Ein Thread, der sich vermutlich bald selbst in der Inaktivität versenken wird

  • Hallo!


    Willkommen in meiner kleinen, wirklich kleinen Gedichtsammlung, die hoffentlich mit der Zeit noch wachsen wird. Da ich mich kenne, weiß ich, dass ich vermutlich bald keine Lust mehr auf diesen Thread haben werde ... aber vielleicht mag sich ja doch der eine oder andere mein Geschreibsel hier antun. Vielleicht, ganz vielleicht, bin ich ja dieses Mal nicht so faul wie sonst immer. Vielleicht ist dies ja der Beginn meines Fleißes und meiner Ausdauer.
    Haha.











    Ich bin selbstredend jedem, der sich hier eines Kommentars erbarmt, sehr dankbar (und werde mich nach Möglichkeit revanchieren!). Es würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere ein wenig konstruktive Kritik hier lässt und vielleicht insbesondere zu "Manchmal" und "Herbstmorgen" seine Eindrücke niederschreibt.
    In zwei Monaten werde ich den Startpost überarbeiten und visuell attraktiver gestalten. Falls ich dann hier noch was poste.

  • Hallo Sneek,


    willkommen im Fanfiction-Bereich! Zum Einstieg hab ich mich mal entschlossen, dir etwas Feedback zu hinterlassen.


    So eine Klausurenphase kennt man ja. Irgendwie ist da immer alles stressig, nichts will in den Kopf und sonst scheint man auch keine Zeit für irgendetwas zu haben. Gerade diese Unruhe und die damit vermittelte Wut des Erzählers, dass er sich nichts merken kann, hast du gut in den Worten umgesetzt. Am Ende scheint es sogar schon eine Manie zu sein, wie er den Stoff nur aufs Papier bringen möchte; gerade die Phrase "totes Wissen" ist da sehr aussagend, weil es nach der Klausur wohl für immer von der Bildfläche verschwindet.
    Rein vom Rhythmus her finde ich das Gedicht absolut in Ordnung; die Reime sind dagegen mal gut und mal weniger gut gewählt. Metzeln und hetzen passt zum Beispiel nicht so wirklich zusammen. Mich persönlich stört da eher, dass die Verse gemeinsam nicht immer korrekt der deutschen Grammatik folgen. Zwar gibt es in der Lyrik ja Freiheiten, was das angeht, aber das sollte im besten Fall nicht über ein ganzes Gedicht ausgeweitet werden, sondern eher die Ausnahme bleiben. Das war dann auch der Grund, weswegen es mir nicht so gut im Gedächtnis geblieben ist.


    Schließlich ist da das Gedicht "Manchmal". Zuerst einmal, es ist ein Mythos, dass ein Gedicht unbedingt Reime enthalten muss (es wirkt dadurch aber schöner zu lesen). Wenn ich so über die zwei Strophen lese, bekomme ich das Gefühl, dass du den Tod behandelst. Das Wasser lockt, der Wind jammert und schließlich wird eine Seele gefangen. Es ist nicht lang, vermittelt aber mit gut gewählten Worten eine dunkle Atmosphäre. Ich würde dir übrigens empfehlen, dass du am Ende der Verse auch Komma und Punkt setzt, um Pausen und weiterführende Verse zu kennzeichnen und damit das Sprachgefühl für das Gedicht noch verfeinerst. Selbiges gilt da auch für die Klausurenphase.


    In diesem Sinn: Wir lesen uns!

  • Hey ho,


    also ich hab mir deine Sachen mal angeschaut. Ich bin selbst ein blutiger Anfänger in literarischen Sachen und kann daher keine professionelle Bewertung da lassen. Das erste Gedicht gefällt mit sehr gut. Über die Form lass ich mich nicht weiter aus, das interessiert mich auch net sonderlich. Was mich interessiert, ist die Stimmung und die Botschaft, die rüberkommt und das ist auf jeden Fall gelungen. Was das lyrische Ich da verlauten lässt, erinnert mich sehr an meine eigene Schulzeit. Der Stress, der überfüllte Kopf. Man möchte es manchmal einfach nur alles abschütteln. Beim zweiten Gedicht denke ich so bisschen an Seelenwanderung. Es erzeugt eine etwas gedrücktere Stimmung, die zugleich auch etwas mystisches hat. ''Das Wasser wiegt sich schwarz im Schlaf'' <-- das ist Klasse, sowas gefällt mir sehr.
    Bleib hier auf jeden Fall, wer weiß, ob sonst nicht ein herausragender Dichter an dir verloren geht.


    best Regards


    Epi :)




  • Uh, Gedichte schreiben macht Spaß, und ist eine super Beschäftigung für langweilige Vorlesungen. :blush:
    Ich wollte hier nicht erneut reinschreiben, bevor ich wieder was Lesbares produziert habe ... aber jetzt ist es soweit.



    Ich erinnere mich noch daran, wie meine Deutsch-LK-Lehrerin mal sagte, bei Dichtern wären abgehackte, zusammengestauchte Wörter ein Zeichen dafür, dass sie es nicht so Recht drauf haben. ^^ Das, plus die Ignoranz für den Rythmus in einem Gedicht, die ich in meiner Schulzeit noch an den Tag gelegt habe, ergibt doch ein wahres Meisterwerk. :pflaster: (Und die fehlenden Satzzeichen sind hier natürlich Absicht, bevor jemand glaubt, ich würde Ratsschläge nicht befolgen xD)






    Hier bin ich noch nicht ganz schlüssig, ob ich noch eine Strophe schreiben soll, oder ob es so besser ist ...
    Und ob ich "in wohliger Wonne" mit zwei Kommata umgeben sollte. Denn wenn ich mir die beiden Verse als Satz vorstelle, würde ich die Kommata so setzen, aber im Gedicht bin ich nicht so ganz davon überzeugt.

  • Hallo,


    die Dämmerung im neuesten Update scheint ein weiteres Konstrukt der Vergänglichkeit darzustellen, worüber das Ich sinniert. Ich mag es, wie du dabei auch auf die Zeit an sich eingehst, dass sie praktisch für diesen Moment und diesen Zeitraum der Trauer still steht und nichts weitergehen mag. Es zeigt, dass hier wesentlich mehr unterbewusst mitspielt, als man es vielleicht an der Oberfläche sieht. Jedenfalls ist das noch gar nicht alles, denn während die Sonne langsam unter geht, wird sich das Ich wohl auch bewusst, was es heißt, damit umzugehen und weiterleben zu können. Zu wissen, was es heißt zu leben. Und diesen Umstand zu beschreiben ist dir in den drei Strophen ziemlich gut gelungen, zumal sich das Werk auch gut und flüssig lesen lässt. Warum du aber einmal Tick Tack auseinanderschreibst und einmal nicht, konnte ich nicht nachvollziehen.


    Zum Herbstmorgen noch ein paar Worte: Falls du dich für eine weitere Strophe entscheiden solltest, hättest du ja fast ein Sonett, was natürlich ganz ordentlich aussehen würde. Auf jeden Fall kommen um "in wohliger Wonne" keine Kommata hin, weil das für sich keinen vollständigen Nebensatz bildet, sondern noch zum Hauptsatz dazu gehört. Hier gefällt mir besonders die Wortwahl und die Atmosphäre, die ein malerisches Bild der Umgebung beschreibt.


    Wir lesen uns!

  • Halloooo


    Herbstmorgen ist in Gedicht welches mir sehr gut gefällt. Die Zeit zwischen hitzigen Sommertagen und finsteren Winternächten. Der Herbst ist durchaus eine sehr mysteriöse Zeit. Die Nebelschwaden am frühen Morgen, die Blätter welche sich verfärben und die Sonne, die noch da ist aber sich gerne schnell wieder ins Bett legt.
    Man kann durchaus das Gefühl bekommen, in der Zeit gefangen zu sein. Man könnte gleich in eine Melancholie fallen.


    Bleib dran! :D

  • Hallo Sneek. (:


    Nachdem dein Topic schon länger in der Feedbackkette erwähnt wird, dachte ich mir, ich schreib dir mal den verdienten Kommi.


    Dämmerung
    Ich mag das Thema der Vergänglichkeit in diesem Gedicht, das du gleichsam mit dem Leben gleichsetzt. Und in all dem ist auch noch die Zeit vertreten: gleich zu beginn mit dem beständigen Ticken einer Uhr. Das Lyrische Ich scheint anhand des Vergehens der Zeit seiner Lebendigkeit bewusst zu werden, was ich einen interessanten Ansatz finde — so hab ich das noch gar nicht gesehen! Aber natürlich, wenn die Zeit nicht vergehen würde, würde sich das natürlich auf unsere Art das Leben zu sehen auswirken.
    Schönes Bild übrigens mit der brechenden Welle, die nur auf diese Art eine Krone bekommt — seh ich als eine Art Kreislauf. Die Welle kann nicht ewig auf ihrem Zenit bleiben, sie muss irgendwann brechen. Aber es kann immer wieder eine neue Welle geben!
    Die zweite Strophe, die nur aus zwei Zeilen besteht, gibt dem Gedicht seine ganze Aussage: die Vergänglichkeit als Beweis des Lebens. Die zweite Zeile hier, sagt für mich aus, dass man die Zeit, die man hat nutzen sollte.
    Danach geht’s weiter mit dem Ticken der Uhr. Interessanterweise wird gerade das meist als negativ dargestellt, aber hier hat es etwas positives, wenn das Lyrische Ich, dies scheinbar noch ermuntert mit den Worten „sag’s mir ständig“. Das Lyrische Ich umfasst die Uhr und hier weiß ich nicht genau, ob es damit die Zeit in der Hand haben will um diese zu nutzen oder ob es eher eine Verzweiflungstat ist. Vermutlich, weil die Sonne ja sinkt und der Schatten dadurch irgendwie bedrohlich wird. Gleichzeitig sagt die letzte Zeile, dass das Lyrische Ich „noch lebendig“ ist, was ich so verstehe, dass die Nacht hier nicht das Ende des Lebens bedeutet, sondern nur einen Abschnitt davon? Ich weiß nicht, meine Interpretation scheint grade etwas verwirrend zu werden.


    Jedenfalls mag ich das Gedicht sehr! Das Reimschema mit dem umarmenden Reim ist schön und allgemein klingt das hier alles irgendwie „weich“ — ich weiß auch nicht warum. Vielleicht weil vieles auf „g“ endet? Hat mir sehr gefallen. (:  
    Weiter so!