Kurztest: What Remains of Edith Finch (Spoilerfrei)

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


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  • Kurztest: What Remains of Edith Finch


    Neulich habe ich mich auf meiner Xbox mal wieder nach einem interessanten Videospiel umgesehen. Nach einigem Hin und Her, Abwägen und Aussortieren habe ich mich schließlich für eines entschieden: und zwar "What Remains of Edith Finch". Sehr bald habe ich mich dann auch schon aufgemacht, das Spiel auszuprobieren...


    Das Spiel wirft einen ohne jeglichen Prolog oder Einleitung ins Geschehen. Obwohl "Geschehen" vielleicht etwas übertrieben ist: Man läuft einen Waldweg entlang, als Frau wohlgemerkt, und es passiert eigentlich... überhaupt nichts. Einige Schritte weiter bekommt man dann allerdings ein Haus zu Gesicht - ich würde es nun wirklich gerne lang und breit beschreiben, aber dieses Bild macht einfach zu viel Eindruck, um in Worte gefasst zu werden.


    Hier sticht dem Spieler unmittelbar die Optik des Spiels ins Auge, die, wenn auch etwas altbacken, durchaus ihren Charme hat.

    In der Umgebung dieses Hauses wird einem eine spannende Geschichte erzählt, die einen bald in ihren Bann zieht...

    Der Spieler, verkörpert von der Frau Edith Finch, ist der letze Nachkomme der Familie Finch, auf der ein schrecklicher Fluch zu lasten scheint. Im Laufe des Spielgeschehens erkundet man den Stammbau der Vorfahren Ediths, was mit der Zeit immer beunruhigender wird - Man denke hier nur an die Konservenfabrik, die nächtliche Tauchfahrt oder das, was unter dem Haus versteckt war...


    Diese Ausflüge in die Vergangenheit sind ausnahmslos kreativ umgesetzt worden.

    Das Lebensende jedes einzelnen Familienmitglieds wird auf seine ganz eigene Art und Weise erzählt. Auch wurden die kurzen Anekdoten alle mehr oder weniger grandios umgesetzt. Die Flucht aus dem Kinderzimmer, der Horror im Comicstrip und auch der Jagdunfall - Alle verdammt überzeugend umgesetzt!


    Eine nicht unerhebliche Rolle spielt hier auch die akustische Untermalung - beziehungsweise das Fehlen eben jener.

    "Was ein Spiel ohne omnipräsente Geräuschkulisse, das geht ?" möchte hier so mancher nun zu fragen wagen, und meine Antwort bleibt: "Ja! Ja, das geht wirklich." Der weitestgehende Verzicht auf nervige Musikstückchen, die starken Umgebungsgeräusche und die stark reduzierte Geräuschuntermalung allgemein - Herrlich erfrischend!


    Nach so viel Lob muss sich das Spiel aber auch etwas Kritik gefallen lassen. Es mag ja sein, dass die Steuerung ganz kreativ umgesetzt wurde, und auch, dass ein recht kleines Entwicklerstudio mit so etwas einfach noch nicht so viel Erfahrung hat - es kann und darf aber nicht sein, dass man stellenweise ein Dutzend Versuche braucht um die, eigentlich recht immersive, Steuerung zu durchschauen.


    Die Spielwelt ist aber recht stimmungsvoll, und in Zusammenarbeit mit dem Klangteppich einsteht hier eine solide Basis für die Erzählung einer fesselnden Geschichte.


    Diese Geschichte ist, so kurz sie auch sein mag, oder gerade deswegen, unglaublich gut. Das erdrückende Gefühl der allgegenwärtigen Vergangenheit, das unausweichliche Schicksal und der stetig steigende Spannungsbogen machen einem bewusst: Zumindest hier waren Profis am Werk.


    Zusammenfassend kann man einiges sagen.. was denn eigentlich genau?


    Das Spiel überzeugt technisch trotz der nicht ganz optimalen Steuerung, und erzählt uns eine wirklich überragende Geschichte.

    Jedem , der sich gerne von guten Geschichten begeistern lässt, sei dieses Werk wärmstens ans Herz gelegt - alle Anderen können sich nun gerne daran machen, eine gute Alternative zu finden - falls es die überhaupt gibt. Während ich mich nun in den Sonnenschein hinaus begebe, könnt ihr mir ja gerne eure Meinung zeigen:

    Seid ihr der selben Meinung, oder nicht? Habt ihr das Spiel überhaupt gespielt? Und am wichtigsten: würde ihr dieses Spiel einem Freund empfehlen?

    Mit diesen Fragen verabschiedet sich


    Euer Jonathan



    Kategorie Beschreibung Punkte
    Gameplay Steuerung, Schwierigkeit, Zugänglichkeit, Spielideen, Innovation, Worldbuilding 5
    Spielumfang Spiellänge, verschiedene Modi, Multiplayer-Funktionen, Preis-Leistungs-Verhältnis 5
    Spielspaß Langzeitmotivation, Wiederspielwert, Atmosphäre 7
    Soundtrack Soundtrack, Sounddesign, Musik 7
    Grafik / Artstyle Design, Detailarbeit, Grafikstil 6
    technische Qualität Performance, frei von Lags und Frameinbrüchen, Ladezeiten 7
    spielspezifisches Gesamtpaket Punktet das Spiel durch seine Eigenschaften? (Bspw. herausragende Story bei einem RPG, Sprachausgabe usw.) 8


    Gesamtpunktzahl: 45 von 50 Punkten


    90 %

  • Jonathan

    Hat das Label Ab 12 Jahren hinzugefügt
  • Jonathan

    Hat das Label Multi hinzugefügt
  • Jonathan

    Hat den Titel des Themas von „Bericht: What Remains of Edith Finch“ zu „Kurztest: What Remains of Edith Finch (Spoilerfrei)“ geändert.
  • Jetzt habe ich dieses Thema wie viele andere auch, auf die ich schon längst antworten wollte, schon seit dem Wochenende offen. Wird langsam Zeit, die Anzahl der Tabs zu reduzieren ...


    Es hat mich richtig gefreut, als ich direkt im Titel gesehen habe, dass hier jemand "What Remains of Edith FInch" seine Aufmerksamkeit geschenkt hat. ich habe das Spiel letztes Jahr vor den Sommerferien gespielt, als es an alle PS+-Abonnenten verteilt wurde und war hellauf begeistert. Mittlerweile ist Atmosphäre für mich mit das Wichtigste an Spielen und die wird hier in einer wunderbaren Art und Weise kreiert. Genau wie dich, hat die Geschichte des Hauses auch mich sofort in ihren Bann gezogen. Manches lässt einen traurig zurück, manches erzeugt in einem eine Gänsehaut und manches hat einfach nur Witz. Keine Geschichte gleicht der anderen, jede Erzählung hat mein Interesse geweckt. Dieses Kleinod besticht einfach durch eine kreative Umsetzung und sehr viel Charme.


    Insbesondere finde ich es schön, dass du auf die reduzierte Geräuschkulisse eingegangen bist. Ich bin selbst ein Freund von Reduziertheit und Minimalismus und finde ebenfalls, dass "What Remains of Edith Finch" dies grandios umgesetzt hat. Ganz auf musikalische Stücke wird ja aber auch nicht verzichtet. Die einzelnen eingesetzten Themes sind aber auch wirklich schön. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich nicht an Probleme mit der Steuerung erinnern kann. Von daher habe ich wirklich gar nichts an dem Spiel zu kritisieren. Eines der schönsten Spiele, die ich im vergangenen Jahr spielen durfte.