Der Retro-Samstag: Schimmernde Pokémon im Sammelkartenspiel

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    Herzlich Willkommen zurück zum Retro-Samstag! In dieser Kolumne beschäftigen wir uns sieben Samstage lang mit den unterschiedlichsten Themen aus zwanzig Jahren Pokémon-Geschichte. Hier findet ihr Lustiges, Wissenswertes und vielleicht auch Spannendes aus der Welt der kleinen Taschenmonster, zu dem ihr euch auch selbst äußern könnt. Heute werfen wir einen Blick auf das Pokémon-Sammelkartenspiel und die sogenannten „Schimmernden Pokémon“, welche um die Jahrtausendwende in zwei Erweiterungen der zweiten Generation erschienen und im vergangenen Herbst mit den „Schimmernden Legenden“ ein Revival erfahren haben. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!


    Der Retro-Samstag: Schimmernde Pokémon im Sammelkartenspiel

    Im vergangenen Herbst wurde in der Zwischen-Erweiterung „Schimmernde Legenden“ aus dem aktuellen Sonne & Mond-Zyklus ein sehr altes Konzept aus zwei der ältesten Sets des TCGs wieder aufgegriffen und bereicherte das über die Jahre um zahlreiche Varianten von seltenen Karten angewachsene Sammelkartenspiel kurzzeitig um eine weitere. Die Rede ist von „Schimmernden Pokémon“, dem Äquivalent zu den sicherlich allseits bekannten und beliebten schillernden, auch oftmals einfach nur als „Shinys“ bezeichneten Pokémon in den Hauptspielen. Wie man weiß, sind diese Pokémon in den Spielen äußerst selten zu finden, auch wenn es von den Entwicklern immer wieder in den Spiele-Generationen sich unterscheidende Mittel und Wege zum erleichterten Auffinden solcher Pokémon gibt. Auch die Schimmernden Pokémon im Sammelkartenspiel sind nicht ganz so einfach in den Booster-Packs zu finden, wie wir später sehen werden.


    Zu Beginn des Pokémon-Sammelkartenspiels, um die Jahrtausendwende, waren die Seltenheitsstufen, ganz anders als in der heutigen Zeit, noch recht übersichtlich gehalten. Im allerersten Set, dem sogenannten Basis-Set, sowie den folgenden Erweiterungen gab es neben den sogenannten sehr häufigen Karten („Commons“) weniger häufige Karten („Uncommons“), seltene („Rares“) und seltene holografische Karten („Holo Rares“). Auch diese Seltenheitsstufen bestehen heute noch, wo nun aber eine Holo-Rare keine überragende Ausbeute mehr ist, waren diese damals das Nonplusultra und jene aus der damaligen Zeit sind heute noch entsprechend unter Liebhabern sehr begehrt. In durchschnittlich jedem dritten Booster-Pack befand sich eine holografische Karte. Ausgenommen von der holografischen „Secret Rare“-Karte „Dunkles Raichu“ in der Erweiterung „Team Rocket“, die unbestätigten Schätzungen zufolge in durchschnittlich jedem 54. Booster-Pack zu finden war und sich dadurch auszeichnet, dass sie, wie heute nicht unüblich, eine höhere Ordnungszahl als die offiziell im Set erhältliche Anzahl von Karten besitzt (nämlich 83/82), änderte sich an diesem System in den Erweiterung der ersten Pokémon-Generation sowie in den ersten beiden sogenannten „Neo“-Serie der zweiten Generation mit „Neo Genesis“ und „Neo Entdeckung“ nichts.


    012-1.JPGErst die „Neo Revelation“ führte weitere „Secret Rares“ und mit diesen die ersten „Schimmernden Pokémon“-Karten in Form von „Schimmerndes Karpador“ und „Schimmerndes Garados“ im Sammelkartenspiel ein. Verständlich, da zum einen mit der zweiten Spiele-Generation offiziell „schillernde Pokémon“ eingeführt wurden, zum anderen auch das schillernde, rote Garados als stationär fangbares Pokémon in Pokémon Gold, Silber und Kristall den allermeisten Pokémon-Fans ein Begriff war und dazu im Anime ebenfalls einen Auftritt hatte, wo es dieselbe Rolle wie in der Story in den Hauptspielen spielte. Genauso wie das Dunkle Raichu hatten auch diese besonderen Versionen von Garados und Karpador mit 65/64 und 66/64 besondere Ordnungszahlen; der Stern am rechten, unteren Rand war aber derselbe wie bei allen anderen, regulären Rare- und Holo-Rare-Karten.


    Die erst einige Monate später mit der nächsten und sogleich letzten Erweiterung der Neo-Serie – „Neo Destiny“ – eingeführten, acht weiteren Schimmernden Pokémon wurden auch bezüglich ihrer Seltenheitsstufe entsprechend mit einem Triple-Stern (siehe Scans ausgewählter Karten weiter unten) gekennzeichnet. Diese acht Pokémon (siehe Tabelle unten) vertraten jeweils die nach Garados bzw. Karpador noch fehlenden acht Typen des Sammelkartenspiels. Anders als die ersten beiden „Schimmernden Pokémon“ schimmern diese nicht unbedingt so originalgetreu wie ihre schillernden Vorbilder aus den Hauptspielen. Nichtsdestotrotz ist auch deren Artwork – in welchem nur das Pokémon über einen holografischen Effekt verfügt, nicht jedoch der Hintergrund –, ein absoluter Hingucker und machte die Karten, neben ihrer Seltenheit, so begehrt. Dazu kommt eine besondere, fühlbare Textur in der Holographie der Karte, die in vergleichbarer Form erst in der fünften Sammelkarten-Generation wieder eingeführt wurde. Die Textur ist dabei an das Pokémon angeglichen und verlieht dem Bild mit besonderen Schattierungen einen leicht dreidimensionalen Effekt (ein gutes Beispiel dafür ist das unten abgebildete „Schimmernden Noctuh“ mit dessen Federkleid).
    Diese vermutlich durchschnittlich in jedem 12. (Neo Destiny) bzw. 18. (Neo Revelation) Boosterpack zu findenden Pokémon-Karten waren nicht unbedingt sonderlich spielbar, obwohl sie als Basis-Pokémon galten, was vor allem an deren Attacken lag: Diese waren oftmals recht energieaufwendig und benötigten nicht nur vom eigenen Typen, sondern auch von mindestens einem anderen, nicht-farblosen Typen Energien, um eingesetzt werden zu können. Die Limitierung der Schimmernden Pokémon hatte also vermutlich eher keine spieltechnischen Gründe, viel eher wollte man wohl, sollte doch einmal eine solche Karte ihren Weg in ernsthafte Decks finden, die Preise auf einem relativ gesunden Niveau halten.


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    In der nachfolgenden Tabelle findet ihr eine Übersicht der Schimmernden Pokémon aus Neo Revelation und Neo Destiny:


    Erweiterung Nummer Name Typ
    Neo Revelation 65/64 Schimmerndes Garados Wasser
    Neo Revelation 66/65 Schimmerndes Karpador Wasser
    Neo Destiny 106/105 Schimmerndes Celebi Pflanze
    Neo Destiny 107/105 Schimmerndes Glurak Feuer
    Neo Destiny 108/105 Schimmerndes Kabutops Kampf
    Neo Destiny 109/105 Schimmerndes Mewtu Psycho
    Neo Destiny 110/105 Schimmerndes Noctuh Farblos
    Neo Destiny 111/105 Schimmerndes Raichu Elektro
    Neo Destiny 112/105 Schimmerndes Stahlos Stahl
    Neo Destiny 113/105 Schimmerndes Despotar Unlicht



    Auch heute erfreuen sich die Schimmernden Pokémon bei Sammlern großer Beliebtheit und erzielen in sehr gutem Zustand und limitierter Version (also in 1. Edition) Preise, die nicht selten weit über (mehrere) 100 Euro, vereinzelt sogar über 1.000 Euro in englischer Sprache und absolutem Top-Zustand hinausgehen. Auch für unlimitierte Karten beginnen die Preise meist nicht unter 20 Euro, je nach Pokémon und Zustand fällt der Preis entsprechend höher aus.


    Was mit den Schimmernden Pokémon eingeführt wurde, hatte in gewisser Weise auch Auswirkungen auf nachfolgende Erweiterungen: Die in den unmittelbar an die Neo-Sets anknüpfend erschienenen e-Card-Serien enthielten sogenannte „Crystal Pokémon“. Diese hatten zwar kein spezielles Aussehen, zeichneten sich aber dadurch aus, dass Crystal Pokémon ausschließlich den Farblos-Typ besaßen und, wie die Schimmernden Pokémon, verschiedenste Typen von Energien zum Ausführen eines Angriffes benötigten.
    Die anschließend erschienenen EX-Serien enthielten mit den sogenannten „Goldstar“-Karten Pokémon, die auf ihrer schillernden Version basierten. Diese waren auch auf ein Exemplar pro Deck limitiert, wobei einige durchaus in Turnierdecks gespielt wurden. Die Goldstar-Pokémon waren unabhängig von ihrer eigentlichen Entwicklungsstufe alle Basis-Pokémon und repäsentierten vor allem die schillernden Varianten von legendären und anderen beliebten Pokémon in beeindruckendem Design; erstmals scheinen die Pokémon aus dem ursprünglichen Artworkfeld herauszukommen. Zusätzlich macht auch ein die Textbox umgebende Glitzerstreifen optisch einiges her. Aufgrund der damals viel geringeren Druckauflage (und einer statistischen Chance, nur in jedem 72. Booster-Pack eine solche zu ziehen) haben sie inzwischen unter Sammlern ebenfalls sehr hohe Werte erreicht.


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    Und auch in nachfolgenden Erweiterungen fanden sich schillernde Pokémon, welche dann teilweise in der Kartennummer durch die vorangestellten Kürzel „SH“ oder „SL“ zusätzlich (primär natürlich an ihrem Artwork) als solche erkannt werden konnten. Im „Schwarz & Weiß“-Zyklus wie auch im „XY“-Zyklus fanden sich schillernde Versionen von Pokémon unter den Secret Rares.


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    Richtige, auch als solche bezeichnete Schimmernde Pokémon wurden nun aber erst wieder mit der zu Beginn angesprochenen „Schimmernde Legenden“-Erweiterung bzw. als Promokarten eingeführt.



    Diese sind teilweise vielleicht etwas spielbarer, nicht in ihrem Einsatz pro Deck limitiert und die Chance, eine solche Karte aus einem Booster zu ziehen, dürfte sich im Rahmen der damaligen Chancen bewegen. Auch der Holo-Effekt ist, wie damals, auf das Pokémon beschränkt und mit besonderer Textur versehen, was diese Karten zu tollen Sammelobjekten macht und zusätzlich noch gelungen an jene Karten aus den Neo-Sets erinnert.


    Vielen Dank an BlueFirefly und Impergator für zusätzlich Informationen sowie an BlueFirefly und Rabenblau für das Bereitstellen der Scans. Die weiteren Scans stammen von Bisafans.de oder vom Autor des Artikels.




    Diskussionsansätze zum Thema:

    • Wie gefallen euch die Schimmernden Pokémon im Sammelkartenspiel?
    • Habt ihr selbst Erfahrungen mit dem Ziehen oder Sammeln solcher Karten – egal ob aus den Neo-Serien oder nun Schimmernde Legenden – gemacht?
    • Besitzt ihr andere Arten von schillernden Pokémon-Karten?

    Natürlich sind das nur Ansätze für eine Diskussion. Wenn euch selbst etwas passendes zum Artikel einfällt, könnt ihr gerne auch eigene Ideen einbringen!


    Das war es für diesen Samstag auch schon wieder mit unserem Blick in die Vergangenheit! Wir hoffen, euch hat der Artikel gefallen. Wenn ihr Lust darauf habt, euch mit anderen Usern darüber auszutauschen, laden wir euch herzlich ein, an unserer Diskussion teilzunehmen. Habt ihr Fragen oder Anregungen? Dann teilt uns beides gerne über das Feedback-Topic der Bisatainment-Aktionen oder über unsere Email-Adresse, bisatainment@bisafans.de, mit.


    Bis zum nächsten Retro-Samstag!


    P.S.: Noch ein Hinweis in eigener Sache: Wenn ihr Lust darauf habt, die Vergangenheit von Pokémon zu erkunden und für den Retro-Samstag zu schreiben, könnt ihr euch gerne bewerben. Alle Informationen dazu findet ihr hier: Unterstütze das Retro-Samstag-Team

  • Das Sammelkartenspiel ging schon immer total an mir vorbei. Die Karten fand ich immer hübsch, aber das ganze System und wie man das überhaupt spielt, war nie was für mich. Ist es auch immer noch nicht, aber die Karten sind immer noch sehr schön gemacht. Viele Illustrationen sind einfach hübsch anzusehen.


    Da ich also so gar kein Vorwissen hab, war war dieser Artikel anfangs ein bissl konfus für mich. Was aber wohl daran liegt, dass es einfach schwierig ist langen Sätzen eines Experten zu lauschen und dann die Gedankengänge auch noch zu verstehen. Also, wenn ihr wirklich allgemein verständlich bleiben wollt, müsst ihr mit kürzeren Sätzen arbeiten. Denn ich weiß nicht, ob es Sinn des Artikels ist, dass ich Absätze zwei Mal lesen muss, um sie zu begreifen. Aber, ich hab mich trotzdem durch den Artikel gelesen -- allein schon, um vielleicht eine Bildungslücke zu schließen. Wie ja auch das Thema dieses Formats ist, hab ich etwas neues gelernt, was ich vorher nicht wusste. Besonders gut waren natürlich die Karten, die man hier sehen konnte und das ganze ein bisschen deutlicher illustriert haben. Man konnte dadurch doch ganz gut verstehen, was der Text beschrieben hat.


    Okay, was hab ich aus dem Artikel mitgenommen?

    Zum einen, dass es im Sammelkartenspiel auch Shiny-Pokémon gibt, die aber ein wenig anders funktionieren, wie in den Spielen. Und zum anderen, dass diese Shiny-Pokémon-Karten sich im Laufe der Zeit etwas verändert haben und sehr selten sein können.

  • Rusalka

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