Bildung und gute Erziehung - Schnee von gestern?

  • Und jedes Restaurant muss selber wissen, ob man Kleinkinder erlaubt, ausschließt oder nur in bestimmten Räumlichkeiten zulässt. Kinder können nichts dafür, dass sie laut und nervig sein können. Das war ich auch, aber man muss ja auch Rücksicht auf Andere nehmen und das können Kleinkinder nicht. Die verstehen eher nicht, warum die Erwachsene nicht mitmachen. Und deshalb ja gibt es hier nur begrenzte Möglichkeiten den Lärmpegel zu verringern.

    Es gibt noch eine Möglichkeit, um mit dem Lärmpegel umzugehen: Leb damit. 👀


    Und du sprichst hier von Kleinkindern, sagst aber dann, dass Kinder unter 12 Jahren abends nicht raus dürften. Sind nun selbst 10,11jährige auch noch Kleinkinder? :unsure:


    Du siehst also keine Möglichkeit ein Volksschulkind, oder eines das sogar schon die Unterstufe besucht, ganz normal in die meisten Gespräche bei Tisch einzubinden und sie zu behandeln wie, Überraschung, einen Menschen?

  • Immer wird mir hier Empathielosigkeit vorgeworfen, wieso? Ich war doch selber ein Kind und warum soll ich dann nicht wissen wie es als Kind ist?

    Du spiegelst deine eigenen Empfindungen auf andere - das ist keine Empathie. Von meiner Seite aus war das aber kein Vorwurf - ich bin darin auch echt schlecht (allerdings bin ich mir dessen auch bewusst und mache mir klar, dass "nur weil ich da so empfinde, muss das nicht der andere auch tun.. .was könnte der fühlen.... öööööh..."; bei dir habe ich da nicht so das Gefühl - aber auch das ist kein Vorwurf. Mein Freund hat auch das emphatische Verständnis einer gebratenen Bockwurst)

    Empathie ist, wenn du die Gefühle anderer nachvollziehst. Du schreibst aber, dass "Kinder im Dunkeln Angst haben müssen, denn sogar mir ist da gruselig". :)



    Ok, man könnte abendliche Waldspaziergänge mit Führung erlauben, weil man da auch dazu lernt.. aber ich rede hauptsächlich in der Innenstadt und dann im Dunkeln. Da passen Kinder einfach nicht ins Bild. Tut mir leid. Kinder spielen Tagsüber und kommen am Abend zur Ruh. So kenne ich es auch.

    Die Innenstadt ist in gewisser Hinsicht sicherer als ein Wald. Es gibt durchaus Wälder, in denen du keinen Notruf absetzen kannst, weil es gar keinen Empfang gibt - egal in welchem Netz. Es gibt dort wilde Tiere und wenn du da einen Menschen triffst, der dir (oder den Kindern) Schaden will, dann wird keiner deine Hilfe- oder Feuerrufe* hören.

    In der Innenstadt hast du überall Häuser... es sind immer noch überall Menschen. Die Wahrscheinlichkeit Hilfe zu finden ist größer - wenn nicht sogar eh genug Augen da sind, um Gewaltverbrechen zu verhindern. Dazu hast du in der Stadt immer irgendein Netz (selbst wenn es nicht das deines Anbieters ist) und damit kannst du immer die 110 und 112 erreichen. Genauso sind Feuer- und Polizeiwachen sowie Krankenhäuser immer in wenigen Minuten erreichbar (mit Blaulicht und Martinshorn) - im Wald kann das auch schon mal ne Stunde dauern, bis du in der Versorgung bist... sofern du da Netz hast.


    Und was man in der Innenstadt lernen kann? Auf Autos achten, nicht mit Fremden mitgehen, was man bei der Überquerung von Straßen achten muss (insbesondere bei Ampelanlagen, die nachts ausgeschaltet werden) und alles, was ich in meinem vorigen Post schon geschrieben habe. Nachttiere gibt es ja nicht nur auf dem Land... und gewisse Tiere sieht man sogar eher in der Stadt als auf dem Land, weil sie da weniger scheu sind.


    *=hab mal gelernt, dass man besser "FEUER!" statt "HILFE!" schreit, weil mehr Menschen bei Feuer eher bereit sind zu helfen als bei anderen Gefahren... aus Selbstschutzgründen. Und da es durchaus schon helfen kann, wenn Menschen hinschauen um etwaige Verbrechen zu verhindern... Feuer!

  • Und jedes Restaurant muss selber wissen, ob man Kleinkinder erlaubt, ausschließt oder nur in bestimmten Räumlichkeiten zulässt. Kinder können nichts dafür, dass sie laut und nervig sein können. Das war ich auch, aber man muss ja auch Rücksicht auf Andere nehmen und das können Kleinkinder nicht. Die verstehen eher nicht, warum die Erwachsene nicht mitmachen. Und deshalb ja gibt es hier nur begrenzte Möglichkeiten den Lärmpegel zu verringern.

    Oh nein, ihr Gäste, die ihr euch nur für bestimmte Zeit im Restaurant / Café aufhaltet, tut mir ja furchtbar Leid, wenn ihr ein lautes Kind ertragen müsst.

    Wie, glaubst du, ergeht es den Mitarbeitern, die das den ganzen Tag aushalten müssen? Ich hab bis in die Backstube so einige Babys und Kleinkinder stundenlang kreischen hören. Nichts angenehmes, mich macht es sogar aggressiv, aber deshalb arbeite ich auch in der Produktion, wo ich nur indirekt damit konfrontiert werde und mein Frust nicht an den Personen ausgelassen wird, die dafür letzten Endes nichts können. Gibt verschiedene Gründe, wieso Babys / Kleinkinder so lange schreien, selbst wenn die normalen Bedürfnisse gestillt sind.

    Ist es zu viel verlangt, da Verständnis aufzubringen, gerade in der Öffentlichkeit? Ist wieder was anderes zu Ruhezeiten, wo die allermeisten Leute erholt schlafen wollen, aber tagsüber sollte man sich zusammenreißen können. Man lebt in der Gesellschaft immerhin nicht nur für sich alleine vor sich her.

  • Und jedes Restaurant muss selber wissen, ob man Kleinkinder erlaubt, ausschließt oder nur in bestimmten Räumlichkeiten zulässt.

    Oh nein, ihr Gäste, die ihr euch nur für bestimmte Zeit im Restaurant / Café aufhaltet, tut mir ja furchtbar Leid, wenn ihr ein lautes Kind ertragen müsst.

    Wie, glaubst du, ergeht es den Mitarbeitern, die das den ganzen Tag aushalten müssen? Ich hab bis in die Backstube so einige Babys und Kleinkinder stundenlang kreischen hören. Nichts angenehmes, mich macht es sogar aggressiv...


    Ist es zu viel verlangt, da Verständnis aufzubringen, gerade in der Öffentlichkeit? ... Man lebt in der Gesellschaft immerhin nicht nur für sich alleine vor sich her.

    Du schaffst es tatsächlich, Edex im gleichen Post irgendwie zuzustimmen und dich trotzdem über seine Meinung aufzuregen. :unsure:

    Ansonsten sind Zutrittsverbote für Kleinkinder in manchen Restaurants auch nicht wirklich etwas Neues.

  • Du schaffst es tatsächlich, Edex im gleichen Post irgendwie zuzustimmen und dich trotzdem über seine Meinung aufzuregen. :unsure:

    Ansonsten sind Zutrittsverbote für Kleinkinder in manchen Restaurants auch nicht wirklich etwas Neues.

    Sehe ich nicht wirklich. Nur, weil es in mir eine Unruhe und schlechte Laune auslöst (die daher kommt, dass ich 1 Jahr das Geschrei meiner Nichte im Nachbarzimmer aushalten musste, während ich versucht habe, zu schlafen, bei mir kann man also von einer Negativerfahrung sprechen) heißt das nicht, dass ich mich nicht zusammenreißen sowie Verständnis aufbringen kann, eben auch, weil ich durch meine Nichte weiß, dass sich das Schreien der Kleinkinder nicht mal eben so abschalten lässt.


    Ich bin mir beide Seiten bewusst, meine und die der Eltern, und entsprechend kann ich meinem eigenen Verhalten entgegen steuern, selbst wenn diese Situation direkt vor meinen Füßen geschieht.


    Der Grund, Kleinkinder aus Restaurants auszuschließen, ist übrigens nicht weil sie Lärm verursachen, sondern weil sie unter anderem die Einrichtungsgegenstände beschädigen und die Eltern nicht einschreiten, wie diesem Artikel zu entnehmen.


    Zitat

    In seinem Restaurant sei es immer wilder geworden. Die Kinder hätten an fremden Tischdecken gezogen, seien zwischen den Beinen der Servicekräfte herumgerannt, hätten andere Gäste belästigt. „Es geht nicht gegen die Kinder“, stellt der 66-Jährige fest. Manche Eltern seien aber einfach unfähig, ihren Nachwuchs zu erziehen. „Ich ärgere mich nur, dass ich diesen Weg nicht schon früher gegangen bin“, so Markl, der viel Zuspruch von seinen Gästen bekomme.


    Und das ist etwas, was ich durchaus nachvollziehen kann. Jedoch, und auch das wird im Artikel erwähnt, frage ich mich, wieso die entsprechenden Personen mit Kind nicht einfach rausgeworfen werden. Bei uns trat auch mal ein Kind gegen die Küchentheke und die Mutter stand nur daneben und lachte über das, was das Kind tat. Ich frage mich bis heute noch, wieso unsere Verkäuferrinnen die Dame nicht darauf angesprochen haben.


    Jedoch sind Schreien und Umherrennen, andere belästigen oder behindern sowie an der Tischdecke ziehen zwei Paar Schuhe. Das eine lässt sich nicht kontrollieren, das andere zeugt von schlechter Erziehung und mangelnder Aufsichtspflicht.

  • Sehe ich nicht wirklich. Nur, weil es in mir eine Unruhe und schlechte Laune auslöst (die daher kommt, dass ich 1 Jahr das Geschrei meiner Nichte im Nachbarzimmer aushalten musste, während ich versucht habe, zu schlafen, bei mir kann man also von einer Negativerfahrung sprechen) heißt das nicht, dass ich mich nicht zusammenreißen sowie Verständnis aufbringen kann, eben auch, weil ich durch meine Nichte weiß, dass sich das Schreien der Kleinkinder nicht mal eben so abschalten lässt.

    Es soll halt Leute geben, die ein Restaurant besuchen, um sich zu entspannen und nicht um ihre Fähigkeiten in Selbstbeherrschung verbessern zu wollen. Wenn ich zum McDoof gehe, ist mir Kindergeschrei auch ziemlich egal, aber dort erwartet man halt auch nix anderes.


    Der Grund, Kleinkinder aus Restaurants auszuschließen, ist übrigens nicht weil sie Lärm verursachen, sondern weil sie unter anderem die Einrichtungsgegenstände beschädigen und die Eltern nicht einschreiten, wie diesem Artikel zu entnehmen.

    Das mag dort der Fall gewesen sein, es geht aber in anderen Fällen durchaus um den Lärm. Und du wirst es nicht glauben, selbst Eltern wollen mal in Ruhe irgendwo sitzen können, hab ich zumindest gehört.

  • Meine Schwester und ich könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich studiert und jetzt in der IT tätig, meine Schwester Schulabbrecherin, Drogen genommen, vorbestraft. Und dabei haben meine Eltern in sie mehr investiert, gerade weil sie "Problemkind" war. Würde also nicht alles auf Bildung und Elternhaus schieben; die Faktoren sind vielfältig. Das Umwelt spielt eine große Rolle, ebenso wie der eigene Charakter. Mir wurde in meiner Kindheit des Öfteren eine Kippe angeboten und vor's Gesicht gehalten, habe konsequent abgelehnt. Bei meiner Schwester und vielen anderen ist es anders.

  • Meine Schwester und ich könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich studiert und jetzt in der IT tätig, meine Schwester Schulabbrecherin, Drogen genommen, vorbestraft. Und dabei haben meine Eltern in sie mehr investiert, gerade weil sie "Problemkind" war. Würde also nicht alles auf Bildung und Elternhaus schieben; die Faktoren sind vielfältig. Das Umwelt spielt eine große Rolle, ebenso wie der eigene Charakter. Mir wurde in meiner Kindheit des Öfteren eine Kippe angeboten und vor's Gesicht gehalten, habe konsequent abgelehnt. Bei meiner Schwester und vielen anderen ist es anders.

    Ich meine, in deiner Kernaussage hast du nicht Unrecht, aber was möchtest du abseits davon aussagen?

    War deine Entscheidung nun so viel besser die Kippen konsequent abzulehnen als ihre Entscheidung sie anzunehmen? Ihr Lebensweg ist im Endeffekt eben... anders halt ausgefallen und deiner ist demnach gesellschaftsfähiger ausgefallen.

    Bei den meisten ist es halt auch kein entweder-oder.


    Davon abgesehen kommt es drauf an WAS eure Eltern in euch investiert haben. Manche Kinder brauchen eher Aufmerksamkeit als andere, materielle Ressourcen, die man investiert oder ein Kind etwa zu einem Beruf zu zwingen, der ihm nicht liegt (war kein Vorwurf an eure Eltern, eher ein Beispiel).


    Btw punkto Altersfreigabe: ich find's lustig, welche Kinderlieder und Geschichten unsere Gesellschaft wie ganz selbstverständlich Kindern vorliest bei denen du dir, je älter du wirst, erst denkst "wtf hat man da uns damals vorgelesen/gesungen" lol und dass wir sehr jungen Kindern wie ganz selbstverständlich von der Hölle erzählen und ihnen dazu noch bei jedem Fehltritt Angst machen dort zu landen, dass man mit 12-13jährigen den Holocaust bespricht, Schindlers Liste schaut und nach Mauthausen fährt und natürlich auch Nachrichten schauen lässt (beides ist gut so btw!), aber wehe ein Kind spielt ein Spiel, das nicht für sein Alter gedacht ist oä., dann flippt der gemeine Alman aus. 🤷🏼‍♀️


    Ich hatte btw als Kind "Trauma" davon, dass wir den Holocaust besprochen und Schindlers Liste gesehen haben und nach Mauthausen gefahren sind und Museen besucht haben. Selbst als wir in der Oberstufe nach Mauthausen gefahren sind, hat es mich und andere für Tage verfolgt, was nunmal auch so sein sollte und Ziel der Sache ist.


    Ich fand die Nachrichten als Kind auch ziemlich krass, aber deshalb kann und soll man Kinder nicht mit Samthandschuhen anpacken und vor der Welt abschotten.

    Selbst in der 3. und 4. Volksschule, also mit 9, 10 Jahren, hatten wir ein Heft, in dem wir alle relevanten News der letzten Woche gesammelt und Freitag in der letzten Stunde besprochen haben.


    Was mich allerdings nie verfolgt hat: gegen Pixelfiguren kämpfen, auf diese schießen etc... 🤷🏼‍♀️