Namenlos - Kapitel 7,2 online!

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    Photo: RockingScorpion; Bearbeitung: Ich



    http://i79.photobucket.com/alb…e_black_sheep/Vorwort.png

    Liebe Leser! Ich bin Kleio und möchte euch zu meiner allerersten Pokémonfanfiction willkommen heißen!
    Schon früher habe ich viel und gerne geschrieben, doch meine letzten Schreibversuche liegen schon einige Jahre zurück. Als ich mich 2011 im Bisaboard anmeldete, nahm ich dies zum Anlass, wieder eine Geschichte zu schreiben. Sie liegt mir sehr am Herzen, und ich hoffe, ihr werdet genauso viel Spaß beim Lesen haben, wie ich beim Schreiben!



    (by RockingScorpion)



    http://i79.photobucket.com/alb…ack_sheep/Klappentext.png
    'Wer bin ich? Und welchen Sinn kann ein solches Leben in dieser Welt eigentlich haben...?'

    Das sind Fragen, die sich der Protagonist von "Namenlos" immer wieder aufs Neue stellt: Mewtu. Als Klon aus den Genen des legendären Pokémon Mew geschaffen und aufgrund seiner enormen Kräfte stets gejagt, stellt sich ihm oft die Frage nach seiner Identität und dem Sinn seiner Existenz. Im Schutze der Nacht durchstreift er die Regionen der Pokémonwelt, immer allein, nur den stummen Mond als Begleiter an seiner Seite.
    Eines Tages jedoch erhält er Besuch...einen Besuch, dessen Tragweite er nicht zu überschauen vermag...


    Im Zentrum dieser Geschichte stehen Mewtu und seine Suche nach Sinn - und sich selbst. Dabei wird er durch verschiedene Gegenden der Welt reisen und sich den unterschiedlichsten Gefahren gegenüber sehen - und sich auch seiner Vergangenheit stellen müssen.
    Und sich am Ende in Verwicklungen verstrickt sehen, die ihn mit den größten Geheimnissen der Pokémonwelt konfrontieren ...



    [tabmenu][tab='Warnung','http://www.bisaboard.de/icon/undoneS.png']


    In dieser Fanfiction wird http://i79.photobucket.com/alb…he_black_sheep/Gewalt.png durchaus eine Rolle spielen. Auch der http://i79.photobucket.com/alb…2/the_black_sheep/Tod.png wird sein dunkles Gewand ein ums andere Mal um die Charaktere wehen lassen.


    Wer also http://i79.photobucket.com/alb…he_black_sheep/Gewalt.png, http://i79.photobucket.com/alb…2/the_black_sheep/Tod.png oder z.B. das http://i79.photobucket.com/alb…the_black_sheep/essen.png nicht vertragen kann, sei hier vorgewarnt.


    [tab='Inhaltsverzeichnis'] [subtab=I]Prolog


    Kapitel 1: So etwas wie Hoffnung


    Kapitel 2: Der Traum


    Kapitel 3: Neue Wege


    Kapitel 4: Ankunft


    Kapitel 5: Labyrinth


    [Subtab=II]
    Kapitel 6: Ruf der Vergangenheit


    Kapitel 7: The only hope for me was you


    [tab='Abonnenten']Hier werden die User aufgeführt, die per PN oder Gästebucheintrag informiert werden möchten, sobald ein neues Kapitel erscheint. Falls ihr das wollt, hier aber nicht aufgeführt werden wollt, dann sagt einfach Bescheid!



    PN (alphabetisch sortiert)


    Alasar


    Almarican Kain


    Feunard


    Itami


    Majiata


    Pika!


    RockingScorpion


    Sayi


    Silvers


    thenaiko



    GB (alphabetisch sortiert)


    Amatsu


    Lauriel


    Uxie


    [Tab='© Copyright']
    [Subtab=Allgemein]
    „Pokémon“ und die aus den Spielen/Kinofilmen/Animefolgen entnommenen Charaktere sind (geistiges) Eigentum von Nintendo/The Pokémon Company.
    Verhalten und Charakter der auftauchenden Figuren sind an die Kreationen von Nintendo angelehnt, für meine Geschichte aber von mir ausgestaltet. Diese Geschichte und die vorkommenden, nicht den Spielen/Kinofilmen/Animefolgen direkt entnommenen Charaktere sind frei erfunden und meiner eigenen Gedankenwelt entsprungen. Falls ihr diese Fanstory zitieren wollt o. Ä., wendet euch also bitte zuerst an mich.


    "Blättern-Prinzip": Dieses Prinzip ist Cyndaquills "Evolis großes Abenteuer" entnommen und wird auch hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin eingesetzt.


    Bilder-Schriften: Das Prinzip der verbildlichten Überschriften wurde von WölfinAkiras Werken angeregt und hier nach Absprache umgesetzt.


    Schriftart: Die bei den Überschriften z.T. verwendete Schriftart ist "Wolf's Rain" und stammt von Gabriel Beatty (--> Website).
    [Subtab=Grafiken]
    Sprites: Der http://img43.imageshack.us/img43/1171/fujih.png Fuji-Sprite und http://img864.imageshack.us/img864/7491/apollon1.png Apollons Sprite wurden netterweise von RockingScorpion gepixelt. Der Baby-Mewtu-Sprite im ersten Startpost sowie der Mewtu-/Mew-Sprite stammen ebenfalls von ihm.
    Der Warnungssprite für den Warnungsspoiler stammt aus dem Bisaboard.


    Titelbild: Photo von RockingScorpion, Bearbeitung von mir


    Trennlinien: evonia ("Kopierausweis" s. weiter unten)



    [Subtab=Textstellen]
    Zu Beginn des Prologes: Lukianenko, Sergej: Wächter der Nacht, aus dem Russischen übersetzt von Christiane Pöhlmann, Weltbild, Augsburg 2006, S. 289.


    Zu Beginn von Kapitel 6: Auszug aus dem Lied "One Card Short" vom Yu-Gi-Oh!-Soundtrack zum ersten Kinofilm; Interpret dürfte James Chatton sein


    Titel von Kapitel 7: Das Lied "The only hope for me is you", an das der Titel von Kapitel 7 angelehnt ist, stammt aus dem Album "Danger Days: The true lives of the fabulous Killjoys" der Band My Chemical Romance.


    Zu Beginn von Kapitel 7, Teil 1: Das Zitat zu Beginn von Kapitel 7 entstammt dem Roman "Titan" von Robert Harris.
    [/tabmenu]


  • [tabmenu]
    [tab='#']


    [tab='Allgemeines']
    [subtab='Der Titel']Der Titel wirkt wahrscheinlich, als sei mir nichts Besseres eingefallen. Tatsächlich war "Namenlos" zunächst auch 'nur' der Arbeitstitel. Dann fielen mir aber ein paar Dinge ein, die durchaus Sinn ergeben...
    Im Alten Ägypten beispielsweise war der Name eines der wichtigsten Güter, die ein Mensch besitzen konnte - ohne einen Namen konnte er nicht ins Reich der Toten eingehen und existierte auch quasi nicht. Daher wurden die Namen von Pharaonen, denen ihre Nachfolger nicht gerade wohl gesonnen waren (wie es etwa bei der Pharaonin Hatschepsut der Fall gewesen ist), aus den Schriftrollen und von Denkmälern entfernt - und somit ihre Existenz ausgelöscht.
    Die Hauptfigur dieser Geschichte hat ihre eigene Identität noch nicht gefunden, seinen Platz in der Welt - und ist gewissermaßen "Namenlos", da er sich seiner Existenz noch nicht sicher ist.
    Daher werde ich diesen Titel auch beibehalten - es sei denn, mir kommt ein bahnbrechender anderer Gedanke^^
    [subtab='Vorkenntnisse']Grundsätzlich wird sich die Geschichte eher am Anime als am Spiel orientieren, allerdings werde ich mich bemühen, meine eigenen Vorstellungen in den Vordergrund zu stellen.
    Da es hier um #150 geht, sind Kenntnisse des ersten Pokémon-Kinofilms sowie des Specials "Mewtu kehrt zurück" hilfreich, aber nicht zwingend notwendig - wenn sie wichtig sein sollten, wird auf die Ereignisse zu gegebener Zeit noch eingegangen, keine Sorge =)
    Vorkenntnisse sind also (mit Ausnahme vielleicht eines Grundverständnisses von Pokémon) nicht von Nöten, ich bemühe mich, das verständlich genug zu beschreiben^^ ich werde wahrscheinlich auch in manchen Punkten von den Filmen abweichen, also von da her...
    [tab='Die Pokémon und ihre Welt...']
    [subtab='Beschreibungen']Was die Beschreibung der vorkommenden Pokémon angeht: ich bemühe mich darum, allerdings empfehle ich, bei Bedarf auch auf den Pokédex zurückzugreifen.
    Bestimmte Merkmale wie etwa die Augenfarbe sind dabei, anders als z. B. in der Serie, bei einer Art durchaus variabel (wie es auch bei uns Menschen der Fall ist).


    Was die Geschlechter der Pokémon angeht, so werde ich sie, soweit möglich, mit einarbeiten. Auch bei legendären Pokémon, wenn ich finde, dass sie einen gewissen "Touch" in eine bestimmte Richtung aufweisen - oder ich sie mir einfach männlich oder weiblich vorstelle^^
    Das heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass Pokémon, die neutral bezeichnet werden, abgewertet sind - entweder, ihr Geschlecht ist in der Geschichte (noch) nicht bekannt, oder (vorallem bei legendären Pokémon), es ist nicht eindeutig bestimmbar und für mich auch nicht hineininterpretierbar.
    [subtab='Alter']Pokémon haben meiner Vorstellung nach andere Lebenszyklen als Menschen, aber es gibt zwei Gründe dafür, dass ich darauf höchstens mit Ausdrücken wie „jung“ o.Ä. eingehen werde.


    1) Wenn man sich unsere Tierwelt ansieht, so gibt es viele verschiedene durchschnittliche Lebenserwartungen unter ihnen. So ähnlich stelle ich mir das für die Welt der Pokémon auch vor, d.h.: jede Art hat ihre ganz speziellen Durchschnittsalter und Alterungsprozesse. Wobei das Besondere bei Pokémon noch ist, dass einzelne Individuen auch stark von der „Masse“ abweichen können – kurzum, es wäre zu kompliziert, in dieser Hinsicht konkrete Altersangaben verwenden und sie bei jedem Pokémon neu definieren zu müssen. Das würde nur den Storyfluss durcheinander bringen und die Lesefreude verderben, denke ich^^


    2) Was für ein Pokémon gilt, gilt für alle, also hätte ich auch für Mewtu eine Altersangabe machen müssen, woraufhin man dann die Ereignisse zumindest aus Film 1 hätte zurückdatieren können – und das möchte ich bewusst vermeiden, da ich meine Geschichte nicht so eng an ihn binden will. So bleibt dieser Zeitraum unbestimmt.


    Was legendäre Pokémon angeht: In der Regel werden sie um einiges Älter als „normale“ Pokémon, aber...:pflaster: Dazu ein Wort mehr an dieser Stelle! ;)


    Was Menschen betrifft: Sie haben die gleiche ungefähre Lebenserwartung wie wir...Menschen. Bei ihnen wird das Lebensjahr im Steckbrief erscheinen, da es für mich einfach passt; das Alter definiert in unserem Kopf auch eine gewisse Erwartungshaltung, was Aussehen und Verhalten einer Person betrifft. Zudem verdeutlicht es Dinge wie z.B. die Größe von Erfolgen, die man in einem noch jungen Leben bereits erreicht hat, oder den gewaltigen Anteil eines Lebens, den eine bestimmte Aufgabe eingenommen hat. Bei Menschen ist dieses Element einfacher zu verwenden, da ihr Zyklus uns bestens vertraut ist. Außerdem kann man anhand ihrer Daten keine Ereignisse zurückdatieren! ;)
    [subtab='Kommunikation']Die Kommunikation unter Pokémon werde ich in menschlicher Sprache (vorzugsweise Deutsch xD) wiedergeben. Bei Interaktionen mit Menschen...naja, bei der Hauptfigur erübrigt sich das durch Telepathie, aber ansonsten wird das wohl kontextabhängig sein, denke ich. Aber auch bei Pokémon, die sich bei ihrem bisherigen Auftreten in Anime/Film nur durch Telepathie verständigt haben, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass ihnen auch eine typische Pokémonkommunikation möglich ist - sie "sprechen" also auch.


    Dialekte und Sprachunterschiede sind ansonsten vorerst nicht mit eingeplant.
    [subtab='Telepathie']
    Da es in dieser Geschichte auch gelegentlich zu telepathischen Gesprächen kommen wird, möchte ich meine Vorstellung von dieser Technik hier noch einmal kurz erläutern.


    Telepathie stellt eine wortlose Kommunikationsform dar, die entsprechenden Worte und Sätze erschallen dabei direkt im Kopf des „Angesprochenen“ und sind für Außenstehende akustisch nicht hörbar.
    Der „Klang“ der Stimme, die man in seinem Kopf hört, ist dabei eher wabernd, mit stetig wechselnden Höhen und Tiefen, doch da die einzelnen Teile der jeweiligen Botschaft direkt im Kopf erklingen, ist die Bedeutung dennoch mühelos zu verstehen. Des Weiteren weisen die Stimmen keine spezifischen Merkmale im Klang auf, die sie identifizierbar machen würden. Sehr geübte Pokémon (und ganz selten auch Menschen) können den Aussender der Nachricht erspüren, ansonsten ist es ohne Hinweise von der anderen Seite kaum möglich, die Identität herauszufinden.
    Sind die Laute auch sehr „tonlos“, so wird eines jedoch in noch gesteigerterem Maße übertragen, als es auf akustischem Wege möglich ist: Emotionen. Diese wabern so deutlich zum Empfänger hinüber, dass es einem manchmal fast so vorkommen könnte, als empfinde man selbst diese Gefühle. Fähige „Telepathen“ schaffen es, ihre Gefühle bei Gedankengesprächen zu verbergen, doch ist dies schwerer zu bewerkstelligen, je heftiger diese Regungen sind.
    [subtab='Vegetation']Ein eher kleiner Punkt, aber: In der Pokémonwelt wachsen sowohl Pflanzen aus unserer Realität als auch die typischen Beeren-Pflanzen. Hauptsächlich werden dann wahrscheinlich 'unsere' Bäume und Sträucher verwendet werden.
    [tab='Charaktere']
    [subtab='#']
    Farben: Männlich und Weiblich.
    (Zu den Geschlechtern von legendären Pokémon siehe auch die Ausführungen unter „Beschreibung“.)


    Alphabetisch: Alphabetische Gesamtübersicht aller Charaktere mit ihren Kapitelauftritten.
    Achtung! Spoilergefahr!


    Kurzbeschreibungen: Kurze "Statements" zu den jeweiligen Charakteren, ebenfalls alphabetisch sortiert.
    Achtung! Spoilergefahr!
    [subtab=Alphabetisch]


    [subtab=Kurzbeschreibungen]

    • http://img864.imageshack.us/img864/7491/apollon1.png Apollon: Zwillingsbruder von Eos. Mit leicht übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattetes, schillerndes Absol, das das für die Art charakteristische Horn auf der anderen Seite trägt. Sehr loyal, vorallem seiner Schwester und seiner Herrin Moira gegenüber.
      Namensbedeutung: Ein Gott der griechisch-römischen Mythologie. Wird als Gott des silbernen Bogens verehrt, ihm ist aber auch das berühmte Orakel von Delphi geweiht. Wird auch nicht selten mit der Sonne in Verbindung gebracht.


    • Absol Eos: Zwillingsschwester von Apollon. Sehr auf ihr Äußeres bedacht, beneidet sie das andersfarbige Fell ihres Bruders. Schnippisch und bisweilen zickig, kann sie jedoch trotzdem nichts von ihrem Bruder trennen. Kämpferin, die viele Techniken beherrscht.
      Namensbedeutung: Zwillingsschwester des Apollon und Personifikation der Morgenröte (auch "die rosenfingrige Eos").


    • Dragoran Fafnir: Siegfrieds Dragoran.
      Namensbedeutung: Lindwurm aus germanisch-nordischer Erzähltradition, der einen großen Schatz bewachte, letztendlich aber von Siegfried bzw. Sigurd erschlagen wurde,


    • Dragonir Flamme: Ergeiziger Bruder Lindes, der eines Tages seinen Abschied von der Familie beschließt, um gemeinsam mit einem menschlichen Trainer stärker zu werden.


    • http://img43.imageshack.us/img43/1171/fujih.png (Dr.) Fuji: Geheimnisvoller Wissenschaftler mit finsteren Plänen.


    • ~


    • Hundemon Hades: Mitglied der drei Cerberoi, die die Halle vor Moiras Gemächern bewachen. Jähzornig und aggressiv, insbesondere stärkeren und/oder als höher gestellt erscheinenden Pokémon gegenüber. Ist Persephone treu ergeben.
      Namensbedeutung: Griech.: Göttlicher Bruder Zeus' und Herr der Unterwelt. Ebenso Name der Unterwelt selbst.


    • Dragoran Linde: Geheimnisvolle Dragorandame mit tragischer Vergangenheit, die mit Mewtu noch eine Rechnung offen hat.
      Namensbedeutung: Abgeleitet von "Lindwurm", einer mythologischen Spielart des Drachen.


    • Dragonir Nerva: Weises Dragonir mit Ehrfurchtgebietender Ausstrahlung und hellseherischen Fähigkeiten. Lindes Mutter.
      Namensbedeutung: Abgeleitet von "Minerva": Röm. Version der Athene, einer für Vorsehung und Weisheit bekannten Göttin.


    • Mew Mew: Legendäres Pokémon mit großem Geheimnis. Quirlig und immer zu Späßen aufgelegt, aber auch recht mitfühlend gegenüber ihrer Umwelt.


    • Mewtu Mewtu: Ein aus den Genen von Mew geschaffener Superklon mit Hass auf die Menschheit, die er für sein Leiden verantwortlich macht. Eigenbrötlerischer Einzelgänger.


    • Xatu Moira: Kauziges, exzentrisches Xatuweibchen unbestimmten Alters. Haust mit anderen Pokémon zusammen in einem Höhlengewirr unterhalb von Prachtpolis City. Scheint eine visionäre Verbindung zu Vergangenheit, Gegenwart udn Zukunft zu haben. Wirkt wirr und schräg und hat ein Faible für Menschendinge.
      Namensbedeutung: Für die Moiren gibt es in der griech.-röm. Mythologie mehrere Varianten. Hier ist die Bedeutung als drei Schicksalsschwestern gemeint, die die Lebensfäden von Menschen und Göttern in Händen halten und für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen.


    • Hundemon Persephone: Anführerin der drei Cerberoi. Herrisch, aber auch gütig und fair in ihren Urteilen und Handhabungen. Starke Kämpferin.
      Namensbedeutung: Gemahlin des Hades und Herrin der Unterwelt, die von diesem durch eine List in die Unterwelt entführt und an ihn gebunden wurde. Tochter der Demeter.


    • Rotom Rotom: Die Antriebsquelle für die elektrischen gerätschaften des Pantheon.


    • http://pokewiki.de/images/9/9c/Siegfried_Tiny.png Siegfried: Stolzer Champion der Pokémonligen von Kanto und Johto, seiner Heimatregion. Drachenmeister mit hohem Gerechtigkeitsdrang, der ihn gelegentlich alles andere vergessen lässt.


    • Hundemon Thanatos: Mitglied der drei Cerberoi. Spricht selten, scheint aber eine tiefe Bindung zu Persephone zu haben.
      Namensbedeutung: Altgriech. "Tod".


    • Trainer A/B: Zwei namenlose Trainer, die Linde schlimmes Leid zufügen.


    • Wailord (ohne Namen): Namenloses Transportwailord.


    [tab='Karten']
    Zur Veranschaulichung werden hier nun ein paar Karten ausgestellt, die einen Überblick geben sollen. Sie sind mit Hilfe der jeweiligen Edition von mir gezeichnet worden und stellen Überblicksskizzen dar, damit der geneigte Leser/die geneigte Leserin sich besser zurechtfindet.
    Zur Vermeidung von Spoilern bitte ich darum, sich die Karten erst anzusehen, wenn ihr die entsprechenden Kapitel gelesen habt (die erste Karte ist aber, da sie lediglich eine Hoenn-Übersicht darstellt, auch schon vor Beginn des Lesens verwendbar).
    Für eine Großansicht bitte auf die Karte klicken.





    [/tabmenu]

  • "Das eigene Schicksal.
    Wie schön wäre es,
    ein eigenes Schicksal zu haben."


    - Wächter der Nacht







    Ein ungewöhnlich starker Wind rauschte durch die dichten Kronen der Bäume und ließ die Pokémon, die sich in ihnen zum Schlafen zurückgezogen hatten, heftig erzittern. Einige Äste knackten bedrohlich und verscheuchten so manchen Waldbewohner in höhere Gefilde oder – die weniger angenehme Variante – ruckartig mehrere Stockwerke tiefer. Nicht einmal am Boden des Silva, des mächtigen Waldes am nördlichen Zipfel der Hoennregion, tummelte sich in dieser Nacht das sonst so rege Leben.
    Trotz der rauen Lüfte war der Himmel vollkommen klar und erlaubte einen wundervollen Blick auf die Herrin der dunklen Stunden, die in runder Pracht ihr kühles Licht auf das Meer von Blättern tropfen ließ. Der Himmel, das Gewand von Fürstin Mond, war dabei wieder wie von herrlichem, tiefschwarzen Samt und mit zahllosen, funkelnden Edelsteinen besetzt.
    Leider konnte in dieser Nacht niemand den prächtigen Anblick des Vollmondes genießen. Menschen fand man für gewöhnlich nicht in diesem Teil der ansonsten rege besiedelten Region südöstlich des Kontinents, und die Pokémon harrten in ihren Behausungen ungeduldig besseren Wetters aus oder schliefen, bis die Sonne wieder ihr strahlendes Antlitz erheben würde.
    Nur ein einziges nicht.
    Es stand auf einem kleinen Hügel, nicht zu auffällig, aber hoch genug, um einen guten Überblick über den Wald und den Himmel zu haben, und lehnte an einem etwas kleineren Baum. Hier gediehen die ansonsten prächtigen Nadelbäume, die den dichten Wald bildeten, nicht mehr so gut wie ihre in tieferen Gefilden wachsenden Artgenossen. Die zahlreichen Büsche, unter denen sich besonders Sinelsträucher hervortaten, wucherten dafür umso stärker und boten daher noch ausreichenden Schutz vor ungebetenen Blicken.
    Das Pokémon hatte die Arme verschränkt und stand völlig ruhig da, als mache ihm der heftige Wind nichts aus – nur ein sehnsuchtsvoller Blick war in seinen Augen zu lesen, die es durch eine Lücke im ansonsten dichten Astwerk der Lärche gen Himmel erhoben hatte.
    „Wunderschön“, sagte es zu sich. „Der einzige Gefährte, der mir noch geblieben ist...“
    Vorsichtig, um nicht allzu viele Bewegungen zu machen, verlagerte es das Gewicht von einem seiner beiden langen, kräftigen Beine, die ein wenig an Känguruläufe erinnerten, auf das andere, um eine etwas bequemere Position einzunehmen. Er stand nämlich schon eine ganze Weile so da und betrachtete die volle, runde Scheibe, die sanft auf den Wald herab schien und den tosenden Sturm dagegen fast lächerlich erscheinen ließ – zumindest für ihn.
    „Wie es den anderen wohl geht?“, fragte es sich und musste an die einzigen Pokémon denken, die ihn je begleitet hatten. In letzter Zeit dachte er wieder öfter an jene Gefährten, die er schweren Herzens in die Freiheit hatte entlassen müssen. Nun war er allein und wünschte sich manchmal, die einzigen, die ihn auf dieser Welt ansatzweise verstehen konnten, wiederzutreffen - doch, würden sie das gleiche empfinden...?
    Plötzlich raschelte etwas im Gebüsch hinter ihm und riss ihn aus seinen Gedanken. Mit heftig schlagendem Herzen wirbelte er herum und versuchte, unter dem dichten Buschwerk um sich herum etwas auszumachen.
    'Wer ist da?', fragte er mit der Stimme seiner Gedanken und in der Hoffnung, nicht schon wieder aufgespürt worden zu sein – sein Puls raste und plötzlich überfluteten ihn die Bilder vergangener Ereignisse mit solcher Wucht, als hätte der Sturm nun auch ihn erfassen können. Er schluckte und wartete nicht ganz ohne Nervosität auf eine Reaktion.
    Es raschelte noch einmal, dann lugten kleine, rosa Öhrchen aus einem nahe gelegenen Busch hervor und ein verhaltenes Kichern war zu hören. „Es ist irgendwie lustig: Da bist du sonst so wachsam und bemerkst ausgerechnet mich nicht? Du wirst unvorsichtig, Mewtu.“
    „Wa...? DU?“, rief Mewtu aus, konnte seine Erleichterung darüber, dass ihm seine nachlässige Deckung nun doch nicht zum Verhängnis geworden war, aber nur mit Mühe verbergen. Beim nächsten Mal würde er wohl besser aufpassen müssen...
    Die Ohren verschwanden wieder im Gebüsch und wenige Augenblicke später purzelte ein kleines, rosafarbenes Pokémon heraus, das ein wenig Ähnlichkeit mit einer Katze besaß und sich auf dem Boden sitzend einzelne Blätter aus dem Fell zupfte.
    Mewtu, der das kleine Pokémon um Einiges überragte, hatte sich nun wieder vollends gefasst.
    „Sag endlich, was du willst, Mew“, knurrte er, „oder verschwinde.“
    „Sachte, sachte“, antwortete das kleine rosa Energiebündel, das sich nun anschickte, wieder in die Lüfte zu schweben, und richtete seine großen, blauen Augen auf den Gegenüber. „Ich wollte dir nur ein wenig Gesellschaft leisten, Mewtu.“
    Der Angesprochene schnaubte. „Ich brauche nichts von dir, schon gar nicht deine Gesellschaft. Und jetzt verschwinde.“ Er drehte Mew den Rücken zu und wollte gerade wieder den Blick Richtung Mond heben, als sich ein rosa Pelzknäuel kopfüber direkt vor seinem Gesicht von einem Ast baumeln ließ.
    „Was soll das?“, fauchte das zart lila farbene Pokémon und drohte nun wirklich wütend zu werden. Sein Verhältnis zu dem Pokémon, aus dessen uralten Genen man Mewtu in Folge jahrelanger furchtbarer Experimente geklont hatte, stand wirklich nicht zum Besten.
    „Du machst mich wahnsinnig – V-E-R-S-C-H-W-I-N-D-E gefälligst!!“
    „Uhhh, für jemanden, der nicht entdeckt werden will, brüllst du aber ganz schön herum“, entgegnete Mew unberührt und kicherte, bevor sie sich richtig herum drehte und schließlich doch ein Stück zur Seite schwebte.
    Mewtu schwieg und schien sich nun dafür entschieden zu haben, die kleine Flauschkugel komplett zu ignorieren. Auch wenn er wusste, dass diese Strategie bei Mew wenig Erfolg haben würde, aber großartige andere Möglichkeiten hatte er momentan nicht – ein Kampf würde aufgrund der gewaltigen Kräfte beider Pokémon mehr Aufmerksamkeit erregen, als er gebrauchen konnte.
    So besahen sich beide nebeneinander schweigend den Nachthimmel. Dabei bemerkte Mewtu kaum, dass der Sturm nachgelassen hatte.
    Schließlich seufzte Mew, die wenig Sinn für Stille und Ruhe hatte und langsam ungeduldig wurde, und fragte:
    „Sag mal, Mewtu...was würdest du tun, wenn du einen Wunsch frei hättest...?"



  • Das Licht der Sonnenscheibe versank bereits hinter dem Horizont und nahm die Gestalt von geschmolzenem Gold an, wobei sie ein paar letzte warme Strahlen über den geschäftigen Wald ergoss. Während der Dämmerung, die Tag und Nacht voneinander trennte und weder zum einen noch zum anderen wirklich dazuzugehören schien, bereiteten sich viele Pokémon darauf vor, in ihre Baue und Nester zurückzukehren und sich von einem weiteren, anstrengenden Tag ein wenig zu erholen. Doch dies war nicht bei allen so – viele Jäger der Nacht erwachten erst jetzt und schickten sich an, ihren Nachwuchs zu versorgen oder für sich selbst Beute zu schlagen. Ein Tropius stampfte träge über den mit Nadeln übersäten Waldboden, wobei es gelegentlich gegen einen Baum rempelte und damit nicht wenige Waumpel und Samurzel unsanft zu Boden purzeln ließ, während ein junges Magnayen leise durchs Unterholz schlich und hoffte, bereits vor seinen weit erfahreneren Artgenossen gute Beute zu erspähen – in dem Tropius schien es einen vielversprechenden Kandidaten gefunden zu haben. Während der Riese im Vorbeigehen einen halben Busch vom Boden rupfte und gemächlich verzehrte, eilte der Jäger geschwind ins Unterholz – vermutlich, um sein Rudel zu informieren.
    In den Dämmerzeiten herrschte immer und überall ein reges Treiben, der Wald schien für diese kurze Zeit erst richtig zum Leben zu erwachen. Als die dumpfen Schritte und die erschrockenen Fiep- und empörten Keckerlaute der Pokémon, die von Tropius' Zug unter dem mit einem unirdischen bronzenen Licht erfüllten Nadeldach zeugten, allmählich verklangen, war vom Regenten des täglichen Himmels nicht mehr allzu viel am Horizont auszumachen. Die Baumkronen erstrahlten ein letztes Mal in einem prächtigen Farbspiel aus den schönsten Rot-, Orange- und Gelbtönen, sodass es wirkte, als gehe der Wald in einem Meer aus Flammen auf. Dabei legten die östlicheren Flecken des Himmels bereits die typische, dunkle Gewandung der Nacht an und erste Sterne zierten die weite Kuppel der Welt.
    Doch von all diesen Dingen bekam Mewtu kaum etwas mit. Stets darum bemüht, ein sicheres Versteck zu finden, in dem er ungestört die hellen Stunden verbringen konnte, hatte er sich in eine schmale Kuhle zurückgezogen. Sie war nicht weit entfernt des Hügels gelegen, auf dem er in der vergangenen Nacht nur den vollen Mond hatte beobachten wollen, und war gänzlich unter dichtem Gestrüpp verborgen. Sie ließ sich daher nur sehr umständlich erreichen und war der ideale Ort, um ungesehen etwas Schlaf finden zu können. Doch das war Mewtu kaum möglich gewesen. Nicht nach der letzten Nacht...


    „Sag mal, Mewtu...was würdest du tun, wenn du einen Wunsch frei hättest...?“
    Mewtu runzelte die Stirn, ließ sich aber lediglich dazu herab, Mew einen kurzen Seitenblick zuzuwerfen.
    „Wovon redest du? Was für einen Wunsch?“, entgegnete er mit einer nicht zu überhörenden Ungeduld in der Stimme.
    Mew überhörte das.
    „Na, wenn du dir wünschen könntest, was immer du wolltest – was würde das sein? Komm schon, irgendetwas muss es doch geben, das du-“
    „Komm auf den Punkt“, knurrte er und starrte nun noch angestrengter in den Himmel als zuvor. „Ich glaube kaum, dass dich interessiert, was ICH mir wünsche. Ich frage dich also noch ein letztes Mal: Was willst du?“
    Mew seufzte enttäuscht und ließ sich auf einem großen Stein nieder, der ein kleines Stück vor dem Baum gelegen war. Ein wenig eingeschnappt entgegnete sie: „Ich bin eben neugierig...aber wenn du nicht willst...“ Sie wartete einen Moment ab, doch als sie erneut keine Reaktion erhielt, schnaubte sie empört und schickte sich an, wieder in die Lüfte zu steigen. „Dann werde ich eben allein nach Jirachi suchen...“
    „Jirachi...?“ Mit diesem Namen konnte Mewtu nicht besonders viel anfangen und fragte sich zunehmend, wieso er diese schöne Vollmondnacht nicht damit verbunden hatte, weiterzuziehen – dann wäre er zumindest dieser kleinen Nervensäge entgangen.
    Abrupt drehte Mew sich herum, erfreut, nun doch die Aufmerksamkeit Mewtus – zumindest für einen Moment – gewonnen zu haben.
    „Sooo, es interessiert dich also doch, habe ich Recht...?“
    „WAS interessiert mich?“, fragte Mewtu ungeduldig und drehte seinen Kopf nun doch leicht zur Seite, um einer schelmisch grinsenden Mew entgegenzublicken.
    „Na, diese Wunschsache“, erwiderte Mew erheitert. „Sag bloß, du weißt nicht, wer Jirachi ist?“
    „Zufällig nicht, nein“, entgegnete der Angesprochene mit abgehackten Worten – ein weiterer Ausdruck dafür, dass es ihm langsam, aber sicher zu viel wurde.
    Auch Mew schien das erkannt zu haben, denn sie fuhr nun mit etwas gemäßigterer Stimme fort. „Jirachi ist das Pokémon der Wünsche, denn es kann sie erfüllen – wenn es gerade Lust dazu hat“, fügte sie nicht ganz ohne Grinsen hinzu.
    Mewtu schwieg. Er erinnerte sich vage daran, einmal ein Gespräch zwischen zwei weit gereisten Absol belauscht zu haben, die sich über eine alte Legende unterhalten hatten – die Legende eines Pokémon, dass alle 1000 Jahre erwachen und für eine Woche jeden Wunsch erfüllen sollte. Das hatte er jedoch als Aberglauben abgetan – so etwas wäre gerade der richtige Stoff für ein Märchen, das sich hoffnungslose Träumer als Gutenachtgeschichte erzählen.
    „So ein Unsinn“, erwiderte er daher, „das ist bloß eine alte Legende. Und selbst, wenn ein Pokémon namens Jirachi existieren sollte – dass es jeden Wunsch erfüllen kann, ist doch unmöglich...“
    'Es wäre zu schön, um wahr zu sein', fügte er in Gedanken hinzu.
    „Oh, Jirachi ist keine Legende – er existiert wirklich, und er ist ein Freund von mir.“ Mew bestätigte diese Aussage durch heftiges Kopfnicken und fuhr mit einem Anflug von Besorgnis in der Stimme fort: „Ich wollte ihn eigentlich vor ein paar Tagen treffen – auf Wundereiland, einer kleinen Insel im Südmeer, die die Menschen nur sehr selten überhaupt zu Gesicht bekommen. Aber er ist nicht aufgetaucht, dabei ist das sonst nicht seine Art...“
    Als Mew bewusst wurde, dass Mewtu ihr nicht wirklich zugehört hatte, fügte sie in leicht verschwörerischen Ton hinzu, nun wieder ganz der alte Schelm: „Und weißt du, Jirachi kann WIRKLICH Wünsche erfüllen – falls du mir also hilft, ihn zu finden, könntest ich vielleicht ein gutes Wort für dich einlegen...“
    Bei diesen Worten wandte Mewtu den Kopf vollends zur Seite und blickte Mew direkt in die Augen.
    „Du musst wirklich denken, dass ich unheimlich dämlich bin“, war sein trockener Kommentar zu Mews Ausführungen. Doch allmählich begannen Zweifel, in ihm zu keimen – Zweifel an seiner Überzeugung, dass die Geschichte vom Wünsche erfüllenden Pokémon nur erfunden war...
    „Nein, keineswegs“, versicherte die kleine Flauschkugel und sah Mewtu tief in die unergründlichen, in verschiedenen Lilatönen schimmernden Augen. „Es ist wirklich wahr. Und wenn du bereit bist, mir dabei zu helfen, ihn zu suchen – dann wird dein Wunsch, wie immer er aussehen mag – vielleicht wahr.“


    Der schrille Ruf eines Zubat über den Wipfeln schreckte Mewtu aus seinen Erinnerungen auf. Er war so sehr in ihnen versunken gewesen, dass er nicht einmal bemerkt hatte, wie stockfinster es bereits geworden war.
    Das sehr unausgeruhte Pokémon streckte sich und machte sich dann daran, langsam wieder den Hügel hinaufzusteigen. Mew hatte, bevor sie davongeflogen war, noch gesagt: „Ich werde morgen Nacht wieder hierher kommen. Falls du Interesse hast – dann sei auch dort.“ Und mit diesen Worten war sie in den bereits aufkommenden Morgen entschwunden.
    Sehr langsam erklomm Mewtu den Hügel. Das, je höher er kam, immer dichter den Boden bedeckende Laub des Buschwerks fühlte sich angenehm unter seinen Fußballen an und raschelte ein wenig mit jedem eleganten Schritt, den er machte. Doch beides registrierte er nur am Rande, denn Mewtu grübelte noch immer. 'Soll ich wirklich mitgehen? Ausgerechnet mit dieser rosa Nervensäge...aber...wenn es wahr ist...wenn ich mir etwas wünschen dürfte...vielleicht könnte ich...'
    Tausendundein Gedanke rasten in seinem Kopf hin und her. Es gab so vieles, das er misste, und doch war er sich nicht sicher, mit welchem Wunsch er die Leere in seinem Inneren würde füllen können.
    Da er aber tief im Innern wusste, dass er sich bereits entschieden hatte, Mew zu begleiten – und vor allem für eine Weile zu ertragen – entschied er, dass er noch Zeit haben würde, um darüber nachzudenken – wer weiß, wann sie diesen Knirps würden finden können. Etwas anderes beschäftigte Mewtu noch seit gestern Nacht: Warum war Mew so plötzlich aufgebrochen...? Und überhaupt: Warum bat sie ausgerechnet IHN um Hilfe? Aus reiner Nächstenliebe wohl kaum...zudem lag das Südmeer einige Tagesreisen vom Silva entfernt, der Aufwand war also nicht unerheblich...
    Als er an der Kuppe angelangt war, konnte er durch die Lücken im Nadeldach der kleinen Lärche erkennen, dass heute kein so schöner Anblick am nächtlichen Firmament wahrzunehmen war wie noch vor Kurzem – dichte Wolkenfelder durchpflügten den Nachthimmel wie Herden von Monstervoltilämmern auf einer riesigen, schwarzen Weide.
    Mew erwartete ihn bereits – dieses Mal hatte sie sich nicht versteckt. Doch sie wirkte seltsam nervös...
    „Alles in Ordnung, Nervensäge?“, fragte Mewtu - eher aus Neugierde als aus echter Sorge.
    „Nein, nein, alles Bestens!“, erwiderte die Angesprochene schnell – ein wenig zu schnell, fand Mewtu. „Und, wie hast du dich entschieden? Da du hier bist, hoffe ich doch, dass du mir helfen willst...?“
    Mewtu blickte tief in die erwartungsvollen, fast bittenden Augen des Pokémon. Ein kühler Wind frischte auf und umspielte die beiden mit seinem seidigem Atem. Vielleicht war es ein Ausläufer des gestrigen Sturms - oder der Bote eines neuen. 'Was hat sie nur?', fragte er sich skeptisch.
    „Hör zu: ich bin bereit, MIR zu helfen – wenn das heißt, dass ich dir helfen muss, dann- warte mal!“, rief er, als Mew nach seinen ersten Worten einen Salto in der Luft geschlagen hatte und bereits dabei war, in die wolkenverhangene Nacht hinaus zu flitzen.
    „Oh, ich dachte nur, es wäre in deinem Interesse, wenn wir so früh wie möglich aufbrechen – dann bist du mich auch so früh wie möglich wieder los“, entgegnete es nervös.
    Mewtu runzelte die Stirn. „Das ist wahr...aber wie kommt es, dass du plötzlich so...hektisch bist? Und überhaupt, ich hätte da noch ein paar Fragen...“
    „Ach, das können wir doch unterwegs klären, nicht? Komm schon, lass uns aufbrechen!“
    Mews Verhalten irritierte Mewtu zutiefst, sodass er schon beinahe daran zweifelte, dort jenes Pokémon vor sich zu haben, mit dem er vor einiger Zeit einen erbitterten Kampf ausgefochten hatte. Nein, das war unstrittig. Doch etwas stimmte nicht, soviel war sicher – genauso sehr, wie Mew keineswegs bereit zu sein schien, momentan auch nur ein Wort darüber zu verlieren.
    Mewtu entschied sich schließlich, seine Bedenken unterwegs zu äußern – die Chance, so gering sie auch war, etwas an seinem miserablen Leben zu verändern, war ihm einfach zu wichtig, als dass er wegen dieses seltsamen Verhaltens alles aufs Spiel setzen würde.
    Er nickte und schwebte nun ebenfalls empor. Schweigend flogen die beiden Psychopokémon hintereinander gen Westen durch die Nacht über der Hoennregion. Als sie in eine tiefe Wolkendecke eintauchten, dachte Mewtu: 'Was auch immer sich seit gestern Nacht verändert hat, dass Mew so seltsam geworden ist – ihre Worte waren dort nicht gelogen, das spüre ich. Die Frage ist, was sie mir verheimlicht...aber genug davon. Wenn ich auch nur eine Möglichkeit habe, dieses Leben zu ändern, sollte ich nicht zögern, diese Chance zu ergreifen – denn sie bedeutet so etwas wie...Hoffnung...für mich...wenn jemand wie ich so etwas überhaupt empfinden kann und darf...'
    Als sie aus dem dichten Gewirr feinster Wassertröpfchen wieder auftauchten und Mewtu Mews Schwanzspitze vor sich herwedeln sah, fügte er zu sich selbst noch mit einem leichten Lächeln hinzu: 'Und außerdem: Schlimmer kann mein Leben nun ohnehin nicht mehr werden.'


    * * *


    „Eigenartig...wirklich eigenartig...“, murmelte der junge Mann nachdenklich vor sich hin und fuhr sich durch die wilde Sturmfrisur, die zu seinen Markenzeichen zählte.
    „Viel kann man daraus noch nicht schließen, aber...es ist irgendwie beunruhigend...“
    Er runzelte die Stirn und starrte angestrengt auf den Brief, der am heutigen Morgen mit dem Pelipperexpress gekommen war und nun, nach einem langen und anstrengen Arbeitstag, erst bemerkt worden war. Er lag nun zwischen zahlreichen anderen Dingen auf dem Schreibtisch seines Empfängers, wo die perfekte Verbildlichung des Urchaos zu herrschen schien. Eigentlich war das aus feinstem Ebenholz angefertigte Arbeitsmöbelstück sehr groß und schön, doch von der Oberfläche war für gewöhnlich nicht viel zu sehen: Neben einem stets vollen Eingangsfach mit mehr oder wenigen wichtigen Dokumenten und Aufgaben, die noch zu erledigen waren, und dem Computer nebst Faxgerät und anderem Zubehör stapelten sich Bücher unterschiedlicher Kategorien und jede Menge Papiere darauf. Die noch frei gebliebenen Stellen wurden im Wesentlichen von allerlei Nippes und einigen Bilderrahmen eingenommen, die hauptsächlich seine Kollegen und seine geliebten Pokémon zeigten – und von einem angebissenen Apfel, der achtlos auf einem Teller seines Schicksals harrte.
    Mitten in all diesem Chaos lag nun also jener Brief. Eigentlich schien er nicht besonders zu sein: Auf dem Umschlag prangte eine Briefmarke mit einem Asche speienden Vulkan darauf im Wert von 2500 Pokédollar, der vor wenigen Tagen beim Postamt von Prachtpolis City abgestempelt worden war. Auch der Inhalt schien zunächst nicht ungewöhnlich, doch dem jungen Mann schien er noch etwas ganz anderes zu sagen...
    Er schüttelte den Kopf und rollte mit dem eigentlich sehr bequemen Bürostuhl ein Stückchen vom Schreibtisch ab und rieb sich erschöpft die Augen.
    'Wahrscheinlich sehe ich nur Gespenter...', dachte er – doch so ganz wollten die Zweifel nicht von ihm weichen. Als er die Hände wieder hinunter nahm, blickte er sich gedankenverloren in seinem geräumigen Arbeitszimmer um.
    Über dem großen Schreibtisch, der direkt neben der verglasten Tür eines kleinen Balkons stand, hingen einige Bilderrahmen mit weiteren, eher formellen Fotos, Urkunden und anderen Dokumenten, die den erstaunlichen Werdegang des dafür noch recht jungen Pokémontrainers nachzeichneten. An der Wand gegenüber des Balkons reihten sich drei große Glasvitrinen aneinander, in denen glänzende Pokaleund Medaillen lagerten, die offenbar sorgsam gepflegt wurden, und in einer Ecke trocknete ein kleiner Maronbusch im Zimmertopf vor sich hin. Außerdem befanden sich gleich fünf bis zum Bersten gefüllte Bücherregale im Raum, drei direkt an die Wand gestellt und zwei versetzt davor platziert. Außerdem hatte dieser Raum noch etwas Besonderes an sich: eine mit etwas über drei Metern Höhe doch ungewöhnlich ausgedehnte Decke. Von eigenartiger Breite waren auch die Balkontür, deren schwere Vorhänge zur Hälfte geöffnet waren und so einen Blick hinaus auf die nächtliche Umgebung erlaubten, sowie der freie Raum davor – wenn man einmal davon absah, dass jene etwa dreieinhalb Meter fast vollständig von einem großen, blass orangefarbenen Pokémon eingenommen wurden, das friedlich vor sich hin gedöst hatte. Als sein Trainer nun mit einem plötzlichen Ruck aufstand und begann, unruhig durchs Zimmer zu streifen, hob es den Kopf und schaute ihm interessiert zu. Als der junge Mann nach einigen Minuten immer noch nicht damit geendet hatte, von einer Ecke des Arbeitszimmers in die andere zu laufen und sein Gesichtsausdruck immer ernster wurde, verschwand das anfängliche Interesse des Pokémon völlig.
    Dra...?“, stieß es in besorgtem Tonfall hervor. Der Trainer zuckte überrascht zusammen und drehte sich dann langsam um. Er blinzelte, als wäre er gerade erst aus einer fernen Welt ins Hier und Jetzt zurückgekehrt und brauche einen Moment, um sich wieder einigermaßen orientieren zu können. Als er den Grund für seine plötzliche Rückkehr aus seiner Gedankenwelt bemerkte, musste er unwillkürlich lächeln. Mit nun etwas gelassener scheinenden Zügen schritt er auf seinen treuen Begleiter zu, bückte sich und kraulte ihn im Nacken, was dieser sichtlich genoss.
    „Tut mir Leid, alter Freund“, flüsterte der Trainer, „ich war wohl ein wenig in Gedanken.“
    Sein Partner quittierte dies mit einem zufriedenen Brummen und legte den Kopf wieder auf seinen mit Klauen bewehrten Pfoten ab.
    Der junge Mann erhob sich und blickte durch die halb aufgedeckte Glastür, auf der sich die runde Scheibe des Vollmondes widerspiegelte. Die Nacht schien ruhig und friedlich zu sein, die umgebenden Berge waren kaum vor dem glitzernden Nachthimmel auszumachen und nur wenige Wolken waren zu sehen.
    „Bilde ich mir das wirklich alles nur ein?“, fragte er mehr sich selbst als seinen Partner, der nun erneut den Kopf gehoben hatte und ihn nachdenklich ansah.
    Einen Moment stand der junge Mann schweigend da und blickte hinaus in die Dunkelheit, als könnte sie ihm die Fragen beantworten, die ihm schon seit Tagen durch den Kopf gingen und nun, nach Erhalt des Briefes, regelrecht bestürmten.
    „Sag mal, Fafnir“, sprach er, als wäre ihm plötzlich etwas eingefallen, und blickte seinem Partner mit einem etwas gezwungen wirkenden Lächeln in die tiefblauen Augen, „hättest du Lust, mal wieder zu verreisen...?“
    ---------------------------------------------------------------------------------------------



  • und wie versprochen kommt mein Kommentar - ich bin zwar selbst nicht ein besonders guter Kritiker, aber ich wills mal versuchen:


    Startpost
    [tabmenu][tab=Positives]
    Der Startpost enthält viele interessante Infos und zeigt, dass du dir Gedanken machst, die Hintergründe deiner Story betreffen (siehe Kommunikation, Vegetation usw.)
    Dass du schon jetzt ein Inhaltsverzeichnis führst, ist super (sollte ich auch mal anlegen :D)
    [tab=Zur Verbesserung]
    Rein von der Übersicht her würde ich die zwei Spoiler am Anfang in ein Tabmenü verstauen. Und - ganz wichtig, aber ich weiß ja schon, dass du dem bereits nachkommst - es fehlt ein wenig die grafische Darstellung, praktisch als Sahnehäubchen des Ganzen.
    [/tabmenu]


    Prolog
    [tabmenu][tab=Positives]
    Wirklich ein schöner Prolog, muss man sagen. Du verwendest schöne Beschreibungen der Umgebung wie auch der Lebewesen, die sich gerade in ihr befinden. Beispielsweise die Beschreibung von Mewtu ist dir schön gelungen und sowas belebt deinen Text. Jeder hier sollte wissen, wie er aussieht, aber es ist immer gut, die Dinge, die jeder hier zumindest kennen müsste, nicht als beschreibungsunwürdig abzutun. Sehr schön!


    Mewtu und Mew gefallen mir, die totale Gegensätzlichkeit :D . Das verpasst der Geschichte noch eine ganze Prise mehr Leben. Und ganz ehrlich, wie Mew aus dem Busch purzelt und Mewtu dann auf die Nerven geht - diese Szene hat man beim Lesen bildlich vor Augen.
    [tab=Zur Verbesserung]
    Jetzt fällt es mir schon etwas schwerer, vor allem weil ich ja schon Fehlersuchmaschine gespielt hab.
    Nun, ich muss sagen, ich weiß nicht, wo ich am Prolog meckern könnte. Der ist dir einfach gut gelungen. Höchstens...Vielleicht versuchst du, die Gefühle der Pokemon ein wenig besser einzubringen, indem du Wörter wie "Wut" mit einbaust. Das ist aber, wie sagtest du noch gleich...Luxuskritik :D  
    [/tabmenu]


    Kapitel 1
    [tabmenu][tab=Positives]
    Der Anfang gefällt mir. Du leitest die Dämmerung und Nacht schön ein mit dem Magnayen auf Beutesuche und beschreibst die untergehende Sonne ebenfalls sehr schön. Wie im Prolog setzt du deinen schönen Beschreibstil fort, bei dem du die Dinge nicht immer direkt beim Namen nennst, sondern Metaphern benutzt
    (Bsp: die weite Kuppel der Welt - Himmel).
    Die Unterhaltungen zwischen Mew und Mew2 sind nach wie vor amüsant zu lesen :D  
    Was ich auch gut finde, sind die zwei offenen Enden in einem Kapitel - Das erste, nachdem Mewtu und Mew erstmal aus dem Fokus verschwinden und das Geschehen zu den zwei Männern wechselt. Das macht es spannend, weil man von diesen Beiden praktisch nichts weiß, im Gegensatz zu den Hauptcharaktern der vorigen Szene. Wobei ich meine, zu wissen, wer einer der Beiden ist - wegen dem "großen, blass orangefarbenen Pokémon" :D .
    [tab=Zur Verbesserung]
    Hier hab ich wieder dasselbe Problem wie beim Prolog...Hier stört es mich nicht mal, dass direkt ausgedrückte Gefühle fehlen, die indirekte Weise passt besser.
    Nur eine Sache fand ich merkwürdig beim Lesen, und zwar dass dieses Kapitel genau so endet wie der Prolog, nur mit anderen Charaktern. Beim Lesen schoss mir kurz ein "Naja" durch den Kopf, aber da ich nicht weiß, was da noch auf die Leser zukommen mag, musst du es auch nicht wirklich als Kritik auffassen.
    [/tabmenu]


    Fazit: Ein schöner Anfang einer Geschichte, die viel Potenzial hat. Mach damit nur weiter :) .


    Eine Frage hab ich aber noch: Wie hat es denn Mewtu in die Hoennregion verschlagen, gab es dafür (außer Jirachi) noch einen Grund? Ein einfaches Ja oder Nein würd mir reichen.


    Und...trag mich mal als Abonnent ein. :D
    Hoffe, der Kommentar ist hilfreich für dich, auch wenn es sich mit den Tipps irgendwie in Grenzen hält...

    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

    2 Mal editiert, zuletzt von RockingScorpion ()

  • Vielen Dank für den Kommentar! =D


    Grafische Darstellung
    Jup, du hast Recht - der Startpost wird, voraussichtlich diese Woche noch, komplett überarbeitet^^


    Die Gefühle der Pokémon
    Auch da hast du durchaus Recht - danke für den Hinweis =)
    In der ersten Fassung war der Begriff "wütend" im Prolog auch enthalten, allerdings fand ich dann, dass es in diesem Kontext doch noch nicht so ganz passt. Die Emotionen werden ja im Verlauf der Geschichte noch heftiger, mal sehen, ob ich das dann umsetzen kann =)


    Die "zwei Männer" im 2. Teil des ersten Kapitels
    Eigentlich sind das ein Mann und ein Pokémon...falls das missverständlich 'rübergekommen ist, sag Bescheid, dann überarbeite ich das nochmal^^


    Das erste Kapitel endet genauso wie der Prolog
    Könntest du mir genauer sagen, was du damit meinst? Meinst du, dass das Ende offen ist? Oder dass von den Charakteren nicht viel enthüllt wird?


    Mewtu in der Hoennregion
    Das kommt jetzt vielleicht etwas enttäuschend für dich, aber: Jein. Er wusste ja vor Mews Erscheinen von Jirachi nur aus der Erzählung der beiden Absol, hat diese aber auch nicht wirklich ernst genommen. Außerdem sollten die Absol darauf hindeuten, dass er das erst erfahren hat, als er bereits in der Region angekommen war.
    Warum ist er also da?
    Das ist im Prinzip ganz einfach: Nach den Ereignissen des 1. Kinofilms ist Mewtu, der an die Kantoregion ja nicht besonders schöne Erinnerungen hat, mit seinen Klonen in die Johto-Region gezogen, wo Giovanni ihn aber auch hatte aufspüren können und er letztlich seine einzigen Gefährten ziehen lassen musste. Da diese Region also offensichtlich auch noch zu sehr in Team Rockets Einflussgebiet lag, hatte er wenig Interesse, dort zu bleiben. Dass er dann in die Hoennregion gegangen ist, ist Zufall - und von der Autorin beabsichtigt, damit ich die Geschichte auf Jirachi lenken konnte^^




    Nochmal ganz großen Dank für meinen ersten Kommentar - und die so positive Bewertung! :blush:


  • Dunkelheit.
    Das war das einzige, was er zu diesem Zeitpunkt wahrnehmen konnte. Er drehte sich mehrmals um sich selbst, bewegte ruckartig den Kopf hin und her und blickte angestrengt in alle Richtungen – und doch konnte er nichts sehen als tiefste Finsternis. Nicht ein einziger Lichtfunke drang an seine Augen.
    'Wo bin ich?', fragte er sich irritiert. Das einzige, was er wusste, war, dass er auf etwas stand, das halbwegs stabil zu sein schien. Doch als er versuchte, wenigstens diesen Untergrund genauer wahrzunehmen, verschwand auch dieser Eindruck, und er befand sich in einer seltsamen Schwebe. Plötzlich meinte er, aus den Augenwinkeln etwas aufblitzen zu sehen, und drehte geschwind den Kopf zur Seite – der Anblick war wunderschön. In der Ferne zeichneten sich kleine, in allen Regenbogenfarben funkelnde Pünktchen ab, die zusammen immer mehr an Form und Volumen zu gewinnen schienen.
    'Was ist das nur?', fragte er sich, und versuchte, sich darauf zu zu bewegen. Tatsächlich waren es die Pünktchen, die immer näher zu kamen, langsam, aber beständig, während er bewegungsunfähig auf der Stelle verweilen musste. Und mit jeder Winzigkeit, die das Licht näher rückte, meinte er, auch etwas hören zu können – undeutlich und noch immer schwach zwar, aber doch wahrnehmbar. Angestrengt versuchte er, Geräusche oder gar Worte wahrzunehmen, konzentrierte sich nur noch auf das Licht und seine seltsamen Töne. Endlich meinte er, einzelne Laute heraushören zu können, etwas wie ein...„Pröt-PRÖT!“
    'Pröt-PRÖT? Habe ich das richtig verstanden?' Er versuchte, genauer hinzuhören, doch kaum hatte er gemeint, die Töne halbwegs verstanden zu haben, verstummten sie und auch das Licht bewegte sich nicht mehr auf ihn zu, sondern pulsierte ruhig auf der Stelle, deren Entfernung von ihm ohne jegliche Vergleichspunkte schwer einzuschätzen war. Wie verzaubert versuchte er erneut, sich dem Licht zu nähern, doch als er sich ein kleines Stückchen nach vorn neigte, stürzte er plötzlich, stürzte in eine Tiefe, die zuvor nicht da gewesen war.
    Als wäre er auf einmal mitten in einen Tiefseegraben teleportiert worden, wurde ihm sofort alle Luft aus den Lungen gepresst. Er versuchte zu schreien, doch kein Laut drang aus seiner Kehle. Verzweifelt blickte er um sich, versuchte, wenigstens irgendetwas zu sehen, irgendetwas greifen zu können...
    Er bekam keine Luft mehr, und sein Blick trübte sich bereits. Die Verzweiflung wurde zu ausgewachsener Panik. Mit weit aufgerissenen Augen bewegte er sich wild umher. Dann wurde er von einer gewaltigen Erschütterung erfasst, die ihn vollends zu zerreißen drohte-


    In diesem Moment wachte Mewtu auf. Sein Atem ging stoßweise, er schnappte heftig nach Luft wie ein Karpador, das von der Strömung unbarmherzig an Land gespült worden war. Sein helles, fliederfarbenes Fell war nass und dunkel von Schweiß.
    Langsam, ganz langsam beruhigte sich seine Atmung wieder, und vorsichtig öffnete er die Augen. Ja, er befand sich noch in jener Höhle, die zwar dunkel war, in die aber immerhin noch von groben Büschen gefiltertes Licht hineinblitzte.
    „Nur ein Traum“, flüsterte er erleichtert. Er schluckte, wobei seine Kehle so trocken geworden war, dass es ihm erhebliche Mühe bereitete, und seufzte geräuschvoll.
    Langsam richtete er sich auf. Die Höhle war nicht besonders groß oder hoch, reichte aber gerade so aus, dass Mewtu seinen etwa zwei Meter langen Körper bequem ausstrecken und aufrecht sitzen konnte. Außerdem war gerade genug Platz zum Eingang vorhanden, damit das Pokémon von außen nicht sofort zu erkennen gewesen wäre – hätten die bereits erwähnten Büsche die Entdeckung der Höhle an sich nicht bereits erheblich erschwert. Dieser Ort stellte trotz seiner Enge und relativ geringer Höhe also eine akzeptable Unterkunft für das scheue Pokémon dar - insbesondere, wenn man es unter allen Umständen vermeiden wollte, entdeckt zu werden...
    Seit mehreren Tagen waren er und Mew nun schon dabei, die Hoennregion zu umrunden und so das Südmeer zu erreichen, wo sie auf Wundereiland mit der Suche nach dem legendären Jirachi beginnen wollten. Fast die Hälfte des Weges hatten sie geschafft, und so verbrachte Mewtu den Tag auf einer kleinen Insel, die von der Luft aus gesehen etwa auf halber Strecke zwischen Metarost City und Faustauhaven lag. Sie wurde selten von Menschen oder überhaupt irgendeinem Lebewesen besucht, denn es gab kaum etwas an diesem recht trostlosen Ort. Auf einer Fläche von etwa der Größe eines Fußballfeldes erhob sich ein Hügel aus relativ weichem Gestein, der vielleicht gerade einmal an ein zweistöckiges Wohnhaus heranreichen konnte und etwa die Hälfte des kleinen Eilandes einnahm. Die andere Hälfte war über und über mit Geröll in verschiedenen Grau- und Brauntönen übersät, und auch die Flora dieses Ortes nahm sich eher bescheiden aus. Aufgrund des Stickstoff armen Bodens konnten sich hier nur wenige Pflanzen ansiedeln, die sich irgendwie zwischen den Gesteinsbrocken festzuklammern versuchten: dorniges Gestrüpp und kleine, fleischfressende Pflanzen bildeten die einzigen grünen Flecken, die die grau-braune Eintönigkeit durchbrachen, mit Ausnahme einiger Fragiabüsche, die den Eingang der Höhle zur Gänze verdeckten. Sie gediehen hier zwar gut genug, um eine Höhe von etwa eineinhalb Metern zu erreichen, doch die Früchte, die ein wenig an bläuliche Erdbeeren erinnerten, waren ungenießbar und sehr bitter.
    Mewtu lehnte seinen Kopf gegen den kühlen Stein, der sich unsagbar gut an seinem noch feuchten Gesicht anfühlte, und schloss die Augen. Albträume hatte er zwar schon zuvor gehabt, doch dieser war anders gewesen. Er wusste, dass er an diesem finsteren Ort allein gewesen war, dennoch hätte er schwören können, etwas Lebendiges zu spüren – etwas schwer Fassbares...
    Am Rande seines Bewusstseins, das schon wieder tief in seinen Gedanken abgetaucht war, nahm er ein leises Rascheln war. Sofort öffnete er die Augen wieder, blickte angespannt Richtung des Höhleneingangs – und schaute direkt auf einen langen, rosanen Schwanz, der ausgelassen hin und her schwang, während dessen Besitzerin offenbar gerade rückwärts in den kleinen Hohlraum des Gesteinshügels zu kriechen versuchte.
    Erleichtert seufzte Mewtu auf.
    „Was tust du da schon wieder?“, fragte er milde genervt, als Mew vollends in der Höhle erschienen war, allerdings noch immer mit dem Rücken zu ihm gewandt, und irgendetwas hinter sich her zog.
    Mew zuckte zusammen. Scheinbar hatte sie nicht erwartet, ihren unfreiwilligen Reisegefährten wach anzutreffen. Sie drehte sich um und fixierte das andere Pokémon, dessen Umrisse sie im spärlichen Licht gerade noch ausmachen konnte, mit den tiefblauen Augen.
    Mit glühendem Eifer sagte sie: „Ich habe etwas ganz, ganz Tolles zum Essen aufgetrieben, du wirst begeistert sein, glaub mir!“
    Voller Elan wandte sie sich wieder um und schleifte angestrengt etwas ins Innere der Höhle, das Mewtu nun als einen Sack von Mews Größe – inklusive Schwanz - erkennen konnte, der noch dazu prall gefüllt zu sein schien. Mit skeptischem Blick verfolgte Mewtu die Bemühungen des kleinen Pokémon, das angestrengt versucht, den offensichtlich schweren Sack ins Innere der Höhle zu ziehen. Natürlich machte er keinerlei Anstalten, der ächzenden Mew zu helfen, sondern saß lediglich mit verschränkten Armen da und sah zu. Wenigstens hatte er sich wieder beruhigt und auch sein Fell war wieder halbwegs getrocknet, sodass die kleine Nervensäge keinen Verdacht schöpfen würde.
    Als sie den Beutel nahe genug an Mewtu herangezogen hatte, ließ sich das kleine, rosafarbene Pokémon erschöpft zu Boden plumpsen und schnaufte.
    „Was schleppst du auch so einen großen Sack mit dir herum? Wo hast du ihn überhaupt her – und was genau hast du da eigentlich angeschleppt?“, waren Mewtus einzige Kommentare dazu.
    „Das hab' ich doch gerade gesagt“, erwiderte Mew, die zwar immer noch keuchte, deren Atem sich aber langsam zu normalisieren begann.
    „Ich habe wirklich leckere Sachen...gefunden. Den Sack habe ich an irgendeinem Wegrand aufgegabelt, der war eh leer – ich hätte nur nicht gedacht, dass er so schwer wird, wenn er voll ist...ihn durch die Luft hinter mir her schweben zu lassen, war wesentlich leichter...“
    „Ich hoffe nur, du hast nicht zu viel Aufsehen erregt...“
    „ICH?“, fragte Mew mit halb gespielter Entrüstung und stemmte die kleinen Ärmchen in die Hüften, was einen ziemlich ulkigen Anblick ergab. „Ich doch nicht. Ich habe leckere Beeren gesammelt, hauptsächlich Amrenas, aber auch ein paar Sinel, drei Äpfel und – hehe – ich habe sogar zwei Wasmelbeeren auftreiben können!“, verkündete sie stolz. Sie klatschte in die kleinen Pfötchen, und eine sanft leuchtende, rosane Lichtkugel erschien zwischen ihren Handflächen, um sogleich über ihren Köpfen wie ein entspannendes Lämpchen zu pulsieren.
    „So, jetzt können wir essen!“, rief sie fröhlich und wies auf den geöffneten Sack, von dem Mewtu jetzt erkennen konnte, dass es sich wohl um einen ganz gewöhnlichen Kartoffelsack aus Jute handelte, dessen Inhalt bereits teilweise auf den felsigen Boden ihres kleinen Verstecks gerollt war – kleine, leuchtend rote und tiefblaue Früchte lagen zu seinen Füßen, auch einen der versprochenen Äpfel und eine der Wasmelbeeren, die etwa die Größe eines Kleinkinderkopfes hatte, konnte er erblicken.
    'Kein Wunder, dass sie das mit ihren kümmerlichen Ärmchen nicht weit schleppen konnte', bemerkte Mewtu halb verächtlich in Gedanken, sprach es aber nicht laut aus. Mew indes schien etwas eingefallen zu sein, denn mit einem leichten Hüpfer sprang sie auf die langen Läufe und krabbelte halb in den Sack hinein, als suche sie irgendetwas.
    „Ich wollte das eigentlich noch essen“, bemerkte Mewtu missbilligend, doch Mew achtete nicht auf ihn. Sie musste auch nicht lange suchen, stieß ein freudiges Quieken aus und kam rückwärts wieder aus dem Futterbeutel heraus gekrabbelt. Mit geschwellter Brust hielt sie etwas kleines, rechteckiges in die Höhe, das ein wenig zu glänzen schien.
    „Was ist das?“, fragte Mewtu mit zusammengezogenen Brauen und nahm dem vor Freude strahlenden Pokémon das seltsame Objekt aus der Hand. Vorsichtig roch er daran. Metall...Metall?!
    „Sehe ich etwa aus wie ein Stollunior?“, fragte er bissig und wollte den glänzenden Gegenstand schon quer durch die Höhle schleudern. Mew fiepte erschrocken und fuchtelte mit den viel zu kurzen Armen.
    „Nein, nein, Mewtu, du musst sie erst auspacken! Das ist Folie“, fügte sie noch erklärend hinzu.
    Skeptisch wendete das größere Pokémon die „Folie“ noch einmal in den Händen und versuchte, eine Ecke des glitzernden Materials abzuzupfen.
    Was ihm natürlich aufgrund seiner bällchenförmigen Finger kaum gelingen konnte.
    Als sich schon deutliche Wutfalten auf seiner Stirn abzuzeichnen begannen, nahm ihn Mew das gute Stück eilig aus den Händen und fummelte geschickt ein wenig von dem glänzen Zeug herunter, sodass etwas hellbraunes zum Vorschein kam, dass irgendwie süß duftete...süß, mit einem winzigen Hauch Bitterkeit.
    „Was ist das?“, fragte Mewtu mit zur Seite geneigtem Kopf. Mew verkündete triumphierend: „DAS – ist Schokolade.“
    Irritiert starrte Mewtu seine Gegenüber an. „Ist Schokolade nicht ein Menschenprodukt?“
    Mew nickte, und fügte mit einem neckischen Lächeln hinzu: „Ich kann mich doch tarnen, mich wie ein anderes Pokémon aussehen lassen – ich bin schließlich weitaus klüger als du!“ Sie brach ein Stück der braunen „Schokolade“ ab und hielt sie dem brodelnden Psychopokémon entgegen. „Hier, nimm!“, sagte sie freundlich.
    „Du gehst mit auf die Nerven“, sprach Mewtu gereizt, nahm aber notgedrungen das bröselige Stückchen entgegen und schnupperte erneut daran. Bedächtig berührte er die fremde Substanz mit der Zungenspitze und zuckte unwillkürlich zusammen.
    „Das ist...tatsächlich süß...“
    „Siehst du? Nicht alles, was von den Menschen kommt, muss gleich schlecht sein! Iss, das ist lecker!“, versprach Mew, die sich ihrerseits den Mund vollstopfte hatte und nun mit einem hellbraunen Bärtchen geschmückt war.
    „Du hast da – ach, vergiss es“, sagte Mewtu kopfschüttelnd und schob sich das Schokoladenstück in den Mund. Es schmeckte tatsächlich nicht schlecht, doch gerade das gab Mewtu zu denken: Wenn etwas von den Menschen Kommendes so gut schmeckte, sollte er besser nichts mehr davon essen...
    Er griff nach einer Sinelbeere und biss demonstrativ herzhaft hinein. Mew blinzelte, zuckte dann aber nur mit den Schultern und machte sich ihrerseits daran, eine der schmackhaften Früchte zu verspeisen.
    Während sie so aßen, Mewtu schweigend, Mew eher geräusch- und genussvoll, dachte das Pokémon mit den unergründlichen lilanen Augen nach. Wenn er Mew so ausgelassen essen sah, konnte er kaum glauben, wie seltsam sie sich in der Nacht ihrer Abreise vom Silva verhalten hatte. Er hatte oft versucht, das Thema anzusprechen, doch Mew hatte stets hastig das Thema gewechselt und war offensichtlich nicht geneigt, sich über ihr seltsames Verhalten auszulassen. Irgendwann hatte er es schließlich aufgegeben – was kümmerten ihn die Probleme dieses Nervbolzens, der sich zudem schon wieder äußerst normal verhielt – für Mews Verhältnisse jedenfalls. Zumindest eine Frage hatte er sich aber nach langem Nachdenken beantworten können. Es dürfte nur einen Grund geben, warum Mew ausgerechnet ihn um Hilfe gebeten hatte, und das waren seine enormen Fähigkeiten, die denen Mews nicht unähnlich waren.
    'Tja, selbst das angeblich stärkste Pokémon der Welt kann nicht ohne meine Hilfe auskommen', dachte er mit dem Anflug eines Lächelns auf den Lippen und griff nach der nächsten Beere.


    Als von dem einstmals vollen Sack nur noch leichte Saftflecken auf Stoff und Stein und ein zusammen gekülltes Stück Alufolie übrig geblieben waren, ließ sich Mew satt und zufrieden gegen die Felswand sinken und stieß einen winzigen Rülpser aus. „Ups, entschuldige“, kicherte sie verlegen und schaute leicht schuldbewusst drein.
    Mewtu reagierte nicht darauf, sondern schwieg noch immer.
    Mew sah ihn besorgt an. Schließlich blickte sie traurig zu Boden und seufzte.
    „Weißt du“, sagte sie plötzlich, „vielleicht sollte ich dir etwas erzählen...“
    Mewtu horchte auf. Wenn Mew plötzlich so ernst wurde, könnte es sich durchaus um etwas handeln, das auch für ihn von Interesse wäre...
    „Du hast mich doch schon mehrmals in den letzten Tagen gefragt, was mit mir los gewesen ist – als wir vom Silvawald aufgebrochen sind.“
    Mewtu nickte leicht, doch Mew nahm das gar nicht wahr – sie war mit ihren Gedanken anscheinend sehr weit weg. Als sie wieder zu sprechen begann, erkannte Mewtu ihre Stimme kaum wieder: Alt und rau klang sie, fast wie bei einem stark in die Jahre gekommenen Qurtel, nicht wie bei der sonst so lebenslustigen Mew. Sie seufzte erneut und sprach: „Als Jirachi verschwand – ich dachte mir nicht viel dabei, weißt du, ich machte mir zwar Sorgen, ja, Sorgen, aber ich habe nichts Größeres in seinem Verschwinden gesehen...ich dachte, ich würde ihn auch so finden, und, naja, ich hab ihn ja auch gesucht-“
    „Komm bitte zum Punkt“, sagte Mewtu angespannt, aber längst nicht so grob, wie er es sonst getan hätte. „Du wolltest nach Jirachi suchen, das habe ich verstanden. Und weiter?“
    Mew schwieg. Es wirkte, als koste es sie große Überwindung, auch nur einen Laut über ihre schmalen Lippen zu lassen.
    Schließlich hielt Mewtu es nicht mehr aus. „Dann werde ich dir meine Fragen eben noch einmal stellen. Erst einmal: Warum wolltest du ausgerechnet MICH bitten, dir bei deiner Suche zu helfen?“
    Mew drehte plötzlich den Kopf und sah ihm in die Augen – war dort ein Anflug von Erleichterung zu erkennen? Mewtu kam jedoch nicht dazu, weiter darüber nachzudenken, denn Mew sagte schnell: „Das war, ehrlich gesagt, Zufall. Als ich aus meinem momentanen Zuhause – ein wirklich entzückender kleiner See in der Johto-Region, du solltest unbedingt mal-“ Als sie Mewtus ungeduldigen Blick auffing, unterbrach sie sich jedoch schnell und fuhr, nun wieder ernster, fort: „Nun ja, jedenfalls spürte ich etwas, hatte eine böse Vorahnung, doch ich habe dem erst nicht so viel Bedeutung beigemessen. Nun ja, nachdem ich auf Wundereiland vergebens gewartet hatte, vermutete ich, irgendetwas könne ihn verhindert haben, und flog in der Region umher – entdeckte jedoch keine Spur von ihm. Meine Sorge wuchs mit jeder Stunde stärker, da ich kein Zeichen meines Freundes vernahm, doch irgendwann, als ich gerade die Geister am Pyroberg befragen wollte, spürte ich etwas Merkwürdiges, merkwürdig Vertrautes – dich, Mewtu!“
    „Ah ja...und da dachtest du dir, weil du versagt hast, soll ich dir aus der Patsche helfen?“, entgegnete er mit einem Hauch Genugtuung in der Stimme.
    Als er Mews verletzten und besorgten Blick auffing, wurde ihm aus irgendeinem Grund ein wenig mulmig. 'Was habe ich denn gesagt?', dachte er irritiert.
    „Natürlich habe ich gedacht, du könntest mir helfen“, erwiderte Mew, „aber ich dachte auch, ich könnte dir helfen...ich spürte, dass du so traurig warst, und wollte dich aufheitern, weißt du...“
    Zunächst reagierte Mewtu gar nicht. Dann begann Wut in ihm aufzusteigen, immer stärker, und er rief: „Du kamst also aus Mitleid, ja? Auf dein Mitleid kann ich verzichten!“
    Mew wich ein Stückchen zurück. „Aber – ich verstehe nicht, warum bist du plötzlich so wütend...?“
    „Weil mir dieses ständige Mitleid gewaltig gegen den Strich geht!“, rief er zornig. „Ich brauche keine Hilfe, von nie-man-dem, verstanden?!“
    Genau in diesem Moment begann die Erde unter ihnen zu beben und schüttelte sie heftig hin und her.
    „WAS ZUM-?“, schrie Mewtu vor Schreck, doch nein, es war nicht der Boden – der Berg selbst erzitterte und drohte, gleich in sich zusammenzustürzen. „RAUS HIER“, brüllte er Mew zu, doch es war zu spät – Faustgroße Felsen fielen mit lautem Poltern zur Erde und binnen weniger Sekunden war der Ausgang der Höhle vollkommen zugeschüttet.
    Ein seltsamer Laut drang Mewtu ans Ohr. Zunächst konnte er es nicht zuordnen – er hatte ja auch gerade wirklich andere Probleme. Es war ein „Pröt-PRÖT“, das gerade an sein Ohr drang, als der Hügel über ihnen zusammenkrachte und Mewtu und Mew unter sich begrub.


  • Sow dann wollen wir doch mal sehen.


    Positives:
    Du verstehst dich darauf, jemand dazu zu bringen, eine Geschichte weiterverfolgen zu müssen. :D  
    Ich jedenfalls will unbedingt wissen, was in dieser Höhle passieren wird. Es ist dir überaus gelungen, wie Mewtu am Anfang des Kapitels eine Vorahnung in seinen Träumen hat.


    Mewtu und Mew führen immer sehr interessante Gespräche. Während Mew eben die Frohnatur ist, spielt Mewtu die Spaßbremse. Bis einer schier explodiert, während die Andere gute Laune hat. :D Ich kann mir es sehr gut vorstellen, wie diese zwei totalen Gegensätze in Person Pokemon miteinander reden.
    Die Wendung bei Mews Gefühlen ist auch gut gelungen, als sie plötzlich traurig wird und Mewtu nun erst recht ausrastet. Ich hätte gern gewusst, wie das Gespräch geendet hätte, aber das ist keine Kritik. Auch diese Unterbrechung macht auf Kapitel 3 gespannt.


    Was mir auch gefällt, aber hier ist vielleicht auch ein bisschen ein Verbesserungsvorschlag, hängt ganz davon ab, wie du drüber denkst:
    Deine Story lässt keine Logikfragen offen, sondern nur Fragen, die man sich als gespannter Leser stellt. Wie in meinem Beispiel: Hat Mewtu diesen Traum gehabt, weil er ein Psychopokemon ist? Oder was steckt dort dahinter?
    Fragen auf die man hofft, eine Antwort zu bekommen, und mir gefällt das. ;)


    Negatives:
    Argh was soll ich sagen. Fehlerteufel hab ich ja bereits gespielt, und merk wieder einmal, dass ich kein wirklich guter Kritiker bin, was Verbesserungstipps angeht. Meine vorigen Tipps hast du dir anscheinend zu Herzen genommen, denn hier kann ich nicht mehr meckern.
    Eins fällt mir aber noch ein (Luxuskritik)
    Die Höhle stürzt irgendwie seeehr schnell zusammen. Beispielsweise könnte man noch erwähnen, dass erst Felsstaub von der Decke rieselt und plötzlich geräuschvoll ein Riss entsteht. Und dass sie erst losrennen, bevor die großen Brocken runterfallen. Aber wie gesagt: Das << ist Luxuskritik^^



    Sonstiges:
    Bei der Nummer, als Mewtu die Schokolade mit seinen Knubbelfingern nicht auspacken kann, musste ich aus gewissen Gründen schon leicht schmunzeln... :D

    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

  • [tabmenu][tab='Halloo'][subtab='Startpost']
    Namenlos~
    Hallo Jingsel.
    Da du bis jetzt nicht so viele Kommentare erhalten hast, will ich dir mal eine Freude machen und dir ein Feedback da lassen. Ich hoffe, dass du dich darüber freust und es bei dir auf offene Ohren stösst.


    Startpost
    Ich kann nur staunen, wie toll du deinen Startpost hinbekommen hast, wirklich. Du hast ihn sehr schön strukturiert, sodass man gleich eine gute Übersicht hat, wie es sein sollte. Du hast sogar deine Steckbriefe nach Auftauchen sortiert, was ich wirklich ganz toll finde, da man (sogar mit den Farben nach Geschlecht, wenn auch etwas klassisch, aber gut ^^) so wirklich alles auf einmal im Blick hat.
    Empfehlen würde ich dir aber, dass du diese Unterkategorien wie „Beschreibung“ bei den Steckis nicht unterstreichst, wenn du sie markieren willst mach sie vielleicht leicht farbig (also eine gut sichtbare und dezente Farbe) oder/und markier sie fett. Ich weiss nicht, ob du bei einem Pokemon denselben Steckbrief machen würdest wie bei einem Menschen, was meinst du? Wenn du Pokemon und menschliche Charas gleich „behandelst“ dann fehlen mir noch Stärken und Schwächen, was mindestens noch rein sollte dann.
    Ansonsten erwähnst du auch sehr wichtige Sache, wie ich es bis jetzt noch nie gesehen habe und ich muss dich wirklich noch mal loben dafür. Hut ab =)

    [subtab='Prolog']
    Prolog


    Du machst ja gleich zu Beginn deutlich dass du weißt, wie man spannend schreibt. Die Beschreibung des Waldes ist dir sehr gut gelungen, wenn ich auch bemängeln muss, dass du zwar auf Aussehen der Bäume, nicht aber auf Düfte und Geräusche eingegangen bist. Ein Wald duftet doch sicher, nach Tannenadeln, oder nassem Laub, oder oder oder. Da fällt dir sicher was ein. Mewtu hast du zu beginn auch sehr gut beschrieben, hörst dann aber bei den Füssen- die du gut mit denen eines Kängurus verglichen hast- auf. Ich bin sicher, Mewtu hat noch nen Kopf und Augen, die du ausgelassen hast.
    Auch sind Ausrufezeichen (generell Sonderzeichen) keine Rudeltiere, also bitt nur ein Ausrufezeichen, das macht schon deutlich genug was du sagen möchtest, keine Sorge ^.-
    Gross an Handlung geschieht eigentlich nichts, aber es tauchen ja schon mal zwei sehr wichtige Pokemon auf, deren Beziehung zueinander noch unklar ist- Mew ist mir aber symphatischer als Mewtu, welches eher noch etwas grummelig auf mich wirkt.
    Worte ganz gross schreiben sieht man zwar manchmal auch in Büchern, würd ich dir aber abraten, da es meiner Meinung nach nicht gut aussieht und zu auffällig ist. Das ist aber deine Entscheidung. (kursiv wäre eine Alternative)


    -„Es ist irgendwie lustig: Da bist du sonst so wachsam und bemerkst ausgerechnet mich nicht? Du wirst nachlässig, Mewtu.“
    „Wa...? DU?“, rief Mewtu aus, konnte seine Erleichterung darüber, dass ihm seine nachlässige Deckung nun doch nicht zum Verhängnis geworden war, aber nur mit Mühe
    verbergen


    -„Sachte, sachte“, antwortete das kleine rosa Energiebündel, das sich nun anschickte, wieder in die Lüfte zu schweben ,(<--- afaik weg damit) und richtete seine großen, blauen Augen auf den Gegenüber.
    [subtab='Chapter I']
    Chapter I – So etwas wie Hoffnung


    Titel gefällt mir gut, hat was Nachdenkliches.
    Leider leider hast du aber auch hier eine Szene, in der 4 Pokemon auftauchen, die du gar nicht beschreibst. Tropius erinnert mich immer an eine Mischung aus einer Giraffe und einem Elefanten, wahrscheinlich liege ich da falsch, aber das nennt man dann wohl künstlerische Freiheit. Beschreib seine grossen, tropischen Blätter (darum heisst es ja so) seine allgemeine Grösse und Schwere (ich nehme an, das macht viel Lärm wenne s umherstampft). Magnayen ist eine dunkle Hyäne für mich, oder ein Wolf, dessen Fangzähne du zum Spannungsaufbau hättest benutzen können. Samurzel ist ein kleines Nuss-Pokemon mit welchem du locker die Herzen aller Leser gewonnen hättest, wenn du seine grossen, ängstlichen Augen miteinbezogen hättest und auch Waumpel hätte sich z.B mit Fadenschuss in Sicherheit retten können – auch wenn Charakter bzw Pokemon nebensächlich wirken, so solltest du sie zumindest etwas beschreiben. Denn darin bist du gut, das hast du bewiesen!
    Die Diskussion zwischen Mewtu und Mew gefällt mir besser als der Beginn, sie ist spannend geschrieben und du gehst sogar ansatzweise auf den Klang der Stimme ein, denn auch das ist ein Detail, welches sehr wichtig sein kann. (bedrohlich, gemässigt, aggresiv, leise,zischend…usw, du verstehst ^^)
    Hast du iwo erwähnt dass der Name „Fanfnir“ ebenfalls nicht deiner ist? Das könntest du imo noch, da er doch sehr berühmt und „besetzt“ ist. Ansonsten, schöner Cliffhanger und tolles Bild- du denkst wirklich an alles, gefällt mir.

    -Das Licht der Sonnenscheibe versank bereits hinter dem Horizont und nahm die Gestalt von geschmolzenem Gold an, wobei sie ein paar letzte warme Strahlen über den geschäftigen Wald ergoss.

    Hm..."Sonnenscheibe" ist mir etwas zu gewagt als Beschreibung und "die GEstalt von geschmolzenm Gold" ist zwar ein guter Vergleich, wirkt aber als Anfangssatz einfach etwas verdreht muss ich sagen.
    [subtab='Chapter II']
    Chapter II


    Ich mag dich, du weißt wie man einleitet. Ein einziges Wort als Einleitung- Jingsel, du machst dem Komitee bald Konkurrenz wenn du dich so schnell weiter steigerst ^.-
    Was ich dir aber noch empfehlen würde, da du ja scheinbar eine bist, die es gern übersichtlich hat: wenn jemand etwas denkst, könntest du anstatt dieser fast zu wenig sichtbaren Apostrophe auch den Satz einfach kursiv machen. Kostet beim Formatieren etwas mehr Zeit, da man nichts übersehen darf, sieht aber meiner Meinung nach „sichtbarer“ aus.
    Ich würde bei Mew nicht immer exklusiv den Schweif erwähnen, das wirkt etwas strange. Mewtu hat den auch und da sagst du nichts- es sind halt so was wie Mäuse oder zumindest Mew. Auch gehst du etwas wenig wieder auf Gerüche und Geräusche ein, auch Gefühle werden eher etwas zurückgestellt, dafür schreibst du aber fast fehlerfrei. Entweder, du hast einen guten Beta Leser und/oder du bist einfach gut.
    Zum Ende, da geht dann alles etwas schnell, die Höhle stürzt schnell zusammen, da gebe ich meinem Vorposter recht- hättest du noch mit ein oder zwei Sätzen mehr ausschmücken können.
    Ansonsten, Hut ab für dein Talent =)
    [/tabmenu]


    ~Lynn

  • Moin x)


    Habe deine neue FF gefunden und wollte ebenfalls meinen Senf dazugeben. Blöd für mich das meine Vorposter das meiste schon erwähnten was ich schon sagen wollte. Egal, dann kann ich mich bei einer solch unmöglichen Zeit halt kürzer fassen.


    Beim Startpost hast du dir wirklich sehr viel Mühe gegeben. Es ist wirklich alles notwendige drin und sogar etwas darüber hinaus.
    Schonmal lobenswert. Allerdings kannst du -wie Lynn erwähnt hat- näher auf die Stärken und Schwächen eingehen, wobei das grundlegend ausreichend ist. Aber wenn man wirklich alles gründlich haben will... :3 . Man kann nie genug schreiben. Ansonsten top!


    Mit dem Prolog hast du wirklich nicht gespart. Gehört wohl zu den längsten würde ich schätzen. Das ist jetzt aber keine Kritik. Im Gegenteil, mir persöhnlich gefallen lange und vor allem ausführliche Texte. Wirklich sehr gute Ortbeschreibung. Man merkt auch das du die Persöhnlichkeiten der Handlungsnehmer sofort so übernommen hast, wie du es im Startpost beschrieben hast. Viel sage ich mal nicht weiter dazu.


    Erst der Ort, dann die eigentliche Handlung. Ich schätze mal so wirst du zukünftig öfter anfangen zu schreiben wie im Kapitel 1. Man merkt, es ist dein Metier die Umgebung näher zu erläutern. Auch wenn die einzelnen Sinne nicht näher beschrieben wurden. Wie zum beispiel: Wie riecht es? Ist kalt oder warm? etc.
    aber das ganze hat schon Lynn erwähnt...
    Mir gefallen auch die zeitliche Sprünge die du machst, wenn du weißt was ich meine, denn die bringst passend ein. Bin nur noch gespannt welche Rolle der junge Mann in deiner Story spielen wird. Über den wird ja quasi noch nichts verraten.


    Joaa, es ist immer eine gute Idee, wenigstens einmal mit einem Albtraum anzufangen zu schreiben. So kommt man doch recht gut in die eigentliche Handlung rein wie in Kapitel 2. Auch wenn noch nicht viel im allgemeinen passiert ist, ist es trotzdem doch recht unterhaltend anzusehen, wie sich dich beiden unterhalten. Diese zwei völlig unterschiedliche Persöhnlichkeiten in einem Raum, äh Höhle haben was.
    Schade das du hier weniger auf die Höhle eingegangen bist. Klar, die ungefähre Ausmaße der Höhle und der Sichtschutz durch die Büsche sind erwähnt etc., aber fehlt mir leider die genauere Beschreibung der Wahrnehmung von Mewtu. Sprich: wie riecht es? ist es sehr dunkel? ist es feucht in der Höhle? Das sind aber Angaben die nicht zwanghaft nötig sind. Muss auch noch sagen, dass das Ende für mich etwas zu abrupt zu Enge ging.
    Dieses "Pröt-PRÖT" in seinem Traum und am Schluss des Kapitels, gibt mir ein wenig zu denken. War der Traum so etwas wie eine kleine Zukunftsvision? Keine Ahnung wie ich darauf gekommen bin...
    Wie auch immer, ansonsten ist dir das Kapitel- wie die anderen auch- sehr gut gelungen.



    Fehler habe ich grad keine gefunden, was bei dir ohnehin schwer ist. Naja, außer die bei deiner Startpost in Mew's Steckbrief und in "Der Titel". Sind jetzt aber nur Kleinigkeiten. Stillistisch schreibst du so, das man flüssig lesen kann ohne bestimmte Textstellen erneut durchzugehen. Zumindest habe ich keine Probleme gehabt. Hier setze ich jetzt schon mal einen Schlussstrich. Wenn ich jetzt so müde wäre, hätte ich wohl mehr geschrieben, aber was solls. Hoffe du bleibst bis zum Schluss am Ball, denn du hast auf jeden Fall großes Potenzial. Ich schätze du hast dir grad einen Stammleser geangelt ^-^.


    ~Nuke


    Btw, hübsches Cover

  • So, da ich meinen Kommentar zu euren Kommentaren ungern noch einmal schreiben möchte, hab ich ihn dieses Mal vorher in einem Dokument geschrieben *ständig ausgeloggt wird* -.-“


    So, genug gemeckert – fangen wir mal an^^


    [tabmenu]
    [tab='@ RockingScorpion']
    So, du kriegst auch noch mal Bemerkungen hier im Thread! x3


    Logikfragen
    Hasst du es auch so sehr wie ich, wenn in Büchern/generell in Texten (Logik-)Fragen auftauchen, die so nebensächlich erscheinen, dass man Angst hat, sie könnten vom Autor übergangen werden?
    Kenn ich, deswegen achte ich auch darauf, sie alle zu klären^^ Stell deine Fragen trotzdem, dann behalte ich sie auf jeden Fall im Hinterkopf.


    Was den Traum angeht – tehe, dazu kommt evtl. schon im nächsten Kapitel was ;)


    Der Höhleneinsturz
    Ja, der ging in der Tat etwas schnell, etwas mehr Beschreibung wäre schon gut gewesen – ich wollte sie schnell einstürzen lassen, weil Mew und Mewtu sonst noch Zeit gehabt hätten, zu entkommen (ich bin so böööse...;_;). Dabei bin ich wohl übers Ziel hinaus- bzw. zurückgeschossen...ich achte beim nächsten Mal drauf^^'
    Schade eigentlich, ich hätte hier mit einer anderen Frage gerechnet – aber die hätte ich eh noch nicht beantwortet ;P


    Die Knubbelfinger
    Ja, ne? :D
    Dieses Bild hat mich wohl unterbewusst beeinflusst *g*



    Ich möchte mich hier noch einmal sehr herzlich bei dir bedanken, dass du so ausdauernd an dieser Geschichte dranbleibst und mir mit Rat und Tat zur Seite stehst – nicht zuletzt als menschliche Fehlersuchmaschine (die aber hoffentlich nicht allzu viel zu tun hat :D)^^


    Vielen lieben Dank auch für das viele Lob! ^/^


    [tab='@ Lynn']
    Auch vielen, lieben Dank an meine 2. Kommentarschreiberin – ich habe mich wirklich sehr gefreut! x3


    (Unterkategorien bei den )Beschreibungen
    Das werde ich umsetzen, steht schon auf meiner Liste! x3 Am Liebsten hätt ich ein schönes Mintgrün, die Frage ist nur, ob das passt...aber das seh ich ja dann^^


    Was die „Stärken und Schwächen“ angeht: die sind absichtlich nicht explizit als solche genannt. Es kann zwar durchaus sinnvoll sein, aber ich wollte vermeiden, dass die Leser ein bereits gefärbtes Bild von der Figur bekommen. Sortiere ich eine Eigenschaft nun als „gut“ oder „schlecht“ ein, so wird ja schon vorgegeben, wie diese Eigenschaften zu sehen sind. Ich wollte das offen lassen und soviel wie möglich in eine allgemeine Beschreibung packen, damit der Leser selbst entscheiden kann, wie er das bewerten möchte. Außerdem hängen gerade bei Mewtu die verschiedenen Eigenarten mit seiner Vergangenheit zusammen und sind für mich nicht so klar in „Stärken“ und „Schwächen“ einzuordnen.


    Ansonsten wird sich der Steckbrief eines Menschen nur geringfügig von dem eines Pokémon unterscheiden. Bei Menschen finde ich z.B. auch das Alter und den „Beruf“ wichtig.


    Düfte & Geräusche
    *auf Liste setz* Da hast du vollkommen Recht...vv“


    Beschreibungen der Pokémon
    *auch auf die Liste setz*
    Ich glaube, ich weiß sogar, woran das jeweils gelegen hat – auch, wenn das natürlich keine Entschuldigung sein soll. Ich steh nicht so darauf, wenn eine Beschreibung einfach runtergerattert wird, und wollte sie daher nach und nach einfließen lassen – nur, dabei gehen Details auch leicht verloren, was mir hier unglücklicherweise passiert sein muss...
    Bei den 4 Pokémon zu Beginn von Kapitel 1 wollte ich in die Anfangsszene nicht zu viel hineinlegen, da sie nur einleitende Funktion haben sollte. Aber es stimmt schon, ich hätte da mehr hineinpacken können...


    Fafnir
    Das wird etwas sein, das ich als Hintergrundinfo ans Ende von Kapitel 1 editieren werde. Ich hatte das zunächst ausgelassen, da Fafnir als Gestalt alter Sagen keinem Copyright unterliegt und ich diesen Namen eher als Anspielung an Niebelungenlied und co. Verwenden wollte. Da ich aber nicht davon ausgehen kann, dass diese Dinge allen bekannt sind, sollte ich das definitiv noch nachtragen...vorallem, weil ich etwas ähnliches für K. 3 bereits geplant habe^^“


    Gedanken kursiv
    Ist notiert^^


    Beta-Leser
    Den gibt es sogar – aber es ist jetzt nicht so, dass er meinen gesamten Text überarbeiten musste. Ich versuche, mich stetig zu verbessern^^


    :blush: Wow, vielen Dank auch für das viele Lob...:blush:


    [tab='@ Nuke']
    Wow, mein dritter Kommentator! *freu*
    Auch, wenn du denkst, nicht mehr viel sagen zu können – Wiederholungen schaden doch nie und zeigen mir, wo mehreren Leuten Dinge aufgefallen sind, die ich auf jeden Fall anders machen muss (z.B. mit der Höhle) – also, schreib ruhig! ;)


    Stärken und Schwächen
    Ich verweise mal auf den Punkt (Unterkategorien bei den) Beschreibungen bei Lynn, da hatte ich das begründet =)


    Sinne
    Steht schon auf meiner Liste^^


    Der junge Mann
    Ich freu mich schon so auf ihn! ^//^ Ich kann ihn nur einfach nicht ganz am Anfang einbauen, darum muss er angedeutet werden. Sein Pokémon könnte aber evtl. erraten werden, oder...? :D
    Hinweis (nicht unbedingt Spoiler): Die Figur stammt auch aus der Serie/den Spielen^^


    Der Höhleneinsturz
    Dazu steht im entsprechenden Abschnitt etwas bei RockingScorpions Reiter^^


    Pröt-PRÖT


    Der Traum
    Was es damit auf sich hat, wird evtl. im nächsten Kap. Schon teilweise enthüllt =)
    Wie du darauf gekommen bist? Vermutlich, weil am Ende des Traums ein Beben vorkommt, das beim Höhleneinsturz noch mal erwähnt wird, denke ich.



    Uh, und vielen Dank auch für die...Lobe? (Lobs klingt noch komischer...und Löbe auch xD')
    Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut und hoffe, dass du weiterlesen wirst! =D
    [/tabmenu]



    Ich möchte euch allen dreien noch einmal ganz herzlichen für eure lieben Kommentare danken – ich habe mich wirklich sehr gefreut! :blush:
    Eure Verbesserungsvorschläge haben mir auch sehr geholfen =)


    Glg,
    Jingsel


    P.S.: Die Fehler werden direkt verbessert, die Anregungen in den nächsten Kapiteln berücksichtigt – ich möchte auch Fortschritt erkennen lassen ;)




  • Goldene Lichtfunken tanzten auf den Wellen, die, vom erbarmungslosen Wind gepeitscht, träge durch das tiefe Blau des Ozeans grollten. Die Sonne thronte wie eine uralte Gottheit aus längst vergangenen Zeiten – erhaben, und doch kaum geachtet – am Zenit ihrer Tagesreise über den azurblauen Himmel.
    Der Wind frischte ein wenig auf, wirbelte in feinen, unsichtbaren Spiralen über Land und Meer und verwehte die trüben Staubwolken, die noch immer von dem dramatischen Ereignis zeugten, dass sich auf der kleinen Insel zugetragen hatte – jener Hügel selbst existierte freilich nicht mehr.
    War das kleine Fleckchen Erde im westlichen Hoennmeer zuvor nur mit Geröll übersät gewesen, so ließ sich nun keine Stelle freien Bodens mehr erkennen und große und kleine Steine bedeckten ihn nun voll und ganz. Nicht einmal das kleinste bisschen Grün blitze noch zwischen den staubenden Gesteinsbrocken hervor. Nur ein einziger, etwas größerer Haufen erhob sich leicht aus dem Chaos – dort, wo einst die kleine Höhle des Hügels gewesen war.
    Der Wind flaute ab und strich nur noch sanft, fast tröstend, über die verwüstete Insel.
    Auf einmal begannen die Steine des Haufens, sich zu bewegen. Zunächst nur zaghaft, kaum wahrnehmbar, dann vibrierten sie immer stärker und rollten schließlich klackernd und hüpfend die Überreste des Hügels hinunter. Plötzlich strahlte gleißendes, rosafarbenes Licht durch die kaum sichtbaren Lücken und sprengte die Felsen mit einem gewaltigen Knall auseinander.
    Die beiden Pokémon, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes in jener Höhle befunden hatten, keuchten und sogen gierig die feuchte und salzige Luft des Meeres ein – momentan konnten sie sich keinen schöneren und wohltuenderen Duft vorstellen, auch, wenn ihm eine ganze Menge Gesteinsstaub anhaftete.
    „Das war ziemlich knapp“, stieß Mew noch immer keuchend hervor, die mit geschlossenen Augen und alle Viere von sich gestreckt auf dem felsigen Grund des kleinen Kraters ruhte, den sie soeben mit ihren Kräften freigesprengt hatte.
    Als sie keine Antwort erhielt, richtete sie sich ein wenig auf, blickte nach vorn – und ihre Augen weiteten sich vor Schreck. Mewtu war zwar bei Bewusstsein, doch im Gegensatz zu seiner zeitweiligen Partnerin war er nicht unverletzt geblieben. Zahlreiche Schrammen und Schürfwunden zierten den Körper des mächtigen Pokémon wie ein feines, schreckliches Muster und malten hellrote Schlieren in das lilafarbene Fell. Sein linkes Bein hatte es am Schlimmsten getroffen: ein langer Riss klaffte auf dem Oberschenkel und ein tiefrotes Rinnsal aus Blut rann quälend langsam daran herunter. Mewtu lehnte mit halb geschlossenen Augen an einem großen Felsblock und atmete langsam.
    „Mewtu!“, rief Mew entsetzt und wollte hastig auf den Gegenüber zuschweben, als dieser plötzlich mit wütendem Blick die Lider gänzlich aufschlug und das erschrockene Pokémon auf der Stelle erstarren ließ.
    „Ich bin in Ordnung“, presste er genervt hervor und richtete sich allmählich auf, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Als er etwas mühsam aufzustehen und sich auf das linke Bein zu stellen versuchte, zuckte er zusammen und verzog vor Schmerz das Gesicht, woraufhin er sich erschöpft gegen die Kraterwand lehnte und erneut die Augen schloss.
    Verständlich, dass Mew seinen Worten nur wenig Glauben schenken konnte und besorgt einen erneuten Versuch machte, sich ihm zu nähern.
    „Es tut mir so Leid“, sagte sie leise, den Blick der sonst so freudigen blauen Augen zu Boden gerichtet, mit schlaffer, trauriger Körperhaltung. Die Tatsache, dass Mewtu sich bereits wieder in seiner gewohnt barschen Art und Weise gebärdete, hatte sie zwar wieder etwas ruhiger werden lassen. Doch es war deutlich zu erkennen, dass sie sich schuldig fühlte – auch, wenn die Verletzungen sich als nicht ganz so schlimm herausstellten, wie sie zunächst angenommen hatte.
    „Hätte ich doch nur schneller reagiert, einen Schutzschild aufgebaut, schneller reagiert, dann- dann wärst du jetzt nicht verletzt...“, stammelte und verhaspelte sie sich mit schuldbewusstem Blick.
    Unwirsch entgegnete Mewtu: „Wie bereits gesagt: Mir – fehlt – nichts! Das sind höchstens ein paar Kratzer. Abgesehen davon- weinst du etwa?“, fragte er verblüfft und vergaß für einen Moment sogar den pochenden Schmerz in seinem Bein.
    Tatsächlich schienen Mews Augen zu schwimmen, doch als sie diese erstaunte Bemerkung vernahm, wischte sie sich hastig über das schmutzige Gesicht.
    „Unsinn“, schniefte sie und richtete sich mit geklärtem Blick wieder an Mewtu.
    Nur, dass ihre Augen noch immer gerötet waren.
    „Es ist nur...ich bin doch Schuld an dem, was passiert ist“, sagte sie mit gequälter Stimme. „Ich hätte den Einsturz vorhersehen müssen, und wenn du mich nicht beschü-“
    „Einen Moment mal“, unterbrach sie der Verletzte, der nun aufgehorcht hatte. Sein Atem hatte sich wieder normalisiert und nur aus der Wunde an seinem Bein sickerte der hellrote Lebenssaft noch heraus.
    „Was soll das heißen, du hättest das vorhersehen können?“
    Ein kühle Brise rollte in den Krater hinab, blies den erfrischenden, feuchten Duft des Meeres in ihre Gesichter und trug das Grollen der Wellen, die an den felsigen Strand der Insel schlugen, an ihre Ohren.
    Mew zögerte. Ihr kurzes Fell richtete sich ein wenig auf – war das wirklich der Wind...? - und sie wurde sehr ernst. 'Wie kurz vor dem Einsturz – was verheimlicht sie bloß?', fragte Mewtu sich erneut und wartete immer gespannter auf eine Erklärung.
    Mew seufzte, auf diese melancholische, traurige Art, die ihr eigentlich so furchtbar fremd war.
    „Es fällt mir nicht leicht, darüber zu sprechen“, flüsterte Mew schließlich so leise, das Mewtu seine hörnerförmigen Öhrchen spitzen musste, um sie zu verstehen. „Es geht um ein großes Geheimnis – das Geheimnis, genauer gesagt. Es ist sehr alt und wird streng gehütet. Es geht um-“ Sie brach ab und schwieg erneut.
    Gerade, als Mewtu ungeduldig etwas entgegnen wollte, hob Mew den Kopf und blickte überrascht zum Rand der Kuhle hinauf, der etwas größer war als Mewtu – gegen das grelle Licht der Mittagssonne zeichneten sich deutlich zwei dunkle Schatten ab.
    Mewtu, der nur Augen für Mew gehabt und dabei seine Umgebung völlig vergessen hatte, schlug das Herz bis zum Hals, der Puls rauschte lautstark in seinen Ohren. Schon wieder! Wie konnte er nur so unvorsichtig sein?
    Mew wich ein kleines Stück zurück, offenbar auch unsicher, ob das Auftauchen der beiden Schatten etwas Gutes zu bedeuten hatte - oder eher Schlechtes. Zaghaft fragte sie: „Ähm...wer seid ihr? Ist...ist alles in Ordnung...?“
    Einen Moment geschah nichts – kein Laut, keine Bewegung, nur das Rauschen des Windes, der die Ränder der Schatten erzittern ließ und den beiden Psychopokémon ebenfalls sanft das Fell zerzauste.
    Dann drang eine melodische, aber leicht angewiderte Stimme an ihre Ohren: „So verdreckt, wie ihr seit, sollten wir das wohl eher euch fragen!“
    Plötzlich kam Bewegung in die dunklen Silhouetten. Sie verließen den Rand des Kraters und rutschten leichtfüßig den steilen Hang hinab. Im aufgewirbelten Staub am Grund des Kraters waren zwei Absol erschienen.
    Mewtu schloss kurz die Augen, wagte aber nicht, ein weiteres äußerlich sichtbares Zeichen seiner Erleichterung zu zeigen. Noch waren sie schließlich nicht sicher, was die beiden Fremden von ihnen wollten – geschweige denn, was sie auf der Insel überhaupt verloren hatten. Doch ihr geheimnisvolles Auftreten und ihre nebulösen Absichten waren nicht das einzig seltsame an den Neuankömmlingen.
    Eines der beiden Absol – offensichtlich eben jenes, das zuvor die wenig schmeichelhaften Worte ausgesprochen hatte – rümpfte die hübsche, nachtblaue Schnauze und hob in nicht ganz unarroganter Geste das ebenso gefärbte Horn auf der rechten Seite ihres Kopfes in die Höhe. Das schneeweiße Fell sah sehr gepflegt aus, auch, wenn es momentan in nassen Strähnen am dunklen Körper des Unlichtpokémon herunterhing. Ein sanfter Duft schien von ihm auszugehen, der entfernt an eine von zahlreichen Blumen bevölkerten Wiese erinnerte.
    Der Begleiter jedoch hatte ein noch eigenartigeres Aussehen.
    Auch er war ein Absol, von ähnlichem Wuchs wie das andere – aber es besaß eine andere Farbe. Vor ihnen stand ein Schillerndes Absol, mit dem typischen, in zartem Lila und Weiß glänzenden Fell und rostroter Haut. Sie umspannte nicht nur das Gesicht und den an einen Zubatflügel erinnernden Schwanz – auch die Krallen waren von der gleichen, für Absol ungewöhnlichen Farbe. Ebenso das mächtige Horn, das sich im Gegensatz zu denen seiner Artgenossen auf der linken Seite des Kopfes befand, was noch weit ungewöhnlicher war als seine andersartige Farbe.
    Erneut ergriff das Erste, scheinbar ein Weibchen, das Wort.
    „Ich würde mich jedenfalls nicht darum reißen, in einem...“, sie schnalzte missbilligend mit der Zunge und sah sich demonstrativ um, „...großen, staubigen Steinhaufen herumzuspielen!“
    Mewtu knurrte und wollte gerade eine passende Antwort zurückschleudern, als das andere Absol einen Schritt vortrat und zum ersten Mal die Stimme erhob.
    „Verzeiht den rauen Ton meiner Schwester“, entschuldigte sich der nun als männlich identifizierbare Vertreter des Duos mit einer leichten Verbeugung. Diese verzog das Gesicht, sagte aber zur allgemeinen Überraschung nichts dazu.
    „Wir sind nicht aus böser Absicht zu Euch gekommen, verehrte Pokémon.“ Erneut verbeugte er sich und Mewtu runzelte ob der eigenartigen Sprache die Stirn – wenn er nach dieser Anrede auch etwas milder gestimmt war als zu Beginn dieser seltsamen Begegnung.
    „Für gewöhnlich übernimmt meine kleine Schwester das Reden, doch mir scheint, diese Aufgabe kommt heute mir zu.“
    „Verzeihung“, meldete sich Mew zu Wort, die endlich ihre Sprache wiedergefunden hatte, „aber darf ich fragen, wer ihr seid? Und was ihr an diesem Ort sucht?“
    „Für so etwas haben wir eigentlich keine Zeit“, schnaufte das Absolweibchen leicht eingeschnappt und wandte sich schon zum Gehen. „Wir müssen uns beeilen, kommt schon.“
    „Vergiss es“, war Mewtus schlichter Kommentar zu der wenig freundlichen Aufforderung, der nun wieder ganz der Alte war und das Pärchen misstrauisch musterte. „Zuerst verratet uns, wer ihr seid und was ihr wollt.“
    'Ob wir euch dann allerdings wer-weiß-wohin folgen, steht auf einem anderen Blatt', fügte er in Gedanken hinzu.
    „Bitte entschuldigt“, erwiderte das männliche Absol und sandte dem Wesen, das er seine Schwester genannt hatte, einen missbilligenden Blick. Diese machte allerdings keine Anstalten, irgendeine Erklärung abgeben zu wollen, und reckte, immer noch den anderen den Rücken zugedreht, den stolzen Kopf in die Höhe.
    Der andere seufzte.
    „Na schön, ganz wie du willst“, sagte er resigniert und wandte sich wieder den beiden Psychopokémon zu.
    „Mein Name ist Apollon“, sagte er, „und dies ist meine Zwillingsschwester Eos. Wir spürten die Gefahr und wurden an diesen Ort gesandt, um euch zu warnen-“
    „Was ja wunderbar funktioniert hat“, knurrte Mewtu dazwischen.
    „...und Euch abzuholen“, führte er den Satz kleinlaut zu Ende.
    Mewtu wollte gerade einen weiteren, bissigen Kommentar loswerden, doch Mew war schneller und fragte: „Wer hat euch denn geschickt?“ Der neugierige und zugleich ernste Tonfall irritierten Mewtu ein wenig. Wusste Mew am Ende etwa etwas über die beiden Zwillinge...?
    Seine Frage wurde sogleich vom Grund seiner Grübelei persönlich beantwortet: „Irgendetwas an euch...kommt mir so bekannt vor. Nichts Äußerliches, aber...“
    „...da ist eine gewisse Präsenz, die du spüren kannst, nicht wahr?“, beendete Apollon den Satz für sie. Mew quittierte dies mit einem Nicken, und Apollon, der bislang eine eher besonnene und ruhige Natur gezeigt hatte, schwoll das üppige Brustfell an vor Stolz.
    Er wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen, als drei nachtblaue Klauen gegen seinen Hinterkopf knallten und ein überraschtes und schmerzendes „Autsch!“ hervorriefen.
    „Nicht hier, du Idiot“, zischte Eos ihren Bruder an. „Du bist doch sonst so gründlich und befolgst penibel das Protokoll, aber wenn es um sie geht, vergisst du alles um dich herum.“
    Während Apollon sich den Hinterkopf rieb und seine Schwester mit zusammengekniffenen Augen anfunkelte, wandte diese sich endlich wieder Mewtu und Mew zu.
    „Wir werden euch ins Pantheon bringen, dort werdet ihr alles erfahren, was nötig ist.“ Und mit einem verächtlichen Seitenblick auf den desolaten und verdreckten Zustand der beiden fügte sie hinzu: „Aber ihr solltet euch vorher waschen. Obwohl...das sollte eigentlich das geringste Problem sein...“ Mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen drehte sie sich zu ihrem Bruder um. Dieser nickte, als habe er eine stumme Frage vernommen. „Wir müssen uns beeilen“, meinte er schlicht.
    'Mew', fragte Mewtu das kleine Fellknäuel telepathisch, 'du weißt doch irgendetwas. Wer sind die beiden, und vor allem: Was wollen die von uns?'
    'Was sie wollen, weiß ich nicht', erwiderte das Pokémon ebenfalls in Gedanken. Doch in seinen Augen war ein erkennendes Funkeln zu sehen. 'Bis eben hatte ich nur das Gefühl, an ihnen hafte eine Präsenz, die Spur einer Aura gewissermaßen, die mir bekannt vorkommt. Aber als sie eben das Pantheon erwähnten, die Tatsache, dass sie es überhaupt kennen – sie können nur von einem Pokémon geschickt worden sein.'
    'Nun mach es nicht so spannend', dachte Mewtu ungeduldig. Beinahe hätte er die Worte sogar laut ausgesprochen vor Anspannung.
    Nur ein einziges Wort, ein Name, hallte daraufhin in Mewtus Kopf wider: 'Moira.'
    'Moira? Das sagt mir nicht im Entferntesten etwas', erwiderte Mewtu stirnrunzelnd.
    'Das ist auch unwichtig. Wichtig ist, dass wir ihr – und damit auch ihren beiden Helfern, da kannst du sicher sein – uneingeschränkt vertrauen können.'
    Da Emotionen in der Sprache der Gedanken noch deutlicher übermittelt werden als verbal, konnte Mewtu die Überzeugung in den Worten der Kleinen deutlich spüren. Er wollte gerade noch zu einer genaueren Frage ansetzen, doch er wurde von Apollon, der stumm auf eine Reaktion der beiden gewartet hatte, unterbrochen.
    „Bitte, folgt uns“, sprach dieser und verneigte sich erneut, während seine Schwester ungeduldig mit den Klauen über den Boden kratzte und dabei kleine Furchen hinterließ.
    Mew drehte sich um und sah Mewtu fragend an.
    Dieser seufzte nur und schüttelte den Kopf.
    „Wenn's sein muss“, entgegnete er und sowohl Mew als auch Apollon wirkten erleichtert, dass er sich so schnell hatte überzeugen lassen.
    „Das bedeutet aber nicht, dass ich überzeugt bin oder diesen beiden...dass ich ihnen in irgendeiner Art und Weise traue. Dir übrigens auch nicht viel mehr“, erwiderte er Mews hoffnungsfrohen Blick, die sogleich wieder zu einem ohrenhängenden Trauerkloß zusammensackte.
    „Das hat auch niemand verlangt“, entgegnete Eos schnippisch, „allerdings sollten wir hier nicht länger Kaffeekränzchen halten. Folgt uns, los!“ Und ohne ein weiteres Wort war sie mit eleganten Sprüngen den Krater hinaufgeklettert und auf der anderen Seite verschwunden.
    Apollon seufzte erneut. „Ich bitte Euch noch einmal vielmals um Verzeihung“, entschuldigte er sich, „bitte, nach Euch!“
    Mew schwebte bereits über den Rand hinweg – ein wenig leichteren Mutes, Trübsal gehörte einfach nicht zu ihrer Natur. Mewtu zögerte noch einen Moment. Doch welchen Grund sollte Mew haben, ihn anzulügen, was die Vertrauenswürdigkeit der beiden Absol anging?
    'Wer weiß', dachte er, 'wenn Mew die Auftraggeberin der beiden Absol kennt, so kennt diese vielleicht auch dieses Wunschpokémon. Die Chance ist gering, aber...besser als das, was wir im Moment wissen, ist es alle Mal. Danach können wir immer noch nach Wundereiland aufbrechen und unsere Suche fortsetzen.'
    Schließlich befand er, dass sich ihm kein direkter Nachteil ergab, wenn er ihnen folgte, und so setzte er sich langsam in Bewegung.
    Apollon hatte schweigend gewartet, bis Mewtu vorausging; doch als er bemerkte, dass dieser auf seinem linken Bein aufgrund der Wunde ein wenig hinkte, wagte er es, ihn noch einmal anzusprechen.
    „Verzeiht mir, aber Ihr seid verletzt, Mewtu“, bemerkte er in bedauerndem Tonfall.
    „Was du nicht sagst. Bist du da ganz allein drauf gekommen?“, entgegnete dieser sarkastisch und wunderte sich nicht einmal, woher das Absol seinen Namen kannte – bei Bekannten von Bekannten der kleinen rosa Tratschkugel konnte man schließlich nie sicher sein.
    Während Apollon ihm wachsam nachsah, flog auch Mewtu über die Kraterkuppe hinüber – das Absol dicht auf den Fersen. Er konnte nun sehen, dass Mew und Eos bereits am entgegengesetzten, südlichen Ufer der Insel warteten.
    'Wie lästig', dachte er, 'aber da muss ich wohl durch.' Er näherte sich den beiden wartenden Pokémon schweigend und mit ernster Miene – schwebend, damit er seine Verletzung nicht noch weiter so deutlich zur Schau stellen musste.
    Als er und Apollon ebenfalls am Ufer angelangt waren, nickte Eos und holte tief Luft, doch Apollon unterbrach sie. „Warte!“, sagte er schnell.
    Von der plötzlichen Unterbrechung überrascht, hustete und keuchte Eos, die sich heftig verschluckt hatte. „Was soll der Unfug?“, fauchte sie. „Ich dachte, wir haben es eilig!“
    „Haben wir auch. Aber du kannst Attacken nun einmal weit effektiver einsetzen, als es mir möglich ist.“ Er sah sie eindringlich an.
    Eos knurrte und murmelte etwas Unverständliches, schritt aber langsam auf Mewtu zu. Während dieser sich einmal mehr fragte, was der ganze Unsinn eigentlich sollte, öffnete Eos plötzlich ihr Maul und ein funkelnder Strahl, der wie aus feinstem Schneestaub gemacht wirkte, schoss blitzschnell auf die Wunde an Mewtus Oberschenkel zu. Zu überrascht, um ausweichen zu können, zuckte das Pokémon zusammen, als das Eis seine Haut traf und sein Bein für einen Moment taub vor Kälte werden ließ.
    „Was soll das?“, fauchte er und sah an sich hinab – die zuvor noch klaffende Wunde war nun von einer leichten, aber stabilen Eisschicht überzogen.
    „Das sollte reichen“, sagte Eos und reckte stolz das Kinn in die Höhe. „Weißt du“, fügte sie hinzu, „nicht viele Pokémon können Eisattacken so perfekt zur Konserviereung von Wunden einsetzen wie ich – meinen Bruder eingeschlossen.“
    Apollon schüttelte nur den Kopf und trat nun weiter nach vorn, bis an den Rand der kleinen Klippe, die die Insel auf dieser Seite begrenzte.
    „Ich habe noch eine Frage“, meldete sich Mews helle Stimme zu Wort, „wie gelangen wir nun zum „Pantheon“ ?“
    „Ganz einfach“, erwiderte Eos schelmisch grinsend, „wir tauchen!“
    Noch bevor Mewtu oder Mew irgendetwas erwidern konnten, hatten die beiden Absol erneut tief Luft in ihre Lungen gesogen und ließen nun eine lange, betörende Melodie erklingen. Sie war gleichzeitig hell wie der Klang eines kristallenen Glöckchens und dunkel wie der Gong einer Turmuhr bei Nacht, friedlich wie das Zwitscherkonzert der Vogelpokémon in einem morgendlichen Wald und aufbrausend wie ein herannahender Sturm – und etwas Lockeres, Aufforderndes mischte sich in den wunderschönen Gesang der Geschwister.
    Als sie verstummten, war es den beiden Psychopokémon, als erwachten sie aus einer Trance, und sie schüttelten fast synchron den Kopf, um den Bann von sich zu abzuschütteln.
    Plötzlich rollten die Wellen in immer kürzeren Abständen heran, brachen sich krachend am Rand der Insel und bespritzten die dort Wartenden immer wieder aufs Neue mit einem kühlen Sprühregen, der ihnen den Staub im Nu von den Gliedern wusch und eine fast schon belebende Wirkung auf sie hatte. Auf einmal schoss eine gewaltige Fontäne aus dem Wasser und ein gigantischer, blauer Wal durchbrach die Wasseroberfläche in gut 100 Metern Entfernung – ein Wailord!
    „Folgt uns, steigt auf!“, forderte Apollon die beiden unfreiwilligen Gäste auf und sprang seiner Schwester nach, die sich bereits in die sich beruhigenden Fluten gestürzt hatte und auf den sanften Riesen zuschwamm.
    Mewtu blinzelte verwirrt.
    „Was soll das denn?“, fragte er sich laut, doch er war bereits allein auf der Insel zurückgeblieben – Mew war schon auf den Rücken des Finnwals geflogen und machte es sich in der Mitte bequem. „Komm schon, du lahmes Schneckmag!“, rief sie dem stirnrunzelnden Mewtu zu. Seufzend erhob er sich in die Luft und ließ sich im hinteren Drittel des blauen Rückens nieder, während die beiden Absol geschickt ebenfalls hinaufkletterten und Platz nahmen.
    „Ich würde euch raten, euch auch hinzulegen – das ist bequemer“, bemerkte Eos und nahm selbst eine entspannte, liegende Haltung ein.
    Mew gehorchte sofort, doch Mewtu zögerte wie üblich, fügte sich aber nicht ohne Argwohn doch dem Rat des frechen Absolweibchens.
    Apollon blickte sich um, versicherte sich, dass alle gut auf diesem ungewöhnlichen Gefährt angekommen waren, und bat Wailord darum, sich in Bewegung zu setzen.
    „Warte mal“, warf Mewtu ein, „du sagtest, wir tauchen – wie soll das geh-blblblblb!“
    Seine Frage konnte er nicht zu Ende sprechen – nach einem lauten, dröhnenden Ruf aus seinem mit langen Barten besetzten Mauls war Wailord bereits in die Fluten des Meeres abgetaucht. Wenige Momente später hatte der weite Ozean sie vollkommen unter sich begraben und nichts zeugte mehr davon, dass sie dort gewesen waren.


    * * *


    Ruhige Wellen rollten an die Küste der kleinen Insel und wiegten den Fischerkahn, der dort vor Anker lag, sanft in ihren blauen Fluten. Die Farben des Bootes glänzten in der sich bereits dem westlichen Horizont nähernden Sonne, als wären sie frisch aufgetragen worden. Erstaunlicherweise befand sich jedoch kein einziges Pokémon auf dem schaukelnden Wassergefährt, die für gewöhnlich mit solcherlei Booten gejagt wurden, um sie später zum Verkauf anbieten zu können. Doch Pokémon waren auch nicht das, was dieser Kahn hatte transportieren sollen.
    Vier sehr grob wirkende Gestalten in schwarzer Gewandung sicherten die Insel in jede Himmelsrichtung ab. Waffen waren zwar nicht zu erkennen, doch das musste nicht viel bedeuten – wenn sie starke Pokémon an ihrer Seite hatten, würden diese voll und ganz ausreichen. Drei weitere Personen in weißen Kitteln schritten, mit Klemmbrettern bewaffnet, langsam durch das felsige Geröll und notierten hier und da etwas mit konzentrierter Miene.
    Einer von ihnen war gerade in den Krater hinabgeklettert und rief aufgeregt: „Hier 'rüber! Ich habe was gefunden!“
    Aufgeregt liefen die anderen beiden, die offensichtlich wie der Rufer Wissenschaftler waren, herbei und betrachteten den Fund ihres Kollegen vom Rand der Grube aus: dunkles, scheinbar getrocknetes Blut verteilte sich über den Boden und war auch an einer Stelle am inneren Rand des Kraters zu sehen. Der Mann, der den Fund gemacht hatte, stieß einen triumphierenden Schrei aus, als das Display eines seltsamen, hochmodern aussehenden Apparates betrachtete, in den er soeben ein schleimiges Stück halb getrockneten Blutes eingespeist hatte.
    „Ja! Wir haben es geschafft! Macht sofort Meldung, na los!“, wandte er sich an seine erstaunt dreinblickenden Kollegen, die sich bei seiner Aufforderung sofort wieder fassten. Eilends zog einer von ihnen ein seltsam dickes Handy aus der Tasche und wählte eine sehr lange Nummer.
    „Ja? Ja, Doktor, wir haben etwas gefunden! Ja, kein Zweifel – er war hier! Jawohl, verstanden!“
    Mit glühenden Augen und geröteten Wangen klappte er den kleinen Apparat zu und verkündete: „Wir sollen alles einpacken, das uns ansatzweise wichtig erscheint. Los, wir haben keine Zeit zu verlieren!“


    Auf einem kleinen Balkon im Herzen der Großstadt Metarost City verschränkte ein etwas in die Jahre gekommener Mann zufrieden die Hände ineinander und lächelte in sich hinein. Der Kaffee auf dem kleinen Beistelltisch war bereits kalt geworden, sodass nur ein schwacher Duft nach den frisch gerösteten Bohnen noch zu ihm hinüberwehte. Mit geschlossenen Augen lauschte er den Geräuschen des späten Nachmittages – dem kreischenden Lärmen der Schwalbini, die mit schnellen Flügelschlägen auf der Suche nach Nahrung über die Dächer der Stadt jagten, dem Summen einiger Käferpokémon, die vor eben jenen schwalbenähnlichen Luftjägern zu fliehen versuchten, dem Lärm der Passanten auf der Straße unter ihm, der beinahe an einen großen Schwarm Wadribie erinnerte, und irgendwo bellte ein Fiffyen im Gewirr der Straßen.
    „Bald ist es soweit“, flüsterte er und schlug die Augen auf. Ein seltsames Funkeln lag in ihnen, das nicht vom Licht der Sonne herzurühren schien – es war ein überirdisches, fast manisches Blitzen.
    „Bald ist es so weit“, wiederholte er entschlossen, „bald sehen wir uns wieder, verlass dich drauf!“
    Mit einem wissenden Lächeln griff Dr. Fuji erneut zum Handy, um etwaige Vorkehrungen zu treffen, die notwendig waren. Sein Plan würde bald Gestalt annehmen können – sehr bald...



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  • Hallöle Jingsel ^^


    Mit dem jetzigen Kapitel bin ich persöhnlich sehr positiv überrascht, ehrlich. Orts- und Charakterbeschreibung sind sehr gelungen.
    Auch in Sachen Gefühle und Persöhnlichkeit hat es mich sehr angetan. Das deine Rechtschreibung gut ist, wusste ich ja, dass ich aber beinahe nichts mit dem einfachen Durchlesen gefunden habe , überrascht mich umso positiver. Auffälige Wortwiederholungen sind mir ebenfalls nicht aufgefallen Kritik fällt mir hier schwer. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, dass das dein bestes Kapitel war. ;)  
    Naja, kann auch vielleicht daran liegen, dass ich gerade in bester Laune bin.


    Zum Inhalt: Wie erwartet hast du mit einer mehr als ausführlichen Ortsbeschreibung als Einleitung begonnen. Vergleiche und kleine Metapher hast du gezogen und eingebaut. Bis jetzt hast du nie die Handlung direkt begonnen. Das ist zu Anfang für manche zunächst vielleicht etwas irrtitierend, da man nicht weiß was jetzt eigentlich los ist bzw. ist die eigentliche Handlung noch recht unbekannt. Doch ich finde du setzt das Ganze gekonnt um. Kurz gesagt: Ich mag deinen Einleitungsstil. :3
    Überraschend war das gerade Mewtu sich verletzt hat. Auf die Verletzungen bist du gut eingegangen. Konnte mir ein gutes Billd machen.
    Ich frage mich was Mew vor Mewtu so sehr verheimlicht. Ist mir doch ein wenig zu suspekt. Sie hat wohl gewisse Infomation die besser geheim bleiben wie? Die beiden Absol Geschwister habe mir sehr gefallen. Die beiden sind irgentwie süß. x) Zwei völlige Gegensätze.
    Nebenbei, die Namen gefallen mir wirklich sehr. Ich liebe die gesamte griechische Mythologie. Da kann man doch recht viele schöne Namen benutzen und ableiten.
    Auch wenn die beiden zunächst sehr zwielichtig wirkten, bin ich der Meinung -im Gegensatz zu Mewtu- das man denen trauen kann.
    Geheimnisse über Geheimnisse...

    Zitat

    „Warte mal“, warf Mewtu ein, „du sagtest, wir tauchen – wie soll das geh-blblblblb!“

    Selbst Schuld. Kann einfach nicht mal den Mund halten. x)


    Nur weiß ich noch immer nicht was diese Pröt-PRÖT auf sich hat. Keine Ahnung, vielleicht lässt du uns mit Absicht in Unwissenheit.
    Vielleicht war es ein Pokemon das die Höhle zum Einsturz gebracht hat...?
    Bei den Männern die die eingestürtzte Höhle untersucht haben, kann ich mir sicher schon gut denken um welche Fraktion es sich hier handelt.
    Genauso sicher auch um den Mann am Balkon. :3 Beweist wohl. dass es Gegenspieler geben wird. Das fordert nach Fortsetzung.


    Nach überfliegen bin ich doch auf etwas gestoßen:


    Letztendlich bin ich über den Verlauf des Kapitels positiv überrascht. Da kam doch viel Neues dazu. Ich weiß, Kritk war sehr arm.
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


    ~Nuke

  • so, jetzt ich^^
    Wie ich dir ja schon gesagt habe, ist dieses Kapitel von der Handlung her unerwartet aber gut, sogar sehr gut. Und das ist durchaus ne Kunst, etwas abzuliefern, das nicht erwartet wird, aber dennoch zum Weiterlesen verleitet. Das ist dir hier mit Bravour gelungen :)  
    Ich hätte nur erwartet, dass die eingestürzte Höhle das Kapitel mehr bestimmt hätte. Das soll keine Kritik sein, solang du vorhast, dieses Geschehen noch im Nachhinein aufzuklären^^


    Wieder mal zeigst du dein Talent für tolle Beschreibungen, die teilweise sehr ausladend sind wie zu Beginn des Kapitels oder aber auch sehr kurz und eindeutig sein können. Doch trotzdem sagt es jedesmal sehr viel aus, ein Beispiel dafür wäre:

    Zitat

    bei Bekannten von Bekannten der kleinen rosa Tratschkugel konnte man schließlich nie sicher sein.

    Ich fand das genial :D  
    Die Menschen/Pokemon, die vorkommen, wirken sehr authentisch, wie eben ein Charakter, über den man sich viel Gedanken gemacht hat. Selbst von dem Mann, der nur am Ende kurz vorkommt, bekommt man schon ein kleines Bild, sowas macht die Story echt lebendig.
    Die Hintergrundgedanken, die du bei der Namensgebung anwendest, gefallen mir auch.


    nun fällt mir aber doch etwas auf, und zwar zeichnet sich ein Muster in den Kapiteln ab. Beim Ende des ersten stellst du "den Mann mit dem zart orangefarbenen Pokemon" vor :D  
    und auch Kapitel 3 endet mit der Vorstellung von einer Person. Ist nichts Schlimmes, aber bei sowas muss man aufpassen, dass es nicht zur Gewohnheit wird.
    Wie war das noch gleich? Achja, Luxuskritik^^


    Alles in allem ein schönes Kapitel. Ich schließe mich mal McNuke an:

    Zitat

    Das fordert nach Fortsetzung.

    :D

    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

  • Morgen Jingsel ^^
    Entschuldige, dass mein Kommentar erst jetzt kommt~


    Chapter III
    Der Titel gefällt mir sehr gut, hat was.
    Ich bin immer noch fasziniert von deinen ersten Zeilen- du beschreibst einfach wirklich wahnsinnig gut, und stellst Vergleiche an, die mir wirklich gefallen. Ich wusste, warum ich deine Werke verfolge, das lohnt sich! *Werbung.
    Armes Mewtu. Warum wurde es wohl mehr verletzt als Mew? Ich frage mich ja heute noch, wer von beiden stärker ist. Das tut hier zwar nichts zur Sache, aber auch wenn Mew kleiner ist, tippe ich mal auf sie (sie, weil es eine Wüstenrennmaus darstellen soll). So gut du allerdings auch bist, solltest du dann aber auch drauf achten, dich dann nicht zu sehr in komplexen Sätzen zu verlieren. Erfahrene Leser folgen dir mühelos, andere hätten zwischendurch Mühe, da schaust du am besten noch etwas drauf ^.-
    Warum weint Mew? Dass seine Augen zu schwimmen scheinen, finde ich ebenfalls eine sehr niedliche Beschreibung, ich kanns mir gut vorstellen. Sieht sicher unheimlich süss aus, aber man soll sich ja nie täuschen lassen.
    Ein Duft ist sanft? Eher sacht, sanft ist eine Charaktereigenschaft, wenn du mich fragst!
    Lol also die Stelle als die Absol mit Mewtu sprechen ist wirklich amüsant, du kannst nicht nur toll beschreiben, du weißt auch, wie man lebensnahe Konversationen schreibt. Ich musste wirklich schmunzeln, ich mag so was.


    Allerdings kann ich dir auch raten, solche Spiele wie Gedankenkonversation kann man um und beschreiben, anstatt es auszusprechen. Show,don’t tell, ich habe das auch gerade mal versucht bei meinem Kapitel und es kam wirklich was Tolles dabei raus. Anstatt es zu sagen, beschreib es. Wie es sich anfühlt, wenn man Worte hört, die andere denken. Es ist vielleicht etwas schwierig es sich vorzustellen, ich habe es mir vorgestellt als eine Art Trance.Wenn die Gedanken dann "gehört" werden, stelle ich es mir als eine Art Sog vor. Aber das überlass ich besser dir.
    Am Ende baust du ja auch einen guten Cliffhanger ein, du hast dafür irgendwie Talent. Allerdings muss ich mich da deinem Vorposter anschliessen- auch ich neige schnell dazu, Kapitel ähnlich abhandeln zu lassen, mach diesen Fhler nicht auch ^.-

    - erhaben, und doch kaum geachtet – am Zenit ihrer Tagesreise am azurblauen Himmel.
    - Nicht einmal das kleinste bisschen Grün blitze noch zwischen den staubenden Gesteinsbrocken hervor.
    Stauben sie, wegen der Explosion? Dann ist's ok, ansonsten- stauben die doch nicht.
    - Zahlreiche Schrammen und Schürfwunden zierten den Körper des mächtigen Pokémon wie ein feines, schreckliches Muster
    Eigentlich wundervoll beschrieben. ich fragte mich das allerdings schon bei meinen eigenen Texten- ist "zieren" da wirklich das richtige Wort? Schliesslich klingt es nach etwas Schönem und Wunden "zieren" irgendwie nicht...aber ich glaube, man kann das ruhig so sagen.




    Alles in allem ein schönes Kapitel. Ich schließe mich mal McNuke an:


    Zitat
    Das fordert nach Fortsetzung.


    Word.

  • Ciaossu, ihr drei! x3


    Vielen, vielen Dank für eure lieben und hilfreichen Kommentare!
    Ich hatte zwar eigentlich vor, sie zu Beginn von K. 4 zu kommentieren, aber jetzt mach ich's doch in 'nem Extrapost! :)


    [tabmenu]
    [tab='Vorweg']So, dann legen wir mal los!


    Achja, ich habe das ganz vergessen: würde es euch etwas ausmachen, mir per PN/GB noch ein Feedback zur Länge von Kapitel 3 zu geben?^^


    (Ich hoffe, ich darf die nebenan verwendeten Namen von euch...öhm...verwenden xD“)


    [tab='@ Nuke']
    Mein Einleitungsstil
    Mir war gar nicht so bewusst, dass er ungewöhnlich ist – aber ich hab ne Schwäche für sowas xD“
    Ich finde es einfach schön, wenn man zuerst ein Bild von der Umgebung bekommt, sich gewissermaßen selbst dorthin versetzen kann – aber ich werde in Zukunft auch versuchen, die „beschreibende Einleitung“ nicht zu oft zu benutzen; das wirkt sonst irgendwann komisch, schätze ich^^“



    Zitat

    Überraschend war das gerade Mewtu sich verletzt hat.


    Ja, nicht wahr?^^ Dafür gibt es auch einen „Grund“ bzw. eine Erklärung – die natürlich nicht verraten wird! :P



    Mews Geheimnis
    Ist mir auch suspekt *grusel*
    Ich hoffe, dass diese geheimnisvolle Moira da mehr drüber verraten kann...wer weiß...?



    Die griechische Mythologie ist toll, oder? =D
    Was bin ich froh, dass ich etwas studieren kann, bei dem man auch gelegentlich mit diesen Dingen konfrontiert wird :D



    Pröt-PRÖT und die seltsamen Männer
    Nein, die hängen nicht zusammen, ich wollte bloß Platz sparen :P
    Das Pröt-PRÖT sollte auch noch nicht verraten werden^^ Das ein klein wenig wird das im nächsten Kapitel erläutert ;)
    Die seltsamen Männer: Ne, echt? :D *g*
    Ich schätze, dass du richtig liegst, aber die Zusammenhänge werden wahrscheinlich eher anders sein, als man erwartet...:D



    Verbesserungen
    Die letzten beiden von dir angemerkten Sachen sind bereits editiert, das erste mit dem „so“: doch, man kann es auch weglassen. Es klingt für mancheinen aber vielleicht ungewohnt, das gebe ich zu – mir gefällts so besser x3



    Zitat

    Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, dass das dein bestes Kapitel war. ;)


    Wow, vielen Dank! :blush:
    Hätte ich bei einem Kapi, wo nicht viel geschieht, eigentlich nicht erwartet! XD“


    [tab='@ Rocker']

    Zitat

    Ich hätte nur erwartet, dass die eingestürzte Höhle das Kapitel mehr bestimmt hätte. Das soll keine Kritik sein, solang du vorhast, dieses Geschehen noch im Nachhinein aufzuklären^^


    Keine Panik ;) Darauf wird im nächsten Kapitel noch eingegangen – ein bisschen, jedenfalls.



    Die rosa Tratschkugel
    Ist auch so, oder? :D
    Ich weiß auch nicht, warum ich immer auf Kugelvergleiche komme bei Mew, aber ich glaube, ich muss aufpassen, dass ich dieses Wort nicht zu oft verwende xD“



    Gedanken bei der Namensgebung
    Jaaa, ich liebe es, wenn hinter den Namen eine tiefere Bedeutung steckt – aber dass es gerade altgriechische Götter sind, da spricht die Althistorikerin in mir :D
    Hehe, wenn Moira enthüllt wird, bekommen Eos und Apollon nochmal eine ganz eigene Bedeutung, ist mir beim Sichten der entsprechenden Dexeinträge aufgefallen *g*



    Struktur: Charaktervorstellungen am Ende
    Jup, da hast du wohl Recht, aber die „wichtigsten Figuren“ haben fast alle das Spielfeld betreten. Und die eine, die ich noch im Sinn habe...nein, da sag ich jetzt nichts zu, aber ich freu mich schon drauf! *muahaha*



    Und auch vielen Dank für die positive Bewertung des Kapis – hätt ich so nicht erwartet, weil ja nicht viel passiert xD“
    [tab='@ Lynn']

    Zitat

    Entschuldige, dass mein Kommentar erst jetzt kommt~


    Quaaaark – ich freu mich doch über jeden Kommentar, egal, wann er kommt – außerdem hattest du von Anfang an gesagt, dass das immer etwas dauert^^



    Zum Titel
    Ich fand ihn ehrlich gesagt etwas zu random, aber schön, wenn er trotzdem Gefallen findet! X3



    Zitat

    Ich bin immer noch fasziniert von deinen ersten Zeilen- du beschreibst einfach wirklich wahnsinnig gut, und stellst Vergleiche an, die mir wirklich gefallen. Ich wusste, warum ich deine Werke verfolge, das lohnt sich! *Werbung.


    :blush: Vielen, vielen Dank – da werd ich gleich um einige Zentimeter größer :D
    Aber das habe ich auch euch zu verdanken – gerade die Hinweise auf Gerüche und Geräusche waren sehr hilfreich für mich!



    Zitat

    Armes Mewtu. Warum wurde es wohl mehr verletzt als Mew? Ich frage mich ja heute noch, wer von beiden stärker ist. Das tut hier zwar nichts zur Sache, aber auch wenn Mew kleiner ist, tippe ich mal auf sie (sie, weil es eine Wüstenrennmaus darstellen soll).


    Tja...wieso wird Mewtu verletzt, Mew aber nicht? Tehehe, dazu sag ich jetzt mal nichts :D Man würde es jedenfalls nicht erwarten, soviel ist sicher *g*
    Zum Kräfteverhältnis: Da es in meiner Story nur hintergründig eine Rolle spielt – das sie nicht gegeneinander kämpfen werden, werte ich jetzt mal nicht als Spoiler^^ - können wir darüber ja gern per PN/GB/irgendeinen Messenger diskutieren x3



    Komplexer Satzbau
    Echt, hab ich das schon wieder gemacht? *doing*
    Danke für den Hinweis, Bandwurmsätze muss ich mich grundsätzlich zwingen, zu vermeiden xD“ Hast du trotzdem ein Beispiel? Falls es eher an der Formulierung lag, meine ich^^



    Warum weint Mew?
    Das liegt teilweise an den Schuldgefühlen, die sie mehr oder weniger offen anspricht, und an etwas, das in der Höhle passiert ist. Aber, dazu kann ich jetzt kein Adjektiv verwenden, sonst kann mans sich schon wieder denken ;)



    “Sanfter“ Duft
    Ich versteh, was du meinst, aber ich stelle mir das so vor:
    „Sacht“ ist für mich so etwas wie eine schwächere Form von „sanft“ - etwas kaum Wahrnehmbares.
    In diesem Zusammenhang empfinde ich „sanft“ - ja, es ist schwer zu erklären, aber manche Cremes haben einen „sanften“ Duft (Bübchenmilch z.B. x3). Ein Duft, der ganz klar wahrnehmbar ist, wie zum Beispiel...ja, Flieder/Lavendel hat was davon, finde ich. Klar wahrnehmbar, aber – das ist für mich die Abgrenzung zu würzigen, noch stärkeren Düften – nicht zu aufdringlich. Also nichts, was einem direkt in der Nase sticht^^



    Gedankenkonversation
    Gute Ideen hast du! Sollte so etwas noch einmal stattfinden, werde ich auch jeden Fall daran zu denken versuchen^^



    Verbesserungen
    # 1 habe ich verändert – das klang in der Tat etwas seltsam...
    zu #2: Ja, die Steine (sie selbst natürlich weniger, ich stelle mir nur vor, dass es so aussieht, wenn man daneben steht) stauben wegen der Explosion.
    Zu #3: Das „Zieren“ soll auch bewusst einen Kontrast darstellen. Dadurch soll das „schaurige“ Element noch deutlicher hervortreten (bei der Formulierung „Wunden zieren den Körper“ krieg ich son leichtes Gruseln – gerade durch den Kontrast) – ich weiß allerdings nicht, ob das so gut rausgekommen ist^^“



    Vielen Dank auch dir für den lieben Kommi, Lynn! x3
    Verbesserungsvorschläge werde ich beherzigen, das Lob tief in meinem Herzen tragen :D
    [/tabmenu]


    Nochmals vielen, lieben Dank für euer Feedback und euer Interesse an „Namenlos“ - hoffentlich lesen wir uns bald wieder! x3


    ~ Jingsel


    P.S.: Und auch vielen Dank für das viele Lob! :blush:
    Kritik wird natürlich berücksichtigt :D



  • Mit lautem Dröhnen durchpflügten die monströsen Fluggeräte, deren Gestalt an große, stählerne Schwalbosse erinnerte, den fast wolkenlosen Himmel. Auf der Luftfahrtinsel Castor, die zwischen Moosbach City und Xeneroville gemächlich im dunkelblauen Meer vor sich hin trieb und den meisten Flugverkehr der Hoennregion abfertigte, herrschte stets reges Treiben. Neben den ständig mit krachendem Tosen landenden und startenden Maschinen aus allen möglichen Regionen wuselten allerlei Menschen und Pokémon wild durcheinander – Angestellte des Flughafens, die in aller Eile ihre Geschäfte verrichten mussten, Passagiere, die wie vom Wattzapf gestochen zum Terminal hetzten, Händler, die in der geräumigen Halle alle Arten von Waren feilboten, Neuankömmlinge, die mit leicht verwirrtem Blick von der Gepäckausgabe zum Ausgang zu finden versuchten – und über allem schwebte der aus unterschiedlichsten Aromen zusammengesetzte, unverwechselbare Duft dieses Wirrwarrs. Mit den eher wenig schmeichelhaften Gerüchen von Abgasen, vor Aufregung schwitzenden Leibern oder anderen Ausdünstungen mischten sich die verlockenden Dämpfe von noch warmen, frisch gebackenen Brezeln und anderem Gebäck, Bratgeruch von allerlei Gerichten und manchmal webten sich auch der fruchtige Geruch von frischem Obst oder die Aromen edler Shampoos und Cremes aus einer kleinen, ortsansässigen Parfumerie in den Duftstrang mit ein. Zusammen mit dem Lärmen von Maschinen, Menschen und Pokémon wurden diese Reize des Riechorgans zu einer regelrechten Symphonie verflochten, die dem Flughafen eine ganz eigene Prägung verlieh.
    Dem jungen Mann, der all dem momentan keine Beachtung schenken konnte, war furchtbar übel.
    Er hatte es gerade noch geschafft, sich durch die verworrene Masse zu schlängeln, wobei er einmal beinahe mit einem brüllenden, muskelbepackten Maschock zusammengestoßen wäre, das gerade ein paar schwer aussehende Kisten durch die Gegend schleppte, und seine beiden mit Rollen versehenen Koffer vom Gepäckband zu hieven. Jetzt lehnte er vor dem großen, teilweise verglasten Flughafengebäude an einer kühlen, marmornen Säule und schnaufte hörbar. Sein Gesicht wies noch immer die Farbe von grauem, matschigen Haferbrei auf, schien aber langsam zu der Farbe einer Tragosso-Schädelmaske abzubleichen.
    Er schluckte und zupfte an seinem schweißnassen, schwarzen T-Shirt, das mit einem in Smilyart stilisierten Nebulak und der schlichten Aufschrift „Smile!“ verziert war. Dazu trug er eine ausgewaschene Jeans, die über den Knien abgeschnitten war, ansonsten aber noch wie neu aussah. Seine feuerrote Sturmfrisur verbarg er unter einem weiß-roten Basecap, das von einem Pokéballsymbol geziert wurde. Komplettiert wurde die Aufmachung von einer getönten, dunklen Sonnenbrille und schlichten, grauen Turnschuhen. Er war sehr erleichtert darüber, dass er sich entschieden hatte, inkognito zu reisen.
    Nicht auszudenken, wenn die Leute erfuhren, dass ausgerechnet er unter Flugangst litt – ganz zu schweigen davon, dass sich Fafnir auf dem Boden wälzen würde vor Lachen, wenn er ihn so sehen könnte.
    Nun ja, er konnte diesen glänzenden Ungetümen, die jeglichen Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen schienen, einfach kein Vertrauen abgewinnen. Mehrere Tonnen schwere, monströse Blechkisten, die hauptsächlich durch komplexe Programme und computergesteuerte Mechanismen in der Luft gehalten wurden? Nein, bei dem Gedanken, sein Leben einer Maschine anzuvertrauen, konnte er einfach nicht ruhig bleiben, egal, was alle Statistiken der Welt auch sagen mochten.
    Sehr, sehr langsam beruhigte sich sein Atem wieder und er kam nun endlich dazu, seinen Blick über den Vorplatz schweifen zu lassen und nach jenem Freund Ausschau zu halten, der ihn abholen sollte.
    Jenem Freund, der ihm diesen Brief geschrieben hatte...
    Siegfried, der Drachenmeister und Champion der Pokémonligen von Kanto und Johto, seufzte schwer und blickte hinauf in den Himmel, wo sich gerade eine große, weiße Wolke vor die Sonne zu schieben begann.
    Ein böses Omen?
    'Ich hoffe sehr, dass ich mich irre...', dachte er ernst.


    * * *



    Das Wailord, ein wenig redseliges Weibchen, bewegte sich in so behänder und eleganter Art und Weise durch die kühlen Fluten des Ozeans, wie man es dem massigen Walkörper kaum zugetraut hätte.
    Ab und an sahen der riesige Meeresbewohner und seine vier Passagiere diffuse Schatten, die durch die dunklen Tiefen der See streiften, und gelegentlich funkelten helle Leuchtpunkte wie verirrte Sterne durch die Dunkelheit – Hinweise auf Tiefseejäger, die sich an eine so große Beute allerdings kaum herantrauten. Ein Grund dafür, den mächtigen Meeressäuger als Transportmittel zu verwenden.
    Und Stille.
    Eine ohrenbetäubende Stille drückte auf die Ohren und Hörlöcher der fünf Pokémon, die mehr oder weniger freiwillig gemeinsam durch die seltsame Welt aus Finsternis und unterschiedlichen Blauschattierungen reisten. Das Ziel jedoch kannten nur drei von ihnen.
    Mewtu hasste es, so wenig zu wissen: Er fühlte sich langsam wie ein Spielball, der nach Belieben hin und her geworfen wurde. Wie lange war es her, dass sie von jener verfluchten Insel aufgebrochen waren? Eine Woche, zwei? Oder noch länger? Mewtu vermochte es nicht zu sagen. Langsam kamen ihm Zweifel, ob es eine so gute Idee gewesen war, sich den beiden ungleichen Absolzwillingen anzuschließen. Zum einen hatte er in dieser Zeit nichts Neues erfahren können, zum Anderen hatte diese quälend lange Unterwasserreise nicht besonders positiv angefangen...


    Als die mächtigen Massen der unbändigen Naturgewalt über ihnen zusammenschlugen, hätte Mewtu sich am liebsten die Seele aus dem Leib geschrien – doch eine mysteriöse Kraft verhinderte, dass er Mund und Nase öffnen konnte. Er versuchte, wild um sich zu strampeln – doch etwas saugte ihn regelrecht am hellblauen Körper des Wailord fest.
    Das salzige Meerwasser brannte wie Feuer in seinen offenen Wunden.
    Ihm war, als wären sie nicht ins Meer abgetaucht, sondern in den säurehaltigen Magen eines gewaltigen Ungeheuers geraten. Zusätzlich verursachte die Tatsache, dass er nicht atmen und sich kaum bewegen konnte, eine regelrechte Panik im sonst so kühlen und gelassenen Pokémon, während die seltsame Gruppe die Welt des Lichts immer mehr verließ und in eine ungewisse Finsternis verschwand.
    Bilder schossen blitzartig durch seinen Kopf.
    Der Traum in jener Nacht, in der seine Verzweiflung ähnlich gewesen war.
    Und dann jener Tag. Jener Tag, an dem sein Leben eigentlich begonnen hatte...
    Er erinnerte sich an eine ihn vollständig umgebende Flüssigkeit, zersplitterndes Glas, dann aufgeregte und jubelnde Rufe...von Menschen. Und dann diese grenzenlose Wut. Wut und Hass auf jene Menschen, die ihn geschaffen hatten, die ihn als erste hatten ausnutzen wollen-
    “Mewtu...“
    Zuerst sehr leise, dann immer deutlicher.
    “Mewtu!“
    Immer aufdringlicher wurde die Stimme, die einen seltsam wabernden, dumpfen Klang hatte und direkt in seinem Kopf ertönte.
    “Was willst du, Mew?“, erwiderte Mewtu, doch sein Ärger klang wenig überzeugend. Die Angst und der Schmerz, welche ihn fest in ihrer Gewalt hatten und aus deren düsterer Welt er nur langsam in die rauschenden Fluten zurückfand, hallten deutlich im Kopf der kleinen Mew wider und verursachten ihr ein regelrechtes Schaudern.
    “Du wirkst nicht gerade...begeistert“, entgegnete das kleine, rosafarbene Pokémon, und Besorgnis schwang ganz deutlich in ihrer dumpfen, verzerrten Gedankenstimme mit.
    Langsam öffnete Mewtu die Augen und meinte, durch den seidenen, dunklen Schleier des Wassers ein paar funkelnde Augen zu sehen, doch im nächsten Moment war dieser Eindruck verschwunden – die Finsternis war doch das alles bestimmende Element in diesen Tiefen.
    “Wie sollte ich mich dafür begeistern, dass dieses elende Meerwasser meinen Körper bei lebendigem Leibe wegätzt?“, reagierte er gereizt, nun wieder fast vollständig bei seinen Sinnen. Doch Reste seiner Furcht, seiner Panik, waberten noch immer durch den unsichtbaren Gedankenstrom zu Mew hinüber, die das natürlich überdeutlich wahrnahm – Gefühle wurden in telepathischen Gesprächen unbeabsichtigt, aber klar und deutlich mit übersandt, während die „Stimme“ selbst in dumpfer, verzerrter Weise übertragen wurde. Wenn der Gegenüber ein stärkeres „übersinnliches“ Gefühl besaß umso mehr.
    Mew schwieg. Offensichtlich wollte ihr „Kollege“ seine Gefühle nicht bereden, und sie ging nicht weiter darauf ein.
    Mewtu wartete, doch als keine weitere Reaktion erfolgte, runzelte er ungläubig die Stirn.
    'Sie hakt nicht weiter nach? Wirklich eigenartig...AUTSCH!'
    Er zuckte zusammen, als eine erneute Welle des Schmerzes seinen Körper in Flammen setzte...


    'Warum mache ich diesen ganzen Irrsinn eigentlich mit?', fragte sich das mächtige Pokémon nicht zum ersten Mal, während seine Gedanken allmählich in die Gegenwart zurückschlichen. Sie waren nun schon einige Zeit unterwegs und hatten nur relativ selten auf kleinen, menschenleeren Inseln Rast gemacht, um essen und trinken zu können, stets darauf bedacht, kein Aufsehen zu erregen. Wenigstens dieser Aspekt kam Mewtu zu Pass: Auch er hatte wenig Interesse daran, das Aufsehen von Menschen oder allzu neugierigen Pokémon zu erregen...
    Die Wunden waren in der Zwischenzeit schon beinahe verheilt, nur eine feine, aber deutlich sichtbare Narbe auf seinem Oberschenkel und die leicht blasse Stellen in seinem Fell und auf seiner Haut zeugten noch davon. Doch diese verliehen seinem Äußeren eine seltsame, geheimnisvolle Schattierung, die seine Erscheinung noch um einiges reizvoller werden ließ. Eos jedenfalls, die stets auf ihr Äußeres bedachte Absoldame, die schon wegen der ständigen Unterwasserreisen, die ihr hübsches Fell durcheinanderbrachten, keine besonders gute Laune hatte, begegnete Mewtu nun auf immer gröbere und schnippischere Art und Weise. Nur machte das Mewtu nicht im Geringsten etwas aus.
    Auch hatte er sich an diese seltsame Art zu Reisen mittlerweile beinahe gewöhnt, doch wohl fühlte er sich deshalb noch lange nicht. Ständig an den Körper eines gewaltigen Wals gepresst und über dessen Haut mit Sauerstoff versorgt zu werden, ohne selbst atmen zu können - das war einfach nicht gerade das, was er zu seinen bevorzugten Fortbewegungsweisen zählen würde. Und dann das alles umgebende Meer...die stete Dunkelheit...
    Mewtu schauderte und schüttelte den Kopf, soweit die zähe Flüssigkeit, die ihn vollständig umgab, und der von der Fähigkeit Taucher verursachte Sog ihm dies erlaubten, und verscheuchte die finsteren Gedanken, die sich erneut in seinen Kopf zu schleichen und seinen Geist zu vernebeln versuchten.
    Vorsichtig öffnete er ein wenig die Augen. Auch, wenn das salzhaltige Wasser ihm noch immer ein wenig in den Augen brannte, so konnte er mittlerweile doch ein wenig unter Wasser sehen. Nur, dass es in der Regel nichts zu sehen gab.
    Das war jetzt anders.
    Unter ihm ließen sich vage die zerklüfteten und rauen Oberflächen von Felsen und regelrechten Unterwassergebirgen erkennen, gelegentlich schien ein dunkler Fleck sogar auf große Höhlensysteme hinzudeuten, die sich in den Tiefen des Meeres verbargen.
    Scheinbar waren sie in höhere, lichtere Gewässer aufgetaucht.
    'Heißt das etwa, dass wir bald da sind...?', dachte er zweifelnd, doch er stellte seine Frage nicht , sondern beschloss, erst einmal abzuwarten.
    Nach einer Weile ging plötzlich ein leichtes Dröhnen, das die Körper der Reisenden erzittern ließ, durch den großen, blauen Körper ihres ungewöhnlichen Reisegefährtes.
    Mewtu brauchte eine Weile, um zu verstehen, dass das Wailord zu sprechen versuchte.
    „Wiiiiiiiiiiiiiiiiir siiiiinnnnnnnndd gleeeeeeeiccccchhhh daaaaaaaaaaaaaa“, dröhnte es dumpf durchs Wasser und die vier Pokémon konnten die Worte fasst mit ihrem gesamten Körper spüren.
    Ein leichtes Grinsen schlich sich auf Mewtus Gesicht.
    'Endlich', dachte er. 'Ich bin schon gespannt auf dieses Pokémon...Moira hieß es glaube ich. Ob sie wirklich etwas weiß, das uns...mir...weiterhilft...?'
    Zu seiner Überraschung tauchten sie zunächst ein gutes Stück weiter in die Tiefe, direkt auf eine breite Felswand zu, deren Enden zu beiden Seiten nicht abschätzbar waren. Ein weiteres, kurzes Dröhnen stieß die Wailorddame aus, dann glitt mit einer Leichtigkeit, die Mewtu schwer verwunderte, eine große Öffnung in der Wand nach oben, die vorher nicht im Geringsten zu erkennen gewesen war. Kaum waren sie hindurchgetaucht, als sich das Tor – wie sollte man es sonst bezeichnen? - sich fast lautlos wieder hinter ihnen schloss. Während Mewtu sich noch fragte, was das zu bedeuten habe, schoss das Wailord mit unglaublicher Schnelligkeit regelrecht nach oben und durchbrach nach kurzer Zeit die Wasseroberfläche wie ein seltsam aussehendes U-Boot, das in einen geheimen Hafen einfährt.
    Der Taucherbann war gebrochen und Mewtu sog gierig Luft in seine Lungen. Nein, er würde eine solche Reise garantiert nicht noch einmal in Erwägung ziehen.
    Die beiden Absolgeschwister Apollon und Eos rutschten elegant vom glatten Rücken des Wales herunter und landeten sicher auf dem feuchten Boden der Höhle, in der sie sich scheinbar befanden. Mewtu und Mew folgten ihnen, und kaum hatten sie auf dem Boden aufgesetzt, als der gewaltige Wal auch schon wieder in den dunklen Wassermassen verschwand.
    Die davon erzeugten Wellen klatschten schäumend gegen das Ufer, an dem die vier Pokémon sich nun befanden. Während sie sich das Wasser sorgfältig aus dem Fell schüttelten, sah Mewtu sich ein wenig um.
    Ja, es war eine Höhle, allerdings schien sie riesige Ausmaße zu haben. Die Decke war so hoch, dass das Wailord auch gut und gern aus dem Wasser hätte steigen können – wäre am Rand genug Platz gewesen – und es hätte bequem in den Hohlraum hineingepasst. Zahlreiche Stalagmiten und Stalaktiten ragten aus dem Boden und von der Decke und ein stetes Tropfen hallte von den Wänden wider. Er erkannte, dass der Boden, auf dem sie sich befanden, eine Art u-förmiges Rund entlang der Höhlenwände um das natürliche unterirdische Becken, aus dem sie aufgetaucht waren, bildete, wobei die Enden an der Wand zu liegen schienen, durch die sie gerade hindurch getaucht waren. Die Luft roch feucht und nach nassem Stein, aber zumindest nicht unangenehm, und ein schummriges, bläuliches Licht erhellte die Umgebung. Weiter hinten schien ein Durchgang zu sein...Moment, was war das für ein Licht...?
    „Geistpokémon“, erklärte Apollon, der Mewtus fragenden Blick richtig gedeutet hatte. Seine Stimme hallte von den weiten Wänden und der hohen Decke der Höhle wider. „Sie sind überall in diesen heiligen Höhlen anzutreffen“, bei diesen Worten verdrehte seine Schwester Eos genervt die Augen. Dieser bemerkte freilich nichts davon, sondern fuhr ungerührt fort: „Sie erhellen diejenigen Bereiche, die zu feucht sind, mit ihrem schaurigen Schein und sorgen außerdem dafür, dass kein unbefugtes Pokémon Zutritt erhält – sie regeln auch den Mechanismus, der das Tor öffnet und schließt. Unglaublich, nicht wahr? Aber wenn Ihr auf unsere Herrin trefft, wird Euch das alles bedeutungslos erscheinen – willkommen im Pantheon! Äh- Eos?“
    Das schlecht gelaunte Absol, das die stolzschwellende Willkommenshymne ihres Bruders offensichtlich leid war, tapste bereits in Richtung der dunklen Torwölbung, die Mewtu vorhin bereits wahrgenommen hatte.
    Kopfschüttelnd bedeutete Apollon Mew und Mewtu, ihm zu folgen, und schritt nun mit noch immer feuchtem Fell seiner Schwester hinterher. Würde und Stolz lagen in seinem ganzen Gebaren.
    Sie folgten einigen verzweigten Gängen, die vom gleichen, bläulichen Licht schimmerten und immer trockener zu werden schienen, je weiter sie sich fortbewegten. Allmählich konnte Mewtu sogar wieder den typischen Geruch von trockenem Fels und ein bisschen Erde wahrnehmen, und je stärker dieser Eindruck wurde, desto mehr schwand auch das unheimliche Flimmern der von den Geistern erzeugten Irrlichter. Doch es wurde dadurch keineswegs dunkel. Im Gegenteil, das Licht wurde immer heller, wärmer, ja geradezu einladend. Verwundert hob das lilafarbene Pokémon seinen Blick zur Decke...
    „Glühbirnen?“, stieß es ungläubig hervor und blieb einen Moment stehen, weil es einfach nicht glauben konnte, dass es richtig gesehen hatte.
    „Wieso nicht?“, entgegnete Mew, die nun seit längerer Zeit wieder ein Wort sprach. „Irgendwie müssen sie doch etwas sehen können, oder nicht?“ Als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt, in einer nur von Pokémon bewohnten Höhle auf Menschenwerk zu stoßen.
    Kopfschüttelnd setzte Mewtu schließlich seinen Weg fort. 'Diese Moira wird einiges zu erklären haben, und dieses Mal werde ich mich nicht mit fadenscheinigen Andeutungen abspeisen lassen...'


    Nach einer Weile, in der sich Mewtu mehr und mehr fragte, wie er aus diesem Labyrinth allein wieder herausfinden sollte, bogen sie in einen Gang ab, von dem mehrere kleinere Höhlen abzweigten. Eine von ihnen war mit einem dichten Vorhang aus Zweigen und Blättern versehen worden, so dass kein Blick hineinzuwerfen möglich war. Mewtu registrierte, dass von ihnen ein frischer, würziger Duft ausging, so als seien sie gerade erst geschnitten worden.
    „Dies ist Euer Quartier“, erläuterte Apollon mit einer leichten Verbeugung, die Eos erneut zum Stöhnen brachte.
    „Du meine Güte, sind wir jetzt endlich fertig?“, entgegnete sie gereizt. „Wir haben sie hergebracht, unser Auftrag ist damit erledigt. Wir haben sie sogar in den Gästebereich geführt“, sie warf einen vielsagenden Blick durch den Gang, „und jetzt würde ich mich gerne wieder mir selbst widmen, wenn das Recht ist!“
    Tadelnd sah das schillernde Absol zu seiner Schwester hinüber, sagte jedoch nichts.
    Er wandte sich wieder an die beiden mächtigen Psychopokémon, die – Mew mit großen, gespannten Augen, Mewtu mit eher genervtem und ungeduldigen Blick – wortlos noch immer vor dem Eingang der Höhle standen. „Bitte, bezieht doch Quartier, und ruht Euch aus. Unsere Herrin wird Euch heute leider nicht mehr empfangen können, also schlage ich vor, Ihr legt Euch zunächst einmal zur Ruhe, werte Pokémon.“ Mit einer erneuten Verbeugung ging er den Gang zurück, den er gekommen war, seiner bereits verschwundenen Schwester folgend. Sein rostroter Schwanz war erst kurze Zeit um die Ecke verschwunden, als Mewtu plötzlich etwas auffiel. „Hey“, rief er, und seine Stimme hallte mehrfach von den Wänden wieder, „wieso soll ich mir mit diesem Quälgeist einen Raum teilen?“ Doch die beiden Absol waren bereits außer Hörweite – oder wollten nicht darauf reagieren. Ein kräftiges Rascheln verriet Mewtu, dass seine Zimmergenossin, auf die er gut und gerne hätte verzichten können, bereits ihr Quartier zu inspizieren begann.
    Das größere Pokémon zögerte einen Moment. Welchen Grund hatte er eigentlich, sich derartige Dinge gefallen zu lassen? Waren Informationen, von denen er weder wusste, ob er sie überhaupt bekommen, noch, welcher Art sie sein würden, das alles eigentlich wert? Zum wiederholten Male fragte er sich diese Dinge.
    Ein erneutes Rascheln war zu vernehmen und als er nach unten blickte, lugte ein kleines, rosanes Gesichtchen mit spitzen Katzenöhrchen durch dem Blättervorhang und blickte aus großen, leuchtenden, tiefblauen Augen zurück. „Worauf wartest du?“, fragte Mew verwundert, die die Bedenken ihres unfreiwilligen Zimmergenossen nicht zu teilen schien.
    „Es ist schön hier, komm schon!“
    Mewtu seufzte resignierend.
    Wie hatte er sich bloß auf so etwas einlassen können?
    Er schritt mit geschmeidigen Bewegungen in Richtung Blattwerk, das Mew bereits wieder verlassen hatte, und schob den duftenden Vorhang ein wenig zur Seite, um sich selbst einmal umzusehen.
    Der Raum war nicht gigantisch, aber er war groß genug, damit er und Mew sich nicht zu nahe kommen mussten. Er war von eher runder Form, wobei sowohl links als auch rechts des Eingangs an den Wänden große Haufen von unterschiedlichsten Blättern aufgehäuft waren, und Mewtu meinte sogar, auch einige Federn und Daunen darunter erkennen zu können. Komplettiert wurde das doch sehr einladend wirkende Lager von zwei großen Palmblättern, die bei Bedarf als Decke oder Handtuch verwendet werden konnten. Sanftes Licht rieselte von einer kleinen Lampe hinab in die Unterkunft und berührte sanft drei Schalen und eine kleine Feuerstelle, in der glühende Kohlen lagerten und eine wohlige Wärme verbreiteten. Die beiden kleineren Schalen beinhalteten klares Wasser und die größere beherbergte einen appetitlichen Turm aus feinsten Beeren und Früchten.
    „Na, da haben sie ja an alles gedacht“, seufzte Mewtu und trat nun gänzlich ins Innere des Raumes. Mew saß bereits an den Kohlen und hielt ihre kleinen Ärmchen der wohltuenden Wärme entgegen. Das Palmblatthandtuch lag zusammengeknüllt neben ihr.
    „Es ist schön hier, nicht?“, fragte sie Mewtu, der sich wortlos ihr gegenüber niederließ und nach einer der Beeren griff. „Oder nicht?“, ergänzte sie mit fragendem Blick und schief gelegtem Kopf.
    Mewtu schluckte den Bissen herunter und sagte leicht gereizt: „Mir ist es egal, ob es hier schön oder scheußlich ist. Ich hoffe nur, dass diese Freundin von dir Informationen für uns hat. Außerdem werden sie uns morgen...sofern wir überhaupt Nacht haben...einiges erklären müssen.“ Er richtete seinen Blick vielsagend an die Decke, wo die Glühbirne dumpf vor sich hin glühte.
    „Das wird schon werden“, erwiderte Mew heiter und wendete nun ihr kleines Hinterteil zu den Kohlen, um auch dieses entgültig zu trocknen.
    „Woher kennst du diese Moira eigentlich?“, wollte Mewtu nun doch noch wissen. Mew schwieg einen Moment, dann antwortete sie: „Ich habe sie bisher nur einmal gesehen, aber sie ist sehr...“, es wirkte, als suche sie nach den richtigen Worten, „...beeindruckend. Und weise, sie ist eines der weisesten Pokémon, das mir je begegnet bist. Aber du wirst sie ja bald treffen, dann kannst du dich selbst davon überzeugen!“
    Diese Antwort war zwar nicht besonders befriedigend, dennoch ließ Mewtu es fürs erste dabei bewenden. Auch, wenn es ihm nicht besonders zusagte, aber er musste Mew Recht geben: Morgen würde er dieses Pokémon treffen...und dann...
    Schweigend verbrachten sie ihr Mahl, jeder von ihnen hing seinen beziehungsweise ihren eigenen Gedanken nach. Plötzlich ließ Mew die halb gegessene Birne sinken, die sie gerade hatte verspeisen wollen, und hob langsam den Kopf.
    „Mewtu...“, sagte sie mit einem seltsam schuldbewussten Tonfall und schluckte. Der Angesprochene blickte ihr direkt in die Augen und wartete darauf, dass sie weitersprach.
    „Mewtu, ich...was du bei dem Höhleneinsturz getan hast – danke. Ich meine, du hast mich gerett-“
    „Schon gut“, versetzte Mewtu eine Spur schärfer, als er eigentlich beabsichtigt hatte. Abrupt stand er auf und wandte der kleinen Mew den Rücken zu, griff nach dem Palmblatt und trocknete sich die Reste von Feuchtigkeit aus dem Fell. Musste diese Nervensäge ihn daran erinnern? Er verstand ja selbst nicht, wie das alles hatte passieren können...
    Ohne ein weiteres Wort ging er schließlich zu seinem Lager hinüber und ließ sich, den Rücken der geknickten Mew zugewandt, darauf nieder. Er wollte einfach nicht länger an Mews Seite sitzen und fröhlich vor sich hinplaudern, während ihn ganz andere Dinge beschäftigten. Seine Gedanken schweiften wieder ab und wanderten auf verschlungenen Pfaden, die ihn durch undurchdringliche und wenig überschaubare Gedankenwälder führten, vorbei an allerlei Fragen und Geheimnissen. Er dachte mit halb geschlossenen Augen daran, wie die Begegnung mit Moira wohl verlaufen würde. Was sie wohl für ein Pokémon war? Und ob sie tatsächlich etwas wusste, das ihnen weiterhalf...?
    Plötzlich riss er die Lider wieder auf und drehte seinen Kopf leicht zur Seite. Verwundert bemerkte er, dass Mew unbemerkt an sein Lager gekommen war und sich eben gegen seinen Rücken gelehnt hatte. Er wollte gerade unwirsch davonscheuchen, doch da hörte er ein leises, schniefendes Geräusch.
    Der kleine Körper, der den seinen berührte, zitterte wie Espenlaub.
    „Ich habe Angst“, flüsterte Mew plötzlich und drückte sich noch enger gegen Mewtus großen Rücken. Dieser zuckte überrascht zusammen und vergaß dabei völlig, das rosa Fellknäuel von sich zu stoßen.
    „Angst? Du?“, fragte er ungläubig und drehte den Oberkörper ein wenig, um Mew ins Gesicht sehen zu können, erhaschte jedoch nur die bebenden Öhrchen des wie ausgewechselt scheinenden Pokémon. Als sie weitersprach, zitterte ihre Stimme und klang so sehr den Tränen nahe, dass Mewtu erschauderte.
    „Der Einsturz der Höhle...das war nicht einfach ein Einsturz, es steckt mehr dahinter“, verkündete sie leise. Mewtu horchte auf und wartete einen Moment, bis sie weitersprach. Mew schluckte und fuhr schließlich langsam fort: „Ich befürchte, etwas ist im Gange, Mewtu...etwas Furchtbares...jetzt, da wir Moira so nahe sind, habe ich schreckliche Angst davor, dass das, was ich vermute, wahr sein könnte...“ Ein erneutes Zittern durchlief ihren Körper und hinderte sie daran, weiterzusprechen.
    Mewtu schwieg. Was hatte das zu bedeuten? So hatte er Mew wirklich noch nie erlebt! Es interessierte ihn immer mehr, was das sonst so lebenslustige und stets zu Scherzen aufgelegte Pokémon vor ihm verheimlichte...
    Er setzte zu einer nachhakenden Frage an, doch Mew kam ihm zuvor. „Bitte, frag mich nicht, was ich meine“, sagte sie leise. Offensichtlich schon etwas ruhiger, aber dennoch zitternd fuhr sie fort: „Moira wird es dir morgen sicherlich erklären...ich möchte da jetzt aber nicht mehr dran denken...bitte...ich bitte dich, frag mich nicht...“
    Mewtu zögerte. In dem Zustand, in dem sie war, würde Mew einer standhaften Befragung nicht lange standhalten können. Sie würde ihm vielleicht alles erzählen, was er wissen wollte...
    Doch er schwieg.
    Er wusste selbst nicht genau, woran das lag, doch irgendwie hatte er das Gefühl...dass es nicht richtig wäre.
    'Seit wann schere ich mich darum, was richtig ist und was nicht?', dachte er leicht verwirrt. 'Nun ja, wahrscheinlich ist es tatsächlich besser, dieses andere Pokémon zu fragen...Mew ist jetzt schon ziemlich aufgelöst. Wenn ich einen Nervenzusammenbruch bei ihr verursache, erzählt sie mir vielleicht doch gar nichts mehr. Dann werde ich mich wohl noch ein wenig in Geduld üben müssen...'
    Plötzlich hielt er inne. Er spürte kein Zittern mehr an seiner Seite. Nur ein langsames, ruhiges Atmen durchschnitt noch die Stille des kleinen Raumes.
    'Verrücktes kleines Ding', dachte Mewtu kopfschüttelnd und schloss die Augen, während das Licht der Deckenlampe langsam erlosch.
    'Morgen...morgen werde ich endlich alles erfahren', redete er sich selbst ein. Das war der zuversichtliche, letzte Gedanke, der ihm durch den Kopf ging, bevor er in einen ruhigen, traumlosen Schlaf versank.


    * * *


    Alle Figuren sind nun auf dem Spielfeld versammelt. Bald ist es soweit...
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  • Huhu Jingsel,^^


    poste doch früher als geplant. Vorab: Mir hat das Kapitel wirklich sehr gefallen. Das Kapitel war schon etwas lange. Damit kann ich aber gut leben. Das du ne Rückblende einbebaut hast fand ich ok, überrascht hat mich aber die Farbe. Andersfarbige Textstellen gefallen mir im eigentlichen nicht wirklich, da sie oftmals so rausstechen. Doch hier hast du es meiner Meinung doch sehr passabel eingesetzt.
    Naja, fangen wir mit dem Inhalt an.
    Jap, der selbe Einleitungsstil, was natürlich nichts schlechtes ist. Überraschend aber war, dass du diesmal mit einem anderen Charakter angefangen hast, denn ich habe eig. die Sache mit dem Wailord zu Anfang erwartet. Hätte nicht erwaret, dass die Person Siegfried ist. Ich dachte es wäre eine von dir erfundene Figur gewesen. Apropos Figur, kannst ja Siggi in deinem Startpost unter Charaktere eintragen, falls du nicht schon vorhast. Ironisch das er unter Flugangst mit Flugzeugen leidet. Auf Drachen fühlt der sich wohl wohler

    Zitat

    Sein Gesicht wies noch immer die Farbe von grauem, matschigen Haferbrei
    auf, schien aber langsam zu der Farbe einer Tragosso-Schädelmaske
    abzubleichen.

    Sehr schöner Vergleich mit der Tragosso-Maske. Ebenfalls auch: Wie vom Wattzapf gestochen. Gefällt mir.^^
    Ich schätze das Orts- und Charakterbeschreibungen bei dir einwandfrei sind, brauche ich nicht mehr zu erwähnen.
    Das T-Shirt mit dem grinsenden Nebulak kann ich mir sehr gut vorstellen. x)


    Die Idee, wie Taucher funktioniert, finde ich doch recht gut durchdacht. Fand auch immer merkwürdig, wie der Trainer in den Editionen so lange unter Wasser überleben kann... Ist also eine gute Lösung.
    Ahhh, das tiefe dunkle Meer... Ich liebe und hasse es zugleich. So still, dunkel und friedlich...
    Die Höhle ist mir sehr sympathisch, bin aber allerdings darauf gespannt, woher die Lampen kommen.
    Man merkt am Ende noch mal, wie sehr sich die Absol-Geschwister unterscheiden. Zwei völlige Gegensätze.
    Mensch, Mew hat doch ein größeres Geheimniss als ich zu Anfang vermutet habe. Ich dachte der Einsturz wäre mehr oder weniger spontan passiert oder zumindest hätte die Höhle etwas von außen zum Einsturz gebracht. Die Sache scheint wirklich interessant zu werden.
    Mew ist schon ein komischer Kauz, einfach eingeschlafen. Hat wohl gut getan etwas loszuwerden...
    Nur Fragen tun sich bei mir auf wie: Was hat Siggi mit der Sache jetzt zu tun? Was machen jetzt die Männer von der Insel bzw. wo sind sie zur Zeit? In Kapitel 6 soll es ja zu einem Kampf kommen. Schätze, da werden wir mehr erfahren. Wird die Moira wirklich helfen können?
    Frage mich auch was für ein Pokemon die Moira ist, obwohl ich schon ein paar Ideen dazu hätte...

    Zitat

    Eine ohrenbetäubende Stille drückte auf die Ohren und Hörlöcher der fünf Pokémon, die ...

    Ich schätze ich weiß was du damit sagen willst, aber bist du sicher das das der richtige Ausdruck dafür ist? Blöderweise fällt mir grad kein anderes Wort dafür ein. >_<


    Kritik fällt mir hier äußerst schwer, weil mir die Fortsetzung gut gefallen hat. Oder ich bin einfach( mal wieder) gut gelaunt.
    Schade für uns Leser wegen der Schreibpause, aber das hatten wir ja schon.


    ~Nuke

  • so, wie versprochen. wie würde Dent sagen? It's commentating time! :D


    Siegfrieds verhältnismäßig kurzer Auftritt war cool. Auch scheint er bei dir etwas jugendlicher unterwegs zu sein als im Spiel, ich habe beim Klang dieses Namens nach wie vor den imposanten Sprite aus G/S/K vor Augen. http://www.greenchu.de/sprites/trainer/gsk/Siegfried.png Dass er bei dir anscheinend etwas spontaner zu sein scheint, find ich aber in Ordnung. Nur ist sein Alter nicht wirklich einschätzbar. Diesen Eindruck macht sein Nebulak-Smiley-Shirt, ich hätte ihn aufgrund deiner Einschätzung für jünger als 20 gehalten. Anscheinend ein ziemlich jugendlicher Champion, wenn auch nur vom Verhalten.


    Die Formulierung "ohrenbetäubende Stille" finde ich auch etwas merkwürdig, teilweise wegen dem doch argen Widerspruch, zweitens weil (und das ist jetzt absolute Luxuskritik) es besser gewesen wäre, den Wasserdruck auf die Ohren zu beschreiben. Warst du schonmal etwas tiefer im Meer tauchen? Stille ist was Anderes, auch wenn man sich es nicht vorstellen kann, wenn mans nicht weiß. Tatsache ist, Wasser überträgt Schall sehr gut und ich habe im roten Meer sogar die Fische gehört, wie sie Algen von den Felsen knabbern, von zirpenden Delfinen mal ganz zu schweigen, die hört man über gut 100 Meter. Wenn man in Begleitung eines Wailords unterwegs ist, sollte es nicht allzu still sein. Gut, das musst du nicht wirklich beachten, ist schon okay so. Ich weiß ja auch nicht, wie es denn in der Tiefe ist, in der das Wailord schwimmt, ich kenn halt nur meine Erfahrungen. Mehr als knapp 10 Meter tief bin ich bisher nie gekommen.
    (jetzt hab ich hier für 2 Wörter solch einen Text verfasst^^)


    Die Rückblende war aber super, vor allem deine Gedanken zur Fähigkeit Taucher. Und hier:

    Zitat

    “Mewtu...“
    Zuerst sehr leise, dann immer deutlicher.
    “Mewtu!“
    Immer aufdringlicher wurde die Stimme, die einen seltsam wabernden, dumpfen Klang hatte und direkt in seinem Kopf ertönte.
    “Was willst du, Mew?“, erwiderte Mewtu

    erinnert mich an ne Situation zwischen großem Bruder und kleiner Schwester, bei der der Bruder irgendwas macht, wo er sich konzentrieren muss. Super :D


    Die Höhle konnte ich mir auch gut vorstellen, erinnerte mich etwas an den Horkrux-See in HarryPotter 6, wenn du das gelesen hast. Aber Glühbirnen an der Decke? xD Was sich hinter dem Namen Moira verbirgt, da bin ich mittlerweile wirklich neugierig drauf.
    Mewtus und Mews Zimmer ist dir auch toll gelungen. Vor allem wieder auch, wie die zwei reagieren. Mew würde die Bude am liebsten auf den Kopf stellen, während Mewtu sich wieder mal distanziert herumdreht^^
    Was Mew allerdings für ein Geheimnis hat, will ich nun auch bald erfahren. Muss ja was echt Großes sein. Aber hier erinnert sie mich irgendwie an Yellow aus PokeAdventures, die muss auch bitterlich heulen, als sich ihre Pokemon entwickeln und pennt dann ebenfalls mir nichts dir nichts ein :D .


    Zitat

    Alle Figuren sind nun auf dem Spielfeld versammelt. Bald ist es soweit...

    kommen jetzt keine Charaktere mehr dazu oder wie soll man dies verstehen?


    Fazit: Tolles Kapitel, nicht zu lang, weil du eben schreiben kannst, so, das man nicht die Lust dran verliert. Auf die Fortsetzung bin ich schon jetzt gespannt.
    Weiter so!


    Rocker

    I know, you know, that we’ve only just begun. Through the highs and lows, and how can I live without you
    You’re such a part of me,and you’ve always been the one, keeping me forever young, and the best is yet to come


    12.5.2012, Stuttgart. Last Scorpions concert ever.

  • Vielen, vielen Dank für die Kommis, ihr beiden! x3
    Dann werde ich mich mal ans Beantworten machen^^


    [tabmenu][tab='@McNuke']
    Die farbige Rückblende
    Hmmm, ich hatte einfach das Gefühl, sie etwas mehr herausstellen zu müssen. und in Kursiv wäre wegen der Telephatie(ich hasse dieses Wort -.-")-Szene etwas eigenartig gewesen. Da hätte ich dann "normale" Formatierung nehmen müssen, aber das sah finde ich nicht so toll aus. Aber wenns ok ist, ists ja gut^^


    Siegfried
    Ja, die Charabeschreibung kommt noch, definitiv. Auf jeden Fall noch vor dem neuen Kapitel ;)
    Und, ja, seine Flugangst gilt nur den mechanischen Apparaten der Lüfte. Lebewesen kann er einfach mehr Vertrauen entgegenbringen. Das ist ein wenig von mir abgeleitet (ich hole mal etwas weiter aus, falls du nichts dagegen hast). Eine Freundin von mir ist nach Kanada ausgewandert, und sie will mich unbedingt dazu bewegen, sie mal besuchen zu kommen. Als ich von meiner Angst vor den großen, fliegenden Blechkisten erzählte, sagte sie: "Mensch, das ist total sicher, das wird doch alles nur vom Computer gesteuert!" Nun ja, genau das macht mir ja eigentlich Angst^^""" Das spielt bei Siggi auch mit rein x3


    Siggi und die Männer von der Insel
    Nun, ein indirekter Zusammenhang besteht tatsächlich. Die Vorgänge, die im nächsten Kapitel angedeutet werden, sind Siegfried aufgefalen, auch, wenn sie noch nicht so augenscheinlich sind, dass größere Gruppen von Menschen sie als Bedrohung empfinden. Aber das wird er selbst noch genauer erklären, wenn er sich mit seinem "Freund" aus Hoenn unterhält - wenns nicht zu lang wird, am Ende des nächsten, ansonsten am Anfang des übernächsten Kapitels.
    Was die "Männer in Schwarz" (Conan lässt grüßen, ich weiß xD") angeht: Dr. Fuji, der bereits erwähnt wurde, untersucht diese mysteriösen Phänomene ebenfalls - allerdings hat er ganz andere Absichten...mehr wird nicht verraten hierzu ;)


    Moira
    Auf die freu ich mich schon :D
    Nicht, dass sie jetzt DAS Pokémon wäre, aber - ich stell sie mir herrlich schrullig vor ^.^ Aber dazu werdet ihr ja bald (relativ gesehen... ._.) mehr erfahren ;)
    Und ob sie wird helfen können: Nun ja, schon, aber sie wird jetzt nicht sagen: "Da musst du hinlaufen!" - das fänd ich zu einfach ^^
    Deine Ideen zu Moiras Identität darfst du mir aber gern per PN/GB mitteilen x3


    Ohrenbetäubende Stille
    Ich gebe zu, das, was ich ausdrücken wollte, ist mir nicht so gut gelungen - und nach Rockers Ausführungen wohl auch nicht so ganz zutreffend ^^"
    Ich wollte mit dieser Umschreibung deutlich machen, dass die Stille so absolut zu sein scheint, dass...ja...vielleicht kennst du das auch, wenn es so still ist, dass man nur noch das Blut laut und dröhnend in den Ohren hören kann. Außerdem fühlt man dann, finde ich, so einen starken Druck auf den Lauschern, wenn keine anderen Geräusche zu hören sind, es fühlt sich so taub an..."ohrenbetäubend" war das erste, was mir in den Sinn kam, aber sicher hätte man das auch besser beschreiben können, das stimmt schon.




    Ich danke dir vielmals für das viele Lob - das macht mich so verlegen xD"""


    [tab='@RockingScorpion']
    So, nun bist du an der Reihe!*dö-DÖM!* :evilgrin:
    ;)



    Dent
    Dent...Dent... ?( *Denkblockade* Sparta hat mein Hirn infiltriert, schätze ich xD"


    Siggi
    Jaaaa, seinen nächsten Auftritt wird er wieder in der gewohnten Kluft haben. Darin fühlt er sich auch deutlich wohler, aber er wollte ja unbedingt incognito reisen, da sind diese Klamotten natürlich zu auffällig. Das T-Shirt ist übrigens ein Geschenk von Agathe :D
    Sein Alter ist daher nicht so jung, wie seine Tarnkleidung vielleicht vermuten ließ, aber doch jünger, als er im Spiel erscheint: In meiner Vorstellung ist er irgendwo zwischen Mitte und Ende 20^^
    Aber das mit dem Alter und der Vorliebe für lange Umhänge wird im Steckbrief später auch noch mal erwähnt, ich schätze, im Kapitel X werde ich darauf auch mal eingehen, damit das etwas klarer wird.


    Geräusche im Meer
    Uh, das wusste ich tatsächlich nicht! o.o
    Ich hab mir das immer so vorgestellt, dass man kaum etwas hören kann, und dazu der unheimliche Druck, der physisch unter Wasser herrscht...>.<"
    Aber stimmt, je fester ein Stoff ist, desto besser überträgt er den Schall...hatte ich aus dem Physikunterricht total verdrängt xD"
    Aber vielleicht kann man das auch damit erklären, dass sie relativ tief getaucht und ohnehin wenig Lebewesen begegnet sind, die "Bevölkerungsdichte" in diesen Breiten also ohnehin nicht allzu hoch ist, um besonders viel hören zu können...aber das ist auf jeden Fall ein wertvoller Tipp für die Zukunft, vielen Dank!
    Zum Begriff "ohrenbetäubende Stille" an sich verweise ich auf das, was ich bei McNuke gesagt habe ;)


    Die Höhle
    Wie der Horkrux-See, ehrlich? o.o Das war mir nicht bewusst, ich dachte glaube ich unterbewusst eher an Monkey Island...öhm...ich glaube 1 oder 2, wo man LeChucks Schiff auch in einem untermeerischen Hafen aufsuchen muss...doch, es muss eins gewesen sein, denn sie waren glaube ich noch Geister und keine Zombies...(sorry für das Gamer-Gelaber xD")


    Yellow
    Echt? Ich bin im Manga noch nicht weit genug fortgeschritten, um das beurteilen zu können, aber wenn du das sagts, wird das stimmen :)
    Nun, Ich habe nie explizit gesagt, dass Mew eingeschlafen ist...:D *mysteriöse Andeutung mach* ;)
    Ich habe zwar vor, Moira im nächsten Kapitel etwas zu Mews geheimnis sagen zu lassen, aber nicht alles: Das finde ich unspannend :P


    Der letzte Satz
    Tehehe :D
    Nein, das heißt es nicht. Aber...argh, ich kann jetzt nicht allzu viel verraten, ohne meine Absichten zu verraten! ><"


    Falls du (oder natürlich auch jemand anderes) noch mehr dazu wissen willst, bist du herzlich eingeladen, mich anzuPNen ;)




    Und auch dir wahnsinnigen Dank für das Lob! :blush: Ich freu mich immer sehr darüber ^///^[/tabmenu]



    Also, das war's erstmal von mir. Nochmals vielen Dank für eure Anregungen und euer Lob - wir lesen uns wieder! ;)



    Glg


    Jingsel


    P.S.: Falls ihr noch weitere Punkte erörtern wollt, zögert nicht, mich anzusprechen!