Ein Echter Team Rocket Rüpel

Die Kronen-Schneelande erwartet euch!


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  • Ein Echter Team Rocket Rüpel


    Yo


    Ich hab seit einiger Zeit wieder angefangen zu schreiben und hab beschlossen zur Übung eine Pokémon-Fanfic zu erstellen. Auch als Motivationshilfe hab ich mich entschlossen sie öffentlich hier im Fortverlauf zu posten. Die Kapitel die ich hier poste, sind also alle in erster Fassung. Ich plane auch nicht Kapitel zu bearbeiten solang die Geschichte noch nicht beendet ist, ganz egal wie schlecht es wird. Kritik ist aber immer willkommen. Sollte jemand Fehler in der Grammatik oder Rechtschreibung finden werde ich sie sofort korrigieren. Kritik am Text werde ich berücksichtigen und sie gegebenenfalls in die nächsten Kapitel einfliessen lassen oder wenn es dazu kommt in die Überarbeitung des Textes.






    Zur Geschichte:


    Es handelt sich um meine eigene Interpretation einer klassischen oder nicht-ganz-so-klassichen Pokémonreise. Die Geschichte spielt in Isorah, einer fiktiven Pokémon-Region, die ich kreiiert habe. SIe ist lose an Spanien angelehnt und liegt demnach südlich von Kalos.
    Held der Geschichte ist Carlos, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt und bereits ein dorfbekannter Delinquent ist. Um seinem altem Leben zu entkommen beschliesst er ein Pokémon zu stehlen, um seine ganz eigene Pokémonreise zu beginnen indem er sich Team Rocket anschliesst.


    Warnungen:


    Kraftausdrücke, sexuelle Andeutungen, leichte Gewalt





  • 1. Kapitel: Berufswechsel


    Als die Handschellen klickten wurde Carlos das erste Mal richtig klar, dass wohl ein Tapetenwechsel angebracht war. Seine kriminelle Karriere in seinem Heimatdorf war zu seinem unweigerlichen Ende gekommen. In so einem kleinen Kaff war es ohnehin nur eine Frage der Zeit bis man bekannt war wie dreiköpfiges Girafarig und der schlechte Ruf überallhin nachfolgte.



    Der Polizeibeamte, der ihn bereits gut kannte, schüttelte nur den Kopf: «Du änderst dich nie, Carlos! Letzten Monat randalierst in der Schule und dann noch ‘nen Einbruchversuch und jetzt Ladendiebstahl wegen ein paar PokÖmontretern und dann auch noch die Verkäuferin verprügelt, dein Pokémon hat ihr fast das Gesicht zerkratzt. Und das sind nur die Dinge bei der wir dich erwischt haben, du solltest lieber froh sein, dass du noch minderjährig bist. Bald ist Schluss mit lustig, wenn du so weiter machst.



    Carlos gurkste im Hinterteil des Polizeiwagen vor sich hin. Er hatte null Bock dem Polizisten Rede und Antwort zu stehen und konzentrierte sich lieber darauf, die Kopfhaare seines Griffels zu zählen, das sich ein Wettkampfstarren mit dem Polizeifukano lieferte.



    «Ach ja und was sagt deine Mutter dazu, die ist sicher hellauf davon begeistert von deinen Berufsvorstellungen?»
    «Ach leck mich doch am Arsch, du Flachwichser. Meine Mutter geht dich nix an. Friss Dreck!»



    Der Polizist seuftze: «Ich weiss ehrlich gesagt nicht einmal wo du solche Ausdrücke lernst. Du wirst die nächsten Tage wahrscheinlichin der Wache verbringen müssen, das ist dir schon klar?»
    Carlos lachte: «Ich hätte gern Lachs und Croissant für Zwei zum Frühstück!»



    «Anstatt blöde Witze zu machen, denk mal über deine Zukunft nach. In der Schule fehlst du auch ständig, deine Lehrerin hat’s mir erzählt.»



    Carlos starrte darauf nur noch finster vorsich hin und schenkte den Moralpredigten des Polizisten so wenig Beachtung wie möglich. Es begann schon zu dunkeln, als die Polizeiwache wenige Minuten später in Sicht kam.



    «Ruf dein Griffel zurück», befahl der Polizist, «ich konfiziere das Pokémon auch bis ich dich wieder gehen lasse.»



    «A-Arschsäge», sagte Carlos, «Ferdinand kriegt Alpträume ohne mich!»



    Aber es half nicht, das Polizeifukano bellte und war klar zum Kampf bereit, so das Carlos keine Wahl blieb. Er rief Ferdinand in seinen Ball unter Protest des Griffels zurück, worauf der Polizist ihn grob an der Schulter packte und in die Wache hinein führte. Es war eine winzige Wache, wie man von einem kleinem Dorf erwartete und es gab nur eine Zelle. Wohin Carlos auch gleich bugsierte wurde. Der Beamte nahm ihm noch die Handschellen ab und schon schloss sich die Gittertür mit einem lauten Klirren.



    «Ich werd dein Mutter informieren. ‘ne Nacht bleibst du sicher, vielleicht sogar die vollen drei.»


    Carlos hielt sich an den Gitterstäben: «Ferdinand!»



    «Was?»
    «Gib mir Ferdinand wieder, Alter. Was hat der den ja getan, er ist die Unschuld in Person! Ich hab doch gesagt, er kann net ohne mich»
    Das Polizeifukano bellte und nach ein paar ewig erscheinenden Sekunden nickte der Polizist:»Gut, ausnahmsweise. Aber keinen Unfug! Kapiert?»



    Der Polizist holte den beschlagnahmten Pokéball und gab ihn Carlos durch das Gitter fach zurück. Als Ferdinand freikam, machte er sich auch sofort im Kapuzenpulli von Carlos bequem.



    Währendessen war der Polizist zum Büro beim Eingangsbereich zurückgegangen. Carlos konnte ihn mit seiner Mutter telephonieren hören. Der Polizist redete anscheined auf eine aufgebrachte Frau ein. Nach einer Weile kam der Polizist und reichte Carlos das Telephon, aber der winkte sofort ab.



    «Das hätt mir grad noch gefehlt, dass die Alte mir das Ohr abkaut, die heult mich nur wieder voll!»



    «Na hör Mal, du Bengel, deine Mutter macht sich total Sorgen um dich, also red gefälligst mit ihr. Ohnehin wenn dus nicht tust wird sie garantiert sofort persönlich hier auftauchen!»



    Das wollte Carlos nun wieder verhindern, also nahm er das Telephon widerwillig an und legte es vorsichtig an sein Ohr, was er auch schon fast augenblicklich bereute.



    «Ja, ja, schon gut, Mama! Nein, Ferdinand hat niemand umgebracht, weiss gar nicht woher du das hast! ... der Bulle übertreibt totaaal wenn er von Gesicht abkratzen redet, du weisst doch, dass Ferdinand und ich sowas nie machen würden, wir sind total die Pazifisten ... dass mit Diego letzte Woche war ‘ne Ausnahme weil er uns ein Opfer genannt hat, der hat angefangen, ausserdem so schlimm war das nicht ... wenn seine Mutter sagt, die musste ihn ins Krankenhaus bringen, musst du ihr das nicht gleich glauben ... nö, du brauchst gar nicht zu kommen, ist total das Luxushotel hier, echt jetzt. .... ich wollte die Turbotreter gar nicht klauen, sondern nur ... äh ... mal ausleihen.»



    Plötzlich verfinsterte sich Carlos Miene merklich und schrie: «Und wenn du nicht so ‘ne dumme Schlampe wärst, wäre er vielleicht gar nicht erst abgehauen!» Und schleuderte beinahe das Telephon in die Ecke. Selbst Ferdinand erschrak ob Carlos plötzlichen Wutausbruch.



    Der Polizeibeamte schaute ihn verdutzt an und nahm ihm das Telephon ab: «Junge, so redet man aber nicht mit seiner Mutter.»



    «Mischen Sie sich nicht in meine Privatangelegenheiten ein!»



    Der Beamte warf ihm noch ein nachdenklichen Blick zu als ob er noch was sagen wollte, aber legte dann den Hörer wieder an sein Ohr.



    «Ja es tut mir leid, gute Frau. Er scheint momentan nicht sehr einsichtig zu sein. Ja, zumindest für diese Nacht muss er hier bleiben.»



    Der Polizist und Carlos Mutter redeten noch eine Weile, während Carlos sein Bestes tat das ganze zu ignorieren und stattedessen damit beschäftigt war Ferdinand mit seinen Fingern eine neue Frisur zu verpassen.




    Endlich beendete der Polizist das Telephonat. «Deine Mutter kommt Morgen früh vorbei, ich konnte sie soweit beruhigen. Wir werden morgen gemeinsam noch zum Laden zurückgehen, wo du dich entschuldigen wirst. Wenn du Glück hast wirst du also mit ein paar Sozialstunden davonkommen, bei deinem Vorstrafenregister!»



    «Wie? Kommt nicht in Frage! Ich entschuldige mich doch bei der reichen Tante nicht, ausserdem hab ich nichts falsch gemacht!»



    «Tja, das musst du selber entscheiden, aber wenn du dich weigerst wird’s um einiges komplizierter für dich! Überleg’s dir bis morgen besser nochmal. Ich werd dir noch was zu essen bringen und dann gehen die Lichter aus.»



    Und tatsächlich brachte der Polizist Carlos später noch ein aufgewärmtes Mikrowellenmenü und etwas Pokéfutter.



    «Ihh, Gemüsefrass!», beschwerte sich Carlos, aber der Polizist ignorierte ihn.



    Am nächsten Morgen hatte Carlos einen Entschluss gefasst. Vorerst würde er mitspielen und Reue vortäuschen um etwas Zeit zu gewinnen und seine Flucht zu planen.




    Wie erwartet schluckten der Polizist und seine Mutter die Nummer anstandslos und nachdem er eine extrem peinliche Entschuldigung beim Sportladen vortragen musste, konnte er fürs Wochenende wieder nach Hause.


    «Also, wie schon erwähnt wirst du Montags nächste Woche nach der Schule anfangen deine Sozialstunden abzuarbeiten.», sagte der Polizist, als er Carlos und seine Mutter nach Hause fuhr.



    «Ich bin ja so erleichtert, dass noch mal alles glimpflich für meinen Sohn abgelaufen ist, es ist ja manchmal so schwierig mit ihm. Vielen Dank Herr Polizist, sie sind eine grosse Hilfe! Los bedank dich Carlos!»



    Carlos schaffte es grade noch seinen Gesichtsausdruck zu beherrschen, so dass die krasse Verachtung, nicht auf seinem Gesicht zu lesen war: «Äh ja, danke ... ich seh ein, dass die ganze Aktion wirklich nicht korrekt war.»



    «Das hör’ ich gern, als Polizist bin ich nunmal dein Freund und Helfer», lachte der Polizist.



    Oh Gott, er würden den Polzisten so gerne erwürgen! Fast schon fühlte Carlos seine Finger kribbeln. Aber nur Geduld, er musste sich nur noch ein wenig gedulden, dann wär er den Polizisten wieder los.



    Als sie vor Carlos Wohnung angekommen waren, liess er sich der Polizist nicht nehmen nochmal einen väterlichen Ratschlag auszuteilen.



    «Sei doch mal ein bisschen netter zu deiner Mutter, als Alleinerziehende hat sie es doch so schwer.»



    Ich würde den so gern umbringen, dachte Carlos, warum sind Bullen immer solche Arschgesichter.Aber er schaffte es grad noch sich ein müdes Lächeln abzuringen. Ferdinand, der die ganze Zeit auf Carlos Schultern ritt, schien seine Stimmung zu spüren und fing an Grimassen zu schneiden. Carlos packte ihn grad noch rechtzeitig und nahm ihn in die Arme.



    «Beachten Sie den gar nicht», sagte Carlos und endlich nach quälend lang scheinenden Sekunden und unnötigem Gelaber fuhr der Polizist davon.



    Na grossartig, dachte Carlos, jetzt kommt Teil Zwei, das Gezetere seiner Mutter und das liess tatsächlich nicht lang auf sich warten. Die wollte nämlich ein Gespräch führen. «Wir müssen mal reden» wie Frauen es so ausdrückten.



    Eine Stunde später lag er auf seinem Bett mit Ferdinand auf dem Bauch und wünschte sich nie geboren worden zu sein.




    Gott die Alte nervte, dachte Carlos, was bildet die sich ein? Die hat doch keine Ahnung von seinen Problemen, war schliesslich ihre Schuld, dass er in diesem Scheisskaff leben musste. Hier hielt ihn wirklich keine Zehn Gallopas mehr, nicht das er es hier sonstwie viel länger durchhalten würden als dorfbekannter Delinquent. Mit einem hatte der Polizist recht, mit seinem Verhalten hier winkte ihm bald der Jugendknast.



    Abhauen war da genau die richtige Lösung. Er hatte auch schon einen Plan gefasst, er müsste nur seine Alte in Sicherheit wiegern und den passenden Moment überm Wochenende abpassen, dann war er bald schon über alle Sieben Berge.

  • 2.Kapitel: Der Überfall


    Liebe Mutter



    Egal was du sagst, wir können einfach nicht miteinander. Ich halt’s hier in diesem Scheisskaff nicht mehr aus. Mit dem nächsten Hochgeschwindigkeitszug geht’s für mich ab nach Kalos, nach Illumina City. Such mich nicht, da du mir und Ferdinand nur auf die Eier gingest!!!


    Carlos


    P.S. Ich hasse dich!


    Super, dachte Carlos als er seinen Abschiedsbrief fertig geschrieben hatte, seine Alte würde volldrauf reinfallen und wirklich glauben er sei nach Kalos abgehauen. Er war wirklich stolz auf sich sich diese falsche Fährte ausgedacht zu haben. Selber hatte er nämlich was ganz anderers vor. Im nächsten Dorf Cipralo gab’s ‘ne Pokémonprofessorin, die bald wieder Pokémon an neue Trainer vergab. Er selber hat natürlich nicht genug Geld für so ein Pokémon, geschweige denn so eine Reise, also würde er’s einfach klauen. Das Leben als Kleinkrimineller war einfach nichts für ihn, er hatte grosse Pläne als echter Ganove gross rauszukommen, aber dafür brauchte er erstmal mehr Pokémon.



    «Hey Ferdinand», sagte Carlos und hielt seinem Griffel den Brief entgegen, «bald geht’s auf unsere eigene Pokéreise! Keine Scheissalte, die uns ständig in den Ohren hängt und kein Pauken für die Schule mehr!»



    «Griffel!» rief Ferdinand begeistert.



    Da seine Mutter am Samstag arbeitete, war das Abhauen zum Glück ganz einfach. Er hatte alles schon an den Vortagen unauffällig vorbereitet. Und als die Luft rein war, legte Carlos den Abschiedsbrief unter seine Bettdecke, so dass seine Mutter ihn nicht sofort finden würde und verliess die Wohnung.



    «So jetzt noch den unauffälligsten Weg nach Cipralo finden», sagte er halb zu sich halb zu Ferdinand. Vorsichthalber entschied er sich zunächst in die entgegengesetze Richtung zu gehen, falls ihn irgendjemand beobachten würde.



    Nach einer labyrinthischen Irrfahrt, die Odysseus eifersüchtig machen würde, um seine Spuren zu verwischen und nicht etwa weil er sich verlaufen hatte gelangte er zum Labor von Professor Ciprés.



    Es lag etwas abseits vom Dorfzentrum auf einer leichten Anhöhe und war von Bäumen umgeben, die fast schon wie ein kleines Wäldchen wirkten. Es war mittlerweile später Vormittag, aber es waren fast keine Leute in der Umgebung.



    «Perfekt für unsere erste grosse Schandtat», sagte Carlos zu Ferdinand, «bleib ruhig und benimm dich unauffällig – tun wir einfach wie ganz normale Pokémontrainer.»




    Und so sahen sie auch aus für unbedachte Beobachter. Ein normaler Jungtrainer mit modisch zerzausten Haaren, einer offiziellen Pokémon-Liga Kappe und einem grinsenden Pokémon auf den Schultern.



    Kurz bevor Carlos den Park betrag, der zum Labor gehörte schaute er sich noch ein letzten Mal möglichst unauffällig um und als die Luft rein war legte er und Ferdinand sich jeweils ein Halstuch ums Gesicht.



    «Denk dran Ferdinand, wenn uns jemand so erwischt, wir sind Hip-Hop Fans und so rumzulaufen ist der letzte Schrei.»



    Ferdinand formte seinen Hand am Schwanz in ein Daumenhoch-Zeichen und streckte es seinem Trainer entgegen um zu bedeuten, dass er alles verstanden hatte.



    Trotz allem fing Carlos doch ein kleines bisschen nervös zu werden, aber es half alles nichts, jetzt mussten sie durch und mit eingeklemmten Schwanz zurück nach Hause rennen ging nun erstmal recht gar nicht.




    Sie hatten Glück und es begegneten ihnen niemand bis sie zum Hauptraum gelangten.



    «Unglaublich, das hier alles so ungesichert ist», dachte Carlos, «die sind total die Schnarchnasen!»



    Und tatsächlich als er den nicht abgeschlossenen Raum betrat, schien da nicht nur niemand zu sein, sondern er konnte, sein Glück kaum fassen, drei Pokémonbälle war fein säuberlich auf dem Tisch gelegt und warteten nur auf einen neuen Besitzer.Die letzten Sekunden bis Carlos zum Tisch kamen ihm wie eine Ewigkeit vor und er musste sich vereinzelt eine Schweissperle von der Stirn wischen. Endlich aber kam er in Reichweite und streckte die Hände aus, nahm die drei Bälle und steckte sie in seine Sporttasche als plötzlich eine Stimme rief: «Hallo?»



    Aus dem Nebenzimmer kam eine hochgewachsene Frau Marke Sexbombe heraus. Carlos kam nicht umhin für eine Sekunde auf ihre Brüste zu starren, die mindestens DD waren.




    «Was machst du den da?», sagte Professor Ciprés, «Pokémonabgabe ist doch erst morgens und warum seit ihr beide maskiert?»



    «Das ist bei uns Hip-Hoppern grade der letzte Schrei!», kam es von Carlos wie aus der Pistole geschossen.



    «Griffel, griffel, griffel», pflichtete Ferdinand bei.



    «Äh ich geh dann mal und komm morgen wieder oder so», sagte Carlos und begann langsam zurückzugehen.



    «Moment, wo sind denn die Pokébälle?», rief Professor Ciprés, «hast du etwa ...»
    Just in dem Moment kam ein Assistent aus dem gleichen Nebenzimmer wie die Professorin.



    «Mit wem reden Sie den, Professor»; wollte der Assistent wissen.



    «Gib sofort die Pokébälle wieder her!», rief Professor Ciprés.



    «Ein Pokédieb?», rief der Assistent und kam auf Carlos zu.



    Carlos griff blitzschnell nach Ferdinand und hielt ihn mit beiden Händen den zwei Wissenschaftlern entgegen.



    «Hände hoch, ich hab ein Griffel! Eine falsche Bewegung und es ist Ende Gelände, ihr Flachwichser!»



    «Vorsichtig, Professor, der Verbrecher ist mit einem Griffel bewaffnet, sieht so aus als sei er bereit es zu benützen!»


    «Und ob!», rief Carlos, «dieses Griffel hat auch schon jemand auf ‘em Gewissen. Hat dem Trottel das Gesicht so schlimm zerkratzt, dass der Bestatter Überstunden schieben musste um es wieder herzurichten!»



    «Überleg dir bitte was du tust!»; sagte Professor Ciprés, «du bist ja noch jung, mit ein wenig Glück kommst du mit Sozialstunden davon, wenn du dich sofort ergibst.»



    «Auf den Boden Tussi, sonst gibt’s Hyperstrahl auf die Schnauze.»



    «Interessant», meinte Professor Ciprés, «soweit ich weiss können Pokémon der Basisstufe gar kein Hyperstrahl lernen!»



    «Und wenn schon!», schrie Carlos, «los, Sternschauer, Griffel!»



    Und auf Kommando schoss Ferdinand einen Sternenschauer in Richtung der zwei Wissenschaftler, die sich grad noch rechtzeitig duckte. Carlos ergriff sogleich die Gelegenteil abzuhauen.



    Aber so leicht liess sich Professor Ciprés nicht abwimmeln, sogleich sprang sie wieder auf die Beine und rief zu ihrem Assistenten.



    «Ihm nach!»



    «Ach du Scheisse, so war das aber nicht geplant!», konnte Carlos noch denken, als er durch die Tür des Labors hinausstürmte.



    Hinter sich konnte Carlos das Geräusch eines sich öffnenen Pokéballs hören. Dann das Pokémon: «Ohrdoch!»



    «Ohrdoch, lass den Pokémondieb nicht entkommen!», rief Professor Ciprés.



    «Mach ‘nen Grassknoten», rief Carlos und Ferdinand sprang von dessen Schultern und beschwor einen Grassknoten, worauf das Ohrdoch sofort hochkant auf sein Gesicht fiel.



    «Oh nein!», rief Professor Ciprés.



    «Ha! Wenigstens ist das fette Ding gut gepolstert!», feixte Carlos, «los Griffel versetzt ihm den Gnadenstoss mit Durchbruch!»



    «Schnell Ohrdoch, setzt Kameradschaft ein!»



    Carlos konnte seinen Augen kaum trauen, Ohrdoch und Griffel schienen tatsächlich vor seinen Augen Freundschaft zu schliessen.



    «G-Geht’s noch?... Los Wuchtschlag!»



    Diesmal schien Griffel sich nicht beirren zu lassen, mit einem fast schon diabolischen Grinsen holte es zum Wuchtschlag aus, während das Ohrdoch voller Entsezten die Stummelärmchen zum stummen Schrei hob, ob des plötzlichen Verrats. Zwei Sekunde später lag es auch schon K.O am Boden.



    «Ohrdoch»; rief Professor Ciprés und eilte sofort zu ihren Pokémon.



    Aus dem Augenwinkel sah Carlos wie der Assisent von Professor einen Schritt auf ihn zumachte und ein Handy in der Hand hochhielt. Auch ein weiteres Pokémon stand kampfbereit neben ihm, ein Bissbark.



    «Das wird dir nichts nützen! Ich habe bereits die Polizei verständigt, die jeden Moment hier sein wird. Ergib dich sofort und der Richter wird’s dir anrechten!»



    Carlos sah sich um, ganz so als ob bereits jeden Moment die Polizei sich auf ihn stürzen könnte, aber es half nichts. Ein Ablenkungsmanöver musste her um seine Haut zu retten.



    «Okay, okay, es tut mir auch Leid, ich geb die Pokémon auch zurück, dann geh ich wieder, ganz langsam, Leutz, niemand
    muss hier was überstürzen», sagte Carlos und hob die Hände abwehrend, «komm zurück Ferdinand!»



    Und während Ferdinand verwirrt zurück wühlte Carlos in seiner Tasche. Wohl oder übel musste er sich von einem Pokémon trennen. Am besten vom Pflanzen-Pokémon, da das grün war und somit an Gemüse erinnerte und er hasste Gemüse. Er nahm es und warf es der überraschten Professorin zu.



    «Da habt ihr»; sagte Carlos.



    Professor Ciprés fing den Pokéball und öffnete ihn sogleich und raus kam ein Bauz.



    «Und die zwei Anderen?», fragte Professor Ciprés.



    «Klar doch, Tante, hier kommen sie auch schon», damit nahm Carlos jeweils ein Pokéball in einer seiner Hände und hob sie hob, «los Griffel, bring die Bälle zur Tante. Ferdinand tat wie ihm befohlen, doch auf halben Weg zur Professorin rief Carlos:»Schiess die Bälle so weit weg wie möglich und lass uns abhauen bevor die Bullen kommen.» Und genau das tat Ferdinand auch.



    Der Verwirrung war komplett. Ferdiand schoss die beiden Bälle jeweils mit seinem Schwanz weit über die Köpfe der Wissenschaftler hinweg und Carlos machte sich schleunigst aus dem Staub. Der Assistent drehte sich hin und her: «Äh, sollen wir ihnen nach? Oder ...»



    «Nein, die Bälle sind wichtiger», sagte Professor Ciprés und sie und der Assistent begannen danach zu suchen.



    Indessen war Carlos fast schon über alle Berge, er rannte die Strasse zurück, während er danach Ausschau hielt, ob die Polizei auftauchte. Er konnte nur hoffen, dass das Manöver ihm genug Zeit verschaffte bis die Wissenschaftler bemerkten, dass die letzten zwei Pokébälle ausgetauscht waren und er immer noch zwei Pokémon bei sich hatte.



    «Zurück in den Ball Ferdinand, die suchen nach ‘nem Trainer mit ‘nem Griffel, dubist zu auffällig!», sagte Carlos.



    Hastig stopfe er sein Gesichtstuch in die Tasche, als er plötzlich mit voller Wucht gegen jemand knallte und fiel zusammen mit der Person hin.




    «Verfickte Scheisse, kannst du net aufpassen, du Hornochse», fluchte Carlos. Ausgerechnet jetzt, dachte er noch.



    «Tu-tut mir so Leid», sagte eine piepsige Mädchenstimme. Sie gehörte zu einem blonden Mädchen. Und wenn Carlos auch verärgert kam er nicht um zu bemerken, dass sie ganz passabel aussah, obwohl ihre Oberweite nach Carlos Geschmack ein bisschen zu wünsche übrig liess.



    «Wasauchimma», sagte Carlos als er sich aufrappelte, als ihm plötzlich ein Licht aufging.» äh ... du willst nicht zufällig zur Professorin Ciprés.




    «Doch»; sagte das Mädchen, die noch am Boden sass, «genau zu ihr will ich. Ich wollte ihr ein seltenes Pokémon zeigen, dass mir jemand geschenkt hat.»



    Zwei Dinge gingen Carlos da durch den Kopf, das Mädchen hatte ihn gesehen und würde der Polizei sicherlich Bescheid sagen und sie hatte ein seltenes Pokémon bei sich, dass bestimmt viel Wert ist und man verschachern konnte. Und tatächlich sah er den Pokéball ganz leicht zu erreichen an ihrem Gürtel hängen.




    Plötzlich drehte sich Carlos Benehmen um 180°, er half dem Mädchen sogar auf, was er vorher tunlichst unterlassen hatte und drehte seinen Charme auf: «Sag das doch gleich. Das ist aber der falsche Weg. Komm ihr zeig dir die richtige, ist gleich dort drüben.»



    «äh ... wirklich?, na ja ich war nie besonders gut im Kartenlesen.»



    «Jo», sagte Carlos und rief Griffel, «das Pokémon ist von ihr, also kannst du mir ruhig glauben.»



    Das Mädchen nickte und folgte ihm jetzt etwas bereitwilliger als sie das Pokémon sah. Jemand der ein solch süsses Griffel bei sich hatte konnte schliesslich kein schlechter Mensch sein.



    Carlos bugsierte das Mädchen geschickt in eine Seitenstrasse, wo es sowohl für zufällige Passanten als auch der Polizei schwierig war sie zu sehen. «Ist hier ‘ne Abkürzung zur nächsten Hauptstrasse.»



    Er gab Ferdinand ein geheimes Zeichen, worauf er auf die Schultern des Mädchen sprang.



    «Hey, Griffel, du kannst doch nicht einfach auf fremde Leute rumklettern», spielte Carlos die Empörung.



    «Nein, nein, sagte das Mädchen, «das mach mir gar nichts aus, ich liebe Pokémon.» Sie streichelte Ferdinand und bemerkte auch garnicht wie der geschickt ihr den Pokéball mit seinem Schwanzhand stahl und auch nicht wie Carlos beiläufig ihm den Ball abnahm und einsteckte.



    «Die nächste Hauptstrasse, dann ganz einfach gradeaus, kannst du nicht verfehlen, grosses, altmodisches Gebäude! Also mach’s gut!»



    Carlos entfernte sich bereits so schnell wie möglich ohne zu auffällig zu sein
    .


    «Hey, vielen Dank», rief im das Mädchen hinter und winkte fröhlich, «mein Name ist übrigens Isabella!»



    «Klaro, mein Name ist Enrique!», rief Carlos, aber er dachte, Gott, die Schnalle hat ja nur Stroh im Kopf.



    Carlos rief Ferdinand wieder zurück und machte sich schnellstmöglichst aus dem Staub, erst als er es in eine Strassenbahn geschafft hatte fing er an sich zu beruhigen und ein Gefühl der Euphorie stellte sich. An einem Tag hatte er es geschafft satte drei Pokémon zu stehlen und er war immer noch auf freien Fuss.



    «Ja!» rief er und machte eine Siegerpose indem er die Faust in die Luft stiess, was im verdutzte Blick der anderen Passagiere einbrachte.



    Langsam dämmerte es Carlos aber, dass er noch nicht aus dem Schneider war, schliesslich könnte er immer noch geschnappt werden, wenn er sich dumm anstellte, ausserdem hatte er kein zu Hause mehr wohin er zurückkehren konnte und wenn er draussen unvorsichtig übernachtete könnte ihn die Polizei als Obdachlosen aufgabeln und alles käm raus. Nein, das durfte nicht passieren, er musste immer noch vorsichtig sein.



    Carlos war schon wieder beim Ränkeschmieden. Olma City im Südwesten seines Dorfes, dachte er wäre ein gutes Ziel. Liegt weit genug weg, dass sie ihn nicht sofort dort suchen werden und gross genug, dass er sein gestohlenes Pokémon im Schwarzmarkt loswerden konnte. Ausserdem würde man ihn wahrscheinlich eher im Sudosten in Saradonna City vermuten, die Hauptstadt der Region.




    Andererseits konnte er immer noch nicht seine gestohlenen Pokémon begutachten. Er hatte keine Ahnung, was er genau gestohlen hatte, aber das musste warten. Er musste noch heute nach Olma City schaffen, auch wenn das Nachtschicht bedeutete.

  • 3. Kapitel: Isabella Entschluss


    «Richtig, Officer», sagte Professor Ciprés, «so ist es ungefähr passiert, aber wie gesagt, das Gesicht des Diebes konnten wir nicht sehen.


    «Eine schlimme Sache», sagte der Polizeibeamte, «grad in einem Dorf wie Cipralo, das sonst so sicher ist.»


    Plötzlich stürmte ein blondes Mädchen völlig unter Tränen ausfgelöst im Labor.


    «Junge Dame», sagte der Polizist, «wir sind grade in einem wichtigen Gespräch.» Doch erst dann bemerkte er, dass das Mädchen ein völlig verheultes Gesicht hatte.


    «Mein ... mein POKE-mon»; sage Isabella unter Rotz und Tränen, «geklaut, er hat’s geklaut, er war zuerst so nett, dann falscher weg, pokemonwech ...»


    Die Professorin stand auf und legte ihren Arm und Isabella: «Setz dich erst mal hin und beruhige, dann kannst du uns alles in Ruhe erzählen. Viktor hat auch etwas Tee gemacht.»


    Mit Vikor war der Assistent gemeint, der ebenfalls am Tisch sah.


    «Okay», brachte Isabella hervor. Und nachdem sie sich gesetzt hatte und etwas Tee getrunken hatte, hatte sie sich soweit beruhigt um wieder normal auszureden.


    «Dieser Dieb ist also die gleiche Person, die hier eingebrochen ist, kannst du ihn genau beschreiben?», fragte der Polizist.


    «Ja, sagte Isabella, «dunkle, zerzauste Haare, er hatte ein bisschen ein Milchgesicht, also nicht jemand von dem man normalerweise erwartete solche Dinge zu machen, also einen silbernen Ohrring im rechten Ohr. Braune Augen. Ungefähr im meinem Alter, also um die Fünfzehn, recht gross, sportlich gebaut. Trug einen Kapuzenpulli und eine Pokémon-Liga Kappe.»


    «Am besten du kommst auf die Wache mit, damit wir ein Phantombild anfertigen können.»


    Isabella nickte, doch dann brach sie abermals in Tränen aus.»Es tut mir so Leid Professor Ciprés. Ich weiss ja, dass sie das Aloha Vulpix gerne mal ansehen wollte. Und ihr Cousin hat mir es geschenkt, weil er mich für vertrauenswürdig hielt. Wenn er davon erfährt wird er garantiert wahnsinnig von mir enttäuscht sein. Ich kann nicht glauben wie naiv ich war und mich so leicht übertölpeln liess.»


    «Mach dir keine Vorwürfe Isabella, niemand konnte sowas hervorsehen. Wir sind auch nicht viel besser dran unser Feurigel und Froxy wurde gestohlen und wir hatten nich mal irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen.»


    Nach noch etwas gutem Zuredem verabschiedete sich Isabella und ging mit dem Polizisten mit zur Phantombildaufnahme.


    Auf dem Weg dorthin schwirrten die Gedanken in Isabellas Kopf nur so umher. Selbst wenn sie das BIld der Polizei gab, war keineswegs gesichert, dass man den Dieb finden würde, schlimmer noch es wäre durchaus möglich, dass auch wenn der Junge geschnappt worden wäre, dass ihr Vulpix bereits schon verkauft worden wäre und sie würde es nie wieder sehen. Selbst wenn Professor Ciprés ihr gut zuredete, konnte sie nicht glauben, dass sie nicht doch eine grosse Entäuschung für alle war. Langsam begann ihr zu dämmern, dass sie sich nicht einfach auf die Polizei verlassen konnte, schliesslich war ja alles ihre Schuld. Aber selbst etwas unternehmen? Sie wussten ja gar nicht genau wo da anfangen.


    Bei der Polizei ging es relativ schnell. Auf die Frage wie hoch die Chance waren ihr Vulpix wieder zu finden zuckte der Polizist nur mit den Schultern, aber dann bestätigte er ihr doch ihre Befürchtungen, selbst wenn der Dieb geschnappt würde, wäre die Wahrscheinlichkeit, ihr Vulpix wieder zu finden gering, wenn er es schon verkauft hätte.


    Zu Hause wieder angekommen musste sie alles ihrer Familie erklären, aber schon bald zog sie sich frühzeitig zum Schlafen zurück.


    Das verhalf ihr aber nicht zur Ruhe, prompt als sie eingeschlafen war hatte sie auch schon fürchterliche Alpträume. Ihr armes Aloha-Vulpix schrieh vor Schmerzen, während es in einer stählernden Box mit scharfen Nägeln angekettet war. Darüber thronte das Milchbubigesicht des Diebes, der haufenweise Geldscheine in den Händen hielt und rief: «Mir geht’s nur um Kohle, Pokémon und Menschen sind mir total egal!» Dann folgte die hämischste Lache, das ihr zermartertes Gehirn sich vorstellen konnte. Währenddessen trug ein schmieriger, extrem übergewichtiger alter Mann mit Sonnenbrille, ihr armes Vulpix weg und sagte: «War mir eine Freude mit dir Geschäfte zu machen, das Vulpix werde gleich zu meinem Koch bringen, damit er Chorizo daraus machen kann!». Worauf Vulpix schrieh: «Hilf mir Isabella, hilf mir doch, ich will nicht zu Chorizo verarbeitet werden!»


    Darauf erwachte Isabella völlig schweissgebadet und ausser Atem.


    «Oh mein Gott, nur ein Alptraum», sagte sie sich, «die werden Vulpix schliesslich doch nicht wirklich zu Chorizo verabreiten?»


    Es half nichts, es war nun klar, dass sie selbst etwas unternehmen musste um ihr Vulpix zu retten. Sie konnte sich einfach nicht nur auf die Polizei verlassen. Sie schaute auf die Uhr und sah, dass es bald Morgen sein würde, sie fasste den Entschluss Professor Ciprés noch einmal einen Besuch abstustatten und um Rat zu fragen. Am besten machte sie sich gleich bereit um auf keinen Fall zu spät zu kommen, schlafen konnte sie jetzt ohnehin nicht mehr.


    Ein paar Stunden später betrat sie abermals das Labor von Professor Ciprés. Die anderen Trainer, die eigentlich an diesem Tag ihre Pokémonreise beginnen sollten, waren bereits anwesend, es waren drei Jungs, sie kam also grade rechtzeitig.


    Professor Ciprés erkannte sie sogleich und machte aber ein überraschtes Gesicht.


    «Isabella, was machst du denn hier, ich hoffe es geht dir schon wieder besser, wolltest du der Pokémonvergabe an die neuen Trainer anschauen, du weisst wir müssen etwas improvisieren, wegen den gestohlenen Pokémon!»


    «Einfach der letzte Dreck», sagte einer der Jungen, «wenn ich den Versager erwische, mach ich den eigenhändig platt, die ganze Reise verzögert sich nur wegen dem!»


    Isabella erschrak ein wenig ober der aggressiven Art des Jungen, er hatte weisse Haar und braune Augen, die wirkten als würden sie ein Stahlos niederstarren können, seine Kleidung hingegen war gradezu minimalistisch, ein tank-top, Trainerhosen und Kampfstiefel.


    «Das ist Dario», stellte Professor Ciprés ihn vor, «er ist der Sohn des Arenaleiters von Navarro City. Seine Art ist etwas schroff, aber er ist sehr talentiert. Die anderen stell ich dir auch gleich vor, dass hier ist Nacho, seine Mutter betreibt ein Pokémoncenter in der Nähe und das hier ist Antonio, sein Vater ist von den Top Vier.»
    «Echt»; sagte Isabella, «bist du etwa der Sohn von Michele, du siehst ihm nämlich ziemlich ähnlich?»


    «Äh ja, genau der» lachte Antonio verlegen und hielt sich den Hinterkopf.


    «Du bist ja richtig niedlich», sagte Nacho und kam sogar auf sie zu und nahm ihre Hände in die seinen, «gib mir doch gleich mal deine Nummer:»


    «Geht’s noch, Nacho, «, meinte Antonio, «du hast sie ja noch nicht mal nach ihrem Namen gefragt!»


    «Genau»; sagte Professor Ciprés, «das ist Isabella, meine Nichte! Ich hab euch bereits erzählt, dass ihr Pokémon ebenfalls gestohlen worden ist.»


    Sofort herrschte etwas bedrücktere Stimmung.


    «Der Typ hat dir echt auch noch dein Pokémon nach dem Einbruch geklaut», sagte Nacho, «dem ist echt nicht mehr zu helfen, so ein richtig abgebrühter Kerl!»


    «Ähm ja ...», sagte Isabella und nahm langsam ihre Hände aus Nachos Hände um nicht zu unhöflich zu erscheinen, «deswegen bin ich gekommen. Aber ich will niemanden unterbrechen.»


    «Das ist kein Problem»; sagte Professor Ciprés, «da wir nur noch das Bauz bei uns haben, müssen wir noch auf die zwei Ersatzpokémon warten, ein paar Stunden wird das leider schon dauern!»


    «Professor Ciprés!»; sagte Isabella darauf, «ich habe heute Morgen einen Entschluss gefasst, ich will selbst nach Vulpix suchen. Der Polizist auf der Wache hat mir gesagt, dass selbst wenn man den Dieb schnappte, die Chance schlecht stünden Vulpix wieder zu finden, wenn er es bereits verkauft hätte. Deswegen möchte ich unbedingt selber nach ihm suchen, wenn es auch nur die kleinste Chance gibt muss ich es versuchen.


    Aber ich hab ja kein Pokémon mehr und bräuchte unbedingt die Hilfe eines. Können Sie mir nicht ausshelfen. Ausserdem muss es doch ein Pokémon geben, dass besonders gut dazu geeignet ist verlorene Pokémon zu finden, ich kenn mich da nicht aus.»


    «Nun ja, ich weiss»; sagte Professor Ciprés, «so was könnte doch sehr gefährlich werden, man weisst ja nicht wozu so ein Dieb fähig ist, was ist wenn es zum Kampf kommt?»


    «Darum brauche ich erst recht ein Pokémon, ausserdem geht’s es mir in erster Linie Vulpix zu befreien, kämpfen werde ich nur im Notfall.»


    «Find ich super, wenn wir alle Pokétech-Nummern austauschen können wir auch in Kontakt bleiben und dir helfen, wenn du Hilfe brauchst», sagte Nacho.


    «Das ist jetzt aber net nur ‘ne billige Masche um an ihre Nummer ranzukriegen?», meinte Antonio.


    «Was denn?», sagte Nacho, «willst du sie etwa ganz alleine ihrem Schicksal überlassen.


    «Na ich weiss nicht»; sagte Dario, «mich interessieren nur Pokémonkämpfe und sonst nix, ihr zu helfen scheint eher nervig zu werden ... »


    «Einfühlsam ...», sagte Nacho.


    «... obwohl ich glaub es gibt einen Weg, wie sie ihr Pokémon wieder finden kann, du müsstest aber bereits eine enge Bindung mit deinem Vulpix haben und ich hab keine Ahnung ob es klappt.»


    «Wirklich?», fragte Isabella hoffnungsfroh, «was ist das denn für eine Möglichkeit.» Dabei strahlte sie Dario förmlich an, wobei der sich etwas erschrocken zurücklehnte.


    «Also mein Vater meinte mal vermisste Pokémon könnte man durch ein Pokémon, das die Attacke Seher beherrscht wiederfinden. Allerdings müsste die Bindung zwischen Trainer und dem vermissten Pokémon sehr eng sein, ihre Zukunft müsste quasi bereits eng miteinander verbunden sein oder so, keine Ahnung wie es genau funktioniert.»


    «Wirklich?», sagte Professor Ciprés, «das ist selbst mir neu, aber es klingt äusserst interessant. Am besten wir kontaktieren deinen Vater gleich und erfahren Näheres? Dario! Warum benützt du nicht das Telephon dort drüben?»


    Dario nickte. Wenige Augenblicke später hatte er seine Mutter erreicht. Die schien ziemlich überrascht schon mit ihm zu reden.


    «Nanu, Dario, du rufst schon an, so wie ich dich eingeschätzt hätte, würdest du erst wieder anrufen wenn du Ligachampion geworden bist.»


    «Es geht nicht um mich», sagte Dario, «wir haben ein Problem und wir brauchen Vaters Ratschlag.»


    «Oh. Kein Problem ich hol ihn mal schnell!»


    Professor Ciprés und Isabella hatten sich bereits neben Dario gestellt um mitzuhören. Ein bisschen war Isabella auch gespannt wie Darios Vater wohl aussah, ob er genau grimmig dreinblickte wie er.


    Und tatsächlich wenige Minuten später tauchte am anderen Ende des Bildes ein muskulöser Mann mit stolzem, aber grimmigen Blick auf.


    «Ja, was gibt’s denn, mein Sohn?», fragte Darios Vater.


    Dario erklärte im kurz der Stand der Dinge woraufhin sein Vater sagte:


    «Soweit ich weiss, wissen wir es selber noch nicht genau wie es funktioniert. Seherfähigkeiten sind eine merkwürdige Sache, es hängt wohl auch vom Geschick des einzelnen Trainer und des Pokémon. Es ist also nicht gesagt, das es auch funktioniert. Allerdings weiss ich davon von Vanna, einer Pokémonzüchterin, die auf Psi-Pokémon und Feen-Pokémon spezialisiert ist. Sie hat mir erzählt, dass ein Azumarill von ihr in der Lage war ein vermisstes Azurill wiederzufinden.Dieses Azumarill hat auch verschiedene Kinder, wenn deine Freundin es schafft einer von diesen Marills zu erhalten, dann wären ihre Chancen grösser. Ich werde versuchen sie für dich zu erreichen.»


    Und damit war das Gespräch auch beendet.


    Während sie warteten besprachen die Vier Trainer noch einiges. Professor Ciprés versicherte, dass die zwei Ersatzpokémon bald eintreffen würden, sie hatte nämlich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt es so schnell zu schaffen.


    «Ein Hydropi und ein Flamiau», erklärte sie.


    «Dann wären die drei Pokémon, die Auswahl stehen ein Bauz, Hydropi und Flamiau.», sagte Antonio.


    «Habt ihr denn schon drüber nachgedacht, welches ihr gern haben wollt», fragte Nacho, «als ich find das Bauz am besten, habt ihr schon die letzte Evo-Stufe von dem gesehen, das Silvarro? Der Hammer!»


    «Also ich nehm das Hydropi», meinte Dario trocken, «das kann Erdbeben lernen.»


    «Also das Flamiau wär mir total recht», meinte Antonio, «das sieht total süss aus ... ich meine krass, es sieht total krass aus», fügte er hastig zu als er Darios Blick bemerkte.


    «Schön das sich das so schnell geklärt hat»; meinte Professor Ciprés, «ist schon öfters vorgekommen, dass ich das Los entscheiden lassen musste. Und damit gab Professor Ciprés das Bauz an Nacho. Der es sofort aus dem Pokémonball liess und Freundschaft mit ihm Schluss.


    «Wenn es ein Mädchen ist, kannst du sie ja gleich nach ihrer Nummer fragen», sagte Antonio.


    Alle lachten, ausser Dario, dessen Sinn für Humor wohlbei seiner Geburt für mehr Kampfkraft eingetauscht wurde.


    Plötzlich kam ein eingehender Anruf, als Professor Ciprés abnahm, begrüsste sie eine jung Frau mit lila Haaren.


    «Hallo mein Name ist Vanna, Nesto hat mir alles erzählt. Wo ist denn die junge Dame, die das Seher-Pokémon benötigt?»


    «Das bin ich», sagte Isabella.


    «Hast du den dein Vulpix schon lange, ist eure Bindung sehr tief?»


    «Nun, nicht sehr lange, aber trotzdem liebe ich es über alles. Als ich in den Ferien in der Aloha Region war wurde es mir von Professor Avellano geschenkt, deswegen kann ich auf keinen Fall einfach stillsitzen bleiben. Professor Avellano hat mir dieses Pokémon gegeben, weil er glaubte ich passe gut drauf auf. Ihn zu enttäuschen kommt nicht in Frage. Die Bindung zwischen einem Trainer und einem Pokémon hängt ja nicht nur davon ab wie lang man sich kennt, sondern manchmal hat man das Gefühl ja auch jemand schon ewig zu kennen, auch wenn man ihm erst kurz zuvor begegnet ist.


    Ich weiss, dass es eine grosse Bitte ist, aber wenn sie in der Lage sind mir zu helfen, dann bitte ich sie inständig drum mir eines ihrer Marill zu leihen, nicht um meinet Willen, aber um Vulpix willen und Professor Avellano.»


    «Oho»; sagte Vanna und schloss darauf die Augen, als ob sie nachdachte, «du scheinst sehr entschlossen zu sein, aber es hängt nicht allein von mir ab, sondern ...»


    «Marill!», rief ein Pokémon plötzlich und sprang auf Vannas Schoss, so dass Isabella es ebenfalls sehen konnte. Und noch einmal: «Marill!» Es schien ganz so, als habe es Isabella verstanden und sein Einverständniss zu geben.


    «Genau, Marill!», sagte, «Vanna, du und Marill müsst in der Lage sein gut zusammen zu arbeiten oder die Seherfähigkeit kann nicht funktionieren. Wenn Marill nicht will, dich also nicht mag wird es schwierig, ausserdem kann es nur indirekt in die Zukunft von Vulpix blicken, deswegen ist es wichtig, dass das emotionale Band zwischen dir und Vulpix stark ist.


    «Marill, Marill!», das Marill schien sehr fröhlich zu sein, es zeigte mit einer Pfote auf Isabella und dann machte es ein grimmiges Gesicht, um wohl seine Entschlossenheit Ausdruck zu bringen. Vom Lärm angelockt tauchte noch ein anderes Pokémon auf.


    «Azumarill?», sagte es zum Marill und sie begannen miteinander zu reden.


    «Mit dem ‘mögen’ scheint es ja kein Problem zu geben. Marill scheint ja Feuer und Flamme zu sein. Es hat sogar Azumarill angelockt.»


    «Ich verstehe»; sagte Isabella, das ist sicherlich Marills Mutter, von der ich schon gehört hab und sie macht sich bestimmt Sorgen um ihr Kind!»


    «Richtig!»; sagte Vanna, «und sie streiten sich grade, da Marill anscheinend bereits beschlossen hat dich zu begleiten.»
    «Ist das denn wahr, Marill?», fragte Isabella, «willst du mir wirklich helfen?»


    Darauf hoppste Marill direkt auf die kleinen Lage vorm Bildtelephon und nickte während es abermals ein grimmig entschlossendes Gesicht machte und die Fäuste anscheinend zum Kampf bereit hob.


    «Du bist ein wahrer Schatz», sagte Isabella, «aber deine Mutter wird sich doch sicher Sorgen machen.»


    Darauf zuckte das Marill mit den Schultern, zeigt abschätzig auf das Azumarill und schnitt dazu Fratzen, die man wahrscheinlich so deuten konnte, als sei Mutter Azumarill eine alte Kanne, die sich immer über alles sinnlos beschweren würde.


    Die Fratzen verfehlten ihre Wikrung nicht, das Azumarill lief rot and und redete auf das Marill belehrend und mit erhobenen Pfote ein.


    «Hmm», meinte Vanna, «Marill ist wohl in dem Lebensabschnit dem man bei uns Menschen als Pubertät bezeichnen würde.»


    «Streitet euch doch bitte nicht meinetwegen»; sagte Isabella. Dann erklärte sie die Umstände dem Azumarill noch einmal, was es zu besänftigen schien.


    «Bitte Mutter Azumarill, ich brauche die Hilfe wirklich dringend, ich verspreche auch mich regelmässig zu melden, damit ihr auch wisst, dass mit Marill alles in Ordnung ist.»


    Nach einigem Hin und Her willigte Azumarill letzlich ein und Marill vollführte sogleich einen Freudentanz.


    «Gut»; sagte Vanna, «dann werde ich Marill nun hinüberschicken. Ich bitte dich aber im Kontakt zu bleiben.»


    Damit benützte Vanna den Pokémontransporter um Marill zu verschicken, während des Transfer erklärte sie Isabella noch ein paar Details über die Seherattacke. Fügte aber dann hinzu: «Aber bedenke es ist keine exakte Kunst und letzendlich muss du selbst experimentieren.» Darauf tauschten die beiden noch ihre Nummern aus und Marill war auch schon angekommen.


    Als Isabella den Pokéball öffnete um Marill zu begrüssen hopste Marill ihr gleich in die Arme.


    «Das Ganze scheint ja gut anzufangen!», meinte Professor Ciprés.


    Der Rest des Morgens wurde mit allerlei Vorbereitungen verbracht. Die Vier Trainer tauschten noch ihre Nummern aus um im Kontakt zu bleiben. Selbst Dario meinte, er könnte ihr vielleicht helfen, wenn er auch in der Nähe war, aber nur dann.


    Professor Ciprés schenkte Isabella noch etwas, spezielle Sender, die man unauffällig an Pokébällen befestigen konnte und sie mit einen Pokéradar verfolgen konnte.


    Isabella blieb noch kurz um der Vergabe der restlichen zwei Pokémon beizuwohnen, die dann endlich einige Stunden später kamen. Aber schliesslich kam die Zeit um sich zu verabschieden und jeder der Vier Trainer ging seinen eigenen Weg. Isabella plante noch einen kurzen Abstecher zurück nach Hause um sich von ihrer Familie zu verabschieden, aber dann ging es auf um Vulpix zu retten, denn die Zeit drängte.


    Professor Ciprés allerdings konnte nach dem Tumult sich endlich wieder entspannen. «Nach der ganzen Aufregung brauch ich erst einmal einen Schluck Whiskey», sagte sie zu sich.

  • Huhu (:
    Da dir hier noch niemand Kritik da gelassen hat, dachte ich, ich hinterlasse dir mal einen kurzen Kommentar :3 Vorab gesagt, wäre es vielleicht besser, du würdest zwischen den einzelnen Kapiteln etwas mehr Zeit lassen, damit man nicht so eine Wot kommentieren muss, das wirkt sonst etwas abschreckend. Ich werde im Folgenden aus Zeitgründen deshalb auch nur zum Startpost und etwas zum ersten Kapitel sagen c:



    Startpost: Ist in den Grundzügen auf jeden Fall schon mal ganz gut geworden. Man hat ein kurzes Vorwort, eine kleine Erklärung, wieso du das schreibst, ein bisschen was zur Geschichte, einen Disclaimer und einen Spoiler mit den Charakteren, zu denen ich aber gleich noch kommen werde. Was du noch machen könntest, wäre, optisch etwas mehr aus deinem Startpost herauszuholen. Du könntest ein Bild heraussuchen, das zu deiner Geschichte passt und es sozusagen als "Buchcover" hier posten, natürlich mit Link zur Quelle, man will denjenigen ja nicht beklauen. Dann könntest du noch eine Gliederung erstellen, im Sinne von Vorwort, Inhalt, Warnung, Charaktere und so weiter, einfach ein bisschen mit verschiedenen Schriftgrößen und -farben, mit Formatierungen spielen, damit dein Startpost von der Gestaltung her heraussticht. Damit machst du den Leser auch gleich viel neugieriger auf das, was du dann in Textform postest c:
    Außerdem würde ich dir raten, eine kleine Inhaltszusammenfassung zu erstellen. Man kann zwar aus dem Titel schon erahnen, worum es ungefähr geht, aber so ein grober Überblick, vielleicht mit einigen schönen Cliffhangern, wäre schon nicht schlecht. Damit kannst du auch, sofern du es richtig anstellst, die Neugier des Lesers auf deinen Text vergrößern und ihn eher dazu bewegen, sich deine Kapitel durchzulesen.



    Charaktere: So, kommen wir zu den Charakteren. Ich muss zugeben, beim Lesen der kleinen Steckbriefe erschienen mir die Charaktere alle etwas...nunja, oberflächlich? ^^" Ich weiß, es ist nur zur Übung, dennoch finde ich, sie könnten, auch im Hinblick auf ihre Motivation zu handeln, etwas überarbeitet werden. Erst einmal wüsste ich gerne, wie alt die Prota- und Antagonisten überhaupt sind, dann, aus welcher Stadt dieser neuen oder vielleicht auch aus welcher der älteren Regionen sie kommen, eventuell kannst du ihnen auch noch einen Nachnamen verpassen. Von den Persönlichkeiten her sind die Charaktere auch recht...starr. Man erfährt so ein, zwei Sätze, die doch eher stereotyp sind. Das ist der Aufreißer, das ist der Außenseiter und Carlos ist böse, einfach weil...? Es gibt so viel, was man an einem Charakter noch berücksichtigen kann, ich meine, du bestehst ja wahrscheinlich auch nicht nur aus Moralvorstellungen und schlechtem Verhalten, oder? ;)
    Was hat jemand für gute und für schlechte Eigenschaften? Was mag er, was mag er nicht? Das kann sich auf alles Mögliche beziehen wie Sport, Essen, andere Menschen, Spiele, Fernsehen und und und. Was hat er für Stärken und Schwächen? Ist er sportlich oder eher faul und unbeweglich? Kann er andere Menschen gut einschätzen oder ist er ein Emotionsmensch, der einfach spontan handelt? Diese Fragen könntest du dir bei der Erstellung deiner Charaktere noch einmal stellen und sie dahingehend noch überarbeiten :3



    Erstes Kapitel: Nun, der erste Gedanke, der mir dazu kam, war "Wow, so viele Kraftausdrücke..." . Ich weiß, du hast es extra im Startpost erwähnt, aber ich an deiner Stelle würde es aus zweierlei Gründen reduzieren. Erstens, das liest sich einfach nicht so gut. Ich zum Beispiel bin ein Mensch, der versucht, auf so etwas zu verzichten, weil es einfach nicht ästhetisch ist. Es liest sich unschön und lässt einen Text einfach zu etwas Niveaulosem verkommen ^^" An einigen Stellen kann das durchaus angebracht sein, aber es gibt bestimmt auch Synonyme für solche Worte, die etwas weniger...kräftig sind.
    Zweitens wird hier im Forum auch darauf geschaut, welche Wortwahl man benutzt und es ist eigentlich nicht so gerne gesehen, wenn einem öfter das Wort "Titten" oder "Flachwichser" ins Auge springt, weil es hier nämlich noch jüngere User gibt, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Da müsstest du etwas aufpassen, dass du diese Grenze nicht überschreitest.
    Ansonsten... nun, Carlos wurde festgenommen, spricht mit dem Polizisten, spricht mit seiner Mutter... an sich gefällt mir deine Schreibweise, das Pacing ist auf jeden Fall sehr schön, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Was mir allerdings etwas gefehlt hat, waren die Beschreibungen. Carlos' Gedanken bringst du auf jeden Fall gut zur Geltung, in ihn kann man sich gut hineinversetzen, aber ich würde gerne mehr über seine Gefühle und vor allem die Umgebung erfahren. Wie sieht die Zelle aus oder das Präsidium? Der Polizeiwagen? Was hat er dort wahrgenommen, Gerüche, Geräusche, generelle Eindrücke? Hat das irgendwelche Auswirkungen auf seinen Körper? Schlägt sein Herz schneller, kann er ruhig atmen, gibt ihm das vielleicht sogar einen Adrenalinstoß? Was fühlt er, wenn Ferdinand endlich wieder bei ihm ist, was, als er ihm weggenommen wurde? Damit könnte man noch gut ein paar Zeilen füllen und dem Leser mehr das Gefühl geben, wirklich in der Situation zu sein c:
    Carlos' Reaktion gegenüber seiner Mutter...nun, es gibt bestimmt viele Teenager, die so denken, in dem Moment allerdings war das auch wieder so eine Klischeekeule, die mir da ins Gesicht geschlagen wurde. Alles die Schuld der Mutter, das arme Kind hat sonst nichts zu tun, außer zu randalieren und Ärger zu machen, es trägt selbst natürlich NICHTS zum Charakter bei... :rolleyes: Einfach ein bisschen aufpassen, dass du nicht zu stark in die Stereotypen abrutschst.


    So, und zum Schluss werde ich dir noch ein paar Topics verlinken, die dir hoffentlich etwas helfen werden :3


    ~ Regeln des FF Bereichs
    ~ Startpost
    ~ Charaktere




    Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas helfen und ich wünsche dir noch viel Spaß beim Schreiben! :3

  • Hoothoot!


    Sou, eine weitere Übung im Kurzkommischreiben für mich, und du bist eines meiner Opfer! >:3


    Ich habe mir mal das aktuellste Kapitel deiner Geschichte angesehen. Was auch bei den bisherigen Teilen auffällt, ist dein Hang zu Leerzeilen. Sicherlich hat jeder seinen eigenen Gestaltungsstil, aber in der Form stört das den Lesefluss. Normalerweise benutzt man das auch nur, wenn es einen klaren Orts-, Zeit-, u.U. auch Perspektiven- oder Handlungswechsel gibt. Ich würde dir jedenfalls raten, das zu reduzieren und lieber mit Absätzen zu arbeiten.
    Dein Schreibstil selbst ist schön flüssig und dein Handlungsaufbau ist auch nicht schlecht. Deine Figuren interagieren miteinander, zeigen einander (Mit-)Gefühl und leben nicht nebeneinander her, wie man das manchmal so sieht.
    Was deiner Geschichte aber noch gut zu Gesicht stehen könnte, sind mehr Beschreibungen. Das "wie", sozusagen. Du kannst zum einen sehr gut mit Adjektiven und Vergleichen arbeiten, um eine Situation lebendiger zu gestalten (solange du es nicht übertreibst) und in ruhigeren Momenten auch mal ein wenig bei der Umgebung verweilen. Sinneseindrücke spielen da auch eine wichtige Rolle: Was hören, sehen, riechen, ggf. schmecken oder fühlen die Figuren auf der Haut? Was nehmen sie mit ihren Sinnen wahr, und was davon hilft dir, die Situation plastischer darzustellen? Solche Details können eine Menge bewirken, um dem Leser deine Geschichte noch greifbarer zu machen.
    Ansonsten hast du aber einige meiner Meinung nach sehr schöne und kluge Details eingearbeitet. Die Peilsender für Pokébälle z.B. sind eine kleine, aber raffinierte Idee, um der folgenden Handlung ein paar Möglichkeiten zu bieten und weist den Leser im Grunde auch schon auf etwas hin, das folgen wird. Noch ein tolles Detail findet sich in deiner Wahl der Ersatzstarter. Man hätte jetzt auch einfach das typische Set der Region nochmal nehmen können, aber du hast ein bisschen durchgemischt und Bauz, Hydropi und Flamiau genommen, was den Improvisationscharakter der Situation unterstreicht. Ich mag ja solche Kleinigkeiten, weil sie zeigen, wie genau der Autor sich seine Welt vorstellt und was für enorme Gedanken dahinterstecken! "Der Teufel steckt im Detail", wie man so schön sagt ;3 Auch die Verwendung der Attacke Seher zum Finden eines vermissten Pokémon empfinde ich als sehr gelungenen Einfall. Mach nur weiter so, solche Ideen sind echt gut und verleihen deiner Welt nicht nur etwas Besonderes, sondern auch mehr Tiefe!


    Ich hoffe, du konntest ein klein wenig mit diesem Kommentar anfangen! Schreib schön fleißig weiter!


    ~ Sheo