Beiträge von QueFueMejor

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


Alle Informationen zum ersten Teil des Erweiterungspasses "Die Insel der Rüstung" findet ihr bei uns auf Bisafans:

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    Wie Gucky und niemand schon sagen, gibt es selbstverständlich Nachspielzeit in der Nachspielzeit. Das ist nicht nur gängige Praxis, sondern sogar vom Regelwerk so vorgesehen. So sind Schiedsrichter angehalten für Auswechslungen 30 Sekunden nachspielen zu lassen. Da es in der Nachspielzeit des Spiels zu einem Wechsel kam, rechtfertigt allein dieser die verlängerte Nachspielzeit, die Verletzungunerbrechung des Ingolstädters zu deren Gunsten ausgelegt (also nicht als Zeitspiel interpretiert) rechtfertigt den Wiederanpfiff nach dem 3:1. Alles regelkonform.

    Ob die Nachspielzeit von 5 Minuten gerechtfertigt ist, darüber ließe sich streiten, die Prüfung vor allem des ersten Tors, aber auch der beiden anderen Tore, der Handspiele, sowie vier Unterbrechungen mit Auswechslungen sprechen in der Summe eher dafür.

    Nürnberg hat so einen Dusel..eigentlich hätte der Schiri schon längst abpfeifen sollen, weil das Tor fiel in der 6. Minute der Nachspielzeit. Eigentlich waren nur 5 Minuten dafür vorgesehen.

    Wobei sich das rechtfertigt mit der Verletzungspause direkt zu Beginn der Nachspielzeit, als nach einem Foul der Ingolstädter ziemlich genau die halbe Minute liegen bleibt, die dann zusätzlich nachgespielt wurde. Eher könnte sich Nürnberg beschweren, dass nochmal angepfiffen wurde, denn warum sollten sie für Zeitspiel der Ingolstädter noch mit weiterer Nachspielzeit bestraft werden? (Selbstverständlich ist die weitere Nachspielzeit nach dem Tor insofern okay, als dass es im Spiel dann doch um zu viel ging, als dass ein direkter Abpfiff nach dem Tor sinnvoll gewesen wäre.)

    Nürnberg war echt SO kurz davor die Saison zu beenden, wie sie schon die ganze Zeit lief. Eigentlich hatte Nürnberg eine ansehnliche Führung aus dem Hinspiel mitgenommen. Eigentlich musste man nur ein Tor schießen oder halt maximal eines kassieren. Oder maximal zwei, um dann in der Verlängerung vielleicht einen konditionellen Vorteil zu ziehen. Aber der Glubb wäre wohl nicht der Glubb, wenn nicht "eigentlich nur" für gewöhnlich zum Scheitern verurteilt wäre. Denn wie sagt man so schön: Der Glubb is a Depp.

    Anfangs lief es tatsächlich ganz okay. Nürnberg erarbeitete sich Chancen zu einem benötigten Auswärtstor (an dieser Stelle ist müßig über die Regel zu diskutieren, sie existiert, Deal with it), doch der Treffer wollte nicht gelingen. Die Schanzer hatten ebenso ihre Chancen, doch nichts davon konnte dem Gast aus Nürnberg gefährlich werden.

    In Hälfte Zwei lief es dann, wie es vermutlich jeder Glubberer befürchtet hatte: Nach 52 Minuten landet der Ball im Netz, Ingolstadt führt. Vielleicht wird Mühl geschubst, so dass er in Mathenia läuft, aber weder der Referee noch der Videoassistent sehen ein Foul, also zählt der Treffer. Man könnte jetzt sagen "Keine Panik, noch muss Ingolstadt mindestens ein Tor für die Verlängerung und zwei für den Sieg machen". Der Glubb wäre aber eben nicht der Glubb, wenn aus der Führung nicht eine völlige Kopflosigkeit der Spieler resultieren würde. Es folgte, was Glubberer erwartet haben dürften, das 2:0 und das 3:0 waren miserabelst verteidigte Gegentore, Mathenia einmal mehr so ziemlich die ärmste Sau auf dem Platz. In der 66. Minute, eine Viertelstunde nach dem 1:0, ist der Glubb für den Moment abgestiegen. Und so plätscherte das Spiel vor sich hin, Ingolstadt versuchte eine gewisse Überlegenheit auszuspielen. Der leidgeplagter Glubberer wartete förmlich auf das 4:0, den Todesstoß für eine am Boden liegende Mannschaft. Doch er fiel nicht. Nicht, dass es den Unterschied machte. In der 90.+6. Minute allerdings sollte es einen Unterschied machen. Vermutlich hatten die Nürnberger Fans schon aufgegeben, die Ingolstädter erwarteten den Abpfiff, um den Aufstieg endlich feiern zu können. Da rutscht dieser eine Ball durch. Wieder kann man diskutieren, ob diesmal Schleusener sich unfair durchsetzt, wie schon beim 1:0 sehen weder der Referee noch der Videoassistent ein strafwürdiges Vergehen. Der Ball landet im Netz, der Glubb rettet eine völlig miserable Saison wirklich in allerletzter Minute und hält die Klasse.

    Wie gesagt, man kann sicherlich über Auswärtstorregel und Fouls vor den Toren, sowie zwei ungeahndete Handspiele (je eines auf jeder Seite) diskutieren. Oder Relegation allgemein. Ich will das heute auslassen. Eine leidvolle Saison der Nürnberger geht mit dem glücklicheren Ende aus. Angesichts der letzten Spiele war das sicher ungewohnt. Allzu oft endeten unglückliche Spiele mit bittersten Pleiten.

    Für Ingolstadt kann es einem echt leid tun. Selten lagen Freud und Leid so nah beieinander. Selten war es so zugespitzt. Am Ende wurde den Schanzern die desolate Leistung aus dem Hinspiel zum Verhängnis.

    Ist ja nun kein völlig unmögliches Szenario, dass eine Saison abgebrochen werden muss.

    Man könnte allgemein hinterfragen, wieso es keine Regelung dafür gibt, aber letztlich ist die Antwort wohl recht simpel: Man müsste dann jeden Fall abdecken, obwohl man sicherlich anders vorgehen wird, wenn die Saison am zweiten oder dritten Spieltag abgebrochen werden muss, als wenn die Saison am 30. Spieltag abgebrochen wird.

    Nur weil das Szenario nicht völlig unmöglich ist, muss man ja auch nicht unbedingt damit rechnen. UEFA, DFL und DFB haben wohl nicht mal mit der Möglichkeit eines solchen Saisonabbruchs gerechnet, aber ausgerechnet der nordostdeutsche Regionalverband hätte sich diese Gedanken machen müssen? Die gängigen Szenarien, wie ausscheidende Vereine, Vereine, die keine Lizenz für die höhere Liga beantragt haben, etc, sind doch hinreichend abgedeckt. Von vornherein war also klar, dass man verhandeln muss, was in diesem Spezialfall passiert. Hätten wir eine bestehende Regelung würden die Diskussionen nicht anders aussehen und alle Vereine würden in ihrem Interesse argumentieren, warum die gefundene Lösung böse und unfair ist.

    Für Altglienicke ist diese Entscheidung doch nun genauso unfair. Warum hat man nicht die oben stehenden Mannschaften befragt, ob sie diesen Weg gehen wollen, nur die betrifft das schließlich.

    Altglienicke und Lok Leipzig lehnen Final-Four-Idee ab

    Ist also nicht so, als hätten die Mannschaften keine Meinungen dazu geäußert. Wenig überraschend hoffte Altglienicke auf die Meisterschaft aufgrund des Vorsprungs, Lok aufgrund der Quotientenregelung. Wenig überraschend wäre Altglienicke laut eigener Webseite nun doch an einer sportlichen Entscheidung bei Punktgleichstand gewesen. Oder anders gesagt: Jeder wollte selbstverständlich das beste Ergebnis für sich selbst. Das ist legitim, aber man kann es eben nicht allen recht machen.

    Der Vorschlag, den Staffelsieg unter den vier führenden Mannschaften auszuspielen, wurde abgeschmettert. Somit wurde die einzig noch mögliche gerechte Entscheidungsfindung vertan.

    Gerecht ist halt eine zweifelhafte Frage. Möglicherweise hatte ich schon erwähnt, dass ich glaube, dass Cottbus den ersten Platz noch hätte erreichen können. Aber eben nicht müssen. Definitiv sehe ich, dass mein Verein hier nur seine Pflichtrolle spielt. Natürlich musste man irgendwie eine Chance auf den Aufstieg wahren, hätten wir von einer Quotientenregelung profitiert, hätte der Verein ein Final Four Turnier für genauso unnötig befunden, wie es nun der Verband getan hatte. Ich mache das dem Verein nicht zum Vorwurf, aber da die einzig korrekte Variante zum Ausspielen des Meisters nicht möglich ist, ist jede andere Lösung, die halbwegs plausibel begründbar ist, auch gerecht genug. Dass Lok Leipzig Meister sein sollte, lässt sich problemlos begründen und wurde eben vom Verband so bestimmt. Es geht eben nicht immer nach dem Willen des Energie Cottbus.

    Am Ende muss man eben auch mal ein guter Verlierer sein. In diesem Sinne: Glückwunsch an Lok Leipzig.

    Aktuell wird noch eine Entscheidung angestrebt, Cottbus strebt (verständlicherweise) eine Art Final Four als Miniturnier mit Hertha II auf Rang 5 (Union Fürstenwalde möchte nicht aufsteigen). Auch wenn der Verein den sportlichen Wettbewerb betont und das sicherlich zumindest nicht völlig von der Hand zu weisen ist, ist der offenkundige Hauptgrund für die Favorisierung einer solchen Lösung, dass man so doch noch eine Chance auf den Aufstieg hat. Andernfalls, wie schon festgestellt, wird es höchstwahrscheinlich auf Lok Leipzig hinauslaufen, die punktgleich mit Altglienicke sind, aber ein Spiel weniger haben. Für Altglienicke gäbe es drei Szenarien, in denen sie den Playoff-Rang erreichen: Die aktuelle Tabelle wird gewertet, die Tabelle wird nach 20 Spielen jeder Mannschaft fixiert oder die Halbserie wird gewertet. Erstgenannte Lösung schiene mir bei weitem am unsportlichsten, immerhin kann Lok Leipzig wohl kaum etwas dafür, dass sie weniger Spiele haben. Die zweitgenannte Lösung wäre insofern plausibel, als dass jede Mannschaft wenigstens zwanzig Punktspiele bestritten hat und somit für alle Mannschaften gleichviele Punktspiele gewertet würden. Gleiches gilt für eine Halbserienlösung, wobei hier wohl als Argument greifen könnte, dass immerhin jeder gegen jeden schon einmal gespielt hat, zudem fiele eine mögliche Verzerrung durch ausgefallene Spiel seit dem Ausfall Erfurts weg. Ehrlicherweise sind das aber nur Gedankenspiele, selbst die Final Four sind ja lediglich ein Strohhalm, an den sich Cottbus klammert. Ich gehe davon aus, dass, wie schon in der Südweststaffel auch die Nordoststaffel sich für eine Quotientenregelung entscheidet.

    Und einfach nur anzuschauen ist richtig?

    Richtig nicht. Aber warum sollte man eingreifen, wenn man die Person nicht kennt und erstmal davon ausgehen muss, dass sie tatsächlich zurecht am Boden gehalten wird und der Polizist doch hoffentlich etwas lockert, wenn tatsächlich Gefahr bestünde.

    Und wie schon gesagt, drumherum stehen weitere Polizisten, die einen Hilfeversuch recht schnell unterbinden würden, wenn nicht wenigstens ein Dutzend Passanten einzugreifen versucht.

    Ansonsten: Was Thrawn sagt.

    denn generell jeder Frau mehr zu bezahlen

    Sag mal sprech ich französisch? GLEICH bezahlen. Weil die Ungleichbezahlung bei gleicher Arbeitsleistung ungerecht ist. Dass dabei eine unterschiedliche Wirtschaftsleistung herausspringt ist in meinen Augen irrelevant.

    Aber schön, dass du zwar vom Staat forderst irgendwas zu tun, aber bloß nicht an den Stellschrauben, an denen etwas möglich wäre, weil wir dann der heiligen Wirtschaft minimal schaden könnten. Wir konnten die Sklaverei und die Kinderarbeit nicht abschaffen, weil das der Wirtschaft schaden könnte, jetzt auch noch Frauen gleich bezahlen, das wäre wohl der Untergang der Wirtschaft.

    Gucky

    Es ist ja schön und gut, dass du meinst, der Arbeitgeber müsse das nicht honorieren. Aber du hast halt einfach meine Frage übergangen: Welche Alternative siehst du, die offenkundig vorhandenen Probleme aus der Welt zu schaffen? Wo siehst du Ansätze die aktuellen Ungerechtigkeiten aus dem Weg zu räumen? Für mich ist das ein Weg.

    wäre sexistisch gegenübern Männern

    Unsinn. Den Nachteil des einen auszugleichen hat nichts mit Benachteiligung desjenigen, der diesen Nachteil nicht hat, zu tun. Es ist ein Nachteilsausgleich, nicht mehr und nicht weniger.

    Nur hast du an der Stelle nicht von Gleichstellung gesprochen, sondern von einer Bezahlung eines "Overhead an Arbeit" durch den Arbeitgeber. Selbst wenn du es schaffst diesen zu messen, wird den auch im Kommunismus niemand bezahlen.

    Meine Forderung war doch, Menschen nicht schlechter zu bezahlen, wenn sie eine entsprechende Leistung erbringen. Offenbar sind wir uns sogar weitesgehend einig, dass die erbrachte Leistung von Frauen nicht selten sogar größer ist als die der männlichen Kollegen, weil sie neben den eigentlichen Berufsanforderungen auch noch Widerstände überwinden müssen, die auf sexistischen Vorurteilen basieren.

    Ich bin der Ansicht, dass der Arbeitgeber im Zweifelsfall gezwungen werden können sollte, diese Leistung auch dann zu honorieren, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dadurch verringert wird, weil dann zumindest der Zirkelschluss über das Gehalt wegfällt. Denn die Alternative, die ich hier angeboten lese (korrigiert mich, wenn ich falsch liege), ist: Kann man halt nix machen, kann man ja Arbeitgebern nicht zumuten. Das ist in meinen Augen gleichbedeutend mit einem schulterzuckendem akzeptieren des Missstands. Oder habt ihr Ideen, wie man den Missstand auf andere Weise beseitigen kann?

    Warum sollte das Sache eines Arbeitgebers sein, denn ja, die für ihn zählbare Leistung ist die Wirtschaftsleistung?

    Es ist eine Sache des Staates, aber wenn Frauenquoten und Gleichstellung gefordert werden, gibt es ja immer Herren, die "KOMMUNISMUS!" brüllen, weil der Markt ja angeblich regelt.

    Genau so gingen seine Beiträge von der Prämisse aus, dass man Arbeitsleistung grundsätzlich überhaupt in jedem Fall objektiv miteinander vergleichen kann.

    Wobei ich hier ziemlich genau das Problem sehe, das Frauen eigentlich immer haben: Du sagst, du beurteiltest die "Arbeitsleistung", meinst aber eigentlich die Wirtschaftsleistung. Es ist im genannten Beispiel ja eben nicht so, dass die Frau unter den ihr gegebenen Bedingungen schlechtere Arbeit leistet, als ein Mann. Wahrscheinlich sogar eher im Gegenteil. Sie muss ja bereits eine Mehrarbeit leisten, die ihre männlichen Kollegen nicht leisten müssen, um am Ende die gleiche wirtschaftlich zählbare Leistung zu erbringen. Genau das ist eben das Problem dieses Leistungsgedanken. Frauen leisten nicht weniger. Frauen leisten oft viel mehr. Gerade jetzt in der Coronakrise müssten wir es merken: In den systemrelevanten Berufen arbeiten vor allem Frauen. Die schieben massiv Überstunden. Als Lohn gibt es Applaus und Anerkennung. Aber von Applaus und Anerkennung kann man die Miete nicht bezahlen.

    Also sprich nicht von Leistung, wenn du wirtschaftlichen Erfolg meinst. Der hat mit Leistung wenig zu tun, sondern eher mit ohnehin guten wirtschaftlichen Voraussetzungen und Glück.

    Letztlich ist schließlich auch der Arbeitgeber nicht Schuld an dem Problem und eine derartige relative bessere Entlohnung behebt Symptome, keine Ursachen.

    Auch wenn natürlich niemand in der Email nach dem Gehalt fragen wird, ist sicherlich auch das Wissen darum, dass Frauen für gewöhnlich schlechter bezahlt werden, ein Grund dafür, dass Menschen glauben, Frauen müssten weniger kompetent sein. Ergo ist eine Ungleichbehandlung von Frauen bei der Bezahlung auch Ursache des Problems. Es ist ein Teufelskreis: Weil Frauen schlechter bezahlt werden, nimmt man an, dass sie schlechtere Arbeit leisten, weshalb sie eben auch genau so behandelt werden, weshalb sie mehr Leistung bei geringerem wirtschaftlichen Erfolg erbringen müssen, weshalb sie schlechter bezahlt werden, weshalb man annimmt, dass sie schlechtere Arbeit leisten, weshalb...

    Arbeitgeber haben die Möglichkeit einen solchen Kreis zu durchbrechen, indem sie Frauen besser bezahlen, weil sie erkennen, dass sie diesen Overhead an Arbeit mit erledigen müssen.

    Ich mein na klar, da hast du keine ideale Verhandlungsposition

    Nein, ich werde dieses Problem nicht privatisieren. Wenn du in dieser Scheißsituation steckst, dann ist da keine Verhandlungsposition. Du musst den Scheißjob kriegen, sonst streicht das Amt den letzten Rest Kohle. Das ist keine Position, in der man versucht auch nur einen Cent mehr rauszuschlagen, als der potenzielle Arbeitgeber eh bereit ist zu geben. Da die rechtliche Lage darum, ob Kinder verschwiegen werden dürfen, nicht eindeutig ist, wird man wohl kaum das Risiko eines Prozesses eingehen wollen, weil man nicht spätestens im Bewerbungsgespräch Kinder angegeben hat. Also kennt der potenzielle Arbeitgeber ziemlich genau die Verhandlungsposition, die eine solche Kandidatin mitbringt. Das hat mit "keine ideale Verhandlungsposition" nichts mehr zu tun, hier herrscht ein klares Ungleichgewicht zu ungunsten der Kandidatin.

    Es waren europäische Männer, die die frauenfreundlichsten Gesellschaften des Planeten geschaffen haben. In keinem anderen Erdteil sind Frauen so frei wie im Westen.

    Also genau genommen waren es vorwiegend Frauen, die in frauenfeindlichen Gesellschaften für Frauenrechte gekämpft haben und bestenfalls Glück hatten, dass sich immer wieder Männer fanden, die sie in ihrem Kampf unterstützt haben, aber es waren und sind immer in erster Linie Frauen, die sich gegen frauenfeindliche Gesellschaften zur Wehr setzen.

    Es ist für den Arbeitgeber also grundsätzlich legitim jedem Arbeitnehmer das jeweils „geringstmögliche“ Gehalt zu zahlen.

    Grundsätzlich ja, dennoch wäre es schon sinnvoll auch mal die andere Seite der Medaille zu betrachten. Du kommst ja selbst aus dem IT-Bereich. Wenn Frau mit Kundenkontakt dem Kunden jeden Quatsch drölfzig mal erklären muss, weil der die Frau für inkompetent hält, ist es dann Schuld der Frau, dass sie nicht die quantitativ gleichwertige Arbeit zu leisten vermag? Und ja, es gibt Männer in der IT, die sich wunderten, warum der Kunde plötzlich gefühlt strunzdumm geworden war, bis sie merkten, dass sie Emails im Namen der Kollegin verfassten.

    Wenn sich also Menschen, aus welchen Gründen auch immer, nicht trauen diese 100€ mehr zu verlangen, dann entstehen bei einem Gehalt von 2500€ (im Vergleich zu 2400€) Gehaltsunterschiede von 4%.

    Über diese "aus welchen Gründen auch immer" sollten wir aber sprechen. Diese Gründe sind selten, dass Frauen sich, egal wie sie sich entscheiden, von allen Seiten Kritik erfahren. Sie arbeitet viel? Was ist mit den Kindern? Sie kümmert sich um die Kinder? Kein Wunder, dass sie in der Karriere nicht voran kommt. Bei Männern ist das genau umgekehrt. Er arbeitet viel? Karriere ist halt wichtig. Er kümmert sich um die Kinder? Was für ein toller Vater, heftet ihm einen Orden an.

    Oder ein aktuelles Beispiel, das deinem angedeuteten "Frauen verhandeln halt nicht hart genug" entgegen läuft: Patricia Cammarata hat im Zuge der Corona-Krise mal aufgerechnet, welche Arbeit Frauen so zuhause unbezahlt leisten und einfach mal in Geld umgerechnet. Und was passierte? Männer kamen an und fanden den angesetzten Stundenlohn zu hoch, weil soziale Arbeit nicht so viel wert sei. Aber gerade um dem Vorwurf, Frauen verhandelten zu lasch, zu entgehen, hatte sie einen hohen Stundenlohn angesetzt.

    Oder ein weiterer Grund schlechter zu verhandeln: Alleinerziehende Eltern. Was meinst du, wie viel Spielraum du da zum Verhandeln hast, wenn du dich allein um Kinder kümmern musst, damit eh schon ein eher nicht allzu geliebter Arbeitnehmer werden wirst, und dann auch noch auf das Geld angewiesen bist, weil kein oder zu wenig Unterhalt gezahlt wird?

    Diese Gründe sind wichtig, denn sie sind üblicherweise von den Betroffenen selbst kaum aus der Welt zu schaffen, auch wenn gern so getan wird als wäre dem nicht so. Es werden dann immer stolz Fälle präsentiert, bei denen es wider Erwarten doch mal anders gelaufen ist, und dann so getan, als würden sich wohl die anderen einfach nicht genügend anstrengen. Womit letztlich aber dann doch nur die bestehenden Verhältnisse zementiert werden.

    Bezogen auf die Situation bedeutet das, dass zwar die Erstschlagskapazität eines Landes herabgesetzt wird, allerdings der Präsident auch "als gehemmt gelten könnte", einen Erstschlag des Gegners zu erwidern, was wiederum das globale Risiko eines atomaren Konflikts erhöhen würde.

    Das setzte voraus, dass 1. ein solcher Konflikt tatsächlich am schwelen ist und 2. menschliches Versagen ausgeschlossen ist. Selbst wenn wir den 1. Punkt als nicht gegeben ansehen, haben wir mit Punkt 2 ein echtes Problem vor uns. Was du als "Tote Hand" bezeichnest, nannte Kubrick in Dr Strangelove "Weltvernichtungsmaschine" bzw "Doomsday device". Was er zeigt, ist die Möglichkeit, dass die Maschine bereits installiert, aber noch nicht bekanntgemacht ist (um dann ihre vermeintliche Abschreckungswirkung zu erzielen). Was sich wohl selbst Kubrick nicht hätte ausmalen können, wäre ein Präsident, der mit "Doomsday device is Fake News" reagieren könnte, wodurch die vermeintliche Abschreckung selbst mit ihrer Bekanntheit ins Leere läuft.

    Was haltet ihr von dieser Idee? Rein hypothetisch natürlich. Welche Gründe können dafür sprechen, dass man diesen Zwischenschritt gehen sollte?

    Tatsächlich als hypothetisches Konstrukt ziemlich gut, weil es den abstrakten Tod vieler Menschen mit dem greifbaren Tod eines Menschen verknüpft. Es bräuchte schon einen ziemlichen Psychopathen, der dennoch Atomwaffen zünden würde.

    Wenn man Masken unbedngt mit Kleidungsstücken vergleichen möchte

    Vielleicht sollten wir genau das lassen. Es ist nämlich kein "normales" Kleidungsstück. Es ist keine Krawatte und kein Schutzhelm. Auch kein Anzug und schon gar kein Hut.

    Zum Vergleich: Für einen Schutzhelm muss ich mich in eine recht spezielle Situation begeben, in der das Tragen vorgeschrieben ist. Diese Situation ist aber im Normalfall, wenn ich nicht einen entsprechenden Beruf habe, ziemlich problemlos vermeidbar. Ich musste mich jedenfalls weder zwangsläufig auf einer Baustelle noch auf einem Bergwerk herumtreiben. Ich konnte Schutzhelme weitesgehend meiden. Nichtmal auf dem Fahrrad ist das Tragen eines Schutzhelms verpflichtend (auch wenn wir uns vermutlich einig sind, dass es sinnvoll ist).

    Krawatte und Anzug lassen sich ebenfalls weitesgehend vermeiden, vor allem wenn man keinen entsprechenden Beruf ergriffen hat.

    Dass ein Hut irgendwo verpflichtend wäre, wäre mir sogar völlig neu, ich durfte meinen Hut bisher immer und überall aufsetzen und abnehmen, wie es mir beliebte.

    Demgegenüber steht die Maskenpflicht. Wie schon angedeutet, lassen sich Situationen, in denen ich eine Maske tragen muss, nicht realistisch vermeiden. Es bleibt mir gar nicht viel anderes übrig als einkaufen zu gehen, wenn ich nicht verhungern möchte und ich vielleicht alleinstehend und im allgemeinen gesund bin. Es ist dann oft gar nicht möglich, geschweige denn sinnvoll jemand anderen zu schicken. Ergo schränkt es mich in diesem Moment ein. Ich muss gegen meinen Willen eine Maske tragen, das ist unangenehm.

    Der Punkt ist nämlich der: Statt die ganze Zeit zu erklären, es sei alles total okay, meine Rechte wären nicht eingeschränkt, Masken sind ein geiles Accessoire oder was auch immer, könnte man auch eingestehen: Natürlich werden Rechte eingeschränkt, natürlich ist das unangenehm. Aber es ist vor allem sinnvoll und verhältnismäßig. Die Alternative sind viel härtere Maßnahmen, die dazu führen würden, dass wir kaum vor die Tür dürften.

    Im Gegenteil, die meisten Stimmen, die damals zu hören waren, haben uns die Unsinnigkeit dieses "Schutzes" erklärt.

    Wobei man hier genau hinhören musste. Wir hatten eine ziemlich arge Knappheit an FFP2 und FFP3 Masken. Das lag unter anderem daran, dass Privatleute sich die Masken massenhaft zum Selbstschutz gebunkert haben. Die Erklärung lautete also vor allem: Nein, du schützt dich damit nicht selbst. Wir haben eh kaum Masken, also kauf nicht die wenigen Masken weg, das medizinische Fachpersonal braucht sie wesentlich dringender als Max Mustermann.

    Inzwischen hat sich die Situation entspannt, die meisten Menschen besorgen sich selbstgenähte Masken, statt die Masken für medizinisches Personal wegzukaufen. Gleichzeitig hat man sich entschieden dem Willen nach Lockerungen nachzukommen, um das aber halbwegs sicher umsetzen zu können ohne quasi sicher in die zweite Welle zu rennen, haben sich die Länder entschieden die Empfehlung der Kanzlerin zur Pflicht zu machen. Angesichts der allgemein sinkenden Bereitschaft die Beschränkungen aufrecht zu erhalten, sicher keine schlechte Idee sie verpflichtend zu machen.

    Müssen sie mit leben. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, wäre der Alternativplan Abbruch mit errechneten Auf- und Absteigern, da ist es doch besser, wenn man es noch selbst in der Hand hat.

    Aber mit sportlich fairem Wettbewerb hat das dann auch nichts mehr zu tun. Ich hatte Dynamo zwar ohnehin abgeschrieben, aber dass sie jetzt so absteigen werden (selbst in der Hand fürn Arsch), ist dennoch unwürdig. Aber seis drum, für Dynamo ändert sich nichts.


    Immerhin hat sich die DFL nun auch mal Gedanken gemacht, was passiert, wenn die Saison doch abgebrochen werden muss.

    Es klingt natürlich nicht gerade danach, als sei ein Abbruch angedacht, aber immerhin haben sie sich mal Gedanken gemacht, wie man im Zweifelsfall vorgehen könnte. Wie immer gibt es natürlich auch bei dieser Lösung Verlierer. In diesem Fall die Absteiger, die dann eben keine Möglichkeit mehr haben sich nochmal zu retten, andernfalls wären es die Aufsteiger gewesen. Natürlich wäre auch eine Aufstockung eine Möglichkeit gewesen, aber sein wir ehrlich: Ein Abbruch findet ohnehin nur dann statt, wenn die Situation selbst unter erschwerten Bedingungen keinen Spielbetrieb mehr zulässst. Dann darauf zu setzen, dass man die nächste Saison mit mehr Spielen angesetzt bekommt, wäre schon ein bisschen gewagt.

    Davon abgesehen arbeiten die meisten Leute, die da aufgezählt wurden, bei grossen Profivereinen natürlich nicht ehrenamtlich, das sind normale Arbeitsplätze wie andere auch.

    Wobei ich mich schon frage, wie man darauf kommt, dass es bei 109 Vereinen der dritten und vierten Ligen, die zu großen Teilen eben keine Amateurclubs sind, keine "normalen Arbeitsplätze wie andere auch" gibt. Der große Unterschied zu den beiden Bundesligen ist jedoch, dass keiner dieser Clubs größere Summen freimachen kann, indem die Spieler auf 15% Gehalt verzichten. Und während für die meisten Bundesligaspieler auch ein größerer Gehaltsverzicht absolut tragbar wäre, haben die Spieler in diesen Ligen selten Spielraum bei ihren Gehältern. Und wie schon gesagt, selbst wenn die Spieler verzichten würden, würde das kaum nennenswerte Summen freimachen.

    Aber irgendwie wäre es wohl überraschend, wenn Fußball anders wäre als die restliche Wirtschaft auch: Bei Unternehmen mit Millardengewinnen muss man immer sofort helfen, weil man da total gut "Die Arbeitsplätze" brüllen kann, aber Kleinunternehmer, die sich von Monat zu Monat hangeln, sollen am besten Rücklagen für mehrere Jahre bilden.