Die Sagen von Einall - Kapitel 21 Online

  • Wilkommen zu meiner allerersten Fanstory
    Ich bitte darum, diese Fanstory aus sämtlichen zukünftigen Awards herauszuhalten.
    Der ständige Wettbewerb in diesem Forum gefällt mir ganz und gar nicht und eigentlich passt es mir nicht einmal, dass die Story im Profibereich steckt.
    Rocker.



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    "Jede Geschichte ist interessant. Es kommt nur darauf an, wie man sie erzählt."

    Lars Amend, Buchautor


    Wie sich an dem Titel erkennen lässt, beschreibt sie den Verlauf der Geschichte von Schwarz und Weiß. Jedoch dient mir dieser nur so oberflächlich wie möglich als Vorbild, da ich vor allem versuchen werde, eigene Ideen dazu einzubauen. Wie diese aussehen werden? Lasst euch überraschen.


    Da es wie schon gesagt meine allererste Fanstory und Geschichte in dieser Form ist, kann man mit steigender Kapitelzahl eine Veränderung/Verbesserung des Schreibstils erkennen. Mir wurde schon öfters vorgeschlagen, die Anfänge an meinen heutigen Stand anzupassen, aber ich habe für mich entschieden, dass ich das nicht möchte. Es ist nur natürlich, dass man an neuen Vorhaben mit der Zeit wächst und so war es für mich auch hier.
    So sahen nunmal die Anfänge dieser Geschichte aus und es käme mir falsch vor, sie im Nachhinein zu verändern.
    Rechtschreibfehler werden aber schon verbessert.


    Nun aber genug der Worte an dieser Stelle.




    [tabmenu]
    [tab='Hauptcharaktere']
    [subtab=Vorwort]
    In dieser Rubrik werden die Charaktere vorgestellt, die im Laufe der Geschichte vorkommen. Die Hauptcharaktere - das bekannte Dreiergespann aus Schwarz und Weiß - haben natürlich etwas mehr Text bekommen, aber dennoch sind die Infos nicht sonderlich ausführlich - was auch voll beabsichtigt ist. Hier wird sich nach einem Eintrag eines neuen Charakter auch nichts mehr an der Vorstellung ändern, weil mir das ein bisschen zu spoilerhaft ist. Nun aber zu den Charakteren:
    [subtab=Peter]
    http://pokewiki.de/images/f/f9/Warren_Viso-Caster.png Alter: 17 Jahre
    Peter hat seinen Abschluss an der Allgemeinen Schule durchschnittlich bestanden und wird sich nun mit Bell und Cheren aus seinem Jahrgang zusammen auf seine erste Reise machen.
    Er hat eine Vorliebe für das Meer und fotografiert gerne. Einen Bezug zu Pokemon hatte er schon ab dem Alter von 8 Jahren, als sein Onkel mit einem Pikachu aus Kanto zurückgekehrt war und er sich mit dem Pikachu gleich angefreundet hatte. Er ist sehr zielstrebig und hat ein Motto: "Lebe den Moment und nicht die Zukunft".
    Aufgrund seiner sehr ausgeprägten Vorliebe für Rockmusik aller Art hat er unter seinen Freunden den Spitznamen "Rocker". Sein Ziel ist es, die Orden der Arenen zu sammeln und eines Tages in der Liga mitzumachen.
    Stärken: Zielstrebig, wenn er sich ein Ziel gefasst hat. Aber er hat ein Problem mit Entscheidungen.
    Sehr positive Einstellung zum Leben.
    Ein zu 100% verlässlicher Freund.
    Schwächen: Entscheidungen
    Wenn er mal wütend ist, dann richtig. Das kommt zwar selten vor, aber trotzdem.
    Mit Geld hat er so seine Probleme. Er macht zwar nie Schulden, ist aber meist nicht flüssig.
    Hobbys
    Fotografie, Schwimmen, Musik und Konzerte, Tauchen, draußen sein und mit Freunden was unternehmen
    Starterpokemon

    http://pokewiki.de/images/9/90/Serpifeu_Auswahl.png Serpifeu
    [subtab=Bell]
    http://pokewiki.de/images/7/7e/Bell_Live_Caster.png Alter: 17
    Bell ist die Jüngste der Truppe. Sie ist oft sehr zerstreut, aber auch immer sehr begeistert bei der Sache, wenn sie sich ein Ziel gesetzt hat. Ihre Eltern wollten sie ursprünglich auf die weiterführende Schule in Stratos City schicken, wogegen sie sehr protestiert hatte, da dort Pokemon aus den Unterrichtsfächern ausgeschlossen sind. Im Gegensatz zu Cheren und Peter ist sie sich noch nicht ganz im Klaren darüber, was das Ziel ihrer Pokemonreise sein soll.
    Stärken: Sie ist sehr aufgeschlossen und freundlich, weshalb sie oft sehr beliebt ist.
    Sie hat kaum Vorurteile, weshalb sie fast jedem unvoreingenommen gegenübertritt.
    Schwächen: Aufgrund ihrer Aufgeschlossenheit gerät sie manchmal in weniger erfreuliche Situationen.
    Ist sie mal im Redefluss, hört sie so schnell nicht wieder auf, besonders dann, wenn es um ihre Hobbys geht.
    Hobbys
    Shoppen, reden, Skifahren und Dinge unternehmen
    Starterpokemon
    http://pokewiki.de/images/f/fa/Ottaro_Auswahl.png Ottaro
    [subtab='Cheren']
    http://pokewiki.de/images/5/59/Cheren_Live_Caster.png Alter: 18
    Cheren ist der Älteste und hat seinen Abschluss an der Allgemeinen Schule als Jahrgangsbester gemacht. Er ist ein Profi in Sachen Computer und Technologie. Als in Orion City, in der sich die allgemeine Schule befindet, eines Tages die Software des Pokemon-Lagerungssystems abgestürzt war, die Vernetzung zusammenbrach und Rubina gerade nicht da war, konnte Cheren alles wieder retten, indem er es wieder neu konfigurierte. Er hat eine Vorliebe für elektronische Musik und Feuerpokemon. Und er will wie Peter bei der Liga mitmachen.
    Stärken: Er ist sehr reif und kann mit älteren Menschen sehr gut umgehen.
    Er hat ein Händchen für Computer und Technik.
    Schwächen: Er vergisst gerne mal seine Umwelt, wenn er sich vor dem PC befindet.
    Es fällt im schwer, sich in Leute einzudenken, die sich mit Technik nicht so auskennen wie er.
    Hobbys:
    Computer und auch Spiele, Technik, wissenschaftliche Bücher.
    Starterpokemon
    http://pokewiki.de/images/b/bb/Floink_Auswahl.png Floink
    [tab='Andere Charaktere']
    [subtab='Professor Esche']
    http://pokewiki.de/images/0/07/Esche_Viso-Caster.png
    Die einzige weibliche Professorin der Pokemonwelt. Ihre Aufgabe ist es, den Neuling mit seinem ersten Pokemon bekannt zu machen. Obwohl sie im Vergleich zu ihren Kollegen die Jüngste ist, genießt sie hohes Ansehen.
    [subtab='Lilia']
    http://pokewiki.de/images/7/76/Lilia_Artwork.png
    Lilia ist ein sechzehn Jahre altes Mädchen und ging ein paar Jahre mit Peter, Cheren und Bell auf die Allgemeine Schule, jedoch eine Klasse unter den Dreien. Mit 10 Jahren wurde sie von ihrer Familie aus der Schule abgemeldet und ab diesem Zeitpunkt von ihren Vater Lysander, dem amtierenden Arenaleiter in Twindrake City und den Ältesten im Training von Drachenpokemon unterwiesen. Irgendwann einmal wird sie selbst ein Arenaleiter sein.
    [subtab='Team Plasma, N und G-Cis']
    http://pokewiki.de/images/thum…20px-Team_Plasma_Logo.png http://www.greenchu.de/sprites/trainer/vs/N.png http://www.greenchu.de/sprites/trainer/vs/Geechisu.png http://pokewiki.de/images/thum…20px-Team_Plasma_Logo.png
    Team Plasma ist eine Gruppierung, die sich selbst als Umweltorganisation bezeichnet und die Menschen dazu bringen will, sich von den Pokemon zu trennen. G-Cis ist sehr redegewandt und bewirkt mit seinen Worten an die Bevölkerung genau dies. N dagegen gibt sich als eher ruhig und gelassen und kommt im Gegensatz zu seinem Vater fast nie auf die Titelblätter der Zeitungen. Viele Leute vermuten, dass G-Cis seine eigentlichen Pläne nicht offenbart hat. Ebensowenig weiß kaum jemand etwas darüber, woher G-Cis und N überhaupt stammen und was sie antreibt.
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    Copyright
    Die Rechte an Pokemon liegen bei Gamefreak/Nintendo. Die Charakterisierung der Hauptpersonen liegt bei Cheren und Bell weitestgehend bei mir, bei Peter komplett. Eine Veröffentlichung auf jeder beliebigen anderen Internetseite ist zu unterlassen, eine Verlinkung ist erlaubt, wenn der Name des Autors dabei in jeglicher Form der Information mit genannt wird.
    Die Bilder, die hier verwendet werden, ausgenommen dem Titelbild, stammen alle von Pokewiki.de


    Inhaltswarung
    Es können gewalttätige Szenen vorkommen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch der Tod in dieser Geschichte eine Rolle spielt. Das erste Mal kommt dies in Kapitel 11 vor. Wer solche Dinge nicht lesen möchte, sollte mit dieser Geschichte besser nicht beginnen


    Prolog


    Es war früh. Das wusste Peter auf Anhieb, als seine Mutter vorsichtig sein Zimmer betrat und eine durschnittlich große Box mit einer grünen Schleife auf seinen Schreibtisch stellte. Er war hundemüde, was mit dem Inhalt eben dieser Box zu tun hatte, die jetzt auf seinem Tisch stand. Fast die ganze Nacht hindurch waren 3 Namen pausenlos durch seinen Kopf gegeistert: Ottaro, Floink und Serpifeu. Wer die Wahl hat, hat die Qual, und die hatte Peter immer dann, wenn eine mehr oder weniger wichtige Entscheidung anstand. Und natürlich wusste er auch jetzt noch nicht, welches dieser drei Pokemon er an seiner Seite haben wollte. Er war schon drauf und dran, wieder in das Reich der Träume zu entschweben, als er von unten eine sehr bekannte Stimme vernahm. Sofort war er hellwach.


    "Ja, Cheren, er ist noch oben, ich denke du kannst schonmal hoch gehen", war die Antwort seiner Mutter und das Erste, was er von der Unterhaltung im Untergeschoss wörtlich mitbekam. Alamiert schoss er aus den Federn direkt zur Tür und öffnete sie einen Spalt breit. Cheren stand schon davor und hatte seine Hand bereits nach dem Türgriff ausgestreckt. Er musterte kurz Peters Gesicht, das so überraschend im Türspalt aufgetaucht war. Dieser blinzelte und kniff die Augen zusammen aufgrund des starken Lichts, das nun unbarmherzig in sein Zimmer strömte.


    "Mensch, Rocker, du schaust aus wie gerade eben unsanft aus dem Bett gefallen", war Cherens Begrüßung, was absolut typisch für ihn war. Peter wusste aber, dass er es nicht böse meinte, es war einfach eine Eigenart Cherens, an die sich Peter in den langen Jahren der Freundschaft längst gewöhnt hatte. "Dir auch einen schönen guten Morgen, Cheren", sagte Peter. "Nichts für ungut, aber ich würde noch gerne in meine Alltagsklamotten, bevor wir uns unsere Pokemon aussuchen". "Ich weiß ja, dass du in den Morgenstunden eh einer von der langsameren Sorte bist, Peter, aber heute hast du echt dich selbst übertroffen. Also, hau rein, ich geb dir 10 Minuten. Und halt dich besser ran, Bell sitzt schon seit mindestens einer Stunden auf glühenden Kohlen", war Cherens Antwort. "Schön, aber pass nur auf, dass du mich nicht auf dem falschen Fuß erwischt", lachte Peter und schloss Tür. Und wie fast jeden Morgen war der erste Handgriff der geübt wirkende, kurze Druck auf die Play-Taste seines CD-Players. Schon erfüllte ein fetziges Gitarrensolo das Zimmer und er war auf Anhieb wacher. Was für andere Menschen der Kaffe am Morgen war, war für Peter, dass er eine seiner unzähligen CDs von Rockbands aller Art und Jahrzehnte in den Player schob. Wo Peter auftauchte, war Rockmusik meistens auch nicht weit entfernt. Aus diesem Grund wurde er eines Tages scherzhaft von seinen Freunden Rocker genannt, hatte diesem Spitznamen jedoch absolut nichts entgegenzubringen, da er vielleicht nicht kreativ war, aber dafür umso treffender. Mittlerweile hatte er sich daran gewöhnt. Angetrieben von AC/DCs Highway To Hell ("Der absolut perfekte Song für meine neue Reise", dachte er scherzhaft bei sich) war er in weniger als 10 Minuten fertig und zog erstmal die Vorgänge seines Fensters zur Seite. Der Tag war noch jung und die Dusselgurrs hockten noch vereinzelt träge in den Bäumen, die Avenitia umgaben. Es war sonnig und klar, und es schien endlich wieder richtig warm zu werden, bemerkte Peter erfreut, dem der letzte Winter allmählich echt zu lang geworden war. Während er gedankenversunken die Landschaft musterte, dachte er wieder an seinen baldigen Partner und das vor ihm liegende Abenteuer. Freudige Erwartung machte sich in ihm breit. Da klopfte es erneut an der Tür.

    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

    59 Mal editiert, zuletzt von RockingScorpion ()

  • Kapitel 1
    Ein Neubeginn


    "Kannst reinkommen".
    Schon war Cheren eingetreten. "So jetzt aber. Was meinst du, sollen wir die Schachtel schon mal öffnen?" Noch während er das sagte, schritt Cheren auf die Box zu, die die begehrten Pokemon enthielt und streckte die Hand aus. Peter sagte Stopp.
    "Wieso, willst du den Inhalt nicht endlich auch sehen?" "Doch, aber wir sollten auf Bell warten, es ist schließlich für alle von uns ein besonderer Tag"
    Cheren verstand, zog sich den nächstbesten Stuhl heran und seufzte. "Okay, hast recht, wir warten. Lang kann es ja nicht mehr dauern, so hektisch wie sie heute morgen war." Nachdem die zwei etwa 20 Minuten das Paket gemustert hatten und jeder für sich mehr und mehr Eigenheiten an seiner Verpackung entdeckt hatten, wurde es Peter zu bunt. "So, ich geh sie holen. Was da wohl los ist..." "Beeil dich, Rocker" "Ja, ich brauch bestimmt nicht lang, sie wohnt ja nur ein paar Häuser weiter. Aber lass bloß die Finger von dem Paket" sagte Peter mit einem leichten Grinsen und war bereits weg. Cheren brummte einmal missmutig. Hoffentlich hat sie einen guten Grund, dachte er bei sich.


    Peter war indessen wie ein geölter Blitz zu Bells Haus gerannt. Ihre Mutter begrüßte ihn fröhlich und sagte, Bell sei oben. Ihr Vater wirkte jedoch seltsam abweisend, er blickte nichtmal von seinem Stratos-Kurier auf, was sonst gar nicht seine Art war. Peter dachte sich jedoch nichts dabei, bedankte sich und ging hoch zu Bells Zimmer. Er hatte nicht mal geklopft, als er hinter der Tür hastige Schritte vernahm und er seine Freundin rufen hörte:"Mum, ich hab dir doch gesagt, ich bin grade...". Sie öffnete die Zimmertür. "Oh Rocker..Was tust du denn hier, ist es etwas Wichtiges?" Peter fiel aus allen Wolken. Völlig platt fragte er geradeheraus, ob das ein Scherz sein sollte und merkte an, dass der erste April eigentlich gestern war. Bell hatte keinen Scherz gemacht. Es war ihr völliger Ernst und sie ließ Peter in ihr Zimmer. Dieser setzte gerade an: "Du hast doch nicht etwa vergessen, das wir heute unser erstes...meine Güte!" Bells Zimmer war ein perfektes Abbild einer Chaostheorie. Ein halb gepackter, für das bequeme Reisen viel zu riesiger Rucksack lag geöffnet in der Mitte des Raumes, während sich lauter Dinge von Büchern bis Klamotten auf den ohnehin wenigen Plätzen stapelten, die in diesem Zimmer nicht mit Bells Einrichtung belegt waren. "Tja weißt du, Rocker, ich kann mich einfach nicht entscheiden, was ich brauche und was nicht." Peter, der sich wieder einigermaßen gefasst hatte, meinte:"Wenn du mich fragst, brauchst du wohl weniger als ein Viertel all dieser Sachen. Und dieser Rucksack...willst du den allein durch alle Städte Einalls bis zur Liga schleppen?" "Nun ja, ich...", begann Bell und hörte gleich wieder auf. "Ach komm schon, wir bekommen heute unser erstes Pokemon, die Box steht schon eine ganze Weile in meinem Zimmer. Packen kannst du auch später noch." "Weißt du, Peter, ich fühl mich einfach noch nicht soweit. Ich weiß einfach nicht, welches ich will und überhaupt...". Peter fiel auf, dass sie ihn nicht wie gewohnt mit seinem Spitznamen angesprochen hatte. Das tat sie nur dann, wenn sie wirklich vor einer schwierigen Entscheidung oder Lage stand. "Ich auch nicht, ich war fast die ganze Nacht wach, weil ich mich nicht entscheiden konnte", sagte er betont lässig. "Oh, tatsächlich? Na gut, gehen wir!". Bell war merkbar erleichtert und wirkte schon fröhlicher.


    Zurück in Peters Zimmer erwartete sie ein auf glühenden Kohlen sitzender Cheren. "Bell, Mensch, wo hast du gesteckt? Ich brenne hier noch gleich Löcher in den Fußboden vor Anspannung!" Bell entschuldigte sich:"Tut mir echt leid, ich wurde aufgehalten..." "Doch nicht etwa von einem noch nicht gepackten Rucksack?" vermutete Cheren. Peter antworte anstelle von Bell:" Volltreffer". Die drei tauschten Blicke aus und mussten plötzlich lachen. Nach den langen Jahren der Freundschaft kannten sich die 3 gegenseitig besser wie niemand sonst in ihrem Freundeskreis. Nachdem sie sich beruhigt hatten, fragte Rocker, ob Cheren denn schon wüsste, welches Pokemon er will. "Klar doch, Floink", kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen und brachte Peter sowie Bell zum schweigen. Nach kurzer Zeit fragte Cheren:" Wisst ihr es etwa noch nicht?" Beide antworten gleichzeitig mit Nein, weshalb Cheren, der anscheinend als Einziger keine Probleme bei der Wahl hatte, genauso erstaunt wie Bell und Peter war. Dieser schlug nun aber vor, das Paket endlich mal zu öffnen, zog ohne Umschweife die Schleife auf und hob den Deckel. Eine Karte von Professor Esche war auch dabei, die er kurz las und dann seinen Freunden herumreichte. Dann holte er die viel kleinere Box im Inneren des Pakets heraus, ließ die Verschlüsse aufschnappen und hob den Deckel. Da lagen sie, die Bälle ihrer zukünftigen Begleiter. Peter hatte plötzlich eine Idee, nahm 2 Bälle und gab sie seinen durch sein plötzliches Öffnen ordentlich perplexen Freunden. Er selbst griff nach dem übrig gebliebenen Ball, stutzte aber, als er sah, dass er hin und her wackelte. War das normal? Bei den anderen Bällen hatte er nicht darauf geachtet. Doch er schob den Gedanken beiseite, er würde später Professor Esche fragen. So griff er zu und sagte:"Wisst ihr was? Wir lassen die Pokemon selber entscheiden, lassen sie aus ihren Bällen und schauen einfach mal, was passiert." "Einverstanden". Diesmal waren es Bell und Cheren, die wie aus einem Mund antworteten: Cheren hängte noch an:" Ich will zwar Floink, aber wenn Floink absolut nicht will, bin ich der Letzte, der es zwingt. Also...Drei, Zwei, Eins...los." Schon leuchteten 3 rote Strahlen auf und Ottaro, Floink und Serpifeu erschienen. Alle drei sahen sich verwirrt um und Peter ergriff das Wort:" Hey, schönen Tag, ihr 3. Wir sind eure möglichen Trainer, davon hat euch Professer Esche sicher erzählt?" Bestätigend riefen Ottaro und Floink ihren Namen, nur Serpifeu zeigte kaum eine Regung. Peter fuhr fort:" Wir haben uns entschieden, euch dabei mit entscheiden zu lassen". Ottaro und Floink sahen sich beide gegenseitig an und begannen sich dann, sichtlich zu freuen. Bell war hin und weg von Ottaro und beugte sich gleich zu dem kleinen Otter hinunter:"Hey, Ottaro..was meinst du, sollen wir uns zusammen auf die Reise machen?" "Ottaro?" Ottaro blickte kurz zu seinen bisherigen Kollegen Serpifeu und Floink. Die zwei nickten ihm zu, dabei gab sich Floink sehr ausgelassen, während Serpifeu nur minimal, aber dennoch zustimmend den Kopf senkte. Einem weniger guten Beobachter wäre dies vermutlich völlig entgangen. Schon sprang Ottaro fröhlich zu Bell, um sie anständig zu begrüßen. Cheren blickte indes zu Peter und fragte ihn, ob er jetzt schon mehr wüsste. Dieser schwieg und blickte von Serpifeu zu Floink und umgekehrt. Floink war buchstäblich Feuer und Flamme und schien vor lauter Begeisterung selbst nicht zu wissen, was es jetzt tun sollte. Serpifeu war bis jetzt sehr ruhig geblieben und verfolgte das Geschehen anscheinend relativ teilnahmslos. Aber Peter wusste, dass man durch den Ausdruck eines Serpifeus kaum auf die Gedanken und Gefühle schließen könnte. Serpifeus waren eben eher stille Wesen, keineswegs aber war jedes von ihnen eitel, wie es im Volksmund aufgrund ihrer Art immer erzählt wurde. Während er so vor sich hingrübelte, kam plötzlich Bewegung in das Serpifeu, es schien auf etwas aufmerksam geworden zu sein. Es lief auf Peters Schreibtisch zu, blickte kurz hinauf und marschierte dann auf den Drehstuhl mit Rollen zu, auf dem Cheren saß. Es versuchte, den Stuhl Richtung Tisch zu schieben und stieß ein energisches Feu! aus, weshalb Cheren schnell aufstand. Peter musste aufgrund dieser Vorstellung grinsen. Als es den Stuhl dort hatte, wo es ihn haben wollte, kletterte es darauf und von dort aus auf den Tisch. Schließlich blieb es vor dem CD-Player stehen und musterte diesen genau, aus dem gerade der Song Make It Real von den Scorpions kam. Das Serpifeu hatte indes begonnen, den Player abzutasten und berührte dabei den Pause-Schalter. Ein leicht enttäuschtes Serp? war zu hören und im nächsten Moment sah sich Peter gezwungen, den Player schnell hochzuheben, da ihn Serpifeu ansonsten wohl von Tisch getackelt hätte. Peter drückte wieder auf Play und beugte sich hinunter zu dem Serpifeu. "Gefällt dir das, Serpifeu?" fragte er. Serpifeu sah ihn an und plötzlich zeichnete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ab. "Hey, Klasse, mir auch! Was hältst du davon, mit mir durch Einall zu reisen? Wir werden bestimmt viele Abenteuer erleben und die Arenen herausforden. Würdest du mitkommen?." Serpifeu schien nachzudenken, dann lief es zu den Pokebällen, in denen sich die 3 Pokemon noch vor kurzen befunden hatten, kam mit einem zurück und schob ihn Peter entgegen. Dieser sah den Ball kurz an und fragte: " Ist das ein Ja?" Serpifeu reagierte wieder nicht durch ein Kopfnicken, sondern schob den Ball noch ein Stück näher Richtung Peter. "Das deute ich mal als ein Ja" schussfolgerte er und streckte seine Hand aus, um Serpifeu am Kopf zu kraulen, was es sichtlich genoss. Cheren musste lauthals lachen:" Glückwunsch, Rocker, du bist der Erste, den ich kenne, der mit einem Pokemon Freundschaft schließt, weil sie den selben Musikgeschmack haben!" Auch Peter musste breit grinsen: "Das glaube ich dir auf Anhieb."


    "So, nun scheinen wir zwei noch übrig zu sein, Floink." sprach Cheren das kleine Feuerpokemon an. "Willst du überhaupt mit mir reisen?" Floink schien ein bisschen weniger euphorisch zu sein als zu Beginn. Cheren verfolgte seinen Blick, der von Peter und Bell sowie Serpifeu und Ottaro wanderte. "Kann es sein, dass du vielleicht lieber bei einem anderen Trainer wärst als bei mir?" fragte Cheren. Floink schüttelte den Kopf, worauf Cheren entgegnete, ob es vielleicht daran läge, dass er, Serpifeu und Floink nun getrennt voneinander weitermachen würden. Sofort huschten die Blicke aller im Zimmer zu Floink, welches nur den Kopf gesenkt hatte. Da sprang Serpifeu vom Tisch und Ottaro aus Bells Armen. Beide stellten sich zu Floink und schienen es aufmuntern zu wollen, was auch nicht ganz vergebens war. Cheren setzte noch an:"Hör mal, Floink, deine Freunde reisen zusammen mit meinen Freunden. Wir werden zwar getrennt reisen, aber sie während der Reise auf jeden Fall sehr oft sehen, vielleicht sogar öfter, als uns lieb ist" "Hey, was soll das denn heißen?!" unterbrach ihn Bell. "Keine Sorge, ich hab nur Spaß gemacht. Also Floink, was meinst du, kommst du mit?" Diesmal waren es Ottaro und Serpifeu, die Floink ermutigend zunickten. Und so fasste es sich ein Herz und schloss sich Cheren an. Dieser wirkte glücklich, dass ihn Floink nicht ablehnte und sagte.


    "Also Leute, jetzt haben wir alle unser erstes Pokemon. Jetzt kann die Reise beginnen!"


    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

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  • Schade, hatte mir eigentlich schon ein kleines Feedback erhofft. Vor allem, da ich so meine Probleme mit der Satzstellung hab, wenn wörtliche Rede im Spiel ist.
    Im Spoiler am Ende des Kapitels ist ein kleines Extra, welches als Kritzelei in einer Freistunde angefangen hat. Da ich dort keine Vorlage zu Bell hatte, sieht sie vielleicht nicht so aus wie sie sollte, aber es ist nur eine etwas ausgearbeitete Skizze und nichts weiter. So oder so bin ich absolut kein Profi bei sowas, aber wenn es gut ankommt, mach ich das sicher öfters. Wer meine Kritzelei mitbewerten will, darf das natürlich gern tun :).


    Informationen im Startpost wurden geupdatet und vermutlich werden die Kapitel ab jetzt länger, auch wenn sie als Teile hochgeladen werden.



    Kapitel 2
    Erste Erfahrungen auf besondere Art


    "Also, Rocker, wie wäre es mit einem Kampf?", fragte Bell auf einmal. "Äh..was, hier drin?" Mehr brachte Peter nicht heraus. "Ja, wieso denn eigentlich nicht?" "Du willst in meinem Zimmer einen Pokemonkampf haben? Das zerlegt mir hier doch alles." "Ach komm schon, was soll schon passieren, sie sind doch noch so klein.". Peter runzelte die Stirn und dachte, dass sie eigentlich recht hatte:" Na meinetwegen, aber gib mir noch einen Moment." Er räumte alles weg, was hierdurch in Gefahr geraten könnte, klappte seinen Laptop zu und legte ihn in einen Schrank. Seine Wii versteckte er hinter einem Regal. Doch nun fiel sein Blick auf den neuen Flachbildfernseher, den er nach seinem Schulabschluss von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte. Der konnte nun unmöglich aus der Gefahrenzone gebracht werden. Er drehte also notgedrungen die Bildschirmseite zur Wand und besah sich dann das Kampffeld, das man aufgrund seiner Größe nie und nimmer als solches bezeichnen konnte. "Immer noch sicher, dass das eine gute Idee ist?", fragte er Bell. "Ja, es passiert bestimmt nichts, keine Sorge", meinte sie nur. "Ottaro, bist du bereit für unseren ersten Kampf?" Begeistert sprang Ottaro herbei und stellte sich kampfbereit vor seine Trainerin. "Na gut," begann Peter:"Serpifeu? Das hier wird auch unser erster Kampf." Doch Serpifeu kam nicht. Peter sah sich verwirrt in seinen 4 Wänden um. Keine Spur von der kleinen Grasschlange. Er begann sich nun ernsthaft zu sorgen. Schließlich hatte er doch gerade sein ganzes Zimmer durchkämmt, um seine Sachen zu retten, Serpifeu aber nicht gesehen. Ein Pokemon konnte doch nicht einfach so verschwinden. "Vielleicht ist es unbemerkt ins Untergeschoss gegangen", schlug Cheren vor. "Ach was", entgegnete Peter:"Das hätten wir doch bemerkt." Dennoch ging er Richtung Zimmertür und griff nach der Klinke. Plötzlich stutzte er. Irgendwas war an der kleinen Zierpalme anders, die neben der Tür stand. Er griff automatisch zwischen die Blätter, wie er es immer tat, wenn er in dem Gewächs nach Pflanzenschädlingen suchte. Nur diesmal schlug die Pflanze zurück! Und da war Serpifeu, es hatte sich zwischen den Blättern wohl zum Dösen einen Platz gesucht. Jetzt, wo seine Augen offen waren und es sich bewegte, war es problemlos auszumachen, vorher konnte man es aufgrund seiner Tarnung nicht mal ansatzweise erkennen. "Serpifeu, unser erster Kampf steht an, was...". Weiter kam Peter nicht. Serpifeu hatte sich umgedreht und seinen Kopf hinter dem breitgefächerten blattförmigen Schwanz versteckt. Peter war sprachlos. Sein Pokemon gehorchte ihm nicht? Doch plötzlich hatte er eine Idee. Er eilte zum Fenster, zog die Rollläden gänzlich nach oben und die Vorhänge auf. Augenblicklich wurde es in seinem Zimmer in der Dachschräge ein ganzes Stück wärmer, weshalb er das Fenster auch gleich öffnete, da es ansonsten nicht auszuhalten war. Wie er vermutet hatte, regte sich Serpifeu, sprang aus seinem grünen Lager und stellte sich in die Sonne, die jetzt in das Zimmer schien. "Nicht schlecht, Peter", meinte Cheren. "Fotosynthese..."
    "Ich hab gehofft, das es daran liegt", sagte Peter erleichtert." Also, Serpifeu, bereit für einen Kampf?" Serpifeu gab wieder keine eindeutige Antwort, sondern eilte vor seinen Trainer und ging in Pose, wie es wohl anscheinend seine Art war.


    "So, los gehts!" wollte Bell den Kampf eröffnen. Doch auf einmal schien ihr nichts mehr einzufallen. Bis sie dann fragte:"Welche Attacken kann Ottaro überhaupt?". "Das steht doch auf dem kleinen Brief, den Professor Esche uns gezeigt hat, hast du den nicht gelesen?", wunderte sich Cheren. "Doch...naja, nur so halb. Was steht denn drauf?" Cheren zog stirnrunzelnd das Papier zu sich:" Tackle und Rutenschlag. Rocker, du weißt doch sicher, was Serpifeu kann, oder?" "Ja, auf dem Zettel steht Tackle und Silberblick", wusste Peter auf Anhieb. "Dann kanns ja losgehen! Ladies first, wenn du nichts dagegen hast?" "Na meinetwegen", gab sich Peter geschlagen.


    "Ottaro, Tackle!", begann Bell. "Schnell, weich aus, Serpifeu", reagierte Peter. Und Serpifeu war schnell. Peter konnte seiner Bewegung kaum folgen, doch plötzlich stand es hinter Ottaro. Dieses verlor aus Überraschung das Gleichgewicht, konnte sich aber vor dem Gröbsten retten, indem es sich geschickt mit den Füßen an einem Gegenstand abfing. Dieser Gegenstand war leider nichts anderes als Peters Papierkorb, dessen Inhalt nun ausgiebig im Zimmer verteilt lag. Peter schwante Übles, doch trotzdem befahl jetzt auch er seinem Pokemon Tackle, während Bell Ottaro Ausweichen zurief. Aber auch hier konnte Serpifeu seine Schnelligkeit unter Beweis stellen, da es Ottaro trotzdem erwischte, indem es dasselbe tat wie sein Gegner: Es sprang in die Luft und traf. Ottaro landete schliddernd auf Peters Schreibtisch und diesmal wurde ein sauberer Stoß Blätter aus verschiedenen Fächern seiner ehemaligen Schule ein Opfer des Kampfes. Serpifeu hingegen landete elegant auf seinen Beinen und reckte stolz den Kopf. Das schien Ottaro gar nicht zu gefallen und es schien rasend zu werden. "Los, Tackle!" war erneut Bells Befehl. Peter sagte nur kurz und bündig:"Silberblick, dann Tackle!", und Ottaro erstarrte in seiner Bewegung, als Silberblick seine Wirkung zeigte. Schon stürmte Serpifeu erneut auf seinen Gegner zu und sprang, um ihn auf dem Tisch, auf dem dieser immer noch stand, zu erreichen. Das gab Bell sowie Ottaro genug Zeit:"Schnell, Ottaro, weich aus...Nein, nicht da lang! NEIN!" Ottaro hatte kurz die Augen geschlossen und sich geschüttelt, um die Nachwirkung von Silberblick loszuwerden und war dann aufgrund seiner eigenen Verwirrtheit in die Richtung gesprungen, in die Bell unbeabsichtigt gedeutet hatte. Direkt aus dem Fenster, welches Peter vorher für Serpifeu geöffnet hatte. Es war noch kurz zu sehen, mit einem überraschten Gesichtsausdruck, dann plumpste es in die Tiefe, ohne noch Gelegenheit zu bekommen, zu schreien. Alle drei stürzten zum Fenster, um zu sehen, was passiert war. Cheren musste sein protestierendes Floink hochheben, damit es aus dem Fenster sehen konnte, während Serpifeu elegant im Vorübergehen auf Peters Arm gesprungen war. Dort unten sahen sie Ottaro in dem kleinen Teich, der sich in Peters Garten befand, auf dem Rücken schwimmend und ihnen fröhlich zuwinkend. Otta!


    Bell war sichtlich erleichtert. "Arceus sei Dank. Ich hatte schon weiß der Himmel was befürchtet." Und schon war sie hinunter und in den Garten geeilt. Peter und Cheren folgten ihr etwas weniger hektisch. Am Teich angekommen wurden sie schon von Bell und ihrem Pokemon erwartet, welches offensichtlich eine Menge Spaß dabei hatte, Bell mit Wasser nass zu spritzen und seinen Vorteil als Wasserpokemon zu nutzen, sobald sie versuchte, es zu erwischen. Schließlich gab Bell auf und setzte sich auf einen Baumstumpf neben dem Teich. Doch es dauerte nicht lange, bis Ottaro Serpifeu bemerkte, das mit Peter mitgekommen war. Sofort war es wieder aus dem Wasser gehechtet und kampfbereit. "Waaah, Ottaro, lass das!", rief Bell, als es das Wasser aus seinem Fell schüttelte. Ottaro blickte überrascht hinter sich und wirkte plötzlich sehr verlegen. Bell war sich jedoch nicht so sicher, ob ihr neuer Partner wirklich nur unbedacht gewesen war. Sie überspielte das Ganze jedoch:"Sollen wir weitermachen, Rocker?" "Ja, los gehts! Serpifeu, es geht weiter!". Serpifeu wandte sich von dem Blumenbeet ab und eilte auf den nun für einen Kampf viel passenderen Platz, zumindest was die Größe anging. Bell eröffnete den unterbrochenen Kampf mit einem erneuten Tackle. Peter versuchte, schnell zu schalten, denn er wusste, darauf kam es an. Eine richtige Strategie war mit Tackle und Silberblick sowieso nicht möglich. So beschloss er, vorerst auf Silberblick zu verzichten und befahl:"Tackle, los!". Serpifeu und Ottaro stürzten beide auf den jeweils Anderen zu. Peter hoffte, dass es so kam, wie er es sich gedacht hatte. Die beiden Pokemon trafen mit nicht wenig Wucht zusammen, hatten aber die jeweils gegnerische Attacke aufgehalten und standen nun in einem gemeinsamen Kräftemessen gegenüber. Peter war darauf vorbereitet und reagierte zuerst: "Serpifeu, nach links! Und jetzt, erneut Tackle!". Ottaro war durch das plötzliche Fehlen Serpifeus ein paar Schritte nach vorne getaumelt und letztlich bäuchlings hingefallen. "Ottaro, weich schnell aus!", versuchte Bell die Situation zu retten, doch Ottaro hatte die Zeit nicht. Serpifeu landete einen Volltreffer und Ottaro rutschte ein gutes Stück über den Rasen. Cheren mischte sich ein:"Eure Ausweichtechniken müssen aber noch verfeinert werden...". Bell blockte ab:"Bitte nicht jetzt, Cheren! Du warst zwar bei der Analyse von Pokemonkämpfen mir immer voraus, aber jetzt möchte ich eigene Erfahrung sammeln." "Ist gut.", war alles, was Cheren von sich gab. "Tackle, Ottaro!", setzte Bell ihren Angriff fort. Auch Peter befahl wieder Tackle, doch diesmal sollte es anders kommen. Kurz vor dem erneuten Kontakt befahl Bell wie Peter es vorher getan hatte, Ausweichen und Tackle. Peter setzte ebenfalls auf Ausweichen, wozu Serpifeu dieses Mal nicht in eine beliebige Richtung davonsprang, sondern sich aus der Attacke heraus fallen ließ und längs aus Ottaros Bahn rollte. Doch Ottaro kriegte die Kurve und landete nun seinerseits einen guten Treffer. Aber noch war der Kampf nicht vorbei, denn Serpifeu kam wieder auf die Beine, wenn auch nicht ganz ohne Probleme. Beide Pokemon zeigten sich nun sichtlich erschöpft. Lange würde dieser Kampf nun wohl nicht mehr dauern. Peter war klar, dass er sich jetzt nicht mehr nur auf Tackle verlassen konnte. Der nächste Treffer würde die Entscheidung bringen. Ottaro stürmte indes wieder mit Tackle auf Serpifeu zu, welches den nächsten Befehl abwartete. Doch Peter reagierte nicht, sondern wartete ab. Serp? meldete sich Serpifeu jetzt leicht angespannt und Peter entschied, jetzt war Ottaro nah genug:"Silberblick, gib alles!" Silberblick funktionierte wie vorher, Ottaro stoppte, hatte sich diesmal jedoch schneller wieder gefasst und setzte den Angriff fort. Jetzt oder nie, dachte Peter und brüllte vor Anspannung, ob dies nun funktionieren würde:"Tackle!". Serpifeu zischte auf das langsamer gewordene Ottaro zu und stieß es hart zu Boden. Dieses startete noch einen letzten Versuch aufzustehen, schaffte es jedoch nicht mehr und blieb in einer sitzenden Position auf dem Boden. Cheren verkündete:"Rocker und Serpifeu haben gewonnen!"



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    2 Mal editiert, zuletzt von RockingScorpion ()

  • Hallo ^^

    Schade, dass du noch keinen Kommentar erhalten hast. Deshalb werde ich mich jetzt um deine Fanfiction Story mal ein bisschen kümmern und ich hoffe, du nimmst dir die Tipps die ich dir gleich geben werde zu Herzen. Wenn Kritik bei dir auf offene Ohren stösst, dann wirst du sicherlich mehr Leser haben und auch Kommentare bekommen. Dazu muss ich sagen, ich schreibe den Kommentar, während ich das Kapitel lese. Nur nicht, dass du dich wunderst ^^ ich werde sicherlich auch Links einfügen, und ich hoffe, du klickst darauf, denn es existieren wirklich einige interessante Hilftopics, die du dir mal durchlesen könntest.


    Startpost
    Als erstes fällt mir dein Header auf, den du anscheinend selbst gestaltet hast. Dazu muss ich sagen, dass ich die Idee zwar gut finde, jedoch ist sie auch nicht sehr individuell und die Schrift ist etwas schwer zu lesen – auch wenn man den Titel bereits kennt. Dazu würde ich dir raten, den Titel in einer separaten Schriftfarbe zu schreiben, auch wenn es zum Thema „schwarz-weiss“ nicht passt, aber es wäre einfach besser lesbar. Dass du einen Klappentext hast finde ich super, hast du ihn auch ins Klappentexttopic einfügen lassen? Wenn nicht, hier der Link: Klappentexttopic
    Da siehst du, an wen aus unserem Fanfiction Komitee du den Text einschicken kannst. Wenn du willst, baue ihn doch noch etwas aus, du kannst zum Beispiel Zitate aus deinen Texten einfügen oder Ähnliches. Zu lang sollte der Text dann aber auch nicht werden.Deine Charakterbeschreibungen sind kurz und mir fehlen die Bilder. Zwar verstehe ich, dass du nicht zu viel verraten willst, aber ich würde keine halben Sachen machen. Auch solltest du alle gleich gestalten, der Name von Cheren ist im Gegensatz zu den anderen nicht fett markiert und Bells Stecki ist viel zu kurz. Mir fehlen Stärken und Schwächen, eventuelle Ziele und Aussehen.
    Dass du ein Schulsystem eingefügt hast gefällt mir hingegen, das ist sehr kreativ von dir. Dass die Rechte an Pokemon nicht dir gehören ist gut zu erwähnen, jedoch füge doch den Untertitel Copyright noch ein, somit wird alles übersichtlicher. Ach fehlt mir eine Kapitelübersicht, am besten verlinkst du die Kapitel gleich dazu (wenn du nicht weißt wie, schreib mir eine Pn) und eine Benachrichtigungsliste, für alle, die wissen wollen, wenn du ein Kapitel on stellst. Da das deine erste Fanstory ist nehme ich mal an, dass es logischerweise auch dein erster Startpost dazu ist. Wenn du noch weitere Tipps suchst, dann schau mal in der Schreibschule vorbei: Schreibschule


    Prolog
    Wichtig hier ist als erstes, dass du Zahlen immer ausschreibst. Auch musst du auf komplizierte Sätze achten, die dir manchmal unterlaufen, wie besonders zu Beginn des Kapitels, als seine Mutter das Geschenk bringt. Auch hättest du ebendieses mehr beschreiben können, damit wir Leser ein besseres Bild davon haben – unwichtig, dass die meisten wissen, wie es aussieht. Auch die Stimme seiner Mutter zum Beispiel, kannst du beschreiben. Klingt sie hell? Sanft? Oder schroff? Somit bringst du mehr Details und somit mehr Seele und mehr Leben in deine Story, und das zieht auch Leser an. Auch wenn du Personen das erste Mal vorstellst, wie Cheren, aber auch deinen eigenen Hauptchara, kommt nicht die Beschreibung, die ich mir wünsche. Wenn du im Startpost schon keine Bilder einfügst, dann musst du beschreiben, wie die Personen aussehen, sonst hat man beim Lesen überhaupt kein Bild von ihnen und lässt eher von deinen Texten ab. Es verliert sich so viel schneller, weil an sich die Szenen nicht wirklich vorstellen kann. Hierzu ein Link, der dir helfen kann: Wie beschreibt man?
    Wenn mehrere Personen miteinander sprechen, ist es wichtig, nach einem Rednerwechsel einen Zeilenumbruch zu machen, auch das erleichtert es dem Leser mitzukommen und die Übersicht zu behalten. Sieh mal in einem Buch nach, dort wird das auch meistens so gehandhabt.



    Chapter I
    Gut, dass du deinen Kapiteln Namen gibst, und für das erste Kapitel habe ich auch so einen Titel erwartet. Allerdings würde ich den Namen zentrieren, also in die Mitte packen, dann fällt er mehr auf, und „Kapitel xy“ kannst du vielleicht weglassen. Das ist dir überlassen, aber im Prinzip würde eine 1. und darunter der Name des Kapitels reichen und dazu noch schön aussehen. Du kannst auch eine spezielle Schriftart oder Farbe wählen, Hauptsache es fällt gut auf und ist, sehr wichtig, lesbar.
    Auch hier kommen die Beschreibungen leider zu kurz, und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, das solltest du ändern. Bells Mutter taucht zwar nur kurz auf, aber auch sie ist ein Charakter und deshalb solltest du ihr einige wenige Sätze widmen. Auch die Umgebung in Aventitia ist wichtig, denn, welche Jahreszeit gerade herrscht, wie Peter gerade aussieht und wie sich die Luft anfühlt, die Häuser gebaut sind, auch das ist alles wichtig. Sonst merkt man dir leider zu gut an, dass du schnell zum Punkt kommen willst, möglichst schnell einen Pokémonkampf einfädeln möchtest, nur wenn du dabei alles andere auf der Strecke lässt, leidet deine Story daran, wie du merkst.
    Dass du den Beschreibungen deiner eigenen Charaktere treu bleibst ist natürlich auch wichtig, denn noch weiss ich nicht, wie Peter ist, ich kann mir erst seinen Namen gut merken, da der sehr bekannt ist. Wenn du willst dass deine Charaktere mehr Leben bekommen, kannst du auch für dich selbst ihren Steckbrief mehr ausarbeiten, dir zum Beispiel 50 Fragen über ihn einfallen lassen und sie dir selbst beantworten – das würde dir als Autor helfen, den Charakter selbst besser vor Augen zu haben. Fehler machst du nicht viele, aber es wirkt trotzdem unstrukturiert, weil du nicht bei allen Gesprächen Anführungs -und Schlusszeichen einfügst, und auch Gedanken würde ich eher kursiv machen – der Übersicht zu liebe. Ob man beim Namen eins Pokemon in der Mehrzahl ein s anfügen soll, darüber lässt sich streiten, ich würd das nicht tun, aber das ist dir überlassen. Die Pokemon hätte ich mehr beschrieben, auch wenn du einen guten Wortschatz hast fehlt das einfach. Aber das habe ich jetzt ja oft erwähnt.


    Chapter II
    Dass du eine Zeichnung angefügt hast gefällt mir wirklich gut. Serpifeu wirkt etwas klein, und die Bewegung noch etwas holprig, aber vor allem Bell und Ottaro sind dir gelungen, auch wenn ich dir bei einer Bewertung für Zeichnungen eher jemanden wie Noxa oder Dove empfehlen würde.
    Hier hast du den Titel zwar zentriert, aber die Schrift ist grösser als beim anderen Kapitel. Einheitlich wirkt alles besser und schöner, deshalb solltest du dich für eine Art und Weise entscheiden. Entweder zentrieren oder nicht und entweder Schriftgrösse 12 oder 10. Das wirkt einfach besser. Was mir bei dir auch etwas fehlt sind Absätze. Du schreibst in einem Zug und lässt somit wenig Luft zum Atmen. Absätze machst du wenn ein Szenen oder Ortwechsel ansteht.
    Dass sie in ihrem eigenen Zimmer kämpfen kennt man ja aus dem Game, und da fand ich das schon witzig. Denn, wenn zum Beispiel die Pokemon bereits tpenspezifische Attacken können würden, gäbe das doch ein riesen Chaos. Aber gut, solange sie einander nur tackeln sollte das eigentlich gehen. Trotzdem, hätte ich so einen Fernseher in meinem Zimmer, ich würds nicht machen ^^ Dass die Attacken auf einem Zettel stehen ist auch mal was Neues, aber eigentlich eine logische Überlegung. Schliesslich weiß Ash diese Attacken immer, und da fragt man sich, woher.
    Wenn du einen Kampf spannender machen willst, kann ich dir nur raten: Show,dont tell! Beschreib was sie tun, und schreib nicht zu oft Attackennamen. Hier ein toller Link dazu: Wie schreibt man eine Kampfszene?
    Dass Peter gewinnt war eigentlich klar, und der Kampf war recht lang dafür, dass sie noch so jung sind. Aber gut, dass du das gemacht hast, Pokemonkämpfe sind immer spannend ;-)


    -Gegenstand war leider nichts Anderes als Peters Papierkorb, dessen Inhalt nun ausgiebig im Zimmer verteilt lag. Peter schwante Übles, doch trotzdem befahl jetzt auch er seinem Pokemon Tackle, während Bell Ottaro Ausweichen zurief. Aber auch hier konnte Serpifeu seine Schnelligkeit unter Beweis stellen, da es Ottaro trotzdem erwischte, indem es Dasselbe tat wie sein Gegner


    Lg Lynn

  • Erst mal ein herzliches Danke an diesen Kommentar - aufgrund meiner wenigen Erfahrung wollte ich eigentlich ungern weiter am dritten Kapitel schreiben, ohne ordentliche Ideen, was man besser machen könnte :).


    Wenn ich mit den Tabmenüs klarkomme, wird der Startpost entsprechend aufgemöbelt. Allerdings dürfte da trotzdem noch etwas Zeit vergehen, weil ich mir den Vorsatz genommen habe, soviel wie möglich komplett selbst zu machen. Wo das hinführt, wird man früher oder später hoffentlich sehen können. Die Idee mit der verlinkten Kapitelübersicht hatte ich auch schon, das wird dann beim Ändern gleich eingefügt.


    Schöne Idee hast du mir da gegeben für die Wörtliche Rede usw. Die ist mir schon immer ein Kreuz im Nacken gewesen, weshalb ich sie bisher immer vermieden hab, aber beim Kapitel schreiben hab ich gemerkt, das haut nicht hin :D.


    ...
    Nun ich denke, ich geh jetzt noch mehr weiter drauf ein, sonst fang ich an, Kapitel 3 auszuplaudern, bevor es online geht :D.
    Daher danke ich dir nochmal und werde deine Tipps alle bedenken. Kapitel 3 wird aber auf sich warten lassen, da es mir momentan einfach nicht gut geht (Allergie) und wir grade ein ziemlich ätzendes Programm aus 2-3 Arbeiten pro Woche haben.

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  • So, Kapitel 3 ist da. Der Startpost wurde angepasst bzw. ausgebessert und ich habe versucht, im dritten Kapitel die Tipps umzusetzen, die ich bekam. Leider weiß ich nicht, ob ich Kapitel 4 noch vor dem Ende der Ferien in 2 Wochen fertig bringe, da nach den Ferien die Prüfungen anstehen und ich die Ferien zum Lernen brauchen werde. Aber genug davon:


    Kapitel 3
    Gewisse Förmlichkeiten


    Bestürzt eilte Bell zu Ottaro:"Oh nein, Ottaro! Wie geht es dir, ist alles in Ordnung?". Ottaro zog einen Flunsch und wirkte auf einmal verstimmt. Bell war sichtlich überrascht und fragte geradeheraus, ob sie denn was falsch gemacht hätte, worauf Ottaro noch trotziger zu werden schien. Cheren wusste Rat und schlug vor:"Dein Ottaro ist vielleicht eine Kämpfernatur und hat Mitleid gar nicht gern. Lob es doch mal.".
    "Gute Idee!", bedankte sich Bell:"Ottaro, tut mir leid, wenn dich das grade gekränkt hat. Wir lernen uns halt auch eben erst kennen und müssen noch viele Dinge lernen zusammen.". Doch kaum war dieser Satz über ihre Lippen gerutscht, bereute sie es gleich wieder ob Ottaros Reaktion, welches erst lauschte, nun aber erneut wegsah. "Naja...vielleicht muss ich ja mehr lernen als du...", sagte Bell zögerlich. Ottaro schien sich nun ein Herz zu fassen und ging lächelnd, aber vorsichtig zu seiner Trainerin, sichtlich mit einiger Anstrengung. Schließlich war der Kampf keine fünf Minuten her. Bell fühlte sich unwohl aufgrund dem Zustand ihres Pokemon und sagte:"Du bist zwar tapfer, aber dass du mal eine Pause brauchst, kannst du nun auch nicht verneinen.". Ottaro blickte Bell an und stimmte dann resignierend zu.


    "Schönen guten Morgen, ihr drei!", ertönte überraschend eine freundliche Stimme. Peter war der Erste, der die Überraschung überwand und antwortete:"Ihnen auch, Professor Esche.". Auch Bell und Cheren begrüßten nun die Pokemon-Professorin, die wie üblich ihren weißen Laborkittel übergestreift und die Haare nach oben gesteckt hatte. "Ich habe mir die Freiheit genommen, eurem Kampf zuzusehen. Ich muss schon sagen, für den ersten Kampf war das schon eine gute Leistung, das muss ich sagen."."Danke, Professor Esche!" freute sich Bell:"Wie haben sie es überhaupt mitbekommen, dass wir gekämpft haben?"
    "Mehr durch Zufall, ich wollte eigentlich gerade losgehen und sehen, wie ihr zurecht kommt. Ich warf noch spontan einen Blick aus dem Fenster und sah, wie Ottaro in hohem Bogen aus dem Dachfenster von Peter segelte. Was war denn da bitte los?".
    Bell wirkte auf einmal peinlich berührt:"Das war mein Fehler, ich habe Ottaro Ausweichen befohlen, aber in die falsche Richtung gezeigt."."Professor Esche fragte verwundert:"Aber ihr habt doch im Garten gekämpft?"
    "Nicht am Anfang.", antwortete Bell, die nun ein deutliches Rot auf ihren Wangen hatte. "Ihr habt also in Peters Zimmer kämpfen wollen?", fragte die verdatterte Professorin und fügte auf ein Nicken der drei hinzu:"Glückwunsch, ihr hattet ja wohl echt einen abenteuerlichen Start. Wie schaut es eigentlich jetzt in deinem Zimmer aus, Peter?"."Ach, schon etwas chaotisch, aber kaputt ist nichts.", antwortete dieser und musste unwirkürlich grinsen, als die Professorin wieder mit ihrem hellen, ansteckenden Lachen begann. Dann fasste sie sich wieder und sagte:"Okay, ich denke, Ottaro und Serpifeu doch sehr erschöpft, vielleicht sollten wir mal ins Labor gehen?". Cheren protestierte:"Hey, aber ich bekomme nachher auch noch einen Kampf, oder, Rocker?". "Ja, Ja, ganz ruhig, wenn es Serpifeu wieder besser geht. Apropos...Serpifeu? Wo steckst du schon wieder?", antwortete Peter und sah sich um. "Schau irgendwo nach, wo besonders dichte Pflanzen wachsen", riet die Professorin:"Das ist so eine seiner Eigenarten, aber es ist ja auch ein Pflanzenpokemon."."Ja, mit dieser Eigenart habe ich schon meine Erfahrungen gemacht." sagte Peter mit dem Anflug eines Lächelns und begann dann zu suchen. Er fand seinen Partner zunächst nicht, beschloss jedoch, dass er nicht jedesmal sein Pokemon suchen konnte, wenn es mal wieder Lust auf einen solchen Egotrip hatte:"Serpifeu, jetzt komm schon raus, die Professorin ist da und wir wollen ja auch deine Energie wieder auffrischen!". Wie es der Zufall wollte, lag Serpifeu hinter Peter unter einem Busch und kam höchst unwillig wieder hervor. Es sprang jedoch ohne viel Theater auf Peters Arm, den dieser ihm hingestreckt hatte. "Okay, jetzt können wir gehen."


    Der Weg zu Professor Esches Büro war nicht sonderlich lang und so traten die 4 kurze Zeit später nach der Professorin ein. Das Büro war seltsam chaotisch, weshalb Bell sofort fragte, was denn los gewesen sei. Denn Professor Esche war sehr ordentlich und konnte es nicht leiden, sobald etwas in "ihrem Reich", wie sie das Labor manchmal scherzhaft nannte, nicht am rechten Platz war. "Ach, gestern Abend schien es ein Problem mit dem Lagerungssystem zu geben, weshalb man mich gebeten hatte, es auf seine Tauglichkeit zu prüfen.", entgegnete die Professorin, während sie eine nicht zu verachtende Menge Papiere und Ordner in die Regale räumte. Cheren war neugierig:"War es denn was Ernstes?"
    "Nein, nein. Es gab wohl ein Problem mit dem Systemprotokoll, denn es wurden ungewöhnlich viele Zugriffe verzeichnet. Wir fürchteten einen Hacker, aber wie gesagt hat nur das Protokoll gestreikt.", sagte Professor Esche und schob nebenbei den letzten Ordner an seinen Platz. "So, jetzt sollten wir erstmal Ottaro und Serpifeu wieder fit machen. Wenn sie im Pokeball sind, geht das viel schneller, also ruft sie mal zurück." Bell richtete Ottaros Ball auf den kleinen Otter und sah zu, wie es sich in rotes Licht transformierte und in das Innere des Balls gezogen wurde. Bell betrachte den Ball stirnrunzelnd:"Ich weiß nicht. Ich hab immer ein ungutes Gefühl, wenn ich ein Pokemon so verschwinden sehe. Ich frage mich dann immer, ob diese Bälle nicht wie ein Gefängnis sein müssen."
    "Keine Sorge, Bell. Wenn dein Pokemon den Ball nicht mag oder raus möchte, kann es sich bemerkbar machen.", beruhigte sie Professor Esche. "Oh, gut!", freute sich Bell erleichtert. Dann wandte sie sich zu Peter und wurde Zeuge eines merkwürdigen Schauspiels. Dieser wollte nämlich sein Serpifeu ebenfalls zurückrufen, welches aber beim Anblick des Balls das Weite suchte. "Peters Serpifeu ist ein Beispiel für so einen Fall.", stellte Professor Esche fest. "Ihr ahnt ja nicht, wie lange ich auf es eingeredet hatte, bis es der Besonderheit des Tages wegen in seinen Ball gegangen ist."
    "Also wird es mich außerhalb des Balls begleiten müssen?", wollte Peter wissen. "Ja, so ist es. Stört dich doch nicht, oder?", fragte die Professorin. "Nein, keinesfalls.", sagte Peter, betätigte den Knopf, um den Pokeball zu verkleinern und ließ ihn in seiner Tasche verschwinden. Augenblicklich kam Serpifeu hinter dem Regal hervor und stellte sich anscheinend froh zu seinem Trainer. "Da fällt mir ein", begann Peter:"Einer der Pokebälle hat heute Morgen in der Box gewackelt. War das Serpifeu?". "Wahrscheinlich schon.", antwortete Professor Esche.


    Kurze Zeit später waren die Pokemon wieder fit und Professor Esche holte drei noch in der Originalpackung steckende Gegenstände hervor. Cheren platzte gleich heraus:"Sind das die neuen Pokedexe?".
    "Genau Cheren. Ich hatte mir gedacht, dass du die Form gleich erkennst.",sagte Professor Esche lächelnd. "Sie sind noch völlig unberührt. Los, packt sie doch mal aus."
    Peter öffnete die edel wirkende Verpackung und legte die einige Seiten umfassende Anleitung beiseite, schließlich war er an dem Gerät an sich interessiert. Er holte es aus der Folie, in der es lag und begutachtete es:"Professor, kann ich ihn jetzt schon anschalten?", fragte er. "Ja, dieses Modell arbeitet mit Solarenergie, hat aber auch einen Akku, der über die Sonne geladen wird. Sollte man eine Höhle erkunden, muss man eben schauen, ob die Energie reicht."
    "Ach so.", sagte Peter knapp, schob das Gerät auf und drückte auf On. Es erwartete ihn ein Ladebildschirm und dann musste das Gerät neu konfiguriert werden. Dazu gab er erst ein paar Informationen von sich ein und musste schließlich seinen Trainerpass zur Erkennung unter die Kamera halten. Bell war anscheinend genauso weit und fragte die Professorin nach den Pässen. Diese gab zu, das vergessen zu haben, holte die Pässe vom Regal und gab sie den dreien. Peter bedankte sich und hielt den Pass unter das Gerät. Eine elektronische Stimme ertönte:" Vielen Dank für die Konfiguration. Stecken sie den Pass bitte in das entsprechende Fach oberhalb des Pokedexes." Während Peter das tat, erinnerte er sich an den Besuch seines Onkels vor etwa neun oder zehn Jahren. Und auch an das kantige, große rote Gerät, das damals der neueste Dex war. Er musste grinsen ob der großen Entwicklung, die seit damals geschehen war und bat sein Serpifeu doch mal, herzukommen. Sofort erkannte der Pokedex alle Daten wie Spezies, Attacken, Größe und Geschlecht. "Du bist also ein Weibchen.", stellte Peter fest und machte gleich ein Foto mit dem Pokedex. Serpifeu schien durch das Geräusch plötzlich hektisch zu werden und wollte allem Anschein nach das Foto sehen, daher zeigte Peter das Bild. Das Pokemon war nicht begeistert, schien ein besseres Bild zu wollen und warf sich in Pose. Peter tat ihr den Gefallen und ließ die Kamera ein zweites Mal klicken. Diesmal schien das Resultat besser zu gefallen. Bell und Cheren wussten nun ebenfalls mehr über ihre Pokemon, Ottaro war wie Serpifeu ein Weibchen und Floink männlich. Cheren fragte:"Kann es sein, das Rockers Serpifeu sich mit Technik auskennt? Bei Rocker daheim war es ziemlich begeistert von einem CD-Player und eben hat es gewusst, dass er ein Foto gemacht hat."
    "Nun, auskennen würde ich nicht sagen, aber es merkt sich solche Sachen und hat mir auch ein paar Mal interessiert über die Schulter geschaut, wenn ich den Laptop benutzt habe. Serpifeu kann mittlerweile eine Computermaus benutzen. Wahrscheinlich wurde es auch schonmal fotografiert.", antwortete Professor Esche.
    "Na, das soll mich das nicht stören, solange es", Peter stoppte und verbesserte sich:" solange sie nicht irgendwann meinen Pokedex genauso gut benutzen kann wie ich.". Bell musste lachen:"Wieso denn nicht, Rocker, das stell ich mir eigentlich ganz praktisch vor.". Doch nun hatte Cheren wohl genug von all dem und forderte Peter zu einem Kampf heraus. Peter stimmte begeistert zu, und so gingen sie nach draußen, gefolgt von Bell und Professor Esche.


    Serpifeu eilte vor Peter und Cheren drückte den Knopf seines Pokeballs, worauf sich Floink aus einem roten Strahl heraus materialisierte. Weil Cheren der Herausforderer war, ließ er Peter beginnen. Peter befahl Tackle, was keine wirkliche Überraschung war. Cheren tat dasselbe, und so rasten die Kontrahenten mit einer ordentlichen Geschwindigkeit aufeinander zu und erwischten sich frontal. Wie auch beim Kampf gegen Ottaro stand Serpifeu jetzt Floink direkt gegenüber und die beiden drückten sich vor und zurück. Doch Floink hatte mehr Halt, da es auf 4 Füßen stand und konnte Serpifeu mit einer kurzen, aber kräftigen Bewegung zu Boden stoßen. Cheren ließ Floink mit Rutenschlag angreifen, doch Serpifeu nutzte seine Schnelligkeit und schaffte es, ausweichen, indem es sich aus der Bahn rollte. Peter wusste, wenn die Sonne nicht scheinen würden, hätte das wohl anders ausgesehen. Und wieder stürmten die beiden Pokemon mit Tackle aufeinander zu. Serpifeu war diesmal schneller und traf kraftvoller als zuvor, weshalb jetzt Floink zu Boden ging. Anders als beim Kampf gegen Ottaro schien dieser Kampf schon bald entschieden zu sein. Die beiden Pokemon steckten alle Kraft, die sie hatten, in ihre Attacken. Ein drittes Mal rannten Serpifeu und Floink nun aufeinander zu und gaben jeweils alles, was sie hatten. Mit einem Wumms stießen die Pokemon zusammen, was beide sichtlich geschwächt hatte. Sie gingen wieder vor ihren Trainern in Angriffshaltung, doch plötzlich wankte Serpifeu und ließ sich ins Gras fallen. Kurze Zeit später streckte Floink alle vier Beine von sich und fiel in einer kleinen Staubwolke ebenfalls auf den Boden. Das Ergebnis sorgte bei allen Anwesenden für kurze Verwirrung. "War das jetzt ein Unentschieden?", fragte Bell. Peter entgegnete:"Für mich hat Cheren gewonnen, Serpifeu war schließlich zuerst unten. Oder, Cheren?" Cheren war überrascht, dass er jetzt von seinem Gegner gefragt wurde, entgegnete aber:" Ich glaube, das bleibt jetzt Interpretationssache. Für mich wars Unentschieden.".
    Peter grinste:"Interpretationssache? Ja, ich glaube, das kann man so stehen lassen.". Und beide schlugen ein.


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  • Kapitel 4
    Es ist Zeit zu gehn


    Kurze Zeit später waren Peter, Cheren, Bell sowie die Professorin erneut im Labor, wo Serpifeu und Floink gerade wieder fit gemacht wurden. Allesamt waren sie in Gedanken versunken, als es unerwartet klopfte.
    "Besuch?", fragte die überraschte Professorin und war schon auf dem Weg Richtung Tür. Diese war inzwischen jedoch geöffnet worden und Peters Mutter trat ein, offensichtlich in Hektik.
    "Mum, was ist denn los?", wollte Peter wissen.
    "Ach, ich dachte, ihr wärt schon in Richtung Gavina unterwegs, aber zum Glück hat mir unsere Nachbarin Bescheid gesagt, dass ihr noch nicht weg seid. Ich...", erklärte sie mehr schlecht als recht, da sie immer wieder tief Luft holen musste, doch Peter unterbrach sie:"Ja, jetzt komm erst mal wieder zu Atem. Glaubst du allen Ernstes, ich wäre einfach so abgedampft, ohne nochmal daheim vorbeizuschauen?"
    "Nun...", entgegnete seine Mutter:"Nein, eher nicht. "Aber ich war grade noch ziemlich in Hektik. Wie auch immer, hier, Cheren, Bell, Peter. Die sind für euch.", sagte sie lächelnd.
    "Was ist denn das?", fragte die neugierige Bell, während sie das kleine, speicherkartenähnliche Objekt aus seiner Verpackung holte.
    "Das sind GPS-Kartenmodule.", bekam sie als Antwort:"Die könnt ihr...Peter, gib mir doch mal deinen Pokedex."
    Er reichte ihn herüber, seine Mutter drehte ihn herum, deutete auf einen schmalen Schlitz seitlich dem für den Trainerpass und erklärte weiter:"Ja, genau, hier hineinstecken und habt dann eine Kartenfunktion im Menü, die sehr genau ist."
    "War das denn nicht teuer? Ich meine...das wäre doch nicht nötig gewesen.", sagte Cheren, der es einfach nicht gewohnt war, etwas zu bekommen, aber selbst immer völlig uneigennützig aushalf, wenn er denn konnte. "Nein, ach was, das waren Werbegeschenke aus dem Supermarkt in Stratos City. Bei euch sind die besser aufgehoben.", sagte Peters Mutter mit einem Augenzwinkern:"Nun, ich gehe dann mal wieder nach Hause, du kommst dann einfach nach, Peter. Bis gleich."
    Doch kaum hatte sie geendet, ertönte ein leises Bing als Signal, dass Serpifeu und Floink wieder bei Kräften waren. Augenblicklich kam Serpifeu angeflitzt und war im Nu auf Peters Schulter geflitzt, wo es sich entspannt hängen ließ. Das ging jedoch nicht lange gut, weil es augenblicklich mit dem Kopf voraus herunterzurutschen zu begann. Es schrie überrascht, doch Peter fing es auf, bevor es auf dem Boden landete. Serpifeu sah sich kurz verwirrt um und huschte dann wieder auf Peters Schulter, hielt sich diesmal jedoch gut fest. Cheren nahm inzwischen seinen Pokeball aus der Halterung.
    "Ist das deins, Peter?", fragte seine Mutter und machte Anstalten, die Grasschlange zu streicheln. Serpifeu duckte sich erst unter der Hand weg und sah Peters Mutter musternd an. Dann jedoch bewegte es sich von sich aus auf die Hand zu und ließ sich kraulen. "Jep!", antwortete Peter.
    "Und warum ist es nicht in seinem Ball?", wollte seine Mutter wissen.
    "Gefällt ihm einfach nicht."



    "Professor, können wir eigentlich inzwischen gehen und uns endgültig vorbereiten?", fragte Bell.
    "Ja, ich hab im Moment nichts mehr zu sagen, aber wartet bei dem Weg nach Gavina auf mich, da klären wir dann auch das weitere Vorgehen.", sagte Professor Esche.
    "Okay, bis gleich!", verabschiedete sich Bell und die Anderen taten es ihr gleich. Kaum waren sie aus dem Labor gegangen, entfuhr Bell ein Seufzen:"Oh je...wenn ich denke, wie viel ich noch zu packen habe."
    Peter und Cheren und tauschten vielsagende Blicke, bis Peter endlich sagte:" Lass dir doch von deiner Mum helfen, dann geht das bestimmt schneller."
    "Ja, sollte ich wohl machen, sonst kommen wir vor Morgen hier ja nicht mehr weg."
    Inzwischen waren sie an der Gabelung angekommen, an der sie sich trennen mussten, und so verabschiedeten sie sich bis gleich und machten sich ein jeder auf zu ihren Häusern. Peter ging wie gewohnt ein, zwei Schritte hinter seiner Mutter, während er sich über alle heutigen Ereignisse unterhielt. Daheim angekommen eilte er sofort ins Obergeschoss und stieß seine Zimmertür auf, um möglichst schnell fertig zu werden. Kaum stand die Tür jedoch offen, blieb ihm schier der Verstand stehen. Ihm bot sich ein Anblick der schönsten Verwüstung, die hauptsächlich aus dem Inhalt des vorhin umgekippten Mülleimers und einigen ehemals schön ordentlichen Papierstapeln zusammensetzte:" Das hab ich völlig vergessen!", ächzte Peter, der nichts mehr hasste als Aufräumen. Und gerade heute am ersten Tag seiner Pokemonreise war es das Letzte, was er im Sinn hatte. Serpifeu sprang von seiner Schulter, hob ein anscheinend beliebiges Blatt auf und blickte fragend zu seinem Trainer. "Du hilfst mir doch, oder?", wollte dieser wissen. Doch irgendwie schien das Blatt Papier die Aufmerksamkeit seines Pokemon voll zu beanspruchen. Als Peter einen Blick auf dieses Blatt warf, musste er schmunzeln. Es war eine Kopie aus einem seiner alten Schulbücher, die Kopie eines Serpifeus. Peter fragte nochmal, ob ihm sein Pokemon dabei helfen würde, das Blätterchaos zu beseitigen. Es nickte kurz und begann dann, die Blätter kreuz und quer aufzusammeln und sie dann seinem Trainer zu reichen, der sie auf den Tisch legte. So ging das Ganze doch recht schnell und als dies erledigt war, prüfte Peter nochmal den Inhalt seinen Rucksacks, der schon seit gestern gepackt war.
    "Wechelkleidung, paar Flaschen Wasser, Geldreserve, jajaja...", murmelte er leicht abwesend. Doch kaum war er durch, schien er plötzlich aufzuwachen und sagte begeistert:" Dann kann's ja losgehn!". Serpifeu warf ihm einen Blick zu und kletterte dann von dem Kübel von Peters Zimmerpalme herunter, in die es sich anscheinend wieder verkriechen wollte. Flugs war es wieder auf seinem wohl baldigem Stammplatz, nämlich Peters linker Schulter. Peter indes setzte gedankenlos seinen Rucksack auf und bekam einen kleinen Rüffel von Serpifeu, als er den Riemen über die Schulter streifte, auf der das Pokemon saß. Er entschuldigte sich und sagte, dass er sich daran eben noch gewöhnen müsse. Dann machte er sich auf ins Untergeschoss, um sich zu verabschieden.



    Im Untergeschoss wurde er schon von seiner Mutter erwartet, die mit noch einem Geschenk aufwartete. "Ein Viso-Caster!", platzte er heraus. "Danke, Mum!".
    "Ich habe mir gedacht, dass du dich freust. Deine Freunde haben ja schließlich auch einen, da könnt ihr euch dann auch unterwegs austauschen.",sagte sie lächelnd. Doch dann wurde sie plötzlich ernst, wirkte sogar ein wenig bedrückt:
    "So wie es aussieht, muss ich jetzt für eine Weile Auf Wiedersehen sagen.", sagte sie. Peter hatte dies erwartet, er wusste genau, wie sehr seiner Mutter Abschiede nahe gingen, selbst wenn sie auch nur für kurze Zeit galten. Aber obwohl er damit gerechnet, war ihm dabei immer unwohl. Doch er lächelte und sagte:"Ach, Mum. Ich mach doch keine Weltreise, ich werde ja in Einall bleiben. Naja, Twindrake ist schon etwas weiter weg, aber mit der U-Bahn bin ich doch wieder schnell in Rayono oder Stratos City."
    Er überlegte kurz und hängte witzelnd an:"Aber ich komme nicht jedesmal heim, wenn du anrufst, sonst erreiche ich die Pokemon Liga ja nie."
    Das brachte seine Mutter auch kurz zum Lachen. Als sie sich wieder gefasst hatte, sagte sie:" Keine Sorge, so wird das schon nicht werden."
    Auf einmal herrschte kurzweilig Stille, doch als Peter dies beenden wurde, wollte ihm das nicht richtig gelingen. Er stammelte nur ein paar Worte wie Tja, also und dann. Seine Mutter ergriff die Initative:"Auf Wiedersehen, mein Sohn. Ich wünsche dir eine schöne Reise."
    Nun tat Peter etwas, was er nicht unbedingt häufig machte und umarmte seine Mutter. Diese war davon kurz überrascht, umarmte dann jedoch zurück. Als er sie wieder losließ, wünschte nun er seiner Mutter alles Gute und sagte Tschüss. Seine Mutter lachte jedoch:" Jetzt geh schon, ich weiß, du kannst es kaum abwarten."
    "Ja, hast Recht. Also, bis bald mal, bestimmt! Auf Wiedersehen!", rief Peter gut gelaunt und stürmte aus der Tür. Als die Tür sich wieder schloss, warf seine Mutter noch einen Blick aus dem Fenster und sah Peter, wie er zur Route 1 stürmte, aber nicht ohne zu winken. Sie winkte zurück, spürte jedoch einen kleinen Stich im Herzen. Nun war ihr Sohn weg, und wohl das erste Mal für mehrere Monate. Sie stand eine Weile da und sah aus dem Fenster. Dann fasste sie sich ein Herz und ging in Peters Zimmer, welches nur zur Hälfte aufgeräumt war. Sie machte sich sofort daran, es wieder herzurichten für seine Rückkehr. Als Erstes sah sie auf den zur Wand gerichteten Fernseher. Ihr fiel ein, dass es das Geschenk für den bestandenen Abschluss gewesen war und kaum benutzt worden war, da zwischen dem Abschluss und dem Beginn dieser Reise kaum Zeit vergangen war. Schmunzelnd dachte sie bei sich:" Es ist wie immer, kaum ist eine Hürde genommen, steckt er schon Hals über Kopf in etwas Neuem drin."
    Und sie drehte den Fernseher wieder richtig herum.



    Peter war inzwischen bei Route 1 angekommen, wo Cheren schon wartete. Er wollte schon nach Bell fragen, hörte sie jedoch hinter sich rufen und wandte sich um. Sie schien leicht aufgekratzt zu sein und hatte leicht gerötete Wangen. Zudem war sie leicht außer Puste, da sie sich offensichtlich doch etwas beeilt hatte, um hier zu sein. Peter und Cheren, denen Bells Angespanntheit aufgefallen war, fragten gleichzeitig, was denn los sei. Bell antworte knapp:
    "Mein Abschied daheim war nicht so toll. Meine Mum hat mir geholfen, zu packen.", dabei zeigte sie auf den nun sehr kompakten Rucksack, der kein Vergleich zu dem Monstrum war, das Peter kurz vorher in ihrem Zimmer gesehen hatte:
    "Aber mein Vater ist alles Andere als begeistert, dass ich jetzt durch die Gegend ziehe und so weit von Zuhause weg will. Warum nur muss Avenitia der am weitesten entfernte Ort von der Liga in ganz Einall sein?"
    Cheren wollte gerade antworten, als hinter ihnen eine kurze, hell tönende Hupe erschallte. Urheber war Professor Esche, die mit ihrem roten, schon etwas in die Jahre gekommenen Auto gekommen wurde. Sie winkte die drei zu sich und Bell beschloss, die Sache vorerst ruhen zu lassen. Professor Esche fragte:" Na, alle startklar?". Anscheinend erwarte sie keine Antwort auf diese Frage und fuhr unbeirrt fort:
    "Hier habe ich für jeden von euch erstmal fünf Pokebälle. Wie man Pokemon fängt, sollte ich wohl nicht erklären müssen."
    Die drei nickten und so fuhr sie fort:" Ich werde die Landstraße nach Gavina nehmen und sehen, wie ihr euch bis dahin so geschlagen habt. Habt ihr jetzt noch Fragen?"
    Bell meldete sich:"Ähm, nur eine. Ist das denn kein Umstand für sie, nach Gavina zu fahren?
    "Nein, Nein.", entgegnete die Professorin:" Man hat mich angerufen, weil eine, nachdem was ich gehört hab, Umweltorganisition zum Wohle der Pokemon dort auftritt. Mein Kollege in Stratos City sagte, er habe Sachen darüber gehört, die ihn beunruhigen würden."
    "Achso.", antwortete Cheren. "Das würde mich auch interessiern."
    Seine Freunde stimmten ihm zu. Die Professorin sagte: "Gut, jetzt scheinen alle Klarheiten beseitigt, wir treffen uns dann in Gavina vor dem Pokemoncenter, okay?"
    "Ja, das sollten wir problemlos finden. Bis nachher dann.", stimmten die Drei zu. Professor Esche kurbelte das Fenster nach oben und fuhr in ihrem wie üblich gemächlichem Tempo davon. Bell, Cheren und Peter wandten sich nun Route 1 zu. Cheren konnte anscheinden nicht mehr an sich halten und wollte mit einem schnellen Dann kanns ja losgehen! davonstürmen. Doch Bell hielt ihn zurück, was ihm anscheinend nicht gerade gefiel. Sie entschuldigte sich und fragte:"Was haltet ihr davon, wenn wir unseren ersten Schritt in das neue Abenteuer gemeinsam tun? So als, naja, Feierlichkeit zur Sache."
    Offenbar war ihr der Vorschlag peinlich und sie trat verlegen von einem Fuß auf den Anderen. Ihre beiden Freunde sahen das jedoch ganz anders und fanden die Idee nicht schlecht. Also stellten sich die Drei in einer Linie vor den Wegweiser zur Route 1. Peter machte einen Countdown:
    " Drei, Zwei, Eins, auf gehts!"
    Gleichzeitig machten die drei Freunde einen Schritt hinter das Schild und sahen sich dann wie auf Kommando gegenseitig an. Auf einmal mussten sie lachen. Das war nun also der endgültige Schritt in ein Abenteuer, dessen Ausgang noch in den Sternen stand.


    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

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  • ich gebe dann auch einmal ein kleines Kommi ab: (Ein kleines weil ich gleich off geh' ^^)
    Erstmal: Gute Idee, Netter Einfall und ich finde du hast die richtigen personen ausgesucht und das Alter stimmt auch überein. Das einzige, was ich noch zu "bemängeln" habe ist, dass du vielleicht ein bisschen, naja... Wie soll ich es sagen? Sauberer, Übersichtlicher, keine Bandwurmsätze? Manchmal verstehe ich den ein - oder anderen satz leider nicht, dass ist schade, da diese Fanstory wirklich gut gelungen ist!


    Fazit: Bis jetzt war ich wirklich sehr zufrieden und ich hoffe,w ir motivieren Dich, damit du so weiter schreibst, wie du es nun machst :)


    Lg cynthia




  • Kapitel 5
    Eine neue Zukunft zwischen Menschen und Pokemon


    Die Drei entschieden schnell, dass sie zumindest den Weg zur nächsten Stadt alleine meistern wollte. Bell nahm anscheinend ohne groß nachzudenken den direkten Weg, während Cheren flugs in das Waldstück ging, dass an die Route angrenzte und sich Richtung Westen sehr groß ausdehnte. Und so stand Peter nun alleine da und wusste wie üblich nicht, wo lang. Doch da kam ihm in Sinn, das er gar nicht allein war:"Serpifeu, wo solls lang gehen?".
    Die kleine Grasschlange hob den Kopf, überrascht, dass jetzt ihre Meinung gefragt war. Kurz danach kletterte sie schnell, aber elegant an Peter herunter, der schon ahnte, was jetzt kam. Dies bestätigte sich auch sofort, als Serpifeu auf den Wald zulief.
    "Welch Überraschung.", sagte Peter in Gedanken zu sich selbst und machte sich daran, seinem Pokemon zu folgen. Im Wald hielten die beiden gespannt Ausschau nach wildlebenden Pokemon. Peter machte sich aber noch über etwas anderes Gedanken: Serpifeu konnte bisher nur Tackle und Silberblick einsetzen, wann würde es die erste typenspezifische Attacke erlernen? Er überlegte und grübelte, was diese Attacke sein würde und war ein wenig ärgerlich, als es ihm partout nicht einfallen wollte. Das hatten wir doch im Unterricht, dachte er, als ihn plötzlich der laute Ruf seines Pokemon aus seinen Gedanken riss. Hektisch blickte er auf und suchte die Gegend nach Serpifeu ab, nur um im selben Moment urplötzlich und schmerzhaft von etwas aufgehalten zu werden. Durch den abrupten Zusammenstoß kippte er nach hinten weg und landete hart auf seinen vier Buchstaben. Verdutzt schüttelte er den Kopf und brauchte eine Weile, um zu erkennen, was ihm da im Weg gestanden hatte.
    "Ein Baum. Na was auch sonst, in einem Wald!", fluchte er und rieb sich die schmerzende Stirn, auf der er deutlich den Abdruck der Rinde spürte. Er entdeckte nun auch Serpifeu, welches neben dem Baum auf dem Boden lag und sich allem Anschein nach kugelte vor Lachen.
    "Ha Ha Ha. Sehr witzig!", sagte Peter leicht genervt zu seinem Pokemon, das so ungeniert die pure Schadenfreude heraushängen ließ. Dieses versuchte zwar, sich zusammenzureißen, ließ jedoch hin und wieder immer einen kleinen Kicherer heraus. Peter hatte sich indes wieder aufgerappelt und kapitulierend seinen Pokedex gezückt, den er nun auf Serpifeu richtete, um die nächste Attacke zu erfahren, die es lernen konnte. Er tippte ein paar Mal auf den Bildschirm, der erstaunlich sensibel reagierte und wollte die benötigte Information abrufen, als sich Serpifeu ein zweites Mal lautstark meldete. Alle Albernheit war von dem Pokemon abgefallen und es deutete energisch auf einen dicht bewachsenen Busch, in dem es raschelte.
    "Ist das ein Pokemon?", fragte Peter offensichtlich begeistert. Serpifeu nickte und machte seinem Trainer deutlich, dass er doch gefälligst in die Gänge kommen sollte.
    "Alright, das hat Zeit!" entschied er schnell und ließ den Pokedex in seiner Tasche verschwinden. "Auf gehts!", rief er seinem Pokemon zu. Serpifeu ließ sich das nicht zweimal sagen und verschwand ohne Nachzudenken kopfüber in dem Busch. Peter blieb davor stehen, zog die Augenbrauen nach oben und sagte leicht perplex:"So war das allerdings nicht gedacht."
    Kaum hatte er geendet, ertönte ein erschrockener Schrei aus dem Busch und sein Pokemon wurde aus dem Gewächs gescheucht. Peter beschloss schnell, das geheimnisvolle Pokemon in dem Gebüsch anzugreifen, sobald es sich zeigte. Schon teilten sich die Blätter und er rief:"Serpifeu, überrasch es mit Tackle!"
    Doch das wilde Pokemon war schnell genug und hatte sich in die Lüfte geschwungen, bevor Serpifeu es erreichte. Peter blickte nach oben und erkannte das Pokemon, ein wildes Dusselgurr.


    "Das ist ein Nachteil, Serpifeu kann nicht aus der Luft angreifen!", rief Peter. Serpifeu stellte sich jedoch kampfbereit dem Dusselgurr entgegen, das über ihnen seine Kreise zog. Peter sah dem wilden Pokemon zu, das keine Anstalten machte, die Flucht zu ergreifen. Diesen Vögeln wurde nachgesagt, dass sie nicht besonders helle sein sollten, was sich hier gerade bestätigte. Oder das Dusselgurr war einfach nur wild auf einen Kampf.
    "Serpifeu, meinst du, du schaffst das?", fragte Peter zweifelnd. Serp! bekam er als Antwort und deutete es aufgrund der Erscheinung der Grasschlange als ein Ja.
    "Also gut, lass es nah herankommen und versuch es dann mit Tackle zu erwischen.", wies Peter sein Pokemon an. Serpifeu machte sich bereit, doch das Dusselgurr flog weiterhin über ihnen im Kreis und schien von der Situation auf dem Boden keinerlei Notiz zu nehmen. Peter wollte schon etwas sagen, als Serpifeu ihm zuvorkam und die piepsenden Töne ausstieß, die seine Sprache darstellten. Allem Anschein nach waren es keine besonders netten Dinge. Das Dusselgurr antwortete mit einem lauten, schrillen Pfiff und setzte mit einem Funkeln in den Augen zu einem Sturzflug auf Serpifeu an, welches sehr knapp auswich und dann einen Tackle versuchte, seinen Gegner jedoch nicht traf.
    "Versuch es weiter, Serpifeu, mehr können wir nicht machen!", rief Peter und sein Pokemon setzte die Strategie fort, jedoch erfolglos, auch wenn es jedesmal ausweichen konnte.
    "Wir müssen es riskieren, probier, ob Silberblick irgendwas bringt!", befahl Peter. Doch der fliegende Gegner, welcher keine besonders abwechslungsreiche Taktik an den Tag legte, rauschte stumpf weiter auf Serpifeu zu und wieder hinauf. Den Blick, der sonst jedes andere Pokemon hätte erstarren lassen, schien es gar nicht zu bemerken. Die Grasschlange machte dies allmählich rasend, es wurde leichtsinnig und hielt Silberblick ein wenig zu lange aufrecht. Der nächste Windstoß traf frontal. Serpifeu wirbelte durch die Luft und schlug einen Meter weiter hart auf. Sofort nutzte der Angreifer die nun ungünstige Position seines Gegners aus und setzte ein paar schnelle Hiebe mit seinem Schnabel nach, bevor es wieder außer Reichweite flüchtete. Serpifeu hatte durch die Treffer einiges abbekommen, schien aber nicht aufgeben zu wollen.
    "Serpifeu, du musst dich nicht..", wollte Peter beginnen, doch sein Pokemon gab darauf nicht allzu viel und protestierte. Erneut kam das Dusselgurr im Sturzflug angeflogen, während Serpifeu sich auf den Boden warf, um den Angriff zu entgehen. Doch als es sich wieder aufgerappelt und seinem Gegner zugewandt hatte, schossen plötzlich unter den gelben Fortsätzen an seinen Schultern je zwei dürre, fest wirkende Ranken hervor. Serpifeu war kurz genauso überrascht wie sein Trainer. Doch Peter war nun schlagartig eingefallen, was die erste typbezogene Attacke seines Pokemon war.
    "Rankenhieb!", rief er aus, hatte es jedoch nicht mal als Befehl gemeint. Doch sein Pokemon hielt es für einen und fing sich schnell wieder in der Hitze des Kampfes. Es straffte die Ranken, die nun nicht mehr unkonntrolliert herumschwangen und ließ sie auf die Flügel seines Gegnern sausen. Das Dusselgurr fiepte laut, als der Angriff sein Ziel fand und es zu Boden schleuderte. Zu seinem Glück landete es in einem kleinen Haufen aus Blättern, die durch den Aufprall aufgewirbelt wurden. Peter beschloss, dass es jetzt soweit war, schnappte sich einen seiner Pokebälle vom Gürtel, maximierte ihn und schleuderte ihn auf das am Boden liegende Vogelpokemon. Der Ball sprang auf, es wurde in sein Inneres gezogen und eingeschlossen. Peter und Serpifeu beobachten beide sichtlich gespannt wie der Ball hin und her kullerte, ein Anzeichen dafür, dass sich das eben gefangene Dusselgurr in ihm zur Wehr setzte. Plötzlich ging das rote Licht an dem Öffnungsmechanismus aus und Peter wollte schon einen vermeintlichen Siegesruf loslassen, als der Ball aufsprang und Dusselgurr wieder freigab. Das Pokemon schüttelte sich und ließ ein paar kurze, schrille Töne los.
    "Was zum...ich dachte, ich hätte es gefangen!", rief Peter enttäuscht:"Serpifeu, wir sind hier anscheinend noch nicht fertig."
    Doch die kleine Grasschlange wirkte angespannt, was sich anscheinend noch verstärkte, als das Dusselgurr erneut diese schrillen Töne ausstieß. Serpifeu rannte zu seinem Trainer und stieß energisch gegen dessen Beine, als wollte es ihn zum Gehen bewegen. "Serpifeu, was ist denn los?", fragte Peter verdutzt sein Pokemon, welches energisch seine typischen Laute ausstieß. In diesem Moment hätte er sich nichts mehr gewünscht, Serpifeu zu verstehen. Doch nun erkannte er etwas, was sich etwa 100 Meter entfernt befand und schnell näherkam. Serpifeu hatte es geahnt.


    Ein ganzer Schwarm Dusselgurr hatte anscheinend auf die Rufe des Pokemon reagiert, das Peter fangen wollte und nahm nun unmissverständlich Kurs auf ihn und sein Pokemon. Und sie kamen bestimmt nicht zum Körnerpicken. Peter griff sich sein Pokemon, das überrascht piepste und nahm die Beine in die Hand. Die Vogelpokemon kamen schnell näher. Peter durchbrach das dichte Gebüsch und kam auf einem kleinen Trampelpfad wieder heraus. Der Schwarm aber kam nun Stück für Stück durch das Geäst und setzte die Verfolgung fort. Der Abstand verkürzte sich stetig.
    "Verdammt!", rief Peter und rannte weiter, um eine Biegung, die hinter eine besonders große Eiche führte. Dort stand in einiger Entfernung Cheren, der anscheinend mit seinem Floink trainierte. Er blickte zu Peter, der wirkte, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her. Cheren wollte schon Peter zurufen, doch soweit kam er nicht:
    "Cheren, in Deckung! Mein Fanclub ist im Anmarsch!", brüllte Peter ihm zu, während er schwer atmete. Peters Freund setzte erst eine verwirrte Miene auf, doch auf einmal tauchte der Schwarm Dusselgurrs hinter der Eiche auf. Cheren überlegte nicht lange, rief sein Pokemon zurück und rannte mit Peter mit.
    Dieser keuchte stoßweise hervor:"Verdammt, warum läufst du mit? Die waren nur hinter mir her!"
    "Ich weiß!", antwortete Cheren:"Aber du sahst aus, als könnte du Hilfe brauchen!"
    "Stimmt schon!", japste Peter:"Aber was willst du denn tun?"
    Cheren antwortete nicht, sondern wartete ab, bis sie die nächste Biegung passiert hatten, griff dann ohne Vorwarnung nach Peters Arm und riss ihn in seine Richtung. Weg zwar von dem Trampelpfad, dafür aber mitten in den dichtesten Bewuchs abseits des Weges. Peter stürzte durch ein einziges Gewirre aus Grün und landete letztendlich schmerzhaft auf dem Boden, wobei sämtliche Luft aus seinen Lungen gepresst wurde. Er brauchte eine Weile, um wieder zu sich zu kommen und die Situation zu erfassen. Er fühlte sich erbärmlich und lag bäuchlings auf dem erdigen Waldboden. Für seinen Geschmack hatte er heute schon definitiv genug schmerzhafte Zusammenstöße gehabt. Als er sich aufraffte, erinnerte er sich, wie kurz bevor er ins Unterholz gestürzt war, seine linke Schulter plötzlich leichter wurde. Und tatsächlich, Serpifeu war nirgends zu sehen. Hektisch sah er sich um und stürmte aus dem Blattwerk, als er es nicht entdecken konnte. Was er daraufhin sah, machte ihn beinahe rasend, obwohl Cheren ihn gerade eben gerettet hatte. Dort stand sein Freund an einen Baum gelehnt und hatte ein leichtes Grinsen aufgesetzt. Offensichtlich war er aufgrund des Zustands seiner Kleidung nicht so unbeholfen auf den Boden geklatscht. Neben ihm stand Serpifeu mit einer ausdruckslosen Miene. Es musste schnell davongesprungen sein, als es bemerkte, dass sein Trainer bald in das Gebüsch rauschen würde.
    "So trifft man sich also wieder, Rocker. Ich denke, ein kleines Danke wäre angebracht.", sagte Cheren weiterhin grinsend, als Peter außer Gestammel nichts wirklich Verständliches hervorbrachte. Doch nun hatte er sich gefangen:"Mann, Cheren! Also, na gut, Danke, hast ja Recht. Aber musstest du mich gleich so schwungvoll ins Gebüsch schleudern?", fragte er keuchend und rieb sich seine mit lauter kleinen Kratzern übersäten Unterarme, mit denen er den Sturz abzufangen versucht hatte.
    "Nun...okay, das nächste Mal, wenn du von irgendwelchen wilden Pokemon gejagt wirst und ich dich retten muss, schmeiß ich mich mit auf den Boden. Ist das ein Angebot?", scherzte Cheren.
    "Ja, dann komm ich mir wenigstens nicht mehr so doof vor.", musste nun auch Peter grinsen. Cheren wollte wissen, was Peter denn angestellt hatte.
    "Na, ich wollte mir eines fangen!", antwortete Peter: Aber es war wohl noch nicht geschwächt genug, und als es wieder aus dem Ball kam, hat es seine Freunde gerufen."


    Die zwei Freunde kamen ins Gespräch und vergaßen den eigentlichen Grund, weshalb sie den Weg durch den Wald genommen hatten. Während sie gedankenlos dem Weg folgten, kamen sie Gavina immer näher. Peter machte die kleinen Häuser hinter den Bäumen zuerst aus und war enttäuscht. Jetzt war er beinahe den ganzen Weg gegangen und hatte immer noch nur sein erstes Pokemon. Cheren schien auch nicht begeistert darüber zu sein, dass Gavina bereits so nah war, doch er schlug vor, erstmal der Stadt einen Besuch abzustatten, wenn auch nur um den Auftritt dieser sogenannten Umweltorganisation nicht zu verpassen. Als sie in das kleine Städtchen kamen, fanden sie das Pokemoncenter auf Anhieb. Gavina war kaum größer als Avenitia, hatte aber dennoch einiges mehr an Freizeitaktivitäten zu bieten als Peters Heimatdorf, unter anderem das Jacko's, die Stammkneipe von Peter, Cheren und Bell. Dort hatten sich die drei Freunde meistens an den Wochenenden versammelt oder sich die Live-Übertragungen der Pokemon-Meisterschaften angesehen. Folglich kannten sich die drei in dem sonst eher verschlafenen Nest recht gut aus. Im Center wurden sie schon von Bell und Professor Esche empfangen, die sich eifrig unterhielten.
    Bell platzte gleich heraus:"Hi, ihr Zwei!". Dann fiel ihr Blick auf Peters Zustand:"Rocker, du schaust ja aus.."
    "Als ob ich durch das dickste Unterholz gekullert wär, ich weiß.", fiel ihr Peter ins Wort. Bell war zwar über die leicht forsche Antwort nicht begeistert, beschloss aber, Peter erst später zu fragen, was denn passiert sei. Vielleicht wenn sie nachher gemeinsam noch mal ins Jacko's einkehrten, bevor sie weiterreisten. Peter und Cheren gaben erstmal ihre Pokemon am Schalter des Pokemoncenters ab und wiesen sich mit ihren Trainerpässen aus, die notwendig waren, um diesen Dienst zu nutzen. Professor Esche erwähnte eine öffentliche Ansprache der unbekannten Organisation, die bald auf dem Marktplatz von Gavina stattfinden sollte. Daraufhin ging Peter an den Schalter und bat um einen Schlüssel für einen der Räume, in denen die reisenden Trainer übernachten konnten. Nur kurz, versicherte er der Frau hinter dem Tresen und kam tatsächlich kurze Zeit später wieder, allerdings mit einem neuen T-Shirt. Nachdem Cheren und Peter ihre Pokemon aus der Obhut des Centers zurückbekamen und ihr Gepäck vorläufig in den Schließfächern verstaut hatten, machten sich die Freunde mit der Professorin auf zum Marktplatz. Unterwegs fiel Cheren ein Flyer auf, der an die Scheibe eines kleinen Bäckergeschäfts angebracht war.
    "Team Plasma - für eine neue Zukunft zwischen Menschen und Pokemon.", las er verwundert von dem Blatt ab:"Team Plasma, was ist denn das für ein Name? Klingt irgendwie sehr futuristisch."
    "Jetzt komm schon, Cheren! Wir werden es ja gleich selber sehen", rief Bell. Cheren blickte von dem Flyer auf und beeilte sich, um die Gruppe wieder einzuholen. Inzwischen waren sie auf dem Marktplatz angekommen, wo sich schon eine kleine Menge aus Leuten versammelt hatte. Auf einer kleinen Erhebung in der Mitte des Platzes hingen zwei auffällige Stoffbanner mit einem großen, blauen P und einem ebenfalls blauen, gezacktem Streifen dahinter an einem Holzgestell. Seltsam altertümlich gekleidete Menschen standen sauber in einer Reihe da und gaben einen starken Widerspruch zu dem modern wirkenden Namen. Sie schienen auf Etwas oder Jemanden zu warten und Cheren beugte sich zu Peter, der vor ihm stand:"Die sehen aus wie aus unserem Geschichtsbuch über Einall, findest du nicht?"
    Peter wollte gerade etwas Passendes antworten, als ein Mann den Platz betrat, der in seinem Aussehen die Menschen, die schon dort standen, noch um Längen übertraf. Er wirkte schon etwas älter, etwa um die 50 Jahre, hatte aber einen erstaunlichen Haarwuchs und eine noch erstaunlichere Frisur. Er trug einen mächtigen Mantel, der in den Farben violett und beige gehalten und mit zwei auffälligen Augen gemustert war. Als wäre dieser Eindruck noch nicht schrill genug, lag auf den Schultern des Mannes eine gigantische Halskrause, die ebenso wie der Mantel sehr kunstvoll gefertigt zu sein schien und von demselben Wappen geziert war wie die Banner auf dem Platz. Trotz des offensichtlich großen Gewichtes dieser Kleidung bewegte sich der Mann elegant, beinahe würdevoll, als würde er die Last auf seinen Schultern gar nicht spüren. Überdies war mit seiner Ankunft eine fast beängstigende Stille eingekehrt, auch wenn sein Aufzug einen stark an ein Kostümfest erinnerte und beinahe komisch anzusehen war. Doch niemand lachte. Diese Person hatte beinahe spürbar eine beruhigende Wirkung auf alle Anwesenden, fast so wie ein König eines längst vergessenen Zeitalters. Er ging zielgerichtet auf das Rednerpult zu, dass ihm einer der anderen Männer flugs hingestellt hatte und klopfte zum Test einmal auf das dort angebrachte Mikrofon. Zufrieden schwang er seine Arme auf sehr bestimmende Weise um seine Unterarme von dem Umhang freizubekommen und begann seine Rede.

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  • Kapitel 6

    Die beunruhigende Vision



    "Einwohner von Gavina! Ich bin hoch erfreut für die Anwesenheit jedes Einzelnen auf diesem Platz, auch wenn es sein mag, dass der Eine oder Andere am Ende meiner Ansprache möglicherweise unser Vorhaben als Unsinn abtut. Wir, Team Plasma, sind nicht mehr und nicht weniger als eine Organisation, der das Wohl der Pokemon, der Menschen und der Natur am Herzen liegt und damit nicht die Einzigen. Aber wie jede andere Gruppierung, die sich für etwas einsetzt, hoffen auch wir, dass wir etwas bewirken. Hoffentlich zum Guten!"
    Ein Applaus erhob sich aus der Menge und ließ ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht des Mannes erscheinen, der mit jedem seiner Worte alle Zweifel aus dem Weg räumte, dass er diese Sache auf die leichte Schulter nahm und sich auf keinen Fall unvorbereitet an das Rednerpult gestellt hatte. Doch nun hob er die Hände und machte der Menge bestimmt, aber alles Andere als unhöflich verständlich, dass er seine Rede fortsetzen wollte.


    "Ich danke ihnen sehr, aber der springende Punkt der Rede liegt noch vor uns. Ich bitte sie, erst dann ein Urteil zu fällen.
    Zuallererst möchte ich mich ihnen vorstellen. Mein Name lautet G-Cis, was auf die Tonfolge zurückgeht."
    Vereinzelt hörte man aus der Menge den einen oder anderen Kicherer, doch G-Cis beachtete dies nicht:
    "Um unser Vorhaben zu verstehen, werde ich nun etwas über längst vergangene Zeiten erzählen, Zeiten, die in unserer modernen Welt scheinbar endlos weit zurückliegen. Doch der Schein trügt, diese Zeit ist genaugenommen noch gar nicht allzu lange her. Dieser Eindruck entsteht durch den unerschöpflichen menschlichen Drang zu forschen. Ich rede von der Zeit, als die Einall-Region noch jung war. Als die Stadt, in der wir jetzt sind, kaum mehr war als eine kleine Ansammlung bäuerlicher Hütten. Als die Metropole Stratos City wohl gerade tausend, vielleicht zweitausend Bewohner zählte und es keine Pokemon-Meisterschaften gab. Eine Zeit, in der Pokemon und Menschen tatsächlich so etwas wie zwei grundverschiedene Völker darstellten, die die Lebensweise des jeweils Anderen respektierten, aber jedoch kaum miteinander in Kontakt traten."


    Der Mann endete und ließ das eben gesagte ins Bewusstsein der Anwohner sacken. Als Cheren klar wurde, was er gerade gehört hatte, konnte er nicht anders und hob die Hand. Zu seiner und der Überraschung aller Anwesenden wies der Mann auf ihn und bat ihn, seine Frage zu stellen. Cheren schien auf einmal auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft zu sein, als G-Cis das Wort nun direkt an ihn richtete und fand erst nicht die richtigen Worte. Doch schließlich begann er mit einem kleinen Räuspern:"Sie reden von zwei Völkern, bitte erklären sie mir, wie sie alle Pokemon ob ihrer Artenvielfalt als ein Volk bezeichnen."
    "Hervorragende Frage, junger Mann!", rief der Mann aus:
    "Die Bezeichung stammt aus meiner eigenen Recherche über viele Aufzeichungen der früheren Zeit. Es gibt mehrere Berichte darüber, dass die Pokemon wie die Menschheit etwas hatten, woran sie offensichtlich glaubten oder was wie eine Art Herrscher gewesen sein muss. Für die Menschen gab es einen König, für die Pokemon jedoch auch etwas Vergleichbares, was wohl die legendären Pokemon gewesen sein mussten. Zumindest ist dies unsere heutige Bezeichnung dieser Wesen. Natürlich gibt es gravierende Unterschiede zwischen Menschen und Pokemon, aber letztendlich ist es auf das Einfachste reduziert das Selbe."
    Cheren gab dem G-Cis stumm zu verstehen, dass er kapiert hatte und dieser fuhr fort:
    "Aber dies ist eine vergangene Epoche, die schon selbst aus dem Bewusstsein der meisten Menschen verschwunden ist. Pokemon werden nun gefangen, dressiert oder auch gegen ihren Willen zu Dingen gezwungen, die sie vielleicht selbst gar nicht wollen. Die zwei verschiedenen Lebensformen, Menschen und Pokemon, haben ihren Abstand zueinander aufgegeben und sind nicht länger voneinander getrennt. Die Menschen nutzen die besonderen, natürlichen Energien, die diesen fantastischen Wesen innewohnen und tragen auf diese Weise Kämpfe aus oder bringen wildlebende Geschöpfe mithilfe dieser Dinge in ihren Besitz, völlig ungeachtet dessen, was die Pokemon darüber denken!"
    Zur Unterstreichung seiner Worte hielt G-Cis einen Pokeball gut sichtbar, jedoch auch so, als hätte er etwas warhaft Teuflisches in der Hand, der Menge entgegen.
    "Haben sie sich überhaupt schon ernsthaft darüber Gedanken, was es für ein Pokemon bedeuten kann, von einer Person gefangen und benutzt zu werden, wenn es doch viel lieber frei wäre? Dass viele diese Wesen eigentlich nicht ihr Leben in diesem Ding verbringen wollen?
    Ich, nein, Team Plasma strebt ein Ende dieses Zustandes an. Wir können es nicht ertragen, dass doch so viele Pokemon auf diese Weise behandelt werden. Unser Ziel ist es, die Umstände wieder so zu verändern, wie es einmal vor langer Zeit gewesen ist! Unser Ziel ist es, dass Menschen und Pokemon wieder getrennt voneinander leben und sich als ebenbürtig respektieren, so wie es die ursprüngliche Situation war! Schenkt ihnen die Freiheit und handelt somit in ihrem Sinne! Für eine neue Zukunft zwischen Menschen und Pokemon!"


    Er hob seine Hände von dem Rednerpult und bedankte sich mit einer leichten Verbeugung vor seiner Zuhörerschaft. Doch im Gegensatz zu vorher applaudierte niemand. Es war beinahe beängstigend still. Die Leute auf dem Platz standen noch eine Weile dort, sahen sich gegenseitig an und ließen das eben Gehörte noch einmal Revue passieren, während der Mann mit seinem Gefolge in geordneter Formation den Schauplatz verließ. Auch Cheren, Peter, Bell sowie die Professorin waren sichtlich verwirrt durch diese Ansprache. Und weit oben am strahlend blauen Himmel konnte man kurz zwei Gestalten ausmachen, die beide in entgegengesetzter Richtung mit enormer Geschwindigkeit Richtung Horizont verschwanden. Kaum jemand bemerkte die zwei Gestalten, die so schnell wieder verschwanden wie sie aufgetaucht waren.
    Cheren ergriff als Erster das Wort und brach die Stille:"Das war interessant."
    "Interessant?", entfuhr es Bell:"Das war doch ein riesiger Haufen Gerede!"
    Die Professorin entgegnete:"Nun, er hat sich wirklich nicht kurz gefasst. Aber den Gedanken hinter seinen Worten solltest du doch verstanden haben, Bell."
    Bell war schlagartig nicht mehr so hitzig und stammelte:"Nun...aber...ich meine, der hat uns alle aufgefordert, unsere Pokemon freizulassen! Der hat.."
    Peter unterbrach ihren Redeschwall:"Was immer er getan hat. Seht nur."
    Er wies auf die Menschenmenge, die sich in vereinzelte kleine Gruppen aufgeteilt. Ein Großteil schien die eben gehörte Rede nicht für voll zu nehmen und gab sich als nicht so sehr beeindruckt. Doch es gab tatsächlich Leute, die ihre Pokemon aus den Bällen ließen, mit ihnen sprachen und sie anscheinend mit ihren Worten nachhaltig verwirrten. Auf einmal leuchtete auf dem Platz am Rande einer Wiese ein blauer Lichtstrahl auf, unverkennbar das Zeichen, dass die Freilassen-Funktion des Pokeballs betätigt wurde. Ein Emolga materialisierte sich aus dem Strahl. Bell hielt es nicht mehr aus und stürzte auf die Trainerin zu. Peter rief:"Bell, warte! Was soll das?"
    Sie wandte sich jedoch nicht um und schien alles ausgeblendet zu haben. Peter, Cheren und Professor Esche eilten zu ihr und der Trainerin, die gerade ihr Pokemon freigelassen hatte. Diese kniete vor ihren Pokemon, welches sie verzweifelt ansah und war anscheinend selbst sehr unglücklich.
    "Emolga", sagte sie mit zitternder Stimme:"Es tut mir Leid, was ich dir angetan habe. Du bist frei, du kannst tun, was immer du möchtest. Aber wir sind nicht länger Trainer und Pokemon."
    Emolga ließ ein protestierendes Fiepen hören und wollte zu seiner Trainerin auf den Schoß springen, doch diese stand ablehnend auf, mit Tränen in den Augen.
    Bell konnte nicht anders, sie musste sich einfach Luft machen:"Warum tun sie das! Schauen sie doch hin, ihr Emolga mag sie! Warum hören sie auf die Worte eines völlig Fremden!"
    Die fremde Trainerin antwortete:"Ich kann Emolga einfach nicht mehr gefangen halten, nach dieser Rede."
    Sie zitterte und ballte die Hände zu Fäusten, während zwei Tränen aus ihrem Gesicht fielen und zwei einsame, nasse Flecken auf dem Boden vor ihren Füßen bildeten. Schlagartig drehte sie sich auf dem Absatz um und rannte davon. Bell meinte, noch ein Schluchzen gehört zu haben, während Emolga laut rufend ein paar Schritte seiner ehemaligen Trainerin nachrannte, jedoch bald langsamer wurde und letztendlich stehen blieb. Seine Trainerin war in der Menge verschwunden und für das Pokemon nicht mehr auszumachen. Nachdem es eine Weile auf der Stelle gesessen hatte und nur geradeaus gestarrt hatte, machte es sich daran, aus der Stadt zu laufen, weg von all den Menschen, weg von dem Platz, wo es diesen Schrecken erleiden musste.
    Bell war fassungslos und schien selbst den Tränen nahe:"Wie konnte diese Frau das so leicht tun".
    "Ich weiß es nicht.", sagte Peter betroffen:"Ich hätte nicht gedacht, dass diese Rede so einschlägt."
    Inzwischen leuchtete keine zwanzig Meter entfernt von der Gruppe erneut ein blauer Lichtstrahl auf. Bell blickte auf und rannte zu dem Trainer, der hier gerade sein Strawickl in die Freiheit schicken wollte. Doch kaum war sie dort, leuchtete erneut ein blauer Strahl auf. Und noch einer. Und noch einer. Bell rannte auf jede Trainerin und jeden Trainer zu, die ihre Pokemon aufgaben und sie völlig verwirrt alleine auf dem Platz zurückließen, ungeachtet dessen, wie lange sie schon zusammen durch die Gegend reisten oder was sie möglicherweise alles zusammen durchgemacht hatten. Bell wurde beinahe wahnsinnig dabei, als sie bei allen Trainern die sie erreichte, auf taube Ohren stieß. Ihr Rufen war in kurzen Abständen aus verschiedenen Ecken des Platzes zu hören. Bell selbst jedoch war in der Menge nicht auszumachen.


    Allmählich leerte sich der Platz immer mehr und schließlich entdeckte Cheren Bell, die bei einem kleinen Baum in der Mitte des Platzes stand und den Kopf in den Händen hielt. Die Freunde und die Professorin gingen auf sie zu und Cheren fragte:"Bell, ist alles in Ordnung?"
    Bell hob leicht erschrocken den Kopf und wischte sich augenblicklich die Tränen aus den Augenwinkeln.
    "Es...es geht schon. Ich krieg es aber einfach nicht in den Kopf, was hier gerade passiert ist.", sagte sie mit zittriger Stimme.
    "Ich auch nicht. Ich glaube, keiner von uns hat mit so etwas gerechnet." antwortete er und erntete damit zustimmendes Nicken. Professor Esche sagte:"Diese Gruppe hat eine beunruhigende Vision. Ich sollte so wenig Zeit wie möglich verlieren und in mein Büro zurückkehren, um die richtigen Leute zu informieren. Aber zuerst sollten wir mal besprechen, wie eure Reise bisher abgelaufen ist. Ihr habt doch sicher Fragen, nehme ich an."
    "Ja, die haben wir.", sagten Cheren und Peter aus einem Mund und mussten trotz der Umstände unwillkürlich grinsen, als sie an den kleinen Zwischenfall im Wald dachten. Bell schlug vor, das doch nicht hier mitten auf dem Platz zu tun, sondern doch irgendwo vielleicht was trinken zu gehen.
    "Du willst ins Jacko's, oder?", vermutete Peter und lag natürlich goldrichtig.
    "Ja, aber nur, wenn keiner was dagegen hat.", sagte sie. Niemand hatte etwas dagegen. Es herrschte immer eine sehr gemütliche Atmosphäre in der kleinen Bar. Peter stupste Serpifeu auf seiner Schulter an und sagte:"Jetzt siehst du gleich unsere Stammkneipe, bist du neugierig?"
    Sein Pokemon kletterte von der Schulter auf den Boden und schlug einen Rückwärtssalto, indem es in die Luft sprang und seinen Kopf in den Nacken legte. Dann rief es paar Mal begeistert und wollte die Gruppe aufforden, endlich loszugehen.
    Ausnahmslos alle mussten sie über die Darbietung des Pokemon lachen, auch Bell, die schon nicht mehr so betrübt wirkte. Zufrieden war Serpifeu zurück zu Peter geeilt und griff nach dessen Hosenbein, um seinen Platz auf der Schulter seines Trainers wieder zu besetzen. Doch kaum hatte seine zierliche Hand den Stoff ergriffen, hielt es inne und blickte wie hypnotisiert in eine bestimmte Richtung. Dann ließ es los, sprang erneut auf den Boden und lief schnurgerade, aber langsam in die Richtung, in die es geblickt hatte. Peter rief sein Pokemon, welches aber unbeirrt weiter ging. Auf einmal entdeckte Peter im Schatten eines großen Baumes eine Person, die er durch die Entfernung für den Mann hielt, der diese schwerwiegende Rede gehalten hatte. Genau dorthin war Serpifeu unterwegs. Besorgt eilte er auf die Person zu, hinter seinem Pokemon her. Doch als er nahe genug war, erkannte er, dass die Person um Einiges jünger war, bestimmt kaum älter als er selbst. Aber sie hatte dennoch eine große Ähnlichkeit mit G-Cis, wenn auch nur durch die enorme Menge an Haar, die sie jedoch nicht offen trug, sondern zu einem Zopf gebunden hatte. Serpifeu stand in einem Abstand von etwa einem Meter vor den Füßen des jungen Mannes und schien dessen Gesicht zu fixieren. Ebenfalls blickte der Mann starr auf Serpifeu. Von Peter schienen beide keine Notiv zu nehmen. Es machte beinahe den Eindruck, als würden die beiden nicht mehr auf dem Platz stehen, sondern mit ihren Seelen weit weg sein, an einem Ort, wo sie nur sich selbst wahrnamen und alles um sich herum vergessen hatten.


    "Serpifeu, komm jetzt!"
    Peter unterbrach die Stille abrupt. Wie als würde es aus einer Trance erwachen, zuckte Serpifeu zusammen und wandte sich langsam zu ihm um. Auf seinem Gesicht zeichnete sich ein merkwürdiger Ausdruck ab, während es genauso langsam wieder auf Peters Schulter kletterte. Serpifeu war wie ausgewechselt, hatte es doch vorher noch einen Salto gemacht, um von dem Vorfall abzulenken. Nun hing es still, beinahe apathisch auf Peters Schulter, sah aber immer noch die fremde Person an.
    "was hast du mit meinem Pokemon angestellt?!", fragte Peter leicht aufgeregt:"Was ist da los?"
    "Ist das dein Pokemon? Wieso ist sie nicht in einem Ball?", fragte der Fremde mit einer sanften, beruhigenden Stimme. Verwundert bemerkte Peter, dass dieser Typ offenbar wusste, das sein Pokemon ein Weibchen war. Doch er war zu besorgt um dem große Beachtung zu schenken:"Serpifeu mag keine Pokebälle, also muss sie auch nicht in Einem stecken. Aber ich habe zuerst gefragt, was lief da?"
    "Wir hatten nur ein kleines Gespräch. Dein Serpifeu ist ein kluges Pokemon. Schade, dass..".
    Hier wurde er abrupt von einem völlig perplexen Peter unterbrochen:"Was, Gespräch? Moment Mal, moment Mal, sagtest du Gespräch? Hast du mit ihm gesprochen?"
    Als der Fremde nickte, war sich Peter nicht mehr ganz sicher, ob dieser komische Typ nur ein Spiel mit ihm spielte. Beinahe wäre ihm diese Vermutung alles Andere als freundlich über Lippen gekommen. Doch stattdessen fragte er in einem ungläubig-spottenden Ton:"Und, was habt ihr geredet? Smalltalk, nehm ich an? Hat es dir gesagt, dass das Wetter schön ist?"
    Immer noch sehr besonnen erwiderte der Fremde:"Nein. Aber sie scheint dich zu mögen und lieber bei dir als frei zu sein. Gefangen in der Knechtschaft eines Pokemon-Trainers."
    Das brachte für Peter das Fass zum Überlaufen:"Serpifeu ist frei! Ich zwinge sie zu nichts, sie kommt mir mit, weil sie wollte!".
    Von Peters Schulter ertönte ein zustimmender Ruf und Serpifeu nickte, um ihn in seinen Worten zu unterstützen. Er fuhr fort:"Da hast du's! Schau dir Serpifeu an, sieht so ein Pokemon aus, das ungern bei einem Trainer ist? Wer bist du eigentlich, einer von diesen Plasma-Gestalten?"
    Er atmete einmal ein und aus und sagte schließlich etwas ruhiger:"Wer auch immer du bist. Ich hab nicht vor, weiter hier zu stehen."
    Diese letzten Worte sprach er sehr bestimmt aus, drehte sich um und wollte zu seinen Freunden zurück. Doch kaum hatte er einen Schritt getan, hörte er hinter sich schon wieder die ruhige Stimme:"Halt!".
    Er fuhr ungehalten wieder herum und fragte genauso ungehalten, was denn zum Skallyk jetzt schon wieder los sei. Aber der Fremde war nicht mehr allein. Ein Felilou strich auf einmal um seine Füße und er sagte:"Ich fordere dich zu einem Kampf! Mal sehen, ob das Band zwischen dir und Serpifeu wirklich so stark ist."
    Schlagartig war Peters Unmut weggeblasen und einer sonderbaren Begeisterung gewichen. Er war sich sicher, dass der Kerl zu Team Plasma gehörte und er mochte diese Bande schon jetzt nicht. Aber hier hatte er seine Gelegenheit, einem von ihnen zu beweisen, dass sie falsch lagen mit ihren Idealen und Zielen. Völlig Feuer und Flamme antwortete er:"Jederzeit, wenn es dir nichts ausmacht!"
    Diesem Typen würde er schon noch zeigen, wo der Hammer hängt, dem war er sich sicher.

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  • Kapitel 7

    Schicksalhafte Begegnung


    Peter war völlig in Fahrt und konnte es nicht erwarten, loszulegen. Doch kaum wollte er Serpifeu auffordern, vor ihm in Stellung zu gehen, spürte er einen leichten Schlag auf seiner Schulter. Er hielt inne und blickte sein Pokemon an, welches ihn mit großen Augen ansah und den selben merkwürdigen Ausdruck wie zuvor aufgesetzt hatte. Verwirrt fragte er, ob es ihm denn gut ginge, was Serpifeu mit einem Schulterzucken auszudrücken versuchte. Mit dieser menschlichen Geste hatte es jedoch aufgrund seiner Arme einige Probleme, kletterte dann schlussendlich herunter und fing wie wild draufloszuplappern. Peter, der vor Serpifeu in die Hocke gegangen war, verstand natürlich kein Wort und konnte wie üblich nur vermuten. Damit hatte er das selbe Problem wie jeder Mensch, der Pokemon trainierte. Jeder Mensch bis auf...


    "Siehst du. Du kannst nicht mal verstehen, was es dir mitteilt und musst es erraten. Was ist das nur für ein Umgang?".
    Der fremde Trainer war ihm in einem ziemlich abwertenden Ton zuvorgekommen, was Peter nun wirklich nicht leiden konnte:"Schön, wenn du es verstehst, aber das ist kein Grund, dich jetzt einzumischen!", fiel er ihm harsch ins Wort und wandte sich dann in einem wesentlich freundlicheren, aufmunternden Ton an Serpifeu. Er sprach jedoch leise, weil er vermeiden wollte, dass dieser Typ alles verstand:"Hör mal Serpifeu, ich kann deine Sprache zwar wirklich nicht verstehen, aber das soll uns nicht stören. Wie du dich fühlst und was du willst, kannst du mir nämlich trotzdem mitteilen. Hör nicht auf deine Gegner, sondern stets auf deine Freunde."
    Serpifeu legte auf reptilienähnliche Weise den Kopf leicht zur Seite und musterte Peter. Ihm entfuhr ein ratlos klingendes
    Piepsen und es wirkte nach wie vor verwirrt.
    "Ich kann mir vorstellen, dass du ihn nicht als Gegner ansiehst, weil er offenbar mit dir gesprochen hat, richtig?"
    Serpifeu nickte langsam. Peter entgegnete:"Schau mal, er hat gesagt, wir wären unfähig, uns uns gegenseitig mitzuteilen. Wollen wir ihm zeigen, dass wir das können?"
    Nun zeigten Peters Worte Wirkung. Serpifeu hob entschlossen wieder den Kopf und blickte nun nicht mehr so verunsichert wie vorher. Bell bemerkte indes, wie für den Bruchteil einer Sekunde eine leichte Spur der Überraschung über das Gesicht von Peters Herausforderer huschte. Doch kaum hatte sie es richtig erkannt, war schon der unberührt wirkende, besonnene Blick zurückgekehrt. Beinahe so, als wäre nie etwas gewesen. Peter hatte davon nichts gemerkt, da er mit Serpifeu gesprochen hatte. Dieses drehte sich nun flugs auf der selben Stelle um und sah mit bohrendem Blick zu seinem Gegner. Dieser maunzte ein paar Töne Richtung Serpifeu und bekam auch prompt die piepsenden Geräusche der Grasschlange als Antwort.
    Der Herausforderer sagte knapp:"Du darfst zuerst!"
    "Alles klar! Serpifeu, Rankenhieb!", befahl Peter. Er wollte in diesem Kampf keine Kaffefahrt veranstalten und gleich in die Vollen gehen. Das war ein Fehler. Mit nicht zu verachtender Geschwindigkeit sausten die kräftigen Ranken unter Serpifeus Schulterfortsätzen hervor und direkt auf Felilou zu. Doch Felilou war schon weg. Peter sowie Serpifeu konnten nicht mehr rechtzeitig reagieren. Als Serpifeu seinen Gegner ausmachte, wurde es schon einen Augenschlag später wuchtig von Felilous Pfote in die Seite getroffen und schmerzhaft auf das harte Pflaster des Platzes geschleudert. Ächzend erhob sich das getroffene Pokemon, während sich die beiden dabei Kontrahenten nicht aus den Augen ließen. Felilou sprang anmutig ein paar Schritte rückwärts zu seinem Trainer und blieb genau vor ihm stehen, ohne sich einmal umgewandt zu haben. Die zwei wirkten wie ein unglaublich gut eingespieltes Team.
    "Wann hast du ihm Kratzer befohlen?!", rief Peter.
    "Ich denke, du verstehst jetzt, was ich vorher gemeint habe. Ich war zwar vorher kurz erstaunt, als du Serpifeu so gut verstanden hast. Aber das war wohl nur Glückssache. Mit der Art, wie ich mit Felilou kommuniziere, ist es nicht zu vergleichen. Mach dich auf eine völlig neue Art des Pokemonkampfes bereit!"


    Felilou stürmte los, erneut ohne ein Befehl seines Trainers. Jedenfalls keinen Hörbaren. Peter indes hatte alle seine Sinne aufs Äußerste geschärft, um angemessen auf alles reagieren zu können, was Felilou tat. Auf einmal meinte er zu bemerken, wie das katzenartige Pokemon minimal nach rechts einen Drall hatte: "Serpifeu, nach links! Und sofort Tackle!"
    Serpifeu tat genau das, heimste jedoch nur ein weiteren, schwächeren Hieb mit Felilous linker Pfote ein, den das Pokemon während dem Laufen austeilte. Dieser erwischte aber genau einen von Serpifeus zierlichen Füßen und obwohl der Hieb kaum stark gewesen war, verlor Serpifeu das Gleichgewicht und fiel erneut unsanft auf den Boden. Zu einem Tackle war es gar nicht gekommen. Ohne Zögern machte Felilou schlitternd kehrt, nur um sofort wieder auf Serpifeu zuzusprinten. Serpifeu hatte nicht die Chance, dem noch auszuweichen, es sei denn...
    "Schleudere dich mit Rankenhieb nach oben!"
    Serpifeu reagierte keine Sekunde zu spät und Felilou sauste zwischen den Ranken hindurch. Peter sah eine Chance und befahl einen weiteren Rankenhieb aus der Luft. Felilou hatte nicht die Zeit, sich umzudrehen, doch es war auch gar nicht nötig. Es wich trotzdem aus, während Serpifeu wieder auf dem Boden aufkam. Die Katze rannte inzwischen erneut auf sein Pokemon zu, doch Peter hatte das erwartet und befahl, als Felilou sehr nah vor einem Treffer war:
    "Serpifeu, dreh dich so schnell du kannst im Kreis!"
    Die Strategie ging auf, die Ranken waren noch ausgefahren und zischten knapp über dem Boden auf Felilous Beine zu. Dieses miaute erschrocken und wollte einen Haken schlagen, doch es war schon zu nah an Serpifeu. Als die Ranke kurz vor einem Treffer war, sprang Felilou jedoch in die Luft. Peter wollte schon enttäuscht ächzen, als ein leichter Knall die Luft durchschnitt und Felilou fiepsend mit dem Rücken nun selbst Bekanntschaft mit den Pflastersteinen machte. Triumphierend rief Peter:"Serpifeu hat zwei Ranken, hast du das etwa nicht bedacht?"


    Falls der Fremde davon überrascht war, dass Felilou nun seinerseits getroffen wurde, so ließ er es sich nicht anmerken. Im Gegenteil, er schien sogar leicht zu lächeln:"Ich muss zugeben, du bist nicht schlecht. Aber es gibt viele Trainer wie dich, bilde dir nur nichts ein. Ich denke, dir sollte klar sein, dass du nicht gewinnen kannst."
    "Was?", rief Peter,"Machst du jetzt etwa einen Rückzieher?"
    "Wenn du tatsächlich weiterkämpfen willst, nein. Aber schau dir mal dein Pokemon und dann Felilou an uns sag mir, was dir auffällt."
    Verwundert tat Peter wie geheißen und sah erst auf Serpifeu. Die Grasschlange keuchte laut hörbar und zitterte. Nicht genug, dass es ein paar Mal getroffen worden war, es hatte auch selbst alles geben müssen, um eine Chance zu haben. Felilou hingegen war wieder flink auf die Beine gesprungen und zeigte sich von dem erfolgreichen Rankenhieb nicht sehr beeindruckt.
    Der Fremde bemerkte Peters Gesichtsausdruck und sagte:"Ich denke, es sollte dir klar sein, dass Serpifeu nicht mehr lange durchhält, wenn ihr nicht auf dem gleichen Niveau kämpft wie ich und Felilou. Ihr müsst euch kennen wie eure eigenen Gedanken, ihr müsst agieren können wie eine einzige Person."
    Peter erkannte die Wahrheit in diesen Worten, die ihn beinahe schlagartig entmutigten. Dieser Typ hatte einfach Recht, doch auf einmal fiel Peter etwas ein. Wie Serpifeu bei ihm daheim einen Gefallen an seiner Musik gefunden hatte und zugestimmt hatte, mit ihm zu reisen. Unweigerlich huschte ein kleines Grinsen über Peters Gesicht, als er sich daran erinnerte, wie Serpifeu beinahe seinen CD-Player vom Tisch gestoßen hätte, weil es unabsichtlich auf Pause gedrückt hatte.
    "Du magst ja recht haben", entgegnete Peter:"Aber weißt du, wieso Serpifeu mit mir reist? Den Grund, warum sie mein erstes Pokemon wurde? Sie durfte selbst entscheiden und ist nun bei mir, weil ihr anscheinend die Musik gefiel, die ich heute morgen gehört hatte. Daher fragte ich, ob sie nicht mit mir kommen möchte, und sie stimmte zu. Ich denke, jetzt ist der Zeitpunkt, sie mal wieder nach ihrer Meinung fragen. Serpifeu, willst du weiterkämpfen, oder.."
    Die Grasschlange piepste energisch und warf sich in Pose. Mit funkelnden Augen sah es zu seinem Gegner hinüber.
    "Ich denke, die Sache ist klar!", kommentierte Peter.


    "Gut, wenn ihr Zwei es wirklich wissen wollt. Ich hab euch ja die Wahl gelassen.", seufzte der Fremde. Es war ihm sehr zuwider, ein Pokemon zum Äußersten zu treiben. Trotzdem wuchs der Respekt für seinen Gegner. Er schien sehr entschlossen zu sein und allem Anschein nach reiste er tatsächlich mit Serpifeu, weil er dem Pokemon die Wahl gelassen hatte. Doch trotz allem war er so starrsinnig wie alle Anderen. Er suchte den Kontakt zu Felilou und entschied sich für einen starken Frontalangriff, der es beenden sollte. Augenblicklich stürmte die Katze drauflos.
    "Serpifeu, sei so schnell du kannst, Rankenhieb um die Laterne!"
    Die Ranken zischten knapp an Felilous großen Ohren vorbei und schnürten sich um eine Laterne, die im Schatten des Baumes stand.
    "Was?"
    Zum ersten Mal war deutliche Überraschung auf dem Gesicht des Fremden zu erkennen. Auch Felilou war überrascht langsamer geworden, rannte jedoch immer noch auf Serpifeu zu.
    "Jetzt nutze die Ranken für Tackle!"
    Peters Plan ging auf. Felilou wollte zu Seite springen, stieß jedoch gegen die Ranken, die es wie eine Absperrung eingekesselt hatten. Um unter ihnen hindurch zu verschwinden oder hinüber zu springen, fehlte die Zeit. Serpifeu sprintete los, sauste bemerkenswert schnell auf Felilou zu und erwischte es.
    "Renn weiter!", befahl Peter und Serpifeu rannte auf die Laterne zu, um Felilou gleich als Kissen für den Aufprall zu benutzen. Doch Felilou stieg mit seinen Hinterpfoten auf die Schultern seines Gegners und sprang in die Höhe. Serpifeu stoppte nur einige Zentimeter vor der Laterne und wickelte die Ranken schnell wieder ab. Felilou hatte eine halbe Bruchlandung hingelegt und stand nun selber ziemlich wacklig auf den Beinen aufgrund dieses Überraschungsangriffs. Beide Kämpfer fixierten sich keuchend, während sie sich umkreisten, bis sie wieder vor ihnen Trainern standen. Doch Serpifeu war nun am Ende angekommen, seine kleinen Beine gaben nach und es plumpste aufgrund seiner Proportionen in eine eher merkwürdige Sitzposition. Felilou ließ einen triumpfierenden Ruf los, bevor es sich geschafft auf die Steine fallen ließ und sich ausruhte. Serpifeu ließ geknickt den Kopf hängen. Dies hier war nicht nur ein verlorener Kampf, sondern der Beweis, dass der Fremde recht gehabt hatte. Sie konnten sich tatsächlich nicht mit diesem Kampfstil messen. Peter beugte sich zu Serpifeu hinunter, welches kaum Notiz von den aufmunternden Worten seines Trainers nahm. Er selbst war alles andere als froh über das Ergebnis des Kampfes, aber hatte in seinem Inneren schon die neue Herausforderung akzeptiert. Er würde auf sich nehmen, was nötig war, um diesen Kerl irgendwann besiegen zu können, und wenn es noch so lang dauern sollte.
    "Hey!"
    Peter sah blinzelnd hoch in das Gesicht des Fremden, der näher gekommen war. Felilou lag auf seinem Arm, hatte sein Gesicht in dessen Beuge vergraben und genoss schnurrend, dass es hinter den Ohren gekrault wurde.
    "Ich nehme zurück, was ich sagte. Du hast Potenzial und kannst es zu etwas bringen, wenn du dich für den richtigen Weg entscheidest. Dein Pokemon ist glücklich, bei dir zu sein. Sorge dafür, dass das immer so bleibt, dann werden wir eines Tages vielleicht ebenbürtig sein. Aber wer weiß das schon."
    Er wandte sich zum Gehen:"Unsere Wege werden sich bestimmt noch einmal kreuzen. Ich bin schon gespannt auf diesen Tag."


    Peter wusste nichts zu entgegnen und starrte dem Fremden nach, der ohne Eile den Schauplatz verließ. Auf einmal schoss ihm eine Frage in den Sinn:"Warte! Wie heißt du?"
    Der Fremde stoppte und wandte seinen Kopf noch einmal zurück:"Mein Name ist N. Mehr musst du nicht wissen."
    Mit diesen Worten wandte er sich ab und ging seines Weges. Peters Freunde und Professor Esche eilten auf ihn zu und augenblicklich wurde er von Bell bestürmt:"Wer war das, gehört der auch zu diesen Plasma-Spinnern?"
    "Kann sein, kann auch nicht sein, er klang ganz ähnlich. Aber ich glaube nicht, dass er ebenso ein Spinner ist. Ich glaube, er ist in Ordnung.", sagte Peter nachdenklich.
    "Was stehen wir hier noch rum? Auf ins Jacko's!", rief Cheren und ging voraus. Serpifeu hatte wieder seinen Stammplatz eingenommen, wirkte aber nach wie vor unglücklich wegen dem verlorenen Kampf. Cheren lief voraus, sie kamen an dem Pokemoncenter vorbei und bogen bald in eine recht belebte Straße mit mehreren Läden von Lebensmitteln bis Multimedia ein. Überall waren Leute, und es war immer wieder überraschend, wie viel Trubel doch ab und an in dieser kleinen Stadt herrschte. Von überall her drangen Gesprächsfetzen an die Ohren der Gruppe. Was denn gerade angesagt war, die neuesten Nachrichten und vor allem viel Klatsch und Tratsch. Serpifeu schien diese redende Masse sehr zuwider zu sein, es hielt sich die Ohren zu und hatte offenbar genervt die Augen geschlossen. Peter entdeckte auf einmal den Plattenladen, aus dem seine gesamte Musiksammlung stammte und musste sich zusammenreißen. Andernfalls wäre er schnurstracks hineinmarschiert und hätte geraume Zeit in den Regalen gestöbert, während er mit dem ihm wohl bekannten Besitzer geredet hätte. Endlich bogen sie in eine Seitenstraße ein und entkamen so ein wenig dem großen Gewimmel und all den Geschäften in der Fußgängerzone. Und da war es, das Jacko's. Sofort kamen eine Menge Erinnerungen über Peter, Cheren und Bell hereingebrochen. Nicht zuletzt einige rauschende Geburtstagsfeiern und natürlich der Tag, an dem sie und der Rest der Klasse mit der Schule fertig waren. Peter drückte die schwere Holztür auf, an der schon seit er sich erinnern konnte ein verrückt aussehendes Schild der "Schwarzen Impoleon" hing, eine Bikertruppe, die die Gegend zwischen Twindrake und Nevaio City unsicher machte. Um diese Zeit war die Bar eher verschlafen. Die Rollläden waren zur Hälfte unten, um die Sonne ein wenig einzudämmen. Trotzdem war es in der Bar ordentlich warm, während das warme, diffuse Licht der Vorhänge tanzende Schatten warf und eine dämmerige Atmosphäre schuf. Es waren außer ihnen kaum Leute da und somit hatten sie freie Platzwahl. Natürlich hielten die drei Freunde direkt auf ihren Stammplatz am Fenster zu, von dem man am Horizont sogar einen kleinen Streifen Meer ausmachen konnte. Professor Esche entschied sich, einfach mal nichts einzuwenden, da sie wusste, wie oft die drei hierher kamen. Geräuschvoll ließ sich Peter auf die beqeuemen Polster der Bänke plumpsen, die in einer U-Form um einen Tisch standen. Cheren tat es ihm gegenüber gleich, nur Bell und die Professorin nahmen etwas förmlicher Platz. Schon kam die an einem Tag wie heute wenig beschäftigte Bedienung. Professor Esche bestellte einen Cappuchino, Bell ein kleines Glas Pirsifwein, Cheren ein Bier.
    "Und was isses bei dir?", fragte die Bedienung Peter. Doch auf einmal stutze sie und sagte:"Nein, warte. Bestimmt 'ne Cola, oder?"
    "Volltreffer.", antwortete dieser und die Bedienung verschwand hinter dem Tresen, um die Getränke vorzubereiten.
    "Du trinkst anscheinend immer noch keinen Alkohol.", stellte Professor Esche fest.
    "Ungern. Ich konnte ihn noch nie leiden.", sagte Peter.
    Die Professorin wollte gerade weiterreden, als Peter weiter hinten eine Person entdeckte, die ihm vorher nicht aufgefallen war. Bell erkannte sie auch, war sofort aufgesprungen und rief wie immer unbedacht durch die ganze Kneipe:"Mensch, Lilia! Toll dich zu sehen, was machst du denn hier?"

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  • ich finde es insgesamt eine gute geschichte.
    Peter hat auch ähnlichkeiten mit ash:
    serpifeu will auch nicht in den ball.
    eine horde flugpokemon verfolgt ihn.
    War das absicht?
    Was ich persönlich nicht gut fande, das du dich zu stark an dem spiel orientiert hast
    hoffe du kannst damit was anfangen
    freue mich auf den nächsten teil!
    Was mich auch noch interessieren würde - weshalb haben nicht cheren oder bell gegen N gekämpft?
    Wie bist du auf den titel gekommen?
    Lg shexx

  • So, hier, wie versprochen, mein Kommi zu den bisher erschienenen Kapiteln =)


    Zuerst muss ich aber noch sagen, dass ich die einzelnen Punkte, die ich zu sagen habe, in Spoiler gepackt habe - dann kannst du selbst entscheiden, ob du lieber zuerst das Lob oder die Meckerei lesen willst und andere nicht gespoilert oder beeinflusst werden ;)  
    Außerdem möchte ich noch kurz erwähnen, was in der Kritik enthalten sein wird - oder auch nicht xD" Ich habe mich entschieden, Rechtschreibung und Zeichensetzung (ob gut oder nicht) nicht in den Blick zu nehmen - außer, was Absätze und Übergänge angeht, aber das wirst du dann noch sehen ;) Ich möchte also vorallem auf inhaltliche Aspekte eingehen - ich hoffe, das ist in Ordnung^^
    Zur Struktur: Da ich 7 Kapitel + Prolog auf einmal gelesen und dadurch ja auch Zeuge einer Entwicklung in dieser Geschichte geworden bin, schreibe ich lieber kapitelübergreifende Kommentare, also etwas allgemeiner (es sei denn, es kommen Beispiele zu einzelnen Punkten). D.h., ich unterteile das Ganze nicht nach "Prolog", "Kapitel 1" usw. - für spezifische Sachen gebe ich die Kapitel dann an^^



    Ich persönlich fange aber ganz gern mit den positiven Dingen an:




    Und nun Verbesserungsvorschläge^^





    Fazit:
    Eine nette Geschichte, die noch in ihren Anfängen steckt, aus der aber durchaus ein gewisses Potential zu spüren ist. Mach nur weiter! ;)


    Ein, zwei kleine Fragen noch zum Schluss: Gehst du auf Ns Würfel und Fähigkeit noch ein? Letztere kam mir im Spiel zu kurz und der Würfel hing nur teilnahmslos an Ns Gürtel rum...
    Ich bin schon gespannt auf die beiden Figuren, die über dem Marktplatz kurz auftauchten (auch, wenn ich eine gewisse Vermutung habe... ;D ) und darauf, woher die 3 Lilia kennen (das ist doch die zweite Arenaleiterin von Twindrake, oder? o.O)


    ich hoffe, ich hab jetzt nicht zu doll gemeckert^^ Du kannst ja selbst beurteilen, was du davon wichtig umzusetzen findest, und welchen Punkten du weniger Beachtung schenken willst^^


    Glg,
    Jingsel


    P.S.: Das mit den Bandwurmsätzen kenne ich auch xD

  • Danke für die 2 Kommentare, die sich zwar sehr in ihrer Länge unterscheiden, aber mich durchaus gefreut haben. Leider muss ich sagen, dass es hier in nächster Zeit eher schleppend vorangehen wird. Ich bin grade ziemlich eingespannt in einem Theaterstück, habe nach den Ferien eine Prüfung und bin zu allem Überfluss auch noch krank momentan. Sobald ich aber wieder fit bin, wird hier das nächste Kapitel kommen, welches schon zur Hälfte steht. Es sollte einige Überraschungen bereithalten.


    Shexx


    Jingsel


    Das wars dann erstmal, und ich hoffe, ich kann mit Kapitel 8 schnell genug in die Gänge kommen.

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  • Kapitel 8
    Die junge Drachenmeisterin



    Überrascht stand Lilia auf, winkte der Gruppe hinüber und ging mit schnellen Schritten zu dem anderen Tisch. Lilia war ein sechzehn Jahre altes Mädchen und ging ein paar Jahre mit Peter, Cheren und Bell auf die Allgemeine Schule, jedoch eine Klasse unter den Dreien. Mit 10 Jahren wurde sie von ihrer Familie aus der Schule abgemeldet und ab diesem Zeitpunkt von ihren Vater Lysander, dem amtierenden Arenaleiter in Twindrake City und den Ältesten im Training von Drachenpokemon unterwiesen. Irgendwann einmal würde sie selbst ein Arenaleiter sein.
    "Hey, hallo! Toll, euch hier zu sehen. Und - ebenfalls Hallo, Professor!", begrüßte sie die Runde. Dann sah sie sich nach einem Platz um und Peter rutschte aus seiner lässigen Pose in eine Aufrechte, um auf der Bank noch ein wenig Platz zu machen. Lilia schien zu zögern, setzte sich jedoch neben ihn, auch wenn sie jetzt etwas unsicherer wirkte als zuvor. Bell fragte sie als Erste:"Und, wie läuft es mit deiner Ausbildung zum Arenaleiter?"
    "Ach, schon ganz gut, aber ihr wisst doch, dass ich eigentlich nicht öffentlich darüber sprechen soll."
    "Ja, der Kodex der Drachentrainer aus Twindrake City, schon klar.", antwortete Peter grinsend:"Was verschlägt dich denn hierher nach Gavina?"
    Sie schluckte einmal, bevor sie sagte:"Ich habe wahrscheinlich wie ihr auch von diesem Team Plasma gehört und wollte mir das ansehen. Das war schon eine heftige Sache."
    "Aber Hallo!", brauste Bell auf:"Hast du danach auch gesehen, wie die Menschen alle ihre Pokemon freiließen? Das war echt...echt..."
    Lilia beendete den Satz für sie:"Unfassbar. Noch unfassbarer aber fand ich die Anwesenheit von...Nein, es kann nicht sein."
    "Die Anwesenheit von wem, Lilia?", fragte Professor Esche.
    Lilia zögerte, bevor sie antwortete:"Ich will hier keine falschen Dinge verbreiten. Aber ich spürte am Ende der Rede auf einmal eine mächtige Präsenz."
    "Eine Präsenz?" entfuhr es Cheren:"Wie meinst du das?"
    Lilia fühlte sich sichtlich unwohl:"Bitte, fragt nicht weiter nach. Ich fürchte, ich darf es euch nicht erzählen. Ich glaube, ich konnte es nur aufgrund meines Trainings mit Drachenpokemon spüren. Nun, ähm...ich nehme an, ihr seid jetzt selbst auf eurer Pokemonreise, wenn ihr hier mit Professor Esche seid."
    Es war ein Versuch von Lilia gewesen, von dem Thema abzulenken, was auch absolut gelang, denn Bell war Feuer und Flamme:"Ja, da liegst du richtig! Mein Partner ist Ottaro!
    "Und meiner Floink.", sagte Cheren, zwar auf seine üblich lässige Art, aber doch mit erkennbarem Stolz in der Stimmme. Lilia wollte eben schon Peter ansprechen, dass er wohl mit Serpifeu angefangen hätte, doch er kam ihr zuvor.
    "Meine Partnerin liegt auf dem Fensterbrett oder bei dem Blumentopf und genießt die Sonne. Wie geht es denn deinem Milza?"
    Lilia antwortete, während sie das Fensterbrett untersuchte:"Nicht Milza, Sharfax! Es hat sich vor kurzem erst entwickelt."
    "Meinen Glückwunsch!", gratulierte ihr Bell:"Das muss harte Arbeit gewesen sein, schließlich sind Drachenpokemon ja sehr schwer zu trainieren.
    "Ja, das ist wahr. Aber es war immer Milzas Traum, ein Maxax zu werden, jetzt ist es dem ein Stück näher gekommen. Ach je, das ist ja süß!"
    Lilia hatte Serpifeu entdeckt, welches sich hinter den Stoffvorhängen in der Sonne eingeringelt hatte und ihr Gesicht mit ihrem Schwanz verdeckte. Die Grasschlange hob den Schwanz ein wenig, sodass ein Auge sichtbar wurde und musterte das ihr unbekannte Gesicht von Lilia. Dann schützte es seine Augen wieder von der blendenden Sonne und döste weiter.
    "Ähm, ja.", sagte Lilia, leicht unsicher, was sie von dem halten sollte:"Leicht eigen, dein Serpifeu. Und wieso ist sie nicht im Pokeball?"
    "Nun, weil es ihr nicht gefällt, eingesperrt zu sein."
    "Ah, ja, genau wie bei Sharfax. Doch seit der Entwicklung muss es manchmal eben doch sein, auch wenn wir da mal eine ziemliche Meinungsverschiedenheit hatten.", seufzte Lilia.
    Nun mischte sich Professor Esche ein, die ihren Cappuchino mittlerweile schon getrunken hatte:"Tut mir Leid für die Unterbrechung, aber ich sollte bald wieder zurück in mein Labor. Habt ihr jetzt noch irgendwelche Fragen zu eurer bisherigen Reise?"
    "Ja, ich hab eine.", meldete sich Peter und griff in seine Tasche, aus der er einen Pokeball fischte. Er maximierte diesen und gab ihn der Professorin:"Mit diesem Ball habe ich vorher ein Pokemon fangen wollen, aber es hat nicht geklappt. Kann ich den Ball jetzt überhaupt noch benutzen?"
    "Ja, kannst du, aber du musst erst die Speicherdaten löschen, die bei dem fehlgeschlagenen Versuch angelegt wurden. Das kannst du normalerweise im Pokemoncenter, aber hier gibt es diesen Service nicht. In der nächsten Stadt sollte es machbar sein.", antwortete Professor Esche und gab den Ball zurück:"Gibt es sonst noch etwas?"
    Die anderen Beiden verneinten und so wollte sie die Bedienung rufen, um zu zahlen, doch Cheren kam ihr zuvor:"Lassen sie gut sein, heute sind sie eingeladen. Das sind wir ihnen schuldig."
    Peter sah sich um und sagte:"Wir haben unser Getränk wohl alle getrunken, sollen wir dann auch weiterziehen?"
    Die anderen nickten zustimmend und so riefen sie nun doch die Bedienung. Peter zog die Vorhänge zur Seite und stupste Serpifeu an, die nach ihrem Sonnenbad schnell auf Peters Schulter zurückhuschte. Als die Gruppe das Cafe verließen, wandte sich die Professorin im Gehen noch einmal an Lilia:
    "Weißt du eigentlich, was dieser Junge macht, mit dem du bei deiner Reise durch die Region zusammen warst?"
    "Achja, genau, Ash Ketchum!", sagte sie, während ihr Gesicht einen leicht verträumten Ausdruck annahm:"Er ist wieder nach Kanto zurückgegangen und leitet dort zusammen mit einer alten Freundin eine Arena in Azuria City. Er schreibt mir manchmal, aber die Post braucht lange, weil sie mit dem Flugzeug kommt. Aber ich soll sie schön grüßen lassen."
    "Ah, sag ihm doch im nächsten Brief, dass es mich gefreut, von ihm zu hören. Jetzt sollte ich aber wirklich wieder zurück. Und ihr drei könnt mich natürlich anrufen, wenn ihr etwas wissen möchtet.", sagte die Professorin an Cheren, Bell und Peter gewandt.
    "Auf wiedersehen!". Damit ging Professor Esche zu ihrem Auto zurück.
    Lilia blickte auf ihre Uhr und bekam einen Schrecken:"Oh, nein! Mein Zug kommt in ein paar Minuten, tschüss, ich muss mich echt beeilen!"
    Die Freunde riefen ihr das Auf Wiedersehen hinterher, doch sie war schon in eine andere Straße abgebogen. Jetzt standen sie dort und tauschten Blicke.


    "Also, dann mal auf nach Orion City!"
    Bell und Cheren waren schon abreisefertig und bereit, in die Orion - Arena zu stürmen, wo sie ihr erster Arenakampf erwarten würde. Peter wollte jedoch vorher nochmal ins Center:"Geht ihr schonmal vor, ich muss nochmal dem Pokemoncenter einen Besuch abstatten."
    "Schon wieder?", wunderte sich Bell.
    "Ja, ich brauch ein paar Tränke und das übliche Zeug, also bis nachher".
    Damit machte er vor dem Häuschen kehrt, das den Beginn einer neuen Route markierte und suchte zum zweiten Mal in kurzer Zeit das Pokemoncenter auf. Mit dem typischen Summen schob sich die Tür auf und sofort umwehte ihn kühle Luft, die einen starken Gegensatz bildete zu der fast tropisch feuchten Hitze, die draußen drückend über der Stadt hing. Er würde sich nicht wundern, sollte es heute noch einmal ein Gewitter geben. Die Kühle in dem Gebäude konnte er nicht ausstehen und beeilte sich also in den Teil, in dem der Supermarkt zu finden war. Unweigerlich kam ihm ein leise gemurmeltes:"Wie immer ein sehr winziges Sortiment.", über die Lippen. Das einzig Gute an der beeindruckend kleinen Anzahl der Regale war, dass man nie lange suchen musste. So fand er sich kurze Zeit später mit einem Fünferpack Tränke und einer Dose Schutz an der Kasse wieder. Diese war gänzlich überladen, wie er genervt feststellte. Er wandte ein paar Mal den Kopf hin und her und fand schließlich das gesuchte Schild. Bei mehr als 5 Leuten sind unsere Arbeiter angewiesen, eine zweite Kasse zu öffnen, hieß es auf diesem. Natürlich standen jetzt mit ihm sieben Leute an , die Kassiererin ließ sich natürlich nicht aus der Ruhe bringen und verrichtete ihre Arbeit im Schneckentempo. Nichts mochte Peter weniger, als an einer überfüllten Kasse zu stehen. Auf einmal ertönten ein paar schrille Töne knapp neben seinem Ohr und er blickte auf Serpifeu. Wenn er sich nicht gänzlich täuschte, schien die Grasschlange der Kassiererin gestikulierend klarmachen zu wollen, dass sie in die Gänge kommen soll. Die Augen aller waren starr auf ihn gerichtet und er flüsterte Serpifeu zu, doch bitte nicht so einen Radau zu machen. Das Verständnis des Pokemon hielt sich anscheinend in Grenzen, es gab jedoch Ruhe. Nun war er endlich selbst an der Reihe und bekam gleich einen musternden Blick der Angestellten ab. In einem ziemlich breiten Dialekt fragte diese ihn:" Hascht ja n'ziemlich aufg'drehts Pokemon da, gell?"
    "Ja, kann man wohl sagen. Was macht das?", fragte Peter, der nur noch aus dem Geschäft hinaus wollte.
    "Fünf'r Packen Trank und ein Schutz, des macht dann Sechzehn Pokedollar Fuffzig".
    Peter zählte das Geld passend ab, wünschte dann der Höflichkeit halber der Kassiererin noch einen schönen Tag und machte sich dann zum Schließfach auf, in dem noch sein Rucksack lag. Schnell packte er seinen Einkauf ein und machte sich dann mit Serpifeu auf seiner Schulter erneut auf den Weg zum Durchgangshäuschen. Er war noch nicht mal angekommen, schon konnte er sich denken, dass seine Freunde bereits über alle Berge waren. Der Weg nach Orion City war ja auch wirklich nicht lang, er würde sie schon noch vor dem Arenakampf abfangen. Er hatte schon die Hand auf der Klinke, als plötzlich hinter ihm eine durchdringende Stimme seinen Namen rief. Er wandte sich um und erblickte Lilia, die auf ihn zuhastete und keuchend vor ihm stehen blieb:"Puh, hier steckst du also."
    In ihrem Gefolge befand sich ein massiges Wesen, das sich aber erstaunlich agil bewegte. Es wirkte wie eine große Echse, beinahe wie ein Dinosaurier und war mit großen, harten Schuppen gepanzert, die in den Farben grün, rot und dunkelgrau schimmernd das Licht der Sonne reflektierten. Am auffälligsten aber waren die zwei sehr langen Hauer, die ihm links und rechts aus dem Kiefer ragten und zwei nützliche Werkzeuge, aber auch gefährliche Waffen sein konnten. Nicht wenige Menschen wichen Lilia und ihrem Begleiter aus Angst oder Respekt aus, aber Peter wusste, dass vor diesem Wesen nichts zu befürchten war. Er ging leicht in die Hocke und begrüßte das Wesen, welches direkt vor ihm stehen geblieben war und sich freute, ihn zu sehen.
    "Hey...Sharfax! Milza kann ich jetzt ja nicht mehr sagen. Meine Güte, bist du gewachsen!", rief Peter und kam nicht umhin, die Enden der langen Hauer zu betasten, welche jedoch eher stumpf waren. Dann kraulte er das Pokemon am Kinn, was ihm sichtlich gefiel. Ein tiefes Brummen kam als Antwort zurück. Nun wandte er sich Lilia zu, die im Gegensatz zu Sharfax ziemlich außer Puste war. Überrascht sie zu sehen fragte er:"Was machst du denn noch hier. Ich dachte, du wärst schon längst im Zug nach Twindrake City."
    "Nein...naja, ich hab mich kurzfristig entschlossen, auch nach Orion City zu gehen, weil mir der Zug vor der Nase abgefahren ist. Du hast doch nichts dagegen, wenn ich dich begleite?", sagte sie leicht zögernd mit geröteten Wangen, weil sie so gerannt war.
    Nein, absolut nicht!", antwortete Peter erfreut:"Jetzt muss ich schon nicht mehr alleine dahin."
    "Wo hast du denn die Anderen gelassen?", fragte Lilia, die anscheinend erst jetzt das Fehlen von Cheren und Bell bemerkte.
    "Ach, die sind wohl schon unterwegs, ich war noch mal eben im Supermarkt. Also, wollen wir dann?"
    Somit machten sich die Beiden auf und gingen durch das Häuschen. Die wie üblich gelangweilte Wache nickte ihnen däumchendrehend zu, erschrak plötzlich auf ihrem Drehstuhl und fixierte mit einem entsetzten Ausdruck Lilias Sharfax. Lilia versicherte, dass wirklich alles in Ordnung sei, während Werbung, Nachrichten und der Wetterbericht über die Anzeigetafel an der Wand flimmerten. Unter der Anzeigetafel war ein Bildschirm, der von den Kameras gespeist wurde, die sich überall in Einall befanden. Eben sahen sie noch, wie die Zugbrücke bei Marea City sich für ein größeres Schiff öffnete, dann folgten Bilder, die anscheinend von einem Wolkenkratzer in Stratos City kamen. Peter konnte es kaum erwarten, diese Großstädte zu erreichen und endlich die ländlichen Nester wie Avenitia und Gavina hinter sich zu lassen. Angespornt von diesem Gedanken stürmte er viel schneller als nötig aus der Tür ins gleißende Licht und rannte schnurstracks auf Orion City zu. Serpifeu schien die Begeisterung zu teilen und ließ ein paar schrille Töne los. Lilia, die sich kaum von ihrem Sprint erholt hatte, rannte perplex hinterher und rief den beiden zu, was denn in sie gefahren sei. Den Kommentar, wie kindisch Peter doch sei, verkniff sie sich lieber.

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    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

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  • hmm hier kommt mein kommi:
    diesmal wieder ein sehr gut gelungenes kapitel! Die gemeinsamkeiten zwischen peter und serpifeu sind sehr amüsant, wie das an der kasse am supermarkt. Deine skizze von jackos hat mir auch gut gefallen, so konnte ich es mir besser vorstellen!
    Negatives ist mir nix gravierendes aufgefallen, aber schreibt man es nicht so: cappucino? Also ich glaube ohne 'h'
    die story ist echt klasse, mach weiter so!
    @mods: bitte nicht löschen! Das frustriert mich immer so!

  • Hi. Ich les die Story schon ne ganze Weile und finde sie alles in allem ganz gut. Nur so ne kleine Sache: Im vorletzten Kapitel, wo Bell Lilia entdeckt hat, hätte ich vielleich nicht gleich geschrieben, dass es Lilia ist, sondern das fürs nächste Kapi aufgehoben. Weil dann will man wissen wer das ist und liest erst recht weiter (geht zumindest mir so.)
    Das Bild hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es cool, als Serpifeu im Supermarkt so "losschreit". Und ich finde ja Lilia total cool und hab mich gefreut, dass du auch Ash mit eingebaut hast. Also ich glaube ja, dass Lilia Ash überhaupt nicht mag ( :achtung: )
    Ach ja: Könnte ich eine PN haben?
    Julika


    P.S.: Ich hoffe, dass der Kommi nicht gelöscht wird, weil das ist schon doof...

  • Stimmt schon, eigentlich schreibt es sich "Cappuccino", aber naja ;)


    Mir gefällt Lilia irgendwie. Kannst du bitte, bitte, bitte du-weißt schon-wen irgendwann einbauen? =D


    Cool, du hast Sachen geklärt, die ich gefragt hatte, z. B. mit dem wieder aufgegangenen Pokéball oder Serpifeus Sonnenbad. das ist wieder so ein Element, das der Geschichte meiner Ansicht nach mehr Leben verleiht und sie plastischer macht. dazu gehört auch Lilias Abreise mit dem Zug. Ich finde auch, dass die hin-und-Hergerissenheit, etwas sagen zu wollen, es aber nicht zu dürfen, konntest du recht gut rüberbringen.
    Eine kleine Anmerkung wäre vielleicht noch (komm schon, ein bisschen Gemeckere muss sein xD), dass die Beschreibung von Lilias Lebensumständen vielleicht noch etwas verteilter, also nicht in einem Block, hätte sein können, aber naja - sieh es als 'Luxuskritik' xD


    Die Erwähnung von Ash empfand ich auch als recht coole Idee^^ Ich find den Gedanken nur irgendwie merkwürdig, wie Ash mit Misty (die du wahrscheinlich meintest) die Azuria-Arena führt xD Aber gute Idee, dass man auch andere Charas mit einbezieht und deren Werdegang nachvollzieht^^


    Auch die Beschreibung des "Klimawechsels" von draußen nach drinnen ist dir meiner Meinung nach gut gelungen. Ich mag auch die Supermarktszene - das is wie beim McDonalds am Bahnhof: die Schlangen können bis zur Tür stehen, aber wozu die Eile...? xD"
    Und Serpifeu in der Szene ist zu genial...auch die Idee mit dem Akzent war klasse xDDD


    Du hast auch einen guten Abschluss für das kapitel gefunden, finde ich^^


    Und noch was: ich weiß gar nicht, was du hast - deine Beschreibungen sind doch gut o.o



    Zur Skizze:
    Gute Idee, eine zu machen, da kann man sich das gleich etwas besser vorstellen^^ Wohin führt denn die Treppe, gibt es da auch so etwas wie eine Galerie?





    Ich freu mich schon aufs nächste Kapitel! =)


    Lg Jingsel

  • Viel früher als ich selbst es dachte, ist hier schon Kapitel 9. Der Titel steht dieses Mal in dem Bild, welches ich, passend zu den Ereignissen vorher erstellt hatte:


    Kapitel 9
    http://i.kw.cx/ug/0171/2071/143885640_full,r,470x470.jpg




    "Du hast aber nicht vor, nur mit Serpifeu in der Orion-Arena anzutreten, Peter?", wollte Lilia wissen und bremste damit ungewollt dessen Begeisterung. Peter blieb stehen und wandte sich zu ihr um:"Wieso, Serpifeu ist stark."
    Lilia entgegnete:"Ja, aber du wärst im Nachteil, aber das wusstest du doch bestimmt, oder?"
    "Nein, weiß ich nicht.", antwortete Peter:"Was..."?
    Doch hier wurde er von Lilia unterbrochen:"Sag mir jetzt nicht, dass du dich nicht mal über die Arenen informiert hast! Das ist ja so...typisch. Immer diese Trainer, die blind drauflosstürmen."
    "Du könntest mir ja sagen, gegen wen ich kämpfen muss."
    "Nein, kann ich nicht. Du weißt doch...", seufzte Lilia. Aber als sie Peters enttäuschte Miene bemerkte, fasste sie sich ein Herz:"Fang dir am Besten noch ein Pokemon, aber bloß keines vom Typ Pflanze, sonst bekommst du Probleme."
    "Okay, das ist doch immerhin was. Das hatte ich ohnehin vor.", grinste Peter, der wieder in seine Begeisterung gefallen war. Auf einmal, ohne jede Vorwarnung schossen Ranken aus Serpifeus Schulterfortsätzen und griffen sich einen Riemen von Peters Rucksack. In zirkusreifer Manier sprang das Pokemon nun von Peters Schulter und landete dank der Ranken weich wie auf einem Trapez auf dem Boden. Angeberin, dachte Peter und sah Serpifeu nach, die zu Sharfax geflitzt war, dieses begrüßte und ein Gespräch begann.
    "Irre ich mich, oder hat Sharfax plötzlich rote Wangen?", kommentierte Lilia die Szene. Peter sah hin und konnte keine roten Wangen erkennen, aber es war trotzdem unverkennbar, was zwischen Serpifeu und Sharfax vor sich ging. Es war wohl kaum die Absicht der Grasschlange gewesen, aber das Drachenpokemon versuchte unweigerlich, sich von seiner besten Seite zu präsentieren und nahm eine beinahe kavaliersähnliche Pose ein, was Serpifeu ziemlich überraschte. Schließlich wollte es ja nur Hallo sagen.
    Mit einem Schmunzeln rief Peter sein Pokemon:"Na komm jetzt, Serpifeu, es wird Zeit, dass wir uns ein neues Teammitglied fangen!"
    Die Grasschlange riss sich von Sharfax los, welches schlagartig enttäuscht zusammensank und niedergeschlagen wirkte. Lilia wandte sich ihren Pokemon zu und redete auf es ein. Peter machte indessen deutlich, dass er sich nun auf die Suche machen würde.
    "Ja, geh du nur und fang dir ein Pokemon, ich und Sharfax warten so lange auf dich.", murmelte Lilia, während ihre Aufmerksamkeit voll und ganz Sharfax galt.
    Peter fühlte sich durch diese Antwort doch ein wenig vor den Kopf gestoßen, wusste jedoch, wie seine Freundin alles ausblendete, sobald irgendwas mit ihren Pokemon nicht stimmte. Ja, alles ausblenden. Wie Serpifeu in Gavina, als es dort zum ersten Mal N getroffen hatte...
    Er verscheuchte den Gedanken und konzentrierte sich nun wieder auf die Aufgabe, die unmittelbar vor ihm lag. Doch hier konnte er kein einziges Pokemon entdecken, also schlug er sich etwas tiefer in die Büsche. Serpifeu griff sich mit ihren Ranken Peters Schulter und machte es sich dort wieder bequem. Während die beiden so durch das Unterholz stolperten, zerriss auf einmal ein schriller Pfeifton die Luft und Peter fühlte sich an eine Alarmanlage erinnert. In dessen Folge raschelte es auf einmal überall in den Büschen und Sträuchern, dann kehrte schlagartig totale Stille ein, die nicht mal mehr vom Zirpen der Käferpokemon unterbrochen wurde. Kaum hatte er sich gefragt, was das wohl gewesen war, knallte ihm etwas hart an den Kopf und Peter fluchte laut. Serpifeu hieb ihm leicht auf die Schulter und rieb sich am Kopf, weil er ihr so laut ins Ohr gerufen hatte. Er entschuldigte sich und ging in die Knie, um sich das Geschoss genauer anzusehen. Ein Stück Baumrinde. Keine Sekunde, nachdem hatte er es erkannt hatte, wurde er wieder hart am Hinterkopf getroffen und wirbelte genervt herum. Er konnte nichts erkennen, sah aber etwas Braunes von einem alten, halb zerfallenen Baumstumpf huschen und vernahm ein Rascheln in dem kleinen Strauch vor ihm. Wer oder was auch immer ihn hier bombardierte, steckte zweifellos in dem Busch.
    "Serpifeu, Rankenhieb!", sagte er ruhig zu seiner Partnerin, um das mysteriöse unbekannte Wesen nicht zu verscheuen. Ein Quieken war zu hören, als die Ranken ihr Ziel fanden und ein etwa fünfzig Zentimeter großes, nagetierähnliches Pokemon zum Vorschein brachten. Es hatte braunes, struppig wirkendes Fell und einen großen, hellen Bauchfleck. Die Augen waren durchdringen rot gefärbt und fixierten abwechselnd Serpifeu und Peter. Dieser zückte seinen Pokedex und richtete ihn auf das Pokemon.


    "Nagelotz, männlich. Ein sehr gemeinschaftliches Pokemon, das bis auf wenige Einzelfälle in großen Gruppen zusammenlebt. Sie leben sehr organisiert und haben eine Wache, die die Gruppe vor fremden Pokemon warnt, indem sie schrille Töne ausstößt. Ist ihr Schweif abgespreizt und verstrubbelt, sind sie in Alarmbereitschaft. Sie haben sehr gute Augen und ein sehr gutes Gehör.", tönte die Automatenstimme aus dem Gerät, während sich das Nagelotz lautstark gegen Serpifeus Ranken wehrte, aus denen es jedoch kein Entkommen gab. Auf einmal tauchte blitzartig der Rest des Trupps aus ihren Löchern in der Erde auf und positionierte sich, die Erdkrumen aus dem Fell schlagend, vor dem Störenfried. Die Sache war so schnell vonstatten gegangen, dass Peter kurz blinzelte und sich dann noch einmal auf der nun von Nagelotz wimmelnden Stelle umsah. Serpifeu löste ihre Ranken und flüchtete sich vor Peters Füße, der über dieses Aufgebot erstaunt war. Schließlich -
    Ohne jede Vorwarnung stand er schlagartig im Kreuzfeuer, als die wilden Pokemon alles auf ihn schleuderten, was in Griffweite lag. Er versuchte, Serpifeu, einen Befehl zu geben, kam aber durch seine ständigen Autsch's und Auas kaum dazu. Er versuchte sich unter den Wurfstücken hinwegzuducken, doch als ihm ein Tannenzapfen an die Stirn flog, platzte ihm den Kragen:"Jetzt aber! Wenn einer von euch mich und Serpifeu in einem fairen Kampf herausfordet, werden wir gehen, ohne Ärger zu machen!"


    Er hatte nicht erwartet, dass es helfen würde, doch zu seinem Erstaunen hörten die Nagelotz' mit ihrer Wurfaktion auf und warfen sich gegenseitig ratlose Blicke zu. Schließlich löste sich eines aus ihrer Mitte und trat vor Peter. Ein energischer Ruf kam dem Nagelotz über die Lippen, während sich sein Schweif unmissverständlich aufrichtete und seine Augen funkelnd Serpifeu fixierten.
    Inzwischen hatte der Lärm auch Lilia und Sharfax auf den Plan gerufen, die sich plötzlich in einem ganzen Rudel Nagelotz wiederfanden. Die wilden Pokemon machten Platz und schienen sie nicht zu beachten, um auch ja nichts von dem Kampf zu versäumen. Leicht neckend fragte sie, nachdem sie sich umgesehen hatte:"Willst du dir eigentlich ein Pokemon fangen oder eine Nagelotz-Zuchtfarm gründen, Peter?"
    Er machte eine wegwerfende Handbewegung:"Ach, weißt du...Jetzt wirds aber mal Zeit! Serpifeu, Tackle!"
    Serpifeu flitzte los, einen Kampfruf ausstoßend, doch ihr Gegner verschwand mit atemberaubender Geschwindigkeit in den feuchten Waldboden. Kaum wollte Peter die Situation zu seinem Vorteil nutzen, brach das Erdreich unter Serpifeus Füßen auf. Sie sackte kurz in das entstandene Loch und kam nicht mal dazu, erschrocken zu rufen. Sekundenbruchteile später hatte das Nagelotz sie mit seinem großen Kopf in die Luft geschleudert. Sie landete jedoch sanft auf dem ohnehin weichen, feuchten Erdboden, indem sie ihre Ranken nutzte und so durch die Attacke kaum Schaden davongetrug.
    Peter analysierte:"Okay, es kann also Schaufler. Wir müssen aufpassen, Rankenhieb!"
    Serpifeu wirbelte anmutig um die eigene Achse und machte den Eindruck einer Ballettänzerin, während die Ranken der Bewegung folgten. Doch das Ziel hatte sich bereits wieder ins Erdreich zurückgezogen. Serpifeu sah sich nervös ruckartig um, genau wie ihr Trainer. Wo würde der Gegner diesmal auftauchen? Die Antwort brach hinter ihr aus dem Boden und schleuderte sie mit der rechten Pfote zu Boden, bevor das Nagelotz mit einigen kräftigen Sprüngen sich wieder einige Meter weit entfernte und die Szene beobachtete. Serpifeu stemmte sich wieder nach oben und rieb sich den linken Arm, an dem man eine feine Schramme sehen konnte, aus der leicht Blut tropfte. Dieses Nagelotz hatte sichtlich Kampferfahrung. Serpifeu schien aufgebracht zu sein und brachte es mit fuchtelnden Gesten und schrillen Piepstönen ihrem Gegner bei. Doch Nagelotz schien sich darüber zu amüsieren, was Serpifeu nur noch rasender machte. Peter schritt ein:"Bewahr einen ruhigen Kopf. Jetzt kommt es darauf an, dass du schnell reagierst, Tackle!"
    Kaum wollte die Grasschlange erneut losstürmen, stoppte sie wieder und blickte fragend zu Lilia, die sich gerade einmischte:"Peter, was soll das? Du weißt doch, was passiert!"
    "Jaja, weiß ich. Aber manchmal muss man eben etwas riskieren! Mach weiter, Serpifeu."
    Lilia seufzte und setzte sich auf denselben Baumstumpf, von welchem aus Peter ein paar Minuten mit Rinde beworfen worden war. Er war anscheinend genauso ein Sturkopf wie Ash. Dennoch verfolgte sie das Kampfgeschehen weiter.
    Wie sie ahnte, war Nagelotz erneut in einem Erdloch verschwunden, doch nun wurde sie von Peter überrascht.
    "Hol ihn mit Rankenhieb aus seinem Versteck!", rief er und Serpifeu reagierte schnell. Die dürren Ranken schossen in die Höhle und fanden ihr Ziel. Plötzlich wurde Serpifeu ein ganzes Stück Richtung Erdloch gezogen und stemmte sich sofort mit aller Kraft dagegen. Das Nagelotz war tatsächlich stark und der Kampf wandelte sich zu einem Kräftemessen a'la Seilziehen, bei dem nicht eindeutig erkennbar war, wer gewinnen würde. Dies ging so eine Weile hin und her, während Lilia und Peter gleichzeitig Serpifeu anfeuerten. Die Gruppe wilder Nagelotz tat offenbar dasselbe für ihren Kollegen in dem Erdloch. Wäre ein unwissender Beobachter vorbeigekommen, hätte ihm sich ein ziemlich merkwürdiges Schauspiel geboten. Doch plötzlich schien der Kampf dem Ende entgegen zu gehen, als Serpifeu auf einem Kieselstein strauchelte und bis zum Rand des Lochs rutschte, wo sie sich gerade noch fangen konnte. Sie zeigte vor Anstrengung bereits die kleinen Zähnchen, aber war längst nicht bereit, aufzugeben.
    Mit einem energischen SERP machte sie einen kleinen Schritt zurück, gleichzeitig war in dem Erdloch das Scharren von Fell über Erde zu hören. Serpifeu machte noch einen Schritt zurück. Und noch einen. Schlussendlich erschlafften Serpifeus Ranken in dem Loch und Peter sah die Chance:"Jetzt gib ihm den Rest!"
    Mit der letzten verbliebenen Energie riss Serpifeu schwungvoll ihren Gegner aus dem Loch, schwang ihn hoch in die Luft und ließ ihn in einer Staubwolke zu Boden stürzen, sodass ihm die Erdklumpen aus dem Fell flogen. Das Nagelotz rührte sich nicht mehr und Peter warf einen Pokeball, gleichzeitig zog Serpifeu ihre Ranken zurück. Der Ball sprang auf und sog mit roten Licht das wilde Pokemon ein. Peter stand der Schweiß der Anspannung auf der Stirn, während er den hin und her wackelnden Ball beobachte. Diesmal musste es einfach klappen!
    Auch Lilia und Serpifeu, wenn auch ziemlich außer Puste im Falle der Grasschlange, beobachteten das Geschehen, ebenso wie der Trupp Nagelotz. Nach ein paar Sekunden, die Peter jedoch wie Stunden vorkamen, gab es ein mechanisches Klicken, begleitet von einem elektronischen Summen und der Ball rührte sich nicht mehr. Peter blinzelte erst ein paar Mal erstaunt, bevor er es endlich realisierte: Er hatte sein erstes Pokemon gefangen!
    Jubelnd sprang er aus seiner angespannten Pose, eilte zu dem Ball und hob ihn voller Stolz auf. Er zeigte ihn Lilia, dann Serpifeu und dankte seinem Pokemon für ihre tolle Leistung. Die Grasschlange lächelte und versuchte, den Daumen hochzurecken. Es sah sehr gewagt aus, weil sie eben keine Daumen hatte, doch Peter verstand die Geste. Er kraulte ihr glücklich den Kopf und wollte gerade den Neuankömmling in seinem Team aus dem Ball holen, als sie plötzlich ins Wanken kam und sich an Peter stützte.
    "Ja, schon gut, ruh dich erstmal aus.", sagte er und hob sie vom Boden auf.
    Lilia kam zu dem siegreichen Team herüber:"Nun...Glückwunsch, du stellst dich schon ganz gut an. Du hast bestimmt schon Kampferfahrung mit Serpifeu gesammelt."
    Peter griff sich mit der linken Hand Nagelotz' Pokeball und ließ den Schließmechanismus klicken. Das nagetierähnliche Wesen tauchte aus dem roten Lichtstrahl auf und blickte Peter funkelnd an. Er streckte die Hand nach ihm aus und wollte es kraulen, zog sie jedoch schnell wieder zurück, als das Pokemon nach ihr schnappte. Peter zögerte, sagte aber nach einer Weile zu dem offentsichtlich schmollenden Pokemon:" Wenn du möchte, kannst du dich jetzt von deinen Freunden verabschieden."
    Überrascht über den Freiraum, den es bekam, bewegte es sich einen Moment nicht von der Stelle. Dann jedoch sprang es eifrig quiekend zu Peter und rieb seinen Kopf an dessen Knie, zum Zeichen, dass alles In Ordnung war. Schließlich hüpfte es davon, um Auf Wiedersehen zu sagen. Lilia und Peter beobachteten die Szene lächelnd, bis sich Peter an Lilia wandte.
    "Ja, ein wenig Erfahrung hab ich. Aber das war nicht mein erster Fangversuch, nur der Erste, der geklappt hat. Das war doch nicht deine Schuld damals, Serpifeu.", entgegnete er auf den Blick hin, den ihm die Grasschlange zuwarf. Zufrieden schloss sie die Augen und drehte sich zur Seite. So entdeckte Peter die Schramme auf ihrem Arm:"Oh, genau, das hatte ich ja ganz vergessen. Lilia, in meinem Rucksack stecken ein paar Tränke, gib mir doch mal einen, bitte."
    Lilia nestelte an dem Rucksack herum und fand schließlich, was sie suchte, eine kleine, blaue und violette Spraydose, die mit dem üblichen Symbol der Pokemoncenter gekennzeichnet war. Sie nahm sie heraus, schloss den Rucksack wieder und reichte die Flasche Peter, der ihn in seine freie Hand nahm.
    Er sagte:"Serpifeu, das wird jetzt etwas brennen, okay?"
    Als sie nickte, sprühte er eine kleine Dosis auf den Kratzer und spürte, wie sich Serpifeus Arme in sein T-Shirt krallten. Doch sie überstand die Behandlung ohne Murren und der Arm sah augenblicklich besser aus.
    Ein Quieken war zu hören und das frisch gefangene Nagelotz tapste raschelnd zu Peter zurück, welcher es wieder zurückholte, damit es sich schonen konnte bis sie im Pokemon Center ankamen. Danach schnappte er sich seinen Rucksack und Lilia rief Sharfax, welches freudig angelaufen kam und links und rechts an seinen Hauern je zwei Sinelbeeren aufgespießt mit sich trug. Zwei davon bot es Peter und Serpifeu an, die dritte gab es Lilia und aß die letzte Beere selbst auf. Lilia bedankte sich und auch Serpifeu piepste ein Dankeschön aus seinem Platz in Peters Armen hervor. Sharfax wirkte sehr zufrieden mit sich.


    Inzwischen war der kleine Trupp wieder auf dem Weg in die nächste Stadt angekommen. Peter wusste, dass Orion City schon bald hinter diesen Feldern aus Sinelsträuchern auftauchen würde, die die örtlichen Bauern anbauten und spornte sich selbst an. Lilia stand erst ein paar Sekunden und rief ihm zu, doch mal langsam zu machen, weil die Stadt ihm nicht weglaufen würde.
    "Ich weiß, aber ich will jetzt endlich in die Arena!", rief ihr Peter im Laufen zu und Lilia sah ein, dass er nicht zu stoppen war. Er war zwar bald erwachsen, aber doch genauso ein Heißsporn wie Ash damals, dachte sie sich schmunzelnd und an frühere Zeiten erinnernd, während sie zu ihm aufschloss, Sharfax im Schlepptau. Doch diesen Gedanken behielt sie lieber für sich. Schon kam das übliche Durchgangshäuschen am Ende des Weges in Sicht und sie öffneten die Tür. Doch hier winkte sie die Wache nicht wie üblich einfach durch.
    "Können sie sich ausweisen?", fragte der Mann in einem etwas leiernden, routiniert klingendem Ton.
    "J...Ja, natürlich.", sagte Peter verdutzt, setzte Serpifeu wieder auf seine Schulter und kramte in seinen Taschen nach seinem Trainerpass. Während er ihn vorzeigte, fragte er, was denn hier los sei.
    "Ach, reine Formalität, nichts weiter. Ich wurde per Anruf aufgefordert, Personenkontrollen zu machen. Es hieß, hier würden sich merkwürdige Leute rumtreiben. Und dein Ausweis?", fragte die Wache an Lilia gewandt. Sie streckte ihm den Ausweis entgegen und fragte:"Merkwürdige Leute? Was denn genau für Welche?"
    Sie und Peter hatten einen unschönen Verdacht.
    "Ach, weiß auch nicht genau. Es hieß nur, diese Leute würden in ziemlich ungewöhlichen Klamotten rumlaufen. Die Zentrale sagte irgendwas von einem Team, was weiß ich. Der Anruf ist schon ein paar Stunden her."
    Peter sah auf die Uhr an der Wand. Die Zeit schien zu passen. Bedeutungsvoll tauschten er und Lilia Blicke. Das konnte doch nicht sein, nicht schon wieder.

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  • Aaaalso, dann wollen wir mal^^ *streck*


    Ich muss sagen, dass mir dieses Kapitel (das mysteriöser Weise auch Nr. 8 ist ;)) wirklich gut gefallen hat. Und über das Kapitelbild hatten wir ja schon gesprochen ;)
    Im Allgemeinen finde ich, dass dein Schreibstil immer besser wird (auch, wenn er nie nicht besonders gut war), insbesondere, was Beschreibungen angeht - das finde ich stark^^
    Sharfax gefällt mir xD das Rumposen, dann die Sache mit den Beeren - herrlich^^
    Auch, wie du das mit dem sprachlichen Verständnis zwischen Mensch und Pokémon für dich verwendet hast, finde ich gut beschrieben. Das gleiche gilt für die Verwendung von "Trank", von der man im Allgemeinen ja keine wirklich Vorstellung hat.
    Und noch was: Als ich von den Sinelsträuchern gelesen habe, dachte ich: "Zwei Doofe, ein Gedanke!" *lol*


    Aber da das Kapitel richtig gut geworden ist, darf ich natürlich auch ein wenig kritteln ;P


    So, genug des Lobes und der Meckerei - ich hoffe, dass du noch lange weiter so schöne Kapitel schreibst^^


    Glg,
    Jingsel


    P.S.: Eine Frage hätt ich noch: Woher hat Nagelotz Schaufler gelernt? Oder kann es das aufgrund seiner "natürlichen Eigenschaften"?