[YGO!] Wenn Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.



  • Wenn Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.


    http://i1376.photobucket.com/a…ky-dragon_zpsdsxjrveg.png
    Quelle: Drachen-Wikipedia Seite

    Über die Autorin.


    Oder auch, wenn Garados ihre Fantasien endlich in Worte packt.
    Dann ensteht sowas, eine YGO! Fanfiction.


    Aber wer ist diese Autorin (Ja ich bin eine Sie! Bestehe ich auch drauf.) überhaupt.
    Jemand total Unbekanntes, die sich Anfang des Jahres dazu entschieden hat, ihre Fantasien mal in nette Worte zu kleiden.
    Ich schreibe somit meine erste FF (wobei die FF auf FF.de bereits seit zwei Monaten online gestellt wurde), bzw. lade diese hier hoch.


    Existieren tut die Grundidee zu meiner FF bereits seit knapp 10 Jahren, reichlich Zeit um alle Ideen über den Haufen zu werfen und noch mal komplett von vorne anzufangen und wieder alles neu zu konstruieren.
    Ich halte mich in meiner FF auch bewusst ziemlich nah an der Originalstory und den Charakteren.
    Allerings wähle ich bewusst die deutschen Namen aus, Jonouchi hört sich immer so falsch an...
    Veränderungen wird es natürlich geben, sonst wäre es auch langweilig, ich fusche auch etwas an der eigentlichen Story rum.


    Altersbeschränkung, gute Frage, auf FF.de habe ich mal 18 reingesetzt, da ich noch nicht genau weiß, wie weit ich gehen werde.
    Vermutlich wird es hier, wenn eine "kindgerechtere" Version geben, wobei auch da Tod, Schmerz & genug Dramatik mit dabei sein werden.
    Wer also drauf steht, dass man seinen OC seelische Schmerzen ausleben lässt, ihr seid hier genau richtig.



    Über die FF.


    Das Fandom steht bereits im Titel, YuGiOh!, ohne irgendwelche netten Buchstaben oder Zahlen dahinter.
    Die FF spielt bevor das Battle City Turnier losgeht, also am Anfang von Staffel 2 der Anime Serie (Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Yu-Gi-Oh!).


    Fragezeichen werden sich in euren Köpfen sicherlich genug bilden, hoffe ich doch mal!
    Die werden im Laufe der Story aber aufgeklärt.
    (dank einer netten Betaleserin erkläre ich tatsächlich alles... außer die Original Charaktere des Animes und ein bisschen YGO! Wissen wäre schon nett... Ich verweise dann noch mal auf das deutsche Wiki, YugiohWiki oder dergleichen :3)


    Zu guter Letzt, in meiner FF wird es einen OC geben.


    Ich werde erstmal ausschließlich aus ihrer Sicht schreiben, Gedanken werden dabei kursiv gedruckt werden.


    Die Dame hört auf den Namen Sinjia, am Anfang etwas holprig, aber wer baut schon den ganzen Plot Twist in 10 Word Seiten rein.
    (zur Länge der FF lässt sich sagen, genug Material vorhanden... ich schreibe grade Kapitel 40)


    Update Zeiten sind unterschiedlich, je nachdem wie die Story ankommt.
    Auf FF.de sind es derzeit 2 Updates pro Woche, da bin ich relativ flexibel.






    Ansonsten würde ich sagen:


    Bühne frei für Kapitel 1 + 2, damit ihr auch etwas zu Motzen habt. :3


    Lg Garados

    With every death, comes honor. With honor, redemption.
    => Ryū ga waga teki wo kurau!


    ~ Hanzo, Overwatch

  • Ich zupfe noch einmal an meinem T-Shirt rum, nehme all meinen nicht vorhandenen Mut zusammen und betrachte das große Gebäude vor mir.
    Die Domino High, mein neues Zuhause? Berauschend sieht das Gebäude mal nicht aus… naja, was soll’s. Ändern kann ich es eh nicht mehr. Wie sagte Ishizu so schön „Sei immer du selbst“. Also auf.
    Und so mache ich mich auf den Weg, um meinen ersten Tag an dieser Schule zu verbringen.


    „Sinjia?!“
    Etwas verdattert bleibe ich kurz stehen, drehe mich jedoch nicht um.
    Wer soll mich hier schon kennen? So ungewöhnlich ist mein Name scheinbar doch nicht.
    Leicht grinse ich vor mich hin und gehe weiter Richtung den beiden großen Türen.
    Keine zwei Minuten nach dem Ruf, legt sich eine Hand auf meine Schulter und dreht mich leicht rum, ich blicke direkt in zwei braune Augen.
    Der Weißhaarige junge Mann, dessen Hand noch immer auf meiner Schulte ruht, fängt an zu lachen und umarmt mich. Ich kann nicht anders und muss ebenfalls lachen.
    „Bakura! Was machst du denn hier?“, frage ich den Weißhaarigen, der leicht schmunzelt.
    „Du fragst mich, was ich hier mache? Ich gehe hier zur Schule, und das schon seit letztem Jahr. Die viel interessantere Frage ist doch, was machst du ausgerechnet hier?“, meint er schmunzelnd.


    Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wie ich reagieren werde, wenn ich wieder auf Bakura treffen werde. Auch hatte ich nicht gedacht ihn in Japan zu treffen. Die Vergangenheit ruhen zu lassen, ist gar nicht so leicht. Erst Ägypten, dann New York und jetzt Domino City? Ob Ishizu Recht hatte? Und das Schicksal unsere beiden Leben verbunden hat? Aber warum…
    Besagter junger Mann schaut mich immer noch wartend an, und mir wird grade bewusst, ich bin in Gedanken versunken und habe ihm nicht geantwortet.
    Bevor ich antworten kann, erscheinen neben Bakura noch ein braunhaariger Mann und ein recht schlacksig wirkender Blonder. Beide klopfen Bakura jeweils auf eine Schulterseite und schauen mich dann an.
    „Hi“, „Hallo!“, kommt es von beiden und ich bin direkt überfordert.
    Bakura scheint meinen verwirrten Blick zu bemerken, „Das sind Tristan und Joey“, er deutet nacheinander erst auf den Brünetten und danach auf den Blonden.
    Ich nicke beiden kurz zu, „Ich heiße Sinjia, schön euch kennen zu lernen.“.
    Bakura schmunzelt schon wieder. „Immer noch so gut erzogen, nene. Sinjia ist eine…“, kurz zögert er „…alte Freundin von mir. Sie kommt ebenfalls aus Ägypten.“ Ich nicke einfach zur Bestätigung und denke mir meinen Teil bei den Worten.
    Joey grinst „Eine alte Freundin, so alt sieht sie gar nicht aus!“.
    Ich werde direkt rot, „ Ich denke nicht das Kura es so meinte. Wir kennen uns schon länger.“ Kurz drehe ich mich wieder rum, Richtung der großen Uhr und meine dann „Ich muss mich noch drinnen vorstellen, wir sehen uns später, Kura?“. Nach einem bestätigten Nicken von dem Angesprochenen, gehe ich mit schnellen Schritten rein.


    Zielstrebig gehe ich direkt zum Direktor und stelle mich dort vor, lege meine Zeugnisse vor, danke in Gedanken kurz Odion für die tollen Zeugnisse und warte ab.
    Keine 20 Minuten später bringt der Direktor mich zu einem Klassenzimmer, meiner neuen Klasse wie er mir erklärt.
    Ich atme noch einmal tief ein, und folge ihm dann in die Klasse, wo, wie zu erwarten alle Augenpaare erstmal auf mich gerichtet sind.
    Ganz toll Sinjia. Warum hast du noch mal die Flucht aus Ägypten angetreten? Weil du die Vergangenheit auf sich beruhen lassen wolltest? Was hast du davon? Eine Horde Schüler die dich anstarren…
    Der Direktor sagt noch ein paar Worte zur Lehrerin und geht sehr schnell wieder.


    Ich stehe immer noch vor der Klasse, und fühle mich wie ein Schwein, das grade zum Schlachter geführt wird.
    Meine Lehrerin meint ich solle mich vorstellen.
    Gut, Showtime. Ladies und Gentleman. Ihr wollt was zum Gaffen haben, sollt ihr bekommen.
    In dem Moment bemerke ich Bakura in der letzten Reihe und beherrsche mich dann doch.
    Wie von selbst kommen die Worte aus meinem Mund: „Mein Name ist Sinjia…“, den Nachnamen verschluckte ich lieber „ „…ich komme aus Ägypten, um genau zu sein aus Luxor. Bin 19 Jahre alt und vor ein paar Tagen hergezogen. Hallo allerseits.“ Schnell schaue ich die Lehrerin an, in der Hoffnung die Informationen reichen ihr.
    „Gut Miss Asahi, bitte setzen Sie sich. Neben Bakura ist noch ein Platz frei“, meint die Lehrerin und ich begebe mich zähneknirschend zu Bakura, der mich angrinst. „So schnell sieht man sich wieder, Engel. Oder sollte ich ab jetzt lieber Morgensonne sagen?“
    Entnervt verdrehe ich die Augen.
    Die Sache mit dem Nachnamen. Jaja. Warum fiel mir da auch nichts Gescheiteres ein. Es gab zu meiner Zeit keine Nachnamen. Und ich bin nicht wie Bakura an einen Milleniumsgegenstand gebunden… Wieso weiß ich einfach nichts über meine jetzigen Eltern… Dann müsste ich das Nachnamen-Problem doch beheben können… Naja nicht unterkriegen lassen. Es wird nicht an einem Nachnamen scheitern, hoffe ich.



    Die Stunde vergeht wie im Flug, dem Unterricht zu folgen ist nicht besonders schwer, immerhin hatte ich früher Privatunterricht und lese sowieso sehr viel. Während der Mathestunde schaue ich mich im Klassenzimmer um, immerhin möchte ich wissen wer meine Mitschüler sind.
    Ab und an verweilt mein Blick länger auf den jungen Frauen und Männern, aber länger verweilt mein Blick erst auf Jemanden, als ich einen etwas schmächtigen Jungen neben Joey sitzen sehe. Diese lilane Igelfrisur zieht mein Blick schon fast magisch an, also stupse ich Bakura kurz an und frage nach wer das ist.
    „Der Kurze? Das ist Yugi, warum?“, kommt direkt als Gegenfrage.
    „Einfach nur so“, meine ich kurz angebunden, und lasse meinen Blick weiter durch die Klasse schweifen.
    Naja so eine Rarität sind meine Haare hier glücklicherweise nicht. Yugi hat ebenfalls lilane Haare, da falle ich nicht auf… Ernsthaft? Der Typ da vorne hat Würfelohringe?!
    „Ähm Kura?“, frage ich an meinen Sitznachbarn gewandt.
    Ein gebrummtes „Mh“ als Antwort, lässt mich nach dem Schwarzhaarigen mit den Würfelohringen fragen.
    Bakura schmunzelt schon wieder, „Den lernst du in der Pause sicherlich kennen, das ist Duke Devlin. Durchgeknallter Kerl kommt sicherlich in der Pause zu uns. Apropo. Ich denke mal du kommst in der Pause mit zu uns zum Essen, oder?“
    Etwas verwirrt schaue ich ihn an, „Uns?“
    Er lacht ganz kurz auf. „Ey hier muss man sich anpassen. Lebt sich einfacher wenn man mit den richtigen Leuten verkehrt und ich denke mal Yugi wird auch dein Interesse wecken“, meint er schelmisch grinsend.
    Ich ziehe mal fix eine Braue etwas hoch und fixiere noch einmal den Igelkopf, der ein paar Reihen vor mir sitzt.
    Was soll an dem so besonderes sein, dass selbst Kura sich benimmt? Und wo ist der Draufgänger geblieben, den ich so mochte? Oh man, auf die Pause habe ich jetzt schon keine Lust mehr. Paar gute Antworten schon mal überlegen, ja ich komme aus Ägypten. Nein nicht von der Stadt mit den Pyramiden. Ja ich kann ägyptisch? Oder sollte ich das lieber verneinen.
    „ Miss Asahi, können Sie die Gleichung an der Tafel lösen?“, vernehme ich die Stimme des Mathelehrers.
    Total in Gedanken versunken, habe ich das nicht mal bemerkt und gucke kurz die Tafel an, stehe dann auf und rechne die Gleichung ihm vor.
    Er nickt zur Bestätigung und ich setze mich schnell wieder hin.
    Bakura grinst schon wieder, „Mathe konntest du schon immer.“


    Kurz schmunzle ich, dann klingelt es auch schon und mir wird bewusst das jetzt die Pause ansteht.
    Möge der Spießrutenlauf beginnen. Sei einfach du selbst. Bedenke deine Herkunft. Und hoffe darauf dass Bakura sich nicht einmischt. Sei einfach du selbst.

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  • Ich stehe auf und drehe mich erwartungsvoll zu Bakura um, der ist aber bereits ein Stück nach vorne gegangen. Also folge ich ihm langsam, als ich an Joeys Tisch vorbei komme, tippt der mich an.
    „Du kommst doch mit uns zum Essen, richtig?“, meint er vergnügt und hängt sich bei mir unter. Verdattert gucke ich ihn an, während er mich Richtung Tür zieht und ich schaue kurz zu Kura der schon wieder am Schmunzeln ist.
    Ich überlege grade ob ich einfach einen Toilettenbesuch als Ausrede vorschieben soll, als sich Tristan auf der anderen Seite unterhängt und die zwei mich weiterhin Richtung Kantine begleiten. Ein Blick zurück zeigt mir, dass Bakura mit dem kleinen Igelkopf und dem Schwarzhaarigen uns folgen, genauso wie ein braunhaariges Mädchen.
    Die beiden Jungs begleiten mich zu einem Tisch. Als ich mich hin setze, schiebt sich Bakura direkt neben mich, Tristan nimmt neben Bakura Platz, Joey setzt sich auf der anderen Seite neben mich und gegenüber nehmen Yugi, das Mädchen und der Schwarzhaarige junge Mann mit den Würfelohringen Platz.


    Joey verschwindet mit Tristan kurz um etwas Essbares aufzutreiben, während die restlichen vier Personen mich anschauen.
    Bakura ergreift schließlich das Wort und stellt uns einander vor. Das Mädchen ist Tea und der Schwarzhaarige hört auf den Namen Duke.
    Ich beantworte grade die Frage ob ich im Unterricht klar komme, als Joey und Tristan auch wieder zurückkommen, mit einem Berg von Essen.
    Sie verteilen es auf dem ganzen Tisch und alle langen zu, ich greife etwas zurückhaltend nach einem Sandwich und einer Coke.
    „Jetzt….erzählt… mampf… doch mal…. Schmatz… warum du hier bist und woher du genau kommst?“ meint Joey mit vollem Mund und schaut mich von der Seite her an.
    Da mir bewusst ist, das so eine Frage kommen musste und mir im Voraus bereits eine Antwort zurecht gelegt habe, antworte ich selbstbewusst: „ Ich komme ursprünglich aus Luxor, in Ägypten. Dort habe ich bis vor zwei Jahren auch gelebt und gelernt. Vor zwei Jahren meinte Bakura, dass er sich was Eigenes suchen wollte und ist nach New York gezogen und fragte mich, ob ich mit wollte. Erst dachte ich echt er macht Witze oder so. Da man mich in Ägypten immer etwas kritisch beäugt hat, wegen meiner Haarfarbe, fand ich die Idee ganz gut und bin ihm gefolgt. Da haben wir auch ein Jahr zusammen gewohnt, gelernt, gearbeitet…“ zum Schluss hin wurde ich leiser und Bakura zuckt neben mir zusammen. Scheinbar bin ich nicht die Einzige die grade in Gedanken an dem letzten Tag in New York war.


    „Und weiter?“ drängelt Tristan direkt.
    Kurz Luft geholt und ich erzähle weiter: „Naja, es lief zum Schluss nicht mehr alles so gut. Also bin ich ausgezogen und bin zurück nach Ägypten. Tja da hatte ich nach einem Jahr aber auch die Nase voll und habe mich nach einer guten Schule umgesehen und einem Land das mich interessieren könnte.“
    Bakura’s Stirn zeigt immer mehr Falten und er sieht etwas zerknirscht aus, als ich meinte, dass es nicht mehr so gut gelaufen sei.
    Duke lässt allerdings nicht locker: „Was meinst du mit gut gelaufen? Du und er???“ Noch während er das letzte Wort ausspricht, wandern die Blicke der Anwesenden abwechselnd zu Bakura und mir.
    Ich sehe den Weißhaarigen kurz an und meine dann: „Kura und ich standen uns immer nahe, eine Beziehung hatten wir aber nie…“ Er unterbricht mich mit einem süffisanten Grinsen: „Keine Beziehung aber unseren Spaß hatten wir trotzdem.“ und zwinkert mir dann zu.


    Ich wiederstehe der Versuchung ihm eine zu Knallen und meine nur trocken: „Soviel Spaß dass ich im Nachthemd bekleidet unsere Wohnung verließ und den nächsten Flug nach Ägypten gebucht habe.“ „Ey deine Handtasche und dein Deck hast du noch eingepackt… und du weißt dass ich es bereue. Das habe ich dir mehrmals gesagt.“, wendet er zerknirscht ein.
    Ich nicke, wir wissen beide dass das Gespräch folgen wird, aber nicht hier und jetzt.


    „Tja und da mich in Ägypten mal wieder die Ruhelosigkeit gepackt hat, bin ich hier gelandet“, grinse ich in die Runde und überspiele hoffentlich den Stich von Bakura’s Worten.
    Die letzten paar Minuten unterhalten wir uns noch über dies und das, man erzählt mir ein bisschen was aus dem Leben der neuen Klassenkameraden und ich nicke immer wieder.
    Auch die nächsten zwei Schulstunden vergehen wie die ersten beiden, schnell und immer noch komme ich gut mit.


    Ich begleite Bakura, Yugi und Joey nach unten, Richtung Pausenhof. Sie meinen es wäre draußen schöner wie in der stickigen Kantine und ich muss direkt zustimmen als ich den ersten Atemzug vor der Tür mache. Die drei Jungs marschieren direkt zu einem Baum und setzen und lehnen sich davor und daran also geselle ich mich dazu.
    Verstohlen mustere ich dabei Yugi, die lilanen Haare lassen mir keine Ruhe, immerhin gibt es nicht so viele mit solch einer Haarfarbe.
    In Gedanken durchforste ich einen Teil meiner Erinnerungen und stoße immer wieder auf lilane Haare. Eine Igelfrisur. Aber ich kann es nicht zuordnen.
    Joey bemerkt meinen Blick und feixt: „Na Yugis Haare haben eine ähnliche Farbe wie deine. Man könnte meinen ihr wärt verwandt.“
    Ich lache direkt auf, Bakura fällt mit ein und auch Yugi muss lachen.
    Das sollte ich auf jeden Fall mit auf meine Liste für das Gespräch mit Bakura setzen, wer ist Yugi Muto. Und wieso kommt er mir vertraut vor, obwohl ich nie in Japan vorher war.


    Yugi stupst mich am Arm an und ich schrecke aus meinen Gedanken hoch. „ Du denkst viel nach, mh?“ meint er.
    Ich nicke zur Bestätigung und bin schon fast froh dass die Klingel uns wieder in die Klasse ruft.
    Wieder folge ich den drei Jungs in die Schule zurück und setze mich auf meinen Platz.
    Englisch steht jetzt auf dem Plan, nicht grade mein Lieblingsfach, aber jetzt schon rumnörgeln, gefiele mir auch nicht.


    Bakura schiebt mir einen Zettel rüber, ob ich nachher noch reden möchte, bei ihm. Nach kurzem Überlegen, schreibe ich ein kleines Ok drunter und streiche das bei mir durch.
    Meine Wohnung bleibt erstmal meine Wohnung. Die Vergangenheit will ich immerhin auf sich beruhen lassen, auch in dem Punkt. Wobei es scheint ihm wirklich leid zu tun. Und ich bezweifle, dass er in dem Moment wusste was er grade tat. Trotzdem…
    So vergehen auch die beiden Englischstunden, und ich bin froh dass die neue Lehrerin nicht allzu viel von meinem Wissen testen wollte.
    Ich folge der Gruppe nach draußen und unterhalte mich in der Zeit mit Tea über die Schule und die neue Stadt.
    Duke schlägt mir vor, als Stadtführer zu fungieren und mir alles zu zeigen, aber ich lehne dankend ab, immerhin möchte ich das mit Kura erst klären.
    Yugi, Joey und Tristan nehmen Duke auch direkt mit, ich vermute die drei wissen was Bakura und ich noch vor haben. Auch Tea verabschiedet sich schnell und ist im nächsten Bus verschwunden.
    Also stehen nur noch Bakura und ich da, er nickt mir zu und geht los, scheinbar Richtung seiner Wohnung.


    „Wohnst du eigentlich alleine?“, frage ich ihn und er antwortet mir sogar direkt mit einem klaren Ja. Man sieht ihm dabei an, dass die Frage ihm unangenehm war, aber er sie mir trotzdem beantwortet.
    Wieder einmal frage ich mich selbst, wieso ich nie mehr in ihm gesehen habe, als den guten Freund und Beschützer. Während wir schweigend zu seiner Wohnung gehen, lasse ich den Tag Revue passieren, und gehe gedanklich noch einmal die neuen Klassenkameraden durch, die sich um Bakura tummeln. Bei Yugi verweilen meine Gedanken am längsten, bis wir vor Bakura’s Tür ankommen und er mit einem leichten Grinsen im Gesicht meint: „Mein Reich, Tochter der Sonne.“


    Im ersten Moment bin ich einfach nur erstaunt, zu erstaunt um zu antworten. Meine Gedanken überschlagen sich, aber wir sind alleine. Und er kennt mich, wie kaum ein anderer. Außer IHM. Trotzdem schweige ich zu seinem Kommentar und betrete seine Wohnung.

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  • Meine Gedanken überschlagen sich noch immer während ich aufmerksam meine Umgebung mustere.
    Warum sagt er sowas, er weiß doch so gut wie ich, dass die Vergangenheit auch Vergangenheit bleiben soll. Und er weiß auch dass ich mich nicht an alles erinnere… Ra verdammt. Hab ich das grade echt gedacht? Seit wann fluche ich auf die Götter?!



    Bakura’s Stimme reißt mich aus meinen Gedanken: „Worüber denkst du schon wieder nach? Warum ich deinen Titel nutze, obwohl das lange her ist?“
    In Gedanken verfluche ich ihn, dass er mich einfach so gut kennt.
    „Wenn du doch weißt was ich denke, warum fragst du dann nach?“, meine ich.
    Er lümmelt sich auf seine Couch und deutet auf den Sessel vor ihm.
    „Setz dich, dann können wir reden, vielleicht mal wieder offen? Und das ohne, dass du direkt vor dir selbst wegläufst?“, und wieder grinst er mich an.
    Ich atme erstmal tief ein und aus und setze mich dann auf den angebotenen Sessel. Er weiß genau womit er mich treffen kann und nutzt das immer gekonnt aus.


    „Warum, Kura?“, stelle ich die Frage laut, die mir seit einem Jahr im Kopf rumgeistert und ich nie eine Antwort gefunden habe.
    Er weiß sofort worauf ich anspiele, seine Miene wird direkt ernst als er meint: „Wir wissen beide, dass es im Affekt war. Ich hatte getrunken, zu viel… viel zu viel? Christian, hieß der so? Oder sowas in der Art hatte es vorgeschlagen, nicht ich. Und du hattest so wenig an… Ich…“.
    Ich unterbreche ihn direkt, wütend und enttäuscht zugleich: „Du schiebst es eiskalt auf den Alkohol?! Bakura du hast schon immer nicht grade wenig getrunken?! Du weißt es hat mich nie gestört wenn du irgendwelche Typen mit nach Hause geschleppt hast, ihr bliebt in deinem Zimmer und gut war! Ich war am Lernen, Bakura! AM LERNEN!! Es war nachts, was erwartest du was ich da anhabe, einen Skianzug?!“ Ich bin auf 180, während des Redens bin ich aufgestanden, die letzten Worte habe ich fast geschrien.


    Bakura zuckte bei den Worten kurz zusammen, er ist es nicht gewohnt, dass ich ihn anschreie. Er überlegt kurz und erwidert dann: „Ich schiebe es nicht auf den Alkohol. Es war meine Schuld. Ich hatte mich nicht mehr unter Kontrolle. Die Idee mit dem Dreier, die kam ernsthaft von ihm. Ich habe mir auch keine Gedanken darum gemacht, immerhin haben wir auch vorher schon miteinander geschlafen. Deswegen konnte ich deine Reaktion auch nicht nachvollziehen.“
    Entsetzt starre ich ihn an. „Meinst du das im Ernst?! Nur weil wir vorher miteinander geschlafen haben, ist es okay wenn zwei Kerle splitterfasernackt in meinem Zimmer stehen?! Was für eine Reaktion hast du erwartet als der Typ mich begrabscht hat?! Das es mich antörnt und ich direkt ja rufe?!“, fahre ich ihn an.


    Er sagt erstmal nichts, er weiß genau dass es sinnlos ist mich jetzt mit Worten beruhigen zu wollen.
    „Sinjia…“, meint er leise und ist innerhalb von ein paar Sekunden vor mir, zieht mich hoch und umarmt mich sanft. Erst als er die Tränen abwischt, bemerke ich dass ich angefangen habe zu weinen, wegen ihm. Wegen dieser Situation.
    Die nächsten Minuten verharren wir genau so, keiner sagt etwas.


    Nach ein paar weiteren Minuten löse ich mich langsam von ihm, schniefe noch ein letztes Mal und schaue ihm direkt in die Augen: „Jeder macht Dummheiten? Vielleicht hätte ich nicht direkt die Flucht antreten sollen, Ishizu hat mich komisch angeschaut und Marik erstmal“, ich versuche zu grinsen, aber wir wissen beide dass mir nicht zu grinsen zumute ist.
    Bakura nickt langsam und fragt mich dann, warum ich wirklich in Domino City bin.
    Ich drehe meinen Kopf langsam zur Seite und meine leise: „Ishizu meinte, dass ich in Ägypten nicht gebraucht würde. Aber in Domino City würde sich was zusammenbrauen. Ich solle hier suchen, wonach ich strebe zu finden“. Den letzten Satz habe ich mehr gemurmelt als gesprochen. „Verstehst du was sie meinte, also mit dem letzten Satz?“, frage ich ihn.
    Er schüttelt kurz den Kopf, „Du weißt, dass mir ihre Weissagungen nie was gesagt haben. Es ist aber schön dich wieder in meiner Nähe zu wissen, kleiner Engel.“


    Ich nicke langsam und nuschel: „Das kann ich zurückgeben. Es tat gut dich heute Morgen zu sehen. Du hast Anschluss gefunden, das freut mich zu sehen.“ Wir verharren so noch ein paar Minuten.
    Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich langsam gehen sollte, zur späten Stunde bei Bakura zu sitzen, dazu habe ich im Moment keine Lust.
    „Ich muss noch wegen der Schule ein paar Dinge erledigen“, meine ich.
    Bakura sieht mich an, er nickt und wir wissen beide, dass er mir die Ausrede nicht glaubt.
    Trotzdem will er mich nicht drängen, er weiß ich werde mit ihm sprechen, wenn ich soweit bin.
    Der Weißhaarige begleitet mich zu Tür und wünscht mir noch einen schönen Abend.


    Ich gehe schnell die paar Schritte Richtung Straße, das Gefühl sich umdrehen zu wollen, wird stärker aber ich gehe weiter ohne ihm nachzugeben.
    Nach ein paar Minuten merke ich erst, dass der Mond bereits aufgegangen ist und gucke verträumt Richtung dieser gelblichen Kugel.
    In einem kleinen Supermarkt hole ich mir noch ein Sandwich als Abendessen und betrete ein bisschen später meine Wohnung. Müde betrachte ich die kahlen Wände, das kleine Sofa und das ausgeblichene Bett.
    Ich schleppe mich kurz zu meinem Kleiderschrank und wühle für morgen etwas zum Anziehen raus. Beim Schließen der Türen fällt mein Blick in den großen Spiegel und ich erschrecke über mein Ebenbild.


    Müde schaue ich in die blaugrünen Augen meines Spiegelbildes, zupfe an meinen lilanen, schulterlangen Haaren dran rum und glätte das T-Shirt.
    Ich schüttel kurz den Kopf und ziehe mir ein Nachthemd an und schlüpfe unter die Decke.
    Mit dem Gedanken daran, dass morgen auch noch ein Tag sei, schlafe ich ein.


    Ich bemerke schon nicht mehr, dass während meines Einschlafens über meinem Bett zwei große Paar weiße Engelsflügel erscheinen und die dazugehörige Person mich kurz mustert. Anschließend nickt sie und verschwindet direkt wieder.

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    ~ Hanzo, Overwatch

  • Kurz halte ich meine Augen noch geschlossen und versuche mich an meinen Traum zu erinnern, vergeblich. Mein zerknautschtes Oberbett zeigt mir jedoch dass es kein guter Traum gewesen sein kann.
    Ich gähne noch einmal und strecke mich ausgiebig, bis mein Blick auf die Uhr fällt, die bereits 7 Uhr anzeigt.
    Oh Gott! Ich habe den Wecker vergessen… ich… spät… Schei..



    Schnell renne ich in mein kleines Badezimmer, drehe die Dusche schon einmal an und hechte zurück zu meinem Kleiderschrank.
    Die Qual der Wahl, dafür habe ich heute keine Zeit. Zwei Sekunden später ziehe ich eine enge, schwarze Hose und ein hellblaues Shirt aus meinem Kleiderschrank. Während ich dusche, überlege ich wie der heutige Tag werden wird.
    Schnell werden die Haare geföhnt, und wieder einmal verfluche ich mich für meine schulterlangen lilanen Haare, die ich doch eigentlich mag.
    Noch während ich föhne, höre ich meine Klingel.


    Nanu? Es weiß doch keiner dass ich hier wohne? Selbst Ishizu und Marik habe ich nichts gesagt, zumindest nicht wohin ich genau ziehe? Bakura? Nein dem habe ich auch nichts gesagt…
    Ich greife noch nach meiner Schultasche und gehe dann zur Tür, durch den Türgucker kann ich Bakura erkennen und wundere mich.
    „Guten Morgen Schlafmütze“, begrüßt er mich und umarmt mich kurz.
    „Ähm ja? Guten Morgen Kura?“, erwiedere ich.


    Er deutet auf den Weg „Sollen wir? Sonst kommst du am zweiten Tag schon zu spät“, meint er grinsend.
    Ich nicke flüchtig und wir machen uns schnell auf den Weg Richtung Schule.
    „Bakura? Woher weißt du wo ich wohne?“, frage ich ihn, immerhin schwirrt die Frage die ganze Zeit in meinem Kopf rum.
    Er grinst mich an: „Hast du gestern Abend mir doch erzählt.“
    Ich grüble noch einmal über den gestrigen Tag nach und kann mich immer noch nicht erinnern ihm meine Adresse genannt zu haben und schüttle flüchtig den Kopf. „Nein“, murmel ich leise vor mich hin.
    Falls er meine Antwort gehört hat, übergeht er sie direkt.


    Keine zehn Minuten später kommen wir an der Schule an, vor der uns Duke, Tristan und Joey schon erwarten.
    Alle drei grinsen uns an und rufen ein „Hallo“ uns entgegen, das wir natürlich lächelnd erwiedern.
    „Die Dame“, meint Duke grinsend und hängt sich bei mir unter und begleitet mich so nach drinnen, während die anderen drei Jungs uns folgen.


    Ich unterhalte mich mit Duke über den gestrigen Tag und er schiebt mich in die Klasse und macht noch ein paar Witze über gestern. Kurz muss ich lachen und strahle Duke förmlich an.
    Plötzlich läuft mir ein Schauer über den Rücken, den ich nicht zuordnen kann und ich lasse meinen Blick durch die Klasse gleiten.
    Eiskalte blaue Augen mustern mich eine Sekunde und blicken dann wieder auf einen Laptop. Ich hebe meine rechte Augenbraue und bin etwas verwirrt.


    Die drei Jungs stolpern halb in uns rein und schieben Duke und mich einfach zu den jeweiligen Plätzen.
    Bakura mustert mich beim hinsetzen kurz und grinst dann schon wieder: „Denk nicht zu viel über ihn nach. Und denk vor allem nicht dass er, ER ist. Das ist er definitiv nicht. Glaub mir.“
    Verwirrt mustere ich den Weißhaarigen und frage ihn dann doch wer der junge Mann mit den eisblauen Augen ist.


    Er lacht leise auf: „Das ist Seto Kaiba, CEO der Kaiba Corporation. Und trotzdem ist er nicht derjenige den du suchst. Kaiba ist ein reicher Schnösel, den nichts interessiert. Der ist eh nur hier zum Schein.“
    Ich versuche meine Gedanken zu ordnen, mein Herz rast wie ich bemerke und das alles wegen Seto Kaiba?


    Wer ist er, dass mein Herz so rast. Könnte er….? Ist er? So wie Bakura? Und ich? ER?!



    Meine Gedanken überschlagen sich, ich starre die meiste Zeit den Rücken von Seto an und grüble weiterhin über ihn nach. Bakura bemerkt das, aber lässt mich in Frieden.
    Zur Pause schiebt Bakura mich einfach aus dem Klassenzimmer, obwohl ich eigentlich protestieren will, lasse ich es geschehen. Ich bin sowieso überfordert mit meinen Gedanken und Gefühlen, von Hoffnung bis Verzweiflung ist alles dabei.


    Tristan schaut mich schief an und meint dann lachend: „Welchen Geist hast du denn gesehen?“ Alle lachen kurz auf, während ich zusammen schrecke.
    Reiß dich zusammen! Sei du selbst. Sei du selbst… Er kann es gar nicht sein. Er… ist…tot… gestorben vor vielen Jahrtausenden… mit allem… Wobei Bakura ja auch wieder hier ist und Ishizu ebenfalls... Slifer behauptet ja auch, dass ich meine Suche nicht aufgeben soll...

    Kurz schüttel ich den Kopf und lächle dann, auch wenn mir innerlich eher zum Weinen zumute ist.
    Die Pause verbringen wir wie gestern, erst in der Kantine und gehen dann nach draußen. Ich folge den fünf Jungs und Tea und hänge weiterhin meinen Gedanken nach.


    Ich bemerke nicht einmal dass ich Jemanden anrempel, erst da blicke ich hoch. Direkt in die eisblauen Augen, die mich kurz mustern. Dann meint ihr Besitzer harsch zu mir: „Pass doch auf wo du hergehst!“
    Ich nicke kurz, unfähig etwas zu sagen und stolpere weiter, Richtung dem Baum.


    Tristan und Joey mustern mich kurz, bevor Joey mir auf die Schulter klopft und meint: „Mach dir nichts draus. Der ist immer so, ein Eisklotz eben.“ Ich nicke mechanisch, in Gedanken schon wieder am Überlegen.
    Er kann es nicht sein… müsste er mich nicht erkennen..? Ishizu habe ich sofort als Isis identifizieren können. Und auch Bakura erkannte direkt wer ich bin. Auch wenn ich mich an ihn nicht erinnern kann. Selbst nachdem er mir erzählte wer er war… konnte ich es nicht. Aber Seto Kaiba? Er sieht ihm so ähnlich, aber diese abweisende Art… das hatte er nicht.



    Die Glocke klingelte und wir gingen wieder rein, ich folge den Jungs einfach schweigend und nicke Tea ab und zu zu, die sich mit mir unterhält.
    Ich gucke bewusst Tea an während wir zu unseren Plätzen schlendern und lasse mich dann neben Bakura nieder.
    Er grinst mich an: „Jetzt kommt eine interessante Stunde.“
    Ich hebe kurz meine rechte Augenbraue, in der Hoffnung er redet direkt weiter und kreise mit meinem Finger dass er weiterreden soll.


    Bakura kommt meiner Aufforderung sogar nach und antwortet: „Partnerarbeit? Das sollte dir was sagen. Wir haben jetzt Geschichte. Und letzte Woche meinte unsere werte Lehrerin dass es Partnerarbeiten geben soll zu einem Thema das wir vorschlagen sollte. Joey hatte mal einen guten Einfall – Duel Monsters im Laufe der Zeit – heißt das Thema. Bzw. das Oberthema und sie will uns in zweier Teams aufteilen und jeder kriegt eine Zeitlinie zugewiesen. Und bis jetzt hat sie immer die jeweiligen Tischpartner genommen. Ägypten abbekommen als Thema und wir können schlafen.“ Er grinst mich immer noch an und lehnt sich entspannt auf seinem Stuhl zurück.


    Ich zucke kurz mit den Schultern und nicke lächelnd.
    Duellmonsters im Laufe der Zeit, nette Umschreibung. Was wohl die Lehrerin sagt wenn Bakura ein Spiel der Schatten startet? Oder wenn ich die Götter….Oder wenn ich ein Spiel der Schatten starte?
    Ich grinse bei meinem letzten Gedankengängen und zucke zusammen als ich leise meinen Namen höre.


    Bakura zeigt nach vorne und ich stelle erstaunt fest, dass die Lehrerin bereits in die Klasse gekommen ist.
    „Ich fange ohne Umschweife an und teile jedem Paar direkt seine Themen zu. Manche Themen habe ich bewusst an diese Paarungen gegeben, um ein Mindestmaß an Wissen voraussetzen zu können.
    Fangen wir in der Geschichte an, wir landen direkt im alten Ägypten. Ich denke da wäre Miss Asahi die Richtige für“, meint unsere Lehrerin und ich muss bei ihren Worten siegessicher lächeln und zwinkere Bakura kurz zu, während meine Lehrerin weiterredet und ich den Namen meines Partners schon nicht mehr höre.


    Erst Bakuras Gesichtsausdruck lässt mich stutzen. Er grinst und muss sich scheinbar ein Lachen verkneifen.
    „Glückwunsch zum Eisblock. Wie willst du den zum Schmelzen kriegen?“, grinst er mich an.
    Ich sehe ihn verdattert an und bemerke erst jetzt, dass mein Name an der Tafel steht und dahinter Seto Kaiba steht.


    Die Lehrerin wendet sich direkt noch mal an mich: „Wenn es dir lieber wäre mit z.B. Bakura ein Team zu bilden, können wir das Team gerne noch ändern, immerhin bist du erst seit gestern hier. Und ihr scheint euch gut zu verstehen.“ Bakuras Grinsen wird breiter.
    Ein Ausweg… Sie bietet mir einen Ausweg an… Mit Kura wäre es ein leichte Aufgabe… zu leicht? Will ich das? Gebe ich so schnell auf?! Nein! Nein! Ich gebe mich nicht geschlagen. Nein!
    Noch während ich das ‚Nein‘ denke, sage ich laut und deutlich: „Nein, ist schon in Ordnung. Ich denke, die Aufgabe lässt sich sicherlich auch gut mit Herrn Kaiba bewältigen.“


    Die Lehrerin nickt mir kurz zu, und widmet sich dann den restlichen Teams.
    Bakura muss nicht lange warten und wird Yugi zugeteilt, Tristan darf mit Joey und Tea eine Dreiergruppe bilden und bekommen die Neuzeit ab.
    Während die fünf sich freuen, mustere ich meinen neuen Partner, besser gesagt seinen Rücken, mehr sehe ich ja nicht von ihm.


    Also schön… Mut sammeln, tief durchatmen und hopp Sinjia. Du bist Jahrtausende alt, da lässt du dich doch nicht von einem kleinen Jungen einschüchter! Denk daran wer du bist. Und wer du gewesen bist! Du schaffst das.
    Ich atme noch einmal tief ein und stehe dann auf und gehe zu meinem neuen Teampartner.
    Seto Kaiba ignoriert mich gekonnt und blickt nicht einmal von seinem Laptop hoch während er weiter tippt.


    Davon lasse ich mich nicht einschüchtern, und tippe ihn kurz an der Schulter an und bringe dann ein Lächeln zustande und bringe sogar noch ein paar Wörter raus: „Hey, wir sind für die Partnerarbeit zusammen eingeteilt worden. Ich glaube wir kennen uns auch noch nicht, ich heiße Sinjia.“ Dabei strecke ich ihm sogar die Hand entgegen und klopfe mir innerlich auf die Schulter.
    Als ich seine Schulter berührt habe, lag sein blauer, eiskalter Blick auf mir und musterte mich. Das macht er immer noch, während er scheinbar überlegt wer oder was ich bin.


    „19 Uhr bei mir.“, meint er kurz und blickt direkt wieder auf seinen Laptop.
    Etwas perplext starre ich ihn an, bis mir einfällt wo er überhaupt wohnt.
    „Sehr gut, da ich aber neu hier bin muss ich gestehen, ich weiß nicht wo du wohnst. Magst du mir deine Adresse noch geben?“, frage ich ihn natürlich direkt.
    „19 Uhr bei dir, mein Wagen holt dich ab.“, sagt er, während er weitertippt.
    Ich hebe meine rechte Augenbraue und schaue ihn etwas misstrauisch an.


    „Erstens man schaut die Leute an mit denen man redet, das nennt sich Höflichkeit. Ich denke mal, dass solltest du ebenfalls kennen. Wenn nicht, traurig, solltest du dringend nachholen. Zweitens, woher kennst du meine Adresse, wenn du schon deinen Wagen vorbeischicken willst. Drittens, sollte man seinem Gegenüber wenigstens ein bisschen Respekt entgegenbringen. Ich bezweifle, dass dein Auftreten hier irgendwen interessiert. Bis heute Abend, 19 Uhr.“, ende ich und muss erstmal Luft holen.


    Man kann ihm ansehen dass seine Gedanken rattern, zu Wort kommen werde ich ihn aber nicht lassen. Schnell greife ich nach einem seiner Kugelschreiber und notiere auf einem Blatt meine Adresse, dann wende ich mich ab und stolziere zurück zu meinem Platz und sechs verdutzen Gesichtern die mich anstarren. „Ist was?“, frage ich und setze mich dabei auf meinen Tisch, da auf meinen Stuhl Yugi sitzt und mich mit großen Augen anstarrt.


    „Hast du?“ „Was“ „Du?“ „Hast du?!“, reden alle etwas durcheinander, scheinbar kann keiner das eben erlebte in Worte fassen bis Duke auflacht und mir auf die Schulter klopft.
    „Respekt. So hat glaube mit Kaiba noch keiner geredet. Der starrt glaube immer noch auf den Zettel“, meint er lachend. Auch Joey und Tristan klopfen mir auf die Schulter und gratulieren mir zu der Rede.
    Dabei ist mir doch nicht zum Gratulieren zu Mute… aber es musste mal gesagt werden… so ein eingebildeter Egoist…



    Als Kaiba sich erhebt, was Bakura mit einem Kopfnicken bemerkt, zieht er mich an den Schultern hoch. Auch der Rest der Gruppe bemerkt dass, ebenfalls das Kaiba sich leicht in unsere Richtung dreht. Also beschließt die Truppe dass es Zeit ist nach Hause zu gehen, und wir maschieren schnell an ihm vorbei nach Hause.

    With every death, comes honor. With honor, redemption.
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    ~ Hanzo, Overwatch

  • Wir verabschieden uns und gehen getrennte Wege nach Hause.


    War es wirklich klug ihn in seine Schranken zu weisen? Vor allen? Kura hat scheinbar recht, er ist nicht Seth… leider. Aber ich werde dich finden, egal wohin ich dafür reisen muss, Geliebter, ich werde dich finden. In der Hoffnung du erkennst mich wieder.
    Missmutig schaue ich mich in meiner Wohnung um und ordne erstmal das Chaos ein wenig. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, ich habe noch 3 Stunden Zeit bis mich der Wagen abholen wird, wenn er pünktlich ist.


    Ich nutze die Zeit und fahre meinen Laptop hoch und öffne mein Skype, in der Hoffnung Ishizu ist online. Meine Hoffnung wird direkt zerstört, aber Marik ist online. Kurz überlege ich dann öffne ich sein Chatfenster und tippe ein einfaches „Hi“ hinein.
    Keine zwei Minuten später piept mein Laptop, ein Skype Anruf. Ich nehme ihn direkt an und sehe nach ein paar Sekunden sein Gesicht. Er strahlt förmlich während er mich begrüßt und nach Neuigkeiten fragt.
    Ich schüttel kurz den Kopf, als Zeichen dass ich keine News habe und frage ihn dann nach Ishizu.
    Die ist laut seinen Aussagen grade einkaufen. Ich lächle kurz weil ich mir Ishizu mit einem Einkaufswagen nicht vorstellen kann. Wir sprechen über die Schule, den Alltag, die neuen Leute, wobei ich Bakura nicht erwähne und auch das ich bald schon wieder offline muss.


    Um 18 Uhr beende ich den Anruf, suche mir etwas zum Anziehen raus und hüpfe unter die Dusche. Nach guten zehn Minuten, creme ich mich ein und ziehe mir danach eine blaue Jeans an und ein enganliegendes Tshirt an und wühle in meinem Schrank noch nach einer dünnen Jacke, man weiß ja nie. Schnell werden die Haare noch ordentlich geföhnt und einigermaßen gebändigt. Mein Blick wandert kurz zum Kühlschrank, bis mir einfällt, einkaufen war ich noch nicht. Ein Stück Schokolade fällt mir ins Auge, das wird schnellstmöglich in den Mund geschoben, während ich zu meinem Bücherregal wandere und dort nach einigen Büchern Ausschau halte. Dabei stelle ich wieder einmal fest, hier muss dringend Ordnung rein. Ich finde die besagten Bücher, werfe dabei gekonnt noch drei weitere Bücher zu Boden, die ich geflissentlich ignoriere. Schnell verstaue ich die beiden Bücher noch in meiner Tasche und gucke kurz auf die Uhr, 18.55 Uhr.


    Ich fahre mit der Bürste noch einmal durch meine Haare und kontrolliere meine Klamotten. Insgeheim frage ich mich direkt warum ich das mache, wegen dem arroganten Eisschrank?
    Schnell schüttle ich meine Gedanken bei Seite, in dem Moment klingelt es, pünktlich 19 Uhr.
    Ich lächle schwach und gehe direkt zur Tür wo mich ein großgewachsener Mann im Anzug anschaut und sich als Roland vorstellt, er solle mich im Auftrag von Seto Kaiba abholen.
    In Gedanken verfluche ich Seto Kaiba für so einen Auftritt und die Geldverschwendung, aber da kann sein Fahrer nichts für. Also folge ich Roland zum Wagen und staune nicht schlecht über die Limousine die mich erwartet. Roland öffnet mir direkt die Tür und verneigt sich sogar dabei. Ich krabble schnell ins Auto und mich erwartet eine schwarze Lederausstattung, eine bequeme Lederausstattung wie ich feststellen muss.


    Keine 20 Minuten später fahren wir Richtung Seto Kaibas Haus, Anwesen oder Villa, welcher Begriff zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Ich starre förmlich das riesige weiße Gebäude an, und frage mich prompt wie viele Leute darin wohnen. Beim Aussteigen hilft mir Roland galant, obwohl ich das wohl auch alleine hinbekäme, aber na gut.


    Kurz streichle ich einer der weißen Drachenstatuen, die den Weg zur Tür säumen, über den Kopf, und muss kurz schmunzeln.
    So unterschiedlich sind sie vielleicht doch nicht? Gut… Mut brauche ich mal wieder. Ganz ruhig. Das ist dein Spezialgebiet, egal wie schlau und arrogant er ist. Es geht um Ägypten. Es geht um deine verflixte Geschichte.
    In dem Moment bleibe ich reflexartig stehen.


    Es geht um MEINE Geschichte?! Scheibenkleister. Das… oh Ra. Vorsichtig was du gleich sagst… Gut das ich die Bücher mitgenommen habe. Es geht um den Pharao. Aknamkanon. Seth. Nein… die Namen muss ich streichen. Gott…. Ra. Bitte gib mir bloß die Kraft das zu überstehen. Allein schaffe ich das glaube nicht, Göttervatter.
    Ich atme noch einmal tief durch und will grade klingeln als mir ein kleiner schwarzhaariger Junge die Tür öffnet und mich aus großen Augen anschaut. Dann breitet sich ein großes Lächeln auf seinem Gesicht aus und er begrüßt mich mit einem lauten „Hallo.“.
    Ich erwidere die Begrüßung, und sage ihm, das ich wegen Seto Kaiba hier wäre.


    Da fängt er an zu lachen: „Seto hat erwähnt er bekäme nachher Besuch von einem Klassenkameraden wegen einem Referat oder so. Aber dass der Besuch weiblich ist, das hat er nicht erwähnt.“ Er zwinkert mir kurz zu und bittet mich dann rein.
    Ich stoppe direkt wieder, von innen ist das Gebäude ebenfalls großteils in weiß gehalten, überall sieht man, das zumindest ein Mensch im Haus den weißen Drachen mag, es stehen vereinzelt Statuen des Drachen rum. Auf dem Boden ist ein goßer Blauäugiger Ultradrache abgebildet. Aus dem Staunen komme ich nicht mehr raus, es ist beeindruckend und das sage ich auch zu Mokuba.


    Daraufhin kommt eine Art lautes Lachen, das definitiv nicht von dem kleinen Schwarzhaarigen stammt. Der Besitzer dieses Geräusches kommt grade die Treppe hinunter stolziert, als wäre er ein König oder dergleichen. „Ich hoffe doch, dass es beeindruckend ist. Nicht weniger erwarte ich, wenn ich etwas in Planung gebe.“, meint Seto Kaiba mit arrogantem Unterton.
    Kurz blitzt mir ein Bild in Gedanken auf wie ich ihm eine knalle, ich besinne mich aber eines Besseren.
    „Ich wünsche dir ebenfalls einen guten Abend, Herr Kaiba. Oder darf ich wohl Seto sagen?“, meine ich und kann meinen Sarkasmus nicht verbergen.


    Er schaut mich aus seinen eisblauen Augen an, gefühlslos, wie mir bewusst wird und nickt kurz.
    „Komm.“, meint er nur und dreht sich direkt wieder um und geht die Treppe wieder hoch. Seto schaut sich nicht mal um, ob ich ihm folge. Er nimmt es einfach an. Aber welche Wahl habe ich, keine, also folge ich ihm. Der Braunhaarige führt mich in ein geräumiges Zimmer, das dezent in hellem blau eingerichtet ist, mit ein paar kleinen Statuen des weißen Drachen. Er setzt sich an einen großen Schreibtisch in einen Ledersessel und deutet auf die Couch und die Stühle. Ich wähle die Couch und setze mich ebenfalls hin.


    Seto startet seinen Pc und an der Wand fährt ein Leinwand runter, auf die ein Beamer seinen Desktop projeziert. Unwillig muss ich nicken und grinse sogar leicht, so hatte ich mir die Arbeit tatsächlich vorgestellt. Ich schaue mich noch ein wenig im Raum um entdecke kleine Details wie einen filigranen Drachen auf den Lampen.
    Ein Räuspern durchbricht die bis dahin herrschende Stille und ich sehe etwas erstaunt Seto an.


    „Mh? Darf ich anfangen?“, meine ich.
    Ein Nicken seinerseits deute ich als Zeichen dass ich aufstehen und loslegen kann.


    „Wo fange ich am besten an? Duel Monsters entstand tatsächlich im alten Ägypten, vor etwa 5.000 Jahren. Die Monster waren in Steinkarten eingeschlossen, es gab auch nur sehr wenige und noch viel weniger Menschen die diese Kreaturen rufen konnten, geschweige denn ihnen Befehle erteilen konnten. Die Ausnahmen bildeten die sieben Träger der Milleniumsgegenständen“, kurz unterbreche ich, als ich bemerke wie auf der Leinwand ein Bild der sieben besagten Gegenstände erscheint.
    „So arbeitet es sich noch besser.“, meine ich lächelnd und wende mich dem Bild zu.
    „Zu sehen sind die Milleniumskette, die Milleniumswaage, das Milleniumsauge, der Milleniumsschlüssel, der Milleniumsring, der Millenumsstab und das Milleniumspuzzle, wobei sich letzteres in den Händen des Pharaos befand.“, ich stuze kurz als mir bewusst wird, wo ich das Puzzle zuetzt gesehen habe.


    Kurz schüttel ich den Kopf um meine Gedanken zu verwerfen und konzentriere mich wieder auf das Bild: „Die sieben Träger dieser Gegenständen konnten die Monster einfacher rufen, verstärkt durch die Macht der Artefakte. „ Ein verächtliches Schnauben lässt mich innehalten und ich schaue zu Seto hinüber.
    „Glaubst du nicht, was ich dir grade erzähle? Oder warum dieses abwertende Geräusch?“, frage ich direkt nach.
    Er winkt ab und meint dann immer noch verächtlich: „An so einen Schabernack glauben doch nur Kinder. Magie, Macht der Gegenstände. Und als nächstes erzählst du mir sicherlich dass diese Personen mit den Göttern per Du waren und mit ihnen gespielt haben als Kinder.“


    Ich starre ihn etwas entgeistert an.
    Was erdreistet er sich grade?! Er mag sich selber respektieren, aber vor anderen hat er den scheinbar nicht. Ich bezweifle, dass es ihm zusteht die Götter in Frage zu stellen, oder deren Taten.
    Kurz schüttel ich den Kopf, bevor ich ihm antworte: „Das ist deine persönliche Meinung, die ich nicht teilen werde. Diese Gegenstände existieren noch immer und mit ihnen ihre Kräfte. Egal ob du an sie glaubst oder nicht, sie existieren.“
    Flüsternd füge ich hinzu: „Wirst du vielleicht selber noch merken, Träger des Milleniumsstabes…“

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  • Seto reagiert, wie erwartet, nicht auf meine Aussage, es kommt ein kurzes Schnauben und dann widmet er sich wieder seinem Laptop und wartet dass ich fortfahre.
    Ich hole grade Luft und setze zum Sprechen an, als das Telefon klingelt.


    Ein harsches „Ja?“, wird in den Hörer gesprochen und Seto lauscht seinem Gesprächspartner. Zwischendurch kommt ein „Verstehe“, „Nein“, „Wenn es sein muss“, „Unfähige Leute, wie immer.“ und zu guter Letzt, meint er noch, dass er sich direkt darum kümmert.
    Er beendet das Gespräch und fährt bereits den Beamer runter und auch die Leindwand fährt wieder hoch.


    Ich hebe meine rechte Augenbraue und warte auf eine Erklärung.
    „Ich habe noch zu tun. Morgen um 17 Uhr, Roland holt dich wieder ab.“, sagt er noch und schon geht er aus dem Zimmer. Etwas verdutzt schaue ich ihm nach.
    Ernsthaft? Er lässt mich einfach hier sitzen? Allein? In einem riesigen Haus? In seinem Arbeitszimmer? Und schreibt mir direkt vor, wann wir weiter machen?



    Langsam breitet sich ein Anzeichen von Wut in mir aus. Die Tür öffnet sich und Roland steht in der Tür, er erklärt mir, dass sich Seto Kaiba entschuldigen lässt und er mich nach Hause bringen soll.
    Ich nicke, was soll ich sonst machen.
    Zu Hause trete ich dezent gegen meine im Zimmer liegenden Bücher um meiner Wut Ausdruck zu verleihen und verkrieche mich dann im Bett.


    Was hast du erwartet, Sinjia? Dass er sich plötzlich erinnert? Dass alles so ist wie früher? Warum ging es mit Bakura und Ishizu. Warum nicht auch Seth… und warum auch nicht ich.
    Dass ich weine merke ich erst als die ersten Tränen meine Hände nässen.
    Vielleicht war es doch keine so gute Idee hier her zu kommen. Vielleicht war die ganze Suche nach Seth keine gute Idee… Vielleicht bin ich auch zu schwach?



    „Zweifelst du wirklich an dir selbst, Tocher der Sonne?“, wispert eine leise Stimme.
    Erstaunt sehe ich auf und traue meinen eigenen Augen kaum.


    Vor mir erstrahlt in einem hellen roten Licht ein großer roter Drache, dessen Körper und Schwanz sich hinter mir befinden, sein gewaltiger Kopf ist auf Augenhöhe mit mir.
    Ich blinzle kurz, in der Hoffnung es ist keine Einbildung, und bringe ein erführchtiges „Slifer?“ heraus. „Aber…was….wie….“, stammle ich, immer noch total erstaunt wer in meiner Wohnung aufgetaucht ist.
    Ein Summen deutet an, dass der riesige Drache kurz lacht: „Seit wann bringe ich dich zum Stammeln?“
    Die Erstauntheit weicht und macht der Unsicherheit Platz, immerhin befindet sich ein ägyptischer Gott in meiner Wohnung.


    „Ich… Slifer…“, bringe ich hervor, bevor ich kurz einatme und mich sammle um nicht nur ein paar Wörter stammeln zu können.
    Kurz darauf setze ich noch einmal zum Sprechen an: „ Verzeih mir, Götterdrache. Ich wollte deine Anwesenheit nicht durch meine Unfähigkeit des Sprechens besudeln. Euer Besuch ehrt mich und erstaunt mich zugleich. Womit verdiene ich euren Besuch, Slifer?“, kurz deute ich eine Verbeugung an.
    Wieder ertönt ein Summen, das mir direkt einen Schauer über den Rücken jagt. Seine Schwanzspitze hat sich dabei um meinen Arm gewickelt, aber nicht so, dass es unangenehm wäre.


    „Immer noch ganz die Hohepriesterin, redegewandt wie immer. Gräme dich nicht. Zweifle nicht an dir selbst, lass sie nicht in dein Herz. Auch Tränen stehen dir noch immer nicht. Dein Weg war nicht immer leicht, doch du hast dich nie unterkriegen lassen. Und jetzt kommt ein Kind daher und soll das schaffen, was selbst die Kreaturen der Schatten einst nicht schafften? Unterschätze dich nicht, mein Kind. Suche wonach du strebst und du wirst finden, wonach du strebst.“, meint der Drache geheimnisvoll und wird dabei langsam durchsichtig. „Bitte, geh nicht!“, flehe ich, als ich auch die Schwanzspitze nicht mehr auf meinem Arm fühle. Das Gefühl der Wärme, dass sich während des Gesprächs in mir breit gemacht hat, ist bereits verschwunden.
    „Suche wonach du strebst und du wirst finden, wonach du strebst.“, ertönt es noch einmal leise und dann ist der rote Götterdrache bereits verschwunden.


    Ich schließe die Augen und lasse das grade passierte noch einmal auf mich wirken, Slifers letzte Worte brennen sich förmlich in meinen Gedanken fest.
    Ishizu benutze fast den gleichen Satz. Hat sie meine Begegnung mit Slifer vorhergesehen? Das hat sie doch bis jetzt noch nie… Ich sollte mich nicht unterkriegen lassen, wenn der Götterdrache extra meinetwegen herkommt, dann muss ich es schaffen. Seth! Ich werde dich finden! Egal wie!
    Kurz bemerke ich noch, wie sich über meinem Bett ein paar große Engelsflügel materialisieren, dann schlafe ich auch schon ein, noch bevor die Gestalt ganz Form angenommen hat und direkt wieder verschwindet.


    Am nächsten Morgen klingelt mein Wecker deutlich früher und ich hüpfe noch schnell in den kleinen Supermarkt um die Ecke um etwas einzukaufen und mir was zu frühstücken zu besorgen.
    Ich bringe den Einkauf nach Hause und mache mich dann lachend auf den Weg zu Bakura’s Wohnung.
    Der schaut mich etwas irritiert an als ich vor seiner Tür auftauche und mich dann unterhänge um mit ihm zur Schule zu gehen.
    Er fragt mich wegen meiner guten Laune, aber ich zucke nur mit den Schultern.


    Soll ich ihm vielleicht sagen…? Oder sollte ich das Erscheinen von Slifer lieber nicht erwähnen?
    Ich entschließe mich für Letzteres und er bohrt auch nicht weiter nach.
    Kurz vor der Schule begegnen wir noch Tea und auch Yugi, den ich mustere und das besagte Milleniumspuzzle bemerke.
    Wie konnte mir das entgehen? Hat er das schon die ganze Zeit um? Ich sollte nach der Schule dringend mit ihm reden. Vielleicht steckt der Pharao in ihm, so wie Bakura in diesem Jungen.



    Joey und Tristan stoßen bald zu uns und fragen direkt wie das Treffen mit Kaiba war.
    Ich zucke kurz mit den Schultern und meine dann: „Wie soll es denn gewesen sein? Ich habe geredet, er hat am Laptop gesessen und zugehört. Tja und nach einer Stunde oder so klingelte das Telefon und er war auf und davon.“ Tristan fängt an zu lachen und erzählt uns dann wie sein Abend war: „Tja wir haben erfolgreich einen Film geschaut und getrunken.“ Joey johlt direkt und Tea verdreht genervt die Augen während sie meint: „Ich habe zuhause tatsächlich gearbeitet ihr Idioten!“ Die zwei angesprochenen Männer lächeln etwas gequält und wir gehen lachend Richtung Klasse.


    Ich nicke Seto kurz zu und schiebe mich direkt zu meinem Platz.
    Bakura setzt sich hin und rutscht direkt näher: „Also erzähl mal was ist wirklich passiert?“
    Ich zucke kurz mit den Schultern und meine dann: „Nichts? Habe ich doch bereits gesagt. Warum sollte ich dir was verschweigen?“
    Er nickt kurz und erwidert: „Weiß nicht, kann ja sein dass sein ägyptisches Ich sich gezeigt hat und du es vor den anderen nicht sagen wolltest.“ Kurz zwinkert er mir zu, bevor die Lehrerin erscheint und der Unterricht beginnt.
    Ich arbeite fleißig mit, eine gute Gelegenheit sich abzulenken.


    In der Pause gehen wir zusammen zum Essen und dann meine ich dass es mir nicht so gut geht und bleibe lieber in der Klasse sitzen.
    Die Klasse füllt sich relativ schnell und der Mathelehrer erscheint auch pünktlich und lässt uns ein paar Übungen durchrechnen.


    Plötzlich klingelt mein Handy, und ich brauche einen Moment um es als meinen Klingelton zu identifizieren. Schnell fische ich es aus meiner Tasche und sehe erstaunt auf den Namen „Ishizu“ inklusive einem Bild von Ishizu, die grade anruft.
    Der Mathelehrer nickt mir kurz zu und ich renne förmlich aus der Klasse und Richtung Pausenhof.

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  • Hallo Garados,


    nachdem du mit deiner Yu-Gi-Oh-FF schon ganz gut unterwegs bist, wollte ich dir mal etwas Feedback da lassen. Man merkt dir ja schon an, dass du anfangs noch etwas mit den Worten zu kämpfen hattest, du aber mit der Zeit ein gutes Gefühl dafür bekommen hast, wie du dich ausdrücken musst und willst. Dadurch hast du dich nicht nur gesteigert, sondern auch das Pacing ist nicht mehr ganz so flott wie am Anfang. Natürlich gibt es noch einige Dinge, die du verbessern kannst und auf die werde ich in Folge auch noch eingehen.


    Die Prämisse an sich, einen neuen Charakteren zum bereits bestehenden Manga-Cast hinzuzufügen, ist ganz okay. Bisher hast du dich auch noch nicht so weit vorgewagt zu sagen, dass die Welt am Rand des Abgrunds steht - was sie vermutlich aber irgendwann tun wird -, aber mit Sinjias Vergangenheit und ihrem Plan, Seto zu bekehren, hat sie sich schon ganz schön etwas vorgenommen. Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich, inwiefern hängt das Ganze eigentlich mit dem Original zusammen? Du hast dazu ja in der Einleitung kurz erwähnt, dass es vor der Battle City spielt. Wir sind da immerhin an einem Punkt, an dem Yugi eigentlich schon Erfahrungen mit seinem Alter Ego gemacht hat und er eigentlich ebenso wie Sinjia recht gut über Ägypten Bescheid wissen könnte. Dass sich die beiden noch nicht stärker miteinander unterhalten habe, finde ich daher interessant. Auch Bakura kennt man jetzt eigentlich nicht so gesprächig. Die Charakterisierung finde ich aber ebenfalls okay.


    Im Großen und Ganzen schreibst du sehr gedanken- und emotionslastig, was in der ersten Person nur allzu gut ist. Viele von Sinjias Gedanken finden ihren Weg in die Kapitel und als Leser wusste ich eigentlich immer, wie es ihr gerade geht. Gerade, wenn sie mal wieder eine ihrer Erinnerungen an Bakura oder das alte Ägypten Revue passieren lässt, fände ich es aber interessanter, wenn das gleich genauer benannt wird oder erst gar nicht aufgegriffen wird. Es zögert die Sache eigentlich nur hinaus und hält Leser nicht wirklich bei der Stange, obwohl das auf Dauer ja auch Aufhänger für die Geschichte sein kann. Nur muss das Ergebnis dessen dann ebenfalls sehr überraschend sein; ansonsten war der Aufbau bis dahin für die Katz'. Das nur mal kurz erwähnt, weil mir aktuell auch noch nicht so ganz bewusst ist, wohin du mit der Geschichte noch möchtest. Bisher beschränkt es sich ja eher auf die Schule und weniger auf das Spiel der Schatten oder gar Duel Monsters, was aber durchaus eine ganz nette Abwechslung ist.


    Ich bin mal gespannt, wie es weitergehen wird. Wir lesen uns!





  • Noch während ich Richtung Pausenhof gehe, nehme ich das Gespräch an und hauche ein „Ishizu?“ in mein Telefon.
    Aufgebracht höre ich Ishizu am anderen Ende sprechen: „Sinjia? Du musst schnellstmöglich nach Ägypten kommen. Wir… Ich brauche dich hier. Schnell! Nimm den nächsten Flieger, es ist schrecklich.“
    Verwirrt schaue ich den Baum auf dem Schulhof an, und meine dann: „Was ist denn geschehen, Ishizu? Erzähl doch erstmal, und Odion kann in der Zeit nach einem geeigneten Flug suchen.“


    „Neeeeeeeeeein!“, kommt aus dem Hörer.
    Noch verwirrter schaue ich den Baum an und warte bis Ishizu weiter spricht: „Odion kann dir nicht helfen, nicht im Moment. Bitte, komm einfach her. Bitte, Sinjia. Es ist wichtig. Sonst würde ich dich nicht rufen.“ Die letzten Worte klangen verzweifelt.
    Wenn Isis so klingt… Sie würde mich nicht zurück rufen wenn es nicht dringend wäre… Ishizu…
    Unbewusst benutze ich gedanklich Ishizu's alten Namen.
    „Ishizu? Ich komme. Wir legen jetzt auf und ich suche den nächsten Flug raus, packe fix und komme vorbei.“, meine ich dann, während ich schon wieder Richtung Schule gehe.
    „Danke, der nächste Flug geht in einer Stunde.“, meint sie erleichtert.


    Kurz muss ich lächeln weil Ishizu an alles denkt und beeile mich noch mehr, bis mir bewusst wird, was werde ich dem Lehrer sagen. Schnell drehe ich mich wieder rum, schreibe Bakura eine SMS das ich weg muss und er mich entschuldigen soll, mir ginge es nicht gut.
    Von Bakura kommt ein Okay zurück und das er später vorbeikommt um zu reden, ich antworte ihm, dass ich gleich nach Ägypten fliege und mich später melde, dann schalte ich das Handy direkt aus.


    Den Weg nach Hause renne ich förmlich, schalte meinen Pc an und packe in der Zeit eine kleine Tasche. Am Pc drucke ich mir die benötigten Flugunterlagen, die Ishizu mir per Mail geschickt hat, aus und verstaue sie ebenfalls in meiner Reisetasche. Ein Blick auf die Uhr sagt mir dass ich dringend ein Taxi benötige, also rufe ich die Taxihotline an und bestelle mir schnellstmöglich eins.
    Das Taxi braucht circa fünf Minuten, zum Flughafen sind es etwa 15 Minuten… das wird eng werden… hoffentlich klappt das mit dem Check-In flott…


    Ich überlege Bakura noch mal zu schreiben, verwerfe die Idee aber direkt und warte schweigend auf das Taxi.
    20 Minuten später warte ich kurz beim Check-In und die Maschine wird 15 Minuten später bereits aufgerufen.
    Ishizu.. das war verdammt knapp bemessen. Dank bloß deiner Kette, dass die so gut funktioniert, sonst stünde ich gleich noch hier.


    Das Boarding beginnt und ich gehe zielstrebig zu meinem Platz während sich andere mit ihrem Gepäck abrackern.
    Gut das ich nicht viel brauche, und wenn habe ich dort noch Klamotten liegen. Das wird ein langer Flug… hoffentlich schaffe ich es zu schlafen, wenigstens ein bisschen.
    Ich lehne mich zurück und schließe die Augen.


    Vor meinem inneren Auge erscheint das Bild von Seto Kaiba und augenblicklich tut es mir leid, ihm für heute Abend nicht abgesagt zu haben.
    Naja er wird es schon merken. Eine unangekündigte Abfuhr tut ihm sicherlich auch gut, wenn er merkt, dass nicht immer alles seinem Willen entspricht.
    Kurz muss ich darüber schmunzeln, dann hebt das Flugzeug bereits ab und ich kralle mich unbewusst in die Armlehnen, zum Glück ohne Sitznachbarn.


    Ein paar Minuten später fallen meine Augen endgültig zu und ich falle in einen tiefen Schlaf und träume noch einmal meinen letzten Tag in Ägypten. Mit einem leisen Keuchen wache ich auf, blicke nach draußen und sehe weiße Engelsflügel, samt dem passenden Körper einer Frau. Den Traum kann ich nicht mehr rekonstuiren, wieder und wieder zerfließen die Bilder vor meinem inneren Auge, also konzentriere ich mich auf die Frau draußen.
    „Wachst du selbst jetzt noch über mich, Eatos?“, murmle ich leise und verkrieche mich etwas in meinen Sitz.


    Kurze Zeit später schrecke ich hoch, eine warme Hand liegt auf meiner Schulter und ich drehe mich erstaunt um. Hinter mir sitzt ein Mann, mit blauen Augen, einem Turban auf dem Kopf und langen goldenen Ohrringen.
    Ich mustere ihn erstaunt, bis er den Mund öffnet und sich als Shadi vorstellt. Knapp nicke ich ihm zu und stelle mich als Sinjia vor, bleibe aber auf der Hut, immerhin hat er sonst nichts gesagt.
    Seine Hand nimmt er runter und lässt diese kurz unter seinen Umhang gleiten, hebt diesen ein Stück und bringt den Milleniumsschlüssel zum Vorschein. Ein leises Keuchen schleicht sich über meine Lippen und ich starre ihn förmlich an. „Wer bist du und woher hast du diesen Gegenstand?!“, zische ich ihm leise zu. Der Fremde mustert mich kurz, steht dann auf und setzt sich auf den freien Platz neben mich. Ich rücke ein Stück zur Seite um ihm mehr Platz zu geben und auch um mir ein bisschen Freiraum verschaffen zu können. „Ich warte noch auf eine Antwort.“, meine ich dann an ihn gewandt.


    Er nickt kurz und fängt dann an zu sprechen, während er leicht den Kopf beugt um eine Art Verbeugung mit dem Kopf anzudeuten: „Natürlich euer Hoheit, verzeiht mir. Ich wollte mir erst sicher sein, dass Ihr die seid, die Miss Ishtar mir offenbarte. Aber sie scheint sich nicht getäuscht zu haben, Ihr seid wahrlich die Hohepriesterin und Schw..“. Ich unterbreche ihn mit einer Bewegung meiner rechten Hand und erwidere gereizt: „Ich bin wer ich bin, mein Name ist Sinjia. Ja ich war einst eine Hohepriesterin und weiß Ra was sonst noch alles. Es zählt aber nur das ich Sinjia bin, meine restlichen Titel möchte ich in dieser Zeitspanne nicht hören!“
    Shadi schaut mich etwas verwirrt an und nickt dann verständnisvoll: „Wie Ihr meint, Sinjia. Leugnet jedoch nicht wer Ihr wirklich seid.“ Scharf erwidere ich direkt: „Ich sagte es bereits, ich bin wer ich bin, Sinjia! Und so möchte ich auch angesprochen werden! Und du brauchst mich auch nicht Siezen. Danke.“, das letzte Wort nuschel ich leicht.


    Noch einmal nickt Shadi. „Entschuldige meine Respektlosigkeit, wie du wünscht. Mein Name ist Shadi und ich bin der Wächter des Milleniumsschlüssels. Ebenfalls befindet sich die Milleniumswaage in meinem Besitz.“, er klingt leicht bestürzt dass ich diese Informationen nicht wusste.
    Ich deute ein Nicken an und frage ihn dann warum er nach Ägypten fliegt und sein Ziel ist das gleiche, wie meins, Ishizu Ishtar. Während des restlichen Fluges erzählt er mir etwas über sich und die beiden Gegenstände. Wir tauschen ein paar Nettigkeiten aus und er fragt mich zwischenzeitlich sogar wie weit ich mich an mein einstiges Leben erinnern könne.
    Während der Landung erzählt er mir das Ishizu ihm ein Auto samt Fahrer geschickt haben soll um uns abzuholen.


    Odion? Marik? Einer von beiden wird es wohl sein. Und das sie selbst mein Treffen mit Shadi vorhergesehen hat… Ishizu das hättest du mir früher sagen können, dann wäre mein Misstrauen vielleicht geringer ausgefallen.
    Wir verlassen das Flugzeug, warten auf unser Gepäck und machen uns dann auf den Weg nach draußen.
    Kairo. Zuhause. Heimat. Dieses Gefühl, einfach unbeschreiblich, es fühlt sich so gut an, wieder hier zu sein.


    Kurz hebe ich meine Nase gen Himmel und ziehe den Duft Ägyptens ein.
    Dabei bemerke ich einen Mann der sich lautstark mit drei kleinen Jungs auseinandersetzt.
    Ich mustere kurz die drei Jungs und schlendere dann zu den Dreien hinüber.
    Kurz hole ich Luft und frage den Mann mit einer Autorität in meiner Stimme, die mich selber überrascht: „Was gibt es denn Wachtmeister? Haben die drei etwas ausgefressen, dass sie die kleinen Jungs so anfahren müssen? Und das bei dem Wetter?“ Der Mann sieht mich perplext an und meint dann ein wenig stotternd, weil ich ihn aus dem Konzept gebracht habe: „Sie…sie…haben…gestohlen! Eis! In der Eisdiele da vorne!“Er zeigt auf besagtes Geschäft und ich mustere die drei Kinder kurz. Entschlossen nicke ich und meine dann gut gelaunt zu dem Wachtmeister: „Bei der Hitze, kein Wunder, da kann jeder doch ein Eis vertragen. Ich schnappe mir meine drei Cousins direkt und wir schaffen das Missverständnis aus der Welt.“, kurz zwinkere ich dem Mann noch zu. Dann klemme ich mir den Arm von zwei Jungs unter meine Arme, während ich den dritten Jungen leicht vor mich her schiebe und Richtung Eisdiele gehe. Shadi steht immer noch am Flughafen Ausgang, wie mir ein Blick zurück bestätigt. Die drei Jungs lachen aufgeregt, ich entschuldige mich bei dem Besitzer der Eisdiele, lege eine großzügige Summe auf den Tresen und schiebe die drei Jungs vor mir wieder raus.


    „Das war der Wahnsinn! Sinjia! Daaaaanke“, kam es quitschend von dem einen Jungen. Und seine beiden Mitverschwörer nicken freudig. Ich wuschel kurz den Jungs durchs Haar. „Das lasst ihr ab jetzt aber bleiben, ok? Fragt höflich nach oder bittet eure Mutter um ein bisschen Geld. Aber stehlen bitte nicht mehr, ihr wollt doch nicht im Gefängnis enden, oder?“, meine ich.
    Alle drei schütteln schnell den Kopf und laufen direkt los. Kurz schaue ich ihnen noch nach und gehe dann zurück zu Shadi, der mich erstaunt ansieht.


    „Cousins? Ich glaube die wurden in den Geschichtsaufzeichnungen nicht erwähnt.“, meint er leicht grinsend. Ich zucke mit den Achseln und meine dann gut gelaunt: „Besser als wenn sie im Knast landen, wegen einer Kugel Eis.“
    In dem Moment wird mir bewusst, dass wir auf einen Wagen warten und ich halte Ausschau nach Odion und Marik.
    Es fährt auch tatsächlich ein Wagen vor, mit Ishizu selbst am Steuer.
    Ich schaue sie erstaunt an und meine direkt: „Wo sind Odion und Marik, sie hätten uns auch abholen können.“
    Eine einzelne Träne läuft der Ägypterin über die Wange und sie schüttelt kurz den Kopf, ehe sie antwortet: „Sie werden nicht kommen. Aber nun kommt, Zeit haben wir gleich genug.“
    Shadi und ich setzen uns schnell und wir fahren zu Ishizu nach Hause.


    Gedanklich drifte ich ab zu Odion und Marik, warum sie nicht kommen können, aber ein abruptes Stoppen des Autos holt mich zurück in die Gegenwart. Ich folge Ishizu und Shadi ins Haus und erwarte auch hier dass die beiden Männer mich begrüßen kommen und langsam macht sich Traurigkeit in mir breit.
    „Ishizu? Wo sind sie…?“, frage ich leise, traurig nach. Die Angesprochene schüttelt den Kopf: „Weg, Hohepriesterin. Bitte lass mich von vorne erzählen.“ Ich nicke mechanisch und setze mich auf den mir angebotenen Holzstuhl und lasse meinen Blick kurz durch die etwas kargen Räume gleiten.
    Es sieht alles noch genauso aus. Ob mein Zimmer oben noch genauso ist? Und Bakura seins? Es hat sich kaum etwas verändert… außer wir uns?
    Ich mustere ein Bild, auf dem wir alle fünf abgebildet sind, lachend vor den Pyramiden.
    Ein Schniefen unterdrückend, drehe ich mich um und schaue Ishizu direkt an.


    Die Dunkelhaarige nickt verstehend, setzt sich mir gegenüber und deutet auch Shadi sich zu setzen, der sich direkt auf den Boden neben uns setzt.
    Dann fängt sie an zu erzählen: „Wie ihr beide wisst, bewachen wir nicht nur das Grab der Pharaonenfamilie, auch den Milleniumsstab und die drei Götterkarten bewachen wir hier. Heute Morgen zeigte mir meine Kette dunkle Wolken über Domino City, Slifer, Obelisk und auch Ra, die zerstörten und den Milleniumsstab mittendrin. Ich konnte nicht deuten was mir die Kette zeigen wollte, wie auch, waren all diese Dinge eingesperrt. Also schickte ich direkt Marik und Odion los um das Grab zu überprüfen, und auch nach dem Stab und den drei Göttern zu schauen. Nach knapp drei Stunden kamen sie immer noch nicht zurück und ich fuhr selber los um nach dem Rechten zu sehen. Weg! Der Stab und die drei Karten sind weg, Sinjia! Nie sollten sie die Grabkammer verlassen.. und das nur weil ich nicht deuten konnte was die Milleniumskette mir zeigte! Marik und Odion haben nicht nur die drei Götterkarten gestohlen, auch den Milleniumsstab!“ Bei den letzten Worten hatte sie begonnen leise zu schluchzen.


    Ich war im ersten Moment einfach nur entsetzt, der Stab und die Götter, weg. Marik und Odion die Diebe, das war zuviel für mein Gehirn. Knapp fünf Minuten später konnte ich halbwegs das grade Gehörte verdauen und befragte Ishizu direkt zu den Geschehnissen: „Ishizu… warum haben sie das getan? Und seit wann kann Marik den Milleniumsstab kontrollieren… das konnte keiner bis jetzt!“
    Selbst mir blieb verwehrt was der Stab einst meinem Geliebten schenkte… warum Marik… er existierte damals doch gar nicht, oder? Oder ist er Seth seine Reinkarnation?!
    Ishizu sieht mich mit großen verweinten Augen an: „Ich weiß es nicht, meine Kette schweigt seit dem.“
    „Wir müssen sie suchen! Sofort!“, brachte ich mühsam hervor, ich wurde wütend und das richtig.
    Shadi meldet sich zum ersten Mal zu Wort: „Was sie wollen, werden wir früh genug erfahren. Es hilft uns nicht wahllos zu suchen. Wir haben keinerlei Anhaltspunkte wo sie sein könnten. Vergesst nicht, er ist ebenfalls ein Grabwächter.“
    Ishizu und ich nicken kurz.


    Ich gähnte kurz und Ishizu konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen und meint direkt: „Wir sollten uns erst einmal ausruhen, so finden wir tatsächlich nichts.“
    Es frustiert mich, dass sie jetzt an Schlaf denkt, doch ich werde mich fügen müssen, mein Körper fordert seine Ruhe ein. Also führt mein Weg mich hoch in mein ehemaliges Zimmer, wo immer noch mein Bett drin steht und lege mich direkt hin um zu schlafen, einen traumlosen Schlaf.

    With every death, comes honor. With honor, redemption.
    => Ryū ga waga teki wo kurau!


    ~ Hanzo, Overwatch

  • Ich schlage verwirrt die Augen auf, bis vor ein paar Minuten habe ich noch tief geschlafen, und jetzt habe ich das Gefühl beobachtet zu werden. Und tatsächlich vor meinem Bett, schwebt im Schneidersitz, eine leicht durchsichtige Gestalt.
    Kurz neige ich den Kopf als Zeichen des Respekts vor ihr, bevor ich sie anspreche: „Eatos! Also war das keine Einbildung dich gestern gesehen zu haben."
    Lächelnd nickt die angesprochene Person, bevor sie sich bereits demateralisiert.


    Entsetzt starre ich auf den Fleck, wo sie grade noch schwebte, und wieder einmal wird mir bewusst was ich hier alles zurück gelassen habe um Bakura zu folgen.
    Für ein paar Sekunden gebe ich mich meiner Traurigkeit und meinen Tränen hin, bis mir der gestrige Tag einfällt und ich förmlich aus dem Bett falle um mich schnell anzuziehen.
    Mein Schrank hat sich nicht verändert, es hängt alles geordnet drin… nur die Plastiktüten beweisen dass ich hier nicht mehr wohne…


    Wieder durchzuckt mich ein Stich der Traurigkeit, während ich noch in den Schrank starre und mir meine Sachen anschaue. Meine Wahl fällt zielstrebig auf ein dunkelblaues Sommerkleid, das mir knapp über die Knie geht. Ich ziehe mich um und gehe runter wo Ishizu mich kurz mustert und wieder ein leichtes Lächeln ihre Lippen ziert. „Meine Kette meinte schon, dass du heute dieses Kleid anhaben wirst.“, meint sie geheimnisvoll. Schnell schüttel ich den Kopf, es bringt nichts zu fragen, sie wird mir eh nicht verraten was sie gesehen hat, außer es müsse sich ändern.


    „Eatos hat sich vor ein paar Minuten in meinem Zimmer materialisiert und ich könnte schwören sie schon einmal diese Woche gesehen zu haben.“, meine ich nachdenklich. Ishizu nimmt diesen Satz schweigend zur Kenntnis und widmet sich dem Frühstück. Während ich mich hinsetze, bemerke ich Shadi, der auf dem Sofa schläft.
    „Ich sollte die Zeit nutzen die ich hier bin. Viel zu lange habe ich es schon vor mich hergeschoben… Würdest du mich gleich zum Grab bringen?“, bittend schaue ich die Ägypterin an, die freudig nickt und etwas unverständliches murmelt.


    Dreißig Minuten später sitzen wir in ihrem Auto und sie bringt mich schweigend zu meinem geforderten Ziel. Nachdenklich steige ich aus und meine zu Ishizu dass sie wieder nach Hause fahren könne, ich würde schon zurechtkommen.
    Die Ägypterin nickt kurz und fährt direkt wieder los.
    Warum schicke ich sie weg? Wie soll ich wirklich zurückkommen? Will ich überhaupt zurück? Was will ich?


    Immer noch nachdenklich betrete ich die Grabstätte und der Geruch lässt mich schon schaudern.
    Man merkt Marik’s Präsenz ganz sacht… Von Odion spürt man nichts, auch sonst war niemand hier? Selbst Ishizu nicht? Was wollte Marik wirklich hier und warum hat er das Grab geschändet. So kenne ich ihn doch gar nicht.


    Ich lasse mich vor dem kleinsten der vier Gräber nieder sinken und fühle wieder eine Woge der Traurigkeit und Einsamkeit über mir zusammen brechen.
    Wo bist du nur, Pharao. Wir müssten einander doch erkennen können… fühlen können? Oder kannst du vergessen?


    Ein paar Tränen perlen von meinem Gesicht und tropfen auf das vor mir liegende Grab. Ich verharre mehrere Minuten und lasse meinen Tränen freien Lauf, gebe mich erneut meiner Traurigkeit und Einsamkeit hin. Mehrfach lasse ich meine Blicke über drei der vier Gräber wandern, wobei ich das ganz linke Grab komplett meide und ignoriere. Die Gefühle überkommen mich immer mehr und ich gebe mich ihnen hin, unfähig mich weiter dagegen zu wehren.


    Eine weitere Zeit passiert nichts, ich knie immer noch vor den Gräbern der Pharaonenfamilie, mit Tränen in den Augen, da bemerke ich ein sanftes blaues Licht, das vor dem ganz linken Grab immer größer und breiter wird.
    Ich wische mir über die Augen, in der Hoffnung meine Gefühle wegwischen zu können, und bemerke beunruhigt dass das Licht ein Lichtstrahl ist, der durch die Decke zu scheinen kommt und weiterhin größer wird.
    Kurz überlege ich, drehe mich um und trete langsam auf das Licht zu. Wenige Meter davor bleibe ich stehen und knie mich hin. Noch während sich ein riesiges blaues Geschöpf vor mir materalisiert, senke ich bereits den Kopf und hauche mehr, als dass ich spreche einen Namen: „Obelisk.“


    Eine donnernde Stimme antwortet mir: „Steht auf, Priesterin! Die Zeit eilt, auch wenn wir noch viel Zeit haben!“ Erstaunt sehe ich die Gottheit an und erhebe mich langsam. „Aber Götterwächter? Zwei Grabwächter haben den Milleniumsstab und eure drei Götterkarten gestohlen! Sie haben nicht nur ihre Pflicht vernachlässigt…“, weiter kam ich nicht da Obelisk mich unterbricht: „Nein. Sie haben zwei Karten mitgenommen, die dritte Karte blieb ihnen verwehrt.“
    Unsicher und verwirrt schaue ich ihn an und antworte dann: „Aber die drei Karten waren immer hier, im Pharaonengrab?“ Er mustert mich aufmerksam und wieder donnert seine Stimme durch den ganzen Raum: „Nein?! Eine Karte blieb ihnen verwehrt, diese befindet sich nicht mehr in diesem Raum. Bis vor ein paar Tagen befanden sich noch alle drei Karten hier, aber Ra und ich beschlossen eine beiseite zu legen. Und Ra’s Intuition hat sich wieder nicht getäuscht.“ Mit großen Augen starre ich ihm förmlich ein Loch ins Gesicht, bevor ich flüstere: „Aber? Wo ist die Karte dann? Und um welche der drei Karten handelt es sich?“


    Ein donnerndes Lachen hallt durch den Raum, bevor der blaue Gott sich erneut äußert: „Fragen über Fragen, Hohepriesterin. Folgt dem Ruf der Karte. Bringt diese zur Wächterin der Milleniumskette. Sie wird die Karte ihrem wahren Besitzer zukommen lassen.“ Ich stutze und sehe ihn erstaunt an.
    „Der wahre Besitzer?“, kurz überlege ich noch und ergänze dann „aber der wahre Besitzer von Ra und dir ist …“ Kurz schlucke ich, da ich das Wort „tot“ nicht in diesem Zusammenhang nutzen möchte. Wieder dröhnt sein Lachen kurz durch den Raum, mir ist nur nicht zum Lachen zumute.
    „Du irrst dich erneut, Tochter der Sonne. Die wahren Besitzer und Beschützer unserer drei Karten leben, alle drei. Sie müssen sich nur erst dessen bewusst werden und ihr Erbe antreten.“ Bei seinen Worten fällt ein kleiner Stein von meinem Herzen, unbewusst spricht Obelisk auch davon, das Seth wiedergeboren wurde. „Folge dem Ruf der Karte, Hohepriesterin. Finde und übergebe sie der Wächterin, damit das Schicksal weiter seinen Lauf gehen kann.“ Mit diesen Worten verblasst die Gottheit und ein paar Sekunden später erinnert nichts mehr daran, dass vor ein paar Sekunden noch ein ägyptischer Gott in diesem Raum zugegen war.


    Die wahren Besitzer… aber Obelisk gehörte zu Seth… Ra zum Pharao und Slifer’s Steintafel habe ich oft genug beschworen… ich verstehe nicht wie… und warum? Ra… warum schickst du deine Brüder vor… anstatt dass du mir erscheinst und hilfst… Wie soll ich die Karte finden… ich weiß doch nicht mal wen von euch Dreien ich suchen muss…
    Traurig blicke ich zu Boden, lasse mich zum Boden gleiten und knie erneut nieder.


    Wieder und wieder klingen Obelisk seine Worte in meinen Ohren nach. Ich kämpfe erneut mit meinen Tränen, bis ich eine Präsenz bemerke die ich bis vor wenigen Minuten noch vor mir gesehen habe. „Obelisk“, flüstere ich leise, fast ehrfürchtig. Es ist seine Präsenz die ich spüre, ganz sacht, aber ich spüre sie. Ich zögere keine Sekunde und folge dieser Präsenz raus aus der Grabkammer, ein Stück weiter Richtung Wüste. Die Präsenz wird immer stärker und stärker, mittlerweile kann ich Obelisk seiner Spur leicht folgen, habe ich den Gott doch jahrelang oft genug in meiner Umgebung gewusst.


    Obelisk wird mich zu Seth führen. Seth ist Obelisk sein Bewahrer, sein Beschützer. Und wenn Obelisk seine Karte verschwinden ließ dann nur weil Seth bei diesem Schicksalsschlag dabei sein wird. Ich finde dich Obelisk. Und dann finden wir Seth.
    Diese Gedanken treiben mich an, immer schneller zu gehen bis ich durch den warmen Sand laufe, ich spüre nicht einmal wie weit ich mich von der Grabstätte entferne, ich laufe einfach weiter, Obelisk seiner Präsenz nach.
    Weitere Meter weiter, noch ein Stückchen weiter und noch ein Stückchen weiter, ich merke nicht welchen Weg ich zurücklege, konzentriere mich einzig und allein auf die Präsenz, bis ich den Ursprung gefunden habe. Vor mir sehe ich etwas blaues Glitzern und ein Funkeln legt sich in meine Augen.
    GEFUNDEN.


    Ist alles was ich denken kann, und sprinte förmlich der Karte entgegen. Nehme sie in die Hand und presse sie an meinen Körper, lasse mich auf die Knie fallen und freue mich einfach ein Stückchen Vergangenheit gefunden zu haben.
    Erst Minuten später bemerke ich, dass ich ziemlich weit gelaufen bin. Ich stehe auf und sehe mich irritiert und orientierungslos um.
    Wo bin ich denn jetzt gelandet? So nah am Ziel… und jetzt so fern. Oh Ra…
    Wie auf ein stummes Zeichen hin, spüre ich wie der Wind aufweht und immer stärker wird. Ein leichtes Schieben bemerke ich, der Wind wie mir da bewusst wird.
    Die Wüste? Der Wind?
    In dem Moment blitzt das Wort ‚Wüstengott‘ durch mein Gehirn und der Wind wird noch stärker, vermengt sich mit dem Sand und schiebt mich weiter.
    Wüstengott? Seth wurde das nachgesagt…
    Mit einem flauen Gefühl im Magen, versuche ich es dem Sandsturm, der sich mittlerweile hinter mir gebildet hatte, leichter zu machen mich zu schieben.
    Es fühlt sich an als liebkose mich der Sand eher als dass er mich schiebt?
    Leise murmle ich einen Namen, immer und immer wieder, wie ein Mantra. „Seth“, während mich der kleine Sandsturm immer näher Richtung Grabstätte treibt, vorbei an dieser und Richtung Kairo.


    Ich achte nicht auf die Zeit oder meine Umgebung, ich widme mich meinen Gedanken die nur um meinen Geliebten kreisen und wie er es grade schafft hier zu sein.
    Langsam schließe ich die Augen und lasse meinen Gedanken freien Lauf, die direkt Bilder von Seth und mir vor meinen inneren Augen entstehen lassen.
    Wir waren glücklich, hatten alles was wir uns wünschten. Es war, perfekt? Wir waren perfekt.


    Plötzlich reißt der Erinnerungsfaden, meine Erinnerung ist am Ende, obwohl ich weiß, dass es weitergehen würde. Wieder durchzuckt mich ein Stich der Traurigkeit.
    Ich öffne die Augen und registriere erst jetzt, dass ich in Kairo angelangt bin, nicht weit von Ishizus Haus entfernt. Verwirrt drehe ich mich um, doch der Sandsturm hat sich bereits gelegt, nur ein paar Sandkörner auf meinen Schuhen erinnern noch an das, was grade passiert ist.
    Ich laufe die letzten Meter zum Haus und trete fast die Türe ein, umarme Ishizu feste und weine schon wieder, diesmal vor Freude. „Er ist zurück, Ishizu! Seth ist da!“, berichte ich ihr freudestrahlend und halte Obelisk seine Karte ihr hin. Sie nimmt sie, ohne einen Kommentar, verarbeitet das Gesagte und meint dann: „Du bist dir sicher dass es wirklich Seth ist?“


    Ich berichte ihr was draußen in der Wüste geschehen ist. Shadi tritt in der Zeit zu uns und beide schauen mich erstaunt an. „Er ist zurück“, wiederhole ich noch einmal. Beide nicken.
    Sie berichtet von ihrem Gespräch mit Shadi, sie sind sich einig das wir „normal“ weiter leben sollen, bis sich Marik und Odion zeigen, oder wir wissen was sie vorhaben. Ich nicke mit einem flauen Gefühl im Magen, dass ich allerdings meinen Glücksgefühlen zuschreibe.

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    ~ Hanzo, Overwatch

  • Der Weg zum Flughafen ist schnell zurückgelegt. Ishizu schaut mich wartend an, nur eine Sekunde zögere ich, bevor ich die Ägypterin kurz umarme. Sie schaut für ein paar Sekunden erschrocken, bis sich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen legt und sie kurz nickt. „Ich wünsche euch einen guten Rückflug, euch beiden.“, meint sie an Shadi und mich gerichtet. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, bevor ich ihr antworte: „Wenn was ist, Ishizu. Ruf an. Vor allem wenn du etwas siehst, egal was. Schreib mir! Ruf mich an! Wir müssen Marik und Odion finden. Und vor allem den Milleniumsstab und die fehlenden Götterkarten!“ Sie nickt zum Verständnis und auch Shadi verabschiedet sich von Ishizu.


    Ich richte meinen Blick gen Himmel und blicke in den blauen Himmel Ägyptens, noch einmal durchströmt mich ein Gefühl der Einsamkeit und ich denke ich weiß mittlerweile warum.
    Wieder verlasse ich meine Heimat. Wieder verlasse ich dich, Seth. Der Wüstensand, das warst du. Das weiß ich. Bakura wird sich fragen was ich gemacht habe… ich muss zurück. Auch wenn ein Teil von mir hier bleiben möchte. Doch würde eine Suche nach dir mir hier etwas bringen? Dein Milleniumsgegenstand hat scheinbar Ägypten verlassen. Ich werde ihn finden, und vielleicht finde ich mit ihm, auch dich. Wenn Seto Kaiba den Stab hätte, vielleicht… immerhin hat Bakura’s Seele auch den Ring benötigt und Ishizu hat ihre Kette. Ich schaffe das! Nein! Wir schaffen das! Gemeinsam.


    Kurz schüttle ich den Kopf, welch kindischen Gedanken doch die letzten Wörter sind.
    Unser Flug wird aufrufen, also winken Shadi und ich noch ein letztes Mal Ishizu und gehen dann mit schnellen Schritten Richtung unserem Flugzeug.
    Das Boarding beginnt und wir suchen uns unsere Plätze, diesmal teilen wir uns eine Sitzreihe anstatt jeder eine alleine zu haben. Ich nehme den Platz am Fenster und sehe wehmütig in den Himmel und sobald das Flugzeug abhebt nach unten, Richtung Boden – Richtung Wüste und eine einzelne Träne läuft über meine Wange.


    Seth. Ich komme wieder. Versprochen.
    Shadi bemerkt scheinbar meine Gemütsänderung und verwickelt mich in ein Gespräch über das alte Ägypten und die Unterschiede zum jetzigen. Er lenkt mich tatsächlich von meinen Gedanken ab und ich lasse mich nur zu gerne auf das Gespräch ein.


    Auf der Hälfte der Strecke fängt unser Flugzeug an leicht zu wackeln. Shadi sieht mich erstaunt an, aber es ist ja nichts Ungewöhnliches, ein leichter Wind oder dergleichen. Die Schwankungen werden stärker, der Pilot meldet sich zu Wort und bittet uns auf unseren Plätzen zu bleiben, angeschnallt. Laut ihm sei es eine Gewitterfront die wir grade durchfliegen.
    Ich öffne die Blende an meinem Fenster, die ich am Anfang geschlossen hatte, damit mein Blick nicht ständig nach draußen weicht, und erstarre kurz.
    Langsam rutsche ich näher an das kleine Fenster und drücke meine Nase platt, bei dem Versuch mehr zu erkennen.


    Wenn das ein normales Gewitter ist… dann ist Obelisk aber persönlich dafür verantwortlich! Das grenzt eher an einen Sturm…
    Auch Shadi ist näher gerückt und murmelt leise: „Ein Sturm zieht auf, das hat Ishizu gesagt.“
    Ich starre ihn entsetzt an, aber ein Gefühl der Wärme lässt mich direkt wieder zum Fenster schauen. Gewaltige Engelsflügel erscheinen vor meinem Fenster und materialisieren sich dort. Ein paar Sekunden später entsteht auch ein Körper mit einem Kopf der einen Vogelkopf trägt.


    „Eatos!“, murmel ich leise und die Gestalt draußen nickt mir kurz zu und fliegt Richtung Gewitterwolken.
    Ich drücke mir wieder die Nase platt, in der Hoffnung mehr zu sehen und zu erkennen warum sich meine Wächterin hier materialisieren sollte, ohne dass ich sie rufe.


    Leider ist die Sicht weiterhin eingeschränkt und ich erkenne gar nichts, außer ab und an Eatos die immer wieder erneut nach vorne prescht.
    Plötzlich durchzuckt mich ein Stich, mitten in der Brust, ich zucke unter Schmerzen zusammen, presse meine Hand auf mein Herz und sehe draußen meine Wächterin zurückfallen, getroffen, genau dort wo es mich schmerzt. Sie sieht mich verzweifelt an und mich durchzuckt der Gedanke dass sie es nicht schafft.


    Was auch immer da vorne ist, Eatos wird alleine nicht damit fertig. Aber wie soll ich etwas bekämpfen, wenn ich nicht weiß was es ist. Und vor allem ohne meine Duell Disk! Was werden die Leute denken wenn ich aufspringe und sich draußen mehr und mehr Kreaturen befinden… Vor allem… reicht meine Kraft dafür aus? Was wenn nicht…
    Verzweiflung macht sich in mir breit. Shadi’s Hand legt sich auf meine. Ich sehe ihn erstaunt und verwirrt zugleich an.
    „Ihr schafft das. Glaubt an euch. Ihr habt doch schon einmal gegen die Schatten gekämpft und gewonnen.“, meint er zuversichtlich. Ich nicke widerstrebend, der Gedanke an die Schlachten durchzuckt mich.


    Aber wen soll ich rufen. In meinem Deck befindet sich kein Monster das stärker wäre wie Eatos. Und wenn ich nicht weiß was ich bekämpfe… Wie soll ich da richtig wählen…
    Noch während ich darüber nachgrübel welche Kreatur mir helfen könnte, durchzuckt mich auch schon die Erkenntnis.
    Die Antwort ist so leicht. Aber wird er mir helfen? Wird er kommen, wenn ich ihn rufe? Meine Macht hier ist doch nur begrenzt… Ich bin keine Hohepriesterin mehr. Aber... Ich bin auch nicht nur eine Hohepriesterin gewesen, ich war doch viel mehr!


    Entschlossen schließe ich meine Augen, falte meine Hände zum Gebet und fange leise an zu rezitieren: „Ehrwürdiger Drache der alten Zeit, gerufen einst um zu Beschützen und Frieden zu bringen. Götterdrache, Freund, Beschützer, Vertrauter, Mitstreiter, all das warst du einst für mich und bist es auch heute noch. Mit der Macht die einst durch mein Blut floss und auch heute noch fließt, bitte ich dich inständig, helfe mir auch heute in dieser Schlacht. Slifer, ich bitte dich, erscheine!“


    Shadi hatte die Luft angehalten, er schaut mich immer noch erstaunt an. „Ihr wolltet nicht dass ich euch mit eurem richtigen Titel anspreche aber ihr versucht den Götterdrachen zu rufen? Ihr beeindruckt mich immer wieder.“, meint er leise. Seine Worte vernehme ich nur am Rande, ich öffne die Augen und schaue nach draußen. Die Wärme die mich durchströmt kündigt an, was meine Augen mir Sekunden später bestätigen… draußen erstrahlt erst ein roter, heller Lichtstrahl, der sich immer mehr vergrößert und nach ein paar Sekunden einen riesigen roten Drachen entlässt. Slifer, der rote Götterdrache, öffnet seine Schlitzaugen und schaut zu mir, und ich habe das Gefühl er blickt direkt in mein Innerstes.


    Das Gefühl der Wärme wird noch intensiver. Er stürzt sich direkt in die Gewitterwolken und es leuchten mehrfach rote Blitze auf.
    Die Turbulenzen an Bord des Flugzeugs werden noch schlimmer, minutenlang bange ich mit Shadi was passieren wird. Aber ich glaube an Slifer, ich weiß was er schon alles geschafft hat, was wir schon zusammen geschafft haben und bin zuversichtlich.
    Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, aber ein paar Minuten später hellt der Himmel draußen auf, die Gewitterwolken verziehen sich und auch Slifer verblasst bereits. In meinem Kopf höre ich ein leises Summen, bevor er komplett verschwunden ist.


    Erstaunt und total perplext starre ich nach draußen in den blauen Himmel, die Stimme des Piloten dass plötzlich alles wieder in Ordnung ist, bekomme ich nicht mehr mit. Ich drifte ab in Erinnerungen an frühere Kämpfe, an Schlachten die wir einst schlugen und als Sieger aus ihnen hervorgingen. Ein Gefühl des Stolzes durchströmt mich und ich vermisse schon die Wärme die Slifer’s Erscheinen in mir hervorrief.
    Der restliche Flug verläuft ruhig und ich schlafe dabei, unbemerkt habe ich mich einer Kraft bedient, die ich schon vor 5000 Jahren nicht richtig beherrschen konnte und die mich wieder einmal ermüden lies. Ich bemerke schon nicht mehr, dass Shadi meiner Wächterin Eatos zunickt, die daraufhin verschwindet und er mich den ganzen Schlaf über mustert und sich fragt wie ich es geschafft habe Slifer zu rufen, wenn ich mein Erbe immer leugne.


    Kurz bevor das Flugzeug zur Landung ansetzt, weckt mich Shadi sanft auf und ich stelle fest, dass ich mich an meinen Traum nicht mehr erinnern kann, aber ich weiß, es war ein Teil meiner Vergangenheit, den ich geträumt habe.
    Am Flughafen verabschiede ich mich von Shadi, der mich flüchtig anlächelt und mir noch einen Ratschlag mit auf den Weg gibt: „Verleugnet nicht eure Herkunft oder euer Erbe. Ihr seid mehr als die Hohepriesterin, die ihr nur seien wolltet. Einst habt ihr es akzeptiert, einst habt ihr euch akzeptiert. Findet zu euch selbst zurück und zu eurem Erbe. Lernt zu kontrollieren, was ihr einst schon kontrollieren konntet.“


    Bevor ich nachfragen kann was er damit meint, ist er bereits verschwunden und ich suche mir ein Taxi, das mich nach Hause fährt. Dort starte ich mein Handy und sehe mit großen Augen den Display an. Der verkündet mir dass ich 8 SMS von Bakura, 5 SMS von Joey, 3 SMS von Tea, 1 SMS von Tristan und Yugi und ganze 20 Anrufe von Bakura in Abwesenheit hatte. Ich schlage mir kurz mit der Hand vor den Kopf und wähle dann Bakura’s Nummer.
    Drum herum werde ich eh nicht kommen. Also lieber direkt hinter mich bringen… Und was meinte Shadi damit? Was soll ich kontrollieren? Und ich akzeptiere mich doch selber… Ich war einst eine Hohepriesterin… der Rest wollte ich nie sein. Nur die Hohepriesterin.

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  • Hallo Garados,


    ich muss sagen, der Umschwung von Domino zu Ägypten hat mir ziemlich gut gefallen, weil du so nun ein bisschen auf Sinjia eingegangen bist, wer sie war und was sie nun eigentlich tut. Das hat mir nun zumindest Verständnis darüber geschafft, worauf die Geschichte hinauslaufen könnte und was im weiteren Verlauf geplant ist. Also hauptsächlich wohl die Suche nach Seth und das Problem mit den Götterkarten lösen, außer es folgt noch etwas Größeres, das damit zusammenhängt und aktuell noch nicht erkennbar ist, aber das sind dann Dinge, die sich mit der Zeit ergeben.
    Grundsätzlich ist nämlich auch die Aufmachung gelungen. Sinjia geht ihrer Rolle als Priesterin nach, redet mit den Göttern und kann sie beschwören. Fraglich ist natürlich, was denn ihr eigentliches Erbe ist, das du zum Schluss hin erwähnt hast; du hast also mit jeder Antwort meist auch wieder eine neue Frage auf Lager und das hält auf Dauer die Spannung. Wo ich schon bei den Beschwörungen bin, dass von den Turbulenzen außerhalb des Flugzeugs eigentlich nichts sichtbar ist, als sich Slifer einmischt, nimmt dem Konflikt etwas den Wind aus den Segeln, weil es für Sinjia ja doch eine große Überraschung darstellte.


    Zum Schluss noch zwei kleine Zitate, die sich auf das Schreiben an sich beziehen.

    „Ihr schafft das. Glaubt an euch. Ihr habt doch schon einmal gegen die Schatten gekämpft und gewonnen.“, meint er zuversichtlich.

    Speziell geht es um den Punkt am Ende der wörtlichen Rede. Wenn danach ein Begleitsatz folgt, dann fällt der Punkt im Regelfall weg.

    Ich schlage mir kurz mit der Hand vor den Kopf und wähle dann Bakura’s Nummer.

    Apostrophe werden im Deutschen viel seltener verwendet als im Englischen und die Abgrenzung bei Namen ist daher ein Fehler. Richtig heißt die Stelle also "Bakuras Nummer". Anders wäre es bei "Max' Nummer"; wenn ein Name auf s, z oder x endet, dann soll dort sogar ein Apostroph zur Verdeutlichung stehen, weil da im Regelfall kein zusätzliches s angehängt wird.


    Wir lesen uns!

  • Hey, Garados (schillernd) Himmelsdrachin!
    Endlich schreibe ich auch mal was zu deiner Fanfiction! Aufgrund zweier meiner kleinen Projekte, die du ja schon kennst *hüstel* lese ich Yu-Gi-Oh!-Stories sehr gern (vor allem Seto involvierend (smirk)).


    Zunächst zum Startpost. Den hast du schlicht, aber liebevoll gestaltet. Die Farben wirken nicht zu grell und das Cover stimmig, gut so! Du könntest noch ein verlinktes Inhaltsverzeichnis einfügen und vielleicht eine Abonentenliste führen :)


    Was deinen Text angeht: Ich hatte dir ja schon einmal gesagt, dass man es mitunter schwer hat, in eine Situation hineinzukommen, weil du viel voraussetzt. Auch, wenn du lieber für Leute schreibst, die mit den Namen der Serie schon etwas anfangen können und daher Vorstellungen im Kopf haben: Es ist immer besser, wenn du neue Figuren erst einführst. Auch aus Sicht der Akteure im Übrigen. Es gibt da z.B. diese Szene, wo Sinjia zum ersten Mal auf Mokuba trifft, als sie Seto zuhause besucht. Da wird der kleine Bruder Kaibas als „schwarzhaariger Junge“ eingeführt, was ein richtig guter Zug war, man kennt ihn ja auch nicht. Ein paar Sätze weiter ist er für deine Prota aber selbstverständlich 'Mokuba' – dabei hat er sich ihr nicht vorgestellt und auch sonst wurde er für sie nicht eingeführt. Für Geschichte und Leser, tut mir Leid, aber müssen neue Figuren irgendwie eingeführt werden, und sei es nur mit einer nebensätzlichen Erklärung :/ Eatos wäre da noch so ein Beispiel, was mir an sich überhaupt nichts sagte, aber als Figur selbstverständlich mitspielte. Du könntest das eigentlich ganz einfach lösen, indem du wie schon angedeutet sparsam Informationen in den Text einbindest. Hier hätte z.B. auch schon ein „Eatos, mein altägyptischer Schutzgeist“ im Grunde gereicht, um die Figur und ihre Position zur Protagonistin auf einmal klarzustellen. Dann kann man der Geschichte auch besser folgen, verstehst du?
    Der Plot ist nämlich ziemlich interessant. Auch, wenn du das nicht näher einführst und als bekannt vorauszusetzen scheinst (was schade ist und eigentlich irgendwie passieren muss), scheint ein wichtiger Kernpunkt bei den altägyptischen Seelen zu liegen, die in modernen Körpern wiedergeboren wurden (mehr oder weniger, haha). Diese zwei Leben und wie sie auf einander eingespielt sind, das ist ziemlich spannend! Ich meine, auf der einen Seite haben wir Erinnerungen an ein früheres Leben und die daraus resultierenden Bindungen, auf der anderen Seite die aus der modernen Zeit, die sich irgendwie miteinander vermischen! Aber du müsstest (zumindest mir, haha) nochmal erklären, wie du das genau im Kopf hast: Sind das wie bei den meisten im Anime getrennte Seelen, die sich einen Körper teilen? Oder hat die altägyptische Seele bei manchen den neuen Körper komplett übernommen? Und sehe ich das richtig, dass Sinjia sich nur teilweise an ihr altes Leben erinnert? Da wäre dann so eine Erweckungsszene, wie sie sich erinnert hat, sehr schön gewesen. Oh überhaupt, was hälst du davon, ab und an Rückblenden einzubauen? Das ist ein hervorragendes Mittel, bestimmte Sachverhalte näher zu beleuchten, und so kannst du z.B. auch einen Blick in die Pharaonenzeit werfen oder andere Dinge nachträglich erklären!
    Und nochmal kurz zu zwei Figuren: Welcher Bakura ist das eigentlich, der sich hauptsächlich mit deiner Prota abgibt? Der 'junge' oder der altägyptische? Und war die AÄ-Version nicht ein Diebeskönig oder etwas in der Art? Erinnern die anderen sich dann nur nicht genauer an ihn oder warum haben sie alle mal zusammengelebt? Und etwas, das mich besonders interessiert: Sinjia stellst du ja als ehemalige Hohepriesterin, Schwester des Pharao (Sekunde … waren die vielleicht sogar offiziell verlobt? Das wäre ja nochmal ein spannender Storypunkt, der zu Verwicklungen führen kann!) und Geliebte Seths vor. Gute Figurenposition btw, aber was machst du mit Kisara? Oder lässt du sie mehr oder weniger außen vor?
    Beim Schreiben solltest du auf jeden Fall noch auf ein paar Dinge achten. Ich mach dir gern eine „Komplettprüfung“ eines Kapitels, wenn du willst, aber es gibt da so ein paar Dinge, die ich erwähnen möchte, weil sie mir besonders ins Auge gestochen sind.
    Das wären zum einen Genitiv-Dativ-Konstruktionen. Du hast es öfter, dass du so etwas schreibst wie „Seto seine Kakaotasse“ - das müsste aber „Setos Kakaotasse“ heißen, weil der Genitiv hier die richtige grammatikalische Konstruktion wäre. Auch Leerzeilen sind so ein Punkt: Du benutzt sie zwar nicht so oft, allerdings teilweise an Stellen, wo sie eigentlich nicht passen. Diese Lückenzeilen benutzt man eigentlich nur, um einen konkreten Bruch zu markieren. Meistens ist der entweder zeitlich, räumlich, inhaltich oder eine Mischung davon. Auf jeden Fall will man als Autor etwas bestimmtes damit zum Ausdruck bringen, wenn man sich dafür anstatt eines normalen Absatzes entscheidet. Das solltest du im Kopf haben, wenn du diese Lücken lässt :) Auch auf die Umgebung der Figuren solltest du ein wenig mehr Worte verwenden, damit die Szenerie für den Leser deutlicher vor Augen tritt und lebendiger wird.
    Der Kampf über den Wolken, bei dem Slifer dazugerufen wird, war gar nicht schlecht geschrieben. Man bekommt einen Eindruck von der Dramatik, die mit der unsichtbaren Bedrohung zusammenhängt und weiß letztlich nicht, ob nun das Gewitter der 'Feind' war oder sich etwas in den Wolken versteckt hielt. Diese Ungewissheit ist in diesem Fall nicht störend, sondern regt im Gegenteil eher zum Nachdenken an. Fand ich sehr gut! Auch dieses Summen, also dass du dem Götterdrachen eine Eigenart gibst, ist ein tolles Detail!
    Was mir (neben der ersten Erwähnung eiskalter Augen *husthusthust*) ein dickes Grinsen entlockt hat, war die Erkenntnis, dass du hier eigentlich eine Vorgeschichte zum Domino City Turnier erzählst, zumindest wirkt das so! Das ist einer meiner absoluten Lieblingsarcs (Feat. Yami Marik vs. The invincible door xD) und ich hoffe, dass ich richtig liege und bin absolut gespannt, wie du deine eigenen Fäden da hineinspannen wirst!



    Ich freu mich schonmal aufs nächste Mal!


    Deine Sheo




  • Bakuras Stimme dringt direkt durch das Telefon: „Ja?“.
    „Hi Bakura. Ich bin wieder zurück…“, sage ich in das Telefon und werde direkt unterbrochen: „Sinjia?! Meine Güte wo warst du! Wir haben uns Sorgen gemacht. Du warst drei Tage weg! Ohne ein Wort. Wo bist du gewesen?!“
    Kurz hole ich Luft, die Fragen habe ich erwartet, bevor ich ihm antworte: „Kura, ich war in Ägypten. Ishizu brauchte Hilfe und da bin ich direkt los. Mein Handyakku war leer, ich habe natürlich kein Ladekabel mit gehabt. Hatte ja nicht damit gerechnet so lange weg zu sein.“ Unwohlsein bereitet sich in mir aus, ich hasse es Bakura anlügen zu müssen, halte es aber für besser.
    Im Hintergrund hört man mehrere Stimmen, bis in Bakura’s Handy mehrere Stimmen durcheinander brüllen: „Sinjia?!“ , „Haaaaaaaaaaaaaaalloooo“, „Wo warst du?“. Man hört ein leises Klatschen und dann ist alles ruhig, und Bakura wieder am Telefon: „Sinjia? Sorry, ich bin bei Yugi, Tristan und Joey und die drehen grade am Teller. Kleinkinder.“
    Bei dem letzten Wort muss ich schmunzeln. „Freut mich zu hören, Kura. Wenn es okay ist, würde ich mich gleich gerne hinlegen und schlafen. Der Rückflug war lang.“


    Bakura stockt ganz kurz, bevor er meint: „Ja klar, ruh dich aus. Ich hätte zwar sonst gefragt ob du vorbei kommen willst. Aber hey, wir haben Freitag! Und die Jungs meinten es wäre gut mal wieder feiern zu gehen. Kommst du morgen Abend mit uns?“
    Verunsichert schaue ich mein Handy kurz an, überlege nochmal, bevor ich antworte: „Wer ist uns?“
    Man hört ein Lachen, bevor er mit der Aufzählung beginnt: „Na wer schon, ich, Yugi, Joey, Tristan, Duke und Tea.“
    In Gedanken klatsche ich ihm eine weil er sich zuerst genannt hat, antworte jedoch: „Hört sich lustig an. Wohin wollt ihr? Und vor allem, wann genau?“
    Im Hintergrund wird es noch einmal laut, bevor ich Joey’s Stimme durch das Handy höre: „Sinjia? Wir wollen in so einen Klub, der ist echt genial. Gute Musik, hübsche Mädels, gute Drinks und vom Preis her alles ok. Tris meinte morgen Abend um 20 Uhr wäre gut. Wir holen dich ab?“
    Ich nicke, bis mir bewusst wird, dass er das ja nicht sieht. „Ja ist ok.“, antworte ich.
    „Super! WOAH TRISTAN! STELL DAS GLAS WIEDER HIN, DAS IST MEINS!!! Äh. Sinjia? Ich geb dir Bakura wieder. Tris säuft grade mein Bier!!!“, und schon ist wieder ein Knacken zu hören und wildes Geschrei von Joey und Tristan im Hintergrund. Bakura’s Lachen dringt an mein Ohr: „Wir reden morgen? Und sehen uns dann ja auch. Bis 20 Uhr. Und wenn was ist, melde dich, ok?“
    Ich antworte wieder mit einem Ja und verabschiede mich dann, unter dem Vorwand ich wäre müde.


    In Wahrheit setze ich mich einfach auf den kalten Boden, lehne meinen Rücken an mein Bett und starre mein Bücherregal an. Ich sitze allerdings nur ein paar Minuten in völliger Ruhe da, mein Handy klingelt und ich sehe Tea’s Namen eingeblendet.
    Was will denn jetzt Tea noch? Woher weiß sie…. Yugi?
    Ich nehme das Telefonat entgegen und höre eine aufgeregte Tea, die sich erkundigt wie es mir geht und wo ich war und ob ich vorbei kommen möchte, oder sie zu mir kommen soll. Artig antworte ich ihr, auch hier die Ausrede ich wäre müde, aber wir würden uns ja morgen sehen.
    Das Thema hätte ich besser sein gelassen, sie fängt direkt an zu fragen ob wir uns vorher treffen wegen Klamottenauswahl und Shoppen gehen und frisieren und allem drum und dran.
    Ich bin erst mal baff und überfordert, nie hatte ich mir Gedanken darum machen müssen.
    „Ähm, ja klar, können wir gerne vorher machen“, höre ich mich sagen und bevor ich es bereuen kann sagt sie direkt zu und dass sie um 11 Uhr mich abholen käme. Nach ein paar Nettigkeiten legt sie auf und ich sitze wieder völlig ruhig auf dem Boden und starre weiterhin das Regal an. Lasse meinen Gedanken freien Lauf und komme doch zu keinem Ergebnis.


    Was wollte Shadi damit sagen? Und Ishizu? Ich soll mein Erbe antreten, aber wie soll ich das scheinbar besser machen, wenn mir Erinnerungen fehlen. Wichtige Erinnerungen wie es scheint… und jetzt kommt Bakura an und will feiern. Vor ein paar Stunden griff mich noch etwas Böses an und nur dank Slifer bin ich grade hier und Bakura will feiern?! Vielleicht sollte ich ihm doch alles erzählen? Morgen wäre doch gut? Und was will Tea… shoppen? Ich habe doch bereits was zum Anziehen.
    In dem Moment wird mir bewusst, ich habe die Verabredung mit Seto Kaiba völlig vergessen.
    Oh Ra! Ich sollte ihm Bescheid geben… aber? Ich hab nicht mal seine Telefonnummer. Mailadresse auch nicht? Muss ich morgen Bakura mal fragen, der weiß ja immer alles.
    Mit dem Gedanken schlafe ich ein, auf meinem kalten Boden, mit den Klamotten an, die ich den ganzen Tag getragen habe.


    Ein Klingeln reißt mich aus meinem Schlaf, verschlafen blinzel ich und will mich wieder umdrehen. Es klingelt noch einmal, ich stöhne leise auf. Ein drittes Klingeln lässt mich dann doch hochschrecken, ich setze mich auf, schaue kurz auf mein Handy und sehe es ist 11 Uhr.
    Wer bitte kommt um 11 Uhr am Samstag auf die Idee bei mir zu klingeln… Ich sollte denjenigen da draußen verfluchen… oder direkt ins Reich der Schatten schicken. Wobei wenn es Kura ist, würde ihm das gefallen.
    Ein weiteres Klingeln schreckt mich aus meinen Gedanken und ich laufe zur Tür, reiße diese auf und stehe Tea gegenüber. Einer gut gelaunten Tea, die mich kritisch mustert: „Guten Morgen! So willst du Shoppen?“, sie grinst mich an.
    Ich schaue sie mit großen Augen an.
    Shoppen?! Oh Gott. Tea wollte mit mir heute Shoppen gehen. Für? Für heute Abend! Wir wollten alle weg gehen, feiern.
    Schnell schüttle ich den Kopf, laufe zurück zu meinem Schrank, fische einfach eine Hose und ein Top raus und verschwinde im Bad. 10 Minuten später stehe ich unausgeschlafen, dafür aber umgezogen und einigermaßen vorzeigbar vor ihr.
    Sie beäugt kritisch meine Haare und mein nicht vorhandenes Make-Up bevor sie meint: „Heute Abend treffen wir uns am besten vorher auch, damit wir uns zusammen fertig machen können.“. Nochmal beäugt sie mein Gesicht und ich muss schmunzeln. „Tea? Ich habe bis vor 10 Minuten geschlafen, erwarte nicht dass ich perfekt aussehe wenn ich geschlafen habe. Heute Abend sehe ich schon anders aus. Warts ab.“, meine ich lachend und ziehe sie mit mir Richtung Auto.
    Du wirst schon sehen. Ich habe die perfekten Klamotten, und das seit Jahren. Du wirst Augen machen, genauso wie die Anderen. Auch wenn ich nicht weiß, warum ich mich aufdonnern sollte. Aber hey, bis jetzt musste ich mich nie um meine Gaderobe kümmern… erst jetzt. Kein Einkleider mehr, der nervt, keine Diener die um einen rumwuseln und einen leicht drängen… Mh. Aber dafür Freiheit bei der Klamottenwahl. Wobei mir mein Priesterinnengewand auch immer gut gefiel. Nicht freizügig aber doch bequem und hübsch.


    Wir kommen schnell beim Einkaufszentrum an, zu dem mich Tea navigiert hat, und ich suche einen freien Parkplatz, während Tea’s Augen schon zu leuchten begonnen haben.
    „Warum putzt du dich eigentlich so raus, Tea?“, frage ich sie mit einem Schmunzeln und bemerke dass sie rot wird. „Ich…ähm… naja… also…ähm… Einfach so!“, meint sie und wird noch röter.
    Ich muss mir ein Lachen verkneifen und führe sie an der Schulter in das erste Klamottengeschäft. „Warum ist dir dass jetzt peinlich? Du magst also einen der Jungs? Wen?“, versuche ich rauszukriegen. „Nein…ähm…das ist…kompliziert… Ich…nein..ähm“, stottert sie vor sich hin.
    Ich drehe mich kurz um, schaue in die Augen und lege den Kopf schief. „Jetzt sag doch schon, ich lache auch nicht, versprochen. Werde es auch keinem verraten.“, meine ich, bevor ich kurz zwinker.
    „Naja… Es gibt da schon Jemanden den ich süß finde. Aber… ich glaube er sieht in mir nur eine Freundin…“, meint sie traurig. Ich lege meine Stirn in Falten, überlege kurz und ziehe sie weiter zu den Klamotten. „Mhhhh… dann wird er dir heute Abend die Beachtung schenken müssen“, erwidere ich fröhlich. Sie beäugt mich wieder komisch, lässt sich von mir aber in eine Umkleide ziehen. Aus der Umkleide verschwinde ich direkt wieder und stöbere in den unterschiedlichen Klamotten, von Hosen, Röcken, Kleidern, Blusen. Zwischendurch fische ich immer wieder Sachen raus und bringe sie zur Umkleide. Zwar kommt Tea jedes Mal raus, und meint das sehe gut aus, aber bei mir macht es einfach nicht das gewünschte Klick, dass ich sie anstarren müsste. Also suche ich weiter und weiter, bringe weitere Klamotten zur Kabine und warte immer wieder ab bis sie sich umgezogen hat. Langsam verzweifle ich schon, in dem Laden findet sich scheinbar nichts, zumindest nichts was ich grade für sie suche. „Tea? Wir sollten weiter, hier findet sich einfach nichts“, meine ich zu ihr, während sie sich umzieht. Es kommt ein undeutliches Geräusch, dass wohl ein „Ja“ sein sollte, aus der Kabine, während sie mit ihren Anziehsachen kämpft.
    Ich warte geduldig ab bis sie rauskommt und mich dann am Arm in das nächste Geschäft schleift. Auch da werden wir nicht fündig, also geht es in das dritte und später in das vierte Geschäft.
    Ein Kleid im Schaufenster eines fünften Geschäfts zieht mich in seinen Bann, ein klassisches schwarzes Kleid. Kurz mustere ich Tea und stelle mir das Kleid an ihr vor, der Gedanke findet mehr Anklang wie das bis her gesehene und ich ziehe sie kurzerhand in das Geschäft.
    „Was?“, kommt es protestierend von ihr, während ich sie Richtung Kabine schiebe und mich dann flott zurück Richtung dem Kleid bewege. Ich suche die passende Größe raus, mittlerweile kenne ich selbst ihre Unterwäschegrößen, ohne nachgefragt zu haben und schalte mich in Gedanken eine Närrin mir so viel Mühe zu geben.
    Mit meiner neuen Errungenschaft geht es zur Kabine zurück, unterwegs habe ich noch ein bisschen Unterwäsche aufgegabelt, die ich ihr ebenfalls reinreiche. Ein ersticktes Lachen ertönt kurz, bevor man die typischen Umziehgeräusche hört. „Moah… da passe ich nicht rein“, jammert sie von Drinnen. „Wieso?“, frage ich gedehnt nach und verdrehe leicht die Augen. „Zu eng? Es sitzt zu eng. Es… sieht nuttig aus?“, meint sie sauer. Ich verdrehe noch einmal die Augen, und ziehe einfach den Vorhang zur Seite und stocke.


    Tea steht in einem schwarzen, Kleid, das bis kurz über die Knie geht vor mir. Es wird von Spaghettiträgern gehalten, sitzt wie eine zweite Haut und ist mit ein paar großen, weißen Sternen überzogen. Ich sage nichts, laufe förmlich los und suche ein paar passende Stiefel, die ich ihr bringe und hinhalte. Zögerlich nimmt sie diese und steht ein paar Minuten später in schwarzen Stiefeln, mit einem leichten Absatz vor mir, die etwa Knielang sind, so dass also noch ein paar Zentimeter zwischen Kleid und Stiefel frei bleibt.
    Ich starre sie förmlich an und ich nicke anerkennend. „Perfekt!“, meine ich dann mit großen Augen an die Schönheit vor mir gewandt. Tea guckt immer wieder in den Spiegel und dreht sich um sich selbst. „Sieht es nicht nuttig aus?“, meint sie leise.
    Ich schüttel den Kopf. „Nein. Es wirkt nicht nuttig. Im Gegenteil du siehst wunderschön aus! So wirst du Yugi sicherlich den Kopf verdrehen“, antworte ich ihr, ehrlich gemeint. Sie lacht kurz auf: „Wenn du meinst. Das wäre toll“, in dem Moment merkt sie dass sie mir nicht widersprochen hat und wird wieder rot im Gesicht. Leicht berühre ich ihre Schulter und sage dann: „Das muss dir nicht peinlich sein. Liebe ist ein schönes Gefühl. Und wenn er dich so nicht beachtet… dann ist er schwul“ Kurz lache ich auf. Sie starrt mich beim letzten Wort entsetzt an, bevor sie ein gekünsteltes Lachen von sich gibt.
    „Jetzt bist du dran! Seitenwechsel. Hopp in die Kabine“, meint sie dann und stellt sich so wie sie grade ist vor die Kabine. Die ersten Männer im Geschäft drehen sich zu ihr um und sabbern förmlich. Ich muss lachen und meine vergnügt: „Ich habe bereits was zum Anziehen zu Hause liegen.“
    Ist zwar eigentlich für einen anderen Anlass gewesen… und vor allem für jemand anderen… aber wer weiß vielleicht ergibt sich das eines Tages noch mal…
    Sie guckt mich missmutig an und ich überlege ob es ihr Spaß gemacht hätte, für mich was auszusuchen.
    Das Kleid zuhause… es ist ein Traum… ich liebe es… wobei der Anlass zuletzt nicht so gut war… aber… vielleicht sollte ich es tatsächlich verschieben… um ihr eine Freude zu machen?


    Ich schüttle kurz den Kopf, bevor ich mich bereits sagen höre: „Na gut. Du ziehst dich eben um, danach krabbel ich in die Kabine und du suchst was aus.“ Ein Strahlen bereitet sich auf ihrem Gesicht aus und sie stürzt in die Kabine und zieht sich um. Ein paar Minuten später stehe ich in der Umkleide, halbnackt und bereue bereits meine Entscheidung.
    Egal was sie findet… nichts wird an das Kleid rankommen… geschweige denn an die Erinnerungen woher es ist… und warum ich es habe…
    Eine Erinnerung blitzt in meinem Kopf auf, ich mit meinem wunderschönen blutroten Kleid, und ich muss schlucken und schnell schüttle ich meinen Kopf um die Erinnerung zu vertreiben. In dem Moment werden mir die ersten Sachen reingereicht und ich stelle zufrieden fest, dass die Größen stimmen und auch der Geschmack in Ordnung ist. Die nächsten Stunden verbringe ich in verschiedenen Geschäften in den Kabinen und Tea hetzt durch die Gegend um mir was Passendes zu suchen.
    Im letzten Geschäft werden wir fündig und wir gehen erst mal eine Kleinigkeit essen, bevor mein Blick zur Uhr geht und ich feststelle, es ist bereits 16 Uhr.
    „Ähm Tea? Wir sollten bald los, sonst werde ich nicht fertig“, grinse ich sie an und sie nickt.
    Also schleppen wir unsere beiden Taschen zum Auto und ich bringe sie noch nach Hause. Dort verabschiede ich mich von ihr und mache mich auf den Weg nach Hause.

    With every death, comes honor. With honor, redemption.
    => Ryū ga waga teki wo kurau!


    ~ Hanzo, Overwatch

  • Ich schließe die Tür und lasse mich erst mal von innen gegen die Tür sinken, die Tasche lasse ich einfach fallen. Kurz schließe ich die Augen und tauche wieder ab in die Erinnerung von vorhin, das Kleid.
    Eine Träne bahnt sich ihren Weg über meine Wange und es folgen weitere, während mich ein Gefühl der Hilflosigkeit durchzuckt. Es folgen weitere Tränen, während ich da hocke und weiterhin mich und mein rotes Kleid anstarre, das vor meinen Augen erschienen ist. Slifer, Obelisk und Ra schweben um mich rum, und auch ich schwebe, weit über dem Boden. Ich schaue nach unten, da löst sich die Erinnerung aber bereits auf.
    Was?! Oh Ra!
    Ich verfluche mich kurz für meine fehlenden Erinnerungen, wische mir die Tränen ab und stehe missmutig auf.


    Mein Weg führt mich zu meinem Laptop, den ich hoch fahre und Musik an mache. Ein paar Sekunden später hört man Rammstein mit Engel durch den Lautsprecher schallen und meine Laune hebt sich etwas. Ich mache meinen Kleiderschrank auf, und ignoriere mein rotes Kleid extra, suche nach einer Leggins und verschwinde im Bad. Die Tüte steht weiterhin in meinem kleinen Flur. Zwei Minuten später flitze ich nackt in mein Schlafzimmer und nehme meinen Laptop mit ins Bad, das Lied stelle ich vorher noch auf Wiederholung ein.
    Dann drehe ich meine Dusche auf warm, lege mir ein Handtuch hin werfe ein Blick in den Spiegel, in dem mich müde, verweinte Augen entgegenblicken. Kurz muss ich lächeln, bevor ich die Dusche steige und die Wärme genieße. In Ruhe dusche ich, und massiere sogar mal wieder eine Kur in meine Haare ein. Schnell trockne ich mich ab, massiere eine Bodylotion ein und schaue dann erneut in den Spiegel, dieses Mal leuchten mich zwei lilafarbene Augen an und ich muss erneut lächeln.
    Eindeutig besser. Warm Duschen bringt einfach die Lebensgeister wieder in Form.
    Ich fange an mir meine Haare zu bürsten und danach in Ruhe zu föhnen, habe ja noch genug Zeit wie mir ein Blick auf die Uhr verrät. Kurz seufze ich auf, suche dann die Tasche im Flur und trage sie zum Bett, wo ich ihren Inhalt hinwerfe. Eine Schere suche ich noch und danach werden die Etiketten entfernt, stören mich nur.
    Die Schuhe ziehe ich schon mal an.
    Seit wann muss ich Schuhe einlaufen?! Da wünsche ich mir meine Sandalen zurück, da spürte man noch den Sand und den Wind Ägyptens. Naja wenigstens sehen sie gut aus, und passen auch perfekt zum Outfit.
    Kurz schmunzle ich über diesen Gedankengang.
    Seit wann mache ich mir nochmal Gedanken um mein Äußeres?
    Vor meinem inneren Auge erscheint ein Bild von Seth und ich beantworte mir meine Frage selbst.
    Wie hoch stehen die Chancen Seto Kaiba heute Abend zu treffen? Wohl gering, Bakura hätte ja wohl gesagt wenn der auch kommen würde. Und vor allem, warum sollte er kommen?
    Ich öffne meinen Kleiderschrank, setze mich vor mein Bett auf den Boden und starre mein blutrotes Kleid an.
    Vielleicht sollte ich doch das Kleid wechseln… nur zur Sicherheit falls ich doch auf ihn treffe. Vielleicht erinnert er sich so. Vielleicht wird Seth so aus der Reserve gelockt. Darauf muss er doch reagieren… das Kleid muss er erkennen…
    Ich starre weiterhin mein Kleid an, in der Hoffnung meine Erinnerung von vorhin kommt wieder und geht weiter, zeigt mir was danach geschah. Aber nichts passiert und enttäuscht wende ich mich meinem Handy zu, um die Uhrzeit zu kontrollieren, und festzustellen, ich habe zwei Stunden getrödelt und es ist mittlerweile 19 Uhr.
    Aus dem Badezimmer dröhnt immer noch die Rammstein Musik, also gehe ich erst mal meinen Laptop holen und entschließe mich auch, die Musik zu ändern. Rammstein’s Engel verklingt zum letzten Mal und ein paar Sekunden später höre ich EFF mit ihrem Lied Stimme. Leise summe ich die Melodie mit, bis ich das Lied neu starte und das Lied mit singe.
    Bei der Hälfte des Liedes breche ich mit Singen ab und beende auch direkt das Lied, ich war schon wieder dabei in Gedanken abzudriften. Schnell ändere ich das Lied und packe einfach einen Reamix in meinen Player.
    Besser… ich sollte meine Laune nicht vorher schon wieder senken, wer weiß wie der Abend wird. Das wäre unfair den Anderen Gegenüber…. Und mir selbst. Vielleicht sollte ich mich wirklich einfach mal fallen lassen. Abschalten. Das Leben genießen? Marik? Odion? Vergessen? Wir wollen warten bis sich was tut… verdrängen? Also doch fallen lassen? Immerhin lebe ich dieses Leben hoffentlich nur einmal. Die Vergangenheit für einen Abend auf sich beruhen lassen und einfach nur ich sein? Einfach nur ein ganz normales Mädchen sein? Deren größtes Problem ihr Aussehen ist?
    Laut muss ich auflachen wegen dem letzten Gedanken.
    Trotzdem nehme ich mir meinen letzten Gedanken zu Herzen und krabbel zum Bett, dort schnappe ich mir zuerst die neue Unterwäsche und tausche diese gegen meine derzeitige.
    Als ob die einer zu Gesicht bekommt… Wäre ja noch schöner. Beim Alkohol aufpassen, Sinjia. Sonst landest du bei Bakura in der Wohnung, oder sonst wo.
    Erneut muss ich auflachen, diesmal allerdings bitter.
    Ich begutachte die neue Spitzen Unterwäsche in Lila erst mal genauer in meinem Spiegel und stelle erfreut fest, dass Tea eine gute Auswahl getroffen hat und sie mir sogar gefällt. Kurz muss ich schmunzeln bei dem Gedanken wie Seth wohl reagieren würde und muss laut auflachen.
    Genau Spitzen Unterwäsche und Seth. 5000 Jahre später. Haha… witziger Gedanke. Ob er wohl wüsste was das überhaupt ist? Haha… Ich musste ja auch erst mal lernen was, was ist… Und Bakura muss ich immer noch heimzahlen dass er mir weiß machen wollte das Vodka das hiesige Wasser ist… Idiot.
    Ich widme mich meinem neuen Kleid und betrachte es noch einmal auf dem Bett, bevor ich es in die Hand nehme und es mir überstreife. Flink drehe ich mich meinem Spiegelbild zu und stocke kurz über mein Gegenüber. Mir steht eine hübsche, schlanke, lilahaarige, junge Dame gegenüber. Sie trägt ein dunkellilanes, knielanges Kleid, passende dunkellilane Stiefel, die knapp die Hälfte meines Knies einnehmen. Abgerundet wird das Bild von den lilafarbenen Augen die mich aufmerksam mustern. Kurz nicke ich meinem Spiegelbild, mir selber, zu und drehe mich dann leicht tanzend Richtung Bad und versuche dort meine Haare noch zu bändigen und zu glätten. Kurz überlege ich wegen einem Zopf und muss dann lachen bei dem Bild das sich mir bietet, ein Pferdeschwanz und dabei das Kleid mit den Stiefeln. Ich schüttle den Kopf und lasse meine schulterlangen Haare lieber wieder los, bürste sie erneut. Dann öffne ich meinen Schminkkoffer, und betrachte das ganze Zeug leicht entsetzt.
    Hat sich ganz schön was angesammelt, dabei wird es doch kaum genutzt? Oh man. Was ich nicht alles habe, und das ohne es zu benutzen.
    Ich wühle mich durch die Armee von verschiedenen Farben an Liedschatten, Eyeliner, Wimperntusche, Rouge und beäuge komisch den Lippenstift.
    Abrunden wird mein Aussehen ein lilafarbener Liedschatten, passend zu meinen Haaren und Augen, einen Tacken heller wie das Kleid und die Stiefel. Dazu kommt dann ein schwarzer Eyeliner, schwarze Wimperntusche und den Rouge klatsche ich direkt wieder in die Kiste zurück, den Lippenstift werfe ich direkt in den Müll.
    Ich schließe kurz die Augen, drehe mich um und betrete wieder mein Schlafzimmer, trampel über ein Buch und stelle mich auf Höhe meines Spiegels, zumindest hoffe ich dass ich vor meinem Spiegel stehe als ich die Augen öffne.
    Mein Spiegelbild lächelt mich an, bis mir auffällt, das ich selber auch am lächeln bin.
    Perfekt. Tea deine Auswahl ist gut, wirklich sehr gut. Ich denke das würde selbst Seth gefallen und er war nie besonders erpicht darauf zur Schau zu stellen was wir hatten.
    Ein Läuten an meiner Tür lässt mich kurz inne halten und tief einatmen, während ich zur Tür gehe und unterwegs noch nach meiner neuen Handtasche greife.
    Ich öffne schnell die Tür und mir steht Bakura gegenüber, in einem enganliegenden schwarzen T-Shirt, das seine Brustmuskeln sehr gut betont und auch seine trotzdem schlanke Gestalt bezeugt. Kurz schaue ich zu seiner passenden schwarzen Jeans, und auch den schwarzen Schuhen.
    Er sieht gut aus, mit den weißen Haaren und dann ganz in Schwarz. Der Tod persönlich.
    Bakura starrt mich mit offenen Augen an, und mustert mich von oben nach unten und dann noch mal von oben nach unten als könne er nicht begreifen was er da sieht.
    Ich warte mal noch ein paar Minuten ab, in denen er mich immer noch anstarrt und scheinbar nicht weiß was er da grade alles sieht.
    Ich lächel ihn an, bevor ich lächelnd meine: „Genug gesehen, Kura? Meinst du so kannst du mich mitnehmen?“
    Bakura fängt sich scheinbar endlich, er setzt sein Schmunzeln auf, bietet mir seinen Arm an und nuschelt dann: „Mitnehmen? Zu mir? Ja! In den Klub? Ungern. Außer du kommst danach mit zu mir. Wie viel Alkohol brauch ich dafür?“
    Ich fange an zu lachen, ergreife seinen Arm und hänge mich bei ihm unter und lasse mich so zum Auto begleiten, erwidern brauche ich auf seinen Kommentar nichts. Der Weißhaarige weiß selber, dass ich mittlerweile beim Trinken mithalten kann, hat er selber bereits oft genug getestet und mich abgehärtet.

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    ~ Hanzo, Overwatch

  • Hallo Garados,


    die letzten beiden Kapitel wirken richtiggehend normal für Sinjias Verhältnisse. Ging es davor noch um das große Schicksal der Welt, verknüpft mit der alten Welt, ist der Alltag wieder eingekehrt, auch wenn ich mal denke, dass das nicht lange anhalten wird. Für so besondere Anlässe wird ja nicht umsonst geplant. Dass sie sich allerdings komplett in lila kleidet, wo ihre Haare und die Augen schon lila sind, macht ihr Aussehen ziemlich monoton. Mit lila gibt es einige interessante Farbkombinationen (und wenn es nur ein helleres Violett wäre), sodass sie auch trotzdem noch gut aufgefallen wäre.
    Auf der anderen Seite fand ich die Bemerkung zu Bakura, er wäre der Tod persönlich, ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, wie er mit dem Milleniumsring in der Serie reagiert hat. Überraschenderweise kann man sich ihn mit dem Charakter in dem Aufzug gut vorstellen. Wollen wir mal hoffen, dass da nichts in die Richtung passiert.


    Ansonsten fand ich es ganz angenehm geschrieben und es bleibt eben abzuwarten, wie es weiter geht. Langsam könnte halt doch mal in der Gegenwart etwas passieren, weil bisher waren das immer nur Andeutungen zu etwas Kommendem, Erinnerungen oder andere Begebenheiten. Besonders nachdem sie nun in Ägypten war, könnte nun Fahrt aufkommen.


    Wir lesen uns!

  • Und du kamst doch nicht dazu, das archivieren zu lassen, bevor ich es kommentiere! >:D


    Hallo, @Garados, nun folgt die Kommentierung der letzten Kapitel - ich weiß zwar, dass die Geschichte anderswo bereits abgeschlossen ist, aber vielleicht magst du mein Geschwafel ja trotzdem lesen. Lehn dich zurück, streu etwas Chili in deinen heißen Kakao und genieße die Vorstellung!
    (Anm.: Wunder dich nicht, ich trenne das nicht in zwei Kommis, sondern kommentiere die letzten beiden Kaps einfach zusammen.)






    Sou, das wars erstmal wieder von mir. Ich würde mich sehr freuen, wenn du trotz Geschichtsabschluss hier weiter postest, und vor allem: MEHR SETO FÜR DIE WELT!! (Quelle)



    Alles Liebe,


    ~ Dein Sheolein!