Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland

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  • Ja, weil Japan hat echt gut gespielt. Sehr taktisch und flink. Und auch als sie zwei Tore hatten, haben sie sich nicht nur nach hinten verzogen und verteidigt, wie die meisten anderen. Den Frust, als sie verloren hatten, konnte ich gut nachvollziehen und der Torwart von ihnen war auch etwas besser. Aber ja, leider haben sie sich zu sicher gefühlt (allerdings verständlich, so schnell wie die zwei Tore kamen.)

  • Verstehe bis jetzt noch nicht, wie die Japaner auf die Idee kamen, gegen eine Mannschaft wie Belgien einen Eckball in der letzten Minute beim Stand von 2:2 mit dem hintersten Mann an der Mittellinie zu verteidigen, lol.

    Das ist nicht unbedingt das Problem, wenn man zum Abschluss kommt (oder den Ball hält), dazu hatten sie es zuvor eigentlich relativ gut im Griff, was die Konter angeht. Viel eher müssen sie sich fragen, weshalb sie vernünftigerweise zuvor das komplette Spiel überwiegend kurze Ecken gegen längenmäßig total überlegene Belgier gespielt und ausgerechnet die letzte dann reingeflankt haben. Die Japaner sind halt das ganze Spiel offensiv angegangen und wollten das wohl fatalerweise unbedingt noch in der regulären Spielzeit entscheiden, vielleicht weil sie gedacht haben, dass es in einer Verlängerung nur eine Frage der Zeit ist, bis sie den nächsten reingeköpft bekommen. Ging so natürlich wahnsinnig bitter für die Japaner aus.

  • Wer soll Weltmeister werden? 14

    1. Frankreich (4) 29%
    2. Belgien (4) 29%
    3. Kroatien (4) 29%
    4. England (1) 7%
    5. Deutschland ;) (1) 7%

    ich befürchte aber, dass die europäischen Mannschaften das dieses Mal am Ende (mal wieder) unter sich ausmachen werden

    Naja, nun ist aus der WM tatsächlich eine EM geworden, schade drum.

    Von den Viertelfinalspielen haben ich nur jeweils die am Abend gesehen. Brasilien ist aus meiner Sicht etwas unberechtigt raus. Ich kanns einfach nicht verstehen, was der Videoschiedsrichter da gesehen hat, was ihn vom berechtigten Elfmeter abgebracht hat, und noch unverständlicher, warum der Schiedsrichter, der auf dem Feld steht, pfeift und sich die Situation dann nicht nochmal selbst anschaut. Belgien hat halt ansonsten eine gute erste Hälte gespielt und ein schönes Tor erziehlt, in Hälfte zwei haben sie fast garnicht mehr stattgefunden. Ob das gegen Frankreich reicht weiss ich nicht, bin bei dem Halbfinale vielleicht trotzdem eher auf ihrer Seite.

    Russland auch raus, ich kann mit denen ebenso wenig anfangen wie mit Kroatien, aber hätte den Gastgeber trotzdem gerne noch drin behalten. Ansonsten waren beide Mannschaften wohl auf ähnlich bescheidenem Niveau, dadurch war das Spiel dann sogar ganz sehenswert, Elfmeterschiessen mag ich sowieso. Im Halbfinale drücke ich natürlich Kroatien die Daumen, weil England doof ist.

  • Wieso sollte er gehen?

    Das war ein Misserfolg unter wie vielen Erfolgen? Die Rate für Erfolge ist weitaus höher als die der Misserfolge, unter ihm wurde Schland sogar endlich mal wieder Weltmeister. Aus Fehlern wird man klug. Bin mir sicher, dass sie aus dieser Misere gestärkter hervor gehen wird als je zuvor - er und das Team.


    Bin tbh auch für Kroatien.


    Und meintest du nicht mal, dass dich 1- und 2-Zeiler in einem Forum stören?

  • Und meintest du nicht mal, dass dich 1- und 2-Zeiler in einem Forum stören?

    Wenn sie sie ständig kommen



    Wieso sollte er gehen?

    Weil es vor allem im Profifußball Gang und Gebe ist und mich hat er nicht überzeugt mit seiner Aufstellung, z.B. Neuer ohne Spielpraxis. Aber das ist nicht das einzige Problem, Die Mannschaft war nicht mehr das, was sie noch bei der EM in Frankreich waren.

  • :crying: Warum nicht Kroatien? Sie haben es mehr verdient als Frankreich. Toll das sie und Belgien so weit gekommen sind. Ich denke keiner hat damit gerechnet, nachdem alle Favoriten rausgeflogen sind.


    Das Finalspiel war von Frankreich zwar über weite Strecken nicht sonderlich überzeugend, aber wer im Verlauf eines Turnieres Argentinien, Uruguay und Belgien hinter sich lässt, hat imo den Sieg schlussendlich trotzdem verdient. Die Leistung und das Erreichen des Finals war für Kroatien sensationell, aber schlussendlich haben sie sich mit einem doch eher einfacheren Turnierverlauf oft schwer getan (alle Spiele in der KO-Phase konnten erst in Verlängerung/Elfmeterschiessen entschieden werden) und im Finale dann zu wenig abgezockt gespielt. Habs beiden gegönnt, schlussendlich hat die Einzelklasse der französischen Spieler wohl den Ausschlag gegeben.

  • Also hat sich nun die Frage geklärt, welche Mannschaft 2022 ganz sicher in der Gruppenphase scheitern wird. Frankreich hat ja da schon gewisse Erfahrungen. :biggrin:

    Das Finale war eigentlich ganz unterhaltsam. War vielleicht etwas unnötig, dass Frankreich gegen Ende mit diesem komfortablen Vorsprung auf Zeit gespielt hat, aber es sei ihnen gegönnt. Man sagt das sonst immer so dahin, aber diesmal können sich wohl beide als Gewinner fühlen, für Kroatien war das eine super Leistung, auf die sie ziemlich stolz sein können. Wenns um die sympathischste Präsidentin gegangen wäre, hätten sie eh uneinholbar gewonnen...




    Und was bleibt sonst? Russland kann eine Fussball WM ausrichten und sogar ganz passablen Fussball spielen. Deutschland hat in vier bzw. zwei Jahren verlernt Fussball zu spielen. Belgien bleibt der Rolle des Geheimfavoriten treu. England kann Elfmeterschiessen (mehr aber auch nicht). Europa macht die WM unter sich aus.

    Und was kommt? WM in Katar!!?? Fanmeilen, die gleichzeitig als Weihnachtsmarkt dienen und ein Finale kurz vor Weihnachten?? Kann mir irgendwie nix schlimmeres vorstellen. :ugly:

  • Abwarten. Bisher gab es noch keine Weltmeisterschaft im Winter. Vielleicht lässt sich die ganze Sache ja nicht nur ertragen, sondern sogar genießen. Spätestens vor dem ersten Gruppenspiel haben alle Leute und Event-Fans vergessen, dass sie diese "unnötige WM in Katar" eigentlich boykottieren wollten, und stehen mit Glühwein und Eierpunsch in der ersten Reihe vom Public Viewing.


    Die WM in Russland war auf jeden Fall wesentlich interessanter als die Europameisterschaft in Frankreich vor zwei Jahren. Endlich gab es mal wieder Mannschaften, die sich nicht selbst im eigenen Strafraum eingesperrt und einen glücklichen Konter gesetzt, sondern das Spiel mit bis zu drei Stürmern an sich gerissen haben. Belgien und Kroatien haben stellenweise einen dermaßen schönen Fußball gespielt, dass ich mir die beiden eigentlich im Finale gewünscht hätte. Aber ich finde, Frankreich ist ein würdiger Weltmeister. Außerdem hat der WM-Pokal es nicht so weit von Deutschland nach Frankreich. Irgendwie freut es mich, dass unsere Nachbarn sich den Titel geholt haben, zumal man damit eventuell ein paar böse Geister vom 13. November 2015 vertrieben hat.


    Über die deutsche Nationalmannschaft ist alles gesagt. Die Spieler um Toni Kroos haben fünf schlechte Halbzeiten und eine glückliche Halbzeit gespielt und sind vollkommen zu Recht in der Vorrunde ausgeschieden. Ich fand es sogar gut, dass Südkorea am Ende das 2:0 erzielt hat, denn durch dieses Tor ist Deutschland noch Gruppenletzter geworden. Einen besseren Knalleffekt kann es nicht geben. Wenn wir uns mit solchen Leistungen ins Viertelfinale geschummelt hätten, wäre das nicht nur unverdient gewesen, sondern wahrscheinlich auch ohne Konsequenzen geblieben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Spieler wie Nils Petersen, Leroy Sané und Sandro Wagner vor knapp drei Wochen insgeheim einen abgelacht haben. Ich könnte es nachvollziehen. Die überraschende Nominierung von Nils Petersen war eventuell nur ein Vorwand, um Sandro Wagner nicht mitnehmen zu müssen, und warum man den besten Nachwuchsspieler der Premier League nicht mitgenommen hat, wollte man ja nicht einmal begründen. (Diese Wahl hat Sané übrigens vor einem gewissen Harry Kane gewonnen.) Wenn ich mir unsere ängstliche Spielweise nochmal vor Augen führe, hätten wir einen Spieler, der bewusst das Eins-gegen-Eins sucht, gut gebrauchen können. Arjen Robben und Franck Ribery suchen auch immer das direkte Duell, und selbst wenn sie neunmal hintereinander an ihren Gegenspielern hängen bleiben, versuchen sie es eine Minute später noch einmal.


    Das Leistungsprinzip hat Joachim Löw bei der abgelaufenen WM ebenfalls in Frage gestellt. Da gewinnt ein gewisser Marc-André ter Stegen vor einem Jahr den FIFA-Konföderationen-Pokal und spielt eine makellose Saison beim FC Barcelona, und Löw setzt stattdessen auf einen Torhüter, der fast ein Jahr lang nicht zwischen den Pfosten stehen konnte und nur ein paar Wochen lang trainieren konnte. (Ich kann mich daran erinnern, dass Italien sich bei der EM 2000 und bei der WM 2014 den Luxus erlaubt hat, zumindest zeitweise auf Gianluigi Buffon zu verzichten, weil er nicht rechtzeitig fit geworden ist.) Versteht mich nicht falsch, Manuel Neuer ist sicher der Letzte, dem man einen Vorwurf machen kann. Aber welches Signal setzt Löw mit so einer Entscheidung? Wie wird so etwas innerhalb der Mannschaft aufgenommen? Auch dass ein Jonas Hector, der ja immerhin mit dem 1. FC Köln abgestiegen ist, diversen anderen Außenverteidigern vorgezogen wird, konnte ich nicht verstehen. Aber ich glaube, dass sich zumindest diese Personalie erledigt hat: Hectors Ja zum 1. FC Köln ist ein Nein zur Nationalmannschaft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er seinen Stammplatz behält, eventuell wird er sogar ganz aussortiert. Warum gibt man nicht Philipp Max vom FC Augsburg eine Chance? Der Kerl ist 24 Jahre alt, hat wesentlich bessere Werte bzw. Statistiken als Hector und hat in der vergangenen Saison immerhin zwölf Tore vorbereitet.


    Hach ja. Jetzt habe ich eingangs geschrieben, dass über die deutsche Nationalmannschaft alles gesagt ist und schreibe mich gerade trotzdem wieder in Rage. Sorry. Ich gehe lieber noch auf ein paar andere Mannschaften ein.


    Eigentlich verlief die WM nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft genau nach meinen Vorstellungen: Ich fand es gut, dass Messi und Ronaldo bereits im Achtelfinale ihre Koffer packen mussten und dass die wohl bestbezahlte Heulboje der Welt gegen Belgien ausgeschieden ist. Dass Spanien früh nach Hause fliegen durfte, hat mich ebenfalls gefreut. (Schade nur, dass es nicht Sergio Ramos war, der einen der beiden Elfmeter verschossen hat.) England stand zum ersten Mal seit 1990 in einem WM-Halbfinale, hat aber zum Glück keine Platzierung abgeräumt. Überhaupt wurde mir diese Mannschaft ein bisschen zu heftig hochgejubelt: Gegen Tunesien hat man das Siegtor erst in der Nachspielzeit erzielt, gegen den wohl schwächsten WM-Teilnehmer durfte man sich austoben, gegen Kolumbien hat man erst im Elfmeterschießen gewonnen und im Viertelfinale hatte man den vermeintlich leichtesten Gegner. Sobald es gegen größere Brocken ging, war es mit der Herrlichkeit vorbei, und von Harry Kane kamen dann auch keine Tore mehr. Die Ansprüche auf der Insel scheinen nicht mehr die damaligen zu sein, wenn man sich über eine WM freut, bei der man immerhin drei Spiele verloren hat. England hat mich sehr an unsere Nationalmannschaft von 2002 erinnert: Man ist den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und stand am Ende besser da, als normale Umstände es hergegeben hätten. Es würde mich ehrlich gesagt wundern, wenn England bei den nächsten großen Turnieren ein ernstes Wörtchen um die Pokale mitredet. Ich gehe davon aus, dass der Erwartungsdruck auf der Insel aufgrund der abgelaufenen WM jetzt so steigen wird, dass man schon bei der EM auf altbekannte Probleme trifft. (Nichtsdestotrotz finde ich, dass Gareth Southgate momentan einer der sympathischsten Nationaltrainer ist.)


    Eine Sache möchte ich zum Schluss nicht unerwähnt lassen: Der Videobeweis gehört meiner Meinung nach zu den Gewinnern dieser Weltmeisterschaft. Es ist kurios, dass man sich in der Bundesliga praktisch jedes Wochenende aufs Neue fragen musste, wann und wie er eingesetzt wird, und bei der WM dann alles so problemlos klappt. Gut, die extrem langen Nachspielzeiten, die daraus resultierten, waren auf Dauer ein bisschen nervig und haben teilweise schon an Verlängerungen erinnert, aber wenn der Fußball dadurch gerechter wird, ist das ein eher kleines Opfer. Man stelle sich vor, der Treffer von Südkorea zum 1:0 wäre nicht gegeben worden und Deutschland hätte im Gegenzug das glückliche Tor zum Achtelfinale erzielt. Das wäre eine Farce gewesen und hätte wahrscheinlich zu genau der Situation geführt, die ich oben bereits erwähnt habe.

  • Vielleicht lässt sich die ganze Sache ja nicht nur ertragen, sondern sogar genießen. Spätestens vor dem ersten Gruppenspiel haben alle Leute und Event-Fans vergessen, dass sie diese "unnötige WM in Katar" eigentlich boykottieren wollten, und stehen mit Glühwein und Eierpunsch in der ersten Reihe vom Public Viewing.

    Ich bin allerdings auch keiner von denen, die sowas boykottieren oder die zumindest sagen, dass sie das tun. Für mich persönlich fällt die WM dann einfach in eine Zeit des Jahres, in der es so schon genug zu tun gibt, Vorweihnachtszeit halt. Da werde ich sicherlich weniger Spiele verfolgen können.


    Ansonsten schöner Post, stimmt mit vielem überein, was ich auch denke, vorallem was Deutschland, England und den Videobeweis betrifft. Wobei mir der Videobeweis im Spiel Belgien-Brasilien immernoch sauer aufstösst. Gut, ich bin da parteiisch, aber viele andere habens halt auch so gesehen, dass das nicht ganz ok war.

  • Während der Weltmeisterschaft wurde außerdem ein Spieler erwähnt, der nachts durch die Stadt zieht und Essen an bedürftige Menschen verteilt. (Wenn ich mich richtig erinnere, war die Rede von einem englischen Nationalspieler.) Der wurde natürlich sofort von Passanten erkannt, was etliche Beiträge in den verschiedenen sozialen Netzwerken hervorgerufen hat. Dem Spieler war das laut eigener Aussage unangenehm und er hat die Leute gebeten, das zu unterlassen, da er seine Person bzw. diese ehrenamtliche Tätigkeit nicht in den Vordergrund stellen will. Es sollte mehr Leute von dieser Sorte geben. Sicher, den Zielgruppen ist es egal, aus welcher Intention heraus gehandelt wird, aber trotzdem stößt es mir immer etwas sauer auf, wenn verwöhnte Millionäre praktisch jeden gespendeten Cent auf zehn verschiedenen Titelseiten präsentieren.

  • Endlich gab es mal wieder Mannschaften, die sich nicht selbst im eigenen Strafraum eingesperrt und einen glücklichen Konter gesetzt, sondern das Spiel mit bis zu drei Stürmern an sich gerissen haben. Belgien und Kroatien haben stellenweise einen dermaßen schönen Fußball gespielt, dass ich mir die beiden eigentlich im Finale gewünscht hätte.

    Also ich fand, das war überwiegend der Fall - abgesehen von einigen kleineren Teams und den von dir erwähnten Belgiern sowie den Brasilianern war das wenig spielerischer Glanz, sondern viel defensiver Beton, Konter und vor allem Standards. Sehe da keinen Fortschritt zur EM, da es bei der EM auch „aktive“ Mannschaften gab.

    Was du mir erklären darfst: Verstehe nicht, wie du darauf kommst, dass Kroatien wunderschönen Fußball gespielt hat? Klar, das ist stets subjektiv, aber ich kann es nicht nachvollziehen, ich empfand deren Spiele stets als schwere Kost. Es waren ein paar schöne Tore dabei, aber die meisten Chancen und Tore waren doch aus dem Nichts oder/und vom Zufall begünstigt (bestes Beispiel: Mandzukic‘ 2:1 gegen England). Ich habe bei Kroatien, die vor allem durch ihre Mentalität und ihren Kampfgeist beeindruckt haben, kein wirkliches taktisches Konzept erkennen können, außer, dass sie defensiv relativ kompakt stehen wollten (dabei/dazu körperlich meist an der Grenze agiert) und dann auf Flanken aus dem Halbfeld gesetzt haben, mit denen sie offensichtlich hauptsächlich Mandzukic finden wollten. Fand dabei Modric auch bei weitem nicht so gut, wie er gemacht wurde, da kam gemessen an seinen Möglichkeiten relativ wenig - bei Real prägt er das Spiel weit mehr und ist viel effektiver, dazu wirkte er oft irgendwie auch gehemmt. Der Goldene Ball scheint mir daher auch etwas überzogen, aber wie schon bei Messi 2014 werde ich den Eindruck nicht ganz los, dass es sich um eine Art Trostpreis handeln soll.

  • Es kann natürlich sein, dass ich bei Kroatien keinen besonders objektiven Maßstab ansetze, was vor allem daran liegt, dass diese Mannschaft gegen Teams gewonnen bzw. diese aus dem Turnier geschmissen hat, bei denen ich nicht unbedingt wollte, dass sie eine erfolgreiche Weltmeisterschaft spielen (Argentinien, Russland, England).


    Beeindruckt hat mich bei Kroatien vor allem das enorme Durchhaltevermögen: In der Finalrunde hat man zwei Elfmeterschießen und eine Verlängerung gewonnen. Und nicht auf die gleiche Art, die Argentinien 2014 praktiziert hat, als man gegen die Schweiz, Belgien und die Niederlande doch alles andere als überzeugend aufgetreten ist. Auch nicht auf die Art, mit der vor zwei Jahren wohl der spielerisch schwächste Europameister aller Zeiten gekrönt wurde. Bei Kroatien hatte ich nicht das Gefühl, dass man auf den einen Moment wartet und nur auf Konter lauert. Allerdings haben ihre Gegner das meistens getan, und das kann man wohl kaum den Spielern um Luka Modrić vorwerfen. Es gab Mannschaften, die gegen solche tiefstehenden Gegner keine Mittel gefunden haben, unter anderem die beiden letzten Weltmeister Spanien und Deutschland.


    Beim Goldenen Ball hingegen muss ich Dir zustimmen. Grundsätzlich finde ich es gut, dass man einen besten Spieler des Turniers krönen möchte, aber die Art und Weise, wie man das zelebriert, finde ich überzogen. Da verlieren Messi und Modrić das Spiel ihres Lebens und werden dann mehr oder weniger dazu gezwungen, nochmal in die Kameras zu grinsen. Noch dazu neben Spielern, die den großen Traum vom Weltmeistertitel im Gegensatz zu ihnen gerade verwirklichen konnten. Mir kommen diese Auszeichnungen gestellt vor, zumal man penibel darauf zu achten scheint, dass keine Nation beide abräumt. So hat es mich zum Beispiel auch überrascht, dass Thibaut Courtois zum besten Torhüter der WM ernannt wurde. Belgien hat immerhin sechs Gegentore kassiert, davon vier gegen Mannschaften, die jetzt nicht direkt die Spitze des Weltfußballs darstellen. In der KO-Phase ist Belgien nie ohne Gegentor geblieben, wenn man das eher unwichtige Spiel um den dritten Platz mal ausklammert. Gut, seine hervorragende Leistung gegen Brasilien will ich nicht unter den Teppich kehren, aber trotzdem hätte es hier meiner Meinung nach bessere Alternativen gegeben.