Beiträge von QueFueMejor

    Milchmädchenrechnung fürs Klima: Gretas Segeltörn schädlicher als Flugticket

    Wo wir grad bei MIlchmädchenrechnungen sind:

    1. Bisher wird mir nicht klar, warum das ganze Unterfangen schädlicher als Fliegen hätte sein sollen. Die Rechnung, die ich sehe ist die: fünf Leute plus Greta und ihr Vater fliegen zurück, außerdem fliegt noch einer nach New York. Ich bin zwar kein Mathematiker, aber ich würde behaupten, das lässt sich in exakt zwei Flügen lösen. Das entspricht exakt der Anzahl an Flügen, die Greta und ihr Vater auch allein benötigt hätten, um nach New York und zurück zu kommen. Aber lasst mich raten, die Solarpanele auf dem Schiff sind ganz furchtbar.

    2. Wenn die Crew dagegen nicht im gleichen Flugzeug fliegt, dann höchstwahrscheinlich deshalb, weil statt eigenem Flieger ein Linienflug genutzt wird, der so oder so den Atlantik überquert hätte. Inwiefern das dann die Klimabilanz verschlechtert, ist mir schleierhaft.

    3. Das ist der wichtigste Punkt: Warum wird eigentlich Greta Thunberg das schädliche Verhalten anderer angelastet? Nicht Greta ist geflogen, nicht ihr Vater, aber trotzdem lastet man ihnen diesen Flug an. Weil das einbeziehen von sechs Flugreisen so eindeutig beweist, dass zweimal Fliegen besser für die Umwelt ist, als einmal mit nem Segelboot fahren.

    Inwiefern? Ich meinte, dass es für alle eine Höchstgrenze an CO2-Ausstoß geben muss, an die sich bestenfalls jeder zu halten hat. Wie du deinen Lebensstil innerhalb dessen gestaltest und ob du nun täglich Fleisch oder dafür eine zusätzliche Flugreise priorisieren würdest, wäre innerhalb der Grenzen deine Sache.

    Eigentlich war es eine ironische Anmerkung, allerdings kann man erahnen, was der Kapitalismus aus einem solchen System machen würde. Zunächst mal ist offensichtlich, dass es Berufe gibt, die um Flugreisen gar nicht herumkommen, Politiker und Diplomaten zum Beispiel. Jetzt kann man entweder staatlich steuern, wer wieviel bekommt und das nicht übertragbar machen. Das würden dann wohl zwangsläufig Menschen kommunistisch, planwirtschaflich nennen. Alternativ könnte der Ausstoß übertragbar sein, dann wird der Kapitalismus einen Handel damit eröffnen, bei dem am Ende die Reichen gewinnen. Der Film In Time deutet das recht gut an, dort ist es Lebenszeit, hier würde eben das Luxusgut CO2-Ausstoß immer dann veräußert werden, wenn man eben gerade Geld braucht. Wobei ich eingestehe, dass auch im Falle der Nichtübertragbarkeit die Menschen ihre Wege finden würden es doch zu tun.

    Ich weiß gar nicht, wie viele da wirklich ergeben mitjubeln. Mir persönlich ist es eigentlich relativ egal, wie die nach Amerika kommt. Andererseits scheint mir in der letzten Zeit ein bemerkenswertes Interesse zu bestehen, Klimaaktivist*innen allgemein selbst ein klimaschädliches Verhalten zu unterstellen, was ich eher merkwürdig finde.

    Wobei ich diese Heroisierung bzw Deheroisierung vor allem von der Gegenseite wahrnehme. Möglicherweise hätte ich von Greta Thunberg noch nie gehört, würden die Gegner der Klimaproteste nicht völlig irrational auf sie einschlagen. Von den Schülern bei Fridays for Future nehme ich vor allem wahr, dass sie gern das Klima retten möchten. Die Plakate, die Ausrufe, alle beschäftigen sich mit Klimaschutz und der Zukunft unseres Planeten.

    Insofern scheinen eher die Gegner einem quasireligiösen Wahn verfallen, in dem sie Greta als Teufel wahrnehmen, den es zu bekämpfen gilt.

    Aber auch Klimaaktivisten können sich klimaschädlich verhalten, das eine schließt das andere nicht automatisch aus.

    Was aber weder verwerflich noch anders möglich ist, wenn man immernoch wahrgenommen werden möchte. Um es mit Florian Aigners Worten zu sagen:

    Natürlich soll sich jeder um einen möglichst kleinen CO2-Fußabdruck bemühen. Aber mit einzelnen persönlichen Opfern retten wir die Welt nicht. Wir brauchen politische Änderungen, alles andere ist Firlefanz. Die Vorstellung, man müsse frei von Klimasünde sein, bevor man Veränderungen fordern darf, ist unlogisch – denn die Demonstranten fordern ja gerade einen Wandel des Systems, das ihnen heute unmöglich macht, klimaneutral zu leben.

    Zumal der Vorwurf ohnehin einzig den Zweck erfüllt das eigene Nichthandeln beizubehalten. Der Kritiker ist nicht perfekt, also muss ich meinen viel schlimmeren Lebensstil nicht im geringsten anpassen.

    Hier hat noch gar keiner auch nur eine Antwort gegeben was mit dem aus dem Verzicht resultierendem Leid passiert.

    Weil dein vermeintliches Leid halt nur vorgeschoben ist. Es basiert auf der (Fehl-)Annahme, die Berufsausübung sei alternativlos, ein Mensch, der X gearbeitet habe, können nichts anderes tun. Die armen Kutscher, die durch das Automobil arbeitslos wurden. Die vielen Kutschenbauer. So viele Jobs, die teils unwiederbringlich verloren waren.

    Aber Menschen sind nunmal fähig neue Berufe zu erlernen, wenn also Jobs in Tierzucht und Fleischverarbeitung wegfallen, dann werden die dort arbeitenden Menschen auch neue Berufe erlernen können und ausüben. Vor diesem Problem stehen und standen seit Jahrzehnten vor allem Menschen, die durch Automatisierung ihre Jobs verloren haben. Warum es also bei denen (mal mehr mal weniger gut) klappt, aber bei Menschen aus der Fleischproduktion und -verarbeitung unmöglich sein sollte, erschließt sich mir nicht.

    Das war übrigens auch meine Aussage bzgl Afrikanern auf Bananenplantagen: Wenn der eine Job wegfällt, gibt es dennoch irgendwas was man tun kann.

    So täuscht die Frage eigentlich nur einen falschen Kompromiss vor. Es gibt nicht den Kompromiss entweder Tierleid oder Leid Arbeitsloser, sondern es gibt Tierleid, das bekämpft werden muss und des gibt Leid der Menschen, das auch bekämpft werden muss. Mit Nichtstun werden wir jedenfalls kein Leid verringern.

    Personalisierte Lebensmittelmarken?

    Das klingt verdächtig nach Kommunismus und den will ja keiner.

    Am Ende sind es aber wieder nur die Armen, die von einer neuen Regelung betroffen sind und deren Entscheidungsfähigkeit im Leben durch Gesetze und Preise eingeschränkt werden.

    Wie ich sagte, das Mittel ist sicherlich falsch, aber nicht, weil es "die Armen" trifft, sondern weil es den Kernzweck, den es haben sollte, Tierleid verringern, überhaupt nicht erfüllt. Sowas erinnert dann eher an leichte Preisanhebungen bei Zigaretten, damit die Raucher nach Möglichkeit nicht aufhören zu rauchen, sondern halt einfach mehr Geld bezahlen müssen. Damit generiert man mehr Steuergeld, aber das vorgeschobene Problem, das man zu bekämpfen behauptet, wird halt nicht angetastet.

    Würde man wirksam Tierleid bekämpfen, also beispielsweise durch Verbot von Massentierhaltung, würde das Argument "Es trifft (nur) die Armen" immernoch stimmen, weil das verringerte Angebot höhere Preise zur Folge haben sollte. Es wäre nur nicht mehr relevant, weil der eigentliche Zweck erfüllt ist. Wie ich schon sagte: Es besteht kein Anspruch auf tägliches Fleisch. Fleisch darf gern wieder ein Luxusgut werden.

    Darf ich dich dann einfach mal fragen, wie du auf die Frage "warum bist du kein Vegetarier/Veganer?" antworten würdest?

    Du hättest natürlich auch direkt fragen können, aber seis drum. Ich bin kein Vegetarier, weil mir vollständiger Verzicht nicht gelingt. Mir schmeckt Fleisch, ich schaffe es nicht vollständig zu verzichten. Das muss niemand richtig finden. Ich habe allerdings bei meinen Eltern noch annähernd täglich Fleisch und Wurst gegessen, auch lange Zeit danach noch. Inzwischen esse ich nur noch ungefähr einmal die Woche Fleisch, was ungefähr der Empfehlung der DGE entspricht (ohne daran orientiert zu sein).

    Für mich war die entscheidende Erkenntnis, dass es nicht alles oder nichts sein muss. Selbst wenn es besser wäre gar kein Fleisch zu essen, ist ein starkes Zurückfahren schon ein großer Fortschritt. Und es hat den Vorteil, dass ich nicht "rückfällig" werden kann, weil die Ausnahme dazu gehört. Bei Diäten ist oft einer der entscheidenden Schwachpunkte, dass ein Heißhunger die Diät scheitern lässt. Würde man die Ausnahme integrieren und wäre eben nicht gescheitert, weil man mal nicht starre Regeln eingehalten hat. Man kann im Restaurant das bestellen, was man am liebsten mag und muss nicht schauen, was am besten in den Diätplan passt. Das entspannt und macht weniger wahrscheinlich, dass man komplett in alte Verhaltensweisen zurückfällt.

    So wäre es vermutlich: Wäre ich Vegetarier, wäre ich vermutlich nicht lange Vegetarier, sondern würde schnell wieder in alte Muster zurückfallen. Daher reduziere ich lieber als komplett zu verzichten, weil auch das viel hilft.

    Man hat es mit wenigen Beiträgen geschafft meine Meinung zu Vegetariern etc. negativ zu ändern nicht schlecht und das nur weil ich sie nicht vertrete und noch andere Dinge sehe.

    Gehst du mit Nichtvegetariern auch so hart ins Gericht? Ich bin nämlich kein Vegetarier, sondern fand die Argumentation einfach nicht sinnvoll. Insbesondere "Aber im Krieg würdet ihr bestimmt auch Fleisch essen, wenn ihr sonst nix anderes kriegen könnt" erscheint mir völlig sinnfrei und bisher hast du mir ja nicht erklärt, warum es eine Rolle spielen soll, wie man in einer solchen Extremsituation handeln würde.

    OT


    Die Argumentation, teures Fleisch würde arme Menschen diskriminieren, ist schwach, sie basiert auf einem scheinbaren Anspruch auf hohen Fleischkonsum, den ärmere Menschen sich dann nicht mehr leisten können. Nun würden die Fleischpreise ohne Massentierhaltung zwangsläufig in die Höhe gehen, ärmere Menschen wären also so oder so diejenigen, die sich als Erste kein Fleisch mehr leisten können.

    Deshalb kann man zwar zum Ergebnis kommen, dass eine Steuer auf Fleisch Unsinn ist, was ich tatsächlich auch so sehe, weil sie nicht den Kern des Problems angeht, aber dieser Verweis auf arme Menschen ist halt hinterhältig, weil er einen Anspruch auf täglich Fleisch fingiert und so auch ein Verbot von Massentierhaltung als schlechte Maßnahme ablehnen könnte.

    Würdet ihr beispielsweise trotzdem auf Fleisch verzichten wenn morgen der dritte Weltkrieg ausbrechen würde und ihr nur die Wahl habt Fleisch oder verhungern?

    Das ist witzig, weil

    1. Vegetarismus im normalen Leben mit Extremsituationen, in denen sich die angesprochenen Menschen gar nicht befinden, lächerlich zu machen versucht wird

    2. Im Krieg üblicherweise eher Fleisch noch rarer ist, als alles andere, weil es nicht besonders clever wäre, die ohnehin schon knappe Nahrung auch noch an Tiere zu verfüttern, die man dann essen will.

    aber ich würde nie auf die Idee kommen mich anders als Normal und ausgewogen zu ernähren

    Und mit ausgewogen meinst du die Nahrungsmittelpyramide oder ähnliche Modelle und nicht etwa täglich mehrmals Fleisch und Wurst, wie es vermutlich in vielen Haushalten üblich ist?

    Wenn ich eine afrikanische Banane kaufe hat dieser Afrikaner der sie geerntet hat wenigstens eine Arbeit und vielleicht ein bisschen Geld zum leben. Würde niemand mehr die Banane kaufen wäre er vielleicht arbeitslos und würde verhungern.

    Die armen Afrikaner sind alle verhungert, bis der Europäer kam und ihnen mit Bananenanbau endlich Sinn und Geld gebracht hat. Danke, gütiger Europäer, danke, dass du Bananen frisst und zu Dumpingpreisen einkaufst.


    Selten eine solche Verdichtung dümmster Scheinargumente gelesen.

    Eigentlich fehlt nur noch das Stereotyp vom ständig schnackselnden Afrikaner, der auf der Bananenplantage wenigstens ein bisschen abgelenkt ist und nicht noch mehr Kinder macht. Hallo Clemens Tönnies.

    Es ist ganz natürlich für überlegene Leistung und Fähigkeiten besser entlohnt werden zu wollen. Dabei bleiben nunmal Leute liegen, aber praktisch funktioniert das immer noch besser für Menschen und ist kompatibler mit der Natur als soziale Gleichmache

    Hier sehe ich zwei Kritikpunkte, von denen einer bereits von Bastet und Alaiya angesprochen wurde: Es geht üblicherweise gar nicht darum bessere Leistung zu belohnen, sondern den Reichtum bei den Reichen zu halten. Das kann man machen, finden (in meinen Augen zu Recht) weniger reiche Menschen ziemlich scheiße.

    Der zweite Kritikpunkt, der durchaus mitschwingt, den ich aber auch nochmal klar herausstellen möchte: Selbst wenn es tatsächlich um Leistung ginge, also darum Menschen, die gute und wichtige Arbeit leisten auch entsprechend zu entlohnen und nicht nur denen, die Geld anderer Leute verwetten auch noch zu ermöglichen Verluste steuerlich geltend zu machen, während Gewinne möglichst wenig versteuert werden, selbst dann hätte dieses System immernoch das Problem, dass es ziemlich unsozial ist. Dich stört, dass Leute, die viel leisten demotiviert werden, wenn sie nicht dafür bezahlt werden? Was sollen diejenigen sagen, die an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangt sind und dennoch nicht mehr leisten können? Was soll die noch motivieren aufzustehen und zu arbeiten? Achja richtig, die Existenzangst. Mir fehlt schlicht der soziale Anteil unserer sozialen Marktwirtschaft bei der FDP. Der Anteil, der dazu dient denen zu helfen, die zeitweise oder dauerhaft nicht in der Lage sind zu leisten. Eine Solidargemeinschaft eben. Es ist unsozial, wenn Menschen sich krank zur Arbeit schleppen müssen, weil sie sich nicht leisten können nicht zu arbeiten. Es ist unsozial, wenn Menschen bis ins hohe Alter arbeiten müssen, weil sie nie das Geld hatten für eine Rente vorzusorgen. Die FDP will, dass sich unsoziales Verhalten noch mehr lohnt, als es das ohnehin schon tut.

    Keine Überraschung wird das Erstrundenaus der Bayern sein. :ugly:


    Okay, Spaß beiseite, ich bin froh, wenn es weniger als sechs Gegentore werden, auch nur in die Verlängerung zu kommen wäre eine Sensation schlechthin.

    Ansonsten ist definierend für eine Überraschung, dass man nicht mit ihr rechnet. Wenn Nürnberg in Ingolstadt rausfliegt, würde ich das jedenfalls nicht Überraschung nennen.

    Und willst du erzählen, dass du immer engelsgleich als Kind warst und nie Wut- und Weinanfälle hattest, oder alle anderen aus deinem Jahrgang?

    Ja. Bei den anderen habe ich mir auch damals schon die Frage gestellt, was das jetzt soll.

    Dann kannst du dich offensichtlich nicht mehr dran erinnern. Jedes gesunde Kind macht die sogenannte Autonomiephase durch, früher auch Trotzphase genannt. Passenderweise zeigt die Umbenennung deutlich, wie sich die Wahrnehmung dieser Phase verändert hat. Früher haben Eltern und Erziehungsratgeber eben "Trotz" des Kindes wahrgenommen, sie interpretierten, die Kinder würden gegen die Eltern agieren und bewusst Dinge tun, um die Eltern zu ärgern. Heute weiß man, dass es dabei nicht um solchen Trotz geht, sondern um Erkennen des eigenen Willens. Während Erwachsene allerdings wissen, dass der eigene Wunsch, das eigene Begehren nicht jederzeit und überall das wichtigste auf der ganzen Welt ist, müssen Kinder das eben noch lernen. Dann werfen sie sich heulend auf den Boden und betteln. Wenn du den Eltern jetzt zum Vorwurf machst, dass sie in dieser Situation nachgeben, dann bist DU daran mitschuld. Weil es die Mitmenschen sind, die die Eltern böse anschauen, weil "sie ihr Kind nicht richtig erzogen haben", weil sie es sind, die Druck aufbauen, dass man diese Situation möglichst schnell und unauffällig lösen möge. Weil die Mitmenschen es sind, die nicht verstehen können, dass das Verhalten der Kinder kindgerecht ist. Die Mitmenschen zerreißen sich das Maul, obwohl sie einen minimalen Ausschnitt aus dem Leben von Eltern und Kind sehen. Das ist der Spießrutenlauf, den Eltern leider durchmachen müssen, weil in der Beziehung immer die andern eh alles besser wissen.

    Du behauptest allen Ernstes, dass die Kinder von früher noch vergleichbar mit denen von heute sind?

    SALADIN. Die Ringe! - Spiele nicht mit mir! - Ich dächte,

    Dass die Religionen, die ich dir

    Genannt, doch wohl zu unterscheiden wären.

    Bis auf die Kleidung; bis auf Speis und Trank!

    NATHAN. Und nur vonseiten ihrer Gründe nicht.


    Aus "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing, die Ringparabel.

    Was hier auf Religion bezogen wird, passt doch hervorragend auf "die Jugend". Natürlich unterscheiden sich Jugendliche von heute von denen von vor 20, 50, 100, 1000 Jahren. Aber eben vor allem in Äußerlichkeiten, denn ihr Wesen, die Rebellion, beklagte man schon vor Christi Geburt. Ich spar mir mal das übliche Zitat wiederzugeben.

    Dann lass mich dir mal eine kleine Geschichte erzählen: Ich bin vor einiger Zeit durch die Stadt gelaufen, als mir ein vllt. 14-Jähriger entgegenkam, der eine alte Dame (so um die 75) als "hässliche Fotze" (sorry für den Ausdruck, ist nur ein Zitat) bezeichnet hat. Ohne Grund.

    Ich kann es nur immer und immer wiederholen: Anekdoten sind Anekdoten sind Anekdoten sind Anekdoten. Ich habe vor einiger Zeit Jugendlich darüber diskutieren gehört, ob Angela Merkel die richtige Kanzlerin ist (ich glaube das war kurz vor der Bundestagswahl 2017), sollte ich daraus schließen, dass alle Jugendlichen viel politikinteressierter sind als "früher"? Natürlich nicht. Und so gibt es ständig diese "Wir sind verloren"-Anekdoten, weil fatalistische Fehlleistungen wiederzugeben Likes bringen, während "Die Jugend macht ganz normale Dinge, die Jugendliche so tun" das eben nicht tut.

    Wie oft steht man im Bus oder der Bahn und alle starren BEWUSST auf ihre Bildschirme, um nicht aufstehen zu müssen? Ich könnte jedes Mal kotzen.

    Willkommen in der Welt von Smartphones. Tatsächlich sagst du es: Alle tun es. Vom Jugendlichen bis zum alten Menschen, alle starren auf ihr Smartphone und hoffen, dass jemand anders aufsteht. Aber Die JugendTM, die müsste völlig anders handeln, als man es ihr vorlebt, is klar.

    Ein anderes Beispiel, das aufzeigt, wie sich diese Dinge verändern werden und schon haben, sind kleine Kinder, die sofort anfangen zu flennen, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen

    Wie ich oben schon erklärte, die Autonomiephase. Die Kinder müssen noch lernen, wie sie mit ihrem gewonnenen Willen umgehen müssen.

    Mir hat schon ein alter Greis den Gehstock von hinten ins Kreuz gestoßen. Man könnte ja fragen, aber nein, man wird gleich gewalttätig lol Ich hatte eben zu Schulzeiten die Angewohnheit mich mit Kopfhörer zuzustöpseln und auf mein Handy zu sehen, während ich zur Schule fahren. Wenn jemand nicht sofort reagiert, kann man denjenigen, auchmal normal an der Schulter berühren. Haben ein paar andere, ältere Leute, die ich nicht sofort gesehen haben, auch geschafft gehabt. Spoiler: Nein, ich bin dann nicht aufgestanden, weil sich junge Menschen, egal ob sie 10, 15 oder 25 sind, auch nicht alles bieten lassen.

    Habe ähnliches erlebt, und kenne inzwischen eine plausible Erklärung, die mich im Normalfall, wenn auch zähneknirschend aufstehen lässt: In der Erziehung wurde lange Zeit ein völlig irrationaler Respekt vor alten Menschen gepredigt. Es war völlig egal, ob sich die alte Person respektvoll verhielt, als jüngerer Mensch musste man respektvoll sein. Du hast ja selbst festgestellt:

    Ich will sogar behaupten, dass Respekt heute noch viel wichtiger ist als damals. Bloß nicht der Respekt, der eigentlich Angst und Unterwürfigkeit bedeutet und auch nicht der schleimige Respekt, der eigentlich bedeutet anderen ins Gesicht zu lachen, sich umzudrehen und dann das Maul zu zerreißen.

    Die Schwierigkeit ist nun: Diese alten Menschen kennen es leider nicht anders. Für diese Menschen ist dann unvorstellbar, dass ihnen, nachdem sie jahrzehntelang den Kopf einziehen mussten und nun endlich selbst alt sind, nun nicht völlig selbstverständlich mit Respekt begegnet wird, wie sie es gelernt haben. Da gab es so lang diese Spielregeln, an die man sich gehalten hat und nun sind die Regeln plötzlich anders. Das erklärt dann eben, dass alte Menschen völlig respektlos einfordern, was ihnen als selbstverständlich beigebracht wurde, während wir heutzutage viel stärker wahrnehmen, dass Respekt auf Gegenseitigkeit beruht. Entsprechend erwarten auch junge Menschen, dass man sie freundlich um den Sitzplatz bittet statt mit dem Behindertenausweis vorm Gesicht rumzufuchteln. Entsprechend würde ich in der hier geschilderten Situation:

    Respekt, wem Respekt gebührt, unabhängig vom Alter. Aber wenn ich einen alten Mann mit Gehstock sehe, kann er sich noch so arschig verhalten, ich mache ihm Platz, weil es der Anstand von mir verlangt. Da brauch ich nicht trotzig sein, weil mein Stolz vielleicht verletzt ist.

    wohl, vielleicht nicht direkt zustimmen, dennoch entsprechend handeln. Mir gefällt nicht, dass alte Menschen den von ihnen eingeforderten Respekt nicht aufbringen, da mir aber bewusst ist, dass sie es eben nicht anders kennen und kennen können, beuge ich mich und freue mich über einen jeden alten Menschen, der sich respektvoll verhält.

    Wenn ich den Respekt von früher mit dem heutigen vergleiche, sehe ich eindeutig mehr Gewalt.

    Das sehe ich nicht. Sieht man von Horrormeldungen, die es halt früher einfach nicht aus der Regionalpresse herausgeschafft hätten, ab, ist die Jugend unter normalen Umständen relativ friedlich. Alkoholisierte Jugendliche (und Erwachsene) waren noch nie besonders angenehm, aber das ist auch nichts, was neu ist.

    Respekt soll man sich verdienen

    Das ist so ein Satz, den ich einfach nicht teilen kann. Denn verdienen muss ihn sich nur, wer ihn vorher verloren hat, indem er respektlos aufgetreten ist. Wenn Menschen sich immer mit dem gleichen Respekt, den sie für sich einfordern, begegnen würden, müsste sich niemand Respekt verdienen.

    Und da wundert sich meine halbe Familie, warum meine andere Familienhälfte Flüchtlinge net so toll findet

    Irgendwie habe ich ja immernoch den Eindruck, die Logik funktioniert anders herum: Erst waren die Vorurteile gegen Flüchtlinge da und um die zu begründen sucht man sich halt solche Fälle aus. Sonst müsste man ja vor Deutschen (und sicherlich auch Österreichern) ebenso große Angst haben und sie verdammt scheiße finden.

    Irgendwie werden solche Gruppenvergewaltigungen durch Migranten zur Routine.

    Ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, dass sowas vermehrt vorkommt und erst recht nicht, dass es ein vor allem migrantisches Problem ist (interessant ist, dass immer irgendwann willkürlich von der Hetze gegen Flüchtlinge der Schritt zur Hetze gegen Migranten gemacht wird.


    Natürlich ist das ein furchtbares Verbrechen und ich hoffe unbedingt, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Aber das ist nichts, was mir groß Sorgen macht. Es sind Fälle, die schnell bekannt werden, die Täter werden ihre Taten also hoffentlich nicht so schnell wiederholen. Dass man viel seltener von deutschen Tätern hört, kann genauso gut daran liegen, dass die Fälle oft medial als nicht relevant eingeordnet werden und dadurch nur selten medienwirksam ausgeschlachtet werden, zum anderen daran, dass gerade im Bereich sexuellen Missbrauchs die Täter gern auch mal gedeckt werden, weil Deutsche Täter ja nicht sein dürfen. Das zeigte insbesondere der Fall in Frankfurt, der mit einem deutschen Täter in der Berichterstattung kaum überregional geworden wäre (wie ähnlich gelagerte Fälle tatsächlich zeigen). Wo genau die überregionale Relevanz liegt, sehe ich übrigens auch nicht, es ist einzig das Interesse der Menschen die ihre Vorurteile bestätigt wissen wollen, die den Fall von Frankfurt überregional beachten. Es ist ein selbstverstärkendes System: Die Fälle ausländisch aussehender Personen werden als relevanter angenommen, tauchen daher wesentlich häufiger in den Medien auf, weshalb sie verstärkt wahrgenommen werden, weshalb die Fälle wiederum relevanter wahrgenommen werden. Diese verzerrte Wahrnehmung kann man leugnen, dann will man halt rassistische Vorurteile haben.


    Ohne in Whataboutism verfallen zu wollen: Warum hat der Fall Lügde nicht die Aufmerksamkeit solcher regionaler Vergewaltigungen? Für die (wahrscheinlich gar nicht so wenigen), die sich gerade fragen, was ich meine: In Lügde fanden auf einem Campingplatz innerhalb von 10 Jahren rund 1000 Fälle von Kindesmissbrauch statt. Mindestens 40 Kinder waren betroffen, Hinweise darauf gab es seit 2016 dennoch dauerte es zwei Jahre, ehe nach weiteren Hinweisen auch mal ermittelt wird.

    Das ist ein gewaltiges Ausmaß an Verbrechen, an krimineller Energie und auch an Wegschauen, denn niemand kann mir angesichts dessen, wie schnell selbst nur vermeintliche Verbrechen von vermeintlichen Ausländern bekannt werden (siehe Sirius Schwimmbadfall) erklären, da könne niemand was bemerkt haben. Da wurde ignoriert und weggeschaut. Zumindest einige Fälle in Lügde hätten sich sicherlich verhindern lassen, würden gutbürgerliche Deutsche bei deutschen Verbrechern nur halb so genau hinschauen, wie sie es bei den ausländisch aussehenden Nachbarn tun.

    Nur macht man durch diese Alternativen eben kaum Profit.

    Also Homöopathie ist ein riesiger Markt, der von der Pharmamafia den Krankenkassen leider auch noch bezahlt wird. Und beim Fasten? Es gibt vermutlich unzählige Bücher zum Thema, die auch nicht umsonst unter die Leute gebracht werden.

    Aber natürlich war zu erwarten, dass bei solchen Themen immer irgendwann wer darauf verweist, dass man mit Medikamenten Geld verdienen könnte. Ist ja auch richtig, hat ja ohnehin keiner behauptet, dass man sich mit Pillen zuschmeißen soll.

    Und wenn ich die Wahl habe, auf natürliche Weise etwas zu bewirken, werde ich mich bestimmt nicht dafür entscheiden, sofort Medikamente einzunehmen

    Wo wir bei der Frage wären: Was soll denn Fasten nun überhaupt noch bewirken? Entgiften ist ja unplausibel und wissenschaftlich nicht haltbar. Und ein allgemeines "Mir gehts halt besser" ist halt ziemlich leer. Gibt verschiedenste Sachen, nach denen es mir besser geht, die deshalb nicht zwangsläufig als medizinische Therapie geeignet sind.

    Ich finde es schlimm, dass gemeckert wird, wenn man sagt, es ist etwas Gutes, aber gleichzeitig ohne faktische Nachweise belegen will, dass es schlecht ist.

    Nun behaupte ich, anders als Bastet gar nicht mal, dass es schlecht wäre, ich behaupte lediglich, dass es nichts sinnvolles bewirkt. Wobei die Tatsache, dass es ganze Menschengruppen gibt, denen Fasten ausdrücklich nicht empfohlen wird, dafür spricht, dass es unter Umständen schädlich ist, womit wir eine Therapie haben, die nichts bewirkt, aber möglicherweise schadet. Sowas scheint mir nicht grad empfehlenswert.

    Wenn es hilft, dann hilft es. Wenn du eine Panikattacke bekommst, kannst du Tabletten schlucken oder es mit Atemübungen versuchen. Mediziner werden natürlich für Ersteres plädieren. Leute, die keine Tabletten nehmen wollen, versuchen es mit Zweiterem.

    Ist das so? Ich hätte jetzt vermutet, dass ein Mediziner zunächst mal prüft, ob diese Panikattacken regelmäßig vorkommen und falls ja, dass dann ein Psychologe sich damit näher beschäftigen darf.

    Und warum wird dann so vehement dagegengebrettert, dass es etwas Gutes ist, bzw. von Vornherein gesagt, dass es etwas "Ungesundes, Schlechtes" ist, wenn Belege dafür fehlen, dafür das eigene Empfinden das Gegenteil beweist?

    Weil das eigene Empfinden nicht das Gegenteil beweisen kann. Die Wissenschaft macht sich nicht umsonst die Mühe Studien mit doppelter Verblindung und Metastudien durchzuführen. Allein die Tatsache, dass man aktiv irgendwas tut, führt oft dazu, dass mensch sich besser fühlt. Das Gefühl sich um sich selbst zu kümmern bewirkt, dass man sich besser fühlt. Deshalb ist das eigene Empfinden kein Beweis für irgendwas.

    Es würde dir allein deshalb schon schlecht gehen, weil du mit dieser Einstellung reingehst.

    Spricht das nicht gerade dafür, dass Fasten nichts bewirkt? Bei wirksamen Methoden ist jedenfalls weitesgehend egal, ob man dran glaubt.

    Dass entschlacken im Startpost in Anführungsstrichen steht, hat auch einen guten Grund. Ist halt Umgangssprache und kein Grund, das Ganze nur deswegen ins Lächerliche zu ziehen, auch wenns sich scheinbar anbietet.

    Das ändert doch nichts an der völlig unsinnigen Erklärung irgendwo im Körper würden sich Giftstoffe sammeln, die man "entschlacken" müsste. Dementsprechend bleibt auch mit Anführungszeichen meine Kritik bestehen: Wenn sich wirklich irgendwo im Körper Giftstoffe absetzen, dann hat irgendein Organ zum Abbau von Giftstoffen eine Fehlfunktion. Du kannst das, was da beschrieben wird "entschlacken", "entgiften" oder meinetwegen sonstwie nennen. Nicht der Begriff ist das Problem, sondern die Erklärung ergibt schlicht keinen Sinn.

    Nur sind es gerade (seriöse Ärzte, die ihre Patienten nicht bescheißen, weil sie wissen, dass es was bringt und nicht auf Profit aus sind) Ärzte, die einem raten, so etwas durchaus mal in Anspruch zu nehmen. Und es sind auch Ärzte (richtige, echte Ärzte), die solche Fastenzeiten begleiten, inklusive Beobachtungen und Untersuchungen.

    Nun empfehlen richtige Ärzte auch Homöopathie, wo zahlreiche Studien keinerlei Wirkung nachweisen konnten und auch der Wirkmechanismus völlig unplausibel ist.

    Wirkmechanismus und Studienlage sind nämlich entscheidende Kriterien dafür, ob eine Therapie als empfehlenswert angesehen werden kann. Beides ist für Heilfasten nicht vorhanden, stattdessen wird anekdotische Evidenz vorgebracht. Schön, wenn es dir damit besser geht, der von Bastet genannte Placeboeffekt ist nunmal in vielen Fällen eine relevante Größe. Übrigens ist der, anders als du hier behauptest, keine "Einbildung", sondern ein echter medizinischer Effekt. Wirkung heißt nunmal, dass etwas eindeutig besser als der Placeboeffekt wirkt.