Call of Duty 4 - Modern Warfare

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    Viele von euch werden die Call of Duty-Reihe kennen und sie als gute Egoshooter kennen und schätzen.
    Nun, für die, die den vierten Teil noch nicht gezockt haben eine kleine VOrstellung:


    Hersteller: Activision
    Genre: Egoshooter/Action
    USK: keine Jugenfreigabe (jaja...:rolleyes: )
    Veröffentlicht: Deutschland 8. November 2007
    USA 5. November 2007
    Hardwarevorraussetzung: CPU ab 2.4 GHz oder ab 1.8Ghz Dual Core Prozessor, 512MB RAM (768MB Vista), ab NVIDIA Geforce 6600 oder ATI Radeon 9800Pro (wobei ich von einem Freund weiß, dass es auch auf sehr viel schwächeren systemen stabil läuft.



    Story:
    Die Story von Call of Duty 4 siedelt in der heutigen Zeit bzw in naher Zukunft an. Hier spielt man den angehenden SAS-Soldaten 'Soap' MacTavish, der soeben seine Ausbildung beendet hat.
    In einer kleinen Mission wird der Spieler in das Geschehen eingeführt und die Handhabung der Steuerung und der Waffen werden an einigen Pappkameraden geübt.


    Inhaltsmäßig geht es darum, dass vom Nahen Osten und auch Russland die Bedrohung eines Nuklearen Schlags durch Terroristen ausgeht. Diese werden von einem Mann namens Al-Asad angeführt, der zu Beginn des Spiels den Präsidenten des fiktiven (!) Landes- seiner Heimat- hinrichtet.


    Das Ziel des Spielers ist so (allem Anschein nach) Al-Asad zur Strecke zu bringen. Storymäßig gibt es jedoch eine große Überrraschung, mehr möchte ich euch jetzt nicht verraten ;)

    Multiplayer:

    Der Multiplayer von CoD4 besteht- wie bei vielen Egoshootern - erstmal einfach aus (Team-) Deathmatches. Nebenbei gibt es auch noch einen Haufen andere Spielmodi.
    Was für mich den MP von CoD4 am meisten auszeichnet ist das Leveling System. Hier handelt es sich um ein System, bei dem es durch das Verdienen von Punkten (Gegner töten, Aufgaben erfüllen) Levelaufstiege gibt, die wiederrum mit neuen Waffen und Fähigkeiten belohnt werden.


    Gameplay/Steuerung:
    Ich persönlich muss sagen, dass die Steuerung von Call of Duty 4. wie auch bei den vorherigen Teilen, sehr angenehm ist und fließt gut von der Hand. Ledglich die vielen Tasten für Waffen etc sind etwas gewöhungsbedürftig, diese legt man am besten auf die Seitentasten der Maus (falls denn vorhanden^^).
    Das Gameplay in CoD4 gefällt mir auch ganz gut, es gibt jedoch ein ganz dickes Minus: Gegner werden solange gespawnt, bis man den Spawnpunkt überschritten hat. Das ist echt nervig, wenn man vor einem Haus steht, versucht von außen alle Wachen zu erledigen, diese kommen jedoch immer wieder neu dazu....




    Wertung

    Singelplayer
    : ziemlich kurz, aber epische Geschichte; 85%
    Multiplayer
    : ob große Schlachten oder ein Match gegen Freunde, eigentlich immer spaßig, cooles System; 97%
    Gameplay/Steuerung:
    intuitive Steuerung, aber leider Massenrespawn; 80%
    Grafik: zwar nicht das beste vom besten, aber doch schon gehobene Mittelklasse; 75%
    Sound:
    Musik super, jedoch leicht gewöhnungsbedürftige Waffengeräusche; 68%
    Atmo:
    man kommt sich vor, als wäre mal mittendrin, wirklich authentisch; 100%
    GESAMT: 81%



    Tipp: Wer ein wirkliches Spielerlebnis habe will, sollte sich die UK-Version (uncut) kaufen. Ich persönlich bin nicht der größte Fan von perverser Gewalt, muss aber sagen, das diese in der UK Version nicht vorkommt. Lediglich die deutlich härtere Wortwahl, die besseren Synchronsprecher, ein wenig mehr Blut und der Arcade-Mode fallen in dieser auf. Wenn, dann diese!

  • Zitat von BisaBoard

    Achtung! Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 275 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet.


    Omg, das Spiel ist dabei doch so genial! :D


    Ich spiele Call Of Duty 4 noch nicht sehr lange aber habe es schon durch. Für mich war's daß erste CoD, was ich auf dem PC gespielt habe und immer noch spiele. Das SPiel ist auf jedenfall sehr realistisch und kommt gut herüber. Leider spiele ich es grade mal 5 Wochen und hatte es schon früh durch, dabei dachte ich, daß immer zwei Level am Tag irgendwann sehr lange wirken läßt, was aber doch nicht so war. Egal. Jedenfalls ist der Einzelspiele trotzdem gut, da mir einige Mission sehr gut gefallen. (Tödliche Präzision rockt! :D ) Die Steuerung kann man zum Glück umstellen, da ich da nicht so klar komme/kam. Mit C ducken fand ich nicht so gut, weil man ja sich ja schließlich oft ducken muß, ob hinter Mauern, Autos oder Büschen. Daß muß in der Nähe liegen, wie zum Beispiel bei Q. Aber wie gesagt, man kann's ja umstellen und jetzt kann ich persönlich gut spielen. Der Rekrut ist für Änfänger auch ohne Egoshootersteuerung absolvierbar und nicht zu schwierig. (Die Freunde machen meist auch alles, als man selbst!) Diese wiederrum kann man durch den anderen drei Stufen aber nicht ausgleichen, zumal man mit den Satz bei letzter Stufe auch noch schön runtergemacht wird.


    Aber wie oben genannt, das Spiel kommt realistisch herüber wie im echten Kriege. Jedenfalls ist das Spiel lohneswert, es gibt viele coole Waffen, die meisten auch Echte. Solche Pak sind auch nicht schlecht, wo die Rakete in den Himmel geschossen wird und meteoritartig runterknallt. Trotzdem gibt's auch Stellen, die auch mal ganz schön nerven können oder Gegner wie Hunde, die immer rasend ankommen, daß man vor Panik gar nicht mehr richtig trifft. Die Musik ist meist, auch bei Schleichmethoden, recht passend und sorgt dafür, daß das Spiel auch unterhaltsamer wird.
    Auch jedenfall ein klasse Spiel, was man schonmal gespielt haben sollte. ;) Die Bewertung mache ich mal wie oben:


    Wertung
    Singelplayer: Kurz aber gut und einige tolle Missionen!
    Multiplayer: Sehr unterhaltsam und macht immer wieder Spaß, den zu spielen!
    Gameplay/Steuerung: Da man sich die selber einstellen kann, gibt's hierfür ein Plus.
    Grafik: Die Graphik ist ziemlich realistisch, allerdings kann ich nicht mit so'ner höhen Auflösung spielen aber trotzdem gut.
    Sound: Klingt bei einigen Stellen richtig gut.
    Atmospähre:Paßt sich einfach unserer Welt an.
    GESAMT: 2+


    LG Liam



  • Hallo ihr Lieben, ich dachte mir, da es vor kurzen in zwei Kolumnen hier die Diskussion über CoD 4 und die anscheinend gute Qualität des Spieles gab, dass ich mal CoD 4 für den PC rauskrame, es mir reinpfeife um dann mal meine Gedanken zu diesem Game und primär meine Meinung und Ansichten zu Papier oder besser gesagt, auf den Bildschirm zu bringen.^^
    Call of Duty 4: Modern Warfare ist ein Ego-Shooter aus dem Jahre 2007 und wird heute als eines der wegweisensten Shooter der letzten Jahre angesehen. Mit einem Metascore von 94% heimste es super Bewertungen Weltweit ein, verkaufte sich 10 Mio mal und wurde zur Vorlage vieler anderer Ego-Shooter. Die Frage ist die: ist dieser Shooter wirklich so geil und wegweisend wie immer getan wird, oder ist das Game doch eher kalter Kaffee, dies werde ich nun im Folgenden versuchen zu klären und auf einzelne Aspekte des Games, die das Game in meinen Augen gut bzw. schlecht macht, näher eingehen, denn interessanterweise gibt es kaum zu einer anderen Spielreihe mehr Kontroversen, wie zur Call of Duty Reihe ab Modern Warfare. Ich möchte mich hier auch zunächst nur auf den Singleplayer beschränken, da ich eine gut gemachte Kampagne wichtiger finde als den Multiplayer und vor allem auch, weil das Game schließlich in Trailern mit genau dieser Singleplayer-Kampagne wirbt.


    Story
    Da in den vorherigen Posts eigentlich gar nicht auf die eigentliche Story eingegangen wird, möchte ich sie mal kurz abreißen, wer sich selbst keine Spannung verderben will, der sollte erst ab dem nächsten Absatz weiterlesen. Wir befinden uns einem Jahr in der Gegenwart oder näheren Zukunft. Die Welt ist laut eines handelnden Charakters im Top Zustand. In Russland ist Bürgerkrieg, wo sich Loyalisten und Ultranationalisten bekämpfen. Und in einem Land im mittleren Osten gibt es anscheinend einen Araber, der die Macht in dem Land an sich riss. Als Frischling Soap Mc Tavish geht es dann los mit einem kleinen Tutorial und auf zu einem Frachter, wo man schlafende Soldaten erschießt, weil sie so eine große Bedrohung sind und sich nicht anderweitig überwältigen ließen. Im Frachtraum angekommen findet man ein nukleares Paket, was anscheinend dem Herrn Al Asad gehört. Nachdem der Frachter mit viel Kaboom sank und wir uns gerade so retten konnten, springen wir zu einer Sequenz, wo Al Asad den ehemaligen Präsidenten Al Fulani erschießt und nun ist Krieg und es gilt Al Asad (Klischeegegner Nummer 1) zu fangen und auszuschalten. Dazu schlüpft man in die Rolle von Jackson, einem Soldaten des United States Marine Corps. Nach ein paar Missionen wird dann in dieser Stadt eine Atombombe gezündet, viele tausend Menschen sterben, Jackson natürlich auch und nun geht man wieder als Soap auf die Reise um Al Asad zu finden. Man findet ihn in einem Versteck in Aserbaidschan, Price erfährt, dass Al Asad anscheinend mit jemand anderen zusammenarbeitet und erschießt ihn beim Verhör, dann taucht ein Klischeegegner Nummer zwei auf, der Russe Zakhaev, man springt kurz nach Prypjat vor 15 Jahren, wo man ihn erschießen sollte, anscheinend nur den Arm traf, er überlebte und nun ist sein Sohn und er das neue Ziel. Der Sohn stirbt, Papi ist stinksauer, startet ein paar Atomraketen, wir verhindern, dass sie einschlagen, wir fliehen, am Ende stirbt Gaz, wir erledigen Zakhaev auf einer Brücke und Price ist schwer verwundet, was allerdings mit ihm passiert weiß keiner.

    Das war jetzt eine relativ detaillierte Nacherzählung der Geschichte von Call of Duty 4: MW. Klingt ja so auch nicht so schlecht, nur schafft diese Story während des gesamten Spielverlaufes nur mäßig irgendwie Spannung oder gar Verwunderung aufzubauen. Vieles ist irgendwie vorhersehbar, außer der Tatsache, dass Al Asad mit einem Russen gemeinsame Sache macht. Hinzu kommt das platte Design der Charaktere. Die Bösewichte haben so gut wie gar keine Persönlichkeit. Nirgendwo werden ihre Ziele, Beweggründe beleuchtet, nirgendwo gibt es eine annähernd plausible Erklärung für alles, was sie verbrechen. Von Al Asad erfährt man gar nix, von Zakhaev erfährt man nur, dass er der Anführer der Ultranationalisten ist und anscheinend radioaktives Material aus Tschernobyl auf dem Schwarzmarkt verkauft.

    Die einzelnen Personen sind dadurch so extrem austauschbar, dass es weh tut. Hier wird nur mal wieder das stumpfsinnige, Schwarz-Weiße-Ami-Feindbild dargestellt, wo der Ami bzw. deren Verbündete die Guten und die beiden anderen die Bösen sind. Gut ausgearbeitete Bösewichte in Shootern sind selten und es wäre auch nicht so schlimm, wenn wenigstens die Hauptcharaktere irgendwie sowas wie eine Persönlichkeit hätten. Soap und Jackson sind als Hauptfiguren allerdings stimm-, hirn- und emotionslos, haben demnach gar keinen Charakter und zeigen auch keine emotionale Regung. Das tut dem Kriegsszenario und damit auch der Erschaffung einer Illusion eines Krieges auch niemals gut, da man von Soldaten auch erwartet, dass sie Emotionen in Kampfhandlungen zeigen und nicht alles stumm hinnehmen, wenn Kameraden zum Beispiel das zeitliche segnen. Die begleitenden Kameraden sind ebenfalls ein Totalausfall im Bezug auf Charakter, deren einzige Aufgabe es ist Anweisungen zu geben oder jemanden einen dummen Spruch entgegen zu schleudern. Durch all dies gewinnt man keinerlei Bezug zur Hauptperson oder den begleitenden NPCs. Somit ist einem der Tod von Gaz am Ende scheißegal und der Tod der eigenen Spielfigur auch. Die Spielfigur verkommt zu einer Kamera, die rumballern kann, mehr aber auch nicht.
    Zudem schafft es die Story keineswegs auch nur im Ansatz die Schrecken des Krieges darzustellen, da keiner im Spiel diese Einsätze hinterfragt und man das ganze durch platte Sprüche eher versucht als Vergnügen zu verkaufen. Das Game beschönigt ihn und versucht auf eine heuchlerische Art und Weise uns nur weis zu machen, wie schrecklich der Krieg ist, gleich nach der Aussage "Krieg ist geil" versteht sich. Wie will man aber auch den Schrecken des Krieges zeigen, wenn die Charaktere über keinerlei Emotionen verfügen?

    Die Story ist einzig und allein eine Aneinanderreihung von Klischeefeinden, wo man es versäumt hat diese sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Die Charaktere im Spiel haben keine Persönlichkeit und zeigen nichts Menschliches. Das ganze wirkt so einfach nicht authentisch und somit auch nicht im Ansatz realistisch. Hinzu kommt das schlechte Storytelling. Das Storytelling findet während der Ladepausen statt, dagegen gibt es erstmal nix einzuwenden, allerdings ist das in Kombination mit der Tatsache, dass alle Leute im Game irgenwie gar keine Persönlichkeit haben kontraproduktiv. Wie ich bereits sagte, ist man als Hauptchara stumm, hirn- und emotionslos. Das ist alleine auch erstmal nicht zwangsläufig schlimm, weil man ja schließlich auch in eine Rolle schlüpft. Bei Half Life 2 hat man auch nix gesagt oder eine Emotion gezeigt. Allerdings wurde die gesamte Story immer aus der Egoperspektive erzählt und die einzelnen Charaktere hatten sowas wie eine Persönlichkeit, da jeder irgendwo wichtig war und sie eben auch den notwendigen Spielraum bekamen dies zu zeigen. Bei CoD fällt dies aber alles flach. Die Story wird kaum bis gar nicht aus der Perspektive von Soap erzählt, sondern nur zwischen den Ladebildschirmen, wo einem etwas nur gesagt wird und man das ganze nicht erlebt. Bestes Beispiel ist der Raketenabschuss, wo dann im Ladebildschirm eindrucksvoll gezeigt wird, wieviele Menschen sterben. Allerdings interessiert das hier, so wie es durchgeführt wird, einfach kein Schwein, da eben nicht auf Seiten der Charaktere die Gefahr herübergebracht wird. Man stampft durch das Level danach, wie als ginge es um nichts und demnach bleibt auch das gute Gefühl aus, wenn man eben diese Katastrophe verhindert. Es wird einem niemals so wirklich bewusst, wie ernst das Ganze nun eigentlich ist und das im Spiel zig Millionen Menschenleben auf dem Spiel stehen. Das Ganze verkommt zur Belanglosigkeit. Die Tatsache, dass nicht selten einfach mal nur dumme Sprüche, die so nichts aussagen und wo man sich fragt, was mir der Typ eigentlich sagen will, eingeworfen werden, tut seinen Rest. Warum hat man die Story nicht aus der perspektive von Soap erzählt, warum nutzt man die technischen Möglichkeiten nur, um satte Explosionen auf den Bildschirm zu packen, anstatt die Möglichkeiten für das Erzählen einer Story zu nutzen, wo man eben vlt. auch sowas Überforderung der Personen erkennt, wo einem der Ernst, den das Spiel ja auch ausdrücken will, bewusst wird? Die einzelnen Personen im Spiel sind nur Statisten ohne Storyrelevante Funktion, ich meine, die einzige Aufgabe von Price ist es, einem einen Spruch entgegen zu schleudern und ab und zu mal die Seife vom Boden aufzuheben.
    Spannend ist das nicht, emotional ist das auch nicht, episch, also über alles andere erhaben, ist das erst recht nicht. Es haben allerdings doch zuvor Shooter wie Half Life gezeigt, dass man in einen Shooter eine intelligente Story einbauen kann und diese gut erzählen kann, ja dass man sogar den Personen auch eine Persönlichkeit einhauchen kann. Hier kann man sogar nicht mal von kleinen Schwächen ausgehen, hier versagt Infinity Ward schlichtweg. Es gibt sieben Charaktere und keiner besitzt sowas wie eine Hintergrundgeschichte oder eine Story, das ganze wirkt so nicht mal im Ansatz authentisch, ja nicht mal für eine Spielzeit von sechs Stunden schafft man es eine gute Story auf die Beine zu stellen. Ich meine, sogar Nebencharaktere aus anderen Spielen besitzen mehr Persönlichkeit als diese sieben Hanseln da alle zusammen. Wenn man einen Hauptchara so designt, wie in CoD MW, dann muss man das ganze eben entsprechend umsetzen. So aber bietet die gesamte Story kaum Spannung, enthält null Emotionen, ist weder tiefgründig und die Charaktere sind ein Totalausfall.


    Technik
    Da ich nun erstmal genug schlecht geredet habe, kommen wir zur einzigen Stärke des Games und das ist seine Technik im Bezug auf Grafik und Soundtrack. Grafisch hat das Game damals zumindest neue Maßstäbe gesetzt und es punktet mit einer sehr guten Inszenierung. Ständig passiert irgendwas, was von der Sound-Kulisse her gut untermalt wird und auch für damalige Verhältnisse richtig gut aussieht. Auch wird man an verschiedene Schauplätze geführt, die sich optisch durchaus sehen lassen und vom optischen her wirklich sehr Abwechslungsreich wirken. Die Licht und Schatteneffekte gefallen mir auch, die Waffen sind für damalige Verhältnisse sehr detailliert und auch an den Texturen gibt es zumindest auf dem PC nichts auszusetzen. Für ein Game aus dem Jahr 2007 wirklich sehr gut gemacht. Die Synchronisation der einzelnen Figuren ist auch sehr gut gelungen und man schafft es hier auch wirklich die Figuren zumindest seitens der Stimme her ihnen etwas Leben einzuhauchen. Eins muss man dem Game lassen: Es geht immer die Post ab, was es schafft zu unterhalten und über die teilweise eklatanten Schwächen des Games zeitweise hinweg zu täuschen.


    Gameplay
    Nachdem ich mir nun die mittelmäßige bis schlechte Story und die grandiose Technik vorgenommen habe, komme ich nun zum Herzstück eines jeden Games: dem Gameplay.
    Kurzum, Call of Duty Modern Warfare ist ein Deckungs-Ego-Shooter. Man rennt zur Deckung, erledigt davon aus die Feinde und rennt weiter zur nächsten Deckung. Man kann zwei Waffen tragen, es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade, HP-Regeneration und ab und zu Einlagen, wo man in bester Railschootermanier auf seine Gegner ballert. Das alles klingt ja erstmal so gar nicht schlecht wird man sich sagen, allerdings kränkelt dieses Game in allen Bereichen und weist eklatante Mängel im gesamten Gamedesign auf.
    Kommen wir zu den Leveln, die zwar allesamt hübsch aussehen und mit viel Kaboom und Explosionen eine nette Atmossphäre erzeugen, allerdings sind diese, bis auf ein paar Ausnahmen im Level, die das ganze etwas auflockern, nur ein obligatorischer Korridor, der sich von A nach B zieht, wo es weder Abzweigungen gibt, noch irgendwelche Möglichkeiten, den Gegner zu flankieren oder gar eine eigene Planung durchzuführen. Dieser Korridore unterbinden jegliche Taktische Vorgehensweise und geben dem Gamer keine Freiheit, außer zu entscheiden, auf welcher Seite des Korridors man entlang gehen möchte. Selbst das Tempo kann man nur bedingt vorgeben, da ich oft auf meine Grenzdebilen Kameraden warten muss, damit sie mir eine Tür im Spiel öffnen. Ja, Türen im Spiel kann man grundsätzlich nicht selber öffnen, weshalb man oft auf seine Kameraden warten muss und diese einem primär aufhalten und dem Spiel stellenweise seinen Spielfluss nehmen. Spielerische Freiheit gibt es demnach gleich null, aber das alleine wäre nicht so schlimm, wenn man dies richtig in das Spiel implementieren würde. Da man einen Soldaten spielt, der primär Befehle ausführt, ist eigenes Vorgehen auch nicht unbedingt notwendig, nur allerdings schaft das Game niemals die Illusion eines Soldaten, der Befehle ausführt, zu erschaffen. Trotz Unterstützung von NPCs ist man im Game dauerhaft auf sich alleine gestellt, es gibt regelmäßig Stellen, wo ich eine unsichtbare Grenze überschreiten muss, damit es vorwärts geht, wodurch der Spieler immer nach vorne preschen muss, damit das Game überhaupt weiter läuft und sich meine Kollegen in Bewegung setzen. Das ist an sich kontraproduktiv, weil die NPCs, was auch ihrer mäßigen KI liegt, zu Statisten verkommen, die keinen Einfluss auf das Spiel nehmen. Zudem ist es unnatürlich im Krieg als Soldat alleine nach vorne preschen und stellenweise in den feindlichen Beschuss rennen zu müssen, ohne dass es vorher sowas wie eine Strategie gab und mir diese erklärt wird oder gar einen Befehl vom Vorgesetzten gab. Man ist gezwungen voran zugehen und ist in den Schläuchen auf sich alleine gestellt und das lässt das Game nicht authentisch oder realistisch wirken, selbst jemand wie ich, der nie bei der Bundeswehr war, weiß, dass es dort anders laufen muss, da im echten Leben der Lauf in den Beschuss des Feindes das Todesurteil wäre. Somit ist das Game ein nicht authentischer Kriegs-Deckungs-Ego-Shooter ohne spielerische Freiheit und bietet somit dem Spieler weder die strategischen Möglichkeiten anderer Shooter, noch die Möglichkeit sich in die Rolle eines Soldaten hinein versetzen zu können.
    Erschwerend kommt hinzu, dass wir oft Abschnitte haben mit ständig respawnenden Gegnern und der HP Regeneration. Man schießt auf Gegner, sie erscheinen erneut, man schießt wieder auf sie und sie erscheinen wieder erneut. Um diesen Stellen zu überwinden, muss man durch den Beschuss des Feindes rennen um eine unsichtbare Schwelle zu übertreten, was so gesehen auch keine Konsequenzen hat, weil Call of Duty: Modern Warfare hat wie seine Vorgänger HP Regeneration, die sich in zweierlei Hinsicht negativ auf das Spielerlebnis auswirkt. Erstens verliert das Spiel nochmal an Authentizität, weil schlichtweg der Aspekt des Überlebens im Krieg verloren geht, zweitens hat HP Regeneration in Kombination mit ständig respawnenden Gegnern und der Tatsache, dass wir nur einen obligatorischen Korridor haben zur Folge, dass das Gameplay unabhängig vom Spielerskill zum erliegen kommt und das Spiel auf hören Schwierigkeitsgraden fast unspielbar wird, bzw. zu einem nervigen Geduldsspiel verkommt. Durch die Tatsache, dass man ständig HP regenerieren muss, wenn man getroffen wird und die Feinde ständig spawnen, hat man das Problem, dass man lange Zeit oft nur in der Deckung liegt, ab und zu mal den Kopf rausstreckt, ein, zwei Gegner abknallt, man selber getroffen wird und man wieder in Deckung gehen muss um die HP zu regenerieren und in der Zwischenzeit tauchen neue Gegner auf. Auf höheren Schwierigkeitsgraden stellt das ganze auch keine motivierende Herausforderung dar, da eben mit steigender Schwierigkeit sich nur die Treffergenauigkeit und den Schaden, den Gegner an der Spielfigur anrichten, erhöht. Somit liegt man auf höheren Schwierigkeitsgraden einfach nur länger in der Deckung und der Spielfortschritt wird erheblich gehindert. Dies erzeugt so wie es ist, nur Frust, weil diese Momente niemals dem Spieler das Gefühl geben, die Situation durch seine eigenen Fähigkeiten meistern zu können. Und das ist einfach nur schlecht durchdacht. Warum macht man die Gegner nicht etwas schlauer, sorgt dafür, dass die eigene Waffe weniger schaden anrichtet, man mit Munition haushalten muss etc.? Hinzu kommt, dass man aufgrund des statischen Verhaltens der Gegner nie die Deckung wechseln muss, außer es kommt eine Granate geflogen.
    Dann kommen wir mal zum Waffensystem, das so gesehen auch nicht das gelbe vom Ei ist. Es gibt im Spiel verschiedene Typen Waffen, zum Beispiel Maschinengewehre und -pistolen, Pistolen, Schrotflinten und Raketenwerfer. Jeder dieser Typen hat nochmals unterschiedliche Waffen. Schrotflinten sind overpowerd, da sie in den engen Korridoren wirklich alles wegrotzen können, was im Weg steht, dafür kommen sie allerdings verdammt selten vor. Pistolen richten geringen Schaden an und die Magazingröße ist beschränkt. Bei den Maschinengewehren gibt es größere MGs, die mehr Munitionskapazitäten haben, allerdings dafür mehr Ladezeit haben und normale Sturmgewehre, mit moderat großen Magazinen und kurzen Ladezeiten. Klingt nicht schlecht, aber alle Waffen sind mehr oder weniger schlecht ausbalanciert. Während Pistolen nur Nachteile haben, sind Sturmgewehre nahezu perfekt im Kampfeinsatz. Mehr braucht man auch nicht, weil es eben so ist, dass, anders als in anderen Shootern, verschiedene Gegner eben nicht verschiedene Waffen zum Töten benötigen, wodurch man als Spieler auch meist nie gezwungen ist, sich im Singleplayer mit den Waffen auseinander zusetzen, man kann das nehmen, was einem vor die Füße fällt, außer man hat einen Panzer vor sich, aber dafür liegt ja der Raketenwerfer immer in der Nähe.
    Hinzu kommt, dass sich Waffen in den einzelnen Klassen so gut wie gar nicht voneinander unterscheiden. Egal ob ich mit der M4, der AK oder was weiß ich nicht schieße, alle MPs und Maschinengewehre richten den selben Schaden an und fühlen sich auch gleich an und der Rückstoß ist lächerlich. Zwar streuen die Schüsse etwas, wenn man aus der Hüfte schießt, aber das nur minimal, was sich einfach ausgleichen lässt. Wenn ich Kimme und Korn nehme, streut die Waffe im Dauerfeuer fast gar nicht, somit ist es verdammt schwer im Dauerfeuer daneben zu schießen und die Tatsache, dass die Waffen schlecht balanciert sind, ist man dazu geneigt zwei Sturmgewehre zu benutzen statt sich verschiedene Waffen anzusehen, da die Waffenwahl einem keinen Vorteil im Kampf verschafft.
    Dazu gesellt sich nicht vorhandenes Resourcenmanagement. Da es HP Regeneration gibt, braucht man keine Medipacks mehr und die Tatsache, dass es im Spiel immer haufenweise Munition gibt, sorgt dafür, dass man niemals die Waffen wechseln muss und man sich mit den Waffen auseinandersetzen muss. Die Massenhafte Waffenauswahl soll nur die Illusion eines abwechslungsreichen Waffensystem aufkommen lassen, durch die massenhafte Munition und das nicht vorhandene Ressourcenmanagement schafft es Infinity Ward gekonnt über das schlechte Balancing hinwegzutäuschen, da man sich mit den Klonwaffen allerdings nicht weiter auseinandersetzen muss bzw. wird.
    Hinzu kommen noch die Gegner, die KI ist dumm und nur da, um getötet zu werden und es gibt auch kaum verschiedene Gegner. In CoD MW gibt es nur fünf Gegnertypen, Soldaten mit Maschinengewehren, Soldaten mit Raketenwerfern, Hunde, Heilicopter und Panzer. Bei letzteren Beiden muss man sagen, dass man sie nicht mal als richtige Gegner bezeichnen kann, da sie meist nur existieren um abgeschossen zu werden, wo in der Regel auch gleich das nötige Equipment in der Nähe liegt. Zudem bieten sie kaum Herausforderung, weil sie den Spielverlauf gar nicht erschweren. Die Hunde sind aber noch der größere Rotz in dem Game, weil sie ein QTE aktivieren und zu Beginn der Spieler gar nicht mit QTEs im Shooter rechnet und sie zu selten vorkommen, dass man das irgendwie üben könnte, somit stirbt man ständig eine Reihe unnötiger Tode die einfach nur den Frustpegel erhöhen, aber rein gar nix Besonderes und Herausforderndes bieten. Zudem wird das einem Spieler im Tutorial gar nicht erklärt, zu welchem ich dann noch kommen möchte. Die Gegner mit Maschinengewehren sind die Hauptgegner, strunzhohl, laufen ständig in den Beschuss und gehen keineswegs taktisch vor. Sie sind nur da um getötet zu werden. Dadurch verkommt aber jede Kampfhandlung zu ein und dem selben Einheitsbrei, der keinerlei spielerische Abwechslung bietet, jeder Kampf mit den Gegner fühlt sich gleich an und sorgt für wenig Abwechslung.
    Im Spiel gibt es dann noch eine Snipermission, die mehr oder weniger das spielerische Highlight des Ganzen darstellt, traurig aber wahr. In dieser Mission schleicht man durch Prypjat um den Russen Zakhaev zu töten. Diese Mission lässt zwar zumindest ansatzweise die Illusion eines Soldaten aufkommen, da man Befehle erhält und man sich an diese irgendwie halten muss. Allerdings verkommt das ganze zur spielerischen Bedeutungslosigkeit, weil in dieser Mission kein Hindernis oder dergleichen eingebaut wurde. Solange man den Anweisungen des NPCs folgt, ist es faktisch unmöglich zu sterben, das einzige, was hier wirklich nicht dafür sorgt, dass man sich zwei Liter Kaffee einpfeifen muss ist die Tatsache, dass das ganze echt super inszeniert ist, was man besser gar nicht mehr machen kann. Abwechslungsreich im spielerischen Sinne wird es aber auch hier nicht. Eins muss man Infinity Ward lassen, sie haben es geschafft eine Mission zu kreieren, die auf jedem Schwierigkeitsgrad sich iwie gleich spielt. Hier merkt man dann tatsächlich die Schwächen der gesamten, schlecht entwickelten Gegner KI und der schlechten Konzeption der Schwierigkeitsgrade.
    Nun kommen wir zum Tutorial. Zu Beginn des Spiels spielen wir als Soap auf einen Trainingsstand und lernen das Schießen und die Messerattacke. In einem Parcours, der nur die Zeit misst und die Genauigkeit um Papp-Wände abzuknallen wird ein Schwierigkeitsgrad empfohlen, mit dem man dann das Spiel spielen sollte, weil das ja den angeblichen spielerischen Fähigkeiten entspricht. Ja genau, die Schnelligkeit, wie ich Pappmännchen abschieße, die zufällig und unvorhersehbar aufpoppen bestimmt den Schwierigkeitsgrad. Man wird sogar angehalten es nochmal zu versuchen und seine Zeit zu verbessern, wo man dann nach zehnmal wirklich eine perfekte Runde hinlegen kann und hohe Schwierigkeitsgrade präsentiert bekommt, weil man den Abschnitt mit der Zeit auswendig lernt, was aber keineswegs im Zusammenhang mit meinen tatsächlichen Fähigkeiten steht. Zudem glaube ich nicht, dass gute Spieler zu Beginn gleich beim ersten Mal alles gleich perfekt machen und demnach mit dem empfohlenen Schwierigkeitsgrad reichlich unterfordert wären. Beim Tutorial werden aber Aspekte wie das Deckungsspiel bei der Bestimmung des Schwierigkeitsgrades auch gar nicht mit eingebunden und es steht in keinerlei Bezug zu den Aufgaben, die im Spiel kommen werden. Features wie das um die Ecke lehnen werden nicht mal gezeigt, geschweige denn erwähnt. Ich wüsste heute noch nichts von dem Feature, wenn ich nicht an meiner Tastenbelegung rumgespielt hätte. Dass die Hunde und die QTEs nicht gezeigt werden und man gar nicht auf das Spiel vorbereitet wird, tut den Rest. Die zwei darauffolgenden Missionen dienen ebenfalls mehr oder weniger als Tutorial, wo man zwar Kampfhandlungen üben kann, aber mehr auch nicht. In der Frachtermission wird man von den NPCs regelrecht durch den Level getragen und in der zweiten Mission lernt man das Snipern, ohne dass irgendwie eine Herausforderung geboten wird oder man was falsch machen kann. Somit wird man als Spieler gut 30 Minuten an der Hand gehalten und die Bremse wird gewaltig angezogen, weil man es nicht schaffte, dass alles in einem guten Tutorial zu Beginn einzubauen. So werden erfahrene Spieler eher lange Zeit gelangweilt und unterfordert. Ein Tutorial, welches zu Beginn optional ist, kürzer und eben alles im Spiel erklärt, wäre da wirklich besser gewesen und würde weniger langweilen. Zudem fühlt es sich ziemlich aufgesetzt an, dass ein Soldat nach der Ausbildung erstmal zeigen muss, wie gut er schießen und messern kann,
    All die Elemente, die ich nannte, sorgen dafür, dass Call of Duty zu einem casualisierten On Rail Shooter verkommt, in dem man keine eigenen Entscheidungen treffen kann und der Skill des Spielers und das Beherrschen der Waffen keinerlei Einfluss auf den Erfolg haben. Das Game wird selbst für erfahrene Gamer auf höheren Schwierigkeitsgraden fast unspielbar und äußerst frustrierend, auf niedrigen Schwierigkeitsgraden ist das Game allerdings viel zu einfach, hier stimmt die Balance nicht, man schafft es nicht, Spieler mit höheren Anforderungen zu motivieren und ihren Wunsch nach Herausforderung zu befriedigen, da man auf höheren Schwierigkeitsgraden nur noch mehr Zeit in der Deckung verbringt. Realismus versprüht das Game gar keinen, es schafft weder eine plausible Story mit authentischen Charakteren zu schaffen, noch schafft es das Gameplay ansatzweise die Illusion eines Soldaten, der Befehle ausführen muss, zu erzeugen. Realistisch und authentisch ist das nicht. Denn in welcher Welt sind ausgebildete Terroristen oder Soldaten so dumm, dass sie dauernd in den Feindbeschuss rennen, eine Squad von ein paar Soldaten so stark, dass sie massig Gegner töten, Gegner ständig respawnen, man als Soldat durch die Gegner durchrennen muss, um die Mission zu meistern und wo regenerieren sich HP bitteschön selbst?


    Fazit
    Kommen wir nun zum Fazit, der Singleplayer von Call of Duty Modern Warfare macht in meinen Augen verdammt viel falsch und nur wenig richtig. Technisch gibt es nichts an dem Game auszusetzen, die Waffenmodels sehen gut aus, die Texturen sind für damalige Verhältnisse auch ganz gut und die Level sind ganz hübsch gestaltet, auch wenn ich diese Braun in Braun Matschsoße aus den Missionen von Jackson wirklich unschön finde, aber das ist eher Geschmackssache. Auch muss ich lobend erwähnen, dass das Game auch super funktioniert und ich eigentlich auf der PC-Version mit keinen schwerwiegenden Bugs zu kämpfen hatte.
    Der Rest ist allerdings ernüchternd. Die Story ist mittelmäßig und zu allem überfluss mies erzählt und die Charaktere sind so schlecht geschrieben, dass es weh tut. Mit einem stummen, gefühllosen und hirntoten Hauptcharakter verkommt alles zu einer emotionslosen Kamerafahrt, die es nicht mal im Ansatz schaft, eine Beziehung zu den Figuren oder gar zu sich selbst aufzubauen und ja, sowas ist schlecht.
    Das Gameplay tut sein übriges, durch schlauchförmige Level mit dummer Gegner KI und einen schlecht ausbalancierten Waffensystem gibt es im Spiel keine taktische Tiefe. Die Tatsache, dass man immer nach vorne preschen muss, sorgt dafür, dass man trotz Massen an NPCs immer alleine auf dem Schlachtfeld kämpft und man niemals die Illusion eines Soldaten erzeugen kann. HP Regeneration sorgt dafür, dass nicht mal ein kleines bissel Realismus aufkommt, es sei denn, man betrachtet ein Spiel deshalb als realistisch, nur weil es realistische Waffen gibt. Wenn man als Soldat wirklich so in einer Schlacht kämpft, dann fress ich einen Besen. Die Snipermission, die potential hatte, verschenkt dies durch belangloses "Hör-Auf-Den-NPC-Und-Wir-Schaffen-Das-Ohne-Probleme"-Prinzip. Da man in höheren Schwierigkeitsgraden nur länger in der Deckung verbleibt aber sich am Gegnerverhalten nix ändert, verkommt das ganze zu einen nervenaufreibenden, frustrierenden Geduldsspiel. Das Tutorial wirkt nicht durchdacht, erklärt nicht mal das Spiel und der Schwierigkeitsgrad wird einem anhand einer belanglosen Aufgabe, die keinen Bezug zum Spiel hat, empfohlen.
    Ich denke ich schließe es damit ab, das Call of Duty Modern Warfare als Ego-Shooter in spielerischer Hinsicht im Singleplayer gänzlich versagt. Allerdings kann dieses Game tatsächlich Spaß machen, denn die bombastische Inszenierung sorgt im gesamten Game tatsächlich für gute Unterhaltung, die nach fünf bis sechs Stunden allerdings vorbei ist, aber gut, wesentlich länger könnte das Gameplay den Spieler auch nicht tragen. Wer also nach einem Spiel sucht, wo ständig die Post abgeht, was ein actionreiches Adrenalinfeuerwerk abfeuert, oder einfach was, womit man abends auf der Couch mit ein paar Freunden und einem Kasten Bier ein gut inszeniertes Spiel spielt, der wird in den sechs Stunden sicherlich glücklich mit dem Singleplayer. Wer allerdings Abwechslungsreiches, forderndes und motivierendes Gameplay mit guter Story und Charakteren sucht und sich von Explosionen weniger beeindrucken lässt, dem kann ich den Singleplayer nicht ans Herz legen.
    Die Frage ist, die ich am Ende beantworten möchte ist, ob das Spiel in meinen Augen einen Durschnittswert von 94% verdient hat und hier sage ich ganz klar: Nein. 94% heißen, dass das Spiel in seiner Gesamtheit nahezu an der Perfektion ist und es bis auf wirkliche Kleinigkeiten nichts auszusetzen gibt. Aber dafür weist das Game einfach im Singleplayer eklatante Mängel auf, die das Spielerlebnis massiv einschränken und wo man nichts geboten bekommt. Im Spiel sollte immer noch das Spielen im Vordergrund stehen und nicht das betrachten von Scriptsequenzen, dafür gibts Filme, die wenigstens so gut sind, dass ich sie mir mehrmals ansehen kann. Im Gameplay versagt das Spiel fast auf ganzer Linie, es funktioniert technisch ganz gut und die Steuerung ist okay, allerdings wars das auch schon. Der Rest ist schlecht umgesetzt und lieblos zusammengeklatscht worden, was dazu führt, dass es von der Perfektion meilenweit entfernt ist. Wenn das Game eine Mittelmäßige Story hat, kann man das verzeihen, aber einem Gameplay, was nicht fordert und auf hören Schwierigkeitsgraden nur frustriert, wo Gameplay, Story und Setting nicht zusammenpassen etc. pp., wo die Welt so einfach nicht glaubwürdig wirkt auf mich, dem muss ich das Prädikat Sehr gut oder nahezu perfekt einfach absprechen. Und wer mit dem, "Wer spielt schon den Singleplayer"-Gerede ankommt, dem muss ich nur sagen: Warum spielt man den Singleplayer denn angeblich nicht, bestimmt nicht weil er so gut ist. Fakt ist, das Spiel enthält ihn, das Spiel wird mit ihm beworben und ich bezahle ihn mit, also kann ich erwarten, dass ich für mein Geld auch was geboten kriege und bei einem Spiel erwarte ich mehr als nur Explosionen.
    Hinzu kommt eben noch die wirklich schlechte Story mit dem Platten Charakterdesign, was dazu beiträgt, dass die Welt von Call of Duty Modern Warfare als modernes, realistisches Kriegsszenario einfach nicht glaubwürdig wirkt. Dafür braucht man auch nicht zwingend eine super tiefgründige Story, aber es benötigt nun mal gute ausgearbeitete Charaktere, die einem in Erinnerung bleiben, da Menschen nun mal primär Erinnerungen mit Personen verknüpfen und nicht mit Orten. Allerdings beschränkt sich Infinity Ward nur auf die Gestaltung der Orte und auf die Inszenierung, wodurch Gameplay und Story völlig auf der Strecke bleiben, was den Wiederspielwert des ganzen massiv einschränkt und dafür sorgt, dass man im Spiel keinerlei positive Emotion außer "Wow" hervorrufen kann. Und nein Leute, Spiele nur auf die Inszenierung und die Grafik auszulegen und dabei eben das Spielen an sich zu vernachlässigen ist keine besonders gute Entwicklung, weil es genau das zerstört, was wir im Game eigentlich erleben wollen.