Angewomon bildet ein Kreuz aus heiligem Licht und feuert es auf seinen Gegner), Heiliger Klaps (Angewomon schießt eine kleine Ladung heiliger Energie aus seinem Finger auf seinen Gegner), Engelflügel (Angewomon erschafft mit Hilfe seiner Flügel ein Schild aus heiliger Energie vor sich)


    Bei der Digitation zum Ultra-Level wird sich Tatsumi als Cocona herausstellen, da die Kraft des Digisouls seine Mütze zerreißt und seine langen Haare preisgibt.[tab=falsches Mega] http://images2.wikia.nocookie.…nimon_Falldown_Mode_b.jpg
    Name: Ophanimon Falldown Mode
    Typ: Virus
    Ophanimon Falldown Mode entsteht bei Coconas Versuch, das Megalevel zu erreichen und greift alles an, was sich in ihrem Weg befindet. Das liegt daran, dass ihre verdrängten Erinnerung aus ihrer Kindheit an den Tod ihrer Familie so stark sind, dass sie ihr Digisoul zerstörten.
    Deshalb hat ihr Vater ihr die Kette mit künstlichem Digisoul gegeben. Dieses soll sie in sich aufnehmen, um die Wunden ihrer Seele zu heilen. Dazu muss sie dieses Lied singen, da der Inhalt Sprachgesichert ist, also muss Coconas Vater von ihrer Leidenschaft des Singens gewusst haben. Zuerst muss sie aber lernen, ihre Vergangenheit zu akzeptieren.[tab=Mega] http://fc02.deviantart.net/fs4…indness_by_rockhead43.jpg
    Name:Ophanimon
    Typ: Serum
    Attacken: Sephiroth-Kristall (Ophanimon bildet einige funkelnde Kristalle aus heilger Energie und feuert diese auf seinen Gegner), Licht des Garten Eden (Ophanimon feuert einen Strahl heiliger Energie aus seiner Lanze auf seinen Gegner), heilige Schwingen (Ophanimon breitet ihre Flügel aus und lässt Licht erstrahlen, welches als Geschosse auf den Gegner regnet), leuchtende Garde (Ophanimon verteidigt sich mit ihrem Schild, welcher eine leuchtende Schutzkuppel um sie herum erschafft)[tab=Burst] http://dma.wtw-x.net/DMA/Digim…andai/G/OphanimonCore.png
    Name: Ophanimon Core Mode
    Typ: Serum
    Attacken: Brennende Lanze (sie Attackiert ihren Gegner mit einem Feuerstrahl aus ihrer Lanze), Sturz des Phönix (sie umgibt sich mit Feuer und rammt ihren Gegner), Heiliger Sturm (sie verwüstet die Gegend mit einem Tornado aus Feuer und heiligem Licht), Ragnarök (sie lässt das Feuer aus ihren Schwingen in Form von kleinen Drachenschlangen auf den Gegner regnen), brennende Garde (ähnlich wie leuchtende Garde, nur, dass die Kuppel brennt und den Gegner zusätzlich schadet)[/tabmenu]


    Markenzeichen: Cocona hebt die Hand gen Himmel, wobei ihr Kettenanhänger leuchtet. Als Tatsumi leuchtet ihr Anhänger unter der Kleidung.

    Kapitel 2: Kann ich dir trauen?


    Rosalina rannte durch die Straßen der Stadt, geplagt durch die qualvollen Schreie jener Bewohner. Sie hatte das Pilz-Schiff, ein pilzförmiges Raumschiff aus der Garage ihres Observatoriums, genommen und war zur Erde geflogen, begleitet von einem silberfarbenen Luma.
    Blieb überhaupt noch genug Zeit, um sämtliche Einwohner zu evakuieren? Doch dieser Gedanke war reiner Wahnsinn, ihr Raumschiff war zwar groß, doch bestimmt nicht groß genug um genügend Personen retten zu können!
    „Was sollen wir nur tun, Mama?“, wimmerte das silberne Luma, das Rosalina begleitete, leicht ängstlich.
    „Zuallererst müssen wir Mario finden!“, antwortete die Sternenmutter leicht gehetzt, „Dann werden wir weitersehen.“ Sie hoffte, dass der gerissene Klempner irgendeinen Plan hatte, ansonsten wäre es um diesen Planeten wohl geschehen. Und das konnte sie nicht einfach zulassen.
    Immerhin war dies ihre Heimat…
    Der Boden bebte und brachte die jung wirkende Frau leicht aus dem Gleichgewicht, da sie an diesem Ort nicht Fähig war zu schweben. Durch die Hitze begann sie allmählich zu schwitzen und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
    Am Horizont konnte sie rosafarbene Zinnen erkennen, die nur vom Schloss der hier residierenden Prinzessin stammen konnten. Ob Peach in Sicherheit war? Vielleicht sollte sie als erstes dort nachsehen, da das Schloss immerhin das wichtigste Gebäude in der Umgebung war…
    Plötzlich kam der Blondhaarigen eine bunte Gruppe von Toads entgegengestürmt, die mit Schilden und Speeren bewaffnet waren, anscheinend gehörten sie zur Palastwache.
    Aber etwas schien sie in große Angst versetzt zu haben, da sie ja nicht umsonst ihren Posten verlassen hatten. Im Geschrei konnte Rosalina nur den Satz „Es ist Kamek! Rennt um euer Leben!“ verstehen. „Wer ist Kamek?“, fragte daraufhin das Luma.
    „Ich weiß es nicht…“, antwortete die Wächterin daraufhin, „Ich glaube, diesen Namen schon einmal irgendwo gehört zu haben, aber ich bin mir nicht sicher, wo…“ Auf einmal fiel es ihr wieder ein. Sie hatte ihn zwar nie persönlich getroffen, aber war Kamek nicht einer der Koopas, die einen Teil von König Bowsers Flotte angeführt hatten? War der Echsenmonarch wieder auf die Macht der Power-Sterne aus?
    In dem Fall musste Rosalina handeln. Sie wollte nicht erneut tatenlos zusehen, wenn ihre Familie in Gefahr war! „Wir müssen zum Schloss!“, teilte sie ihrem Luma mit, der anscheinend durch den bloßen Gesichtsausdruck seiner Mutter verstanden hatte, was vor sich ging.
    Gegen die weitere Erschütterung der Erde ankämpfend brachten sie den Rest der Stadt hinter sich. Gerade, als der asphaltierte Weg einem aus fester brauner Erde bestehendem Wiesenpfad wich, konnte Rosalina eine eher kleine Gestalt erkennen, die in eine blaue Robe gekleidet war, deren Ärmel in einem weißen Rand endeten. Passend zur Kleidung trug sie eine ebenfalls blaue Mütze, deren unterer Rand weiß war. Die traditionelle Kleidung eines Magikoopas. Zusätzlich zu dem trug er noch eine schwarze, simpel gestaltete Umhängetasche.
    Die Blondhaarige verlangsamte ihren Schritt, wäre aber wegen des Erdbebens fast gestrauchelt. War dies einer der Lakaien Bowsers?
    „Ich kenne diese Person!“, rief das Sternenkind neben Rosalina auf einmal, „Sie hat Mario damals ins Weltall katapultiert!“
    Also war dies tatsächlich einer der Diener des Koopa-Königs. Handelte es sich dabei etwa um Kamek? Wenn dies der Fall war musste er den Eingang zum Hof des Schlosses bewachen. Rosalina wurde es dabei etwas mulmig. War sie nun etwa gezwungen, gegen ihn zu kämpfen? Bislang hatte sie ihre Kräfte nur für das Beschützen von anderen verwendet und nicht, um jemanden zu verletzen. Aber leider durfte man in solch einer Situation nicht zögern. Trotz aller Bedenken musste sie etwas unternehmen. Also rief sie kurz darauf wild entschlossen: „Kamek!“
    Der Magier im blauen Gewand drehte sich daraufhin zu ihr um. Nun konnte die Sternenmutter auch sein Gesicht erkennen, das längliche, große Maul eines Koopas, aus dem zwei Spitze Reißzähne lugten. Seine Augen wurden von einer äußerst großen Brille verdeckt. Er wirkte leicht irritiert, als hätte man ihn gerade beim Nachdenken gestört.
    Rosalina wartete, bis er etwas sagte, er schien sich nicht zu rühren. Doch nach einer kurzen Zeit rief er etwas, das Rosalina aufgrund der Entfernung und dem großen Lärm nicht zu verstehen vermochte.
    „Was sagt er?“, fragte der Luma daraufhin. Seine Mutter versuchte es an seiner Mundbewegung abzulesen: „Gefangen… Gefahr… Hilfe…“ Das waren definitiv nicht genug Worte. Mit einem lauten „Was?“ versuchte sie ihn dazu zu bringen, lauter zu schreien, woraufhin der Magikoopa allerdings nur mit einer äußerst genervten Handbewegung reagierte, als solle sie näher kommen.
    Also trat sie zusammen mit dem Luma ein paar Schritte näher. Doch schon nach einer kurzen Strecke begann Kamek aufgeregt mit seinen Armen zu wedeln und rief nun deutlich hörbarer: „Nein! Das ist ZU nah!“ Abrupt blieb Rosalina stehen und fragte: „Was geht hier vor?“
    Der Magikoopa, der nun nur noch einige wenige Schritte entfernt war, ließ seinen Kopf hängen und seufzte daraufhin tief. „Du bist Rosalina, nicht wahr…?“ Danach hob er seinen Blick wieder und sah die Sternenwächterin zwar nicht reuevoll, aber dafür mit einem kleinen Anflug von Trauer an. „Okay, dass du meinen Namen kennst werte ich jetzt einmal als schlechtes Zeichen, aber hör mir zu…“, er zeigte mit seinem Finger auf die Beiden, „es ist jetzt keine Zeit für Erklärungen! Ich sitze gerade in großen Schwierigkeiten, und ihr auch! Nicht nur, dass dieser gewaltige Komet am Himmel kreist, nein, hier im Garten treibt gerade ein schreckliches Ungeheuer sein Wesen, das mich auffrisst, sobald ich auch nur drei Schritte mache…“, anscheinend stellte er sich dies Gerade vor, denn ihn überkam laut dem plötzlichen Schütteln seines Körpers ein Anflug von Ekel.
    Noch bevor Rosalina etwas erwidern konnte, sprach er weiter: „…und mein Zauberstab ist irgendwo verschollen. Ich kann hier also nicht weg… Würdet ihr mir bitte helfen?“
    Die Blondhaarige dachte einen Moment angestrengt nach. Es wäre möglich, dass dies eine Falle wäre, deshalb konnte sie ihm nicht einfach so gewissenhaft helfen, wie sie es sonst tat. Aber tief in ihrem Inneren spürte sie, dass Kamek es ernst meinte. Sie wusste auch nicht, warum, aber er hatte im Moment eine derart traurige und verzweifelte Ausstrahlung, sodass man einfach nur Mitleid mit ihm haben konnte. Vorsichtshalber fragte sie so ernst klingend wie möglich: „Woher soll ich wissen, dass ich dir trauen kann?“
    Der Magier seufzte daraufhin noch tiefer als zuvor. Es schien, als wäre er mit seinen Nerven am Ende, da er seine spitzen Zähne zusammenknirschte. Mit flehender Stimme bat er noch einmal: „Bitte, vertrau mir einfach… Mein Stab müsste irgendwo dort im Gebüsch sein.“
    Nun deutete er mit seinem Finger in Richtung der Hecke, die den Garten umrahmte. Rosalina nickte daraufhin kurz und entschlossen und drehte sich in Richtung Hecke. Kurz bevor sie loslaufen konnte versperrte ihr der silberne Luma den Weg und fragte leicht ängstlich: „Bist du dir tatsächlich sicher, dass wir ihm helfen sollten? Ich meine, er ist…“
    Das Sternenkind brach ab, als Rosalina ihm sanft den spitzen Kopf tätschelte und ihm zuflüsterte: „Keine Angst, es wird alles gut, vertrau mir einfach.“ Der Luma nickte daraufhin betreten mit seinem kleinen, rundlichen Körper und folgte seiner Mutter immer noch verunsichert. Was ging bloß in diesem Magikoopa vor?


    „Ich kann es nicht fassen…“, murmelte Kamek vor sich hin, als er Rosalina in die von ihm gedeutete Richtung davonlaufen sah, „sie hilft mir tatsächlich!“ Kurz darauf musste er in schurkischem Ton in sich hineinlachen. Wenn die Sternenprinzessin zurückkam und ihm den Zauberstab brachte würde er einfach verschwinden und sie vom Vieh im Garten fressen lassen. Je weniger von seiner Hilflosigkeit wussten, desto besser.
    Überhaupt hatte er sowieso vorgehabt, die Sache alleine zu regeln. Würde er noch mehr Personen in diese Sache hineinziehen, würde die Wahrheit ans Licht kommen. Und das durfte er auf keinen Fall zulassen. Während ihm diese Gedanken durch den Kopf gingen verschränkte er die Arme und nickte leicht. Es war zwar schade, wenn man eine Frau wie Rosalina an dieses schreckliche Ungetüm verfütterte, aber es war immer noch besser als selbst gefressen zu werden.
    Plötzlich hörte das Erdbeben auf. „Phase zwei muss also begonnen haben.“, schlussfolgerte Kamek daraus. Nun musste er um jeden Preis ins Schloss! Wer konnte schon ahnen, was diese Hexe…
    Sein Gedankengang wurde unterbrochen, als er am Horizont eine längliche Gestalt anrennen sah. Sie schien leicht in Panik versetzt und visierte zielstrebig das Schloss an.
    Oh mein Gott, das kann doch nicht wahr sein, dachte Kamek in jenem Moment, wenn der jetzt nicht sofort halt macht geht mein ganzer Plan zugrunde!
    Die Person trug eine grüne Mütze mit einem L-Symbol und einen gepflegten Schnauzer unter seiner relativ großen Nase. Seine Kleidung bestand aus einem grünen T-Shirt und einer blauen Jeanslatzhose. Zusätzlich schien sie einen roten Werkzeugkasten bei sich zu tragen.
    Insgesamt wirkte sie eher schlaksig und unsportlich. Aber ihr Blick war so sehr auf das Schloss gerichtet, sodass sie Kamek erst gar nicht bemerkte. Diesem war gerade der Name der Person entfallen. War das nicht der Typ, der ständig mit Mario rumhing? Den, den er als Baby gekidnappt hatte?
    Die Person geriet allmählich in den Gefahrenbereich. Der Magier musste sie auf der Stelle stoppen, aber noch bevor er schreien konnte, hatte der Mann schon das Revier des Monsters betreten. Jetzt hieß es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Vielleicht hatte das Ungeheuer den Typen mit der grünen Mütze noch nicht bemerkt? Da der Mann dabei war, direkt an ihm vorbeizulaufen, drehte sich Kamek elegant zur Seite und konnte ihn gerade noch an der Schulter packen. Allerdings hatte er sich dabei auf die Zehenspitzen stellen müssen, da der Kerl ungefähr zwei Köpfe größer war als der Magikoopa.
    Am liebsten hätte er den Mann in Grün auf der Stelle zu Asche verbrannt. Wenn sein Zauberstab doch nur hier wäre! Die Wut, die im Moment wie das Inferno der Lavaminen in ihm tobte spannte seinen gesamten Körper an und ließ ihn mehr unabsichtlich den Griff auf die Schulter seines Gegenübers verstärken. Langsam zog er ihn zu sich runter und musste sich zusammennehmen, um ihm nicht gleich schlimme Worte ins Ohr zu schreien.
    Das Einzige, das der Magier in diesem Moment aus seinem von Emotionen erschütterten Körper herausbekam waren die wütend geflüsterten Worte: „Keinen. Einzigen. Schritt.“
    Plötzlich wirbelte sich der Mann herum und sah Kamek erschrocken ins Gesicht. Das einzige, was er in diesem Moment stammelte, war: „K-K-K-K-K-K-K-K-Ka…!“
    Flink wie eine Kobra war die Hand des Magikoopas nach vorne geschnellt und hielt seinem Gegenüber den Mund zu, noch bevor dieser hätte schreien können. Kamek selbst war jetzt auch nach Schreien zumute, seine Wut war bloßer Furcht gewichen. Wäre er kein Kaltblüter, würde er jetzt wahrscheinlich schwitzen. Fest entschlossen, ihn irgendwann dafür zu köpfen, sah er seinem Gegenüber direkt in die Augen und flüsterte angsterfüllt: „Okay, hör mir jetzt mal zu, du Idiot. Ja, ich bin Kamek, aber… Wir werden jeden Moment sterben, wenn du jetzt nicht tust, was ich dir sage…“
    Eine leichte Erschütterung durchfuhr den Boden und eine einzige, bedauerliche Botschaft hallte im Kopf des Magiers wieder: Zu spät.
    Die nächsten Ereignisse gingen so schnell voran, sodass sein Gehirn sie noch nicht einmal mehr verarbeiten konnte. Eine pechschwarze Wurzel schnellte aus dem Boden hervor, umfasste seinen Bauchbereich und zog ihn so schnell kopfüber nach oben, sodass er noch nicht einmal mehr hätte schreien können.
    Warum stehe ich den plötzlich auf dem Horizont, war der erste Satz, der durch den Schock seine Gedanken streifte, bis ihm klar wurde, dass das Monster ihn nach oben gerissen hatte. Seine blaue Robe wurde von der Schwerkraft etwas nach unten gezogen und entblößte seine roten Schuhe, aber da die Pflanze ihn relativ weit unten gepackt hatte wurde kein weiteres Körperteil entblößt. Seine Mütze hielt er um jeden Preis mit beiden Händen fest. Sein eigenes Aussehen war ihm peinlich, weshalb er unbedingt so wenig wie möglich davon preisgeben wollte.
    Von hier oben sah der Kerl, der das alles zu verantworten hatte, wie eine Maus aus. „Hoffentlich wirst du mitgefressen!“, schrie Kamek gehässig nach unten.
    Als wäre seine Bitte erhört worden schossen noch weitere Wurzeln aus dem Boden, von denen eine den Mann umschlung und ebenfalls vom Boden pflückte, allerdings mit dem Kopf nach oben.
    „Ich hasse mein Leben.“, fluchte der Magier daraufhin. Schließlich gab es eine noch heftigere Erschütterung des Erdbodens und die Pflanze, zu der die Wurzeln gehörten, brach heraus.
    Es handelte sich um eine riesige Subspezies der Piranhapflanze, von der Kamek bisher nur gelesen hatte. Angeblich hätte sie vor fünfhundert Jahren bereits ausgestorben sein sollen, aber diese Hexe musste noch Samen vorrätig gehabt haben.
    Das Blut in seinen Füßen wich und floss in seinen Kopf, was ihn beinahe zum Explodieren brachte. Er durfte auf keinen Fall die Besinnung verlieren! So Aufmerksam wie möglich musterte er den Hauptstängel der Pflanze. Er war ebenso schwarz wie die Wurzeln, allerdings mit Dornen übersät. Wie es für alle Piranhapflanzen typisch war endete er in der großen, maulförmigen Blüte, die ebenfalls schwarz und mit weißen Punkten übersät war. Die Öffnung der Blüte war mit gewaltigen, messerscharfen Zähnen besetzt und es triefte eine Art Speichel heraus, anscheinend wollte die Pflanze so viel Vorfreude wie möglich haben, bevor sie die beiden fraß und wirkte so, als würde sie die beiden mit einem äußerst gierigen Blick lustvoll betrachten. Je länger Kamek hinsah, desto mehr teilte ihm sein Magen mit, dass er wohl gleich sein Frühstück opfern müsse. Aber im Moment konnte er seinen Würgreiz noch unter Kontrolle halten.
    Der andere Kerl, der ebenfalls in dieser Situation war, war nun knochensteif. Sein Blick sah angsterfüllt aus und er zitterte am ganzen Leib. „Memme“ war das einzige Wort, was dem Magier dazu einfiel. Also konnte er auch keine große Hilfe sein. Wenn nicht bald ein Wunder geschehen würde, müssten sie sich auf einen qualvollen Tod gefasst machen. Da Kamek seine beiden Hände zum Festhalten seiner Mütze benötigte, betete er gedanklich für eins, machte sich aber keine großen Hoffnungen mehr.
    Als wäre sein Flehen erhört worden schossen zwei pfeilartige Lichtstrahlen, die fast an Kometen erinnerten, empor und zerschnitten die Wurzeln der Pflanze, woraufhin diese gequält aufschrie.
    Bevor der Magikoopa überhaupt realisierte was geschehen war, landete er unsanft auf seinem Kopf. Schreckliche Schmerzen durchzuckten seinen Körper, waren aber ebenso schnell verschwunden, wie sie gekommen waren. Der Aufprall schien einen Teil seines Gedächtnisses wachgerüttelt zu haben, denn auf einmal erinnerte er sich an den Namen des Mannes, dem er das alles zu verdanken hatte: Luigi.


    Dieser hatte panisch alles über sich ergehen lassen, doch durch den Sturz schien er wie wachgerüttelt. Dem Klempner wurde nun die Gefahr bewusst, in der er schwebte, und es gab nur zwei Optionen: fliehen oder kämpfen.
    Aber wollte er nicht Mario helfen? Es gab keinen Ausweg, nun musste er tapfer sein! Aber zunächst sah er sich leicht beklommen um und suchte nach der Person, die ihn vorübergehend gerettet hatte. Sein Blick schweifte über die monströse Pflanze, die durch den Verlust zweier Wurzeln wohl zu sehr in Panik geraten war und gen Himmel schrie. Als nächstes fiel Kamek in sein Blickfeld, der durch die unsanfte Landung noch benommen auf dem Boden lag. Überhaupt bestand im Falle des Magikoopas noch einiges an Erklärungsbedarf, aber dafür war nun keine Zeit.
    Plötzlich fiel Luigi auf, dass der Boden nicht mehr bebte. Was war denn in der Zwischenzeit passiert? War das Beben nicht vom Kometen verursacht worden? Mit einem Blick in den Himmel konnte er jedoch bestätigen, dass dieser immer noch bedrohlich flackernd den Himmel über dem Pilzkönigreich ausfüllte.
    Auf einmal rief eine tiefe weibliche, aber zugleich vertraute Stimme: „Luigi, bist du in Ordnung?“ Der Klempner erhob sich und drehte sich um. Dort stand eine große, blondhaarige Frau, die ein silbernes Tiara und ein himmelblaues Kleid trug. In ihrer linken Hand hielt sie einen dünnen Zauberstab, dessen Spitze in einem goldenen Stern endete, der weiß leuchtete.
    Begleitet wurde sie von einem silbernen Luma, der einen goldenen Stab mit einer roten Kugel auf der Spitze trug.
    „Rosalina?!?“, stieß er überrascht und zugleich erfreut hervor, „Was machst du denn hier? Die hundert Jahre sind doch nicht etwa schon herum…?“
    Die Sternenprinzessin kam näher und schüttelte sanft ihren Kopf, wobei die Haare, die den rechten Teil ihres Gesichts bedeckten, leicht mitwippten. „Ich bin hergekommen, als ich diesen unheilvollen Kometen erblickt hatte.“, antwortete sie und sah dabei leicht beklommen nach oben, „Anscheinend kam ich gerade rechtzeitig.“
    Daraufhin konnte Luigi nur freudig nicken. Doch hinter ihm mischte sich anschließend eine sehr vertraute Stimme in das Gespräch ein: „Ich möchte euch zwei Turteltauben ja nicht bei eurer Wiedersehensfeier stören, aber wir haben da immer noch ein gewaltiges botanisches Problem. Wenn ihr ins Schloss wollt helft ihr mir besser, es zu beseitigen.“
    Kamek. Er war wohl in der Zwischenzeit wieder zur Besinnung gekommen und hatte sich wohl unbemerkt den beiden genähert. „Ach ja, wir haben deinen Zauberstab gefunden.“, merkte Rosalina in gleichgültigem Ton an, als wäre es ihr eigentlich vollkommen egal gewesen.
    Leicht zögernd händigte das Luma dem Magikoopa den Zauberstab aus, es schien zu verängstigt, um überhaupt richtig zu sprechen und zitterte am ganzen Körper. Luigi wunderte es auch nicht im Geringsten, immerhin handelte es sich dabei um Kamek. Man konnte ihm nicht wirklich trauen, immerhin waren die Dinge, die er am besten konnte zaubern, täuschen und lügen.
    Weshalb hatte Rosalina überhaupt seinen Stab gesucht?
    Die Piranhapflanze schien sich wieder gefasst zu haben und schlug mit ihren zwei verbliebenen Wurzeln kräftig auf den Boden und brüllte das ungleiche Trio dabei wutentbrannt an, anscheinend wollte sie Rache. Während sich Rosalina und Kamek in eine eher drohende Angriffshaltung übergingen, brachte sich Luigi eher zitternd und zögernd in eine kampfbereite Haltung. Je länger er die zu groß geratene Venusfliegenfalle betrachtete, desto mehr wuchs sein Drang, schnell das Weite zu suchen.
    „Ich muss mutig sein! Ich muss mutig sein!“, flüsterte er sich immer wieder zu.


    [tabmenu][tab=~]Dies wäre also das zweite Kapitel. Ich hoffe, es hat euch gefallen.^^
    Da die Frage aufgekommen ist, wie der Gumba den Werkzeugkasten transportiert hat... Er hat ihn auf seinen Kopf gehoben. Aber vielleicht hätte ich das einfach näher beschreiben sollen.^^'[tab=Snake]Dies ist tatsächlich die erste Mario FF in diesem Forum? Ich bin sprachlos.
    Es freut mich, dass dir mein Schreibstil gefällt.^^ Die Beschreibung von Luigis Ängstlichkeit macht mir leider ein paar Probleme, da ich selten mit ängstlichen Protagonisten arbeite. Aber wenn ich etwas länger mit ihm arbeite, wird sich das hoffentlich legen.^^ Leider passieren mir immer wieder solche Logikfehler, wie die Sache, dass Luigi plötzlich darauf kommt, zum Schloss zu rennen, da ich beim Beschreiben der Gefühle die Denkvorgänge meistens vergesse, aber ich werde verstärkt darauf achten.[tab=Rio]Es macht mich sehr froh, dass dir der Titel des Kapitels gefällt.^^ Ich habe versucht, mehr auf die Übergänge zu achten, ich hoffe, dass es nun besser herübergekommen ist. Mit Luigis Ängstlichkeit habe ich ein paar Probleme, weil ich nur selten Protagonisten wie ihn intensiv behandle, aber ich hoffe, dass er nicht zu sehr Out of Character wird.^^
    Jetzt wurde ja gelüftet, um wen es sich bei der mysteriösen Person handelt, ich hoffe, ich habe dich nicht enttäuscht. ;)[/tabmenu]

    Hallo, Mica!
    Ich bin einfach rein zufällig über deine FF gestolpert und habe mir alles bisherige durchgelesen. Da ich ein großer Fan von Liebesgeschichten bin habe ich mir gedacht, dass ich vielleicht noch kommentieren sollte, damit du dich auch verbessern kannst. ^-^ Aber ich möchte jetzt nicht lange um den heißen Brei herumreden...


    Startpost:
    Zunächst einmal möchte ich dir sagen, dass sowohl der Titel als auch der Header die Richtung deiner Geschichte perfekt wiederspiegeln. "Just hold me" drückt das Verlangen des Protagonisten aus, seinen Erwählten zu sehen, ihn zu berühren, seine Wärme zu spüren... Somit wird die reine Sehnsucht der Liebe thematisiert.
    Der Header und das Zitat harmonieren zudem perfekt miteinander. Die Konflikte, die die Liebe in deiner Geschichte bereitstellt, werden auf diese Weise bereits vom Leser erahnt und machen ihn gespannt darauf, was noch alles geschehen wird.
    Auch Schriftart und -farbe sind passend gewählt worden. Da es sich bei deinem Protagonisten um eine Frau handelt, spiegeln die geschwunge Schrift und die dezente rosa Farbgebung das reine weibliche wieder.
    Mehr kann ich leider nicht schreiben, da ich denke, dass die inhaltliche Gestaltung eines Startpostes jedermanns eigene Sache ist. Evtl. könntest du noch einen Klappentext anfügen, aber ansonsten muss ich schon sagen, dass dir dein Startpost gut gelungen ist.^^


    Prolog:
    Ein schöner Prolog und ein Zukunftsblick auf einen Moment in deiner Geschichte, in der sich das verliebte Paar bereits kennengelernt hat. Die Emotionen und die Umgebung - beides kam sehr schön zum Ausdruck. Eininge Beschreibungen wurden leider Aufgrund der Nebensätze ein wenig zerstückelt, wie in etwa die Beschreibung der Lichter in den Häusern und der Umgebung. An diesen Stellen solltest du vielleicht etwas mehr auf die Flüssigkeit des Textes achten. Ich würde dir empfehlen, deine Texte noch ein paar Mal vor dem online stellen auf solche Dinge zu überprüfen oder einen Betaleser zu Rate zu ziehen.
    Was mich etwas irritiert ist die Tatsache, dass es regnete, aber dennoch der Mond schien. In diesem Fall solltest du es so schildern, dass die Wolkendecke nur dünn war und der Mond immer wieder durchbrechen konnte, oder etwas Ähnliches.
    Das ist aber nur eine Kleinigkeit, ansonsten ist er wirklich schön geschrieben worden. Zwar ist er etwas kurz, doch ich selbst verfasse auch nicht längere Prologe. ^^"


    Kapitel 1:
    Auch in diesem Text kamen die Gefühle der Protagonistin gut zum Zuge, es fühlt sich an, als würde sie einem die Geschichte persönlich erzählen. Die Umgebung wurde auch toll geschildert, was du vielleicht noch anfügen könntest wären einige andere Sinneswahrnehmungen wie in etwa der Geruch. Ich persönlich finde am Meer besonders den Geruch des Salzwassers sehr anregend, aber dies ist wohl jedem selbst überlassen.
    Was mich etwas fuchst ist die Länge des Kapitels und die darin enthaltene Handlung, im Verhältnis geht alles leider viel zu schnell vorüber. Um etwas weniger Handlung in einen Text einzubeziehen könntest du ein paar weitere Kleinigkeiten schildern, wie in etwa die Wirkung und das Aussehen der Hotelangestellten auf deinen Charakter, eben dieses Wirken des Verkäufers in der Bücherei und welche Emotionen diese Personen anhand des Gesichtes oder der Gestik erkennen lassen.
    Auch wäre es nicht schlecht, andere örtliche Dinge zu beschreiben, wie das Aussehen des Hotels im Äußeren, die Empfangshalle, die Einkaufsstraße...
    Natürlich darf man sich nicht allzu sehr an den Details festklemmen, ansonsten wird die Geschichte langweilig. Man sollte versuchen, ein gutes Mittelmaß zwischen Handlung und dem Rest zu finden. Deshalb wäre es eben gut, alles noch einmal genau durchzulesen, sich in die Lage eines Lesers hineinzuversetzen und sich zu fragen: "Was wäre denn noch interessant gewesen?" Oder man besorgt sich eben einen Betaleser. Das muss nicht unbedingt jemand aus dem Board sein, sondern das kann auch jemand aus dem Freundeskreis oder der näheren Verwandschaft sein.


    Das war's dann fürs erste. Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte und freue mich schon auf das nächste Kapitel. ;)
    The Sound of Silence

    Geschrieben: Herbst 2011
    Grund: Ihr kennt es doch sicher auch, wenn man des Nachts nicht schlafen kann? Einmal hat mich der Regen davon abgehalten, also habe ich meine Gefühle zu Papier gebracht.



    Nächtlicher Regen


    Zärtlich prasseln die Regentropfen
    Bis der Morgen grellt
    Fahles Licht in meiner Welt


    Lausche den Klängen der Nacht
    Mache die Augen zu
    Bald ruhest auch du

    Zeig mir, wie du träumst.
    Stunde um Stunde


    http://fc08.deviantart.net/fs7…t_by_alexsky0-d3hd56c.jpg
    Quelle




    Willkommen
    Ich bin äußerst froh, dass ihr hierher gefunden habt, in meine eigene, kleine Schreibwerkstatt. Hier werde ich meine Gedichte präsentieren, die aus meinem eigenen Alltag, meinen Träumen oder meiner Fantasie inspiriert wurden.
    Denn die eigenen Gedanken, die eigenen "Träume" sind etwas, das einem nicht genommen werden kann.
    Deshalb bitte ich euch, keine Texte aus diesem Topic ohne meine Erlaubnis zu verwenden.
    Ansonsten hoffe ich, dass euch meine Gedichte gefallen werden und wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


    Inhalt
    01: Nächtlicher Regen
    02: Treue
    03: Schreibblockade
    04: Sowohl damals als auch heute

    Kapitel 1: Schwarzer Morgen


    „Du, Luigi, reich mir bitte mal das Saugnapfdingsbums, ich glaube, ich habe den Übeltäter!“, sprach Mario zu seinem Bruder und streckte erwartungsvoll seine Hand aus, den Blick immer noch in die Toilette gerichtet. Mit „Saugnapfdingsbums“ hatte er eigentlich den Gegenstand gemeint, den man stets zum Entstopfen der Toilette benötigte: der lange Holzstab mit dem roten, aus Gummi gefertigtem Saugnapf am Ende.
    Nach der Frage seines Bruders musste sich Luigi erst einmal im Bad umsehen. Wo hatte er den Werkzeugkasten noch gleich hingestellt? Der Boden war mit ozeanblauen Fliesen bedeckt, die einen wirklich an das wundervolle Meer erinnerten. Die beigen Wandfliesen verstärkten diese Sehnsucht sogar und der grünbekleidete Klempner musste seufzen. Er begann allmählich wie viele andere Male seinen Job so richtig zu hassen. In einer Ecke hatte Mario seine für ihn typische, rote Mütze mit dem M-Symbol abgelegt.
    Ansonsten war am Bad nichts Besonderes, es gab eine Dusche mit Glaswänden, ein weißes Keramikwaschbecken und eben die Toilette, in die sein Bruder gerade seinen Kopf reinsteckte… Aber wo war dieser verdammte Werkzeugkasten?
    Gerade in dem Moment betrat Toadette, welche die Klempnerbrüder um Hilfe gebeten hatte, den Raum. Sie hatte den für jeden Toad so typischen Pilzkopf, doch dieser war rosa mit weißen Tupfen und einem Paar von Zöpfen versehen.
    Ihre kleine Statur mit dem roten Jackett, den kleinen Füßen mit den braunen Schuhen wiesen ebenfalls auf ihre Herkunft hin. Luigi nutzte die Gelegenheit und fragte: „Toadette, hast du rein zufällig einen roten Werkzeugkasten gesehen?“
    Die Toad verzog daraufhin leicht nachdenklich ihr Gesicht und stützte ihre rechte Wange auf ihre Hand. Kurz darauf nickte sie und sagte: „Ja, ich glaube, ihr habt ihn vor der Tür vergessen! Nur war ich mir nicht sicher, ob es eurer war.“
    Nach dieser Aussage erhob sich Mario von seinem Platz und seufzte: „Luigi, kannst du nicht etwas besser auf unser Werkzeug aufpassen? Wie oft musste ich dir damit schon hinterherrennen?“
    Nun konnte man gut den für den Klempner so typischen Schnauzer unter seiner großen Nase erkennen. Reiner Schweiß rann aufgrund der harten Arbeit neben seinen blauen Augen hinab, was seinem Gesicht dennoch nicht seine freundliche Ausstrahlung nahm, obwohl er seinen Bruder gerade leicht verärgert ansah. Sein rotes T-Shirt wurde teils von der blauen Latzhose verdeckt, als Schuhbekleidung trug er ein Paar braune Lederschuhe.
    „Warum lässt du mich dann darauf aufpassen?“, reagierte Luigi empört, beide Hände auf seine Brust zeigend, „dann werde ich den blöden Kasten eben holen!“
    Ohne auf die weiteren Rufe seines Bruders achtend stapfte Luigi wütend in Richtung Eingang des Hauses. Wenn sie nicht gerade ihren Nebenjob, die Welt vor Bowser oder anderen Fieslingen zu bewahren, ausübten, mussten sie als Klempner verstopfte Abwasserrohre reinigen und was diese Typen sonst noch erledigten.
    Und dieser Job war nicht gerade angenehm. Wieso bestand sein Bruder so heftig darauf, dieses Unternehmen weiterzuführen? Immerhin war er noch Doktor, Künstler, Rennfahrer, Partyschmeißer… Luigi konnte sich einfach keinen Reim daraus machen.
    Gerade, als er aus dem Haus getreten war, sah er einen Gumba, der sich den Kasten schnappte und schnell damit wegrann. „Hey, bleib stehen!“, rief ihm Luigi daraufhin hinterher und machte sich auf zur Verfolgungsjagd. Diese braunen Beulenpilze mit ihren kümmerlich zwei Füßchen waren schneller, als man meinen konnte. Der Grünbemützte hatte große Probleme damit, sein Tempo zu halten.
    Seltsamerweise war heute niemand auf den Straßen von Toad Town unterwegs.
    Die beige gepflasterten Straßen und die pilzförmigen Häuser konnte Luigi zwar nur flüchtig wahrnehmen, doch es war wirklich keine Menschenseele zu sehen. Aber samstags um acht Uhr morgens hatten die Leute wahrscheinlich besseres zu tun. Der ansonsten strahlend blaue Himmel war durch das schwache Hervorbrechen der Sonne am Horizont eher milchig blau gefärbt und die Luft roch noch frisch und feucht.
    Der Gumba rannte, noch immer den Werkzeugkasten auf seinem Kopf tragend, in den Wald am Stadtrand hinein. Gerade in dem Moment, als Luigi dies bewusst wurde, bremste er stark ab und landete anschließend auf seinem Hosenboden.
    Im Wald trieben sich alle möglichen gefährlichen Wesen wie Buu Huus, Piranhapflanzen und die Lakaien des Koopa-Königs Bowser herum. Es war viel zu gefährlich, ohne Mario dorthin zu gehen. Die bloße Vorstellung trieb dem grünen Klempner den Angstschweiß in die Stirn und ohne sein wollen begannen seine Zähne zu klappern. Aber es war immerhin Marios Kasten! Und es war seine Schuld, dass der Gumba ihn geschnappt hatte, also musste er ihn um jeden Preis zurückholen. In der Hoffnung, dass der Gumba nicht schon allzu viel Vorsprung erhalten hatte, richtete Luigi sich auf und rannte wie ein Wahnsinniger weiter.
    Die verschiedenen Gräser und Äste, die in den Weg hineinhingen, streiften die Extremitäten des Klempners und gaben ihm das unangenehme Gefühl, dass seine Kleidung jeden Moment zerreißen würde. Doch nach einem kurzen Blick auf seine Arme konnte Luigi bestätigen, dass diese noch heil waren. Nach einer gefühlten Ewigkeit geriet der Gumba mit dem Werkzeugkasten endlich wieder in sein Sichtfeld und Luigi beschleunigte sein Tempo.
    Es war nun von größter Wichtigkeit, dass er so schnell wie möglich den Pilzkopf überwältigte und den Kasten zurückholte, ansonsten würden ihn wahrscheinlich irgendwelche Schergen Bowsers aufgreifen. Glücklicherweise stolperte der Gumba über eine Wurzel und fiel der Länge nach hin, sodass der Werkzeugkasten ein paar Meter weiter entfernt auf dem Boden landete.
    Schweißnass und vor Müdigkeit hechelnd überholte Luigi den auf dem Boden liegenden Beulenpilz im Trab und hob den Werkzeugkasten mit einem tiefen Seufzer auf.
    „Wieso… warum… immer alles… So anstrengend…?“, war das Einzige, was er im Kampf gegen das tiefe Luftholen hervorbringen konnte.
    Im nächsten Moment konnte er in der Nähe ein kichern vernehmen. Es war noch leise und sehr zurückhaltend, ging aber dann doch in ein Prusten hinüber. Derjenige, der lachte, schien es unter allen Umständen zurückhalten zu wollen.
    Aber am Ende siegte wohl doch der Reiz und offenbarte eine wohl regelrechte Lachexplosion. Das
    Lachen klang eher hoch, aber etwas hinterhältig und senil. Luigi hatte bisher nur eine Spezies dieser Welt derart lachen gehört, und dies waren die Magikoopas, Bowsers schlimmste Vasallen.
    Auf der Stelle trieb es dem Klempner wieder den Angstschweiß in die Stirn und er klammerte den Werkzeugkasten wie einen Teddybären an sich.
    Was sollte er nur tun, wenn er angegriffen werden würde? Wie sollte er sich denn gegen Magie zur Wehr setzen? Darauf gab es für ihn nur eine Antwort: Rennen!!!
    Flink wie ein Hase drehte er sich um und sprintete los. „Alles nur wegen dieses dummen Werkzeugkastens!“, fluchte er noch vor sich her.
    Doch wie der Gumba zuvor stolperte er über eine Wurzel und fiel der Länge nach hin. Das war’s. Das Maß an Peinlichkeiten an diesem Tag war für ihn nun definitiv voll. Dabei war es noch nicht einmal Mittag…
    Plötzlich wackelte die Erde. Zunächst sanft, doch im nächsten Moment fühlte es sich schon an wie ein leichtes Erdbeben. Verunsichert, was er davon halten sollte, erhob sich Luigi leicht schwerfällig durch die bebende Erde von seinem Platz. Zuerst taumelte er etwas auf die linke Seite, fing sich dann aber wieder und erreichte mit Mühe und Not den Werkzeugkasten, den er wieder aufhob.
    Auf einmal erfüllte ein lautes Rauschen die Luft, so laut, als würde die Luft selbst in Brand gesetzt werden. Die gesamte Atmosphäre verdunkelte sich und als der Klempner den Blick hob, sah er etwas, das er sich noch nicht einmal in den schlimmsten Albträumen ausgemalt hatte.
    Der Himmel färbte sich dunkelrot, während ein einziger, schwarzer Feuerball den Horizont in zwei Hälften teilte. Luigi wurde nun klar, dass er auf der Stelle Mario finden musste!
    Gegen die rumorende Erde ankämpfend stolperte der jüngere Bruder nach Toad Town zurück, wo er alles in heller Aufregung vorfand. Toads liefen kreischend im Kreis und hatten wohl nichts Besseres zu tun als Panik zu schieben. Immer wieder riefen sie Sätze wie: „Die Prinzessin! Die Prinzessin!! Mario!!!“
    Anscheinend hatte Bowser mal wieder eines seiner üblen Werke verrichtet. Dementsprechend musste der rote Part der Mario Bros. nun am Schloss zu finden sein.
    Gegen die den Weg versperrende Menge der Toads ankämpfend hielt Luigi immer noch den Werkzeugkasten im Arm, als er sich auf den Weg machte.
    Die Luft war in der Zwischenzeit bereits um einiges heißer geworden, was wohl an der Dichte der Menge und dem gewaltigen Feuerball am Himmel lag.
    Doch schlussendlich konnte Luigi bereits die pastellrosa Zinnen des Schlosses erkennen. Für ihn war es nun das wichtigste auf Erden, Mario bei seinem Kampf gegen Bowser zur Seite zu stehen. Es war einfach unmöglich, mit welch absurden Mitteln sich der Koopa-König schon wieder an die Prinzessin heranmachte. Aber er würde es wohl nie lernen.
    Die Stadt endete und ging in eine große Grünanlage mit einem hellbraunen Weg über, der Hof des Schlosses. Aber gerade als Luigi hineinstürmen wollte, wurde er von etwas an der Schulter gepackt. Ein erdrückendes und zugleich beängstigendes Gefühl machte sich in der Magengegend des Grünbemützten breit. Die Hand war zwar eher klein im Vergleich zur menschlichen Hand, doch ihre Finger endeten hart und stechend, als wären sie mit Klauen besetzt.
    Ein weicher Saum, sanft wie ein Lufthauch, streifte den Rücken des Klempners. Die Starre in seinem Inneren verhinderte einen Schrei, er traute sich noch nicht einmal mehr, sich umzudrehen. Sämtliche Geräusche um ihn herum erloschen, als er den warmen Atem der Person hinter ihm in seinem Nacken spürte. Einzig und allein das Rauschen des Blutes in seinen Ohren und der Herzschlag in seiner Brust verblieben.
    Kurz darauf flüsterte eine hohe und zugleich streng klingende Stimme: „Keinen. Einzigen. Schritt.“


    [tabmenu][tab=~]So, ich hoffe, euch hat das erste Kapitel gefallen.^^ Leider ist es etwas kurz geworden... In diesem Tabmenu, das man am Ende eines jeden Kapitels finden wird, werde ich eine kurze Stellungnahme zu den vorangegangenen Kommentaren schreiben.[tab=Blutrose]Danke für deinen Kommentar! Schön, dass du Super Mario Galaxy magst, da sind wir ja schon zwei. :D Was die Bilder betrifft ist es meistens leider ziemlich schwer passende zu finden, die die wahre Natur des Charakters wiedergeben und keine offiziellen Artworks sind. Die Fehlerchen habe ich wahrgenommen und ich werde sie demnächst korrigieren. ;) Es freut mich sehr, dass dir mein Schreibstil so gut gefällt, da werde ich mir gleich noch mehr Mühe geben![tab=Rio]Es freut mich sehr, dass du mich mit einem Kommentar beehrst.^^ SoS ist schon in Ordnung, so lange du damit nicht Save our Souls meinst. xD Die Benachrichtigungsliste hab ich ergänzt. ;)Auf den Spannungsaufbau werde ich demnächst etwas mehr achtgeben, leider schreibe ich immer was mir gerade so einfällt, deshalb kommen manchmal Dinge hinein, die eigentlich eher nicht zur Atmosphäre passen. ^^" (wie in etwa das Rasenmähen...) Aber ansonsten hoffe ich, dass ich dich mit Luigis Auftritt nicht zu sehr enttäuscht habe und freue mich schon auf deinen nächsten Kommi![/tabmenu]