Gruppe 8 - Distortion of Souls

  • Wie viele vielleicht schon mitbekommen haben, setzen wir die Story der Chataktionen in einer Stammgruppe als Dungeons & Dragons-Kampagne fort. Das Ganze spielt in einer Homebrew-Welt von mir, die ich nach und nach um die Stadt Bislingen herum entwickelt habe.


    Die Zusammenfassung ist relativ ausführlich, viel Spaß beim Lesen. =) Werde die bisherigen Sessions demnächst blockweise hier reinposten damit sich niemand erschlagen fühlt.

    Die Helden

    Aktive Charaktere


    Scarlet de Cholet Human Fighter

    Haltung und Liebreiz sind die Waffen einer Lady. Scarlet de Cholet, ihres Zeichens schwertschwingende Abenteurerin, weint ihrem Prinzessinnendasein keine Träne nach. Mit verwegenem Charme und Kampfgeschick verdingte sich die hochgewachsene Rothaarige als Söldnerin und Kopfgeldjägerin – denn die Zeche bezahlt sich am Ende des Tages nicht von selbst. Die musikalische Westländerin liebt Spaziergänge in der Natur, gutes Essen und fässerweise Bier. In jüngster Vergangenheit war sie beteiligt an der Vernichtung der vier Agenten, an der Zerschlagung einer Diebesbande, der Bezwingung der geistlichen Korruption sowie der Befriedung einer Revolte in Bislingen. So viele Wohltaten sollten genügen, um ein für alle Male unter Beweis zu stellen, dass sie keine Hexe ist – das hofft Scarlet zumindest.
    Jacqueline
    dabei seit Chatmission 1



    Goldenar Half-Elf Cleric

    Goldenar ist ein auf die Domäne des Lebens spezialisierter Kleriker, der sich selbst allerdings eher als „kampferprobter Heiler auf Wanderschaft“ bezeichnen würde und für den die Religion mehr eine innere Einstellung ist als dass er seine religiösen Praktiken zur Schau stellen würde. Er kommt ursprünglich aus einem weit entfernten Königreich und hat auch an einem benachbarten Fürstenhof gearbeitet. Aufgrund gewisser Umstände musste er fliehen. In den folgenden Jahren verdiente er seinen Lebensunterhalt, indem er in den Gegenden, durch die er kam, seine Dienste als Heiler anbot oder - falls gerade kein Heiler gebraucht wurde, als Tagelöhner oder als Söldner arbeitete.
    Feuerdrache
    dabei seit Chatmission 3



    Emilia Takaros Human Ranger

    Stille Wasser sind tief. Nach der Ermordung ihrer Eltern, lebte Emilia Takaros, seit frühester Kindheit, mit Banditen und ihrer Schwester im Osten der Ätherberge. Eines schicksalhaften Tages jedoch veranlasste ein schwerwiegendes Ereignis sie dazu dieses Leben hinter sich zu lassen und sich als Waldläuferin durchzuschlagen.Die naturverbundene Frau geriet durch bloßen Zufall in die rätselhaften Geschehnisse, die für die Schrecken in den Bislinger Wäldern verantwortlich waren, stellte dabei aber unter Beweis, dass sie mehr als eine einfache Banditin war. Der introvertierte Rotschopf genießt gute Literatur, die Gegenwart von Tieren und baut, dank ihrer Reisegefährten, wieder Vertrauen in Andere auf.
    Fenrir Kuroōkami
    dabei seit Chatmission 4



    Cylara Elf Druid

    Mutig und freundlich
    So tapfer und räudig
    Fröhlich und frech kämpft sie auch für sich
    Sie lebt im Wald unter Bäumen und Steinen
    In ihren Höhlen da ist sie zuhaus
    Cylara jagt hier und dort und überall
    ist für dich nicht da, auch wenn du sie brauchst
    8Das ist die Cylara!
    Hieronymus Flex
    dabei seit Chatmission 4



    Jas Changeling Bard

    Er hat schon als Kind gemerkt, dass er eigentlich ganz Charismatisch ist und mit vielem davon kommen kann. Nachdem er dann einmal einen Barden auf einer Bühne das ganze Publikum begeistern hat sehen können, war er fasziniert von der Vorstellung, so viel Fame zu bekommen und Geschichten zu erfinden, um die Leute zu unterhalten und sich so durch sein Leben zu feiern, ohne jemals wirklich arbeiten zu müssen. Hat dann in verschiedenen Gestalten an verschiedenen Orten verschiedene Barden beobachtet und mit ihnen geredet, um ihre Tricks zu lernen, bis ihn einer so unterhaltsam fand, dass er ihn in das Bardencollege of Lore mitgenommen hat, um ihm dort die Geheimnisse der Magie hinter Worten und Musik zu zeigen. Jas hat sich dort insbesondere wieder für manipulative Fähigkeiten interessiert und ist mit seinem neuen Wissen losgezogen, um sich an Publikum zu versuchen. Wo die Menschen von ihm begeistert waren und seinem Charme erlegen sind, ist er geblieben, wo er so nicht mehr durchkam, ist er abgehauen und in neuer Gestalt in einem anderen Ort wieder aufgetreten und hangelt sich jetzt so durch sein Leben.
    Creon
    dabei seit Session 5


    Ehemalige Charaktere


    Tuan Djani Hu(m)an Roague


    Gully Van Deckel
    Chatmission 4 bis Session 5


    Weitere Charaktere aus den Chatmissionen


    Trinko Ritter Tragosso Mission 2 bis Mission 4
    Naraya Assassine Venelia Mission 2 bis Mission 4
    Iver Ritter Onel Mission 2 und kurzzeitig Mission 4
    Tristian Knappe Sirius kurzzeitig Mission 4
    Arrior Söldner Arrior kurzzeitig Mission 4
    Serena Nekromantin You Mission 3
    Gunnar Hofnarr Eiswind Mission 3
    Naltowa Abenteurerin Camenela kurzzeitig Mission 3
    Zerwas Dieb Bagrasch Mission 2
    Kahn Saraide Mission 1
    Aria Schachtel Mission 1



    Was bisher geschah

    Mission 1 - Agent des Hasses: I E

    Mission 2 - Agent des Argwohns: I 1 2 E

    Mission 3 - Agent des Hasses: 1 2 3 4 5 6 E

    Mission 4 - Agent der Verzweiflung: I 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13


    Nach vier langen Abenteuern wurde Bislingen endlich von den bösartigen Agenten der Angst, des Argwohns, des Hasses und der Verzweiflung befreit. Zurück blieben nur seltsame Edelsteine und die Erinnerung an einige finstere Wochen für die kleine Stadt. Doch das Geheimnis um die Geschehnisse, welches eine mögliche Gefahr für die Zukunft des gesamten Landes birgt, wurde noch lange nicht gelüftet...

  • Session 0 – Neue Horizonte

    Nach dem Sieg über den Agenten der Verzweiflung erreichten Scarlet ( Jacqueline), Goldenar ( Feuerdrache) und Emilia ( Fenrir) zusammen mit ihren Gefährten Trinko und Tuan spät nachts die Herberge von Bislingen und mussten sich erst einmal ausruhen. Erst gegen Mittag wachten sie auf. Goldenar und Scarlet gönnten sich zunächst eine Mahlzeit im Wirtshaus, während Emilia beim Schneider Ersatz für ihre zerrissene Kleidung besorgte.


    Goldenar begab sich anschließend zum Friseur und ließ seine Haare kürzen, worauf auch seine Halbelfenohren zum Vorschein kamen. Gemeinsam traten die drei dann im Rathaus – wo noch diverse Reparaturarbeiten stattfanden – vor den Bürgermeister und erhielten eine stattliche Belohnung für ihre Hilfe mit den Agenten.



    Da Bislingen nun auch wieder etwas lebendiger war, hatten einige weitere Läden eröffnet, was unsere Helden direkt einmal für eine kleine Shopping-Tour nutzten. Beim Lederer besorgte sich Emilia eine bessere Rüstung, und der Holzwerker verkaufte allen einen Bollerwagen für Transporte. Scarlet erwarb beim Krämer noch ein paar Kleinigkeiten, dann sahen alle nochmal nach Trinko und Tuan.


    Session 1 - Himmlische Begegnungen

    Die Herbergsmutter richtete aus, dass Trinko Bislingen mit einem Abschiedsbrief verlassen hat, um den Tod seiner Freundin Naraya zu verarbeiten. Tuan hingegen hatte beim Kampf im Wald sehr viel abgekommen und war immer noch am schlafen, um sich auszukurieren. Somit verließen Scarlet, Goldenar und Emilia Bislingen in Richtung Norden, um das Kloster aufzusuchen. Die Mönche dort hatten Interesse daran, mit ihnen über die Situation zu reden und luden sie, wie der Bürgermeister ausgerichtet hatte, aus diesem Anlass zu einem Abend mit gutem Bier ein.


    Unterwegs sahen sie eine Statue, die Goldenar als Erya, eine Schutzheilige von Bislingen, identifizieren konnte. Ein paar Schritte weiter waren schon die großen Getreidefelder im Nordosten in Sichtweite. Emilia und Goldenar konnten erkennen, wie ein paar Harpyien ein Nutztier anfielen und bewegten sich zusammen mit Scarlet kurzerhand auf sie zu, um einzuschreiten.


    Dies bemerkten die Harpyien und kamen den Helden direkt entgegen, woraufhin ein Kampf entbrannte. Die Raubtiere fielen zunächst über Scarlet her, griffen dann aber auch Goldenar und Emilia mit ihren Klauen und simplen Keulen an. Dann mischte sich auch Cylara ( Hieronymus Flex) ein, die aus Richtung Süden kam und die Harpien mit ihrem Bogen angriff.


    Goldenar segnete die Gruppe und nutzte dann seinen Dolch und seine spirituelle Waffe, um den Feinden Schaden zuzufügen, Emilia verließ sich auf ihren Langbogen. Scarlet versuchte, ihre Freundin so gut es ging zu schützen und heizte den Harpyien mit ihren Langschwert ein, bis eine von ihnen etwas abseits zu singen begann und die Rothaarige in ihren Bann zog.


    Dem konnte sie allerdings auch relativ schnell wieder entkommen. Die vier prügelten sich mit den Harpyien und zogen sich dabei auch einige Verletzungen zu, schafften es aber, ihre Gegner zu besiegen. Die letzte Harpyie versuchte noch vor der in einen Wolf verwandelten Cylara zu fliehen, doch diese jagte ihr hinterher und konnte sie mit Goldenars Hilfe auch erlegen.


    Danach ruhten sich die Abenteurer kurz aus und sahen anschließend nach dem angefallenen Ochsen, neben dem bereits ein Bauer stand. Der erzählte, dass das Tier an seinen Wunden gestorben ist, aber bedankte sich dafür, dass den Harpyien eine Lektion erteilt wurde. Sollten die Helden irgendwann mal am Gehöft vorbeikommen, würden seine Leute sie gerne einladen und versorgen.


    Der Weg führte dann weiter zum Kloster, wo ihnen der Gärtner, Bruder Wolfgang, das Tor öffnete. In der geräumigen Eingangshalle konnten Statuen und Bilder betrachtet werden, bis dann Pater Johann, der Abt des Klosters, zusammen mit einem weiteren Mönch namens Bruder Marcus eintraf.



    Er lud alle ein, sich umzusehen, woraufhin Scarlet unbedingt die Brauerei sehen wollte. Dort zeigte ihnen der Braumeister, Bruder Valentin, alles und bot ihnen dann vom guten Bislinger Bier an. Cylara, die noch nie so etwas getrunken hatte, war erst skeptisch, aber fand dann doch Geschmack daran.


    Beim Abendessen erzählte Scarlet den Mönchen über die Abenteuer mit den Agenten, welche gespannt zuhörten und versuchten, die Dinge zu interpretieren. Letztendlich war aber ein Besuch der Klosterbibliothek erforderlich, wo die Gruppe gemeinsam mit Bruder Marcus für mehrere Stunden die Bücher durchforstete.


    Scarlet schnappte sich direkt ein Buch mit dem Titel "Im Bann des gelben Auges", das über eine Gruppe von jungen Helden erzählte, die einen Hexenturm nahe Filbstadt erkundeten. Dies fesselte sie auch so sehr, dass sie es komplett bis zum Ende durchlas. Emilia fand ein merkwürdiges Kochbuch und eine Geschichte über den berüchtigten Banditenlord Cainard.


    Goldenar sah sich indessen zusammen mit Bruder Marcus den religiösen und geschichtlichen Teil an. Dort brachte er etwas über die geheimnisvollen Schutzpatronen Quandur, Erya und Nithos in Erfahrung, außerdem über den Dämonenkrieg vor gut vierzig Jahren und über die Geschichte von Bislingen, wo der damalige Bürgermeister Inirius auf unerklärte Weise die Stadt vor den Auswirkungen dieser Bedrohung bewahrt hat.


    Über die Agenten selbst gab es jedoch nichts, erst nachdem Goldenar, Scarlet und Marcus etwas brainstormten, fiel dem Mönch ein, dass es noch ein paar unvollständige Abschriften aus der Bislinger Kirche gab. Diese schienen tatsächlich grobe Skizzen über die Steine zu enthalten, die Sprache war aber schwer verständlich. Nur den Namen "Nithos" konnte Marcus entziffern.


    Pater Johann erzählte dann, dass dieser Nithos der Sage nach dagegen war, als Quandur und Erya sich entschlossen haben, den Menschen des Landes besondere Tugenden zu lehren und beim Aufbau ihrer Zivilisation zu unterstützen. Als er dann versuchte, die Bemühungen seiner Begleiter zu sabotieren, sollen sie ihn eingesperrt haben, in der Hoffnung dass er wenn er wieder befreit wird die Früchte ihres Handelns erkennen könnte. Er zeigte den Abenteurern auch die ungefähre Position der Siegelkammer im Wald südlich von Bislingen.


    Damit war es auch langsam Schlafenszeit. Cylara hatte sich schon etwas früher draußen unter einen Baum gelegt, den anderen zeigen die Mönche die Quartiere. Am nächsten Morgen machten sich die drei im Waschraum frisch und Goldenar nahm in der Küche ein kleines Frühstück zu sich, während Scarlet und Emilia sich ein Bier in der Brauerei gönnten. Bruder Valentin gab ihnen mit Erlaubnis des Abtes auch noch ein Fass des Gebräus mit auf den Weg.


    Nach einem Mittagessen verabschiedeten sich die drei dann und machten sich auf nach Süden. Cylara war offenbar schon früh am Morgen alleine abgehauen und nicht mehr bei ihnen. Ohne Zwischenfälle ging es erstmal wieder zurück nach Bislingen, wo Scarlet sich auch noch eine neue Rüstung gönnte.


    Session 2 - Rückschläge

    Bei einem kleinen Whiskey in der Taverne erfuhren Scarlet und Goldenar, dass ihr Gefährte Tuan ( Gully Van Deckel) betrunken hinter dem Gebäude abhing. Kurzerhand transportierten sie ihn mit dem Bollerwagen zum Teich und warfen ihn zur Auffrischung hinein, sehr zur Verwunderung der Stadtwache. Emilia besorgte ihm anschließend noch frische Kleidung, während Scarlet beim Krämer den Proviant der Gruppe aufstockte.


    Vom Lederer erhielt Tuan zudem mit Goldenars Hilfe eine bessere Rüstung. Dann brachen die vier auf in Richtung Süden, um die versteckte Siegelkammer im Wald zu finden. Am späten Nachmittag erreichten sie die Kreuzung, wo sie zunächst den Weg entlang weiter Richtung Süden gingen und dann, geführt von der Rangerin Emilia, nach Osten in die Wildnis stießen. Bevor der Wald zu dicht wurde, stellten sie den Bollerwagen an einem halbwegs geschützten Ort ab.


    Nur wenig später erkannte Emilia einen Eulenbären, der sich gerade zur Jagd auf Beute aufmachte. Aufgrund ihrer früheren Erfahrung mit diesen Monstern geschockt, alamierte sie ihre Begleiter, die sich sofort zum Kampf bereit machten. Goldenar segnete die Party, während Scarlet und Emilia die sich aggressiv nähernde Bestie mit Pfeilen und Bolzen beschossen. Tuan setzte unterdessen auf kurze Hit and Run-Attacken.


    Mit seinen mächtigen Krallen und Schnabel verletzte der Eulenbär Scarlet gefährlich, doch Goldenar war als Heiler zur Stelle. Beim nächsten Angriff konnte die Rothaarige geschickt kontern und das Raubtier niederstrecken. Dies alamiert jedoch einen zweiten Eulenbären, der durch das Gebüsch pirschte und wütend auf die Gruppe zustürmte. Die Gruppe begrüßte ihn mit entgegengeworfenen Dolchen, bevor er sich auf Scarlet und Emilia stürzte. Diese zog sofort ihr Kurzschwert.


    Tuan schaffte es zwar, ein paar vorsichtige Stiche auszuteilen und dabei Angriffen aus dem Weg zu gehen, stellte sich aber bei seinen wiederholten Versuchen, sich vor dem Monster hinter einem Baum zu verstecken, weniger geschickt an. Nach einem kurzen, aber heftigen Kampf konnte Emilia ihren Widersacher schließlich mit einem beherzten Schwerthieb töten.


    Die siegreiche Gruppe beschloss, ihre Beute auf einem kleinen Lagerfeuer zu braten. Nach dieser kurzen Rast mit ein paar guten Rippchen schlief Tuan allerdings ein und wurde von Scarlet in einen der toten Eulenbären gelegt, damit er gewärmt und halbwegs geschützt wäre. Dann setzten die übrigen ihre Reise fort und erstaunlicherweise sieht ausgerechnet Scarlet als erste den Eingang zur Siegelkammer.



    Die Holztür ließ sich mit dem Eisenschlüssel aus dem Versteck des Agenten des Argwohns unter der Kirche öffnen. Es offenbarte sich eine Höhle, an deren Rand sich mehrere Kristalle gebildet hatten, welche auch zuerst untersucht wurden. Weiterhin fiel ein Obelisk mit einer nicht identifizierbaren Inschrift und eine Statue neben einer Tür auf. Hier war der Text auch ins Common übersetzt und es schien sich um Nithos zu handeln, an dessen Abbildung in den Dokumenten unter der Kirche sich Scarlet auch noch erinnern konnte.


    Emilia und Goldenar untersuchten unterdessen eine Druckplatte in einer Nische, bei deren Betreten sich allerdings Steine von der Decke lösten. Ein würfelförmiger Felsblock mit abgerundeten Kanten, der sich neben dem Obelisken befand, würde hier vielleicht helfen. Scarlet schaffte es auch, ihn zu bewegen, stolperte dabei allerdings über ein kleines Loch mit Schleimrückständen, das sich darunter befand. Mit der Hilfe von Emilia und Goldenar gelingt es ihr aber schließlich, den Stein auf die Druckplatte zu befördern, woraufhin sich langsam die Tür zum nächsten Raum öffnete.


    Dieser erschien deutlich künstlicher gebaut als der Eingang, verströmte allerdings einen eigenartigen Geruch. Hier befanden sich gleich mehrere Felsblöcke wie der aus dem Vorraum, ebenso waren drei Druckplatten zu sehen. Schnell erkannte die Gruppe, dass es sich um eine Art Schieberätsel handeln musste, und überlegten sich mit Hilfe von auslegten Münzen auf dem Boden einen Plan, in welcher Reihenfolge sie die Blöcke am effektivsten verschieben könnten.



    Als sie dann begannen, zeigte sich auch hier ein kleines Loch unter dem Stein. Heraus kroch ein bläulich schimmernder Schleim, der die Gruppe angriff. Für die drei Helden war es zwar kein Problem, ihn auszuschalten, doch zu ihrem Schock explodierte er bei seiner Zerstörung. Glücklicherweise konnten alle den schlimmsten Säurespritzern ausweichen, es sollte allerdings nicht bei diesem einen Schleim bleiben.


    Viele weitere kamen hintereinander aus dem Loch, so das die Gruppe erstmal damit beschäftigt war, diese zurückzuschlagen. Als dann endlich Zeit war, begannen Scarlet und Emilia, einen weiteren Stein zu verschieben und mussten feststellen, dass sich dahinter weitere Schleimkreaturen angesammelt hatten. Die Gruppe versuchte sich, neu zu positionieren und sich mit schweren geschützen, wie Goldenars „Spiritual Weapon“ und Emilias Sniper-Bogen zur Wehr zu setzen.


    Immer wieder schlug der Schaden durch die Angriffe und Explosionen der Schleime jemanden bewusstlos, aber Goldenar war als Heiler zur Stelle, bis es ihn selbst erwischte. Emilia konnte ihm zwar kurzfristig helfen, doch dann drängten die Schleimklumpen sie und Scarlet weiter zurück. Schließlich ging auch Scarlet zu Boden und Emilia versuchte, die Schleime zu „kiten“ und von ihren Freunden bis in den Eingangsraum wegzulocken.


    Tatsächlich hatt sie damit auch durchaus Erfolg und konnte einen von ihnen erledigen, schließlich aber erreichten die Glibberviecher die Rangerin und schalteten auch sie aus. Scarlet konnte sich aber aufrappeln und nach kurzem Ringen mit dem Schleim, der sie – genau wie ein anderer Goldenar – am Boden festdrückte, entkommen. Sie stürmte zu Emilia und zerschoss den Klumpen, der ihre Freundin zu Boden geworfen hatte.


    Diese schaffte es dann auch, sich aufzurappeln, und die beiden jungen Frauen konnten gemeinsam die restlichen Schleime um sie herum besiegen. Fast am Ende ihrer Kräfte umarmten sie sich und machten sich dann auf in den anderen Raum, um auch Goldenar zu retten. Der war nicht ansprechbar und gab auch kaum noch Lebenszeichen von sich, schien allerdings noch nicht verloren zu sein.


    Im Wald fanden Scarlet und Emilia Glühwürmchen für ein wenig Licht, dann begannen sie damit, sich in der Höhle auszuruhen. Nach einigen bis auf das Auftauchen einer kleinen Maus ereignislosen Stunden konnte sich Scarlet erholen, während Emilia Wache hielt. Vollkommen erschöpft wurde sie dann abgelöst, und am Ende der langen und unbequemen Nacht schien beide wieder fit, und auch Goldenar kam endlich wieder zu sich.


    Session 3 – Die Würfel sind gefallen

    Zum späten Frühstück wurden die Reste des Eulenbären-Fleischs auf einem Feuerchen aufgewärmt. Cylara hatte zwischenzeitlich in ihrem Wald die Fährte der übrigen Helden aufgenommen und bis zur Siegelkammer verfolgt. Als sie hereinkam, erzählten Scarlet, Goldenar und Emilia ihr, was geschehen ist und machten sich für einen erneuten Vorstoß in den nächsten Raum bereit.


    Wie erwartet waren einige neue Schleimmonster hervorgekommen. Zu viert und besser vorbereitet konnten diese jedoch deutlich besser bewältigt werden. Cylara begab sich Spinnenform weit an die Front, während Emilia und Scarlet den Schleime im Fernkampf mit gezielten Schüssen ordentlich Schaden zufügten.


    Langsam konnten sie die Situation trotz einiger brenzliger Momente unter Kontrolle bringen, und Cylara versiegelte zwei der Löcher mit Spinnennetzen. Scarlet und Emilia begannen damit, die Steine zu verschieben und Goldenar gab ihnen Rückendeckung, indem er jeden hervorkriechenden Schleim direkt mit heiligem Feuer anbrutzelte.


    Emilia gab ihnen dann mit starken und präzischen Schüssen den Rest. Cylara bewegte sich weiterhin elegant zwischen den Schleimen umher, wobei es lange danach aussah, dass weder sie noch ihre Gegner überhaupt mal einen Treffer landen würden. Irgendwann erwischte sie ein schleimiger Angriff jedoch kritisch, womit sie ihre Spinnengestalt verlor und sich daraufhin entschloss, als kräftiger Bär beim Bewegen der Steinblöcke zu helfen.


    Einer von diesen erwies sich als besonders hartnäckig, denn er widerstand nicht nur mehreren Versuchen von Emilia, sondern auch dem gewaltigen Bären. Erst mit vereinten Kräften konnten sie den Stein schließlich bewegen. Gemeinsam konnten die Abenteurer nach und nach immer mehr Blöcke verschieben und auch schon die ersten auf ihre vorgesehenen Druckplatten bringen. Die Bedrohung durch die Schleime war jedoch nicht abgeschlossen, obwohl Goldenar weiterhin wachsam alle gefährlichen Stellen im Blick hatte


    Im zwischenzeitlich immer wieder aufbrennenden Kampf gelang es Emilia bei einem ihrer besten Schüsse, nicht nur einen gesunden Schleim mit einem einzigen Pfeil auszuschalten, sondern auch noch eine Kettenreaktion auszulösen, bei der ein weiterer von der Explosion mitgerissen wurde. Später verließ sie aber ihr Glück und sie wurde von den gibbrigen Angriffen zu Boden gebracht. Goldenar war jedoch als Heiler zur Stelle, während Scarlet sich daran machte, das Schieberätsel voranzubringen und gleichzeitig noch lästige Schleime abzuwehren.


    Zwar mussten alle einiges einstecken, doch letztendlich ließen die Schleim-Spawns nach und es gelang Scarlet, Emilia und Goldenar, auch den letzten Stein auf seinen Platz zu bringen. Die Tür zum nächsten Raum war geöffnet, aber in diesem Zustand wollte sich niemand weiter vorwagen. Die Helden zogen sich in den Eingangsbereich der Höhle zurück, um sich kurz auszuruhen. Emilia stellte fest, dass sie kaum noch Pfeile für ihren Bogen übrig hatte, woraufhin Scarlet sich entschied, ihr für den Notfall ihre Armbrust zu leihen.


    Session 4 - Das gebrochene Siegel

    Etwas verschlafen erschien Tuan in der Höhle, nachdem er die Spuren der anderen so weit verfolgt hatte. Diese erzählten kurz, was geschehen ist und bereiteten sich dann darauf vor, in den nächsten Raum voranzuschreiten. Es erwartete sie eine kreisrunde Halle, in der sich vier Obelisken befanden, auf denen sich jeweils schwebend seltsame Sphären mit Kristallen drehten. In der Mitte stand eine imposante Gestalt aus Kristall und unbekanntem schwarzen Material auf einer Plattform, die offensichtlich etwas bewachen sollte.



    Als Scarlet sich näherte, begannen sich die Konstrukte zu bewegen und schwirrten etwas umher, bevor sie dann mit einer Art Zielstrahl einen Angriff des Wächters vorbereiteten. Emilia gelang es, sehr schnell eines der fliegenden Dinger abzuschießen. Cylara versuchte sich als Würgeschlange, allerdings mit mäßigem Erfolg. Goldenar konzentrierte sich zunächst drauf, für seine Kameraden einen Segen auszusprechen.


    Scarlet griff den großen Gegner als erstes an, und ein seltsamer Energieschild manifestierte sich, nachdem er Schaden genommen hatte. Der erste Gedanke der Gruppe war, dass sie vielleicht zuerst die kleinen Sphären zerstören müssten. Diese flogen weiter umher und schienen sich für irgendetwas zu positionieren. Auch wenn Cylara – die inzwischen wieder ihre humonide Gerstalt hatte - ihnen das mit einer Dornenpeitsche etwas erschwerte, konnten sie damit ihren stärksten Angriff vorbereiten.


    Sie erzeugten zu dritt ein Energiefeld, das zwischen ihnen als Dreieck aufgespannt wurde und damit die halbe Gruppe kritisch schädigen konnte. Für Cylara war das zu viel und sie verlor kurz das Bewusstsein, doch Goldenar rief seinen Gott zur Heilung an und erzeugte dann eine spirituelle Waffe, um sich ebenfalls am Kampf zu beteiligen. Emilia gelang es dann, mit einem gezielten Schuss, eine weitere Sphäre zu Boden zu bringen und damit hoffentlich zukünftig die verheerende Energiefeldattacke zu verhindern.


    Cylara entschied sich, wieder zum Bären zu werden, um einfach als fetter Tank zu agieren, auch wenn sie so – vor allem wegen des Schildes – nicht viel austeilen konnte. Der Wächter holte nun, mit Zielhilfe einer der Sphären, zu einem heftigen Schlag auf Scarlet aus. Sie konnte sich gerade noch halten, doch die andere Sphäre schoss einen Energiestrahl hinterher, der sie zu Boden brachte.


    Goldenar konnte sich schnell um sie kümmern, und Emilia erledigte noch eine weitere Sphäre mit ihrem Bogen, so dass nur noch eine übrig war. Es sah sehr gut für die Gruppe auf, doch dann wendete sich das Schicksal. Das schwere Konstrukt erschlug nicht nur Scarlet mit einem heftigen Hieb seines Armes, sondern elektrisierte mit dem anderen auch Goldenar so heftig, dass er kurzzeitig handlungsunfähig wurde.


    Zu allem Überfluss stellte sich Emilia mit der geliehenen Armbrust so ungeschickt an, dass diese zerbrach. Tuan, der bisher nur mäßigen Schaden austeilte, versteckte sich erfolgreich hinter dem Bären, um einen Überraschungsangriff vorzubereiten. Seine Deckung konnte er sogar halten, als der Bär kurz Goldenar vorbeiließ – dieser musste nämlich Scarlet auf der anderen Seite seines Gegners erreichen, um sie zu heilen. Seine spirituelle Waffe konnte zwar einmal unbehelligt zuhämmern, aber sich der Schild des Wächters passte sich danach auch daran an.


    Emilia hatte sich unterdessen etwas entfernt und suchte nach möglicherweise noch intakten Pfeilen. Als sie fündig wurde, machte sie guten Gebrauch davon und konnte endlich auch das letzte der fliegenden Dinger erledigen. Am Schild des Hauptgegners änderte dies allerdings nichts.


    Diesen versuchte Tuan aus dem Hinterhalt anzugreifen, versagte dabei aber bedauerlicherweise. Zu seinem Glück konnte aber auch der golemartige Gegner diesmal keinen Treffer auf ihn oder seine Gefährten landen. Emilia suchte nach weiteren Pfeilen und musste dabei viel herumlaufen, wodurch wertvolle Zeit verloren ging. Scarlet wurde noch einmal heftig von einem Elektroschock getroffen, konnte aber gerade noch überleben.


    Trotz des effektiven Energieschildes ging die Kraft des Wächters irgendwann schließlich zuende, und mit einem ordentlichen Prankenhieb konnte Cylara ihn schließlich zum Kollaps bringen. Der Kampf war gewonnen, doch was war es, dass diese seltsamen Konstrukte bewachten?


    Während Goldenar die Armbrust mit seinem Mending-Cantrip reparierte, durchsuchten die anderen den Raum. Cylara, nun kein Bär mehr, stieg schließlich auf die Plattform, was wohl irgendetwas auslöste. Sie fuhr langsam nach unten, woraufhin auch Tuan rausprang. Die beiden konnten erkennen, dass der nächste Raum sicher war, und so stiegen die übrigen mit Hilfe eines Seils hinterher.



    Fackeln und Goldenars Zauber sorgten für ausreichend Licht, um all die seltsamen Objekte hier zu untersuchen. In den Ecken befanden sich säulenartige Vorrichtungen mit unbekanntem Zweck, und in der Mitte stand ein komplex aussehendes großes Gerät. Aus beidem konnte Scarlet erstmal nicht viel lernen, woraufhin sie sich zusammen mit Tuan die Kisten zu ihrer Rechten ansah.


    Das relativ einfache Schloss des Holzkästchens konnte der Dieb schnell knacken, und darin befand sich ein Haufen seltsamer Münzen, auf die das Konterfei von Erya und Quandur geprägt war – Electrum.


    Goldenar las sich unterdessen interessiert zwei Stücke Pergament am linken Tisch durch, die in Common und vermutlich vom damaligen Bürgermeister von Bislingen verfasst wurden. Sie handelten von einem Pakt mit Nithos, um die Stadt vor einer Bedrohung zu schützen.


    Emilia fand auf dem nördlichen Tisch eine Art Wörterbuch sowie ein geschliffenes Kristallstück, was sie beides an sich nahm. Tuan hingegen musste feststellen, dass die Marmorbox im Gegensatz zum Holzkästchen daneben leer war, es fanden sich nur vier kleine Vertiefungen für irgendetwas. Goldenar schnappte sich noch den gut verarbeiteten Dolch, der neben den Pergamentseiten auf dem Tisch vor ihm lag.


    Nachdem die Gruppe dann alles gelootet hatte, blieben nur noch die Maschine in der Mitte des Raums und die vier seltsamen Säulen in den Ecken zu untersuchen. Emilia betrachtete eine Art Feld, das von kristallbesetztem Metall umgehen war und in das sich wohl eine Person stellen könnte, doch es schien inaktiv zu sein.


    Gleiches galt für die Vorrichtungen in den Ecken, und Scarlet fiel auf, dass die Farben der Bodenstücke unter ihnen beunruhigenderweise genau denen der vier Agenten entsprachen. Die kleinen Löcher in den Ecken bemerkte sie mit ihrer mäßigen Perception allerdings nicht – im Gegensatz zu Goldenar und Emilia. Letztere schaute sie sich auch noch einmal genauer an, sie waren nur ein paar Zentimeter dick und gingen relativ gerade in die Wand und die Erde dahinter hinein.


    Schließlich entschloss sich die Gruppe, den Raum erstmal zu verlassen und sich nach weiteren Informationen und dem fehlenden Edelstein des Hasses, der noch im Besitz der verschollenen Serena war, umzusehen. Scarlet nahm sich noch eine der Sphären zur Untersuchung mit, und Goldenar überließ Tuan den guten Dolch, da dieser damit doch mehr anfangen könnte. Der Rückweg durch den Wald schien zunächst ohne Komplikationen zu verlaufen.


    Doch dann mussten alle geschockt feststellen, dass der Bollerwagen weg war. Scarlet, die ihr halbes Hab und Gut darauf gelagert hatte, wollte dem natürlich sofort nachgehen, und Emilia fand dank ihrer Survival-Kenntnisse auch schnell die Spuren in Richtung Norden. Die gingen dann bis zum Waldweg, wo sie sich allerdings nach Osten – also weg von Bislingen – fortsetzten.


    Da auch etwas Trockenfleisch auf dem Wagen war, versuchte Cylara, ihre Wölfe auf die Spur anzusetzen, doch diese war zu schwach, als dass sie noch etwas wittern konnten. Da es schon dunkel wurde, beriet sich die Gruppe etwas unschlüssig über ihr weiteres Vorgehen. Schließlich warf Scarlet eine Elektrum-Münze, welche dann entschied, dass sie weiter dem Bollerwagen folgen sollte.


    Sie folgten der Spur bis zur Abzweigung, wo es dann nach Südosten in Richtung Silbersee weiterging. Hin und wieder waren Geräusche aus dem Wald zu vernehmen, doch es schien keine unmittelbare Bedrohung für die noch immer stark angeschlagene Gruppe zu sein. Als es schließlich sehr spät wurde, entschloss man sich zur Rast. Vom alten Camp nördlich des Silbersees, das die Party vor einer knappen Woche bei der Jagd auf den Agenten der Verzweiflung aufgeschlagen hatte, war noch ein bisschen was übrig, und so musste Emilia nur noch ein wenig Feuerholz suchen.


    Anschließend hielt sie auch die erste Wache, bis sie dann Tuan weckte und selbst in einen Schlaf voller bizarrer Träume fiel.


    Credits

    Alle gezeigten Maps wurden von mir mit dem Tool Inkarnate erstellt.

    Crystal Guardian und Crystal Sentinel wurden von Fenrir Kuroōkami gezeichnet.

    Gespielt wurde im System Dungeons & Dragons 5 über Roll20 und Discord.

  • Soa, passend zum Vatertag geht es nun endlich weiter mit der Bollerwagen-Saga, wo die Gruppe auf einen neuen Mitstreiter trifft. In den folgenden Abenteuern versuchen unsere Helden, den Ursprung der Agenten aufzudecken, und müssen sich dabei mehrfach aus Verdächtigungen herauswinden. Richtig ungemütlich wird es aber erst, als die Ermittlungen in den Nebelmorast führen, wo Untote umherstreifen und die Heimat der Sumpfelfen bedrohen.


    Session 5 - Barden und Banditen

    Widerwillig hielt Tuan Nachtwache, als er plötzlich etwas zischen hörte. Ein Schwarm von Giftschlangen hatte wohl leichte Beute gerochen und griff den angeschlagenen Dieb an. Der wehrte sich natürlich, wodurch auch Scarlet aufwachte. Zwar konnten die beiden die meisten Schlangen töten, gingen aber selbst auch zu Boden. Glücklicherweise war inzwischen auch Emilia wach, die den Rest erledigte. Goldenar konnte die bewusstlosen dann stabilisieren und die Gruppe setzte ihre Rast ohne weitere Zwischenfälle fort.


    Am nächsten Morgen folgten sie den Spuren des Bollerwagens weiter bis zu einer Brücke, auf der ernsthaft ein Troll stand und Zoll forderte. Scarlet konnte ihn davon überzeugen, statt Gold auch Electrum anzunehmen, dann ging es weiter. Die Spuren führten gen Norden in den Wald hinein, und irgendwann erreichten sie ein altes Banditenlager.


    Dort fanden sie eine alte Bekannte vor – Tabitha, die sich ein paar neue Komplizen gesucht hatte. Zusammen mit diesen lauschte sie den Geschichten eines gefesselten Gefangenen, wurde aber sofort aufmerksam, als die Party sich näherte. Scheinbar hatten die Banditen den Bollerwagen mitgenommen, und nach einigen Minuten energischer Diskussion willigte Tabitha ein, ihn Scarlet für einen „Finderlohn“ von 15 Electrum zu überlassen, wenn sie dafür über die Vorfälle in Bislingen nach ihrer Flucht informiert würde.


    Im folgenden Gespräch erwähnte Tabitha auch etwas von verstärkten Untoten-Aktivitäten im Süden. Nachdem sich die Stimmung gelockert hatte, wurde auch der gefesselte Barde mit dem Namen Jas ( Creon) befreit, der sich mit etwas Musik und einem kleinen Feuerwerk zur Unterhaltung revanchierte. Dann tauchte auch Cylara auf, die den Brückentroll umgangen hatte, indem sie in Fischgestalt durch den Fluss schwamm.


    Emilia bemerkte unterdessen, dass Tabitha sie eindringlich zu mustern schien, reagierte aber nicht weiter darauf. Letztendlich verabschiedete die Gruppe sich friedlich von den Banditen, und Jas, der zuvor in einem Kampf von ihnen übel zugerichtet wurde, erhielt sogar noch ein wenig Heilsalbe. Der Bollerwagen, in dem es sich Tuan mal wieder ungefragt bequem gemacht hatte, wurde natürlich auch mitgenommen. Sein Inhalt war auch noch größtenteils vorhanden, nur ein paar Rationen fehlten.


    Auf der Brücke wartete wieder der Troll und forderte noch einmal Wegezoll. Als Jas ihn dann kurzerhand mit seiner Vicious Mockery beleidigte, griff er ihn an und schlug ihn bewusstlos. Einige seiner neuen Begleiter richteten nun ihrerseits ihre Waffen gegen den Troll und ein Kampf entbrannte, in dem vor allem Jas trotz mehrfacher Heilung noch ein paar mal zu Boden geprügelt wurde.


    Cylara schaffte es unterdessen in Wolfsgestalt wiederholt, den Troll trotz seiner Stärke zu Boden zu werfen, um den anderen den Angriff zu erleichtern. Im weiteren Verlauf des Kampfes hatte der Troll es jedoch mehr und mehr auf Scarlet abgesehen, die ihrerseits auch ordentlich austeilte. Auch sie wurde aber von Goldenar wieder zurückgeholt, und schließlich zeichnete sich für den Troll seine Niederlage ab.


    Er versuchte in den Fluss zu fliehen und sah sich dabei auch die seltsame Illusion von Jas einer kleinen Trolldame an. Für die meisten aus der Gruppe war der Kampf damit beendet, doch Cylara sprang ihm hinterher und folgte ihm auch noch, als er flussabwärts trieb. Die beiden verschwanden aus Sichtweite der Gruppe und nach kurzem zögern ging der Rest weiter in Richtung Bislingen.


    Am frühen Abend erreichten sie die kleine Stadt endlich und Emilia besorgte sich zuerst einmal neue Pfeile beim Holzwerker. Die übrigen hatten sich schon in der Taverne versammelt, wo Jas auch direkt versuchte, Musik anzustimmen. Allerdings klang die trotz – oder vielleicht auch wegen – der Begleitung von Scarlet so grausam, dass er es dann doch besser sein ließ.


    Goldenar und Scarlet redeten unterdessen bei einer Portion Hackfleischnudeln mit dem Wirt Jochen über das Abenteuer und fragten ihn auch nach ihrer ehemaligen Gefährtin Serena. Jas ließ den Abend noch mit ein paar schlechten Witzen ausklingen, dann begab er sich zum Schlafen in die Herberge. Tuan hatte sich unterdessen schon längst ins Koma gesoffen, aber Scarlet, Goldenar und Emilia wollten noch etwas erledigen.


    Sie suchten zu später Stunde das Rathaus auf, um dem Bürgermeister Balduin Bericht zu erstatten. Insbesondere erkundigten sie sich auch über den früheren Bürgermeister Enirius und seine Handlungen im Zusammenhang mit dem „Dämonenkrieg“ und Nithos. Hierzu hatte Balduin auch einen weiteren Tagebucheintrag gefunden, von dem Goldenar eine Abschrift anfertigte. Scarlet und Emilia verbrachten noch ein wenig Zeit in der Kneipe und sprachen unter anderem über Serena und Tabitha, bevor sie sich sich wie Goldenar dann auch in ihrem Zimmer schlafen legten.


    Am nächsten Morgen gönnten sich Goldenar und Scarlet ein Frühstück in der Herberge, Jas hingegen begab sich direkt zur Taverne. Seine musikalische Darbietung hatte sich deutlich verbessert, auch wenn natürlich am frühen Vormittag kaum Gäste da waren. Nach einem kurzen Treffen ging Scarlet noch einmal shoppen und besorgte sich unter anderem Kerzen, neue Kleidung und eine Laute. Jas führte auf dem Marktplatz eine kleine Jongleurshow auf, die auch schnell ein paar Fans fand.


    Die Gruppe entschloss sich dann, dem Friedhof einen Besuch abzustatten, um vielleicht hinweise auf Serena zu finden. Außer einem kurzen Gedenken an Naraya und der Besichtigung weiterer frischer Gräber gab es hier aber nicht viel, und somit war das Kloster die nächste Anlaufstelle.


    Gegen Nachmittag erreichten sie die heiligen Mauern in erzählten Pater Johann von ihrem Fund in Nithos' Siegelkammer. Bruder Marcus erwähnte auch, dass sich bei den Schriften unter der Bislinger Kirche vielleicht noch so eine Tagebuchseite finden könnte, allerdings wurde diese nicht wie vieles andere ins Kloster geholt.


    Scarlet machte noch einen Abstecher in die Brauerei und kaufte Bruder Valentin ein besonders würziges Spezialgebräu für Electrum ab. Als sich die Abenteurer dann auf den Rückweg machten, war es bereits dunkel. Ihnen kam ein wanderndes Ehepaar entgegen, das offenbar im Kloster um Unterkunft bitten wollte. Erst gegen Mittarnacht war die Party zurück in Bislingen und legte sich dann auch relativ zügig schlafen.


    Session 6 - Dunkle Geheimnisse

    Nach einem Baguette zum Frühstück und einem morgentlichen Besuch in der Kneipe besorgten sich die Helden beim Bürgermeister Balduin den Schlüssel zum Raum unter der Kirche, in dem der verdorbene Pfarrer Esarius Wochen zuvor gestorben war. Goldenar fand einen weiteren Tagebucheintrag, in dem der frühere Bürgermeister Enirius erwähnte, seinen Sohn einweihen zu wollen, für den Fall dass er bei der Rückkehr von Nithos nicht mehr leben würde.


    Emilia konnte in einem halb zerfledderten Buch auch noch einmal die Skizze mit den Steinen entdecken. Sie überprüfte anschließend noch die Lesestube im Kirchturm, dann verließ sie zusammen mit den anderen das Gotteshaus. Als die Gruppe den Schlüssel zurück zum Bürgermeister brachten, fragte sie ihn auch nach Enirius' Sohn, der niemand anderes als der von Scarlet und ihren damaligen Begleitern getötet Esarius war.


    Entsprechend wären möglichweise weitere Hinweise im Pfarrhaus zu finden, wo Esarius gewohnt hat. Inzwischen hatte sich der neue Küster Gunnar dort eingerichtet. Emilia und Scarlet versuchten, das Schloss zu knacken und einzubrechen. Als die Wachen auf das verdächtige Verhalten aufmerksam wurden, startete Jas, der gerade noch ein paar Werkzeuge kaufen war, einige Ablenkungsmanöver.


    Zwar konnte die versuchte Straftat unentdeckt bleiben, doch die Wachleute bestanden darauf, dass sie das mit Gunnar selbst klären sollten, wenn sie etwas aus dem Haus suchen. Der brachte ihnen eine Kiste mit altem Zeug des früheren Bewohners, überwiegend Papierkram. In Scarlets Herbergszimmer durchsuchten die Abenteurer diese gründlich und fanden zwischen etlichen Aufzeichnungen für Predigten und diversen unbedeutenden Skizzen auch einen weiteren Kurzbericht von Enirius sowie ein eine Art Karte, auf der ein Punkt im südlich gelegenen Nebelmorast verzeichnet war.


    Weitere Informationen konnte allerdings nur das Kloster liefern, so dass sich alle nach einer kurzen Mittagspause wieder zusammen mit dem Bollerwagen nach Norden aufmachten. Am Nachmittag erreichten sie ihr Ziel und begaben sich dort direkt zusammen mit Bruder Marcus in die Klosterbibliothek.


    Zunächst einmal sahen sie sich das Buch, in dem Nithos erwähnt wurde, noch einmal an und übersetzten ein paar Passagen mit Hilfe des Inethi-Wörterbuches, das Emilia in der Siegelkammer gefunden hatte. Sie handelten davon, dass mit den Steinen etwas zurückgefordert werden sollte, das wohl am ehesten mit „Seelen“ oder „Tugenden“ übersetzt werden konnte, jedenfalls irgendetwas geistiges. Ebenso fiel eine – wohl von Esarius, dem früheren Besitzer des Buches – angestrichene Zeile auf die etwa „wenn du alles Vertrauen entziehst, bleibt nur Argwohn zurück“ lautete.


    Scarlet warf direkt einen Blick auf ihre silbergraue Perle, die zu diesem Anlass auch Emilia einmal kurz untersuchte. Auf Anfrage erwähnten die Mönche noch ein paar Schriften aus der Kirche in Bislingen, die noch nicht einsortiert wurde. Alles neu angekommene würde zunächst in der Schreibstube gelesen und restauriert, so wohl auch ein paar der gesuchten Dokumente.


    Zwei der Bücher dort stammten tatsächlich aus Esarius' Erbe, das eine war jedoch nur ein gewöhnliches Gebetsbuch. Das andere hingegen wirkte eher erschreckend, denn es handelte sich um eine Art Manifest eines Kultes, der an die Rückkehr eines Schnitters glaubte, welcher die Seelen der Menschen abernten sollte. Es enthielt Passagen nicht nur auf Common, sondern auch auf Inethi, Abyssal und Celestial, was Jas dank Comprehend Languages übersetzen konnte.


    Die ganze Recherche hatte eine Weile gedauert, so dass nun schon der Abend eingebrochen war und die Abenteurer sich entschlossen, diesmal wieder im Kloster zu übernachten. Zwei von ihnen müssten sich allerdings ein Zimmer teilen, da die Mönche erwähnten, dass sie noch andere Gäste hätten.


    Während alle sich auf in die Quartiere machten, besorgte Jas sich noch ein paar Kleidungsstücke, unter anderem eine Mönchskutte. Da er die fremden Gäste verdächtigete etwas zu verbergen, versuchte er zunächst anzuklopfen und dann die Zimmertür aufzubrechen, beides ohne Erfolg. Kurzerhand nahm er dann die Gestalt von Bruder Marcus an, um die anderen Mönche etwas auszufragen oder vielleicht einen Schlüssel zu besorgen. Dabei erregte er vor allem bei den Schreibstuben großen Verdacht, wo er Pater Johann und Bruder Marcus selbst antrifft, wodurch er zwischenzeitlich noch seine Gestalt wechseln musste.


    Zwar konnte er sich für's erste noch halbwegs rausreden, doch ihm war klar, dass die Mönche sich einiges zusammenreimen könnten, wenn sie irgendwann miteinander sprechen würden. Zurück in den Quartieren gelang es ihm aber in einem letzten Versuch, die das Schloss der Tür zu knacken, woraufhin er nur das fremde Ehepaar kuschelnd und erschreckt im Bett vorfand. Peinlich berührt verließ er den Raum, nahm wieder seine normale Gestalt und legte sich – genau wie Scarlet, Emilia und Goldenar – letztendlich schlafen.


    Session 7 - Danse Macabre

    Am nächsten Morgen machten sich die Helden nacheinander im Waschraum fertig und Jas überlegte, wie er möglichst unauffällig das Kloster verlassen könnte. Nachdem der Versuch, über die Mauer zu klettern, kläglich scheiterte, tarnte er sich mit Emilias Hilfe als Scarlet, allerdings ohne deren Wissen. Beim Frühstück wird es allerdings schnell unangehm und so versuchte er das schnell hinter sich zu bringen.


    Zurück in den Quartieren mussten Jas und Emilia sich erst einmal vor Scarlet rechtfertigen. Als nächsten Plan nahm Jas die Gestalt des fremden Besuchers an, doch er verhaspelte sich vor den Mönchen relativ schnell, da er nicht wusste dass dieser und seine Frau ihr Zimmer anscheinend schon verlassen hatten.


    Anscheinend stimmte mit diesem Ehepaar auch etwas nicht, denn die Mönche nahmen die Situation auf einmal sehr ernst und verhörten Jas. Dabei erwähnten sie auch etwas von einer versteckten Kammer im Untergrund, zu der er sich angeblich versucht haben soll Zutritt zu verschaffen. Hier war laut dem Orden etwas versiegelt, das unbedingt dort verbleiben sollte. Daraufhin entschloss sich der Barde, in die Offensive zu gehen und sich als Wahnsinniger Jünger des Nithos auszugeben.


    Dies machte die Situation allerdings nur noch angespannter, woraufhin beide Seiten begannen, auf Magie zurückzugreifen. Jas widersetzte sich der Zone of Truth und versuchte die Gedanken der disziplinierten Mönche zu lesen, doch konnte er nicht herausfinden, wo diese Kammer sein sollte und was darin war.


    Inzwischen konnte Jas aber den Rest der Gruppe auf seine Situation aufmerksam machen, und so planten Scarlet, Emilia und Goldenar, eine vermeintliche Entführung ihres Begleiters vorzutäuschen und den fremden Mann zu verdächtigen. Nachdem sie gemeinsam die Mönche davon überzeugen konnten, dass dessen Frau Jas als Geisel hielt und nur er den Weg zeigen könnte, erklärten sie sich damit einverstanden, den verwandelten Jas mit den anderen mitgehen zu lassen – allerdings mit magisch verstärkten Fesseln und in Begleitung des Bruders Marcus.


    Sie begaben sich nach Südosten in den Wald, wo ihnen irgendwann Cylara mit ihren Wölfen auflauerte. Diese wusste zwar nicht, was abging, aber Scarlet konnte ihr subtil vermitteln, mitzuspielen und einen Angriff vorzutäuschen, bei dem sie Jas ihrerseits angriff und verschleppte. Im Glauben daran, dass der Verdächtige wohl nun von den Wölfen gerissen wurde, machte sich Bruder Marcus auf den Rückweg zum Kloster, um die Situation zu evaluieren.


    Nach der Aktion ließen es sich Scarlet und Cylara nicht nehmen, Jas als Lektion einmal ordentlich zu verprügeln, bevor sich die Druidin dann wieder verabschiedete. Nun gab es noch das Problem, die Fesseln an Jas loszuwerden, die offenbar für niedere Dämonen geschmiedet wurden und sich daher nicht mit Verwandlungsfähigkeiten austricksen ließen. Es gab mehrere Optionen, aber die Gruppe entschied sich, zuerst einmal zurück nach Bislingen zu gehen. Auf dem Weg fingen sie dann in einem spontanen Flashmob an, Musik zu machen und zu tanzen.



    Zwar hatten sie damit durchaus ihren Spaß, machten aber auch eine seltsame Bande aus Dryaden und Sumpfelfen auf sich aufmerksam. Trotz dem Versuch der Gruppe, sie mit ihrer Tanzlaune anzustecken, schienen sie feindlich gesinnt zu sein und griffen an.


    Die Dryaden nutzten zunächst Entangle, um die Handlungsfähigkeit der Abenteurer einzuschränken. Bei Jas, dem noch die Fesseln anlagen, machte das kaum einen Unterschied, aber immerhin konnte er Gegner noch mit seiner Vicious Mockery beleidigen und seinen Freunden Inspiration geben. Dank dieser gelang es Scarlet auch, sich aus den Ranken befreien und erstmal ordentlich auszuteilen.


    Goldenar verfiel relativ früh dem Charme einer der Dryaden, wodurch sie ihm untersagte, irgendwen aus der Bande anzugreifen. Somit musste er sich auf die Heilung seiner Gefährten konzentrieren. Irgendwann geriet dann auch Scarlet in den Bann einer Dryade, die sie sogleich ins Gebüsch verschleppte. Damit war erstmal nur noch Emilia voll einsatzfähig, während die Dryaden und Elfenbanditen auf die Gruppe einschlugen.


    Ein paar der Gegner konnten inzwischen verletzt und sogar gelegt werden, dennoch sah es nicht aus. Letztendlich kam aber Goldenar wieder zu klarem Verstand und konnte sowohl Jas als auch später Emilia knapp vor dem Tod bewahren. Ebenso tötete er mit seiner Spiritual Weapon die zähe Dryade, die ihm nachstellte und schickte den geisterhaften Hammer danach zu zweien der Banditen. Diese hatten sich als hervorragende Schützen erwiesen und landeten einen kritischen Treffer nach dem anderen.


    Nachdem sie aber schon sehr verwundet waren und ihr Komplize, der die ganze Zeit mit magischer Säure angriff, von Jas tödlich beleidigt wurde, traten sie den Rückzug an, genau wie die letzte überlebende Dryade, die damit auch von Scarlet abließ – nachdem sie fast den ganzen Kampf über abgelenkt hatte.


    Unter den Habseligkeiten des toten elfischen Banditen befand sich neben ein paar Silberstücken auch eine Phiole mit Säure, die wohl als Vorlage für seine Magie diente. Goldenar hatte dann die Idee, das Zeug über die Fesseln von Jas zu gießen, und tatsächlich wurden sie dadurch endlich gelöst.


    Erschöpft in Bislingen angekommen begaben sich Emilia und Jas ohne Umwege in ihr Schlafzimmer. Goldenar und Scarlet saßen noch ein wenig in der Taverne, wo zum Abendessen Bohnen mit Speck serviert wurden. Scarlet war allerdings so mitgenommen, dass sie gleich mehrere Gläser Schnaps bestellte. Selbst als Goldenar sich dann schließlich auch auf den Weg ins Bett machte, hing sie noch stark angetrunken herum, bestellte ein paar weitere Krüge Bier und klagte vor dem Wirt über ihre unerklärliche Zuneigung zu der Dryade und ihr schlechtes Gewissen, ihre Freunde im Stich gelassen zu haben. Schließlich schlief sie dann auf einer Parkbank ein.


    Session 8 - Gefahren im Nebel

    Der nächste Morgen wartete schon, und während Emilia sich bereits in der Stadt nach Wundsalbe für ihre Verletzungen umsah, machten die anderen sich fertig, um sich schließlich beim Frühstück zu treffen. Am späten Vormittag verließen sie Bislingen gen Süden, um eine auf Esarius' Karte markierte Stelle am Rand des Nebelmorastes ausfindig zu machen.


    An einem kleinen Wachposten verließ die Gruppe den Pfad nach Osten und musste sich durch die Nebel vorantasten, bis Emilia schließlich Geräusche vernahm. Glücklicherweise schien es erstmal nur Cylara zu sein, doch da war noch etwas bedrohlich schlurfendes weiter im Süden. Schnell erkannten die Helden, dass es sich um eine Gruppe Ghule handelte, die von einem besonders großen Zombie angeführt wurde.


    Wie zu erwarten hatten die Untoten nichts gutes im Sinn, doch Goldenar als echter Kleriker war direkt zu Stelle und jagte zwei der Ghule mit Turn Undead davon, bevor er dann seine Spiritual Weapon auspackte. Entsprechend machte er sich natürlich auch zum Ziel für die Widersacher, aber Scarlet und Emilia konnten auch ordentlich austeilen und Cylara sprang in Krötenform vor einen der Ghule und schnappte ihn sich mit der Zunge.


    Dann aber erzeugte der große Zombie eine fiese Seuchenwolke, die Emilia, Goldenar und vor allem Jas schwer traf. Cylara hatte es inzwischen geschafft, den zappelten Ghul zu schlucken. Den nächsten verheerenden Schlag des Zombie-Leutnants konnte Goldenar nur dank Jas' Cutting Word überleben, doch mit seiner Heilung hielt er sich anschließend tapfer im Kampf.


    Scarlet konnte den Zombie zu Boden werfen, was Emilia einen kritischen Treffer und die Hoffnung auf einen baldigen Sieg ermöglichte. Unterdessen gab der Ghul in Cylaras Krötenmagen keine Ruhe und schaffte es sogar, sie von innen heraus kurzzeitig zu lähmen. Der Zombie erhob sich noch einmal mit Angriffen gegen Goldenar und Scarlet, geriet dann aber immer mehr ins Wanken. Ein paar Treffer konnte er aufgrund seiner Untoten Natur noch knapp überstehen, doch als dann schließlich noch Cylara, die ihren Ghul endlich verdaut hatte, dazu kam, schien er überwältigt.


    Erst jetzt, da die Gruppe verschnaufen konnte, fiel ihr auf, dass nicht weit entfernt ein schwer verletzter Sumpfelf lag, der wohl auch von den Untoten angegriffen wurde. Während Scarlet ihn zusammen mit Goldenar stabilisierte, ließ sie es sich nicht nehmen, sein bisschen Silber, das er dabei hatte, durch den gleichen Wert an Electrum auszutauschen.


    Außerdem untersuchte die Gruppe ein großes Erdloch, das sich ganz in der Nähe befand, konnte aber nicht viel herausfinden. Goldenar stellte lediglich fest, dass hier kürzlich Divination Magic verwendet wurde. Dann ging es zusammen mit dem bewusstlosen Elfen zurück zur Straße, und in der Nähe eines kleinen Wachpostens ruhten sich alle erst einmal kurz aus, während Cylara wieder in den Wald verschwand.


    Als der gerettete Sumpfelf endlich aufwachte, fragte er zunächst verwirrt auf elfisch, wo er nun sei. Goldenar übersetzte seine Worte für die Gruppe auf Common, doch es stellte sich dann schnell heraus, dass auch der Fremde die Sprache zuminst im Ansatz beherrschte. Er stellte sich als Siro vor und bedankte sich, nach ein paar weiteren Fragen erzählte er auch, dass er aus einem Dorf namens Prasura stammt und den Auftrag hatte, das seltsame Loch im Sumpf zu untersuchen. Er wurde jedoch während seiner Arbeit von den Untoten überfallen.



    Nun überlegten die Helden kurz, ob sie zuerst zurück nach Bislingen gehen sollten, oder mit dem Elfen nach Prasura, was von der Entfernung her nicht allzu viel weiter wäre. Ein Electrum-Wurf von Scarlet entschied schließlich, dass sie ihren Weg nach Süden fortsetzen würden. Es wurde schon langsam dunkel, doch glücklicherweise gab es auf der Straße und auch auf der später folgenden Brücke keine unliebsamen Begegnungen.



    Am späten Abend erreichte die Gruppe Prasura, die auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkende Siedlung der zurückgezogenen Sumpfelfen. Ihr neuer Freund Siro machte sich direkt müde auf den Weg in sein Häuschen, die anderen sahen sich in der Moraststätte nach einer Unterkunft um. Goldenar und Emilia nahmen sich beide relativ schnell ein Zimmer und machten sich bettfertig.


    Jas und Scarlet hingegen waren vom Preis-Leistungs-Verhältnis der Herberge und der Freundlichkeit der Betreiber nicht allzu überzeugt und ließen sich von Siro housen. Die Nacht verging zügig, und am nächsten Morgen war es Zeit, sich im Dorf mal genauer umzuschauen. Wie zu erwarten war das Frühstück in der Moraststätte sehr pflanzenbasiert.


    Um der Skepsis gegenüber Fremden zu entgehen, nahm Jas die Gestalt einer Sumpfelfe an. In der Hoffnung, ein Heilmittel für die von den Sumpfelfen als „grüne Seuche“ bekannte Krankheit der Untoten zu finden, suchte er mit Scarlet die Kräuterstube auf. Allerdings war die Medizin nicht ganz billig, und auf Nachfrage erfuhren die beiden, dass dies an der Hauptzutat lag, der Wurzel der seltenen Nebelstaude.


    Alle bummelten daraufhin noch ein wenig in der Stadt herum, und Goldenar schaffte es inzwischen auch, mit Lesser Resoration die Krankheit bei seinen Gefährten zu heilen. Im Forum Viridium gab es allerlei kleine Geschäfte, aber viel Interessantes wurde an diesem Tag nicht angeboten.


    Auch den etwas abgelegenen Tempel hatte die Gruppe ins Auge gefasst. Scarlet und Jas sahen sich dort unter dem Vorwand, zu ihrem Gott beten zu wollen, etwas um, mussten aber feststellen, dass der innere Kernbereich nur für den Klerus zugänglich war.


    Unterdessen sprachen Emilia und Goldenar noch einmal mit Siro über seine Untersuchung, und er erzählte ihnen von einem alten magischen Ritual der Sumpfelfen, ein sogenanntes Nebelecho hervorzurufen. Dies würde nur in den hiesigen Sümpfen funktionieren und ein geisterhaftes Echo besonderer vergangener Ereignisse an diesem Ort erscheinen lassen. In seinem Fall hatte Siro dabei hatte er allerdings nur einen ihm fremden Mann gesehen, der etwas an der Stelle ausgegraben hat.


    Zwar wollte der Sumpfelf nicht noch einmal an den fraglichen Ort zurück, erklärte sich aber bereit, Goldenar den Zauber des Nebelechos beizubringen. Dies dauerte natürlich ein paar Stunden, in denen sich der Rest in der Stadt die Zeit vertrieb. Sie redeten ein wenig mit den Nebelwachen aus dem Turm über die Untoten, welche wohl von irgendwelchen Ruinen weiter im Osten herkamen und viel organisierter schienen als früher.


    Jas verdiente sich ein wenig Kleingeld mit Musik, während Emilia einfach die natürliche Atmosphäre genoss. Nachdem Goldenar dann den Zauber erlernt hatte und sich die Gruppe wieder traf, war es fast schon wieder Abend. Diesmal übernachteten alle in der Herberge, wobei Jas sich nicht nur einen Rabatt erhandeln konnte, sondern auch noch Scarlet mit auf sein Zimmer schmuggelte.


    Das sorgte auch am nächsten Morgen für Schwierigkeiten, wo Scarlet unauffällig aus dem Fenster klettern musste. Mit dem Ziel, sich noch einmal das Erdloch zu betrachten, brach die Gruppe vormittags auf. Während der Wanderschaft durch den Sumpf konzentrierte Jas sich darauf, Pflanzen zu suchen, und tatsächlich hatte er Glück und konnte eine kleine Nebelwurzel finden.


    Doch nur wenig später sah es wieder düsterer aus, denn ein weiterer Trupp an Untoten hatte sich bereits auf einen Überfall vorbereitet. Zwei Wights, die Goldenar gerade noch rechtzeitig sehen konnte, verwickelten die Gruppe in einen Nahkampf. Emilia flogen dann kurz darauf von hinten mehrere Pfeile um die Ohren und aus dem Nebel erschienen noch einige Skelette.


    Um diese konnte sich die Rangerin sehr effektiv kümmern, während die anderen auf die deutlich robusteren Wights einschlugen. Sie stellten sich als zähe Gegner heraus und brachten die Gruppe mehrmals in Bedrängnis, doch dank der Heilkünste von Goldenar konnte sie die Stellung weitgehend halten.


    Gelohnt hatte sich die Anstrengung zumindest insofern, dass die Untoten ein paar Waffen und Rüstungen hinterließen, sie sich mit Mending auch wieder halbwegs brauchbar machen ließen. Besonders Jas, der in den letzten Kämpfen immer viel einstecken musste, freute sich über eine etwas stabilere Lederrüstung.


    Während sich die anderen eine kleine Verschnaufpause gönnten, bereitete Goldenar das Ritual des Nebelechos vor. Wie von Siro beschrieben erschien eine geisterhafte Gestalt, die etwas ausbuddelte, doch Scarlet konnte nun deutlich erkennen, dass es sich um Esarius, den wahnsinnig gewordenen Pfarrer von Bislingen, handelte. Was er aus dem Sumpf holte schien auch eben jene Perle zu sein, die sie selbst nun in ihrem Besitz hatte.


    Die neuen Informationen lieferten leider keine Anhaltspunkte für die Suche, doch gelohnt hatte sich der Trip trotzdem. Sie Gruppe hatte eine neue Siedlung besucht und ordentlich Loot abgestaubt, somit ging es erstmal wieder zurück nach Bislingen. Dort ließ sich Jas aus ein paar aufgesammelten Lederresten einen Köcher fertigen und gesellte sich anschließend zu den anderen in die Taverne. Bei ein paar Bratkartoffeln mit Speck und einem guten Bislinger ließen sie den Abend ausklingen. Jas sorgte für Unterhaltung und Scarlet lästerte mit dem Wirt etwas über die Elfen, doch Emilia zeigte ihr immer noch die kalte Schulter.


    Somit endete ein weiterer ereignisreicher Tag für unsere Helden.


    Credits

    Alle gezeigten Maps wurden von mir mit dem Tool Inkarnate erstellt.

    Die Skizze aus Session 7 stammt von Creon.

    Gespielt wurde im System Dungeons & Dragons 5 über Roll20 und Discord.

    Mitspieler Sessions 5-8: Jacqueline, Feuerdrache, Fenrir Kuroōkami, Hieronymus Flex, Gully Van Deckel, Creon