Die romantische Kuss- & Liebesszene

  • INHALTSVERZEICHNIS


    1. DEFINITION


    2.

    DIE GRUNDLAGEN


    3.

    SZENEN & BEISPIELE




    1. DEFINITION

    Romantische Szenen gehen meist aus Shippings hervor (Liebesbeziehungen von Paaren), die sich schon seit einiger Zeit kennen. Hier handelt es sich um mehr als Freundschaft. Dabei können Shipping in jeder möglicher Form auftauchen, es sind keine Grenzen gesetzt. Von Shippern werden meist fiktionale Partner von Serien zusammengewürfelt, die niemals zusammenkommen, dennoch erfreut sich diese Form des Fandoms großer Beliebtheit.

    Eine Liebesszene besteht immer aus zwei Liebenden, deren Vorgeschichte meist durch Trauer und Schmerz geprägt ist, es existieren also Hintergrundinformationen, was wichtig für eine lebendige Geschichte ist. Erst nach einiger Zeit - nachdem die Schüchternheit überwunden ist - finden sie zusammen und lernen sich näher kennen. Nicht immer begrenzt sich ein solcher Akt auf bloßes Kichern oder Händchenhalten, auch Küsse und Erotikszenen gehören dazu, hier handelt sich dann um eine vertiefte Form, die sich erst nach einiger Zeit erschließen kann, also, wenn sich die Charaktere wirklich gut kennen.

    Solche Szenen können überall und zu jeder Tageszeit stattfinden, der Autor ist also an keine unsichtbaren Handschellen angekettet. Je nach Zielgruppe sollte er sich allerdings entscheiden inwiefern sich diese romantischen Szenen entwickeln. Auch sollte das Genre bekannt sein, damit sich der Lese bereits zuvor ein Urteil erlauben kann.

    2. GRUNDLAGEN

    Eine vertiefte Beziehung entsteht nicht von heute auf morgen. Der Autor braucht Geduld, denn um Charaktere zu formen, braucht man eine Menge Zeit. Der Autor sollte sich also im Klaren sein, dass er nicht sofort wild drauf los schreiben kann, ansonsten würde die Beziehung und die damit verbundene Romantik ihren Effekt verfehlen.

    In den ersten Kapiteln sollten die Gefühle der Charaktere im Vordergrund stehen, was sie denken, wie sie handeln, was sie mögen und was nicht. Es ist entscheidend, dass der Leser die Charaktere zuvor kennenlernt, ehe sich die Interessen dieser vermischen. Sind Steckbriefe vorhanden, fällt es leichter die Eigenschaften visuell festzuhalten, damit der Leser die Sachverhalte besser nanachvollziehen kann.

    Wie bereits erwähnt, können romantische Szenen überall auftauchen. Im Bus, am Strand, im Park, in der Schule und natürlich auch zu Hause, in den eigenen vier Wänden. Es ist wichtig, dass es der pefekte Moment ist, dass Spannung existiert, die beinahe die Luft zum Explodieren bringt. Der Leser muss merken, dass jetzt etwas passiert, ohne, dass im Text eine große Ankündigung erfolgt.

    3. SZENEN & BEISPIELE

    3.1 GEFÜHLE DER CHARAKTERE

    Nichts ist wichtiger, als Emotionen, die die Geschichte - und damit die Charaktere - prägen. Fehlen die Gefühle, kann die Geschichte noch so gut geschrieben sein, es fehlt das Leben und damit ist man aus dem Rennen. Oberflächliche Charaktere sind platt, langweilig und einfältig. Leser wollen ihre Stärken, ihre Schwächen, ihre Vorlieben und ihre Abneigungen wissen, sie förmlich spüren und erfassen.

    Auch Charaktere, die stets nur gute Eigenschaften besitzen, werden irgendwann langweilig, weil sie sich nicht weiter entwickeln können und für immer auf dem gleichen Niveau bleiben werden. Ein Charakter muss sich Schwächen eingestehen, hat Schwächen zu bekämpfen, hat sich ein Ziel zu setzen. Sind alle diese Voraussetzungen nicht gegeben, können zwei Charaktere niemals zueinander finden, da sie sich für den anderen nicht öffnen können, sie werden sich niemals richtig kennenlernen. Innere Dialoge sind da besonders wichtig; nicht immer muss der Charakter etwas mit dem Mund aussprechen, auch das, was im Kopf abgeht, ist von großer Bedeutung - denn beim Küssen wird wohl niemand etwas sagen. Auch Gefühle können unterschiedlich sein, so müssen sie zu Beginn der Beziehung natürlich noch etwas unsicherer sein, hier muss eine innere Zerrissenheit bestehen. Erst nach und nach festigen sich die Emotionen und dann wissen die Charaktere ganz genau was sie wollen.

    BEISPIEL

    Als er meine Hand berührte, macht mein Herz einen kleinen Hüpfer. Wärme durchflutete meinen Körper und ich fühlte mich sicher und geborgen. Es war der Schritt, auf den ich gewartet hatte. Ich sah in seine Augen; sie funkelten und ich wusste, dass er mich liebte. Und liebte ich ihn? Ja, das tat ich, mit jeder Ader meines Körpers. Jeder Herzschlag führte mich näher zu ihm hin, bis sich unsere Lippen in der Mitte trafen. Es war ein Feuerwerk der Gefühle und ich wollte, dass es niemals aufhörte. Die Bilder der vergangenen Tage rasten durch meinen Kopf und ich genoss es, wie er sich mit seinem Oberkörper an mich schmiegte. Seine Brust presste sich immer mehr zu mir, ich gab ein wenig nach, doch er ließ nicht zu, dass ich mich unwohl fühlte und rückte ein wenig ab. Ich öffnete wieder die Augen. Er hatte sich von meinen zitternden Lippen entfernt und sah mich nun an. "Niemals werde ich dich verlassen", flüsterte er mir nach einem kurzen Augenblick der Stille zu. Ich war naiv, dass wusste ich, allerdings nicht dumm. Und ich wusste, dass er die Wahrheit sagte. Ich hatte ihn schon immer geliebt, von Anfang an. Erst war es ein Herzflattern gewesen - immer wenn er an mir vorbei ging. Dann träumte ich von ihm, in jeder Nacht durchstrich er meine Träume. Mit Angstschweiß war ich dann immer aufgewacht, doch als ich mich dann an die Geschehnisse erinnerte, musste ich grinsen und noch viel mehr an ihn denken.

    3.2 BESCHREIBUNG DER UMGEBUNG

    Ein weiterer wesentlicher Bestand von romantischen Liebesszenen ist die Beschreibung der Umgebung. Das Paar kann noch so verliebt sein, ohne die passenden Adjektive wird es nie einen Hauch von Liebe geben können. Wichtig ist, dass die Beschreibung an die Gefühle der Charaktere angeglichen wird, ansonsten wird eure Geschichte nicht wirklich harmonieren. Die Adjektive dabei sollten sich nicht immer wiederholen, benutzt verschiedene, dabei natürlich auch mal ein paar etwas ausgefallerne und selterne. Sie sind wichtig, um die Geschichte nicht langweilig wirken zu lassen, außerdem gefällt es dem Leser sichtlich mehr, wenn er einen breitgeführten Wortschatz präsentiert bekommt.

    Bei der Beschreibung der Umgebung gibt es praktisch keine Grenzen, jedes noch so kleine Detail kann von euch erwähnt sein, beginnend vom Rauschen des Windes, bis hin zum Funkeln der Sterne. Bei einigen Stellen solltet ihr mal mehr beschreiben, bei anderen dann wieder etwas weniger. Übertreiben muss man es auch nicht, nach einiger Zeit erkennt man aber, wann wo Beschreibungen fällig sind.

    BEISPIEL

    Die Parkbank, auf der ich nun mit ihr saß, wies einige Risse auf, doch das störte mich freilich nicht. Die Nacht war noch jung, gerade war die Sonne am Horizont verschwunden und erste Sterne am Himmelszelt aufgetaucht. Die kühle Brise hatte ihr durchs Haar gefegt; mir gefiel das und ich konnte mich nicht von ihr abwenden. Irgendwo zirpten einige Grillen, wahrscheinlich waren sie genauso glücklich wie er. Ich legte meinen Arm um ihre Schulter. Dann fing sie an ein Lied zu summen. Ich liebte ihre Stimme. Sie war voller Sehnsucht und wenn sie sang, bekam ich immer das Gefühl von Freiheit und Glückseligkeit. Und während wir noch so da saßen - später fest umschlungen - fielen die ersten Blätter von den Bäumen, was endgültig den Herbst einläutete.

    3.3 HERZSCHMERZ

    Wie die Überschrift schon sagt, hat das Thema Herzschmerz etwas mit Schmerzen zu tun – keine körperlichen; keine, die man sehen kann, sondern "seelische" Schmerzen, welche sich durch das Verhalten oder die Gedanken äußern können. Gerade deshalb sind Beschreibungen hier unabdinglich. Ihr solltet darauf achten die Gefühle und Emotionen eures Charakters in gebündelter Form "ausbrechen" zu lassen. Denn oft ist es so, dass jemand mit einem gebrochenen Herz erst still leidet und dann alle Last von sich lässt, indem die Person alle Gedanken an den Geliebten überkommen. Gerade diese geballten Emotionen wirken richtig ausgeführt sehr spannungsantreibend und interessant.

    Es ist auf keinen Fall einfach eine solche Szene zu beschreiben – ihr solltet jedoch nicht davor zurückschrecken euren Charakter in eine unglaublich verzweifelte Gefühlswelt zu führen, denn eben das fühlt man auch im echten Leben, wenn eine das Herz gebrochen wird. Für die Beschreibungen und wörtliche Reden werden gerne auch unvollständige Sätze gebraucht.

    BEISPIEL

    Ich wollte einfach nur noch sterben. Der Schmerz presste mir die Brust zu, stach in jedes Organ, das mich am Leben hielt. Es war mir völlig egal, was geschehen würde. Ich weinte, konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Der Schock hatte sämtliche Knochen meines Körpers zu Eis erstarren lassen. Ich sah nur noch seine rechte Hand, die langsam die Tür zuzog. Dann rastete das Schloss im Rahmen ein ... und ich war wieder allein. Ich dachte an vergangene Tage, an denen noch alles noch so friedlich erschien. Wir hatten gelacht. Oh ja, wir hatten viel Spaß gehabt. Ich liebte ihn immer noch, das war mir klar. Ich wollte ihn auch nicht gehen lassen, hatte ihn mit beiden Händen festgehalten; doch er stieß mich zu Boden, wies mich ab.

    Ich schien den Verstand verloren zu haben, denn nun bewegte ich mich auf die Tür zu. Langsam öffnete ich sie und erhaschte einen Blick auf den dunklen Gang. Ich lief los - erst ganz langsam, dann immer schneller -, wollte ihn einholen; denjenigen, den ich liebte, bis in alle Zeiten - und niemals damit aufhören würde.

    3.4 LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK

    Liebe auf den ersten Blick ist so zu sagen das komplette Gegenteil zu Herzschmerz. Im Gegensatz zu Letzterem kommt die Liebe auf den ersten Blick unverhofft und so plötzlich, dass der Charakter meist erst später die wirklichen Gefühle realisieren kann. Gerne wird in diesem Moment ein "warmes" oder "geborgenes" Gefühl beschrieben – ähnlich den so genannten Schmetterlingen im Bauch. Wenn ihr eine solche Szene schreiben wollt, dann hilft es auch hier wieder sehr euch in die Charaktere hinein zu denken und zu überlegen wie ihr handeln würdet.

    Unklarheiten der Gefühle und Emotionen, die sich auch auf die Aussprache auswirken (stottern, etc.) sind auch ein gerne genommenes Stilmittel, welches die Situation sofort passend und auch klar darstellt.

    BEISPIEL

    Es war einer dieser Momente, die nie vergehen sollten. Glück und Hoffnung durchströmten jede noch so kleine Ader meines Körpers, als sich unsere Blicke trafen. Ich hatte ihn bisher noch gesehen, doch nun standen wir hier. Ein geheimnisvoller Fremder? Die Strandpromenade war beinahe verlassen, die Lichterketten wackelten leicht, als der Wind über sie strich, das Meer rauschte friedlich vor sich hin. Seine braunen Augen strahlten Wärme aus und ich fühlte mich nun ganz und gar zu ihm hingezogen. Ich wusste, dass er der Richtige für mich war. Ich schritt auf ihn zu, er blieb allerdings regungslos stehen. Ich ging immer weiter, nach einer halben Ewigkeit erreichte ich ihn und sah zu ihm hinauf. Dann küssten wir uns.



    Falls noch Fragen vorhanden sein sollten, oder Beispiele bewertet werden sollen, könnt ihr das in diesem Topic posten.

    Wir folgen nur dem Kompass, den das uns zeigt.
    Denn das ist die Karte, die den Weg beschreibt.