Lügennetz

  • Lügennetz


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    "Der felsenfesten Wahrheit bringt der Mensch Verehrung nicht entgegen: wohl aber einer schönen Lüge." (Gilbert Keith Chesterton)


    [color=#F8F8FF]Vorwort


    Diese Geschichte ist nicht wie die meisten im Mittelalter spielenden Geschichten ein Märchen, sondern eher eine Politikgeschichte. Es geht um Verrat, Intrigen, Spionage und natürlich Lügen. Lügen werden in dieser Geschichte eine tragende Rolle spielen. Was passiert mit einem, wenn man die Lügen mit der Muttermilch aufnimmt? Was passiert, wenn ein Königreich auf einem Netz auf Lügen aufgebaut ist? Was, wenn die Lüge wie bei einer Münze auch immer zwei Seiten hat? Und was ist denn grundsätzlich besser: die Wahrheit oder die Lüge?


    Warnung


    Diese Geschichte enthält voraussichtlich Kämpfe, die nicht selten mit dem Tod enden. Düstere Themen, wie die mittelalterliche Hexenverbrennung und ähnliches werden eine Rolle spielen. Es wird aber keine übermässigen Beschreibungen von Blut geben und sexuelle Handlungen gehen nicht über Küssen hinaus.


    Genre


    Lügennetz ist als eine eher düstere Ikarishipping-Fanfiction geplant, in der Lucia die Hauptrolle spielt. Es werden keine Pokémon vorkommen und die Geschichte spielt im Hochmittelalter, jedoch wird der Ort, an dem das Geschehen spielt nicht Europa, sondern weiterhin Sinnoh sein.


    Danksagung und Widmung


    Danke an alle, die mir im Fanfiction-Fragethema mit meinem Problem geholfen haben. Ausserdem geht ein grosses Dankeschön an die beiden, die mir Rückmeldungen zum Titel geschrieben haben. Ich widme diese Geschichte der Betaleserin einer anderen Geschichte von mir (Darf ich hier deinen Namen angeben?) und entschuldige mich dafür, dass ich dich jetzt schon Monate auf das nächste Kapitel warten lassen habe. Ich werde versuchen, auch meine andere Geschichte fertig zu schreiben. Weiterhin geht ein grosses Danke an meinen Geschichtslehrer, der mir, obwohl er die Fanfiction selber nie gelesen hat, eine grosse Hilfe dabei war, die geschichtlichen Fakten auf die Reihe zu bringen. Und danke an hyaku für das erklären des Verlinkens, ich kann es jetzt. Ausserdem ein grosses Dankeschön an Güte, die die erste war, die mir eine Rückmeldung geschrieben hat und die seit kurzem meine Betaleserin ist.


    Inspiration und Idee


    Ich bin jetzt schon ewig ein Fan von Ikarishipping und wollte schon genauso lange eine Fanfiction dazu schreiben. Die ersten paar Versuche klappten nicht (mehr dazu im Fragetopic) und ich bin mir auch nicht sicher, ob dieser klappt, aber ein Versuch ist es wert. Die Idee zum Mittelalter hatte ich, als ich auf fanfiction.net einige Geschichten gesehen habe, in denen Lucia eine Prinzessin war. Dort hat mich dann aber gestört, dass es immer zuckersüsse Liebesgeschichten waren und nichts ernstere Thematiken behandelte, also wollte ich einmal versuchen, eine Ikarishipping-Fanfiction zu schreiben, in der Lucia zwar eine Prinzessin ist, jedoch die Welt ganz und gar nicht zuckersüss. So bin ich auf das Mittelalter gekommen. Die Idee mit den Lügen ist mir im Geschichtsunterricht gekommen, als wir einen Auszug aus Niccoló Machiavellis Werk "Il Principe" (Der Fürst) lasen, in dem Machiavelli behauptet, dass jede kluge Herrschaftspolitik auf der Lüge gründe.


    Copyright


    Pokémon gehört bedauerlicherweise nicht mir (oder aus der Sicht mancher Leute glücklicherweise, denn wenn es das täte, wäre Ash nach den Sinnoh-Staffeln geflogen und stattdessen Lucia die Protagonistin geworden), genauso wenig, wie das Mittelalter, oder das Buch „Il Principe“ mir gehört. Aber: Das Artwork und die Idee zu dieser Geschichte stammen von mir.


    Kapitelübersicht



    Benachrichtigungsliste



    Anmerkungen


    Wenn jemand fragen zum historischen Hintergrund hat, stellt sie ruhig. Die Antworten werden dann hier hineineditiert.


    Anmerkung zu Kapitel 1: Die halbe Burg gibt es wirklich, sie steht in Irland. Jedoch ist sie nicht auf einem Berg, sondern am Meer und ausserdem weitgehend unbewohnt.


    Anmerkung zu Kapitel 6: Den Schiffstyp Knorr gab es wirklich. Er War vor allem in Nordeuropa verbreitet, wurde aber dann von der sogenannten Busse verdrängt.


    Anmerkung zu Kapitel 7: Wer hätte das gedacht, auch die Fugger haben wirklich existiert. Ihr Reichtum ist vor allem durch geschicktes Wechseln der Branche (Weber → Verlagsgeschäft → Fernhändler → Silberabbau, wenn ich das richtig in Erinnerung habe), sowie durch strategisches Heiraten und ein ansehnliches Startkapital zustande gekommen.


  • Schade, es hat mir das Bild verpixelt.....naja, hier wäre der Prolog :


    Prolog
    POV einer Eule
    Die Eule spannte ihre Flügel und genoss das Gefühl der kühlen Nachtluft in ihrem Gefieder. Sternklare Winternächte wie diese waren in letzter Zeit eine Seltenheit, da dieser Winter irgendwie nur aus Schnee, Regen und Matsch zu bestehen schien. Für andere Geschöpfe mag diese Nacht dunkel und still erschienen sein, doch den guten Ohren des Vogels entging nicht das leiseste Rascheln und seine scharfen Augen konnten jedes einzelne Blatt erkennen, obwohl die einzige Leuchtquelle aus fahl glühenden Sternen am glitzernden Firmament bestand. Die Eule hörte ein Rascheln am Boden. Sofort richtete sie ihre gelb strahlenden Augen zur Ursache des Geräusches. Eine Wühlmaus! Der Raubvogel verfiel ins Gleiten und kreiste langsam über seinem ahnungslosen Opfer. Die Maus hatte ihn noch nicht entdeckt, obwohl er schon ganz nahe an ihr dran war. Jetzt hiess es handeln. Die Eule setzte zum Sturzflug an und hatte die Maus schon fast gefangen, als plötzlich –
    „Nein!“, schallte es durch den Wald und die Maus floh erschrocken in ihr Loch. Die Eule tutete verärgert. Wenn es schon kein Nachtessen für sie geben würde, so wollte sie wenigstens wissen, was sie um ihren Imbiss gebracht hatte. Sie breitete die Flügel aus und flog auf die Quelle des Schreis zu. „Lasst mich los, was wollt ihr mit mir? Ich habe euch doch nie etwas getan!“ „Du bist angeklagt wegen Verrates an ihrer Majestät der Königin. Und jetzt sei schön brav und komm mit, wir haben nicht die ganze Nacht Zeit.“
    Die Eule richtete ihre Augen nach unten. Zwischen den hochgeschossenen Fichten und vereinzelten dürren Föhren gingen fünf Gestalten. Vier von ihnen hatten ein extrem sonderbares Fell. Es schepperte bei jedem Schritt und schien aus Metall zu bestehen. Der Vogel wunderte sich. Es war zwar nicht das erste Mal, dass er Exemplare dieser sonderbaren Tierart sah, aber das erste Mal, dass er sie mit diesem Fellkleid antraf. Er fragte sich, wie diese seltsamen Tiere wohl mit so einem lauten Fellkleid überleben konnten. Sowohl ein Pflanzen- als auch ein Fleischfresser hätte damit schlicht und einfach zu viel Aufmerksamkeit erregt, um ernsthafte Überlebenschancen zu haben. „Lasst mich gehen! Ich habe doch nichts getan!“, ertönte es erneut, und jetzt sah die Eule, dass die fünfte Gestalt die Lärmquelle war. Die anderen vier Gestalten waren kreuzförmig um die fünfte herum gruppiert und die beiden, die rechts und links von ihr gingen, waren über eine Art metallenen Rattenschwanz, der bei der fünften Gestalt an beiden Vorderbeinen angemacht war, mit ihr verbunden. Sie war kleiner als die anderen und ihr Fellkleid war zwar mit seiner pfauenblauen Farbe immer noch nicht wirklich zum überleben geeignet, machte jedoch sehr viel weniger Lärm. Ihre Stimme war um einiges höher, als die der anderen Gestalten.
    „Nehmt mir die Ketten ab! Ich bin unschuldig!“ Doch diesmal machten sich die anderen vier Gestalten nicht einmal die Mühe auf ihre Bitten zu reagieren. Die einzige Antwort, die sie bekam war Schweigen und einen starken Zug auf den metallenen Rattenschwänzen.
    „Lasst mich gehen, ich habe doch nichts –“ „Still jetzt! Das einzige was du mit deinem Flehen erreichst, ist, uns alle zu Tode zu nerv –“ Doch das Tier mit dem Metallfell konnte nie mehr sagen, was die fünfte Gestalt mit ihrem Flehen erreichte, denn aus seiner Pfote, eine der wenigen Stellen, die nicht von Metall bedeckt waren, ragte etwas, das wie eine dünne weisse Nadel, die mit einer Feder verziert war, aussah. Die Pfote verfärbte sich blau und das metallene Tier brachte nur ein gekrächztes „Ver….gif….tet….“ heraus, ehe es tot zusammenbrach. Hiermit war das linke Vorderbein des fünften Tieres frei, was dieses schamlos ausnutzte. Es trat nach vorne aus, woraufhin das Metalltier vor ihm, das durch sein Fell zu schwer war um auszuweichen, platt auf die Schnauze fiel. Währenddessen wurde eine weitere Gestalt von einer weissen Nadel getroffen. Die Eule bekam es mit der Angst zu tun. Was immer auch hier vorging, es war nichts Gutes. Sie wollte wegfliegen, doch ihre Flügel versagten ihm den Dienst. Mit letzter Kraft landete sie in einem Baumwipfel und war gezwungen, das Geschehen weiterzuverfolgen. Inzwischen hatte die letzte in Metall gehüllte Gestalt die Flucht ergriffen, doch eine weitere weisse Nadel, die aus den Büschen geschossen kam, verhinderte jedes Entkommen. Dann herrschte einen Moment lange Stille. Sowohl die Gestalt in pfauenblau, als auch die Eule sahen sich nach dem Ursprung der weissen Nadeln um.
    „Das war nicht fair, Paul, könntest du mir das nächste Mal auch ein paar Soldaten überlassen? Du erledigst doch immer alle mit deinem Blasrohr, bevor wir überhaupt nahe genug sind um irgendetwas auszurichten. Wie sollen wir so jemals Übung bekommen?“ „Tja, ich habe euch ja gesagt, dass Schwerter und Dolche erbärmlich sind. Aber erbärmliche Waffen für erbärmliche Leute, das passt doch.“ Aus den Büschen waren drei neue Gestalten getreten. Eine davon hatte am Kopf braunes Fell mit einem roten Streifen und war vom Hals abwärts komplett rot. Der zweite hatte grünes Fell und Augen in derselben Farbe, doch es war der dritte, der den Blick des Käuzchens anzog. Dieser war von Kopf bis Fuss in graues Fell gehüllt, nur am Kopf hatte sein Fell eine lilafarbene Schattierung und seine Augen waren schwarz, wie bodenlose, dunkle Schächte. Die Eule erschauerte. Es waren die Augen eines Raubtieres. Die Gestalt in pfauenblau drehte sich zu den Neuankömmlingen um. „W-wer seid ihr?“ „Wir sind –“, begann die Rote, doch der mit den angsteinflössenden Augen schnitt ihr das Wort ab. „Die Frage hier ist: Wer bist du? Und Maike, wie oft muss ich dir noch sagen, dass du nicht unnötig viele Informationen preisgeben sollst! Wenn wir nicht so wenige wären, hätte ich dich schon längstens aus dem Widerstand geworfen!“ „Paul, du machst ihr Angst. Lass sie doch – “, meinte das grüne Tier, doch die Gestalt in pfauenblau unterbrach es. „Mein Name ist“, sie zögerte kurz, doch niemand ausser der Eule schien es zu bemerken, „Hikari von Fleetburg. Ich bin die Tochter des dortigen Herzogs, doch“, und wieder schlich sich ein leichtes Zögern in ihre Stimme, „mein Vater wurde zu mächtig und die Königin hat sich bedroht gefühlt. Sie hängten meinen Vater unter dem Vorwand von Ketzerei, meine Mutter wurde als Hexe verbrannt und ich sollte gleich zu meiner öffentlichen Steinigung wegen Hochverrates abgeführt werden.“
    Danach herrschte eine Weile lange Stille. Die drei Neuankömmlinge schienen die Informationen zu verarbeiten. Schliesslich sagte die Rote: „Ich habe wirklich davon gehört, dass das Herzogspaar von Fleetburg tot sein soll. Sie müsste also die Wahrheit sagen. Hikari, ich heisse Maike, das hier“, sie wies auf die Gestalt in grün, „ist Drew, oder auch Graskopf, denn wirklich viel mehr hat er nicht im oder auf dem Kopf“ „Hey!“, protestierte dieser sofort, doch die Rote ignorierte ihn, „und der letzte ist unser Anführer Miesepeter“, die Gestalt in grau schaute die Rote mit einem mörderischen Blick an, „alias Paul. Den Rest erklären wir dir später. Willkommen im Widerstand, würde ich sagen.“ Die Gestalt in pfauenblau lächelte und zog sich einen Teil ihres Felles vom Kopf. Dichter, schwarzer Pelz und nachtblaue Augen kamen zum Vorschein. Die Augen des Grauen verengten sich zu Schlitzen. „Nur damit das klar ist, ich traue dir nicht!“ Doch die Rote warf ein: „Kümmere dich nicht um ihn, er ist immer so. Mit der Zeit wird er lernen dir zu vertrauen. Komm jetzt erst einmal mit.“ Die Rote, der Grüne und der Graue drehten sich um und für einen kurzen Moment veränderte sich das Lächeln der Gestalt in pfauenblau. Es war nicht mehr dankbar und erleichtert, sondern hatte ziemlich deutlich die Aussage: „Ihr seid viel zu leichtgläubig. Wartet nur.“ Die Eule bekam eine Gänsehaut. Egal wie hilflos sie auf den ersten Blick gewirkt hatte, die pfauenblaue Gestalt führte eindeutig etwas im Schilde. Vorsichtig bewegte die Eule einen Flügel und jubelte innerlich; sie schien sich wieder einigermassen erholt zu haben. Sie breitete schnell die Flügel aus und flog in den Nachthimmel. Heute würde sie keine Mäuse mehr fangen, das Ganze hatte ihr den Appetit gründlich verdorben.


    Kapitel 1 ist bereits fertig geschrieben und kann, wenn verlangt, hinzugefügt werden, es wäre mir allerdings lieber, wenn ich damit noch ein wenig warten könnte, damit ich nicht zwei Kapitel aufs Mal poste.


    /e: Da mir niemand gesagt hat, dass ich Kapitel 1 schon heute verlinken muss, schließe ich daraus, dass ich warten darf. Kapitel 1 kommt demnach am Sonntag.

  • Huhu Saraide o/


    Im Shugo Chara-Fanclub bin ich über deine Sig gestolpert und als passionierte Fanfictionistin habe ich es dann auch gelesen und dachte mir, lass ich dir doch einen Kommentar da. Verzeih eventuelle Tippfehler, da Handy. ^^"


    Startpost, Design und so


    Der Titel ist kurz, prägnant und klingt schön. Der Leser fragt sich, welches Lügennetz gemeint ist - gut gemacht!


    Yay, ein eigenes Headerbild, me gusta! =D Das ganze Blau des Startposts mag erst einmal erschlagend wirken,man gewöhnt sich aber dran und abgesehen davon, dass das Bild vielleicht zentriert sein könnte, habe ich nichts zu meckern. Schade, dass du nicht auch die Kapitel so schön designst, das gäbe dem Ganzen noch einen zusammenhängenderen und schöneren Touch, zumal das Blau wirklich eine düsterere "Nachtstimmung" ausstrahlt.


    Im Startpost sind alle Informationen drin, da habe ich nichts zu meckern. =D Oh, außer vielleicht, dass ein Klappentext nett wäre, aber da das Vorwort schon recht Klappentext-esque wirkt, finde ich das gar nicht mal soo nötig. Also, ja, das gefällt mir schon recht gut ^-^


    Prolog


    Schade, dass er keinen Namen hat, aber das kann ja jeder handhaben, wie er will. :3
    Was mir als erstes aufgefallen ist, ist dein Stil. Der gefällt mir nämlich schon echt gut, er ist nicht zu hochgestochen, passt aber trotzdem zum Setting, und du vermeidest Wortwiederholungen. Manchmal ist es auch lustig (Graskopf, haha), da kann ich wenig dran aussetzen. Was dir vielleicht noch gut täten, wären mehr Beschreibungen, aber das ist alles noch im verträglichen Rahmen.
    Allerdings solltest du dir angewöhnen, Absätze zu machen, wenn der Sprecher wechselt. Sorgt für mehr Übersichtlichkeit (und lässt den Text länger aussehen, höhö).


    Ein, zwei Fehlerchen waren dabei, aber das waren eher Tippfehler, die passieren.


    Für andere Geschöpfe mag diese Nacht dunkel und still erschienen sei


    -> ich schätze, da fehlt ein n.


    Das war nicht fair Paul, könntest du mir das nächste Mal auch ein paar Soldaten überlassen?


    -> Komma vor Paul.


    meinte das grüne Tier doch die Gestalt in pfauenblau unterbrach es.


    -> Komma vor doch.


    Ansonsten habe ich da nichts gefunden, das ist schon einmal gut. =D
    Was mich etwas verwirrt hat, war, dass du Paul, Maike und Drew bei ihren deutschen, Hikari aber bei dem Originalnamen nennst. Da solltest du dich am besten für eine Variante entscheiden, vor allem, weil du offenbar auch die deutschen Städtenamen benutzt und eine Hikari von Fleetburg klingt dann doch irgendwie merkwürdig. ._.


    Wie lange ich gebraucht habe, um zu kapieren, dass die komischen Tiere Menschen sind, Fail. Dx
    Die POV einer Eule also - interessant, sowas sieht man nicht alle Tage. Du hast sie auch gut umgesetzt und das Tier nicht übermäßig vermenschlicht, so, wie es, wie ich finde, optimal ist. Es klingt zwar komisch, zu sagen, dass ich mich in die Eule hineinversetzen konnte, aber es ist so - die Gefühle des Tieres bringst du gut rüber.
    Wir haben also mit Paul, Drew und Maike (was mein Contestshipperherz höher schlagen ließ, juche!) sowie der fliehenden Herzogstochter und einigen toten Soldaten, die nicht weiter von Belang sind, schätze ich, zumindest für diesen Prolog, da tot. xD Interessante und sympathische Charakterzusammenstellung, hast dir meine ganzen Animelieblinge herausgepickt. :3 Momentan wirken sie auch noch in character, wobei das hier ja auch alternative world ist, da entschuldige ich kleinere Out-of-character-Haftigkeiten.
    Pokémon ohne Pokémon... Daran muss ich mich noch gewöhnen, ich hoffe, du wirst mich dahingehend überzeugen können.


    Jedenfalls hast du eine spannende Ausgangssituation geschaffen, bei der ich mich schon auf mehr freue - Benachrichtigungliste, bitte! o/


    Nija [color=#770022]~

  • Jetzt sollte klar sein, warum ich Lucia als Hikari bezeichnet habe...Kapitel 1 ist jetzt, wie versprochen, auch da. Und ich entschuldige mich schon einmal für Fehler mit dem scharfen S, auf meiner Tastatur hat es keines.


    Kapitel 1 - Eine neue Freundin


    Lucias POV


    Ich rannte. Schatten und Licht rasten an mir vorbei, meine Beine schmerzten. Die einst schönen Marmorwände meines Zuhauses waren vom Russ grau gefärbt und einzelne der brennenden Deckenbalken stürzten herab. Funken sprühten von den längst verglühten Ahnenbildern an den Wänden und schlugen mir ins Gesicht, doch der Schmerz, den die Funken in mein Gesicht brannten war nichts im Vergleich zum Schmerz, den ich in meinem Herzen trug. Tränen strömten über mein Gesicht und löschten einige der Funken während ich rannte, fort von diesem Ort. Flammen züngelten am Saum meines weissen Pelzmantels, während ich durch das Schlosstor rannte, doch meine Gedanken waren immer noch bei der Person, die im Flammenmeer zurückgeblieben war. Ein einzelnes Wort bahnte sich auf meine Lippen…


    „HIKARI, WACH AUF!!!“
    Blinzelnd öffnete Lucia die Augen, geblendet vom hellen Licht des Morgens. Die kalte Luft piekte ihr in die Nase und Lucia zog sich die Decke wieder über den Kopf. „Nur fünf Minuten….“, murmelte sie schläfrig und machte die Augen zu. Doch die Person, die es gewagt hatte, sie aus ihrem Schlaf zu reissen, hatte andere Pläne. „Hikari, steh auf. Jetzt!“
    Innerhalb von wenigen Sekunden fühlte Lucia sich….durchnässt? „Hey, was soll das!?“, kreischte sie wütend und sah sich einer lachenden Maike gegenüber. „So kriegt man dich also wach.“, kicherte diese, während sie triumphierend einen tropfenden Eimer schwenkte. „Das muss ich mir merken.“ Lucia streckte empört die Nase in die Luft. „Maike, das ist nicht witzig!“ „Sei froh, dass du nicht ein paar Wochen früher zu uns gestossen bist. Da mussten wir noch draussen schlafen.“
    Das Versteck des Widerstands war eine abgelegene Burgruine auf einer schmalen Klippe mitten im Gebirge. Die eine Hälfte der Räume war unbewohnbar, da, laut Maikes Aussagen, ein Blitz in die Klippe eigeschlagen habe und die eine Hälfte des Schlosses mitsamt dem darunterliegendem Felsen in die Tiefe stürzen lassen habe. Auf Lucias Frage, ob es denn nicht gefährlich sei, dort ein Lager aufzuschlagen, erwiderte Maike, dass man ja keine grosse Auswahl habe, wenn man im Königreich verhasst sei, worauf Lucia betroffen schwieg. So hatte sie sich den Widerstand nicht vorgestellt.
    „Hallo, Erde an Hikari. Bist du noch da?“, fragte eine grinsende Maike, während sie mit ihrer Hand vor Lucias Gesicht wedelte. „Man könnte meinen, dass du deinen Namen nicht kennst!“ Lucia erstarrte. Maike konnte doch nicht wissen, dass… „Oder du hast einfach nur an etwas anderes gedacht.“, meinte die Brünette, immer noch ein koboldhaftes Grinsen im Gesicht, „Komm schon spuck es aus. Was oder“, Maike hob vielsagend eine Augenbraue, „wer hat denn deine Gedanken blockiert?“ Lucia stiess erleichtert die Luft aus. Falscher Alarm, Maike hatte keinen Verdacht geschöpft. Lucia zuckte die Achseln und sagte: „Ach, nicht so wichtig, ich habe nur gedacht, dass der Widerstand nicht so ist, wie ich in mir ausgemalt habe.“ Maike zog eine Schnute. „Schade. Bis du kamst, war ich das einzige Mädchen hier. Das soll nicht heissen, dass ich keine Männer mag, aber man kann mit ihnen einfach keine Mädchengespräche führen.“ Lucia kicherte. Was auch immer dieses Mädchen in den Widerstand verschlagen hatte, böse war sie nicht. Vielleicht wurden die meisten hier einfach von diesem Anführer manipuliert? Lucia lief ein kalter Schauer über den Rücken. Dieser Anführer erinnerte sie irgendwie an einen Wolf. Keinen der schönen Tiere, die sie ab und zu in den Ländereien ihres Vaters zu Gesicht bekommen hatte und langsam aber sicher zu lieben gelernt hatte, bis sie sich fragte, ob ihr schlechter Ruf nicht schlicht und einfach daher rührte, dass sie es auf die gleiche Beute wie menschliche Jäger abgesehen hatten, sondern ein Wolf wie aus den Geschichten. Einen, der arme alte Grossmütter und kleine Mädchen frass.
    „Hi-ka-ri! Hör auf ins Nichts zu starren und komm mit nach unten, es sei denn, du willst, dass ich dir noch einmal Wasser ins Gesicht schütte.“ Lucia seufzte und machte sich in Gedanken eine Notiz. Ich muss wirklich anfangen, auf meinen falschen Namen zu hören, wenn ich nicht auffliegen will. Doch bevor sie sich weitere Gedanken machen konnte, packte eine schmale Hand sie am Handgelenk und zog sie mit. „Komm jetzt!“ Lucia liess sich erst mehr oder weniger willig mitziehen, stoppte jedoch wie angewurzelt, als Maike sie an einem zerbrochenen Spiegel vorbeizog.
    „MEEEEIIIIN HAAAAAAAAR!“, schrie sie und wer jetzt noch nicht wach war, der hatte eindeutig taube Ohren.


    Der Gemeinschaftsraum des Widerstands nannte sich „Die halbe Halle“ und sobald Lucia ihn betrat, wusste sie auch warum. Auf der einen Seite der Halle, die, wie Maike ihr gerade mitgeteilt hatte, früher einmal der Ballsaal des Schlosses gewesen war, ragten hohe, verglaste Fenster auf und an der Wand waren Reste einer aufwendigen Verzierung zu sehen. Durch die Fenster hatte man einen guten Blick auf den von Unkraut überwucherten Burghof und von der Decke hing ein verstaubter Kronleuchter aus Messing, in dessen Armen immer noch Kerzenstummel steckten. Die Decke war gewölbt und mit geschnitzten Kreuzrippen gestützt. Bis zur Mitte jedenfalls. Was danach kam, war gähnende Leere. Die andere Hälfte des Saals gehörte offensichtlich zu dem Teil, der beim Blitzschlag abgebrochen war. Damit niemand in die Tiefe stürzte, war am Rand des Abgrunds ein provisorisches Geländer aus Holzpfosten errichtet worden, doch das half nichts gegen die winterliche Kälte, die durch das Grosse Loch in den Saal strömte. Lucia fröstelte. Teile der Halle waren verschneit.
    „Guuuuut, alle mal herhören.“, tönte eine Stimme vom anderen Ende der Halle her. Lucia und Maike blickten auf. Auf einem rasch errichteten Podest stand der – Lucia kicherte bei dem Gedanken – Graskopf von gestern und schien sich in der Aufmerksamkeit der wenigen Leute, die da waren, zu sonnen. „Heute ist wieder ein neuer Tag….“ Schon nach diesen wenig interessanten Worten schwenkte Lucias Aufmerksamkeit zu anderen Dingen, wie zum Beispiel den wenigen anderen Leuten im Saal. Lucia stutzte und stupste Maike mit dem Finger an, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. „Maike, wie viele Leute seid ihr eigentlich allesamt im Widerstand?“, flüsterte Lucia, doch Maike reagierte nicht. „Maaaaaike.“, versuchte Lucia sich erneut und wieder war es vergebens. Nun hatte Lucia genug. Kurzerhand packte sie eine Hand voll Schnee vom Boden und drückte ihn Maike ins Gesicht. Erschrocken fuhr diese herum. „Was sollte das?“, zischte Maike verärgert. Lucia setzte eine unschuldige Miene auf und flötete: „Du hast nicht auf meine Frage reagiert, also musste ich irgendwie deine Aufmerksamkeit erregen. Wo warst du überhaupt mit den Gedanken? Sag bloss, du findest diese Rede interessant.“ „Ähm…“, sagte Maike wenig einfallsreich, „ähm…nun ja….wie war deine Frage?“
    Lucia schüttelte nur verwirrt den Kopf, sie musste Maike später unbedingt über ihre nicht ganz übliche Reaktion ausfragen. Momentan hatte jedoch etwas anderes Vorrang.
    „Maike, wie viele Leute seid ihr eigentlich im Widerstand? Ihr scheint mir ein bisschen wenige für die ‚grosse Bedrohung des Königreichs‘, von der ich gehört habe.“ Maike schluckte hörbar und sagte mit einem leichten Zittern in der Stimme: „Wir sind….24.“ Lucia schnappte laut nach Luft. Die Gruppe, die zwei Städte aus der Hand der Krone gerissen hatte, bestand aus lediglich 24 Mitgliedern? Wie gefährlich waren dann die einzelnen Personen für sich? Das musste sie weitergeben, sobald sie ihre Kontaktperson das nächste Mal sehen würde! Lucia war so tief in Gedanken versunken, dass sie ziemlich erschrak, als sie ihren „Namen“ hörte.
    „….das wäre fast alles an Neuigkeiten und das einzige, was noch fehlt, ist unser neuestes Mitglied vorzustellen, dem, laut unserem „lieben“ Anführer“, beim Wort lieben machte der Graskopf mit den Fingern Gänsefüsschen, „nicht zu trauen sei, wobei ihr ja wisst, dass er niemandem traut. Hikari, komm bitte nach vorne.“
    Lucia blieb nicht die Zeit um irgendetwas zu sagen, denn Maike hatte sie, wie sie es schon früher an diesem Morgen getan hatte, am Handgelenk gepackt und nach vorne auf das Podest gezogen. Ohne Lucia auch nur die Chance zu geben irgendetwas zu sagen, sprudelte Maike sofort los.
    „Also Jungs, das ist Hikari von Fleetburg, eine fliehende Herzogstochter und“, bei Maikes nächsten Worten hätte Lucia fast das Atmen vergessen, so überrascht war sie, „meine neue Freundin.“


    Und, wie war es? Ich habe beschlossen, erst ein wenig später zu enthüllen, wer Lucia wirklich ist. Wer genau aufgepasst hat, findet einen kleinen Contestshipping-Moment. Und...naja, eigentlich gibt es nicht viel mehr zu sagen ausser...R&R, bitte! (Lahmster Schluss in der Weltgeschichte...)

  • Hi o/


    Pünktlich wie die sprichwörtliche Feuerwehr bin ich nun auch schon wieder da. Ich überrasche mich selbst mit meiner Produktivität - vielleicht liegt es aber einfach daran, dass mir deine Geschichte irgendwie total sympathisch ist, haha. x)


    Kapitel 1 - Eine neue Freundin


    Oh, ein Titel! Yay! Es ist zwar kein besonders außergewöhnlicher, aber er beschreibt das Kapitel gut und ein gewöhnlicher Titel ist immer noch besser als gar keiner. Oder so. OwO
    Oh², ein Kapiteldesign, da hast du offenbar auf mich gehört. Sieht doch gleich viel schöner aus so. ^-^


    Ich arbeite mich jetzt erstmal sprachlich durch und dann geh ich auf den Inhalt ein. Dass das ß nicht funktioniert / existiert, ist blöd, aber da kann man leider nichts machen. D=


    Zitat

    Lucia seufzte und machte sich in Gedanken eine Notiz. „Ich muss wirklich anfangen, auf meinen falschen Namen zu hören, wenn ich nicht auffliegen will.“


    Hm, Gedanken mach lieber anders kenntlich als mit normalen Anführungszeichen, das wirkt, als würde sie es laut sagen. Im Zweifel nimm einfach kursiv oder 'die' Anführungszeichen hier. :3


    Zitat

    Doch bevor sie sich weitere Gedanken machen konnte, packte eine schmale Hand sie am Handgelenk und zog Sie mit.


    Gleich der nächste Satz, haha, sie muss klein, denke, das ist ein Tippfehler.


    Zitat

    Dieser Anführer erinnerte sie irgendwie an einen Wolf. Keinen der schönen Tiere, die sie ab und zu in den Ländereien ihres Vaters zu Gesicht bekommen hatte und langsam aber sicher zu lieben gelernt hatte, bis sie sich fragte, ob ihr schlechter Ruf nicht schlicht und einfach daher rührte, dass sie es auf die gleiche Beute wie menschliche Jäger abgesehen hatten, sondern ein Wolf wie aus den Geschichten. Einen, der arme alte Grossmütter und kleine Mädchen frass.


    Warum mag ich die Formulierung so? Ich hab keine Ahnung wieso, aber ich finde die Umschreibung total toll. *~*


    Zitat

    „Maike, wie viele Leute seid ihr eigentlich im Widerstand?


    Da fehlte ein Kommachen. ~


    Zitat

    Hikari, komm bitte nach vorne.“


    Ebenso.


    Zum generellen Stil - Dat Umgebungsbeschreibungszeugs, me gusta. Die halbe Halle (warum finde ich diesen Namen so witzig) hast du super beschrieben, weiter so! Wobei mir da noch zu oft das Wörtchen "war" vorkam, das wirkte etwas Wortwiederholungs-isch, ansonsten habe ich wenig auszusetzen. Auch generell an dem Stil eigentlich. Die Konversation zwischen Maike und Hikari Lucia hast du schön natürlich hingekriegt, das hat richtig Spaß gemacht, zu lesen. =) Ja, du schaffst es auf jeden Fall, einen gesunden Mittelweg zwischen passend zum mittelalterlichen Setting und nicht zu enorm "kitschig" und beschreibend, das kann nämlich ziemlich nervig sein. (Es gibt nichts Schlimmeres als zu viele Adjektive. Dx) Vor allem gefällt mir sowas wie das hier...


    Zitat

    „MEEEEIIIIN HAAAAAAAAR!“, schrie sie und wer jetzt noch nicht wach war, der hatte eindeutig taube Ohren.


    Haha, ich liebe die Stelle. xDD Nicht nur, weil sie Animelucia so perfekt wiedergibt, sondern auch, weil der gewählte Singular einfach besser in das Setting passt, als hättest du "Meine Haare" geschrieben. Ich habe keine Ahnung, ob das nur zufällig so war, aber sowas mag ich an deinem Stil. =D


    Das ist eine perfekte Überleitung zum Inhalt, also...
    Mein erster wirklicher Gedanke war "Ach sooooooooo", als ich erfahren habe, warum sich Lucia selbst Hikari genannt hat. Jetzt ergibt das alles Sinn, vergiss einfach, was ich in der Hinsicht zum Prolog gesagt habe. Wobei das natürlich auch wieder Fragen aufwirft - warum hat sie sich einen falschen Namen genommen? Sie soll ja offensichtlich irgendjemandem Informationen weitergeben, also schätze ich mal, ihre gesamte Identität ist erstunken und erlogen. Für wen arbeitet sie, und warum eigentlich? Fragen aufzuwerfen ist immer gut. o/


    Etwas Anderes, das Fragen aufwirft, ist natürlich der Traum (die Erinnerung?) am Anfang des Kapitels. Sollte das alles so richtig sein, was sie sich da zusammenträumt, war sie auf jeden Fall zumindest adlig oder sowas, also ist DAS zumindest nicht gelogen gewesen. (Ob sie auch wirklich aus Fleetburg ist? Haha =D) Also, ja, an Spannung und Mysterium mangelt es Lügennetz nicht.


    Du hast mich echt glücklich gemacht mit deinem Contestshipping-Momentchen, haha x) Den Spitznamen Graskopf wird Drew wohl nicht mehr los, aber ich beschwer mich nicht darüber. =D Und whuuut, nur 24 Leutchen o.O


    Ansonsten ist ja nicht viel passiert, das Kapitel war ja auch relativ kurz. Ist aber auch gar nicht schlimm - ich schreib zwar lieber längere Kapitel, aber kürzere sind einfach angenehmer zu lesen, Fakt, und das ist ja immer noch die Entscheidung des Autors. Gegen so kleine Häppchen hab ich gar nichts, die kommen dann immerhin meist schneller. x)


    Was ich bis jetzt von deiner FF gesehen habe, gefällt mir wirklich gut und ich bin gespannt, wie sich das alles noch entwickelt. Genug Mysterien gibt es ja, die Ausgangssituation (wie oft will ich die noch in meinen Kommentaren ansprechen?) lässt viel Platz für eine tolle Handlung und ich lass mich mal überraschen, wie das weitergeht... Und hoffe auf das Beste für Lucia und die anderen, bis ich dann bei Kapitel 3 wieder auftauche. o/


    Nija ~

  • Hihi...neues Kapitel. Es besteht fast vollständig aus spontanen Einfällen, also habe ich keine Ahnung, was daraus wird. Naja und ohne weitere Erklärungen....


    Kapitel 2 - Träume, Zettel und trockenes Gras


    Lucias POV


    Flammen züngelten aus der Wand, die kostbaren Wandteppiche wurden in Sekundenschnelle vom Feuer verschluckt. Die Leute stoben schreiend auseinander, als ein Kronleuchter herabstürzte. Alles drängte zum Ausgang und niemand nahm mehr Rücksicht auf die anderen. Schreie. Panik. Flammen. Und vor mir der Leichnam der Person, die an meiner Stelle hätte leben sollen.


    Lucia schlug die Augen auf und strich sich über ihre schweißgebadete Stirn. Sie fröstelte in der kühlen Nachtluft.
    Schon wieder dieser Traum, dachte sie, werde ich nie darüber hinwegkommen?
    Lucia lief ein kalter Schauer über den Rücken und sie tappte in den Gang hinaus, die Decke immer noch um die Schultern gewickelt. Vorsichtig streifte sie sich ihren pfauenblauen Mantel über und lächelte leicht. Es war dasselbe Kleidungsstück, das sie bei ihrer Befreiung getragen hatte. Diese "Befreiung"... wieso hatten sie, wenn sie doch angeblich so gute Kämpfer waren, nicht bemerkt, dass sie dem der Soldaten, den sie "besiegt" hatte, nur einen kleinen Tritt verpasst hatte, damit er ihrer Kontaktperson mitteilen konnte, dass die Operation erfolgreich gewesen war. Es war zum totlachen ... der Plan, der ihr Auftraggeber vorgesehen hatte, hatte besser funktioniert, als irgendjemand hätte voraussehen können. Es war sogar der richtige Soldat am Leben geblieben. Es war schon fast ironisch, wie ihr alle diese Widerständler vertrauten. Alle ... Dieses Wort rief eine Erinnerung in ihr wach
    ... dem nach den Worten unseres "lieben" Anführers nicht zu trauen ist.
    Lucia schluckte. Er würde zum Problem werden, das war klar. Nicht nur war er die Person, die Lucia bei weitem am besten durchschaut hatte, sondern Lucia hatte auch den Verdacht, dass er die anderen Leute im Widerstand mit falschen Informationen gefüttert und gegen die Königin aufgestachelt hatte. Plötzlich stieß Lucias Fuß gegen etwas Hartes. Sie blinzelte und richtete ihren Blick nach vorne.
    Ohne es zu bemerken, war sie bei den Türmen angelangt und gegen die schmale Wendeltreppe gelaufen. Lucia überlegte eine Weile. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie jetzt möglichst schnell ins Bett zurückgehen sollte, da es eigentlich verboten war, den Turm zu betreten – jedoch war Maike, als sie Lucia gerade erklären wollte warum das so war vom Graskopf abgeholt, da sie ihm anscheinend versprochen hatte, mit ihm die halbe Halle von Schnee zu säubern. Doch trotz, oder gerade wegen des Verbotes siegte bei Lucia schließlich die Neugier und sie kletterte die Stufen vorsichtig empor. Am oberen Ende befand sich eine Tür mit drei schweren Metallschlössern, die praktisch "Betreten verboten" schrie. Lucia wollte den Raum dahinter zuerst erkunden, besann sich dann jedoch eines Besseren.
    Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, ermahnte sie sich selbst. Ich sollte nichts riskieren, bis mir vollständig vertraut wird.
    Mit diesem weisen Entschluss im Hinterkopf machte Lucia auf ihrem nicht existierenden Absatz kehrt und floh in ihr Zimmer zurück. Was sie jedoch nicht bemerkte war der kleine Fetzen beschrifteten Papiers, der knapp unter dem Türspalt gelegen hatte und der jetzt an ihren Röcken hängengeblieben war.


    Am nächsten Morgen fand sich Lucia wieder einmal in der halben Halle vor, da der Graskopf wieder seine sterbenslangweilige morgendliche Ansprache halten wollte. Zu Lucias Verdruss fand diese Ansprache laut Maike jeden Morgen statt. Lucia stöhnte genervt und drückte sich mit den Händen den Schädel zusammen. Wenn sie schon jeden Morgen aufstehen musste, um sich diesen Unfug anzuhören, dann sollte Drew wenigstens rechtzeitig kommen. Sie wartete jetzt schon eine Viertelstunde in der klirrend kalten Halle und der Graskopf hatte sich immer noch nicht blicken lassen. Sie boxte Maike leicht in die Schulter.
    "He, Maike", flüsterte Lucia.
    "Ja?"
    "Wie lange braucht der Graskopf noch? Wieso hat er überhaupt so lange?"
    "Woher soll ich das wissen?", schrie Maike frustriert. "Aber wenn er uns noch weitere fünf Minuten warten lässt, dann gehe ich in sein Zimmer und leere einen Eimer voller Schnee über seinen grünen Kopf. Mal schauen, ob sein Haar davon welk wird."
    Lucia kicherte. Der Graskopf mit welkem Gras auf dem Kopf, dachte sie, eigentlich ist das noch eine lustige Vorstellung, schade, dass sein Haar nicht wirklich aus Gras besteht.
    Doch Lucia und Maike hatten keine Zeit sich weitere Torturen für den nichtsahnenden Drew auszudenken, denn hinter ihnen knarrte eine Tür.
    "Da bist du ja en-", rief Maike, während Lucia "Wir stehen nicht gerne zu lange in der Käl-" schrie, doch beide beendeten ihren Satz nicht. Denn der, der da in der Tür stand, war überhaupt nicht der Erwartete. Vor ihnen stand Paul, der wolfsähnliche Anführer des Widerstands mit einem Gesichtsausdruck, der selbst für seine Verhältnisse außerordentlich düster war. Blutspitzer zierten den Saum seines grauen Capes und er hatte eine frische Schnittwunde an der Wange. Mit einer Handbewegung bedeutete er den Wartenden ihm zu folgen.



    Zuerst schien er die Gruppe Richtung Treppenhaus zu gehen, doch kurz vor der Treppe bog er scharf ab und hielt auf eine unauffällige Holztür, die mit einem schweren Riegel verschlossen war zu. Er bedeutete einem braun gebrannten Mann, den Lucia nicht kannte, vorzugehen. Der Riegel gab ein leises Klicken von sich und die Tür gab den Blick auf eine Bahre aus gegerbtem Leder frei. Ein kollektives Aufkeuchen und einige entsetzte Schreie waren zu hören, doch die, die am stärksten reagierte, war Maike.


    "Nein, das kann nicht sein!", schrie sie verzweifelt und einzelne Tränen begannen ihr aus den Augenwinkeln zu laufen. "Du Idiot, öffne deine Augen! Du hast mir doch versprochen, dass du mir die Flausen austreiben willst! Wach auf, oder ich leere dir einen Kessel Wasser über den Kopf! Nein, wieso jetzt, wieso du?"
    Betroffene Blicke Richteten sich auf die schluchzende Brünette, doch niemand wagte es, zu ihr zu laufen. Denn vor ihnen, aufgebahrt, kreidebleich und einen dicken Lederstreifen eng um die Brust gewickelt um die Blutung zu stoppen, lag Drew und zum ersten Mal hatte er keine arrogante Bemerkung zu bieten.


    Und ein weiteres Kapitel, ein weiterer Traum, ein weiteres Ereignis. Ich habe absolut keine Ahnung, wo ich mit dieser Geschichte hinwill, also...lahmster Schluss seit Menschensgedenken?

  • o/ Nach einer ziemlich langen Pause, ist hier nun Kapitel 3. An einer Stelle wird im Majestitätsplural geschrieben, das kann etwas verwirrend sein. Naja, also dann...


    Kapitel 3 - Wahrheiten


    Lucias POV


    Schnee glitzerte im verschneiten Burghof, eine einzelne Eule saß auf dem Rand eines Steinbrunnens, der im Osten des Burghofs angelegt wurde, in dem jedoch schon seit Jahrzehnten kein Wasser mehr geflossen war. Die hohen Wände der Burgruine, die Lucia bis jetzt immer kaltgelassen hatten, schienen plötzlich bedrohlich und Lucia erschauerte, als sie zwischen ihnen den eisig blauen Himmel sah. Blau, kalt und abweisend.
    Was soll ich bloß tun? , fragte sie sich stumm, ihre Füße im pulvrig weißen Schnee vergraben. Langsam kamen die Ereignisse von heute Morgen zu ihr zurück.


    „Was ist passiert?“ Die Frage zuckte wie ein Blitz durch den Raum und alle bis auf Paul zuckten zusammen. Niemand hätte erwartet, dass ausgerechnet Maike so viel Wut und Hass in ihre Stimme legen konnte. Maike durchquerte mit schnellen Schritten das Zimmer und baute sich vor Paul auf, ihre blauen Augen zu Schlitzen verengt und die Tränenspuren auf ihren Wangen, die ihren Zorn eigentlich weniger schlimm aussehen lassen sollen hätten, waren im orangen Licht der Kerze zu flammenden Flüssen geworden, die ihr wahrhaft die Aura eines Dämons gaben. Wieder erklang ihre Stimme, silberhell, doch hart, wie splitterndes Glas:
    „Was. Ist. Passiert? Ich will eine Antwort und zwar JETZT GLEICH!“ Lucia zuckte zusammen und wich zurück, erschrocken von Maikes Schrei. Momentan hätte man jedes Blatt fallen hören und die Luft war so geladen, dass sie förmlich knisterte. Alle Blicke waren auf das Duo in der Mitte des Raumes gerichtet. Maike holte gerade Luft für einen neuen verbalen Schlag, als ihr von Paul ein Pergament ins Gesicht gedrückt wurde. Lucia hielt verdutzt inne, doch als sie den Text auf diesem Blatt sah, verschlug es ihr den Atem. Ohne zu zögern riss sie Paul den Text aus der Hand und las.
    Der erste Teil der Nachricht war abgerissen und etwa bis zur Hälfte war die Tinte verschmiert, sodass nichts mehr zu lesen war, außerdem war der erste Teil der Unterschrift von einem Blutspritzer bedeckt, doch die drei Sätze, die noch leserlich waren, waren das, was Lucia in solche Panik versetzt hatte. Da stand:


    „…weiter. Außerdem würde ich vorschlagen jemanden, dem wir vertrauen können in den Widerstand einzuschließen, damit wir genügend Informationen haben, wenn wir attackieren. Da ein Herrscher jedoch selten seinen Lehnsmännern vertrauen kann und es zu riskant wäre einen Leibeigenen oder niederen Adligen zu senden und sie in der Armee gebraucht werden, haben wir noch nicht entschieden, wer zu senden ist. Ich hoffe, dass ihr als unsere treueste Untergebene in dieser Angelegenheit guten Rat wisst.
    IV Königin von Sinnoh“


    Darunter war noch die Hälfte eines gebrochenen Wachssiegels zu sehen, dessen Motiv, obwohl eine Hälfte fehlte, immer noch gut zu erkennen war. Drei Bäume, von denen auf dem gebrochenen Siegel nur noch zwei zu sehen waren, sowie eine Eule, die dem Betrachter direkt ins Gesicht zu fliegen schien. Das Emblem der Königin. Das Emblem, das auch auf dem Ring zu sehen war, der Lucias Spionageauftrag besiegelt hatte.
    Als Lucia das Gesicht vom Text hob, merkte sie, dass sie von allen verdutzt angestarrt wurde. Sie legte fragend den Kopf schräg, ehe sie merkte, dass sie den Text laut vorgelesen hatte.
    Schließlich sprach Maike die alles entscheidende Frage aus: „Hikari … du … kannst lesen?“ Lucia verfluchte sich selbst. Lesen war normalerweise dem Klerus vorbehalten, nur der ganz hohe Adel war dieser Kunst ebenfalls mächtig und die Tochter des Herzogs von Fleetburg sollte es definitiv nicht können. Wie sollte sie darauf antworten?
    „Ich … äh …“, begann Lucia, doch in diesem Moment ertönte ein leichtes Husten von der Bahre in der Ecke des Zimmers. Ausnahmslos alle drehten sich nach der Quelle des Geräusches um und zuerst wagte niemand etwas zu sagen, doch dann ergriff Maike mit zitternder Stimme das Wort: „Gras…kopf?“
    „Wie ich … dir schon oft … sagte, liebe … Maike, musst du … aufhören mich Graskopf zu … nennen, sonst … gerate ich … in Versuchung, dich ... als Luftko…pf zu … bezeichnen.“ Mehr brachte Drew nicht mehr über die Lippen, da Maike ihm schon die Arme um den Hals geschlungen hatte und heillos zu schluchzen angefangen hatte. Was auch immer passiert war konnte warten, entschied Lucia. Diese Szene würde sie nicht unterbrechen und sie war sich sicher, dass, bis auf einen gewissen unsensiblen Jemand, alle im Raum mit ihr einverstanden waren, jedoch zeigte ihr ein Blick von diesem Jemanden klar, dass die Frage über ihre Lesefähigkeiten noch im Raum stand.


    Das Knirschen von Fußtritten im Schnee holte Lucia in die Gegenwart zurück. Ehe sie sich nach der Ursache umsehen konnte, schnarrte eine Stimme: „Die anderen mögen vielleicht von Drew abgelenkt gewesen sein, aber ich nicht. Wieso kannst du lesen?“
    Langsam drehte sie sich um und sah sich zwei nachtschwarzen Augen gegenüber, die sie misstrauisch musterten. Paul. Wer sonst? , dachte Lucia, während sie sich mental eine Geschichte zurechtlegte. Um Zeit zu gewinnen sagte sie rasch: „Erst will ich wissen, was mit Drew passiert ist.“
    Paul funkelte Lucia noch eine Weile an, konnte sich aber kein Gegenargument überlegen und zischte dann schließlich: „Wir haben zu dritt, Drew, ich und jemand, den du nicht kennst, die Eskorte eines hochrangigen Generals überfallen, doch er konnte fliehen und Drew wurde durch einen Schwerthieb am Rücken und an der Seite verletzt. Das Einzige, was wir aus dieser Aktion herausfinden konnten, war die Erkenntnis, eventuell einen Spion unter uns zu haben, und wenn tatsächlich einer existiert“, ein hartes Glitzern schlich sich in die Augen des wolfsähnlichen Mannes, „dann wissen wir beide wer. Jetzt sag mir, warum du lesen kannst.“
    Doch die kurze Zeit seiner Erklärung war genug für Lucia gewesen. „Meine Mutter war der Meinung, dass diese Welt von Männern regiert wird, womit sie auch Recht hatte. Jedoch wird dieses Land von einer Königin regiert und das ist, weil diese gebildet und klug ist und nach dem Tod ihres Mannes die Macht so nahtlos übernommen hat, wie sonst nur ein männlicher Erbe es könnte. Natürlich waren es auch die günstigen Umstände wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Prinzessin beim Tod ihres Vaters noch nicht in ehefähigem Alter war und sich somit kein Adelssohn in die Dynastie einheiraten konnte, aber gegen ihre Konkurrenten konnte sie sich aufgrund ihrer Bildung behaupten, denn Wissen ist Macht und das dachte meine Mutter auch, also unterrichtete sie mich in allen Fächern und ließ Mönche mich Lesen Schreiben lehren.“
    Paul starrte sie noch eine Weile skeptisch an, dann zuckten seine Mundwinkel und etwas wie – Lucia war sich nicht sicher, ob sie es richtig sah – wie Belustigung blitzte in seinen Augen auf. „Vielleicht habe ich dich unterschätzt.“, murmelte er kaum hörbar und Lucia legte verdutzt den Kopf schief, doch der Moment war schon vorbei und da war nur der übliche Miesepeter, der sich wortlos und mit einem mürrischen Blick umdrehte und ins Innere der Burgruine zurückkehrte.


    Naja, damit wäre ich auch schon am Ende und kann nur sagen: Kommentiert bitte, weder ich noch die Charaktere beissen (naja vielleicht Maike, wenn man Drew etwas antut, oder Paul, wenn man ihn wirklich nervt, lol).

  • Hallo, hier ist das neueste Kapitel. Die Geschichte ist zwar hauptsächlich aus Lucias Perspektive geschrieben, aber ein bisschen etwas aus Pauls Sicht kann auch nicht schaden, oder? Also dann...


    Kapitel 4 – Eine unter Tausend


    Pauls POV


    „Schon wieder daneben, ernsthaft, hast du zwei linke Hände? Wenn du so weitermachst, nenne ich dich ab jetzt Unfähig“, stellte Paul in einem herablassenden Tonfall fest, während er emotionslos die notdürftig an die Wand gemalte Zielscheibe anstarrte. Rund um das Ziel herum steckten Pfeile, doch nicht einer war, wo er hingehörte.
    „Entschuldigung, Herr Miesepeter, nicht jeder ist ein Naturtalent!“, kam sofort die wütende Antwort und Paul musste einem Pfeil ausweichen. Hikari, oder Problematisch, wie er sie gerne nannte (sie brachte nichts als Probleme), hatte phänomenales Geschick, wenn es darum ging, Paul zu treffen, aber anscheinend zwei linke Hände bei allem anderen. Paul stöhnte genervt und riss dem problematischen Mädchen den Bogen aus der Hand. Da es jetzt Frühling war und da er ihr während zwei Monaten nichts beweisen konnte, hatten Maike und Drew, dessen Schreifähigkeiten durch die Tatsache, dass er immer noch bettreif war, nicht im geringsten beeinträchtigt waren, ihn dazu überredet (oder eher überschrien), das problematische Mädchen an Einsätzen teilnehmen zu lassen. Er hatte eingewendet, dass sie bei Einsätzen eher hinderlich als hilfreich wäre, worauf Drew behauptet hatte, dass er das bloß sage, weil er unfähig sei, sie zu trainieren, was Paul natürlich nicht auf sich sitzen lassen konnte, und jetzt hatte er den Salat; er musste das problematische Mädchen zu einer passablen Kämpferin machen. Und das schien momentan ziemlich unmöglich.
    „Schon, aber du kannst weder mit dem Schwert, noch mit Dolchen, Streitkolben, Speeren, Lanzen oder Hellebarden umgehen und du hast gerade bewiesen, dass du auch beim Bogenschießen vollkommen nutzlos bist. Das Einzige, was du bis jetzt in Sachen kämpfen konntest, waren gewisse Tritttechniken und die werden dir auf dem Schlachtfeld nicht viel nützen“, meinte Paul und schloss in bester die-Welt-kann-mir-gestohlen-bleiben-Manier die Augen. Das problematische Mädchen hingegen war inzwischen in Rage. Die Fäuste geballt und ihre Augen zu Schlitzen zusammengekniffen kam sie auf Paul zu und sah aus, als wollte sie ihm die Augen auskratzen. Sie öffnete den Mund und wollte Paul vermutlich gerade eine saftige Standpauke halten, doch bevor sie auch nur Luft holen konnte, war ihr Paul schon ins Wort gefallen.
    „Du bist nicht die Einzige, die mit dieser Lage nicht zufrieden ist. Ich zum Beispiel gebe vermutlich gerade einer Spionin Kampfunterricht. Einer ausgesprochen unfähigen Spionin, um genau zu sein.“
    „Du-“, setzte Hikari wutentbrannt an, doch Paul fiel ihr erneut ins Wort.
    „Damit wir hiermit möglichst schnell fertig sind, müsste ich zumindest wissen, worin du gut bist. Dann können wir dir irgendetwas in der Richtung besorgen und du könntest fortan allein trainieren, was uns beiden sichtlich besser gefallen würde.“
    Die Schwarzhaarige sah nach diesen Worten zwar immer noch nicht ganz überzeugt aus, aber wenigstens hatten ihre Augen den ich-will-dich-strangulieren-Ausdruck verloren und sie schien Pauls Vorschlag wirklich in Betracht zu ziehen. Sie starrte noch eine Weile nachdenklich in die Luft, ehe sie schließlich zu sprechen anfing:
    „Ich spiele ziemlich gut Harfe und war die beste Sängerin an meinem Hof. Außerdem-“
    „Nicht solche Dinge. Ich meinte etwas, das auf dem Schlachtfeld nützlich wäre.“
    Hikari warf ihm einen bösen Blick zu, ehe sie ihre Aufzählung fortsetzte:
    „-kann ich sehr gut Schach spielen und voraussagen, wie eine Schlacht ausgeht, bevor sie überhaupt angefangen hat. Daneben-“, doch Paul fiel ihr erneut ins Wort.
    „Wie das?“
    „Nun, im Prinzip ist es einfach. Du überlegst dir, wie die zwei Feldherren denken und wie sie zueinander stehen. Dann überlegst du dir, wo die Schlacht stattfinden wird und wer wie viele Krieger zur Verfügung hat und von welchem Kaliber diese Krieger sind. Dann denkst du, basierend auf deinen vorherigen Überlegungen, darüber nach, welcher Heerführer sich welche Taktiken überlegen wird und was diese Taktiken gegeneinander ausrichten. Somit kannst du den Ausgang der Schlacht vorausberechnen. Simpel und einfach.“
    Paul antwortete nicht, doch in seinem Kopf rasten die Gedanken.
    Dummes problematisches Mädchen, das ist nicht ‚simpel und einfach‘! Wenn das, was du da sagst, stimmt, dann bist du eine unter Tausend! Ich hoffe, dass ich mit meinen Befürchtungen von wegen du bist eine Spionin nicht richtig liege, denn wenn du das, was du vorhin beschrieben hast, wirklich kannst, haben wir in dir einen wirklich gefährlichen Feind! Hingegen, wenn Maike und Drew recht haben…
    Hier unterbrach Paul seine wirre Gedankenflut und schaute die vollkommen ahnungslose Hikari prüfend an. „Beweis es!“
    Diese grinste triumphierend. „Zum Beispiel denke ich, dass du gerade planst, Weideburg anzugreifen. Und deinem Charakter nach wirst du versuchen, das Gelände zu deinem Vorteil zu nutzen, was mich auf die Idee bringt, dass du versuchen könntest, einen der vielen Flüsse, die vom Kraterberg herabfließen, ins Moor von Weideburg umzuleiten. Das würde die ohnehin schon feuchte Stadt überschwemmen und du könntest die Stadt einnehmen, ohne überhaupt gekämpft zu haben. Zugegeben ein guter Plan, aber ...“, Paul hielt den Atem an, alles, was sie bis jetzt gesagt hatte, war zutreffend gewesen. „... er wird nicht funktionieren.“
    Paul riss erschrocken die Augen auf. „Was!? Wieso nicht!?“
    „Weil die Königin ihrem Charakter nach bereits für diesen Fall vorgesorgt hat. Sie ist ebenfalls jemand, der sich das Gelände zunutze macht. Sie wird die Flüsse an ihrer Mündung stauen lassen und wenn ihr am leeren Flussbett steht und merkt, dass etwas faul ist, die Barrikaden einreißen, sodass ihr von der Flutwelle überrascht werdet und ertrinkt. Sieg für die Königin, ihr hättet die Schlacht verloren.“
    Paul sah das problematische Mädchen mit offenem Mund an. Wie hatte sie das alles so genau wissen können?
    „Und was“, meinte Paul, während sein Kopf immer noch im Schockzustand war, „sollten wir deiner Meinung nach tun, um die Schlacht zu gewinnen?“
    „Ach, das ist einfach, ihr greift Weideburg einfach direkt an. Die Soldaten ihrer Majestät werden damit beschäftigt sein Barrikaden aufzubauen und ihr werdet ohne große Probleme in das kaum bewachte Weideburg einfallen können, da eure Kämpfer ein wesentlich höheres Niveau im Kampf haben, als die wenigen Soldaten, die die Stadt bewachen. Simpel und einfach, ihr würdet die Schlacht gewinnen.“
    Paul starrte die Schwarzhaarige noch eine Weile verblüfft an, ehe er sie am Handgelenk fasste und mitzog.
    „He, wo gehen wir hin?“, fragte Hikari überrumpelt, während sie hinter Paul herstolperte.
    „Zurück zu den anderen. Es ist hoffnungslos dich zu trainieren“, meinte Paul und fügte im Stillen noch hinzu: Weil du schon jetzt viel zu gefährlich bist.


    Und, wie war es? Ich habe mir ernsthaft überlegt, diesem Kapitel ein lila und schwarzes Design zu geben, mich dann aber doch für das übliche Blau und Weiss entschieden. Naja, jetzt fängt die Geschichte mit all ihren Schlachten, Toden und Strategien an und im nächsten Kapitel heisst es: "Zum Angriff!" Daneben herrscht momentan Kommentar-Ebbe und ich würde mich wirklich freuen, wenn jemand sie beenden würde.
    Naja, soviel dazu und LG Saraide

  • Huhu, Saraide^^


    Frohe Ostern, und hier ist mein Ostergeschenk für dich: ein Kommi^^ Den hast du dir ja so sehr gewünscht. Ich habe aber nur Kapitel 4 gelesen.


    MFG
    Rexi UHaFnir

  • o/
    Kurz bevor ich in die Ferien fahre, kommt hier noch ein neues Kapitel. Daneben... Yay, ein Kommentar ^-^ Danke, Rexilius und Güte (Güte für den Eintrag in der Feedbackkette und das Betalesen, Rexilius für den Kommentar). Und ohne es weiter aufzuschieben...


    Kapitel 5 – Tik-tak-Taktik


    Lucias POV


    Funken. Flammen. Zerstörung.
    Angst.
    An den Wänden hingen die Bilder meiner Vorfahren, ich sah zu, wie 200 Jahre meiner Geschichte verbrannten. Aus der Bibliothek drang dicker Qualm, die Flammen fraßen sich durch die dicken Bücher wie ein gefräßiges Monster, aus dem Ballsaal rannten endlose Ströme von Leuten, Adlige und Dienstboten überrannten sich gegenseitig. In Todesangst gab es keine sozialen Unterschiede mehr, jedem war nur sein eigenes Leben wichtig. Ich stand da wie versteinert, es ging alles zu schnell für mein junges Selbst. Eine Zofe rannte an mir vorbei, sie hatte mir früher immer Gesellschaft geleistet. Jetzt würdigte sie mich keines Blickes. Nur ihr eigenes Leben war ihr jetzt wichtig. Es raschelte hinter mir und ich drehte mich um. Inmitten des Tumults war eine einzelne Gestalt mit einem braunen, bodenlangen Umhang erschienen, der das Flammenmeer offensichtlich nichts ausmachte. Gelächter schallte aus ihrem Mund, doch inmitten all des Tumultes konnte ich nicht ausmachen, ob die Stimme der Gestalt männlich oder weiblich war. Ich wusste nur, dass sie hasserfüllt und eiskalt wie splitterndes Glas geklungen hatte.


    „Hikari, schläfst du?“
    Verwirrt öffnete Lucia die Augen und sah mehrere besorgte, einige belustigte und ein verärgertes Gesicht auf sie herabblicken. Sie rieb sich kurz über die Augen und blinzelte dann. Sie war in der halben Halle, die vor kurzem um einen provisorischen Tisch aus einer Schieferplatte, die durch drei behelfsmäßig gezimmerte Tischbeine aus Tannenholz (weil ein Sturm vor kurzem eine Tanne in einem nahegelegenen Wald umgerissen hatte) gestützt war. Auf dem Tisch lag eine Karte, die Sinnoh zeigte und auf der Karte hatte vor kurzem noch Lucias Kopf gelegen.
    „Äh…ja…ich meine…nein…äh…“, stammelte Lucia peinlich berührt und verfluchte sich innerlich dafür vor Publikum eingeschlafen zu sein. Sie war diese Nacht noch ziemlich lange wachgeblieben, da sie sich in der Nacht mit ihrer Kontaktperson getroffen hatte, die ihr mitgeteilt hatte, sie solle dem Widerstand dabei helfen, Weideburg zu erobern um damit endgültig das Vertrauen des Widerstands zu erschleichen. Auf den ersten Blick schien das ein bisschen kontraproduktiv, doch wenn man genauer darüber nachdachte, war es eine riskante, aber überaus schlaue Idee, denn der Widerstand hatte bereits Sonnewik und Schleiede unter seiner Kontrolle und hatte jetzt die Wahl, entweder Trostu oder Weideburg anzugreifen und dass eine der Städte angegriffen wurde, war nicht zu verhindern, also hatte Lucia abgewägt, bei welcher der beiden Städte es schlimmer wäre, wenn die Königin sie verlöre. Auf den ersten Blick schien die Sache klar zu sein: Weideburg war eine Handelsmetropole, da sie Zugang zum Meer hatte und erst noch am Ende einer Flussmündung lag und so von allen Schiffen, die vom Meer her kamen, Zoll verlangen konnte, wogegen Trostu einfach nur ein abgelegenes Dorf im Hügelland war. Jedoch gab es einen entscheidenden Haken an der Sache: Von beiden Städten aus hatte man direkten Zugang zu Sinnohs Hauptstadt, Herzhofen, und genau diese Zugänge waren das Problem, denn während der Zugang von Weideburg aus über das Moor von Weideburg ging, das praktisch nur von Handelskaravanen überwunden werden konnte, führte der Zugang von Trostu aus quer einen leicht bewaldeten Hang, ideal für Angriffe mit Bogenschützen, die sich in den Baumgruppen verstecken und von den freien Stellen aus schießen konnten. Kurz gesagt. Die Trostu-Route war ein idealer Ort für einen Angriff aus dem Hinterhalt. Lucia hatte von Maike erfahren, dass Paul plante beide Städte anzugreifen, damit die Königin nicht wusste, von wo aus der Widerstand Herzhofen angreifen würde und dass der Widerstand sich zuerst Weideburg vornehmen wolle, da eine Handelsmetropole sicherlich schwerer einzunehmen sei und man „die Arbeit vor dem Vergnügen erledigen sollte“.
    Lucia hatte von ihrer Kontaktperson erfahren, dass die Königin das Moor von Weideburg fluten wolle, damit der Zugang von Weideburg aus unpassierbar sei und der Verlust praktisch nichts mehr ausmachen würde. Auf Lucias anschließende Frage, was denn wegen Trostu unternommen werden sollte, hatte ihre Kontaktperson bloß gesagt, dass sich die Königin bereits darum kümmerte und dass Lucia sich erst einmal auf Weideburg konzentrieren sollte. Doch ehe sich Lucia weitere Gedanken machen konnte, fühlte sie einen leichten Schlag gegen ihren Kopf. Sie blickte auf und sah einem schwer genervten Paul ins Gesicht.


    „Problematisches Mädchen, es ist dein Plan, der diskutiert wird, und erst schläfst du und dann tagträumst du. Pass gefälligst auf!“
    Lucia unterdrückte den Impuls eine wütende Erwiderung in den Raum zu schleudern und wandte sich zähneknirschend der Konversation zu. Anscheinend wurde gerade darüber diskutiert, wie man am besten in die Stadt kommen sollte. Ein Rammbock war von Anfang an ausgeschlossen, da dafür schlicht und einfach zu Wenige im Widerstand waren. Maike schlug gerade vor, dass eventuell jemand vorgehen und die Tore öffnen könnte, doch Lucia schüttelte nur resigniert den Kopf.
    „Maike, diese Tore sind an die 24 Ellen hoch. Ein Einzelner kann sie niemals öffnen“, meinte Lucia ruhig, doch Maike schien es persönlich zu nehmen und schrie herausfordernd: „Ach ja? Hast du einen besseren Vorschlag?“
    „Weideburg ist eine Handelsstadt. Das bedeutet es wäre nicht unüblich, wenn ein mit Gütern beladenes Schiff in diese Stadt fährt. Wenn ihr Sonnewik erobert habt, solltet ihr mindestens ein Schiff unter eurer Kontrolle haben. Beladet dieses Schiff mit Stoffballen in denen ihr eure Waffen versteckt und stecht von Sonnewik aus in See. Fahrt von dort aus nach Weideburg und wenn ihr untersucht werdet seid ihr ein Handelsschiff, das Tücher zu verkaufen hat. Hat jemand von euch bereits Erfahrung in der Seefahrt?“, sprudelte Lucia in einem Atemzug hervor. Sie bekam einige überraschte Blicke, doch ansonsten herrschte Stille.
    „Niemand?“ bohrte Lucia noch einmal nach, jedoch war erneut keine Stimme zu hören.
    Nach einigen Sekunden vergebenen Wartens ergriff schließlich ein schwarzhaariger Mann, den Lucia nur vom Sehen her kannte, das Wort und warf rasch ein: „Nun, da dieser Plan offensichtlich ins Wasser fällt, schlage ich vor, dass-“
    Doch eine gemessene Stimme vom Eingang der Halle schnitt dem Sprechenden das Wort ab, bevor er seine Rede beenden konnte.
    „Doch, ich habe Erfahrung in der Schifffahrt“, sagte Drew lächelnd, während er auf eine Krücke gestützt in die Halle herein hinkte.


    Und, wie war es? Toll? Mittelmässig? Schrecklich? Im nächsten Kapitel stechen wir in See, also lest schön weiter, wenn ihr wissen wollt, ob alles so klappt wie geplant. Ausserdem plane ich einen neuen Charakter einzubringen und zwar entweder Lucias bis jetzt namenslose Kontaktperson, Lucias Bruder/Schwester (momentaner Favorit) oder Lucias Verlobten (Klischee!!!). Naja, dann bis zum Kapitel Nummer 6 und LG

  • Juhu, hier bin ich wieder mit Kapitel 6. Hat jemand eine Ahnung, wie ich eine Umfrage so erstellen kann, dass sie unterhalb des Textes erscheint? Bei mir erscheint sie immer oben (und versaut so das Ganze Kapiteldesign.) Ein Rahsegel ist btw ein rechteckiges oder trapezförmiges Segel, dessen Handhabung etwas ...schwierig war? Naja, die kursiven Stellen sind Maikes Gedanken... naja, und um euch nicht noch weiter auf die Folter zu spannen...


    Kapitel 6 - Landratten


    Maikes POV


    Das Schiff, das Drew ausgesucht hatte, war eher klein, bot aber im Verhältnis zu der dafür benötigten Bemannung viel Platz. Es hatte um die 30 Ruderbänke, doch der Hauptantrieb waren die sieben trapezförmigen Rahsegel, die an einem mittig aufgestellten Mast, der oben mit einem kleinen Mastkorb bestückt war, hingen. Die Segel waren mit einer Mischung aus Fett, Ocker und Teer behandelt, damit sie dem Wetter besser standhielten und bestanden aus einer besonderen Art von Schafswolle, die laut dem Graskopf besonders widerstandsfähig war, doch Maike hatte da ihre Zweifel und dachte sich im Stillen:
    Wolle ist doch Wolle? Ich kapiere nicht, was diese Art Wolle vom Rest abhebt.
    Wie es denn auch sei, momentan schritt Drew vor einer Ansammlung von Widerständlern hin und her und erklärte gerade, was denn diese „Knorr“ von anderen Schiffen unterschied.
    „Dieser Schiffstyp hat einen vergleichsweise hohen Tiefgang, was uns das Segeln auf hoher See erleichtern wird, jedoch wird uns genau dieser Tiefgang zum Problem, wenn wir in Weideburg den Fluss hinauf fahren wollen, daher habe ich ein paar kleinere Ruderboote in den Frachtraum gepackt, mit denen der Fluss kein Problem sein sollte. Der Frachtraum dieses Schiffes ist überhaupt ein Prachtstück, habt ihr jemals so einen großen Frachtraum gesehen, der trotzdem nicht unnötig Platz verschwendet? Er nimmt zwar etwa die Hälfte des Schiffes ein, doch er-“
    „Äh, Graskopf?“, mischte sich da Hikari ein. „Ich denke nicht, dass es für uns wichtig ist, zu wissen, was die Vorzüge des Frachtraums sind. Bleibe bitte dabei, das zu erklären, was für die Eroberung von Weideburg wichtig ist“
    Ein Kichern durchfuhr die Menge, die sich vor dem Mast versammelt hatte. Das Boot lag momentan im Hafen von Sonnewik und wäre eigentlich startklar… Wenn Hikari und der Miesepeter nicht darauf bestanden hätten, dass Drew noch eine kleine Einführung in die Schifffahrt geben sollte. Maike schnaubte leise beim Gedanken daran.
    Die Beiden hassen sich und ihre Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein, doch was Kriegsführung angeht, sind sie beide Perfektionisten.
    Maike stoppte ihre Gedanken und richtete ihren Blick wieder auf Drew, für den Fall, dass er seinen Vortrag fortsetzen würde. Riesenfehler.
    Oh mein Gott, wie er dasteht, die Haare fallen ihm ganz leicht in die Augen und wie seine Augen das Licht reflektieren… nein, konzentrier dich, verflixtes Ich! Jetzt ist nicht der richtige Moment, Drew… nein, den Graskopf anzustarren! Hilfe, ich hoffe, niemand hat etwas bemerkt…
    Zu spät bemerkte Maike, dass der Graskopf seine Ansprache fortgesetzt hatte und sie den Anschluss verpasst hatte.
    Mist, jetzt mache ich bestimmt irgendwo einen Fehler und dann… Nein, Maike, du bist nicht mehr die unsichere Person von damals, konzentriere dich! Wenn ein Fehler passiert, dann passiert einer, aber du musst jetzt zuhören, um das Risiko nicht noch weiter zu vergrößern.
    „… kann 70 Grad am Wind gesegelt werden, was eher schlecht ist, daher werden wir bei Gegenwind größere Strecken rudern müssen. Außerdem ist ein Rahsegel auch in Hinsicht auf das Setzen und Reffen eher unpraktisch – man braucht dafür sehr viele Leute und es ist äußerst anstrengend – jedoch hat es auch einen großen Vorteil, nämlich, dass man praktisch unendlich viele von ihnen an einem Mast anbringen kann. An diesem Beispiel sehen wir sieben Rahsegel, die an einem Mast übereinander aufgehängt sind, das bezeichnet man als Marssegel. Momentan weht der Wind aus nördlicher Richtung, das heißt, dass das Ablegen eher schwer wird, da wir dabei Gegenwind haben, jedoch wird die eigentliche Fahrt durch diese Tatsache enorm erleichtert, da wir nur beim ablegen gen Norden fahren müssen, der Rest der Fahrt geht Richtung Süden. Im Frachtraum haben wir Verpflegung und natürlich unsere Handelsware“, - beim Wort ‚Handelsware‘ machte Drew mit den Fingern Gänsefüßchen in die Luft - ,„mehrere Ballen Leinen. Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass der Schiffstyp „Knorr“ heutzutage fast vollständig von der „Busse“ verdrängt ist, also müssen wir uns irgendeine Geschichte à la „Das ist die letzte Fahrt eines alten Handelsschiffes“ ausdenken. Hat jemand noch Fragen?“
    Maike bezweifelte, dass irgendjemand Fragen hatte, denn zumindest sie hatte kein einziges Wort verstanden, doch zu ihrer Überraschung meldete sich Hikari, sobald Drew die letzten Worte ausgesprochen hatte.
    „Ja. Wer macht was?“
    „Gut dass du fragst. Das Steuerruder werde ich logischerweise selbst übernehmen, ich denke nicht, dass jemand anderes es schaffen würde“
    Maike kicherte bei diesen Worten. Arrogant wie immer, dachte sie.
    „Du und Paul solltet euch um die Navigation kümmern-“, setzte Drew fort, doch er wurde sofort von einer entsetzten und einer genervten Stimme unterbrochen.
    „Was!? Mit dem Miesepeter?! Niemals!“
    „Wieso muss ich mit dem problematischen Mädchen arbeiten?“
    „Findet euch damit ab!“, fauchte Maike. Die ewige Streiterei der beiden nervte sie langsam zu Tode. „Ob es euch gefällt oder nicht, ihr steht auf derselben Seite!“ Hikari sah bei diesen Worten aus irgendeinem Grund sehr erleichtert aus, während Paul einfach nur die Augen verdrehte und den Kopf genervt abwendete. Drew räusperte sich peinlich berührt und begann erneut.
    „Danke, Maike. Die Segel überlasse ich Veit“ Der junge Mann nickte erfreut. „Volkner soll die Küche übernehmen.“ Volkner wirkte nicht gerade zufrieden, sagte aber nichts. „Und Maike geht in den Ausguck. Der Rest von euch ist an den Ruderbänken. Also dann… EROBERN WIR WEIDEBURG, IHR LANDRATTEN!“
    Moment mal, Landratten?


    Also, wie fandet ihr es? (Muss mir wirklich einmal eine neue Frage ausdenken...) Bei der Umfrage würde es übrigens um den neuen Charakter gehen. (Wenn es nicht möglich ist, die Umfrage unten am Text anzubringen, würde ich dafür einen seperaten Post machen, den ab die Mods einen Tag nach dem Schluss der Umfrage löschen dürften, wäre das so okay?) Naja, sonst habe ich eigentlich nichts mehr zu sagen, ausser LG von Saraide.


    PS: Den Schiffstyp Knorr gab es wirklich, im Startpost ist unter Anmerkungen ein Link zum dazugehörigen Wikipedia-Artikel zu finden.

  • Huhu, Saraide^^


    Ich wollte dir wiedereinmal einen Kommi da lassen^^


    MFG
    Rexi UHaFnir

  • Hallo... sorry, ich weiss, ich bin enorm spät. Ich würde ja gerne Schulstress oder was auch immer als Ausrede angeben... aber die Wahrheit ist, dass ich ein Krea-tief hatte. Ich hoffe, ihr seid mir nicht allzu böse und hier wäre das nächste Kapitel...


    Kapitel 7 - Wasser und eine schwere Vergangenheit


    Lucias POV


    „Was… ist… hier… passiert!?“
    Lucia stand auf dem Deck des Schiffes, die Augen auf das Stadttor von Weideburg, oder eher das, was einmal das Stadttor gewesen war, gerichtet. Normalerweise konnte man nicht so weit ins Festland hineinfahren, aber diesmal war es anders. Treibholz fing bereits an, sich an den Resten der Stadtmauer zu sammeln und der Fluss floss mitten durch die Stadt hindurch. Das ganze Moor war überschwemmt oder kurz gesagt: ganz Weideburg stand unter Wasser.
    „Was hier passiert ist? Ich würde sagen, dass das ein voller Erfolg für die Königin ist“, meinte eine wütende Stimme hinter Lucia. Sie drehte sich um und sah, dass Paul mit einer verbitterten Miene das betrachtete, was einst Weideburg gewesen war. Lucia sah in fragend an.
    Was soll die Königin damit zu tun haben? Sie würde doch nicht grundlos eine ihrer Städte versenken.
    „Die Königin? Was sollte sie denn davon hab-“
    „Hiermit ist uns die Route über Weideburg endgültig versperrt. Alles hier in der Gegend ist Flachland und wird somit beim leichtesten Anstieg des Wasserspiegels sofort überschwemmt und da hier sowieso Moorgebiet ist, hat sich die ganze Umgebung in einen riesigen Sumpf verwandelt. Nicht tief genug, um ihn mit Booten zu überqueren, aber durch den schlammigen Boden wird dieses Gebiet hier zur Todeszone für jeden, der versucht, es zu durchwaten. Man würde im Morast versenken und schließlich ertrinken.“
    „Aber wie hat sie-“, setzte Lucia an, stoppte jedoch, als Maike neben sie trat und mit einem ernsten Gesichtsausdruck auf den Kraterberg zeigte. Am oberen Ende waren Schnee und vereinzelte Flüsse zu sehen. Lucia drehte ihren Kopf weiter nach unten, bis ihr plötzlich der Atem stockte. Was oben noch viele Flüsse gewesen waren, vereinigte sich hier zu einem einzelnen braunen Band und man konnte von hier aus sehen, wie viel Schwemmmaterial dieser Fluss führte. Doch kurz bevor sie sich zu einem Strom vereinigten, waren die Betten der einzelnen Flüsse eigentümlich geradlinig und Lucia musste keine Expertin in Geographie sein um zu wissen, dass diese eigentümlich geraden Flussbette durch Menschenhand entstanden waren.
    „Hier haben wir nichts mehr zu suchen. Diese Schlacht haben wir verloren, bevor wir sie überhaupt ausfechten konnten.“, sagte der Miesepeter und wendete sich von den Ruinen ab. „Das nächste Mal sollten wir weniger Zeit mit Planung und mehr mit Handeln verbringen.“
    Lucia aber ging ganz nahe an die Reling und starrte in die braunen Wellen.
    Sie muss irgendeinen Grund gehabt haben. Die Königin würde niemals zulassen, dass so viele Leute ihr Zuhause verlieren, nur um der Widerstand aufzuhalten. Oder? Wieso hat sie mir bloss nichts von diesem Plan erzählt, hat sie etwa gedacht, ich könne meinen Mund nicht halten? Oder hat sie… nein das darf ich nicht denken. Die Königin fällt manchmal Entscheidungen, die der einen oder anderen Einzelperson schaden, jedoch im Endeffekt dem Volk helfen. Sie muss einen Grund gehabt haben, sie muss einfach!


    Maikes POV


    Die Öllampe zitterte leicht, während Maike sich zu Hikaris Kajüte begab. Sie hatten beschlossen, erst einmal den Anker auszuwerfen und erst morgen zurückzusegeln, „da es für lange Fahrten zu spät sei.“ (Wie der Graskopf gesagt hatte.) Maike hatte aber das Gefühl, dass er einfach nur genauso geschockt über das Schicksal von Weideburg gewesen war wie alle anderen und ein wenig Zeit brauchte.
    Maike hielt an und klopfte an die Tür.
    „Hikari? Bist du noch wach?“
    Zuerst war die einzige Antwort Stille, doch nach einer Weile öffnete sich die Türe einen Spalt und ein einziges nachtblaues Auge war in der Dunkelheit zu erkennen. „Komm rein.“
    Dunkel. Das war das beste Wort um Hikaris Kajüte momentan zu beschreiben. Im fahlen Licht von Maikes Lampe konnte man einige heruntergebrannte Kerzenstummel sehen, die auf einer Kiste, die Hikari offensichtlich als Tisch benutzte, lagen. Nebendran lag ein Buch, hinter dem Maike entweder ein Lexikon, die Bibel, oder ein Märchenbuch vermutete, da der Schriftzug aus Blattgold zu bestehen schien. Das Bett, das in der Ecke stand, war allerdings unberührt; Hikari hatte offensichtlich nicht einmal versucht, zu schlafen.
    „Hikari, warum-“, wollte Maike fragen, doch Hikari hatte andere Pläne.
    „Maike“, sagte sie mit einem ausdruckslosen Gesicht, „warum bist du im Widerstand?“
    „Was-“
    „Antworte mir einfach! Du musst doch irgendeinen Grund haben, warum du die Königin stürzen willst!“
    Maike betrachtete Hikari nachdenklich. Warum auch immer Hikari das wissen wollte, es schien ihr wirklich wichtig zu sein. Maike schaute Hikari noch eine Weile lange nachdenklich an und setzte sich dann auf die Kante von Hikaris Bett.
    „Wie du willst. Aber setze dich doch hin, es wird eine lange Geschichte.“
    Hikari bewegte sich zögerlich auf das Bett zu und nahm dann ebenfalls Platz.
    „Ich war einst… nein, ich bin einmal…, nein, ich… ach blöde Grammatik, ich war eine Magd.“
    Maike machte eine Pause um Luft zu holen und begann dann erneut zu sprechen.
    „Ich diente einem Fernhändler namens Henry Fugger, genauer gesagt war ich die Zofe seines Sohnes. Ich hatte eine gute Stelle erwischt, was für ein unverheiratetes Mädchen überlebenswichtig sein kann. Du als Adlige wirst das wahrscheinlich nicht verstehen, aber wir Mädchen aus der Unterschicht… entweder wir werden Mägde oder wir landen in Freudenhäusern, also war ich recht froh um meine Stelle. Die Fugger waren freundliche Leute und behandelten sowohl ihre Mägde, als auch ihre Leibeigenen gut. Zumindest dachte ich das. Eines Tages bat mich Leo, das war der Sohn meines Herren, mit ihm seine erste Handelsfahrt zu unternehmen. Er sagte, dass er bei seiner ersten Fahrt wenigstens eine Person, die er kannte, dabeihaben wollte und da sein Vater und seine Brüder anderes zu tun haben. Ich habe natürlich angenommen, ich hätte nicht in meinen kühnsten Träumen gewagt, an eine Reise zu denken und hier war meine Chance! Ich glaube, ich war schon drei Wochen vor dem Beginn der Reise startklar und obwohl eigentlich Leo der war, für den diese Reise der Einstieg in den Fernhandel sein sollte, war ich wahrscheinlich doppelt so aufgeregt wie er. Als unsere Karawane dann schließlich loszog, hätte mein Glück nicht vollkommener sein können, meine erste Reise! Die ersten paar Tage unterwegs waren der Traum eines jeden Mädchens aus der Unterschicht; Ich war auf Reisen, ich hatte einen eigenen Wagen, den ich lenken durfte, und Leo behandelte mich wie eine Gleichberechtigte und bezog mich selbst in Diskussionen ein, die normalerweise nur Männersache gewesen wären. Doch wie bei jedem Traum musste ich irgendwann aufwachen.“


    Und... wie war es? Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, dass der Widerstand die erste Schlacht 'verloren hat, bevor er sie überhaupt ausfechten konnte'. Ich hasse es einfach Texte zu lesen, in denen von Anfang an alles klappt und außerdem musste ich doch irgendwann damit anfangen, Zweifel an der Königin in Lucia zu säen, oder? Naja, ich hoffe, es hat euch gefallen und im nächsten Kapitel geht es mit Maikes Vergangenheit weiter. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Freundschaft der beiden Mädchen in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt habe, also ging dieses Kapitel hauptsächlich um die beiden. Das Ikarishipping braucht zwar noch ein wenig Zeit, um sich zu entwickeln, aber meiner Meinung nach ist es ein Pairing, das allgemein Zeit braucht… naja genug langweiliges Gelaber und LG von Saraide

  • Naja... nach einer mittelmässig langen Pause bin ich wieder hier, mit einem neuen Kapitel. Diesmal habe ich noch ein kleines Bild dazu gemalt, also...
    Kapitel 8 - Rabenmutter


    Maikes POV


    „Leo begann mir Geschenke zu machen. Erst waren es nur kleine Sachen, wie dass er zu meinen Gunsten auf einen Teil seines Abendbrots verzichtete oder dass er mir den Wagen mit den am leichtesten zu kontrollierenden Pferden überließ. Dann aber ging es zu Armreifen, teurer Kleidung und einer vergoldeten Leier über und eines Nachts rief er mich in sein Zelt. Ich hatte zwar ein mulmiges Gefühl der Sache, redete mir aber ein, dass er wahrscheinlich nur irgendetwas besprechen wollte. Doch leider...“
    Maike machte eine Pause und starrte ihre Öllampe an, die inzwischen nur noch einen leichten Hauch von Licht ausstrahlte.
    Sie sieht aus wie die Kerze an diesem Tag… Der Tag, an dem er…
    Maike holte noch einmal tief Luft und flüsterte dann kaum hörbar: „Er hat um meine Hand angehalten.“
    Das Letzte, was man sah, bevor die Öllampe flackerte und dann endgültig ausging war der schmerzhafte Ausdruck in Maikes gletscherblauen Augen.
    „Ich habe natürlich abgelehnt, Leo war ein Freund, aber nicht mehr. Da begannen die Probleme jedoch erst. Am Anfang sah es so aus, als hätte Leo meine Antwort akzeptiert und als wir unsere Ware abgeliefert hatten und Leo vorschlug, anstatt des beschwerlichen Weges über das Gebirge auf einem Schiff mitzufahren hegte ich keinen Verdacht mehr. Ich war naiv. Als wir dann auf See waren, nur ich, meine Handelsgesellschaft, Leo und die Crew zeigte Leo jedoch sein wahres Gesicht. Er ist eines Nachts einfach in meine Kajüte gekommen und hat… er hat…“
    Maike gab einen erstickten Schluchzer von sich und warf sich auf Hikaris Schoß. Diese reagierte zuerst ein wenig erschrocken, doch nach einer Weile fing sie an Maike über das Haar zu streichen, wie um ein nervöses Tier zu beruhigen.
    „Du musst nicht weitererzählen, wenn es dir zu schwer fällt“, flüsterte Hikari beruhigend, jedoch Maike schüttelte ihren Kopf.
    „Es gibt etwas Letztes, was du noch wissen solltest.“ Maike zögerte, ehe sie mit kaum hörbarer Stimme fortfuhr: „In dieser Nacht hat Leo gesagt: ‚Wenn ich dich nicht haben kann, dann soll dich niemand haben‘ und daraufhin versucht, mich zu töten.“


    Lucias POV


    Die Spielleute hatten angekündigt, dass ihr jüngstes Mitglied heute seinen ersten Auftritt haben würde und schoben jemanden nach vorne, doch ich konnte nicht sehen wen, da die Menge mir die Sicht versperrte. Dann füllte ein Klang wie nicht von dieser Welt den Raum. Flötenmusik, aber nicht irgendwelche, diese Flöte tönte… eigentlich war es unbeschreiblich. Eine Mischung aus dem Wind, der über weite Ebenen wehte, der Unendlichkeit des Nachthimmels und dem Gefühl, wie ein Vogel durch den Himmel zu fliegen. Die Musik schien wie… nein, war Freiheit und sie hielt mich in ihrem Bann. Deshalb bemerkte ich die Flammen auch erst, als die Menge auseinanderstob. Es schien unwirklich. Vor ein paar Sekunden hatte ich noch andächtig der Melodie zugehört und jetzt rannte ich, ohne ein Ziel zu haben, einfach nur weg, weg, weg. In so einer Situation übertönt die Angst alles andere. In so einer Situation wird der Mensch zum Tier. In so einer Situation wird der Mensch zum Mörder.


    Ein scharfer Schmerz durchzuckte Lucias Kopf und sie fuhr hoch – nur um sich an der Bettkante erneut den Kopf anzuschlagen. Verwirrt öffnete sie die Augen, sah sich um und… fand ihre Nase inmitten eines Büschels brauner Haare wieder.
    „Kyaaaaaaaaaaaaaaah!?“
    „Hi…kari? Was schreist du so früh am Morgen?“
    Maike…? Ach ja, stimmt, sie ist ja gestern hierhergekommen. Trotzdem… ich hätte nicht erwartet, dass sie gleich hier bleibt.
    Maike rieb sich verschlafen über die Augen und gähnte. „Steh du ruhig schon mal auf, ich… uaaaah… werde versuchen, noch ein bisschen weiter zu schla-“
    Die Brünette unterbrach sich, um eine Weile lange die Augen aufzureißen und dann in schallendes Gelächter auszubrechen.
    „Was ist los?“, fragte Lucia und legte verwirrt den Kopf schräg, doch Maike konnte vor lauter Lachen nicht mehr sprechen und rollte sich immer noch zuckend auf dem Bett zusammen.
    „Mai…ke?“
    „Dein Ha… Ha… Ha… Haar!“, stieß Maike glucksend hervor. „E-es sieht aus, als hätte ein Vogel, der obendrein nicht sehr kunstfertig ist, versucht, darin ein Nest zu bauen!“
    „Kyyyyyyyyyyyyyyyyyaaaaaaaaaaaah!“


    POV eines Soldaten


    „Ihre Majestät, seid ihr wirklich sicher, dass…“
    „Ihre Majestät, sie können doch nicht…“
    „Sie haben doch bereits Weideburg…“
    Die Königin drehte sich mit vor Wut blitzenden Augen zu ihren Soldaten um. Der samtschwarze Nachthimmel hinter ihr und ihr weinrotes Kleid ließen sie in der Dunkelheit leuchten und mit dem hinter ihr aufragenden Kraterberg gab sie ein Bild ab wie eine Löwin. Wunderschön und mächtig, jedoch gefährlich zugleich.
    „Ruhe! Wer trägt hier die Autorität, ihr oder ich?“
    „Aber wenn Ihr in den Krieg zieht, wer soll denn dann das Schloss verwalten?“
    Die Königin ging ein paar Schritte nach vorne und schaute einem ihrer Krieger direkt in die Augen. Obwohl er größer als sie war, schien er unter ihrem Funken sprühenden Blick zusammenzuschrumpfen.
    „Denkst du, dass ich daran nicht gedacht habe? Misty hat sich bis jetzt immer als fähig erwiesen, die Armee zu leiten, sie kann genauso gut die Aufsicht über das Schloss übernehmen.“
    „Aber… was ist dann mit der Prinzessin? Misty konnte auch nicht verhindern, dass sie verschwand.“, piepste der Soldat verängstigt und wich zurück. Doch als er die Reaktion seiner Herrin sah, wünschte er sich, er hätte nie etwas gesagt.
    „WIE OFT SOLL ICH NOCH SAGEN, DASS MEINE TOCHTER NICHT ERWÄHNT WERDEN SOLL? IST ES WIRKLICH SO SCHWIERIG, MEINEN ANWEISUNGEN ZU FOLGEN?“
    Mit diesen Worten kehrte die Königin der Armee demonstrativ den Rücken zu und schaute auf den Kraterberg hinaus. Und ganz leise, sodass der Krieger sich nicht einmal sicher war, ob er sich nicht getäuscht hatte, hörte er fünf geflüsterte Worte von ihren Lippen fallen.
    „Es läuft alles nach Plan.“



    Und, wie war es? Der Titel dieses Kapitels wurde mehr oder weniger spontan entschieden, also ist er nicht unbedingt der Beste. Naja, soviel dazu und LG Saraide

  • Ich kann heute nicht sehr viel dazuschreiben, da ich morgen eine wichtige Biologieprüfung habe und noch viel lernen muss, also kommt jetzt einfach das Kapitel und das übliche Gerede bleibt vorerst mal weg. Eventuell füge ich es morgen hinzu.
    Kapiel 9 - Maike ausser Rand und Band


    Lucias POV


    „Wie geht es jetzt weiter?“
    Die Frage überraschte alle am Tisch versammelten, sogar Lucia selbst, obwohl sie sie ausgesprochen hatte. Die Knorr lag jetzt wieder im Hafen von Sonnewik und der Widerstand hatte sich in einem nahe gelegenen Gasthof versammelt, bei dem Drew angeblich die Wirtstochter Brianna kannte. Der Gasthof war eher klein, hatte Grün angestrichene Fensterläden und ein Dach aus roten Ziegeln. Das Innere war genau so schön gestaltet, mit Malereien von Blumen an den Wänden und runden Tischen aus Eichenholz.
    „Was meinst du damit?“, fragte Drew nach einer Weile und blickte Lucia verwirrt an. „Wir gehen natürlich erst einmal nach Hause in die Halbe Burg und schmieden neue Pläne, ehe wir einen neuen Versuch sta-“
    „Genau das ist ja der Punkt. In Weideburg haben wir verloren, ohne überhaupt gekämpft zu haben, in Trostu wird es inzwischen nur so von königlichen Truppen wimmeln und… von Schleiede aus erreichen wir nur Elyses, welches strategisch gesehen eher unwichtig ist. Wie sollen wir diesen Krieg überhaupt noch gewinnen?“, erklärte die Angesprochene leise und ernst. „Ist es überhaupt noch mög-“
    „Ist es“, tönte es aus dem hinteren Teil des Raumes.
    Lucia drehte den Kopf und sah Paul, der mit geschlossenen Augen an der Wand stand.
    „Aber-“
    „Es ist möglich. Diskussion beendet“, zischte dieser und wendete Lucia den Rücken zu, welche wiederum nur verwirrt blinzeln konnte.
    Was ist sein Problem? Und wieso habe ich den Widerstand eben indirekt gewarnt?


    Das Messer schlug in der Wand ein nur Zentimeter von Lucias Kopf entfernt und blieb waagrecht stecken, während sich das zweite in Maikes Hand befand, bereit, ebenfalls in Rage in die Wand geschleudert zu werden, und die Schwarzhaarige wusste nicht, ob sie lachen, Angst haben oder die rasende Widerständlerin beruhigen sollte.
    „Was denkt diese Brianna nur, wer sie ist, beim Abendessen bei uns sitzen zu wollen? Sie ist nur eine Wirtstochter, das schlimmste, was sie je erlebt hat, wird ein Schnitt an einer Scherbe sein, während wir…“, grollte Maike und schleuderte ihr zweites Messer in die Wand, so nahe an Lucia vorbei, dass diese noch den Luftzug spürte. Nachdem sie sicher war, dass kein weiteres Messer im Anflug war, bewegte sie sich vorsichtig von der Wand weg und auf die Brünette zu, deren Kopf vor Wut hochrot war, und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter.
    „Maike, was ist denn heute los mit dir? Normalerweise bist du doch nicht so und Brianna scheint mir keine böse Person zu sein und unter normalen Umständen hättest du dich doch sofort mit ihr angefreundet, aber stattdessen ignorierst du sie vollkommen. Geht es dir nicht gut?“
    „Sieht es so aus, als ginge es mir gut?“, sagte Maike verbittert und verpasste der Wand einen Fausthieb. Momentan waren die beiden Mädchen im oberen Stockwerk des Gasthofs, wo sie sich ein Zimmer teilten. Das Zimmer war mit einem rötlichen Holz verkleidet, hatte auf der Ostseite ein kleines Fenster mit weißen Vorhängen und in den beiden der Tür abgewandten Ecken je ein Bett. Außerdem hatte es seit neuestem mehrere Löcher in der Wand, die durch Maikes Dolche gestanzt worden waren.
    „Es ist einfach nicht fair, ich sollte ursprünglich mit dem Graskopf trainieren, aber dann kam sie und hat gesagt, sie müsse mit ihm etwas besprechen, worauf er mir sofort absagte. Ich meine, hallo? Er verspricht, mit mir zu trainieren und sagt mir dann im letzten Moment ab, nur weil sie etwas zu besprechen hat. Das ist nicht fair!“, schrie Maike und schlug wiederholt auf die Wand ein, während ihre Augen verdächtig glänzten und Lucia ging ein Licht auf.
    „Maike, könnte es sein, dass du… eifersüchtig bist?“
    Die Augen des wütenden Mädchens weiteten sich überrascht und sie erstarrte. Dann drehte sie sich langsam und mit einem geschockten Gesichtsausdruck zu ihrer inzwischen grinsenden Zimmernachbarin um.
    „Diese Reaktion hat gerade mehr als tausend Worte gesagt und inzwischen verstehe ich auch, warum du die ewigen Reden des Graskopfs nicht so wie alle anderen langweilig findest. Du bist in ihn verliebt, richtig? Das ist auch der Grund, warum du Brianna hasst: Du denkst, dass Drew sie lieber mag.“
    Maike bewegte die Lippen, doch kein Ton kam heraus, und sah aus, als hätte jemand ihr auf den Kopf geschlagen. Schließlich brachte sie doch noch ein gekrächztes „W-wie?“ heraus, doch ihre Haltung erinnerte immer noch an eine Statue. Lucia lachte und deutete mit dem Zeigefinger auf die Brünette.
    „Du siehst aus, als hättest du einen Besen verschluckt!“
    Daraufhin musste Maike auch lachen und ihr Körper entspannte sich ein wenig. Gespielt gekränkt verschränkte sie die Arme, machte einen Schmollmund und schimpfte nur halb ernst: „Das ist nicht nett!“
    Daraufhin prusteten wieder beide Mädchen los, doch Lucia wurde schnell wieder ernst.
    „Maike, soll ich dir helfen?“
    „Inwiefern?“, fragte die Angesprochene verdutzt.
    „Zum Beispiel könnte ich anbieten, morgen das Mittagessen zu kochen und dabei ‚versehentlich‘ ein Chaos in der Küche anstellen. Daraufhin werde ich ‚versuchen‘, das ganze aufzuräumen, werde mich aber als vollkommen ‚unfähig‘ erweisen und deshalb Brianna fragen, ob sie mir hilft. Brianna wird schlecht Nein sagen können. Vor allem, wenn ich sie vor allen Leuten frage. Während Brianna dann beschäftigt ist, kannst du den Graskopf fragen, ob er irgendetwas mit dir macht und der Rest liegt dann bei dir.“
    „Wird das wirklich klappen?“, meinte Maike skeptisch, „Ich meine, bei diesem Plan kann so vieles schief gehen und…“
    „Keine Sorge, wenn es darum geht, anderen Leuten bei der Liebe zu helfen, habe ich Erfahrung. Ich habe sogar, als ich noch in der Burg lebte, einmal die Anführerin unserer Truppen mit unserem Hufschmied zusammen gebracht. Es war lustig, mitanzusehen, wie eigentlich jeder wusste, dass die beiden ineinander verliebt waren, aber er dachte, sie hasse ihn und sie dachte, er sehe sie als eine Art männlicher Freund, der nur zufälligerweise das falsche Geschlecht hatte, an.“
    „Hikari, ihr hattet eine weibliche Truppenanführerin? Ich dachte, Misty aus der königlichen Armee sei die einzige weibliche Kriegerin im Umkreis.“
    Mist, ich hätte nachdenken sollen, bevor ich geredet habe. Bin ich jetzt aufgeflo-
    „Dann habe ich mich wohl geirrt. Aber abgesehen davon überlasse ich es einmal dir, mir beim Graskopf zu helfen. Dein Plan sollte aber hoffentlich klappen, sonst…“, setzte die Brünette ihre Rede unbekümmert fort und Lucia entspannte sich.
    „Keine Sorge, wie gesagt, ich habe Erfahrung. Aber wir sollten irgendwas gegen diese ganzen Löcher tun, die du in die Wand gestanzt hast, sonst wird das nichts mit dem Plan, da der Wirt uns vermutlich, wenn er das sieht, hinauswerfen wird.“
    „Tee-hee.“, machte Maike mit einem schuldbewussten Blick und setzte ein verzerrtes lächeln auf. Ihre Zimmernachbarin schlug sich Angesichts der durchlöcherten Wand auf die Stirn.
    „Auf uns wartet noch eine Menge Arbeit…“
    Wie ihr gesehen habt, war das ziemlich viel Contestshipping. Die ersten paar Kapitel habe ich mich vermutlich zu sehr auf das Kriegsszenario fokussiert und die Charaktere aussen vorgelassen. Briannas Auftauchen war eine spontane Idee, als ich mir überlegt habe, wie ich Maike und Drew am besten zusammenbringe, jedoch war die Sache mit dem Wirtshaus geplant. Also, aber jetzt muss ich wirklich Bio lernen also LG von Saraide

  • Okay... durchatmen... gaanz langsam.... und jetzt.... wieso musste ich ausgerechnet am Ikari-Tag beim Contestshipping-Teil sein? (Nicht ganz ernst gemeint...) Okay... nochmals tiiiiief durchatmen.... so. Also, in diesem Kapitel wird es hauptsächlich Contestshipping geben und das am 28 Juni. Naja, heute hätte ich eigentlich lieber Ikari geschrieben, aber das hätte den Plot durcheinander gewürfelt also... hier wäre der Text...
    Kapitel 10 - Die Andere


    Maikes POV


    „Dürfte ich Sie vor den Spiegel bitten, meine Prinzessin?“, fragte Hikari kichernd und hielt Maike ihre Hand hin, wie es vielleicht ein edler Ritter bei seiner Dame getan hätte und Maike brach in schallendes Gelächter aus.
    „Wenn es Ihnen beliebt, mein Prinz“, lachte Maike und ließ sich von Hikari vor den Spiegel ziehen. Geschlagene drei Stunden hatte die Brünette herumstehen müssen, während Hikari ihr Korsett schnürte, an ihren Haaren herumwerkelte und Stoffe im sie herum drapierte. Momentan trug sie Kleidung, die Hikari extra für sie angefertigt hatte. Ein Schneiderlehrling hatte der Schwarzhaarigen im Austausch dafür, dass sie für ihn einige Briefe schrieb, ein paar Stoffreste und Fäden überlassen und natürlich hatte sich die Herzogstochter flugs in die Arbeit gestürzt. Maike hatte sie das Ganze erst mitgeteilt, als sie mit dem Nähen bereits fertig war, damit diese nicht ablehnen konnte.
    „Und, wie findest du es?“, fragte besagte Schwarzhaarige.
    Maike hob den Kopf... und als sie sich selbst sah, stockte ihr der Atem. Sollte das wirklich sie sein? Oder spielte ihr das Licht einen Streich? Über ihre Schultern war ein weinrotes Cape drapiert, das vorne mit einem dünnen Lederband verschlossen war. Zarte orange Blumenstickereien zierten seinen Saum und darunter trug sie einen schneeweißen Unterrock, nur teilweise durch das eigentliche samtig schwarze Kleid bedeckt. Ihr Haar war zu einer Schnecke gedreht, an ihren Hinterkopf festgesteckt und mit kleinen Federn verziert. Schuhe hatte Hikari keine auftreiben können, also waren unter Maikes bodenlangem Rock immer noch ihre üblichen Lederstiefel versteckt, aber sie war schon erstaunt genug, dass ihre Freundin den Rest hatte auftreiben können.
    Plötzlich wurde Maikes Gedankenstrom von der Tatsache unterbrochen, dass eine schmale Hand wie wild vor ihren Augen herumwedelte. Die Brünette blinzelte verdutzt und wandte sich zur Besitzerin dieser Hand um, von der sie fröhlich angestrahlt wurde.
    „Diese Reaktion war mir Antwort genug!“, meinte Hikari stolz und hob stolz ihr Kinn. „Stell dir nur vor, wie der Graskopf reagieren wird“
    „Hmm…“, gab die Angesprochene von sich und runzelte die Stirn. „Ist es nicht ein wenig zu auffällig? Ich meine, ich trage normalerweise Leinenhosen und keine Kleider wie dieses. Was, wenn er merkt, was vorgeht?“
    „Maike, der Sinn der Sache ist, dass er merkt, was vorgeht. Aber wenn du willst, können wir zuerst zu zweit durch die Stadt laufen, damit du dich an diese Kleider gewöhnen kannst.“
    „Nein, ich denke, das wird nicht nötig sein, aber… was ist mit Brianna?“
    „Sie“, flüsterte Hikari, „kannst du ruhig mir überlassen“
    Was auch immer damit gemeint war, Maike verstand es nicht.


    Drews POV


    Schon von weitem konnte Drew die zierliche Brünette sehen, die sich gegen die Wand der Burg von Sonnewik lehnte und schluckte nervös. Egal wie viel Erfahrung mit Frauen er hatte, bei ihr würde es alles nichts nützen. Er griff nochmals nervös unter seine Jacke und fingerte an der Rose, die er aus Gewohnheit mitgenommen hatte, herum und überlegte sich im Stillen, was sie wohl machen würde, wenn er sie ihr geben würde. Der Grünhaarige dachte eine Weile nach, kam jedoch zu keinem Ergebnis und das war genau das Problem, dass er bei Maike hatte. Sie war kein zartes Pflänzchen, wie die meisten Mädchen die er kannte, sondern stolz, schlagfertig und unberechenbar. Wenn sie, wie manche Märchenfiguren, von einer Hexe gefangen gehalten worden wäre, hätte sie sich garantiert selbst befreit, anstatt auf ihren Prinzen zu warten. Sie konnte für sich selbst sorgen, war stark. Und das zog ihn an, wie das Licht eine Motte. Sie war genau gleich, wie sie es gewesen war.


    Durchnässt lag sie da, auf dem Deck, und er fragte sich, wie sie es geschafft hatte, 100 Seemeilen vom Festland entfernt im Meer zu landen. Sie hatte wirklich Glück gehabt, dass sein Windjammer gerade vorbeigekommen war und die Crew sie aus dem Wasser ziehen konnten. Ihre Haare wirkten in durchnässtem Zustand fast schwarz, doch an den getrockneten Spitzen sah man, dass sie eigentlich in einem hellen Braunton schimmerten. Ihre Röcke waren an der Hüfte abgerissen, vermutlich hatte sie das selbst getan, um beim Schwimmen weniger Gewicht zu haben und sie kniete da und hustete. Jedes Mal, wenn sich ihr Brustkorb zusammenzog, spritzte Wasser auf den Holzboden. Langsam hob sie den Kopf und sah sich um.
    „Wer seid ihr?“, fragte sie.


    Was wohl aus ihr geworden ist?, fragte er sich und sah die graue Wolkendecke an, die über ihnen hing. Dann jedoch schüttelte er energisch den Kopf.
    Nein, du darfst nicht an sie denken, vergiss sie. Du wirst dir deine Chance bei Maike nicht wegen ihr ruinieren, schalt er sich. Ein letztes Mal schnippte er sich noch eine Haarsträhne aus dem Gesicht und ging dann schnellen Schrittes auf die Brünette zu.


    Lucias POV


    Lucia kicherte leise bei dem Gedanken an die Beiden, die jetzt sicher ihren Spaß hatten. Während Maike glaubte, dass Lucia Drew unter dem Vorwand, ihr die Stadt zeigen zu müssen, herausgebeten hatte, glaubte Drew, dass das Gleiche mit Maike geschehen war. Beide hatten nicht den Hauch von Zögern gezeigt und für Lucia war damit endgültig klar gewesen, dass die Beiden nur noch einen kleinen Schubs benötigt hatten.
    „Hikari, kannst du bitte mal nach unten und neue Gerste holen? Wir brauchen noch etwa einen Viertelkessel mehr.“
    „Ja, klar“, meinte die Schwarzhaarige und ging nach unten. Damit Brianna Maike und Drew nicht in die Quere kommen würde, hatte Lucia sie gebeten, ihr das Kochen beizubringen und Brianna hatte geantwortet, dass sie Lucia erst einmal beibringen würde, wie man Getreidebrei machte.
    „Hast du noch lange?“, schrie Brianna von oben. „Du müsstest dich etwas beeilen, wenn wir den Rest nicht bald dazugeben, ist die eine Hälfte des Getreides noch roh, während die andere zu lange gekocht wurde“
    „Komme schon!“, rief Lucia zurück und schöpfte hastig ein wenig Gerste in ihren Kessel. Dann hastete sie so schnell, wie sie konnte, die Treppe empor. Oben angekommen leerte sie die Gerste hastig in den Kochtopf. Es spritzte. Einzelne Tropfen machten mit Briannas Haut Kontakt und die Wirtstochter wischte sie sich hastig ab.
    „Du musst ein wenig vorsichtiger damit sein“, meinte Brianna, „Wenn der Sud bereits richtig heißgewesen wäre, hätte ich mich jetzt wahrscheinlich verbrüht“
    Lucia hatte fast ein wenig Mitleid mit dem Mädchen. Sie war eigentlich richtig nett und das Einzige, was gegen sie sprach, war, dass sie vermutlich in den Graskopf verliebt war und Lucia in dieser Hinsicht definitiv Maike unterstützte.
    „Hikari? Könntest du bitte einmal kurz weiterrühren, während ich würze? Normalerweise würde ich das selbst machen, aber wenn du nichts tust, lernst du nichts“
    „Klar!“, meinte diese und rührte angestrengt. Sie hatte Maike und dem Graskopf so weit geholfen, wie sie konnte, der Rest lag bei ihnen. Währenddessen konnte Lucia ja trotzdem Versuchen, die Kunst des Kochens zu lernen.
    „Hikari?“
    „Ja?“
    „Es schwappt über“
    Naja, was meint ihr? Da der Titel hier vermutlich ein wenig schwer zu verstehen ist, erkläre ich euch noch kurz, was es damit auf sich hat; Mit "Die Andere" ist die geheimnisvolle Schiffbrüchige aus Drews Vergangenheit gemeint und ich habe "Die Andere" als Titel gewählt, weil ich ziemlich deutlich habe anmerken lassen, dass Drew (ehemals?) Gefühle für sie hegte und sie somit die Andere ist, die neben Maike in seinem Kopf steht. Daneben habe ich seit Kapitel 7 keinen Kommentar mehr bekommen und ich würde mich freuen, wenn jemand das ändern würde. Naja, soviel dazu und LG von Saraide
    PS: Juhuu, 10 Kapitel! Wenn das so weitergeht, wird die ganze Geschichte um die 30 Kapitel lange sein. ^^

  • Hallo Leute! Ich weiss, es ist eine Ewigkeit vergangen (1 Woche zu spät!) und meine einzige Entschuldigung ist eine Schreibblockade... ich finde es generell sehr schwer Contestshipping zu schreiben, da ich es eher selten mache, und als Resultat wird Drew irgendwie immer zu nett. Um zu garantieren, dass dieses Kapitel auch verstanden wird, müssen aber noch ein paar Dinge gesagt werden, jedoch ist eine gewisse Gefahr, zu viel zu verraten, dabei, also kommt es in einen Spoiler...


    Naja, wenn das alles gesagt wäre, bliebe eigentlich nur noch...
    Kapitel 11 - Käpt'n Drew, ich hasse dich


    Drews POV


    „… ja, du hast absolut recht! Seide mag zwar das edelste Gewebe auf dieser Welt sein, jedoch ist die Beschaffung viel zu anstrengend! Es sind schon viel zu viele Karawanen im Orient verschwunden, da sollten wir uns besser auf sichere Materialien wie Wolle verlassen! Sie kratzt zwar, aber für die etwas anspruchsvolleren Kunden können wir ja den Fernhändlern Baumwolle abkaufen“, meinte die begeisterte Kauffrau und schaute Maike mit leuchtenden Augen an. „Zu schade, dass du Kriegerin bist, mit deinem Wissen und deinem Verhandlungsgeschick wärst du in meiner Zunft mehr als willkommen! Wenn du jemals auf der Suche nach Arbeit bist, kann ich bei den Meistern ein gutes Wort für dich einlegen!“
    Drew stöhnte leise und verdrehte seine Augen zum Himmel.
    Da Sonnewik unter der Kontrolle des Widerstands steht, habe ich zwar nicht mit offenen Feindseligkeiten gerechnet, aber trotzdem… bei unserem Eroberungszug hat es viele Tote gegeben, da die Kampfeinheit des Widerstands eine Lawine auslöste, um die Stadtmauer einzureißen, also sollte doch wenigstens ein bisschen Feindseligkeit vorhanden sein…
    Und trotzdem Maike und diese Händlerin in Sekundenschnelle Freundschaft geschlossen haben, wie bei mir und- nein, denke nicht daran! Sie ist weg, du hast jetzt Maike! Vermassle dies hier nicht wegen ihr!

    An dieser Stelle unterbrach Drew seine Gedanken und wendete sich wieder den beiden Frauen zu, die weiterhin fröhlich über Fernhandel diskutierten. Maike und Drew hatten entschieden (oder eher Maike hatte beschlossen und Drew war nicht einmal die Zeit geblieben, sein Haar zu richten, ehe sie ihn davongezogen hatte) auf den Markt zu gehen, wo Maike sofort einen Stand mit verschiedenen Stoffen entdeckt hatte und die Verkäuferin geschickt so weit heruntergehandelt, dass diese ihr vier Ellen blaues halbleinen für zwei erlegte Feldhasen überließ.
    „Normalerweise“, hatte die Verkäuferin verschmitzt gemeint und dabei auf Maike gedeutet, „haben wir in dieser Stadt eigens geprägte Silbermünzen, aber Tauschgeschäfte sind auch nicht schlecht. Man kann nie genug Proviant für die nächste große Reise haben, oder? Lass uns morgen tauschen.“
    „Ja, stimmt, genau! Du musst wissen, ich träume davon, eines Tages selbst in die Ferne zu gehen und…“
    Drews Augen schweiften von der Verkäuferin zu der ihr gegenüberstehenden Brünette und er schüttelte seinen Kopf, halb genervt, halb belustigt.
    Wir stehen jetzt schon eine Ewigkeit hier und sie könnte wahrscheinlich noch Tage so weiterreden. Noch dazu ignoriert sie mich vollkommen und trotzdem kann ich meine Augen nicht von ihr wenden, fast wie es mit ihr war. Maike ist wirklich beinahe wie…
    „Heee! Erde an den Graskopf! Kannst du bitte aufhören Löcher in die Luft zu starren, ich habe dich nämlich gerade gefragt, ob wir etwas zu essen holen könnten! Oder muss ich dir doch noch einen Eimer Schlamm über den Kopf schütten, damit dein Haar endlich einmal welk aussieht?“
    Der Grünhaarige blinzelte ein paar Mal verwirrt bis er sich wieder gefangen hatte, fokussierte dann aber doch noch das Gesicht, das vor seinem schwebte und meinte mit einem arroganten Unterton: „Wenigstens habe ich, anders als ein gewisser jemand, nur Gras auf und keines in meinem Kopf. Und du musst doch zugeben, dass mein Haar mir steht.“
    „Ja…“, kicherte Maike, ehe sie mit einem schelmischen Unterton hinzufügte: „Weil sie dir nun gleich zu Berge stehen werden!“
    Das Nächste, was Drew wusste, war, dass das eben noch so engelhafte Mädchen plötzlich einen koboldhaften Gesichtsausdruck hatte und ihre Hände in seinen Seiten vergrub. Es muss noch gesagt werden, dass der Grünhaarige kitzlig war.
    Sehr kitzlig.


    „Nuuuuuudeln!“, schrie Maike aufgeregt und der Wirt schaute sie befremdet an. Drew und die Brünette saßen momentan in einem etwas heruntergekommenen Gasthof am Rande der Stadt, weil Maike ‚uuuunbediiiiiingt‘ noch etwas essen musste, ehe sie zurückgehen würden.
    Manchmal fragte sich Drew wirklich, wie er sich in eine Person verlieben konnte, die tagtäglich das Doppelte ihres Körpergewichts zu sich nahm.
    Weil sie es auch getan hat, bemerkte eine spöttische Stimme in Drews Hinterkopf.
    Nein, das stimmt nicht, ich mag Maike weil sie Maike ist, nicht weil-
    Träum weiter.
    Hör mir einmal zu, Stimme aus meinem Kopf: Du bist ein Teil von mir, also mach gefälligst, was ich dir sage und widersprich mir ni-

    „He, Graskopf! Hör mir gefälligst zu, wenn ich mit dir rede, das ist schon das zweite Mal heute. Was ist bloß in dich gefahren?“, fragte Maike halb besorgt, halb verärgert und Drew schüttelte den Kopf um seine Gedanken zu ordnen.
    Ich bin wirklich erbärmlich. Jetzt streite ich sogar schon mit mir selbst.
    Drew seufzte innerlich und strich sich die Haare aus dem Gesicht, wie immer, wenn er nervös war.
    „Was hast du denn gesagt, Vielfraß?“, meinte Drew arrogant um sich endlich von seinen lästigen inneren Streitgesprächen zu distanzieren. Sofort verengten sich Maikes Augen zu Schlitzen.
    „Vielfraß? Du… du… du… Gras… idiot…?“, schrie Maike, zuerst wütend, dann angestrengt, ein Wort zu finden, das ihren Ärger ausdrücken konnte. Der ihr Gegenüberstehende kicherte innerlich, belustigt über ihren Gesichtsausdruck. Wenn Maike wütend war, sah es widersprüchlicherweise so aus, als würde in ihren gletscherblauen Augen ein Feuer lodern. Normalerweise sollten sich Eis und Feuer zwar gegenseitig neutralisieren, doch in diesem Fall war es, als ob sich die beiden gegensätzlichen Kräfte zu einem einzelnen, gefährlichen Speer zusammenschmieden würden. Dieser Blick war wirklich zum Fürchten. Aber gleichzeitig wunderschön.
    „Grasidiot? Ist das alles, was du schaffst? Maike, von dir hätte ich mehr erwartet.“
    „Duuuuuu!“
    Doch zu Drews Überraschung stürzte sie sich nicht mit gefletschten Zähnen auf ihn, im Gegenteil, sie wich sogar zurück. Und langsam ebbte das Licht in ihren Augen ab.
    „Jedes Mal…“, flüsterte Maike, in deren Augen man jetzt nicht die Spur der Intensität, die sie vor einem Moment noch gehabt hatten, „Jedes Mal, wenn ich denke, dass du vielleicht doch ein Herz hast, beweist du mir das Gegenteil. Jedes Mal“, wiederholte sie und das erste Mal, seit er sie kannte, sah er Tränen in die Augen des Mädchens, das er für unzerstörbar gehalten hatte, treten, „machst du alles kaputt. Jedes Mal… DREW, ICH HASSE DICH!“
    Vage registrierte Drew noch, wie die Brünette zur Tür hinaus stürmte, doch seine Gedanken waren längst anderswo. Alles, was er noch wusste, war, dass es die exakt gleichen Worte waren. Ohne, dass er es verhindern konnte, schob sich eine andere Szene vor die schäbige Holzwand.


    „Was ist das?“, schrie sie, während ihre Augen ruhelos zwischen seinem Gesicht, seinem Degen und der roten Stoffbahn in ihren Händen hin und her huschten.
    „Drew… was soll das bedeuten?“, rief sie erneut und hob ihre Hände, so, dass sich die Flagge in voller Länge ausbreitete und das blutrot anklagend in der Sonne schimmerte.
    „Bitte hör mir zu, ich…“, versuchte Drew sie zu beruhigen, doch als er sich ihr näherte, schlug sie wild aus.
    „Ihr seid gar keine Entdecker, die Hoenn-Flagge an eurem Mast ist genau so ein Lügner wie ihr es seid!“
    „Bitte, ich kann das erklä-“
    „Versuch es gar nicht erst, zwei Mal kannst du mich nicht täuschen… Käpt’n Drew Hayden… nein,
    Pirat Drew Hayden… ICH HASSE DICH!“
    Und, was meint ihr? Das mit Drew war eines der Dinge, die von Anfang an geplant waren und ich bin ehrlich gesagt richtig stolz darauf! Daneben werde ich von morgen bis zum 5 August in den Ferien, daher wird es ziemlich lange gehen, bis das nächste Kapitel kommt... naja, soviel dazu und LG Saraide

  • Sou ich wollte dann mal auch meinen senf dazu geben.



    und nun noch etwas zum anspornen.
    MEHR ICH WILL MEHR DAVON!!!!


    lg Aki

  • Eins... zwei... drei... ok, es ist kein Traum, ich habe geupdatet o.o
    Erst mal Entschuldigung an alle, die diese Geschichte (noch) lesen, ich bin langsam und ich weiss es. Insbesondere Danke an Mollnija, dass sie nach all dieser Zeit noch dabei ist, ist nicht selbstverständlich und daher umso schöner. Das nächste Kapitel wird dann hoffentlich wieder in zwei Wochen kommen und als kleiner Spoiler:



    [color=#F8F8FF]Kapitel 12 - Licht und Schatten


    Maikes POV


    Ich rannte. Schatten und Licht wechselten sich in einem raschen Tanz ab, verschwammen zu einem dämmrigen Zwielicht, das langsam in die Dunkelheit einer Frühlingsnacht überging. Längst war mein Gefühl für Zeit erloschen, das gleiche galt für Distanz. Alles was ich wusste, war, dass ich nie weit genug weg sein könnte. Immer weiter, obwohl ich zurückwollte.
    Zwei Wege, einer nach vorne, einer führte zurück und ich hatte keine Ahnung, welches der richtige war.
    Längst waren die Mauern von Sonnewik hinter mir zu einem Modell verschwommen, einem schwarzen Schatten den man fast nicht mehr wahrnahm. Fast ohne Nachzudenken hielt ich an.
    Schaute zurück.
    Schaute nach vorne.
    Merkte, dass meine Beine und meine Lungen schmerzten. Wobei, war das wichtig? Ich wusste es nicht. Die letzten paar Stunden erschienen mir unwirklich wie bei einem Traum.
    Vor was floh ich überhaupt?
    Vor Drew?
    Nein, nicht wirklich… obwohl…
    Vor Schmerz?
    Definitiv.
    Vor mir selbst?
    Wie sollte ich auch.
    Und plötzlich musste ich lachen. Lachen, weil ich nicht weinen wollte. Lachen, weil es so absurd war, dass Drews Aktionen so einen Effekt auf mich hatten. Lachen, weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte.
    „Ich bin wirklich ein Wrack, huh… wenn Karin mich so sähe…“
    Ich hatte alles vermasselt. Es war so perfekt gewesen, Hikari hatte alles für mich eingefädelt und dann war es so geendet. Was war überhaupt falsch gelaufen?
    Klar, Drew war abwesend gewesen, ja, das hatte ich nicht toll gefunden. Aber wieso hatte ich so stark reagiert? Im Nachhinein erschien es mir selbst lächerlich, dass er so einen großen Einfluss auf mich hatte. Ich hatte irrational reagiert.
    Du sollst an die Konsequenzen denken.
    Doch ehe ich das tun konnte, spürte ich einen scharfen Schmerz am Hinterkopf.
    Dann schwarz.


    Pauls POV


    „Drei Worte. Es sollte doch wohl nicht so schwer sein. Wo. Ist. Maike?“
    „Äh…“
    „Du hast sie zuletzt gesehen. ANTWORTE MIR!“
    „ICH WEISS ES AUCH NICHT!“
    Es war zu laut.
    „JA DANN ÜBERLEGE DOCH, ANSTATT IMMER-“
    „ICH MACHE MIR JA AUCH SORGEN!“
    Es war viel zu laut.
    „SORGEN BRINGEN MAIKE AUCH NICHT ZURÜCK!“
    Es war unerträglich.
    „JA UND MIR DIE SCHULD ZU GEBEN, TUT ES AUCH NI-“
    Es war zu viel. Mit ein paar schnellen Schritten war Paul bei Hikari und Drew angelangt, packte beide an den Schultern und schleuderte sie unsanft zu Boden.
    „Verdammt noch mal, habt ihr vergessen, dass wir hier zu Gast sind? Und könntet ihr mir endlich mal erklären, was das soll? Ihr schreit euch seit dem frühen Morgen an, weckt das ganze Wirtshaus auf und niemand hat auch nur die geringste Ahnung, was ihr jetzt schon wieder Erbärmliches macht! Hört verdammt nochmals mit dem Streiten auf und erklärt, was denn mit Maike so Wichtiges los ist!“, schnarrte dieser die beiden wütend an.
    „Er hat-“
    „Ich will nicht wissen, was jemand getan hat, sondern was hier los ist. Und zwar jetzt. Ist das klar?“, versuchte Paul es nochmals und versuchte möglichst klar zu machen, dass es ihm ernst war. Die beiden standen im Flur vor Drews Zimmer und hatten ein ziemlich großes Publikum, welches entweder verwundert, verschlafen, verärgert oder einfach nur baff die beiden Streithähne beobachtete. Sie alle waren durch das Geschrei mehr oder weniger aus dem Schlaf gerissen worden und Paul fand es nicht sonderlich amüsant. Wieso musste seine Widerstandsgruppe ausgerechnet aus Idioten bestehen? Ach ja: Bei solchen hatte man nur die Wahl zwischen Idioten und Verbrechern. Erstere waren wesentlich leichter zu kontrollieren.
    „Also?“, fragte Paul erneut und hob eine Augenbraue.
    „Maike ist weg!“, schrien beide gleichzeitig und die Schwarzhaarige warf Drew einen bösen Blick zu. Dann fuhr dieser allein weiter.
    „Hikari hat gestern eine Verabredung in der Stadt für uns organisiert, doch am Ende ist Maike weggerannt. Ich verstehe nicht ganz, wieso, aber sie ist seither nicht mehr aufgetaucht und es ist eine ganze Nacht vergangen!“
    „Und das heißt?“
    „Dass sie vielleicht in Gefahr ist!“
    „Schlägst du vor, dass wir eine Suche veranstalten?“
    „Logischerweise! Sie ist eine der meistgesuchtesten Personen in diesem Königreich, wer weiß, was alles passieren könnte? Wenn einer der königlichen Soldaten sie sieht-“
    „Wird sie sich verteidigen können, oder sie war sowieso nie etwas wert. Soll ich in einer undurchdachten Suchmission weitere von uns riskieren? Es mag dir vielleicht sonderbar erscheinen, aber wir sind sehr wenige. Maike ist von alleine fortgelaufen und sie müsste von alleine zurückkommen.“
    „Wir können sie doch nicht einfach im Stich lassen!“
    „Hast du einen besseren Vorschlag?“
    „Nein, aber…“
    „Kein Aber. Was auch immer mit Maike los sein mag, euren eigenen Worten zufolge seid ihr daran schuld. Geht sie selbst suchen oder lasst es, wie ihr wollt. Aber verwickelt den Rest von uns nicht darin, wir sind schon wenige genug.“
    Darauf folgte ein langes Schweigen. Paul beobachtete unauffällig die Reaktion der Anderen auf diese Worte und versuchte zu analysieren, welche Aktion als nächstes gut wäre. Drew schien geschockt zu sein, wobei er das bei seiner Obsession mit der Brünetten zu erwarten gewesen war. Volkner kniff seine Augen enttäuscht zusammen, doch es war nicht klar, wem diese Enttäuschung galt. Veit hatte sich subtil hinter dem problematischen Mädchen positioniert, während Adam eher auf Pauls Seite zu sein schien. Riley, ganz der Ritter in schimmernder Rüstung, würde vermutlich nach Maike suchen wollen. Großflächig betrachtet schien etwa die Hälfte Pauls Sicht zu unterstützen und die andere Maike suchen zu wollen.
    Verdammt, wir wissen ja nicht einmal, ob ihr wirklich etwas zugestoßen, oder ob das Ganze bloß viel Lärm um Nichts ist. Wenn ich jetzt weiterhin dagegen argumentiere, riskiere ich, die Gruppe zu entzweien, was so ungefähr das Schlechteste wäre, was passieren könnte. Wenn ich hingegen meinen Standpunkt zurückziehe, riskiere ich, vor den Anderen schwach zu erscheinen, was ebenfalls kontraproduktiv wäre. Wir bräuchten so etwas wie eine Kompromisslösung, die nicht beinhalten würde, dass sich die Gruppe aufteilt, wobei man so etwas nicht in zwanzig Sekunden erledigen kann. Das Beste momentan wäre wohl, den anderen vorzuschlagen, etwas länger auf Maike zu warten und so eventuell Zeit schinden zu können. Das Problem daran wäre, dass die Situation noch angespannter werden würde, falls wir in ein paar Tagen immer noch keine Informationen hätten. Trotzdem sind bei dieser Option die Chancen auf eine Entzweiung geringer, als bei den beiden anderen. Ach, ich hasse diese Gruppenarbeit. Mindestens die Hälfte meiner Untergebenen sind Kriminelle und die andere Hälfte Waisen oder Ausgestoßene, und etwa ein Viertel davon Schwächlinge. Wenn ich es könnte, würde ich meinen Feldzug allein machen, aber sich an einer Königin zu rächen, war noch nie einfach.
    „Deinetwegen ist Maike verschwunden!“
    „Was kann ich denn dafür? Ich weiß doch auch nicht, warum sie weggerannt ist.“
    „Aber sie ist trotzdem weg!“
    Mit einem leichten Stöhnen schlug Paul sich die Hand auf die Stirne.
    Ich nehme alles zurück. Nichts kann schwieriger sein, als auf diese Idioten aufzupassen…
    [color=#191970]
    Oh, armes Paul, brauchst du einen Hilfsbabysitter? Bei diesem Kapitel habe ich exzessiv über Psychose recherchiert um Maikes traumähnlichen Zustand möglichst glaubhaft hinzukriegen... keine Sorge sie ist nicht psychotisch, aber ihr Verhalten gerade eben hat schon etwas zu bedeuten, aber was soll noch nicht verraten sein. Tja, und wer ist Karin? Da weiss ich schon mehr als ihr... bis zum nächsten Mal, hoffentlich in zwei Wochen.
    LG von (der unzuverlässigen) Saraide
    PS: Funfact: ursprünglich sollte das Kapitel 'Streit im Licht, im Schatten die Vergangenheit' heissen, aber das war mir iwie zu lange.

  • Hi Leute o/
    Bald kommt das erste Zwischenfinale, ich bin schon richtig aufgeregt *.* Vielleicht noch ein - zwei Kapitel bis zur ersten grossen Wendung *.* Mehr kommt dann am Ende des Kapitels, ich will ja nicht spoilern ;)  


    Kapitel 13 - Geheimnisse


    Ein Schlag. Ausholen, ein Sprung in die Höhe, das Zischen, als die Hellebarde von rechts nach links schwingt. Landen, ein schneller Schritt zurück, gefolgt von einem Tritt und einem erneuten schwingen der Waffe. Und als krönenden Abschluss ein Stich. Ihr Gegner war besiegt.
    „Na toll, Misty, muss ich das jetzt aufräumen? Mach dein Kampftraining bitte nicht in meiner Schmiede, das Stroh könnte Feuer fangen“, seufzte eine Stimme und ein paar warmer Arme wickelten sich um ihre Taille. Misty kicherte und legte ihre Hände darauf, während sie der durchbohrten Übungspuppe einen Tritt versetzte, der sie an die gegenüberliegende Wand katapultierte und Stroh über den Boden verstreute.
    „Ich weiss, gerade deswegen mache ich es ja. Wäre es dir lieber, wenn ich wie die meisten Mädchen wäre und dich mit einer heissen Suppe auf dem Herd willkommen heissen würde?“
    „Suppe!?“, rief Ash erfreut, ließ die Kriegerin los und begann wie wild zu suchen. Die Rothaarige konnte dem Drang den Kopf auf einen Tisch zu schlagen nur schwer widerstehen.
    „Weisst du, ein romantischer Mann hätte jetzt gesagt ‚nein, ich mag dich genau so wie du bist‘ und mir dann einen Kuss gegeben“, stöhnte Misty resigniert, während ihr Verlobter unter dem Amboss nach Suppe suchte. Ernsthaft, unter dem Amboss. Wo hatte er sein Gehirn vergessen?
    „Ja, aber ein ‚romantischer Mann‘ wäre nicht ich. Würdest du das wollen?“, fragte der Schmied mit einem frechen Grinsen unter dem Tisch hervor und die Kriegerin musste sich zwingen, nicht den Kopf auf besagten Tisch zu schlagen.
    „Gibt es irgendwas Neues?“
    „Nein, nicht wirklich. Wir haben ein paar neue Rekruten, die keine Frau als General akzeptieren, die Garnison aus Weideburg meldet einen neuen Gefangenen, den sie hierbringen wollen, die Prinzessin ist noch immer verschwunden und Ihre Majestät ist an der Ostfront in Fleetburg um mit einem Abgesandten aus Hoenn zu ‚verhandeln‘, wobei wir alle wissen, dass die nur darauf warten, uns zu attackieren. Ausserdem ist es ziemlich schwierig hier die Stellung zu halten, wenn Schleiede und Sonnewik bereits gefallen, Weideburg versenkt und Elyses zu klein um viele Truppen dort zu positionieren ist. Wir haben beinahe einen Bürgerkrieg und Hoenn möchte das ausnutzen.“
    „Das wird schon.“
    „Hoffentlich…“
    „Äh… ich verstehe schon, dass die Lage ernst ist, aber der Boden putzt sich auch nicht von selbst und ich muss noch eine Rüstung fertig machen. Also könntest du dein Stroh vielleicht…?“
    „Erst wenn du bitte sagst.“, meinte Misty kichernd und zog Ash, der scherzhaft in seinem Schmiedeofen nach Suppe suchte, zu sich heran.
    „Aber Miiiiistyyyyy…“, wimmerte dieser und schaute die Kriegerin mit Hundeaugen an, „Ich habe noch so viel zu tun und jetzt muss ich-“
    „Sag bitte.“
    „Aber-“
    „Sag es“, schnauzte Misty gespielt wütend und verschränkte lachend die Arme. Ash rollt die Augen und deklarierte, als ob er es auswendig gelernt hätte: „Ich, Ash Ketchum, königlicher Hofschmied, bitte General Misty, deren Nachname komischerweise nicht zu existieren scheint, das Stroh auf dem Boden meiner Schmiede wegzufegen, damit ich meine Arbeit tun kann. Zufrieden?“
    „Das war schon fast zu viel.“
    „Wieso kann man es dir bloß nie recht machen?“
    „Weil ich laut dir nur das Beste verdiene. Aber ich mache ja schon.“
    „Was ist bloss mit dieser Frau los, dass sie alles, was man zu ihr sagt, früher oder später gegen einen verwendet…“, murmelte Ash und Misty schlug ihm leicht mit dem Besen auf dem Kopf.
    „Ja, aber eine Frau, die das nicht täte, wäre nicht ich. Würdest du das wollen?“, meinte sie lachend.
    „Jetzt verdrehst du schon wieder meine Worte!“
    „Was?“, zwitscherte Misty mit einem unschuldigen Augenaufschlag, „Ich bin doch total nett.“
    „Erst wenn die Hölle gefriert…“, murmele Ash um dann mit möglichst autoritärer Stimme weiterzufahren.
    „Misty, du putzt jetzt deinen Dreck auf und damit basta. Ich habe noch viel zu tun.“
    „Nun gut, aber du stehst mir im Weg. Könntest du wenigstens kurz rausgehen?“
    „Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das nur vorschlägst, um mich zu ärgern, oder?“
    „Wer weiß, wer weiß. Aber ich fange erst an, wenn du die Tür hinter dir zumachst.“
    Ash sah kurz aus, als wolle er noch etwas sagen, überlegte es sich dann aber anders und ging Richtung Tür. Sonst würde das Ganze vermutlich ewig weitergehen, dachte er.
    Jedoch sobald er draussen angekommen war, liess er seinen Rücken gegen die Wand knallen und legte seinen Unterarm auf seine Stirn um seine Augen vom grellen Sonnenlicht abzuschirmen.
    Es war seine Pflicht, der Königin zu dienen.
    Aber Misty zu belügen fiel ihm von Tag zu Tag schwerer.



    Maikes POV


    Es war dunkel. Dunkel und kühl.
    Der Steinboden unter ihr grub sich unangenehm in ihren Rücken und ihre Hände fühlten sich unnatürlich schwer an. Alles Licht kam von einer einzelnen Fackel an der Wand, die schon beinahe heruntergebrannt war. Sie stank beißend nach verkohltem Tierfett.
    Maikes Kopf schmerzte. Nicht nur wegen dem Licht.
    „Hallo?“, fragte sie zaghaft ins Dunkel und schnitt eine Grimasse, als ihre Lippe dabei aufsprang.
    Sie brauchte Wasser. Bald.
    Und es war bis auf das Rascheln von Maikes Kleidern und das Zischen der Fackel totenstill.
    Sie sah sich um. Viel hatte es in diesem Raum nicht und besonders gross schien er auch nicht zu sein. Sie war von vier Steinwänden ohne Fenster oder Türen umgeben, an der Wand gegenüber der Fackel war eine Art Bank befestigt, die jedoch einfach aus einem an der Wand befestigten Brett bestand und in der Ecke neben der Fackel lag etwa so viel Stroh, dass eine Kuh liegend gerade noch darauf Platz hatte. Die Decke lag etwa in der Höhe von zehn Ellen und in ihrer Mitte war eine hölzerne Falltür.
    Das war also der Ausgang.
    Fragte sich bloss, wie jemand von Maikes Grösse ihn erreichen sollte. Oder generell jemand, der nicht mit dem extrem tollen Ding namens Leiter ausgestattet war.
    …was sie zur Frage brachte, wie sie überhaupt hierher gelangt war.
    Oder besser gesagt, wer sie hierher gebracht hatte.
    Und vor allem warum.
    „Hallo? Ist jemand da oben?“, schrie Maike so laut sie konnte, doch es war vergebens.
    Keine Reaktion. Nur ein Flackern, als ob sich die Fackel über die Brünette lustig machen würde.
    Vier Wände, eine Decke, ein Boden, Stroh, eine Fackel und eine Bank.
    Sie war klug genug, um das als Verlies zu erkennen.



    Oh... Misty, sie wurde ja schon einmal erwähnt, jetzt seht ihr sie in Aktion. Die POV habe ich beim ersten Textteil extra nicht angesagt, weil a) Spoiler und b) sie zwischen Misty und Ash wechselt. Misty wird in dieser Geschichte eine Hauptrolle spielen, aber welche? Und wieso hat sie keinen Nachnahmen? Ausserdem - Maike ist gefangen! Von wem? Werden Drew und Kosorten sie befreien? Oder wird Paul das für zu riskant halten? Wissen sie es überhaupt? Sehen wir weiter^^ Im nächsten Kapitel werden wir wieder ein wenig Zeit mit unserer (Anti)Heldin verbringen und zwei Stücke Papier werden wichtig sein. Wenn ihr gut aufgepasst habt, kennt ihr vielleicht das eine schon.
    Viele Grüsse, lasst euch nicht zu leicht täuschen~
    Saraide
    PS: Gehirne waren zu dieser Zeit noch nicht bekannt (also ihre Existenz schon, aber die Funktion nicht) aber dieser Satz passte einfach zu gut also... seid bitte tolerant?