GLITTER glamour

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    letzte Updates:


    02.12.2012: Neues Gedicht "Das Leben und die Kugel "

    15.11.2012: Neue Kurzgeschichte "Hände"

    09.11.2012: Neues Gedicht "Gedanken am Morgen"

    09.11.2012: Neues Gedicht "The Darkest Place"

    09.11.2012: Erstellung des Themas




  • [tabmenu]
    [tab='Vorwort']

    [color=#0000000]†[/color] Preface


    [color=#0000000]
    Herzlich Willkommen in unserem gemeinsamen Gedichte- und Kurzgeschichtenthema!
    In unregelmäßigen Abständen werden wir hier unsere Werke veröffentlichen und sie zum Lesen bereitstellen. Mache dich bereit auf eine extravagante Dosis GLITTER und glamour in Buchstaben.
    Ich wünsche viel Spaß mit unseren Schriftstücken!


    [/color]


    [tab='Infos']

    [color=#0000000]†[/color] Infos


    [color=#0000000]
    Wir freuen uns sehr über Kritik und Kommentare. Schreibt uns, ob euch unsere Werke gefallen, und was positiv oder negativ ist. Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge sind sehr erwünscht, denn schließlich wollen wir uns verbessern und wissen, wie wir schreiben müssen, damit es unseren lieben Lesern gefällt. Schreibt uns eure Gefühle, Gedanken und Erwartungen, die beim Lesen eventuell bei euch hervorgekommen sind. Egal, ob ihr unsere Werke in den Himmel lobt oder sie in den Boden stampft, wir werden euch nicht daran hindern und sind für jeden aussagekräftigen Kommentar dankbar.
    Das Copyright aller in diesem Thema enthaltenen Werke liegt bei Gummistiefel und Sirius.


    [/color]


    [tab='Gedichte'][subtab='Datum']

    [color=#0000000]†[/color] Poems




    [subtab='Alphabetisch']

    [color=#0000000]†[/color] Poems




    [subtab='Nach Autor']

    [color=#0000000]†[/color] Poems




    [tab='Benachrichtigungen']

    [color=#0000000]†[/color] Sparkle List


    [color=#0000000]
    Rio


    [/color]


    [/tabmenu]


  • [tabmenu]
    [tab='Vorwort']

    Preface



    Herzlich Willkommen am großen Leckerbissen-Buffet von Gummistiefel und Sirius! Wenn du dir ein Dessert zu unserer Erzählung "Das verlorene Holzpferd" nehmen möchtest oder einfach nur auf der Suche nach ein bisschen geschmackvoller Lektüre bist, dann ist dies der genau richtige Ort für dich. Wir bieten dir eine hochwertige Auswahl von Gedichten und Kurzgeschichten, die wir uns ausgedacht haben und hoffen sehr, dass dir unsere exquisiten Ergüsse aus feinster Edel-Kreativität munden und auf der Zunge zergehen! Abhilfe bei kleinem und bei großem Lesehunger ist garantiert.



    [tab='Infos']

    Infos



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    Das Copyright aller in diesem Thema enthaltenen Werke liegt bei Gummistiefel und Sirius.



    [tab='Kurzgeschichten'][subtab='Datum']

    Short Stories




    [subtab='Alphabetisch']

    Short Stories




    [subtab='Nach Autor']

    Short Stories




    [tab='Benachrichtigungen']

    Shine List



    Rio



    [/tabmenu]






  • The Darkest Place


    In the darkest place,
    there’s no space
    for affection, joy,
    not a cheerful boy.


    Where the depth is eternal,
    lights will be external.
    no hope or wishes,
    cold wind swishes.


    Behind the darkest mist,
    in perpetuity missed.
    Your family, kind friends,
    gone out of your hands.


    No escape of the gloom,
    caught in the black room.
    Beautiful, jolly memories
    corroded by the evils’ teeth.


    In the darkest place,
    there should be space.
    Love, art and happiness,
    give birth to the living dress.





    --- --- --- --- ---
    Inspiration: The Living Dress, The Monster Ball Tour


    Geschrieben: 5. November 2012






  • Gedanken am Morgen


    Boah, blöder Wecker.
    Ruhe.
    Will schlafen.


    Herrgott nochmal, gib endlich Ruhe!
    Dreh ich mich halt um.
    Hach, tut das Ausstrecken gut.


    Mist, ich muss ja zum Arzt.
    Ich muss also raus.
    Aber noch nicht jetzt, hat Zeit.


    Nur noch fünf Minuten.
    Dann steh ich auf.
    Ganz bestimmt.


    Wecker im Schlummermodus.
    Endlich still.
    Wirklich nur noch fünf Minuten.


    Himmel, fühl ich mich gerädert.
    Nacht zu kurz, Tag zu lang.
    Ein Kaffee wär jetzt toll.


    Kaffee, komm mal kurz her!
    Ich warte auf dich.
    Wo bleibst du denn?


    Jetzt geht der Wecker schon wieder los.
    Decke aufschlagen.
    Huch, ist das kalt!


    Besser wieder zudecken.
    Nochmal strecken.
    Viel zu früh zum Aufstehen.


    Aber raus muss ich.
    Also.
    Drei, zwei, eins.


    Kalt, kalt, kalt, kalt!
    Schnell was anziehen!
    Hoffentlich hol ich mir keinen Schnupfen.


    So, jetzt bin ich wach.
    Hat's der Wecker wieder geschafft.
    Ich will ins Bett.





    --- --- --- --- ---
    Inspiration: Meine Morgenmuffeligkeit


    Geschrieben: 2011



  • [tabmenu] [tab=Vorwort]Hi Sirius und Stiefel^^
    irwie hab ich euch lange nicht mehr so begrüßen können, aber da ihr nun ein KG/G-Topic habt, werde ich das hoffentlich öfter können. Habe gleich (naja, es hat nach Ankündigung noch etwas gedauert^^') mal euer Topic unter die Lupe genommen :)
    [tab=Startpost(s)]
    Da habt ihr wirklich einen umfangreichen Startpost geschrieben, wobei man nicht von „einem“ sprechen kann, denn er zieht sich ersichtlich über drei Posts. Das kommt auf den ersten Blick viel vor, doch dann erkennt man rasch, warum ihr das so gemacht habt. Wenn zwei Leute gemeinsam ein Topic führen, ist dies nämlich durchaus von Vorteil, denn so behaltet ihr Struktur für den Leser und den Überblick für euch selbst. Zudem gefällt mir, dass ihr auf diese Weise auch KGs von Gedichten trennt, man sieht also: Hier herrscht Ordnung!
    Und nicht nur das, denn optisch habt ihr euer Topic nahezu erstrahlen lassen, aber Vorsicht, denn das kann genauso gut blenden, allerdings ist es hier noch gerade so in Ordnung, mehr Glitter und Glamour hätten meiner Meinung nach nicht sein sollen.
    Fangen wir mal mit dem ersten Startpost an.
    Der Header gefällt mir schon mal und ich vermute, dass Sirius optisch mit seiner „LadyGagaphilie“ seine Finger im Spiel hatte. Mit diesem Header fällt euer Topic beim Öffnen sofort auf, zieht daher Aufmerksamkeit an sich, was für ein Topic genau das Richtige ist. Es folgt eine schön gestaltete News-Ecke, die hilfreich für den Leser ist, um sich im Topic auf dem neusten Stand zu halten.
    Dann folgen die „parallel“ aufgebauten Posts mit demselben Header, was jetzt nicht so schlimm ist, vielleicht hätte man ihn auch weglassen können, jedoch ist dies nicht störend oder so.
    Allerdings finde ich, dass ihr zumindest die Info noch hättet in den ersten Startpost integrieren könne, da sie für euch beide gilt, für KG und Gedichte und weil die Dopplung in diesen beiden Posts dadurch eliminiert wäre. Ich denke, dass es für euch optische Gründe hatte, doch euer erster Startpost ist nicht gerade überfüllt, daher wäre es kein Problem vor die News noch diese Info reinzupacken, aber letztendlich eure Entscheidung.
    Ansonsten habt ihr euch sehr viel Mühe gegeben, was die Wortwahl in den beiden Vorworten angeht und wie ihr die Ausstellung eurer Werke strukturiert habt. An diesem System habe ich keinerlei Bemängelungen, eine zeitliche, alphabetische und nach Autor geordnete Linkauflistung gibt dem Leser perfekten Überblick. Dann noch die beiden Benachrichtigungslisten, also kann man sich bei euch wahlweise für KG oder Gedichte eintragen bzw. für beides? Diese Trennung erscheint zunächst unnützlich, aber für Leser, die nur KGs lesen und mit Gedichten nichts anfangen könne, oder eben andersherum, ist es ein netter Service, auf den ihr in eurem Topic wohl besonderen Wert gelegt habt.
    Insgesamt bin ich daher sichtlich erstaunt und positiv gestimmt, was die Eröffnung eures Topics angeht, folglich geht’s nun zu den bislang zwei geposteten Werken…
    [tab=The Darkest Place]
    Du weißt Sirius, Englisch ist nicht meine Stärke, wobei du mir netter Weise, einige Vokabeln aus deinem Gedicht übersetzt hast, sodass ich es inhaltlich verstehen konnte. Gleich in der Überschrift benutzt du schon einen Superlativ, „der Dunkelste Ort, soviel lässt mein Englisch noch zu^^' Das klingt natürlich in Englisch besser und generell mysteriös, aber auch irgendwie traurig, mal sehen, welchen Pfad du im Text gewählt hast, oder vielleicht sogar beide Feelings auf einmal? ...Wenn man dann weiterliest, sieht man, dass es in Richtung Traurigkeit eher geht als in Richtung Mystery. Als ich die Zeilen gelesen habe, ist mir umgehend aufgefallen, dass das Reimschema nicht gerade passend zu einem solch tiefsinnigen Gedicht ist, da ein aabb-Reim, doch sehr einfach ist. Gut, das gesamte Gedicht ist in Englisch und die Entscheidung, dass Gedicht in diesem Reimschema zu schreiben, ist irreversibel, aber sowas sollte man demnächst vlt. vor dem Schreiben bedenken, weil das Reimschema wirklich entscheidend für den letzten Schliff sein kann, gerade was Gefühle angeht, sagt es viel aus.
    Die Strophen halten konsequent den Rhythmus des Gedichts ein, genauso wie das immer eingehaltene Reimschema schafft dies zusammen Harmonie und ein flüssiges Lesen. Zudem wird die traurige Stimmung von Anfang bis Ende deutlich, wobei beim Schluss eine Art Entwicklung zu erkennen ist, da die Trauer anscheinend in Entschlossenheit umgewandelt wurde. Ebenfalls sehr gelungen neben der Harmonie sind die diversen Symbole:

    cold wind swishes.


    gone out of your hands.


    corroded by the evils’ teeth.


    Es entstehen gefühlvolle Bilder im Kopf des Lesers und dies unterstützt nochmal die Wirkung des Gedichts. Man merkt auch, wie du die Konzentration wie ein Wortfeld um Dunkelheit und Kälte hältst, die Symbole für die Trauer sind. Mir fehlte zunächst etwas Konkretes, da das Gedicht ziemlich allgemein klang, doch als dann diese Passage auftrat, hatte sich dies auch erledigt, denn so weiß man, um was es speziell geht.


    An deinem Gedicht ist wirklich wenig auszusetzen, wie du merkst, und weil es auch noch in Englisch geschrieben ist, Respekt,
    das Gedicht ist dir auf jeden Fall gelungen :)
    [tab=Gedanken am Morgen]
    Jetzt ein Heimspiel, denn es handelt sich um ein deutsches Gedicht^^'
    Die Morgenmuffeligkeit besitze ich zwar nicht so wirklich, aber darüber ein Gedicht zu schreiben ist eine neue, kreative Idee, auf die ich nicht gekommen wär. Der Titel gefällt mir dahingegen leider nicht so, da er sehr allgemein klingt und nicht spezifisch auf die Morgenmuffeligkeit hinweist. Gedanken am Morgen müssen nicht immer so sein, wie in diesem Gedicht, daher ist der Titel verbesserungswürdig. Allerdings gefällt mir, wie du kurze Sätze, Ausrufe wie „huch“, „Himmel“, etc. und Gedanken in deinem Gedicht so direkt widerspiegelst, dass man als Leser in die Situation gut hineinversetzt wird. Zudem gehst du in deinem Gedicht nicht allgemein an das Thema heran, sondern erzählst von einem bestimmten Morgen, an dem diese Gefühle entstehen, was das ganze individueller und interessanter wirken lässt. Auch wenn anders formulierte, wiederholte Passagen oder Langatmigkeit nicht gern in Gedichten gesehen werden, passen sie bei diesem Gedicht zum Gefühl am Morgen, außerdem bringst du Abwechslung hinein, indem du verschiedene Dinge, die zum Morgen gehören wie Kaffe, Kälte, Wecker, etc. einbringst, anstatt nur vom, Gefühl des lyrischen Ichs auszugehen. Zudem nimmst du auffällig immer wieder Bezug zur Zeit, indem du z.B. in dem Gedicht behandelst, was vor, nach und während des Aufstehens passiert (war), also nicht nur in der Gegenwart verweilst und somit die Spannweite deines Gedichts erhöhst. Ich finde dies genial, weil ich es in Gedichten nicht so oft sehe. Von der Formulierung her ist das Gedicht ebenfalls stimmig, denn die Wortwahl entspricht einem entnervten Menschen, der kein Bock hat, aufzustehen. Besonders dieses Stilmittel hat mir gefallen und hätte mir noch mehr solcher prägnanten Stellen gewünscht:

    Nacht zu kurz, Tag zu lang.


    Insgesamt ist das Gedicht echt gut, alles erscheint plausibel und zueinander passend und wenn ich morgen aufstehen werde, werde ich bestimmt an dieses Gedicht denken (aber dennoch hoffentlich aus dem Bett kommen :‘D)
    [tab=Schlusswort]
    Ich bin sichtlich von eurem Topic begeistert, ihr gibt euch unheimlich viel Mühe und schreibt schöne Werke, bei denen mir nicht viel Kritik einfällt. Ich hoffe, dass dieser Kommi euch weitergebracht hat und es bald auch zu einer KG von euch kommt :)
    (btw könnt ihr mich auf die Benachrichtigungsliste setzen)
    [/tabmenu]




  • Hände


    Schwarz glänzte der Flügel im Licht der Sonne, das durch das große Fenster in das ansonsten sehr karge Zimmer hereinfiel. Außer dem Klavier befand sich in dem strahlend weiß gestrichenen Raum nur noch eine Topfpalme, die dem recht farblosen Zimmer wenigstens ein kleines bisschen Lebendigkeit verlieh. Und dann gab es noch das kleine Mädchen, das mit seinen braunen Zöpfen und den Sommersprossen im Gesicht einen sehr fröhlichen Eindruck machte.


    Sie begann, auf dem Klavier zu spielen. Das Stück, das sie notiert auf unzähligen Notenblättern vor ihr auf dem Piano hatte, begann mit einigen kräftigen Mollakkorden. Das junge Mädchen drückte fest auf die Tasten und ließ die wehklagenden Töne lange im Raum verhallen. Daraufhin spielte sie einen sanften, aber dennoch nicht minder traurigen Teil, der mit einer süßen Oberstimme, die in vielen spitzen Tönen erklang, und dafür umso tieferen Basstönen aufwartete. Sie strich zärtlich über die weißen und schwarzen Holzstücke, die sich dicht an dicht drängten und entlockte dem alten Flügel damit eine bewegende Melodie.
    Und wie sie so virtuos auf ihm spielte, versank das Mädchen, so jung und zart wie es noch war, in so düstere Gedanken. Je weiter das Stück fortschritt, desto weiter zogen ihre Gedanken das Kind in einen dunklen Sumpf. Plötzlich klangen die hohen Töne wie Tränen, die hell auf dem Boden aufschlugen und ein dünnes "Plipp" von sich gaben, bevor sie zersprangen und den Boden benetzten. Die Miene des Mädchens, das so starr und konzentriert vor dem Klavier saß, eifrig die Notenlinien abtastete und die so unendlich verzweifelte Melodie auf dem Flügel spielte, verfinsterte sich. Sie war wie gefangen in ihrer grotesken Gedankenwelt, die niemand außer ihr erforschen konnte, die für den außenstehenden Zuhörer so unergründet blieb wie die Motivation des Komponisten, ein so trauriges Stück zu schreiben.


    Urplötzlich verfinsterte sich auch die Musik, die hohe Melodie setzte aus und wich einem kraftvollen Bass, der mit gezielt gesetzten Tönen fast wie ausgedehnte Seufzer klang. Die Musik bäumte sich immer weiter auf, sie erstarkte und gewann sowohl an Tempo als auch an Lautstärke. Wie versessen spielte das so unschuldige Mädchen die Noten, einen Akkord nach dem anderen, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Laute, die der alte, schwarze Flügel von sich gab, indem ebenso alte Hämmer ebenso alte Saiten in ihm anschlugen, flogen wie verrückt durch das sterile Zimmer. Doch niemand konnte das Mädchen hören, wie es fast so, als hätte es den Verstand verloren, und dennoch nicht minder virtuos spielte.


    Einige Tränen kullerten ihre Wange hinab und fielen auf ihre blassen Hände, die gewandt über die Tastatur huschten. Das Musikstück wollte und wollte nicht aufhören, genauso wenig wie die melancholischen Gedanken, die das junge Mädchen immer weiter bedrückten. Verbissen kämpfte sie sich durch das schwarz-weiße Dickicht des Notentextes, einsam gefangen im schwarz-weißen Zimmer und in ihren schwarz-weißen, trüben Gedanken.
    Und dann kam das Stück doch zum Fall. Das Mädchen ließ das Piano in einem imposanten und klangvollen Mollakkord ausklingen, bis auch die schnarrenden, tiefen Töne verstummten, nahm die Hände vom Flügel, legte sie an die Räder ihres Rollstuhls und fuhr davon.





    --- --- --- --- ---
    Inspiration: Behinderte Menschen werden oft anders behandelt als "normale" Menschen, drum hab ich diese Kurzgeschichte geschrieben. Man denkt die ganze Zeit, das Mädchen sei ein ganz normales, und erst ganz zum Schluss merkt man, dass sie behindert ist. Ich will, dass jeder behinderte Mensch wie jeder andere auch behandelt wird


    Geschrieben: 2011







  • Das Leben und die Kugel


    Es ist einfach und geht schnell,
    Ein Fingerdruck, mehr nicht.
    Der Verstand wird klar und hell,
    Alles Dunkel wird zu Licht.


    Es ist billig und macht Spaß,
    Es eröffnet dir die Welt.
    Es bringt dich bis zum grünsten Gras
    Und nimmt dir das, was quält.


    Ein süßer, süßer Knall,
    Für die anderen bloß Schall.
    Für dich der Weg zum Paradies.


    Ein süßer, süßer Klang,
    Keine Angst vorm Chorgesang.
    Jetzt zier dich nicht und schieß!





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    Inspiration: Hatte Lust, zu schreiben


    Geschrieben: 2. Dezember 2012



  • Hallo Gummistiefel,
    Ich dachte mir, ich schreibe dir mal einen Kommentar zu deinem neusten poetischen Werk. Es handelt ja von einem mehr oder weniger unschönen Thema, aber dennoch ist es mir recht positiv aufgefallen und daher, wollte ich mich mal nicht davor drücken. Ich hoffe, ich kann dir etwas helfen.


    Das Leben und die Kugel
    Der Titel ist eigentlich ein Widerspruch in sich, wenn man so möchte, denn wenn man sich die Kugel gibt, hat man kein Leben mehr, und hat man ein Leben, gibt man sich keine Kugel. (in ya face!) Aber im Grunde ist sowas ja gar nichts schlechtes, denn ein Gegensatz im Titel sorgt auch für die Anregung der Gedanken und ist demnach „spannend“. Was mit Kugel gemeint war, habe ich zunächst gar nicht so richtig verstanden, beziehungsweise wahrgenommen, ich dachte da eher an eine Metapher für die Erde, oder sowas, weil diese im Gegensatz zu der Kugel aus der Pistole mit dem Leben in Verbindung steht. Als ich dann das Gedicht gelesen habe und in der letzten Strophe ankam, habe ich verstanden, worum es geht (ja ich bin ein Blitzmerker, okay?) und dann machte der Titel auch etwas mehr Sinn. Im Grunde finde ich ihn eigentlich ganz schön, da er zunächst etwas anderes zu meinen scheint, aber na ja. Vielleicht ist er auch etwas langweilig, weil er eben dann doch nur eine Fassade zeigt und nicht eine Metapher darstellt. (Die Kugel steht ja für die Kugel und das Leben für das Leben) Aber im Allgemeinen ist der Titel schon recht schön, vielleicht etwas zu lang, aber gut gelungen.


    Es ist einfach und geht schnell,
    Ein Fingerdruck, mehr nicht.
    Der Verstand wird klar und hell,
    Alles Dunkel wird zu Licht.

    Interessante Strophe, vor allem inhaltlich. Zur Technik gibt es nicht viel zu sagen, diese ist in der Strophe recht gut. Die Reime kommen mir recht gut gewählt vor, auch wenn zum Beispiel nicht und Licht oft verwendete Reime sind, aber das ist ja nicht gleich negativ. Auf jeden Fall ist das Reimschema gut, denn das sind alle reine Reime die sich sehr schön lesen lassen. Auch in Sachen Versmaß kann man dir hier eigentlich keinen Vorwurf machen, ich mag dieses Schema (ein Vers „lang“ und das andere „kurz“, der Fachbegriff ist gerade nicht in meinem Kopf, da raucht’s Mathe…) Kommen wir also mal zum Inhalt dieser Strophe. Im Grund beschreibt sie einen Teil des Selbstmordvorgangs, nämlich das Abdrücken. Es ist fraglich, ob es einfach ist, denn selbst wenn man nicht mehr Leben wolle, hätte man doch sicherlich wenigstens etwas eine Hemmung davor sich selbst in den Kopf zu schießen, findest du nicht? Aber im Grunde ist es einfach als zum Beispiel ein Sturz von irgendwo weit oben, das würde denke ich noch einiges mehr an Überwindung kosten. Schnell geht es in der Tat, aber nur wenn man es richtig macht… Rutscht die Pistole etwas ab schießt man sich nicht richtig tot und leidet noch eine ganze Zeit lang, bevor man verblutet ist; soweit ich das weiß, daher sollte man dabei vor allem Bedacht handeln, weswegen es im Grunde eigentlich nicht nur ein Fingerdruck ist. Ob der Verstand klar und hell wird kann ich nicht beurteilen, daher enthalte ich mich hier mal, allerdings kommt mir der letzte Vers etwas seltsam vor… Ich dachte eigentlich wenn man stirbt wird alles schwarz (und gegebenenfalls sieht man ein Licht am Ende des Tunnels) und nicht anders herum. Gehst du davon aus, dass man sich in einem dunklen Raum umbringt? Nun ja, das ist sicherlich ein nachzuvollziehender Gedanke, aber ich finde ihn dann doch etwas zu weit her geholt. Gut, das mag schon sein, aber kommt mir etwas spanisch vor, darüber muss ich wohl noch Grübeln. Trotzdem gefällt mir die erste Strophe erstaunlich gut, obgleich sich wie gesagt meiner Meinung nach einige Ungereimtheiten eingeschlichen haben. Diese sind auf jeden Fall nicht so schlimm und die tolle Technik inklusive des interessanten Angehens dieser Strophe, machen das aus meiner Sicht auch ganz gut wett. Die Strophe beschreibt also im Groben den Vorgang, aber wirklich nur sehr grob. Was ich aber interessant finde ist, dass du hier schon über eine Nachtoderfahrung schreibst – ich hoffe mal, dass du keine hattest, egal welcher Art auch immer. Die letzten zwei Verse berichten von etwas, das niemand beweisen kann, also scheinst du mit dem Gedicht vielleicht auch gar nicht so nah an die Realität gehen zu wollen? Mhm, oder ich denke einfach zu viel nach und das ist hier etwas overdone… Jedenfalls eine interessante Strophe, die auf jeden Fall zu denken gibt. Mal sehen, wie es weiter geht.


    Es ist billig und macht Spaß,
    Es eröffnet dir die Welt.
    Es bringt dich bis zum grünsten Gras
    Und nimmt dir das, was quält.

    Diese Strophe ist mir ebenfalls ein Rätsel. Gut, fangen wir aber wie oben mal mit der Technik an, um da im gleichen Schema zu bleiben. Das einzige was mich an der Strophe stört ist der Reim Welt und quält, da der doch ziemlich unrein ist. Oben und hier auch mit Vers eins und drei hast du jeweils sehr schöne, reine Reime verwendet; dieser tanzt da ein wenig aus der Reihe und lässt sich auch nicht so schön lesen, finde ich. Da es aber vor allem der abschließende Reim der Strophe ist, sollte der besonders schön sein, finde ich. Wenn die Strophe abgehackt beendet ist, wirkt das immer so komisch, daher gebe ich selbst mir immer Mühe, dass der letzte Vers besonders gut da steht; vielleicht kann ich dir mit dem Tipp ja auch etwas helfen. Ansonsten passt hier auch alles soweit, in Sachen Versmaß, usw. Deshalb machen wir jetzt mal mit dem Inhalt weiter, mit dem ich ehrlich gesagt, eher minder zufrieden bin. Warum? Nun, gerade hier ist meiner Meinung nach eine etwas größere Menge an Logikfehlern vorhanden – zwar ist die Strophe recht gut gelungen (und bei ersten durchlesen fand ich sie auch recht makellos) aber wenn ich sie mir dann eben noch ein paar Mal durchlese ist sie doch etwas seltsam. Zunächst aber mal scheint es so, dass du hier nichts erzählst sondern nur beschreibst und dabei etwas in der Zeit springst (ob dies positiv oder negativ ist, ist imo erstmal einerlei), da man in der ersten Strophe ja schon gestorben ist, sozusagen. Aber gut. Der erste Vers ist meiner Meinung nach total Humbug. Es ist weder einfach eine Knarre aufzutreiben, noch billig, oder? Um sowas legal zu bekommen braucht man einen Waffenschein, usw (gut, in den U.S.A. ist das einfacher, aber gehen wir mal von unserer Heimat Deutschland aus) und gerade der zweite Teil ist völlig unsinnig, finde ich. Warum sollte es Spaß machen sich selbst umzubringen? Vielleicht ist es irgendwo befreiend, dass man die Welt und all den Schmerz und Frust in dem man gelebt hat hinter sich lassen kann, aber doch nicht spaßig. Tut mir Leid, diese Aussage kann ich nicht verstehen. Der zweite Vers ist hoffentlich metaphorisch gemeint, scheint auch so aber who knows, denn wenn du damit die Welt an sich meinst, liegst du natürlich falsch. Ist man tot, ist die Welt „zu“. Ich denke eher du meinst sowas in Richtung Paradies; dann würde es schon mehr Sinn ergeben. Andernfalls müsstest du mir das mal erklären, denn das ist wirklich merkwürdig. Suizid kann einen wirklich in eine bessere „Welt“ bringen, somit also ins grünste Gras… Dieser Vers hat mir von allen am besten gefallen, da er wirklich tiefgründig ist und noch dazu eine Metapher in sich trägt, denn ich gehe mal kaum davon aus, dass du damit einfach nur eine Wiese meintest, lol. Gefällt mir gut, dieser Ausdruck. Vers vier ist dann auch recht gut und schließt die Strophe interessant ab. Also ist das Ganze Produkt neben den „Logikfehlern“ in den ersten beiden Strophen recht gut gelungen, super. Hier kristallisiert sich allerdings schon ein Unterschied zu Strophe eins raus. Während du dort eher den Vorgang an sich beschrieben hast, gehst du hier auf das Gefühl und ähnliches ein, finde ich. Obwohl du die in diesem Moment wahrscheinlich zahlreicher denn je vorhandenen Emotionen kaum bis gar nicht beschreibst habe ich irgendwo doch ein Bild vor Augen, wie das so aussieht. Vielleicht fühlt man dann ja auch gar nichts mehr und ich stell(t)e mir das falsch vor? Wer weiß, wer weiß. (Ich will es aber gar nicht wissen, haha) Eine interessante Strophe die einen schönen Zusammenhang zur ersten hat und trotzdem gut alleine da stehen kann; gefällt mir.


    Ein süßer, süßer Knall,
    Für die anderen bloß Schall.
    Für dich der Weg zum Paradies.

    Die dritte und die vierte Strophe scheinen ja mehr oder weniger zusammen zu gehören, was mir zumindest die beiden dritten Verse sagen, welche sich aufeinander reimen; eine gewisse Verbindung scheint zu bestehen. Interessant ist, dass beide nur drei Zeilen haben, beziehungsweise sogar drei Zeilen haben, da man am Ende auf sechs kommen würde, was nicht ganz dem Schema von oben entspricht. Vom technischen her kann ich eigentlich nur sagen, dass das Versmaß zwar komisch aussieht aber beide Strophen zusammen in sich geschlossen sind und daher gut harmonieren, beziehungsweise am Stück zu lesen sind, und das die Reime hier übergreifend sind, was aber kein Problem da stellt, finde ich. Da sich selbiges auch unten sagen lässt, machen wir jetzt einfach mal mit dem Inhalt weiter: Süß ist ein interessantes Adjektiv für einen Selbstmord-Kopfschuss, aber vielleicht versteckt sich dort auch eine gewisse Ironie, oder gar Metaphorik. Letzteres kann ich höchstens insofern deuten, dass die Erlösung in Form des Todes für den Menschen der Suizid begeht wirklich sehr süß erscheinen kann, in dem Sinne, was von daher schon Sinn ergeben würde. Vers zwei springt zwar etwas aus der Reihe da das Wort Für sozusagen einen Auftakt darstellt *kennt nur den musikalischen Ausdruck…*; es entspricht auf jeden Fall nicht ganz dem Versmaß, aber lässt sich doch ganz gut lesen. Trotzdem gefällt mir der Vers aber unglaublich gut und doch bringt er ein Problem mit sich. Der erste Gedanke hierbei ist natürlich dass es für andere Menschen „nur Selbstmord“ ist. Tja, und da ist der Punkt. Am Anfang mag man das vielleicht denken, aber was ist so ein Schall denn für Angehörige? Sowas kann einen anderen Menschen in tiefste Depressionen stürzten und ebenfalls zum Selbstmord verleiten, also ist das im Grunde nicht nur einfach ein Schall sondern kann auch mehr als das sein. Das Problem ist, dass das Gedicht eine Thematik behandelt die aus verschiedensten Sichten ganz anders wahrgenommen wird, allerdings schreibst du selbst recht einseitig. So ein Problem zu lösen ist nicht einfach (erst recht nicht, ohne alles umzuschreiben, deswegen mache ich hier mal keine konkreten Vorschläge) Das soll kein Vorwurf sein, dass dein Gedicht unbrauchbar/schlecht/whatever ist; nein davon kann gewiss nicht die Rede sein – viel eher im Gegenteil; nur ist das eben ein Problem, was durch alle vier Strophen wandert. Mhm… Vers drei gehört inhaltlich zu Vers zwei und unterscheidet sich sozusagen nur davon, dass dieses Vers die Sicht des Selbstmörders darbietet und man somit noch einen zweiten Einblick hat, was ja schon recht gut ist. Es gibt nur eben auf diesem ersten Einblick noch viele Verzweigungen in alle möglichen Richtungen. (Das ist wie mit Religion: Islam =/= Christentum (z.B.) aber selbst im Islam gibt es unzählige verschiedene Ansichten dessen, woran alle im Allgemeinen glauben) Aber trotzdem stellt diese Strophe im Grunde den Wert des Suizids auf die Waage und man sieht deutlich, wem dieser hilft und wem nicht. Trotzdem fehlt mir dort etwas die Einbeziehung der Außenstehenden.


    Ein süßer, süßer Klang,
    Keine Angst vorm Chorgesang.
    Jetzt zier dich nicht und schieß!

    Ein interessantes Ende, mit der wörtlichen Rede, die man im Grunde auch hätte mit Anführungszeichen kennzeichnen können, finde ich. Du wiederholst hier den ersten Vers der vorherigen, was mir ziemlich gefällt; das ist ein schönes Stilmittel. Der zweite Vers, da muss man wieder etwas um die Ecke denken, aber sowas mag ich, sowas macht ein Gedicht interessanter. Hier muss man verschlungene Pfade entlang laufen, aber im Grunde denke ich mal, dass mit Chorgesängen etwas in Richtung Gesang der Engel gemeint ist. Engel gibt es nur im Himmel (?) und im Himmel ist man selbst nur wenn man tot ist. Schlussfolgerung: Keine Angst vor dem Tod. So könnte sich diese Zeile „übersetzten“ lassen. Der letzte Vers ist wie gesagt sehr interessant und gefällt mir auch echt ungemein; die wörtliche Rede passt vorzüglich und dieser Befehlston ist meiner Meinung nach ordentlich angebracht. (Könnte eine Art inneren Konflikt darstellen; bis eine Seite den eigenen Körper eben dazu auffordert) Du bringst damit viel Energie rüber und es kommt einem fast so vor, als würde man den Schuss noch hören können. Gefällt mir gut!


    Abschließend kann ich nur sagen, dass sich das Gedicht recht interessant entpuppt hat. Es sind einige schöne Stilmittel drin und auch technisch habe ich hier kaum etwas zu meckern, obgleich mir das plötzliche Auflösen des Schemas aus Strophe eins und zwei immer noch zu denken gibt… Na ja. Inhaltlich ein ernstes Thema, dass du aber gut dargestellt hast. Wie gesagt finden sich hier und da ein paar logische Fehler, was eigentlich recht schade ist, aber im Grunde kann man über die meisten von diesen hinwegsehen. Schade ist, dass du das Gedicht nur aus einer Sicht geschrieben hast, beziehungsweise aus zu wenigen um alle Ansichten dar zu stellen; siehe Strophe drei – das Beispiel mit den Angehörigen. Trotzdem hat mir das Gedicht insgesamt sehr gut gefallen und mich ein weiteres Mal von deinem Können überzeugt, Lukas. :)


    (Sorry, dass es etwas länger als gewollt geworden ist ;o) Ich hoffe dennoch, ich konnte dir mit dem Kommentar etwas helfen. Übrigens, an Sirius: Tut mir Leid, dass ich nichts von dir kommentiert habe, aber nächstes Mal bist du dran, in Ordnung? Versprochen! Also, bis dahin wünsche ich euch beiden viel Freude am Dichten und Schreiben! :)
    Liebe Grüße,
    Chess

  • Boah, Chess, dein Kommentar ist ja episch D: Vielen Dank dafür! :))
    Also, dann werd ich mich mal durchwurschteln und dir ein paar Dinge erläutern, die du vllt nicht ganz verstanden hast :3


    Zunächst mal zur Gedichtsform: Dir ist es ja aufgefallen, dass die ersten beiden Strophen je vier Verse und die letzten beiden je drei haben. Das mag für dich seltsam aussehen, aber ich habe das bewusst so gemacht. Diese Gedichtsform nennt man Sonett (auch wenn bei echten Sonetten Versmaß und Reimschema anders sind), sie besteht immer aus acht plus sechs Versen. Ich hab sie einerseits gewählt, weil sie meiner Meinung nach todschick aussieht und zum anderen durch die verkürzten letzten beiden Strophen wie eine Zuspitzung wirkt, und weil ich im Gedicht wirklich erst ganz zum Schluss konkret werden wollte, hab ich mir diese Form genommen.


    Zitat von Chess

    Als ich dann das Gedicht gelesen habe und in der letzten Strophe ankam, habe ich verstanden, worum es geht (ja ich bin ein Blitzmerker, okay?)


    Das war durchaus so beabsichtigt gewesen. ^^ Klar, unter einer Kugel kann man sich alles mögliche vorstellen, den Erdball, eine Kugel Eis, einen Ball beim Sport, aber was dann letzten Endes gemeint ist, bleibt auch am Anfang des Gedichts schleierhaft. Hoff ich jedenfalls. Aber das war wie gesagt beabsichtigt. :)


    Zitat von Chess

    ich mag dieses Schema (ein Vers „lang“ und das andere „kurz“, der Fachbegriff ist gerade nicht in meinem Kopf, da raucht’s Mathe…)


    Hehe, Mathe. ^^ Ob das Versmaß einen Namen hat, weiß ich gar nicht. Die Silbenanzahl war in den ersten beiden Strophen auf einen Wechsel von sieben zu sechs Silben eingestellt (7-6-7-6), auch wenn der vierte Vers in der ersten Strophe trotzdem sieben Silben hat (weil die erste betonte die zweite erst ist). Und die beiden letzten Strophen haben eine aufsteigende Silbenzahl (6-7-8), aber der letzte Vers zwei Silben weniger.
    Ja. Im Grunde genommen ein völlig willkürliches Versmaß. :D Ich hab es so gewählt, dass es sich flüssig lesen lässt und gut klingt.


    Zitat von Chess

    Es ist fraglich, ob es einfach ist, denn selbst wenn man nicht mehr Leben wolle, hätte man doch sicherlich wenigstens etwas eine Hemmung davor sich selbst in den Kopf zu schießen, findest du nicht?


    Nein, finde ich nicht. ^^ Wenn du ganz am Ende bist und einfach um jeden Preis sterben magst, wirste nicht lange fackeln. Sind es auch nur 99 % Lebensmüdigkeit, kostet es auch schon Überwindung. Aber wenn man in einem ganz tiefen, schwarzen Loch drinnesitzt, wird man es sich nicht noch extra überlegen und abwägen.


    Zitat von Chess

    Ob der Verstand klar und hell wird kann ich nicht beurteilen, daher enthalte ich mich hier mal, allerdings kommt mir der letzte Vers etwas seltsam vor… Ich dachte eigentlich wenn man stirbt wird alles schwarz (und gegebenenfalls sieht man ein Licht am Ende des Tunnels) und nicht anders herum.


    Das ist genau wieder das Motiv der Lebensunlust. Alles andere erscheint besser, und wenn du erst mal gestorben bist, so denkt der Selbstmörder, bist du auch die ganzen Depressionen endlich los. Das ist mit "klar und hell" gemeint.
    Zum letzten Vers: auch hier musst du an völlige Verzweiflung denken. Für einen, der nicht mehr leben will, sist alles nur noch schlimm. Der stellt sich den Himmel natürlich als strahlenden Ort der Schönheit vor, oder etwa nicht? Außerdem ist es gewissermaßen eine Metapher: das DIesseits ist dunkel und voller Depressionen, und wenn all das weg ist, geht es in ein fröhliches Leben an einem besseren Ort. Und weil Licht Dunkelheit owned, hab ich das so geschrieben, um es mal ganz ganz flapsig auszudrücken.


    Zitat von Chess

    Was ich aber interessant finde ist, dass du hier schon über eine Nachtoderfahrung schreibst – ich hoffe mal, dass du keine hattest, egal welcher Art auch immer.


    Haha. ^^ Eine NACHtoderfahrung sowieso noch nicht, sonst gäb es dieses Gedicht nicht. ;) Und NAHtoderfahrungen auch noch nicht, nein. Auch wenn der Tod im Moment schon nah ist, zumindest bei meinem Vater... egal. Themawechsel bitte. Wie wär's mit der zweiten Strophe?


    Zitat von Schach

    Das einzige was mich an der Strophe stört ist der Reim Welt und quält, da der doch ziemlich unrein ist.


    Ich weiß, dass er einigermaßen unrein ist. Ich aber spreche das Wort 'quält' eher wie 'queelt' aus, von daher kann man das aus meiner Sicht noch halbwegs als Reim auf 'Welt' durchgehen lassen. Aber schon klar, der Reim ist unrein.


    Zitat von Chess

    da man in der ersten Strophe ja schon gestorben ist, sozusagen.


    Find ich nicht. Eigentlich stirbt der Erzähler gar nicht während dem Gedicht, sondern es sind mehr so letzte Gedanken, wie eine gemeinse Stimme im Kopf, die dir alle Vorteile aufzählt, wenn man sich erstmal umgebracht hat. Sie gibt gewissermaßen den letzten Ruck, abzuziehen.


    Zitat von Chess

    Der erste Vers ist meiner Meinung nach total Humbug. Es ist weder einfach eine Knarre aufzutreiben, noch billig, oder? Um sowas legal zu bekommen braucht man einen Waffenschein, usw (gut, in den U.S.A. ist das einfacher, aber gehen wir mal von unserer Heimat Deutschland aus) und gerade der zweite Teil ist völlig unsinnig, finde ich. Warum sollte es Spaß machen sich selbst umzubringen?


    Das 'billig' war nicht auf Kosten bezogen. Es soll hier bedeuten, dass es nicht viel körperliche Anstrengung erfordert, sich zu erschießen - ein Fingerdruck, mehr nicht. Wenn man lediglich von physischer Arbeit beim Vorgang ausgeht, ist das eine sehr energiesparende Tätigkeit (woah, makaber). Im Übrigen ist es überhaupt nicht schwer, an eine Waffe zu kommen. Man denke nur an gewisse Amokläufer oder überhaupt Kinder von Polizisten. Es ist vielleicht nicht das einfachste der Welt, aber völlig unmöglich ist es nicht. Lücken im System gibt es immer.
    Und zum Vergnügen: Na ja, ob es dir und mir jetzt Spaß macht, ist natürlich (hoffentlich?) fraglich. Aber auch hier musst du davon ausgehen, dass die erzählende Person völlig am Ende ist und keinen anderen Ausweg als den finalen Gnadenstoß sieht.
    Aber ich stimme dir zu, der Vers ist schon heftig und ein bisschen schwammig. VIelleicht habe ich es ein bisschen übertrieben mit der Unkonkretheit zu Beginn des Gedichts.


    Zitat von Chess

    Während du dort eher den Vorgang an sich beschrieben hast, gehst du hier auf das Gefühl und ähnliches ein, finde ich. Obwohl du die in diesem Moment wahrscheinlich zahlreicher denn je vorhandenen Emotionen kaum bis gar nicht beschreibst habe ich irgendwo doch ein Bild vor Augen, wie das so aussieht. Vielleicht fühlt man dann ja auch gar nichts mehr und ich stell(t)e mir das falsch vor? Wer weiß, wer weiß. (Ich will es aber gar nicht wissen, haha)


    Jetzt, wo du es sagst... stimmt, ich hab wirklich in der zweiten Strophe zu den Empfindungen gewechselt beziehungsweise zu den Idealvorstellungen und dem, was man sich erhofft. Okay, das war zwar unbeabsichtigt und unbewusst, aber wenn es gut ankommt, umso besser. *grins*
    Natürlich fühlt man nichts mehr. Das letzte, was man von dem Vorgang mitkriegt, ist der Schuss. Dann ist Schluss. (Aw, ein schöner, ganz bitterböser Reim. <33)


    Zitat von Chess

    Süß ist ein interessantes Adjektiv für einen Selbstmord-Kopfschuss, aber vielleicht versteckt sich dort auch eine gewisse Ironie, oder gar Metaphorik.


    Nicht nur vielleicht, mein Lieber. Natürlich ist es für Otto Normalleser eine Ironie, vielleicht sogar eine abschreckende, ekelerregende Ironie. Was soll für den Durchschnittsmenschen schon süß am Suizid sein? Ironie bedeutet ja, genau das Gegenteil von dem zu meinen, was man sagt. Der Selbstmörder mag es vielleicht bierernst meinen, aber für den normalen Leser, der nicht nachahmungsgewillt ist, wirkt es befremdlich und damit ironisch. Gut erkannt also! :)


    Zitat von Chess

    Am Anfang mag man das vielleicht denken, aber was ist so ein Schall denn für Angehörige? Sowas kann einen anderen Menschen in tiefste Depressionen stürzten und ebenfalls zum Selbstmord verleiten, also ist das im Grunde nicht nur einfach ein Schall sondern kann auch mehr als das sein.


    Mmh, das habe ich nicht bedacht beim Schreiben. Mein Ansatzpunkt war, nur vom Schuss selbst auszugehen, vom Peng der Pistole. Für Außenstehende (und hier hab ich wirklich nicht an Familienangehörige gedacht, vermutlich weil der Erzähler in meiner Fantasie schon völlig verlassen von der Familie war) ist es eben nur ein schnöder Schuss, wie man ihn in jedem Krimi oft genug hört. Und wenn durch ihn halt eine Person zu Schaden kommt, dann war das eben ein Unfall oder Absicht. Man hat als Außenstehender keinerlei Bindung zum Selbstmörder. Daher ist es für die anderen nur ein Knall.


    Zitat von Chess

    . Das Problem ist, dass das Gedicht eine Thematik behandelt die aus verschiedensten Sichten ganz anders wahrgenommen wird, allerdings schreibst du selbst recht einseitig.


    Was meiner Meinung nach einfach die logische Folge daraus ist, dass die einzige Person in diesem Gedicht der Erzähler ist. Aber du hast natürlich recht, es ist dadurch einseitig. ^^ Aber ob man als Leser jetzt mit den Darstellungen sympathisiert oder nicht, das entscheidet sich beim Lesen, ob man den Versen zustimmt oder sie mit Grauen ablehtn. Das ist wie mit einer Nazi-Doktrin, die einen werden angewidert den Kopf schütteln und sich abwenden (so wie ich zum Beispiel), und eine kleine Minderheit wird sie leider Gottes bejahen. Es polarisiert eben, und genau diesen Effekt hat das Gedicht meiner Meinung auch. Was sich aber in meinen Augen gar nicht mal negativ auswirkt. (Logisch, ich als Autor sollte das Werk auch mögen)


    Zitat von Chess

    Du wiederholst hier den ersten Vers der vorherigen [Strophe], was mir ziemlich gefällt; das ist ein schönes Stilmittel.


    Jo, eines der wenigen beabsichtigt eingesetzten Stilmittel in diesem Gedicht. ^.^ Ich mag diese Parallelismen, die verstärken die Zuammengehörigkeit der letzten beiden Strophen und die Zuspitzung des Gedichts. Außerdem rahmen jetzt die parallelen Verse die Strophen schön ein.


    Zitat von Chess

    Der zweite Vers, da muss man wieder etwas um die Ecke denken, aber sowas mag ich, sowas macht ein Gedicht interessanter. Hier muss man verschlungene Pfade entlang laufen, aber im Grunde denke ich mal, dass mit Chorgesängen etwas in Richtung Gesang der Engel gemeint ist. Engel gibt es nur im Himmel (?) und im Himmel ist man selbst nur wenn man tot ist. Schlussfolgerung: Keine Angst vor dem Tod. So könnte sich diese Zeile „übersetzten“ lassen.


    Korrekt! Völlig korrekt! :))
    Es macht mich schon ein bisschen froh, dass dieser etwas versteckte Hintersinn zu erkennen ist, puh. Aber auch hier schimmert die psychopathische innere Stimme durch, die dir die Angst vor dem Tod nehmen will. Ein letztes Mal versucht sie es hier mit gutem Zureden, der Schlussvers ist dann gewissermaßen der Befehl.


    Zitat von Chess

    Du bringst damit viel Energie rüber und es kommt einem fast so vor, als würde man den Schuss noch hören können. Gefällt mir gut!


    Aw, danke! :33 Dass ich eine dermaßen starke Wirkung hervorgerufen hab, war unerwartet, aber ehrt mich natürlich sehr. :)


    Nochmals danke für deinen Kommentar, der war sehr hilfreich und hat mich richtig gefreut. c:
    Grüße,
    ~Stiefel

  • [tabmenu]
    [tab=Vorwort]
    Hi Sirius und Stiefel :)
    momentan geht die Tendenz mehr zum glamour als zum Glitter, mal sehen wie sich das in Zukunft so entwickelt. Gut, dass es auch mal eine Kurzgeschichte gibt, aber es scheint mir so, als würdet ihr euch mehr den Gedichten widmen, aber jedem das Seine. Egal was für Texte, bin schon gespannt, was ihr wieder so vollbracht habt…
    [tab=Hände]
    Das ist schon eine der kürzeren Kurzgeschichten. Genauso wie schwer es ist, eine längere Kurzgeschichte zu schreiben, so ist dieser Anspruch auch bei Kürzeren vorhanden. Aber dies muss ja nichts heißen. Als ich den Titel gelesen habe, dachte ich erst mal an einen Drabble, aber das war nicht der Fall. Der Titel gefällt mir allerdings, denn er passt sowohl zum Klavierspielen, welches üblicherweise mit den Händen vollzogen wird, als auch zum Ende, wo sich herausstellt, dass die Protagonistin körperlich eingeschränkt ist.
    Ein Ein-Wort-Titel ist zwar gefährlich, da die meisten schon als Mainstream gelten, doch Hände ist mir da völlig neu, daher hast du mit dem Titel schon mein Interesse geweckt, was auch bei anderen Lesern der Fall sein sollte.
    Der Anfangssatz klingt gut, du beschreibst zunächst die Atmosphäre und die Umgebung, sodass sich der Leser hineinfühlen und hineinfinden kann. Nachdem du die Umgebung in zwei Sätze abgehandelt hast, gehst du mit einem Satz auf das Mädchen, die Protagonistin über. Mir persönlich ist das zu wenig für den Anfang. Die Umgebung trotz des leeren und langweiligen Raums hättest du um Temperatur, Geräuschkulisse oder Boden noch erweitern können. Auch das Mädchen wird in der gesamten Geschichte wenig beschrieben. Natürlich solltest du deine „Strategie“ nicht ändern, denn die Behinderung erst am Ende zu erwähnen, ist eine sehr gute Idee um noch einmal abschließend für einen Überraschungsmoment zu sorgen, doch du könntest z.B. noch etwas zu ihrer Kleidung sagen, damit man sie sich besser vorstellen kann. Dennoch ist der Anfang nicht schlecht, vielleicht aufgrund des ein oder anderen Aspekts ausbaufähig und dieses „Und dann gab es noch ein Mädchen“ würde ich irgendwie anders formulieren, da es meiner Meinung nach einen unschönen Übergang darstellt, da findet sich bestimmt eine Lösung.
    Der folgende Hauptteil deiner KG ist dir gut gelungen. Du solltest noch darauf achten, dass du keine Wortdoppelungen benutzt, wie z.B. in der ersten Zeile dieses Abschnittes, in der zweimal „begann“ auftaucht. Ansonsten beschreibst du ihr Klavierspiel wirklich gut, man erkennt deinen großen Wortschatz, es langweilt nicht, sondern entführt in die Welt und Gefühlswelt der Protagonistin. Bisher weiß man zwar noch nicht, warum sie so traurig spielt, aber dies stellt sich ja dann am Ende heraus, wobei ich Sehnsucht nach einem Freund als Grund erwartet hätte.
    Im nächsten Abschnitt, der sich an guter Beschreibung nicht vom Hauptteil unterscheidet, finde ich nur am Ende einen merkwürdigen Satz:

    Die Laute, die der alte, schwarze Flügel von sich gab, indem ebenso alte Hämmer ebenso alte Saiten in ihm anschlugen, flogen wie verrückt durch das sterile Zimmer.


    Als erstes verstehe ich die Konstruktion mit dem „ebenso“ nicht, Ist das vielleicht ein Tippfehler? Müsste da nicht ein „wie“ auftauchen? Auf jeden Fall klingt die Stelle seltsam und unterbricht dadurch den Lesefluss.
    Außerdem würde ich das „wie verrückt“ eher als umgangssprachlich einordnen. Die Verwendung dieses Ausdrucks gefällt mir in Texten nicht so, aber vermutlich ist das Geschmackssache.
    Im letzten Abschnitt, wo es auch zur Wendung kommt, gehst du nochmal intensiv auf ihre Gefühlslage ein. Man merkt generell, dass du es verstehst, Mimik und Gestik für Stimmungen zu benutzen. Nur am Ende würde ich den langen Satz in zwei Sätze teilen, gerade weil die überraschende Behinderung der Protagonistin so nochmal verdeutlicht wird.
    Wie schon gesagt, die Idee ist genial und das Thema zeitlos, was es zu einem sehr wichtigen Thema macht, über das auf jeden Fall gesprochen werden sollte. Man muss darauf aufmerksam machen, vielleicht immer und immer wieder, bis es in den Köpfen aller Menschen ankommt.


    Insgesamt eine gelungene KG, vielleicht etwas kurz, sodass sie noch Platz für Erweiterungsvarianten hat, aber besonders die Idee und deren Umsetzung hat mir gefallen.


    [tab=Das Leben und die Kugel]
    Wie Sayi schon sagte, steckt in dem Titel ein Kontrast, der im Leser schon die Aufmerksamkeit erweckt, aber gleichzeitig, wenn man es nicht auf die Kugel, welche geschossen wird, bezieht, könnte man darin auch eine Übereinstimmung sehen, eine Art Harmonie, weil die Welt, auf der wir leben, eine Kugel ist. Der Titel ist daher einprägsam, man kommt nicht aus den Vermutungen heraus, wenn man nicht das Gedicht gelesen hat.
    Kommen wir mal zur ersten Strophe, wo du den Rhythmus und das Reimschema genau eingehalten hast. Die Reime klingen schön, zwar nichts Neues, aber noch nie gelesene Reime zu finden, ist auch ziemlich schwierig und würde nur die „Sahne auf dem Himbeereis“ bedeuten. Vom Inhalt her stellst du den Suizid durch den Schuss vom Blickwinkel eines Selbstmörders dar und weniger von einem Außenstehenden, so vermute ich zumindest. Anhaltspunkt dafür ist diese positive Einstellung gegenüber dieser Tat, sie wird als einfach beschrieben und es wird gesagt, dass der Verstand klar und hell wird. Außenstehende würden gerade das Gegenteil behaupten, daher deutet es daraufhin, dass dein lyrisches Ich der Selbstmörder ist. Dennoch ist die Idee, aus dieser Sicht zu schreiben, genauso wie die der KG wieder mal etwas Besonderes, was mir so gefällt. Genauso gut könntest du aber auch als lyrisches Ich den Tod meinen, der zum Suizid verführt, auch dies würde die positive Einstellung begründen. Es gibt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, was jedoch für den Leser nicht von Nachteil ist, sondern viel mehr zum Denken anregt.
    Bei der zweiten Strophe sind mir jedoch zwei unschöne Stellen aufgefallen. Im ersten Vers erscheint mir das „Es ist billig“ wie eine notgedrungene Floskel, denn wie man beim Suizid auf „billig“ kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Gerade wenn du „billig“ im Sinne von Preisen meinst, so ist die Anschaffung einer Waffe doch etwas teurer als mit einem Fahrstuhl auf ein Dach zu fahren und herunterzuspringen…
    Außerdem ist der Reim „Welt-quält“ schon sehr unrein, wenn man beim Lesen den Rhythmus einhält. Man müsste das ä von quält schon lang ziehen, um ihm Rhythmus zu bleiben, sodass eben der Unterschied zu dem e von Welt auch beim Lesen auffällt. Zwar besteht der Endreim hier aus dem t, doch die Stelle ist nicht optimal vom Klang her. Vielleicht ist es aber zu pingelig von mir. Dafür bringt die Anapher mit dem „es“ am Anfang jedes Vers eine Art Verbundenheit mit sich und lässt den letzten Vers dieser Strophe, welcher einen der Hauptgründe für den Suizid nennt, mehr zur Geltung kommen, taktisch klug gemacht oder ein netter Zufall.
    In der dritten Strophe veränderst du dann die Versanzahl. Da du dies aber parallel auch im letzten Vers tust, ist es harmonisch, auch weil es am Ende geschieht. Hier verbindest du die zwei Strophen, vermutlich deswegen, mit einem sogenannten Strophenparallelismus, der den Schuss und das dazugehörige Geräusch schon sehr sehr deutlich beschönigt. Ob dies nun wirklich Aufmerksamkeit erregt, den Leser an dieses Gedicht erinnert oder ihn eher beim Lesen negativ auffällt, indem es zu viel des Guten ist, ist fraglich. Aber da ich ab der Stelle davon überzeugt bin, dass der Tod das lyrische Ich sein muss und er verführerisch jemandem hier sich selbst schmackhaft macht, so wird klar, warum du in dieser Form schreibst. Der Tod muss hier nicht nur überzeugend herüberkommen, sondern auch schleimig, wie ein Teufelchen, was ich mir bildhaft beim Lesen vorgestellt habe.
    Dennoch bleibt die Frage, ob dies nicht zu viel Schleim ist und auch für das Teufelchen zu übertrieben dargestellt.
    In der letzten Strophe dann ein aufbrausendes Ende mit einem klaren Befehl des Todes. Ein Ende, was sicherlich bei einigen Lesern hängen bleiben wird, was mir nur nicht gefällt, ist der vorletzte Vers. Dieser erscheint mir eher als Platzhalter und "Notvers", als ein sinnvoll eingebauter Vers. Vielleicht erkenne ich auch den Sinn nicht, ich kann mir zwar vorstellen, was du meinst, z.B. das Trauern der Angehörigen, aber dies als Chorgesang zu bezeichnen, klingt wie ein erzwungener Reim.


    Obwohl ich an diesem Gedicht ein paar Stellen kritisiert habe, finde ich es aufgrund der Idee und des sonst gut gewählten und (meist) eingehaltenen Rhythmus‘ und Klanges sehr gut. Den Tod sprechen zu lassen, ist immer schwierig, aber kreativ und dir ist es gelungen.


    [tab=Schluss]
    Zwei gute neue Werke mit glamour. Nun wäre Glitter mal wieder gefragt…
    Ich hoffe, dass euch dieser Kommentar weitergebracht hat und
    bin schon auf die nächsten Texte gespannt :)
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