[Sinnoh-Reisen] Gewitter aus der Urzeit

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  • Hi zusammen!
    Inspiriert durch eine Menge gelesenen Stoffes, und dem baldigen Release von B/W habe ich mich dazu entschlossen, hier Fanstorytechnisch mal meinen Senf dazuzugeben :D
    Den Anstoß gaben folgende Fanstorys (Kompliment an die Autoren, übrigens)
    -A Promise.. (sunnshinegirl 14)
    -Depth Pearl (DawnOfDarkrai)
    -Zug um Zug (Wielie)
    Vorweg: Wir sind hier im Shipping - und Reiseteil, wobei ich mich weniger auf Romantisches konzentrieren werde, als auf Erfahrungen und Begebenheiten aus dem *alltäglichen* Ablauf einer Trainerreise. Auf euch können Action, Mystery, Romantik und jede Menge Humor zukommen!
    Unnötig anzumerken, dass dies meine erste FS ist, und eigentlich auch der erste Versuch überhaupt, eine längere Geschichte auf den Weg zu bringen, aber mit etwas Geduld, Glück und Sonne wird die Sache sicherlich sehr spannend.


    Anmerkungen :
    Die Hauptstory werde ich noch nicht im genauen erörtern, das kommt nach und nach raus
    Die Zeitlinie lässt sich in etwa so einordnen : die meisten Professoren sind sich einig, dass es schon über 500 Pokemon gibt. Durch den rasenden Evolutionären Zuwachs, lässt sich jedoch nichts Genaues feststellen.
    zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Helden der Serie auf dem Weg nach Fleetburg
    Wenn in der Story ein Datum genannt wird, handelt es sich um das Jahr 2010
    Erzählt wird das Ganze meist aus der Sicht von Shawn D´Aera


    So, es folgt eine Darstellung der Charaktere die in dieser Story auftauchen.
    Ich bin selbst kein Künstler, wenn jemand das Zeichnen gut draufhat (Manga-Style) und denkt, er weiß wie man die Charaktere besser gestalten kann, der schickt mir einen eingescannten Entwurf
    mit etwas Glück tausche ich die Bilder aus, und setze den Namen des Malers darunter (nicht vergessen , den anzugeben! :D )
    und Achtung : den Hauptcharakteren der üblichen Story habe ich Nachnamen verpasst, damit sie ins Gesamtschema passen


    Hauptcharaktere


    Shawn D´Aera


    Nico Blanca


    Lyra Tendigo


    Daniel Cold



    Und Nebencharaktere, oder bereits bekannte




    So,jetzt kann aber endlich der Prolog folgen!


    Prolog: Angriff aus der Urzeit
    [IMG:http://i35.servimg.com/u/f35/13/95/46/06/zeroch10.jpg]
    (zerochan.com-entry by alegria)


    72 mio. Jahre vor der heutigen Zeitrechnung; südliche Spitze von Pangäa
    Es war eine sehr lange Zeit notwendig gewesen, um ein komplett schutzloses und glibberiges Pokemon lebensfähig zu gestalten. Das Leben war hart, und für glibbrige Wesen nicht gerade lang, allzu leicht konnte es vorkommen, dass etwas vorbeikam und es auffraß. Darum hatte die Evolution dem Kabuto einen festen Panzer gegeben, mit dem es sich hervorragend vor dem verteidigen konnte, was für dieses am gefährlichsten war: Angriffe aus der Luft.
    Dies alles sind Fakten, doch unser kleines Kabuto dachte natürlich an all dies nicht, da es momentan nur die Futtersuche im Kopf hatte. Und dafür musste es an Land, obschon es instinktiv wusste das es dort gefährlich war.
    Die Abenddämmerung hatte schon eingesetzt, als es den Kopf aus dem Wasser streckte, das sich hinter ihm über hunderte Kilometer ohne Unterbrechungen bis an den Horizont fortsetzte. Zu dieser Zeit war das Land noch nicht aufgeteilt, sondern einfach eine riesige zusammenhängende Scholle im Meer. Rings um das Kabuto war das Wasser stark aufgewühlt, es war ein Sturm wie er hier nur selten auftrat. Die Wolken hingen tief und schwarz über dem Ozean, und das Land war kaum zu sehen.Die Temperatur war hier auf unerträgliche 12° gesunken. Das Panzertierchen machte sich unverzagt daran, ans Ufer zu kommen und nahm bald die Spur von einigen kleinen Krebsen auf, die sich in der Böschung versteckten.
    Böiger Wind zog über den Kontinent, der jeden Menschen sofort umgeblasen hätte, doch Kabutos sind sehr bodennahe Pokemon, und so zog er darüber hinweg.
    Das Kabuto hatte länger schon nichts mehr gefressen, also machte es sich so schnell wie möglich auf den Weg zu seiner neuentdeckten Nahrungsquelle. Der Himmel wurde, sofern überhaupt möglich, noch schwärzer und der Regen nahm zu. Bäume nahe des Ufers bogen fast vollständig durch, einige brachen komplett und wurden von den tosenden Luftmassen mitgerissen. Fast jede Sekunde donnerte es nun, und Pokemon mit schwächeren Augen als Kabuto würden schon nichts mehr sehen können. Bis auf eines.
    Der König dieser Zeit war kein Pokemon, das aus dem Wasser kam, auch wenn sie die Mehrheit bildeten. Landgebunden war es genausowenig, da diese den häufigen und ab und zu sehr heftigen Stürmen und schwallartigen Regenfällen ausgesetzt waren. Der Räuber, der sich hier an die Spitze der Nahrungskette gesetzt hatte, hieß Aerodactyl und er konnte fast alles mit seinen Kiefern zerbrechen.
    Mit einem Druck von über 120 kg pro Zentimeter war es das stärkste Gebiss der Urzeit, und nichts oberhalb der Wasseroberfläche war davor sicher.
    Und ein solches Aerodactyl hatte nun die Futtersuche des Kabuto gesehen und nahm den winzigen Urzeitkrabbler ins Visier. Ein grauer Blitz schoss rasend schnell aus dem Himmel, genau auf die braune Schale des Kabuto zu.
    Es blitzte erneut.
    "Wow, das ist ja total spannend!"
    30.4.2005; Neuborkia
    Ich schaute auf. Lyra hatte es sich auf meinem Bett gemütlich gemacht und sah von dort auf mich herab.Ich saß dabei auf dem Boden. Was dachtet ihr denn? Offenbar war sie von der Welt fasziniert, wie sie einmal gewesen war. Während sie sich noch vor dem Aerodactyl gruselte, stand ich auf und legte das Buch in ein Regal zurück. *Vergessene Welt* stand darauf, und es waren einige schöne Abbildungen von Urzeitpokemon enthalten.
    Draußen vor meinem Fenster wurde das abendliche Neuborkia gerade in ein tiefes Orange getaucht, und man hörte nicht weite entfernt Wellen an den Strand rollen.
    "Aber dieses Flugpokemon ist mir unheimlich! Es sieht das süße Kabuto und will es einfach essen..". Sie blies die Backen auf, und sah echt beleidigt aus.
    Ich fand, es war an der Zeit ihr etwas über meine Pläne zu erzählen: "So ein Aerodactyl werde ich mir auf jeden Fall fangen, wenn ich auf meine Reise gehe! Früher war es ein Symbol der Familie, bin mir absolut sicher damit!", wobei sie erschrocken schien, als ich *meine Reise* sagte. "Du nimmst mich doch mit, oder?"
    "Klar, dich hat Professor Lind doch auch angerufen. Wir werden beide zusammen kämpfen können!". Und es stimmte, Professor Lind hatte bereits zwei Wochen zuvor bekanntgegeben, welche neuen Trainer aus Neuborkia und Umgebung sich Pokemon aus seinem Labor aussuchen durften. Ich und Lyra hatten es geschafft! Natürlich waren wir schon ewig aufgeregt und konnten den nächsten Tag kaum erwarten.
    "Kämpfen ist ja was tolles, aber ich finde es viel spannender, Pokemon zu fangen und sie aufzuziehen.". "Weißt du schon welches Pokemon du morgen wählen wirst?", fragte ich, obschon ich mir die Antwort denken konnte.
    "Ach, ich weiß es nicht die sind alle so süüüüüß!"
    Ja, sie war sehr enthusiastisch. So redeten wir uns wie schon oft geschehen die Köpfe heiß über ein Abenteuer das noch nicht einmal begonnen hatte, doch wir waren von ganzem Herzen gespannt und würden am liebsten sofort losziehen. Und wie immer merkten wir nicht, wie die Zeit verging.
    “Werden wir auch legendäre Pokemon sehen?”
    Die Frage hatte ich mir schon gestellt und die Antwort fiel leicht: “Natürlich! Wir werden alle Pokemon sehen, und - “, wollte ich fortfahren,
    doch just in diesem Moment musste meine Mutter die Zimmertür aufstoßen und die gemütliche Atmosphäre war gestört, im Hintergrund hörte ich Johnny laustark das Lachen üben.
    "Jetzt ist aber Schluss! Mrs. Tendigo hat sich schon beschwert, dass sie ihre Tochter nur noch zum Essen sieht, ich glaube ihr müsst ins Bett." Leider hatte sie Recht, Lyras PokeCom zeigte nach 22 Uhr, und meine Voltoball-Uhr auf dem Schreibtisch bestätigte das auch noch.
    Diese war schon aufgesprungen und sah ein wenig beschämt aus. "Ich .. wollte gerade gehen!", wobei sie ein wenig auf der Stelle hüpfte. Ihre Zöpfe machten die Bewegung mit, ich musste grinsen und ging mit ihr zusammen aus dem Zimmer. Keine halbe Stunde später war ich dann auch schon eingeschlafen und eins stand für mich fest :
    Der nächste Tag würde der Anfang eines riesigen Abenteuers werden!


    Die Uhr auf dem Schreibtisch zeigte Mitternacht, als das Buch aus dem Regal fiel. Es schlug auf und zeigte die große Abbildung eines Aerodactyl über zwei Seiten. Hoch über Neuborkia bewölkte sich der Himmel in einem unnatürlichen Tempo, und in den Wolken tauchte der schwarze Umriss eines riesigen Pokemon auf. Es schien etwas zu suchen.
    Als der Morgen graute, war das nächtliche Unwetter ohne eine Spur verschwunden.


    Soweit so gut, für Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer zu haben, da wünsche ich mir jede Menge Beiträge! Wie viele Kapitel es werden? Da bin ich auch mal gespannt, das Erste wird aber nicht lange auf sich warten lassen.


    Viele Grüße und bis dahin!
    Pay

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    #saveasiabibi

    3 Mal editiert, zuletzt von Scorchwood () aus folgendem Grund: Aktualisierung, Wiederaufnahme

  • äh... gut, du hast meine geschichte gelesen und ich werde mich im gegenzug über deine geschichte "auslassen", wenn du nichts dagegen hast... also, rechtschreibtechnisch ist mir vorerst nichts aufgefallen, kann aber auch daran liegen, dass ich im lesefluss drin war... vielleicht findet ja wer anders noch fehler... aber zur kritik: das ist dein prolog, für prologe gibts keine festgelegte länge... ein wenig mehr hätte mich allerdings auch nicht gestört. naja, die beschreibungen finde ich ziemlich gut, dass du bilder hineinkopiert hast, könnte die problematik entwickeln, dass eventuell jemand das mädchen kennt, welches bei dir nico blanca darstellt... die daraus resultierenden assoziationen mag ich mir gar nicht vorstellen... aber ich finde es gut, dass mal jemand eine größere gruppe in seiner story einbringt, auch wenn es später dann schwer wird, keinen in dialogen außen vor zu lassen, das wirst du merken...
    was noch? hm, mir ist aufgefallen, dass die daten aus der story von dir als 2010 angegeben wurden, nun spielt der prolog um 2005, was bedeutet, dass uns 5 jahre fehlen... ich hoffe, man kommt sich nicht allzu verloren vor:P
    aber ansonsten fand ich die geschichte bisher gut zu lesen... mach dir keine sorgen, ich hoffe du verlierst den mut nicht...
    mfg
    DoD

  • also, das ist weniger resonanz als erwartet, aber gut, allein am prolog kann man vermutlich auch nicht viel erkennen
    danke an DoD für den kommentar :x
    das nächste kapitel wird eine vorgeschichte sein, um die dinger besser zu verarbeiten, aber es dauert noch ein wenig, da das kapitel einfach zu lang wurde, ich werde kürzen müssen
    bis bald
    Pay

  • Wie angekündigt, der erste Teil dieser Erzählung. Ich freue mich auf Kritiken, Werbung folgt in Kürze :D


    Kapitel 0: Vorgeschichte
    Oder: Schnapp sie dir!


    _Shawn_
    Der folgende Tag begann mit einem wahren Feuerwerk aus Blau, Grün und Gelb. Als ich aufwachte stand die Sonne schon am Himmel und ein Blick aus dem Fenster bestätigte die vollkommene Wolkenlosigkeit draußen. Das perfekte Wetter um sich ein Pokemon zu holen und loszulegen!
    Ich stieg aus dem Bett und öffnete das Fenster. Die Luft tat gut, und ich war bereits bester Laune. Was ich an diesem Tag anziehen würde, hatte ich mir auch im Voraus ausgesucht, zunächst eine Jeans-Bermudas, die etwa bis kurz unter die Knie reichte. Dazu ein rotes Shirt mit schwarzen Ball-Aufdruck. Passend zum Tagesziel, nicht wahr? Und die Sonnebrille nicht vergessen! Mit dem Fuß schon vor der Tür, drehte ich mich zur Kommode um, und nahm die Brille hastig in die Hand.
    Dann rannte ich die Treppe zum Erdegeschoss hinunter. Mit jedem Schritt gab diese ein Knarzen von sich, so alt und vertraut dass man meinen könnte sie sagte ebenfall auf Wiedersehen. Als kleine Erklärung, das gesamte Untergeschoss war in Weiß- und Brauntönen gehalten, und ein solch sattes Braun wie zum Beispiel der Esstisch und die Treppe konnten nur Mahagonimöbel aufweisen. Ich sah mich kurz in der Küche um, die wie immer blank poliert war und setzte mich.
    “Da ist ja unser großer Pokemonmeister!”, meinte meine Mutter mit einem Lachen, während ich mein erstes Brötchen aß. Ich überlegte schnell, denn zwei Leute fehlten hier: Johnny war im Kindergarten, und mein Vater brachte ihn dort hin.
    “Du wirst erstaunt sein! Genau so werden mich die Leute nennen, wenn ich erstmal mit der Johto Liga fertig bin. Wenn ich genug trainiere wird das nicht schwer! Und alle Pokemon die es gibt fange ich auch!”.
    Sie schmunzelte vor sich hin, was mich ein wenig ärgerte. Sie würde schon sehen!
    “Hast du auch alles eingepackt?” , fragte sie als nächstes, als ob ich nicht schon seit Tagen auf meinem Gepäck sitzen würde.
    “Natürlich! Alles dabei”, erwiderte ich und sprang auf. Um kurz vor 10 würde Lyra draußen warten, und ich durfte mich nicht verspäten, außerdem sah mich meine Mutter sowieso noch mal bevor ich aufbrechen wollte. “Bis nachher! Ich bin mit Lyra bei Professor Lind.”
    “Euch zwei wird wohl niemand je stoppen, was?”, sagte sie und drehte sich zum Ofen um.
    Davon war ich überzeugt, und Lyra, die draußen bereits wartete, schien genauso zu denken. Sie hatte ihre Lieblingslatzhose angezogen und war schon mit Pokebällen ausgerüstet. Außerdem trug sie ein rotes Top und ihre berüchtigte Ballonmütze. “Hi, da bist du ja endlich! Ich stehe mir seit mindestens 20 Sekunden die Beine in den Bauch!”, rief sie lachend, als ich die ersten paar Schritte vor die Tür setzte. “Perfektion erreichst du nur mit Geduld, Lyra! Aber gut, dass du schon hier bist, dein Haus wäre mir heute zu weit entfernt.”
    Das stimmte, wenn man von oben auf Neuborkia schaut, ist Lyras Haus weit im Südosten. Und ein Park lag auf dem Weg, in dem um die Uhrzeit viele Snubbulls rumlaufen. Keine Frage, mein Weg zu Professor Lind war kürzer.
    Lyra hatte sich, während ich die letzten Schritte zu ihr bewältigt hatte, gedehnt und sah mich nun erwartungsvoll an.
    “Was meinst du, wer wird zuerst sein neues Pokemon bekommen?”
    “Na wer schon! Der, der zuerst da ist!” Ich machte mich auf ein kleines Rennen durch den sommerlichen Morgen gefasst.
    “Wir wetten um dein Taschengeld, so wird’s spannender”, meinte sie und rannte bereits los. Wie immer! Ich beeilte mich, ihr zu folgen. So legten wir rennend einen Großteil des Weges zurück, zunächst die sonnenbeschienene Straße entlang, das Meer zu unserer Linken. Die Sonne würde noch lange brauchen, um ihren höchsten Stand zu erreichen, doch sie schien schon mit einer unglaublichen Intensität von hoch oben auf das Wasser. Die Seeluft sorgte für Erfrischung, und das im Laufen, sehr praktisch, wie ich dachte. “Nach der nächsten Abbiegung müssen wir nach Rechts, nicht nach Links, da ist eine Baustelle!”, rief ich Lyra im Laufen zu, um sie vorzuwarnen. Wir würden bald an Professor Linds Labor ankommen, und liefen beide gleichauf.
    “Ihr werdet niemals stillhalten können, nicht wahr?” Diese Stimme kannte ich, genau wie die von Lyra, seit vielen Jahren, auch wenn sie mir nicht so vertraut war. Sie gehörte Daniel Cold, wir nannten ihn meist Dan, und er war eher vom zurückhaltenden Typ, aber stehts zuverlässig. Er war der dritte Trainer, der heute sein erstes Pokemon erhalten würde, und ich vermutete, es würde wenn möglich ein Eis-Pokemon sein. Wer Dans Stimme hörte, der hatte meist das Gefühl, die Temperatur sänke um mehrere Grad, doch im Sommer, wenn sich alle nach Strand und Wasser sehnten, war das manchmal echt willkommen. Er sah wie immer gelassen und hochmütig aus, als er auf die Straße trat.
    Lyra jedenfalls hatte schon eine Woche, nachdem Dan vor 3 Jahren aus Rosalia City hergezogen war, sämtliche Scheu abgelegt, und so hatten wir uns mit ihm angefreundet.
    “Hallo, Dan, wir sind gerade auf dem Weg zu Professor Lind!!”, sagte sie und schickte mir einen entschuldigenden Blick, während sie umkehrte und die paar Schritte zu Dan zurücklief. Wir waren wirklich schnell an ihm vorbeigezogen.. Ich fuhr fort: “Und du kommst gerade rechtzeitig, um dabei zu sein. Aber du siehst etwas gehetzt aus, was ist dir passiert?”
    “Ich habe eben einen Anruf von meinem Vater erhalten. Im Labor stimmt was nicht, wir sollen vorsichtig sein, und sicher dort ankommen.”
    “Okay, mal schauen, was sich tun lässt”, meinte ich. Wer sein erstes Pokemon erhält, dem passiert nichts, das stand für mich fest : “Bestimmt ist es bloß ein Taubsi, das gegen ein Fenster geflogen ist”.
    Lyra schien nur froh zu sein, dass Dan schon Bescheid wusste, damit wir nicht blind ins Unglück rannten.
    “Lasst uns gehen.”


    Es dauerte nicht lange, Dans Zuhause lag sogar noch näher am Pokemonlabor als meines, und sein Vater arbeitete zur Zeit dort.
    Die Sonne wanderte langsam weiter in die Höhe, und wir genossen einfach das Wetter. Die letzte Abbiegung! Anschließend befanden wir uns auf der Straße zu Professor Linds Labor. Ich hatte schon viel von ihm gehört, er beschäftigte sich vor allem mit der Aufzucht von Pokemon, soll heißen der Weg vom Ei bis zum fröhlichen Partner. Er war für einen Professor eher jung, doch das war höchstens ein Bonuspunkt.
    Auf beiden Straßenseiten standen alte Eichen, die von Lyra erstmal ausgiebig bestaunt wurden: “Die sind wunderschön“ … “und uralt noch dazu” schloss ich ab und grinste. Sie musste lachen und sah in den Himmel, wobei ihr die Sonne ins Gesicht schien.
    Das Labor kam in Sicht.
    Jeder von uns reagierte anders darauf, fiel mir beim Näherkommen auf: Dan zeigte inzwischen sogar so etwas wie Interesse und ging aufrechter, Lyra bekam glänzende Augen und stellte sich vermutlich vor, was für niedliche Pokemon sie gleich sehen würde, und ich wurde immer aufgeregter und konnte mich kaum davon abhalten, loszulaufen. Kein Wunder!
    Das Pokemonlabor von Professor Lind war ein langgestreckter Komplex, der aus der Luft in etwa wie ein L aussehen musste. Wir näherten uns dem langen Strich davon, unser Weg lag parallel zum *Standstrich* des L´s.
    Doch etwas stimmte nicht, und das merkten wir alle gleichzeitig. Und gleichzeitig schnappten wir nach Luft, als wir die zerstörten Fenster sahen, die wie kaputte Zähne aus ihren Rahmen ragten. Aus einigen Räumen im Innern dampfte es. “Schaut mal, der Boden!”, bemerkte Lyra aufgeregt, “er hat Risse, und das nur in der Nähe des Labors.”
    Nichtsdestotrotz empfing uns eine Angestellte des Professors an der Tür. “Entschuldigt, aber die Aufräumarbeiten sind noch nicht angelaufen. Um das was ihr seht, müsst ihr euch aber nicht kümmern. Herzlich willkommen! Folgt mir bitte, der Professor wartet schon.”
    Wir folgten ihr durch ein kleines Empfangszimmer, an das sich ein längerer Korridor anschloss. Wir gingen an vielen Räumen vorbei, die alle eine andere wichtig aussehende Aufschrift trugen.
    Am Ende des Ganges befand sich eine Doppeltür, welche nun von der Assistentin geöffnet wurde.
    Diese lächelte immer noch freundlich und verabschiedete sich mit den Worten: “Den Rest des Weges findet ihr ohne mich, einen schönen Tag noch.”


    _Lyra_
    Die freundliche Dame machte die Tür zu Professor Linds Forschungsraum auf und ging. Ich trat vor, und fand mich im großartigsten Zimmer wieder, das ich jemals betreten hatte! Es war riesig, mit Regalen bis zur Decke, und vielen leuchtenden Maschinen, die an den Wänden standen. Im Raum verteilt standen einige Wissenschaftler, die sich Notizen machten oder niedliche Pokemon mit sich herumtrugen. Einer hatte sogar eine ganze Gruppe von kleinen Babypokemon dabei! Mir wollten fast die Augen übergehen, mein Herz schlug auch immer schneller!
    “Shawn, guck mal!” - “Ich seh es, coole Sache, oder? Aber denk dran, unsere sind das nicht.”
    “Wie süß!”
    Ganz hinten saß ein jugendlich aussehender Mann vor einem Laptop und schien gerade wichtige Messungen vorzunehmen. Ich sah noch einige komische Wellen, dann stand der Professor auf und drehte sich zu uns um.


    _Dan_
    “Hallo, mein Name ist Professor Lind. Ich habe euch schon erwartet! Wie ihr seht, gab es hier einige Zwischenfälle…aber nichts was sich nicht wieder geradebiegen ließe.”
    Hatte ich es mir doch gedacht, nichts weiter tragisches. Aber ärgerlich für das Labor, es bedeutete Arbeit. Der Professor gab sich Mühe, freundlich und gut gelaunt zu wirken, ein richtiger Profi, dachte ich mir.
    “Professor, was war denn hier los?“ “Wir haben die kaputten Fenster gesehen, und dachten es wäre ein Unfall passiert.”
    “Kein Grund zur Sorge Lyra und Shawn, es gab ein Unwetter letzte Nacht, begleitet von einigen schwachen Beben. Ich denke nicht, dass es sich wiederholen wird.”
    Hatten die drei vergessen, weshalb wir hier waren? Ich fragte mich, ob sie von selbst darauf kamen.
    “Aber kommen wir zu euren Pokemon!” Bingo.
    “Ihr seid ja nicht umsonst hergekommen, nein und noch mal nein, folgt mir!”
    “Die da sind echt superniedlich!”
    “Ja, Lyra das sind unsre frisch geschlüpften Baby - Pokemon. Wir beobachten hier gerade einige Typen aus der Klasse Humanotyp. “
    Das fand ich interessant, angeblich hatten die Attacken des Männchens Einfluss auf die Attacken der nächsten Generation. Würde hier vielleicht ein Magby Eishieb lernen?
    Der Professor hatte gerade eine gläserne Schiebetür aufgezogen und leitete uns nach draußen, auf eine kleine Terrasse, die den Ausgangspunkt des Labors zu einer weitflächigen Graslandschaft darstellte.
    Auf einem großen Tisch standen 3 Pokebälle mit jeweils einem kleinen Plakat dahinter.
    Oh bitte, ein Eis-Pokemon! Das wäre fabelhaft.


    _Lyra_
    “Das hier sind die 3 Pokemon zwischen denen ihr entscheiden dürft!”, sagte der Professor mit einem ermutigenden Lächeln im Gesicht.
    “Ich lese die Plakattexte vor:
    Nummer 1 : Endivie, Blatt-Pokemon-Klasse.
    Mit seinen aromatischen Blättern kann es die Luftfeuchtigkeit messen. Es wirkt beruhigend auf andere Pokemon.
    Attacken: Tackle und Egelsamen”
    Auf der Abbildung sah es einfach zum Knuddeln aus! Und die Sache mit den Blättern machte es noch niedlicher, das war definitiv mein Start-Pokemon!


    _Shawn_
    Kaum war das Photo von Endivie zu erkennen, wusste ich schon was meine Freundin für ein Pokemon wählen würde. Es hatte einfach alles, was sie sich wünschte! Ich schickte ihr ein wissendes Grinsen, sie lächelte zurück. Dann schaute ich wieder gespannt nach vorn.
    Professor Lind fuhr fort:
    “Nummer 2: Feurigel, Feuer-Pokemon-Klasse.
    Es ist ruhig und kugelt sich gerne zusammen. Sobald Gefahr droht, entzündet es seinen Rücken, um seine Gegner zu verbrennen.
    Attacken: Glut und Heuler”
    Besser hätte man es nicht beschreiben können. Ich reckte Dan ein *Daumen Hoch* entgegen, und sah mir Feurigel genauer an. Es sah auch niedlich aus, aber zum Glück nicht zu sehr. Ich stellte mir vor, wie es mit brennendem Rücken aussehen würde..genial!


    _Dan_
    “Es sieht fast so aus, als wärt ihr euch schon einig! Also gut, hier ist das letzte Pokemon:
    Karnimani, Wasser-Pokemon-Klasse.” An dieser Stelle war ich ein wenig enttäuscht, aber Karnimani konnte bestimmt Eis Attacken lernen.
    “Es ist klein, aber hat eine unglaubliche Kraft in den Kiefern. Jeder Trainer sollte vorsichtig mit ihm umgehen.”
    Attacken: Biss und Silberblick.”
    Aufpassen, ja? Klang nach Herausforderung, das kam mir gerade Recht.


    _Shawn_
    “Okay, Herr Professor, ich denke wir haben uns alle bereits entschieden. Nicht wahr, Leute?”
    Lyra nickte lächelnd, Dan machte ein zustimmendes Geräusch.
    “Das dachte ich mir. Ihr seht aus wie Leute, die wissen was sie wollen. Also?”
    “Ich nehme Feurigel!” ,gab ich bekannt und nahm mir den Pokeball vom Tisch. Professor Lind war zur Seite getreten.
    Lyra lehnte sich vor und nahm den Ball der nun allein Links außen lag. “Das wird ein Spaß, Endivie!”
    Ich grinste ihr zu, das glaubte ich Lyra nämlich aufs Wort.
    “Gut, wie vermutet bleibt Karnimani für dich, Dan! Kümmer dich gut darum.” ,meinte Professor Lind entspannt. “Nun entschuldigt mich kurz, anscheinend sind einige Auswertungen gerade abgeschlossen. Ich muss wissen, welche Energien hier freigesetzt wurden. Bin gleich zurück.”
    Damit war er im Labor verschwunden. Ich sah Lyra und Dan an. “Was haltet ihr davon? Wir sind gerade zu Trainern geworden! Ist das nicht mega aufregend? Bestimmt kriegen wir noch Pokedexe und so was!
    Dan wirkte sehr zufrieden mit sich, klar er hatte ein Pokemon bekommen das Eis Attacken lernen konnte, und Lyra wurde hibbelig. Doch in ihren Augen konnte ich die gleiche Wahnsinnsfreude sehen wie ich sie fühlte, und freute mich gleich noch etwas mehr. “Lyra, was hast du denn? Lass es raus! Echt genial, nicht wahr? Wir werden noch heute aufbrechen, und unsere neuen Pokemon trainieren!”
    “Lass es raus ist schon nah dran…”, an der Stelle musste sie kichern “aber ich frage einen Angestellten besser nach der hiesigen Toilette. Bin auch gleich wieder da.”
    Nun musste es für sie wohl schnell gehen, mir war die Sache mit dem *Lass es raus* schon fast peinlich. Dan zog die Augenbrauen hoch.
    “Äh, woher sollte ich das wissen? Mädchen halt.”
    “Sicher.”
    Ja, intelligenter Dialog, aber viel mehr bekommt man aus Dan auch meist nicht heraus. Ich hatte keinen Grund, mich zu beschweren.
    Ich sah über die Wiesen hinweg, die in der nun prallen Mittagssonne lagen. Leichter Wind zog darüber, und erzeugte eine Wellenform, und ich bereitete mich innerlich schon auf das Leben als Trainer vor. Das beste Abenteuer, das man sich vorstellen konnte! Ich war so naiv.
    Denn wie schnell sich der schönste aller Momente ins Gegenteil verkehren konnte, sollte ich sogleich erfahren. Der Schrei ertönte keine 10 Sekunden später.


    _Lyra_
    Schon komisch, und ein wenig peinlich. Ich hatte Shawn und Dan ansehen können, wie glücklich sie mit dem Moment waren, und dann muss sich ja unbedingt dieses Bedürfnis melden..hatte ich Endivie sicher verstaut? Am Riemen der Latzhose, das erschien mir am Sichersten.
    “Entschuldigung, Miss, aber können sie mir sagen, wo ich die Toilettenräume finde?”, fragte ich eine rothaarige Frau mit einem Kittel in weiß, auf dem sich vorne ein Center-Logo befand. Sie musste aus der Klinik-Abteilung kommen.
    “Natürlich. Du gehst einfach den Gang ein Stück rauf, die zweite Tür rechts sollte es dann sein.”
    “Danke.” So machte ich mich auf den Weg. Eine nette Frau! Ich hatte schon Erwachsene kennengelernt die mit Kindern nichts anfangen können, und ihnen selten helfen. Das Klo war schnell gefunden, und ich hatte es eilig, zu Professor Lind und den Jungs zurückzukommen.
    Ich hatte eben die Tür der Toilettenräume hinter mir zugezogen, da..- “Hallo? Ist da jemand?”
    Meine Stimme wurde piepsiger, so was mag ich gar nicht, “Hallo? Wer immer da auch ist, ich habe ein Rizeros und traue mich auch, das einzusetzen!” Da war doch ein Schatten gewesen..
    Im selben Moment wurde ich hochgerissen, und kopfüber gedreht. Eine schwarz gekleidete Person trat in mein verkehrtes Sichtfeld. “Gut gemacht, Golbat. Halt sie fest, und ich nehme mal diesen Ball hier.”
    Sie griff nach dem Ball mit Endivie darin! Ich beugte den Oberkörper nach oben, sodass die Frau meinen Rücken vor sich hatte. “Professor Lind! Hilfeeee!! Shawn! Wo seid ihr denn?” Ich hatte gar nicht gewusst, dass ich so laut schreien konnte, aber es half. Die Frau stutzte und ich nutzte den Moment um der großen blauen Fledermaus, die mich gepackt hielt, einen Tritt zu verpassen. Unsanft landete ich auf den Fußboden. “Los, Endivie!”
    “Ach nein, mit diesem Grünzeug willst du mich aufhalten? Golbat, Luftschnitt.”
    Wo blieb nur der Professor? Ich hatte das Gefühl schon eine halbe Ewigkeit zu kämpfen, und Endivie konnte trotz seiner Egelsamen Attacke nicht mehr lange durchhalten. “Ausweichen! Spring unter der Attacke hindurch!” So und so ähnlich lauteten die meisten meiner Anweisungen. Das arme Endivie machte einen überanstrengten Eindruck. Und ich wusste doch gar nicht was ich tun sollte! Währenddessen schaute die Frau in Schwarz drein, als wäre ich lediglich ein lästiges Hindernis, und so falsch lag sie damit auch nicht. Auch wenn ich ihr die Sache schwerer machte, als sie es wohl geahnt hatte.
    Doch ich hatte Pech, am Ende des Ganges in dem wir kämpften, tauchte ein Komplize der Frau auf."Ich hab die Messungen kopiert! Es stimmt, hier sind wir richtig, die Ströme sind unglaublich stark!" Er hatte zwei Laptops mit Professor Linds Initialen darauf dabei, und schien zufrieden mit sich. Ich stürzte auf Endivie zu, und nahm es auf den Arm. “Professor Liiiiiind! Hiilfeeeeee!!” Ich klammerte mich an mein kleines Pflanzen-Pokemon und wich zurück.


    _Shawn_
    Ich wollte natürlich sofort Lyra zu Hilfe kommen, aber das wurde augenblicklich verhindert. Vom Dach des Labors seilten sich gleich 3 Männer und Frauen in schwarzen Uniformen ab.
    “Dan? Ich glaub nicht dass die zum Plaudern da sind!”
    Mein eiskalter Kumpel sah sich interessiert um, und warf dann einen Blick ins Labor, wo sich dicker schwarzer Rausch gesammelt hatte.
    “Da sind die anderen zwei Kinder! Holt sie euch!”
    “Holen? Das stellen Sie sich zu leicht vor!” , meinte ich herausfordernd, aber mit den 2 brandneuen Pokemon hatten wir gegen Verbrecher keine guten Chancen. Drinnen hörte ich Lyra schreien und sah mich nach Ablenkungen um.
    Und sah genau das Richtige! Ein Schwarm Habitaks hatte dich auf der Weide niedergelassen, und schien auch so schnell nicht von dort zu verschwinden.
    Die schwarzen Typen hatten inzwischen einige Smogons gerufen, die nun abwartend in der Luft hingen.
    “Los! Feurigel! Glut in die Habitakmeute dort auf der Wiese!” “Feu-Feu-Feu!”
    Dan hatte sofort begriffen und befahl seinem Karnimani Ähnliches.
    Die Habitaks, bei der Nahrungssuche gestört, gingen sofort zum Angriff über, und rasten auf die Gruppe zu.
    Wir duckten uns, doch die Gangster waren auf den Schwarm nicht vorbereitet; die Smogons setzten aus Angst Finale ein
    Glück gehabt!
    “Was war denn das für eine Mistaktion? Könnt ihr Nieten nicht aufpassen?” Der, den ich nun für den Anführer hielt, regte sich tierisch auf. Alle Giftpokemon waren bereits in ihren Bällen verschwunden.
    “Habitaks, Boss..” “Das seh ich doch wohl auch! Rückzug, ohne Pokemon in ein Pokemonlabor einzubrechen ist witzlos!”
    Ich hatte die Chance genutzt und war im Gebäude verschwunden. Drinnen hatte sich der Qualm gelegt, einige verdutzte Assistenen richteten sich aus verschiedenen Verstecken auf und sahen sich um. Der mit den Baby-Pokemon hatte seine Schützlinge unter einem großen Tisch verstaut.
    Lyra rief irgendetwas, und diesmal konnte ich was tun. Ich riss die Tür zum Flur auf, merkte noch dass Professor Lind hinter mir war, und sah Lyra mit dem Rücken zu mir stehen, eingekreist von zwei schwarzen Gestalten und einem Golbat. Ihr Endivie hielt sie auf dem Arm.
    “Eure mutige Vorstellung zwei gegen eins ist vorbei! Wollt ihr euch mit dem ganzen Labor anlegen? Dann bleibt,” Professor Lind hatte energisch gesprochen, und das machte Eindruck.Ein kurzer Blick der Frau auf die Laptops in der Hand ihres Komplizen. Die Einbrecher verschwanden.
    “Das war wirklich knapp, ich dachte schon es wäre aus mit mir!”, meinte Lyra und ließ sich daraufhin einfach auf den Boden sinken. Ich ging hin und half ihr hoch :” Die sind weg, und kommen nicht zurück. Wir sollte sehn ob draußen alles okay ist.”
    Dort erwartete uns Dan, der an der Wand lehnte. “Wo warst du eigentlich? Was wenn wir Hilfe gebraucht hätten?”
    “Sind die Einbrecher weg?” Ein kleiner Satz von Dan, und ich wusste Bescheid.
    “Schon verstanden, wir habens auch so geschafft.” Hoch über uns zogen 3 schwarze Helikopter in Richtung Norden.
    Professor Lind sah es: “Kein Sorge, in die Richtung müsst ihr nicht. Glaubt mir, die Gefahr ist vorüber. Ich werde mit meinen Assistenten überprüfen, ob etwas wichtiges gestohlen wurde. Aber wir haben keine Zeit zu verlieren!
    Kommt jetzt mit.”
    "Ich wüsste ja zu gern was die wollten..", dachte ich laut nach. "Was es auch war, sie haben es und im Moment können wir daran nichts ändern." So war für den Professor die Angelegenheit erledigt.
    Im Labor zurück, ging er schnell auf ein hohes Regal zu. Er nahm einen Kasten heraus, in dem 3 identische, flache Geräte lagen, die aussahen wir größere Handys. Alle waren rot.
    Diese hier nennt man Pokedex. Ich bin sicher, ihr wisst schon, was die können?
    “Jawohl!” Das kam von Lyra, die kurz den Professor, dann mich ansah.
    Ich fuhr fort: “Sie speichern effektiv alle Daten über jedes gesehene Pokemon! Außerdem haben sie ein Attacken-Ausgabe System und einen Typ-Simulator!”
    “Das stimmt. Der Pokedex informiert euch über das Wesen eines Pokemon, seine Attacken, und die Typ-Vorteile, die es bietet.
    Passt gut darauf auf! Diese drei sind bereits auf euch registriert.”
    Wir nahmen sie dankend an, und verließen kurze Zeit später das Labor.
    Der Nachhauseweg kam uns ebenfalls nicht halb so lang vor wie auf dem Hinweg, und alles was noch zu tun war, war der Abschied von Zuhause, der im Großen und Ganzen bereits am Vortag stattgefunden hatte.
    Meine Mutter nahm es mit Fassung:” Als Erstes wollt ihr nach Viola City, in die Arena von Falk, richtig? Dann müsst ihr unbedingt in Rosalia City einen Stop einlegen! Diese Stadt ist Neuborkia am Nächsten, und aus dem Pokemon Center dort kann man anrufen.”
    Inzwischen war es kurz nach 2, die Sonne stand hoch am Himmel und ich wollte langsam los.
    “Alles in Ordnung, du wirst mich früher wieder zu Gesicht bekommen als dir lieb ist! Heute Abend kommt der Anruf. Bis dann!” Sie winkte noch eine Weile und ich grinste aufmunternd. Was sollte schon schiefgehen?
    Nach einer Viertelstunde zu Fuß hatte ich den Ortsausgang erreicht, wo ich auf Lyra und Dan wartete.
    Den schweren Rucksack an die Knie gelehnt, saß ich dort auf einer Mauer und sah in den Himmel. Im Norden sah ich einen leichten Goldschimmer, der sich beim Hinsehen jedoch nach Osten verflüchtigte, Vermutlich Einbildung.
    Bald schon wurden meine Überlegungen von schnellen Schritten unterbrochen: “Shawn! Ich bin da, ich bin da!”
    Lyra hatte eine rote Umhängetasche dabei, die nicht gerade leicht schien. Doch auf einer langen Reise muss man eine Menge Zeug dabeihaben! Die Ballonmütze hatte sie vorerst abgesetzt, die Laufschuhe durch bequemere Schwarze ausgetauscht.
    “Wo hast du denn Dan gelassen? Ich dachte er wollte vor dem Labor auf dich warten.”, fragte ich, doch die Antwort konnte ich mir bereits denken. Dan war Einzelgänger.
    “Naja, es sieht aus, als wäre er-” “- vorgegangen.” Sie musste lachen und ich dachte daran, Dan sobald wie möglich herauszufordern. "In Rosalia City werden wir Pokebälle kaufen müssen..", meinte Lyra nachdenklich, worauf ich nickte.
    “Also, Lyra!” Ich streckte ihr die Hand hin.
    "Shawn!" Sie gab mir ihre, wobei sie bereits einen Pokeball Anhänger am Band an der Hand baumeln hatte.
    "Das wird das Größte!", fing ich an;
    "Das beste!"
    "Das supergeniale Pokemon-Abenteuer!"
    "Geh da raus," "lass dich nicht runterziehen," "- und schnapp sie dir!"
    "Geh da raus," "lass dich nicht runterziehen," "- und schnapp sie dir!"
    Das Ende riefen wir beide wie aus einem Mund, und stießen danach die Fäuste in die Luft :"Jawohl!" "Juhu!"
    Daraufhin brach sie den Anhänger in der Mitte durch, ich bekam die rote Hälfte, die ich sofort in meiner Hosentasche verstaute.
    "Gut", meinte ich, in Aufbruchstimmung. Klar, dass Lyra meine Aufregung teilte. Wir wandten uns dem Grasland zu, das sich hier vom Ortsausgang aus erstreckte.
    "Jetzt kommen wir!"

  • Äh... hi erstmal.
    Also, ich finde ja, jede gute FS fängt mit dem Prolog an, und darüber hab ich mich ja schon ausgelassen... aber wie genau willst du das machen, war das Kapitel 0 jetzt 5Jahre vor der eigentlichen Story? Ich glaube, sowas in der Richtung hattest du geschrieben...
    Von der Schreibweise her, so fand ich, konnte man alles schön aufnehmen, man merkt, wie die Charaktere zueinander stehen. erinnert mich irgendwie an Naruto, ein Mädchen, ein energiegeladenes ... Energiebündel, und der coole Aussenseiter, den doch irgendwie alle mögen... ich freue mich auf die weitere Entwicklung :)
    Das einzige, was mit aufgefallen ist, wenn man auf die Wortwahl achtet, ist das Wort "hiesig", es wird gleich zweimal relativ schnell hintereinander benutzt, erstens von Lyra, und dann von Shawns Mutter... ich könnte mir denken, dass die Mutter das oft benutzt, und Lyra sie mal imitieren wollte, denn so ein Wort findet man im heutigen Sprachgebrauch leider nicht mehr sehr häufig...
    Was noch... ach ja, der Einbruch. Ein frisches Endivie, du hast ganz Recht, kann unmöglich gegen ein Golbat gewinnen, doch ich finde es schon erstaunlich genug, dass es überhaupt so vielen Attacken ausweichen kann O.o naja, wahrscheinlich Anfängerglück :D
    Zweitens... der Professor spricht ein Machtwort und die bösen Eindringlinge verschwinden in Sekundenschnelle? Erklärung... könnte mir denken, dass er irgendwelche Geheimwaffen im Labor hat, aber so ein Professor an sich sieht doch eigentlich ziemlich harmlos aus :o
    Und drittens, nach dem Einrbuch kehrt ziemlich schnell Ruhe ein... sie erhalten die Pokedexe und so weiter. Ist ja möglich, aber irgendwie ging mir das ein wenig zu schnell :P was solls, mach dir keinen Kopf, sind ja nur meine Gedanken dazu.
    Zu guter letzt: dass Lyra und Shawn ein ziemlich enges Verhältnis zu haben scheinen, ist für mich neu, bisher hab ich keine FS gesehen, die so einen Stil beinhaltet. Bahnt sich da eventuell Shipping an?
    Naja, viel Spaß beim schreiben, ich weiß, es macht welchen...
    mfg
    DoD

  • So, dieses Kapitel ist auf humane Größe zusammengestrichen worden. Ich freue mich auf bessere Resonanz, die Kapitel erscheinen wöchentlich. Bis bald :D


    Kapitel 1: Wenn die Erde bebt
    Oder: Von Weiß zu Schwarz


    20.6.2010; Westlich von Fleetburg


    Ich richtete mich auf und sah in den gleißend hellen Himmel. Alle die Träumereien halfen mir nicht weiter, auch wenn ich gerne an den Beginn meiner Reise zurückdachte. Vor mir fielen die Berge in Terrassen ab, und in der Ferne konnte man Fleetburg erkennen. Eine schöne Hafenstadt, aber ich würde dort nicht bleiben.
    Als nächstes sah ich sah mich um. Rings um mich waren Berge, langsam zogen Wolken auf. Dazu eine steife Brise auf Norden.
    In letzter Zeit hatte hier oft die Erde gebebt, und das war mit ein Grund, warum ich nun nach Sinnoh gekommen bin. Denn schon auf der Reise durch Johto habe ich mich gern mit prähistorischen Artefakten beschäftigt, und mir kamen Gerüchte über mächtige und seltene Fossilien und sogenannte *Tafeln* zu Ohren. Das musste ich mir mit eigenen Augen ansehen! Die häufigen Beben schoben regelmäßig alte Gesteinsschichten an die Oberfläche, und die waren fossilienhaltig. Hier am Rande der Welt war die Wahrscheinlichkeit also sehr groß, dass ich etwas finden würde…
    Inzwischen war ich einem steinigen Pfad gefolgt, der wohl auf natürlichem Weg in den Fels gegraben worden war, und stand nun, mit einem langen Abhang im Rücken, auf einer Art Plateau, von wo ich noch bessere Sicht auf die Felder weit unter mir hatte. Nicht weit entfernt auf einer der Terrassen sah ich eine kleine Wetterstation, die mich nicht weiter stören würde. Es fing an zu regnen.
    Ich seufzte und kehrte zu der Steilwand zurück, bei Regen würde es schwerer sein, eine Grabung durchzuführen. Zum Glück hatte ich mit so was gerechnet, und war ausgerüstet!
    Doch erstmal etwas finden…das Gestein hier unterschied sich deutlich von den unteren Lagen des Berges und ich hatte schon 2 Tage lang die Fleetburg abgewandte Seite abgesucht. Mein Aerodactyl hatte mir aus der Luft bestätigt, dass dieser Teil des Berges wohl neulich erst *ans Tageslicht* gekommen war, nach annähernd 3 Jahren Teamwork kannte es sich aus.
    Und tatsächlich! Der Regen hatte eine kleine Schlammlawine ausgelöst, die nun einige sehr merkwürdig aussehende Brocken Gestein hinterließ. Ich trat näher, und besah mir die Sache. Glück musste man haben! Es war eindeutig die obere Hälfte des Schädels eines Koknodon, der Rest war noch im Stein verborgen.
    “Los, Digdri, wir haben zu tun!”, wollte ich gerade rufen, doch ich kam nicht mehr dazu.
    Denn in diesem Augenblick rutschte der Hang ab.


    Ich kam zu mir, und fand mich auf einer hervorstehenden Felsspitze wieder, etwa 20 Meter unterhalb meiner letzen Position, und mir tat so ziemlich alles weh. Um mich verteilt lagen zertrümmerte Gesteinsbrocken, in einem steckte das Fossil und schien mich zu verhöhnen. So weit ich nach links und rechts sehen konnte, war der Hang einfach weggebrochen.. Ich rappelte mich auf, und dachte über die Situation nach. Dumm genug, dass ich in Shorts bei Regen oben auf dem Plateau herumgeturnt war, nun hatte ich mir den Rücken aufgeschürft, und ich hatte keine Ahnung, wie weit. Meine Ausrüstung war immer noch oben, meine Pokemon waren zum Großteil auch dort, nur Digdri blieb mir zunächst.. Außer einigen Prellungen schien es mir ansonsten gut zu gehen. Falsch gedacht! Ich konnte das rechte Bein nicht mehr voll belasten, das könnte schwierig werden.
    Die kleine Wetterstation! Da würde sich bestimmt Hilfe auftreiben lassen. Das Fossil hatte noch Zeit, und so machte ich mich auf den Weg.


    Es regnete ohne Unterlass, und die Intensität nahm von Minute zu Minute zu. Ich blickte zum Himmel, und so regnerisch stellte ich mir die Hoenn Region vor. Ich hatte es unterlassen, irgendwann dahin zu reisen, weil dort die Dinge momentan ziemlich schiefzulaufen schienen. Berichte von Vulkanausbrüchen und Überflutungen machten die Runde.
    Zuerst war ich durch Johto gewandert, immer mit Lyra zusammen. Ich erinnerte mich gerne daran zurück, genau wie an die Zusammentreffen mit Dan, die immer in Kämpfen endeten. Ein genaues Ergebnis konnten wir aber nie erzielen. Lyra und ich dagegen, hatten unsere Doppelkampf - Strategie perfektioniert,
    und dem Team, das in Linds Labor eingebrochen war, immer wieder schmerzhafte Schläge versetzt. Sie konnten uns bereits nach 4 Monaten nicht mehr das Wasser reichen.
    Was war danach gewesen.. Die Kanto Region.
    Ich schüttelte den Kopf und dachte über Lyra nach, die ich meiner Meinung nach zu lange nicht mehr gesehen hatte. Sie würde wohl ein ganzes Stück gewachsen sein. Nach einigen Berichten aus den letzten Monaten, war sie wohl erfolgreich geblieben, auf ihre Art und Weise.
    Aber ich würde sie ja bald treffen, wenn mein Kontakt alles richtig gemacht hatte. Der vereinbarte Ort hieß Jubelstadt.. Ich musste grinsen. Der Ort war kein Ort, aber so sagte man es eben.. Und diese Stadt war nicht weit von Fleetburg entfernt.
    Lyra! Aber auch sie war nicht allein der Grund warum ich nach Sinnoh gekommen war. Meine Siege hatten Wellen geworfen, und das nicht zu knapp. Und wer keine 2 Schritte aus dem Haus treten kann, ohne von Fans belagert zu werden, der versteht sicher auch, warum ich ganz allein und auf diesem ungewöhnlichen Weg nach Fleetburg marschierte.
    Und ungewöhnlich war er, keine Frage! Unwegsames, bergiges Gelände und das Wetter wurde auch immer schlechter. Wenn ich erst mal bei der Station wäre, hatte ich zumindest ein Dach über dem Kopf.
    Der Himmel war inzwischen vollständig verfinstert, und der Regen prasselte laut in die Pfützen, die er selbst geschaffen hatte. Ein Gutes hatte es zumindest, meinem Rücken kam die Kühlung ganz gelegen.
    Nach weiteren 10 Minuten war ich der kleinen Station ziemlich nahgekommen. Es war ein einstöckiges Gebäude, rot geziegelt und mit einem Flachdach versehen, auf dem einige Antennen angebracht waren.
    Es schien sich an den Berg zu drücken, so klein und kompakt stand es an der Flanke des Gebirges. Es schien stabil, als wäre in die Planung dieses Häuschens viel Zeit gesteckt worden, doch einige Meter hinter ihm fiel der Berg erneut steil ab. Das alles sah ich von oben, da ich die Terrassen bergab bewältigt hatte. Ein kleiner Sprung, und ich stand einen Meter tiefer auf dem Dach des Gebäudes, und natürlich war ich gespannt, was hier gemessen wurde, denn wer bei einem solchen Gewitter bei der Arbeit ist, hat sicher was Interessantes zu tun. Was für ein Glück! Ich konnte durch eine Scheibe im Dach einen Blick riskieren. Natürlich sah ich sofort, dass da keine Wettermessungen vorgenommen wurden, doch ich hatte keine Ahnung was ich davon halten sollte.
    Es waren offenbar Wissenschaftler, die weißen Kittel waren für mich Indiz genug. Eine hochgewachsene Frau hielt ein Klemmbrett, und diktierte einem Mann an einem nahen Schreibtisch kleine Kommentare, die ich durch das dicke Glas nicht verstand. Doch auf einer Art Liege in der Mitte der Raumes saß ein außergewöhnlich hellblondes Mädchen, und schien sich auf etwas zu konzentrieren.Sie war sogar so hellblond, dass ich fast weiß sagen würde. Auf dem Namensschild stand *Nico*. Vor ihr stand ein Groink, und beide trugen seitlich eine Art Sonde, die seitlich an der Stirn befestigt war. Was daran merkwürdig war? Dem Pokemon waren die Augen verbunden, doch es bewegte sich zielsicher durch die Gegend. Das war nun WIRKLICH interessant.. Doch ich wurde abgelenkt. Irgendetwas rummste…oder bebte. Der Boden unter mir gab komische Geräusche von sich.
    Mir lief es eiskalt den Rücken herunter, und der Regen war es diesmal nicht. Das Gebäude schwankte…und ich find an, zu rutschen. War da nicht ein Abhang? Ich konnte schon spüren wie sich mein Puls beschleunigte, es musste doch hier irgendwo etwas geben, das mich hier noch halten kann! Perfekt - die Antennen schienen stabil. Ich griff danach, und hing nun über dem Abgrund.
    Der Himmel schien sich gegen die Erde verschworen zu haben, es blitzte fast unaufhörlich und einzelne Regentropfen konnte man das auch nicht mehr nennen. Der Wind kam auch noch dazu. Keine Chance! Ich fand keinen Halt mehr an dieser glatten Oberfläche, es wurde immer schwerer, mich festzuhalten. Wie lange ich dort hing? Ich weiß es nicht. Was im Labor vor sich ging konnte ich ebenso wenig sagen, ich hoffte nur noch, einer möge mal herauskommen..vermutlich lagen sie alle schon unter den Tischen um dem Erdbeben zu entgehen. Es rumpelte erneut. Hoch oben sah ich noch ein weißes Licht, dann wurde es überraschend schnell sehr dunkel..


    Es war bald soweit. Alle Zeichen waren dagewesen, und die ganze Region bebte. Ein Blitz traf ihn in die rechte Seite, das Kribbeln war mit Regentropfen vergleichbar. Tief unten Lagen die Berge. Graue Riesen in ruhigen Zeiten, doch sobald Aufruhr herrschte, waren sie die ersten, die nachgaben. Ein kleines Gebäude barst gerade unter einem der vielen Blitze, ein winziger Feuerball entstand, kaum wahrnehmbar und nicht der Rede wert. Nicht mehr lange, und die Dinge würden sich einer Form anpassen, die..würdiger ausfiel.

  • Hallöchen =3
    ich kann nur sagen das mir deine Story bis jetzt echt gut gefällt. Also die Idee der Story ist wirklich gut und gefällt mir. Aber was ich echt geil finde ist dein letztes kapitel. Du erzeugst spannung, und das hat mich richtig gefesselt. Vor allem wie du schreibst finde ich einfach genial. Du gehst zwar schon sehr gut auf die umgebung ein, und die Gefühls und Gedanken Wlet sind bei dir würde ich sagen annähernd komplett, aber die Umgebungsbeschreibungen können noch mehr werden. Da kann man noch viel mehr rausholen, aber deine Ansätze sind wirklich gut. Die Gefühls und Gedanken Welt ist wirklich gut gemacht. Allerdings hatte ich im letzten kapitel eine Stelle (spontan =3) wo du Shawns Gefühle mehr hättest beschrieben können. Nämlich fast zum Schluss wo er an der Antenne hing. Da hätte man seine Angst eindeutig mehr beschreiben können. und cih glaube kaum das du deine Kapitel auf "humane Größe zusammenstreichen" musst. Wenn ein Kapitel länger ist bricht man sich da keinen Arm oder so ab. Das ist nicht schlimm, und ich würde sogar behaupten erfreulich. Ich persönlich mag längere Kapitel lieber. Aber jedem das seine =3 Auf jedenfall wolölte ich damit sagen das du ein Kapitel nicht zusammenstreichen musst, da ich doch finde das dadurch das kapitel sozusagen "verschlechtert" wird. Lieber ein vollständiges, längeres Kapitel, als ein "normal langes", "verstümmeltes" Kapitel. =D
    Ich wage ja zu bezweifeln das das mit dem wöchentlich klappt. Aber naja. Wenn ich nicht so viel Schullstress hätte, würde ich die wohl im 1-Tag-Takt rausbringen =3 ok. Dann würde ich sagen hätte ich gerne eine PN wenn ein neues Kapi kommt. Und dann bleibt nur noch zu sagen: bis zum nächsten Kapi ^.~
    Lg
    ~Akari~

  • okay, geb ich auch mal meinen senf dazu... und muss ebenfalls sagen, dass ich längere kapitel eindeutig bevorzuge...
    dann... hast du einen rechtschreibfehler gehabt, irgendwo muss ein d durch ein g ersetzt werden, schau nochmal nach, es ist ne weile her, seit ich das gelesen habe...
    hm, akari hat schon vieles genannt, ich kann noch hinzufügen, dass du vielleicht erklären solltest, wieso er denn berühmt geworden ist, obwohl er offenbar nur gerne nach fossilien gräbt...
    ansonsten ist dir das gut gelungen, finde ich... mach weiter so, und denk nicht zu viel über einen bestimmten teil eines kapitels nach, man denkt immer, irgendwas stimmt so nicht. das macht den rest kaputt...
    mfg
    DoD

  • okay! dauerte ne weile, und ich bedanke mich für die kommis von euch beiden :D


    hier kommt das neue kapitel:


    Kapitel 2: Wir fangen gerade erst an!
    oder: Vom Blitz getroffen


    “Arkani, mach Schluss! Donnerzahn!” - “Arkani!”
    Der große Feuerlöwe sprang über zwei der Plattformen im Wasser und setzte Starmie mit einem gezielten Biss vollends außer Gefecht.
    Ich sah stolz zu: die Wahl der Attacken war in meinem gesamten Team perfekt durchdacht. Starmie krachte mit dem Juwel voran gegen die rückwärtige Wand und hörte auf, zu leuchten. Misty wischte sich über die Augen und rief ihr Sternform - Pokemon zurück, ich hatte gewonnen. Auf der Tribüne setzte sich mein *Fanclub* in Bewegung. Ich war sicher, sie wären nicht mehr da, hätte ich nicht gewonnen..diese Leute hingen nur gern an den Erfolgreichen. Wie mir.
    “Shawn ist der größte! Kein Wunder, bei der Stärke kann eine gewöhnliche Arenaleiterin nur einpacken!”
    “Wie schnell Stahlos Sterndu besiegt hat!”
    “Shaaaawn!” - “Hurraaaa!”
    Schnell ein Lächeln in Richtung Tribüne, dann wandte ich mich Misty zu. Sie schien ziemlich betrübt, und die Meute machte es ihr nicht leichter, immerhin wurde hier ihr Untergang gefeiert.
    Sie straffte sich tapfer und kam auf mich zu.
    “Hier ist der Quellorden. Als offizielles Symbol der Indigo Liga wird er dir als einer von 8 Orden den Zugang zum Indigo-Plateau sichern. Ich wünsche..noch viel Erfolg.” Sie zog sich zurück.
    Ich richtete mich nach Arkani und verließ die Arena.
    Die Gruppe von Fans, in der Mehrzahl weiblich, folgte mir lautstark. Ich wurde meinem Ruf gerecht und ignorierte sie komplett, wie immer hoffend dass ich bald mal eine Auszeit bekäme.
    Es muss an dieser Stelle gesagt werden, Misty erinnerte mich vom Temperament und dem Kampfstil her stark an Claire, gegen die ich in Johto zunächst verloren hatte. Sie war ein harter Brocken, doch die Schwächen meines Teams waren super ausgeglichen. Ich blickte in den Himmel, als ich aus der Arena trat. Warum hatte ich Angst? Dazu bestand eigentlich kein Grund, mein Sieg gegen Misty lag keine 2 Minuten zurück und ich hatte Angst vor..was eigentlich? Was auch immer es war, das Gefühl verstärkte sich sekündlich… Blitze zuckten über den klaren Himmel. Ich wurde immer verwirrter-


    21.6.2010
    Und wachte auf. Ich verstand sofort, den Kampf gegen Misty hatte ich geträumt. Was mich verwunderte war, warum ich geträumt hatte, Starmie als letztes besiegt zu haben, Mistys letztes Pokemon damals war Golking gewesen, der leuchtende Seestern kam davor.
    Etwas anderes störte mich noch..die Angst aus dem Traum war geblieben. Geweckt hatten mich die Blitze, doch ich war an so etwas gewöhnt. Wieso also bekam ich langsam Panik? Ich dachte nach..nein, ich hatte keinen Grund, mich zu fürchten. Langsam schwand das Gefühl. Plötzlich war ich mir selbst dankbar, mich beruhigt zu haben?
    “Pah, was soll der Blödsinn!” Ich sagte es einfach so in die Gegend. Das half! Mit einem Kopfschütteln setzte ich mich auf und rekapitulierte, was ich wusste.
    Ich hatte mich während des Gewitters an einer Antenne oben auf dem Gebäude festgehalten, war jedoch abgerutscht, als -
    Langsam aufsetzen.. Das bereute ich sofort. Der neuerliche Sturz hatte zwar keinen großen Schaden angerichtet, doch mein Rücken machte sich wieder bemerkbar, und das war doch ziemlich schmerzhaft.
    Ein Blick zeigte mir, dass ich auf einer weiteren Terrasse saß, die ein wenig abfiel. Das tobende Gewitter schien langsam nachzulassen.
    Tief war der Fall nicht gewesen, gerade mal 3 Meter hinter dem Gebäude in die Tiefe. Abgesehen davon hielt ich noch immer die Antenne in der Hand. Nun, es war wohl eher eine Art Leiter, doch wozu der gut sein sollte, wusste ich nicht.
    Ich warf das Teil weg und sah mich nach meinem Digdri um; der Pokeball dazu lag nur etwa einen halben Meter weit weg.
    “Digdri, Hilfe käm jetzt gut!”, rief ich während sich das hellbraune Bodenpokemon bereits an die Grabungen machte.
    “Versuch, so gut es geht, einen Weg zu der Station zu graben, die müsste in Richtung Süden liegen. Dort wartest du dann!" Digdri machte sich lautstark auf den Weg, und auch ich stand auf und bereitete mich auf den Aufstieg vor.
    “Was ist passiert?? Wo bin ich?? Was ist hier nur los??”Ich hörte die Rufe sofort, und sah mich um. Richtig! Die Leute im Labor! Da hatte doch der Blitz eingeschlagen.. Ich drehte mich rufend um die eigene Achse: “ Hey! Ich bin hier, wer sind Sie? Brauchen Sie Hilfe?”
    “Alles dreht sich…träume ich?” Kaum hatte ich den Satz gehört, wurde mir heiß und kalt.
    Denn jetzt saß ich wirklich mit drin.


    Ich hatte noch eine geringe Hoffnung, mich zu irren. “Wo sind Sie? Und was sehen Sie dort?”, fragte ich und fixierte dabei einen umgestürzten Baum in der Nähe.
    “Da ist ein Baum. Oh Gott, warum verschwimmt alles…”Ich folgte Digdri weiter, ziemlich in Erklärungsnot. Wie konnte das angehen? Wieso hatte ausgerechnet ich, der hier seine Ruhe haben wollte, eine Stimme im Kopf, die nicht mehr weg ging? Erstmal musste ich herausfinden, mit wem ich das Vergnügen hatte.
    “Also, ich würde gern helfen. Wie heißt du denn?”
    “Ich bin Nico Blanca. Wer ist da? Ist ja toll dass endlich jemand hier ist, aber ich fühl mich nicht gut.”
    “Das ist nicht gerade verwunderlich, aber ich hab ne Frage. Kannst du dich bewegen?”
    “Nein. Ich krieg hier langsam Panik!”
    “Verständlich. Äh, du solltest besser ruhig bleiben, aber ich muss wissen mit wem ichs zu tun hab. Anscheinend fang ich deine Gedanken auf, also denk mal dran wie du aussiehst und was du als letztes gemacht hast.”
    Ich sah ein großes Mädchen mit hellen Haaren vor mir, das auf einer Liege saß. Ich verstand sofort, die Antennen auf dem Dach waren wirklich Leiter gewesen, und das Experiment mit dem Pokemon hatte wohl eine Art gedankliche Verbindung erfordert. Beim Einschlag hatte ich einen Kurzschluss ausgelöst, und nun saß aus irgendeinem Grund Nico Blanca in meinem Kopf fest. Die Angst von eben war also die Ihre gewesen… Ich glaubte nicht daran, dass ich ihre wirkliche Gestalt sobald wiedersehen würde, und es war besser, sich schon mal daran zu gewöhnen.
    “Hast du das alles mitbekommen?”
    “Ich…ja, wir hatten ein Experiment..ich sollte Tecko, so heißt das Pokemon, mit meinen Gedanken durch den Raum leiten..es hatte gut geklappt. .. Ich..will zurück ins Labor, die anderen müssen da sein! Sie müssen mir helfen! So kann ich..doch nicht leben…”
    Sie machte einen sehr unglücklichen Eindruck, und ich dachte kurz daran, bloß nicht in ihrer Haut stecken zu wollen. Allerdings war das ja gerade meine Haut, und da steckte ich eh drin, also sollte ich besser nicht drüber nachdenken. Ich schüttelte den Kopf.
    “Also, Nico. Ich schlag vor, du beruhigst dich ein wenig, und ich bring dich zum Labor. Rechne aber damit, dass davon nicht viel übrig ist…”
    “Es muss! Die anderen..also, ich muss doch…irgendwie..”
    So kamen wir auch nicht weiter. Inzwischen waren wir oben am Labor angekommen, wo Digdri wartete. Es hatte eine wirklich schöne Schneise gebuddelt, und konnte stolz sein. Hinter mir befand sich die Sonne auf Kurs zum Horizont. Es war später Nachmittag.
    “Digdri, das war gut! Komm zurück.” Damit verschwand es im Ball. Einmal kurz umsehen.. Ich hatte es geahnt, Das Labor war bis auf die Grundfeste abgebrannt, der hintere Teil war weggesackt. Ich trat näher, und vernahm von Nico eine Art verzweifeltes Stöhnen. Im westlichen Teil der Ruine befand sich der Laborraum den ich beobachtet hatte. Eine Luke führte in einen Keller, und unter dem Skelett der Liege lag ein Blau-Weißer Pokeball. Ich hob ihn auf.
    “Das ist -ist-Formeo! Es gehört mir! Gib es her!”
    “Nicht so hysterisch, wenn ichs hab, hast du es. Ich denk mal, deine Leute haben hier sauber gemacht und dich mitgenommen. Vermutlich glauben sie, du liegst im Koma.”
    Ich steckte Formeo ein, und streckte mich. Nun weiter den Berg rauf, meine Pokemon mussten her, dann ab nach Fleetburg. Auf Hilfe musste ich nun verzichten, Den Rücken würde ich freilassen, vielleicht heilt es so schneller. Ich würde zunehmend schlechter gelaunt, und ich nahm an, die Verzweiflung von Nico Blanca färbte ab. “Nico, hör mal zu. Kein Grund, schlecht gelaunt zu sein. Viele würden einiges dafür hergeben, in meinem Kopf zu stecken, also nimms leicht. Ich hab mich nicht vorgestellt, mein Name ist Shawn D´Aera. Auf gute Zusammenarbeit, nicht wahr?”
    Gut, das meiste schien an ihr abgeprallt zu sein, aber man konnte mir nicht fehlende Gastfreundschaft vorwerfen. Ich hoffte nur, sie würde vielleicht noch auftauen, denn so eine Spaßbremse im Kopf konnte echt hinderlich sein. Abgesehen davon würden wir schon in Fleetburg wichtige Hinweise auf das Forschungsteam erhalten. Soweit der Plan…
    “Denkst du wirklich, es bringt etwas, wenn du.. wenn wir nach Fleetburg gehen?….”
    “Nicht so pessimistisch! Eins nach dem andern.”
    “…aber sicher bist du dir nicht.”
    Ich versuchte als nächstes, Nicos Aufmerksamkeit auf den Sonnenuntergang und die Bergterrassen um uns herum zu lenken, vielleicht half es ja etwas. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, sie war ziemlich fertig mit der Welt- Schade!
    “Kleiner Vorschlag: Du genießt die wundervolle Aussicht, und ich bring uns zu meinem Zelt, das ist weiter oben. Dort sammel ich meine Pokemon und das wichtigste Zeug ein, danach ab nach Fleetburg. Ich glaube ja, deine Leute sind dorthin gefahren. Dort gibt’s Antworten und auch Hilfe!- “
    Vor meinem inneren Auge sah ich ein hochgewachsenes hellblondes Mädchen hemmungslos in Tränen ausbrechen. Na gut, sie würde es eben auf die harte Tour lernen müssen.
    “Sie haben mich im Stich gelassen! Die Professorin.. Der Protokollant.. Rick und Silvio.. Sie sagten, es sei absolut sicher! Warum ich??…”
    “Ich weiß nicht, wieso, aber wenn du so trauerst färbt das auf mich ab, und keine Ahnung, wie weit das geht. Also, wenn du dich ein bisschen zusammenreißen würd - …”. fing ich an, doch sie unterbrach mich bald.
    “Du… hast doch keine Ahnung von meiner Situation!! Du .. Du hast es ja gut, dir ist nichts weiter p-passiert.. Außer.. Ein kleiner Sturz! A-also schreib mir nicht vor, was zu …tun ist!”
    Das war nun doch zu viel! Ich ließ mich ohne weitere Umstände auf den Rücken fallen. Wie vermutet breitete sich sofort ein Stechender Schmerz bis in die Unterarme aus, und im Gegensatz zu Nico war ich vorbereitet.
    “W-was ist das!?! Wieso tut alles weh..!”
    “Was du gerade mitbekommen hast, schleppe ich seit gestern morgen mit mir rum. Also tu nicht so als seist du die Einzige, der hier was passiert!”
    Als nächstes spürte ich eine Art Barriere aus Trauer und Verzweiflung im Kopf. Ich lauschte.. Nix weiter? Ich zuckte die Achseln und sah nach richtete den Blick zum Horizont, dem die Sonne immer näher kam. Ich erklomm einen letzten Steinhaufen und sah mein zerstörtes Zelt vor mir.
    “Nico? Tut mir Leid. Ich versteh glaub ich jetzt erst wie du dich fühlen musst, so ganz allein und in Obhut von einem den du nie zuvor gesehen hast. Du musst ja den Eindruck haben, alles Gute der Welt sei unter einer großen Steinschicht verschwunden, um nie wieder hervorzukommen.”
    Ich umrundete das Zelt und sammelte den Sterno-Kocher und meine Taschenlampe ein. Dazu das Proviant, und meine Pokebälle, die sicher im Innern lagen. Der große Reiserucksack lag etwas Abseits in einem kleinen Kieshaufen. Ein Felsbrocken lag auf meiner Iso-Matte.. Mal sehen.
    “Los, Pyro!”, rief ich, und mein Tornupto erschien genau neben dem Block, angriffslustig und sehr dynamisch, wie immer. Sein Fell glänzte in der Abendsonne in einem satt-dunklen Violett, und die Flammen in seinem Nacken liefen ihrer Maximaltemperatur entgegen.
    “Feuersturm! Ziel an die Oberkante, damit der Felsen wegfliegt!”
    Was folgte, war ein Musterbeispiel von pyroklastischer Explosion. Tornupto lehnte sich ein wenig vor, und lies eine riesige orangerote Stichflamme gegen die Oberseite des Felsens lodern. Die Kappe schmolz sofort ab, und die Erschütterung der Flamme stieß den Rest ohne Weiteres hinweg, sodass meine Iso-Matte, fast unversehrt, freilag. Ich besah mir stolz das Ergebnis, doch Tornupto schien verstimmt, weil der Felsen noch existierte. “Mach dir nix draus, beim nächsten Mal ist bestimmt keine Iso-Matte da, auf die du Rücksicht nehmen musst. Komm zurück!”, sagte ich, und ich denke der Aufmunterungsversuch hat geklappt.
    "Was macht dich so sicher, dass in Fleetburg großartige Hilfe auf uns wartet??"
    “Ach, weißt du.. es ist die nächstgrößte Stadt, und ich glaube, deine Forschungs - Kollegen sind dorthin gefahren als es in den Bergen zu gefährlich wurde.”, erwiderte ich.
    “Tolle Kollegen, wenn sie einen bewusstlos auffinden und sich…nichtmal die Mühe machen..den Grund zu erfahren.”
    An der Stelle hörte ich unterdrückte Trauer und Wut heraus. Die Richtung, die Nicos Gefühlswelt langsam einschlug, gefiel mir nicht besonders.
    “Meinst du damit, das ich hysterisch werde?? Oder glaubst du, ich bin ein Fall für die Irrenanstalt?!”
    “Kein Grund, gleich laut zu werden, ich mach mir halt…-”, wollte ich anfangen, doch weiter kam ich nicht.
    “Jaaaah klar, du machst dir Sorgen. Weißt du was? Das brauchst du nicht! DU bist ja nicht nach 16 schönen Jahren deines Lebens schon am Ende angekommen! Eingesperrt in einem Kerl, der nicht ANSATZWEISE versteht, wie das passiert ist, und dann auch noch Sprüche reißt!”
    An der Stelle meinte ich sogar ein Schluchzen zu hören, aber vielleicht war das Einbildung.
    “Du kannst dich beruhigen, ich wollte nicht-..”
    “Spar dir das! Oh Gott, 16 Jahre und schon ..am Ende…”
    Von so einer Rede wurde ich gleich mit traurig.. Normalerweise würde mir das nicht passieren. Warum hatte ich das Gefühl, ich würde genau an Nicos Stelle sein?
    “Hatte ich nicht gesagt, ich bring dich nach Fleetburg? Reg dich ab, ich will echt helfen!”
    Ich war auf einmal wütend auf mich selber. Ein ziemlich paradoxes Gefühl!”
    “Sei zur Abwechslung EINFACH MAL RUHIG,
    Und lass den Worten endlich TATEN FOLGEN!” Ich stand, die Fäuste geballt und schwer atmend vor der Iso-Matte und hatte zuletzt mit dem Fuß auf den Boden gestampft.
    Ich blinzelte, ziemlich verwirrt. Der letzte Satz war von Nico gewesen, keine Frage. Wie ging das denn? Anscheinend hatte sie mehr Einfluss als ich vermutet hatte.
    “Nico, du hast nicht gerade irgendetwas gemacht?”, fragte ich gespannt.
    “Ich.. Hatte endlich wieder das Gefühl, mein Körper würde mir gehören..wie gut es tut, sich einfach mal Luft zu machen, und dabei seine Arme und Beine bewegen zu können!….”
    “Hmpf, oder eher meine Arme und Beine. Aber offensichtlich hast du bis zu einem gewissen Grad.. Kontrolle. Ziemlich unheimlich, muss ich zugeben. Außerdem bist du auf einen Stein getreten, und das tut weh. Lass das nicht zur Gewohnheit werden, ich kenn mich hier besser aus als du!”
    “Wieso lässt du mir nicht diesen kleinen Lichtblick? Weißt du wie schwer es ist, vollständig von anderen abhängig zu sein??”
    Irgendwie schien sie schon wieder den Tränen nahe.
    “Pass nur auf, dass wir nicht in peinliche Situationen geraten. Tob dich halt aus wenn wir unterwegs sind, aber in Kämpfen und in der Stadt bin ich gern mein eigener Herr!”
    Ich sah den Berg hinab. Das meiste erstrahlte nun in dunkelgrau bis orange, weil die Abendsonne genau auf die Terrassen schien. Weiter unten gab es noch einige kleine Seen, Hinweise auf das nahe Meer.
    Weit im Nordosten lag Fleetburg.
    Ein kurzer Blick im Kreis zeigte mir, dass es hier nichts weiter gab, doch das Kopffossil durfte ich nicht vergessen.
    Ich suchte kurz, und lachte; der Felsbrocken, den Tornupto beseitigte hatte, war genau neben dem Fossil zum Liegen gekommen. Das, was das Kopffossil umschlossen hatte, war größtenteils abgesplittert, sodass ich es fast nur noch einzustecken brauchte. Mit Hilfe einen kleinen Meißels entfernte ich den Rest und verpackte das Fossil in einer Spezialtasche, die ich dann im Rucksack verschwinden ließ.
    “Manchmal kommt aus dem Stein auch was Interessantes wieder raus, nicht wahr?”
    Keine Reaktion. Mein Blick verschleierte und ich schloss daraus, dass dieser kleine Vergleich nicht gerade geholfen hatte. Vielleicht würde er später seine Wirkung zeigen..
    Okay, auf diesem Plateau war nichts weiter zu holen, und ich hatte später vielleicht noch die Zeit hierher zurückzukommen, wer weiß, vielleicht gab es noch mehr Kopffossilien in der Nähe.Ich setzte mich in Richtung Labor in Bewegung, doch fürs Erste hatte meine depressive Begleiterin den Vorrang.
    “Wollen wir uns mal anschaun wie es dem Formeo geht?”, schlug ich vor, in der Hoffnung, es würde sie ein wenig ablenken. Vor meinem Inneren Auge sah ich, wie ein Formeo aus der Sonnenform und die Hagelform wechselte und ein erstaunlich weißhaariges Mädchen damit zum Lachen brachte.
    “Das ist mein Formeo, also werde ich nach im sehen!”
    “Ist ja gut, ich tu im schon nichts. Bin gespannt was es so draufhat.” Was mit aufgefallen war : obwohl ich nun 7 Pokemon bei mir hatte, wurde keines wegteleportiert, wie es mit überzähligen Pokebällen sonst passierte. Vermutlich durfte ich jeden Pokemon bei mir haben, das Nico gehörte, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.
    Ich hatte den Blau-Weißen Ball bereits in der Hand, und nun öffnete er sich wie von Geisterhand. Das Formeo war offenbar in guter Form, nur ein wenig beleidigt. Ich dachte kurz nach: es war mehr als einen Tag allein gewesen.
    “Formeo?” - “Hallo Formeo, du kannst dich bis auf weiteres auf meine Gesellschaft einstellen. Nicht dass das schlimm wäre, eine Menge Pokemon könnten neidisch auf dich sein! Nur ist das hier gerade ne verzwickte Situation.”
    Formeo! Wie geht es dir..tut mir Leid, ich konnte nicht auf dich aufpassen..ich h-habs ja nichtmal geschafft, auf mich selber aufzupassen!”, sprudelte Nico Blanca auf einmal los, und ich war ziemlich sprachlos. Gut, die Stimme war eh erstmal für Nico besetzt, daher konnte man solche Wortwitze durchgehen lassen. Ich musste innerlich grinsen!
    Dabei war die Situation eigentlich ziemlich traurig. War das Freiheit? Ich musste wohl oder übel einem Mädchen beistehen, dass mir im Kopf saß, und hatte keine Ahnung, wie ich ihr helfen sollte, auch wenn wir ihre Kollegen fanden. Zeit, etwas zu tun! Doch es kam wieder einmal anders.
    “Ich habe es zum 14ten Geburtstag bekommen…i-ich wollte eine gute Kämpferin werden…wir haben so viel gemeinsam erlebt, und nun erkennt es mich nicht einmal w-wieder…Formeo..ich bin es!”
    Das kleine weiße Wetterpokemon zeigte tatsächlich eine Spur von Erkenntnis, obwohl es einen sehr verwirrten Eindruck machte.
    “Okay, das sieht doch schon ganz gut aus. Was kann es so für Attacken?"
    "Die erste Attacke, d-die ich ihm beibrachte war..Meteorologe. Sie sah immer so schön aus! Und sie ist sehr wandlungsfähig, das gefiel mir.."
    "Meteorologe!", rief ich und Formeo schoss eine Kugel auf Feuer und Wasser gen Himmel. Sie kam, aus purem Feuer bestehen, zurück, und klatschte an die Felswand, an der ich gerade vorbeiging. "Nett", befand ich, denn dieser Angriff war zwar schön anzusehen, doch nicht besonders stark gewesen. "Okay, da vorne seh ich das Labor schon, Zeit für ein Nickerchen. Ich hoffe, du siehst mich schon bald wieder, Formeo...zurück.", meinte Nico, offenbar mit mir einer Meinung.
    Wir waren unten am Labor angekommen. Gut, die erste Etappe konnte kommen! Ich orientierte mich nach Nord-Ost, und nahm den Abstieg in Angriff. Den Ort, an dem ich nach dem Gewitter wieder aufgewacht war, lies ich zu meiner Rechten liegen, und kletterte, den Rücken meiner Marschrichtung zugewandt, die Felsplatte hinunter. Die Konzentration, die dafür notwendig war, half mir auch, Nico Blanca ein wenig zu vergessen. Irgendwann sah ich die Hand vor Augen nicht mehr, und wusste: es war Nacht.
    Ich war noch etwa einen halben Kilometer von der ebenen Erde und der Seenplatte vor Fleetburg entfernt. Der große Vorteil dieses Gebirges waren die viele Terrassen, auf denen man bequem ein Zelt errichten konnte. Und wenn man keins hatte, reichte auch eine Iso-Matte.
    “Nico, ich würde sagen, hier ist vorerst Schluss. Jeder weitere Abstieg wäre zu gefährlich!”
    “Was ist der Sinn des Lebens..?” , fragte sie stattdessen.
    Das saß. Mit der Frage hatte ich zunächst nicht gerechnet, und ich hatte ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht. Noch schlimmer, ich wusste zunächst keine Antwort!
    Ich sah ein kleines hellblondes Mädchen, das fröhlich kichernd auf einer Schaukel saß, angeschubst von einem hochgewachsenen Mann, offenbar ihr Vater.
    Dasselbe Mädchen, etwa 10 Jahre alt, Umringt von ihren Freunden, und strahlend vor Freude: “Ich komme als Champ zurück!”
    Nico Blanca, nun älter und unverkennbar weißhaarig, erhielt den Feuerorden von Pyro, ein Turtok stand neben ihr. Pyro war wohl sehr zufrieden mit ihr..
    Dann eine große Arena mit einiges Eis - Skulpturen vor der Fassade, vermutlich eine Hoenn Arena. Dort war ich selber nie gewesen, da hats in letzter Zeit zu viele Erzählungen gegeben. Anscheinend war dort einiges schief gelaufen.
    Die Bilder verblassten, und ich dachte über die Frage nach. Der Sinn? Da konnte man doch vieles angeben… ich dachte an Lyra, an meine Vorstellungen von der Zukunft. Das Training mit meinen Pokemon.
    “Und das alles wird zunichte gemacht, in nicht einmal 2 Sekunden…Ich spreche aus Erfahrung. Auch ich hatte Träume und..meine Pokemon. Meine Eltern..und meine Freunde. Übermorgen wollte ich mich mit einigen von ihnen treffen! Ein Blitzschlag…und alles dahin…”
    Das gab mir zu denken..ich legte die Matte auf den Boden und setzte mich darauf. Ein fantastischer Blick: Die Sterne spiegelten sich in den Seen tief unter mir. Sehr inspirierend…das brachte irgendwie innere Ruhe mit. Auch Nico entspannte sich ein wenig.
    Sie hatte echt das Todeslos gezogen…alle Träume und Pläne konnte sie eigentlich abschreiben, und das ich ihr half war reine Ehrensache. Etwas musste sich bestimmt machen lassen, damit sie nicht den Rest ihres Lebens..und das hieß momentan meines Lebens, keine eigenen Pläne verfolgen konnte. Doch unterkriegen lassen kam nicht infrage.
    Ich sah mit die Sterne an. Jeder davon hatte ein Gegenstück in den glitzernden Seen am Boden.
    Das traf genauso auf den Mond zu, eine große weiße Scheibe, gespiegelt in der klaren Fläche hier unten auf der Erde.
    “Nico. Siehst du das?”
    “Was ist das für eine Frage, was du siehst, sehe ich auch..”
    “Das meinte ich nicht. Siehst du es wie ich es sehe? Das nenn ich ein Panorama. Und ich bin sicher, dieses Treffen wirst du nicht versäumen.”
    Ich wartete kurz und spürte eine innere Ruhe. Nico hatte wohl verstanden was ich meinte. Und auf die Frage wusste ich nun auch eine Antwort.
    “Ich denke…der Sinn ist immer der Wille weiterzumachen, egal in welche Richtung.”
    Damit war ich hochzufrieden, schließlich war mir der Gedanke eben erst gekommen.
    Als nächstes ließ ich mich auf den Rücken fallen, den Blick nach wie vor in den Himmel gerichtet. Und Nico lächelte.

  • Neues Kapitel, neues Kommi von mir =D
    Ok ich kann echt sagen das diese Kapitel echt cool ist. Traurig, witzig und irgendwie auch Action reich. Jetzt zwar nicht mit Taten sondern iwie geistlich. XD Ich weiß das ich sowas von komische Eindrücke habe, naja auf jedenfall war das Kapitel echt super. Auf so eine Idee wäre ich echt nie gekommen, schon irgendwie witzig ne andere Person im kopf zu haben. Ok, für diese Person wahrscheinlich nicht aber wenn man das so liest. Die Arme Nico, das muss echt der Horror sein in einem Kerl festzustecken. Nicht das ich was gegen Kerle hätte, aber trotzdem :D  
    Die Länge war auch gut, es ist echt spannend eine solche Situation zu lesen. Da wird man natürlich gleich neugierig. Also cih freu mich schon richtig aufs nächste Kapitel. Es ist nich so schlimm das das etwas länger gedauert hat, dafür lohnt sich das warten. Das Formeo muss ja auch ziemlich verwirrt sein. Wär ich als poki wohl auch. Übrigens cooler Wortwitz =D. Auch witzig das Nico doch eine Gewisse Kontrolle hat, das macht das ganze noch etwas interessanter. Allerdings glaube ich wär es etwas unpassend wenn Shawn in einem Kampf ist und die beiden sich streiten XD Der andere fragt sich dann bestimmt ob der Typ nen Sprung in der Schüssel hat. Dein Schreibstil ist einfach echt toll, ich mag das so wie du das schreibst. Aber wieder kann ich sagen du könntest noch ein wenig genauer beschreiben. Aber am Ende hast du dann auch schon mehr beschrieben, das kam schonmal gut. Und diese Frage mit dem Sinn des Lebens, echt gute Antwort. ich hätte wohl ziemlich lange gebraucht, aber wie unerwartet die Frage von Nico kam, echt cool. Du bringst sie echt gut rüber, wie das wohl noch ausgehen wird. Wenigstens ist sie am ende nicht mehr ganz so geschockt.

    “Jaaaah klar, du machst dir Sorgen. Weißt du was? Das brauchst du nicht! DU bist ja nicht nach 16 schönen Jahren deines Lebens schon am Ende angekommen! Eingesperrt in einem Kerl, der nicht ANSATZWEISE versteht, wie das passiert ist, und dann auch noch Sprüche reißt!”


    XD ich fand diese Stelle echt genial. Vor allem weil ma das auch teilweise gut nachvollziehn kann. Jedenfalls ich als mädel kann das XP
    Zwischendurch hattest du ein paar kleine Fehlerchen. An einer Stelle hattest du die " vergessen. An einer anderen redet Nico irgendwas, aber man denkt erst Shawn würde das denken weil das da nicht mehr so schön formatiert war, oder so =D. Na egal, guck einfach nochmal drüber, dann findest du die bestimmt. Ok ich glaube das wars auch schon. Ich freu mich schon riesig aufs nächste Kapi =D
    Lg
    ~Akari~

  • hallo, ich finde, ich sollte auch mal meine meinung dazu sagen...
    die rechtschreibfehler hast du rauseditiert, denke ich, ich hab das kapitel auf msn gelesen... deine erstfassung also... die " fehlten, das stimmt, und einmal kam "tornupte" vor... das letzte war "Forscherkollegen", muss ich gleich mal schauen, ob das auch schon weg ist...
    ansonsten: echt gutes kapitel, ich finds gut, dass du endlich mal dazu gekommen bist, es zu posten. ich lese immer gern, das weißt du... un bis auf die tatsache, dass formeo ein wenig schnell wieder verschwindet, ist alles gut durchdacht. aber... wird nico eigentlich je wieder normal? ich meine, dass sie in shawns kopf sitzt, war ja das resultat aus den energien des gewitters plus die elektromagnetischen wellen des experiments... um das rückgängig zu machen, denke ich, müssten dieselben bedingungen erneut erfüllt sein... bin gespannt ;) weiterhin... finde ich diese dialoge zwishen nico und shawn ganz witzig, auch wenn nicos zustand wie gesagt etwas traurig ist... die beiden erinnern mich an so ein zwangsweise verheiratetes ehepaar welches nicht mehr auseinander kann und trotzdem versuchen muss, klarzukommen :P
    mach auf jeden fall weiter... bisher war alles super:D
    mfg
    DoD

  • Okay, hier ist das nächste Kapitel. Hat wieder n bisschen gedauert, gibt viel zu tun in letzter zeit XD bevor ich beginne, möchte Shawn euch noch zwei Leute vorstellen.


    Maria Jou


    Fergus


    Kapitel 3: Kalt erwischt!
    Oder: dieser Weg führt ans Ziel


    Ort: Platz vor der Turnierhalle Ewigenau
    Etwa Ende Frühling des Jahres 2008


    Das Wetter war wiedermal ein Traum, es gab eine milde Brise, die Sonne schien wohltuend von hoch oben herab, dazu die Turnierhalle von Ewigenau, ein echt beeindruckendes Gebäude!
    Und mir sank ziemlich das Herz in die Hose. Dan stand etwa 50 Meter hinter Lyra, die gerade eine große Packung Knursp bezahlte, umringt von zirka 40 Leuten, einer großgewachsenen braunhaarigen Trainerin gegenüber, die ihn Mitleidig musterte.
    “Lyra, pack das zusammen und komm, schnell! Ich glaub, Dan braucht Hilfe!” .Sie sah mich kurz an, folgte meinem Blick, sah Dan und wurde ziemlich schnell hintereinander blass, leicht grün, und schließlich wieder blass.
    Wir rannten zu der Kampffläche. “Die Trainerin kenne ich doch! Das wird gleich sehr interessant!”, rief Lyra außer Atem.
    “Ich weiß, sie war in den Nachrichten. Anscheinend hat sie bisher jeden Gegner auseinandergenommen, und hält hier den Geschwindigkeitsrekord. Sehr mysteriös, angeblich war sie kurz verschwunden.”
    Ein kurzes Nicken von Lyra, ich war zufrieden.
    Doch Dan sollte sehr vorsichtig sein. Zu dem Schluss war er offenbar auch gekommen, auch wenn man es ihm nicht ansah.
    “Dan! Wir sind hier, du bist nicht allein, wir sind bei dir!” , so machte Lyra ihm Mut.
    Er sah mich kurz an, und wandte sich dann langsam seiner Gegnerin zu.
    Der war es offenbar unangenehm, dass wir gekommen waren, auf mich machte sie einen gequälten Eindruck. Weil Dan nun Unterstützung hatte, oder ganz profan wegen der großen Anzahl Trainer, die gleich einen Sieg und eine Niederlage bestaunen würde?
    “Los Dan!” “Zeigs ihr, Dan!” Lyra und ich in unserem Element! Ich liebe Kämpfe, daran wird sich nie etwas ändern. Zum ersten Mal sah ich seiner Gegnerin direkt ins Gesicht. Sie war, wie schon bemerkt erstaunlich groß, hatte einen Pferdeschwanz, und schien sich in Rock und kurzen Top zu gefallen. Sie wäre eine exzellente Läuferin, doch ihre Augen blickten eher analytisch in die Welt, als selbstbewusst.
    Während ich dies überlegte, hatte Lyra sich vor Spannung einen Voltobal - Lolli in den Mund gesteckt, und schaute nun zu, wie Dan sein erstes Pokemon auf das Feld rief.
    Damit gab er seiner Konkurrentin einen Vorteil, sie konnte sich auf seinen Typ abstimmen.
    Er klang wie immer eher desinteressiert: “Los, Walraisa. Wir werden sehen, was es hier zu lernen gibt.”
    “Jetzt weiß ich es! Sie heißt Maria.”
    “Okay, Lyra ich glaub da klingelts bei mir." Vom Hören kannte ich diesen Namen bereits, und ich glaubte zu wissen, was uns hier erwartete.
    Maria hatte nun endlich ihr erstes Pokemon gewählt, zwei Sekunden später stand ein riesiges Turtok auf den Platz. Die ganze Menge rückte unwillkürlich zwei Schritte rückwärts.
    Dan zuckte nicht mit der Wimper. “Walraisa, Eiseskälte."
    Maria schrie etwas, dann sprang das Turtok anderthalb Meter in die Luft. Dort umschloss es eine dicke Eisschicht, die im Normalfall jeden weiteren Angriff unmöglich macht. Doch es zog sich in den Panzer zurück,und krachte zu Boden. Das Eis zerplatzte einfach, wie eine zugefrorene Pfütze im Winter, wenn einer draufspringt. Poetisch, oder?
    Die ganze Menge hatte aufgeschriehen, als das Turtok zu Boden ging. Die Trainerin hatte die Eiseskälte in Erwägung gezogen, wenn nicht sogar vorhergesehen!
    Ich beugte mich zu Lyra hinüber : “ Meinst du, sie wusste, dass er Eiseskälte einsetzen wollte?”
    Doch Lyra schüttelte nur ungläubig den Kopf. Ich wandte mich erneut dem Kampf zu, wo Walraisa die Splitter für eine enorm starke Blizzard Attacke verwendet hatte. Diese prallte an Turtoks Panzer ab, zwang es jedoch zum verharren. Eine große Eisfläche breitete sich unter Turtok aus. Die Bö, die der Blizzard mitgebracht hatte, schien Maria jedoch zu genießen. Sie stand als einziges noch hinter dem Panzertier, und befahl nun den nächsten Angriff.
    Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als aus den großen Schulterkanonen von Turtok ein WIRKLICH starker Wasserstrahl austrat, und dieser in Richtung Maria zielte! Diese sprang (und wie sie sprang!) darüber hinweg, Turtok rutschte auf dem Eis in Walraisas Richtung. Dan hatte sich wohl die Folgeszenarien ausgedacht, und sah nun besser zu, dass sein Walross-Pokemon da wegkam. Doch Walraisa war nicht schnell genug. Im Flug drehte sich Turtok um die eigene Achse, und rutschte in irrwitzigem Tempo mit dem Kopf voran auf den hellblauen Koloss zu.
    “Turtok…Schädelwumme.” Die Stimme Marias, mehr bittend als befehlend, der Stahlharte Kopf von Turtok, das Walraisa, das so gern ausgewichen wäre, es aber durch seine Statur nicht konnte.
    “Walraisa, zurück. Damit konnten wir nicht rechnen.”
    Dan nahm das Ganze wie immer gelassen, er war ein Profi.
    “Wie viele Pokemon nehmt ihr?” , fragte Lyra, nun da der erste Kampf vorbei war.
    Dan antwortete nicht sofort, er sortierte Walraisas Ball sorgfältig in eine *Pokemoncenter* - Tasche und drehte sich zu uns um. “Drei gegen Drei, so sind die Regeln.”
    “Okay Dan, denk dran unbesiegbare Gegner gibt es nicht! Das packst du noch!” Ich versuchte ihn aufzuheitern. Ob ich erfolgreich war? Nun, bei ihm weiß an das nie.
    Auch im Publikum fand der Kampf schon viel Anklang: “Das war der einfallsreichste Kampf, den ich bisher gesehen habe!"
    "Die zwei wissen echt, was sie tun…”
    Etwas weiter hinten in der Menge stand Ignaz persönlich, und lächelte, als wenn er gerade einen guten Film sähe.
    Inzwischen waren die nächsten beiden Pokemon in den Kampf geschickt worden.
    Auf Dans Seite war das Frost, ein sehr seltenes Pokemon, das aussah wie eine Schneeflocke mit Glöckchen dran. Es hing grinsend in der Luft, und sonderte Zischlaute ab. Sein Trainer hatte sie Hände in die Hosentaschen gesteckt, der Pokeball dieses Pokemon war sehr kalt, das wusste ich bereits.
    Auf Marias Seite stand ein Plinfa. Ich fragte mich einen Moment lang, ob das vielleicht ein Witz war, doch ein Blick in das Gesicht seiner Trainerin, die nun sehr angespannt dreinblickte, sagte mir: dieses Plinfa war nicht zu unterschätzen.
    Sie ging sofort in die Offensive, das Plinfa sprang auf Frost zu, und setzte dabei Blubbstrahl ein, um noch während der Attacke nach links zu rollen. Es war schnell!
    Doch Dan schien unbeeindruckt. Die Blasen prallten an Frost ab, ohne Schaden zu hinterlassen. Stattdessen fing die unheimliche Schneeflocke an, zu leuchten. Ich dachte an Eisenabwehr, doch dafür staubte es irgendwie zu sehr.
    Dies war ein sehr effektiver Blizzard!
    Gleichzeitig meldete sich Lyra zu Wort: “Wie setzt es denn die Attacke ein? Es bewegt sich kein Stück!”
    Es stimmte, Frost bewegte sich kein bisschen, schimmerte ein wenig, und die gesamte Luft um Plinfa schien zu Schnee und Eis zu werden. Ausweichen war unmöglich. Ich bildete mir sogar ein, dass Frost eine gelangweilte Miene zur Schau stellte, es war wirklich kein normales Pokemon.
    Maria schien inzwischen ihre eigenen Gedanken bestätigt zu sehen, sie nickte kurz und traurig, und sah zu, wie der Schnee dichter wurde. Doch sie blickte nicht zu Boden, wie es die meisten anderen im Angesicht der Niederlage täten, sondern sah zu, wie der Blizzard sich nach oben erhob, immer stärker wurde, um schließlich in einem weißen Gewirbel, den Pinguinpokemon zu Boden fallen zu lassen.
    Dort versuchte Plinfa, sich aufzurappeln, und die Schneeflocke schien zuzusehen, wie es sich mühte.
    “Zurück, Plinfa….vielen dank, mehr konnte ich nicht verlangen…”
    Dan rief das Eispokemon zurück, und schien recht zufrieden mit seiner Leistung.
    Lyra hingegen hatte wohl in den 2 Minuten eine starke emotionale Bindung zu Plinfa aufgebaut, und musste erstmal getröstet werden.
    “Hey Lyra, mach dir keinen Kopf..ein Besuch im Center und dem Pingu geht’s wieder gut! Kannst es ja mal besuchen gehen wenn du willst. Wenn ich recht bedenke, komm ich mit, die Trainerin muss ich kennen lernen!”
    Das schien sie etwas zu beruhigen, zumindest lächelte sie ein wenig.
    Auf dem Kampffeld sah es nun anders aus. Dan machte auf einmal ein saures Gesicht, als wäre ihm etwas sehr unangenehmes aufgefallen. Doch der Kampf ging in die dritte Runde.
    “Los, Arktos!” Ich weiß, Arktos ist legendär, doch sein stärkstes Pokemon hatte Dan bereits benutzt. Der Eisvogel drehte nun einige Runden über unseren Köpfen, und sang dabei.
    Maria schien ehrlich ergriffen, doch auch irgendwie froh, als sei eine gute Vorhersage in Erfüllung gegangen.
    “Shawn?”
    “Ja, Lyra?”
    “Du weißt das jetzt passiert, oder?”
    “Ich weiß nur, dass unser guter Dan Cold jetzt in Schwierigkeiten ist”, worauf Lyra sehr nachdenklich wurde.
    “Ich glaube auch. Das ist sein drittes Eis - Pokemon.”


    Dans Gegnerin hatte nun eine leichte Entscheidung zu treffen. Feuer oder Stein.
    “Los, Galagladi!”
    Mir fielen fast die Augen aus den Kopf. Sie hatte es geschafft, zwischen all den Pokemon, die Arktos durch den Typ-Vorteil ausbremsen konnten, das auszuwählen, das auch eine Schwäche gegen Arktos´Fluganteil besaß. Ich selbst hätte mir, kaum das mir die Einseitigkeit in Dan´s Konzept aufgefallen wäre, mein bestes Feuerpokemon aufgewählt, und mir zu jeder möglichen Attacke einen Konter einfallen lassen. Sie dagegen nahm einen Kampf Typ!
    Ich rieb mir die Augen, und Lyra hatte irritiert den Kopf geschüttelt.
    Dan hatte die Augen vor Arroganz halb geschlossen, und sah sich sie Wolken an, die ab und zu durch Arktos´ Gestalt verdeckt wurden.
    Unten aber setzten sich die Dinge in Bewegung.
    Maria dachte offenbar nicht daran, sich durch Typ-Vorteile besiegen zu lassen, und wurde anscheinend zur Zeit immer wütender. Was mich erstaunte: ihr Galagladi gleich mit ihr.
    “Galagladi, Schwerttanz!”
    Das Kampfpokemon fing an, sich unglaublich schnell zu bewegen, während Arktos sich aus der Luft näherte. Als nächstes musste sich Galagladi einer schweren Luftstoß-Attacke zur wehr setzen, sie Arktos aus etwas mehr als 8 Meter Höhe auf es einsetzte. Die Attacke verlief aber ins Leere, Galagladi hatte sich noch während seines Schwerttanzes abgerollt.
    “Galagladi, Steinkante!”
    Nun wusste ich auch,wieso sie dieses Pokemon gewählt hat. Nichts ist schmerzhafter als von einer Doppelt verstärkten Attacke getroffen zu werden, gegen die ein Pokemon sowieso schon im Nachteil war. Aber Arktor war es ein leichtes, auszuweichen. Steinkante zielt gerade nach oben, und ein Flugpokemon so zu treffen, ist nicht leicht.
    Während des Ausweichprozesses hatte Dan schon die nächsten Befehle gegeben. Arktos benutzte nun Eisstrahl, um im Flug den Rest des Feldes zu gefrieren. Galagladi stand schon sehr unsicher, und hatte bald keinen Platz mehr. Darüber hinaus ging im wirklich langsam die Luft aus.
    “Meinst du, es wird ausrutschen? Oder ist der Kampf vorher vorüber..”, fragte Lyra mich, und ich musste ihr wieder einmal Recht geben, Maria hatte keine Chance, die auf-Eis-Legung des Feldes zu verhindern.
    “Ich denke, am Ende wird Galagladi alles auf eine Karte setzen müssen.. Es ist Luftangriffen sonst schutzlos aufgeliefert.”
    Als wir sprachen, hatte das Kampfpokemon von seinem anderen Typ gebrauch gemacht, und eifrig Psychoklingen in den Himmel geschossen, und den Eisvogel hier- und dort hingejagt. Auf diese Weise, fiel mir auf, war Arktos dem Boden bedrohlich nahegekommen. Dan hatte gegen die schnellen Psychoklingen nichts tun können, ahnte aber schon, dass die nächste Steinkante nicht fern war.
    “Arktos, blas die nächste Psychoklinge mit Luftstoß fort, und begib dich dann in höhere Gefilde.”
    Doch die nächste Psychoklinge kam nicht. Maria hatte sich wohl folgendes gedacht: Dan erwartete Psychoattacken bis Arktos am Boden war. Aber 3 Meter über dem Boden reichten ihr wohl schon, und damit umging sie vollkommen Dans Verteidigungsplan.
    “Los!! Steinkante!”
    Dem gesamten Publikum blieb komplett die Luft weg, als das ganze Feld sich erhob, überall splitterte das Eis, und Lichtreflexe tanzten über den Boden. Galagladi hatte die größte Steinkante begonnen, die ich jemals gesehen hatte, und wir brachten uns alle durch einige hastige Schritte in Sicherheit. Arktos war von dem Eis und dem Licht geblendet worden, und das ganze Gestein bildete einen großen Käfig..
    Der dann in sich zusammenkrachte, mit dem Vogelpokemon in seiner Mitte.
    “Dieser Kampf ist vorbei! Die Siegerin heißt Maria.” Dan klangt selbst in der Niederlage noch ziemlich kalt, doch ich wusste dass er ziemlich aufgewühlt sein musste.
    “Eins weiß ich genau!”
    “Was denn, Lyra?”
    “Das wird noch sehr spannend hier!”
    Ich grinste. Die nächsten Tage würden sehr interessant werden, und irgendwie hatte ich Lust zu lachen.
    “Da hast du Recht!”


    22.6.2010
    Ich erwachte langsam aus diesem schönen Tagtraum. Es war damals der bisher einzige Aufenthalt in Sinnoh gewesen, die Empfehlung für diesen Wettkampf hatte uns Professor Lind gegeben. Das große Ewigenau Turnier wurde in nur einer Woche zum größten und gefährlichsten Ereignis der ganzen Region, die Dinge dort waren echt unkontrollierbar gewesen. Gut, dass sich alles zum Guten gewendet hatte, auch wenn es für mich und Lyra zum Schluss echt knapp wurde. Das Mädchen, dass mit Dan so kurzen Prozess gemacht hatte, hieß Maria Mizu Jou, und sie hatte zu dem Zeitpunkt als einzige Trainerin wohl zu meiner Konkurrenz aufsteigen können. Nichts gegen Dan, doch als Eis Trainer hatte er gegen meine Feuer Pokemon einfach keine Chance.
    Ich blickte mich um, die sternklare Nacht hatte sich in den knapp 8 Stunden, die ich wohl geschlafen hatte, in einen nebligen, frühen Morgen verwandelt. Zunächst einige Dehnübungen, eine Nacht auf ner Iso-Matte kann ganz schon zermürbend wirken, doch ich war daran gewöhnt, und so machte mir das wenig aus. Ich legte mir ein weißes T-Shirt als Notverband um die Taille, und zog eine blaue Weste drüber. Nachdem ich die Matte zusammengepackt und im Rucksack verstaut hatte, machte ich mich ohne etwas zu essen auf den Weg bergab.
    Viel gab es nicht zu sehen. Ich wusste, dass weit unter mir die Seen lagen, doch alle weiteren Terrassen des Berges bis dorthin waren von Nebelschwaden verhangen. Ich hing meinen Gedanken von früher nach, während ich langsam auf ausgetretener Pfade gelangte. Die Routen auf denen ich mich nun befand, liefen nicht durchs Hochgebirge, wo ich herkam, sondern durch flachere Lagen, in denen auch öfter mal Trainer und Wanderer anzutreffen waren. Schließlich verließ ich den steinigen Weg, dem ich die ganze Zeit über gefolgt war, ich betrat einen breiten Sandpfad, der in nicht allzu weiter Entfernung an einer größeren Holzhütte vorbeiführte. Was dann folgte war echt komisch, ich hatte das Gefühl, ein zweites Mal aufzuwachen! Es war, als sei mein halbes Bewusstsein erst jetzt bei mir angekommen, irgendwie unheimlich..
    “Guten morgen.. Oh je das ist komisch!”
    “Hi, Nico! Was genau meinst du? Ich fühl mich grad zum zweiten Mal aufgewacht!”
    “Ich wach auf und stelle fest.. Ich scheine schon ewig unterwegs zu sein..und dabei keine Energie verbraucht zu haben. Hab ich was verpasst? Und wieso hast du mich nicht geweckt?”
    “Naja, ist schwierig. Wie soll ich dich wecken, wo du in meinem Kopf sitzt? Ich mein..ich kann mich ja nicht in wachem Zustand selbst wecken..nein, das musst du selbst machen. Verpasst hast du nix, aber da vorne geht’s in die Zivilisation.”
    “Oh, wie schön! Endlich eine Dusche und richtiges Essen!”
    “Das mit der Dusche lässt du mal meine Sorge sein. Essen dagegen brauch ich nicht, und das bedeutet: du verzichtest. Wobei, ich könnt dir nen Gefallen tun und doch was essen…”
    Soweit meine Kommentare zu dem Thema. Mädchen! Dachte bei Zivilisation sofort an Essen und heißes Wasser. Fehlte nur noch..-
    “Und echte Betten!”
    “Hey, das war Absicht! Du wusstest was ich darüber denke.”
    “Selber Schuld, Mister Ich-Brauch-So-Einen-Kram-Nicht!”
    “Weißt schon wie das gemeint war. Duschen wollte ich sowieso, und wehe du guckst!”
    Die Antwort darauf war jedoch nur unverständliches Gekicher, sodass ich schon mal mit dem Schlimmsten rechnete. Die Hütte dagegen war inzwischen in greifbare Nähe gerückt und ich sah ein schönes Frühstück inklusive Croissants und einem großen Omelett vor mir. Croissants?
    “Ja, die sind doch lecker! Ich wollte dich ein bisschen aufs Essen einstimmen..”
    In dem Moment traten zwei jüngere Trainer aus dem Haus, ich schätzte sie auf etwa 16 Jahre. Einer hatte braune Haare, ein Gesicht als hätte er ne Woche nur Regenschauer zu sehen bekommen und eine Weiße Basecap auf dem Kopf. Der andere schien recht zuversichtlich, was mich an ihm irritierte waren weniger seine hellblaue Jacke und Hose, als vielmehr die auffälligen hellgrünen Schuhe, die er trug. Die beiden sahen mich natürlich sofort.
    Ich hoffte nur, dass es keine Fans waren, und sie mich auch sonst nicht erkannten.
    “Warum sollten sie dich denn kennen?”
    “In einigen Ligen war ich echt weit oben dabei und hab seit einer ganzen Weile keine Kämpfe mehr verloren. Außerdem die höchste Anzahl gefangener Pokemon aus der Kanto Region, und Mitarbeit bei Professor Linds und Eichs Pokedex-Projekt.. Das sollte fürs erste reichen.”
    Der jüngere Trainer, der mit der grellen Kleidung, hatte sich inzwischen zu mir umgewandt. Kein Funke des Erkennens in seinen Augen, bei seinem Kumpel genauso.
    “Hallo, ist ja ungewöhnlich, hier so früh jemanden zu treffen”, begann der erstere, “woher kommst du denn?”
    “Ich hab die letzten Tage oben in den Bergen nach seltenen Pokemon gesucht, aber nichts gefunden. Immer wieder gab es Erdrutsche, das kann einen ziemlich fertigmachen. Mein Name ist Johnny, wer seid ihr denn, wenn man fragen darf?”
    Ich brauchte nicht lange zu warten, dann stand fest, welcher Trainer mir antworten würde. Der Braunhaarige begann: “Ich bin Fergus und der Typ hier neben mir heißt Bob. Ich komme aus Avenitia in Einall. Wir haben hier übernachtet, heute geht’s nach Jubelstadt. Von den Beben haben wir gehört, aber sei froh dass du nicht in Hoenn bist. Da geht’s richtig rund zurzeit..”
    An den anderen gerichtet fragte ich: ”Du heißt Bob? Echt?”
    “Nun.. Ja, wieso?”
    “Ich bin sicher, dafür gibt’s einen Grund. Aber ich hab mal ne Frage.”
    “Was passiert nun? Wie, es geht gleich los?”
    Nico hatte offenbar wiedermal einige meiner Gedanken aufgefangen. Sollte sie sich bereitmachen, ich hatte Lust auf einen Kampf!
    Während der grellgekleidete Junge mich noch anstarrte, drängte der andere auf meine Fortsetzung.
    “Ja? Was denn?”
    “Nun, ich bin vielleicht ein wenig aus der Übung, aber ich würd gerne gegen euch beide Kämpfen. Ich setze 2 Pokemon ein, jeder von euch 1. Ist das in Ordnung?”
    “Du hast doch alleine keine Chance gegen zwei! Was meinst du? Ich soll mitkämpfen?? ..äh.. Gut, ok. Bin dabei!”
    Bob meldete Bedenken an, doch er wurde von seinem besonnenen Freund schnell beruhigt. Nicht weit ab vom Weg gab es eine ziemlich große Terrasse, auf der gekämpft werden konnte.
    “Gut, ihr wählt zuerst eure Pokemon. Ich wird mich auch mit der Wahl beeilen!”
    Gespannt wartete ich auch meine Gegner.
    “Los, Schallellos!”, rief Bob. Hey, Leute, ihr versteht sicher, dass mir der Name zu schaffen machte!
    “Burmy, du bist dran!” Das war Fergus Pokemon.
    Pflanzen-Typ und Wasser-Boden-Typ als Gegner. Damit konnte ich leben!
    “Roy, es gibt Arbeit! Mach dich bereit!”, rief ich mein Aerodactyl. Ich hatte es vor langer Zeit in Kanto auf einer Ausgrabungsstätte gefangen, und so meinen Traum wahr gemacht, wie ich ihn Lyra an einem Abend, fern in der Vergangenheit, vorgeträumt hatte. Aerodactyl war ein erstaunlicher Flieger, seine Flügelspannweite betrug mindestens sechs Meter. Sein Schrei tönte durch den frühen Morgen, wie ein Beben aus der Urzeit.
    Es war Zeit für meine Zweitwahl!
    “Und du, Formeo!”
    “Und du,Formeo!”, rief Nico Blanca gleichzeitig, unhörbar für unsere Gegner.
    Es schien leicht verunsichert, doch das gab sich bestimmt gleich, sollte mein Plan aufgehen. Fergus und Bob hatten sich inzwischen abgesprochen, und schienen auch so weit zu sein.
    “Kann es dann losgehn?”, rief ich ihnen zu.
    Sie nickten, und so begann unser Doppelkampf.
    Erst passierte nichts, dann, ganz plötzlich-
    “Schallellos, Sandwirbel gegen Formeo!” So sah also die erste Aktion des Kampfes aus. Mein Plan sah vor, Nico die Führung ihres Pokemon zu überlassen, um zu prüfen was sie in ihrer eher mentalen Form ausrichten konnte.
    Das Schallellos setzte sich in Bewegung, während zwei weitere Trainer ihre ersten Kommandos gaben. Der eine davon war ich: “Roy, setz Aero-Ass ein und verhindere auf dem Weg zu Burmy den Sandwirbel!”. Aerodactyl schoss mit einem wirklich extremen Tempo auf Burmy zu, die Druckwelle seiner Flügel fegte einen Großteil des Sandwirbels in Bodennähe fort.
    “Burmy, Rasierblatt! Lass es kommen, Aerodactyl fliegt in deine Attacke!”
    Insgeheim freute ich mich, wenn Roy nah genug war, hatte Burmy keine Chance mehr. Nebenbei versuchte Nico immer noch, ihr Formeo zu einer Aktion zu bringen, doch es schien sich nicht sicher zu sein, welche Befehle es annehmen sollte.
    Schallellos dagegen war sehr sicher und hatte sich in Roys Rücken platziert. Gleichzeitig wurde Burmys Rasierblatt hinweggefegt und Burmy selbst nicht lang hinterher.
    “Nein, Burmy! Ich hatte gehofft, die Attacke hält ihn auf…”, rief sein Trainer und rief es zurück.
    Ich hatte mich bereits auf den Angriff des kleinen Wasser-Pokemons vorbereitet, vermutlich eine flächige Wasser-Attacke die Roy hart treffen würde.
    “Schallellos, Geheim-Power!”
    Mit so was wiederum hatte ich nicht gerechnet. Aber das Terrain war eher steinig, und Roy würde jedem Stein-Typ Angriff widerstehen. Doch Schallellos schoss eine glühende Kugel auf Aerodactyl ab, die es im Steigflug erwischte. Es hatte genau die Zeit abgepasst, in der Roy nach dem Aero-Ass wieder an Höhe gewinnen musste um nicht abzustürzen. Was mich daran wirklich überraschte, war die paralysierende Wirkung der Attacke.. Das durfte eigentlich nicht passieren.
    Ich sah noch mal genau hin: das kleine Wasserpokemon stand auf dem einzigen Fleckchen Erde im Umkreis von 10 Metern. Nun war guter Rat teuer, ohne Formeo würde das hier ein schnelles Ende nehmen.
    “Dein Aerodactyl ist schnell vom Himmel geholt, und am Boden hat es schlechte Chancen. Sieht aus als wäre dieser Kampf gleich gelaufen.”, meinte Bob zu dieser Situation.
    “Ich würde sagen, solang noch ein Pokemon auf meiner Seite steht siehts nicht so schlecht aus. Wir fangen gerade erst an!”
    Und dann passierte es tatsächlich! Nico hatte es geschafft, eine mentale Verbindung zu ihren Pokemon aufzubauen, und Formeo setzte einen Hagelsturm frei. Dies hatte zunächst eine Formwandlung zur Folge, recht schnell folgte dann eine gut gezielte Meteorologe-Attacke.
    “Formeo, ziel mit Meteorologe auf den Boden vor Schallellos!”
    Formeo verstand.. Irgendwie. Mit lautlosen Anweisungen war unser Gegner offenbar überfordert, Schallellos machte einen unmotivierten Ausweichversuch nach vorn.
    Dass dieser scheitern musste, konnte sein Trainer nicht ahnen, aber ich fands irgendwie lustig, zu wissen, was genau passieren würde. Schallellos wurde festgefroren, und zerrte zun an dem Eisklotz, der es festhielt.
    “Zeit, es zu beenden, finde ich! Roy, Hyperstrahl!”
    Ich weiß, Hyperstrahl zeichnet sich nicht durch besondere Effektivität gegen Wasserpokemon aus, aber in dieser Situation kann ich mir diesen Fehler gut leisten. Mein inzwischen flugunfähiges Urzeitpokemon wandte den Kopf in Richtung Schallellos, und feuerte einen weißen Blitz ab, der es unausweichlich kampfunfähig machen würde. Bob schien ziemlich überrascht darüber, von Aerodactyl noch etwas zu hören aber das half ihm auch nicht weiter. Formeo schwebte zwischen mir und Bob in der Luft und setzte eine ziemlich heitere Miene auf, was wohl am Wetter lag.
    Schallellos hingegen wurde frontal erwischt und so war der Kampf entschieden.
    “Zurück, Roy! Das war super.”
    “Das hast du echt gut koordiniert, mit dem Formeo und deinem Aerodactyl. Wenn da Anweisungen gewesen wären, hätte ich Schallellos nicht nach vorn geschickt, aber ich konnte nichts tun..”, meinte Bob zu unserem Kampf. Er hatte ja keine Ahnung!
    “Formeo, zurück! Shawn, würdest du bitte den Pokeball bereithalten? Ich kann es so nicht zurückrufen!”
    “Oh, stimmt. Hatte ich vergessen.” Nico konnte zwar zurückrufen was sie wollte aber wenn ich nicht mitmachte hatte das wenig Sinn.
    “Wie war das?”, fragte Fergus, offenbar hatte ich den letzten Teil laut gesagt.
    “Ach, nichts. Hab nur Hunger, ich wird erstmal was essen. Man sieht sich, ihr beiden!”
    Inzwischen waren wir wieder nahe des Holzhauses angekommen. Die Sonne war weitergewandert, hatte jedoch den Zenit noch nicht erreicht. Der Pfad bergab würde Bob und Fergus stetig in Richtung der Sonne führen, hoffentlich hatten sie gute Sonnenbrillen dabei!
    Die Trainer verabschiedeten sich, ich ließ Nico Formeo zurückrufen und sah mich um. Die Sonne schien direkt auf den Berg, ein echt atemberaubender Ausblick.
    “Das war nicht nett! Du könntest mir ruhig mal das Ruder überlassen wenn um mein Pokemon geht..”
    “Vielleicht hast du Recht. Aber geredet wird dann nicht, sobald andre dabei sind, wie sieht denn das aus. Ich werde dich auf jeden Fall zu deinen Leuten zurückbringen, und bis dahin kommen wir halt zusammen aus, okay?”
    “Ich tu mein bestes.”
    Nun freute ich mich wirklich auf ein Frühstück, Kämpfe machten mich immer hungrig. Vielleicht würde es sogar Nico zuliebe ein Croissant geben. Doch ich kam nicht dazu, die Tür zu öffnen, denn just in diesem Moment fing die Erde wieder an zu beben.


    _Lyra_
    20.6.2010


    “Professor Eich, ich muss mein Schiff bekommen! Das wissen Sie doch!”
    Ich wurde langsam nervös, ich musste unbedingt die Fähre bekommen, die von Alabastia nach Sandgemme fuhr. Sie legte nur einmal in 3 Tagen ab, und ich hatte nur noch eine Stunde um dorthin zu kommen!
    “Du machst es schon wieder, meine Liebe. Sei unbesorgt, ich bin hier gleich fertig.”, sagte der Pokemon Professor schmunzelnd. Ich hielt inne, und merkte, dass ich auf der Stelle gehopst war. Unter Zeitdruck kann ich nicht ruhig bleiben!
    “Sie sagen das so leicht. Ich dagegen habe eine wirklich dringende Verabredung in Jubelstadt. Und Sie wissen, wie lange ich Shawn nicht gesehen habe!”
    Ich warf einen Blick aus dem Fenster des Pokemonlabors. Draußen waren zwar viele Wolken zu sehen, aber die sahen eher aus wie Voltilamms Fell, und kaum bedrohlich. Ganz Alabastia schien unter der drückenden Schwüle zu liegen. Auf dem Meer würde das anders sein..
    “Oh, wie außergewöhnlich. Aber nicht unerwartet.”, meinte der Professor.
    “Was meinen Sie?”
    “Ich habe festgestellt, dass Shawn, als er hier in Kanto seine Orden sammelte, genau die Arten von Pokemon nicht gefangen hat, die du in den letzten zwei Monaten gesammelt hast. Ihr habt beide eine ansehnliche Zahl von Pokemon gefangen! Weit über 100.. Und ich bin mit der Aufrüstung deines Pokedex fertig. Wenn du Pokemon siehst, die von der selben Art sind, aber nicht die gleiche Farbe oder Form haben, wird das von nun an registriert.”
    “Oh, vielen vielen Dank! Dann kann ich endlich los?”, fragte ich überschwänglich. Es konnte losgehen!
    “Dem steht nichts im Wege. Richte bitte Professor Eibe meine Grüße aus, Ich fürchte mir sind momentan die Brieftaubsis ausgegangen.. Viel Glück!”
    Da sollte er sich mal keine Sorgen machen! Bei mir war alles bestens aufgehoben.
    “Ich denk dran! Auf wiedersehen, Professor.”
    Und damit rannte ich in Richtung Pier, der Sinnoh-Region entgegen.

  • hey... ich freue mich immer über neuen lesestoff, und die fs ist auch diesmal wirklich gut geworden, meiner meinung nach. bevor jemand anderes deine rechtschreibfehler findet, poste ich die mal schnell...
    1. einer großgewachsenen Braunhaarigen Trainerin gegenüber, die ihn Mitleidig musterte.
    einer großgewachsenen braunhaarigen Trainerin gegenüber, die ihn mitleidig musterte.
    ich glaube, das Braunhaarig wäre nur dann groß, wenn das wort "trainer" nicht vorhanden wäre... vielleicht hast du aber auch recht so...


    2.Zum ersten Mal sah ich seiner Gegenerin direkt ins Gesicht.
    Gegnerin heißt das...


    3.Die Böh, die der Blizzard mitgebracht hatte, schien Maria jedoch zu genießen.
    Die Bö, glaube ich zumindest... von "eisige Böe" im winter und so...


    4.um schließlich in einem weißen Gewirbel, den Pinguin Pokemon zu Boden fallen zu lassen.
    das Pinguinpokémon


    5.doch ich wusste das er ziemlich aufgewühlt sein musste.
    dass er...


    6. Einer hatte braune Haare, ein Gesicht als hätte er ne Woche nur Regenschauer zu sehen bekommen und eine Weiße Basecap auf dem Kopf.
    Einer hatte braune Haare, ein Gesicht, das aussah, als hätte er ne Woche nur Regenschauer zu sehen bekommen, und eine weiße Basecap auf dem Kopf.


    danach wurde es so spannend, dass ich bestimmt einige fehler übersehen habe... aber daran bist du schuld, den kampf kannte ich ja. gute idee:D
    naja nico scheint sich ja schon an die situation gewöhnt zu haben, sie heult nicht mehr so viel. diesen kampf finde ich auch gut beschrieben, der name von diesem trainer allerdings hätte gut anders sein können :P was solls, bob ist ja auch ein guter name.
    und nun weiß man endlich wo lyra steckt! hatte in dem durcheinander ein wenig den überblick verloren, aber dann war es wieder klar. gut ausgearbeitet, muss ich sagen ;) vielleicht solltest du den emotionalen aspekt zwischen shawn und ... sekunde, hat er nicht vor dem kampf gesagt, er hieße johnny? ... zwischen shawn und nico weiter ausarbeiten, ich finde den ziemlich interessant. wie entwickelt man sich, wenn man von einer bestimmten person abhängig ist?
    ich freue mich auf weitere kapitel^^
    mfg
    DoD

  • an der stelle will ich mich bei den lesern entschuldigen, das hier nichts mehr kommt. es ist sehr viel passiert seit januar und ich weiß nicht ob ich überhaupt noch weitermachen kann, aber eventuell werd ichs nochmal schaffen mich ranzusetzen.
    danke für das verständnis
    mfg Pay

  • Okay! Da bin ich wieder nach einer ZIEMLICH langen Pause. Es ist wirklich viel passiert; die richtigen Personen wissen Bescheid und haben meinen Dank für alles Gute davon.
    einer davon wird hier noch namentlich erwähnt, es ist DoD, der aus meiner sicht viel für diesen part des forums getan hat, ich hab wirklich nicht mit so guter literatur gerechnet
    außerdem an alle leser die sich da draußen mehr oder weniger gezwungenermaßen fast ein jahr gedulden mussten- sollten noch welche übrig sein
    mais DE ca cote, hier hab ich das neueste kapitel für euch!


    Kapitel 4: Der steinige Weg zum Sieg
    Oder: ein effektiver Treffer!


    _Shawn_
    24.6.2010


    Also, allem voran muss ich erst einmal sagen, dass ich schon oft in recht schwierigen Klemmen steckte, zum Beispiel umzingelt von Garados am See des Zorns oder eingebrochen im Eis des Schneepfads vor Ebenholz City. Oder auch verfolgt von unzähligen Rihorns in der Safarizone von Kanto. Aber jedes Mal war Lyra dabei, die entweder ein bis zwei helfende Hände für mich übrig hatte, oder in einer größeren Klemme steckte, aber jedes Mal sind wir knapp entkommen! Ein großes Glück, am Leben zu sein, kann ich euch sagen. Diesmal hing ich also an einer Hand an einem Erdschelf, weit unter mir konnte ich den Pfad sehen, der in Richtung Fleetburg verlief. Wie hatte ich mich hier während meiner Bewusstlosigkeit, gehalten?
    Guten Morgen, Dornröschen! Wenn du lang genug mit Rumhängen verbracht hast, dann kannst du mir ja mal die Arbeit abnehmen, stimmts?”
    “Äh, ja. Guten Morgen Nico, weißt du wie lang ich weg war?”, erwiderte ich darauf.
    Nicht mehr als 15 Minuten, aber langsam werden dir die Arme lahm, bei deiner Statur hätt ich da mehr erwartet.”
    Das war wiedermal typisch Frau. Der Mann kurz vor dem Abgrund und dann wird noch mal auf dem Ego rumgetrampelt? Schlimm!
    Das hab ich gehört, ich meins ja nicht böse.” , meinte meine Begleitung und ließ mich das Klettern übernehmen. Das Problem in solchen Situationen ist, mit dem zweiten Arm eine möglichst stabile Stelle zum Festhalten zu finden. Und die war mir nicht gegeben, also dachte ich erstmal nach..
    “Weißt du, wo ich meine Pokebälle hab? Ich glaub Roy könnte uns jetzt gut helfen.
    “Das Aerodactyl? Keine Chance, es ist noch gelähmt. Ich glaub, du hättest ihm besser…” -”Jajaja, ich hätt ja sooo vieles besser machen können! Bin ich froh dass ich dich dabei hab, sonst würd ich mir glatt zu perfekt vorkommen.”
    “Keine Ursache!”
    Ich verdrehte die Augen und wandte den Kopf. Die Sonne schien gerade, noch weit vom Zenit entfernt, hinter einer kleinen Wolke hervor. Zur Veranschaulichung: sie sah in etwa aus wie ein Voltilamm ohne Kopf. Also, die Wolke meine ich.
    Du bist ja so eklig! Ohne Kopf? Wie kommst du nur auf so was!”
    “Nun gut, das Metapherisieren muss ich noch üben. Aber die sieht doch echt so aus, oder nicht?”
    Das ist ja mal wieder typisch Junge, mit abgehackten -”
    Ich versuchte, das Folgende so gut es ging auszublenden, und erreichte gerade noch so eine kleine Felsspitze, die aus einem Moosbüschel etwa einen halben Meter über mir herausragte. Ein kurzes Baumeln an den Fingerspitzen, ein kleiner Aufschrei- und ich stand mit Füßen sicher dort, wo kurz zuvor noch meine Finger Halt gefunden hatten. “Jetzt reg dich mal nicht so auf, das war eine Kleinigkeit!”
    “Ich glaub mir wird gleich schlecht, ich hab runtergeguckt!”, stöhnte meine Begleitung.
    “Hast du nicht, da wüsste ich von !” - Dieser Einwand war nur zu wahr, schließlich sah Nico alles durch meine Augen. “Versuche, dich abzulenken, wir sind ja gleich oben. Denken wir kurz nach, wie siehts mit Formeo aus? Es kann schweben, wäre doch hilfreich.” , lautete meine Überlegung.
    “Das könnte glatt klappen, Formeos Ball ist in deiner hinteren linken Hosentasche.”
    Ich ließ mich als an einer Hand baumeln und griff danach. Im selben Moment merkte ich, dass dies vermutlich ein Fehler war.
    “Neeeeeeeiiiiiin!!”


    Wenn man vom Regen in die Traufe gerät, hilft meist nur noch die Hoffnung auf etwas Glück in nächster Zeit, doch hier musste ich selber handeln!
    “Da hilft nur eines! Los, Rota!”, rief ich - woraufhin sich das königlichste unter meinen Pokemon direkt neben mir materialisierte. Mein Arkani hatte ich in der Kanto Region als Fukano gefangen und noch vor dem Beitritt zur dortigen Pokemon-Liga mit einem Feuerstein zur Entwicklung gebracht. Schräg einfallende Sonnenstrahlen brachten das Rot-Goldene Fell zum Glühen.
    Während Nico damit beschäftigt war, das Löwenpokemon zu bewundern, saß ich auf seinem Rücken auf und vertraute in seine Instinkte, die ihm ermöglichten, in gefährlichen Situationen einen sicheren Stand zu finden.
    “Argh!”
    “Kein Grund zur Sorge Rota, wir wollten sowieso gerade bergab. Wärst du so freundlich?”, lautete meine aufmunternde Erwiderung. Dann wurde es wortwörtlich rasant, denn Arkani legte ein wirklich wahnsinniges Tempo vor, während wir uns in der Mittassonne in Richtung Erdboden bewegten.
    Ich hatte jedoch immer noch Zeit, das Panorama zu bewundern, die Ebene unter uns, das in der Ferne glitzernde Meer und die Ausläufer riesiger Hügelketten links und rechts von uns waren ein beeindruckendes Schauspiel.
    Fantastisch! Deine Art ein Trainer zu sein ist inspirierend und neu aus meiner Sicht, ich fürchte ich habe mich viel zu ängstlich verhalten..”
    “Ha, das kommt auf die Sicht des Betrachters an”, antwortete ich Nico- “aber in solchen Situationen kann man das Risiko durchaus genießen.”
    Leute, ich will nicht angeben aber ich bin sicher jeder Reiter wird verstehen was für ein Mordsvergnügen ein solcher Trip macht, solange man sich auf sein Pokemon verlassen kann.
    Arkani strebte also dem sicheren Boden zu, ich hatte mit einem Arm im seinen Hals einen sicheren Griff und schließlich kamen wir auch unten an. Der *Abstieg* hatte nicht mehr als vier Minuten in Anspruch genommen und Arkani war erschöpft, aber nachdem es sich in letzter Zeit viel hatte schonen können war das nicht weiter schlimm.
    “HEY! Du da hinten! Ich würde sagen du hast heute riesengroßes Glück.” Dieser plötzliche Ruf brachte mich ein wenig durcheinander, wo kam das nun wieder her?
    “Anscheinend sind wir knapp neben dem normalen Weg wieder hinuntergekommen… nicht schlecht.”
    Ich besah mir den Schreihals näher, es war ein Junge aus einer Gruppe von 5 Trainern die soeben auch ihren Weg aus den Bergen gefunden hatten. Bob und Fergus jedoch waren nicht dabei, ich hoffte jedoch für die beiden dass sie in Sicherheit waren.
    “Genau du da! Steh nicht so blöd in der Gegend rum, du darfst gegen mich kämpfen!”
    Ich fasste ihn ins Auge, er war normal groß, ich schätzte ihn auf 16 Jahre. Schwarze Haare, eine Blaue Steppjacke und er schien sich in Anwesenheit seiner Begleiter in den Vordergrund zu spielen.
    Die übrige Gruppe bestand aus 3 blondierten Trainerinnen und einem kleineren Jungen, dieser sah verunsichert unter einem großen Mützenschirm in die Welt hinaus.
    Ich dachte bei mir, ein wenig Spaß könnte nicht schaden, und so ging ich wiedermal aufs Ganze.
    “Gut, ich will mein Glück dennoch strapazieren und frage dich: willst du zusammen mit deinen Freunden gegen mich antreten? Natürlich nicht alle gleichzeitig, das wäre unfair. Aber im Doppel? Was meinst du.”, so gingen meine Überlegungen.
    “Du scheinst entweder sehr dumm oder noch dümmer zu sein, aber ich erfülle dir den Wunsch! Haha!” Er wandte sich an die ihm am nächsten stehende Trainerin: “Okay Hotshot, dem Versager zeigen wirs jetzt! Das wird ein Kinderspiel!”
    Sie schien ihm zu glauben und straffte sich. “Hehehe ich freu mich schon drauf.”
    “Du bist dir ziemlich sicher oder? Also.. Ich hoffe doch.”
    “Keine Sorge! Ich wäre nicht hier wenn ich nicht sicher wäre.”, lachte ich und ging in Position.
    Dann fixierte ich meine Gegner, die so dreist die Herausforderung gesucht hatten. Mit einem Trainer, der schon in so einigen Höllen gesteckt hat..
    Die Sonne stand im Zenit, hinter mir ragten die Berge auf, weit voraus erstreckte sich die glitzernde Meeresplatte.. Und unter uns rumorte die Erde. Zeit, in die Gänge zu kommen!


    Genau das taten wir, es wurde echt rasant; die gegnerischen Trainer setzten Tauboga und ein mir unbekanntes Pokemon ein! “Was ist das denn? Ich überprüf das besser.”, meinte ich und zog den Pokedex den ich mir Professor Lind gab.
    “ROSELIA. Das Giftdorn-Pokemon. Es…” - “Ich hab so welche schon mal gesehen, sie duften wenn man sie gut tränkt, außerdem können sie viele verschiedene Gift-Angriffe einsetzen.. Pass bei dem lieber auf.”, ich hörte Nicos Worte und konzentrierte mich wieder.
    “Okay, das haben wir gleich. Rin, es gibt Arbeit!”
    Rin hatte ich es getauft, weil es sich oft so anhörte wenn es versuchte zu reden. Es ähnelte stark einer kleinen blauen Kerze und ich hatte es bei meinem kurzen Einall-Aufenthalt von einer guten Freundin bekommen. Nun saß es unternehmungslustig vor mir auf dem Boden und ich musste grinsen-eigentlich war es ein Geist-Pokemon und konnte schweben, doch es tat gerne so als wäre es einfach nur ein Feuer-Typ.
    “Was gibt’s da so dämlich zu grinsen? Du hast kaum eine Chance uns zu besiegen! Tauboga, Ruckzuckhieb! Hotshot, dem zeigen wirs!”
    “Äh, ich bin schon da, Roselia, Silberhauch.”, rief die Blonde.
    Ich dagegen ließ Rin erstmal Säurepanzer einsetzen, für spätere Treffer, während Nico sich lautstark über den Silberhauch ausließ-typisch Mädchen..
    Keine der Attacken konnte Rin etwas anhaben, ich fand es an der Zeit, zu kontern.
    “Irgendwie war das nichts, oder? Ich glaube ihr solltet euer Wissen über Pokemontypen vertiefen! Rin, Hypnose!”, feuerte ich es an, wies dabei auf Roselia.
    Das Pflanzenpokemon schlief sofort ein, freie Bahn also für den nächsten Angriff!
    “Du Möchtegern! Mit solchen Tricks gewinnst du nicht gegen uns”, warf mein Gegner mir vor und Tauboge ging in den Tiefflug. Das sah nach Aero-Ass aus, doch etwas stimmte nicht…
    “Rin, Irrlicht!”
    Das Vogelpokemon flog direkt in die Attacke, und kniff die Augen zu.. Keine gute Idee.Es prallte aus vollem Flug auf die Erde und rappelte sich mühsam wieder hoch. Die kleine blaue Kerze schwebte froh ihres Lebens einen Meter darüber.
    “Roselia! Das geht doch nicht, du musst aufwachen…”. Die Trainerin die Hotshot hieß schien bereits der Verzweiflung nahe, doch das half ihr wenig-sie hätte passende Beeren einpacken sollen.
    Das Beben hatte bereits aufgehört, die übrigen Jungen und Mädchen aus der Gruppe sahen allerdings skeptisch drein, sie schienen nicht so recht zu glauben was auf dem Kampffeld gerade stattfand.
    In der Ferne fuhr gerade en großes Frachtschiff in Richtung Fleetburg, drum herum spiegelte die See den Sonnenschein. Einfach großartig! “Rin, Inferno! Mit dem Tauboga machen wir nun Schluss!”
    Die Inferno Attacke ist ziemlich gemein, denn sie greift vor allem Problemzonen von bereits geschwächten Pokemon an, die sich nicht gegen die immense Hitze wehren können.
    Nicht schlecht, 1 zu 0 für dein Lichtel.. Ach das ist so niedlich!”, fand Nico.
    “Ich glaub damit hab ich schon gewonnen, es zählen nur 2 Dinge im Pokemon Kampf-und die Stärke des einzelnen Pokemon gehört nicht dazu! Erstens.. Statusprobleme wie Brand und Gift..”, begann ich während Tauboga kampfunfähig liegen blieb.
    “Rin, flieg ein Stück nach rechts und benutz dann noch mal Inferno!”
    Diesmal hatte meine Begleiterin besser geschaltet als ich: Roselia hatte eine Spukball - Attacke benutzt und war damit gefährlich nah an Rin herangekommen, das zum Glück schweben konnte und auf diese Art ausgewichen war.
    “Mist! Wie kann ein so schwächliches Versagerpokemon so gut reagieren?? Ich glaube dein Pokemon hat mehr drauf als du, du Anfänger!”, rief der Schwarzhaarige mir entgegen. Solche Typen konnte ich nicht ausstehen!
    “Danke Nico, das war knapp. Rin, weiter so!” - “Immer wieder gerne.”
    Meine kleine Kerze war inzwischen zum Angriff übergegangen und da Feuer gegen Pflanze sehr gute Chancen hat, egal wie groß der Gegner ist, begann Roselias Kraft, schnell nachzulassen.
    “Du kämpfst nicht besser als mein kleiner Bruder und der ist nichtmal 5 Jahre alt! Was soll dieses Weggerenne die ganze Zeit, das kann doch jeder!”.
    "Damit komm ich zu zweitens: hat dir nie jemand erzählt, dass das wichtigste im Kampf der Vorteil durch die Typen ist? Nichts ist besser als effektive Angriffe."
    Selbst in der drohenden Niederlage war der Kerl noch beleidigend, zu gerne hätte ich ihm vor seiner Truppe mal die herbste Niederlage seines Lebens verpasst. Aber was soll dann Nico von mir denken?
    Ich hatte versprochen, nach Fleetburg zu gehen und so konnte ich es mir nicht leisten, Zeit zu verlieren.
    Versteht mich nicht falsch, ich wollte einfach nur einen guten Eindruck hinterlassen.
    “Roselia kann nicht mehr! Ruf es zurück, der Kampf ist vorbei.. Was du hier gesehen hast war ein sehr effektiver Treffer! Nichts beendet einen Kampf schneller als das. Zeit für eine kleine Pause, find ich!”
    “Lächerlich! Nur starke Pokemon führen zum Sieg, du… LEUTE MIR REICHTS!” -ich stutzte.


    _Lyra_
    25.6, irgendwo auf dem Meer
    Der Wind war viel zu stark!
    Normal war das sicher nicht im diese Jahreszeit. Wir fuhren mit der großen H.M.S. Ramsey schon seit fünf Tagen nordwärts und es war immer noch kein Land in Sicht, weil dieser merkwürdig starke Wind uns den Weg erschwerte! Ich stand nun schon lange an der Reling und beobachtete unsere Fahrrinne.
    Kleine Wasserpokemon machten sich einen Spaß daraus, auf den Wellen zu schwimmen, und die waren so putzig! Am liebsten wäre ich von Bord gegangen um mir wenigstens ein Seeper zu fangen aber ich würde doch das Schiff nie wieder einholen.


    -DING DONG-


    “Achtung meine sehr geehrten Ladys und Gentlemen! Hier spricht ihr Kapitän, ich fürchte ich muss ihre geschätzte Geduld ein letztes Mal beanspruchen. Der Sturm hat uns ungewöhnlich weit nach Westen abgetrieben, darum mussten wir in den letzten zwei Nächten einen Umweg fahren um wieder friedliche Gewässer zu erreichen. Ich kann ihnen aber versichern dass diese Irrfahrt heute in den frühen Abendstunden ihr Ende nimmt. Zwei Dinge muss ich noch anmerken: erstens wird uns auch in diesen letzten zwei bis drei Stunden die Versorgung keineswegs knapp werden. Und zweitens empfehlen wir besonders Familien mit kleinen Kindern, diese so gut wie möglich nicht an Deck spielen zu lassen, da hier Gefahr besteht. Einen angenehmen Aufenthalt weiterhin und vielen Dank dass Sie so lange durchgehalten haben!.”


    Ich atmete auf. Was für ein Schreck! Hoch über meinem Kopf war an einer Signallaterne einer der Lautsprecher angebracht. Ein wenig beruhigt war ich aber nun doch, schließlich hatte ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Wie würde es wohl in Sandgemme werden? Die schwarzen Wolkenberge überall am Himmel sahen nicht vertrauenerweckend aus, doch auf einer stabilen Fähre wie dieser würde mir nichts passieren können
    “Hallo meine kleine, hast du deine Eltern verloren?”
    Ich hörte eine sehr erwachsen klingende Stimme hinter mir und drehte mich um; vor mir hatte ich nun einen großgewachsenen Mann mit Uniform, vielleicht einer der Crew.
    “Nein, schon gut. Ich bin allein unterwegs!”, sagte ich und hoffte dass meine Stimme weniger piepsig klang als ich es empfand. Mein Gegenüber lächelte jedoch nur verständnisvoll.
    “Ich weiß wie du dich fühlst, aber jeder geht mal verloren. Ich werde deinen Eltern sagen ich habe dir das Schiff gezeigt, dann haben die sicher kein Problem damit, oder?”, meinte er, offenbar der Überzeugung er hätte es mit einer Zehnjährigen zu tun!
    Komm schon Lyra sag was erwachsenes!
    “Ich bin größer als ich aussehe!” - innerlich biss ich mir auf die Lippen. Und zwar fest.
    Und der Uniformierte tat auch noch erstaunt-nicht auszuhalten.. “Ach so ist das, wie alt bist du denn schon?”
    Vermutlich würde jede Antwort kindisch klingen, ich brauchte dringend eine passable Ausrede. Und da hatte ich auch schon direkt die Lösung! Also fing ich an, ein wenig zu zappeln.
    “Ich muss glaub ich ganz schnell wohin..wissen sie wo ich sie-wissen-schon finde?”, fragte ich und guckte ihn mit möglichst verzweifeltem Gesicht an. Er nahm augenblicklich einen äußerst unglücklichen Ausdruck an und schien krampfhaft nachzudenken.
    “Nun.. Ich denke hier ist gleich um die Ecke.. also das heißt es müsste ja ein Schild oder ähnliches geben, folge mir.”
    Ich wusste es, kein Besatzungsmitglied möchte gefahrlaufen, für eventuelle Missverständnisse und Unglücke verantwortet zu werden. Also lief er los, mit mir im Schlepptau in Richtung Unterdeck. Selber Schuld wenn man mich für ein kleines Mädchen hält!
    “Sie haben nicht zufällig einen Lolli dabei?”. Er stöhnte gequält:” Natürlich.”


    _Shawn_


    Vorsicht! Ich glaube die sind nicht so harmlos wie du dachtest..”.
    Ich sah auf; alle fünf Trainer hatten Pokebälle in den Händen und schienen Übles zu planen. Tauboga und Roselia waren durch Ibitak und ein seerosenartiges Pokemon ausgetauscht worden, welches bekümmert dreinsah. Die übrigen hatten eine kleine Sammlung aus Psycho und Geisttypen auf den Plan gerufen, das sah nach Ärger aus.
    “Hab ich euch nicht eben besiegt? Was wird das hier?”, fragte ich eine der blonden Trainerinnen, während ich versuchte, unauffällig auf den Weg zurückzukommen, der nach Fleetburg führte.
    Kurz fühlte es sich an, als würde der Boden unter meinen Füßen knurren! Ich stand jedoch fest auf beiden Beinen und ließ mich nicht zu Fall bringen.
    “Warum muss es eigentlich immer Beben??”, fragte Nico derweil. “Weiß ich nicht genau, aber ich glaub die Frage kenn ich.”
    “Besiegt? Ich glaube kaum, wir haben jeder noch mindestens vier Pokemon übrig und keinen Grund dich hier nicht ordentlich auseinanderzunehmen!”, Rief ihr aufführerischer Kumpel zurück.
    “Nico was meinst du dazu?”, murmelte ich. “Ich wünschte das könnte mir egal sein! Aber da ich nun mal festsitze..lass uns hier abhauen.”
    Ohne Roy und Arkani würde es höllisch knapp werden, selbst wenn ich es auf einen Kampf ankommen lassen wollte; ich war den Trainern im Einzel vermutlich weit überlegen doch gegen mehrere Gegner hatte ich außerhalb von Doppelkämpfen bisher selten bestehen müssen.
    “Du willst abhauen du Looser?? Was ist, hat dich der Mut verlassen? Lombrero setz Kaskade ein!”
    Nimm noch mal das Lichtel, ich habe eine Idee..”, hörte ich Nicos Stimme und ließ erneut Rin den Schauplatz betreten. “Denk dran Nico, ich verlass mich auf dich!", meinte ich und setzte Nicos Plan in die Tat um:"Rin, Inferno! Dreh dich dabei.”
    Es grinste und begann eine recht weitläufige Inferno-Attacke die reichen sollte um die Gegner zu blenden oder wenigstens deren Sicht zu verhindern. An den Flammen konnte ich mich schwerlich sattsehen, doch Nico hatte bereits das Rennen übernommen. “So schnell wär ich alleine auch gern..komisch was für Dinge man erst vermisst wenn man sie verloren hat.”
    “Rin, zurück! Sag lieber.. Vorübergehend eingebüßt, Nico! Du weißt, wir kriegen das hin.”
    Die kleine Gruppe die ich hinter mir gelassen hatte schien sich jedoch nicht so schnell geschlagen zu geben.
    “Denkst du du kannst weglaufen?? Kadabra halt ihn auf, mit Psychokinese!”
    Diesmal hatte der Kleinste gesprochen, er schien ein enormes Selbstvertrauen aufzubauen, nun wo er und seine Freunde so klar im Vorteil schienen.
    “Ihr denkt echt dass ich am Ende bin? Los Trio!” . Ein roter Blitz, ein kurzes Licht, und im Boden zwischen mir und der Trainergruppe war ein großes Loch aufgetaucht.
    Das Kadabra war abgelenkt, sodass ich erneut ein wenig Raum gewinnen konnte. “Trio, Tiefschlag!”
    Mein schnellstes Pokemon tauchte hinter Kadabra wieder auf und versetze ihm mit allen drei Köpfen einen blitzartigen Stoß. Dann verschwand es so schnell wieder in der Erde dass man seinen Augen nicht mehr glauben mochte. Das Psy-Pokemon stützte sich auf seine Knie und sah sich hektisch um, wie es auch sein Trainer tat. “Auch dieses Pokemon kann nur weglaufen? Ich hatte mehr erwartet.”, meinte der schwarzhaarige nun.
    Doch seine Begleiterinnen waren aufmerksamer:”Es.. Seine Nasen sind blau! Das kann nur..”.
    Mehr bekam sie zwar nicht heraus, doch ich hoffte es würde reichen um vor ihnen meine Ruhe zu haben.
    Immerhin gab es nur ein Schimmerndes Digdri in der gesamten Turnierszene von Johto und Kanto!
    “Trio, gute Arbeit! Und nun Erdbeben!!”, rief ich, es gab keinen Grund dies noch länger herauszuzögern.
    Die Erde bebte weitläufiger als ich gedachte hatte, und Sekunden später erfuhr ich auch den Grund.
    “Wie meinst du das, es ist zu stark?”, fragte Nico besorgt.
    Wie zur Antwort riss keine zwei Meter vor mir die Erde auf und der Teil dahinter schien rasend schnell aufzusteigen. Und mit ihm die Trainer.. Auch ne Möglichkeit!
    “Ich glaub wir sollten uns nun wirklich beeilen, nach Fleetburg zu kommen das wird hier draußen zu gefährlich. Außerdem hab ich bereits das Fossil hinter dem ich her war und wir müssen ja auch deine Leute wiederfinden, nicht wahr?”
    Nichts wie weg, würde ich sagen. Und diesmal hoffentlich ohne Zwischenfälle..”
    “TRIO! Grab dich zu mir durch!”, rief ich, woraufhin mein Digdri wieder an der Oberfläche auftauchte-mit der Schirmmütze des kleinen Jungen auf seinem mittleren Kopf.
    “Oh schau an du sammelst immer noch Mützen? Nun, der wird sie wiederfinden wenn die Leutchen mal in die Gänge kommen.”, sagte ich und legte die Mütze auf einen Stein am Wegrand.
    Damit rief ich Trio wieder zurück, und wandte mich in Richtung Fleetburg. Gegen Abend sollten wir da sein, wenn alles glattlief..


    So waren wir nun schon einige Stunden unterwegs, zu meiner Rechten das Meer, und im Süden ein ausgedehntes Marschenland das sich bis zum See der Wahrheit fortsetzte. Am Horizont tauchten nach und nach einige flockige Wolken auf, und die Sonne schien ungetrübt auf meinen Weg nieder.
    Nico und ich nutzten die Zeit, um uns gegenseitig über uns zu erzählen.
    “Das wusste ich noch gar nicht! Das Formeo heißt Bellyflop??”
    “Ja, lustig wie es dazu kam..”.
    So erfuhr ich zum Beispiel dass Nico ebenfalls in Kanto gekämpft hatte, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt als ich. Sie war ziemlich überrascht zu hören, wo ich schon überall gewesen war, deckten sich die Gebiete doch relativ gut ab, mit denen die sie besuchte, abgesehen von Hoenn.
    “Eigentlich solltest du mal dort gewesen sein, so viele Unterwaserruinen wie es dort gibt!”
    Darüber hatte ich auch schon nachgedacht, doch nach einigen wirklich üblen Gerüchten um gigantische Tumulte dort habe ich andre Pläne gefasst.
    Doch auch um fernere Vergangenheit drehten sich unsere Gespräche, zum Beispiel ihre Kindheit in der Nähe von Xeneroville, wo die Sonne so lang und stark schien, dass ihr Haar komplett gebleicht worden war ohne je wieder Farbe zu bekommen, oder meine Geschichten vom berühmten Knofensa-Turm in Viola City.
    An einen Turm, der ohne Zutun den ganzen Tag lang wackelte, konnte Nico wohl nicht so recht glauben, aber wer hatte so was auch schon mal gesehen? Noch unsinniger wäre wohl nur ein Turm der schräg auf der Erde stünde aber ich will hier nicht ins Märchenland abdriften!
    “Es ist wahr, wenn du dich am Mittelbalken festhalten würdest, könntest du den Rest über dir und unter dir hin und herkippen sehen. Der reine Wahnsinn..”
    Sehr interessiert war sie auch an den Legenden über die Pokemon Lugia und Ho-Oh, denn jedes Land hat seine Geschichten und Legenden-manche davon können sogar schneller Realität werden als man sich erhofft. So erzählte ich bereitwillig darüber, wie Ho-Oh einmal mehrere mächtige Wolfspokemon wieder zum Leben erweckt haben soll, nachdem diese in Flammen umkamen. Manche der älteren in Teak City glauben sogar, sie selbst gesehen zu haben, und von diesem Teil der Legende hatte auch Nico schon gehört. Während nun Ho-Oh für das Leben steht, soll Lugia von einigen als sein Gegenstück angesehen werden, da es durch Orkane und Flutwellen Unglück und Verheerung bringt.
    Im Gegenzug erfuhr ich von den Uralten; riesige antike Pokemon, die sogar das Klima beherrschen können. Nico kannte viele Geschichten über Kyogre, doch Groudon interessierte mich viel mehr.
    Stellt euch vor: ein Pokemon das das Land verkörpert und im besten Fall jeden Regen verhindert! Das perfekte Sommer-Pokemon, oder nicht? Zumindest dachte ich so.
    “Meinst du, die Krawalle von denen ich gehört hab, hängen mit Groudon und Kyogre zusammen?”
    “Ich denke eher nicht, niemand weiß wo sie schlafen, und selbst wenn würde man sie nicht wecken können, so hat mir meine Mutter das erzählt.”
    Ich behielt jedes Detail im Hinterkopf. Und als die Sonne sich dem Horizont entgegensenkte, noch ein letzter großer Frachter in der Dämmerung nach Fleetburg einfuhr, kehrten unsere Gedanken wieder zu uns zurück.
    “Wieso hast du dann eigentlich nicht in Hoenn deine ersten Pokemon bekommen? Das versteh ich nicht ganz.”
    Naja, ich denke mit Hydropi als erstem Partner hätte ich auch gut leben können, aber im Fernsehen sah dieses Schiggy einfach zum anbeißen aus, abgesehen davon hatte mein Vater beruflich viel Kontakt zu Professor Eich.. Er wusste dass ich einen besseren Anfang haben würde. Und…”
    Hier schien sie verlegen zu werden - warum das nur?
    “Er hatte Recht nehm ich an?” - “Ja, außerdem ist das Indigo Plateau viel bekannter als Blütenburg City, ich hab mich wohl einfach nach der größeren Herausforderung gesehnt!”
    In meinem Unterbewusstsein lief ein weißhaariges Mädchen leicht rot an.
    “Wirst du gerade rot? Das ist-” “Wehe du sagst noch ein Wort darüber! Ich schwöre ich werde dir.. Ach vergiss es einfach.”
    Sie schien imaginär die Arme zu verschränken und ich sparte mir den Kommentar; was sollte sie schon groß machen? Grinsend zeigte ich auf eine der Wolken weit über mir, die nun durch das Abendlicht rötlich wirkte. “Guck mal, die machts dir nach!”.
    Na warte, Shawn d´Aera! Das bereust du!”
    Unvermittelt machte sie.. Ich meine, machte ICH einen großen Schritt rückwärts, während ich eigentlich noch im Laufrythmus war…. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: ein ZIEMLICH schmerzhafter Spagat. Gut dass das keiner gesehen hatte!
    “Oooohh verdammt das hast du mit Absicht gemacht.. Und ich sage das obwohl es eigentlich klar ist.”
    “Selber schuld, haha!” , flötete sie und ich drehte mich auf den Rücken. Ser Himmel hatte sich violett verfärbt, und jede Wolke sah aus wie ein Leuchtfeuer. Eigentlich würde ich mich gerne ausruhen aber ich musste noch vor Einbruch der Dunkelheit die Stadt erreichen, sonst würde das Pokemon-Center geschlossen sein. “Uff. Okay, diesmal vergeb ich dir das, aber mach bloß nichts dummes mehr! Bitte!”.
    Aye aye, Käptain!”
    So gelangten wir schließlich auf asphaltierte Wege, und ließen die ersten Häuser hinter uns.
    Endlich in Fleetburg!! Noch nie zuvor war ich so erleichtert gewesen, Beton unter meinen Sohlen zu haben. Fleetburg war eine ziemlich alte Stadt, schon die ersten Siedler Sinnohs hatten den Fischfang zu schätzen gewusst. Und nun war daraus eine Ansehnliche Großstadt geworden, die kreisförmig um die Bucht aufgebaut war.
    Die Häuser waren in der Mehrzahl weiß oder rot verklinkert, und mit schwarzen Ziegeln gedeckt, und wirkten sehr robust. Nur selten sah ich einen Balkon, eher waren mit Mauern verstärkte Terrassen vertreten, die jedoch alle Landeinwärts gerichtet schienen.
    “Die haben wirklich an alles gedacht, nicht wahr?”, fand Nico, und kam aus dem Staunen nicht heraus.
    “Kann man nicht bestreiten, ich wüsste nur zu gern wo hier das Pokemon-Center ist!
    Doch danach hätte ich nicht zu fragen brauchen, inzwischen war die Innenstadt erreicht und auf der anderen Seite des Kanals sah ich schon das typische Firmenzeichen.
    Juchuu! Betten! Duschen! Schlafen! Himmlisch!”
    “Diesmal stimme ich dir zu, ich bin fix und fertig.. Aber-”, fing ich an;”Jaja, wehe ich gucke! Hahaha!”Ich schüttelte den Kopf und legte die letzten Schritte über die steinerne Brücke zurück, dann ging ich direkt aus das Center zu. Sagte ich schon: Endlich! ?
    “Hey du da! Ich glaube du bist hier falsch!”
    Ich drehte mich um. “Das ist doch wohl nicht sein Ernst oder?”


    Durch die ungewöhnlich schnell einsetzende Bewölkung sah man bereits den Mond nicht mehr.



    So das ist es nun! Ich hoffe es kommt gut an, es ist etwas kürzer als die bisherigen kapitel. rückmeldungen darüber würden mich auch freuen: übersichtlichkeit schlägt vertiefung? man weiß es nicht, alaso viel spaß


    Pay

  • so, hat ja lange genug gedauert xD aber ich finds gut, dass du weitermachst. schreib vielleicht in word weiter, dann siehst du die gröbsten fehler sofort, und musst nicht groß suchen, wenn was entgangen ist. ich fang sofort mit dem an, was mir aufgefallen ist:


    “Weißt du, wo ich meine Pokebälle hab? Ich glaub Roy könnte uns jetzt gut helfen.
    “Das Aerodactyl? Keine Chance, es ist noch gelähmt. Ich glaub, du hättest ihm besser…” da fehlen anführungszeichen.


    “Fantastisch! Deine Art ein Trainer zu sein ist inspirierend und neu aus meiner Sicht, ich fürchte ich habe mich viel zu ängstlich verhalten..” hmm, irgendwie passt das nicht zu ihrem charakter, dass sie ihn auf einmal so krass lobt, weiß auch nicht...


    eigentlich war es ein Geist-Pokemon und konnte schweben, doch es tat gerne so als wäre es einfach nur ein Feuer-Typ.-geil, ich mag das kleine ding xD


    Die Trainerin die Hotshot hieß schien bereits der Verzweiflung nahe- hier ein beispiel dafür, was mir insgesamt aufgefallen ist. eventuell arbeitest du mal ein wenig mehr mit kommas :P ist besser für den lesefluss und so.


    “Sie haben nicht zufällig einen Lolli dabei?”. Er stöhnte gequält:” Natürlich.”- der arme mann xDD


    digdris mützensammlerei find ich auch lustig... alles in allem ganz gut gelungen, natürlich ist noch vieles zu verbessern, aber du hast ja grad mal angefangen. den rest habe ich dir gestern abend schon gesagt, und ich freu mich auf das nächste kapitel... wieso ist denn shawn da jetzt falsch?! er wollte doch nico zurückverwandeln D:
    naja, viel spaß beim schreiben :)
    mfg
    DoD
    hups, Kori, meinte ich :)

  • Asche über mein Haupt xDD ich gebe zu ich bin kein schneller Autor. Ich geb einfach mal meinen Senf dazu und bau auf die Leute die zwischendurch Bock auf ne ECHT GELADENE story haben! viel spaß :) achja, wär cool wenn ich auch feedback bekomme,niemand ist perfekt :essen:


    Kapitel 5: Böses Erwachen
    Oder: die Ruhe vor dem Sturm?



    _Shawn_


    Frühjahr 2006
    .”Shawn, guck mal! Ich wette das ist mindestens ein Garados!”.
    Ich musste grinsen, Lyra war bisher alles andere als eine begnadete Anglerin. Wir waren nun schon zwei Tage am See des Zorns, und hatten hier eine Pause zum Angeln eingelegt, da ein Mann in der Nähe Geschenke für gute Angler verteilte.
    “Ach quatsch, so wie du angelst ist das maximal ein Quapsel.”, erwiderte ich und lachte, Lyra hatte schon 5 Karpador und 2 alte Stiefel geangelt.. Was ihrer guten Laune nicht im Mindesten einen Abbruch tat. Stattdessen war sie enthusiastisch wie nie zuvor und glaubte an den großen Fang. Im Moment jedoch streckte sie mir die Zunge raus!
    “Bäääh, nur weil du schon ein Corasonn hattest, Mister Ichbinsotoll!”, meinte sie und zog kräftig an der Angel, die ich ihr aus zwei Stöcken und einer langen Schnur gebaut hatte. Wie zu erwarten zappelte am unteren Ende- gar nichts. Lyra hatte eine Flaschenpost geangelt! An ihrer Angel baumelte nun eine alte, kolbenförmige Flasche, die im Sonnenlicht des endenden Tages glitzerte.
    Ich besah mir meine eigene Angel, hier tat sich gerade nichts. “Naja, besser eine alte Flasche als gar nichts, oder?”, versuchte ich nun, sie aufzumuntern. Doch das war nicht nötig, Lyra schien sich über den Fang zu freuen! “Da ist ganz sicher eine Schatzkarte drin!!”
    Sie holte die Angel ein, und wenige Momente später lag die Flasche zwischen uns beiden am Ufer.
    Genauer betrachtet sah sie eher gewöhnlich aus, hatte mehrere Sprünge und war hastig verkorkt worden, keine große Sache also. Wenn da nicht der Zettel im Inneren gewesen wäre!
    “Da ist doch bestimmt ein Schatz drauf eingezeichnet”, meinte Lyra dazu, blickte aber eher ratlos, weil die Flasche wohl nicht ihren Vorstellungen entsprach.
    “Ha! Oder einer wurde als Geisel genommen und dies sind seine Hilferufe…”; ich zog eine gruselige Grimasse. Meine Freundin dachte diesmal aber nicht daran, sich einschüchtern zu lassen, und klemmte sich die Flasche zwischen die Knie. Ich blickte kurz in den Himmel, er färbte sich langsam satt orange und beleuchtete einige verwischte Wolken. Ein schöner Tag! Aus dem Wald, der an das Ufer des Zornes angrenzte drangen einige Nebenschwaden. “Der Korken sitzt aber ganz schön fest!”, presste Lyra hervor, sie hatte mit den Handballen eine Art Schraubzwinge gebildet, um so den Korken herauszuziehen-und lief langsam aber sicher rot an. Der Anblick war wirklich urkomisch! Trotzdem verkniff ich mir ein Grinsen und beschloss, ihr zu helfen. “Okay, dann machen wir das so, ich nehm den Korken und du die Flasche. Sollte klappen.”. Lyra nickte, rückte einen der Riemen ihrer Latzhose wieder zurecht und stand auf, sodass sie nun zwischen mir und dem Wald stand. Sie nahm die Flasche in beide Hände und hielt mir das Ende mit dem Korken zu. Ich versuchte, ihr möglichst sicher zu halten, und gab Lyra das Startzeichen: “Alles klar, los geht’s!”
    Wir stemmten gleichzeitig die Füße in den Boden und zogen synchron an dem jeweiligen Ende der alten Flasche die-
    Nicht nachgab! Verwundert sah ich Lyra an, die die Wangen aufgeblasen hatte und damit ungemein putzig aussah, offenbar hatte sie gedacht, die Flaschenpost würde durch meine Mithilfe eher ihre Geheimnisse herausgeben.
    “Einfach kaputtschlagen können wir sie nicht, stimmts?”, fragte ich sie, woraufhin Lyra die Luft ausstieß und erwiderte: ”Nein, wir wollen ja nicht die Karte beschädigen!”
    Inzwischen bildeten wir fast ein Dreieck, in dem unsere Arme und die Flasche die längste Seite darstellten und unsere Füße sich fast berührten. Doch die Flasche hielt stand! Das wäre doch wohl gelacht.. “Wenn wir das nicht allein hinkriegen!”, rief Lyra, ich verdoppelte die Bemühungen, und drehte ein wenig am Korken herum.
    Der wider Erwarten nun doch ein wenig locker ließ! “Lyra, da tut sich was! Häng dich rein!”, rief ich und meine braunhaarige Freundin bog tatsächlich den Rücken etwas durch. Wenn sie so weitermachte-


    FLUMMP!


    Dieses Geräusch ist echt unnachahmlich, ein vermutlich sehr alter Korken, der sich widerwillig aus seiner Flasche löst. Wir beide fielen durch die angestaute Kraft nach hinten, ich fand mich mit dem Kopf knapp am Wasser wieder, Lyra landete in einem Digda-Hügel, hatte die Flasche aber sicher in den Armen.
    “Lyra, du hättest mal dein Gesicht sehen sollen..”, lachte ich, stand auf und setzte mich neben sie. “Deins war aber auch zum Brüllen! Wie ein Taubsi das versucht, ein Rizeros auszubrüten!”, zog sie mich auf und setzte sich ohne große Umstände auf den kleinen Erdhaufen. “Pah, mindestens wie ein Rizeros das ein Taubsi ausbrütet, es hat immerhin funktioniert.”, fand ich und klopfte den Großteil der Erde von Lyras Rücken. Sie drehte die Flasche auf den Kopf und schüttelte dann ein wenig. “Ich glaub ich habs gleich!”. Und wirklich, ein Stück Papier kam zum Vorschein, es war so stark zusammengerollt, dass es durch die Öffnung passte, und an zwei Stellen mit Schnur gesichert. Das Papier war schon etwas brüchig, es schien lange in der Flasche gelegen zu haben. Mit einige geschickten Handgriffen rollte Lyra nun die Rolle auseinander und hielt sie an beiden Enden fest.
    “Und? Was ist das?”, fragte ich sie, denn es war nicht besonders gut zu erkennen, also beugte sich meine Freundin etwas weiter vor und besah sich das Blatt genauer. “Ich glaube, wir hatten beide Recht…”, meinte sie darauf mit etwas zitternder Stimme.


    25.6.2010
    Pokemon-Center von Fleetburg


    Ich rieb mir die Augen, und fragte mich warum auch dieser Traum so realistisch gewesen war. Nun, man konnte es weniger als Traum und mehr als Erinnerung bezeichnen, da diese Dinge genau so passiert sind wie sie mir immer aufs Neue erschienen.
    Ein kurzer Blick in die Runde reichte mir, um die Ereignisse des vergangenen Abends wieder aufleben zu lassen: Nachdem ich in Fleetburg angekommen war, wurden wir unweit des Pokemoncenters von einem selbsternannten Dorfpolizisten überrascht. Glücklicherweise kam uns aus dem Pokemoncenter jemand zu Hilfe, und diese Person wollte sich mit uns am heutigen Tag in der Bibliothek treffen, da er sogar zu der Forschergruppe gehörte die wir suchten!
    Das Zimmer in dem ich aufgewacht war strahle vor allem Helligkeit aus, Pokemon-Center-typisch eben. Die Wände waren blau gehalten, der das Parkett in einer geschmackvollen Sandfarbe. Das Kopfende meines Bettes schloss direkt ans Fenster an, draußen sag ich tiefhängende Wolken vorbeiziehen..keine Frage der Tag würde Gewitter bringen.
    Ich gähnte unbeabsichtigt.
    “Nico! Benimm dich mal, wir sind immerhin in einem öffentlichen Pokemoncenter!”
    Meine Begleiterin nahm das höchstens am Rande zur Kenntnis. “Was kann ich denn dafür wenn du gähnst?”, kam die Gegenfrage, bei der jeder Taube noch das Grinsen herausgehört hätte.
    “Pah, dafür hab ich jetzt nicht die Nerven. Ich brauch ne Dusche und was zu Essen..”, meinte ich in gespielter Verzweiflung- hey ich wollte dass Nico zur Abwechslung das schlechte Gewissen hat!
    “Hihi, dann ab unter die Dusche mit dir.”
    Ich stöhnte genervt. Auch das noch! Jetzt mal ehrlich: was hättet ihr in der Situation getan? Fix und fertig, kaputt von einer Tagelangen Reise, und lechzend nach fließendem Wasser? Noch dazu wenn ihr ein Mädchen im Kopf habt, dass ihr erst ein paar Tage kennt und das zu 100% alles mitbekommt was euch betrifft? Ganz recht, es gibt keine Lösung, bei der ihr ohne mindestens ein blaues Auge davonkommt. “Gut”, meinte ich; “wehe ich höre auch nur einen Ton!”


    Kurze Zeit später trat ich aus dem Duschraum. Rundum erfrischt, nachdem ich die Dusche von *sehr heiß* auf zirka 10 Grad runterreguliert hatte - was Nico nicht so gut gefiel wie mir…
    “Aaaaahhhhh! Wieso musstest du das so kalt stellen?? Ich war unvorbereitet!” , rief sie im Anschluss.
    “Tut mir wirklich leid Mylady, ich hatte vergessen dass manche von uns lieber warm duschen!”.
    “Und nenn mich nicht so, das verzeih ich dir nicht so schnell. Achja, und ich hab Hunger, du solltest etwas essen..”
    Davon war ich so perplex, dass ich nichts erwiderte. Ich besah mir lieber meine Sachen, zog schon mal meine Jeansshorts an- dazu ein dunkelrotes Hemd. Zumindest war das der Plan, doch letzteres war am Rücken ziemlich zerfetzt, vermutlich eine Folge der abenteuerlichen Kletterpartien.
    “Och nö, ich glaub davon brauch ich ein Neues.”
    “Nicht auszudenken, wenn du hier oben ohne rumliefest, hihi.”
    Ich kniff die Lippen zusammen und steuerte meinen Rucksack in der Zimmerecke an. Draußen schienen sich die Wolken währenddessen minütlich zu verdichten, das würde wirklich ein sehr nasser Tag werden.
    Die Durchsuchung ergab nichts außer dem Kopffossil, meiner Ausrüstung und einigen Teilen zum Wechseln.. Doch intakte Hemden waren nicht darunter.
    Vor meinem inneren Auge streckte mir Nico, augenscheinlich sehr gut gelaunt, beide Daumen nach oben gereckt entgegen. Nun gut. Nachdem ich schon etliche Male fast gebrutzelt, zerquetscht und ähnliches worden wäre, tut mir ein wenig Regen auch nichts mehr.
    “Gut Nico, ich werde wohl ein wenig nass heute, stell dich drauf ein.” Daraufhin wuchtete ich den Rucksack hoch, der dabei an die Decke stieß und lies den Blick noch mal durchs Zimmer streifen.
    Nichts vergessen - und weiter geht’s!
    Unten an der Rezeption beglich ich vorsorglich die Rechnung und saß kurze Zeit später im centereigenen Restaurant.
    Ich wette ihr stimmt mir zu: Croissants mit Butter und dazu ein paar Gläser Maracuja-Saft sind das Beste für jeden Morgen!
    “Ich glaube, mit deinem Geschmack hast du die kalte Dusche wieder wettgemacht, Shawn! Aber du musst gleich unbedingt das Mousse da probieren.”
    Ein kurzer Blick durchs Restaurant- übrigens sehr stilvoll eingerichtet, Hellgraue und Rote Flächen dominierten das Ambiente; großzügig bemessene Fenster gewährten viel Blick nach draußen.
    Schnell entdeckte ich auch das Mousse, dabei handelte es sich wohl um einen süßen Brotaufstrich mit dem Namen *Marshmallow*.
    “Wie du willst, ich muss mich noch als Gastgeber beweisen.”. Ich grinste, und bestrich das nächste Croissant entsprechend. “Aber dieses Zeug sollte man wirklich in Maßen essen…”
    “Lecker!!!”
    Das Essen verlief bis zum Schluss entspannend, Nico und ich tauschten noch Gedanken darüber aus was wohl unsere Verabredung in der Bibliothek mit sich bringen würde.
    Als ich schließlich auf die Straße trat, schien Fleetburg wie ausgestorben. Der Himmel entlud sich in spektakulären Güssen und Explosionen, es grollte unablässig. Die Wolken waren beinahe schwarz.
    Fern im Westen stieg Rauch auf, vermutlich bebte es in den Bergen erneut.
    “Ach du-”, setzte ich an, ich war fassungslos. So etwas Atemberaubendes und Gewaltiges hatte ich dem Himmel niemals zugetraut.
    Zum Glück hatte ich im Rucksack noch einen Krempenhut aufgetrieben, so richtig in Ruinenmaniac-Manier, der mich nun vor dem Gröbsten schützte.
    “Schau mal, die sind an den Docks ziemlich hektisch” ,meinte Nico besorgt. Es stimmte, ein großes Frachtschiff wurde von vielen Matrosen momentan sturmfest gemacht und vertäut. Doch keine Zeit um stillzustehen!! Ich rannte los.


    _Lyra_
    25.6.
    Hafen von Sandgemme


    Puh!
    Es war gar nicht so leicht gewesen, meinen Wachhund abzuhängen. Er hatte sich wirklich vor dem Damenklo postiert, und gewartet bis ich wieder herauskäme, doch von dort konnte er natürlich nicht sehen was ich innen tat. So konnte ich durch ein Fenster im Hauptraum aufs Achterdeck gelangen.
    Die letzten zwei Fahrtstunden verbrachte ich gemütlich mit meinem Meganie zusammen auf dem Oberdeck und sah dem Hafen entgegen, während die Wolken über uns hinwegzogen.
    Ich dachte in letzter Zeit auch oft an die Zeiten, in denen ich und Shawn gemeinsam die Johto Region bereist haben.
    Oh ja, wir waren ein super Team gewesen, und selbst das gefürchtete Team Rocket konnte uns nichts entgegensetzen. Zugegeben, ich hatte zu oft Angst vor den großen Herausforderungen, doch Shawn war ein Partner auf den man sich blind verlassen konnte - im Doppelkampf, wenn es um wichtige Entscheidungen geht, und auch in allen anderen Lebenslagen.
    Ich war eindeutig zu lange unterwegs gewesen, und nun reichte es! Vielleicht konnte ich Shawn ja überreden, einen Abstecher nach Johto zu machen, der Pokéathlon war immer noch mein Steckenpferd..
    “Flora, ich hab ganz vergessen dass du Royal wiedersehen wirst!”, rief ich und stupste es in die Seite.
    Mein Meganie überragte mich schon seit Längerem um mehr als drei Köpfe, und nun zeigte es keine Reaktion; außer dass es den Kopf senkte und angestrengt in die Ferne zu spähen schien.
    Aber das Funkeln in seinen Augen sprach Bände! Ich glaubte es hatte sich tatsächlich in Shawns Arkani verknallt.
    Daraufhin schob ich die Unterlippe vor und sah es mit möglichst unschuldigen Augen an; nun schien Flora die Luft anzuhalten um sich nicht zu verraten. Ich beließ es dabei, als ich einen leichten Stich spürte - auch Shawn konnte diesem Gesicht nicht wiederstehen, fiel mir ein.
    Inzwischen hatte die H.M.S.Ramsey einmal gewendet und machte gerade am Dock fest, wo zwei kräftige Matrosen damit beschäftigt waren, dicke Seile um die Poller zu werfen. Die See war immer noch ein wenig aufgewühlt, vermutlich würden sie also das Schiff richtig fest anbinden.
    Wie ein kleines Fiffyen…
    Ich lachte, rief meine grüne Partnerin zurück und lief zum Mittschiff, wo nun zwei Stege für Die Passagiere ausgefahren worden waren.


    GONNG!


    “Die Überfahrt ist schlussendlich vorüber, und ich bin stolz, dass ich unterwegs niemanden verloren habe. Der Mannschaft und den Passagieren danke ich noch einmal dafür, dass alles so gut funktionierte, auch wenn wir den Zeitplan ein wenig strapaziert haben. Ich wünsche einen angenehmen Aufenthalt in Sandgemme, und der Sinnoh-Region allgemein. Ihr Kapitän.”


    Kapitän Clockwood hatte wirklich viel Arbeit gehabt auf dieser Überfahrt. Nicht nur dass er ein riesengroßes Unwetter vorausgesehen hatte und dieses so gut es ging vermied, auch als es an Bord teilweise ungemütlich wurde, hatte er die richtigen Schritte getan um die Lage in den Griff zu bekommen. Dabei haben sein Humor, als auch wir Trainer geholfen, und am Ende kamen wir unbeschadet ans Ziel.
    Das ging mir durch den Kopf, als ich meine Schritte Richtung Pokemon-Center lenkte, nachdem ich den Matrosen noch eine Weile zugesehen hatte.
    Sandgemme ist eine schöne Stadt, die meisten Häuser bestehen aus hellen Ziegeln und sind in einem lockeren Schachbrettmuster angeordnet. Im Moment ist in den Einkaufsstraßen noch ziemlich viel Gedränge, und ich muss aufpassen dass ich in der Masse nicht untergehe.. Manchmal ist es einfach superblöd nicht so riesig zu sein wie die anderen!
    Links und recht ziehen alle Arten von Geschäften an mir vorbei, einige mit ausgefallenen Namen wie “Grab dich fit” und “Zuckersüß” die noch ausgefallener Dinge anbieten - aber auch einige größere Läden wie Filialen von “PM” und “Catch”. Natürlich nichts im Vergleich zu Dukatia City oder Huomara, doch abwechslungsreich und immer wieder interessant.
    “Nicht unterkriegen lassen Lyra. Du bist groß!”, versuche ich mich aufzumuntern. Ich genieße einfach weiterhin den Spaziergang durch die Stadt, und sehe auch kurze Zeit später das Pokemon-Center vor mir auftauchen
    Ich betrat den marmorierten Raum und sah die ortsansässige Schwester Joy hinter dem Tresen stehen. Momentan ist niemand sonst hier, ich winkte Joy kurz zu.
    “Hallo, Schwester Joy, ich bin neu in der Stadt und bräuchte eine Karte.”, beginne ich.
    “Wohin solls denn gehen? Wir haben ein sehr detailliertes Sortiment von Sonnewik bis nach Blizzach. Außerdem kannst du sogar Karten von Kanto und Hoenn ausleihen.”
    Das hörte sich doch sehr aufregend an! Ich spürte wie mein Puls stieg - bald würde ich diese ganz neue Region durchwandern, und auch Shawn wiedertreffen!
    “Also, ich muss dringend in Richtung Jubelstadt. Mein Freund kommt aus Fleetburg und wir treffen uns dort.”
    “Dein Freund, ja?”, schmunzelte die Ärztin. So was das nicht gemeint…Wah!
    “Naja wir sind gute Freunde, nicht.. Sie wissen schon.” - hoffentlich lief ich nicht rot an..
    Doch die Schwester hatte noch andere Bedenken: “Ich hoffe du weißt, dass es zwischen Fleetburg und Jubelstadt zu heftigen Unwettern und Erdbeben kam.. Laut den Jubelstadt Nachrichten ist wieder alles in Ordnung aber wer weiß was da wirklich los ist? Angeblich kam es zu großen Polizeieinsätzen.”
    Mir wurde davon heiß und kalt. Doch innerlich wusste ich genau dass ich mir um Shawn keine Sorgen zu machen brauchte. Warum? Das weiß ich auch nicht.
    “Wissen Sie, ich muss da ganz schnell hin, egal wie gefährlich es sein könnte.. Machen Sie sich keine Sorgen, ich hab ja meine Pokemon dabei.”
    “Ich würde ja selber in Fleetburg anrufen, aber die Leitungen sind tot. Ich schätze, dass ich dich sowieso nicht hier festhalten kann, aber viel Glück!” Sie machte einen leichten Knicks, und ich steckte dankbar die Karte in meine Tasche.
    Ein letzter Blick durch das Center, ein aufmunterndes Lächeln zu Schwester Joy und dann trat ich wieder hinaus. Dort war inzwischen ein wahrer Sturm im Gange!
    In der kurzen Zeit, die ich mit der netten Schwester geredet hatte, waren die Schäfchenwolken zu einer dunkelgrauen Front verwachsen, die nun bedrohlich wuchernd über der Stadt hing. Ein heftiger Windstoß blies fast meine Mütze fort, ich bekam gerade noch so den Rand zu fassen.
    Es wurde schnell kälter..eigentlich ist so was ja nicht normal aber es gibt bestimmt Tiefdruckgebiete die wo etwas bewirken, außerdem war die Sonne ja auch weg. Die meisten Passanten hatten inzwischen einen leichten Laufschritt eingelegt und wenige hatten einen Schirm dabei. Was gäbe ich nun dafür!
    Wie es schien hatte ich diesmal Glück, nicht weit entfernt gab es einen kleinen Strandladen.
    Ich ging unter der roten Markise hindurch und hörte eine leise Glocke beim Betreten des Geschäftes.
    “Hallo, meine Kleine! Suchst du etwas bestimmtes? Oder möchtest du lieber ein wenig verweilen?”
    Ich drehte mich um, und vermutete, es war die Ladeninhaberin die sich nun vor mit befand. Eine nette alte Dame mit einem Dutt und verschiedenfarbigen Armbändern. “Oh da haben Sie Recht, ich brauchte dringend einen Schirm.”, antwortete ich.
    “Oh wie reizend! Das Wetter ist wirklich scheußlich, ich glaube ich habe das richtige Modell gleich hier..”. Sie kramte kurz in einem großen Flaggenständer herum und zog einen Roten Schirm hervor, den sie sogleich aufklappte.
    Ich unterdrückte ein Stöhnen.
    Offenbar wusste die Frau wirklich über ihre Kunden Bescheid, doch dieser war bedruckt mit zwei Pichus und einer Tüte Eiscreme..
    “Haben Sie auch etwas.. Äh.. Erwachseneres?”, wollte ich wissen.
    Sie sah eine Spur zu verständnisvoll aus. “Aber natürlich, wie findest du den hier?” Der neue Schirm war in einem einfachen hellgrün gehalten- perfekt!
    “Vielen Dank, ich bin nämlich nicht.. Naja Sie wissen schon.”, meinte ich hastig und bezahlte.
    “Einen schönen Tag noch, Kindchen!” Winkt mir die Verkäuferin hinterher. Ich seufzte.
    Draußen angekommen spannte ich schnell den Schirm auf und rannte los.
    Nach fünf Minuten ließ ich die letzten Häuser hinter mir.
    Nach 15 Minuten war Sandgemme hinter den dichten Bäumen der Route 202 verschwunden. Shawn, warte auf mich!


    _Shawn_
    25.6 - Mittagszeit; Fleetburg Bibliothek


    Ich konnte das hallende Dröhnen hören, dass draußen von den stetig einschlagenden Blitzen und dem prasselnden Regen verursacht wurde. In der Bibliothek schien ich der einzige Besucher zu sein, außer der Dame am Tresen hatte ich niemanden gesehen - vermutlich verbrachte man einen solchen Tag lieber in den eigenen vier Wänden.
    “Kommt es dir nicht auch draußen so vor wie ein ewig offenes Grab, das unermüdlich jeden frisst, der kurz nicht aufpasst?”
    “Sehr poetisch. Aber denk dran, Nico; wir sind hier um dir zu helfen, da bringt Trübsal blasen nicht viel.”, antwortete ich. Offensichtlich hatte der Anblick des Gewitters bei ihr eine Art Rückfall bewirkt.
    “Ich frag mich nur, wo der Herr nun bleibt..”, meinte ich und zuckte tatsächlich kurz zusammen, da es direkt über dem Gebäude einen Knall gegeben hatte.
    “Tschuldige, es ist immer sehr einfach alles negativ zu sehen..”.
    “Weißt du, ich hatte in den letzten Monaten auch sehr viel Zeit über diese Dinge nachzudenken. Der beste Weg mit der Dunkelheit umzugehen, ist, sich seine eigene Sonne zu sein - es gibt überall Menschen die dir dafür danken werden.”
    Nico schaute versonnen in die Gegend, offenbar erstmal beruhigt.
    “So, und nun zu dem - Ah! Guten Tag, ich habe Sie schon erwartet.”
    “Das dachte ich mir! Vorab.. Stimmt das mit Nico?”
    Der Professor war endlich eingetroffen.


    Weit oberhalb dieses Zusammentreffens rissen in der Mesosphäre die gigantischen Wolkentürme auf und gaben den Blick auf drei große Wesen frei. Sie bekämpften mit aller Kraft, und ihre Energien lösten riesige Schockwellen und Entladungen aus.
    Aus dem goldenen Gefieder des einen schossen pausenlos Blitze, die sich knisternd mit denen aus den Wolken verbanden, und so blaue und weiße Lichter erschufen.
    Sein Verbündeter war eine grüne Schlange, die aus ihrem Maul beständig Hyperstrahlen auf ihre Umgebung feuerte, erbost durch den Konflikt über den Wolken.
    Der schwarze Schweif des größten von ihnen dröhnte bedrohlich und erstrahlte in einen unheimlichen Blau. Es warf Stromkugeln nach seinen Widersachern und schien den Zorn des Gewitters zu schüren.
    Seine kalten Augen sandten eine einzige Botschaft.
    DIESE WELT MUSS ENDEN

  • und das ist dr. dod zum kommentieren :) ich warte schon ewig auf ein weiteres kapitel, das letzte liegt ja jetzt doch schon eine weile zurück. die gestaltung finde ich interessant, nette running gags baust du auch immer wieder ein (die arme lyra :x sie ist doch schon grooooß!), und nun einen geradezu gigantischen kampf, an dem zumindest zekrom und rayquaza teilnehmen. wie das wohl ausgeht? nette spannungskurve, ziemlich fies, dass du jetzt nichts mehr schreibst, ich wills doch so gern wissen, wie es weitergeht :) aber ich weiß ja auch dass du an mehreren projekten gleichzeitig schreibst, dazu dann dein studium... meines erachtens lohnt sich das warten.
    hoffe, man hört voneinander :)
    mfg
    DoD

  • Holy shit! Schon wieder ging die Zeit ins Land. Kreuzigt mich bitte nicht, ich bin Student xD So, ich bin wieder da und werd jetzt jede Woche ein neues Kapitel hochladen-das weiß ich weil die schon fertig sind.Wer schon kommentiert hat, wird informiert, und ich freue mich auf jede Menge weitere Kommis, Kritik und Humor :D Viel spaß erstmal mit Nummer 6!


    Kapitel 6: Gefahr im Verzug
    Oder: nur einen Schritt vom Ziel entfernt?


    _Shawn_


    Frühling 2006, Dukatia City
    “Lyra! NEIN!”, brüllte ich, und kniff die Augen zusammen. Wir waren zu zweit in den Untergrundpass eingebrochen, wo bereits einige Mitglieder des Team Rocket warteten. Vor mir in der Luft schwebte ein Smogmog und atmete unablässig schwarzen Dampf aus, ein hastig auf den Plan gerufenes Sarzenia hatte seine klebrigen Ranken um Lyras Oberkörper geschlungen und zog sie von mir fort.
    Fahrig tastete sie nach einem weiteren Pokeball, während ihre andere Hand krampfhaft ihre Mütze auf ihrem Schopf hielt.
    “Pyro, Flammenwurf!”
    Mein Tornupto ließ sein Fell auflodern und kurz darauf fegte ein dicker Feuerball durch den Gang. Sarzenia wurde besiegt, doch Smogmog konnte ausweichen. Die Verbrecher richteten sich nach unterschiedlich gearteten Duck- und Hechtsprungmanövern langsam wieder auf. Zufrieden sah ich das Erstaunen in ihren Augen, sicher hatten sie mit leichter Beute gerechnet.
    Ich stürzte auf Lyra zu und zog sie auf die Beine. Sie atmete flach.
    “Alles okay?” - “Klar”, meinte sie nach einem kurzen Blick an sich hinunter.
    “Weiter geht’s! Pyro, Sternschauer!”
    “Los, Anzu! Benutz Blubbstrahl!”, rief meine braunhaarige Freundin. Ihr Marill plusterte sich auf und sandte dem Sternschauer einen starken Strom Schaum hinterher.
    “Diese Gören können kämpfen?!” - “UNNMÖGLISCH!”, rief ein anderer der Schwarzgekleideten und hielt sich theatralisch den Kopf.
    Ihre Pokemon begannen hastige Ausweichmanöver, doch Tornupto und Marril waren zu schnell für sie. Smogmog keuchte eine letzte Wolke heraus und fiel zu Boden, Sarzenia schien am Ende seiner Kräfte, konnte jedoch noch kämpfen.
    “Wasser ist nicht effektiv gegen Pflanzen-Typen, stimmt ja!”, murmelte Lyra, mehr zu sich selbst als zu mir. Das gab mir zu denken, ich brauchte dringend einen Doppelangriff vom Typ Feuer. Zeit, noch stärker zu werden! Der Rocket-Rüpel unterbrach rüde meine Überlegungen.
    “Sarzenia, Rasierblatt! Ziel auf das Marril.”. So begann ein neuerlicher Angriff unserer Gegner. Ich musste grinsen, eine Pflanzenattacke ließ sich leicht von Pyro abwehren. “Pyro, geh dazwischen.”, rief ich. Die Blätter verbrannten zu Asche, als sie das marinefarbene Fell meines Kumpels berührten.
    Unterdessen hatte meine Freundin einen weiteren Pokeball aus ihrer Latzhose gezogen und tauschte Anzu gegen ihr erstes Pokemon aus.
    “Niiiiiiieeeeeeee!”, trompetete es und fächerte seine Blüte auf, die es um den Hals trug.
    Unter den Gangstern gab es hierüber keine Begeisterung. “Was, dieser Winzling sollte doch wenigstens zu besiegen sein, den Halbstarken nimmt sich Lance dann vor!”, rief der Ältere der beiden.
    “Ich bin nicht klein! Das nimmst du zurück!”, schrie Lyra beleidigt und warf sich in die Brust.
    “Flora, Matschbombe!” - “Pyro, Flammenrad.”
    Lyras Meganie war wirklich in Topform und Sarzenia war besiegt und Tornupto unterbrach den Angriff und begutachtete, wie die Rockets, gemäß ihres Namens, mit Lichtgeschwindigkeit das Weite suchten.


    “Hey, das hat Spaß gemacht.”, freute ich mich. Lyras Mütze wippte, als sie fröhlich ihr Meganie umarmte: “Diesen Spinnern hast du es ganz schön gezeigt!”
    Nun mussten wir nur noch herausfinden, warum der Intendent neuerdings Team Rockets Drecksarbeit machte. “Das war das Training. Bist du bereit, für ein kleines Abenteuer?”, fragte ich großspurig.
    Sie lachte. “Allzeit zu jeder-”
    “Schandtat bereit! So gefällt mir das, ha! Wüsste nur zu gern, wer dieser Lance sein soll.”
    Aus dem Schatten eines Seitenganges trat eine Gruppe Menschen.
    “Ich fürchte, die Antwort wird dir nicht gefallen..” meinte eine täuschend sanfte Stimme.
    Alle waren Schwarz gekleidet.


    _Shawn_
    25.6., Fleetburg-Bibliothek


    Ein Ohrenbetäubendes Krachen. Ich ging instinktiv in die Hocke, besann mich jedoch. Immerhin war ich in Fleetburg und nicht mehr im Gebirge wo jederzeit ein Erdrutsch all deine Habe vernichten konnte. Ich erinnerte mich an das Kopffossil in meinem Rucksack. Das brauchte noch dringend eine Konservierung.
    “Gut dass Sie, äh, da sind. Ja, ich bin niemals ein Mensch gewesen der Lügen verbreitet.”, erwiderte ich auf die Frage des Mannes, und nahm den Ball mit dem Formeo aus der Tasche. Mein Gegenüber musterte mich misstrauisch. Vermutlich wirkte meine Aufmachung auf den Professor etwas unüblich, aber wir hatten Sommer, da konnte sich der Himmel ausschütten wie er wollte. So stand ich nun in bester Bergsteigermanier bloß in Jeansshorts, dem Paläo-Hut und meinem großen Rucksack in der Fleetburg-Bibliothek und hoffte, hier einige Antworten zu bekommen.
    Und machte einige hektische Armbewegungen. “Nico? Was sollte das nun?”
    “Tschuldigung, Reflex! Ich renn normalerweise nicht oben-ohne in öffentlichen Gebäuden rum.”
    Davon bekam der Prof nichts mit. “Ich sollte mich wohl vorstellen. Mein Name ist Eric Saltz, Professor für das Übersinnliche.“
    Ich reichte ihm die Hand. “Shawn D´Aera, Pokemon-Trainer.” Er zog anerkennend die Augenbrauen hoch. “Das ist wirklich erstaunlich. Alle Welt fragt sich wo Shawn steckt, und ich finde ihn? Du kannst mich übrigens Rick nennen. Setzen wir uns doch hin, das dauert sicher ein Weilchen.”
    Der Name kam mir bekannt vor, doch den Braunhaarigen hatte ich sicher nicht in der Station in den Bergen gesehen.
    Wir setzten uns an einen der Lesetische, meinen Rucksack stellte ich daneben ab.
    “Meine Arbeiten waren wohl die Grundlage, für das, was das Team dort in den Bergen austesten wollte. Doch offenbar war das umsonst, nicht wahr? Wie schade.. Es hätte alles so viel besser klappen können.”. Er holte tief Luft und strich sich die braunen Haare aus der Stirn.
    Diese wenigen Sätze hatten wohl schon gereicht, um Nico wieder auf die Palme zu bringen.
    “Sie elender Heuchler! Es ist alles sicher, ja? Es hat KEINERLEI Nebenwirkungen? Es geht nur um besseres Verstehen der Pokemon? Ich wette, Sie wussten, dass es nicht klappen kann! Sie sind Schuld! Sie und der ominöse Auftraggeber! Sie!…”
    Mit ihrer eigenen Stimme hätte sie den Professor wohl angekreischt, doch so brüllte ich ihm quasi unvermittelt ins Gesicht.
    “Nico?!” Saltz riss staunend die Augen auf. “Das waren genau meine Worte, ich hätte nie gedacht, dass.. Dass so etwas möglich ist”, endete er leise.
    Vor meinem inneren Auge schüttelte Nico die lange weißblonde Mähne und fuhr mit ihrer Tirade fort. Ich übersetzte so gut es ging.
    “Also, damit haben Sie zumindest den Beweis, nicht wahr? Nico ist vorerst.. Eher nicht zu sprechen, ich hab sie aber dabei, in gewisser Hinsicht. Wenn ich so zwischen den Zeilen lesen, würde ich sagen, Sie haben sich für Nicos Situation zu verantworten!”
    Draußen krachte es, mehrmals hintereinander. Durch die Fenster warfen die Blitze danach grelle Zerrbilder in den Raum.
    Er sah mir prüfend in die Augen, als hoffte er, dort Nico zu entdecken. “Das war zum Teil ein Missverständnis. Ich hatte vor zwei Jahren eine Arbeit über unterbewusste Beeinflussung geschrieben, oder besser gesagt, über mentalen Kontakt über unerheblich große Strecken. Das ist durchaus schon vorgekommen, etwa bei Zwillingen, die getrennt wohnen und sich gleichzeitig anrufen. Oder bei Pokemon, mit denen man sein Leben lang zusammen war, und die scheinbar ohne Worte wissen, was der Trainer denkt, , fühlt oder noch fühlen wird. Das sind Beispiele für das Übernatürliche, das uns täglich begegnet. Mein Auftraggeber hat das nicht ganz verstanden, seine Idee war, diese Verbindung zu trainieren, oder gar künstlich herzustellen. Es wurden noch mehrere Kollegen hinzugezogen, einige davon hoch dekoriert! Du kannst dir sicher denken, für mich war das die Chance auf die Oberliga, wenn ich das so sagen darf. Und am Schluss war ich selbst überzeugt davon, dass mit der heutigen Technik alles möglich ist.”
    An dieser Stelle wurde sein Tonfall sarkastisch.
    “Sicher, das Beratergehalt tat sein übriges. Ich dachte mir: wir haben die besten Wissenschaftler. Wir haben die beste Technik. Wir kann schon schiefgehen?” Er sah mich nachdenklich an. Nico war still geworden, und brütete vor sich hin.
    “Ab der Stelle bin ich aber genauso ratlos wie du. Wie ihr, sollte ich sagen! Was nun genau schiefgegangen ist, kann ich mir nicht erklären, offiziell heißt es, eine Hangrutschung habe uns eine Probandin gekostet. Aber ich bin auf deine Geschichte angewiesen, um mir ein vollständiges Bild zu machen.”
    “Nico, was meinst du dazu? Ich weiß ja auch nur Bruchstücke.” “Das schaffe ich.. Ich werde reden.”
    Nico straffte sich. Mental.
    Dann fing sie an, zu erzählen.


    _Lyra_
    26.6. Route 202


    “If i was a flower growing wild and free, all i´d wanted your lala….”
    Ich wanderte auf einer sanft geschwungenen Hügelkette entlang und summte vor mich hin. Flora an meiner Seite tat es mir nach, und so genossen wir die unerwartete Wärme. Gestern noch schien alles trübsinnig und dunkel, heute hatten sich die Wolken wie durch Zauberhand verzogen und einer Sommerbrise Platz gemacht. Übernachtet hatte ich in einer kleinen Forsthütte, die auf durchreisende Trainer angewiesen war um zu überleben.
    Zu meiner Linken erstreckten sich Weizenfelder, auf der anderen Seite eine scheinbar endlose Wiese, auf der häufig kleine Pokemon zu sehen waren, die auch mal näher kamen, um sich auf Flore zu setzen und eine Weile getragen zu werden!
    Ich konnte mich an der Landschaft kaum sattsehen, und genoss die Luft in vollen Zügen. Außerdem hatte ich mich an mein Versprechen gegenüber Professor Lind erinnert und nutzte so manche Gelegenheit, um den Pokedex zu aktualisieren. So ergänzte auch die helle Stimme Dexters das sommerliche Orchester.
    “Bidifas. Das Nagezahn-Pokemon.
    Emsig durchbeißt es mit seinen scharfen Vorderzähnen Wurzeln und Äste und baut daraus sein Nest.”
    Ich winkte beim Überqueren eines kleinen Flüsses mit beiden Armen einer kleinen Bidifas-Familie zu, die meinen Gruß mit den breiten Schwänzen erwiderten. Ich lachte und auch Flora sah sehr glücklich aus.
    Es gab doch nur wenige Sachen, die schöner waren..
    Die Sonne stand hoch am Himmel, und von irgendwo hörte ich Zirpeisen ihre Lieder spielen.
    “Flora?”, fragte ich kichernd, “hast du Lust auf Aromakur?”. Ich breitete die Arme aus und drehte mich im Kreis herum, um zu zeigen, wofür die Aromakur bestimmt war.
    “Megaa! Meeeeee…-”, summte sie und machte sich mit glänzenden Augen bereit. Dann stäubte Meganie durch die Blätter eine wohlriechendes Puder in die Gegend. Es war wie Rosen und Frühlingsblumen, oder frisches Gras, oder auch Obst, und es roch herrlich. Ich fühlte, wie meine Sinne durcheinandergewirbelt wurden, um sich nach und nach rundum erfrischt an der richtigen Stelle zurückzumelden. Wie kleine Spielfiguren mit Superwaschgang!
    Die Attacke hatte auch eine wunderschöne Wirkung auf die Blumen am Wegesrand, die leuchteten plötzlich kräftiger, das Gras sah voller aus. In der Nähe hatten sich einige niedliche Vogelpokemon niederlassen und piepten fröhlich, Bidizas rannten ausgelassen hinter Flora her.
    Wie froh ich doch immer wieder war, damals Endivie gewählt zu haben! Man konnte mit Pokemon so viel Gutes tun, die Aromakur-Attacke bewies das bestens. Ich bückte mich kurz, um eine besonders schöne Beere zu pflücken. Die Blüte steckte ich mir an den linken Zopf, die Frucht bekam Flora. Es schmeckte wohl sehr gut, und Flora streckte mir fröhlich die nun blaue Zunge heraus. So schmolzen die Meilen auf der Landstraße quasi unter meinen Sohlen weg.
    “And if your were an Ozean, i´d learn to float..”
    “Hallo, Kindchen!”
    Ich sah mich um. Unbemerkt war Traktor aufgetaucht, und sein Fahrer, ein freundlich aussehender älterer Mann, beugte sich ein wenig herunter und lächelte verschmitzt. Die Anrede lag wohl an seinem Alter, überlegte ich. Irgendwann sieht dann für einen jeder junge Mensch aus wie ein Kindchen..
    “Guten Morgen!”, begrüßte ich ihn.
    “So ein freundliches Gschöpf! Ich sehe, die Jugend ist noch nicht verloren, hehe.. Ach früher waren die jungen Leute alle so zuvorkommend. Es gerät in Vergessenheit, aber der alte Gordon wird sich erinnern.. sag, was machst du so allein auf der Landstraße?”
    “Ich bin auf dem Weg nach Jubelstadt, und genieße den Spaziergang mit Flora, so heißt mein Meganie.”
    “Ein wunderbarer Gedanke, ja jawohl das ist es. Diese neuen Leute mit ihren Pokebällen, das ist ja Wahnsinn. Früher hatten die Menschen ein gutes Leben auch ohne Pokebälle. Aber ich muss mich sputen, die Miltanks brauchen ihr Heu!” Damit wies er auf seinen Anhänger, der, wie mir auffiel, mit einer ungeheuren Masse an getrocknetem Gras beladen war. Ich klappte schnell meinen Mund wieder zu, und winkte zum Abschied, und der sympathische Opa legte den nächsten Gang ein.
    “Ohne Pokebälle!”, rief er noch, “die Leute haben es vergessen, aber der alte Gordon wird sich erinnern!”
    Der tuckernde Wagen war lange zu sehen, und hatte eine angenehme Heuduft-Wolke hinterlassen.
    “Megaaa!”
    “Ganz deiner Meinung.”, rief ich, und rannte den seichten Hügel hinunter, wo das hohe Gras zum Hineinlegen einlud. Rücklings streckte ich mich aus und lachte auf, als meine Meganiedame beim Wälzen durch das Gras zwei Zirpurze aufscheuchte. Sie trippelten hastig von dannen.
    Der blaue Himmel wölbte sich grenzenlos über mir. Nur eine Wolke war zu sehen, sie sah aus wie ein Voltilamm, das seinen Kopf im Fell versteckt. Ich dachte an Neuborkia.
    Ein perfekter Tag. Fast perfekt.


    _Shawn_
    Fleetburg-Bibliothek, abends


    “Danke, Nico. Mir ist nun einiges klar geworden.”
    Professor Saltz, Rick, lehnte sich in seinem Sessel zurück. Inzwischen war es Nachmittag geworden, und durch die tiefhängenden Wolken war der Himmel draußen pechschwarz. Ich hatte Rin und Formeo gerufen, die einzigen beiden Pokemon, die in einer Bibliothek kein heilloses Durcheinander verursachen würden. Rin schien wie gemacht für diese Räumlichkeiten, seine bläuliche Flamme warf langgezogene Schatten gegen die hohen Bücherregale.
    Der Mann stieß ein paar halbherzige Lacher aus. “Entschuldigt, es ist wirklich nicht einfach, jemanden wie dich mit dem Namen anzureden, den ich an einem netten Mädchen kenne. Aber zurück zum Thema; du sagtest also, die Professorin und Silvio haben den Termin und den Ort geändert. Jetzt weiß ich auch wieso, das ist alles ziemlich inoffiziell passiert. Ich habe fast den Verdacht, dass die Kollegen abgeworben wurden. Der Versuchsaufbau hätte sowieso versagt, so wie du es geschildert hast, das Unwetter in den Bergen hat das bloß beschleunigt.” Er legte die Fingerkuppen aneinander und starrte nachdenklich aus dem Fenster. Auch Nico war sehr ruhig geworden. Ich versuchte, zu verstehen, was sie wohl davon hielt. Das musste wohl erstmal verarbeitet werden.
    “Was mich zum nächsten Punkt bringt”, begann ich. “Das ging ja wohl über jedes Unwetter hinaus, Erdbeben triffts eher. Und meine Schuld wars nicht! Äh, ich hab ein Digdri.”, fügte ich auf sein Stirnrunzeln schnell hinzu. Rick senkte bestätigend den Kopf. “Der Flaggenmeister”, murmelte er.
    Nun war die Verblüffung auf meiner Seite.
    “Was? Denkst du, nur weil ich nen Doktortitel habe, weiß ich nichts über Sport? Was hast du eigentlich allein in den Bergen gemacht? Die letzten Wochen schossen ja wirklich Gerüchte über dich ins Kraut, wenn man das so sagen kann..”
    “Von denen die meisten zweifellos von Lyra kamen, um die Leute abzulenken. Lustigerweise halten die meisten sie für den reinsten Engel, absolut harmlos. Sie wusste Bescheid. Ich kann Ihnen sogar zeigen, was ich da oben gemacht habe”, begann ich, und beugte mich zu meinem Rucksack hinüber. Dort musste ich nur an zwei festen Riemen ziehen, um an das große Hauptfach heranzukommen.
    “Die hier einem Professor für Übersinnliches zu zeigen, scheint mir sogar eine sehr gute Idee zu sein.”
    “Das ist ja.. Wunderschön!”, kam es, unhörbar, von meiner Begleiterin.
    “Das ist nicht möglich.”, flüsterte Rick erschüttert.
    “Riin!”


    “Eigentlich”, räumte ich ein, “War ich auf der Suche nach Fossilien. Man hört so einiges aus der Sinnoh-Region, aber diesem Tafelgequatsche zu glauben, hielt ich für sehr gewagt. Bis ich auf der Eiseninsel durch Zufall eine kleine Grabkammer oder so was entdeckte.. Und, naja, da war das hier drin.”
    Rick saß vor Anspannung auf der äußersten Kante des Sessels und starrte ungläubig auf den Tisch.
    “Das ist eine der alten Tafeln…die Eisentafel!”
    Sie war rechteckig, und schimmerte in einem satten Silberton. Antike Runen bedeckten die Oberfläche und schienen fast, ein Eigenleben zu führen. Lichtel und Formeo schiene auch äußerst fasziniert zu sein.
    “Diese Schrift habe ich schon mal gesehen.”, überlegte er.
    “Ich habs auch schon übersetzt. Es heißt: Als das Universum entstand, entstand diese Tafel aus einem Splitter.”
    Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, ließ sich zurück in den Sessel sinken, und auch ich entspannte mich wieder.
    “Dann können wir davon ausgehen, dass die Legenden über dieses sagenhafte Pokemon zu Teilen wahr sind. Unfassbar. Hast du noch mehr .. Tafeln finden können?”
    “Bislang nicht, aber ich hab noch einige interessante Dokumente dabei..”, antwortete ich und ließ den Blick über die Ränder der Eisentafel gleiten.
    “So schick die auch anzusehen ist, wie hilft sie uns weiter?” ,fragte Nico ungehalten.
    “Du hast Recht. Rick, unseren Teil der Geschichte kennen Sie nun. Jetzt sind Sie an der Reihe, wo sind diese ominöse Professorin und der Rest im Moment? Am Besten, ich rede sofort ein paar Takte mit denen!”
    “Ominös? Eher einfach habgierig! Und rücksichtslos!”
    “Das ist leider nicht ganz einfach. Sie waren hier, und offenbar sehr überrascht, mich zu sehen. Jetzt weiß ich natürlich dass es Angst war, keine Überraschung, aber sie sind keine Stunde später wieder abgereist. Ich nehme an, sie sind nach Jubelstadt weitergefahren, und zwar gestern Nachmittag.”
    “Und ich?! Ich meine, mein Körper. Geht es dem gut?”
    Das bedurfte jedoch keiner Übersetzung, ich erklärte Nico, das immerhin genug mit ihr in Ordnung sei, dass ein Krankenhaus wohl hinreichend schien, um zu helfen.
    Ich fühlte einen Adrenalinschub. Das Ziel war zum Greifen nahe! Jubelstadt! Ein guter Zufall, vielleicht würde Lyra schon dort sein! Alle meine Probleme schienen gelöst.
    “Moment, wieso denn Jubelstadt? Hier ist doch auch ein gutes Krankenhaus.”, fragte ich.
    “Aber die Erdbeben haben sogar bis hier gereicht, viele Strommasten hats erwischt. Auch die Telefonleitungen sind tot. Du siehst Fleetburg quasi im Ausnahmezustand.”
    “Die sollen bloß vorsichtig mit meinem Körper sein!! “ , jammerte Nico und raufte sich die Haare.
    Gut, damit gab es für uns in Fleetburg nichts weiter zu tun. Blieb nur noch- “Okay, danke für alles, Rick. Sie verstehen sicher, ich kann keine Minute trödeln..”. Ein Blick aus dem Fenster.
    “Und wenn die Welt fünf mal untergeht. Wäre doch gelacht, wenn ich es nicht nach Jubelstadt schaffe!”
    Er starrte mich an. Dann machte sich Verständnis in seinem Blick breit: “Ich sehe, was dich zum Meister gemacht hat. Es wird dich auch zum Champ machen.. Nico, du kannst dich wahrhaft glücklich schätzen, dass du bei ihm gelandet bist.”
    “Er duscht zu kalt, aber sonst geht’s. Ein bisschen.”, meinte sie schnippisch. Frauen!
    Der Prof nahm es mit einem Lachen. “Zum Glück ist dir dein Humor nicht abhanden gekommen. Was hast du vor?”
    Das Letztere ging an mich, ich hatte Rin und Nicos Formeo zurückgerufen, die Pokebälle aus dem Rucksack genommen und befestigte sie an meinem Gürtel. Dann setzte ich den Hut auf, der die ganze Zeit an seiner Schnur auf meinen Rücken hinuntergebaumelt hatte.
    “Ich werde mich wirklich ranhalten müssen, also lasse ich mein Gepäck in Ihrer sicheren Obhut”, grinste ich. “Einverstanden. Wenn die Telefone wieder gehen, melde ich mich im Jubelstadt-Pokemoncenter..und vielleicht kriege ich ja noch was über die Tafeln raus.”
    Ich bedankte mich, und richtete Rick auch von Nico noch Grüße aus. Eine halbe Minute später trat ich ins Freie.


    Fleetburg, Hauptstraße


    Wo mich ein dröhnender Knall fast aus den Schuhen fahren ließ! Das Gewitter hatte sogar noch an Stärke gewonnen, schien sich jedoch nach Osten zu entfernen. Der Himmel war zwar noch bedrohlich schwarz, aber Regentropfen fielen nunmehr vereinzelt.
    “Okay, Nico. Dieser Silvio und der Rest haben nur einen Tag Vorsprung und in Jubelstadt müssen sie einfach anhalten. Die kriegen wir!”
    “Ja. Ja! Worauf warten wir noch? Nichts wie los!”, war ihre energiegeladene Antwort.
    Ich dehnte mich kurz, warf noch einen Blick zu den Docks rüber, und rannte los. Das regelmäßige Geräusch meiner Schritte auf dem nassen Asphalt und manchmal durch tiefe Pfützen schürte noch die Lust, sich richtig zu verausgaben. Natürlich dachte ich noch an das zurückliegende Gespräch.
    “Rick scheint ja ein echt guter Kerl zu sein.”
    “Ja, ist er. Im Grunde wusste ich von Anfang an, dass er dieses zwielichtige Experiment nie gutgeheißen hätte…ich bin froh, dass er auf unserer Seite ist.”
    “Er hatte Recht, weißt du? Du kannst dich glücklich schätzen.”
    “Wie meinst du das?”, fragte sie neugierig.
    “Stell dir vor, du wärst in dem Groink gelandet!”
    Leider wurde ihre Antwort vom Donner übertönt.



    Bibliothek


    Professor Eric Saltz saß noch lange an dem Lesetisch. Er versuchte, seine Gedanken zu ordnen, die von diesem, vergleichsweise kurzen, Besuch, komplett durcheinandergeworfen worden waren.
    Einer der stärksten Trainer Johtos ging freiwillig ins Exil und grub nach Fossilien, wo er durch Zufall eine Arceus-Tafel findet? Wieviel Glück durfte ein Mensch haben? Arme Nico, dachte Rick bei sich. Gerät einmal in ihrem Leben an die falschen Leute und büßt auf eine solche Art.
    “He, Sie da, die Bibliothek ist seit einer halben Stunde- oh, Verzeihung. Sie sind das, Professor Saltz”
    Er stand auf, und versuchte, sich Shawns Rucksack auf den Rücken zu werfen. Dieser war wie erwartet viel zu schwer. “Hallo. Ähm, könnten Sie mir kurz helfen? Und haben Sie das Satellitentelefon?”
    Eins war sicher. Der rothaarige Trainer war einer einmaligen Sache auf der Spur!
    “Ja.” - “Es gibt Arbeit.”


    Okay! Das war Nr 6, ich hab mich bemüht die Tipps der Kommentatoren zu befolgen und außerdem mit der Schriftgröße experimentiert. Die Kapitel werd ich nicht mehr ganz so lang machen, hör mir aber jederzeit gern an, was ihr dazu denkt. Eine Woche bis zum Nächsten, das wird dann der 26.4 sein. Keep smiling!
    Pay

  • Und ich bins wieder. Die Beschreibungen der Reise von Nico und Shawn gefallen mir gut, muss ja für jeden Kerl ein wahrer Albtraum sein, mit so jemandem im Kopf zusammen zu reisen :D Schöne Doppeldeutigkeit. Wie auch immer, vielleicht ist es für manche verwirrend, dass du aus mehreren Zeiten schreibst. Aber da alles schön markiert ist, hatte ich zB keine Probleme. Bin jetzt drauf gespannt, wie Nico sich mit ihrem Körper wiedervereinen will, ich meine, einfach wird das sicher nicht. Lustige Stellen sind auch dabei, einmal die mit dem Geldschein und die mit den Sumpex haben mir ausnehmend gut gefallen. Ach ja, du solltest neue Bilder hochladen, die alten werden nicht mehr angezeigt D:
    bis zum nächsten Mal,
    DoD