Es sind immer sieben

Schwert / Schild Pokémon Schwert und Schild sind da! Auf Bisafans sammeln wir alle wichtigen Infos in unseren Guides und dem Pokédex! Alle bekannten Informationen findet ihr hier bei uns:


→ Zum Bisafans-Pokédex | → Zu allen Schwert und Schild-Infos
→ Stellt hier eure Fragen zu Schwert/Schild

  • Es sind immer sieben


    Hier könnte ein Bild sein...



    Vorwort: Hey, ich habe es ENDLICH geschafft mich dazu zu bringen, diese Geschichte in Angriff zu nehmen. Es ist eine Vorgeschichte, für einige Charaktere, die vor einiger Zeit bei einem selbstgemachten Text-RPG entstanden sind und meiner Meinung nach etwas mehr Story verdienen. Und da diese Charaktere teilweise im Kontext zu anderen Werken entstanden, werden hier wohl einige verschiedene Welten bereist. Viel Spaß.


    Copyright: Diese Liste wird vermutlich noch erweitert, da noch nicht alle Werke feststehen, die vorkommen werden und es irgendwie auch an Spoiler grenzen würde...
    Hauptcharaktere - von mir
    Geschichte - von mir
    Kingdom Hearts - Square Enix, Disney
    Final Fantasy 15 - Square Enix
    Undertale - Toby Fox
    Cave Story - Studio Pixel
    (weitere Werke folgen)
    sonstige Charaktere - von mir
    sonstige Welten - von mir
    (Bild - von niemandem)


    Zusammenfassung: Vor einiger Zeit begab es sich, dass alles durcheinander geriet. Die Welten, die Zeitlinien, die Dimensionen und Welten-Ebenen. Von dem Chaos betroffen, waren sieben Seelen, sieben Herzen, sieben... Personen. Sie sollten etwas tun, aber was, das wussten sie nicht. Wozu, wussten sie auch nicht. Und warum ausgerechnet sie es tun sollten... auch das war ein Rätsel. Sie sollten sich finden und eine Reise beginnen. Auf dem unbekannten Weg zu einem unbekannten Ziel.


    Warnung: Es wird Blut und Tod geben. Und vielleicht erotische Anspielungen, aber das eher weniger. Trotzdem, ihr seid gewarnt.


    Kapitel:
    Prolog I - Verlust
    Prolog II - Verschwinden
    Prolog III - Erbe
    Prolog IV - Feuer
    Prolog V - Kontrolle
    Prolog VI - Abschied
    Prolog VII - Angst
    --------------------------------
    Kapitel I - Ein Pakt
    Kapitel II - Ein Plan
    Kapitel III - Drachenjagd
    Kapitel IV - Im Zug
    Kapitel V - Ein Traum
    Kapitel VI - Dem Tod nahe
    Kapitel VII - Trennung
    Kapitel VIII - Der unsterbliche Magier
    Kapitel IX - Bekanntschaften
    Kapitel X - Kämpfe
    Kapitel XI - Reisende
    Kapitel XII - Erinnerung
    Kapitel XIII - Kristallgeister
    Kapitel XIV - Auf dem Weg nach...


    Danksagung: Danke an @Jeanne_Dark, ohne dich wären die Hauptcharaktere dieser Geschichte wohl nie entstanden.




    Es folgt gleich der erste Prolog...

  • Prolog I - Verlust


    Es war ein warmer Tag in Radiant Garden. Die beiden Jungen waren neun und zwölf Jahre alt und auch, wenn sie keine Brüder waren, sie hatten eine Verbindung, die tiefer war als alles andere. Der Ältere heiß Kid. Er hatte kurzes, glattes Haar, dessen weiße Farbe an den Spitzen in ein weiches Lila überging. Auch seine Augen waren lila. Der Jüngere war Key. Er war etwas kleiner als Kid, sein Haar war kurz, fluffig und hatte als Farbe das gleiche Himmelblau wie auch seine Augen. Man konnte ihnen an der Kleidung ansehen, dass sie Straßenkinder waren. Ihr einziger Weg zum Überleben war es, Essen vom Markt zu stehlen. Denn auch, wenn Kid ein paar Kartentricks kannte um den Leuten damit das Geld aus der Tasche zu ziehen, es hätte für die beiden niemals gereicht.
    Doch heute war irgendetwas seltsam.
    "Jetzt komm schon Kid! Key muss dir das unbedingt zeigen!", rief Key, während er voraus lief.
    "Ich komm ja schon!", rief Kid seinem Freund hinterher. Offensichtlich hatte der Jüngere einen geheimen Gang unter der Stadt gefunden, in den die beiden Kinder nun hinein liefen. Es war dunkel dort... man konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Dann hörte Kid einen Schrei. Er rannte schneller.
    Es war Key, der geschrien hatte. Jemand, oder eher etwas, ein Schatten, der nun in der Dunkelheit verschwand, hatte den Blauhaarigen angegriffen. Der Junge lag nun verletzt da. Doch seine Wunde war nicht normal. Sie blutete kein bisschen. Es wirkte eher, als wäre ein Teil seines Körpers wie Glas zersplittert.
    "Key!", schrie Kid erschrocken und stürzte zu seinem Freund. Er hob den Körper des Kleineren vorsichtig an, wobei dieser noch mehr zersplitterte. Die Wunde gab den Blick frei auf eine seltsam geformte Waffe, eine Art Schwert, das den Schlüsselschwertern, von denen Kid bereits ein paar mal gehört hatte, irgendwie ähnelte.
    "Key... du...", schluchzte Kid.
    "Kid... Key mag nicht, wenn du weinst... bitte lächle für Key... ja?", sagte Key schwach, sein Körper zersplitterte immer mehr.
    "Ich lasse nicht zu das du verschwindest, Key!", schrie der Ältere nun unter Tränen. Key antwortete nun nicht mehr. Kid drückte seinen Freund an sich.
    "Lass mich... nicht allein...", flüsterte er nun, als der Körper des Jüngeren in seinen Armen endgültig zerbrach. Was er nun im Arm hielt, war das eigentümliche Schlüsselschwert.
    Er betrachtete es nun noch einmal genauer. Die Stange, die dem Schwert eine gewisse Stabilität gab war silbern, darum schlängelte sich etwas, was aussah wie ein gelb-blaues Band. Ein violetter Kristall ragte seitlich aus der Spitze und um den Griff zogen sich zwei gelb-blaue Flügel. Der Anhänger war eine Feder in den gleichen Farben.
    Key hatte immer vom Fliegen geträumt.

  • Für mich ist das natürlich tausendmal trauriger als für alle anderen, weil ich die beiden länger verfolgen konnte...


    An und für sich ein interessanter Einstieg, weil direkt etwas passiert und man von wenig weiß.
    Ich weiß ja, wie wichtig dir auch die optische Gestaltung deiner Charaktere ist, aber so eher "stumpfe" Beschreibungen des äußerlichen Erscheinungsbildes würde ich am Anfang eher weglassen, außer sie dienen einem bestimmten Zweck. Hier vielleicht um die Unterschiedlichkeit der beiden darzustellen? Ist vielleicht auch nur Geschmackssache. Aber es wirkt halt eher so, als wolltest du einfach ein Bild erzeugen wollen :)

    Das [wir alle gleich sind] zu wissen, aber nicht fähig zu sein, zu diesem Wissen zu stehen, das macht Diskriminierung aus.

  • Prolog II - Verschwinden


    Fulior hatte sich wie üblich auf den Weg zum Labor in Hotland gemacht. Obwohl er noch so jung war, war der kleine Hasenjunge aus Snowdin ein guter Laborassistent für Alphys. Sein eigentliches Fachgebiet war das Wissen über Magie, welches aber in Kombination mit der Wissenschaft eine durchaus mächtige Sache werden konnte. Sie hatten es sich gemeinsam zum Ziel gemacht, einen Ausweg aus dem Untergrund zu finden und heute sollte es so weit sein. In den letzten Tagen hatten sie eine Maschine fertiggestellt, mit der man sich aus dem Untergrund heraus teleportieren können sollte. Und Fulior sollte diese Erfindung testen.
    Er saß nun auf dem Boot des Fährmannes, welcher eine leise Melodie summte, und wusste, dass er vielleicht nicht zurück kommen könnte, wenn alles funktionieren sollte. Darum hatte er sich bereits bei allen verabschiedet. Von dem Bibliothekar, der sich immer darüber aufregte, dass das Schild über dem Eingang nicht richtig beschrieben war, von der netten Verkäuferin im Laden, von der netten Dame im Hotel. Von dem schweigsamen Grillby und den seltsamen Hundesoldaten. Und natürlich von den Skelettbrüdern Sans und Papyrus.
    Fulior hatte immer noch die Worte im Kopf, die Sans ihm noch schnell gesagt hatte, bevor er ins Boot gestiegen war. 'Wenn du nicht zurück kommst... dann denk immer daran, dass deine Freunde trotzdem bei dir sind.', hatte er gesagt. Er lächelte, wusste er doch so genau, was Sans damit gemeint hatte. Er dachte daran, wie seltsam und gruselig er es anfangs doch fand, dass Sans immer alles zu wissen schien.
    Das Boot legte an. In Hotland. Es war Zeit. Fulior warf einen Blick zum Fährmann als er aus dem Boot stieg. Obwohl die Kapuze sein Gesicht verdeckte wusste Fulior, dass er lächelte.
    "Bis bald.", sagte der Fährmann, so wie er es immer tat.
    "Ja... bis bald.", erwiderte Fulior, obwohl er sich sicher war, dass er den Fährmann nicht allzu bald wieder sehen würde. Dann drehte er sich um und ging zum Labor.
    Alphys hatte schon auf ihn gewartet. Fulior erkannte bereits aus einiger Entfernung, dass sie schon in der Tür des Gebäudes stand und ihn aufgeregt erwartete.
    "Da bist du ja, Fully.", sagte Alphys
    "Ja, tut mir leid, dass es länger gedauert hat, Alphys.", antwortete Fulior nur und drückte sich an der Wissenschaftlerin vorbei ins Labor. Er blieb direkt vor der Maschine stehen.
    "W-warte noch kurz! Ich muss dir noch etwas geben!", rief Alphys, die auf ihrem ziemlich unaufgeräumten Schreibtisch etwas zu suchen schien. Als sie es endlich fand, lief sie sofort zu ihm und legte ihm etwas gelb-golden leuchtendes in die Hand.
    "Was ist das?", fragte Fulior, der das Licht in seiner Hand nun betrachtete.
    "Daran habe ich auch gearbeitet, a-aber es ist nur ein Prototyp. Es sollte dir da draußen helfen.", erklärte ihm die Wissenschaftlerin, "B-bist du ansonsten bereit?"
    "Ja.", sagte Fulior nickend und betrat die Kapsel der Maschine. "Und... Alphys. Danke für alles."
    Alphys wurde leicht rot im Gesicht, schloss aber von außen die Kapsel. "Viel Glück, Fully.", waren die letzten Worte, die er von ihr hörte, bevor die Maschine gestartet wurde. Doch etwas stimmte nicht. Schwarzer Rauch kam aus der Maschine, Blitze zuckten durch die Kapsel, bevor sie mit einem lauten Krachen explodierte.


    Er schwebte in einer schwarzen, leeren Ebene. Als er die Augen ein wenig öffnete, konnte er das gelb-goldene Licht vor ihm erkennen. Worte schossen durch Fuliors ansonsten wie leergefegten Kopf.
    "Du kannst jetzt nicht aufgeben... Fulior, bleib entschlossen.", sagte eine Stimme, die der Hasenjunge nicht recht zuordnen konnte.
    Als er nach dem Licht griff, leuchtete alles um ihn auf.

  • Prolog III - Erbe


    Eigentlich war es nicht möglich, dass im Reich der Toten Kinder geboren werden. Leo, das Kind von Noctis und Lunafreya, schien aber eine Ausnahme zu sein. Seine Eltern hatten sofort beschlossen, dass er so bald wie möglich in das Reich der Lebenden geschickt werden sollte, damit ihm ein richtiges Leben möglich war.
    Und da stand er nun. Vor den Toren des halb zerstörten Schlosses von Insomnia. Alles, was er bei sich hatte, waren der Ring, den sein Vater ihm gegeben hatte und ein Brief. Eigentlich kam ihm die ganze Idee bescheuert vor. Selbst mit dem Ring und dem Brief, er war acht Jahre alt und niemand war da um ihm seine Geschichte zu bezeugen. Der Ring könnte auch eine Fälschung sein und den Brief hätte er auch selbst verfasst haben können. Leo atmete tief durch. Hoffentlich war überhaupt jemand in dem Schloss. Er klopfte und nach einiger Zeit wurde das Tor tatsächlich geöffnet. Vor ihm stand ein junger Mann... oder er sah zumindest jung aus.
    "Hm? Wer bist du denn?", fragte er und musterte Leo.
    "Ich heiße Leo und..." Er brach den Satz ab, zog den Brief aus der Tasche und hielt ihn dem jungen Mann hin. Es war einfacher, ihm einfach den Brief zu geben, anstatt es zu erklären.
    Der junge Mann öffnete den Brief und las ihn schnell durch. "...komm rein.", sagte er lächelnd und rannte ins Schloss.
    Leo folgte langsam. Er achtete nicht darauf, was der andere durch das Schloss rief, während er selbst unsicher in die Eingangshalle trat. Teile der Halle waren eingestürzt, aber irgendjemand schien sich die Mühe gemacht zu haben wenigstens die Trümmer weg zu räumen.
    Der junge Mann kam nun zurück, hinter ihm zwei weitere Männer, mit denen er sich angeregt unterhielt.
    "Und du glaubst das wirklich, Prompto?"
    "Er sieht ihm sogar irgendwie ähnlich, Ignis! Und der Brief... das ist ganz eindeutig Nocts Schrift!"
    "Seit wann kannst du Schriften identifizieren?" Ein raues Lachen ertönte kurz.
    "Ich bin mit ihm zur Schule gegangen, ich werde doch wohl wissen, wie seine Schrift aussieht!"
    Leo lachte. Sein Vater hatte ihm zwar einige Geschichten erzählt, aber die drei schienen zumindest geistlich kaum älter geworden zu sein. Sie waren genau so, wie Noctis sie ihm beschrieben hatte. Sofort hatten die drei ihre Blicke auf ihn gerichtet.
    "Okay, du hast Recht, er ähnelt ihm."
    "Das hab ich doch gesagt, Gladio! Er sieht genau so aus, wie Noct als Kind!"
    "Selbst wenn, dann hätte ich immer noch gerne einen richtigen Beweis."
    Natürlich wollten sie einen Beweis. Es war genau das, was Leo geahnt hatte. Nur wie sollte er es ihnen beweisen? Es gab nichts, womit er es wirklich beweisen könnte, also legte er alles in einen Versuch.
    "Okay, wenn ihr einen Beweis wollt..." Er atmete noch einmal tief durch. "Ich bin Leo Lucis Caelum. Nachfolger von König Noctis Lucis Caelum, dem vom Kristall erwählten König. Und ich weiß genau, wer ihr seid. Gladiolus, Noctis' Leibwächter. Ignis, sein Berater. Und Prompto, sein bester Freund. Ihr habt ihn auf einer langen Reise begleitet... und er hat euch verdammt nochmal geliebt. Und er wusste auch, dass ihr euch meiner annehmen würdet, wenn ich her komme, egal, wie unmöglich mein Erscheinen sein mag. Einfach, weil er genau weiß, durch was für Höllen ihr schon gemeinsam gegangen seid."
    Gladiolus, Ignis und Prompto warfen sich Blicke zu. Sie schienen sich stumm zu beraten und es dauerte eine ganze Weile bevor sie Leo wieder ansahen.
    "Gut, wir glauben dir. Willkommen, Prinz Leo.", sagten sie alle drei gemeinsam. Leo lächelte. Nun gab es kein Zurück mehr, er musste sein Erbe antreten.

  • Prolog IV - Feuer


    Mondlicht fiel auf das Elfendorf. Die Glühwürmchen tanzten und ließen den Wald wundervoll leuchten. Die meisten schliefen um diese Zeit bereits, bis auf eine junge Elfe, die auf einem Baum saß und zum Mond hinauf blickte. Dass sie dort saß störte niemanden, wurde sie doch meistens ohnehin nicht einmal von irgendwem beachtet.
    Faya war einsam und diese Momente, wenn alle schliefen und sie zum Mond hinauf sah, waren die einzigen, in denen sie sich nicht so allein fühlte. Sie war sich sicher, dass es irgendwo da draußen auch andere gab, die in diesem Moment zum Mond hinauf sahen. Die genau so einsam waren, wie sie.
    Ein Schatten zeichnete sich in der Ferne ab. Er kam auf das Dorf zu. 'Was ist das?', fragte sich Faya und sah genauer hin. Es war groß. Sehr groß. Es würde nicht mehr lange dauern, bis es das Dorf erreichte. Grade als Faya das realisierte erkannte sie auch, was es war: ein Drache. Immer wieder kam es vor, dass Drachen Elfendörfer angriffen und und in dieser Nacht sollte es wohl das Dorf von Faya sein.
    Sie sprang von dem Baum herunter und schon traf der heiße Feueratem des Drachen das Dorf. Er hatte das Dorf schneller erreicht als erwartet und Faya spürte, wie die Hitze des Feuers unerträglich wurde. Doch sie wollte nicht sterben. Dann hätten sie, die sie niemals beachtet hatten, gewonnen. Das konnte sie nicht zulassen.
    Sie sah dem Drachen direkt in die Augen. Er würde sie nicht kriegen. Die Flammen schossen an ihr hinauf, doch die Hitze störte sie nun nicht mehr. Im Gegenteil, sie wurde eins mit ihr. Faya grinste und nahm die Flammen in sich auf. Ihre Augen blitzten rot auf und auch ihr Haar verfärbte sich feuerrot. In ihrer Hand erschien ein riesiges, von Flammen umhülltes Schwert.
    "Nicht heute, Kumpel!", rief sie dem Drachen entgegen und sprang auf ihn zu. Der Drache schrie auf, als das Schwert sein Gesicht traf und ihm ein tiefer Schnitt auf der Nase zugefügt wurde. Bevor er jedoch nach der Elfe schnappen konnte, war diese bereits tief im Wald verschwunden.
    Faya rannte. Hoffte, dass der Drache ihr nicht folgte. Sie konnte ihn nicht töten. Noch nicht.

  • Prolog V - Kontrolle


    Er war eingesperrt. Schon wieder. Eine Wand seiner Zelle war eine große Scheibe aus Sicherheitsglas. Auf der anderen Seite konnte er einen Forscher sehen, der grade irgendwelche Daten in einen Computer eintippte. Ein Bild, das für ihn zum Alltag geworden war.
    Zu gern hätte Puppet einfach die Glasscheibe zerstört und wäre geflohen, jedoch hatte er keine Möglichkeit dazu. Er war mit Flügeln und einem Schweif ausgestattet worden, aber nicht mit Klauen oder irgendetwas, womit er das Glas hätte zerbrechen können. Dabei sollte seine Aufgabe das Töten sein. Nur dafür wurde er schließlich geschaffen. Er besaß doch sogar eine Waffe: dünne Fäden, beinahe unsichtbar, aber tödlich. Doch, so tödlich, wie diese Waffe auch war, die Scheibe konnte Puppet damit nicht zerstören. Er brauchte einen Fluchtplan.
    Oder eine Gelegenheit, die sich in diesem Moment ergab. Der Forscher öffnete die Tür zur Zelle, eine Spritze mit einer grünen Flüssigkeit in der Hand. Puppet kannte die Prozedur, hatte sie oft genug mitgemacht, denn jedes mal, wenn man mit ihm Experimente durchführen wollte, gab man ihm dieses Mittel, das ihn gefügig machte. Doch heute war er schneller. Einen Bruchteil einer Sekunde dauerte es und der Forscher war in den Fäden gefangen. Puppet hatte ihn unter Kontrolle, wie eine Puppenspieler seine Marionette. Er zog fester an den Fäden, der Forscher gab leise einen schmerzerfüllten Laut von sich und ließ die Spritze fallen, die am Boden zerbrach. Puppet hatte es satt, dieses mal sollte er der Puppenspieler und nicht die Puppe sein. Er zog noch fester an den Fäden, die in die Kleidung und die Haut des Forschers einschnitten. Aus den ersten Schnittwunden floss Blut.
    Ihm gefiel dieses Bild, dieses Gefühl, was es ihm gab, den leiden zu sehen, der für sein eigenes Leid verantwortlich war. Er grinste mit einem wahnsinnigen Ausdruck im Gesicht und zog die Fäden mit einem Ruck noch fester, beendete schnell das Leben des Forschers, öffnete so seinen Weg in die Freiheit.
    Puppet schritt aus der Zelle, das Blut am Boden störte ihn nicht. Er würde sich nie wieder kontrollieren lassen. Er war nicht mehr die Puppe dieser Wissenschaftler, war niemandes Marionette mehr.
    Jetzt hatte er die Fäden in der Hand, jetzt war er der Puppenspieler.

  • Ich glaube, es gibt nur eine Person, die so ein Glas zertrümmern kann und auch nur, wenn man sie von ihrem Kissen fernhält :D


    Die Prologe sind schön kurz und zeigen verschiedene Charaktere, die scheinbar nichts gemeinsam haben. Da ist man natürlich auf ihre Verbindung gespannt. Du könntest sogar ruhig noch etwas weniger über die Charaktere direkt erzählen und dafür mehr zwischen den Zeilen belassen, finde ich. Es ist irgendwie seltsam von diesen Figuren zu lesen, ohne selbst etwas beizusteuern... Ich freue mich schon, wenn es richtig losgeht!

    Das [wir alle gleich sind] zu wissen, aber nicht fähig zu sein, zu diesem Wissen zu stehen, das macht Diskriminierung aus.

  • Prolog VI - Abschied


    Sarah blieb stehen und sah noch ein letztes mal zu dem See, der bereits in weiter Ferne war. Sie brachte es nicht übers Herz, sich von ihrer besten Freundin zu verabschieden, wenn es so endgültig sein würde. Sie würde nicht zurück kommen. Sie konnte nicht. Wegen ihrer verfluchten Schweife.
    Sie war eine Mischung aus Mensch und Kitsune, daher war ihre Haut von einem dünnen, weiß-silbernen Fell bedeckt und sie hatte empfindliche, nach Definition ihrer besten Freundin, sehr süße Fuchsohren. Und dann waren da noch ihre vier Schweife...
    Wie sie diese Schweife hasste. Sie brachten nur Unheil.
    Sarah schüttelte den Kopf. Es würde nichts mehr passieren, dafür würde sie sorgen. Sie würde niemanden mehr verletzen.
    "Leb' wohl... Haru.", flüsterte sie , bevor sie sich umdrehte und weiter ging. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie den Waldrand erreichte. Sie war noch nie außerhalb des Waldes. Niemand den sie kannte war das. Alles was sie über die Außenwelt kannte waren Geschichten, die man ihr erzählt hatte.
    Aber etwas war seltsam... sie lief weiter. Und sie lief noch weiter und immer weiter. Doch den Waldrand erreichte sie nicht. Da konnte doch etwas nicht stimmen.
    "Warum... kann ich nicht gehen?", fragte sie sich selbst. War das möglich? Konnte man den Wald vielleicht gar nicht verlassen?
    Wieder schüttelte Sarah den Kopf. Das war lächerlich. Es musste möglich sein. Sie warf einen Blick in den Himmel, die Sterne glitzerten in der Dunkelheit.
    Ihre Schweife begannen nun ebenfalls zu glitzern und zu leuchten. Sie betrachtete sie verwirrt. Das war noch nie passiert.
    Doch bevor sie sich weitere Gedanken darüber machen konnte, öffnete sich ein Portal unter ihren Füßen.

  • Prolog VII - Angst


    Er hatte keinen Ausweg mehr. Er hatte sich in dem kleinen Raum eingeschlossen. Eigentlich hatte Helio gehofft, dass er so die Monster, die ihn verfolgten, etwas aufhalten könnte, aber er hatte erst zu spät bemerkt, dass er in eine Abstellkammer geflohen war und diese nur eine Tür hatte, vor der sich die Monster immer weiter sammelten.
    Die Wesen kratzten und schlugen gegen die Tür, die langsam drohte nachzugeben. 'Verflucht, was zur Hölle mach ich jetzt?! Wenn die Tür nachgibt bin ich tot!', dachte er. Er tastete in dem dunklen Raum nach irgendetwas, was ihm helfen würde und fand schließlich etwas langes und dünnes, was vermutlich ein Besen war. Eine Waffe wäre ihm in diesem Moment zwar deutlich lieber gewesen, aber er musste nehmen, was er kriegen konnte. Eine andere Wahl hatte er ohnehin nicht. Die Wesen machten ihm eine ungeheure Angst, aber er wollte nicht kampflos aufgeben. Zumindest für einen Moment musste er diese Angst überwinden.
    Er stellte sich hinter die Tür, wartete darauf, dass sie nachgab. Er schluckte die Angst, die in ihm aufkam hinunter. Es sollte nicht lange dauern, bis die ersten der Monster in den Raum kamen und Helio begann mit seiner provisorischen Waffe auf sie einzuschlagen. Seltsamerweise richtete der Gegenstand doch mehr aus, als er zunächst vermutet hatte. Als das Licht von draußen auf den Gegenstand fiel, erkannte er auch warum. Es war kein Besen, es war etwas anderes. Eine Art riesiger Füller, oder ein Speer, oder beides.
    Helio grinste, seine Angst war nun wie weggeblasen als er die Waffe in seiner Hand erkannte. Er hatte bereits von einigen legendären Waffen gehört, aber nun hielt er eine davon in den Händen. Den Tintenspeer. Er wirbelte herum, schlug die Monster aus dem Weg.
    "Sorry, aber heute sterbe ich nicht!", rief er und lief davon.

  • Kapitel I - Ein Pakt


    Er saß auf einem Dach und beobachtete den Straßenkünstler, der auf dem Platz seine Kunststücke vorführte. Alles, was von Armins früherem Ich übrig geblieben war, waren die weißen Haare mit den lilanen Spitzen. Alles andere hatte er entweder verloren oder es wurde ihm genommen. Selbst seine Kartentricks waren nichts mehr wert, seit dieser andere Straßenkünstler aufgetaucht war. Wie er ihn hasste. Er war aufgetaucht, kurz nachdem sein bester Freund starb. Er führte Tricks auf, die besser waren als seine, er nahm ihm die Gunst der einzigen Person, die er noch hatte und die ihm und seinem Freund immer geholfen hatte. Wie er ihn hasste.
    Doch heute hatte sich Armins Blick auf den neuen Assistenten seines Rivalen geheftet. Ein merkwürdiger Junge mit Flügeln und einem Schweif. Seine roten Augen schienen unheimlich zu glühen, wodurch er trotz des fröhlichen Grinsens seltsam gruselig wirkte. Er war schon fast mehr wie ein Dämon als wie ein Mensch. Vermutlich war er das sogar, denn bei seinem Rivalen wunderte Armin schon lange nichts mehr. Am liebsten würde er einfach sehen, wie einer der Tricks schief geht und dieser Typ dabei drauf gehen würde. Ein Glück, was ihm wohl eher nicht vergönnt sein würde.
    Er seufzte, warum sah er sich das überhaupt noch mit an? Am Ende würde er doch nur wieder frustriert feststellen, dass er nicht mit dem anderen mithalten konnte. Er stand auf und wollte schon gehen, als er einen Schrei hörte.
    Er drehte sich wieder um und sah auf den Platz, von dem die Menschen nun schreiend davon rannten. Über den ganzen Platz war eine Art Spinnennetz gespannt in dessen Mitte der Straßenkünstler hing. Die Fäden waren so fest um den Körper des Mannes gewickelt, dass sie in die Haut einschnitten, Blut tropfte aus den Wunden. Sein Assistent flatterte etwas herum und lachte. "Warum rennt ihr denn weg?", fragte er, jedoch erhielt er keine Antwort. "Kunstbanausen...", fügte er noch hinzu.
    Armin lachte nun ebenfalls, das hatte er einfach nicht erwartet. Seine Gebete waren also doch erhört worden, auch wenn das eher nach einem Pakt mit dem Teufel aussah, als wie Hilfe von oben. Doch er verstummte sofort, als die rot glühenden Augen des dämonischen Jungen auf ihn gerichtet waren und er auf Armin zukam.
    "Wenigstens einer, der die Kunst zu schätzen weiß.", meinte der Junge. Er musterte Armin und nickte dann. "Ich mag dich." Armin war verwirrt, dieser Junge war mehr als merkwürdig.
    "Ich bin Puppet. Wie heißt du?", machte der Junge weiter. "Armin.", antwortete Armin kurz. Puppet nickte wieder und überlegte etwas. Es vergingen Minuten, bis er wieder etwas sagte. "Also, Armin, was machst du hier?"
    "Ich...", begann er, aber weiter kam er nicht. Er wusste nicht einmal, warum er überhaupt hier war.
    Puppet lachte. "Du weißt es nicht! Also gut, dann hab ich einen Vorschlag für dich."
    "Einen Vorschlag?"
    "Einen Vorschlag."
    "Was für einen Vorschlag?"
    Puppet lachte erneut. "Du begleitest mich. Und dafür helfe ich dir."
    Armin überlegte. "Warum willst du mich dabei haben, was auch immer du vor hast?"
    "Ich hab meine Gründe..."
    "Und warum sollte ich mitkommen?"
    "Du weißt nicht einmal, warum du hier bist. Hast du etwa irgendeine Idee, wo du hin willst?"
    Armin musste lächeln, sein Gegenüber hatte recht. "Touché."
    "Also kommst du mit mir?", fragte Puppet um noch einmal sicher zu gehen. Armin nickte. Er hatte schließlich nichts mehr, was ihn noch an diesem Ort hielt.
    Puppet grinste und flatterte aufgeregt herum. "Dann ist es beschlossen, wir haben einen Pakt!"



    Asu-Deathcounter: 1

  • Kapitel II - Ein Plan


    'Verdammter Drache!', dachte Sarah und schlug mit der Faust gegen die Wand. Kurz bevor sie die Stadt erreicht hatte, hatte ein Drache sie angegriffen und sie stark am Arm verletzt. Das Blut färbte ihr dünnes Fell und den Stoff ihrer Kleidung darüber an der Stelle der Wunde tiefrot. Was hatte sie sich nur dabei gedacht, als sie ihre Heimat verlassen hatte? Dass sie alleine klar käme? Ihre Nutzung von Magie war grauenhaft schlecht, sie tat sich dabei oft mehr selbst weh, als dass sie etwas gegen die Feinde ausrichtete.
    Ein warmes Licht schloss Sarahs Wunde ein, welche sich schnell schloss. Sie starrte verwundert auf die Wunde, da sie sich mehr als sicher war, dass das nicht ihre eigene Magie gewesen war. Und tatsächlich schwirrte eine kleine, schwarzhaarige Fee um sie herum und lächelte sie freundlich an.
    "Da bist du ja Nochi. Du bist auf einmal so aufgeregt davongeflattert, ich kam gar nicht hinterher.", ertönte eine Frauenstimme hinter Sarah und die Fee schwebte sofort zu der Frau, der die Stimme gehörte. Eine rothaarige Elfe, die gut zwei Köpfe größer war als Sarah musterte das Kitsunemädchen, während sich die Fee in dem roten Haar niederließ.
    "Jemanden wie dich findet man hier doch recht selten. Wer bist du?", fragte die Elfe.
    "Ich bin Sarah... und... wer bist du?"
    "Faya. Gut, Sarah...", sie ergriff Sarahs, bis vor wenigen Sekunden noch verletzt gewesenen Arm. "...woher hast du diese Wunde?"
    Sarah zuckte zusammen. "V-von einem Drachen..."
    Etwas blitzte in Fayas Augen auf. Sie verschränkte die Arme und schien kurz über etwas nachzudenken.
    "Äh... stimmt etwas nicht?", fragte Sarah etwas verwirrt.
    Die Rothaarige vor ihr schüttelte den Kopf. "Nein, alles bestens. Scheint, als gingen wir jetzt auf Drachenjagd."
    "Du willst den Drachen jagen?!"
    "Na klar. Ist schließlich sowas wie mein Job."
    "Und warum soll ich mitkommen?!"
    "Darum. Und jetzt komm."
    Damit war das Gespräch für Faya beendet. Sie zog die Kleinere einfach hinter sich her. Sarah versuchte sich zu befreien, aber die Elfe machte keine Anstalten ihren Arm loszulassen. Jedoch zog Faya das Kitsunemädchen zunächst zu einer Bar. Dass sie zu Jung für solche Orte war, störte die Rothaarige dabei herzlich wenig. Schnellen Schrittes gingen sie zu einem Tisch in einer hinteren Ecke und Sarah wurde unsanft auf den Sitzplatz gedrückt, bevor Faya sich neben ihr niederließ.
    "Was machen wir hier?", fragte Sarah nun. "Wollten wir nicht den Drachen jagen?"
    "Eins nach dem anderen, Kleine. Wir brauchen erstmal einen Plan. Ohne Plan einfach los zu rennen wäre eine unfassbar dämliche Idee, verstehst du das?", antwortete die Elfe leicht genervt. Wenn sie gewusst hätte, was auf sie zukam, hätte sie Sarah niemals mitgenommen. Aber nun war es so und einfach weg schicken wollte Faya das Mädchen auch nicht. Vielleicht würde sich die Kleine auch noch als nützlich erweisen.
    Weiter kam Faya mit ihrem Gedankengang nicht, als ein Getränk vor ihr auf den Tisch gestellt wurde. "Von dem Mann da hinten.", meinte der Kellner und deutete auf einen Mann, der mit ein paar anderen an einem Tisch saß und Karten spielte. Sie nickte nur. Es war nicht das erste mal, dass so etwas passierte. Der Kellner verschwand wieder und Sarah roch an der Flüssigkeit in dem Glas.
    "Alkohol?", fragte sie. "Ich dachte immer, Elfen vertragen den nicht."
    "Tun sie auch nicht. Du glaubst doch nicht, dass ich das Zeug trinke, oder etwa doch?"
    "Nein, nicht wirklich. Wobei ich es dir zugetraut hätte.", lachte Sarah.
    "Was soll das denn jetzt heißen?!", fragte Faya empört. Jetzt wagte es dieses Kind auch noch Frech zu werden. Aber irgendwie musste sie doch lachen. Sie war zwar immer der Meinung gewesen, sie bräuchte neben Nochi keine Freunde, aber die kleine Schwarzhaarige war etwas mehr als Erfrischendes. Vielleicht hatte sie sich geirrt.
    Sie schüttelte den Kopf. "Jetzt reicht es aber mit dem Spaß. Wir müssen noch einen Drachen erlegen."
    "Und das ist eine ernste Aufgabe.", fügte Sarah immer noch lachend hinzu. Faya lächelte. Was sie da aufgelesen hatte war nicht mehr als ein Kind.
    "Genau. Daher... was für Fähigkeiten hast du?"
    "Ich kann weglaufen. Und ich beherrsche Magie, aber damit tu ich allen weh, nur den Feinden nicht." Sie lachte wieder, aber es hatte dieses mal etwas trauriges.
    "Am besten benutzen wir dich als Köder. Sobald der Drache kommt, rennst du zu mir und ich mach ihn fertig. Verstanden?"
    Sarah nickte. Inzwischen hatte sie aufgehört zu lachen. Faya sah sie an und überlegte kurz.
    "Wir setzen es morgen in die Tat um. Ruhen wir uns dafür erstmal aus."
    Sarah nickte wieder. Sie war wohl einverstanden mit Fayas Plan.

  • Kapitel III - Drachenjagd


    Sie waren früh morgens aufgebrochen. Nun stand Sarah auf der Ebene, mehrere Kilometer von der Stadt entfernt und wartete. Warum hatte sie sich überhaupt auf den Plan dieser verrückten Elfe eingelassen? Sie hätte einfach weglaufen können. Aber irgendwie konnte sie das nicht. War es, weil sie endlich wieder mit jemandem zusammen war? Hatte ihr die Gesellschaft anderer so sehr gefehlt?
    Sie sah in den Himmel, darauf wartend, dass der Drache, der sie am Vortag bereits angegriffen hatte, erneut auftauchte. Sie zuckte mit den Ohren, als sie ein Geräusch vernahm. Es klang wie Flügelschlagen. Sie drehte den Kopf in die Richtung aus der das Geräusch kam und konnte am Horizont tatsächlich schon den Drachen erkennen. Er musste nur noch etwas näher kommen. Sarah drehte sich um und spannte alle Muskeln an. Sie begann im Kopf langsam runter zu zählen.
    'Fünf...' Der Drache kam näher.
    'Vier...' Sie atmete noch einmal tief durch.
    'Drei...' Nicht mehr lange.
    'Zwei...' Sie machte sich bereit um los zu rennen.
    'Eins...' Sie spürte den Atem des Drachen in ihrem Nacken, als dieser nach ihr schnappte. Im gleichen Moment sprintete sie los. Der Drache war direkt hinter ihr, was für sie eindeutig zu nah war. Doch schneller rennen konnte sie nicht, im Gegenteil, sie wurde langsamer. Sie stolperte und fiel. Der Drache kam nun auf dem Boden auf, eine seiner Krallen hielt einen von Sarahs Schweifen fest, sie konnte nicht mehr fliehen. Panisch versuchte sie sich aufzurichten und ihren Schweif zu befreien. Doch der Drache ließ nicht locker, sein Gesicht war plötzlich direkt vor Sarah. Der heiße Atem des Drachen war für sie deutlich spürbar. Sarah zitterte, war unfähig sich zu bewegen.
    "Lass sie los!", schrie Faya dem Drachen entgegen, als sie ihn mit ihrem Feuerschwert angriff. Der Drache brüllte, als die Klinge in sein Fleisch einschnitt. Er wich etwas zurück, wodurch auch Sarah wieder befreit war.
    "Schnell, hau ab!", rief die Elfe ihr zu. "Ich mach das!"
    "Wehe, du stirbst!", rief Sarah zurück und rannte davon. Doch der Drache schien mehr Interesse an dem Kitsunemädchen zu haben als an der Elfe, die ihm eine Wunde zugefügt hatte und nahm wieder die Verfolgung auf.
    "Hey, ich bin hier dein Gegner!", schrie Faya wütend und sprang mit einem gekonnten Sprung auf den Rücken des Drachen. Die Landung missglückte allerdings und so drohte die Rothaarige wieder zu fallen. Grade so hielt sie sich am Schweif des Drachen fest. Der Drache versuchte sie abzuschütteln, flog nach oben und schnell wieder nach unten. Die Elfe jedoch nutzte den so gewonnenen Schwung um wieder auf den Rücken des Monsters zu kommen. Sie stieß ihr Schwert in den Hals der Echse und hielt es dort fest. Der Drache brüllte schmerzerfüllt auf, stürzte zu Boden. Als Faya die Klinge aus der Wunde zog spritzte Blut aus der Wunde. Sie starrte noch eine Weile auf den Drachen, bis dieser an der Verletzung starb.
    "Das wars...", sagte Faya mehr zu sich selbst und sah in den Himmel, um sich sofort vom Gegenteil zu überzeugen. Denn etwas kam ihr entgegen. Das, was man zunächst für eine merkwürdige Wolke hätte halten können, war ein Drachenschwarm. Und scheinbar war dieser nicht besonders erfreut über den Tod des ersten. Die Drachen kamen schnell näher, einige stürzten bereits im Sturzflug auf die Elfe zu, andere schienen sich für etwas in einiger Entfernung zu interessieren.
    'Die Kleine!', schoss es Faya durch den Kopf. Sie rannte los, hoffentlich konnte sie Sarah noch erreichen.

  • Kapitel IV - Im Zug


    Leo sah aus dem Fenster des Zuges. Er war inzwischen siebzehn Jahre alt. Überhaupt bis zu diesem Punkt zu kommen war sehr anstrengend gewesen. Nicht zuletzt, weil es gut zwei Stunden gedauert hatte, sich von Gladiolus und Ignis zu verabschieden. Prompto war der einzige, der ihn ins ehemalige Niflheim begleitete. Er war es auch gewesen, der den Abschied so sehr hinausgezögert hatte. Leo lächelte.
    "Woran denkst du?", fragte Prompto, der ihm gegenüber saß.
    "Nichts.", antwortete Leo, konnte aber das Lachen, das in seiner Stimme mitschwang nicht unterdrücken.
    "Und ob du an etwas denkst! Jetzt sag schon!", quengelte der blonde nun.
    "Okay, okay, ist gut. Ich dachte nur daran, wie lustig es eigentlich ist, dass du geistig irgendwo im Kindesalter hängen geblieben bist."
    "Was?! I-ich bin nicht im Kindesalter hängen geblieben!"
    "Mama hat mal gesagt, Jungs werden sieben Jahre alt, danach wachsen sie nur noch."
    "Dann gilt das für dich aber genau so!"
    "Es gilt nicht für alle. Ignis ist ja auch erwachsen geworden."
    Prompto schwieg daraufhin und sah beleidigt aus dem Fenster. Die perfekte Gelegenheit für Leo um den Zug etwas zu erkunden. Er stand auf und verließ das Abteil.
    Es war nur zwei Wagons weiter, als Leo zu einem Abteil kam, aus dem aufgeregte Stimmen drangen.
    "Zum letzten mal. Wo kommst du her?", die Stimme eines aufgebrachten Jungen.
    "Ich bin nur irgendwie hier gelandet, ehrlich.", die Stimme der zweiten Person klang kindlich und hell.
    "Dann verschwinde auch wieder irgendwie!", brüllte der erste, riss die Tür des Abteils auf und warf jemanden, der wie eine Mischung aus Mensch und Hase aussah, auf den Gang.
    "Was soll das?! Musst du gleich so grob mit ihm sein?", sagte Leo empört und betrat das Abteil. Der Junge vor ihm war etwas kleiner als er selbst und hatte eine Strähne seines blonden Haares hellblau gefärbt.
    "Was soll'n das jetz?", fragte er genervt. "Haste keine eigenen Probleme?"
    "Mein Problem ist, dass du ziemlich brutal mit anderen umgehst."
    Der Hasenjunge richtete sich etwas auf und sah zu den beiden Diskutierenden. "Von wegen, alle Menschen wären nett...", murmelte er. Er schüttelte den Kopf und sah aus dem Fenster, wo die verschneite Landschaft bereits vorbeizog. Der Schnee erinnerte ihn an seine Heimatstadt. Er versank für einen kurzen Moment in Gedanken, wurde aber sofort wieder heraus gerissen, als er hinter sich eine Abteiltür zuknallen hörte.
    "Was für ein Idiot...", seufzte Leo und drehte sich im selben Moment zu dem kleineren um. "Wer bist du eigentlich, dass ich mir für dich solche Mühe mache?"
    "Fulior... meine Freunde nennen mich Fully.", antwortete der Hasenjunge.
    "Ich bin Leo. Freut mich.", sagte er freundlich. "Hör mal, wenn du nicht weißt, wo du bleiben sollst, du kannst bei mir im Abteil unter kommen.", fügte er noch hinzu.
    "Wirklich? Oh, vielen Dank!"
    Leo lächelte. "Das ist doch kein Problem. Dann komm.", sagte er und brachte Fulior zu seinem Abteil. Das wäre sicher eine Überraschung für Prompto.

  • Kapitel V - Ein Traum


    Der Raum war weiß und leer. Fast leer zumindest, zwei Jungen standen dort. Armin hatte öfter solche Träume, Träume, in denen er seine kindliche Gestalt zurück hatte. Träume, in denen er mit seinem besten Freund reden konnte. Sie standen Rücken an Rücken, den Blick nach unten gerichtet.
    "Warum folgst du ihm, Kid?", fragte der kleinere.
    "Warum nicht?", erwiderte Armin.
    "Key spürt, dass er böse ist."
    "Erinnerst du dich an den, der mir alles genommen hat? Er hat ihn bestraft."
    "Er hat ihn getötet."
    "Das hat er verdient."
    "Niemand verdient den Tod. Warum folgst du ihm?"
    Schweigen. Armin starrte auf den Boden.
    "Warum folgst du ihm?", fragte Key erneut.
    Armin schwieg weiterhin. Warum folgte er Puppet? Erhoffte er sich, so Keys Tod rächen zu können?
    "Warum folgst du ihm?", fragte er schon wieder.
    "Ich weiß es nicht.", antwortete Armin irgendwann.
    Nun schwieg Key. Eine ganze Weile. Auch Armin sagte nichts. Es herrschte eine unangenehme Stille. Der weiße Raum wirkte ohne die Geräusche der Stimmen noch leerer als sonst.
    "Ist es wirklich okay?", fragte Key irgendwann.
    Wieder wusste Armin keine Antwort. Er konnte auch nicht mehr antworten. Der Raum löste sich bereits auf.


    Als er aufwachte, sah Armin zu Puppet. Schlafend sah der schwarzhaarige irgendwie friedlich und nicht mehr so durchgeknallt aus, wie im wachen Zustand. Er war nicht mehr aufgedreht und unruhig, sondern wirkte schon fast wie ein merkwürdiger, schlafender Engel.
    Armin lächelte. Obwohl Puppet so komplett anders war, erinnerte er ihn in diesem Moment an Key. Er wollte Key niemals ersetzen und das würde er auch nie. Er war sein bester Freund und daran konnte auch der Tod nichts ändern.

  • Kapitel VI - Dem Tod nahe


    'Verdammt! So viele...', dachte Sarah. Die Drachen versuchten immer wieder nach ihr zu schlagen und zu schnappen, doch sie war schnell genug um den Klauen und Zähnen immer wieder zu entkommen. Die geflügelten Echsen versperrten sich oft selbst den Weg zu dem Mädchen und griffen sich gegenseitig an.
    'Verdammt. Verdammt! VERDAMMT!', schrie das Kitsunemädchen innerlich. Sie wollte nur noch weg. Weg von den Drachen. Einer von ihnen schaffte es schließlich, sie mit einem Angriff zu treffen. Blut floss aus der Wunde, die der Angriff an ihrem Rücken verursacht hatte. Unter dem Schmerz sank die Schwarzhaarige zu Boden.
    Sie begann zu zittern. Ihr ganzer Körper bebte. Sie spürte, wie sich die Kälte in ihr ausbreitete. Es wäre ihr Ende. Sie starrte auf den Boden. Warum hatte sie sich nicht richtig verabschiedet? Sie bereute es jetzt. Tränen bildeten sich in ihren Augen.
    Doch noch sollte sie nicht sterben. Lichtfäden zogen sich durch die Luft, sammelten sich an Sarahs Körper. Es blendete die Drachen, die daraufhin zurückschreckten, nur wenige versuchten weiterhin sie anzugreifen. Das Licht sammelte sich dichter, es schloss Sarahs Wunde und zersprang letztlich in einer Explosion, die die Drachen zerfetzte.


    Faya erstarrte als sie die Explosion sah.
    'Was zum... verflucht!', dachte sie und rannte weiter. Als sie ankam war von den Drachen nichts mehr zu sehen. Nur Sarah lag bewusstlos am Boden.
    Die Feuerelfe beugte sich über die Kleinere und legte ihr Ohr auf ihre Brust. Sie konnte den Herzschlag hören, sie lebte noch. Die Rothaarige richtete sich wieder auf und zog die kleine Fee aus ihrem Haar.
    "Sie sieht unverletzt aus. Was sagst du dazu, Nochi?"
    Nochi musterte Sarah kritisch, nickte dann aber, bevor sie sich wieder in Fayas Haar setzte.
    Faya fiel ein Stein vom Herzen. Sarah war also wirklich nur bewusstlos.

  • Kapitel VII - Trennung


    Als Leo mit Fulior das Abteil betrat sah jemand nicht besonders erfreut aus. Prompto war noch immer beleidigt und als er Fulior bemerkte wirkte er noch etwas beleidigter.
    "Wer oder was ist das? Bin ich so schlimm, dass du dir jetzt neue Freunde suchst? Ich dachte, du hast keine Lust auf Kinder aber der ist doch nicht älter als zwölf.", sagte er monoton.
    "Das ist Fully.", sagte Leo lächelnd. "Freu dich doch, du hast jetzt einen Spielkameraden."
    Prompto konnte nicht anders als zu lachen. Leo kannte ihn einfach zu gut.
    Die Stimmung im Abteil wurde schnell fröhlicher. Zum einen, weil Prompto und Fulior auf Anhieb gut verstanden, zum anderen, weil der schlechte Witz mit dem Kindsein dazu geführt hatte, dass sie nun zu dritt Ich-sehe-was-das-du-nicht-siehst spielten. Für ein Spiel, das eigentlich für Fünfjährige bestimmt war unterhielt es die drei gut und sie bemerkten kaum, wie schnell es draußen dunkel geworden war.
    Doch durch die Dunkelheit fiel vor dem Zugfenster etwas Leuchtendes nun sehr viel mehr auf als zuvor. Große, leuchtende Käfer. Eindeutig zu groß für normale Insekten.
    "Ich sehe was, das ihr nicht seht und das... flouresziert.", sagte Fulior.
    "Flouresziert?", fragte Prompto noch einmal nach.
    Fulior nickte.
    "Diese riesigen Insekten vor dem Fenster?", fragte Leo.
    "Insekten?!", fragte der Ältere nun entsetzt und sah aus dem Fenster.
    In diesem Moment entschied sich eines der Insekten dazu, das Fenster zu durchbrechen. Fulior ging sofort in Deckung, während Prompto reflexartig seine Waffe erscheinen ließ.
    "Bringt euch in Sicherheit, ich mach das!", befahl Prompto nun und Leo und der Hasenjunge verließen hastig das Abteil.
    Dies stellte sich jedoch als schlechte Idee heraus, denn auch in den Rest des Zuges waren die Monster schon eingedrungen. Sie bewegten sich sofort auf die beiden zu, als sie plötzlich von einer Barriere aus Tinte ferngehalten wurden. Jemand hatte sie gerettet, schnell sahen sie sich um und tatsächlich erblickten die jemanden, von dem sie das aber niemals erwartet hätten. Er sah allerdings etwas anders aus, die zuvor blau gefärbte Strähne war nun rot, sein Ausdruck war aber der selbe wie vor ein paar Stunden.


    Ohne auf eine Reaktion der beiden zu warten, packte Helio sie und zog sie hinter sich her. So schlecht er auch auf den Hasen und den Unbekannten zu sprechen war, sterben lassen konnte er sie nicht. Zumindest nicht nachdem was dieser Kristallgeist gesagt hatte.
    "Was soll das?!", fragte das Fellknäuel etwas überrascht aber auch aufgebracht.
    "Ich rette euch Idioten und jetz Klappe. Wir müssn hier weg!", antwortete Helio genervt.
    "Was ist mit-", wollte der Schwarzhaarige schon anfangen, als Helio ihn mit einem weiteren "Klappe!" unterbrach.
    Als sie das Ende des Zuges erreichten, öffnete Helio schnell die nach draußen führende Tür, der kalte Wind wehte so stark, dass es fast weh tat. Von hier aus sollte es klappen. Der Blonde zeichnete mit dem Tintenspeer einen sauberen Kreis, dessen Inneres zu leuchten begann. Das Portal zur Flucht. Ohne weiter Zeit zu verschwenden zog er die beiden anderen hindurch und sie verschwanden aus dieser Welt.

  • Kapitel VIII - Der unsterbliche Magier


    Faya verließ das kleine Zimmer der Herberge, in dem sie Sarah untergebracht hatte. Nochi würde auf die Kleine achten und es würde kaum etwas bringen, wenn die Feuerelfe Nochi bei der Arbeit stören würde. Lieber wollte sie vielleicht etwas zu Essen für sich und die Kleine besorgen, hatte sie doch nicht zu weit entfernt eine kleine Bäckerei gesehen.
    Bei dieser angekommen blieb Faya jedoch wie angewurzelt stehen, als sie einen, ihr nur zu bekannten rothaarigen Jungen entdeckte. Dieser hatte die Elfe ebenfalls bemerkt und sah in ihre Richtung.
    Faya grinste. "Was machst du hier, Rotschopf? Ich hatte doch Gerüchte gehört, dass dein letztes Helferlein dich umgebracht haben soll!", rief sie ihm zu.
    "Wen nennst du hier Rotschopf, du wandelndes Streichholz?", erwiderte der Rothaarige frech.
    Faya konnte diese kleine Nervensäge nicht ausstehen. Sie hatte ihm schon mehrfach klar gemacht, dass man mit dem Feuer nicht spielen sollte und könnte schwören, dass er ein paar ihrer Auseinandersetzungen gar nicht hätte überleben dürfen.
    "Was? Hat es dir die Sprache verschlagen?", lachte er.
    "Halt die Klappe, Asu! Sonst geht es nicht gut für dich aus!", sagte Faya wütend und zog ihr Feuerschwert.
    Asu zückte seinen Degen. "Dann komm und töte mich, wenn du kannst!"
    Das ließ sich die aufgebrachte Feuerelfe nicht zweimal sagen und griff an. Asu jedoch wich geschickt aus und stach zu. Er streifte die Wange seiner Gegnerin nur leicht, dennoch bildete sich eine dünne, rote Linie an dem Kratzer. Er grinste siegessicher, passte jedoch nicht auf und wurde mit einem gezielten Hieb zweigeteilt. Die toten Körperhälften blieben am Boden liegen.
    "Und bleib tot.", sagte Faya nachdrücklich, obwohl sie wusste, dass dieser kleine Magier dennoch wieder aufstehen würde. Das hatte sie schon oft genug erlebt.


    Am Abend kehrte sie in die Herberge zurück. Die Bäckerin machte abends noch einmal frische Brötchen und das hatte Faya abgewartet. Es hatte sich gelohnt, denn Sarah war inzwischen aufgewacht. Lächelnd warf sie der Schwarzhaarigen die Tüte mit den frischen Brötchen zu.
    Sarah erwiderte die Geste mit einem Lächeln. "Danke, dass du mich nicht aufgegeben hast."
    "Kein Problem. Wir sind schließlich ein Team und außerdem verdienst du für deinen Einsatz eine Belohnung."
    Das Kitsunemädchen musste lachen. Das war also eine Belohnung. "Trotzdem danke."
    Faya lächelte wieder. Sie würden die Nacht wohl wieder hier verbringen.



    Asu-Deathcounter: 2

  • Kapitel IX - Bekanntschaften


    Es war kein Himmel zu sehen. Dennoch war es in dieser Höhle angenehm hell, von irgendwo schien also Licht zu kommen. Fulior richtete sich auf und sah sich um.
    "Uhm... hallo?", fragte eine weiblich klingende Stimme hinter ihm. Er drehte sich um. Die Stimme kam von einem hasenähnlichen, weißen Wesen. Der größte Unterschied zwischen dem Mädchen und Fulior war wohl, dass ihre Ohren herunter hingen und ihr Fell deutlich dichter war. "Geht es dir gut?", fragte sie weiter.
    "Ja... irgendwie... Wo bin ich hier?", fragte der Hasenjunge und stand auf.
    "Du bist im Dorf der Mimiga.", antwortete das Mädchen. Jetzt, wo er stand stellte er fest, dass sie etwas kleiner als er war, eine Seltenheit, er war schon ziemlich klein. "Wie heißt du?", stellte sie schon die nächste Frage.
    "Fulior, aber die meisten nennen mich Fully. Und du?", erwiderte Fulior. Ein wenig hatte das Mädchen auch etwas von einem kleinen Hündchen auf zwei Beinen.
    "Toroko.", antwortete sie. Fulior war sich bereits ziemlich sicher, dass die nächste Frage gleich folgen würde, doch Toroko blieb still. Es blieb also an ihm die nächste Frage zu stellen.
    "Hast du mich gefunden?", fragte er also. Zur Antwort nickte sie und Fulior fragte weiter. "War noch jemand anderes bei mir?" Ihm waren die anderen beiden wieder in den Sinn gekommen. Toroko schüttelte den Kopf. In Gedanken setzte er die kleinen Teile zusammen.
    Vor ein paar Stunden hatte er zusammen mit Leo und seinem Begleiter im Zug gesessen. Als merkwürdige leuchtende Insekten, er war inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass es riesige Mücken waren, sie angegriffen hatten, hatte der Junge mit dem er eine Auseinandersetzung hatte ihnen zur Flucht verholfen, aber sie wurden von Leos Begleiter getrennt. Und scheinbar wurde er selbst ebenfalls von ihnen getrennt.
    "Stimmt etwas nicht?", riss das Mädchen ihn aus seinen Gedanken.
    "Schon gut. Ich hatte nur ein paar Begleiter... ich frag mich, wo sie sind.", sagte Fulior. Dass seine Stimme etwas traurig klang, bemerkte er nicht.


    Der Wind wehte durch Helios Haar. Sie befanden sich auf einer schwebenden Insel.
    "Fully ist weg", merkte der Schwarzhaarige an.
    "Der Hase?", fragte Helio sicherheitshalber nach.
    "Ja, der Hase, wenn du ihn so nennen willst, Nervensäge.", meinte der andere nun.
    "Ich heiße Helio!", sagte der Blonde nun wütend.
    "Gut. Ich bin Leo.", gab der Unbekannte nun seinen Namen Preis. "Lass uns losgehen und ihn suchen.", fügte er noch hinzu und zerrte Helio einfach hinter sich her.

  • Kapitel X - Kämpfe


    Puppets Pläne blieben Armin ein Rätsel. Der Jüngere hatte ihn schon in etliche Welten gebracht, die meisten hatten sie schon wieder verlassen, bevor Armin sich überhaupt einmal richtig hätte umsehen können. Letztlich hatten sie endlich einen Ort erreicht, der Puppet interessant genug zum Bleiben erschien. Ein höhlenartiges Labyrinth schien sein Interesse geweckt zu haben. Vielleicht war es aber auch die Tatsache, dass die Gänge von menschengroßen Kakerlaken bevölkert wurden, die Puppet schon beinahe tanzend bekämpfte.
    Der Junge war definitiv nicht ganz normal, bezeichnete er doch das Töten als Kunst und kämpfte auf eine irgendwie gruselige aber auch anmutige Art. Das war Armin jetzt schon öfter aufgefallen. Er schüttelte den Kopf, was dachte er da eigentlich?
    "Wo bleibst du?", rief Puppet, der schon etwas weiter gegangen war. Armin beeilte sich zu dem Kleineren aufzuschließen. Ein wenig beunruhigte es ihn, dass er so gut kämpfen konnte. Daher versuchte er, ihn nicht zu verärgern, hatte er doch gesehen, wie viel Spaß es ihm gemacht hatte, seinen Rivalen zu töten.
    Sie drangen immer weiter in das Labyrinth vor und je weiter sie kamen, desto blutiger wurden auch die Höhlenwände, weil Puppet immer mehr sein merkwürdiges Hobby auslebte. Auch Armin machte sich langsam daran zu kämpfen, denn die Monster wurden aggressiver und griffen ihn immer öfter an. Er hasste es eigentlich, wenn Blut sein Schlüsselschwert beschmutzte, aber manchmal ließ es sich nicht verhindern.
    Armin hielt inne, als er Stimmen hörte. Sie kamen von weiter hinten im Gang, ein schwacher Lichtschein war zu sehen. Der Ältere beeilte sich, vor Puppet zu gelangen, konnte er doch nicht einschätzen, wie Puppet reagieren würde und wollte einen Kampf lieber vermeiden.
    Um die Ecke kamen zwei Personen. Der Größere hatte schwarze Haare und trug einen Mantel, der Kleinere hatte eine kleine Laterne in der Hand, die wie gemalt aussah und eine Art Speer auf dem Rücken. Vielleicht auch einen Füller, trotz des Lichtes, war es schwer zu erkennen.
    Der Kleinere zog sofort seine Waffe, Armin jedoch versuchte ruhig zu bleiben.
    "Warte.", sagte der Größere der beiden. "Sie sehen nicht wie Feinde aus."
    Der Kleinere schwieg, ließ seine Waffe aber sinken.
    Ein kurzes Lächeln war auf Puppets Lippen zu erkennen, als dieser daraufhin zum Angriff ansetzte. Einfach so und scheinbar ohne jeden Grund. Der größere Fremde machte schnell einen Schritt vor, streckte seine Hand aus und ein Schild aus grellem Licht hielt den Angriff ab.
    "Helio, lauf!", befahl er, der Kleinere dachte aber scheinbar gar nicht daran, griff er doch Armin an. Er blockte den Angriff mit seinem Schlüsselschwert, sprang aber gut einen Meter zurück. Der Kleine setzte nach, sie wiederholten den Ablauf mehrfach, während der Größere weiterhin Puppets Angriffe abwehrte.


    Toroko blieb stehen als sie den Kampfeslärm hörte. Auch Fulior hielt inne und zuckte mit den Ohren.
    "Toroko, bleib hier und warte auf mich. Wenn ich in einer halben Stunde nicht zurück bin, lauf zum Dorf zurück.", sagte er. Das Mädchen nickte und Fulior rannte los.
    Er erreichte schnell den Ort des Kampfes und konnte sehen, wie Leo und der Junge, der sie gerettet hatte von den Fremden in die Ecke gedrängt wurden. Er musste etwas tun. Er zog ein Stück Kreide aus der Tasche und begann so schnell er konnte einen Beschwörungskreis zu zeichnen. Es musste einfach funktionieren. Es konnte nicht nicht funktionieren. Er legte die Hände an den Kreis und sprach ein paar Worte in einer fremden Sprache.
    Es funktionierte. Ein geisterhafter Drache erhob sich aus dem Kreis. Fulior gab einen Befehl, weiterhin in der fremden Sprache sprechend. Der Drache folgte dem Befehl, flitzte durch den engen Gang und schnappte sich Leo und den anderen. Fulior schien den Drachen mit seinen Gedanken zu lenken, dieser kehrte um, schnappte sich auch Fulior und auf dem Weg durch die Gänge auch Toroko. Das Mädchen schrie ängstlich auf, als sie die Höhlenwand durchbrachen und ins Freie kamen.
    Sie landeten auf einer Waldlichtung, wo sich der Drache auflöste. Hier sollten sie zunächst sicher sein.