Beiträge von QueFueMejor

    Stört ihr euch an Spoilern?

    Absolut nicht. Ich versuche mich zwar nicht gezielt zu spoilern, störe mich aber auch nicht an Spoilern, egal wie klein oder groß sie sein mögen.

    Wo fängt für euch der Spoiler an?

    Das ist tatsächlich eine komplizierte Frage. Heutzutage hat der Begriff Spoiler ja schon manchmal groteske Züge angenommen. TBBT hat das mal nett aufs Korn genommen, als sich Sheldon bereits an einer Bewertung als "Spoiler" stört. Natürlich ist mir bewusst, dass niemand ernsthaft so extrem drauf ist, dennoch sehe ich natürlich, wie Menschen sich oft bereits an Minispoilern stören, als würde die Welt untergehen. "X schüttelt Y die Hand? WOAH, KRASSER SPOILER, DIE WAREN DOCH ÜBELST VERFEINDET!!!11!1" Als würde ein solches Detail Film, Serie oder was auch immer verderben.

    Für mich beginnt ein Spoiler da, wo das Werk durch die Information eine Wendung nimmt. Das heißt letztlich, dass manche Filme fast unspoilerbar sind.

    Bei anderen Filmen ist geradezu offensichtlich, welcher Spoiler alles verändert. Fight Club dürfte hier wohl ein Paradebeispiel sein.

    Ab wann ist es in Ordnung ohne Spoilerwarnung über die Handlung einer Geschichte zu diskutieren?

    Ich würde ja am liebsten immer ohne Spoilerwarnung über Filme diskutieren. Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte sich vielleicht von Stellen, wo man gespoilert werden könnte, fernhalten. Wenn ich den neuen Star Wars Film ohne Spoiler sehen möchte, dann les ich ja nicht den Star Wars Thread im Forum. Und auch nicht unbedingt Filmrezensionsthread.

    Ich versuche allerdings den Leuten entgegen zu kommen und versuche zumindest große Spoiler zumindest so lang zu verstecken, wie ein gewisser Hype spürbar ist.

    Hat euch schon einmal ein Spoiler einen Film/eine Serie/ein Buch verdorben?

    Nicht, dass ich wüsste. Ich habe manchmal darüber nachgedacht, ob mir etwas entgangen wäre, hätte ich bestimmte Filme gespoilert bekommen. Bisher fallen mir aber kaum Filme ein, bei denen ich das überhaupt in Betracht ziehe. Spontan fällt mir Hateful 8 ein. Und beim bereits genannten Fight Club könnte ich mir sogar vorstellen, dass der Film mir, entsprechend der Studie, besser gefallen hätte, hätte ich die Wendung gekannt.

    Ich find's irgendwie eklig, wie es hier verteidigt wird, als wäre es in Stein gemeißelt und könnte nicht irren.

    Ich verteidige dieses System nicht. Ich unterscheide lediglich ein allgemeines, kaputtes System, von einem konkreten Fall.

    Denn ja, grundsätzlich ist das System fehlerhaft. Mit Polizeiproblemen, Justizproblemen und und und. Aber das hier ist ein konkreter Fall. Und von dem konkreten Fall weiß ich zu wenig, als dass ich die Aussage stützen könnte, der Mann gehöre als Wiederholungstäter ins Gefängnis. Ich weiß nicht, was konkret "polizeibekannt wegen Gewaltdelikten" heißt, ich weiß nicht, ob es tatsächlich Justiz- oder Ermittlungsfehler gab, die dazu führen, dass eine sonst sicher anzutretende Strafe ausblieb. Dazu kommt eben, dass eine solche durchaus mögliche Strafe dann auch in einem Zeitraum hätte vollzogen werden müssen, die den Vorfall in Erfurt verhindert hätte. Und das sehe ich nicht gegeben.

    Wenn also jemand meint, der Mann hätte hinter Gitter gehört noch bevor er die Tat in Erfurt hätte begehen können, dann muss die Person entsprechend gute Gründe vorlegen, die Vermutung, dass er möglicherweise hätte einer Tat schuldig gesprochen werden müssen, reicht mir da nicht aus. Denn dann fordert ihr, dass ein Rechtssystem, dass nicht funktioniert, wie es sollte, ersetzt wird, dass nicht funktioniert, bei dem Menschen nicht eingesperrt werden, weil sie einer Straftat überführt wurden, sondern weil ein paar Menschen der Meinung sind, dass dem hätte so sein müssen.

    Also ist er ein Wiederholungstäter

    Ein Wiederholungstäter kann er nur sein, wenn er rechtskräftig verurteilt wurde.

    Wie schon gesagt, "polizeibekannt" wird vermutlich heißen, dass mangels Beweisen Ermittlungsverfahren eingestellt wurden oder vor Gericht freigesprochen wurde. Dann kennt ihn die Polizei aufgrund von Gewaltdelikten, für die er aber offensichtlich nicht verurteilt wurde. Wer nicht rechtskräftig verurteilt ist, gehört nicht in ein Gefängnis. So funktioniert halt ein Rechtsstaat, hier wird man üblicherweise nicht einfach so eingesperrt.

    Der Täter ist bereits polizeibekannt. Dass solche Menschen nicht hinten Schloss und Gitter sind, verstehe ich nicht. Da gehört er hin.

    Ich konnte bisher nicht ausmachen, was "polizeibekannt" konkret bedeutet. Von "Häufig angezeigt, ohne dass ausreichend Beweise für eine Verurteilung vorgelegen hätten" über "Geld-/Bewährungsstrafen" bis hin zu "Hat bereits Strafe(n) abgesessen" gibt es zahlreiche plausible Möglichkeiten, dass er völlig legal und ganz ohne Vermutung, die Polizei habe ihn als Gesinnungsfreund betrachtet, in Freiheit lebte.

    Denn so schlimm solche Fälle auch sein mögen, in Deutschland wird man zum Glück nicht so schnell eingesperrt. Die Formulierung "polizeibekannt" legt übrigens die erste genannte Möglichkeit nahe, sonst wäre vermutlich die Formulierung "vorbestraft" verwendet worden, weshalb ich nicht davon ausgehen würde, dass der Mann nicht mit einer allzu schweren Strafe zu rechnen hat. Ich würde hier nicht von mehr als einer Freiheitsstrafe, die kurz genug ist um zur Bewährung ausgesetzt zu werden, rechnen.

    Das kann man alles schlimm finden, aber Rassisten verlieren nicht einfach alle Rechte, nur weil sie Rassisten sind und Rassisten scheiße sind.

    Ich habe allerding Bedenken, da sie keinerlei Regierungserfahrung hat

    Was genau bringt denn diese "Regierungserfahrung"? Klingt für mich ehrlich gesagt danach, als hätte man halt das Problem, dass Baerbock bisher einfach nichts so richtig verkackt hat und schiebt das halt darauf, dass sie bisher einfach keine politische Verantwortung hatte. Als hätte Würfel-Armin politische Verantwortung für den ersten Verkacker gebraucht.

    Die "Regierungserfahrung" bringt uns eigentlich nur, dass wir Leute zur Wahl bekommen, von denen wir bereits wissen, was sie schon alles verkackt haben und sollen daraus wohl schließen, dass es Baerbock ähnlich ergehen müsse.

    Eine Frau einzustellen, um eine bestimmte Quote zu erfüllen und dabei einen potentiellen männlichen Kandidaten wegzuschicken weil damit die Quote nicht mehr erfüllt wäre, halte ich persönlich nicht für den richtigen Weg. Geschlecht sollte keine Rolle spielen, aber auf beiden Seiten nicht.

    Dem würde ich absolut zustimmen, wenn die Positionen tatsächlich nach Fähigkeiten besetzt würden. Wenn ich mir Scheuer, Spahn und Co so ansehe, wage ich jedoch zu bezweifeln, dass sich diese Pfeifen über herausragende Leistung durchgesetzt haben. Umso mehr bestätigt sich dieser Eindruck dadurch, dass Baerbock ziemlich offenkundig die fähigere Kandidatin gegenüber ihrem Kollegen Habeck war und Leute dennoch Habeck wohl lieber gehabt hätten, mit Begründungen, die nicht mehr als verklausuliertes "Er hat einen Penis" sind.


    Für mich ist die Wahl letztlich zweitrangig. Die Grünen werde ich nicht wählen, weil sie in der Vergangenheit zu gern als erste eben die Positionen aufgegeben haben, für die ich sie zu wählen in Betracht ziehen würde. Vielleicht ändert sich das ja unter Baerbock. Vielleicht ziehen die Grünen endlich mal einen Kurs durch, der mich zur Wahl bewegen könnte. Bis dahin jedoch können sie auf meine Stimme nicht zählen.

    Trotzdem können diese Spieler Einsätze in der Bundesliga aufweisen und genießen höchstwahrscheinlich auch eine bessere Ausbildung als bei Vereinen wie Hessen Kassel (bei allem Respekt).

    Nein, das war nicht der Kritikpunkt, den Edex angebracht hatte. Er hatte klar die Bedenken angeführt, es würden Spieler eingesetzt, die nur deshalb eingesetzt würden, weil das Spiel gegen Hertha BSC ausfiele. Hätte er zum Beleg hierfür Spieler angeführt, die wenigstens in den letzten Wochen mal einen Bankplatz gehabt hätten, oder wenigstens einen gestandenen Bundesligaspieler, der vielleicht eine auskurierte Verletzung hinter sich hat, hätte ich durchaus mit mir über Wettbewerbsverzerrung diskutieren lassen. Aber Spieler, die seit Wochen nichts anderes tun als in der Reserve zu kicken und die Mannschaft im Niemandsland der Regionalliga Südwest halten? Come on, das ist keine Wettbewerbsverzerrung, sondern eine zweite Mannschaft in der Regionalliga. Das muss man nicht gut finden, ich würde auch lieber sehen, dass Reservemannschaften im Zweifelsfall ne eigene Liga bekommen. Aber im konkreten Fall liegt nunmal keine Wettbewerbsverzerrung vor.

    Trotzdem waren Bundesliga Spieler dabei.

    Papela wurde diese Saison einmal eingewechselt, am 14. Spieltag. Zuletzt auf der Bank saß er am 17. Spieltag.

    Nebel bringt es immerhin auf vier Spiele, der längste mit immerhin einer halben Stunde Spielzeit bei der Niederlage gegen Union Berlin am 3., der letzte am 4. Spieltag, danach zuletzt am 16. Spieltag auf der Bank Platz genommen.

    Mustapha ist in der Bundesliga noch komplett ohne Einsatz.

    Wir schreiben jetzt den 29. Spieltag. Wenn für dich der Einsatz von Spielern, die seit mindestens 11 Pflichtspielen nicht genügend Relevanz für den Bundesligakader hatten, "Wettbewerbsverzerrung" sind, dann kann ich dir auch nicht helfen. Die sind nicht in der Regionalliga, weil das Spiel gegen Hertha ausfällt, sondern weil sie schon länger keine Rolle im Bundesligakader spielen.

    Aus der DFB-Spielordnung:

    Nach einem Einsatz in einem Pflichtspiel einer Lizenzspieler-Mannschaft sind Spieler des Vereins, auch wenn sie nicht Stammspieler der Lizenzspieler-Mannschaft sind, für das nächste Pflichtspiel der Zweiten Mannschaft von Lizenzvereinen und alle anderen Mannschaften ihres Vereins mit Aufstiegsrecht, längstens für zehn Tage, nicht spielberechtigt.

    Da Mainz am vergangenen Sonntag noch ein Spiel ausgetragen hat, kann keiner der dort eingesetzten Spieler am Spiel teilnehmen. Das schließt einen größeren Teil der Spieler schon aus. Möglich wären nur noch Spieler, die entweder nicht als Stammspieler gewertet werden (grob vereinfacht Spieler, die maximal die Hälfte der Spiele gemacht haben) oder die als Stammspieler seit mindestens vier Spielen nicht eingesetzt wurden. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der Zweitvertretung heute gegen Kassel also ein Haufen Bundesligaprofis antreten, geht also gegen 0.

    Hier mal ein Paradebeispiel für schlechte Argumente:

    Ich arbeite in einem Job der hauptsächlich von Frauen besetzt wird. Das liegt nicht daran, dass es keine männlichen Bewerber gibt sondern Frauen einfach bevorzugt werden.

    Das nennt man anekdotische Evidenz. Anekdotische Evidenz ist wertlos, aus verschiedenen Gründen: Zunächst einmal ist die Richtigkeit deiner Angaben nicht überprüfbar. Wir kennen deinen Arbeitgeber nicht, können entsprechend nicht feststellen, ob hauptsächlich Frauen eingestellt werden und ob, so es denn so ist, die Begründung, dass Frauen bevorzugt würden, korrekt ist. Wir wissen nichts über die Berufsgruppe, ich kenne durchaus, dass gerade in der Kleinkindbetreuung tatsächlich Frauen bevorzugt werden, was jedoch in meiner Wahrnehmung mitnichten totgeschwiegen wird.

    Der vielleicht entscheidende Punkt ist allerdings: Aus dieser Anekdote folgt dennoch kein systemisches Problem. Unter der Annahme, dass wir nicht gerade einen der wenigen Berufe erwischt haben, in denen Frauen tatsächlich bevorzugt werden (was dann aber zu anderen Problemen führt, dazu später mehr), dann ist es ein Leichtes für einen Mann einen entsprechenden Job bei einem anderen Unternehmen zu finden. Weil genügend Arbeitgeber eben Männer Frauen vorziehen, weil Männer für gewöhnlich nicht schwanger werden.

    In Deutschland kommt ja ständig die Diskussion auf, dass Frauen benachteiligt werden, weniger Geld bekommen und die Frauenquoten zu niedrig sind. Das belegen sogar Studien.

    Und das hier sind Studien. Die sind nicht wertlos, weil sie klar darlegen, wie sie was wann wo feststellen. Sie versuchen individuelle Umstände zu beseitigen und genau das zu messen, was sie messen wollen. In dem Fall Benachteiligung von Frauen im Beruf. Es ist ziemlich objektiv feststellbar, dass Frauen systemisch benachteiligt werden. Soll heißen: In vielen Berufen werden Männer bevorzugt. Die Berufe, in denen sie nicht bevorzugt werden, sind oft wesentlich schlechter bezahlt. In vielen Berufen müssen Frauen zudem dann noch sexuelle Belästigung ertragen, was dazu führt, dass diese Berufe nur noch weniger von Frauen ergriffen werden.

    Deshalb reden Menschen relativ oft über die Benachteiligung von Frauen im Beruf und deshalb interessieren sich vor allem selbsternannte Männerrechtler für die anekdotische Benachteiligung von Männern.

    Das es aber auch andere Beispiele gibt findet keine Erwähnung weil es eine Minderheit ist.

    Wir können gern darüber reden, wie Männer in manchen Berufen benachteiligt werden. Nur kommt diese Diskussion eigentlich immer dann auf, wenn es gerade um Frauenquoten und die Benachteiligung von Frauen im Beruf geht. Dann gibt es allerdings dazu nur das zu sagen: Möglicherweise ist das richtig, aber das ist ne andere Diskussion und hat in dem Kontext nichts zu suchen.

    So wie es eine Minderheit ist wenn Männer von Frauen zuhause geschlagen werden

    Das hier ist übrigens sogar ein ernstes Problem. Wenn man sich jederzeit dafür interessiert, ist das absolut gut und richtig. Aber zu oft kommt das Argument geschlagener Männer immer dann auf, wenn gerade mal wieder ein Femizid als Beziehungsdrama runtergespielt wird und eine entsprechende Diskussion über Gewalt gegen Frauen geführt wird. Und dann ist dieser Einwurf halt unnötig, wie ein Kropf. Denn ja, es stimmt, es gibt Gewalt von Frauen gegen Männer, aber das ist in dem Kontext nicht relevant. Stell dir vor, wir diskutierten über die Rettung des Regenwaldes. Dann kommt jemand dazu und wirft ein "Auch die einheimischen Wälder müssen geschützt und gerettet werden". Das ist richtig, aber hat nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun. Und meistens dient es nur einer Sache: Nichts tun. Denn im Normalfall wird sich die Person ziemlich wenig um einheimische Wälder scheren, sie will einfach nur nichts für Regenwälder tun.

    Und natürlich mag es Ausnahmen geben, aber dann meld dich nicht in ner Diskussion zu Wort, die sich um ein völlig anderes Thema dreht, sondern tu was. Und wenns nur ne eigene, unabhängige Diskussion ist.

    Du kannst für alle Tiere gleichermaßen Viehfutter/Premiumfutter verwenden, es macht keinen Unterschied ob Huhn, Kuh oder was auch immer.

    Viehfutter gibt es im Gemischtwarenladen, auch als Saatgut.

    An sonnigen Tagen kann man die Tiere einfach rauslassen, dann brauchen sie kein extra Futter.

    Man sollte aber auch anmerken, dass die anderen großen Nationen teils sich noch schwerer taten als Deutschland. Frankreich gegen (starke) Ukrainer ein 1:1 und gegen Kasachstan "nur" 2:0, Portugal gegen Aserbaidschan gerade so 1:0 dank eines Eigentor gewonnen und ein 2:2 gegen Serbien.

    Womit wir übrigens wieder bei meiner Aussage von vor einigen Wochen sind: Es wurde getan, als ob die Deutschen die größten Steinesammler wären, während Portugal und Frankreich quasi unschlagbare Übermannschaften wären. Nun tun sich eben diese Mannschaften gerade erstaunlich schwer. Jetzt hab ich die Spiele nicht gesehen, kann durchaus sein, dass die Ukraine das Spiel ihres Lebens abgeliefert hat oder dass Frankreich wenig Glück mit der Chancenverwertung hatte (wie übrigens die Deutschen gegen Rumänien gestern), aber das ist halt Fußball: Man kann massiv feldüberlegen wirken und trotzdem ist das Ergebnis knapp. Ob da ein schlechter Tag, Taktik oder was auch immer eine Rolle spielen, steht im Ergebnis eben nicht drin.


    Die Deutschen stehen mit zwei Siegen, null Gegentoren ziemlich gut da. Kann durchaus sein, dass Löw es macht, wie einst Jupp Heynkes, einfach alles reinwerfen, weil er sich um ein Danach keine Gedanken mehr machen muss. Umbruch? Kann sich jemand anderes drum kümmern.

    Phoenixfighter

    Wie ich schon andeutete: Quellen werden zumeist dann verlangt, wenn man eine Aussage tätigt, die nicht allgemein anerkannt ist. Zurecht, wie ich finde, denn Schwurbler behaupten so schon genügend Unsinn und am Ende soll der kritische Leser dann widerlegen, was unbewiesen im Raum steht.

    Entsprechend fragt man auch nach, um Fakten festzustellen. Einen entsprechenden Fall hatte ich letztens Freundeskreis. Ein Freund behauptete, in Berlin seien obdachlose Kinder gezielt an Pädophile verteilt worden. Eine höchst eigenartige Aussage, die ich ohne Beleg unmöglich glauben konnte. Gestern dann schickte mir ebendieser Freund einen Artikel der Deutschen Welle, in dem es um ein Projekt eines Professors ging, der Ende der 60er Jahre ein entsprechendes Projekt tatsächlich begonnen hatte. Mit Namen und Zeitraum ließ sich die Aussage dann auch wunderbar gegenprüfen, besagter Freund hatte tatsächlich recht.

    Für eine Diskussion ist es hilfreich möglichst genau zu wissen, was überhaupt der Diskussionsgegenstand ist. Zu oft scheint es mir, dass Beteiligte einer Diskussion eigentlich aneinander vorbeireden, weil Begrifflichkeiten unterschiedlich definiert sind oder eine Person einen speziellen Sonderfall betrachtet, während die andere Person wahlweise einen möglichst allgemein gehaltenen Fall oder gar einen völlig anderen Spezialfall betrachtet.

    Deshalb ist es völlig korrekt im Zweifelsfall einen Beleg für eine getätigte Aussage zu erfragen. Es ist genauso okay dann zu sagen, dass man dafür keine Quelle hat, keine Zeit oder keine Lust etwas zu belegen. Dann muss man allerdings damit leben, wenn andere Beteiligte der Diskussion die Aussage als falsch zurückweisen.

    Um das mal vom unpassenden Thema wegzubewegen:

    Übrigens ist es fatal alles als falsche Behauptung hinzustellen nur weil du keine Quelle hast.

    Das tut selbstverständlich niemand. Im Gegenteil, die meisten Aussagen in den Diskussionen werden völlig beleglos hingenommen. Ich zum Beispiel hinterfrage vor allem Behauptungen, die ich für falsch halte. Das kann man natürlich als schlechten Stil ansehen, ich würde es sparsam nennen.

    Im Zweifelfall gilt Hitchens Rasiermesser: Was beleglos behauptet wird, darf beleglos verworfen werden. Normalerweise gilt übrigens, dass nicht die Negation, sondern die Aussage selbst belegt werden muss, allerdings sehe ich hier den wissenschaftlichen Konsens als hinreichenden Beleg, weshalb z.B. "Es gibt einen menschengemachten Klimawandeln" mit dem wissenschaftlichen Konsens hinreichend belegt wäre, während die Ablehnung in diesem Fall belegt werden müsste. Gleiches gilt beispielsweise für Corona und viele weitere Themen.

    Und obwohl ich es für offensichtlich hielte, will ich es dennoch erwähnen: Ich unterstelle dir ausdrücklich nicht Klimawandel- oder Coronaleugner zu sein.