[Kapitel 3 online!!] Geist deiner Erinnerung

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  • ~Geist deiner Erinnerung~


    http://fc05.deviantart.net/fs7…20b8f4934ee19-d47e1w8.jpg


    "Ich gebe sie dir, meine Macht!
    Im Gegenzug dazu haust meine Seele
    von nun an in deinem Körper,
    bis zu dem Tag, an dem ich
    endlich meine Rache üben kann!"




    ~Vorwort~

    Zuallererst! Dies ist meine erste Fanfic! Genaugenommen meine erste Geschichte und ich bin mir zu 100% sicher, dass sie nich perfekt sein kann^^
    Von daher bitte ich euch, falls ihr sie lest, mir daraufhin Feedback zu geben, was ich hätte besser machen können.
    -----
    Die Geschichte an sich ist aus reiner Lust, etwas Neues zu schaffen, entstanden (oder entsteht noch, wie man‘s nimmt). Auch wollte ich den Leuten,
    die das hier lesen, zeigen, dass Pokemon auch mal anders sein kann.
    Jeder kennt nur diese extrem kindische Serie und denkt sich, wenn er „Pokemon“ hört:
    „Was für ein Kinderkram…“
    Ich wollte einmal ein anderes Extrem einschlagen und ein neues ‚Pokemon‘ schaffen, das realer, doch nicht zu real wirkt, das ein wenig die andere Gefühlsebenen erforscht
    und nicht immer nur dem „Alles ist fröhlich und gut“-Image hinterherjagt. Mit anderen Worten, wer das hier liest, sollte nicht daran denken,
    dass er hier "Pokemon" liest, auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag.
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    Zum Titel der Geschichte kann ich zum gegebenen Zeitpunkt jedoch nur sagen, dass er eng verbunden ist mit dem späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
    "Geist deiner Erinnerung", soviel sei gesagt:
    Etwas, das einen Geist besitzt, lebt und ist gegebenenfalls in der Lage sich zu wandeln.


    -Warnung -

    Vorweg ist zu erwähnen, dass meine Geschichte noch nicht vollendet ist und ich daher nicht weiß,
    ob und wie viel "warnbedürftiges" Material noch eingebracht wird, doch allein in der Planung
    rechne ich mit solchem. Und das nicht zu knapp.


    Es kann unter Umständen passieren, dass Charaktere sterben, dass Pokemon sterben,
    dass Blut fließt, dass hier und da etwas vulgäre Sprache eingebracht ist und es könnte noch zu
    [wenn, dann sehr minderen] sexuellen Handlungen kommen.
    Wer also ein Problem mit dem eben genannten haben sollte, sollte besser die Finger davon lassen,
    aber ich kann euch versichern, die ersten Kapitel sind harmlos, die könnt ihr ruhig lesen!


    ~Genre~

    Wie schon die Einordnung in die Kategorie zeigt, ist das Genre wohl einzugrenzen in einer Reise-Geschichte.
    Desweiteren handelt es sich um eine Art Drama. Jedenfalls könnt ihr erwarten, dass mit dem Verlauf der Handlung,
    die Atmosphäre trister wird. Zu guter letzt, handelt es sich dabei noch um ein Crossover, da ich gewillt bin, einzelne Charaktere
    aus verschiedenen anderen Serien mitspielen zu lassen.
    [In den Copyrights werde ich bei jedem neuen Charakter, welcher nicht von mir stammt, eben diesen eintragen.]
    Meine Geschichte ist also ein "Crossover-Reise-Drama"
    oder eine "Crossover-Drama-Reise".


    ~Idee und Inspiration~

    Die Idee kam... einfach so. Vor einiger Zeit, als ich mir einige Pokemon-Fanfics durchgelesen habe,
    bekam ich Lust, selbst eine zu schreiben. Und somit hab ich angefangen, dies zu tun.
    Es mag nun Zufall gewesen sein, dass ich schon damals die Idee hatte, Pokemon
    ein wenig melancholischer und düsterer zu gestalten.
    -----
    Inspiration in meinem Schaffen erhielt ich hauptsächlich durch die Musik, die ich momentan höre.
    Ganz oben zu nennen sind die OSTs zu "Tsubasa Chronicle" und "Heavy Rain".
    Ich habe immer gehofft, man könnte hinterher die Musik in den Zeilen wiederfinden, die ich geschrieben habe
    Ob das funktioniert hat, müsst ihr entscheiden.


    ~Widmung und Danksagung~

    Auch wenn ich das Projekt aus eigenen Stücken begonnen habe muss ich dennoch einen Dank aussprechen.
    Und zwar wohl an die Menschen, die das Pokemon-Epos erschaffen haben!
    In dieser Welt ist so viel mehr möglich, als das,
    was wir im Fernsehen sehen, oder auf den Handhelds spielen!

    Daher bot diese Welt eine hervorragende Basis für meine Geschichte.
    Danke, Jungs!


    ~Partner-Fanfics~


    Watch me die



    ~Charaktere~

    Ich bevorzuge es, meine Leser die Charaktere und deren Hintergründe, Familien, Beziehungen, Aussehen etc pp im Verlauf
    der Geschichte näher kennen lernen zu lassen und werde die handelnden Personen daher nicht hier auflisten.


    ~Copyright~

    Also von den, in der Geschichte enthaltenen, Pokemon geht so ziemlich keines auf mein Konto, aber wem die gehören, wissen wir alle.
    Dennoch, sowohl Handlung als auch Idee der Geschichte entspringen zu 100% meinem Kopf, ganauso wie dieses wunderschöne
    Bild am Kopf dieses Posts meinen Händen entspringt.
    [Quelle: http://mcsora.deviantart.com/#/d47e1w8 ]
    (Tut mir Leid, dass es jetzt mal kein super episches Bild ist, aber ich wollte es schon selbst gestalten und ich bin in Sachen Artworks nicht der begabteste Zeichner)
    Das Zitat unter dem Bild entspringt der Geschichte und wird in dieser Form in einem späteren Kapitel vorkommen.

    Liste der Charaktere, welche nicht meinen Ideen entspringen:
    [Under Construction]



    ~Benachrichtigungen~
    ~ Emeraude ~




  • Hier sind nochmal die ursprünglchen ersten 5 Kapitel!
    Ich lass sie online, weil ich
    a) sie nicht einfach vernichten will
    und dass man
    b) die Veränderung von damals zur neuen Version sehen kann. (ich hoffe die Neue ist besser :D ).
    Hier sind die alten :


    Kapitel1



    Kapitel2


    ... Fortsetzung im nächsten Post.


    - McSora

  • Kapitel 3



    Kapitel 4

  • Kapitel 5



    Das war nun der erste Teil der ursprünglichen Version!
    Nun werde ich, sofern ich genügend Zeit habe, nach und nach meine Neufassung von
    "Spirit of your memories - Der Geist deiner Erinnerung" online stellen ;)


    - McSora

  • So, auf ein Neues. Entschuldigung, ich hatte heute einen Kommentar zu deiner FF schon fast fertig, aber irgendwie wollte das Tabmenu nicht so ganz und alles war weg ;___; Deshalb hier ein neuer Versuch ^^ Ich hoffe, du nimmst mir meine Kritik nicht allzu übel, aber ich möchte dir helfen, okay? ;> Allen Kapiteln werde ich mich im Übrigen nicht widmen, das wäre zu viel. Lass dir bitte mehr Zeit mit dem Posten, sonst kommen Neueinsteiger, die an deiner Story wirklich wirklich wirklich interessiert sind, gar nicht mehr nach mit dem Kommentieren. Nun gut, also los.


    Startpost: Im Grunde alles Wichtige vorhanden, was stört, sind die Smileys und die vielen verschiedenen Schriftfarben. Also, zu allererst sämtliche Smileys weg, denn sie werten deinen Text ab und das wollen wir doch nicht, hm? ;3 An sich finde ich deine Gliederung gar nicht schlecht, muss ich sagen, nur stören mich die farbigen Texte etwas. Es würde reichen, lediglich die Überschriften der einzelnen Unterpunkte farbig zu gestalten, zu verzieren, mit Sonderzeichen oder Sonstigem, zu unterstreichen oder ihnen eine größere Schrift zu verleihen. Ich finde es gut, dass du ein selbst entworfenes Bild und ein Zitat verwendet hast, nur wäre eine Quellenangabe angebracht, sowohl von der Abbildung, als auch von dem Minitext, ob es jetzt deinem Können entspringt oder nicht, trotzdem solltest du es dazu schreiben oder den Künstler verlinken, um das Urheberrecht zu wahren. Vor allem das Zitat interessiert mich, es macht mich und wahrscheinlich auch andere Leser neugierig, sehr schön, das sollte genau der Fall sein ;>
    Beim Vorwort fällt mir auf, dass da doch etwas deine Gedankengänge bezüglich deiner Ideen mit eingeflossen sind. Würde ich beim gegebenen Aspekt ergänzen und stattdessen im Vorwort vielleicht mehr oder weniger kurz, je nachdem, wie du möchtest, erläutern, wie deine Überschrift zustande gekommen bist oder was du dir ansätzlich dabei gedacht hast. Natürlich ohne die Spannung zu nehmen, das wäre ja schön blöde ^^" Aber gewähre dem Leser doch ein wenig tiefere Einblicke in deine Überlegungen, damit er sich zumindest dazu schon ma seinen Teil denken kann.
    Was ich noch anfügen würde, wäre zum einen eine Pn Liste, also eine Auflistung derer, die gern eine Nachricht erhielten, sobald ein neues Kapitel deinerseits erscheint. Auf diese Liste kannst du mich gleich setzen, ich werde an deiner Story dran bleiben, okay? =3
    Zum anderen solltest du Steckbriefe deiner Handelnden erstellen. Hilfe bietet dir dabei dieser Thread . Es sei denn, du möchtest, dass der Leser deine Protagonisten während der Kapitel kennen lernt, dann solltest du es im Startpost erwähnen, ansonsten fällt diesbezüglich sicher immer wieder Kritik, wie du es machst, bleibt dir überlassen. Schön, dass du deine Kapitel schon verlinkt hast, damit muss man nicht ganz so viel scrollen. Auch sonst hast du eine schöne Gliederung in deinem Startpost, bis auf die Farben und das oben Erwähnte habe ich auch nichts mehr auszusetzen.


    Kapitel 1: Puh, da musste ich mich erstma durchkämpfen. Bitte, tu uns einen Gefallen und mach nicht ganz so viele Zeilenumbrüche. Es lässt dein Kapitel länger wirken, doch vom Inhalt bleibt es gleich, außerdem strengt es das Auge extrem an ._. Die ersten paar Abschnitte deines ersten Kapitels erscheinen mir eher wie eine Zusammenfassung der Gesamtsituation in den einzelnen Regionen, hieraus hätte man auch gut einen Prolog machen können, anstatt die Einleitung zu deinem Text.
    Deine Beschreibungen... hier sind einige gute Ansätze vorhanden, die du leider nicht weiter führst.



    Wie jedes Jahr um diese Zeit war es ein Tag an dem der Himmel hätte nicht klarer sein können.
    Keine einzige Wolke war zu sehen und trotz des gleißenden Sonnenlichts, hatte es nur frostige 2°C.
    Ein Sonnenstrahl fiel durch die geschlossenen Rollläden und traf direkt auf Leon's geschlossene Augen.
    Er öffnete sie langsam und schloss sie wieder hektisch, als er den blendenden Strahl vernahm.
    Dann erhob er sich, streckte sich und sah sich in seinem Zimmer um.



    Dieser Abschnitt bietet doch ideale Vorlagen für genauere Beschreibungen. Gerade, weil du aus der Er-Perspektive schreibst, könntest du hier einiges heraus holen. Beschäftige dich doch intensiver mit dem Wetter, mit den Sonnenstrahlen, die in seinem Gesicht kitzelten, sein Blickfeld einen Moment beeinträchtigten, Wärme spendeten, die Gefühle, die das in ihm auslöst. Du schreitest zu schnell mit der Handlung voran, ohne auf einzelne Momente einzugehen. Das Unterstrichene wäre eine schöne Vorrede für detaillierte Umgebungsbeschreibungen gewesen, um dem Leser zu vermitteln, wo er sich aufhält im Moment. Welche Möbel stehen in seinem Zimmer, woraus bestehen sie, ist sein Zimmer groß, hat eine hohe Decke? Welche Farbe hat seine Wand, hängen dort gegebenenfalls Poster oder Dekoration? Gibt es dort einen Schreibtisch, wenn ja, woraus ist er gemacht und was befindet sich auf ihm? Welche Gedanken gehen unserem Hauptcharakter durch den Kopf, während er sich umschaut? Was ruft das für Erinnerungen, für Empfindungen in ihm hervor, wird er es vermissen, findet er es schade, das hier für längere Zeit verlassen zu müssen? All diese Fragen solltest du dir stellen, während du schreibst, um dem Leser zu zeigen, dass du es genau durchdacht hast, die Gestaltung und Persönlichkeit deines Charakters, und zumal möchte ich als Leser gern wissen, wie sich Überlegungen und Absichten in der Hinsicht so aufbauen. Mit viel nachdenken könnte man es sich erschließen, doch andererseits könnte man den Protagonist auch völlig falsch einschätzen - und hier hilfst du mit deinen Beschreibungen nach. Also, bitte geh doch in Zukunft etwas mehr ins Detail, ja? ;>



    Leon ließ den Blick über seine Räumlichkeiten schweifen
    Dann sah er Sora und Kairi, seine beiden Evolies, die in ihrem Korb seelenruhig schliefen.




    Hier ließen sich wunderschöne Beschreibungen der Pokemon einbauen. Wie ihre kleinen Körper sich während des Schlafes und ruhigen Atmens regelmäßig bewegten, wie friedlich sie aussahen, kleine Gesten, die sie in ihren Träumen vollbringen, wie ein Ohren- oder Liderzucken, ein Schlag mit den Pfoten, ein Wedeln des Schweifes. Auf solche Kleinigkeiten riete ich dir zu achten und sie ruhig ma in den Vordergrund zu stellen. Sie können eine bestehende Atmosphäre enorm bestärken, sie unterstützen, und so auch die Stimmung des Lesers positiv beeinflussen.
    Allgemein beschreibst du die Umgebung zu wenig. Weder im folgenden Flur, noch im anschließenden Wohnzimmer lese ich etwas davon. Welche Möbel gibt es dort, welche Wandfarbe, welchen Eindruck erzeugt die häusliche Einrichtung? Rustikal, streng, einladend, freundlich, hell, ...? Du darfst etwas Innenarchitekt spielen und diese verschiedenen Einwirkungen der Möbel und Farben, sowie des Lichtes beschreiben. Auch hier erwarte ich als Leser wieder eine gewisse Liebe zum Detail. Naja, vorerst solltest du es überhaupt erstma erwähnen, jedoch ohne es gleichgültig herunter zu rattern, versteht sich. Es sollte nicht so herüber kommen, als wolltest du das möglichst schnell abhaken, um es hinter dir zu haben. Packe Gefühl mit hinein, auch mit Hilfe von ausdrucksstarken Verben und vielen Adjektiven, je genauer deine Ausführungen, desto mehr kann sich der Leser in deine Geschichte hinein versetzen und nachvollziehen. Dies betrifft nicht bloß die Umgebung, sondern auch die Gedanken und Gefühle deiner Akteure. Da du aus der allgemeinen Sicht schreibst, kannst du sogar die Emotionen sämtlicher Charaktere mehr oder weniger angehaucht, je nach Situation, berücksichtigen.
    Zusätzlich fehlen mir hin und wieder die Erscheinungsbilder der einzelnen Personen. Klar, du hast sie zu Anfang des ersten Kapitels beschrieben, doch musst du sie mit Hilfe von Synonymen oder Bezeichnungen immer wieder in Erinnerung rufen, denn alles kann sich ein Leser nicht auf Anhieb merken. Es gibt doch Begriffe wie "der Braunhaarige", "die Grünäugige", "der schwarzhaarige Trainer" und noch vieles mehr. Gehe auch mehr auf Gestik und Mimik der Handelnden ein, wie verzieht sich ihr Gesicht auf gewisse Äußerungen hin, mit welcher Intonation (Stimmlage) entgegnen sie Sätze, wütend, traurig, resigniert, freudig, zuversichtlich? Welche Eigenarten lassen sich an ihnen feststellen? Wirkt jemand nervös, zupft er an seiner Kleidung herum, scheint er nur mit halbem Ohr zuzuhören? All das könntest du ruhig noch mit einbringen, gib der Situation Zeit, sich zu entwickeln.


    Kapitel 2 und 3: Hm, von der Länge her hättest du diese beiden Kapitel ruhig zusammen packen können, denn so viel passiert da ja auch nicht. Die beiden Überschriften, muss ich sagen, reißen mich nicht gerade vom Hocker. Sie klingen viel zu offensichtlich, man weiß sofort, um was es geht - prinzipiell richtig, wäre nur so die Spannung nicht dahin. Beim ersten Titel war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss: "Jemand bricht zu seiner Reise auf und alles klappt soweit." So. Das sollte eben nicht der Fall sein. Ein Titel sollte neugierig machen, seinen Sinn erkennt man im besten Fall erst, nachdem man das Kapitel gelesen hat.
    Die Dialoge in beiden Teilen wirken für mich eher schwach, ebenfalls vorhersehbar, beinahe erzwungen. Ich dachte, du wolltest das Wort "Pokemon" neu definieren, nun, wo bleibt das? Solche Dialoge könnte ich mir gut in der Serie vorstellen, im Grunde, entschuldigung, sinnlos und einfach daneben. Das sind solche 0815 Sätze, weil es kein tiefsinnigeres Gesprächsthema gibt, was eigentlich schon der Fall sein sollte, gerade bei, wenn ich recht gelesen habe, 16jährigen Teenagern.



    Dann löste Cedric sich von ihnen und die beiden Brüder liefen in Richtung Straße.



    Wo ist denn die Umgebung? Was gibt es dort alles zu sehen? Bäume, Büsche, blauer Himmel, Sonne? Wenn ja, wie wirken diese, was macht das Wetter allgemein? Weht ein laues Lüftchen oder ist es vollkommen windstill? Welche Farbe haben die Blätter? Grün,braun, gelb, rot, orangelich? Was für Gerüche liegen in der Luft? Großstadtsmog oder frische Landluft? Der Geruch von Blumen, von mir aus auch frisch gemähtem Gras? Welche Geräusche sind zu hören? Das Knattern von Autos, Schreie von Pokemon, Rascheln von Blättern, Knacken von Ästen?




    Es war der 11. des letzten Monats,
    die Morgensonne stand leuchtend am wolkenlosen Himmel



    Ein wunderbarer Ansatz für Beschreibungen. Ich für meinen Teil versuche zum Beispiel bei Sonnenunter- oder aufgängen, immer eine handgeschriebene Din A4 Seite voll zu bekommen. Solche Szenarien eignen sich perfekt, um den Fokus auf sie zu legen, um dich als Autor zu beweisen, zu zeigen, dass du Wert auf solche Details legst und in der Lage bist, sie hinreichend zu beschreiben. Wie gesagt, wenn du diese Ansätze weiter führtest, und ich glaube, das kannst du, hättest du schon einen Großteil geschafft.



    Die nächste Zeit, wechselnden sie die Themen.
    Sie besprachen zuerst ihren Plan, was sie an diesem Tag noch machen wollten,
    was sie in dieser Woche und in der darauffolgenden Zeit machen wollten,
    und welche Strecken sie nehmen würden.



    Was genau haben sie denn da besprochen? Welche Strecken würden sie nehmen, was für Pläne haben sie gefasst? Wenn du es schon anschneidest, solltest du dem Leser wenigstens verraten, was denn nun beschlossen wurde, ansonsten macht sowas ja keinen Sinn ^^ Du musst keinen ganzen Dialog daraus machen, bloß die endgültigen Entscheidungen zu erwähnen, wäre nicht schlecht.



    Sie durchquerten den ruhigen Ort und genossen die Landschaft.


    Wieder so ein schöner Ansatz, du lässt sie allesamt ungenutzt O= Was genau genießen sie denn? Ich weiß, davor hast du es schon ma angefangen zu erklären, doch ich als Leser möchte Details wissen. Führe mich in deine Beschreibungen ein, zeig mir vor meinem inneren Auge, was ich mir vorzustellen habe. Das leuchtende Grün der Bäume im Sonnenlicht, die zwitschernden Staralili, die smaragdgrünen Wiesen, auf denen man schreitet, der furchteinflößende Berg, der sich vor mir erstreckt, der strahlend azure Himmel, das Rauschen des Windes... Ich denke, du hast es jetzt verstanden, oder? Ansonsten kannst du mir gern noch eine Pn schreiben ;3
    Der Kampf war für meinen Geschmack auch etwas zu lasch. Mir fehlte einfach das Feuer, die Spannung, das Adrenalin, das durch den Körper strömt, schlichtweg das Gefühl in der gesamten Szene. Zuerst das übliche Blabla, Vorstellung, Kampfansage und so weiter, dasselbe gegen Ende. Abschied, Gratulation, Lob, irgendwie so... öde. Auch während des Kampfes. Du deutest (Re)Aktionen an, auch, was die Pokemon machen, doch mir fehlen die Details. Wie wirken die Pokemon nach einer gewissen Zeit? Müde, erschöpft, noch kampfbereit, ehrgeizig, zum Siege gewillt? Wie sehen sie überhaupt aus? Genau wie bei den Personen solltest du dir angewöhnen, den vorkommenden Wesen einige Sätze zu widmen, denn stell dir ma vor, jemand, der Pokemon zum ersten Ma hört, liest deine Story. Was ist für den ein Staralili oder ein Machollo? Beschreibe ihre Eigenheiten, das, dem sie ähneln (Tieren oder Gegenständen der realen Welt) , ihre Farbe, ihre Statur/Form, ob Fell, Schuppen oder ledrige Haut, klein, groß, flink, schwerfällig und so weiter. Dann die Attacken. Auf diese kann man auch einen speziellen Fokus legen. Gehe mehr auf die Atmosphäre ein, die Wirkungen der Angriffe, wie genau sie aussehen. Beispiel:

    "Und jetzt Finte!", befahl er seinem Evolie, welches plötzlich ins nichts verschwand. Auf einmal tauchte es hinter Staralili auf, holte mit leuchtendem Schweif aus und schmetterte es mit voller Wucht gegen einen der Bäume um sie herum, bei welchem es dann kampfunfähig liegen blieb.


    Das ist deine Version. Und ich werde jetzt ma eine kleine Variante meinerseits dazu dichten.


    So solltest du am besten in Zukunft Kampfszenen gestalten. Es baut sich wesentlich mehr Spannung auf und der Leser wird in den Bann gezogen, im besten Falle möchte er gar nicht mehr aufhören, zu lesen, und findet es fast schade, wenn der Kampf endet.


    Sprachlich: Mir ist aufgefallen, dass du sehr in der Umgangssprache schreibst und dich des Öfteren wiederholst. Rechtschreibung und Zeichensetzung scheinen in Ordnung zu sein, da habe ich keine größeren Fehler entdeckt, doch an deinem Wortschatz solltest du noch arbeiten. Häufig verwendest du "würde" im Konjunktiv. Benutze doch bitte den ersten Konjunktiv, in den meisten Fällen passt der nämlich besser und ist grammatikalisch auch korrekt. Den mit "würde" verwendet man nur, wenn der erste Konjunktiv der normalen Vergangenheitsform des Verbs gleicht oder der Sachverhalt sehr sehr sehr unwahrscheinlich, gar unmöglich ist. Solltest du damit Probleme haben, kann ich dir das auch nochma per Pn erklären, ganz so einfach ist es nicht, schon gar nicht in der Vergangenheit. Zudem baust du viele Wiederholungen mit ein, meist bei "war" und "hatte", einfach, weil es die leichtesten Verben sind, ich kenne das ^^ Suche dir am besten Synonyme dafür. Für "sein" fielen mir spontan ein: "bestehen aus" , "verkörpern", "symbolisieren" , "darstellen" und es gibt noch weitere. Im Internet existieren eine Menge Seiten, die Synonyme anzeigen ;>


    "Is ja auch elends kalt draußen! Da würd' ich grad noch einkaufen gehen!.."


    Das Unterstrichene ist zu umgangssprachlich. In einer Geschichte musst du ein höheres Sprachniveau an den Tag legen, als im Alltag, selbst bei Dialogen. Meine Version:


    Zitat

    "Es ist ja auch wirklich kalt draußen. Da ginge ich gerade noch einkaufen! ... "


    So in etwa sollte das dann aussehen, dann liest sich auch der ganze Text besser. So einen Slang bekommt man auf der Straße heutzutage ausreichend zu hören, in Geschichten muss das nicht auch noch sein. Außerdem erzeugt es sonst den Eindruck, dass du deine eigene Story nicht ernst genug nimmst und ich hoffe, das tust du.


    So, die anderen Kapitel werde ich vielleicht noch ergänzen, aber ich denke, das reicht auch erstma an Kritik. Ich hoffe, ich habe dich nicht vollkommen entmutigt ;>


    LG


    ~ Emeraude ~




  • Hey ~ Emeraude ~,
    Erst einmal *schluck* und vielen Dank für die Kritik^^
    Mit dem letzten noch übrigen Rest Mut werde ich dir noch antworten!
    Ne, Spaß.


    Ich dank dir, dass du dir die Zeit genommen hast, das erst mal alles sorgfältig durchzulesen, das war schon ne Leistung! Das glaub ich dir!^^
    Ich wusste ja natürlich, dass ich nicht wirklich gute Fähigkeiten darin besitz, alles im Detail anzupacken.
    Dafür fehlt es mir, denk ich, einfach die Erfahrung.
    Und mir war ebenso klar, dass ich negative Kritik erhalten würde,
    nur so nen "Brecher" hatte ich da zu Anfang nicht erwartet, Respeckt ;)


    Nichts desto trotz ist das endlich mal Kritik, mit der man arbeiten kann! [bin ich nicht gewohnt :D]
    ich danke dir und werde sogleich mit der Überarbeitung beginnen!!
    Das könnte vielleicht eine Weile dauern, aber ich würde mich freuen, wenn du dann auch, sofern sie fertig ist,
    meine überarbeitete Fassung lesen würdest!


    Anfangen werde ich mit einer PN liste, danke, die hatte ich nämlich vergessen^^.


    Ich lass es dich dann mithilfe dieser wissen, sobald ich fertig bin!



    - McSora

  • ~Geist deiner Erinnerung~

    Prolog - Eine beunruhigende Ruhe~


    Alles begann ziemlich genau 3 Jahre nach dem Sturz Team Galaktiks, einer Untergrund-Organisation von Kriminellen, die sich allein dem Zweck verschrieben hatten, Macht zu erlangen, indem sie, mithilfe der drei Illusion-Pokemon, Selfe, Vesprit und Tobutz, den Wächtern der drei großen Seen in Sinnoh, die urzeitlichen Pokemon Dialga und Palkia beschworen, die Gebieter über Zeit und Raum.
    Sie hatten allerdings nicht mit dem Eingreifen zweier weiterer Figuren gerechnet. Giratina, das Pokemon, welches über die Zerrwelt, einer parallel zu der Gegenwart existierenden Dimension, herrschte und ein junger Pokemon-Trainer, welcher vermutlich nur zur falschen Zeit am falschen Ort war. Dennoch gelang es eben diesem Trainer, Giratina zu besänftigen und Zyrus, das Oberhaupt der finsteren Organisation, in einem fairen Kampf zu bezwingen, woraufhin dieser das Team Galaktik aufgab und es einige Wochen später gänzlich von der Bildfläche verschwand.
    Palkia, Dialga und Giratina, welche nun durch den Zorn Zyrus' erweckt worden waren, kehrten wieder in ihre Reiche zurück und auch die Illusion-Pokemon nahmen wieder ihre Rolle als Wächter an den drei Seen in Sinnoh ein. Das Gleichgewicht der Welten wurde wiederhergestellt und der Vorfall geriet in Vergessenheit.


    Doch wie es das Schicksal so wollte, gab es nun neuen Grund zur Besorgnis.
    Die Regionen Kanto und Hoenn wurden immer häufiger von Naturkatastrophen heimgesucht, welche bereits ganze Städte dem Erdboden gleichmachten und stetig weitere Opfer forderten. In Kanto, beispielsweise, wurden Vertania und Marmoria plötzlich von gewaltigen Hitzewellen überrannt und, ohne jegliche Vorwarnung, brachen gewaltige Feuer an willkürlichen Orten aus. Häuser gingen ohne ersichtlichen Grund in Flammen auf und selbst einfache Straßen, so unfassbar es für die Einwohner auch schien, fingen Feuer, welches nicht zu löschen schien. Fuchsania und die Zinnober-Insel wurden von gewaltigen Schneestürmen erfasst, welche dafür sorgten, dass der komplette Süden der Region, binnen weniger Tage, einer wahren Winterlandschaft ähnelte, und in Azuria City und Umgebung wurden die Stromleitungen derart überlastet, dass es zu regelrechten Explosionen an nördlich gelegenen Strom-Leitungen kam und einzelne, anliegende Waldgebiete dadurch Feuer fingen, die so gewaltigen Ausmaßes waren, dass sie alles verschlangen, was ihnen in die Quere kam.

    Im Zentrum der Region Hoenn, welche einige Seemeilen von Kanto entfernt lag, und in ihrer Küstenebene kam es derzeit zu vermehrten Erdbeben und unaufhörlichen Regenfällen, wie man sie seit dem Tage, an dem Groudon, das Land, und Kyogre, das Meer, von zweien rivalisierender Banden, Team Aqua und Team Magma, erweckt worden waren, nicht mehr gesehen hatte. Die verheerenden Folgen waren weiträumige Überschwemmungen, verbunden mit dem Zusammenbrechen des kompletten Stromnetzes im Inneren der Region.
    Es war eine sehr ernüchternde Bilanz der Ereignisse, wie sie sich in den einzelnen Nachbar-Regionen Sinnohs abspielten. Noch ernüchternder war jedoch die Situation, in welcher sich die Menschen in den betroffenen Gebieten befanden. Die Katastrophen und die Schäden, die sie verursachten, zwangen viele Familien zu einem Leben in Armut und Trauer. Die Folge dessen war, dass vielerorts Menschen nur einem einzigen, noch so kleinen Hoffnungsschimmer hinterherjagten. Sie wollten in ein neues Leben fliehen. Denn es hatte sich herumgesprochen, dass zwei Regionen keinerlei Anzeichen irgendwelcher vergleichbar verheerenden Naturereignisse aufwiesen.
    Es handelte sich dabei um Johto und Sinnoh.

    Johto lag den Katastrophengebieten am nächsten und so kam es, dass täglich mehr und mehr Flüchtlinge aus Kanto und Hoenn die Grenzen zu überschreiten versuchten um einen neuen Anfang in Johto zu machen. Zu dieser Zeit war dies noch möglich, doch die Regierungen Johtos und Sinnohs erkannten schnell, dass dies auf Dauer zu einem Problem von Überbevölkerung der Region werden könnte und schmiedeten bereits zusammen Pläne, wie dies verhindert werden konnte. Da der Flüchtlingsstrom bisher jedoch nur Johto betraf verharrte Sinnoh in einer bedrückenden Ruhe. Die Bevölkerung wusste nur zu gut über die Lage der benachbarten Inselregionen Bescheid, doch konnte noch niemand erahnen, wie sich die Gesamt-Situation auf Sinnoh auswirken würde. Es herrschte dort zwar der normale Alltag, eine gewisse Spannung, die in der Luft lag konnte jedoch jeder einzelne vernehmen.

  • Kapitel 1 - Stimmen aus der Vergangenheit ~


    Es war bereits Ende des Jahres. Der 10. im letzten Monat, ein Samstag. Und 2 Tage nach Leonards Geburtstag. Leonard Lodring, Leon genannt, lebte zu dieser Zeit mit seinen Eltern Cedric und Sarah und seinen Geschwistern Joe und Karen in Herzhofen, dem Zentrum der Region Sinnoh. Leon war ein Junge von 16 Jahren. Er war groß gewachsen, hatte dunkelbraune Haare und tiefgrüne Augen. Er war zwar nicht sehr muskulös, doch ein Hungerhaken war er auch nicht, eben ein gewöhnlicher Teenager, wie man sie in der Schule sieht.
    Joe, sein Bruder, war ein Jahr älter als er, doch etwa genauso groß. Er hatte grün-braune Augen und eine hellere Haarfarbe, die schon ins Goldbraun überging. Vom Körperbau her waren sich die beiden von jeher sehr ähnlich, sodass auch Joe kein wirkliches Muskelpaket war. Er war nebenbei schon immer der Lustigere von beiden. Gab es einmal Situationen, in denen sein Bruder am Boden zerstört war, und die gab es, so hatte Joe meist die passenden Worte parat, um ihn wieder zu sich zu holen.
    Mit anderen Worten, Joe und Leon waren neben ihrer Beziehung als Brüder, die besten Freunde. Andere hatten sie darüber hinaus auch gar nicht. Leon war zu Trainerschul-Zeiten eher der Einzelgänger und Joe, so lustig er auch bei seinen Klassenkameraden ankam, hatte nie wirklich Interesse an weiteren Freundschaften. Und so kam es, dass sie ständig zusammen rumhingen und für einander da waren. Ihr Vater Cedric war, mit seinen 52 Jahren, Leiter einer Pokemon Pension und Mitglied im Stadtrat von Herzhofen. Charakteristisch für ihn waren seine sehr dunkle Haarfarbe, seine blauen Augen und sein Drei-Tage-Bart, welchen er sich das ganze Jahr über stehen ließ. Außerdem trug er so ziemlich jeden Tag ein anderes kariertes Hemd. Cedric war im Grunde genommen ein freundlicher und hilfsbereiter Mensch und so ziemlich immer geduldig und gelassen. Er besaß eben die Anforderungen, die ein Pensions-Leiter aufweisen sollte um mit kleinen und auch großen Pokemon fertig zu werden. Jedoch war er sehr wohl in der Lage seine beiden Berufsgebiete voneinander zu trennen. Denn um im Stadtrat mitwirken zu können, brauchte man zwar auch die Tugend der Geduld, doch war eine gewisse Spur Durchsetzungsvermögen nicht fehl am Platz. Cedric war seit 25 Jahren verheiratet mit Sarah, der Mutter von Leon, Joe und ihrer Schwester Karen. Sarah war 49 und Inhaberin einer Beerenplantage, östlich der Stadt. Sie hatte schulterlange, blonde Haare, braune Augen und trug ausschließlich Strohhüte. Das hatte sie sich beim Arbeiten auf der Plantage angewöhnt. Da sie jedoch seltener selbst auf den Feldern arbeitet, sondern eher den Verkauf auf dem Markt tätigte, war sie von der Statur her eher zierlich, zwar nur eine Fingerbreite kleiner als Cedric, doch weitaus weniger muskulös, als man es bei einem solch landwirtschaftlichen Beruf vermutlich erwarten würde.
    Vom Charakter her ergänzten sich Cedric und Sarah weitgehend perfekt. War Cedric noch der ruhige entspannte Typ, war Sarah die Frau, die eher zur Tat schritt und selbst Hand anlegte. Sie führten alles in allem eine Beziehung, wie man sie sich wünscht, in der jeder für den anderen eintritt. Und das taten sie schon seit langen 25 Jahren.
    Karen, die einzige Tochter der Familie, war bereits 23 Jahre alt und angestellt im städtischen Supermarkt. Auch sie war blond und hatte die braunen Augen ihrer Mutter. Sie ähnelte ihr vom Aussehen her stark, band ihre Haare jedoch immer zu einem Pferdeschwanz zurück. Da Karen um einiges älter war als ihre beiden Brüder, führte sie eine weniger enge Beziehung zu ihnen, wie Joe und Leon es untereinander taten. Sie war zwar ihre große Schwester, doch unternahm sie lieber etwas für sich, wovon die beiden Gebrüder selten überhaupt etwas mitbekamen. Man könnte sagen, sie war einfach ein wenig reifer und bereits im Berufsleben angekommen, während Leon und Joe noch ihre Jugend auskosten wollten. Nichtsdestotrotz war ihre 23jährige Schwester immer gut gelaunt und pflegte natürlich auch, ihren Geschwistern zu helfen, sollten diese in Schwierigkeiten stecken.

    Das war sie also - Leons Familie. Und allesamt lebten sie unter einem Dach, an der Hauptstraße der Stadt, welche sich vom westlichen bis zum östlichen Ortsein- und Ausgang durchzog. Diese Straße, die „Hofener Straße“, war tagein tagaus sehr belebt. Sie spielte eine zentrale Rolle für den Verkehr zwischen dem Osten und dem Westen Sinnohs, da sie, neben der Kernstraße im Norden, welche Ewigenau mit Flori verband, die einzige Straße war, welche durch den Kraterberg, der massiven Gebirgskette, welche die Region von Süden bis Norden regelrecht teilte, führte.
    Die Häuserreihe, nahe der östlichen Ortszufahrt, in welcher auch Leons Familie zuhause war, verlief parallel zur Straße und umfasste sechs Häuser, von welchen sich alle bis auf den letzten Rest Fassadenputze glichen. Es handelte sich bei ihnen um zweistöckige Einfamilienhäuser, in einer schlichten Quaderform, gekrönt von einem Satteldach, unter welchem jedes der Häuser noch genug Platz für einen Dachboden hatte. Die komplette Hausreihe war vollkommen weiß verputzt und wies dadurch die typische körnig, raue Wand auf, die an Front- und Rückseite und an den Flanken des Hauses durch große, lichtdurchlässige Fenster unterbrochen wurde.
    Vor den Gebäuden, am Bürgersteig entlang, befand sich ein kleiner Vorgarten und hinter den weißen Bauten, ein etwas größerer, richtiger Garten, der alles beinhaltete, was eben dazu gehörte. Eine Holzhütte für die Gartengeräte, eine kleine Grillstelle, die nicht vom Gras bewachsen war und ein Wasser-Haupthahn, an welchem ein senfgelber Gartenschlauch herabhing, welcher sich auf dem Boden zu einem schlangenähnlichen Turm zusammenrollte.
    So war also auch das Haus in dem Leon mit seiner Familie wohnte, nur eines von vielen anderen Häusern, in welchen ebenfalls sehr umgängliche Menschen ihr Zuhause fanden. Ganz besonders die Bewohner der beiden angrenzenden Gebäude waren eng mit Leons Eltern befreundet. Zu ihrer Rechten lebte Alexander Graubach, Cedrics bester Freund. Alexander, oder auch Alex, wie ihn eigentlich jeder nannte, war bereits ein Jahrzehnt älter als Cedric und außerdem seit einigen Jahren im Frühruhestand, welcher Folge eines Autounfalls war. Alex kam dabei als einziger zu Schaden und dieser traf sein rechtes Bein. Er büßte dessen Belastbarkeit ein, war seitdem auf seinen Gehstock angewiesen und konnte seinen Beruf als Stahlwerksarbeiter an den Nagel hängen. Doch damit hatte er sich mittlerweile abgefunden, denn Leons Vater wusste immer etwas mit ihm anzufangen. Oftmals bat er ihn, bei sich in der Pension auszuhelfen oder ihm bei kleineren Handwerksarbeiten zur Hand zu gehen, achtete jedoch immer darauf, ihm nicht zu viel zuzumuten. Dennoch war es genau das, was Alex brauchte. Vor allem aus dem einen Grund, dass er sich allein zuhause, seine Frau trennte sich schon vor Ewigkeiten von ihm, einfach ein wenig nutzlos vorkam. Es tat ihm immer sichtlich gut, etwas mit Cedric zu unternehmen und so kam es, dass sie, seit sich Leon erinnern kann, die besten und eigentlich einzigen wirklichen Freunde waren.
    Auf der linken Seite von Leons Zuhause stand das Haus der Tiefeners. Die Familie Tiefener bestand aus Clarice, der 45jährigen, schwarzhaarigen Hausfrau, und ihrem Mann Sandro, dem drei Jahre älteren Bankkaufmann, und ist vor nicht allzu langer Zeit in die Straße eingezogen. Doch trotz der Tatsache, dass sie neu waren, wurden auch sie herzlich von den Lodrings empfangen und waren ebenso schnell in den kleinen nachbarschaftlichen Freundeskreis integriert, sodass Clarice auf dem besten Wege war, das zu werden, was Alex für Cedric war.
    Die Hofener Straße umfasste zwar noch einige weitere Häuser, jedoch konzentrierte sich der Teil der Menschen, mit denen Leons Eltern den privaten Umgang pflegten, größtenteils auf die beiden angrenzenden Grundstücke. Das änderte sich auch nicht mit Cedrics Ernennung zum Stadtrats-Mitglied.
    Sie waren nun vielleicht offener und freundlicher zu den Stadtbewohnern, doch über weitaus mehr als „Hallo“ und „Tschüss“ kamen sie bei Gesprächen mit anderen Menschen auch nicht heraus. Sie blieben lieber alle in ihrer kleinen, gemütlichen Nachbarschaft.

    Es war also ein Tag, wie er es jedes Jahr zu dieser Zeit war und es schwebte nicht die kleinste Wolke am Himmel. Das gleißende Licht der Sonne flutete die Hofener Straße, durchdrang die kahlen Äste der Bäume, welche sich mutig am Straßenrand erhoben und dem Winter trotzten, und fiel auf den Asphalt, welcher an vereinzelten Stellen noch mit dem Frost bedeckt war, welcher sich in der vorigen Nacht gebildet hatte. Die Wärme, die jeder einzelne Lichtstrahl spendete, brachte nun auch das letzte Eis der Straße zum Schmelzen und auch die Farben der Autos, welche am Straßenrand parkten gewannen wieder an Leben. So warm und herzlich das Bild auch aussah, es herrschten dennoch frostige Temperaturen in Herzhofen, wie jedes Jahr. Gerade mal bis zu 2°C stieg die Anzeige des Thermometers, welches am Küchenfenster der Lodrings angebracht war und das war Grund genug dafür, dass sich auf der, doch gerade wieder aufzuleben scheinenden Straße, keine Menschseele befand.
    Sowie die Lichtstrahlen die Baumkronen an der Straße durchdrangen, so durchdrangen sie auch die vereinzelten Schlitze in den Rollläden an Leons Fenster, woraufhin sie direkt auf seine geschlossenen Augenlider trafen. Ihre alleinige Anwesenheit führte zu einem kurzen Zucken der Haut, welche Leons grüne Augen verbarg. Aus einem Zucken dieser wurden mehrere und schließlich öffnete Leon seine Augen langsam ganz. Ein Blick direkt in die Sonne, welchen er durch seine Jalousie erhaschen konnte, genügte jedoch, ihn zu zwingen, seine Augen wieder zuzukneifen. Schließlich erhob er sich und lehnte sich aufrecht an die Wand, welche links an seinem Bett entlang verlief, um sich den Schlaf aus den Augen zu reiben. Ein herzhaftes Gähnen folgte und Leon streckte alle Glieder von sich, woraufhin er seinen Hinterkopf wieder an die Raufasertapete anlehnte. Langsam ließ er seinen Blick über das Zimmer schweifen, welches er wohl für die nächste Zeit nicht mehr sehen werde.
    Wie in nostalgischen Gedanken versunken, blickte er von einer, der vier Ecken seines Zimmers, zur nächsten. Zur Fuß-Seite seines Bettes, zur Leons Linken, befand sich die Zimmertür. Sie bestand aus hellem Eschenholz, aus welchem so ziemlich jedes Holzmöbelstück in Leons Zimmer bestand. Rechts neben ihr war sein Schreibtisch aufgebaut. Dieser bestand aus zwei Reihen übereinander liegender Schubladen, links und rechts je eine der Reihen, und der Schreibfläche, aus demselben hellen Holz der Türe. Auf dem Tisch selbst befand sich der Bildschirm seines PCs, welchen er jedoch nur selten benutzte. Leons Blick wanderte weiter zum Fenster, welches ihm gegenüberlag und durch welches die Sonnenstrahlen ins Zimmer fielen, die, trotz des geschlossenen Rollladens, das ganze Zimmer in ein warmes, mattes Licht tauchten, sodass sich Leons Schatten gerade noch von der Wand abheben konnte. Unter dem Fenster befand sich eine kleine Sitzecke, welche aus einem weiß lackierten Heizkörper und vier Sitzkissen bestand. Zur vorherrschenden Jahreszeit war dies der Platz in Leons Zimmer, an welchem er sich am meisten aufhielt. Er war einfach gemütlich.
    Leon und sein Bruder verbrachten dort viele Stunden, sahen fern mithilfe von Leons PC, lasen etwas oder quatschten einfach nur. Kurzum, diese Ecke war ihr Rückzugsort vom Alltag, an welchem sie zusammen die Zeit totschlagen konnten. Und da es in Herzhofen im Winter immer etwas kühl wurde, verbrachte Leon zu dieser Zeit auch viele Stunden mit seinem Heizkörper.
    Als er an die Erlebnisse dachte, die er mit seinem Bruder Joe verband, musste er kurz lächeln. Kleine Gruben bildeten sich an seinen Mundwinkeln, welche durch das matte Licht, das von draußen hereinkam, zwei kleine Schatten auf Leons Gesicht warfen. Diese verschwanden jedoch wenige Augenblicke darauf, als Leons Blick wieder ernster wurde. Denn nicht nur schöne Zeiten haben die beiden zusammen durchlebt und das wurde ihm auf einmal wieder bewusst.
    Sowie Leon elf Jahre alt wurde, ergriffen ihn, vom einen auf den anderen Tag, urplötzlich Weinkrämpfe. Er weinte ununterbrochen für Tage, für Wochen. Es gab keinen ersichtlichen Grund für sein Verhalten, doch er todtraurig und seine Eltern und seine Schwester ratlos. Joe tröstete ihn jedoch durchgehend. Er war zwar nur ein Jahr älter als Leon, kümmerte sich dennoch um Leon, wie ein großer Bruder. Oftmals blieben sie sogar ganze Nächte zusammen wach, da Leon nicht einschlafen konnte, und Joe half ihm, wo er nur konnte. Mit der Zeit verflüchtigte sich dieses Phänomen dann, bis es irgendwann gar nicht mehr auftrat, doch selbst sechs Jahre danach, ist der Vorfall noch jedem ein Rätsel; Eines, welches auch nicht gelöst werden sollte, da es ein jeder für richtig hielt, dieses Thema nicht mehr anzusprechen. Es habe sich ohnehin mittlerweile von selbst gelöst. Nun schien es Leon, als sei er die einzige Person, die noch einen einzigen Gedanken daran verschwendete, was sich vor sechs Jahren abspielte.

    Noch immer in Gedanken versunken, schweifte sein Blick von der Sitzecke herüber zu seiner Schrankwand, welche aus drei deckenhohen Schränken und einer Eck-Vitrine bestand, die aus eben demselben Holz gefertigt waren, wie es auch die Tür und der Schreibtisch waren. Einer der großen Schränke stand an der Wand, in welcher sich Leons Fenster befand, durch welches das Sonnenlicht einfiel. Die beiden anderen Schränke standen zum Ersten im rechten Winkel und verliefen an der Wand zu Leons Rechten. Die Vitrine diente als Bindestück zwischen den beiden. Durch ihre Glastür konnte man einige kleine Keramik-Figuren erkennen, die verschiedene Pokemon darstellen sollten. Eine Figur stellte zwei Fukano auf einem Stück Wiese dar. Das Kunstwerk war mit Sorgfalt hergestellt worden, sodass man sich regelrecht vorstellen konnte, wie die orange-rot gestreiften, pelzigen Hunde-Wesen auf dem saftigen Grün der Wiese ihr Nickerchen hielten. Direkt neben den schlafenden Pokemon war eine zweite Figur aufgestellt. Sie zeigte ein Guardevoir, welches eine umarmende Geste in Richtung des Zimmerinneren einnahm. Das aufrecht, auf zwei Beinen erhobene Wesen, sein grüner Leib und das weiße Kleid, welches seinen Körper verhüllte, verliehen der Figur, im Zusammenklang mit dem friedlichen Gesichtsausdruck eines Engels, eine hoffnungsvolle Ausstrahlung, welche den ganzen Raum erfüllte.
    Eine Stufe höher in der Holzkonstruktion stand jedoch eine etwas größere und aufwendiger gestaltete Statue eines Hundemons umringt von Flammen. Die stechend-roten Augen des gehörnten Teufels-Hundes funkelten ebenfalls in das Rauminnere und, da sie aus Edelsteinen gefertigt waren, blitzen sie regelrecht aus dem Schwarz seines Fells hervor und verliehen dem Wesen etwas Lebendiges. Doch trotz dem bedrohlichen Schimmern seiner Augen und den Flammen, welche das Pokemon umringten, behielt auch dieses einen Ruhe ausstrahlenden Blick, als wollte es einem sagen, man solle selbst in den brenzligsten Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

    Leon warf seinen kleinen Schätzen, durch die gläserne Tür, ein Lächeln zu und schloss nach diesem ausgiebigen Blick durch seine Inneneinrichtung seine Augen. Seinen Kopf ließ er nach hinten senken, bis dieser wieder an der Wand anlehnte. Er atmete einmal tief durch und hielt für einen Moment die Luft an.
    Er werde für die nächste Zeit eben dieses Zimmer nicht mehr wieder sehen. Wieder tauchte er in seine Gedanken ein und stellte fest, dass es genau dieser eine Gedanke war, welcher ihn am meisten beschäftigte. Er ließ ihn zugleich Freude und Angst spüren, Nervosität und Euphorie. Es waren die zwei gegensätzlichen Gefühle, welche Leons Körper vom Scheitel bis zur Sohle durchfuhren und das nur aufgrund eines einzigen Gedanken.
    Denn dieser Tag sollte, für eine lange Zeit, Leons letzter Tag sein, den er in diesem Haus mit seiner Familie verbringe. Er und sein Bruder beschlossen nämlich, nach Leons 16. Geburtstag die behütete Heimat zu verlassen und ein Leben in Freiheit zu leben. Sie wollten gemeinsam eine Pokemon-Reise antreten und zusammen mit ihren Pokemon die Natur bezwingen und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Sie wollten unterdessen die acht Arenaleiter ihrer Heimatregion, die Wächter der acht Orden der Pokemon-Liga Sinnoh, herausfordern um am Ende ihrer Reise am Höhepunkt einer jeden Trainerkarriere, den Champ der Liga zu besiegen und zu den besten Trainern Sinnohs gezählt zu werden. Das war ihr Ziel, Ehre!
    Und um diese zu erlangen, mussten sie fort, auch wenn das bedeutete, dass sie für sehr lange Zeit von Zuhause weggehen mussten. Doch auch, wenn der Entschluss noch so sicher entschieden wurde, bestehen die Nervosität und die Angst unentwegt weiter. Immer wieder stellte er sich in seinen Gedanken die Frage, ob ihm das alles überhaupt gelingen würde, doch dann dachte er wieder an seinen Bruder und seine Pokemon-Gefährten und die Angst verblasste. Diese Gefühlsachterbahn durchfuhr er nun schon die gesamten letzten drei Wochen. Und nun war es soweit!

    Der braunhaarige Junge entspannte seinen Bauch und ließ die angesammelte Luft langsam wieder aus seinen Nasenlöchern herausströmen. Er öffnete seine Augen wieder und rutschte ein Stück näher zur Bettkante, damit seine Füße den Boden berühren konnten. Nun fielen ihm auch Sora und Kairi ins Auge, seine beiden Evolie, die friedlich zusammen in ihrem kleinen Körbchen schliefen. Sie lagen dort auf die Weise, auf welche sie so gut wie jedes Mal zusammen lagen. Ihre Körper bildeten einen Kreis und ihre kleinen Köpfe lagen dicht beieinander. Die beiden flauschigen, fuchsähnlichen Pokemon hoben und senkten langsam ihre von braunem Fell bedeckten Körper während sie ruhig ein- und ausatmeten und hin und wieder begann das eine oder andere Schnurrhaar zu zucken. Leon beobachtete die beiden Schlafenden eine Weile und lächelte. Dann versank er wieder in Gedanken und seine Mine verfinsterte sich. So dankbar Leon auch für die Tatsache war, dass Sora und Kairi ihn begleiteten, so traurig war er an dem Tag, an dem er sie bei sich aufnahm.

    Die Mutter der beiden Evolie war ein Flammara, welches von einem älteren Herrn, in einem dunkelblauen Kapuzenmantel, in der Pension von Leons Vater abgegeben wurde. Es war eines Vormittags an einem warmen Sommertag vor etwa 4 Jahren, als der namenlose Mann an die Rezeption der Pension trat. Cedric hatte Leon wieder in der Pension mithelfen lassen und somit standen in diesem Moment beide hinter dem Tresen. Der Mann behielt seine Kapuze auf und legte ohne ein Wort einen Pokeball auf die Anrichte. Leon sah ihn verdutzt an, da ihn allein der Mantel verwunderte, welcher ihm für ein solches Wetter wie eine Last vorkam. „Ich werde bald zurück sein…“, sagte der Mann nur, legte einen 500Pokedollar-Schein neben den Ball und machte sich auf den Weg zum Ausgang. Leon konnte sich noch genau an die düstere Stimme des Verhüllten erinnern. Sie war tief, gleichzeitig ein wenig hauchig und ließ Leon einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Als der Mann zum Gehen ansetzte, rief Leons Vater ihm hinterher: „Warten Sie! Sie müssen doch noch…!“, bückte sich und kramte, nach einer Weile leisen Fluchens, aus einer Schublade im Tresen, die mit Ordnern und Heftern vollgepackt war, einen Zettel heraus. Es war ein Formular, welches von Kunden unterschrieben werden musste, bevor Cedric deren Pokemon bei sich aufnehmen konnte. Mit dem Blatt Papier in der Hand, sprang er um den Tresen herum, folgte schnellen Schrittes dem verhüllten Mann, welcher gerade durch die Tür gegangen war und rief: „Das Formular!“. Die Tür war bereits zugefallen, als Cedric sie erreichte.
    Leon beobachtete die Szenerie still, mit großen Augen und zuckte auf einmal zusammen, als sein Vater die Tür aufriss und auf dem kleinen gepflasterten Weg zur Straße lief um sich umzusehen. Mit einem Blick, der verriet, dass er nicht die geringste Ahnung hatte, was gerade vor sich ging, sah Cedric hektisch in alle Richtungen, konnte den blauen Mantel jedoch nirgends ausmachen und gab das Suchen auf. Er atmete erst einmal tief durch, kratzte sich am Hinterkopf und dachte nach, wie er nun vorgehen sollte. „Papa? Kommst du bitte?“, fragte Leon dann, welcher im Türrahmen stand und nach draußen zu seinem Vater sah. Er hatte glasige Augen und machte den Anschein, jeden Moment weinen zu müssen. Als Cedric das sah, rannte er zu seinem Sohn zurück und rief: „Was ist passiert??“. Doch als er wieder am Empfang stand, bekam auch er ein mulmiges Gefühl im Magen.

    Leon kniete am Boden neben einem bewusstlosen Flamara, welchem der linke Vorderlauf chirurgisch amputiert wurde. Leon hielt einen geöffneten Pokeball in Händen und sah zu, wie das fuchsähnliche Wesen mit rot-orangenem Fell ruhig atmete. Leon rannen die Tränen über die Wangen und fielen zu Boden, als er Cedric mit leiser Stimme fragte: „Warum… hat es nur drei Beine, Papa?“. Cedric fasste sich mit der linken Hand ans Kinn und strich über seinen Drei-Tage-Bart. Dann ging er neben Leon in die Knie, legte einen Arm um seinen Sohn und antwortete: „Das weiß ich nicht, Leon… Ich weiß nicht.“ Leon drehte sich zu seinem Vater, umarmte ihn und weinte. Cedric hielt seinen Sohn fest und unterdrückte seine eigenen Tränen. Trotz seines Alters verspürte auch Cedric schon beim bloßen Anblick eines solchen Bildes und bei dem Gedanken an das Leid und den Schmerz, den das kleine Wesen durchlebt haben musste, eine Trauer, die sich durch den ganzen Körper fraß, zuerst einen flauen Magen erzeugte, dann die Gliedmaßen zum Zittern brachte und schließlich die Tränen in die Augen trieb.
    Als Leon sich nach einer Weile wieder beruhigt hatte, setzte sein Vater ihn auf einen Stuhl, welcher vor der Rezeption stand, rief das, noch immer ruhig atmende, Flamara in den Pokeball zurück und legte diesen auf den Tresen. In Gedanken vertieft zog Cedric einen Drehstuhl zu sich hinter den Tresen und nahm Platz. Er stützte seinen Kopf mit den Ellenbogen auf dem Tisch und verdeckte mit den Handflächen sein Gesicht, um erst einmal in Ruhe in sich zu gehen und die Ereignisse zu verarbeiten. Leon saß unterdessen, mit neutraler Mine zu Boden in die Leere starrend, vor dem Tresen auf einem gepolsterten Holzstuhl und rührte sich nicht.
    Für einige Augenblicke war es still in dem kleinen quadratischen Raum, der als Rezeption der Pokemon-Pension fungierte. Durch die Fenster, welche, gegenüber Cedrics Platz, neben der Eingangstür angebracht waren und deren Rollläden zur Hälfte abgesenkt waren, fiel mattes warmes Licht, der noch niedrig stehenden Sonne, in den Raum, sodass gerade noch Leons Schuhe, welche eine Zimmerpflanze und 3 weitere unbesetzte Stühle von den Fenstern entfernt waren, angeschienen wurden. Links neben Leon, auf der, von der Tür abgewandten Seite, befand sich eine weitere Zimmerpflanze, derselben Art. Es waren ausgewachsene Pfirsif-Pflanzen und diese waren, wie auch die Stühle, symmetrisch im Raum aufgestellt, sodass sich der Raum aufteilte in jeweils eine Reihe von zwei Pflanzen und vier Sitzplätzen links und rechts von der Eingangstür, und den Tresen, auf welchem im Moment Cedrics versuchte, die Sache mit dem Flamara zu verarbeiten. Der Tresen war an einer Stelle unterbrochen um einen Durchgang zu den Gehegen zu gewährleisten. An der Decke war, zentral im Raum, eine Lampenreihe, bestehend aus drei, in verschiedene Richtungen gerichteten, Leuchten, befestigt, die jedoch momentan ausgeschaltet war. Nichts rührte sich in diesen Augenblicken, als wäre die Zeit stehen geblieben.
    Dann wandte sich Cedric wieder an seinen Sohn, welcher mit seinen grünen Augen den Boden zu perforieren schien und fragte: „Leon, kannst du bitte nach Hause gehen? Ich muss noch eine Weile hier bleiben und noch einiges erledigen. Könntest du dann auch bitte Mama sagen, dass ich heute wahrscheinlich später nach Hause komme?“ „Okay, das mache ich.“, erhielt er als Antwort und Leon stand auf, woraufhin er direkt zur Eingangstür vorlief. Nachdem er die Tür geöffnet hatte hörte er noch, wie sein Vater den Hörer des Telefons, welches neben ihm lag, griff und zu wählen begann, und rief im Herausgehen: „Bis später, Papa!“. Cedric erwiderte: „Bis später!“ und Leon machte sich auf den Weg nach Hause.

    Den Rest des Tages verbrachte er dort und wartete auf die Rückkehr seines Vaters, um Neues über das Flamara zu erfahren, welches er an diesem Tag gesehen hatte. Gegen Abend hatte es plötzlich begonnen zu regnen, als Cedric dann nach Hause kam. Er begrüßte seinen Sohn und holte langsam etwas aus seiner Jackentasche hervor…

  • So, dann arbeite ich mich ma durch die Neuauflage ^-^ Mensch, da setzt du einem aber auch was vor als Prolog und erstes Kapitel...


    Prolog: Wow, du Held der Kommasetzung, Châpeau, muss ich einfach sagen. Und das tue ich in der Tat nicht oft. Manchma sind deine Sätze echt so sehr verschachtelt, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, womit man überhaupt angefangen hat. Normalerweise mag ich solche Konstruktionen, aber du übertreibst es glaube ich ein wenig ^^" Setz doch ab und zu einen Punkt mehr, anstatt ein Komma, in Ordnung? Ansonsten findet man da irgendwann gar nicht mehr durch, was genau man da gerade liest und was der Satz an sich thematisiert, folglich versteht man den Handlungsverlauf nicht mehr - wäre schlecht, oder? Zudem ist mir aufgefallen, dass du oft, zu oft "welche/r/s" verwendest. Entweder du machst schlichtweg so ein Komma und schreibst ohne derartige Konjunktion weiter, wobei man ebenso gut "diese/r/s", "sie/er/es" oder "der/die/das" nutzen könnte, oder du greifst auf das Gerundium zurück. Ich erwähn das jetzt einfach ma so, weil ich denke, dass ich mich bei dir schon eher der tiefgründigen Sprache widmen kann, deine Satzbauten sprechen für sich :> Gerundium,okay, wie erklär ich dir das? Ich denke, ich nehme ein Beispiel zur Hand.

    Die Regionen Kanto und Hoenn wurden immer häufiger von Naturkatastrophen heimgesucht, welche bereits ganze Städte dem Erdboden gleichmachten und stetig weitere Opfer forderten. (Die Regionen Kanto und Hoenn wurden immer häufiger von Naturkatastrophen heimgesucht, welche bereits ganze Städte dem Erdboden gleichmachten, stetig weitere Opfer fordernd.)


    Das in den Klammern wäre dann meine kleine Abänderung, besonderes Augenmerk bitte auf letzterem Abschnitt. In der Regel fügt man einfach an den Infinitiv des Verbes ein -d an, um das Gerundium zu bilden, was im Deutschen allgemein nicht so häufig gebraucht wird, warum auch immer. Es hört sich schön an und man muss nicht zigtausende Nebensätze bilden, zumal du dadurch einen didaktischen (variierenden) Satzbau erzeugst und es sich leichter, sowie abwechslungsreicher liest.
    Inhaltlich kann ich deinen Prolog aber ausschließlich loben, bravo. Ich habe selten eine so gute Nacherzählung bzw Berichterstattung der aktuellen Situation in einer Geschichte gelesen, gerade, weil ich derart aufgebauten Prologen recht skeptisch gegenüber stehe. Doch du hast mir das genaue Gegenteil bewiesen =D Man kann sich gut in die Lebensbedingungen hinein versetzen, die dort herrschen, du bildest hier die ideale Vorlage für dein erstes Kapitel, das ich mir übrigens gleich erst zu Gemüte führen werde ^-^ Weil sonst hätte ich die Hälfte wieder vergessen, was ich zum Prolog schreiben wollte und das wollte ich, wenn möglich, vermeiden. Rechtschreibfehler habe ich keine gefunden, Kommafehler nur zwei oder so, die ich jetzt nicht raussuchen werde, weil sie so dermaßen unwichtig sind, an Wiederholungen nur das Übliche, also "war" und "hatte". Es wäre wirklich vorteilhaft, sich dafür Synonyme zu suchen, wenn du möchtest, kann ich dir ma ne Website schicken, die ich persönlich immer benutze, schaden kann es ja nicht.


    Erstes Kapitel: Echt gigantisch, muss ich schon sagen, und ich dachte, mit deinem alten Kapitel hätte ich schon viel zu tun gehabt x3

    Er war zwar nicht sehr muskulös, doch ein Hungerhaken war er auch nicht, eben ein gewöhnlicher Teenager, wie man sie in der Schule sieht (sah).


    Ich werde jetzt nicht jeden einzelnen Tempusfehler zitieren, den ich im Laufe des Kapitels noch finde, aber hier kann ich es dir schon ma verdeutlichen, was ich meine. Selbst bei Sprichworten/Redewendungen musst du die Zeitform wechseln, damit es sich nicht mit dem Rest des Textes beißt. Es liest sich sehr stockend, wenn du ständig in der Zeit springst, nur weil im inneren Monolog solche Sprüche vorkommen. Das Unterstrichene... nun, derartige Wiederholungen sind auch nicht so der Renner, ich formulier das ma so umgangssprachlich. Das zweite "war er" hättest du getrost weglassen oder ein anderes Verb einsetzen können. Mich persönlich regt es nämlich immer auf, sobald ich am laufenden Band ein und dasselbe Wort lese :P
    Den ersten Abschnitt hab ich jetzt bewältigt, puh, ich musste ihn zweima lesen, um die ganzen Verwandtschaftsbeziehungen zu verstehen, das ist echt eine ganze Menge mit den eingeschobenen Beschreibungen. Könntest du die nicht in den Startpost verlagern, in dem du dann auch die Protagonisten aufgeführt hast? Das jetzt so alles auf einma zu lesen, stresst etwas, aber gut, es gehört zur Story dazu. Wobei ich selbst dabei noch etwas auszusetzen habe. Du beschreibst lediglich die Grundlagen, nicht aber exakte Statur, Gesichtszüge oder den Eindruck, den sie erzeugen, also ob sie auf andere einladend/freundlich wirken oder abgestumpft, frevol und abschreckend? Kannst du von mir aus auch in den nächsten Kapiteln noch beschreiben, so ist es nicht, auch wäre es gut, das immer ma wieder zu erwähnen, in sämtlichen Kapiteln, damit der Leser sich besser dran erinnert und sich natürlich gut in die jeweilige Szene hinein versetzen kann.
    Zweiter Absatz, wie ich mich in dir geirrt habe. Gott sei Dank, du bist einer der wenigen User hier, der sich Kritik zu Herzen nimmt *o* Das finde ich löblich, keine Frage, und die Umsetzung ist dir entsprechend gut gelungen. Mir gefällt es, trotz der Schachtelsätze, wie du die Umgebung beschreibst, einfach, normal, alltäglich, die Familienverhältnisse erklärst, die Beziehungen der Akteure zueinander und auch die Stadt im Allgemeinen schon berücksichtigst, also das Umfeld, in dem (jetzt hab ich in dem Gewusel den Namen des Hauptprotagonisten vergessen .__. ) der Typ sich da halt aufhält, entschuldige bitte x3 Ich mag deinen schlichten, dennoch detaillierten Schreibstil, bitte mach so weiter, ja? Momentan habe ich noch nichts daran auszusetzen, ma schauen, wie es bei bestimmten Handlungsorten ausschaut :> Btw, schön, dass du der Straße einen Namen gibst und auch den Personen einen Nachnamen, liest man nicht oft, außergewöhnlich. Außerdem muss man dann nicht immer "die Straße" lesen.
    Die Beschreibung des Zimmers, wow, ich hätte nicht gedacht, dass du dir meine Anregungen so sehr zu Herzen nimmst, ich meine, so dermaßen sehr. Bestenfalls hätte ich mit kleinen Steigerungen gerechnet, aber dass du da gleich so eine wirklich tolle Umgebungserläuterung aus dem Hut zauberst, ich bin beeindruckt, völlig zufrieden nebenbei auch. Sowas liest man in der Tat selten und ich bin froh, daran teilhaben zu dürfen :> Alles konnte ich mir genau vorstellen, so, wie es meiner Ansicht nach sein sollte, verbundene Gedanken oder in diesem Fall Erinnerungen, kleine Rückblicke, es ist echt alles dabei, was dabei sein sollte. Sogar die Mimik hast du dabei nicht außer Acht gelassen, das Material, aus dem die Sachen gemacht sind, ihre Position im Zimmer, die Keramikfiguren... du überrascht mich hier total xD So schöne Erörterungen bezüglich eines kleinen Figürchens habe ich noch nicht gelesen, glaube ich. Gott, wie ich mich wiederhole...

    Er werde (würde) für die nächste Zeit eben dieses Zimmer nicht mehr wieder sehen.


    Doch auch, wenn der Entschluss noch so sicher entschieden wurde, bestehen (bestanden) die Nervosität und die Angst unentwegt weiter.

    Denn dieser Tag sollte, (kein Komma) für eine lange Zeit, (kein Komma) Leons letzter Tag sein, den er in diesem Haus mit seiner Familie verbringe (verbrachte).





    Hui, da finde ich ma Fehler ^^ Schon wieder Zeitsprünge oder einfach Fehler bei der Konjugation der Verben? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall ist bei dem ersten Zitat Konjunktiv an der Reihe, bei den anderen beiden hast du die Gegenwart angewandt, was natürlich nicht sein darf. Durchgängige Vergangenheit, ich kann es nur immer wieder sagen, auch wenn Worte wie "nun" oder "jetzt" da stehen, du darfst nicht denken, es sei aktuelle Gegenwart - falsch, es bleibt trotzdem Vergangenheit. Frag mich nicht wieso, das ist einfach so :3
    So, endlich am Ende des Kapitels angekommen, das hat vielleicht gedauert O__o Aber ich mag lange Kapitel, auch wenn es da umso länger dauert, einen Kommentar zu verfassen. Ich will das ja auch, also darf ich mich nicht beschweren x3 Einige Kommafehler habe ich im Laufe deines Kapitels entdeckt, Rechtschreibung scheint top zu sein, wow, sieht man hier ebenfalls selten. Wie gesagt würde ich bei den Schachtelsätzen etwas aufpassen, die können schnell unübersichtlich werden. Bis zum Schluss behältst du dein an den Tag gelegtes Niveau bei, auch das findet man hier eher selten, meistens läuft es gegen Ende darauf hinaus, dass stumm die Handlung runter gerattert wird... nicht bei dir, sehr schön :> Du beschreibst weiterhin genauso detailliert Gedanken und Gefühle und auch die Umgebung kommt bei dir nicht zu kurz, soweit ich das beurteilen kann. Wie du vielleicht merkst habe ich gar nichts mehr zu kritisieren, bis auf diese Formfehler, sei stolz auf dich, das passiert nicht oft =D Zum Schluss baust du auch noch ein Cliffhanger mit ein, awwr, das setzt dem Ganzen doch die Krone auf *o* Ehrlich gesagt habe ich nämlich die anderen Kapitel nicht mehr in Erinnerung... ^^" Also, in mir hast du eine treue Leserin gefunden. Jetzt warte ein oder zwei Wochen, bevor du dein nächstes Kapitel postest, damit man das hier erstma verdauen kann, peut-être tu obteinds une autre opinion :3 Entschuldige btw, dass ich jetzt so abkürze, aber ich kann einfach nicht mehr ^^"


    LG


    ~ Emeraude ~

  • Kapitel 2 - Ein Leben ~ In deiner Hand ~


    „Ich habe jemanden mitgebracht.“, ließ Cedric ertönen, als er aus seiner Jackentasche einen Pokeball hervorzog und diesen Leon zeigte, seinen Sohn etwas verunsichert ansehend. Leons Vater war bewusst, Leon würde wissen, was sich im Inneren des Balls verbarg, und befürchtete, seinen Sohn damit zu belasten. Aus Sicherheitsgründen öffnete er daher den Pokeball noch nicht und bat Leon und Sarah, seine Frau, die gerade aus dem Wohnzimmer kam und hinter Leon stehen blieb, ihm in die Küche zu folgen. Gemeinsam betraten sie anschließend den kleinen Raum, der vom Restlicht des Abendhimmels, welches durch das einzige Fenster im Raum durchschien, gerade noch so beleuchtet war, dass man die Konturen der einzelnen Einrichtungsgegenstände wahrnehmen konnte. Leon und seine Mutter nahmen an einem kleinen Esstisch Platz, den Blick erwartungsvoll auf Cedric gerichtet, und der dunkelhaarige Mann legte den Pokeball auf den Tisch, entledigte sich anschließend seiner beigen Regenjacke, welche noch von einigen wenigen Regentropfen versehen war, und betätigte infolge dessen den Lichtschalter, woraufhin eine, an der Decke fixierte Lampe, umschlossen von einer matt-weißen Abblende, zwei Mal zu Flackern begann und letztendlich den dunklen Raum komplett ausleuchtete. Trotz der, durch den Raum wandernden, stummen Blicke, erwachte dieser nun wieder zu neuem Leben. Dinge, die vorher nur zu erahnen waren, wurden wieder sichtbar und auf einmal verwandelte sich das finstere Zimmer zurück in die vertraute Küche.


    Mittig in der Wand, von der Zimmertür aus auf der linken Seite, befand sich das einzige Küchenfenster, durch welches man die Hofener Straße sehen konnte. Dafür, dass es das einzige Fenster im Raum war, war es dennoch groß genug, tagsüber ausreichend Licht zum Erhellen der Küche, einfallen zu lassen. Direkt unter diesem Fenster befand sich die Spüle, bestehend aus einer Ablagefläche links und dem eigentlichen Spülbecken rechts, welche aus glänzendem Edelstahl gefertigt und in eine Anrichte eingebaut war. Diese Anrichte, nummerierte man die vier Raumecken durch und begänne man bei der Ecke, zur Linken der Zimmertür, erstreckte sich von der Ersten bis zur Dritten und bestand aus gewöhnlichem Pressspan, ummantelt von wasserabweisendem Kunststoff. Zur Linken des Fensters und über der Anrichte, an der Wand, war ein weiß lackierter Holzschrank befestigt, dessen Tür aus einem ebenso weißen Holzrahmen und einem, von diesem umfassten, Glasfenster bestand, durch welches man einige Gläser und Tassen sehen konnte. Zur Rechten des Küchenfensters, auf gleicher Höhe mit dem ersten Schrank liegend, begann eine, an der Wand, der Tür gegenüberliegend, verlaufende Reihe weiterer weißer Schränke, welche an der dritten Raum-Ecke an den Kühlschrank angrenzte, welcher, durch seine hellen Grauton, nur zu gut mit der restlichen Einrichtung harmonierte. Der Rücken dieses Kühlschranks zeigte ebenso, wie die Rückseite der Schrankreihe über der Anrichte, zur Wand, gegenüber der Zimmertür. Betrachtete man nun die fortlaufende Anrichte genauer, so erkannte man, dass auch sie viele einzelne Schränke beinhaltete, welche, zusammen mit den restlichen Verstaumöglichkeiten im Raum, die wichtigsten Küchenutensilien in ihrem Inneren verbargen. Ebenfalls in die Anrichte eingebaut, etwa zwei Meter links vom Kühlschrank, lag der Herd, aus einem Vier-Felder-Cerankochfeld bestehend, über welchem die Dunstabzugshaube hing, die in die Unterseite der Schrankwand integriert war. Unter diesem Herd lag der Ofen, der ebenso ein Teil der fortlaufenden Anrichte war und, durch seine tiefschwarze Lackierung, eins mit dem Herd zu sein schien.
    Auf der Ablagefläche der Anrichte fanden sich natürlich auch einige Gebrauchsgegenstände des Alltags wieder. Vertreten waren die Kaffee- und die Espresso-Maschine, welche, zwischen Herd und Kühlschrank, direkt nebeneinander standen und mit ihren innovativen, aufwändigen Formen und ihrer Farbgebung, die irgendwo zwischen Schwarz und Weiß lag, dem gesamten Raum etwas Futuristisches verliehen. Links neben dem Herd befand sich ein einfacher, metallic-silberfarbener Toaster mit zwei Schlitzen und neben diesem stand eine Obstschale, gefüllt mit einigen Beeren und anderen Früchten, denen die Frische förmlich auf die Schale geschrieben stand.
    Mittig an der Wand, dem Fenster gegenüberliegend, berührte die Kante eines kleinen Esstisches die Tapete, welche, neben der Einrichtung, ebenfalls ein weiteres besonderes Charakteristikum für den Raum darstellte, denn nur drei Wände in der Küche waren weiß tapeziert, die Wand des Raumeingangs, die Fensterseite und die, dieser gegenüberliegenden Seite. Die Wand jedoch, an welcher der Herd lag, war verkleidet mit kleinen Fliesen, die sich von denen, mit welchen der Boden ausgelegt war, in Größe und Farbe deutlich unterschieden. Der Boden des Raums bestand aus weißen, quadratischen Keramikfliesen, welche etwa so breit waren, wie die Sitzfläche eines Holzhockers. Sie waren so gelegt, dass ihre Fugen Parallele zu den Wänden des Raumes bildeten, im Gegensatz zu denen, der kleineren Platten zwischen Kochstelle und Schrankreihe. Diese waren gräulich gefärbt und so gelegt, dass sie, zu ihrer Senkrechten, Karos bildeten, die jeweils, im Vergleich zu den Bodenplatten, gerade mal ein Drittel der Fläche einnahmen. An einigen Stellen der Fliesenfläche ergaben diese Karos zusammen, mosaikartig, Bilder, die verschiedene Kochutensilien zeigten. Hier vermittelte der Raum, neben seiner futuristischen Ausstrahlung, zum ersten Mal ein wirkliches Küchengefühl, was daher rührte, dass sich die Bilder, welche die Fliesen zusammen ergaben, als einzige im Raum farblich abhoben. Neben dem universalen weiß, dem grau und dem Schwarz, welche im Raum vorherrschten, erstrahlten die kleinen Gemälde an der Wand in lebendigen, realitätsnahen Farbtönen. So gelang es einem einfachen dunkelbraunen Kochlöffel und einem goldbraunen Wellholz, die zusammen in einem Häufchen, weißen bis sehr hellgelben Mehls lagen, schon einmal, einen beim Kochen von der Zukunft zurück in die Gegenwart zu holen.
    Der, an der weißen Tapete angrenzende, Esstisch bot gerade genug Platz für 5 Personen und war von ebenso vielen Stühlen umgeben, die aus demselben Material gefertigt waren, wie die Holzeinrichtung in Leons Zimmer. Die Tischplatte selbst war von einer weißen Stofftischdecke überzogen, welche an ihren Rändern mit Spitze verziert war, und über dem Tisch selbst, an der angrenzenden Wand, hing eine einfache Zeigeruhr, auf deren Ziffernblatt nur die Zahlen 3, 6, 9 und 12 ausgeschrieben waren und der restliche freie Platz durch Striche, unterschiedlicher Größe, ausgefüllt war.


    Leons Vater stützte sich mit beiden Armen an der Kante der Anrichte und sah, über die Spüle, welche, durch die spiegelnde Oberfläche seinen Hals und sein Kinn von unten reflektierte, hinweg, durch das Fenster auf die, in dunkle Schatten gehüllte Straße. Die Uhr über dem kleinen Esstisch zeigte mittlerweile halb acht an, was sich ebenfalls durch die bereits untergegangene Sonne zeigte, und Cedric beschloss, stumm, die Jalousien herabzulassen, noch immer von den Blicken der beiden anderen Rauminsassen verfolgt. Dann drehte er sich in Richtung Leon und Sarah und lehnte sich mit dem unteren Teil des Rückens an die Anrichte, mit der rechten Hand über seinen Bart streichend. „Die Sache ist die…“, Leons Vater ergriff das Wort: „Leon. Ich habe mich mit der Polizei und dem Pokemon-Center unterhalten und wir sind zu dem Entschluss gelangt, dass uns nichts daran hindert, das Flamara bei uns in der Pension aufzunehmen. Da es jedoch… durch seine kleine… Behinderung ein Spezial-Fall ist, müssen wir von nun an regelmäßig mit ihm zur medizinischen Untersuchung ins Poke-Center kommen.“ Der Mann mit dem Drei-Tage-Bart blickte zu Leon, um dessen Reaktion abzuwarten, doch stattdessen sah dieser nur ausdruckslos auf den Pokeball, welcher auf der Tischdecke lag. „Weißt du?“, fuhr Cedric fort: „Aus demselben Grund muss das Kleine nun auch für eine Weile hier im Haus wohnen. Wir beobachten, wie es ihm geht und, ob es schon zu den anderen Pokemon gelassen werden kann. Und ich dachte mir… Vielleicht willst du auf es aufpassen. Wir wissen nicht, was es bisher erlebt hat und daher könntet ihr beide doch ein wenig Zeit miteinander verbringen und du zeigst ihm, dass es ihm hier gut geht!“ Erneut erhoffte sich Cedric von Leon eine Antwort, doch wieder wartete er vergebens. Leon starrte unentwegt auf den Ball und seine Eltern sahen beide zu ihm herüber.
    „Warum hat es nur drei Beine?“, hallte Leons Frage stechend durch den Raum, woraufhin Sarah sich rasch zu ihrem Mann wandte, ihm einen geschockten Blick zuwerfend. Ihr langes, blondes Haar unterstrich ihren Blick, da es durch die ruckartige Bewegung kurzzeitig abhob und mit dem restlichen Schwung, über ihre linke Schulter flog, um sich auf dieser, in Form eines wirren Durcheinanders, abzulegen. Cedric, noch immer von dieser Frage getroffen, dachte für einen Moment, zu Boden blickend, nach, bevor er, zu Sarah gewandt, Leons Frage für sie verständlicher zu machen versuchte: „Dem Flamara, das uns übergeben wurde, fehlt ein Bein und der Besitzer ist einfach verschwunden. Daher der ganze Aufruhr.“ Dann sah er zu Leon und nahm sich dessen Frage vor: „Das wissen wir nicht. Das einzige, das man mir sagen konnte, war, dass ein ausgebildeter Pokemon-Arzt die Operation vorgenommen haben musste, da die Wunden komplett verheilt sind.“
    Wieder kehrte Stille in den kleinen Raum ein, welche lediglich durch das Ticken der Uhr, welche an der Wand hing, im Sekundentakt unterbrochen wurde. Plötzlich hob Leon seinen Arm und griff nach dem, rot-weiß gefärbten, Pokeball und betrachtete ihn in seiner Hand. Sein Daumen fuhr langsam über den Knopf, welcher als Entriegelungsmechanismus diente, und über die metallene Rille, welche den Ball in zwei Hälften teilte. Es war eine Standard-Version des Pokeballs, welcher man sich in jedem, noch so kleinen, Laden habhaft machen konnte. Im kalten Licht der Deckenlampe reflektierte die glänzende Oberfläche des Gegenstandes einige seiner Strahlen. Leon rann eine Träne über die Wange, als er seinen Griff um den Ball festigte und entschlossen sagte:
    „Ich werde …“


    Leon wurde aus seinen Gedanken gerissen, als es plötzlich an seiner Zimmertür klopfte. „Herein!“, rief er zur Antwort, als sich die Tür einen Spalt weit öffnete und Joe, Leons Bruder, mit einem Grinsen durch den Türspalt schaute. „Guten Morgen, kleiner Bruder! Frühstücken?“, fragte er, die Tür nun ganz öffnend. „Klar! Ich komme gleich runter.“, antwortete Leon und beendete seinen Satz mit einem großzügigen Gähnen, woraufhin er sich, mit den Händen, die Augen rieb. Überrascht ließ er von diesen ab und betrachtete seine Hände, da sie sich auf einmal nass anfühlten. Verdutzt stellte er fest, dass sich auf seinen beiden Zeigefingern Flüssigkeit angesammelt und zu kleinen Tropfen zusammengezogen hatte. „Hast du etwa geheult?“, fragte Joe schmunzelnd und fuhr fort: „Du wirst doch wohl keine Angst vor morgen haben, oder?“ Leon, noch immer ratlosen Blickes, antwortete: „Nein. Ich hab mich nur an etwas erinnert.“, und stand auf, um Joe, welcher mit einem „Ach so.“ das Zimmer verlassen hatte, mit leisen Schritten zu folgen. Er wollte die beiden Evolie, welche noch immer in ihrem Korb schliefen, nicht aufwecken. Als er, durch den Türrahmen, hinaus auf den Flur getreten war, lehnte er die Tür vorsichtig so an, dass ein Spalt blieb, welcher genug Platz für den Körper eines Evolie bot, und blickte vorwärts zur Treppe.
    Der Flur war ein recht schmaler, mit sandfarbenem Baumwollteppich ausgelegter, Gang, welcher sich nahezu geradlinig von Leons Zimmer aus nach vorn erstreckte. Mit Leons Räumlichkeiten eingeschlossen, verband dieser vier Räume: Leons Zimmer, das Zimmer seines Bruders, das Bad und das Schlafzimmer ihrer Eltern. Das von Joe befand sich direkt zu Leons Linken und grenzte daher direkt an seinen eigenen Raum an. Gegenüber dem Zimmer seines Bruders, befand sich das Bad und, Leons Zimmer gegenüberliegend, befand sich, rund fünf Türbreiten entfernt, das Schlafzimmer seiner Eltern. Auf etwa einem Viertel des Weges bis zum Elternschlafgemach grenzte die Treppe, welche herunter in das Wohnzimmer führte, an den Gang an. Die Wände des Treppenhauses und des Ganges glichen denen, in Leons Zimmer, da auch diese weiß tapeziert waren und die Treppenstufen und das Geländer bestanden aus der gleichen hellen Holzart, aus welcher auch die umgebenden Zimmertüren gefertigt waren. Das einzige besondere Merkmal am gesamten Treppenhaus, war ein altes Bücherregal, welches auf Höhe der Schlafzimmertür begann und sich an der Wand zum Badezimmer über zweieinhalb Meter erstreckte. Das Regal war aus sehr dunklem Walnussholz gefertigt und stach durch die erhebliche Farbabhebung besonders heraus. Der Hintergrund dessen war, dass das Möbelstück eines der Hochzeitsgeschenke von Sarahs Vater an Leons Eltern war und Cedric und Sarah zu dieser Zeit noch eine Wohnung in Ewigenau gemietet hatten, in welche sich das dunkle Regal farblich deutlich besser integrieren konnte. Es umfasste sechs Ebenen aus vier Zentimeter dicken Holzplatten, welche zugestellt waren mit etlichen Romanen und anderen Büchern, sodass sich die einzelnen Ebenen, aufgrund der Last, der literarischen Werke, sichtbar, zur Mitte hin, nach unten bogen.
    Doch, auch wenn das dunkle Möbelstück auf den ersten Blick befremdlich wirkte, so hatte sich Leon bereits an den Kontrast von heller Esche und dunkler Walnuss gewöhnt und machte sich, dem hölzernen Gegenstand keine Beachtung schenkend, auf den Weg ins Wohnzimmer. Sechzehn Treppenstufen berührte er mit seinen blanken Füßen, deren Knöchel gerade noch von seiner dunkelblauen Trainingshose bedeckt waren, und erzeugte bei jedem Kontakt mit der jeweils nächsten Stufe einen dumpfen Klang, gefolgt von einer Vibration, die sich bis in das Holz des Geländers ausbreitete, bis er mit seinem letzten Schritt eine blaue Fußmatte aus Baumwolle berührte, die auf dem Fliesenboden des Wohnzimmers, vor der Treppe ausgelegt war.
    Der weitläufige Wohnbereich war deutlich beleuchteter, als es Leons Zimmer war, was daran lag, dass der Raum, durch eine Vielzahl an Fenstern, das Tageslicht nahezu ungehindert einfallen ließ. Leon gegenüber, in der Wand, die zum Haus von Alex, Cedrics bestem Freund zeigte, war eine Aneinanderreihung dreier Fenster eingearbeitet, deren Breiten sich auf gut eineinhalb Meter begrenzten. In der Wand, zu Leons Rechten, befanden sich die, mit Fensterglas bestückte, Terrassentür und, links und rechts von dieser, je ein weiteres, kleineres Fenster. Die Rahmen der Mauerunterbrechungen und deren Griffe waren weiß lackiert und die Fensterbänke der reinen Fenster waren aus einer Granitsorte gefertigt, deren Farbton etwas ins Orangene reichte. Ähnlich dem Treppenhaus und Leons Zimmer, waren auch die Raumgrenzen des Wohnzimmers mit derselben Raufasertapete verkleidet und der Fliesenboden setzte sich aus quadratischen, einen Meter breiten Marmorfliesen zusammen, die den Fußboden in ein Meer aus Beige und Grau verwandelten. Direkt zu Leons Linken führte eine Glastür aus sehr mattem, schwer durchsichtigem Glas zur Garderobe, von welcher aus man direkt zur Küche gelangte, und unmittelbar rechts von ihm begann eine zweite, aus beige-schwarzen Granitplatten bestehende, Wendeltreppe, die das Wohnzimmer mit dem Untergeschoss verband.
    Von dort vernahm Leon auch die ersten Lebenszeichen weiterer Familienmitglieder. Als er auf einmal Cedrics, etwas launischer klingende Stimme, ein Stockwerk tiefer, vernahm, versuchte er zu erahnen, mit wem er sprach und worum es ging. Schnell kam er zu dem Schluss, dass sein Vater telefonierte und verlor das Interesse an dem Inhalt des Gesprächs spätestens an dem Punkt, an welchem sein Vater die Tür, etwas lauter als sonst, hinter sich schloss. Leon wollte sich gerade wieder Richtung Küche wenden, da fiel ihm ein kleines Flugblatt ins Auge, welches auf einer, dem Bücherregal im Treppenhaus vom Material her ähnelnden, Regalwand lag. Auch diese war ein, von Sarahs Vater beigesteuertes, Möbelstück zu ihrer Vermählung. Es erstreckte sich von dem Rahmen der Glastür bis zur Fensterreihe, reichte bis unter die zweieinhalb Meter hohe Zimmerdecke und bestand aus sechs hölzernen Ebenen. In der ersten und dritten Ebene von unten waren Schränke eingebaut, in welchen unter anderem auch Fotoalben, oder andere Erinnerungsstücke aufbewahrt wurden. Die restlichen Regalebenen waren offen und wurden als Abstellplatz für Bücher jeglicher Art genutzt. Der Flyer, der Leons Aufmerksamkeit erweckte, lag auf der vierten Ebene, von unten gesehen, und war somit nahezu direkt vor Leons Gesicht platziert. Den Inhalt des Blattes lesend, nahm er ihn in die Hand. „Herzliche Einladung zum Herzhofener Jahrends-Fest!“ stand in großen, kursiven Buchstaben auf der Kopfseite des Papierstückes. Leon war klar, dass es sich hierbei um Werbung für die alljährliche Veranstaltung seines Vaters handelte. Denn jedes Jahr, am Wochenende nach Leons Geburtstag, veranstaltete Cedric, als Mitglied des Stadtrats, zusammen mit diesem einen riesigen, auf die ganze Stadt ausgelegten Jahrmarkt. Er umfasst Umzüge der einzelnen ortsansässigen Vereine, ein riesiges Feuerwerk und dieses Jahr, hatte Leons Vater ihm erzählt, planten sie sogar, in Zusammenarbeit mit der Herzhofener Wettbewerbshalle, einen Sinnoh-weiten Jahr-Ends Wettbewerb, bei dem Top-Koordinatoren aus der ganzen Region gegeneinander antreten sollten.
    Leon erinnerte sich daran, dass sein Vater jedes Jahr zu den Fest-Vorbereitungen ein wenig launischer war als sonst und verzog leicht die Mine, als er daran dachte, dass es folglich dieses Jahr noch ein Stück mehr Arbeit für ihn werden würde. Ausatmend und damit einige seiner Haarsträhnen nach oben wehend, legte er den Flyer wieder an seinen Platz, begab sich nun doch zuerst zur Terrassentür und sah nach draußen in den hell erleuchteten Garten. Zu seiner Rechten befand sich nun der wohl wichtigste Teil des Wohnzimmers, das Sofa. Es bestand aus zwei größeren Partien: Eine längliche, an der Wand, rechts von Leons Blickrichtung, verlaufende Liegefläche und eine nur halb solange Fläche, die an der Wand zur Terrasse hin verlief. Die beiden Teile umschlossen einen rechten Winkel und die Fläche, die dem Sofa, von oben gesehen, zu einem kompletten Rechteck noch fehlte, wurde von einem tieferen Esstisch ausgefüllt, welcher bedeckt war mit einigen Zeitschriften von Leons Mutter und seiner Schwester. Gegenüber dieser Sitzecke, an der Wand zu Leons Linken, befand sich ein weiterer, etwa einen halben Meter hoher Schrank, auf welchem der Fernseher des Wohnzimmers ruhte und mit seinem schwarzen LCD-Bildschirm, im Geheimen über die Ruhe im Raum zu wachen schien. Zwischen diesem Schrank und der Raumbegrenzung, vor welcher Leon stand, fand sich noch der Schlafplatz von Cedrics Arkani, Shifu. Es war eine Art Podest, etwa derselben Höhe des Schranks, auf welchem der Fernseher stand, bekleidet mit einer beigen Wolldecke. Das überdeckte Holzkonstrukt bot gerade genug Platz für Cedrics großgewachsenes Pokemon, welches schon beinahe Probleme im Treppenhaus bekam, wenn es versuchte, ins obere Stockwerk zu gelangen, und war ausgestattet mit Näpfen für Wasser und diverse Trockenfuttersorten. Diese waren an der Seite des Podestes aufgereiht, sodass das Arkani alles an einem Fleck hatte, was es brauchte.
    Leon konnte sich noch daran erinnern, wie Cedric es, vor einiger Zeit, noch für eine gute Idee hielt, Shifu in der Küche fressen zu lassen. Der Schlafplatz war nach wie vor im Wohnzimmer und somit war es jeden Abend, an dem Leon etwas zusammen mit seinen Eltern ansehen wollte, dasselbe Spiel. Shifu lief gefühlte zehnmal durch das Bild nur um einen Schluck zu trinken und sich daraufhin sofort wieder hinzulegen.
    Bei dem Gedanken an Cedrics feuerfarbenes Riesen-Hundepokemon konnte sich Leon ein Grinsen nicht verkneifen, bis er seine Arme kurz durchstreckte und sich auf den Weg in die Küche machte, in der er Joe vorfinden sollte. Ein weiteres Mal ausgiebig gähnend, durchquerte Leon die Glastür zum Flur. Es war ein kleiner Raum. Rechts von Leon befand sich die Garderobe, bestehend aus 3 Kleiderhaken und einer, parallel zu den Haken verlaufenden Eisenstange, die mit diversen Kleiderbügeln bestückt war. Ansonsten beinhaltete der Raum nicht viel mehr. An der Wand zu Leons Rechten befand sich die Küchentür, direkt vor Leon die Haustür und links von ihm führten zwei Weitere in die Abstellkammer und die Gäste-Toilette. Vor der Eingangstür war eine weitere Fußmatte ausgelegt und in der Ecke zwischen dieser Tür und der Wand, links von Leon befand sich eine ein Meter hohe Säule aus Keramik, deren Oberseite äußerst eben und von einem kleinen weißen Stofftuch bedeckt war. Der Fußboden und die Wand glichen denen im Wohnzimmer und in die Decke waren drei bewegliche Strahler mit LED-Leuchten eingearbeitet.
    Leon bog nach rechts ab und gelangte in die Küche, in welcher Joe am Esstisch saß und ein belegtes Brötchen verzehrte. Der Rest der gebacken Teigklöße verharrte auf der Anrichte, der Küchentür gegenüber, im Inneren einer braunen Papiertüte mit der Aufschrift „Lyra’s“. Das war der Name einer Bäckerei in Herzhofen, in welcher Cedric so gut wie jeden Morgen frische Brötchen besorgte. Genauer war „Lyra“ der Name der Ladenbesitzerin, welcher Cedric so gut wie jeden Morgen die 350PD für vier Laugenbrötchen, ein Vollkornbrot und ein halbes Weißbrot bezahlte und mit welcher er im Anschluss daran immer, sofern der Kundenandrang es zuließ, noch einige Worte über das Wetter verlor oder den feinsten Klatsch aus der Umgebung diskutierte.
    Die Küche hatte sich seit dem Tag, an welchem Leons Vater mit dem Pokeball in der Tasche nach Hause kam, in Sachen Form und Einrichtung, nur um geringfügige Kleinigkeiten geändert, sodass Leon wieder vereinzelt die Geschehnisse der Vergangenheit vor seinen Augen zu sehen zu bekommen schien. Er betrat den Raum, schloss die Tür hinter sich und grüßte seinen Bruder: „Guten Morgen….“. „Morgen!“, erhielt er mit einem vollen Mund als Antwort. Er ging vorbei am Esstisch, Richtung Fenster, stützte sich mit beiden Armen an der Kante der Anrichte ab und sah, über die Spüle, welche, durch die spiegelnde Oberfläche seinen Hals und sein Kinn von unten reflektierte, hinaus, auf die lichterfüllte Straße. Die Uhr über dem kleinen Tisch zeigte mittlerweile halb zehn an. „Papa ist wieder in Festtagsstimmung, was?“, begann Leon mit einem Hauch von Ironie. „Du kennst ihn doch.“, gab Joe zurück und aß weiter. „Isst du nichts?“, fuhr er nach einer Weile fort und zeigte auf die Tüte mit Backwaren. „Doch, doch. Es ist nur…“, begann Leon und stockte. Unbewusst sammelte sich in Leons Augen Wasser an, und sein Blickfeld verschwamm allmählich. „Alles klar? Es ist nur ‚was‘?“, fragte Joe, der nur Leons Rücken zu Gesicht bekam. Leon wich aus: „Oh, es ist nur, dass ich morgens erst eine Weile brauche bis ich wirklich Hunger bekomme.“, und rieb sich die Augen, als wolle er sich den Schlaf aus ihnen herausreiben. „Ach so.“, antwortete Joe wieder knapp und führte nachdenklich eine Tasse heißen Kakaos, zu seinem Mund um davon zu trinken. „Karen arbeitet?“, fragte Leon in den Raum, noch immer die Straße fixierend. „Jap. Meines Wissens noch bis heute Nachmittag.“, gab Joe zur Antwort und wieder legte sich Stille über den Raum. Leon gelang es unterdessen, seine Tränenansammlungen zu trocknen und sich wieder gänzlich zu beruhigen. Noch eine Weile sah er aus dem Fenster und betrachtete ein kleines, unbewohntes Spinnennetz, welches außen am Fensterrahmen aufgespannt war und auf welchem sich, durch die Kälte, winzige Eiskristalle bildeten. Ansonsten herrschte auch auf den Straßen eine gähnende Leere. Keiner wollte bei diesen Temperaturen vor die Tür gehen, noch nicht einmal die Schwalbini, die normalerweise durch den morgendlichen Himmel streiften, trauten sich aus ihren Nestern. Das Szenario ließ in Leon ein Gefühl der Kälte aufsteigen. Trotz des gut geheizten Raumes, fror Leon innerlich. Er fühlte sich allgemein merkwürdig. Übel war ihm nicht, doch kam es ihm so vor, als versuche seine Vergangenheit ihn einzuholen. Als versuche sie, ihm noch einmal alles von Anfang bis Ende vorzuzeigen und er selbst konnte darauf keinen Einfluss nehmen. Dennoch atmete er tief durch und konnte somit vorerst wieder Herr über sich selbst werden. Als er seinen Körper dann zu seinem Bruder wandte und sich, seine rechte Hand über sein Kinn streichend, mit dem unteren Teil des Rückens an die Anrichte lehnte, öffnete sich auf einmal ruckartig die Küchentür. Leon konnte in seinem Augenwinkel eine beige Jacke ausmachen, welche allein genügte, sein eigenartig vages Gleichgewicht zwischen Erinnerung und Realität erneut zu erschüttern…

  • Oh, wow, es geht weiter, endlich :D Ich dachte schon, einer der vielversprechenden Autoren hier macht nicht mehr weiter, aber da war meine Sorge wohl unbegründet ^^ Wow, die Kapitellänge ist schon ma wieder beeindruckend und ich hoffe, ich werde heute mit meinem Kommentar noch fertig x3
    Ich hab jetz etwa die Hälfte schon gelesen und muss einfach nur staunen. Zum einen über deine wirklich langen Schachtelsätze, von denen ich dachte, nur ich bekäme sie so detailliert hin, und zum anderen über die Tatsache, wie genau du die Umgebung beschreibst. Von Ersterem würde ich dir allerdings in Zukunft abraten. Nachdem ich es nun schon von mehreren Usern hier und inzwischen sogar von meinen Lehrern als Kritik gehört habe, versuche ich, nicht mehr ganz so viele, megalange Sätze zu bilden. Ma davon abgesehen, dass du wesentlich zu viele Kommata setzt, an Stellen, wo gar keine hingehören, kommt man irgendwann einfach mit allem durcheinander. Selbst merkt man dies beim Schreiben oft nicht, doch wenn du dir deine beschreibenden Sätze ma laut vorliest, wirst du hoffentlich selbst merken, wie langatmig sich die gesamte Sache dann gestaltet ^-^ Man weiß, während man den Satz zu Ende liest, gar nicht mehr, was du zu Anfang gesagt hast, auf welchen Gegenstand sich das nun bezieht und was du überhaupt genau sagen möchtest. Wenn du so viele Einschübe machst, erzeugst du nichts außer Verwirrung und man verliert im schlimmsten Falle sogar die Lust am Lesen, weil man ahnt, welch große Masse an Relativsätzen man noch vor sich hat, bevor man am Ende ankommt und endlich seine Meinung abgeben kann xD Also, bitte in Zukunft ruhig ma Freundschaft zum Punkt aufbauen, ich bin auch gerade mehr oder weniger erfolgreich dabei, lass uns das zusammen schaffen :D
    Zum zweiten Punkt.. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen, ob ich es negativ bewerten soll oder nicht. Ich meine, ich sagte dir ja, du sollst mehr auf Umgebung und so eingehen, aber ich meinte eigentlich nicht, dass es mehr als die Hälfte des Gesamtkapitels einnimmt. Entschuldige, solltest du das falsch verstanden haben, das wird wohl meine Schuld gewesen sein ^^" Ich habe dir da viel zu viele Fragen aufgelistet, die man sich als Autor während der Beschreibungen stellen sollte =/ Jedenfalls... achte beim nächsten Ma bitte darauf, den Leser nicht mit der Umgebung zu erschlagen ^^" Das reduziert nämlich auch die Lust am Lesen, gerade bei einer einfachen Küche. Allerdings, damit ich nicht nur etwas daran auszusetzen habe, finde ich es wahrhaft beeindruckend, wie du es schaffst, einen kleinen, viereckigen Raum so detailliert zu beschreiben, mit einem Wortschatz, der sich bloß an einigen wenigen Stellen wiederholt und ansonsten grandios ist. Ich mag die Worte, die du verwendest, ich mag die Sätze, so, wie du sie baust, mit Ausnahme der Länge. Die Verben sind passend, die einzelnen Bestandteile korrekt benannt, du bist echt auf jede noch so winzige Kleinigkeit eingegangen, um mir als Leser ein genaues Bild der Lage zu vermitteln. Noch nie konnte ich mir während des Lesens eine Kulisse so gut vorstellen, ich bin so sprachlos und wiederhole mich hier doch ständig xD Das ist jetz nicht unbedingt negativ zu bewerten oder so, nur wie gesagt, in Zukunft würde auch weniger reichen :>
    So, nachdem die Küche nun deutlich charakterisiert wurde und Cedric sich an die Anrichte lehnt, widmest du dich der Atmosphäre und der äußeren Situation, nämlich Uhrzeit, Begebenheiten außerhalb des Raumes und so weiter. Ich finde, du bringst die bedrückte, angespannte Stimmung gut rüber, obwohl du sie so nicht einma direkt erwähnst. Indem du Gestiken, Mimik und die passenden Dialoge einführst, schaffst du es auch so, eine gewisse Elektrizität zu erzeugen, und das muss man erstma schaffen :3 Also, an dieser Stelle ein weiteres Lob an dich, ich finde es beeindruckend, wie du das Bedrückte, Mitleidige zum Ausdruck bringst. Die Dialoge an sich scheinen imo der Szene angemessen gewählt zu sein, keinesfalls auf Teufel komm raus geschrieben, damit die Charaktere überhaupt etwas sagen, sondern mit Bedacht zusammen gestellt. Die Erklärung, wie das Flamara gehalten wurde und aus welchem Grunde es nun in die Pension kommt, schein mir auch plausibel. Und dann die Stille, die bloß von der Uhr unterbrochen wird... hach, das erzeugt nochma so ne schöne Dramatik und man weiß schon, dass bald etwas passiert, das das Schweigen bricht. Das ist jetz auch nichts Schlechtes oder so, irgendwann muss sich die Stimmung ja wieder ändern. Ich finde, hier hast du auch gut die Kurve gekriegt. Der Bruder, der nun endlich aufgewacht ist (?) und durch die Tür linst, wenn ich das richtig verstanden habe. Dementsprechend also eine alltägliche Begebenheit, die hier zum Wechsel der Atmosphäre beiträgt, sowas ist doch nett ~
    Okay, auf den Rest des Kapitels werde ich nicht unbedingt so genau eingehen, da dieser ja prinzipiell nur aus Gedanken und Umgebung besteht und ich muss gestehen, hier hab ich lediglich überflogen, weil es einfach eine zu große Masse an Text ist ^^" Es wurde dann im Laufe des Kapitels zu eintönig, ständig von irgendwelchem Holz oder Stoff zu lesen, der mit anderem Stoff oder Holz in Verbindung steht oder wie welcher Raum zu welchem steht. Ein Drittel des Textes, den du da fabriziert hast, würde locker reichen, und die Sachlage trotzdem passend und genau genug zu beschreiben. Weshalb ich auch gleich zum Ende gesprungen bin, wofür ich dich ma wieder in den Himmel heben muss :D Ich finde, du baust ein sehr schönes Cliffhanger ein, das mit der geheimnisvollen Vergangenheit, die ihn wieder einzuholen scheint, das merkwürdige Gefühl, dass er empfindet, zusammen mit der inneren Kälte, trotz der Wärme im Raum... das wiederum finde ich gut.
    Zusammengefasst möchte ich dir also sagen: Nimm beim nächsten Ma die Hälfte des Textes, die du für die Umgebung aufwendest, und verwandle sie in Gefühle, Gedanken und Dialoge. Immer dieses Halbherzige, Gelangweile, bla ist arbeiten, dings macht das gerade, da fehlt so ziemlich der Pepp. Ich weiß, wir sind noch am Anfang, und ich denke, es soll gerade zur Atmosphäre passen, aber redet man sich auch über andere Sachen, wenngleich es noch recht früh am Morgen ist? Zumindest ist das bei mir Zuhause der Fall... ich erkenne dein Talent zum Detail ja an, nur übertreib es bitte nicht ^^" Ich habe jetz inzwischen verstanden, dass dir die Beschreibung der Umwelt sehr am Herzen liegt und du alles richtig machen willst, nur schießt du hierbei übers Ziel hinaus und zu viel wirkt sich auch wieder negativ aus. Wie ich so im Nachhinein sehe, hast du auch auf Hintergründe einigen Wert gelegt, wie beispielsweise das mit der Bäckerei, wie sie heißt und dass sie in Herzhofen liegt. Das kannst du ja ruhig beibehalten, es gehört ja dazu, den Leser bezüglich der Umstände und Begebenheiten in der literarischen Welt aufzuklären. Allerdings könntest du das auch noch eher in Form von Gedanken oder kleinen inneren Monologen einbauen, einfach, um dem Leser etwas mehr Einblick in Leon zu gewähren. An sich erfährt man ja kaum etwas über seine innere Situation, sondern nur über die Inneneinrichtung xP Und versuche, weniger Kommata zu setzen. Nur weil da ein bestimmter Artikel steht, heißt das nicht automatisch, dass da nen Komma hinmuss. Das ist nur der Fall, sofern ein Relativsatz eingeleitet wird. Schau dir nochma die Grammatikregeln an, um solche Fehler zu vermeiden. An Rechtschreibung und sonstiger Grammatik habe ich jedoch rein gar nichts auszusetzen, es mag ein relativ niveauvoller, komplizierterer Stil sein, aber das lässt sich ja nicht von heute auf morgen ändern. Insgesamt wirklich ein tolles Kapitel, wenn auch durch die vielen Schachtelsätze etwas irritierend mit der Zeit und durch die Masse an Umgebung fader werdend. Nimm dir meine Kritik zu Herzen, was dir sicherlich leicht fallen dürfte, und du wirst immer besser :3

    LG

    ~ Emeraude ~


    //E: Außerdem ist es eine Schande, dass hier nur ich kommentiere, also ehrlich :<

  • [tabmenu][tab='Vorwort']Hi McSora, ich bin über deine FF durch das Kommi-Topic gestolpert. Da hab ich nämlich gesehen, dass du erst wenige Kommentare hast und da dacht ich mir, dass es dir sicherlich eine Freude machen wird, nicht wahr? Ich fang direkt auch mal an.


    [tab='Startpost']Als erstes muss ich anmerken, dass der Startpost irgendwie unordentlich aussieht. Du hast sieben verschiedene Farben benutzt - daher rührt die Unruhe in dem Startpost, die mich zuerst etwas abgeschreckt hat, muss ich zugeben.
    Benutze für den "Maintext", der bei dir in dem normalen Schwarz erscheint, am Besten die Standardfarbe des jeweiligen BB-Stils. Hier ist mal ein Link zu einer Farbtabelle. Es ist irgendwie langweilig, wenn man die Standardfarben, die das BB anbietet, benutzt. Da hast du mehr Auswahl.
    Vor allem stören mich aber die blauen Überschriften. Sie wirken so... Schlicht, gewöhnlich. ^^"
    Bei dem Vorwort würde ich den Wechsel zwischen schwarz und weiß ändern; sieht einfach unschön aus. Außerdem passt das Dunkelrot und das Orange bei der Kapitelübersicht nicht zu den sonstigen Farben dazu. Wähle lieber drei Farben aus, die du dann in deinem Startpost verwendest. ^^
    Zu guter Letzt, ist nur eine Anmerkung, ist mir aufgefallen, dass du keinen Klappentext angegeben hast. Mit Absicht?


    Sonst kann ich dir nur empfehlen, dass du vielleicht mal Tabmenüs ausprobierst. Das steigert erheblich die Übersichtlichkeit des Startposts oder mach ganzen Text linksbünding.


    [tab='Prolog']Ich fange mal mit dem Unangenehmen an, ok?


    Die Überschrift "Geist deiner Erinnerung" ist viel zu groß. Anstatt sie zum Prolog zu tun, würde ich sie eher an den Anfang deines Startposts verschieben. Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben, also "drei Jahre". An deiner Stelle würde ich einfach Zahlen immer ausschreiben, denn wenn im Text plötzlich eine Zahl auftaucht, sieht das etwas unschön aus...


    So, aber jetzt zum Positiven: Der Prolog hat mir sehr gut gefallen und erfüllt meiner Meinung das Kriterium, neugierig zu machen. Ich schätze mal, der Grund für die Naturkatastrophen weltweit ist die Verschiebung der Mächte innerhalb des Dimensions-Trios, oder? Auch von der Länge ist der Prolog vollends in Ordnung, wenn nicht perfekt, aber durchaus zufriedenstellend.


    [tab='Kapitel 1']Wenig Handlung, (zu) viel Beschreibung, was ich auch bei Kapitel 2 kritisieren werde. Ehrlich gesagt habe ich einige Absätze übersprungen, weil mir die Bekanntmachung mit der Familie und den Nachbarn zu nervig war. Wen interessieren Nachbarn? ^^" Dennoch sprechen die Beschreibungen für dich, deinem Schreibstil, auch wenn du dich zu sehr darin verirrst. Du baust innerhalb deiner Kapitel kaum Spannung auf, weil die überlastigen Beschreibungen jegliche Spannung zunichte machen.
    Finde einfach ein gewisses Maß, um die Umgebung zu beschreiben. Halt die immer vor Augen, dass du durch die Augen deines Charakters siehst und frage dich dann, ob diese detaillierte Beschreibung zu dem jeweiligen Charakter oder sogar Situation passt (z.B. auf einer Flucht wird niemand stehen bleiben, um die schöne Natur zu brachten, daher sollten bei solchen Situationen eher weniger auf Umgebung eingegangen werden).


    Trotzdem hat es mich neugierig gemacht, wer der Mann war, der das Flamara in der Pension abgegeben hat. Und: Katzen und Hunde können sehr gut mit drei Beinen leben. Deshalb verstehe ich Leons Hysteri deswegen nicht. Gut, es ist für den Menschen unglaublich schrecklich, wenn ein Tier mit drei Beinen angehumpelt kommt, aber dem Tier ist es vollkommen gleichgültig. In freier Wildbahn wäre es aber durchaus ein Handicap und wären mit Sicherheit gefährdet, aber in menschlicher Obhut ist das kein Problem. :)


    Und auch hier wieder: Zahlen ausschreiben bitte. ^^ Und du hast öfters statt "Evoli" "Evolie" geschrieben oder "Flammara" statt "Flamara". Schau dir da lieber die Korrektheit der Namen nochmals an, wenn du dir unsicher bist. :)
    Außerdem solltest du, wenn der Gesprächspartner bei Dialogen einen Zeilenumbruch machen. Da wird die wörtliche Rede einfach übersichtlicher. ^^


    [tab='Kapitel 2']Wie auch hier kritisiere ich deine überlastigen Beschreibungen, sowie deine sehr detaillierten Schachtelsätze, die über kurz oder lang sehr verwirrend werden können. Meine Meinung zu deinen Beschreibungen kennst du ja bereits. Allerdings finde ich sie nicht durchweg schlecht, denn ich staune regelrecht, wie du Umgebungen beschreiben kannst. Besonders Inneneinrichtungen fallen mir sehr schwer. Nur leider kehrst du mit deinen ausführlichen Beschreibungen die eigentliche Handlung unter den Tisch und das wiederum ist sehr schade. Beispielsweise: Wer interessiert sich für die Kücheneinrichtung? Also ich nicht. ^^"


    Allerdings kriegst du noch die Kurve, indem du zwar nicht direkt die bedrückende Atmosphäre dem Leser nahebringst, sondern ich habe es selbst gemerkt, wie sehr "der große Tag" über der Familie lastet. Das finde ich gut, kannst es aber auch direkt in Form von Gedanken und Monologen des Hauptcharakters einfließen lassen.
    Allgemein wünsche ich mir weniger Beschreibungen, mehr Handlung in Zukunft. ;)


    [tab='Nachwort']Obwohl der Kommentar eher aus Kritik besteht als aus Lob möchte ich dir dennoch sagen, dass dein Schreibstil auf hohem Niveau bereits ist. Da die Kapitel mehr aus Beschreibungen bestehen, kann ich dir leider auch mehr positives Feedback geben. Du solltest weiterhin darauf achten, dass du dich nicht in Beschreibungen und Schachtelsätze verirrst, ok? Sonst kann ich mich nicht beklagen, denn ich bin schon gespannt wie du die Kritik einbeziehst. ^^ Bis denne![/tabmenu]http://i51.tinypic.com/2ljq235.png

  • Kapitel 3 - Von Schuld und Träumerei ~



    Verdammt! Es ist alles meine Schuld! Meine eigene dumme Schuld!“, dachte Leon, so wie sich sein Blickfeld auf einmal verdunkelte. Die Silhouetten der Rauminsassen verschwammen vor seinen Augen und diese innere Kälte schien, ihn immer mehr zu umfassen. Ihm war, als löste sich der Boden unter seinen Füßen und er verlor das Gleichgewicht, bis er urplötzlich auf die eigene Küche herabzusehen schien. Er sah sich und seine Mutter am Esstisch sitzen. Cedric stand ihnen gegenüber und Leon hielt den Pokeball in den Händen, in welchem das dreibeinige Flamara ruhen sollte. „Ich weiß noch… Ich sagte…:


    - „Ich werde auf es aufpassen! Damit so etwas auf keinen Fall wieder passiert!“ Leon stand auf und umgriff den farblich zweigeteilten Ball fester. „Und ich werde auch mit ihm zu diesen Untersuchungen gehen! Und wenn es dann zu dir auf die Arbeit kommt, werde ich es immer besuchen kommen, ok?“ Leon lächelte auf einmal wieder, was Cedric ungemein zu beruhigen schien. Auch Sarah, welche nur am Rande etwas von der ganzen Geschichte mitbekommen hatte, freute sich, ihren Sohn wieder glücklich zu sehen. „Aber Natürlich Leon! So machen wir das!“, gab sein Vater mit einem Lächeln auf dem Gesicht zurück. „Schatz, hat es denn schon einen Namen, dein Flamara?“, stellte Sarah plötzlich in den Raum. „Das ist eine gute Idee! Leon, wie willst du es denn nennen? Wir haben nirgends einen Namen gefunden, also denke ich, bleibt dir die Wahl offen!“ fügte Cedric bei und sah Leon erwartungsvoll an. Dieser schaute nachdenklichen Blickes auf den Pokeball in seiner Hand. „Möchtest du es Flammi nennen?“, versuchte Sarah ihn zu unterstützen und wartete ebenso gespannt auf den Vorschlag ihres Sohnes. Leon hingegen ließ diesen Einwurf unbeachtet an sich vorbeiziehen und lächelte einige Augenblicke später wieder.
    „Fay soll es heißen!“
    Sarah und Cedric sahen sich ahnungslos an. Ihre Blicke genügten um dem jeweils anderen die eigene Ahnungslosigkeit zu übermitteln. „Fay?“, gab Cedric daraufhin etwas irritiert zurück und fuhr fort: „Nicht irgendetwas mit Feuer? Ich meine, es ist immerhin ein Flamara!“ Er lachte, doch sein Sohn schien, auch diesem Kommentar keine Beachtung zu schenken und wiederholte in Gedanken: „Fay soll es heißen…“-


    Fay? Warum habe ich es überhaupt so genannt? Ich weiß es selbst nicht mehr. Das einzige, was ich weiß und von dem ich mir sicher bin, ist, dass ich einfach nur heilfroh war, dass dieses arme, gequälte Pokemon endlich in unsere Obhut kam. Es sollte ihm nun viel besser gehen! Und ich würde dafür sorgen! Ich würde es unterstützen, es beschützen und jede Sekunde, die das Flamara leiden musste, wieder gutmachen! Ja, das wollte ich, es beschützen… An diesem Abend nahm ich es mit auf mein Zimmer und befreite es aus seiner Kapsel. Es schlief allerdings die ganze Nacht lang durch, sodass wir den ersten Kontakt auf den nächsten Morgen verschieben mussten.“, rief sich Leon ins Gedächtnis und sah auf einmal, wie sich die Szenerie vor seinem inneren Auge zu wechseln begann. Der ganze Vorgang erschien ihm, als schwebe er in einer Art leeren Raum und um ihn herum explodiere ein Feuerwerk aus Farben und Konturen, welches sich langsam wieder zu einem erkennbaren Bild zusammensetzte. Leon konnte nun auf sein eigenes Zimmer herabsehen. Er sah sich, in seinem Bett liegend, und den Korb, in welchem heute Sora und Kairi lagen, am Fuße des Bettes anlehnend. In ihm hob und senkte ein Flamara schlafend und im Rhythmus seine Flanke. Bei genauerer Betrachtung bemerkte er, dass der im Bett liegende Leon gar nicht schlief. Er betrachtete Fay, das schlafende Pokemon, mit wachendem Blick. „Ich bekam die ganze Nacht kein Auge zu. Ich wollte für Fay da sein, sollte es aufwachen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht einmal, dass Fay eigentlich ein Weibchen war. Doch ich sah auch später in dem Namen kein Problem und blieb dabei. Ich weiß noch genau, wie es sich anfühlte, als Fay an diesem Morgen zum ersten Mal eines seiner Ohren bewegte. Das erste Zeichen der physischen und auch mentalen Anwesenheit. Ich konnte mich vor Freude kaum halten, hatte aber gleichzeitig die wohl größte Angst, die ich bis dahin je verspürt hatte.“


    -Das Flamara, welches auf seiner linken Körperhälfte lag, zuckte einige Male mit seinem rechten Ohr. Leon, sich etwas weiter aus dem Bett herausbeugend, konnte deutlich erkennen, wie auch das Auge des langsam erwachenden Pokemons begann, sich zu bewegen. Der Puls des Jungen begann zu rasen, als Fay auf einmal seinen Kopf hob und seine Augen öffnete um zu erfahren, wo es sich gerade befand. Es ließ seinen Blick über Leons, bis heute unveränderten Räumlichkeiten schweifen und bewegte sacht die Löcher seiner kleinen, feuchten Nase um die neuartigen Gerüche, die es umgaben, zu erfassen. Dabei verstellte es seine Ohren in jede, ihm mögliche Richtung um möglichst jeden Ton aufzufangen, der von irgendetwas in seiner Umgebung von sich gegeben wurde. Schlagartig fixierte es Leon, dessen Atmen Fays Aufmerksamkeit auf sich zog. Der erste Blickkontakt war gemacht und für Leon ging in diesem Moment die Sonne ein zweites Mal auf. Die tiefgrünen, glasperlenartigen Augen, welche seine eigenen zu durchdringen schienen. Leon spürte, dass Fay die Situation unangenehm schien. Es hatte Angst. Jeder Muskel in Fays Körper stand förmlich unter Strom, als wäre es bereit, jeden Moment die Flucht zu ergreifen. Der Junge konnte ebenso deutlich sehen, wie schnell das Flamara auf einmal atmete. Alle Zeichen standen dafür, dass Leon jetzt Friede schließen musste, also lächelte er Fay zunächst, so freundlich es ging, an und versuchte Kontakt aufzubauen: „Hey mein Kleines! Bist du wach?“, fragte er und versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben. Denn nicht nur Fay stand unter Spannung. Auch für Leon war dieser Moment von höchster Bedeutung und er wollte nichts falsch machen. Langsam führte er seine Hand in Richtung des feuerroten Fuchses, bis sie kurz vor dessen Gesicht zum Stehen kam. Erneut sah man die Nasenflügel des Pokemons sich heben und senken, während es die Hand des Jungen zu inspizieren begann. ‚Bitte beiß mich jetzt bloß nicht! ‘, dachte Leon leicht panisch und biss sich selbst präventiv leicht in die Unterlippe. In dieser Hinsicht hatte er schon mit Cedrics Arkani Shifu eine Vergangenheit. Doch auch wenn zwischen den beiden Pokemon größentechnisch ein gewaltiger Unterschied bestand, Leon fürchtete sich dennoch ein wenig davor. Zu Leons Beruhigung konnte er nach einiger Zeit erahnen, wie sich der Körper des Flamaras langsam entspannte und kurz darauf kam es mit seinem Kopf näher, um seine Wangen an Leons Finger zu streifen. „So ist gut! Du brauchst keine Angst zu haben!“, sagte Leon sanft und strich leicht über den Kopf des Pokemons, welches sich daraufhin erhob und aus dem Korb sprang. Der Beginn dieser Freundschaft, so schön er auch war, wurde in diesem einen Moment kurzerhand in den Schatten einer anbrausenden Welle der Trauer gestellt. Das Flamara, kurz nachdem es bei der Landung den Fußboden mit dem rechten Vorderlauf berührte, verlor das Gleichgewicht und fiel, nach links geneigt vornüber. Leon, einen stechenden Schmerz in seiner Brust fühlend, sprang auf und versuchte dem Pokemon aufzuhelfen.-


    „Es war sich noch nicht einmal bewusst, dass ihm ein Lauf fehlte. Dieser kleine Moment, dieser einfache Sprung von Fay hatte genügt, mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. All meine Gefühle waren zwar noch dieselben! Ich wollte ihm natürlich helfen! Ich wollte es natürlich auch beschützen! Doch auf einmal gesellte sich diese neue, große Furcht zu meinen Überzeugungen… Ich hatte Angst, es leiden zu sehen. Allein nur zu sehen, wie es am ersten Tag, das Gleichgewicht verlierend, mit dem Gesicht den Boden berührte, tat mir innerlich so sehr weh. Ich wollte weinen, doch tat es nicht. Ich wollte Fay ja beistehen. Und wer verlässt sich denn bitte auf jemanden, der sich nicht einmal auf sich selbst verlässt.“, dachte Leon, noch immer in der geistigen Schwebe verharrend, weiter und betrachtete die Szene seiner Vergangenheit ein wenig länger. Der Leon vor seinen Augen setzte eine sehr realistisch positive Maske auf und begann, Fay zu unterstützen. Er sprach etwas zu ihm, doch Leon konnte sich nicht mehr genau an die Worte erinnern, die er damals gewählt hatte, um dem Flamara seine Lage beizubringen. Leon fühlte sich bei der Betrachtung von sich selbst immer eigenartiger. So musste es sich anfühlen, dachte er, wenn ein Schauspieler ein Drama ansah, in welchem er selbst mitwirkte. Und so betrachtete er die beiden Akteure weiterhin, sah Fays erste klägliche Versuche des sicheren Gangs mit an und beäugte still sich selbst, bei den Bemühungen, Fay zu ermutigen, alles zu geben. Es überraschte Leon bei dieser zweiten Betrachtung der Szenerie selbst, dass es so schnell ging, das Pokemon davon zu überzeugen, dass es in Sicherheit war, doch weiter hinterfragte er es auch nicht. Es geschah schließlich, wie es geschah. „Wir verbrachten unseren ersten gemeinsamen Tag damit, das Laufen mit drei Beinen zu üben. Ich vergaß sogar das Frühstück und das Mittagessen und so kam es, dass wir beide, ich und Fay, uns am Abend den Bauch vollschlugen. Das war ein einfach unbeschreibliches Gefühl. Der ganze Tag war langwierig und schwer, der Morgen begann ziemlich ernüchternd, doch der Abend war einfach wunderschön. Fay war wie eine kleine Schwester, und wir aßen zusammen zu Abend.“ Leon lächelte und schloss die Augen. Er gab sich ganz seiner Erinnerung hin und wollte daran festhalten. Er legte seine ursprüngliche Ablehnung, diesem unbeabsichtigten Rückblick gegenüber ab und schien, ihn auf einmal willkommen zu heißen.
    „Nach einer Woche waren wir schon ein ziemlich eingespieltes Team. Fay lebte sich bei uns ein, machte sich mit allen anderen Bewohnern vertraut und auch mit dem Haus an sich. Schlafen durfte es in meinem Zimmer und zu Fressen bekam es neben Shifu. Die beiden wurden schnell gute Freunde. Die ersten Wochen waren auf jeden Fall eine wunderschöne Zeit, das steht fest.“ Das feuerwerkähnliche Schauspiel um Leon herum begann erneut und wieder verschwommen Linien und Farben der Bilder, die er sah, und formten etwas Neues. Es waren einzelne Szenen, an welche sich Leon erinnern konnte, in welchen er und Fay ihren neuen Alltag lebten. Sie aßen gemeinsam, spielten gemeinsam, schliefen gemeinsam und immer war Leon da, wachenden Blickes, um dem Flamara im Notfall zur Pfote zu gehen. Leon lächelte und fuhr seinen Gedankengang fort: „In dieser Zeit konnte ich deutlich spüren, wie auch Fay fröhlicher wurde. Es konnte sich schnell und vergleichsweise gut mit dem Verlust seines Vorderlaufs arrangieren und wurde selbstsicherer. Mir ging förmlich das Herz auf. Im Nachhinein kann ich sagen, dass diese ersten Wochen… vielleicht sogar die schönste Zeit meines Lebens waren, bis heute. Es gab eigentlich keine Zeit mit vergleichbaren Gefühlen… Jedenfalls gingen Fay, mein Vater und ich etwa zwei Wochen später zur ersten Physiotherapie im Poke-Center. Es war merkwürdig. Ich fühlte mich, als säße ich beim Arzt, nur hatte ich zudem noch riesige Angst vor dem, was die Schwester sagen würde.“ Erneut wechselte die Szenerie. Leon, und Cedric saßen auf zwei Stühlen, welche in einer Reihe mit vier weiteren in einem Flur standen. Dieser Flur war weiß tapeziert und besaß einen Fliesenboden aus gelblichen Marmorplatten. Zu Leons Linken, etwa auf der Höhe seines Kopfes, stand eine rot blühende Zimmerpflanze, deren saftig grüne Blätter mit ihrer Länge schon den Boden streiften. Cedric saß rechts von ihm und las eine Zeitschrift, deren Titelseite Leon nicht sehen konnte, und auf Leons Schoß saß das leicht zitternde Flamara, Fay, welches Leon ängstlich in die Augen sah. Die Atmosphäre war nur rege beschäftigt. Leon erinnerte sich, dass es früh am Morgen war und daher nur wenige Menschen mit ihren Pokemon das Gebäude betraten. „Fay hatte große Angst. Genau wie ich. Über die Tatsache hinweg, dass dies ein großer Tag für uns beide war, dachte ich für einen Augenblick weniger an die Untersuchung, als an die Tatsache, dass es mich regelrecht faszinierte, dass Fay und ich selbst die gleichen Gefühle teilten. Ich sah es mit einem Lächeln an und sagte:


    -„Hey Fay, keine Sorge, ok? Papa und ich sind hier und stehen voll und ganz hinter dir!“ Leon streichelte das verängstigte Pokemon, welches fiepend in Richtung der Eingangstür schaute. Ein, mit unechtem Pelzmantel und Mütze bekleidetes Mädchen trat, begleitet von einem Zwirrlicht, an den Tresen heran. Leon sah dem Mädchen hinterher, konnte allerdings ihre Stimme nur sehr schlecht verstehen. Was er allerdings wahrnehmen konnte, war das Zwirrlicht, welches ihn mit seinem Blick zu fixieren schien. Ihm lief es eiskalt den Rücken herunter. Um seinen Augen zu entkommen, wandte Leon seinen Blick von dem schwebendem, düsteren Geister-Pokemon ab und widmete sich, als eine Krankenschwester aus einem der Zimmer am anderen Ende des Flurs herbeigeeilt kam, wieder seinem Flamara: „Da kommt schon jemand! Jetzt ist es soweit, Fay! Wir schaffen das, ok?“ Das Flamara fiepte erneut, nun etwas selbstsicherer, und sprang anschließend vorsichtig von Leons Schoß. Cedric legte, sich erhebend, das Magazin beiseite, dessen Frontblatt nun für Leon einsehbar war. Es handelte sich bei dem Schriftstück um eine Ausgabe der Hofener Tageszeitung. Auf dem Titelblatt war ein, in Flammen gehülltes, vogelähnliches Wesen zu sehen. Es war eine, von Hand gezeichnete Abbildung, ähnlich einem Phantom-Bild. „Gott des Feuers verschwunden? – Erschreckende Berichte aus Vertania in Kanto…“, murmelte er, den Text lesend, stand dann aber dennoch, der Überschrift keine weitere Aufmerksamkeit schenkend auf und tat seinem Vater gleich, die Schwester mit einem Händedruck zu begrüßen. Diese kniete sich daraufhin auch zu Fay herunter und strich dem Pokemon mit der rechten Hand über den Kopf. „Du musst Fay sein, nehme ich an. Wir werden jetzt die nächsten zwei Stunden zusammen verbringen! Freut mich!“, sprach sie, freudig lächelnd, auf das Flamara ein. Im Aufstehen widmete sie sich wieder Leon und Cedric: „Bitte folgen sie mir in Zimmer drei. Dort werden wir ihr Flamara ein erstes Mal grund-untersuchen. Anschließend besprechen wir den weiteren Verlauf der Therapie und die restliche Zeit werden wir mit dem Pokemon Übungen, betreffend des Gleichgewichtes oder des Gehens behandeln. Da dies das erste Treffen ist, werden wir heute zwei volle Stunden beschäftigt sein. Bleiben sie hier? Oder sollen wir sie benachrichtigen, sobald sie das Flamara wieder abholen können? Sie können auch gern so lange im Café im Obergeschoss warten und frühstücken, wenn sie das möchten.“ Sie lief bereits, während sie in einer merkwürdig schnellen und schwierig zu verfolgenden Art und Weise auf Leon und Cedric einredete, voran und die kleine Gruppe folgte ihr in den entsprechenden Raum. „Wir hatten eigentlich vor, hier zu warten, bis sie fertig sind.“, antwortete Cedric, seinen Hinterkopf kratzend, während er zusammen mit Leon das Behandlungszimmer betrat. „Allerdings bin ich von einer etwas kleineren Zeitspanne ausgegangen, da ich mich in etwa eineinhalb Stunden mit einem Kollegen treffen muss.“, ergänzte er seine Aussage und klopfte Leon auf die Schulter, welcher nun vor ihm stand. „Sie können Fay auf dem Behandlungstisch absetzen.“, antwortete die Schwester, Cedrics Aussage scheinbar keine Beachtung schenkend. Leon hob unterdessen Fay auf seine Arme und platzierte das, schnell atmende Pokemon auf dem, in der Mitte des kleinen Raumes aufgestellten Untersuchungstisch. Es war ein Raum, welcher sich, wäre er eine Spur schmaler gebaut worden, so gut wie nicht vom angrenzenden Flur unterschied. „Dann schlage ich vor, wir verschieben die Sache mit dem Papierkram auf unser nächstes Treffen. Dann werden wir heute etwas früher fertig.“, antwortete sie Cedric nun doch und begann, das Flamara zu streicheln um es etwas zu ruhiger zu stimmen. „Wenn sie möchten, können sie aber dennoch oben warten.“, fügte sie hinzu und lächelte Cedric zu. Leon unterbrach Cedric allerdings, bevor dieser antworten konnte und sagte: „Nein! Ich bleibe hier! Das habe ich Fay versprochen!“
    „Gut, wenn du möchtest, kannst du mir bei einigen Übungen helfen, ja?“


    „Die eineinhalb Stunden vergingen wie im Flug. Papa ging ins Café, wie es ihm die Schwester vorgeschlagen hatte und ich hab Fay unterstützt, wo ich nur konnte. Manchmal saß ich allerdings auch nur da und schaute ihm zu. Ein seltsamer Elan ging von ihr aus. Es schaltete binnen einer halben Stunde von „ängstliches“ auf „ehrgeiziges“ Flamara um. Ich bewunderte es und freute mich natürlich tierisch.“ Leon erinnerte sich an die Augenblicke im Behandlungszimmer. Er sah Fay, wie sie eine gewisse Zeit über auf einem Laufband gehen, laufen, rennen und, wie sie mit verbundenen Augen geradeausgehen musste, ohne ihr Gleichgewicht zu verlieren.
    „Als wir wieder zuhause waren, war Fay total im Eimer.“ Leon konnte sich das Lächeln nicht verkneifen. „Wir haben anschließend zusammen den ganzen Mittag verschlafen und erst wieder richtig am Alltagsleben teilgenommen, als meine Mutter nach uns gesehen hatte. Irgendwann kam dann Papa nach Hause und wir haben alle zusammen zu Abend gegessen. So, oder so ähnlich verliefen die nächsten Wochen und Monate auch. Jede Woche gingen wir mit Fay einmal ins Poke-Center zur Therapie
    -Wir alle wussten, dass es Fay mittlerweile viel besser ging und sie Laufübungen eigentlich gar nicht mehr nötig hatte, doch Papa meinte, es sei Pflicht. Meist waren es ohnehin nur kurze Untersuchungen. Ich denke, es war eben eine Art Formsache... für das Papier-
    und anschließend verbrachten wir beide zusammen den Rest des Tages. Fay und ich wurden immer mehr wie Geschwister. Sie war meine kleine Schwester und ich ihr großer Bruder, der sie beschützt und ihr hilft. Heute würde ich denken, ich sei irgendwo nicht ganz richtig im Kopf, aber… Es war einfach eine überwältigende Zeit, die wir beide hatten, bis Papa irgendwann auf die Idee kam, Fay für eine Weile in ‚natürlicherer Umgebung‘ zu halten. Kurz gesagt, in seiner Pension.“ Leons Mine verfinsterte sich ein wenig. Wie in jedem guten Drama, so dachte er, kam er nun zu dem Punkt, in welchem sich die Atmosphäre wandelte. Und wie der Zufall es wollte, begann alles mit einem regnerischen Montagmorgen.
    „Unfassbar, dass wir alle dachten, es sei zu ihrem Besten.“ Leon versuchte sich, von seiner Erinnerung zu distanzieren. Er fühlte, dass er die nächsten Bilder nicht sehen wollte. Er kämpfte dagegen an, doch es war so vergebens, wie der Versuch einen ekelerregenden Gedanken zu verdrängen, welchen ein anderer laut ausspricht. Gegen Leons Willen manifestierten sich auch dieses Mal scharfe Bilder aus den farbigen Schlieren, die um Leon herumschwirrten.
    „Fay… wohnte schon etwas über einen Monat in seiner neuen Residenz, der Pension meines Vaters und wir wussten, dass es ihr dort gut geht, da er sich immer mit Herzblut um seine Schützlinge kümmerte. Doch es gibt einfach Dinge, die liegen außerhalb unseres Einflussbereichs…“


    -Ein grelles Jaulen zerriss die kalte Morgenluft. Leon schlug die Augen auf…

  • Leute, ich dank euch von ganzem großen Herzen für eure Kommentare!!
    Wie ich sicherlich selbst merkt bin ich gerade mittendrin so... meinen favorisierten, meinen nutzbaren Schreibstil zu finden! Und da scheut man sich nicht vor Extremen, nehm ich an!
    Jedenfalls entschuldige ich mich für die ewige Zeitspanne zwischen den letzten Posts und natürlich auch zwischen euren Kommis und meiner jetzigen Antwort.
    Einfache Antwort:


    Abitur-Stress gemischt mit ein wenig Schreib-Blockade und Ablenkungen durch diverse Neuerscheinungen im Video-Spiel-Bereich!


    Jetz is der Terz erst mal vorbei und ich konnte mich wieder an die Arbeit begeben.
    Nun bleibt noch zu sagen, dass ich eure Kommis zur Kenntnis nehm und versuche mich im Verlauf der nächsten Kapitel an einen höhren Standard herazuwagen, was die Ausgewogenheit von Beschreibung
    und Inhalt betrifft! Ich weiß, ich hab mich da manches Mal in etwas verrannt^^


    Da ich allerdings nun jetz eine riesen Zeitlücke in der Bearbeitung von Kapitel 3 hatte, is es mir recht schwer gefallen, eure Einwürfe schon darin zu verwirklichen, von daher,
    sollte es noch immer zu extrem sein, weist mich bitte darauf hin!


    ---


    Speziell @ Akira:


    - Kein Klappentext: Ja, es war Absicht. Kann verschiedene Gründe haben. Entweder ich war einfach nur nicht in der Lage, den Epos, den ich in Gedanken bereits aufgebaut habe in einen handlichen Klappentext zu packen, der schlüssig, neugierdeweckend und gut formuliert ist...,
    oder ich wollte einfach nur die, sich dynamisch entwickelnde Geschichte in so wenig feste Rahmen wie möglich packen. Dient meiner eigenen Mentalität denke ich :D


    - Die Sache mit dem Mächtegleichgewicht: Jain! Es hat etwas zu tun mit dem Mächtegleichgewicht, ja, aber speziell um die Dimensions-Pokemon geht es in dieser Richtung -noch- nicht! Aber guter Versuch! ;D Wenn du lang genug dran bleibst und n bisschen mitliest [meinen Werdegang zum Fanfic-Autor ein wenig weiter verfolgst ;D] kommst du bestimmt auch noch darauf! Ich versuch mich ranzuhalten! ^^


    - Das mit den Zahlen: Wie ja hier im gesamten Thread deutlich wird, ist das, was ich hier aufbaue ja der zweite Versuch etwas zu schaffen. Der erste Versuch ging ja etwas in die Hose, auf Gutdeutsch gesagt. Nun ist es der Prolog, der eigentlich sehr gleich geblieben ist und einige Passagen aus den ersten Kapiteln habe ich ebenfalls fast 1:1 übernommen. Von daher sind mir diese Zahlen-Ausschreib-Fehlerchen ab und an unterlaufen, ich entschuldige mich vielmals^^
    Mir fehlt nur ab und an die Zeit, alles nochmal durchzuarbeiten und nochmal umzuschreiben und kleine Fehler zu entdecken, da ich zum Schreiben an sich meist recht wenig Zeit habe. Aber ich werd versuchen darauf besser Acht zu geben! Dank dir ;)


    - Leons Hysterie: Er ist da ungefähr 11 oder 12... Vielleicht gibt es da Jungs, die cool sind, die sowas abkönnen, selbst kleine miese Vandalen sind, oder es gibt mitfühlende Jungen, denen das Leid eines Wesens nahe geht^^ Ich persönliche würde mich heute noch [ich bin 18] elend fühlen, wenn einem Tier so etwas passiert. Auch wenn mir ein Arzt sagt, dass es damit keine Probleme haben wird.
    Ferner haben Pokemon ja viel... ich sag mal "menschlichere" Züge als ein Tier in unserer Welt sie hat. Es kann ja auch sein, dass es für ein Pokemon eine psychische Belastung darstellt, wer weiß^^




    Speziell zum Neuen Kapitel:


    Das jetzige Kapitel unterscheidet sich ein wenig von den vorigen und mag auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinen, von daher geb ich schonmal ein voriges Statement dazu ab. Ich weiß, vielleicht ne blöde Idee, weil sich jeder ne Meinung dazu bilden kann, aber ich sag euch zumindest hier, was das denn nun darstellen soll.
    Im gesamten dritten Kapitel hab ich versucht eine Art mentale Ebene aufzubauen. Leon [unser Protagonist] "schwebt" in seinem Kopf so zu sagen. Was zuerst eine Art außerkörperliche Erfahrung zu sein scheint, wird eine Art "Kopfkino". Er schwebt in einem leeren Raum und sieht seine Erinnerungen vor sich. Sieht sich selbst und ist Zuschauer seiner eigenen Vergangenheit.


    Mir geht es momentan nicht einmal direkt um den Aufbau dessen an sich, ich find es persönlich frisch und interessant, da ich den Gedanken selbst sehr gelungen fand [auch wenn Eigenlob bekanntlich stinkt],
    mir geht es jetzt um das Einbinden in bisherige "Ereignisse" [oder Nicht-Ereignisse, wie mans nimmt ;D].



    Leon befindet sich zu der Zeit in der Küche und auf einmal geht ein ganzes Kapitel darum, was er in der Vergangenheit mit der Mutter seiner Evolie erlebt hat?!
    - Richtig! Dem ist so.
    Ich habe nämlich hiermit versucht etwas aufzubauen, was eigentlich jeder von uns kennt.
    Der einzelne Gedanke an etwas schlimmes in unseserer Vergangenheit. Ihr kennt das sicherlich! Es gibt einen Moment, der euch, wenn ihr an ihn denkt, ein schlechtes Gefühl gibt. Nun ist es allerdings so,
    dass ihr diesen Moment kennt. Ihr selbst wisst, was passiert ist!


    Nichts anderes ist es bei Leon. Auch er denkt "prinzipiell" nur an einen Moment,
    also hätte ich schreiben können:
    "Er dachte zurück an die Zeit mit der Mutter von Sora und Kairi. Das bereitete ihm Magenschmerzen"


    Oder aber ich weihe den leser in alles ein, was passiert ist. Ich zeige somit, weshalb sich Leon schlecht fühlt und weshalb das nachvollziehbar ist.
    Ich wollte ein bisschen mit der Beziehung zwischen dem Flamara und Leon sympathisieren.
    Deshalb wirkt das alles wie ein Flashback, der eine halbe Stunde dauert, doch ist es realzeitlich für Leon nur einige Augenblicke, wie wenn wir uns an etwas erinnern.


    [das ist jetz alles recht wirr verfasst, doch ich hoffe, es kam der Kern rüber ;D]
    Fragen und [konstruktive] Kritik wie immer an mich!
    Ich freue mich über Kommis und versuche immer ein wenig dazuzulernen!


    Jetzt wünsch ich euch aber erst mal viel Spaß mit dem neuen Kapitel und vielleicht kann man sich ja ein wenig hineinfühlen!


    // McSora

  • Aaaalso ich habe deinen Post nach dem dritten Chapter ma getrost übersprungen und komme direkt zu meinem ja ohnehin schon längst überfälligen Kommentar x3 Tut mir leid, aber ich konnte mich einfach nicht aufraffen in den letzten Tagen... trotzdem danke ich dir dafür, dass du meine Story als Partner FF in deinem Startpost verlinkt hast. Beruht ja auf Gegenseitigkeit und selbst wenn nicht, die Art und Weise, wie wir unsere Ideen umsetzen, ist einfach zu ähnlich, als dass ich es nicht hätte tun müssen :D Okay, ohne weitere Umschweife komme ich nun zu meinem bescheidenen Kommentar ~
    Also, die Einleitung zu diesem kleinen Gedanken- oder Erinnerungsausflug hast du schon schön hinbekommen. So wird der Protagonist auf einma quasi selbst zum Leser, der die Einfälle des Autors mit ansieht, selbst wenn es sich dabei bloß um eine Erinnerung handelt, sowas mag ich x> Du hast hierbei auch die typischen Merkmale aufgegriffen, die man in solch einer Situation fühlt, also dass man den Boden unter den Füßen verliert, plötzlich gänzlich abwesend scheint... nette Weise einer Einführung in dein Kapitel, muss ich schon sagen. Und ich ahne, dass da jetzt auf jeden Fall seeeeeeehr viel Text kommt, der Gedanken und andere Vorstellungen beschreibt, habe ich recht?
    Ja, ich habe recht x3 Die Namensfindung soll uns nun also weiterführen in deinem neuen Chapter. Flammi als Vorschlag, ich musste echt schmunzeln ^____^ So süß und doch so banal, das hätte nicht ma ich gebracht xD Ich weiß, sollte wahrscheinlich mit Absicht so lächerlich sein - hoffe ich ma - , trotzdem hat mir das ein breites Grinsen beschert :D Fay... wo hab ich das bloß schon ma gehört? Ach ja, Tsubasa Chronicle müsste es gewesen sein, da hab ich das ein oder andere Ma diesen Namen + Herzchen erstalkt. Dennoch finde ich, Fay hört sich als Name für ein Flamara richtig klasse an, gute Wahl also von Seiten Leons. Was mir in dem Abschnitt so ein wenig gefehlt hat, war die Mimik der Beteiligten, sowie ein paar Beschreibungen der Personen an sich. Ich wusste mit den Namen fast gar nichts mehr anzufangen und deshalb konnte ich mir die ganze Situation relativ schlecht und nur schwammig vorstellen. Vor allem, da dein letztes Kapitel bereits einige Zeit her ist =/ Ein paar Synonyme wie "der Braunhaarige" für Cedric (sollten seine Haare diese Farbe haben, ich weiß es nicht mehr) oder etwas Ähnliches für Sarah wären da hilfreich gewesen. Auch wie sie auf Leon gewirkt haben, also erleichtert, besorgt, verklemmt, nachdenklich etc, habe ich vermisst. Beispielsweise schreibst du

    Sarah und Cedric sahen sich ahnungslos an. Ihre Blicke genügten,(Komma) um dem jeweils anderen die eigene Ahnungslosigkeit zu übermitteln.

    Was lag denn genau in ihrem Blick? Klar, die Geste an sich vermittelt schon die Irritation bezüglich Leons Entscheidung, aber wie genau lässt sich der Augenkontakt charakterisieren? Sind ihre Iriden trübe beschaffen, leuchtend, geweitet oder was dir noch so einfällt? An solchen Stellen darfst du ruhig etwas mehr auf die emotionale Ebene zurückgreifen. Allgemein ist mir aufgefallen, dass du Gedanken zwar sehr gut darstellst, das Ganze aber etwas... nicht flach, sondern... rational wirkt. Kann sein, dass das dein Schreibstil ist, es ist mir nur aufgefallen. Hier und da ein ausdrucksstärkeres Adjektiv oder Verb sollte das Problemchen allerdings beheben :>
    Beim nächsten Abschnitt würde ich dir am liebsten einfach die gesamten ersten Zeilen anstreichen. Ich sehe da keinerlei Anführungszeichen oder so, deshalb darfst du nicht einfach in die Gegenwart springen bei deinen Beschreibungen :< Selbst bei einem Flashback musst du ihn entweder klar vom restlichen Text abgrenzen und dann in normaler Vergangenheit weiterschreiben oder du musst die Verbformen mit "hatte" oder "war" plus Vergangenheitsform des Verbs verwenden, aber so, wie du das hier gemacht hast, geht das nicht. Irgendwie finde ich da ohnehin nicht ganz durch, du wirfst alle Zeiten quer durcheinander, nimmst da noch den Konjunktiv hinzu, der imo aber richtig ist an der Stelle... ich weiß nicht genau, jedenfalls solltest du da wirklich nochma drüber schauen, denn so geht das nicht. Solltest du da noch Probleme haben -> Skype :3


    Der ganze Vorgang erschien ihm, als schwebe er in einer Art leeren Raum und um ihn herum explodiere ein Feuerwerk aus Farben und Konturen,

    Also hier wäre imo eine ideale Stelle gewesen, genau auf dieses Farbenspiel einzugehen. Wie vermischen sich die Farben genau, was lässt sich darüber aussagen, was entsteht an neuen Elementen dadurch, wie wirkte es auf Leon? Klar, wie du schon sagst, Wirrwarr und setzen sich zu neuen Bildern zusammen, doch hierbei meine ich auf der Gefühlsebene. Ich fühle mich dabei nicht wirklich in Leon hinein versetzt. Du beschreibst die Begebenheiten und ebenfalls kurz deren Wirkung, doch seine inneren Empfindungen, seine emotionalen Reaktionen oder die seines Körpers lässt du fast völlig außer Acht. Beschleunigt sich sein Puls, stockt seine Atmung, treten Schweißausbrüche ein, was fühlt er während dieser Erinnerung? Ich nörgele nicht daran rum, wie du diese Flashbacks beschreibst, denn die sind ja bisher gar nicht ma schlecht, allerdings vergisst du leider, deinen Protagonisten mit einzubeziehen, der das alles ja letztlich erlebt und mit dem man mitfühlen oder sich mit ihm identifizieren sollte. Lass den bitte nicht so außen vor, sonst tust du nämlich dasselbe mit deinen Lesern ~
    So, im nächsten Abschnitt erfahre ich also, dass du das kannst, mit dem Beschreiben der Körperreaktionen und so xD Hätte ich ma weiter gelesen... aber es ging mir dabei ja um den speziellen Moment bei dem Erinnerungswechsel, von daher kann ich das beruhigt so stehen lassen. Dieser Textabschnitt gefällt mir wahrlich besonders gut. Du hast diese Annäherung zu einem echt besonderen Augenblick werden lassen und ich war genauso aufgeregt, wie Leon es damals hatte sein müssen *3* Da überkam mich so ein unzähmbarer Wunsch, selbst ein Flamara zu haben und es Stück für Stück kennen zu lernen... hach ja, ich werde schon wieder sentimental. Jedenfalls muss ich dir hierfür ein fettes Lob aussprechen. Du hast sehr genau Flamaras Gestik beschrieben, sein Verhalten, seine Sorge und seine Furcht und ich kann Leon total nachvollziehen, als Flamara dann so zur Seite gekippt ist, das hat mich in der Sekunde auch traurig gemacht ,_, Dir is es richtig gelungen, mich in den Bann deiner Worte zu ziehen, und das mag ich sehr. Außerdem schaffen das nicht sehr viele Leute mit ihrem Schreibstil und das will dann schon etwas heißen. Die Fellfarbe von Flamara wäre hier vielleicht zu ergänzen oder seine geschätzte Größe, aber das sind bloß Floskeln, mit denen sich im Grunde keiner aufzuhalten braucht. Auch musste ich schmunzeln, als ich das Wort "präventiv" las. Einige Leute kennen dieses Wort vielleicht nicht und ... "vorbeugend" hätte es auch getan .3 Also ich kenne es schon, und das hat mich leicht an mich und meine an einigen Stellen zu hoch gestochene Ausdrucksweise erinnert, deshalb ^___^
    Oha, einen guten Vergleich hast du da gewählt mit dem Schauspieler und dem Werk, in dem er mitspielt. So dachte ich die ganze Zeit und du hast es gekonnt auf den Punkt gebracht, erneut eine sehr ähnliche Denkweise bei uns beiden x> Es passt schlichtweg so gut zu der Art und Weise, wie Leon sich erinnert und du hast es mit deinen Worten treffend, gleichsam aber auch nicht zu kitschig dargestellt. Die Zusammenfassung, wie Leon dem Flamara das Laufen beibringt, hätte meiner Meinung nach jedoch noch mehr Details beinhalten können. Das hätte ja nich zwangsläufig zur wörtlichen Rede gehören müssen, die er da stetig von sich gibt, sondern einfach als gedankliche Ergänzung. Wie lange es gedauert hat, bis erste Erfolge sich zeigten, seine Gefühle währenddessen, also während des gesamten Tages, den ein oder anderen besonderen Moment... ansonsten habe ich daran im Prinzip nichts auszusetzen, bis auf einige fehlende Kommata, sowie falsche Zeitformen. Aber das lasse ich ma so stehen. Sollte es dich wahrlich interessieren, das in deinem Kapitel zu verbessern, kannst du mich ja ansprechen :>
    Im Folgenden wieder das mit dem Feuerwerk der Farben und den Emotionen und bla, also das Gleiche, was ich vorhin schon dazu gesagt habe... Umgebung hat mir von dem Maße her auch gereicht. So nen Flur ist ja nichts Weltbewegendes in dem Sinne und bedarf keiner ausgefallenen Beachtung, wenn es sich doch um solch ein einfaches und simples Modell handelt x3 Was ich mir wieder mehr gefehlt hat und diesma auch nicht im nächsten Absatz folgt, sind die Gefühle und sogar ein bisschen die Gedanken von Leon. Das Verhalten und die Furcht von Flamara hast du recht gut erfasst und dargestellt, nur irgendwie bleibt Leon da wieder einma außen vor. Als Trainer oder Besitzer macht man sich ja auch Sorgen, gerade ihn würde ich als eine um seinen Partner besorgte Person einschätzen, und irgendwie konnte ich mich in die Szene nicht wirklich einfinden. Er hätte sich zum Beispiel tausende Fragen stellen können, was an Übungen anstand für Flamara, sollte es welche geben, was mit ihm geschähe, wie es die Schwester aufnähme von den Reaktionen her und und und. Spielraum wäre da in jedem Fall gewesen, den solltest du beim nächsten Ma ruhig nutzen ^___^
    Bei der Schwester hat mir komplett die Aussehensbeschreibung gefehlt. Muss man sie sich wie eine Schwester Joy vorstellen oder wie? Haarfarbe, Kleidung, Statur, Größe, Mimik, Gesicht, die Wirkung, die sie bei anderen Leuten erzeugt, all das hätte man hier noch beschreiben können/müssen, um das Verständnis des Lesers, also mir, zu garantieren. Zumal ich ein echter Fan von ausführlichen Beschreibungen bin, wie du wissen solltest :D Auch ihre Stimme hat mir so gar nichts gesagt. Klang sie hoch, tief, piepsig, nett, arrogant oder wie? Und wie war ihre Gangart, wie ließe sie sich exakter definieren? Am besten schaust du ma hierrein . Dort findest du nicht nur Informationen für einen Steckbrief, sondern kannst dir ebenso ableiten, wie man eine Person innerhalb eines Kapitels beschreiben sollte bzw das dort Geschriebene passend umsetzen.
    So langsam nähern wir uns ja dem Ende des Kapitels und man merkt, dass die ganze Atmosphäre langsam ausklingt. Ich weiß nicht, ob ich das gutheißen soll, da ich eigentlich ein Mensch bin, der bis zum letzten Satz großen Wert auf gleichmäßige Beschreibungen legt, von daher fand ich, hast du das etwas zu schnell abgehandelt. Man ging nur noch in Leons Gedanken voran und hat gar nicht mehr so die Sekunde an sich mit erlebt. Ich hätte mir gewünscht, dass du Flamaras Fortschritte etwas mehr beschreibst, auch bei den Übungen, und nicht bloß diese an sich. Oder gegebenenfalls seine Probleme dabei, welche es in der ersten Zeit gehabt haben dürfte, einfach, um deinem bisherigen Schreibstil, der ja nun an einigen Stellen echt detailliert ist, treu zu bleiben. Die Wochen danach wurden flach abgehandelt und in ein bis zwei Sätzen zusammen gefasst und die Entscheidung, Flamara in eine Pension zu geben, dürfte Leon doch nicht gerade leicht gefallen sein. Von seinen Gefühlen oder seinen Gedanken dazu habe ich leider nicht das Geringste gelesen und das hat mich dann doch etwas enttäuscht. Gerade das hätte mich an dem Punkt nämlich wieder interessiert, gerade, weil er ja, wie bereits erwähnt, der Hauptprotagonist ist und man sich in ihn einfühlen und mit ihm mitfühlen möchte. Es ist seine Erinnerung und man will doch das sehen, hören und empfinden, was er sieht, hört und empfindet.
    Was mir im Nachhinein so aufgefallen ist, ist, dass du kaum andere Sinneseindrücke beschrieben hast, Gerüche oder Geräusche zum Beispiel. An keinem Ort ist es wirklich still oder herrscht eine neutrale Luft, da solltest du in Zukunft mehr drauf achten. Zum Beispiel in Arztpraxen riecht man ja meist so was von Gummihandschuhen oder Medikamenten und das hätte die dort erzeugte Atmosphäre nochma um ein Vielfaches unterstützt. Oder das Klirren von Untersuchungsgeräten in anderen Räumen.
    Jetzt fragt man sich natürlich am Ende, was da genau in der Pension vorgefallen ist und wieso da so ein Jaulen stattfindet, das Leon anscheinend aus seinen Fantasien reißt. Schönes Cliffhanger hast du da aufgebaut und ich hoffe, dass das nächste Chapter etwas eher kommt als das hier ^^" Von den Beschreibungen her gar nicht ma schlecht, nur solltest du etwas mehr auf die Emotionen deiner Charaktere achten oder diese durch stärkere Verben ausdrücken. Hier und da noch ein Rechtschreib- oder Kommafehler und unglücklicherweise die Zeitsprünge, die sich durchs gesamte Chapter ziehen. Aber es sei dir vergeben ;D
    In dem Sinne verabschiede ich mich auch schon wieder und hoffe, ich konnte dir weiterhelfen ~

    LG

    Schattenseele ~