Our Dream

  • Our Dream


    All our dreams can come true, if we have the courage to pursue them
    - Walter Elias Disney alias Walt Disney


    [tabmenu][tab='Vorwort']Herzlich Willkommen, liebe Leser und Leserinnen, ich freue mich, dass ihr mein Topic begutachtet und somit auch meine erste FanFiction. Ich wollte unbedingt eine FF hier online stellen und deshalb kam es auch zu dieser Idee. Worum es geht? Lasst es uns zusammen erforschen. Die Fieres-Region ist eine florierende Region, welche mit den unterschiedlichsten Pokémon besiedelt ist, die ihr bereits aus anderen Regionen kennt. Sie bietet ihre eigenen Geheimnisse, eigene Arenen und eine Vielzahl von unterschiedlichen Menschen, und somit viel Potenzial für eine Reise. Ich möchte euch nicht groß aufhalten, wenn ihr wollt, dann lasst euch von der Geschichte tragen und genießt diese Reise.[tab='Genre/Einstufung']Vorhandene Genre: Action - Adventure - Fantasy - Mystery . Romance - Slice of Life


    Die Geschichte lässt sich auf P12 - P16 einstufen. Das Mittelmaß von P14 wird wohl am Häufigsten auftreten, gelegentlich P12 und P16, gegebenenfalls werde ich es vor dem Kapitel erneut vermerken und Vorwarnungen erläutern.[tab='Copyright']Die Rechte von Pokémon und alles, was damit in Verbindung steht, gehören Game Freak inc., Nintendo und den damit verbunden Firmen. Charaktere, Story und Ähnliches unterliegen meinem Recht und dürfen ohne meine Erlaubnis nicht vervielfältigt/verändert werden.[tab='Kapitelübersicht']Hier werden die Kapitel verlinkt werden.[/tabmenu]


    Prolog
    Wollt ihr mich auf meiner Reise begleiten, die mich in eine uns unbekannte Region führt? Gemeinsam können wir Abenteuer erleben, die mich und meine Freunde auf die Probe stellen. Wie lang wird sie gehen, wer wird sie bereichern und wer wird sich uns entgegenstellen; so viele Fragen und keine Antworten - bis jetzt jedenfalls. Ich möchte euch in diese Welt geleiten, werdet Teil davon und erlebt diese Geschehnisse mit uns.



    "Sometimes human places, create inhuman monsters"
    - Stephen King


    [size='10'][tabmenu][tab='Info']Hier werden Steckbriefe von den Charakteren und Informationen zur Region veröffentlicht.[tab='Charaktere']-folgt-[tab='Fieres']-folgt-[/tabmenu]

  • Kapitel 1 - Kleine Schritte



    Es war einmal…nein. Liebe Leser…auch nicht. Kann doch nicht so schwer sein, oder doch? Grübelnd saß ich nun schon für zwei Stunden auf diesem unbequemen Stein und versuchte eine Eingebung zu erhaschen, aber vergeblich. Strahlender Sonnenschein vertrieb jegliche Schatten, die sich mir nicht einmal entgegenstellen am heutigen Tag, aber tolle Wetterverhältnisse bringen mich auch nicht weiter. Vielleicht hilft ja etwas Bewegung? Vor mir erstreckt sich schließlich ein gigantischer Wald, gepaart mit Geräuschen, die ich in meiner Heimat nicht vernehmen konnte, sie existieren dort nicht. Was rede ich da überhaupt? Meine Heimat liegt in der Vergangenheit. Es wird Zeit für ein eigenes Leben, wofür habe ich sonst geschuftet? Mit einer Hand auf dem Stein, versuche ich mich langsam zu erheben und stütze mich dabei leicht ab. Nicht ein einziger Satz kam in dieser Zeitverschwendung zustande, die ich mit kreativer Pause abtuen wollte, um mein Gewissen zu erleichtern. Vielleicht hab ich ja mehr Glück in diesem Wald, der mir durchaus vielversprechend vorkommt. Fix landen die Schreibutensilien im Backpack, ja, so priesen die Verkäufer meinen Rucksack an, damit er auf verkrampfte Art und Weise modern wirkt, man müsste schon ein ziemlicher Einfallspinsel sein, um auf diese simple Übersetzung reinzufallen. Schluss damit, ich versinke schon wieder in meinen Gedanken, wie ich es so oft tue.


    Euphorisch geprägte Schritte tragen mich nach und nach ins Innere des Waldes, begleitet von fabelhaften Tönen unterschiedlichster Pokémon und einer Fauna, wie ich sie nur aus dem Internet, Geschichten und unterschiedlichsten Nachrichtensendungen kannte. Nein, man kann es nicht vergleichen, wenn man in der Stadt groß wurde und keine frische Luft kennenlernen durfte – ein regelrechtes Privileg in Stratos-City. Diese Zeiten liegen hinter mir, mit 18 Jahren wurde es auch endlich Zeit, dass ich aus dem Kokon des Alltagstrottes ausbreche und die Leinwand meines Lebens bemale. Meine Reise begann zwar vor zwei Tagen, aber bis ich endlich aus dem Hafen regelrecht entfliehen konnte, weil meine Neugier mich sofort aus der Zivilisation zog, dauerte es eben eine Zeitlang. Nicht zu vergessen die Registrierung, all diese administrativen Vorgänge verschlechterten meinen Gemütszustand, jedoch liegen diese Unannehmlichkeiten hinter mir. Genug von den Großstädten, genug von all den Regeln und Oberflächlichkeit, welche unzählige Leben für sich veranschlagte.
    Grellendes Licht schoss durch die Schatten, geworfen von fünf Meter hohen Bäumen und ließ mich lächeln. Gerüche sammelten sich und ließen sich nicht festmachen, man konnte sie nicht einfach zuordnen und doch war es ein harmonisches Aroma. „Hab ich dich“, flüsterte ich leise vor mich hin und bezog Stellung hinter einem kleinen Gebüsch. Endlich, Erfolgserlebnisse lassen wohl doch nicht auf sich warten, wenn man sich nur gründlich genug umsieht und dieses Wesen war der perfekte Beweis dafür. Vor mir labte sich ein Tauboga an seiner Beute, die sich nicht genau ausmachen ließ. Dass ich dich hier antreffe, hätte ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen ausmalen können. Dieses stolze Flug-Pokémon ist nicht oft hier unten anzutreffen und aus ein Meter Entfernung war es ein Highlight. Leise beobachtete ich es, mein Lächeln ließ sich nicht unterdrücken, wie auch? Die gefederten Wesen haben mich schon seit jeher inspiriert und in ihren Bann gezogen, das Symbol der Freiheit hatten sie für sich beansprucht und lebten es in vollem Maße aus – ja, ich musste es einfach fotografieren und den Moment einfangen. Als würde mein Leben davon abhängen, mit solch einer Anspannung erfüllte es meinen Körper und in Feinarbeit stellte ich den Rucksack auf den grasüberzogenen Boden. Vorsichtig die Utensilien am rauskramen und mit kindlicher Begeisterung erfüllt, hoffte ich, dass es sich zeitlassen würde, mit besagtem Festmahl. Ein schwarzes T-Shirt, blaue Jeans und ein dunkelblauer Rucksack helfen sicherlich nicht, wenn man sich anpassen will, aber solche Ausreden werde ich nicht gelten lassen.


    Ein Knacksen unterbricht die eingebildete Stille, welche durch meinen rasenden Herzschlag und die umliegenden, nun fast gedämpften, Tierlaute einen Rhythmus entstehen lassen. War’s das? Hat ein simples, doch zugleich markantes Knacksen meine erhoffte Aufnahme, die symbolische Bedeutung vermag, alles binnen weniger Sekunden zerstört? Ein Schweißtropfen läuft über meine Wange, warum macht mich dieser Moment so nervös? Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich Aufnahmen und Pokémon widme, aber jenes Pokémon war etwas Besonderes. Mein erster Erfolg, meine erste Handlung in dieser Region und ich kann sie nicht verstreichen lassen; ich darf nicht scheitern. Tauboga sah sich aufgeregt um, hatte es doch fast sein Frühstück hinter sich, aber es machte keine Anstalten wegzufliegen. Schlagartig wandelte sich Aufregung in triumphalem Lächeln aus, obwohl ich genau wusste, dass es pures Glück war. Sehr gut, Stellung bezogen und die Perspektive stimmt auch. „Hey!“, schrie eine schrille Stimme aus nicht allzu weiter Entfernung und ließ sogleich meine Traumaufnahme in sich zerfallen. Ohne zu zögern, machte sich der Jäger auf den Weg in die Lüfte und verhöhnte mich mit seinem Ausruf. Na warte, die werde ich mir vornehmen – sie hat mich schließlich gerade um mögliches Geld gebracht und dieses habe ich definitiv nötig.

  • So @Musicmelon  ^^


    Ich hab früher immer groß herumpalavert, wenn ich Kommentare geschrieben hab, aber niemand will hier, dass ich um den heißen Brei herumrede, deswegen fang ich gleich an ^^


    Ich finde es super, dass du nun eine FF begonnen hast und ich freue mich schon auf das zweite Kapitel :)


    Der Hauptcharakter hat uns bisher seine wichtigsten Charakterzüge präsentiert (Schriftsteller, Naturmensch, freiheitsliebend, mag Flugpokemon, ist wohl ein wenig ein Künstlertyp) und das Ende des Kapitels find ich toll. Ist ein wenig humorvoll, regt auch zum Weiterlesen an. ^^
    Mein Problem ist iwo, dass ich kein genaues Bild vor Augen hab. Ich lese deine Worte, ich kann sie nachvollziehen, aber ich hab kein Bild von deinem Protagonisten vor Augen. Ist es ein er. Eine sie? :dos: Das tangiert mich ein wenig oder es ist meine Schuld und ich hab es übersehen xD



    Deinen Schreibstil find ich sehr gut und flüssig, aber du hast Stellen drinnen, die sich einfach zu gehoben anhören. Es wirkt ein wenig bemüht, als ob du jeden Satz gedacht hättest: Ich muss das nun gehoben ausdrücken. ^^


    Kleine Beispiele:
    Grasüberzogener Boden -> ich stellte meinen Rucksack ins Gras. Unter jedem Fleck Gras ist ein Boden. XD

    Zitat

    Euphorisch geprägte Schritte tragen mich nach und nach ins Innere des Waldes, begleitet von fabelhaften Tönen unterschiedlichster Pokémon und einer Fauna, wie ich sie nur aus dem Internet, Geschichten und unterschiedlichsten Nachrichtensendungen kannte.

    Zitat

    Hat ein simples, doch zugleich markantes Knacksen meine erhoffte Aufnahme, die symbolische Bedeutung vermag, alles binnen weniger Sekunden zerstört?

    Diese Sätze ua., besonders das Fettmarkierte.
    Ich finde, dass es dir leider etwas an Dynamik nimmt.


    Nicht mir böse sein.

  • Guten Abend, liebe Leser und Leserinnen, willkommen zu meinem zweiten Kapitel. (:




    Kapitel 2 – Wie Tag und Nacht


    Wütend, fast außer mir, bahnte ich mir meinen Weg durch die etlichen Pflanzen, welche sich mir widerspenstig in den Weg stellten. Die mickrigen Kratzer verkraftete ich als richtiger Mann, naja, ein weinerliches Aua rutsche mir gelegentlich raus, aber ein männliches; versuchte ich mich doch nur abzulenken und dabei die Richtung anzupeilen, wo jener nervtötende Aufschrei herkam.
    „Wo bist du?“, ertönte eine Stimme weiter links von mir, beinahe dieselbe Tonlage, sie musste es sein. Akribisch fixierte ich die Richtung und legte mir bereits innerlich ein paar Sätze zurecht, die ich diesem Schreihals vorwerfen werde. Doch in einem Moment der Unachtsamkeit stolperte ich über einen kleinen Hubbel, der mich sogleich ins Taumeln brachte – warum passiert mir sowas gerade jetzt? Aufschreiend krachte ich durch ein Gestrüpp und knallte Kopf voran gegen eine Wand.
    „Autsch“, konnte ich noch herausbringen, bevor mich etwas Schreckliches anzublicken schien. Ich konnte die Blicke spüren, sah langsam hoch, um die vermeidliche Wand zu begutachten, aber wurde enttäuscht.
    „Pass doch auf, Idiot“, blaffte mich ein junges Mädchen an, welches definitiv keine Wand oder Ähnliches war, und doch schmerzte mein Kopf leicht. Sie besaß nicht mal den Anstand mir aufzuhelfen. Ihre Blicke schienen mich zu mustern, merkte ich es doch deutlich, als würde sie eine Entschuldigung erwarten. Ich strich mir durchs Haar, welches wahrscheinlich nicht mehr glanzvolles haselnussbraun war, sondern völlig zerzaust aussehen musste.
    „Danke fürs aufhelfen“, zischte ich genervt, schließlich wusste ich genau, dass sie die Übeltäterin sein musste. Den Kopf schief geneigt, mit Händen verschränkt vor ihrem schwarzem T-Shirt, welches mit einem Logo und Herzen bedruckt war; stand sie nun sichtbar gereizt vor mir.
    „Du hast mir gerade die Chance meines Lebens versaut, hör auf die Pokémon zu verscheuchen“, sprach sie fast hochnäsig aus und legte die Hände an ihre Hüften, knapp über vier Pokébällen, die um ihren Gürtel Platz fanden, dieser war wiederum um ihre Hotpants gewickelt. Kräftezerrend war es, nicht sofort auszubrechen und sie mit Beschimpfungen zu überschütten, aber solche Zicken kann man nicht belehren, solche kannte ich nur zu gut. Schlank, mit Make-Up überzogene Gesichter, kaum noch zu erkennen und jede Haltung musste schmeichelnd wirken. Meistens mit einem Zopf, den sie selbst auch trug – na gut, gefärbte Haare und Make-Up schien sie nicht zu verwenden. Ihre Haare sind eindeutig von Natur schwarz und schulterlang, höchstens.
    „Genug begutachtet?“, ausgesprochen mit einem Unterton, der mir zeigte, wie sie sich als Überlegende sah. Ich hasste sie. Mein Blick wanderte zu einem leichten Glitzern, welches ich erst jetzt ausmachen konnte, da die Sonne zeitweise nur den Boden erreichte.
    „Was ist das?“, ignorierte ich ihre erwartenden Blicke, die mich zur Entschuldigung bringen sollten - aber nicht mit mir.
    „Na toll, du schuldest mir jetzt eine Menge Geld, Schwächling“, drangen ihre Worte wie ein scharfgeschliffenes Schwert in mich ein - was weiß sie schon? Was denkt sich diese Nervensäge eigentlich?
    „Ich? Du hast mir meine erste Gelegenheit, hier Geld zu verdienen, zerstört und kennst wohl keine Grenzen, oder?“, Schrie ich sie regelrecht an, um kurz darauf zu verstummen. Meine Stimme sollte nicht derartig ausschweifen, nein, bin ich normalerweise nie so aufgebracht – dieses Mal konnte ich mich einfach nicht beherrschen. Irgendein Gerät trug sie nun bei sich und erhob sich damit; langsame Schritte brachten sie immer näher und sicherlich war sie traurig über meine Aussage.
    „Tut mir leid, so laut sollte es eig...“, abrupt unterbrach mich ihre Faust, welche sie gezielt in meinen Magen rammte und zwang mich zu Boden. Noch nie hat mich jemand körperlich angegriffen, klar, als Kind raufte man sich etwas oder die Eltern gaben einem einen Klaps, wenn man zu spät nach Hause kam, aber jetzt war es anders. Gekrümmt lag ich auf dem Boden und versuchte jegliche Laute zu unterdrücken. Sie war nicht mal muskulös, sie war zierlich und höchstens 1,70 groß, somit wenige Zentimeter kleiner als ich es selbst war, aber ihr Angriff ließ mich staunen.
    „Was stimmt nicht mit dir?“, verließen die gequälten Laute meinen Mund.
    „Ohne Pokémon, du hast meinen Novia zerbrochen und stopfst mich in eine Schublade“, die Worte brachten mich komplett aus dem Konzept. Woher wusste sie, dass ich keine Begleiter habe und sie sogar wirklich bereits abstempelte? Unter Mühen brachte ich mich auf meine zwei Beine zurück und starrte sie an; wahrscheinlich wirkte ich wirklich wie ein total Looser, wenn mich ein Mädchen mit bloßen Händen fertig machen konnte und sogar durchschaute. Langsam. Klare Gedanken, ich brauche sie, jetzt.
    „Es war keine Absicht, tut mir Leid. Ich habe keine Ahnung was Novia bedeutet und war selbst frustriert“, stammelte ich vor mich hin, aber warum entschuldigte ich mich mit solcher Demut? Sie hat mich geschlagen und zeigt keinerlei Reue, nein, sie sieht einfach nur selbstbewusst und stolz aus, und doch ohne einen Anflug von Überheblichkeit.
    „Ist das dein Ernst? Du bist wirklich nicht von hier, oder?“
    „Nein, mein Name ist übrigens Kazu und ich komme aus Stratos-City“
    „Toll Kazu, ich bin Lyra und schockiert, dass du dich nicht mal informiert hast. Willst du draufgehen?“, schmunzelte sie, erneut mit leicht geneigtem Kopf, als würde sie mich für einen Außerirdischen halten, dabei kam ich aus der Metropole schlechthin.
    „Ich bin übrigens aus Johto, somit auch nicht von hier und man informiert sich, wenn man auf Reisen geht, sowas weiß doch jeder Trainer, aber so einer bist du nicht, stimmt’s?“, fügte sie hinzu, während ein verurteilendes Grinsen ihr Gesicht zierte. Wie ausgewechselt, was läuft bei ihr denn nicht richtig? Jegliche Aggression war verschwunden, eine normale Konversation mit meiner Peinigerin; sind denn alle Menschen aus Johto dermaßen durchgeknallt?
    „Und nur zur Info: Ein Handy kennst du sicherlich, stell dir Novia als etwas Besseres und als solches günstiger vor. Es kann Karten einscannen lassen, Vielzahl von Kontakten speichern und vertreibt dir jegliche Langeweile. Aber viel wichtiger, neben der Verbindung zu Datenbanken, ist es, dass du jederzeit aufrüsten und modifizieren kannst. Nicht nötig neue zu kaufen, vor allem kosten Modifizierungen auch meistens kein Vermögen. Individuelle Gestaltung ist wundervoll, deshalb sind diese von Nutzer zu Nutzer verschieden und du wirst meines Ersetzen, kapiert?“, drohte meine unsympathische Bekanntschaft, während ihre Faust bereits geballt war.
    „Unmöglich, du hast mein Geld verjagt und die nächste Überweisung gibt es erst in ein paar Tagen, tut mir leid“, stichelte ich sie mit der Aussage oder würde sie mich jetzt erst recht schlagen? Respekt hat sie mir definitiv eingeflößt, aber handzahm bin ich bestimmt nicht.
    „Hör mal, ich rede hier nicht von einem zerstörten Fahrrad, Novia sind wichtig für uns“. Ihr Blick wirkte ernst, doch es war die Wahrheit, ich würde ihr was auch immer ersetzen, nur es ging nicht. Schließlich will ich diese Möchtegern-Boxerin endlich loswerden, aber wie?
    „Machen wir es so. Du gibst mir etwas zu Essen, sowas wird dein Rucksack wohl beinhalten, oder? Ich habe Hunger und war gerade auf den Weg in die nächste Stadt, sieh es als Anzahlung“, spöttelte sie und setzte sich sogleich auf den Boden. Ich gesellte mich zu ihr, kramte ein paar mitgebrachte Brötchen heraus und übergab sie der gierig dreinblickenden Sympathieträgerin.
    „Ich bin eingetragener Künstler, der sich dem fotografieren von Pokémon widmet. Da man mit sowas jedoch nicht wirklich über die Runden kommt, habe ich mich als Haupttätigkeit dem Schreiben von Geschichten gewidmet.Sozusagen Fotograf und Autor in einem, vielleicht hast du von den Kunstschulen mal gehört“, sprach ich mit stolzem Ton aus und erwartete eine gewisse Anerkennung.
    „Also ein hoffnungsloser Fall“, brach sie darauffolgend in lautstarkem Gelächter aus; über ihren eigenen Witz, verschluckte sich dabei sogar fast am Brötchen, doch mit einer Handbewegung signalisierte sie mir Beschwichtigungsversuche.
    Hatte sie doch leider nicht ganz Unrecht, denn bisher viel mir kein Abenteuerepos ein, keine niedliche Story über ein Pokémon oder irgendeine verwertbare Idee.
    „Man sieht es dir an, dass du kein Trainer bist“, wirkte sie plötzlich ruhig und bedacht. „Selbst als Künstler solltest du einen Begleiter in Erwägung ziehen. Jede Region trägt ihre eigenen Geheimnisse und Probleme."



    Eifrig verschlang sie ihre restliche Mahlzeit und sprang auf.
    „Los, auf nach Mewira, wir finden schon eine Möglichkeit, wie du mein Novia ersetzen kannst und vielleicht finden wir ja ein paar Schnappschüsse für dich“, überraschten mich diese Worte wirklich? Sie war nicht jemand, den man einfach abspeisen kann. Sie schien genau zu wissen, was sie will und eine weitere Erniedrigung möchte ich nicht auf meinem Konto verbuchen müssen.
    „Keine Sorge, ich beschütz dich schon.“, versuchte sie, mich zu necken?
    „Ich habe ein ganz besonderes Pokémon, welches den Weg sofort finden wird. Los Arkani“, brüllte sie und ließ geschickt, als steckte jahrelange Übung dahinter, den Pokéball durch die Lüfte fliegen. Mir blieb der Rest des Brötchens regelrecht im Hals stecken, ein Arkani? Wie lange hatte sie bitte trainiert. Vor uns türmte sich eine Gestalt, wie ich sie nie zuvor erblicken konnte. Mit offenem Mund betrachtete ich das schwarze Wesen, meine Zunge schnürte sich förmlich zusammen. Moment mal, schwarz und eine Größe, die nicht mal einen Meter erreichte? Erneut schallte ein lautstarkes Lachen, von meiner Schuldeintreiberin ausgehend, und verhöhnte mich.
    „Dachtest du wirklich, ich besitze ein Arkani? Wie leichtgläubig“
    „Ich hasse dich, bist du dir dessen bewusst?“
    „Jaul mich nicht voll, Hunduster nervt mich genug mit solchen Lauten“, blaffte sie zurück, mit hochgezogenen Mundwinkeln, die scheinbar nicht mehr enden wollten. Erst jetzt bemerkte ich ihre klaren Augen, welche grün waren und durchaus auffielen. Hätte ich sie nicht sofort in eine Schublade geworfen, wäre mir ihre leichte Bräune und reine Haut schon früher aufgefallen; aber mit einem solchem Männerverhalten bringt Schönheit nicht viel. Im Gegensatz zu ihr, hatte ich ein recht markantes Gesicht, mit leicht abgerundetem Kinn, zumindest sagte man mir so etwas nach. Nicht hässlich möchte ich betonen, aber wer würde sich auch als solches freiwillig bezeichnen? Mit braunen Augen stach ich leider nicht hervor - dafür war ich immerhin nicht gewalttätig wie mein Gegenstück hier.
    Nichtsdestotrotz folgte ich ihr, was hatte meine Wenigkeit für eine Wahl? Außerdem lehrte man uns damals, dass wir jede unerwartete Chance nutzen sollten, denn das Leben schreibt die besten Geschichten und so war es auch; an diesen Worten hielt ich immer fest und wurde bisher nicht enttäuscht.


    Einige Stunden später


    Anbruch der Dämmerung, endlich konnten wir den spröden Wald hinter uns lassen, der leider nicht die erhofften Ergebnisse brachte. Schemenhaft zeichneten sich zwar Pokémon in Gebüschen ab, aber weder meine Partnerin noch ich hatten Erfolg mit klaren Sichtungen. Hunduster ruhte sich bereits im Pokéball aus, seine Dienste wurden nicht länger benötigt und eine Art Leckerli stimmte ihn nach getaner Arbeit bereits zufrieden.Selbst nichts zu essen, aber für Pokémon schon? Normalität war für Lyra scheinbar ein Fremdwort.
    „Pass doch auf“, riss mich der altbekannte Aufschrei aus meinen Gedanken.
    „Hab‘s eilig, entschuldige bitte“, sprintete ein Mädchen in langen Jeans und einem ungewöhnlichen Mantel an uns vorbei. Ihr Gesicht konnte ich auf die Schnelle nicht erkennen, aber Lyra würde sie an ihr Lebensende nicht vergessen - so schätze ich sie zumindest ein.
    „Heute hat es wohl jeder auf mich abgesehen“, murmelte sie vor sich hin.
    „Immerhin hast du Tollpatsch diesmal nichts fallen lassen“, stichelte ich in der Wunde herum, weil ich in der kurzen Zeit bereits merkte, dass sie nicht nur gut austeilen konnte.
    Lange würden wir uns trotzdem nicht mehr ertragen müssen, denn einzelne Spitzen von Gebäuden ragten in die Lüfte, als würden sie den Himmel berühren wollen. Einladend erhoben diese sich vor uns, mehrere 100 Meter entfernt. Meine anfängliche Abneigung gegen Städte verflog, schließlich wollte ich sie endlich loswerden, oder? Irgendwie war unser Ausflug durch den Wald dennoch recht amüsant, aber Lyra gab nichts von sich preis. Weder Träume noch Ziele offenbarten wir uns, aber wieso beschäftigt sie mich? Hin und her gerissen zwischen…
    „Dieses Miststück“, brüllte Lyra plötzlich aus, völlig wutentbrannt verkrampften sich ihre Hände, Spaß entwich und finstere Miene machte sich bemerkbar.
    „Was ist los?“, nahm ich dabei einen Schritt Abstand und erwartete sofortige Aufklärung.
    „Sie hat mich bestohlen. Mein Hunduster, sieh doch!“
    Tatsächlich. Nur noch drei Pokébälle zierten ihren Gürtel.



    Vielen Dank fürs Lesen, hoffentlich hat euch dieses Kapitel gefallen und ihr beehrt mein Topic erneut - würde mir viel bedeuten.
    Wünsche euch noch einen schönen Tag/Abend (:

  • @Musicmelon
    Ach was, mach dich nicht nieder, das sind Kleinigkeiten ^^


  • Herzlich willkommen bei meinem neuen Kapitel, schön, wenn ihr wieder hierher gefunden habt und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Lasst ruhig einen Kommentar hier, falls ihr Lust und Zeit dazu habt. Sei es positives oder negatives Feedback, ich freue mich immer über Kommentare.


    @Bastet
    N'Abend Senpai ^-^
    Habe deine Anmerkungen, wie du sicherlich auch schon erfahren hast, eingebaut und es "verbessert". Hoffe mal, dass es so richtig ist und für das "Antlitz" muss ich sagen, dass sich dieses Wort gerne mal einschleicht und ich die Bedeutung hier sogar völlig falsch angedacht hatte, haha, tut mir leid. x)
    Mehr kann ich dazu auch nicht sagen, aber so hast du weniger zu lesen, somit auch etwas Positives! (:



    Kapitel 3: Rivalität


    Eine gefühlte Ewigkeit stapften wir durch die Wildnis, welche langsam der Zivilisation wich und die ersten Gebäude ragten in die Höhe. Nichts hätte Lyra stoppen können, sie war wie eine wütende Furie, die man sicher nicht weiter reizen wollte – ich war der Letzte, der sowas wollte. Hatte sie mir ja bereits bewiesen, dass sie zuschlagen kann und auch nicht zimperlich ist.
    „Also, weißt du wie viele Menschen in Mewira wohnen?“, tastete ich mich langsam vor, um festzustellen, ob sie ansprechbar war und nicht völlig außer Kontrolle. Die Kaution würde ich sicherlich nicht bezahlen, aber im Stich lassen steht ebenfalls außer Frage.
    „Irgendwas zwischen 20.000 und 35.000 Einwohner, kann mich auch irren“, kühl. Keine Emotionen in ihrer zuvor noch hochmütigen und zugleich klaren Stimme.
    „Ich weiß ja nicht. Ziemlich viele Ein-“, ihr gereizter Blick ließ mich schlucken und schweigen.
    Den Rest unseres Weges schwiegen wir.
    Scheinbar kannte Lyra sich etwas aus, denn sie steuerte zielstrebig an den ersten Häusern vorbei und wusste schnell, wo das Pokémon-Center zu finden war. Nicht ganz einheitlich und doch gleich langweilig wirkten die Häuser. Sie strahlten nichts Besonderes aus und tolle Fotos würden sich nicht ergeben. Wollte ich doch alle Städte meiden, weil sie etliche Normen hatten und kein Freiheitsgefühl ausstrahlten. Grau, Beige und andere Farben, die sich irgendwie doch alle ähnelten, zierten die Häuserwände. Nur das Pokémon-Center stach heraus, weil es in einladenden, hellen Tönen strahlte. Das Dach war in Zinnoberrot gefärbt, um es schnell finden zu können und das Schild strahlte leicht Orange in der Sonne. Harmonisch wirkte es und die Fenster waren blitzblank geputzt wurde, aber sowas bin ich gewohnt. Derartige Einrichtungen, welche sogar von den Regionen gefördert und ständig aufgerüstet wurden, wirkten immer rein und vermittelten nicht den Eindruck, dass sie letztendlich Profit sowie Ansehen im Hinterkopf hatten. Doch wer weiß, vielleicht ist es in dieser Region ja anders.
    „Wie schnell konnte er uns bitte entkommen. Er kann doch unmöglich hinter einem Busch vorhin verschwunden sein oder dermaßen schnell gerannt sein“, zischte Lyra vor sich hin.
    „Naja, keine offene Ebene. Vielleicht gibt es hier ja einen Ort an dem man Pokémon handeln kann“, schlug ich ihr vor.
    „Illegaler Handel, hier? Viel Spaß beim Suchen. Die haben sicherlich ein Schild mit Wegweiser drauf“, lächelte sie mich fast schon bemitleidend an und starrte gen Himmel.
    Die vorherige Wut entfloh. Nachdenklich und traurig starrte sie in die Wolken, während einige Passanten an uns vorbei gingen. Manche beobachteten sie von einem Café aus und schlurften an ihrem Kaffee. Solchen Gaffern würde ich am liebsten eine Standpauke halten, dass sie sich um ihr eigenes Leben kümmern sollten, welches sicherlich zu stumpf war, um damit auch nur eine Seite in meinem Roman interessant zu gestalten.
    „Mir doch egal. Irgendwie finde ich diese Tussi, ich weiß es“, ballte ihre Fäuste dabei und doch zeichnete sich die Niederlage in ihrem Blick nieder.
    Fünf Minuten sah sie noch geistesabwesend hoch, aber ich wollte sie nicht aus den Gedanken reißen. Der Diebstahl schmerzte ihrem Ego bestimmt.
    „Wen haben wir denn da?“, erklang eine ruhige, weibliche Stimme links von uns. Lyra und ich starrten wie aus allen Wolken gefallen in die Richtung und befreiten uns von den Gedanken, die uns vorher beschäftigten.
    Eine Frau mit langen, schwarzen Haaren, die über ihre Schultern hinunter hingen, lächelte uns an und verschränkte die Arme.
    „Schreihals und ihr erster Lover“, fügte sie hinzu und tippte währenddessen mit einem Finger auf ihrem Arm, als würde sie auf eine Reaktion warten, dabei legte diese den Kopf leicht schief. Woran erinnerte mich das bloß?
    „Was willst du denn hier? Mein Tag ist schon schlimm genug und auf Mrs. Perfect habe ich nicht gewartet“, zischte Lyra und trat vor sie; einen Meter entfernt nur noch. Wie in einem Film, in dem sich die Rivalinnen ansahen und die Luft sich förmlich entzündete. Vielleicht streiten sie sich ja um mich? Langsam malte ich mir Szenarien aus und überlegte, ob es nicht Stoff für einen wundervollen Roman bot – über MICH.
    „Hättest es schlimmer treffen können“, lachte die Frau abschätzig und zerriss meine Hoffnungen in mir. Die Hände an die Hüften gelegt, die ebenfalls einen Gürtel zierten. Er wirkte teuer, aus edlem Stoff und legte sich perfekt um ihr enganliegendes Kleid. Nicht nur ihr Outfit, auch eine funkelnde Kette zierte ihren Hals und Ohrringe, die golden waren. Man könnte meinen, sie sei ein Filmstar oder ein Model.
    „Gewinnen. Was ich am besten kann. Deshalb bin ich hier, Schwesterherz.“, entgegnete sie Lyras Frage.
    „Papas Liebling braucht die Aufmerksamkeit, war zu erwarten“, fauchte Lyra und verschränkte ihre Arme.
    „Die jungenhafte Tochter war eben zu enttäuschend, immerhin eine sollte Erfolg haben, oder nicht?“, provozierte ihre Schwester sie weiter, die definitiv nicht nach jener aussah.
    „Lass mich in Ruhe, ich ha-“,
    „Wir wär’s mit einem Kämpfchen, damit du endlich Ruhe gibst“, unterbrach sie Lyra forsch und blickte regelrecht auf sie herab, obwohl die Beiden gleichgroß waren. Lediglich die hochhackigen Schuhe ließen sie ein paar Zentimeter größer sein als Lyra.
    „Geht nicht“, wollte ich doch nur weiter ausführen, dass sie gerade erst bestohlen wurde, doch eine Handbewegung von ihr veranlasste mich dazu, die restlichen Worte runterzuschlucken.
    „Wo und wann?“, grinste Lyra siegessicher.
    „Komm mit, ich hab da ein schönes Plätzchen. Ich nutze meine Freizeit gerne dafür, denn diese zehn Minuten gebe ich mir für unseren Kampf“.
    Von wegen zehn Minuten. Wir latschten bereits zehn Minuten bis wir endlich an einer riesigen Halle ankamen, die fast schon wie ein halbes Stadion wirkte. Tristes Braun waren die Farben dieser und beim Eintreten erblickten wir ein paar Sitzplätze, welche allerdings leer waren. Hell beleuchtet war der Raum und eine Rezeption trennte den Eingangsbereich vom Rest des Gebäudes.
    „Guten Tag, Miss Deliver, eine erneute Herausforderin?“, sprach eine Art Butler sie an, der einen Anzug trug, und öffnete eine Glastür.
    „Ja, danke sehr, wird nicht lange dauern“, und sogleich schritt sie durch die Tür. Wir folgten ihr, denn diesen Kampf konnte ich mir nicht entgehen lassen. Jetzt konnte ich mal sehen, wie stark Lyra eigentlich ist und ob diese hochnäsige Zicke nur geblafft hat.
    „Ernsthaft Ina, du bezahlst für diesen Kram?“, schallte es von Lyra und sie rollte mit den Augen, um ihre Enttäuschung zum Ausdruck zu bringen und wie genervt sie davon scheinbar war.


    Ich machte es mir auf einer Bank gemütlich, die mehrmals zu finden war, einmal um jedes Spielfeld herum. Insgesamt Vier große Felder waren in dieser Halle, große Tribunen und die besagten Bänke, welche wahrscheinlich für andere Teilnehmer oder sowas gedacht waren, falls eine Veranstaltung hier stattfinden würde. Manche Zuschauer konnte man sogar sehen, wie sie andere anfeuerten. Kampfhallen nannte man sie, simpel und verständlich, denn mehr waren sie nicht; soweit hatte ich es noch in Erinnerung. Schaukämpfe, etliche andere Wettbewerbe und weitere Veranstaltungen, die sich mit Pokémonkämpfen beschäftigten, wurden in solchen ausgeführt. Nichts im Vergleich zu Arenen, aber durchaus praktisch, um das Kämpfen vor Zuschauern zu üben.
    Ein Schiedsrichter, der exakt wie der Butler aussah, stellte sich an den Rand und hob eine Flagge. Endlich ist es soweit. Lyra musste gewinnen, sie sah siegessicher aus und ich traute ihr ein heimliches Arkani durchaus zu, auch wenn sie mich reingelegt hatte und unausstehlich war; irgendwie machte es Spaß, sich mit ihr zu unterhalten und zu zanken.
    „Die jüngere beginnt, sollst ja nicht später rumweinen, dass du im Nachteil warst“, blaffte Ina.
    „Die zwei Jahre spielen sich in deinem Gesicht bereits wieder“, lachte Lyra.
    Ina schienen solche Sachen nicht zu gefallen, denn zum ersten Mal verblasste ihr Lächeln.
    „Auf geht’s, Wablu“, brüllte Lyra los und entließ ihr erstes Pokémon in Richtung des dunkelblauen Feldes.
    Die Kamera schon bereit, erstaunte ich beim Anblick des wunderschönen Pokémons. Ein blauer Kreis, zumindest so ähnlich, mit flauschigen, weißen Flügeln. Perfekt für Fotos. Und auch noch ein Flug-Pokémon, das passt einfach. Still und unauffällig versuchte ich, die richtigen Aufnahmen zu erhaschen. Watteartig, ja fast wie Wolken, sahen die Flügel von Lyras Pokémon aus und fröhlich setzte es sich auf den Boden, während es die Umgebung begutachtete. Zwei kleine Federn ragten aus dem kleinen Kopf hervor und der helle Schnabel wirkte wie stundenlang geputzt, so sehr strahlte es förmlich. Wunderschön. Mehr viel mir zu diesem Anblick nicht ein und Lyra wirkte sichtlich stolz - sogar glücklich.
    „Niedlich, los Rettan“, erwiderte Ina und eine gruselige Natter, violett mit düstrer Miene tat sich hervor. Schlängelte seinen Weg aufs Feld und platzierte sich nahe der Mitte.
    „Passt zu dir, los Wablu, Schnabel“, lachte Lyra und nannte den Befehl, als der Schiedsrichter die Flaggen hinunternahm. E r sah wirklich aus wie der Butler, aber dieser stand immer noch an der Glasscheibe und beobachtete.
    Wablu setzte sich in Bewegung und flog direkt auf Rettan zu.
    „Gitfstachel, schnell“, hob Ina die Hand
    Mehrere Projektile schossen aus Rettans Mund und flogen direkt auf Wablu zu.
    „Ausweichen und weiter nähern, immer in Bewegung bleiben“
    Wablu geleitete wie eine Feder im Wind, die jeglichen Objekten ausweichen konnte, und doch anmutig wirkte. Es näherte sich dem Gegner stetig.
    Mit einem Mal knallte Wablus Schnabel auf Rettan, dieser stemmte sich vehement gegen Wablus Angriff, um nicht umzufallen und es bereitete ihm sichtlich Schmerzen.
    „Biss, auf die Flügel“, schrie Ina, um ihr Pokémon zu erreichen.
    Rettan biss sich an den Flügel, bevor Wablu den Rückzug antreten konnte und binnen Sekunden spielte sich dieses Schauspiel ab; als hätte sie diese Szenerie vorhergesehen.
    Unter Schmerzen flatterte Wablu zurück, konnte sich allerdings kaum in der Luft halten und setzte sich auf den Boden.
    „Rettan, Wickel, wehe du lässt es rasten“.
    Flink machte es sich auf und schnellte auf den verwundeten Vogel zu.
    „Komm schon Lyra“, platzte ein Anfeuerungsversuch aus mir heraus und leicht errötet schwieg ich.
    Ein derartiger Kampf ist wichtig für sie, vor allem nach einem dermaßen ernüchternden Tag, sogar bestohlen worden und ihr Stolz hing an der Sache. Wer würde einer solchen Schwester nicht gerne den Mund stopfen?
    „Fanboy, sieh hin“, blaffte Ina und beobachtete erwartungsvoll den Kampf.
    Rettan kam immer näher und der kleine Vogel schien auf die Reaktion von ihrer Trainerin zu warten. Sie sagte kein Wort. Starrte auf das Feld. War sie etwa in Gedanken?
    „Jetzt, flieg und Aero-Ass“, brach es aus Lyra heraus wie ein Befreiungsschlag ihrer Seele.
    Wablu erhob sich unter sichtbaren Schmerzen, Rettan verfehlte um Haaresbreite und stand auf verlorenem Posten. Der kleine, blaue Vogel schnellte in die Luft und stürzte auf die Natter herab, mit einer Geschwindigkeit, die ich so noch nie vernahm.
    „Weich aus!“, schrie Ina, doch es war zu spät.
    Mit dem ganzen Körper, weiß schimmernd, krachte Wablu in seinen Gegner, welcher zu Boden ging und sich nicht mehr regte.
    „1 zu 0 für die Herausforderin“, ertönte der Referee.
    Geistesabwesend starrte Ina und verlor keine Worte an Rettan, nicht ein „gut gemacht“ oder Ähnliches, was ihr Pokémon durchaus verdient hätte.
    „Sei nicht traurig, du hast ja keine großen Töne gespuckt, zehn Minuten sind längst um“, schnalzte Lyra und blickte lächelnd in meine Richtung, als würde sie Bestätigung von mir suchen, und mit einem Daumen hoch gab ich ihr diese.
    „Willst du deinen Liebling auf dem Feld behalten oder doch lieber retten“, blickte Ina düster und ihr Entsetzen, über die Niederlage, war entschwunden.
    „Wablu schafft dich schon“.
    „Sichlor, beende diese Zeitverschwendung“.
    Ein über ein Meter großes, grünes Wesen türmte sich vor Ina auf. Mit fast durchsichtigen Flügeln auf dem Rücken; es erinnert ein wenig an ein Insekt und doch wirkt es menschlich sowie bedrohlich. An den Unterarmen scharfe Klingen, die aussahen, als könnten sie Metall zerschneiden. Bedrohlich ist noch untertrieben. Im Vergleich zum flauschigen Wablu, ist dieses Pokémon ein Monster.
    Gemächlich machte es sich auf den Weg zum Kampffeld.
    „Bereit?“, hochnäsig und gefasst wirkte Ina wieder.
    „Los, fang an“, Lyra hingegen wirkte unsicher und konzentrierte sich auf das ungewöhnliche Pokémon. Bestimmt 50 Fotos habe ich in dieser Halle bereits geschossen, aber die Atmosphäre musste ich auch irgendwie einfangen. Der Gegensatz beider Kämpferinnen ist einfach unglaublich und die Pokémon verkörpern es gleich mit.
    Stille.
    „Kreuzschere“.
    Sichlor schnellte los und verschwand. Mit einer Geschwindigkeit, die meine Kamera nicht einfangen konnte. Wie aus dem Nichts erschien es hinter Wablu.
    Dieses schrie kurz auf und sank zu Boden. Alle Töne schienen verschwunden und nur die Stimme des Schiedsrichters unterbrach es.
    „1 zu 1“.
    Entsetzt blickte Lyra, machte sich auf zu Wablu und strich sanft über das verwundete Vogel-Pokémon.
    „Schon ok, du warst toll Kleines“, versuchte sie ein Lächeln zu erzwingen, aber es gelang ihr kaum.
    Selbst Ina machte keinen Laut, während Sichlor auf die Ausgangsposition zurückkehrte – vielleicht zollte sie so ihren Respekt vor Lyra?
    „Los Griffel“.
    Ich konnte mein Lachen nicht verkneifen. Violett war das Fell des Pokémons und freudige tänzelte es auf dem Feld umher. Leicht beige waren das Gesicht, der Bauch und ein paar andere Stellen des Affen. Der Schwanz war ebenfalls violett, mit Ausnahme des handähnlichen Endes, welches ebenfalls beige war und drei Finger besaß – zumindest wirkte es wie eine Hand und doch sah sie leicht merkwürdig aus.
    „Benimm dich“, rügte Lyra das Benehmen ihres Pokémons, aber dieses tantze freudig weiter und musterte Sichlor gründlich.
    „Fang an Kleine“.
    „Griffel, Sternschauer!“, wies Lyra ihn an, aber keine Reaktion.
    Auf die dritte Hand gestellt, lächelte es und schien Lyra zu verhöhnen.
    „Neu gefangen, wie schwach deine Künste sind“, scharf waren Inas Worte. Sie wusste, wie sie Lyra verunsichern konnte und es schien zu wirken. Nervös wirkte das sonst so taffe Mädchen. Wer wäre es nicht? Sichlor wirkte nicht sehr gesprächig und Griffel war zu sehr damit beschäftigt, sich über die eigene Trainerin lustig zu machen. Er schnitt sogar Grimassen.
    „Na gut, beenden wir es schnell. Ich wollte noch anspruchsvollere Kämpfe austragen“, verhöhnte Ina ihre Gegnerin und nahm scheinbar keine Rücksicht darauf, dass sie Geschwister waren.
    „Kreuzschere“.
    Erneut trat Sichlor den Weg an und bevor Griffel überhaupt die letzte Grimasse zu Ende hatte, schrie es auf und fiel zu Boden.
    Zwei Angriffe. Zwei besiegte Pokémon.
    Lyra verlor keine Worte und ließ Griffel in den Ball zurück.
    Gedemütigt schien ihr Blick, sie wollte nicht mal mehr vom Boden hochsehen.
    „Willst du noch einen Schlag oder gibst du auf? Den Orden kannst du so vergessen, der wird dich nicht mal als Herausforderin anerkennen“, verfiel Ina in ihrer arroganten Art und ging auf Lyra zu. Der Referee verließ das Feld, denn das Schweigen diente bereits als Zustimmung ihrerseits.
    Ich machte mich ebenfalls auf und gesellte mich zu Lyra, weil sie mir Leid tat und irgendwie könnte ich sie vielleicht aufheitern, mit den tollen Bildern, oder anstacheln, dass sie es nächstes Mal sicherlich schaffen würde.
    Ina trat nah an sie heran und obwohl sie zu flüstern schien, als sie ihren Mund nah an Lyras Ohr legte, konnte ich ihre Worte vernehmen. War es Absicht ihrerseits? Ich würde es sowieso erfahren, zumindest müsste sie es denken, wenn sie uns für ein Paar hielt.
    „Ich hab Rettanheute Morgen gefangen. Du bist wirklich lächerlich, mir gehorcht er bereits und er genoss nicht mal Training. Sichlor ist übrigens nicht mein Stärkstes, ich hätte noch eine stärkere Kleinigkeit, du erinnerst dich sicherlich an sie“, zischte Ina wie eine Schlange und machte sich auf den Weg nach draußen.
    „Armselig, Schwesterherz“, warf sie noch hinaus, auf dem Weg nach draußen, und es verfehlte nicht die Wirkung. Nein. Es war sogar sehr erfolgreich.

  • @Musicmelon



    So, was gibt es zu sagen?
    Ich freu mich, dass du einen Kampf geschrieben hast. ^^
    An sich fand ich den auch recht gut beschrieben, nur eben etwas einseitig, da uns klar ist, dass Lyra wohl verlieren wird.


    Ich find es sehr interessant, dass ihre Rivalin ihre Schwester ist. Das gibt ordentlichen Zunder für den weiteren Verlauf der Handlung her. :D  
    Allerdings ist es bisher etwas zu viel Weiß-Schwarzmalerei mit den Schwestern.
    Rettans werden leider auch viel zu oft als "böse Pokemon" für die (auch beim Leser) unbeliebten oder bösen Charas missbraucht und von den armen Arboks brauchen wir gar nicht erst zu sprechen. xD
    Rat mal, wem ich ein Arbok geb? <3


    Dabei sind die beiden Schwestern für mich beide Zicken und ich finde beide sehr lustig, auch im Umgang miteinander, aber wenn ich dran denke, dass Lyra sofort zuschlägt und so, sind mir beide nicht sympathisch. Es tut mir leid. ^^" Dafür ja… als Charaktere sind sie gut gemacht und sie bringen genug Situationskomik :)  
    Bisher ist Kazu hier eindeutig der Sympathieträger. ^^


    Ich vertrau dir, dass der Diebstahl auch noch aufgeklärt wird? ^^



    Zwei Kleinigkeiten:


    1. Du kannst ruhig öfter der/die/das als Relatovpronomen verwenden. Welche/r/s klingt auf Dauer etwas ungelenk. Etwas Abwechslung schadet nie. Anwechslung mit dem Schwerpunkt auf der/die/das. :)


    2. Du setzt ziemlich oft Inquitwörter nach die direkte Rede. Mach auch einfach mal ein paar Mal mehr mit einem anschließenden Satz weiter oder lass noch ein paar direkte Reden einfach alleine stehen, wenn du magst. ^^
    Davon stört beides den ähem… flow (xD?) etwas bis ziemlich stark, finde ich.


    Bis zum nächsten Mal :heart:

  • Ich habe selbst nicht viel erreicht in diesem Topic und trotzdem fällt es mir extrem schwer. Ich muss mich wohl wirklich entschuldigen, dass ich „falsche Hoffnungen“, oder was weiß ich, geschürt habe. Dieses Topic möchte ich schließen und mich bei allen meinen Lesern – besonders bei Bastet – bedanken. Ich persönlich habe die längere Arbeit an einem solchen Projekt unterschätzt und mir ist bewusst geworden, dass ich mich mit Kurzgeschichten doch sehr schwer tue. Sollte ich zukünftig eine Kurzgeschichte eröffnen, will ich sie auch zu Ende schreiben und keinerlei Enttäuschung oder Ähnliches erzeugen. Also seid euch dessen bewusst, dass ich mich um zukünftige Projekte bemühe, und sie definitiv auch ihrem verdienten Ende zuführe - hoffentlich. An dieser Stelle tut es mir natürlich leid, dass ich meine Story „Our Dream“ hiermit beende und mich einem anderen Projekt widme. Danke an alle, bitte verzeiht mir und einen schönen Abend wünsche ich noch.