Fairy Tale of Nobody

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  • „Niemand muss suchen, Niemand wird leiden, Niemand soll sterben.
    Wehe dem, der Niemand ist …“


    [tabmenu][tab=Willkommen]
    ~Vorwort
    Willkommen zu einer weiteren Fanstory von mir hier im Bisaboard. Leute die mich bereits kennen, wissen möglicherweise, dass ich leidenschaftlich humorvolle und spontane Geschichten schreibe. Deswegen im Voraus: Schmeißt diese Vorstellung gleich über Bord, denn mit "Fairy Tale of Nobody" will ich was anderes versuchen. Die Handlung wird um einiges düsterer, fieser und vor allem blutiger sein, als alles was ich zuvor geschrieben habe! Sollte jemand wirklich über sehr schwache Nerven verfügen oder einen Spaziergang über eine Blumenwiese erwarten, sollte es sich jener oder jene vielleicht zwei Mal überlegen, ob man wirklich weiter lesen möchte. Humor wird zwar auch etwas dabei sein, aber ich versuche diesen in Grenzen zu halten. Die ganze Geschichte ist Großteil aus der Ich-Perspektive geschrieben und handelt von der Suche der namenlosen und Pokémon hassenden Protagonistin, die eines Tages in der Gestalt eines Pokémon aufwacht und sich gezwungen sieht, einen Weg in ihr altes Leben zu finden. So simpel das jetzt auch klingen mag, habe ich doch viel Arbeit in diese Geschichte investiert und ich kann euch versprechen, dass es sich hier nicht um eine 0-8-15 Pokémonstory handelt.
    Würde mich natürlich sehr über Feedback jeder Art freuen^^



    ~Inhalt
    Ich bin ein Mensch... jedenfalls war ich das einmal. Nun stecke ich in dem Körper eines verdammten Pokemon fest, ohne Erinnerungen an mein vergangenes Leben, ignoriert und verachtet von den Menschen und ohne die kleinste Ahnung, wie ich mein normales Leben wieder zurückbekommen könnte. Zudem scheint sich alles in dieser Welt gegen mich verschworen zu haben, meine Suche gleicht dem Trip durch die Hölle. Dabei führt mich diese Reise lediglich durch die mir allbekannte Menschenwelt, die jedoch durch die Augen eines Pokemon, eine ganz andere ist … Und wenn man der Welt Hass entgegenbringt, ist Hass alles, was man zurück bekommt.



    ~Genre
    Pokemon-Fanstory, Fantasy, Drama, Reise



    ~Titel und Ideen
    Woher die Ideen für diese Geschichte kommen? Nun, ursprünglich hab ich mir mal vorgestellt, wie Pokemon wohl in einer ernsteren Form aussehen würde. Damals bin ich zufällig auf den Trailer einer Horror-Anime gestoßen (aber ehrlich gesagt sind meine Nerven zu Schwach für Horrorserien und Filme), welcher mich dazu angeregt hatte, an meiner Idee weiterzuarbeiten. Wahrscheinlich war es einfach diese düstere und grausame Stimmung, die mir so gefallen hat. Was aber auch eine wichtige Quelle der Inspiration war, war die Fs "A new Begining" von Neptun (die leider schon seit Jahren inaktiv ist), die mich bereits zu meiner ersten großen Fs inspiriert hat. Die Ich-Perspektive, Vulpix und die deprimierende Stimmung ... all das hab ich von dieser Fs mitgenommen. Nach gut einem Jahr des planens, war ich schließlich bereit, endlich damit anzufangen. Hat ja, wie man sieht, lange Zeit gedauert, bis ich mich endlich durchgerungen hab, sie hier zu online zu stellen.
    Der ursprüngliche Titel, dieser Geschichte war "No Mystery Dungeon Fairy Tale", da es sich hier gewissermaßen um eine Pokémon Mystery Dungeon handelt, jedoch spielt die Handlung in einer anderen Welt mit Menschen. Habe aber letztendlich beschlossen, da vielleicht nicht jeder so einen Bezug zu den Pokémonspiel „Mystery Dungeon“ hat, den Titel in "Fairy Tale of Nobody" umzubenennen. Wieso Märchen von Niemanden? Lest und erfahrt es selber.



    ~Die Welt
    Beim Lesen der Geschichte sollte man erkennen, dass sich die Handlung auf einem fremden Kontinent, bzw. anderen Welt spielt, als durch die Videospiele bekannt. Hier ist eine kleine Liste von wichtigen Eigenheiten der Welt von Fairy Tale of Nobody:

    • Die Handlung spielt nicht in der normalen Pokémonwelt, gleicht dieser aber vom Entwicklungsstand in fast allen Punkten.
    • Die Beziehung zwischen Pokémon und Menschen ist nicht ganz „Friede, Freude, Eierkuchen“
    • Pokémonkämpfe können sehr wohl für die Kämpfenden blutig oder mit dem Tod enden.
    • Attacken müssen nicht unbedingt denselben Effekt habe, wie in der Anime oder im Spiel. Im Allgemeinen sind Pokémon vielmehr auf ihre eigenen Typen beschränkt, was diese anbelangt.
    • Es könnten auch Namen vorkommen, die sich mit Orten oder Personen aus der unserer Welt bzw. Pokémonuniversum decken, jedoch werden diese nicht sonderlich viele Gemeinsamkeiten aufweisen.
    • Bei den Daten der verschiedenen Pokémon, sei es nun Größe, Gewicht, etc., können manche von den Angaben des offiziellen Pokédex abweichen.




    ~Die Charaktere
    Da man mich bereits wegen eine Charakterbeschreibung gefragt hat, hier nochmals für alle: Ich werde keine machen, da ich glaube, dass sich der Leser lieber ein eigenes Bild von den verschiedenen Charaktere machen sollte. Außerdem ist das eine Herausfordern an mich selbst, meine Charaktere so gut wie möglich zu beschreiben.



    ~Warnung
    Wie bereits im Vorwort erwähnt, kann die Handlung teils recht blutig werden, wobei ich aber nicht unnötig übertreiben werde. Logischerweise wird damit auch Gewalt vorkommen, meistens in der Form von Pokémonkämpfe, die ich jedoch in ein ganz anderes Licht stellen werde, als in den Videospielen oder in der Anime. Außerdem will ich nochmal verdeutlichen, dass die Reise der Protagonistin alles anderes als ein Spaziergang am Strand sein wird, stattdessen wird ihr Weg nicht selten mit Ungerechtigkeiten und Schwierigkeiten gepflastert sein. Also sollte man ein Problem mit einem der erwähnten Punkte haben, rate ich ab, weiter zu lesen.



    ~Copyright
    Alle Bilder die in "Fairy Tale of Nobody" vorkommen, wurden von mir selbst erstellt und gehören damit mir (Erstellt mit Ps/Sai, Texturen und Pinsel aus Deviantart).
    Ideen, die Handlung und Charakter sind ebenfalls mein geistiges Eigentum.
    Pokèmon gehört Nintendo und Game Freak.


    [tab=Kapitel]

    ~Kapitel


    Prolog-Der Fall
    Kapitel 1-Zuhause?
    Kapitel 2-Augen und Hass
    Kapitel 3-Erwachen
    Kapitel 4-City Life
    Kapitel 5-Die finsteren Gassen
    Kapitel 6-Die Vögel der Stadt
    Kapitel 7-Nana
    Kapitel 8-Bittere Medizin
    Kapitel 9 - Pflaster
    Kapitel 10 -



    [tab=Pn Benachrichtung]


    PN Benachrichtigung


    Eagle
    Sheogorath


    [tab=Trivia]


    Warnung: Enthält einige Spoiler zu der Handlung. Ich empfehle deswegen zuerst die jeweilige Kapitel zu lesen, bevor man sich die einzelnen Punkte im Trivia anschaut!


    [tab=Danksagungen]


    Amatsu aka Vitali
    ~Seit Ende 2011 bis 2013 hast du dich durch jeden der Parts durchgearbeitet und meine zahlreichen Rechtschreibfehler herausgepickt. Nicht nur für deine Arbeit als Betaleser will ich mich bedanken, sondern auch für die vielen Unterhaltungen, die wir über diese 2 Jahre geführt haben. Danke.


    Eagle aka Jens
    ~Dafür, dass du beinah von Anfang an dabei warst und immer aufs neue ein Kommentar hier hinterlassen hast. Ohne dich hätte ich wahrscheinlich an irgendeinem Punkt einfach aufgegeben weiter zu schreiben.


    Rusalka
    ~Dafür, dass du bereitwillig als Betaleserin für Fairy Tale of Nobody eingesprungen bist.



    [/tabmenu]


    Prolog-
    Der Fall


    Mit voller Gewalt wurde ich hinunter geschleudert. Schmerzen fühlte ich keine. Jetzt nicht mehr.
    Um mich herum begann sich die Welt zu drehen, wo anfangs Himmel und Wolken ihren festen Platz hatten, befand sich nun die von Fahrzeugen überfüllte Straße. Autos und Autos. Menschen und Menschen. Es war völlig gleich, denn bald würde ich dort unten liegen, in mitten der Massen von Menschen oder unter dem Gummireifen eines der Fahrzeugs. Doch ich würde es nicht mehr merken, denn ich wäre bereits tot. Es würde viel Aufregung herrschen, aber schließlich würde ich in Vergessenheit geraten. Ein kleines Wesen wie mich, wenn würde es schon interessieren, ob ich nun tot war oder lebte.


    Im Fallen musste ich noch ein einziges Mal in sein Gesicht blicken, bevor es hinter der grauen Fassade des Hochhauses verschwand. Diese verhasste Augen ... Wieso musste ausgerechnet sein Gesicht das letzte sein, wieso musste unbedingt das meine finale Erinnerung sein, kurz bevor ist starb? So hatte ich es mir nicht vorgestellt …
    Mit leerem Blick sah zu, wie ich die Welt langsam an mir vorbeigleiten zu schien, unaufhaltsam und unbarmherzig. Die letzten Sekunden meines Lebens … wieso mussten sie sich so sehr in die Länge ziehen? Als ob die Zeit verlangsamt worden war, um mich ein letztes Mal Leiden zu lassen, bevor ich in die ewige Finsternis verschwinden würde. Meter für Meter. Fenster für Fenster.
    Warum musste es so enden? So oft hatte ich war ich mit dem Leben davon gekommen, so oft hatte mich die Sense des Todes verfehlt und nun starb ich einfach so? Durch den Sturz auf eine befahrene Straße? Welche Ironie. Ein Tod, vor dem ich mich nicht mehr retten konnte. Nicht dieses Mal; Niemals wieder. Nicht vor der Menschenmasse, nicht vor den Fahrzeugen, auf die ich zu stürzte. Niemand würde mir aus dieser Lage helfen können.


    „Am Ende zieht das Leben an den eigenen Augen vorbeiziehen. Meter für Meter …“

  • Das Kapitel ist mir viel zu kurz, mal ehrlich, man konnte viel mehr die Umgebung beschreiben, dasnn wuerde das Kapitel mindestens 40 Zeilen lang sein, man sieht hier keine Muehe. Man spuert zwar so richtig diese negative Energie, die du versucht hast uns rueberzuschicken, aber manchmal stoert irgentetwas. Z.B. hast du dieses 'Gesicht' erwaehnt, wieso konntest du nicht genau beschreiben, wies es aussieht, was daran so schlimm ist, wie du dich wegen ihm fuehlst. Aber um ehrlich zu sein, fuegt deine Wiederholung, wie "Meter fuer Meter" eine traurige Atmosphaere ein, das kannst du ohne Zweifel sehr gut.
    Sonst faellt mir noch auf, dass ich nichts ueber deinen Charakter weiss, vielleicht koenntest du die Beschreibung in den Startpost eineditieren, denn dann wuerde der Leser wenigstens ein Bisschen wissen, worueber es geht. Und der Startpost ist auch etwas uliebevoll gestaltet.Vielleicht ein Paar Bilder oder so.
    Ich kann nicht mehr sagen, weil dein Prolog wirklich kurz ist ;)
    ~Amy

  • Ja ich weiß der Prolog ist ziemlich kurz^^"
    Aber es hat schon seine Gründe, vielleicht hätte ich es am Anfang doch erleutern sollen, oder gleich das erste Kapitel posten sollen. Jedenfall hab ich ganz bewusst die nähere Umgebungsbeschreibung weggelassen. Das Gesicht hatte ich sogar beschrieben, jedoch hab ich letzt endlich beschlossen es doch noch nicht genauer zu beschreiben. Ich kann verraten (nun was heißt da verraten...) das das erste Kapitel nicht an den Prolog anschließt.
    Die Charakter beschreibung werde ich aber (wahrscheinlich) ganz bleiben, Inhaltsangabe folgt aber noch, genau so wie die Gestalltung, muss nur noch paar Bilder malen :D

  • Gut dann hier wäre mal das erste Kapitel... hoffe mal das es akzeptabel ist. Komis erwünscht^^


    http://www.abload.de/img/titel1-2js5c.png


    Gelangweilt blickte ich aus dem rechten Autofenster, in der Hoffnung, dass dort irgendetwas Interessantes zu sehen war. Doch ich wurde wie in den letzten paar Stunden nur enttäuscht. Nichts als weite grüne Wiesen, Berge am Horizont und irgendwelche veralteten Häuser, die man meiner Meinung nach einfach abreisen könnte. Dann könnte man dort neue Häuser errichten, vielleicht Kinos, Spielkasinos, Einkaufszentren, keine Ahnung was. Hauptsache etwas was wert wäre, dort überhaupt hinzufahren. Doch nein, nichts von Bedeutung. Eine einfach fade und gottverlassene Gegend war das und genau hier her wollte meine Familie hin. So lange, bis ich endlich abhauen durfte.


    „Schwesta… Schwesta!“


    „Was!“, schnauzte ich meinen kleinen Bruder an, der mich die ganze Zeit an schubste und mit nervender Stimme das Wort „Schwesta“ wiederholte. Ja, ich war seine Schwester, das musste er deswegen doch nicht dauern wiederholen. Er konnte mich doch auch einfach beim Namen nennen…
    „Dort ist ein Ponita“, sagte er und deutete aus dem Fenster, wo nun natürlich kein Ponita mehr war. Und das war mir auch scheiß egal.
    „Toll … Wenn interessieren die schon“, knurrte ich und wandte mich wieder den dämlich glotzenden Miltanks zu, die auf meiner Seite des Fensters auf einer Weide grasten. Wie mich diese Viecher schon wieder angingen, auf jeder zweiten Weide tauchten diese verdammten Pokémon auf … Am liebsten würde ich die…
    „Liebling, sei doch nicht so bissig zu deinem Bruder“, kam es schon von meiner Mutter, die auf dem Beifahrersitz saß und angestrengt die Straßenkarte studierte. Liebling, wie sich das schon anhörte. Vor einigen Wochen klang das noch ganz anders.
    „Er geht mir auf die Nerven“, erwiderte ich und warf einen Blick auf den schwarzen Bildschirm des Navi. Genialerweise hatte mein Idiot von Bruder vor einigen Tagen es irgendwie geschafft, das Navigationsgerät - ohne dass es jemand bemerkt hat - zu demolieren, weswegen wir nun mindestens ein paar Stunden länger umherirren mussten. Meine Mom war eine grauenhafte Kartenleserin. Und ihre vorgespielte Fröhlichkeit war auch zum Kotzen. Aber Hauptsache meine Eltern hatten erst heute bemerkt, dass unser Navi im Eimer war, wie idiotisch.
    Diese ganze „aufs Land ziehen“ Idee war sowieso ein scheiß Plan. Einen Neuanfang machen. Ein neue Arbeitsstelle für meinen Vater. Hinaus in die Natur kommen ... Dafür mussten wir aus meiner Stadt ziehen und alles was mir wichtig war, zurücklassen! Aber das wollten sie ja, all meine Bekannten, Gewohnheiten und Hobbys die ihnen nicht gefielen, loswerden. Was wussten die schon darüber, für sie war ich doch eine halbe Fremde? Wie ich sie dafür hasse. Wie ich dafür alles hasste.
    „Scheiß Gegend“, murmelte ich und nahm meinem Bruder den Pokedex weg, den er sich von meinem Sitzplatz geangelt hatte. „Mach den nicht auch noch kaputt“, zischte ich ihm an, obwohl das Ding selbst keine große Bedeutung für mich hatte. Ich hatte kein Interesse an Pokémon, Trainer zu sein oder Pokémon-Daten zu sammeln. Ich konnte Pokémon nicht ausstehen. Das Ding hatte ich von einer Freundin bekommen. Ich hätte das Ding am liebsten wieder zurückgegeben, aber sie liegt jetzt hundert Kilometer von hier unter einem Grabstein … nur ihr zu liebe hab ich das ganze Zeug noch.
    „Sei still“, schimpfte mein Dad, der genervt ein überholendes Auto an hupte, „Verdammter Sonntagsfahrer! Wo glaubt der sind wir?!“
    Ah, mein Dad… Es war Sonntag.
    „Wir sind eh gleich da“, fügte meine Mutter hinzu und faltete die Karte zusammen, „Dort abbiegen und dann sollten wir da sein.“
    Nicht gerade vielversprechend. Es war ein einfacher Feldweg, nicht asphaltiert, alt und verwachsen. Und außer vielen braunen Feldern, paar Baumgruppen und Felsen war dort nichts. Nichts für mein Interesse.
    „Wunderschöne Gegend, nicht wahr Kinder!“, begann meine Mutter bei Anblick der höchst langweiligen Felder und ätzenden Starlili Schwärmen, die auf den Feldern nach Futter pickten, zu schwärmen.
    Mein Bruder begann mich gleich darauf wieder an zu stupsen und rief ganze Zeit: „So viele Statlilili!“
    „Nerv nicht“, motzte ich, stieß seine Hand zur Seite und verschränkte meine Arme. Wieso war er immer so fröhlich, das war so nervig.


    Auf dem unebenen Weg begann das Auto immer heftiger herum geschüttelt zu werden. Immer wieder stieß ich mit meinem Kopf gegen die Fensterscheibe, worauf mein Bruder zu lachen anfing. Dieses änderte sich, als ich ihm mit meiner Faust eine auf den Hinterkopf verpasste. Draußen änderte sich die Gegend kaum, soweit wir auch in dieses Kaff vordrangen, nur in der Ferne war ein kleines schwarzes Viereck zu erkennen, das vor einem großen Stück Wald stand. Ich ahnte das Schlimmste und nicht mal eine Minute später bestätigten sich meine Befürchtungen. Eine Bruchbude. Ein verdammtes heruntergekommenes Haus vor einem großen Wald.
    „Willkommen in unserem neuen Zuhause“, verkündete Mom und öffnete die Autotür. Willkommen im Exil … das waren die richtigen Worte. Ein Exil im Nichts.
    Mit lautem Geschreie sprang mein nerviger Bruder über meinen Schoß hinweg und rannte hinaus ins Freie.
    „Coool!“, rief er und begann um das Gebäude herumzurennen. Genervt löste ich ebenfalls die Fahrgurtschnalle und trat ins Freie. Ich sprang hinunter auf den noch etwas matschigen Boden und begutachtete missbilligend die Bruchbude. Weiße und brüchige Fassade, kleine Fenster mit alten Fensterkreuzen, eine genauso alt aussehende Türe und als finaler Touch ein moosbewachsenes Dach. Bestimmt größer als die Wohnung in der wir bisher gelebt hatten, aber trotzdem... Wenn sich sogar die Pokémon ihre Nester unter der Dachrinne bauten, konnte das doch nur ein Kaff von Haus sein. Und diese hässlichen Löcher in der Fassade, aus denen die rote Ziegelwand sichtbar war, konnte ich auch schon nicht ausstehen. Nur die Satellitenschüssel und die Solarkollektoren, die auf dieser Seite des Daches angebracht war, passten nicht in das altmodische und verfallene Bild. Wenigstens konnte ich so den ganzen Tag vor der Glotze verbringen … das wird nämlich meine einzige Beschäftigung für die nächsten Jahre sein. Schule - falls ich die nicht gleich schmeiße - Fernsehen und essen. Am Ende würde ich wieder zurück in meine Stadt ziehen und dort weiter machen, wo ich aufgehört hatte.
    „Kinder wartet erst, bis wir überhaupt drinnen sind“, meinte meine Mutter, „Die wichtigsten Möbel und Gerätschaften sind bereits im Haus!“,
    „Wie oft muss ich das sagen, ich bin lang kein Kind mehr“, murmelte ich und folgte Mom und meinem Bruder hinein ins Haus. Dad hingegen blieb draußen und räumte das restliche Gepäck aus dem Kofferraum unseres Autos.
    Die Tür knarrte, wie es zu erwarten war, als wir sie öffneten. Das Erste was uns in unserem neuen Heim empfing, waren Stapeln von Kartonboxen. Selbst der kleine Raum, in dem wir standen, war gefüllt mit den unterschiedlichsten Kartons, manche beinhalteten Schuhe, andere Kleidung und wieder andere sonstige Geräte aber es gab auch sehr viele, die einfach nur leer waren.
    „Wieso haben die Typen nicht wenigstens die leeren Schachteln wieder mitbringen können“, ärgerte sich Mom und kämpfte sich einen Weg ins nächste Zimmer. Wir folgten ihr wortlos.
    Der nächste Raum sah auch nicht unbedingt besser aus. Anscheinend handelte es sich hierbei um unser neues Wohnzimmer. Der Fernseher, der große Tisch und das Sofa standen in der Mitte des Zimmers, umzingelt von einem Haufen Kartonschachteln. Auch hier waren die Wände eindeutig renovierungsbedürftig. Der Putz war schon zum Teil herunter gebröselt und hier und da befanden sich kleine Löcher in der Wand. Dass dieses Zimmer im Verhältnis ziemlich groß war, konnte ich nicht bestreiten, doch viel bedeutete mir dies ohnehin nicht. Alles was ich brauchte war ein Ort für mich alleine.
    „Ist der PC schon aufgestellt“, fragte ich sie und zog meinen Musikplayer aus der Hosentasche, „ Ich muss das Ding aufladen.“
    „Nein“, antwortete sie, während sie anfing die Kisten wegzuräumen, „Aber du kannst ja in deinem Zimmer fernsehen. Der ist bereit.“
    „Und wo ist dieses Zimmer?“, seufzte ich und steckte den Mp Player zurück in die Hosentasche. Ich wünschte ich könnte jetzt einfach in MEIN Zimmer zurückkehren. Mir egal wie das neu aussah, ich hatte kein Bock auf ein mir fremdes Zimmer, wahrscheinlich war es genauso ein Bruchloch wie das ganze Haus hier.
    „Einfach die Treppe hinauf. Gleich die erste rechte Tür. Warte Schatz ich führ dich hin“, begann meine Mutter, doch ich winkte mürrisch ab, „Ich werde es schon selber finden.“
    Mit diesen Worten wandte ich mich um und ging in Richtung Treppe.


    Eine morsche Holztreppe, wer hätte das geahnt? Noch dazu eine, die einem das Gefühl gab, gleich durch eine Stufe durchzubrechen. Wie toll …
    Skeptisch setzte ich meinen Fuß auf die erste Treppenstufe und verlagerte prüfend mein Gewicht darauf. Sofort gab die Treppe ein lautes Knarren von sich und wenn sich meine Augen nicht täuschten, schien sich das Holz ein klein wenig unter meinen Sohlen durchzubiegen. Seufzend setzte ich den nächsten Fuß auf die unterste Stufe, die durch ein Wunder nicht sofort auseinanderbrach, und setzte unbeirrt meinen Weg fort. Am Ende der knarrenden Treppe folgte ein lang winkender Gang, der aufgrund der fehlenden Fenster dunkel und düster wirkte, schon fast unheimlich … Nicht das ich vor so etwas Angst hätte. Für einige Sekunden starrte auf den unbeleuchteten Flur und fühlte in mir das Bedürfnis, diesem Gang, diesem Haus und alles was dazugehörte, meine ganze Verachtung zu zeigen. Doch keinen Augenblick später wachte ich aus meinem tranceartigen Zustand wieder auf und schielte müßig zu meiner Rechten. Dort war der Eingang zu meinem neuen Zimmer. Misstrauisch griff ich nach der goldenen Türklinke und drückte diese langsam hinunter, bevor ich die ebenso knarrende Türe aufschob. Vorsichtig warf ich einen flüchtigen Blick in das mir fremde Zimmer. Es blieb mir auch weiterhin fremd, nach dem ich mich darin sorgfältig umgeschaut hatte. Genau wie die vorigen Zimmer waren die Wände weiß angestrichen und war von Kisten, allesamt mit meinem persönlichen Zeug gefüllt, vollgestopft. Jedoch irritierte mich das unbekannte Bett, welches in der rechten Ecke des Raumes seinen Platz hatte.
    „Sie haben mir ein Neues gekauft“, dachte ich und gähnte missbilligend, „Die hätten mir genauso gut einfach das Alte mitbringen können. Aber gut…“ Ich trat auf das Bett zu und strich mit der Hand über die weiße Matratze. Sie fühlte sich weich an, wenigstens etwas. Danach widmete ich meine Aufmerksamkeit den restlichen Sachen im Zimmer zu. Der altmodischen Lampe, die von der Decke hing, dem Nachtkästchen, sowie dem hässlichem Kleiderschrank und auch meinem kleinen Röhrenbildfernseher, der mir abgesehen von meinem Nachtkästchen noch bekannt war.
    „Dämliches Zimmer“, seufzte ich, drückte auf den On-Schalter des Fernsehers, bevor ich mich auf die Matratze meines Bettes warf. Es war tatsächlich ungewohnt und fühlte sich wie alles hier fremd an.
    „Die Dauerregenwelle hat unsere Region voll im Griff. Erst nächste Woche kann es erneut vereinzelte regenfreie Tage geben. Die Temperatur…“
    Uninteressiert schaltete ich weiter.
    „Wir kommen nun zum spannenden Finale! Manuel versus Christoph! Beide Trainer haben sich bereits in die Positionen begeben und werfen nun ihre Pokebälle in den Ring. Wie unerwartet, Manuel schickt bereits in der ersten Runde sein Panferno in den Kampf geschickt, seine Trumpfkarte. Und Christoph. Für ihn steigt sein berühmtes silbernes Metakross in den Kampf, ein Pokémon das man niemals so schnell vergessen könnte. Der …“
    Gelangweilt blickte ich die beiden Pokemon und ihre Trainer an. Uninteressant, die kämpften doch sowieso nur so lange, bis eines der Beiden Viecher leicht verletzt war. Keines der Pokemon kam je in einem Kampf um. Pff, wie langweilig…
    Wieder wechselte ich den Kanal.
    „… wieder gab es einige Festnahmen von Mitgliedern der Bande „Rocket“. Auch ein 14 Jähriger befindet, nachangaben der Polizei, sich unter den Festgenommenen der …“


    Plötzlich schwang die Zimmertüre knarrend auf und schon platzte mein Dad, meinen Koffer in den Armen, ins Zimmer, worauf ich eilig den Fernseher abdrehte.
    „Hier ist dein verflixter Koffer. Hast du eine Bowlingkugel drinnen, oder was?“
    „Nö“, erwiderte ich, ohne ihm anzublicken.
    „Und lass dieses Pokémon aus dem Pokéball“, sagte er noch, bevor er das Zimmer verlies, „Das ist mittlerweile knapp zwei Tage lang da drinnen.“
    „Nur eineinhalb Tage …“, maulte ich zurück und strich mir seufzend über die Stirn.
    Dieses Pokémon … stöhn. Füttern, pflegen und so, dafür hatte ich null Interesse. Ich konnte diese ganzen Pokémon ja nicht einmal leiden, aber dieses Vieh hatte meiner Freundin gehört … Sie würde es eigentlich nicht mitbekommen, wenn ich das Ding aus dem Haus jagen würde oder irgendwo in ein Zwinger steckte, doch irgendwie konnte ich das nicht über mich bringen. Keine Ahnung weshalb.
    Widerwillig erhob ich mich von dem Bett und begann in meinem Koffer etwas herumzukramen. Natürlich waren alle meine Kleidungen, Schuhe, CDs und auch mein Zierdekatana ganz oben, aber der Pokeball war natürlich am unteren Ende des Koffers. Als ich die Kapsel endlich unter einigen meiner Jeans entdeckte, warf ich diese sofort in eine der Ecken des Zimmers, worauf ein lautes Zischen ertönte und meine Augen von einem grellen Licht geblendet wurden. Wenig später und ich musste das Zimmer mit einem winzigen braun und orangen Pokémon teilen. Mehr oder weniger, mein Vulpix. Verwirrt blickte sich das Feuerpokémon um, anscheinend hatte es keine Ahnung, wo es sich befand. Möglicherweise hatte es auch nur wieder Probleme mit seinen Augen, aber es konnte genauso gut daran liegen, dass es schon wieder hungrige war. Keine Ahnung, mir egal. Schließlich drehte es seinen großen Kopf in meine Richtung und rannte auf einmal quietschen auf mich zu.
    „Lass mich in Ruhe!“, knurrte ich es an und stieß es mit einem leichten Tritt zurück, als es versuchte, auf mich zu springen. Vulpix jaulte heulend auf, als sie in hohem Bogen von mir weggeschleudert, bevor es sich wieder langsam aufrichtete und mich mit großen, traurigen Augen an. Doch dieser Blick konnte mir gestohlen bleiben. Wieso war dieses Vieh mir noch immer gegenüber so anhänglich, nach all dieser Zeit? Normallerweise scheuten mich Pokémon, logisch, ich konnte sie nicht leiden und selbst die dämlichsten Viecher mussten das bemerken, aber Vulpix gehörte scheinbar nicht dazu. „Verschwinde einfach!“, schnauzte ich es weiter an, worauf es zögernd mit hängenden Ohren in Richtung Zimmerausgang schlich. Bevor es jedoch durch die Tür verschwinden konnte, wandte es sich nochmals zu mir um und gab erneut ein piepsiges Jaulen von sich. Das Vieh wollte es wohl echt nicht kapieren, oder?
    „Geh weg!“, befahl ich und warf meinen Schuh nach dem Vulpix, das endlich quietschend aus dem Zimmer rannte. Endlich Ruhe…

  • Huhu Erste, hoffe ich^^
    Dann will ich mal dein erstes Kapitel bewerten. Zunächst einmal fällt mir die schöne Grafik in der Überschrift auf. Ist ein Ferseher nicht wahr? Ich finde, dass das gut passt. Und wo ich gerade dabei bin, auch das Banner im Startpost finde ich richtig passend, auch wenn ich aus dem Titel nicht so ganz schlau werde...^^
    Rechtschreibung und Grammatik:
    An sich sind mir wenig Rechtschreibfehler aufgefallen, dazu muss man sagen, dass es schön spät ist und ich schon etwas müde bin. Aber wenn mir wenig Fehler auffallen, dann ist es gut^^ Ich hab jedoch keine Lust das ganze Kappi noch mal durchzusehen, schießlich ist es ganz schön lang. Aber dazu später. Gegen die Grammatik kann ich pauschal erstmal gar nichts sagen, da habe ich keine größeren Schnitzer gefunden. Also alles wunderbar^^


    Schreibsil und Umsetzung
    Ich finde deine Erzählweise ansprechend. Du bist gut in der Lage, Gefühle zu beschreiben. Beim Lesen wurde meine Laune zunehmend schlechter. Und das ist nichts Schlechtes, das heißt einfach, dass deine Weise Gefühle, in diesem Fall, schlechte Stimmung, mich sehr anspricht. Dein Umgebungsbeschreibungen finde ich auch sehr gut. Man kann sich die Umgebung und das Haus auch gut vorstellen. Aber eine kleine Sache habe ich auch zu bemäkeln. Und zwar folgende:

    Zitat

    Und diese hässlichen Löcher, aus denen die rote Ziegelwand sichtbar war, konnte ich auch schon nicht ausstehen.


    -> diese Stelle finde ich einfach etwas unverständlich, man muss sich selbst zusammenreimen, was du damit meinst.
    Aber bis auf diese Stelle finde ich deine Schreibweise wirklich sehr, ich weiß nicht, negativ. Aber das ist ja tatsächlich so gewollt. Und ich haoffe bei Gott, dass du diese Erzählweise noch eine zeitlang beibehälst, weil ich mich gut damit identifizieren kann.


    Inhalt
    Zum Inhalt kann man nach Prolog und erstem Kapitel normalerweise nicht so viel sagen. Nicht so bei deiner FS, oder wie manche sagen FF. Man wird buchstäblich mit Informationen überhäuft, vor allem auch durch die angenehme Länge. Zunächst einmal fehlt ein direkter Zusammenhang zwischen dem Prolog und dem ersten Kapitel. Das baut Spannung auf. Weiterhin schein ein Konflikt mit ihrer Familie zu bestehen, was man einerseits an ihrem Verhältnis zu ihrem Bruder sieht, andereseits auch hier dran:

    Zitat

    Liebling, wie sich das schon anhörte. Vor einigen Wochen klang das noch ganz anders.


    Was da wohl vorgefallen ist?
    Außerdem scheint auch ihre Freundin verstorben zu sein, was auf eine tragische Vergangenheit hinweißt. Es wird auch deutlich, dass die Protagonistin Pokemon überhaupt nicht ausstehen kann. Fraglich ist daher auch, was mit dem Vulpix passiert. Lässt sie es frei oder schickt sie es nur aus dem Zimmer? Es scheint auch, dass sie keinerlei Perspektive sieht, auf dem Land zu leben. Ihre Zunkunftsversion aus Schule, Essen und Fernsehen ist nicht besonders innovativ. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht. Mir stellt sich jetzt nur noch die Frage zu dem Verhältnis zwischen Prolog und Kapitel eins. Was passierte vorher? Sind die handelnden Personen die gleichen? Was führt zu dem Ergeignis im Prolog? Fragen über Fragen... Ich hoffe, dass sie bald beantworten werden^^. Ich kann also ohne weiters sagen, dass ich deine Idee und die Umsetzung ziemlich gut finde. Bis zum nächsten Kapitel dann.


    LG Bluzi


    PS:Ein Letztes noch: bietest du auch PN-Benachrichtigungen an? Wenn ja, dann bitte ich um eine solche, wenn das nächste Kapitel fertig ist. Danke :D

  • [tabmenu]
    [tab=Kapitel 2]



    Nur noch eine…
    Seufzend zog ich meine letzte Zigarette aus der weißen Spielkartenbox und versuchte sie anzuzünden, doch das Feuerzeug verweigerte den Dienst. Schon wieder.
    „Funktionier verdammt noch mal!“, fluchte ich und drehte mit meinem Daumen wieder und wieder das kleine Metallrad, mehr als ein paar lächerliche Funken rückte es jedoch nicht heraus. Wütend warf ich das nutzlose Ding gegen den nächsten Baum, wo es sofort in seine Einzelteile zersprang. Verdammtes Ding, hatte sich jetzt alles gegen mich verschworen?
    „Na toll“, murmelte ich und lehnte mich lustlos gegen einen Baumstamm. Hätten nur noch gefehlt, dass mich meine Eltern hier mit dieser Zigarette erwischen, dass hätten wieder einen riesigen Aufstand gegeben. Dem Gesetzt zufolge war ich noch zu jung zum Rauchen, sagten sie. Toll, aber das war doch lang kein Grund deswegen aufs Land zu ziehen. Denen konnte es doch egal sein, ob ich rauchte oder nicht. Denen konnte es überhaupt egal sein, was ich mit meinem Leben anstellte. Da ich nun sowieso keine weiteren Zigaretten und kein Feuerzeug mehr hatte, war es im Grunde auch Wurst ... Diese war die Letzte, dich ich mitgeschmuggelt hatte. Grummelnd steckte ich die Zigarette wieder in die Kartenbox und lehnte mich langsam gegen den Baumstamm. Das war echt zum Kotzen…
    „Ich will von hier weg“, murmelte ich und starrte missgelaunt über den bewachsenen Waldboden. Seit einer Woche saß ich bereits in dieser öden Gegend fest. Außer Feldern und Wald gab es hier weit und breit nichts. Wie ich vor unserer Ankunft in diesem Kaff bereits bemerkt hatte, gab es hier wirklich rein gar nichts, wo man seine Zeit sinnvoll verbringen konnte: Keine Bar, keine Kino, keine ordentlichen Geschäfte … und selbst zu den Nachbarn war es ein gutes Stück. Doch diese konnten mir ohnehin gestohlen bleiben, was sollte ich bitte schon von so paar Leuten wollen, die freiwillig in so einer „Wildnis“ wohnten. Doch obwohl ich diese Gegend so sehr verabscheute, hatte ich dennoch die letzten Tage fast ausschließlich in diesem Wald verbracht. Nicht etwa, weil er mir so gefallen würde, sondern weil ich hier meine Ruhe von meiner Familie hatte. Dichtes Blätterdach, viele Bäume und keinen richtigen Waldweg. Man konnte hier fast so gut untertauchen wie in den vollen Straßen der Stadt.
    Mit leerem Blick starrte ich durch den Boden hindurch, während abermals die Bilder meines alten Zuhauses durch meinen Kopf schossen. Was würde ich dafür geben, um einfach wieder zurückkehren zu können. Vielleicht sollte ich gleich hier sitzen bleiben und darauf warten, dass ich hier verrecke? Oder besser, wieso lief ich nicht einfach von Zuhause weg?
    „Und wohin?“, fragte ich mich selbst und vergrub frustriert mein Gesicht in den Händen. Zurück in die Stadt? Blödsinn. Seien wir mal realistisch, wie sollte ich bitte dorthin kommen? Zug? Per Anhalter? Bus? Nein, das hatte doch keinen Sinn, meine Eltern würden sofort ahnen, wohin ich verschwunden war. Ich war schon einmal weggelaufen und man hat mich gefunden, wieso sollte es diesmal klappen? Und woanders hin zu flüchten war auch nicht besser. In der Fremde hatte ich genauso keinen den ich kannte, kein Zuhause und kein Leben.


    „SCHWWWEEESTAAAAAAA!“


    Überrascht und genervt blickte ich von meinen Händen auf. Was … das war doch mein Bruder? Wie hatte er es schon wieder geschafft, mich mitten im Nirgendwo aufzuspüren? So viel zu der „Ruhe im Wald“ …
    „SCHWEEEEESTA KOOOOMM JEEETZT!!“ Ächz, muss das jetzt unbedingt sein? Dieser kleine Giftzwerg, wie sehr mir wieder auf den Keks ging. Aber wenn ich jetzt nicht antworte, wird er gleich wieder zu Mom und Dad rennen und das ganze Theater würde von vorne gehen…
    „Halt mal den Mund, ich komme doch schon!“, brüllte ich zurück, steckte eilig die Kartenbox in die Hosentasche, bevor ich mich wieder aufrichtete und mir den Dreck von meinem Rücken klopfte. Ich trat hinter dem Baum hervor und rief erneut: „Muss du mich immer so nerven?“
    Doch der kleine Zwerg war scheinbar bereits über alle Berge verschwunden, jedenfalls konnte ich keine Spur von ihm entdecken. Sollte mir Recht sein, ganz ehrlich, manchmal wunderte ich mich, wie der Kleine überhaupt mein Bruder sein konnte … Wie ich überhaupt in diese Familie gehören konnte. Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger Lust hatte ich, wirklich zurück zu gehen. Einfach hier bleiben und verfaulen, das war alles was ich jetzt wollte. Flüchtig warf ich einen Blick über meine Schulter. Nein, ich gehe jetzt nicht sofort zurück, mir egal was sie von mir wollten. Mein Leben war auch schon so im Moment zum kotzen langweilig. Wir hatten keinen Internetanschluss, im Fernsehen lief nur Müll und die „neue“ Schule hatte ich noch erst gar nicht besucht.
    Ohne einen weiteren Gedanken über das weitere „wenn und aber“ zu verschwenden, wandte ich mich um und stapfte langsam durch das Getrübt des Waldes, genau in die gegengesetzte Richtung zu dem verfallenen Bauernhof.


    Der Boden unter meinen Füßen war noch immer von den letzten Regentagen mit Wasser vollgesogen und immer wieder musste ich Umwege machen, weil plötzlich eine größere Wasserlaken meinem Weg blockierte. Gelegentlich musste ich mir meinen Weg auch durch einen Ästehaufen bahnen oder über einen kleinen Graben hinweg klettern, doch ich ertrug diese Hindernisse mit einer missmutigen Miene im Gesicht. Was faszinierte Menschen bloß so an der Natur, ich würde diesen ganzen Ort am liebsten einfach einebnen und Asphalt drüber streichen … dann wäre es viel einfach, sich hier fortzubewegen. Außerdem gab es nichts Nennenswertes zu sehen, nichts außer Nadelbäumen, ein paar Gebüschen, Baumstümpfen und haufenweise Geäst. Hin und wieder zeigten sich in der Entfernung kleinere Pokémon, die jedoch kurze Zeit später wieder verschwanden. Auch machten sich die Vogelpokémon ans zwitschern, fröhlich und unbekümmert. Wenn ich so ein Pokémon in die Finger bekommen hätte, ich hätte ihm seinen kleinen Hals umgedreht, damit es endlich den Schnabel hält …
    Allen in allem war so ein Wald eine richtig langweilige Angelegenheit. Zwar marschierte ich ohne Unterlass weiter, doch weder stieß ich in dieser Zeit auf das Ende des Waldes, noch auf irgendein Indiz für Zivilisation. Nun bereute ich es doch, dass ich vorher nicht zuhause nach einem neuen Feuerzeug gesucht hatte …
    Ein auffälliges Knacksen ließ mich aus meinen Gedanken schrecken. War da etwa schon wieder irgendein Pokémon in der Nähe? Eigentlich waren ja leise Geräusche in einem Wald nichts Besonderes, irgendwo fiel immer wieder Geäst von den Bäumen, wo anders kroch ein Vieh durch das Laub und über mir krächzten ständig die verdammten Vogelbiester … Doch dieses knacksende Geräusch schien mich schon ein Weilchen auf meinem Weg begleitet zu haben, doch erst jetzt schenkte ich diesem überhaupt meine Aufmerksamkeit. Mit hochgezogenen Augenbrauen warf ich einen Blick in die Richtung, aus dem das Geräusch gekommen war, doch wie es zu erwarten war, war dort nichts, nichts außer Bäume und Geäst. Entweder ich bildete mir dieses Geräusch nur ein, oder es handelte sich nur um irgendein Vieh, das irgendwo in den Baumkronen saß, doch so lange es mich in Ruhe ließ, konnte es mir herzlich egal sein. Uninteressiert wandte ich meinen Blick wieder nach vorne und … zuckte erschrocken zurück.
    Ich hatte mich nicht geirrt, da war tatsächlich etwas in der Nähe, jedoch nicht wie erwartet ein kleines Vogelpokémon. Aus dem Blätterwerk eines nahen Busches … lugte zwei rötliche Augen hervor. Keine Menschlichen, sondern die eines Pokémon … nahm ich jedenfalls an, den der Blick hätte genauso einer blutrünstigen Bestie aus einem Horrorfilm stammen können.
    Verunsichert wich ich einen weiteren Schritt zurück, ohne meinen Blick nur kurz von diesen Pupillen abzuwenden. Ihr Blick ließ mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
    Was … was zum Hundemon waren das für ein Vieh? Eigentlich musste das Augenpaar zu einem Pokémon gehören, aber … Ich kannte keines, welches solche Augen besitzen würde. Das konnte doch nicht ein Pokémon der gefährlichen Sorte sein, oder? Mochte zwar sein, dass es sich bei dieser Gegend um die tiefste Provinz handelte, doch selbst hier sollten bereits die gefährlicheren Pokémonarten vertrieben worden sein. Aber selbst wenn, wieso hatte es mich dann nicht schon längst angegriffen?
    Vielleicht hätte ich mich einfach abwenden oder mich vorsichtig davon müssen, doch stattdessen blieb ich reglos stehen, so als würde ich einen Starr-Wettbewerb gegen dieses Vieh führen.
    „Verschwinde!“, schrie ich schließlich und hob ohne es wirklich zu realisieren einen Stock vom Boden auf, „Was du auch bist, du gehst mir auf die Nerven!“
    Doch es machte keine Umstände, sich zu bewegen. Nicht einmal mit der Wimper zuckte es. Langsam wurde ich allmählich doch nervös und fragte mich, ob ich nicht vielleicht doch schleunigst die Beine in die Hände nehmen sollte. Die Vorstellung, dass ich mit diesem Stock überhaupt etwas gegen ein Pokémon wie zum Beispiel ein Magnayen ausrichten konnte, war nahezu lächerlich. Dennoch versuchte ich meine Nervosität hinterzuschlucken und ließ stattdessen meine Wut langsam von mir überhand nehmen. Noch einmal brüllte ich: „Hau ab, verschwinde einfach!“ Als es noch immer nicht reagierte, riss mir die Geduld. Ich holte mit den Ast aus und warf ihn mit aller Kraft nach den Augen, in der Hoffnung, dass diese durchbohren oder wenigstens vertreiben würden, nur weg mit ihnen! Doch der Stock verfehlte das Gebüsch bei weitem und kam einige Meter davon entfernt zum Stillstand, ohne dass es das Wesen irgendwie beeindruckt hätte. Eilig suchte ich gleich nach dem nächsten Objekt, mit dem ich die Augen bewerfen konnte und schnappte mir sogleich den nächsten Stock. Nicht einmal zwei Sekunden später hatte ich mich wieder aufgerichtet, doch als ich nach dem Augenpaar blickte, waren diese plötzlich verschwunden. Verdutzt hielt ich inne und starrte ich einen Moment lang weiter in diese Richtung, den Stock weiterhin mit meiner rechten Hand fest umklammert.
    Waren diese Augen jetzt tatsächlich verschwunden? Eigentlich hätte ich ja darüber froh sein müssen, doch hatte ich nicht unbedingt erwartet, dass dieses Biest so schnell einen Rückzieher machen würde. Überhaupt, wo war das Vieh überhaupt hin verschwunden?
    Skeptisch sprang mein Blick in alle Richtungen, um vielleicht irgendwo den Besitzer dieser Augen auszumachen, doch außer mir und den immer leiser singenden Vögeln, die ich jedoch nur hören konnte, war keine Vieh und keine Menschenseele zu sehen. Ich war ganz alleine hier. Wäre ich mir nicht hundert Prozent darüber, dass ich vorhin gerade ein Paar rote Augen im Gebüsch gesehen hatte, ich hätte diese wahrscheinlich als eine Entzugserscheinung abgestritten. Nun konnte ich es aber nicht leugnen, irgendetwas steckte da noch im Gebüsch, etwas das mich angreifen könnte …
    „Blödsinn“, murmelte ich mir leise zu und vertrieb diese albernen Gedanken aus meinem Kopf. Es war doch nicht so, als hätte ich Angst vor diesen Augen, warum auch, hier in der Gegend gab es sicher keine gefährlichen Pokémon. Warum sollte ich mich also vor so einem Vieh anpissen? Ich mache Pokémon Angst, nicht sie mir.
    „Glaubst du etwa, dass du mich so einschüchtern kannst!“, knurrte ich und machte ein paar - etwas zögerliche - Schritte auf das Gebüsch zu, so als ob der Busch selbst eine Bestie wäre, die mich jederzeit attackieren könnte. Schritt für Schritt näherte ich mich und hielt den Stecken nun mit beiden Händen fest umklammert. Auch wenn ich nicht daran glaubte, ich musste trotzdem bereit sein … nur für den Fall der Fälle.


    Knacks, Knacks.


    Das Knacksen, das für mich vor einigen Minuten nur ein nervendes und leises Geräusch war, ertönte wieder in meinen Ohren, nur wirkte es nun wie ein ohrenbetäubendes Warnsignal. Ob es für mich oder für das verborgene Wesen bestimmt war, wusste ich nicht. Aber ich durfte und wollte mich nicht vor irgendeinem wilden Pokémon fürchten. Nicht vor so minderwertigen Viechern. Dennoch hielt ich wenige Schritte vor dem Busch inne und wartete angespannt. War das Wesen noch immer da drinnen oder hatte es sich doch unbemerkt davon gemacht? Einige Minuten lang starrte ich konzentriert das Blätterwerk an und versuchte vielleicht irgendwelche Schemen darin zu erkennen, doch so sehr ich es auch versuchte, ich konnte nichts entdecken. Keine Augen, kein unheimliches Monster, nichts …
    Schließlich atmete ich erleichtert auf und senkte den Stock in Richtung zu Boden.
    „Wusste ich es doch. War wohl nur…“, begann ich lächelnd, als es plötzlich im Gebüsch raschelte. Wie eine Kanonenkugel schoss etwas zwischen den Blättern hervor, genau auf mich zu.
    Was zum Hundemon, was war das!? Kreischend sprang ich mit zusammengekniffen Augen zurück, holte dabei panisch mit dem Stock in meinen Händen aus und … spürte wie eine Erschütterung durch das Holz ging. Etwas quietschte schrill auf, kurz bevor ich ein dumpfes Geräusch hörte, so als wäre gerade etwas zu Boden gefallen. Dann wurde es kurz still.
    Moment … hatte ich gerade etwas getroffen? Noch immer leicht geschockt öffnete ich meine Augen und blickte mich suchend nach dem Wesen um, den Stock bereithaltend, um Notfalls nochmals ausholen zu können. Auf dem ersten Blick schien jedoch alles wie zuvor zu sein, ich stand alleine vor dem Gebüsch, kein weiteres Lebewesen in der Nähe. Doch nicht lange, da bemerkte ich ein kleines Etwas, dass sich wie ein Wurm vor meinen Füßen hin und her wandte. Doch zu meiner Überraschung handelte es sich um nichts was ich erwartet hätte. Es war ein kleines weißes und blaues Pokémon mit buschigem Schweif und gelblichen Backen. Ein Pachirisu. Unverständlich starrte ich das Pokémon an, welches ich mit einem zufälligen Stockschlag getroffen hatte.
    „Vor dem Ding hab ich mich gefürchtet?“, murmelte ich kopfschüttelnd und schielte kurz auf den Stecker auf dem etwas rötlich schimmerte. Blut… Ich hatte wohl fester ausgeholt als geglaubt. Naja, nicht meine Schuld, immerhin war es dieses dämliche Pachirisu das mich gerade angesprungen hatte. Ich blickte wieder zu dem kleinen Pokémon hinab, das sich noch immer auf dem Waldboden wand und einige klägliche Laute von sich gab. Jetzt wo ich direkt vor so einem Vieh stand, wunderte es mich überhaupt nicht, wieso kein Trainer ein derartiges Pokémon in den Kampf schickte: Es war schwach.
    Ohne das verletzte Vieh weiter zu beachten, warf ich den Stecken auf den Boden, um mich nach kurzem Zögern von dem Vieh abzuwenden. Wie hab ich mich bloß von so einem dämlichen Ding erschrecken lassen können? Wie erbärmlich, so ein klägliches Pokémon hatte ich seit langem nicht mehr gesehen. Überhaupt, wie hatte mich dieses Pokémon überhaupt mit seinen zwei Kulleraugen derartig erschre … Moment!
    Ich hielt in der Bewegung inne und drehte stattdessen meinen Kopf zurück in die Richtung, in der das Gebüsch stand, aus welchem mich das kleine Elektropokémon angesprungen hatte. Die Augen des Pachirisu … die konnten doch unmöglich dieselben sein, die ich vorhin gesehen hatte. Die Vorigen waren viel größer und… bösartiger gewesen. Litt ich möglicherweise doch bereits an Entzugserscheinungen? Sieht wohl so aus, als müsste ich bald wieder eine Packung Zigaretten und ein neues Feuerzeug beschaffen, bevor die Fantasy völlig mit mir durchging.
    „Also wirklich, bin ich den schon so abhängig …“, lachte ich trocken, jedoch war es ein gezwungenes Lachen, womit ich mich nicht mal selbst mehr überzeugen konnten.


    Knacks.


    Wie von einem Webarak gestochen sprang ich auf und packte hastig nach dem Ast, welchen ich kurz vorher zu Boden geworfen hatte. Sofort ließ ich ihn jedoch wieder angewidert fallen und blickte bestürzt auf meine Hände, auf denen nun etwas von dem Blut des Pachirisu klebte.


    Knacks.


    Da war niemand! Da war niemand! Das war sicher alles nur Einbildung oder irgendein weiteres Pachirisu! Bestimmt …
    Doch es half nichts, ich konnte meine Furcht, die mit jedem Geräusch stärker in mir die Überhand gewann, nicht mehr unterdrücken. Panik machte sich in mir breit, ich wirbelte herum und stürmte an dem verletzten Pachirisu vorbei. Nur weg von hier, so weit wie möglich!


    Knacks ... Knacks.


    „Verdammt, lass mich!“, schrie ich und beschleunigte mein Tempo. Ohne ein Ziel, ohne die leiseste Ahnung, wo ich hinrannte, hastete ich zwischen den vielen Baumstämmen hindurch. Immer wieder stolperte ich über eine Wurzel, blieb im Dreck stecken, fiel zu Boden, nur um mich gleich darauf wieder aufzurappeln und weiter zu rennen. Der Wald, der vorher noch so friedlich gewirkt hatte, schien mir nun wie ein Labyrinth aus dem es kein Entkommen gab. Jedes Geräusch, jedes Knacksen, das alles was ich zuvor noch als störend empfunden oder ignoriert hatte, fasste ich nun als Bedrohung auf. Doch das schlimmste für mich war, nicht zu wissen, vor was ich davon lief. Der Schweiß floss mir bereits das Gesicht hinab, als ich den ersten flüchtigen Blick nach hinten wagte. Niemand war dort, weit und breit war nichts zu sehen, keine Augen, kein furchterregendes Wesen. Trotzdem hörte ich noch immer dieses Knacksen, es schien mich zu verfolgen wie ein Raubtier seine Beute.
    „Verdammt, verdammt …“, stöhnte ich und drehte meinen Kopf wieder nach vorne. Egal wie schnell ich rannte, egal wie weit ich mich entfernte, dieses Knacksen ließ nicht nach, so als wäre es direkt in meinem Kopf. Dennoch stürmte ich weiter über Wurzel, durch Pfützen, über Steine und Geäst, immer weiter in den grünen Wald. Das Blätterdach wurde ständig dichter, sodass immer weniger Licht auf den Waldboden fiel, doch ich war zu sehr in Panik, um darauf aufmerksam zu werden. Sogar die Tatsache, dass es um mich herum plötzlich sehr still geworden war, ignorierte ich. Alles was für mich zählte, war aus diesem Wald zu flüchten.
    Vielleicht war ja ein Mörder oder irgendein Psychopath hinter mir her, so wie in einem Horrorfilm. Bisher hatte ich immer nur müde gelächelt, während eine Person auf der Leinwand vor einem maskierten Typ davon lief und hatte mich über ihre Dummheit oder Feigheit lustig gemacht. Ich hatte immer geglaubt, ich selbst würde in solchen Situationen nicht wegrennen, sondern mich mutig zur Wehr setzen. Ich war falsch. Aber ich wusste nicht einmal, was mich verfolgte …
    Wieder stolperte ich über einen Ast und fiel in einen Ästehaufen, wo ich meine ohnehin schon schmutzigen Hände und Arme nochmals zusätzlich zerkratzte. Unbeirrt sprang ich wieder auf, wollte weiter rennen aber…


    „Was …“, würgte ich hervor und griff mir an den Hals. Irgendetwas hatte meine Kehle gepackt und presste mir diese langsam zu. Ich wollte aufschreien, doch mehr als ein leises Ächzen bekam ich nicht mehr heraus. Verzweifelt versuchte ich mich von dieser Umschlingung loszureißen und mich zu befreien, doch meine Hände fassten ins Leere. Da war nichts, keine fremden Hände, kein Seil, einfach gar nichts. Angestrengt versuchte ich einen Blick um die Schulter zu werfen, doch als Reaktion wurde mir der Hals nur noch enger zugeschnürt.
    „Hnn…“, keuchte ich und fiel auf die Knie. Nein… Da war nichts. Verzweifelt tastete ich weiter meinen Hals ab, weiter in der Hoffnung mich irgendwie von diesem Würgegriff loszureißen, doch wie konnte man sich von etwas befreien, das man nicht weder sehen noch spüren konnte? Wie … war das überhauptmöglich? Schmerzen. Verzweiflung. Ich erstickte und konnte nichts dagegen tun. Taumelnd versuchte ich Luft zu schnappen, doch es wurde immer schwieriger und schwieriger … überhaupt zu atmen. Luft… ich brauch … Luft! Elendig sackte ich ganz zu Boden und ringe weiter um Sauerstoff. Die Welt um mich wurde langsam schwarz, meine Sinne schwanden da hin. Ich… konnte nicht mehr!


    Bevor ich völlig in diese Finsternis versank, hörte ich noch etwas hinter mir ... jemand sprach, aber ich verstand nicht mehr den Sinn der Worte. Ich fühlte nur noch, wie mein Körper in die Luft gerissen wurde, wie ich gegen etwas geschleudert wurde und schließlich verlor ich …


    „Wolltest du denn nicht sterben?“
    [tab=Kommentare etc.]
    Juhu vielen Dank fürs Komi :)
    Hoffentlich verdierbt einem das Lesen nicht allzuviel die Laune^^"
    Hm dies stelle mit den Löchern, hätte ich besser doch besser forumlieren sollen. Werde ich jetzt dann noch nachträglich ändern. Und wegem den Titel: ich hoffe mal der sollte sich im Laufe der Geschichte erklären, aber wenn man nicht das Spiel Pokemon Mystery Dungeon kennt, wird einem dieser Titel wahrscheinlich nichts sagen (eventuell ändere ich diesen, fals mir ein besserer einfällt...)
    Und keine Sorge, die Antworten werden noch kommen, eine nach der anderen :D (wenn nicht mehr daazukommen hehe)
    [/tabmenu]

  • Moin
    vielen Dank für die PN, ich hatte schon sehnlichst auf das neue Kapitel gewartet... leider habe ich es erst heute geschafft es zu lesen, weil ich gestern arbeiten musste und dann noch eine Facharbeit für Bio schreiben musste, aber jetzt genaug geschwafelt aufi gehts. (dann kann ich gleich mal dieses Tabmenü ausprobieren, ach scheiße das geht nicht, dann also auf die bewährte Art mit Spoilern und Zitaten und so )


    Erster Eindruck
    Wieder fällt mir hier als erstes das Bildchen auf, das du in den Titel, den du recht passend gewählt hast, eingearbeitet hast . Es sieht ein bisschen gruselig aus, das soll es wohl auch^^ und erzeugt Spannung, die in diesem Kapitel auch durchgängig vorhanden ist. Auch dein Schreibstil hat mich wieder, sagen wir, mitgerissen. Leider konnte ich ein paar Rechtschreibfehler finden, aber dazu später. Außerdem habe ich auch an einigen Stellen an deiner Ausdrucksweise zu bemäkeln, aber auch das folgt später. Aber keine Sorge, so schlimm ist es nicht.. :P Und zum Titel, an einer Stelle würde ich ihn bebehalten, er hat so was düsteres, undurchsichtiges. Das finde ich gut, auch wenn er nicht viel über den Inhalt aussagt.


    Rechtschreibung und Grammatik
    Wie gesagt, sind mir diemal ein paar mehr Fehlerchen aufgefallen, die sich jedoch alle vermeiden ließen, wenn du dir den Text noch mal genau durchlesen würdest. Meistens fehlt nur ein Buchstabe oder ein Komma. Ich habe hier mal ein paar aufgelistet:


    Schreibstil und Umsetzung
    Joa, dein Schreistil gefällt mir immer noch sehr gut, auch wenn ich ihn beim ersten Kapitel noch einen Tick besser fand, aber ganz allgemein finde ich ihn vor allem mitreißend und spannend. Du verzichtest auf viele Beschreibungen, ich weiß zum Beispiel immer noch nicht, wie deine Charakter aussehen oder heißen. Doch das finde ich gar nicht schlimm, denn es ist oft so, dass solche Beschreibungen sehr konstruiert in die Handlung eingefügt wurden und das ganze unnatürlich klingt. Was mir gefällt, ist dass du die Umgebung zwar nicht im einzelnen beschreibst, aber du die Atmosphäre in dem Wald oder die Stimmung deines Charakters gut rüber bringst. Also, dass sie an Anfang genervt ist und später dann die Angst und Panik. Gerade die Panik und die daraus resultierende Spannung ist dir durch verschiedene Aspekte gut gelungen. Da wäre zuerst einmal die Wortwiederholung dieses Knacks . Dann gibt es noch diese Stelle:

    Zitat

    Immer wieder stolperte ich über eine Wurzel, blieb im Dreck stecken, fiel zu Boden, um mich gleich darauf wieder aufzurichten und weiter zu rennen. Der Wald, der vorher noch so friedlich gewirkt hatte, schien mir nun wie ein Labyrinth, aus dem es kein entkommen gab.


    Ich weiß nicht, aber das ist meine Lieblingsstelle, stilistisch gesehen, weil diese Stelle extrem zum Aufbau den Spannung beiträgt.
    Was ich auch sehr ansprechend finde, ist der innere Monolog des Charakters mit sich selbst, in dem sie sich Fragen stellt, die sich normalerweise der Leser stellen sollte. Ich finde solche rethorischen Fragen klasse, vor allem, weil ich selber so schreibe^^ 8-) Spaß beiseite, ich finde einfach, dass man sich so die Gedankengänge besser vorstellen kann. Es ist einfach schöner zu lesen: hatte sich jetzt alles gegen mich verschworen?, als wenn du geschriebe hättest: Ich fragte mich, ob sich alles gegen mich verschworen hätte; das ließt sich einfach nicht so gut. Aber du solltest auch stets darauf achten, dass du es mit den Fragen in Zukunft nicht übertreibst-das geht verdammt schnell, ich spreche da aus Erfahrung :D


    Wortwahl
    Mal ein neuer Unterpunkt, weil mir ein paar Sachen aufgefallen sind. Zuerst wollte ich mal fragen, was den Latschen in einem Wald sind. Ich kenne Latschen nur als Schuhe ?( Mir ist zwar schon klar, was du meinst, aber ich kannte das Wort in diesem Zusammenhang eben nicht. Dann wäre da noch was: Du benutzt relativ häufig das Wort Verdammt. Das ist mir auch nur aufgefallen, weil ich das auch oft sage. Ich finde aber, dass das gut zu deinem Charakter passt. Dann wäre da auch noch das Wort Stecken, dass du als Synomym für Ast oder Stock verwendet hast. Ich finde das Wort irgendwie cool, weil auch das ein Wort ist, dass ich häufig verwende. :knot:
    Ganz allgemein finde ich deine Wortwahl abwechslungsreich, auch wenn du zuweilen ein paar unnötige Wiederholungen eingebaut hast. Damit meine ich aber jetzt nicht die offensichtlich gewollten Wiederholungen^^


    Inhalt
    Uhhuhuhu... ein sehr spannendes Kapitel, was ich jetzt auch schon bestimmt zehn Mal gesagt habe :P Naja... man bekommt ein immer besseres Bild von deinem Charakter, der wirklich sehr extrem ist. Wie herzlos kann man sein, dass man ein verletztes Pokemon einfach liegen lässt? Das ist gemein. Trotzdem ist der Charakter irgendwie menschlich, vor allem durch die Angst, die er im späteren Verlauf zeigt.
    Leider wurden von den Fragen, die ich mir gestellt hatte, nur wenig (eigentlich gar keine) beantwortet. Vielmehr hast du deine Drohung wahrgemacht und mir noch mehr Fragen gegeben. Was ist dieses scheinbar körperlose Wesen (du hast auf jeden Fall keinen Körper beschrieben), das dort aufgetaucht ist? Was ist mit deiner Hauptperson (irgendwie brauche ich doch einen Namen) passiert? Und das wichtigste: Was ist mit dem verletzten Pachirisu? Wird es wieder gesund :ugly:
    Ansonsten lässt sich noch sagen, dass das Ende wirklich sehr, sehr offen ist; also eigentlich mitten im Satz abgebrochen... Wie gemein... Ich will doch wissen, wie es weitergeht... Das Kappi hatte auch wieder eine angenehme Länge, die du unbedingt beibehalten solltest und nicht weniger (mehr geht immer^^) weniger werden lässt.
    Alles in allem hat mir dieses Kapiel wirklich sehr gut gefallen, sowohl stilistisch, als auch inhaltlich. ich freue mich auch schon auf das nächste Kapitel, denn ich will unbbedingt wissen, wie es weiter geht. Ich hoffe, dass dir der Kommentar lang genug war und auch ein wenig informativ. Bis zum nächsten Kapitel dann.


    LG Bluzi :pika:

  • [tabmenu]
    [tab=Kapitel 3]




    „…“
    Oh man, was zum … war ich eingeschlafen? Verdammt … mein Kopf fühlt sich an, als wäre mir ein Klavier aus dem dritten Stock darauf geknallt. Es war ja schon fast schmerzhaft nachzudenken, auu …
    Aber nicht nur mein Kopf spürte sich im Moment derartig schwer und benommen an. Jeden einzelnen Teil meines Körpers schien es gerade ziemlich miserabel zu gehen und so sehr ich es auch versuchte, mich zu erinnern, wieso ich mich so fühlte als hätte ich drei Tag und drei Nächte durchgefeiert, es half nichts. Meinem Brummschädel wollte einfach nichts Hilfreiches einfallen. Also entweder hatte ich mir tatsächlich einen richtig derben Kater geholt oder ich hatte mir irgendwo den Schädel gestoßen ... War ich etwa irgendwo hinuntergestürzt? Wenn das wirklich der Fall war, lag ich höchstwahrscheinlich gerade in dem Bett eines Krankenhauses, aber sicher konnte ich es nicht sagen. Es half nämlich einfach nichts, ich kann mich an wirklich null erinnern! Weder wusste ich wo ich gerade war, noch von woher ich kam und - so seltsam es auch klang - wer ich war.


    „Kacke ...“, stöhnte ich und startete den ersten Versuch, mich aus meinem Bett aufzurichten. Als jedoch ein stechender Schmerz durch meinen Rücken zuckte, ließ ich mich ächzend wieder hinab fallen.
    Was … was war ... los, verdammt nochmal? Schwer schnaufend verharrte ich auf der Matratze und wartete zuckend darauf, dass diese Schmerzen allmählich wieder nachließen. Damit war es wohl eindeutig, irgendetwas musste mir zugestoßen sein, irgendwie musste ich mich verletzt haben, weswegen man mich ins Krankenhaus eingeliefert hatte. Wobei ... jetzt wenn ich so darüber nachdachte, diese Matratze war ganz schön hart, dafür dass man auf diesem Ding schlafen sollte. Auch schien sich kein Polster oder eine Decke in meiner Nähe zu befinden und Überzug der Matratze gab mir das Gefühl, als würde ich auf einem ungemütlichen Fellteppich liegen.
    Ungewiss fuhr ich vorsichtig mit meiner rechten Hand über den Untergrund, während mir langsam eine dunkle Vorahnung in den Sinn kam. Das Zeug unter mir … das war doch Gras, oder etwa nicht? Wenn dies Stimme, befand ich mich bestimmt nicht in irgendeinem Bett, ja nicht einmal in einem sicherem Zimmer, sondern auf irgendeiner verdammten Wiese! Damit hatte ich die Gewissheit: Irgendetwas musste mir zugestoßen sein ...
    Einigen Sekunden später wagte ich den ersten Versuch. Meine Augenlieder zu heben, was mir aber nicht gerade leicht fiel. Wie der Rest meines Körpers spürten sie sich träge und schwer an und erst mit großer Willenskraft schaffte ich sie einen Spalt weit zu öffnen. Das erste was ich sah, war das ich nichts sah. Es war stockfinster um mich herum und egal wie sehr ich mich auch konzentrierte, ich konnte im Moment nichts anderes erkennen. Erst als ich meinen Kopf vorsichtig nach oben wandte, konnte ich eine weißleuchtende jedoch stark verschwommene Scheibe entdecken. Das war wohl kaum irgendeine Glühlampe oder gar die Sonne. Der Kreis erinnerte mich eher an den Mond, daraus die logische Schlussfolgerung: es war gerade Nach. Was machte ich verdammt nochmal mitten in der Nacht hier draußen?
    Als wieder ein Schmerz durch meinen Körper fuhr, wandte ich ächzend meinen Kopf zur Seite. Das war ja nicht zum Aushalten … Wie konnte es bloß soweit kommen?
    Ohne Plan starrte ich reglos in diese Finsternis und hoffe darauf, dass irgendjemand gleich auftauchen würde, der mich aus diesem Traum aufweckte oder mir wenigstens erklärte, was passiert war. Allmählich wurde mir nämlich bewusst, dass ich mich in einer echt miesen Lage befand. Ich konnte mich kaum bewegen, litt scheinbar an Amnesie, lag anscheinend in einer gottverlassenen Gegend herum und das mitten in der Nacht. Allem in allem hatte ich verdammt schlechte Karten, was meine Situation anbelangte.
    „Beruhige dich“, murmelte ich zu mir selbst, „Das ist entweder ein Traum oder es wird gleich jemand auftauchen der mich findet…“ Doch irgendwie wollte ich nicht einmal meinen eigenen Worten Glauben schenken. Sie klangen einfach zu fremd…
    Während ich weiterhin versuchte, mich dran zu erinnern, wie ich hier hergelangt war, gewöhnten sich meine Augen langsam an die Dunkelheit. Nach und nach lösten sich aus der Finsternis einzelne Konturen, welche jedoch noch sehr stark verschwommen waren. Meine Schmerzen wurden ebenfalls etwas weniger und nach einer Weile versuchte ich schließlich ein weiteres Mal mich aufzurichten. Vorsichtig stützte ich mich mit meinen Händen am Boden ab und … arg! Keuchend wäre ich fast wieder zusammengesackt, als ich am eigenen Leib erkennen musste, dass die Schmerzen noch nicht ganz vergangen waren. Fluchend hielt ich diesen stand.
    Verdammte, wieso passierte ausgerechnet mir so etwas … Das heißt wohl, Zähne zusammen beißen und aufstehen.
    Trotz der Schmerzen gelang es mir letztendlich doch, mich zu erheben ... Jedenfalls nahm ich das stark an, denn selbst das konnte ich nicht mit allzu großer Sicherheit bestätigen. Es konnte genauso gut sein, dass ich mich erst auf alle Viere aufgerichtet hatte. Mein Kopf brummte heftiger als zuvor und meine Augen wollten mir nichts anderes als diese verschwommenen Schemen zeigen. Das alles verschlechterte mein ganzes Wahrnehmungsgefühl enorm. Ich hätte genauso gut auf dem Kopf stehen können, ohne dass ich es merkt hätte.
    „Hallo?“, stöhnte ich und schwankte etwas hin und her. Keine Antwort. War ich wirklich ganz alleine hier?
    „Verdammt, ist irgendjemand da?“, rief ich erneut und blickte mit verzerrter Miene umher. Schwarze, in die Höhe ragende Schatten, dunkelgrüner Boden, die helle Mondscheibe am Himmel … das war alles was ich erkennen konnte. Und noch immer keine Antwort. Verdammt, war hier wirklich keine Menschenseele, die mir sagen konnte, was passier war? Ächz, mein Schädel …
    Wiedermal dasselbe: wer sich auf andere verlässt, war schnell verlassen. Erneut erlitt ich einen Schwindelanfall, taumelte nach vorne, bis ich an etwas anstieß, das sich nach der rauen Rinde eines Baums anfühlte und stützte mich dagegen. Wenn das so weiter ging, werde ich hier noch in irgendeinen Abgrund stolpern ... Das war ja zum Verzweifeln!


    „He, schaut euch die da unten an!“, hörte ich unerwartet eine hohe Jungenstimme lachen, nicht weit von mir entfernt. Waren also doch Menschen hier? Diese Stimme… ich war mir ziemlich sicher, dass ich sie bisher noch nie gehört hatte. Sie klang außerdem nicht unbedingt nach jemanden, der bereit war mir in irgendeiner Weise zu helfen.
    „Wo … Wer bist du?“, fragte ich leicht überrascht und versuchte mich irgendwie zu orientieren, um rauszufinden, woher diese vermeintliche Stimme herkam.
    „Sie kann uns nicht finden“, ertönte eine andere Stimme, die jedoch etwas tiefer klang, „Dabei sind wir nicht zu übersehen!“
    „Hehe, wie dämlich“, kicherte wieder die erste Person.
    „Haltet die Klappe“, knurrte ich eingeschnappt und drehte meinen Kopf - so es mit meinen Kopfschmerzen möglich war – in alle möglichen Richtungen, „Habt ihr mich etwa so zugerichtet?!“
    Wer immer auch diese Kerle waren, sie waren mir reichlich Suspekt und unsympathisch. Niemand machte sie einfach so ungeschoren über mich lustig!
    Darauf ertönte eine weitere unbekannte Stimme: „Was quasselt die eigentlich für einen Müll? Sucht die Streit oder was?“
    „Klappe halten? Warum sollten wir?“, fügte einer der Unbekannte hinzu, „Wir wollen schon unseren Spaß haben, hehe. Immerhin bist du in …“
    „Ohne mich, also verzieht euch ihr Idioten, egal wer ihr auch seid“, zischte ich und versuchte noch immer herauszufinden, wo diese unbekannten Typen steckten. Ob es an meinen Augen lag oder ob sie sich einfach gut versteckt hatten, wusste ich nicht. Egal was auch der Grund war, es lief leider auf dasselbe hinaus. Grrr, diese verdammten Kerle gingen mir voll auf den Zeiger, wie die sich benahmen würde es mich nicht wundern, wenn sie an meiner Misere schuld waren!
    Wieder kreischte jemand: „Wir sollen verschwinden!? Aus unserem Territorium, die hat doch einen Knall, oder? Es ist eher an der Zeit, dass du etwas Respekt vor uns hast!“
    „Euer Territorium? Respekt? Wer zum Hundemon seid ihr, raus mit der Sprache!“, schnaufte ich verächtlich und musste mich erneut gegen den Baumbaumstamm stützen, als sich die verschwommenen Schemen in meinem Kopf zu drehen begannen. Wenn ich mich noch weiter anstrengte, würde ich gleich kotzen müssen …
    „Da wagt es so ein Vieh hier einzudringen und weiß nicht einmal wer wir sind“, kam es von einem der Fremden trocken. Gerade vorbereitete ich mich, ihnen irgendeinen Kontor zurückzuwerfen, als es über mir laut raschelte und knackste. Am liebsten hätte ich schnell nach oben geblickt, doch mir wurde in dem Moment noch viel mehr speiübel als zuvor.
    Würg … Dieser Typ … hatte er mich da gerade tatsächlich als Vieh bezeichnet?! Diese Schwachköpfe, das ließ ich mir einfach nicht bieten! Diese verdammten Kerle, wer waren die überhaupt, dass sie behaupten konnten, dass ihnen diese Gegend gehörte? Ich war nicht in einer Stadt, also was hatten solche Abarten hier zu suchen, war das so ein bäuerlicher Bandenkrieg? Lächerlich … Allmählich riss mir der Geduldsfaden.
    „Ihr widerlichen Idioten! Kommt her und zeigt euch ihr Feiglinge! Mir egal, ob das euer Territorium ist oder nicht!“, schrie ich in Rage, ob es klug war oder nicht war mir im Moment vollkommen egal.
    „Frech auch noch, hä?“, schnaufte der Unbekannte mit der hohen Stimme, „Also die hat vielleicht Nerven, hehe.“
    Wieder knackst es und bevor ich es realisierten konnte, riss mich jemand an den Haaren nach hinten. Auuu! Entsetzt schrie ich auf und versuchte mich loszureißen, doch der Fremde hielt mein Haar fest umklammert.
    „Hör zu, solche Beleidigungen mögen wir gar nicht, nein, nein…“, kicherte der Unbekannte hinter mir, der mich an den Haaren gepackt hatte.
    „Lasst los!“, kreischte ich schrill und versuchte mich weiterhin loszureißen, doch der Typ zog nur noch fester und sagte lachen: „Schon besser, hehe!“
    Gleichzeitig von Hass und Panik erfüllt, kämpfte ich gegen den Unbekannten an. Das konnte alles nicht wahr sein, oder? Die glauben wirklich, dass sie mit mir machen konnten, was sie wollten! Nein, von solchen Typen lass ich mir das nicht gefallen, mit denen werde ich schon noch fertig! Niemals würde ich von solchen Kerlen klein beigeben, das war unter all meiner Würde!
    „Macht das euch etwa Spaß, hä? Drei gegen einen, habt ihr sonst gegen ein einzelnes Mädchen keine Chance, oder was ihr Missgeburten?“
    Ohne nachzudenken, provozierte ich die drei Fremden weiter, angeheizt durch meine Wut und Hass, sodass ich bald nicht mehr wusste, was ich ihnen überhaupt alles an den Kopf warf. War mir auch ziemlich schnuppe womit ich sie beschimpfte! Wieso konnten sie es überhaupt wagen, mich so zu behandeln? Glaubt mir, wenn ich nicht im Moment in so einem erbärmlichen Zustand gewesen wäre, ich hätte …
    „Halt dein Maul!“, kreischte plötzlich der Dritte aus der Gruppe. Vor mir bäumte sich plötzlich in der Finsternis dein Schatten auf und bevor ich mich versah, schnellte etwas von diesem Schatten auf mich zu, direkt ins Gesicht.
    „Ahhh!“, schrie ich auf entsetzt und versuchte zurückzuweichen. Arg … das … schmerzte gewaltig! Meine Wange … so als hätte ich gerade einen Baseballschläger ins Gesicht bekommen. Kraftlos wäre ich wahrscheinlich zu Bodengekippt, doch der Fremde hinter mir hielt mich weiterhin fest an den Haaren. Für einen kurzen Moment schien es mir wieder … als würde ich gleich das Bewusstsein verlieren. Bewusstlosigkeit durch Schmerz.
    „Hehe, was ist jetzt?“, sagte einer von ihnen und zerrte mich zurück in die Höhe.
    Diese Typen scheuen anscheinend vor nichts zurück. Wenn mir es bloß nicht so mieserabel gehen würde, ich würde sie in Fetzen zerfetzen. Im Moment war ich jedoch nur ein hilfloses Opfer, ohne Möglichkeiten sich zu wehren; außer mit einer und die ließ ich mir auch weiterhin nicht nehmen. So sehr sich in mir nämlich Panik breitmachte, dass diese Kerle mich tatsächlich umbringen würden, so mehr weigerte ich, mir meine einzige Waffe nehmen zu lassen, die ich noch hatte: Worte.
    „Stolz drauf?“, knurrte ich und spuckte in Richtung des Schlägers, „Dreckskerle!“
    „DU“, schrie derselbe Typ und schlug mir erneut heftig ins Gesicht, „Du beleidigst mich nicht nochmal, verstanden!“
    Uff! Mein Schädel macht das nicht … nicht mehr lange mit … Die Schmerzen wurden immer unerträglicher, ich hatte das Gefühl, dass meine Knochen gleich wie Holz zerbersten würden. Ich wollt mir meine Seele aus dem Leib schreien, so sehr brannte und schmerzte mein Körper, doch ich brachte nur einen erstickten Mucks aus mir heraus … Auch mein Sehsinn verschlechterte sich mit jeder Sekunde drastisch; die verschwommen Formen und Schatten wurden immer dunkler und verschmolzen langsam mit dem Rest der finsteren Welt. Sie … sie wollten mich … wirklich töten …
    „Das reicht langsam“, hörte ich einen von den anderen sagen, „Übertreiben müssen wir nicht.“
    „Ihr…“, brachte ich noch hervor, bevor ich von meinem eigenen Husten unterbrochen wurde. Es wurde immer anstrengender meine Augen offen zu halten. Verdammte Typen … das würde ich ihnen nie … niemals verzeihen.
    „Ihre verdammten Augen! Sie nervt mich!“, schnaufte die Person, die mir bereits zweimal ins Gesicht geschlagen hatte, „Ich will diese Augen nicht mehr sehen!!!“
    „Hör auf und lasse es gut sein. Das Pokémon hat schon genug“, rief der eine, der die ganze Zeit über sich eher in Schweigen gehüllt hatte, worauf der andere mein Haar losließ, „Du hattest deinen Spaß.“
    Völlig am Ende sackte ich wie eine leblose Puppe zusammen. Pokemon… wenn meinte er… Ich kann nicht mehr …
    Mit wurde schwarz vor Augen.


    „AHHH!“, brüllte der Schläger, „DIESE AUGEN VERSCHWINDEN JETZ FÜR IMMER!!!“
    Der Wahnsinn schien ihn gepackt zu haben. Die anderen schauten ihm entsetzt zu, wie er zum wiederholten Mal mit der Faust ausholte und auf sie zu sausen ließ.
    „He genug!“, riegen die anderen, doch dieser hörte ihn nicht mehr zu. Die Faust schnellte wieder gnadenlos auf das am Boden liegende zu. Dieser Schlag würde ihr den Rest geben, doch bevor er sie überhaupt treffen konnte, zerriss völlig unerwartet ein markerschütternder Schrei die Luft. Noch vor einigen Augenblicken war sie noch regungslos am Boden gelegen, doch plötzlich sprach sie wieder auf, Augen und Maul weit aufgerissen
    Fassungslos wich der Erste von ihnen von dem wie besessenen Wesen. Selbst der Schläger hielt in seinem Schlag inne und starrte sie völlig perplex an. Ein Fehler, denn nun hob sie selbst ruckartig einer ihrer Pranken und schnellte mit dieser auf das Gesicht ihres Gegenübers zu.


    Ein Aufschrei.
    Erschrocken blickte ich auf. Was zum Hundemon … was war gerade passiert, wo bin ich? Wohin sind diese Typen verschwunden? War ich nicht gerade dabei gewesen, wieder das Bewusstsein zu verlieren? Moment einmal … die Schmerzen, die waren einfach fort! Aber nicht nur diese, sondern meine kurze Blindheit war völlig geheilt, nun konnte ich wieder alles klar und deutlich sehen: Die Bäume, der dunkelblaue Himmel, der Mond, die grüne Wiese … und mittendrinnen ein braunes Etwas, das sich ein paar Meter von mir kreischend am Boden wälzte ...
    „Ein Menki?“, schrie ich entsetzt und machte einen Satz weck von dem Vieh. Wie war das möglich, dieses Menki war ja fast so groß wie ich?! Das war unmöglich, nicht einmal ein Rasaff nahm solche Größenmaße an. Das … war doch nicht möglich, niemals!
    Schlagartig stieg eine dunkle Vorahnung in mir auf, als ich wie versteinert das schreiende Wesen vor mir anstarrte.
    Dieses Pokémon … das war doch nicht etwa dieser Typ gewesen, der mir vorhin ins Gesicht geschlagen hatte, oder? Nein, das konnte nicht sein, das konnte einfach nicht sein! Unmöglich!
    „Bruder!“
    Als wäre eines nicht genug, schossen plötzlich zwei weitere Menkis an mir vorbei, direkt auf das am Boden liegende Menki zu.


    Nein!
    Das konnte nicht sein. Diese Menkis, sie konnten sprechen! Das war doch bestimmt ein Traum, es gibt keine sprechenden Pokémon, so was war nicht real!
    Panisch wich ich einen Schritt zurück, weg von diesen drei Biestern. Nun realisierte ich erst, dass ich mich tatsächlich noch auf allen Vieren befand und…
    „Meine Hände!“, keuchte ich, als ich zu diesen hinab blickte. Da waren keine Hände mehr; an deren Stelle befanden sich zwei dunkelbraune Pfoten.


    Nein!
    Wo waren meine Hände, wieso hatte ich plötzlich stattdessen Pfoten!? Fassungslos sprang mein Blick zu meinen Füßen zurück.
    Nochmal zwei Pfoten? Sechs orange Schweife?
    Ich blickte auf meinen restlichen Körper hinab.
    Braunes Fell?
    Ich griff mir auf den Kopf.
    Zwei Hunde ähnliche Ohren? Eine längliche Schnauzte?


    Nein!
    Das war nicht möglich, dass konnte einfach nicht sein. Ich konnte nicht … Ich konnte nicht mich in ein verdammtes Pokémon verwandet haben! Das musste alles einfach ein Albtraum sein, ein verdammt scheußlicher Albtraum!
    „NEEEIIIN!“, kreischte ich und stürmte los. Raus aus diesem Wald, weg von diesen Menkis, weg von mir selbst. Alles was ich wollte, war aus diesem Traum zu erwachen. Ohne auf den Weg zu achten, rannte ich weiter, mehr schlecht als recht. Ich konnte nicht auf allen Vieren rennen, dass war völlig unnatürlich! Aber anhalten wollte und konnte ich nicht mehr, ich wollte nur flüchten, so weit wie möglich.
    „Weckt mich auf, weckt mich auf!“, schrie ich und schloss verzweifelt meine Augen, „Ich kann kein Pokémon sein! Ich bin ein Mensch! Ein Mensch!“ Nun wollte ich am liebsten wieder blind sein, ich hatte keine Lust mehr, dass alles mitansehen zu müssen. Als ich jedoch wieder stolperte und mich überschlug, war ich gezwungen, meine Augen wieder zu öffnen. Ich fühlte mich innerlich, als hätte jemand einen Pfahl durch meine Brust gerammt. Hätte mir jemand tatsächlich einen Pfahl hinein gerammt, ich wäre im Moment dankbar dafür gewesen. Ich war ein verdammtes Pokémon … Das konnte nicht wahr sein, das verstieß gegen die Gesetzte der Wissenschaften und Logic.
    Zögerlich öffnete ich wieder meine Augen, in der Hoffnung, dass ich mich unversehrt in meinem Bett wieder finden würde und anschließend über diesen Albtraum lachen konnte ... Wenige Sekunden später wünschte ich mir jedoch, ich hätte das nicht getan.
    Von allen Seiten, aus den Blätterdächern der Bäume, hinter den Baumstämmen, aus den Gebüschen um mich herum, lugten hunderte von Augenpaare heraus und alle starrten mich an.
    Keuchend wich ich am Boden riechend zurück, in meinen Augen blankes Entsetzten.
    Noch mehr solche abscheulichen Viecher! Das verkrafte ich bald nicht mehr!
    „GEHT WEG!“, brüllte ich, den Tränen fast nahe, „LASST MICH ALLE IN RUHE!“
    Doch keines von ihnen verschwand. Die Augen blieben alle auf mich gerichtet.
    „LASST MICH!“, schrie ich verzweifelt, sprang wieder auf mehr schlecht als recht auf und raste weiter weg von den ganzen Viechern. Mein lautes Hecheln dröhnte in meinem eigenen Kopf, mein Körper hingegen fühlte sich an, als ob er jeden Moment zerreißen würde und ich … ich war einfach nur verzweifelt. Ich wollte es nicht glauben was heute passiert war, ich wollte alles davon vergessen und ungeschehen machen… Was war dieses Rauschen?
    „Verdammt“, kreischte ich und bremste rapide ab; gerade noch rechtzeitig. Wie durch ein Wunder kam auf gerade noch auf einem Art Vorsprung zum Halten, dessen Ende über einem tosenden Fluss ragte. Und genau dort unten wäre ich um ein Haar gelandet. Der Fluss schien im Moment sehr viel Wasser zu führen, denn das Wasser war lehmbraun und schlug mit einem gewaltigen Lärm gegen die Felsen, die vereinzelt im Fluss hervorragten.
    „Wie … ist das möglich …“, murmelte ich und wagte es nicht, auf meine Hände zu blicken, „Das kann einfach nicht sein …“ Verzweifelt starrte ich hinab auf die bräunliche Brühe, innerlich völlig betäubt von dem Rauschen des Flusses. Ich hatte alles vergessen, war in einem finsteren Wald aufgewacht und war zu einem Pokémon geworden … verdammt! Verdammt, wie konnte so etwas geschehen?!


    „RELA …“, ertönte plötzlich eine tief grollende Stimme hinter mir. Was zum … was war nun schon wieder los?! Gehetzt drehte ich mich herum und erblickte einen riesigen rundlichen Schatten, der aus dem Wald auf mich zu marschierte. Schritt für Schritt. Das war heute wirklich der reine Albtraum…
    Angsterfüllt machte ich einen Schritt nach hinten.
    Der Schatten machte einen Schritt nach vorne.
    „GEH WEG!“, schrie ich erneut und machte wieder einen Schritt nach hinten, worauf ich plötzlich ins Leere trat. Nun erst wurde ich daran erinnert, dass der Vorsprung zu Ende war und ich gleich hinab stürzen würde, hinunter ins tosende Wasser.
    Mit einem Aufschrei rutschte ich ab, konnte mich aber im letzten Moment noch mit den Händen - oder was die jetzt auch waren - am Vorsprung festhalten, meine Beine hingegen baumelten bereits über dem Fluss.
    „WARTE …“ ertönte wieder die ruhige und grollende Stimme. Das schwarze Monster war bereits ganz in der Nähe und streckte seine Pranken nach mir aus, „HALTE …“
    „NEIN, GEH WEG!“, schrie ich wieder in meiner Verzweiflung. Unter mir der Fluss, vor mir ein Monster. Ich war verflucht! Vollkommen verdammt!
    „MEINE HAND …“, sagte der Riese nochmal und kam noch einen kleinen Schritt auf mich zu.
    Verzweifelt rückte ich ein Stück zurück, weg von dem Schatten … und da passierte es.
    Der Rest des Vorsprunges, an dem ich mich fest hielt, brach ab, hinunter in den Fluss. Mit einem Aufschrei stürzte ich, hinunter ins tosende Wasser, in die nächste Misere.


    [tab=Kommentare]
    Verflixt, jetzt hab ich auch bei dieser Fanstory einen Monat für das nächste Kapitel gebracht, sorry... werde wieder versuchen früher zu posten. Habe noch bei meiner anderen Fs weiter schreiben müssen und meine Wettbewerbs Story abgeben müssen (ja das sind meine Ausreden XD )


    Bluzuk : Wieder vielen Danke für dein Komi^^

    Zitat

    Zuerst wollte ich mal fragen, was den Latschen in einem Wald sind. Ich kenne Latschen nur als Schuhe


    Latschen... ähm ich hätte vielleicht lieber Wasserpfützen schreiben sollen"^^ Ich bin Oberösterreicher und bei uns ist das so ein gängier Begriff, hab also nicht daran gedacht, dass andere das Wort nicht so kennen. Sollte ich wohl besser vermeiden :D  

    Zitat

    Aber du solltest auch stets darauf achten, dass du es mit den Fragen in Zukunft nicht übertreibst-das geht verdammt schnell, ich spreche da aus Erfahrung


    Ja das geht wirklich schnell... ich werde versuchen mich zurückzuhalten : D

    Zitat

    Leider wurden von den Fragen, die ich mir gestellt hatte, nur wenig (eigentlich gar keine) beantwortet. Vielmehr hast du deine Drohung wahrgemacht und mir noch mehr Fragen gegeben.


    Bei diesen Fragen sieht es eher so aus, als würde ich mich mit den Antworten zurück halten XD Die Antworten werden noch kommen... mit der Zeit.



    Dieses Kapitel hab ich mir zwar relativ oft durchgelesen, aber trotzdem besteht die Gefahr das noch einige Fehler zu finden sind. Naja dann viel Spaß^^


    [/tabmenu]

  • Es kommt selten vor, dass ich einen Text vollständig und in windeseile in mich hineinfresse. Mein Fazit: Willst du es wirklich hören? Nun gut. Auf deine Verantwortung... Bärenstark!


    Trotz 2-3 kleiner Verschreiber, was angesichts des Umfangs deines Textes eigentlich nicht besonders verwunderlich ist, würde ich sagen, dass diese Geschichte, dieser Text, deine Schreibweise, einfach alles absolut perfekt sind. Mir persönlich sind, bis halt auf die wenigen Verschreiber, überhaupt keine Stellen aufgetaucht bei denen ich deiner Handlung nicht folgen konnte oder die ich nicht verstand. Von daher ist alles, so wie du es bisher rübergebracht hast, in meinen Augen makellos. Weiter so.


    Man könnte bei dieser Stelle hier bedingt etwas Kritik üben, da du plötzlich scheinbar aus der Sichtweise eines anderes geschrieben hast.



    Nicht wirklich schlimm und ich persönlich könnte auch gut mit diesem Ablauf deiner Geschichte weiterleben.


    Charakterbeschreibung am Anfang deiner Geschichte wäre noch wünschenswert, ansonsten habe ich nichts auszusetzen. Bitte schreib so weiter, wie du bisher geschrieben hast und setz mich auf die PN-Liste. 8-)

  • Hallo und Moin Moin, wie wir im hohen Norden Deutschlands sagen
    erstmal Danke für die PN (wie immer) und ich entschuldige mich wie immer erstmal dafür, dass ich erst jetzt antworten kann. Mir ist mal wieder die Arbeit dazwischen gekommen. Das ist meine Ausrede. Aber genug der Vorrede, auf los gehts los. LOS!


    [tabmenu]
    [tab=Erster Eindruck]
    Mal mit dem Tabmenü, nachdem ich endlich rausgefunden habe, wie der Krams hier funktioniert :P  
    So der erste Eindruck war... gut... nicht so überragend wie die anderen beiden Kapitel, aber dennoch besser als manch anderes, was ich schon so gelesen habe.
    Was ich am meisten zu bemäkeln habe, ist folgendes:

    Zitat

    Hab leider bei dem Kapi die Gefühle nicht ganz so hervor heben können


    Das ist ganz böse. Wenn du deine Leser auf deine Fehler hinweist, denken sie entweder, dass du zwar weißt, was die falsch gemacht hast, aber keine Lust hast, es zu verbessern oder es einfach nicht besser kannst und wir wissen beide. dass du es kannst. Mir persönlich wäre es zwar sicher auch so aufgefallen, aber nicht in dem Maße. Also fürs nächste Mal: warte erst mal ab und kritisiere dich nicht selbst.
    [tab=Rechtschreibung und Grammatik]
    Nun, du hast dich im Vergleich zum letzten Kapitel deutlich verbessert und zwar so sehr, dass ich es mir jetzt mal spare, einzelne Fehler rauszusuchen. Du hast mal ein Komma zu viel oder einen Buchstaben zu wenig gemacht, aber das fällt jetzt nicht weiter ins Gewicht.
    [tab=Schreibstil und Umsetzung]
    Wie immer ein schlüssiger und logischer Stil, an dem ich wenig zu bemäkeln habe. EIn bisschen kommentieren will ich aber trotzdem: Wie du selbst schon erwähnt hast, ist dir die Umsetzung der Gefühle nicht immer so gut gelungen, gerade im mittleren Teil, wo die Menkis auftauchen, ist der Stil etwas... sagen wir platt. Gegen Ende jedoch bringst du die Verzweiflung gut rüber, da finde ich dann schon, dass die die Dastellung der Gefühle gut gelungen ist.
    Was mir dieses Mal auffällt, sind die Dialoge, die du bisher, abgesehen von Selbstgesprächen, vermieden hast. SIe sind dir ganz gu gelungen, wie ich finde. Sie sind flüssig uns stören in keinster Weise. Du bist außerdem bemüht, immer verschiedene Einleitungen zu benutzen, das ist gar nicht so einfach, dir aber gut gelungen.
    Dann muss ich zwangsläufig noch auf diese Stelle verweisen, die auch schon Eagle erwähnt hatte:

    Zitat

    „Ahhh!“, brüllte der Schläger, „Ich lasse dies Augen jetzt verschwinden! Für immer!“
    Der Wahnsinn schien ihn gepackt zu haben. Die anderen schauten ihm entsetzt zu, wie er zum wiederholten Mal mit der Faust ausholte und auf sie zu sausen ließ.
    „He genug!“, schrie die anderen, doch dieser hörte ihn nicht mehr zu. Die Faust schnellte wieder gnadenlos auf das vierbeinige Pokemon zu. Doch bevor er sie erneut treffen konnte, ertönte unerwartet ein lauter Schrei. Das Pokemon hatte plötzlich Augen und Maul weit aufgerissen und gab einen markerschütternden Schrei von sich.
    „Was…“, stotterte der Erste der Gruppe und sprang erschrocken von dem Pokemon weg. Selbst der Schläger wurde langsamer und starrte entsetzt das vierbeinige Pokemon an. Das war ein Fehler gewesen, denn es erhob ruckartig die rechte Pfote in die Hohe und schlug mit ausgefahrenen Krallen auf das Gesicht des Schlägers.


    Perspektivwechsel sind manchmal, wie auch in diesem Fall ganz angebracht, jedoch könnstest den Wechsel etwas deutlicher hervorheben, damit es nicht so verwirrend ist. Ich bim beim lesen immer so schnell verwirrt... Ansonsten ist der Wechel ganz gut geliungen, ja ich weiß alles ist gut gelungen :D , und an der Stelle sinnvoll, da deine Protagonistin die Aktion des Schlagens nicht bewusst aufführt, also eigentlich nicht davon erzählen kann. Es gäbe zwar auch noch andere Möglichkeiten, diese Situation zu lösen, ein Perspektivwechsel ist natürlich die einfachste Lösung.
    Dann würde ich gerne noch eine Stelle hervorhen und zwar folgende:

    Zitat

    Scheiße… mein Kopf fühlte sich an, als wäre ein Klavier aus dem dritten Stock darauf geknallt. Es war ja schon fast schmerzhaft nur nachzudenken, auu…


    Als ich die Stelle gelesen habe, musste ich erstaml laut lachen. Das erinnert mich direkt an deine andere Fanstory mit dem Fukano, die ich in der Zwischenzeit auch mal durchgelesen hatte. Insgesamt ist dieses Kapitel etwas humoevoller geschrieben, als die anderen beiden.
    [tab=Inhalt]
    Ja was soll man sagen? Du hattest ja bereits im Startpost angedroht, dass sich deine Protagonisten in ein Pokemon verwandeln wird und nun hast deine Drohung wahrgemacht. SIe ist zu einem Vulpix geworden oder? Was ich ein wenig ironisch finde, da sie ja das Vulpix ihrer Freundin weggeschickt hatte. Tja das Schicksal... Ne jetz mal im Ernst, obwohl der Anfang des Kapitels vorhersehbar war, fand ich das Kapitel inhaltlich ganz in Ordnung. Dein Chara ist echt ne arme Sau... stürzt von einem Unglück ins nächste. Den Kampf bzw die Konfrontation mit den Menki passte gut in in die Handlung, gepaart mit der langsamen Erkenntnis, was mit dem Chara passiert ist, finde ich das Kaptil immer noch spanend, wenn auch nicht so tödlich spannend wie das letzte. Auch das Auftauchen eines Relaxo finde ich interessant. Das Relaxo will nur helfen, aber das Mädchen hat Angst vor ihm. Nun, erlich gesagt hätte ich das auch. Stell dir mal vor, so ein Relaxo kommt auf diech zu... da würde ich auch die Hacken in Teer hauen und die Beine in die Hand nehmen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass in diesem Kapitel ausschließlich Pokemon der ertsten Generation auftauchen, zwar gab es in den anderen Kapis auch schon Pokis der anderen Generationen, aber es ist mir trotzdem aufgefallen.
    Das Ende hast du mal wieder offen gelassen, ich bin also gespannt, wie es weitergeht.
    [/tabmenu]


    Ich habe fertig. Hoffentlich war der Kommi informativ (weningstens ein bisschen?)
    bis dann
    Bluzi

  • [tabmenu]
    [tab=Kapitel 3 Teil 2]



    „NEIN!“, kreischte ich und versuchte mich verzweifelt noch irgendwo festzuhalten, doch ich griff immer nur ins Leere …
    Mehr Zeit blieb mir nicht mehr. Noch bevor ich überhaupt noch einen weiteren Rettungsversuch starten konnte, klatschte ich in den tosenden Fluss. Sofort stürzten dunkle Wassermassen auf mich ein, drückten mich hinunter und versuchten mich, in ihrer eiskalten Gnadenlosigkeit zu ertränken.
    Hilflos stieg ich in diese eisigen Tiefen hinab, wurde wie ein Spielball durch das Wasser gewirbelt, bis mich die unbarmherzigen Wogen wieder an die Oberfläche beförderten.
    Panik machte sich in mir breit, mittlerweile konnte ich einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen. In meinem Kopf gab es nur einen Gedanken: „Raus hier!“ Verzweifelt strampelte ich willkürlich herum, in der Hoffnung, am Oberwasser zu bleiben und irgendwie in Richtung Ufer schwimmen zu können. Doch das schien ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Wo war denn überhaupt das Ufer?
    Wieder schlug mir eine Wasserwelle ins Gesicht und drückte mich hinunter in die Tiefe. Viel tiefer als zuvor.
    Das schwarze Wasser verschlang meinen Körper und beraubte mich sämtlicher, meiner noch verbliebenen Orientierung. Verschwommene Geräusche, Wassermassen und Dunkelheit verschlungen mich erneut in ihr krankes Spiel, aus dem es kein Entkommen zu geben schien. Die normale Schwerkraft schien außer Kraft gesetzt worden zu sein und mit jeder Sekunde, die ich in dieser todbringenden Tiefe verbrachte, wurde mir mehr und mehr meiner Hoffnung geraubt. Dieser Fluss würde mein Grab werden…
    Planlos paddelte ich wild mit meinen Beinen und Armen um mich herum und versuchte, wieder hinauf zu schwimmen. Doch die ganze Strampelerei zerrte unbarmherzig an meinen mir noch verbliebenen Kräften. Ebenso kostete es all meine Willenskraft, nicht dem unbändigen Verlangen nachzugeben, einen Luftzug machen zu wollen und mich somit in mein sicheres Verderben zu stürzen. Sich dem starken Drang zu widersetzen, der einem sagte „Atme ein“ … es war eine Qual. Jeden Moment konnte es so weit sein, bis ich dem Drang nicht mehr widerstehen konnte. Ich musste schnell hier raus … nur noch etwas weiter … Meine Lunge wollte zerreißen, meine Kräfte schwanden und ich fühlte mich, als würde ich jeden Moment wieder mein Bewusstsein verlieren. Mein Mund öffnete sich und …


    Platsch!


    Mit einem gewaltigen Ruck schoss mein Kopf durch die Wasseroberfläche und stieß das Wasser auseinander.
    „Haaa!“ Der rettende Luftzug füllte meine Lungen schlagartig mit der kühlen Nachtluft. Endlich, ich hatte es geschafft, ich war wieder an der Wasseroberfläche! Doch meine Freude war nur von kurzer Dauer. Ich war längst noch nicht dem gnadenlosen Strömen des Flusses entkommen. Doch das war im Moment nicht das Schlimmste…
    Mein Herz schien für einen Moment still zu stehen. Stromschnellen?! Das durfte einfach nicht wahr sein. Um ein Haar wäre ich wie ein Stein für ewig in diesen Tiefen versunken und nun sollte ich an einem großen Felsen zerbrechen? Verflucht! Wie konnte ich nur aus dieser Lage heraus?!
    Nun wurde es richtig turbulent. Als ob es nicht genug war, dass der Fluss noch etwas an Kraft und Geschwindigkeit gewonnen hatte, nein: Ich wurde zusätzlich gegen von schleimig, grünen Algen überzogenen Felsenbrocken geschleudert oder drüber gezerrt. Auch waren da noch immer die Wellen, die mich hin und her zerrten und mich immer wieder versuchten in die Tiefe des Flusses zu drücken. Der kleine Pokémonkörper schien jeden Moment von den ungezähmten Naturgewalten in Stücke gerissen zu werden. Auch war dieser verdammte Körper offenbar nicht in der Lage, ordentlich zu schwimmen. Meine Kräfte ließen beständig nach, lange würde ich nicht mehr durchhalten. Es wurde bereits schwieriger und schwieriger, mich am Oberwasser zu halten und gegen die Wassermassen anzukämpfen… Das Wasser schien mich meiner ganzen Kräfte in Windeseile zu berauben, einfach viel zu schnell. Wahrscheinlich, weil ich im Moment in dem Körper eines Feuerpokémon steckte, oder? Am liebsten hätte ich zu schreien angefangen. Einfach den ganzen Zorn, Verzweiflung und Todesängste aus mir raus gebrüllt, doch das war momentan nicht möglich. Im Moment konnte ich nichts anderes tun, als gegen die Wellen anzukämpfen.
    „Ahh, schluck“, brachte ich einen kläglichen Laut hervor. Wieder schluckte ich literweise eiskalte Wasser in mich hinein, als mein Körper auf einmal heftig vor Schmerz erbebte. Ich krachte rücklings gegen einen aus dem Wasser hinausragenden Felsen. Gleich würde ich wieder mit voller Kraft von der Strömung erfasst und weiter gezerrt werden. Komm schon du verdammter Fluss ... was war los? Die Strömung drückte mir noch immer in den Magen, doch ich schien mich nicht mehr vom Fleck zu rühren. Steckte ich gerade etwa fest? Überrascht kämpfte ich gegen die Wassermassen an, die unnachgiebig auf mich einschlugen und warf einen Blick über die Schulter. So wie es aussah, war ich an einigen Ästen stecken geblieben, die selbst zwischen zwei Felsen eingeklemmt waren. War mir mal endlich etwas Glück gegönnt? Endlich eine Chance, zumindest kurzweilig aus diesem tosenden Fluss zu entkommen? Ich hoffte es mal …


    Nahezu am Ende meiner Kraftreserven, versuchte ich mich entgegen der Kraft der Strömung umzudrehen, um mich an diesen Ästen festzuklammern, was bei diesen verdammt harten Bedingungen echt kein Zuckerschlecken war. Doch jetzt wo ich eine Möglichkeit sah, aus dieser Misere zu entkommen, war ich plötzlich völlig auf dieses eine Ziel fixiert. Mein Plan war ganz einfach: Ich würde mich einfach an diesen Ästen hoch ziehen und versuchen, an einem dieser Felsen hinauf zu klettern, wo ich so lange warten würde, bis ich wieder zu Kräfte gekommen war. Natürlich auch, bis mir ein Plan einfällt, wie ich von dieser einsamen „Insel“ wiede wegkommen würde. Aber Problem nach dem anderen …
    Nach einigen Anläufen, schaffte ich es schließlich, mich umzuwenden und mich halbwegs sicher an den wenigen Ästen festzuklammern. Nun kam der schwierige Teil: Ich musste mich an dem vielen Geäst noch hochziehen, bevor ich überhaupt einen der Felsen erreichen konnte. Mein … dieser Körper war bereits vollkommen zittrig und kaum bei Kräften, aber was blieb mir anderes übrig?
    „Verdammter Körper ... aber solange ich noch etwas Willenskraft habe …“, murmelte ich und stemmte mich etwas in die Höhe.
    Ein Knacksgeräusch ließ mich erschrocken zurück ins eisige Wasser sinken. Verdammt, was war denn jetzt schon wieder? Die Äste würde doch nicht gleich alle entzwei brechen ... oder? Zitternd - nicht vor Angst, sondern vor Kälte und Anstrengung - blickte ich die Holzzweige entlang. Das Mondlicht war jedoch nicht so kräftig, das ich wirkliche Details erkennen konnte, aber gebrochen schien keiner der Äste zu sein … Ächz, wenn ich mich jetzt nicht beeilte, würde ich hier doch noch ersaufen oder erfrieren. Zudem wurde der Druck des fließenden Wassers, der mir noch immer unverändert in den Rücken drückte, immer unangenehmer und unangenehmer. Ich musste hier raus und das Risiko eingehen; keine Zeit mich länger aufhalten zu lassen!
    Ich gab mir einen Ruck und zog mich wieder hinauf. Es knackste abermals, doch ich vermutete einfach, dass es nur die kleinen Äste waren, die ich im hinauf klettern unbeabsichtigt einknickte. Nur noch ein wenig weiter, dann hatte ich es geschafft ...
    Ich musste zugeben, dass ich doch etwas nervös wurde. Es war nicht mehr weit, aber ich hatte so ein ungutes Gefühl im Magen. Mein Atem wurde schneller, ob es an der Anstrengung lag oder eben an meiner Nervosität, konnte ich nicht genau sagen; es war mir auch im Moment ziemlich egal. Etwas noch ein kleinwenig ... bald war ich oben, dann nur noch Richtung Felsen.


    Knacks!

    Der Ast unter meinen Armen bewegte sich plötzlich ruckartig etwas nach vorne. Zu weit für meinen Geschmack. Entsetzt hielt ich inne. Nein, das durfte jetzt echt nicht wahr sein, das konnte einfach nicht sein …
    Langsam drehte ich meinen Kopf in die Richtung, aus dem das unheilvoll verkündende Knacksen erklungen war. Auf dem ersten Blick war nichts besorgniserregendes zu erkennen, doch als mein Blick schließlich den Ursprung des Geräusches entdeckte, wollte mir das Herz in die nicht vorhandene Hose rutschen. Die mageren Holstämme schienen sich langsam aus ihrem „Gefängnis“ zu lösen. Die kleineren Zweige waren bereits unter meinem Gewicht oder der Kraft der Strömung abgebrochen oder hatten sich so weit verbogen, dass sie den Felsen selbst kaum noch berührten. Ein einziger Ast, hielt mich und das restliche Geäst davon ab, von der Strömung mitgerissen zu werden. Und ebendieser war gerade dabei, abzubrechen … Verdammt! Ich war schon so weit und nun das, wollt ihr mich verarschen?!
    Völlig in Panik warf ich all meine Vernunft über Bord und versuchte ich mich noch so schnell ich konnte, nach oben zu ziehen. Ich nehme das nicht einfach so hin, ich will nicht nochmal in diesen verdammten Fluss, lasst ich einfach hier raus! Nur noch wenige Schritte ... so wenig trennten mich von diesem Felsen, ich konnte hier nicht aufgeben ...
    Wie ein Wahnsinniger versuchte ich weiter hinauf zu klettern, um doch noch die sichere Rettungsinsel zu erreichen ... doch da hörte ich wieder ein Knacksen. Der Ast brach.


    Ein Ruck und sogleich wurde ich samt Treibholzes zwischen den Felsen hindurch gespült. Ich gab einen gellenden Schrei von mir, rutschte von den Ästen hinunter und hätte diese dabei um ein Haar los gelassen. Verdammt, ich durfte jetzt nicht loslassen, sonst wäre alles aus. Dieser todbringende Fluss schien – auch wenn das nicht möglich war - dasselbe zu denken, denn sofort schlug die Strömung von überall auf mich ein und wollte mir meinen einzigen Halt mit Gewalt entreißen. Krampfhaft klammerte ich mich noch verkrampfter an den Ästen fest und schloss verzweifelt die Augen. Jetzt begann alles wieder von vorne! Ich würde nie hier raus kommen, niemals! Als wäre alles so vom Schicksal so bestimmt worden … würde ich an so etwas wie Schicksal glauben. Das hier war ein Anschlag der ganzen Natur gegen mich!


    Längere Zeit kämpfte ich weiter gegen die Wassermassen an und wurde immer weiter Flussabwärts getrieben. Keine Ahnung wie lange, es konnten Stunden gewesen sein, vielleicht aber auch nur ein paar Minuten. Auf mein Zeitgefühl konnte ich mich nicht mehr verlassen. Noch immer hielt ich das Treibholz fest, doch langsam verlor ich all mein Gefühl in den Gliedern. Das Wasser und die Kälte machte mir schwer zu schaffen und allmählich merkte ich, wie ich immer schläfriger wurde … ich durfte in so einer Situation nicht müde werden! Wenn ich jetzt einschlief, würde ich sofort ertrinken ... Verflucht, wieso war dieser Körper so schwach … stöhn. Aber nicht nur dieser Pokémonkörper, sondern auch mein Geist begann bereits abzuschweifen. Langsam schien ich in eine Art Trance zu verfallen, als ob die Verbindung zur Realität jeden Moment kappen würde … es überkam mich wie eine sanfte Stimme, die mir sagte: „Lass los und all dein Leid wird vorbei sein…“
    Nein, ich wollte nicht... Oder doch? Vielleicht sollte ich einfach los lassen, einfach aufgeben? Nein, niemals ... ich wollte leben! Der Tod konnte mich mal gern haben …
    Doch mein ganzer Trotz war umsonst, denn die feste Umklammerung löste sich unaufhaltsam mehr und mehr. Ich konnte einfach nichts mehr dagegen unternehmen und schließlich waren meine Kräfte aufgebraucht. Mein Griff öffnete sich ...


    In diesem Moment spürte ich, wie ich plötzlich in die Luft gerissen wurde. Völlig in einem Halbschlaft versunken, verstand ich anfangs nicht, was gerade geschah und was mit mir passierte. Mein Verstand war dazu zusehr ermüdet und vernebelt. Was passierte mit mir gerade? Sollte nicht eigentlich genau das Gegenteil passieren oder war ich etwa schon tot? Bevor ich jedoch noch einen weiteren schwachen Gedanken fassen konnte, schlug ich schon etwas unsanft irgendwo auf.
    „Au … hust, hust“, stöhnte ich und wurde sofort von einem heftigen Hustenanfall unterbrochen und spuckte das verschluckte Wasser hervor.
    „Uff, dachte schon du bist tot, aber wenn du noch Aua sagen kannst, musst du ja noch leben ...“, hörte eine weibliche Stimme ganz in meiner Nähe. Huch ... wer war da … hust, prust… oh man, ih fühlte mich, als würde gerade literweise das eben geschluckte Flusswasser wieder hochkommen. Ein scheußliches aber gleichzeitig erleichterndes Gefühl …
    Nur wenige Augenblicke später hatte ich bereits wieder die Kraft, meine Augen zu öffnen, doch wie zuvor konnte ich zu Beginn nur verschwommen Umrisse und Schatten wahrnehmen. Allerdings gewöhnten sich meine Augen dieses Mal rasch an das Licht, sodass aus den Schemen bald erkennbare Objekte wurden.
    Tatsächlich … was immer auch gerade passiert war, ich war zurück auf dem Festland. Zu meiner Linken rauschte der finstere Fluss an mir vorbei, an dessen Grund ich jetzt hätte liegen können. Auf dem ersten Blick schien es mir, als ob die Strömung schwächer geworden war, so als hätte der Fluss letztendlich aufgegeben mich in seine Tiefen zu ertränken. Auf meiner rechten Seite konnte ich hingegen ein rostiges Geländer erkennen, welches den Fluss und sein Ufer von einer asphaltierten Straße trennte, die sich auf der gegenüberliegenden Seite befand. Nun bemerkte ich auch, dass das grelle Licht, welches meine Umgebung erleuchtete, nicht vom Mond stammte, sondern von einer alten Straßenlaterne, die nicht weit von mir entfernt in die Höhe ragte. Gleich dahinter konnte ich die etwas schäbig wirkenden Fassaden einiger riesiger Häuser erkennen, welche alle in Reih und Glied an der anderen Straßenseite aufgereiht waren und den Blick auf den Horizont verbargen. Die Gebäude wirkten im Allgemeinen recht altertümlich, so als waren sie im vorletzten Jahrhundert gebaut worden, doch das konnte mir egal sein. Egal was für ein Baustil, das hier war eine Stadt! Ich war endlich zurück in der Zivilisation! Weg aus diesem verdammten Wald, mit all seinem Ungeziefer, raus aus diesem Fluss!


    „Na alles okay? Du siehst ziemlich fertig aus. Wie bist du überhaupt im Fluss gelandet, ich dachte immer, ihr Feuerpokémon meiden das Wasser.“
    Die Stimme schon wieder! Unmerklich zuckte ich zusammen und wandte eilig meinen Kopf in die Höhe. Direkt vor mir stand ein vierbeiniges, grünes Wesen, welches mich mit seinen zwei großen, rötlichen Augen anstarrte. Auf dessen Kopf ragte ein einzelnes dunkelgrünes Blatt hervor und um den Hals herum hatte es einige knospenartige Kugeln, die genauso gut ein Teil einer Kette hätten sein können. Es dauerte einige Sekunden, bis ich schnallte, was ich da gerade gegenüber stand: Es war wieder eines dieser verdammten Pokémon!
    „Ahh, verschwinde!“, schrie ich entsetzt auf und versuchte auf mich in aller Eile aufzurappeln. Doch dieser verfluchte Körper wollte sich kaum bewegen, anfangs wollte nichts als einige krampfhaft wirkende Bewegungen dabei herauskommen. Erst nach einigen überstürzten Versuchen gelang es mir schließlich, mich wieder halbwegs aufzurichten. Ich zitterte noch immer wie verrückt am ganzen Leib und auch das Gefühl in den Gliedern war noch nicht ganz zurückgekehrt. Auch meine Kraftreserven hatten sich kaum regeneriert, so war es richtig mühsam, mich überhaupt auf allen Vieren zu halten, ohne gleich zusammenzubrechen. Ich musste im Moment einen erbärmlich Anblick abgeben.
    „He, was machst du?“, fragte das Pokémon und klang verwundert, „Bleib liegen! Du musst dich ausruhen, du bist sicher noch erschöpft.“
    „Geh weg…“
    „Hm, was?“, fragte es wieder und blickte mich verwirrt an.
    „Geh weg!“, kreischte ich als Antwort heißer. Warum kapierten es diese verdammten Pokémon es einfach nicht? Ich hatte genug! Wieso konnten mir diese dämlichen Viecher nicht einfach aus dem Weg gehen und mich in Frieden lassen! Ich HASSTE Pokémon!
    Vollkommen am Leib bebend machte ich rücklings einige tollpatschige Schritte in Richtung des Geländers, mein Blick starr auf das grüne Pokémon gerichtet. „Verschwinde!“
    „He, was soll das!? Ich habe dir gerade das Leben gerettet!“, rief mir das Wesen gereizt klingend zu und funkelte mich verständnislos an, „Du könntest dich wenigstens bedanken.“
    „Lasst mich einfach in Ruhe“, schrie ich erneut und schüttelte meinen Kopf wie ein Geisteskranker hin und her, der in seinem Geist gerade mit irgendwelchen Wahnvorstellungen kämpfte. Schwach wirbelte ich nach hinten, schlüpfte unter dem rostigen Geländer hindurch und rannte los, die Asphaltstraße entlang ... Wenn man das überhaupt als „rennen“ bezeichnen konnte. Jeder einzelner Körperteil dieser verdammten Pokémongestalt schien kurz davor zu sein, in seine Einzelteile zu zerspringen. Ich lief nicht, ich schwankte und zitterte, während ich mich dabei in einer mittleren Geschwindigkeit nach vorne bewegte, die sechs vollgesogenen Schweife hinterher ziehend. In mitten einer von Laternen beleuchteten Straße, in einer mir fremden Stadt ... und das in der Gestalt eines Pokémon. Mein Atem wurde immer schwer und träge, genauso wie meine Beine, die kurz davor waren, ihren Dienst zu verweigern. Ich war völlig am Ende, sowohl körperlich, wie auch geistig …
    Hinter mir hörte ich noch einmal einen Ruf, doch ich schenkte diesem keine Beachtung mehr. Ich wollte nur weg … Würde das den nie ein Ende haben, dieses ewige Weglaufen ohne Ziel? Dieser ganze verdammte Albtraum?
    Müde bog ich in eine unbeleuchtete Gasse zu meiner Linken ein, rannte weiter, vorbei an großen Metallkisten und Mülltonnen, zweigte wieder in eine andere Straße ab, stolperte einige Meter weiter und … brach zusammen.
    Das Limit war erreicht, ich konnte nicht mehr weiter.
    Schwer atmend lag ich da und starrte erschöpft auf die gegenüberliegende rote Ziegelwand, die nur noch spärlich von einer weitentfernten Laterne beleuchtet wurde.
    Warum … warum war ich überhaupt hier? Wieso wurde ich so gequält? Als ein Pokémon ohne Erinnerung …
    Ich glaubte eine Träne auf meiner Wange zu fühlen, doch in Wahrheit war es nur ein Regentropfen, der von tausend anderen Regentropen gefolgt, auf ein am Boden liegendes Vulpix prasselte.


    [tab=Kommentare]
    Viel... zu lange Pause gemacht TT.TT
    Das ist wohl der Nachteil wenn man zwei Fs hat, es ist so einfach eine zu vernachlässigen (wenn nicht beide :/) Ich hoffe das ich beim nächsten Kapitel etwas schneller bin, aber Versprechen kann ich leider nichts... naja


    @Egal: Schön dich auch hier dabei zu haben^^ Danke für dein großes Lob! Wegen einer Charakter: bei dieser Fs hab ich beschlossen, keine zu erstellen. Ich möchte nicht, das im Vorhinein alle wissen, wie meine Charakter sind (eben wie in einem Buch). Auch ist es quasi eine Herausforderung an mich selbst, ob ich eben es schaffte, ohne Charakterbeschreibung, die Charaktereigenschaften meiner "Darsteller" zu zeigen :D


    @Bluzuk:Bedanke mich wieder für dein so ausführliches Komi : ) Zu dem kleinen negativen Satz von mir: Sorry, ich bin manchmal ziemlich pessimistisch^^" Ich hab mir mühe gegeben, aber... es wollte mir einfach nicht gelingen. Heißt wohl, das ich einfach besser werden muss :D Den Perspektivenwechsle ist in meiner "Wordfassung" eigentlich heraus gehoben, hab aber dann vergessen ihn auch hier zu markieren, sorry.

    Zitat

    Stell dir mal vor, so ein Relaxo kommt auf diech zu... da würde ich auch die Hacken in Teer hauen und die Beine in die Hand nehmen.


    Ich schätze mal, ich würde das selbe tun XD


    übrigens, kleine Frage: Soll ich den Titel der Fs bei No Mystery Dungeon Fairy Tale belassen oder sollte ich ihm einfach nur auf No Pokemon Fairy Tale ändern (oder auf was ganz anderes) Nur eine Überlegung...


    /edit: Hab jetzt eine verbesserte Vision dieses Teiles on gestellt. Vielen Dank dabei an Egel, der mir ein ausführlichen Verbesserungs und Fehlerkorrektur geschickt hat, die sehr hilfreich war. Hab außerdem selbst noch einmal ein bisschen durch korrigiert.
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  • Mal wieder gelungene Arbeit von dir. Ich hoffe, du hast bei dieser Geschichte ein Konzept. Ich wüsste nämlich absolut nicht, wie ich weiterschreiben würde, obwohl der Verlauf der Handlung mehr als nur fesselnd ist und ich jeden Abschnitt förmlich in mich hineinsauge. Eigentlich wahnsinn, wie du eine so kurze Handlung, so detailliert und umfangreich beschreiben kannst. Hätte es wohl nicht besser machen können, wenn überhaupt.


    Negativ aufgefallen ist mir allerdings, dass deine Rechtschreibung etwas nachgelassen hat und sich auch einige Wiederholungsfehler eingeschlichen haben. Durch deine lange Pause (und das viele Wasser^^) bist du wohl etwas eingerostet. Meine Verbesserungen würde ich dir per PN schicken, falls du nicht selbst daran feilen möchtest.


    Warte sehnsüchtig auf das nächste Kapitel. Wie gesagt: Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie die Geschichte weiterverläuft. Das macht das Ganze noch viel spannender.


    Achja: Lass doch den Titel so stehen. Passt doch einwandfrei.

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    [tab=Kapitel 4]




    „Gähn“
    Uff, was für ein seltsamer Traum… wenn ich mich bloß daran erinnern könnte, was ich genau geträumt habe. Ächz, wie ich es hasste, wenn mir ein Traum nicht mehr einfallen wollte… Kam es mir nur so vor und war mir gerade eiskalt? Toll, hab ich tatsächlich vergessen das Fenster zu schließen?
    Zu faul meine Augen zu öffnen, bemühte ich mit meinen Füßen nach meiner Decke zu angeln, die aus was weiß ich für Gründen nicht dort war, wo sie hätte sein sollen. Es dauerte einige Sekunden, bis ich diese endlich mit meinen Zehen erwischte. Mit einem Ruck zog ich sie zurück über meinen fröstelnden Körper, um mich wieder aufzuwärmen. Das dachte ich jedenfalls. Angewidert schleuderte ich das Bettzeug von mir und wälzte mich unruhig umher. Die Decke war vollkommen durchnässt! Warum zum Hundemon war meine Decke nass? Das wird doch wohl nicht bedeuten, dass ich ins Bett… Wah, nein ich war doch kein Baby, welches heulend und flennend in sein kleines Bett machte. Aber wenn ich genauer nachdachte … diese Decke hatte sich doch sehr dünn angefühlt. Im ernst, die hätte nicht einmal ein kleines Vulpix wärmen können. So al wäre diese Decke aus Papier …


    Entsetzt riss ich meine Augen auf. Jetzt erinnerte ich mich wieder! Meinen Traum! Dieser Wald voller Pokémon, die streitlustigen Menkis, der totbringende Fluss … Konnte das alles etwa …
    Keine Sekunde später gab es keinen Zweifel mehr. Diese Erlebnisse waren keineswegs Teil eines durch geknallten Traum gewesen. Ich lag nicht auf einer weichen Matratze, nicht einmal in meinem Zimmer befand ich mich. Bei meinem vermeidlichen Schlafplatz handelte es sich um eine gepflasterte Straße, dessen nasses Pflaster matt im Schein des schwachen Sonnenlichtes glänzte. Ich fühlte mich so, als würde ich in einer tiefen Schlucht liegen, die nur mit etwas Tageslicht beleuchtet wurde, welches aus einer schmalen Öffnung über mir herabstrahlte. Nur war das hier keine Schlucht, sondern eine enge und verkommene Gasse und der Himmel über mir war nicht blau, sondern grau und trüb. Aber die Stimmung war dieselbe: Keine Menschenseele in der Nähe, nur ich und eine blecherne Mülltonne an irgendeinem gottverlassenen Ort. Auch die vermeintliche Decke war nicht das, für was ich sie ursprünglich gehalten hatte. Widerlich, ich hatte tatsächlich eine alte, verdreckte und durchnässte Zeitung als Decke benutzt?! Wie abstoßend...
    Und was war mit mir? Ein kurzer Blick in die Wasserpfütze vor mir reichte, um mir endgültig den Rest zu geben. Ganz in meinem Inneren hatte ich es zwar die ganze Zeit gewusst, dennoch fühlte ich mich, als hätte mir jemand einen Schlag in die Magengrube verpasst. Das Wesen, welches mich von dort unten mit bernsteinfarbenen Augen anstarrte, war nicht ich. Das war nicht das, was ich als „menschlich“ bezeichnen würde. Menschen besaßen kein bräunliches Fell, keine schwarze Schnauze oder Katzenohren. Auch war eine normale Teenagerin bestimmt nicht winziger als einen halber Meter. Was mich in dieser Wasserlakeanglotze war ein verdammtes Vulpix! Die verfluchten Menkis, das riesige Monster, bis über den Sturz in den Fluss… alles war real gewesen! Oder… was war jetzt überhaupt noch Real und was nur ein Traum? Das war alles so verwirrend, so… arg!
    Hasserfüllt betrachtete ich ein weiteres Mal dieses fremde Spiegelbild. Wut stieg in mir auf, Wut gegen diese Pokeémongestalt in der ich nun festsaß. Dieses Vulpixgesicht, mit seinen großen und unschuldig wirkenden Augen … nichts erinnerte an den Menschen, der ich einmal gewesen war … an den ich mich jedoch selbst nicht erinnern konnte. Keinen blassen Schimmer wie ich früher ausgesehen habe, aber ich hatte hundertprozentig kein Fell gehabt, so viel war sicher. Man, wie ich „mich“ in diesem Moment verabscheute, am liebsten hätte ich …
    „Glotz nicht so!“, knurrte ich das Pokémon in der Pfütze wütend an, welches mir sogleich fletschend die Zähne zeigte. Sehr recht, dann können wir beide uns eben nicht ausstehen. Warum mussten wir dann aber eine und selbe Person sein? Schließlich war ich so sehr von dem Anblick des knurrenden Vulpixes genervt, dass ich wütend meine Hand in die Höhe riss und mit dieser auf das Spiegelbild schnellte, um endlich den Anblick dieses verhassten Wesens verschwinden zu lassen. Doch anstelle einer Menschenhand klatschte eine dunkelbraune Pfote auf das Vulpix und ließ es in tausende Wassertropfen zersplittern, welche mir ins fellige Gesicht spritzten. Langsam tropfte mir diese Spiegelbildersplitter durch das ohnehin bereits durchnässte Fell und klatschten zurück auf den Boden.
    „Kalt…“
    Verdrießlich starrte ich zu dem kleinen Stück Himmel empor, welchen ich von hier aus sehen konnte. Grau und von hängenden Regenwolken bedeckt … ja der Himmel wusste genau wie ich mich gerade fühlte. Und er zeigte es der ganzen Welt, möglicherweise um den anderen mein Leid mitzuteilen oder weil er sich über mich lächerlich machen wollte. Doch es würde sowieso keine Menschen verstehen, was ihnen dieser graue Himmel sagen wollte … und wahrscheinlich quatschte ich gerade sowieso nur Unsinn. Das einzige was diese Wolken bedeuteten war, dass es kühl war, weswegen es kein Wunder war, dass mir allmählich die Kälte in die Glieder kroch.


    Ein Knurren schreckte mich aus meinen Gedanken und mit einem Mal machte sich in meinem Magen das Gefühl von Leere breit, welches ich zuvor irgendwie geschafft hatte, zu ignorieren. Verdammt, es schien so, als würde mich vorher der Hunger ins Grab bringen, bevor ich an einer Unterkühlung starb. Wann hatte ich denn das letzte Mal etwas zwischen die Zähne bekommen … Ach ja, dafür müsste ich mal überhaupt erinnern können, was vor den gestrigen Ereignissen passiert war! Nach dem Radau, den dieser Mangen veranstaltete, zu urteilen, musste das schon eine verdammte Ewigkeit her gewesen sein. Stöhnend senkte ich wieder meinen Kopf zu Boden. Was interessierte mich schon der Magen eines Vulpixes … konnte mir jetzt so egal sein. Ich wollte nicht mehr aufstehen … Für mich machte es keinen Sinn, als Pokémon weiter zu leben, ich meine, dass war einfach unvorstellbar, wie konnte ich, ich eine Pokemonhasserin, in so einem Körper bleiben? Wie sollte ich so jemals in einen Spiegel blicken können, ohne dass mir gleich schlecht wurde … also was für Gründe konnte man mir jetzt noch geben, dass ich wieder aufstand? Vergesst es, ich bleibe hier liegen und warte darauf, dass mich irgendein Geist oder Unlichtpokémon holte … wie sehr ich mir wünschte, dass ich das tatsächlich ohne weiteres sagen könnte.
    In Wirklichkeit tobte in mir ein Kampf. Egal wie sehr ich mich darauf einstellte, hier endgültig mein Leben aufzugeben … je mehr sträubten sich alles in mir dagegen. Mein Magen, meine Glieder, meine Vernunft, einfach alles. Möglicherweise war das auch nur der Überlebensinstinkt dieses Vulpixkörper, der mich von meinem „Freitod“ abhalten wollte. Oder es war wegen … wegen meines Hasses auf unbekannte und unerklärliche Dinge.
    Bedrückt krümmte ich mich weiter zusammen. Immer schneller wurde mir bewusst, wie kalt es wirklich hier draußen war. Auch drückte mir der Hunger weiter in den Magen und in meinem Kopf wirbelten Gedanken und Gefühle so wild umher, dass es unmöglich war diese irgendwie zu ordnen. Mein Atem wurde mit jedem Zweifel, mit jedem negativen Gedanken schneller und schneller, nicht lange und ich würde zu hyperventilieren anfangen. Hätte mich irgendjemand in diesem Zustand erblickt, dieser Trottel hätte wohl keine Ahnung gehabt, was in mir vorging. Wahrscheinlich hätte man mich erst gar nicht beachtet. Man, wieso konnte ich jetzt nicht einfach sterben … Aber weswegen hatte ich dann am Vortag noch so sehr für mein Leben gekämpft? Dann hätte ich genauso gut einfach aufgeben und ertrinken können … war ich einfach zu verwirrt gewesen? Mir war wohl gestern noch nicht klar gewesen, wie aussichtslos die Lage wirklich ist, dass ich nicht träumte, dass alles Realität gewesen war. Verdammt nochmal, ich hatte mich in ein Pokémon verwandelt, dass sagte schon alles über meine Momentane Situation aus. Aber das schlimmste war: Ich hatte weder eine Ahnung weshalb, noch wusste ich, wie ich wieder zu einem Menschen werden könnte. Es gab nur zwei Wege: Entweder lebte ich mein ganzes restliches und jämmerliches Leben als Pokémon weiter oder ich beendete es bevor es überhaupt anfing .…


    Wieder knurrte mein Bauch, verzweifelt nach etwas zu Essen schreiend.


    Sein endlich still und lass mich in Ruhe … für was entschied ich mich jetzt? Aufstehen und Leben oder liegen bleiben und sterben? Ich konnte doch nicht einfach so ein Pokémon bleiben … Aber sollte ich hier wirklich aufgeben? Sterben … leben? Sterben … leben? Mensch … Pokémon … Leben …
    „Aufhören!“, schrie ich und sprang mit einem Satz von dem kalten Pflaster auf, „Ich drehe hier gleich durch!“
    Es reichte! Jede Sekunde würde mein verdammter Schädel platzen, viel zu viel schwirrte mir gerade durch die Birne. Wut, Hass, Verzweiflung, Unsicherheit … Alles auf einmal!
    Doch so weit kam es nicht. Mit einem Male verkrampfte sich dieser ganze Körper und mich überkam ein heftiger Hustenanfall. Ein stechender Schmerz fuhr durch meine Lunge, sie fühlte sich nun genau so an, wie mein Schädel … jeden Moment würden mein Kopf zusammen mit meinen Lungen zerfetzten, hust, hust...
    Von Schmerz geplagt krümmte ich mich weiter zusammen und hustete weiter. Nicht lange und mir würden meine Gedärme hochkommen. Aufhören! Hust, hust … Einfach alles in mir schmerzte höllisch, alle Muskeln im Vulpixkörper zogen sich zusammen, so dass ich mich unmöglich noch vernünftig bewegen konnte. Alles was ich jetzt noch konnte, war husten und husten. Wieso musste es so verdammt wehtun! Wie war es überhaupt möglich, sich über so kurze Zeit dermaßen zu erkälten?! Hust!


    Einige Minuten lang lag ich so zusammengekrümmt auf dem grauen Pflastergestein, bis endlich dieser furchtbare Husten ein Ende hatte. Ich zitterte am ganzen Leib, keuchte schwer und wagte noch immer nicht mich zu bewegen. Vereinzelnd gab ich noch ein schwaches Husten von mir, aber das schlimmste schien überstanden zu sein. Ächz, als ob es mir nicht schon verdammt übel ging … dieser Körper wollte mich anscheinend jeden Sekunde, die ich in ihm verbringen musste, mir das Leben zur Hölle zu machen … Blut?
    Schockiert starrte ich auf die dunkelroten Flecken, die plötzlich über die umliegenden Pflastersteine verteilt waren. Auf dem ersten Blick wirkten sie schlicht wie rötliche Farbspritzer, doch dieser metallische Geruch war unverwechselbar, das war Blut … oh toll, jetzt hatte ich auch noch den Geruchsinn eines Vulpixes, genau das hatte ich mich gewünscht ...
    Zerknirscht wischte ich mit meiner rechten Pfote … ich meine, mit meiner rechten Hand über einen der Blutflecke.
    Grummel, wenigstens hab ich nicht meine ganzen Gedärme ausgekotzt, aber dennoch, dass ich jetzt schon anfing Blut zu husten ... Es reichte ja nicht, dass ich mich in einem Vulpixkörper herumschlagen musste, nein, jetzt wurde ich auch noch mit so etwas konfrontiert … es reichte! Das ließ ich mir nicht länger bieten!
    Wut schnaufend richtete ich mich wieder, Hand für … ach sei’s drum, Pfote für Pfote. Mir waren vielleicht keine konkreten Erinnerungen aus meinem Menschenleben geblieben, aber wenn ich eines noch wusste, dann dass ich zu hundert Prozent eine Pessimistin war. Wahrscheinlich bereits seit dem ich mit Windeln heulend in einer Wiege gelegen bin! Aber eines wusste ich noch genauer: Egal wer mich verarschte, egal wer versuchte mich fertig zu machen oder auf mir herum zu hacken, sei es eine Horde Menkis oder mein eigener Körper, derjenige wird sich wünschen, nie geboren zu sein! Ich ließ mir von niemanden, ich betone, von niemanden etwas gefallen, auch wenn es sich hierbei um diesen verdammten Vulpixkörper handelt! War doch kein Zustand, ich war der Herr dieses Körpers und nicht umgekehrt! Und solange ich mich noch nicht in einen Menschen zurück verwandelt hatte, wird mir eben dieser dämliche Körper dienen müssen. Bevor jemand bis drei zählen kann, werde ich wieder die alte sein, darauf konnten sich mein Körper und jedes verdammte Pokémon auf dem Planeten verlassen. Selbst wenn dies das Letzte war, was ich noch in diesem idiotischem Leben schaffen werde!
    „Hört ihr mich“, brüllte ich und wollte einige Schritte nach vorn machen, „Egal wer dafür verantwortlich ist, ich werde es dir schon zeigen. Ich werde wieder …“
    Knall! Ein ungeschickter Tritt und schon lag ich, alle Viere von mir gestreckt zurück auf dem Boden. Was … was war nun schon wieder los, konnte ich etwa nicht mehr vernünftig gehen?
    Verständnislos starrte ich den nassen Untergrund an und spuckte zu meinen Pfoten. Konnte doch nicht so schwer sein, auf allen Vieren zu gehen, Gestern konnte ich sogar laufen … also bewegt euch ihr dämlicher Fußersatz.
    Ächzend machte ich mich wieder ans Aufstehen, um etwas später erneut bebend auf meinen neuen vier Pfoten zu stehen.
    „Noch ein Versuch“, murmelte ich und bemühte mich, einen normalen geraden Schritt zu machen, doch kaum versuchte ich es, geriet ich bereits ins Taumeln. Angestrengt versuchte ich mein Gleichgewicht wieder zu erlangen, doch letztendlich stolperte ich jedoch über meine eigenen Beine und knallte mit meinem ganzen Körper gegen eine leere Mülltonne, die anschließend scheppernd zu Boden fiel. Es dauerte wieder einige Zeit, bis ich mich selbst wieder soweit beisammen hatte, dass ich wieder halbwegs auf allen vieren Stand. Ratlos und leicht genervt blickte ich von einem Pfotenpaar zum anderen.
    Verfluchte Motorik, sollte der Mist nicht eigentlich automatisch funktionieren, wieso konnte ich jetzt keinen verflixten Meter nach vorne? Arg, f … ich musste mich beruhigen, einfach mal beruhigen und konzentrieren, sonst stehe ich noch bis morgen hier…
    Schnaufend schloss ich meine Augen und bemühte mich, langsamer und ruhiger einzuatmen. Ich fühlte meinen Herzschlag in der Brust, sehr schnell pochen, noch viel zu aufgeregt. Während ich so wartete, lauschte ich den leisen Geräuschen im Hintergrund, von dem Rauschen einiger entfernter Fahrzeuge bis zum dem Gezwitscher irgendwelcher Vogelpokémon, welches in mir ein grimmiges Gefühl auslöste. Erst allmählich wurde das Schlagen langsamer und langsamer und Minuten später war das Pochen kaum noch spürbar ... Mein Körper schien sich endlich beruhigt zu haben. Gut, nächster Versuch. Wenn es nicht mehr von selbst klappen wollte, dann musste ich eben auf manuell umschalten, irgendwie werde ich ja gehen können, wäre doch gelacht. Wofür hätte ich bitte so einen super Geruchssinn, wenn ich mich nicht vernünftig bewegen konnte? Wäre ja total sinn frei.
    Vorsichtig setzte ich die rechte Pfote nach vorne, dieses Mal sehr darauf bedacht, nicht zu hektisch mit der nächsten nachzuziehen. Obwohl ich mich bereits beruhigt hatte, bebten meine Pfoten, wenn ich sie in die Luft hob und Zentimeter für Zentimeter nach vorne steuerte. Als diese endlich weit genug von mir entfernt war, setzte ich sie wieder auf den kalten und nassen Boden auf und versuchte gleich, mit der nächsten Pfote nachzuziehen. Diese zitterte auch nicht gerade wenig und nun wollte auch noch mein Gleichgewichtssinn anfangen zu streiken, doch dennoch gelang es mir, ohne größere Fehltritte die Pfoten wieder auf festen Boden zu bringen und dabei nicht umzukippen. Schritt für Schritt kämpfte ich mich nach vorne, durch die kleine Nebengasse, mit jedem Meter den ich nach vorne schritt, wurde ich immer sicherer auf diesen vier Pfoten, auch wenn ich zugeben musste, dass diese Fortbewegungsweise nicht gerade zu den elegantesten gehörte, ganz im Gegenteil. Nicht das es mich interessierte, wie ein normales Vulpix durch die Gegend zu stolzieren, doch sehr schnell kam ich mit meiner momentanen Methode nicht weiter. Doch für meine Zwecke sollte es reichen… ich hatte ja nicht wirklich vor, länger als nötig als Vulpix herum rennen zu müssen. Nun, ich war nun mehr oder weniger im Stand zu gehen… aber was jetzt. Überhaupt, wo befand ich mich eigentlich gerade. Mir war klar, dass ich mich in irgendeiner Stadt befand, doch das war bereits alles… Wohin jetzt?


    [tab=Kommentare]
    Wow... ganz schön lange her das ich hier gepostet habe...
    Sorry, war Schulisch doch sehr beschäftige plus, war ich außerdem zu sehr in ein anderes Projekt vertieft (dort ist quasi meine ganze Freizeit hin verschwunden^^; )
    Hoffe aber, dass ich nächstes Jahr wieder öfters zum schreiben komme. Das kleine Projekt ist schon abgeschlossen, aber schulisch sieht es fast schlimmer als als im Dezember TT.TT
    Naja, hier ist das nächste Kapitel
    [/tabmenu]

  • Endlich geht es weiter. Darauf habe ich schon lange sehnlichst gewartet :)


    Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich innere Konflikte liebe? Gerade wenn es dann noch eine Mischung aus Depression, Traurigkeit, Mut und Verzweiflung handelt. Dieser Selbsthass ... Ich liebe es. Davon kann ich einfach nicht genug bekommen.


    Bei dem Titel dieses Kapitels (oder handelt es sich dabei um ein Teil-Kapitel/Unterkapitel) hatte ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt. Aber du hast im Prinzip überhaupt keinen Fehler gemacht, die Geschichte auf eine solche Weise weiterzuführen. Im Gegenteil. Viele Schreiber (insbesondere was den Mystery Dungeon-Teil betrifft) würden hier nahezu keine Rücksicht auf solch kleine und banalen Dinge legen, wie z. B. die Fortbewegung. Das alles hast du echt spitze beschrieben und äußerst detailreich; ich bin begeistert. Mir gefällt eigentlich alles an diesem Kapitel. Angefangen mit dem Erwachen - geniale Idee, mit den Alltagsbewegungen, dem jähen Erwachen in der Gosse und der triefnassen "Bettdecke" - über den Selbstkonflikt, bis hin zu dem eisernen Überlebenswillen und den Rachegelüsten am Ende. In diesem Kapitel hätte ich inhaltlich nichts besser machen können. Top.


    Aber auch hier: Noch einmal das Rechtschreibprogramm drüber laufen lassen. Da sind einige kleinere Fehler, die einfach nicht passieren dürften: Buchstaben vertauscht, Kommata, u. s. w..


    Aber seis drum. Bitte bleib dran :).

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    [tab=sinnloses Gelaber]
    Frohes neues Jahr wünsche ich erstmal! Es tut mir sehr Leid, dass ich das letzte Kapitel nicht kommentiert habe, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen (wegen Schule usw.) aber dafür werde ich mir jetzt besonders viel Mühe geben.
    Ich lasse das letzte Kapitel jetzt einfach mal weg und kommentiere nur das Neue...
    [tab=Fehler]
    Ja...
    Du hast wieder eine ganze Menge Tippfehler gemacht, die mit einer Rechtschreibprüfung - beispielsweise mit Word - hätten vermieden werden können. Dazu kommen noch ein paar Kommafehler und das eine oder andere Leerzeichen zuviel.



    So das war jetzt nur der erste Absatz, ich hoffe du verstehst, was ich damit sagen will... Diese ganzen Kleinigkeiten stören den Lesefluss enorm und das ist wirklich schade, da sich solche Fehler durch ein Durchlesen, ein Rechtschreibprogramm oder einen Betaleser vermeiden ließen.
    [tab=das was ich eigenlich sagen wollte]
    Ok... du hast den Titel jetzt doch geändert und das gleich zweimal 8| Außerdem hast du den Starpost verändert, neues Bild und so... ist auch alles soweit in Ordnung. Der neue TItel ist völlig Ok und auch das Bild passt... Ich finde das Bild um ehrlich zu sein sogar verdammt gut! Auch das Bild vom neuen Kapitel finde ich passend - einfach aber passend. Wo wir gerade bei den Bildern sind, es würde mich interressieren, ob du alle Bilder selbst gemacht hast. Ich meine mich zu erinnern, dass du auch zeichnest, weshalb ich jetzt einfach mal annehme, dass die Bilder von dir sind, ansonsten solltest du noch Quellen angeben.
    Also jetzt endlich zum Kapitel, ich gehe jetzt chronologisch die Paragrafen durch ansonsten wirds zu durcheinander:
    Das Kapitel schließ beinahe nahtlos und schlüssig an das vorherige an, soweit so gut; den Einstieg, mit dem Traum finde ich ganz gut, sich vorzustellen, dass alles nur ein Traum ist/war, passt zu dem Charakter. Was mir wiederum nicht so gut gefällt, sind so Warte wie "zitter" oder "ächtz", da sie einfach völlig Satzlos sind und so den Lesefluss stören. Wenn du sie ein einen Satz packen würdest, wäre es überhaupt nicht störend, aber so finde ich persönlich es nicht so toll. Und wo wir gerade bei Lesefluss sind: Diese Punkte, die du an fast jedes Satzende setzt, vielleicht solltest du versuchen, sie durch verschiedene Satzzeichen zu ersetzen. Außerdem schreibt man das erste Wort in einem Satz immer groß, auch wenn der davorliegende mit drei Punkten aufhört. Aber ich scweife ab. Also zum Inhalt: wie gsagt finde ich den Einstieg richtig gut gelungen, also den Traum, dann das Erwachen, das Festklammern an ihrer Vorstellung zu hause zu sein und dann die Erkenntnis, dass das ales doch kein Traum war sondern harte Reälität. Alles in allem gut beschrieben, Geühle kommen ganz gut rüber. Übrigens ist die Stelle, bei der der Charakter realisiert, dass er ein Vulpix ist und daraufhin mit der Pfote ins Wasser schlägt, meine Lieblingsstelle in diesem Kapitel. Hier kommen die Emotionen wunderbar rüber und es ist einfach gut beschieben. Aber auch hier habe ich was zu meckern und zwar an folgender Stelle:

    Zitat

    Das einzige was diese Wolken bedeuteten war, dass es kalt war, weswegen es kein Wunder war, dass mir allmählich die Kälte in die Glieder kroch.

    Eine Wortwiederholung die sich einfach ein bisschen komisch anhört.
    So weiter im Text. Die verlorene Erinnerung... ja, ich glaube es ist schwierig, eine Person darzustellen, die ihr Gedächtnis verloren hat. Du machst da an sich ganz gut aber ein paar Sachen sind da schon unlogisch: zum Beispiel weiß sie, dass sie mal ein Mensch war und dass sie Pokemon hasste, wie kann sie sich jedoch daran erinnern, wenn sie doch alles weitere vergessen hat? Das klingt an einigen Stellen doch recht konstruiert.
    Alles weitere, was drauf folgt, finde ich dagegen wieder sehr schön realistisch, auf eine gewisse Weise... Der Konflikt mit sich selbst, das Leben aufzugeben oder nicht, ist detailliert und nachvollziehbar beschrieben. Allerdings ist das Mädchen schon ganz schön krass drauf, wenn sie einfach langsam zugrunde gehen will. Aber so hast du den Charakter eben angelegt und sie ist eben recht "negativ" veranlagt. Also passt ihr Handeln ganz gut zu ihrem Chrakter.
    Dann kommt bei dem Mädchen (ich brauche unbedingt einen Namen für diese Person bzw Vulpix sonsz drehe ich noch duch :P ) der Überlebenswille zum Vorschein, sie ist bereit sich gegen wen auch immer zu wehren und dann fliegt sie auf die Fresse. Ich musste schon schmunzeln, als ich das gelesen habe. Die Gehversuche hast du dann wieder ganz gut beschrieben, ich finde, dass es gut ist, dass du dich um solche Nebensächlichkeiten, wie das Gehen, bemühst, viele wären da nicht zwingend drauf eingegangen. Aber ich finde, dass soche Dinge auch wichtig zu beschreiben sind, also 8-)
    So dann fass ich noch mal zusammen: Ganz gutes Kapitel, besser als das letzte aber nicht so gut, wie das erste oder der Prolog. Das liegt hauptsächlich an den vielen Rechtschrieb und Grammakkfehlern was das Negative anbelangt und an den zum Teil wirklich sehr guten, detaillierten und stilsicheren Darstellung von Gedankengängen und Situationen von der positiven Seite. Das einzige, was mir hier noch ein wenig gefehlt hätte, wäre eine genauere Beschreibung der Umgebung (Aussehen, Geräusche, Gerüche, ...) immerhin sind die Sinne eines Pokemons anders, als die eines Menschens. Aber alles im allem ein echt gutes Kapitel, besser als das meiste andere, was man hier so zu lesen bekommt.
    [/tabmenu]


    So das wars dann auch schon wieder von mir
    Lg Bluzi

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    [tab=Kapitel 4 Teil 2]
    Ehrlich gesagt, hatte ich ja nicht wirklich eine Ahnung, wo ich mit meiner Suche anfangen sollte… Die Welt war ja so verdammt groß und wenn man sich als ein Vulpix zu Recht finden musste, war so ein Vorhaben alles anderes als viel versprechend.


    Ein lautes Kurren lenkte mich schließlich von diesem Problem ab.
    Ach ja, mein Magen, denn hat ich ja in meiner ganzen Wut total vergessen. Dem schien dies nicht gerade zu passen, denn er meldete sich nur noch lauter zurück und erinnerte mich daran, dass er gähnend leer war. Tatsächlich… ich war so gut wie am verhungern. Nochmals ließ mein Magen seinem Ärger freien Lauf und knurrte und knurrte.
    Oh man, konnte dieser nicht einfach still sein und warten bis ich etwas Essbares gefunden habe? Ich hab schon verstanden, bin ja nicht blöd! Reflexhalber blickte ich um mich herum, ganz gleich ich mir zu hundert Prozent sicher war, dass in dieser olden Gosse nirgendwo eine Kiste, gefüllt mit Lebensmittel zu finden war. Außer einer leeren Mülltonne gab es hier ja nicht zu sehen, davon hatte ich mich bereits überzeugt. Das hieß ich musste wo anders Suchen, auch kein Problem, hatte sowieso das ganze Interesse an diesem verkommenen Ort verloren… als ob ich je eine gehabt hätte, hmpf.
    Mit plumpen Schritten bewegte ich mich durch die schmale Gasse, steht’s darauf konzentriert, nicht wieder mit allen Vieren am Boden zu landen. So wie ich das Interesse an diesem schäbigen Winkel der Stadt verloren hatte, so hatte ich auch keine Lust mehr, erneut auf diesem dreckigen Boden zu landen. Das Bauchfell dieses Vulpixkörper war dank dieses gepflasterten Weges mehr bräunlich als weiß… irgendwie werde ich mich wohl nie mich dazu bewegen können, dieses Fell als „meines“ anzusehen. So wärmend, wie immer gesagt wurde, war es auch gar nicht. „Pokemonfell, hält jeden warm“, so ein Schwachsinn. Da verließ ich mich doch lieber auf Baumwolljacken, welche ich jetzt ohne zu zögern gegen dieses triefende Fell eintauschen hätte. Nicht das mir die Pokemon Leid taten, denen man ihr Fell beraubte, ich verstand einfach nicht, wieso man so etwas haben wollte.
    Nachdenklich hielt ich inne. Wenn ich mich recht erinnerte, war doch hier irgendwo zu meiner linken eine Abzweigung gewesen. Jedenfalls wenn ich meinen Erinnerungen an die gestrige Nacht trauen durfte. Prüfend ging ich wieder einige Schritte nach vorne und versuchte in der Ferne einen Zwischenraum in den Wänden zu entdecken. Die rote Ziegelwand hatte sich inzwischen verabschiedet, nun dominierten alte gräuliche Hauswände, manche von ihnen wirkten leicht rußig, andere waren mit Graffiti besprüht, jedoch hielt sich diese in Grenzen. „Getto Shion“, stand in schwarz, blauer Farbe auf einer der Wände. An der Schrift schien schon der Zahl der Zeit genagt zu haben, da diese zum Großteil verblasst war. Würde mich nicht wundern, wenn dieses Gekritzel halb so alt war, wie dieses Haus. Genau so gut konnte es sein, das der vermeintliche Sprüher sogar sein kleines Hobby aufgegeben, immerhin sah die Schrift verdammt kläglich aus. Sogar ich könnte mit einer Sprühdose besser umgehen, als dieser blutige Anfänger. Weiteres bemerkte ich, dass sich auf dieser Seite der Häuser kaum Fenster befanden. Scheinbar wollte niemand jeden Tag aus seinem eigenen Fenster diese hässliche Gasse erblicken müssen. Verständlich.
    Damit wurden mir einige Dinge klar: Zum einem, hieß die Gegend hier vermutlich Shion, sei es nur dieser Bezirk oder die ganze Stadt. Weiteres wusste ich nun, dass es sich hier nicht um so eine riesige Millionen Stadt handeln konnte, wäre es dem so, wären diese mittelalterlich wirkenden Häuser längst mit Graffiti besprüht worden. Und Letztendlich erkannte ich, dass ich in die falsche Richtung marschiert war. Mag sein, dass meine Erinnerungen etwas verschwommen waren, doch ich war bestimmt nicht so weit in diese Nebengasse hinein gelaufen, dabei war ich mir so ziemlich sicher. Verdammt, zwei Richtungen und ich gehe die Falsche… ach wenn interssiert es schon, war doch ziemlich egal, wohin ich ging. Irgendwann würde ich hier bestimmt heraus kommen. Hatte nicht gerade Lust um zudrehen und mich den Weg zurück zu schleifen. Ich wollte JETZT hier raus und etwas essen!
    Missgelaunt und mit lärmenden Magen schritt ich weiter, vorbei an der anfängerhaften Graffitibesprühung, weiter die kleine Gasse entlang. Ich sah die alten Pflastersteine, wie sie langsam unter mir hindurch gleiten zu schienen, während ich mich mit leerem Magen Schritt für Schritt weiter kämpfte. Innig hoffte ich endlich eine Abzweigung zu finden, damit ich aus dieser verdammten Gosse verschwinden konnte, irgendwo hinaus in die Zivilisation, denn, wo Menschen waren, gab es auch Essen. Außerdem musste ich mir irgendeinen Trottel finden, der mir aus dieser elenden Lage helfen konnte. Ich sprach ja noch wie ein Mensch, wieso sollte man mich deswegen nicht mehr verstehen können? Ich sprach doch noch wie ein Mensch, oder?
    Schritt um Schritt und nichts als Wände, die mich hier eingesperrt halten wollten, um mich meinem Hunger zu überlassen. Noch hätte ich umkehren können, aber ich gehörte nicht gerade zu… schnupper… hier roch es… ja eindeutig, es roch nach Fleisch, saftigem Fleisch! Nach Essen! Begeistert wollte ich schon anfangen, dem Duft nach zu stürmen und mich ganz meiner Begierde auf Essbares hingeben, doch da ich noch immer Schwierigkeiten mit dieser Vierbeine-Gehmethode hatte, musste ich meinen Körper zügeln, sonst wäre ich bestimmt gleich wieder auf dieser widerlichen Pflastersteinstraße gelandet. Mein Magen brüllte nochmals laut auf. Ach halte endlich die Klappe, kannst du nicht einfach warten bis ich da bin!? Genervt, aber gleichzeitig hoffnungsvoll, folgte ich mit großen Schritten dem köstlichen Geruch durch das verwirrende Netz aus Gassen. Soweit konnte das Fleisch nicht mehr sein, der Geruch wurde nämlich von Schritt zu Schritt intensiver. Ausnahmsweise war ich diesem Geruchssinn dankbar, ich konnte dem Duft nachfolgen als hätte ich ein Navi mit der Position des Essens in der Hand. Der Geruch führte mich zu einer Abzweigung, wieder ein Stück durch eine etwas breitere Straße, eine weitere zu meiner Rechten und anschließend durch eine längere Gasse, welche um einiges geräumiger wirkte, als die Letzten. Die Häuser, die diese Gasse bildeten, besaßen um einige mehr Fenster und wurden anscheinen paar hundert Jahre später gebaut, als die ich bis jetzt gesehen hatte aber das sie sauberer war, konnte ich nicht behaupten doch das interessierte mich nun einen feuchten Dreck. Ich wollte nur noch etwas zu Essen. Nicht mehr lange… Unbewusst beschleunigte ich meine Schritte, ich wurde immer wackeliger auf den Beinen, doch das große Taumeln fiel aus. Hin und wieder konnte ich knapp verhinder, auf den Boden zu krachen, doch selbst wenn das passiert wäre, ich wäre einfach in Richtung Essen weiter gekrochen, so sehr hatte mein Magen nun Kontrolle über mich. Und ich? Ich wehrte mich nicht dagegen, wir hatten ja dasselbe Ziel. Noch einige Meter, die Quelle des Duftes war zum greifen nah. Bald…
    „Da!“, schrie ich aufgeregt und kam hinter einer alten Holzkiste zum stehen, „Esse...“


    Ein gellender Schrei hallte durch die Gasse und scheuchte glatt einen ganzen Schwarm Vogelpokemon von den Dächern der umliegenden Häuser. Eilig stiegen die aufgeschreckten Viecher höher und höher in den Himmel, um schließlich wieder hinter einer der Hausmauern zu verschwinden. So konnten die ahnungslosen Dinger nicht meinen fassungslosen Blick sehen, mit dem ich das Zeug anstarrte, zu das mir mein idiotischer Geruchssinn als „Essen“ vorsetzten wollte. Das konnte nur ein schlechter Witz sein, ich und so etwas essen? Niemals!
    „Ihr wollt mich wohl verarschen“, knurrte ich angeekelt und machte langsam einige Schritte zurück, weg von diesem abstoßendem Zeug. Ich hatte keinen blassen Schimmer wieso, aber wie’s aussah stammte dieser so wohlriechende Duft, nicht wie ich eigentlich erwartet hatte, aus so einem Fastfood-Laden oder Hotdogstand, sondern aus einer vor sich hin gammelnde Mülltonnen. Ja genau, einem umgekippten metallenen Behälter, dessen Inhalt sich Teilweise über die Straße verteilt hatten. Beschmutzte Servietten, faulende Früchte, altes Verpackungsmaterial und anderer widerlicher Abfall türmte sich vor mir in die Höhe. Der vorhin so wundervolle Geruch von saftigem Fleisch, der mich hat blindlings hier her geführt, wurde nun von hunderten anderen Düften unterdrückt, die mich beinah dazu brachten, meinen noch immer leeren Magen hinaus zu würgen. Ein entsetzlicher Gestank aus fauligen Eiern, die wohl jemand vergessen hatte zu Ostern einzusammeln, Windeln, deren Besitzer wahrscheinlich an Durchfall gelitten hat oder verbranntem Zeugs kroch mir langsam in die Nasenlöcher und löste nur noch mehr Übelkeit in mir aus. Nur noch ganz leicht konnte ich diesen „saftigen“ Fleischgeruch erschnuppern, doch bei deren Ursprung handelte es sich lediglich um ein winziges Stück Steak, welches zusammen mit anderen Lebensmitteln seinen Weg in den Abfall gefunden hatte. Nein, dieses Stück Müll würde ich bestimmt nicht essen, niemals! Da verhungerte ich doch lieber, bevor ich etwas aus dieser abstoßenden Tonne anfasste, bähh! Ich nehme sofort sämtliches Lob über diesen scheiß Geruchsinn zurück, mich zu einer Mülltonne zu führen, mich mit hunderten grässlichen Gerüchen zu überhäufen und dann noch zu erwarten, dass ich DAS esse... Anscheinend hatte dieser Körper noch immer größtes Vergnügen daran, mich zu quälen und zum Narren zu halten, ganz gleich ich klar gemacht hatte, dass ich hier die Chefin bin! Eindeutig, ich musste so schnell wie möglich wieder ein Mensch werden oder ich werde wahnsinnig.
    Mit hastigen Schritten entfernte ich mich von dieser verdammten Müllhalde. Doch dieser Gestank wollte nicht mehr aus meiner Nase verschwinden, so dass ich eine halbe Ewigkeit das Gefühl hatte, jede Sekunde einen Brechreiz zu erleiden. Echt ich hatte keinen blassen Schimmer wie so ein Vulpix mit einem dermaßen ausgeprägten Geruchssinn leben konnte. Ich war förmlich fähig gewesen, jedes einzelne Stück Abfall aus dieser Tonne zu erschnüffeln und zu erkennen. Dieser verbesserte Sinn war mehr eine Plage, als er von nutzen war, zum Beispiel ich muss ganze Zeit die leicht nach Abgase müffelnde Luft ertragen, obwohl weit und breit kein Auto in der Nähe war. Sogar den Rauch einer Zigarette konnte aufschnappen…
    Abrupt lieb ich stehen und warf langsam einen misstrauischen Blick über meine Schulter. Tatsächlich, da rauchte jemand. Keine Sekunde später wusste ich auch schon, wo. Gleich im Haus zu meiner Rechten, wahrscheinlich im ersten Stockwerk, lehnte sich ein braunhaariger Mann aus dem leicht staubigen Fenster und rauchte genüsslich seine weiß gelbe Zigarette. Unter seinem etwas länglichen hellbraunen Haar konnte ich eine weitere Stange erkennen, die er wie einen Bleistift hinter seinem Ohr eingeklemmt hatte. Seine linke Hand, mit welcher er seine Zigarette lässig zu seinem Mund führte, wirkte ziemlich knochig, was recht zu seinem schmalen Gesicht passte. Mehr konnte ich von hier natürlich nicht erkennen, da sein ganzer Körper ja nicht sichtbar war. Während er langsam einen weiteren Zug aus der Stange nahm, schien er mich mit seinen schmalen Augen zu fixieren. Es waren leuchtend blaue Augen, so blau wie ein wolkenloser Sommerhimmel, doch sie wirkten passiv, als würden sie mich nur unfreiwillig anschauen. Entweder war der Typ gelangweilt oder er dachte über irgendetwas nach, nahm ich jedenfalls an. Jedenfalls wollte mir sein Blick überhaupt nicht gefallen. Er hatte etwas ansicht, dass mich zum kotzen brachte… nur hatte ich keine Ahnung was genau.
    „He du dort, was gibt’s da zu glotzen“, knurrte ich und schreckte zusammen. Die Stimme, die aus meinem Mund kam, klang einfach zu erschreckend fremd. Sie hörte sich schüchtern und jämmerlich an und wollte irgendwie gar nicht zu mir passen. Ach, ich soll mich erst gar nich lang Zeitverwenden. Ich wollte schon dem Mann meinen Rücken zu kehren und mich weiter über meine entsetzliche Stimme aufregen, als mir einfiel, dass ich ja gerade sowieso einen Menschen suchte. Über meine Stimme konnte ich später noch genug meckern, erst einmal brauchte ich was zu essen und jemanden, der mich aus dieser Lage befreien konnte.
    Der braunhaarige Mann schien nicht auf mich reagiert zu haben, er schaute mich zwar weiterhin mit seinen blauen Augen an, doch schien er nicht unbedingt verstanden zu haben, dass ich gerade mit ihm redete.
    „Du dort am Fenster! Hallo, verstehst du mich?!“, rief ich lauter zu ihm hinauf. Der Typ strich sich mit der rechten Hand über sein etwas verstrubeltes Haar. Wieder antwortete er mir nicht. Stattdessen schleuderte er mit einer leichten Handbewegung seine halb abgebrannte Stange aus dem Fenster und wandte sich nun von mir und der dreckigen Gasse ab, ohne mich weiter zu beachten. Frechheit, ignoriert mich einfach und wirft mit Zigaretten auf mich, so ein VollIdiot.
    „Danke, mir ist nicht auf Rauchen zumute“, spottete ich wütend, worauf die die Fensterläden knarrend zu gemacht wurden. Gereizt starrte ich auf die Zigarette, aus der noch immer ein gräulicher Geruch in die Luft stieg. Hieß das etwa… dass mich Menschen tatsächlich nicht verstehen konnten? Nein, der Typ hatte wahrscheinlich Ohrenstöpsel im Ohr gehabt, war Taub oder hat einfach meine Stimme nicht gehört, was kein Wunder gewesen wäre, bei dieser mickrigen Lautstärke die diese Stimmbänder drauf hatten. Doch in mir hörte ich meine innere Pessimistin, die mir sagte: „Niemand der Menschen wird dich verstehen“
    Ohne die Zigarette oder das Fenster noch weiter zu beachten, machte ich mich weiter auf den Weg. Mein verdammter Magen war noch immer leer und abgesehen von diesem schmaläugigen Typen, den ich irgendwie nicht leiden konnte, hatte ich noch immer keine Menschen getroffen, der mir hilfreich hätte sein können. Außerdem klebte mir noch immer der Geruch des Mülleimers in der Nase, was nicht wirklich meine Laune verbessert. Ja verdammt, mich nervte schon wieder alles und jedes Besonders diese schmutzigen Gassen mit ihren ätzenden Mülltonnen gingen mich schon so sehr an, ich wollte endlich hier raus und etwas essen!
    „Verflucht, gibt es hier keinen Idioten, der mir endlich den…“, schimpfte ich bis ich plötzlich… da war. Vollkommen überrascht starrte ich auf den Anblick, der sich mir nun bot. Menschen!
    [tab=Kommentar]


    Endlich bin ich aus dem Crea- und Korrekturtief raus. Solche Zeiten sind immer so deprimierend :/
    So hab mich endlich dazu bewunden meinen neuen Part zu korrigieren, was nun schon Wochen aufgeschoben habe.


    @Eagle:Inner Konflikte sind immer gut... So lange sie nur in Geschichten vorkommen XD
    Danke für dein Lob. Ja solche kleinen Details werden ziemlich leicht vergessen, aber ich finde genau so etwas gibt Mystery Dungeon (oder ähnlichen) Geschichten das gewisse etwas dazu. Aber was meine Rechtschreibung angeht, eigentlich lasse ich immer eine Rechtschreibüberprüfung über den Text laufen, aber irgendwie sind meine Fehler zu versteckt für das Programm XD


    Bluzuk : Kein Problem, Schule nimmt einem immer viel Zeit in Anspruch^^
    Schön das dir das kleine Bildchen gefällt. Du erinnerst dich richtig, ich zeichne gerne, alle Bilder die ich hier poste sind von mir.
    Gut, habe auch die kleine Wortwiederholung gelöscht und beim neuen Part darauf geachtet nicht all zuviel von diesen "zitter, ächtz" Wörtern zu verwenden. Kann aber noch sein, dass hin und wieder ein kleines "seuftz" hineingerutscht ist, ich verwende diese einfach zu gerne.
    Zu meinen Fehlern: Au, ich glaub meine Rechtschreibung ist sogar für Word zu katastrophal, immer hin verwende ich schon seit Ewigkeiten dieses Programm. Mit den "..." bin ich mir nicht ganz sicher, da mir jemand mal erzähl hat, dass nach diesen klein geschrieben wird. Ich sollte das lieber mal nachschlagen.


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  • Im Grunde sehr wenig Inhalt, was mich trotzdem nicht nur einmal zum Grinsen gebracht hat. Ich finde, das du dieses Konzept echt toll rüberbringst. Viele Ideen, die ich gerne in meine erste MD-Geschichte eingebaut hätte, aber einfach nicht gegangen wäre. Die geweckten Instinkte - da frag ich mich, wie man sich wohl fühlen muss, plötzlich mit solch feinen und geschärften Sinnen aufgestattet zu sein. Irgendwie hatte ich mir das sogar schon beinahe gedacht, dass es die gute plötzlich zu einer Mülltonne führte und irgendwie wurde da mein Grinsen (du weißt warum) immer breiter. Allerdings hält die Großstadt wohl eine andere Form der ... kulinarischen Leckereien in diesen blechernen Vorratskammern bereit.^^


    Zitat

    Ich sprach ja noch wie ein Mensch, wieso sollte man mich deswegen nicht mehr verstehen können? Ich sprach doch noch wie ein Mensch, oder?


    Ja, bei diesem Satz wurde mein Grinsen auch noch einmal ordentlich weit. Auch wenn ich mir die Antwort bereits denken kann, bin ich auf die Auflösung dieser Frage sehr gespannt; nicht zu vergessen, wie du es umsetzen wirst.


    Alles in allem ein - für meinen Geschmack - recht humoristisches Kapitel, trotz der ziemlich düsteren, slumsähnlichen Umgebungsbeschreibung. Viele weitere dieser Art werden wohl nicht kommen, dennoch sehne ich mich bereits jetzt nach der Fortsetzung. Bleib unbedingt dran!

  • [tabmenu]
    [tab=Kapitel 4 Teil 3]Kaum einen Meter weiter zu meiner Rechten entdeckte ich endlich das Tor zur Außenwelt, ein schmaler Spalt zwischen zwei leicht schäbigen Hauswänden. Schier unaufhaltsam wie ein Uhrwerk schritten an diesem kleinen Mauerzwischenraum hunderte von Füße, bekleidet mit roten, braunen, kleinen, breiten oder engen Schuh, vorbei. Das dumpfe klackende Geräusch der auftretenden Schuhe vermischt sich mit dem Rauschen vorbeifahrender Fahrzeuge und Stimmen der Menschen und dröhnte mir wörtlich in den Ohren. Wäre ich nicht so glücklich darüber gewesen, endlich etwas Zivilisation in dem unendlichen Labyrinth aus Gossen und Dreckslöchern gefunden zu haben, ich hätte den ganzen Krach in meinen Ohren nicht freiwillig ausgehalten. Krach war keine Untertreibung, gerade nicht, dass meine Ohren anfingen zu Bluten! Der Versuch, eine Pfote in mein Ohr zu stopfen, scheiterte. Wie ich mit nur drei Beinen mein Gleichgewicht halten sollte war mir noch immer vollkommen unklar. Was mich wirklich nervte waren eher diese überempfindlichen Sinne. Im Ernst, die waren echt zum wegwerfen! Wer brauchte schon so ausgeprägte Sinne, ich wollte nur meine alten sechs... ähm fünf Sinne zurück, war das zu viel verlangt? Außerdem, wie um alles in der Welt war es möglich, dass ich diese ganzen Menschenmassen, die hinter diesen Hausmauern ganze Zeit ihren Geschäften nachgingen, überhört hatte? So sehr in Gedanken versunken war ich wieder auch nicht gewesen… Scheiß drauf, soll mir doch im Moment egal sein, jetzt zählte sowieso nur noch eines. An den Lärm würde ich mich früher und später noch gewöhnen. Komm schon, ich war endlich aus diesen vergessenen Gassen und Pokemon verseuchten Wäldern entkommen, jetzt musste das Glück endlich mal auf meiner Seite sein.
    Mein Blick, der noch immer an den vielen vorbeigehenden Menschen hing, wanderte nun über die Köpfe der Masse, wo ich auf dem dahinterliegenden Gebäude, ein violettes Schild mit der Aufschrift „Shoes and More“ erkennen konnte. Ja, hier gehörte wirklich ein Mensch wie ich her, in die Zivilisation! Keinen Schimmer wo ich früher gelebt hatte, aber allein dieses starke Gefühl in mir verriet mir: Hier fühlte ich mich zuhause! Der Anblick dieser vielen Menschen überraschte mich zwar leicht, was aber nur an deren ungewohnten Größe lag, doch gleichzeitig gaben sie mir das Gefühl, als ob ich früher jeden Tag selbst ein Teil dieses Menschenmeer gewesen war. War es denn möglich, dass ich etwa wirklich hier gewohnt habe? Dann könnte ich mir einigen Stress sparen… ach, ich sollte nicht so viel denken und stattdessen mal etwas zu essen zu besorgen. Was zählte war doch, dass ich jetzt dort war, wo jeder normaler Mensch hingehörte: Modegeschäfte, Restaurants, Casinos, Kinos, und die ganzen Orten die ein Menschenherz erfreuen! Wer würde sich nicht bei diesem Anblick freuen und sein Geld dort verprassen um etwas Spaß zu haben…


    Jetzt blieb nur noch eine Frage: Wieso freute sich mein verdammter Körper nicht?! Je mehr ich in Euphorie geriet, je mehr ich mich danach sehnte einfach hinaus zu stürmen, hinaus auf die vollen Straßen, desto mehr begannen sich die braunen Fellhaare zu sträuben und meine Beine zu zittern, gerade nicht, dass ich zusammenbrach. Zudem fühlte ich mich, als ob eine unsichtbare Kraft meinen Schädel packen und versuchen wollte, mich hinter die nächste Mülltonnen zu zerren.
    Ich rutschte unwillkürlich einige Zentimeter zurück. Was war das für ein verdammter Drang?! Wollte sich mein Körper wieder selbstständig machen? Nochmals machte ich einen Schritt zurück, alleine meine Sehnsucht nach der Zivilisation verhinderte, dass ich mich ohne zu zögern umdrehte und zurück in die verkommene Gasse rannte und mich wie ein Insekt unter einem Stein verkroch. Nein! Ich wollte nicht mehr zurück! Nicht jetzt, wo ich dort angekommen war, wo ich hinwollte. Ich war am verhungern und hatte verzweifelt und genervt nach irgendwelchen Menschen gesucht. Jetzt würde mich nichts mehr dorthin zurück zwingen, weder Vulpixsinne, Instinkte oder was es auch noch für einen unnötigen Blödsinn gab. Dieser ganze Mist konnte mich gern sonst irgendwo lecken, ich wollte und brachte sie nicht. Ich war ein Mensch und gehörte deswegen in diese von MENSCHEN geschaffene Welt voller Wohlstand und Spaß.
    "Du jämmerlicher Körper, beweg dich endlich hier raus oder verhunger zusammen mit mir…“, knurrte ich mich selbst an und warf nochmals den vorbei gehenden Menschen einen Blick zu. Wenn mir bald keiner aus dieser dämlichen Lage half, würde es nicht lange dauern, bis ich vollkommen verrückt wurde und mich wie ein wildes Vulpix benahm. Beide Gedanken gefielen mir nicht, weder ein normales Vulpix zu werden, noch mir von Jemand helfen zu lassen. Ich war wirklich nicht scharf darauf, von jemanden Hilfe anzunehmen-ich hasste es, mein Leben in die Hände eines anderen zu legen- doch lieber verließ ich mich auf jemand anderen, als für immer ein kleines dummes Pokemon zu bleiben. Zitternd schleifte ich meine Pfoten wieder Zentimeter für Zentimeter in die richtige Richtung, über den bepflasterten Boden und kämpfte gegen das immense Gefühl, dass wie eine kräftige Windböe zurück drängen wollte. Diese Aktion musste von außen dermaßen lächerlich wirken, doch dagegen konnte ich nichts machen und im Grunde war es mir ziemlich egal. Außerdem, wenn sich irgendjemand darüber lustig gemacht hätte, dem hätte ich sowieso eine dermaßen verpasst, dass er im Krankenhaus aufwachte wäre.


    Schließlich hatte ich mich bis zu der Maueröffnung durchgekämpft. Ich zitterte noch immer am ganzen Leib, doch der immense Druck, der mich immer noch in das Nirgendwo ziehen wollte, hatte leicht nachgelassen. Nicht das sich mein Körper wieder beruhigt hätte… Meine Glieder schlotterten weiter, als würde der Boden zu meinen Füßen von einem Erdbeben erschüttert werden. So musste sich wohl ein Wackelpudding fühlen… Stöhnen erhob ich meinen Kopf und ließ meinen Blick wieder auf die schier unaufhaltsame Menschenmasse streifen. Das Schild des Schuhgeschäftes war von meiner Position nicht mehr zu sehen, zu viele Köpfe versperrte mir die Sicht auf die dahinter liegenden Gebäude. Hin und wieder konnte ich zwischen den Beinen silberne Felgen vorbei huschen sehen, doch das war schon alles. Ein seltsames Gefühl dermaßen winzig zu sein, um nicht schon zu sagen erschreckend. In diesem Körper fühlte ich mich schon beinah unbedeutend und bedroht von diesen monströsen Wesen, zu denen ich einst gehört hatte und zu denen ich bald wieder dazugehörte würde. Niemand schien jedoch mitbekommen zu haben, dass zu ihren Füßen ein Mädchen in Vulpix Gestalt saß. Alle hatten ihre Augen scheinbar woanders.
    „Hey!“, rief ich, während ich mit bebenden Schritten aus der schmalen Wandöffnung trat. Bloß nicht das Gleichgewicht verlieren, sonst würde ich glatt mit dem Gesicht auf dem ausgetretenen Straßenpflaster laden, worauf ich null Lust hatte. Denn Spaß, aufs Neue mich mit vier Pfoten wieder aufzurichten zu dürfen, wollte ich mir echt nicht geben. Aber Wurzeln schlagen wollte ich hier auch nicht, irgendwie musste ich auf mich aufmerksam machen… würg, was war das wieder für scheußlicher Gestank! Angeekelt schwang ich meinen Kopf zur Seite, doch zu spät. In meiner Nase hatte sich bereits ein neuer grässlicher Gestank festgesetzt, der eindeutig von einem in schwarzen Anzug getopften Fettsack ausging. Kaum war der Gestank der Mülltonnen fast verdrängt, kommt eine wandelnde Stinkbombe vorbei! Etwa nie von Duschen gehört?! Dieses menschliche Stunktank war ja eine Gefahr für seine Mitmenschen, wie ekelhaft kann man bitte stinken. Wieso konnte ich wenigstens nicht die Nase zuhalten?
    Schnell musste ich jedoch erkennen, dass dieser Trottel nicht der einzige war, der sich heute Morgen nicht geduscht hatte. Von überall her strömten mir die verschiedensten Düfte entgegen, säuerliche Schweißgeruch und Abgase war nur ein Teil davon. Jeder Passant hier schien einen eigenen Duft zu haben und das war eindeutig zu viel für mich.
    „Muss das unbedingt sein…“, begann ich gereizt und versuchte irgendwie nicht durch die Nase einzuatmen… als etwas aus heiterem Himmel gegen meinen Hinterkopf knallte. Überrascht versuchte ich noch irgendwie mein Gleichgewicht zu behalten, doch wie sollte mir das gelingen schaffen, wenn ich nicht einmal auf drei Beinen halten konnte? Ächzend knallte ich unsanft, alle Viere von einander gestreckt wieder auf den Boden, wie ich es ja verschrien hatte. Na klasse, wer wollte mich den jetzt schon wieder ärgern?! Wütend schielte ich nach oben und bekam noch mit, wie eine schwarze Aktentasche über meinen Kopf hinweg sauste, ganz ungeachtet davon, dass dieses Ding mich gerade umgeworfen hatte.
    „Ja, verkaufen aber nicht unter 2100 Pollar, sonst kommen wir nicht ins Geschäft. Nein.. Ja, das ist auch möglich… Und richten sie außerdem Herrn Schlömpel aus, dass er unbedingt am Montag zum Meeting erscheinen muss, ansonsten…“ War das zufassen, da schmiss mich dieser Typ einfach mit seinem übergroßen Koffer in den Dreck und bemerkte das nicht einmal! Wie konzentriert telefoniert der den bitte? Hatte er überhaut eine Ahnung, wie lange es dauerte, bis ich mich in diesem scheiß Körper wieder aufrichten konnte?! Natürlich, ihm konnte es ja egal sein, er hatte ja keine zwei Paar Beine, die er gleichzeitig steuern musste! Wie sollte ich jetzt wieder … Aua! Wieder vollkommen unvorbereitet rammte sich etwas Spitzes in meinen Rücken. Ich schrie auf, wurde einige Meter über den Boden geschliffen und kam endlich mit schmerzenden Rücken zum Stillstand. Leicht benommen, starrte ich zur Seite, wo gerade zwei schwarze Stöckelschuhe an mir vorbei taumelten. „Pass doch auf…“, murmelte ich und schüttelte meinen Kopf um etwas aus meiner Benommenheit zu kommen. Oh man, dass in dieser Stadt überhaupt keiner Rücksicht nahm … Ach du Scheiße! Erschrocken riss ich die Augen auf und kroch panisch zurück. Eine riesige, schwarze Schuhsolle schwebte direkt über meinen Gesicht, dabei jeden Sekunde auf mich herab zu steigen und mich zu zertreten. Mit einem schrillen Kreischen rollte ich mich nach links, um nicht von dem gigantischen Schuh zerquetscht zu werden. Erst jetzt wurde mir mit einem Mal die Lage bewusst, in welche ich da wieder hineingeschlittert war. Ich lag mitten auf dem breiten Gehsteig, umzingelt von Schuhen, die alle scheinbar darauf scharf war, mich zu zertrampeln. Überall her dröhnte das nun bedrohliche „Klacken“ der auftretenden Schuhe. Keiner schien mich wirklich wahrgenommen zu nehmen.
    Panisch machte ich einen kläglichen Versuch wieder auf meine vier Fü… Pfoten zu springen und mich aus diesem dichten Getümmel zu retten, doch in der ganzen Eile schaffte ich es nicht, diese komplizierte Vulpixmotorik in den Griff zu bekommen. Meine Beine strampelten schlicht wild auf und ab und wenn ich es dann doch schaffte, kurz vom Boden aufzukommen, stürzte ich sogleich wieder in den Dreck. Wieso musste mir unbedingt immer so ein Scheiß passieren… AHHH! Wieder stolperte so ein besoffener Passant mit Tunnelblick über mich drüber und stieß meinen Körper nur noch weiter in die Menschenmenge hinein. Meine Augen huschten dabei rasch in alle Richtungen, ich suchte nach einem Weg aus diesem Schlamassel, doch überall sah ich nur Schuhe, Schuhe und nochmals Schuhe. Unaufhaltsam kamen sie von allen Seiten auf mich zu, ausweichen schien ein Ding der Unmöglichkeit. „SEIT IHR BLIND!“, brüllte ich aus vollen Halse, doch so sehr ich es versuchte, meine neue Stimme wollte einfach nicht lauter werden. Sie ging einfach im Lärm der Motor und der Stimmen der Menschen unter. Keiner hörte sie. Wut kam langsam in mir hoch, Wut auf die dämlichen Passanten, die mich hin und her traten. Verdammt, meine erste Begegnung mit den Menschen war versaut, erst gerade war ich beim Anblick der vielen Menschen so begeistert gewesen und nun verfluchte ich sie schon wieder. Wie konnten sie mich dermaßen verraten, wollten auch sie mich noch umbringen?! So wie die Pokemon und die Natur?! Nur weil ich in diesem mickrigen Körper steckte und sie mit ihren kleinen Hirnen nicht kapierten, dass ich direkt unter ihnen lag? Es wurde lauter um mich, es wurde geschrien, gekreischt und geschimpften, während ich verzweifelt, wie ein Webarak dem man die Hälfte seiner Beine ausgerissen hatte, über den Boden kroch und dabei weiter rücksichtslos geschubst und gestoßen wurde. Jeder Muskel in mir schlotterte aufs heftigste, mein Herz pochte auf Hochtouren, was mir in meiner Situation echt nicht half. Konnte mein Körper wenigstens damit aufhören zu nerven, wenn er schon keine große Hilfe war. Eins war mir schnell klar geworden: Wenn nicht bald die Menschenmasse kapierte, dass sie gerade einen Mensch in Vulpixhülle zertrampelten, würde ich aussehen wie ein überfahrenes Sandan. Keiner nahm Rücksicht, keiner hörte mein fluchen und schreien. Wütend und Verzweifelt schleifte ich mich weiter. Heil hier rauszukommen… unmöglich. Mein ganzer Körper war ein ganzer blauer Fleck. Ein weiterer Schuh trat mir in die Magengrube, wodurch ich wieder über den Boden rollte. In meinen Augen wirbelten die die verschiedensten Farben umher, ich konnte wieder einmal meine Umgebung kaum ausmachen. Ein Jaulen drang aus meiner Kehle, als mir über eine spitze Kante drüber rollte und diese mir ins Fleisch schnitt. Nun blieb es nicht nur bei Tritten, nein jetzt wurde ich noch dazu aufgeschlitzt! War das etwa Fair!? Hatte der Boden auch etwas gegen mich, hatte überhaupt jemand nicht etwas gegen mich?! Und woher kam verdammt nochmal dieses ohrenbetäubende Dröhnen und Quietschen, ich war doch sowieso schon durch den ganzen Krach halb Taub! Da in meinem Kopf sich noch immer alles drehte konnte ich nicht wirklich ausmachen, was außen vorging. Das einzige was ich erfassen konnte, war ein greller Schein zweier Lampen, die schnell auf mich zukam… Moment, das war doch nicht…
    Alarmiert riss ich meine Augen auf. Nun hatte ich eine neue Definition für „nicht Fair“ gefunden: Fast zu ertrinken und zu verhungern und dann von einem Fahrzeug überfahren zu werden. Mit angsterfülltem Blick starrte ich den Lichtern entgegen, doch ich bewegte mich einfach nicht. Keine Reaktion. Ich konnte oder wollte meine Augen nicht schließen und starrte einfach das rote Ungetüm an, welches schier unaufhaltsam auf mich zu kam. Die Lage schien irgendwie nicht in meinen Kopf, ich sah die Gefahr, doch ich machte keine Anstalten mich fort zu bewegen. Das Quietschen wurde immer lauter, jeden Moment würde der Zusammenprall geschehen. Noch immer schien ich keinen Muskel rühren zu können, keine meiner Augenlieder zu schließen. Das quietschende Geräusch der schwarzen Reifen war scheinbar keinen Meter mehr von mir entfernt. Jede Sekunde würde es soweit sein…
    Der Autolärm wurde leiser. Alles bewegte sich nach rechts, die Straße, das Auto und sogar die Menschen. Ich sah wie sie an mir vorbei gleiten, wie sie schnell hinter mir verschwanden. Meine Beine! Langsam kam mein Bewusstsein wieder in meinen Kopf zurück und dieses Gefühl der Passivität wich von mir ab. Hab… hab ich mich gerade fast überfahren lassen?! Was zum Hundemon war mit mir los?! Und vor allem, wieso hatte ich nicht die Kontrolle über meine Beine? Keine Ahnung was gerade mit mir, mit meinem Körper vor sich ging. Mein Körper schlängelte sich mit Leichtigkeit durch die Menschenmenge, als wäre dies das einfachste auf der Welt. Ich bewegte mich irgendwie instinktiv, alle meine Bewegungen schienen wieder von einer unsichtbaren Kraft kontrolliert zu werden. Ein Instinkt. Und dieser schien ausnahmsweise dasselbe zu wollen wie ich: Raus hier!
    Schnell rollte sich der Vulpixkörper mich nach rechts, wich einem blauen Turnschuh aus und rutschte an einem Koffer vorbei. Ausweichen, rollen und springen, weiter in Richtung Sicherheit. Und ich, ich musste nichts tun. Nie wäre ich von selbst so schnell wieder vom Boden aufgekommen, nie hätte ich mich so schnell auf vier Pfoten bewegen können. Noch immer war ich viel zu verwirrt um klar über diese Sache nachdenken zu können, doch das wollte ich gerade sowieso nicht. Momentan hoffte ich nur, heil wieder in Sicherheit zu sein. Nur noch wenige Schritte war ich vom Ziel entfernt. Zwischen den vielen Beinen der Masse schimmerte bereits eine gräuliche Hausfassade hin durch, meine Rettung! Es war nicht mehr weit! Meine Beinmuskulatur spannte sich und drückte gegen das Pflastergestein unter mir. Ich hob vom Boden ab, segelte nach vorne und …



    „Jack!“
    „Ich kann nichts dafür, dass Vieh ist mir vor den Koffer gesprungen…“
    Benommen blinzelte ich mit den Augen. Was… Was war jetzt schon wieder gegen meinen Kopf geknallt…
    „Ist es Tot?“
    „Was macht ein totes Vulpix hier?“
    „Widerlich, ein Pokemonkadaver “
    „Armes Ding“
    …Was redeten die da für einen Mist? Welches Vulpix war hier denn bitte tot?
    „Hier gibt es kein totes Vulpix“, murmelte ich und versuchte dabei wütend zu klingen, doch ich war noch immer zu benebelt um mich richtig zu fassen. Der Adrenalinschub von vorhin war vergangen, ich fühlte mich nur noch schlaff und kraftlos.
    „Es lebt noch!“
    „Komm Schatz, gehen wir weiter“
    „Vielleicht hat es Schmerzen“
    „Rufd do an Pokemonfanger on…“
    „Ein Pokemontrainer würde genügen…“
    „Gehen sie zu Seite, ich habe es Eilig! Ich hab keine Zeit für so ein Pokemon“
    „He, ich bin kein Pokemon. Eigentlich bin ich ein Mensch….“, erwiderte ich scharfund öffnete langsam meine Augen. Jetzt war meine Chance endlich diesen Menschen zu erklären, was hier los war. Dann könnten sie sich in Grund und Boden darüber schämen, dass sie beinah ein Mädchen zertreten hätten. Doch irgendwie fiel mir die Menschenmasse, die sich um meinen elenden Leib versammelt einfach ins Wort.
    „Es gibt noch Laute von sich“
    „Mama schau ein Vulpix!“
    „Hört mir eigentlich jemand zu!?“, rief ich und blickte verwirrt in die Runde.
    „Greif es nicht an, es könnte Tollwut haben“, sagte eine junge Frau, die versuchte ein Kind von mir weg zu ziehen. Ich knurrte es an.
    „Ich habe keine Tollwut“, verteidigte ich mich lautstark.
    „Fast es nicht an“, rief die Mutter schroff.
    „Ich habe noch nie ein Vulpix in Shionburg gesehen.“, kam es von weiter hinten.
    „Woher es wohl kommt“, fragte ein anderer Mann.


    „Was ist los?! Hört mich den keiner!?“ Ich versuchte mich aufzurichten.
    „Vorsicht, es steht wieder auf“
    „Hey Mann, hast du etwa Schiss vor einem kleinen Vulpix?“
    „HEY! HÖRT MIR ZU!“ Meine Schreie nahmen langsam einen hysterischen Ton an.
    „Gehen wir“
    „Dieses Vulpix macht echt Probleme“
    „Dämliches Vulpix“
    „Man, was für ein Gequietsche“
    „WIESO HÖRT MICH KEINER!“ Ich keuchte.
    „Klein…“
    „Nur ein Vulpix …“
    „Unbedeutend …“
    „HÖRT AUF! HÖRT AUF!“, schrie ich schrill, während sich meine Augen langsam vor Wut mit Tränen füllten, dich ich jedoch unbedingt unterdrücken wollte. Das war dich hier alles ein schlechter Scherz, oder?! Wollten mich hier alle verarschen?!
    „Achtung…“
    „… Aggressives Vieh“
    „Pokemon…“
    „ARG, LASST MICH!“, kreischte ich.
    Keiner Antwortete mir, keiner schien nur ansatzweise zu wissen, was ich ihnen sagen wollte. Sie redeten und redeten, als wäre ich nicht einmal anwesend, als wäre ich nur ein… einfaches Pokemon. Sie alle; sie konnte mich nicht verstehen! Zitternd versuchte ich wieder auf die Beine zu kommen. Mein Atem war schwer, meine Sicht durch die Tränen, die sich in meinen Augen gesammelt hatten, verschwommen und dennoch machte ich klägliche Anstalten mich aufzurichten. Doch es war wiedermal fast unmöglich, meine Glieder schlotterten zu sehr und mein leerer Magen, der sich plötzlich wieder meldete, fühlte sich an, als hätte jemand ein Schwert durch seine Mitte gerammt. Gelächter erschallte um mich. Etwas dieses Spottes drang in meine zu empfindlichen Ohren und schienen in meinem Kopf endlos nachzuhallen: „Dummes Pokemon… kleines Vulpix… vertrotteltes Vieh… wie lächerlich…“
    „HALTET EINFACH… haltet einfach den Mund“, versuchte ich zu schreien, doch meine Stimme fiel abrupt in ein leises Gemurmel. Es half nichts, niemand verstand ein Wort das aus meinem Mund kam. Ich hingegen musste jedes verdammte Wort ertragen, der aus ihren stammte. Dämliches Lachen, Spott und Bemerkungen, in denen ich als Pokemon hinunter gestuft wurde. Und das von Menschen! Ich hielt es einfach nicht mehr aus! Endlich schaffte ich es wieder auf die Beine zu kommen. Ohne nur die Masse noch eines Blickes zu würdigen stolzierte ich zitternd die Mauer entlang, um schnell diese ganzen Idioten hinter mir zu lassen. Schnell hatte ich all diese jämmerlichen Tränen aus meinen Augen verbannt, denn weinen war für Schwächlinge ...Meine plumpen Schritte brachten mir noch einige belustigte Bemerkungen ein, doch ich hörte nicht mehr zu, oder besser, ich versuchte es. Kein Laut schien diesen verdammten Lauschern zu entgehen, ich konnte den ganzen Scheiß nicht einfach ignorieren. Ich würde… ich will ihnen am liebsten die Köpfe abreisen!
    Wütend und verstört wankte ich weiter, bis ich schließlich wieder in eine Ecke bog und mich plötzlich wieder in einer engen Gasse fand. Kein Mensch war zu sehen, nur der Lärm der Straße hinter mir, lärmte noch in meinen Ohren. Keuchend starrte ich zu Boden. Wie konnten sie bloß, sie waren meine einzige verbliebene… Hoffnung gewesen. Aber… konnte mir doch egal… sein. Wer brauchte schon… ihre verdammte Hilfe. Diese scheiß Trottel… konnten mich mal.
    Etwas Schimmerndes klatschte auf das nasse Pflaster.
    Ja… sie alle konnte mich mal lecken! Wer brauchte… wer brauchte schon ihre Hilfe… Ich werde es alleine… schaffen.
    Noch mehr kleine durchsichtige Töpfchen schlugen auf dem Boden auf. Hastig schloss ich die Augen. Ich weinte nicht! Ich durfte nicht weinen, ich war nicht schwach! Ich werde nie mich von Jemand oder etwas… unterdrücken lassen und heulen. Missmutig kniff ich meine Augenlieder und Zähne fester zusammen. Jetzt war wichtig, dass ich nicht durchdrehte. Ich musste meine Emotionen im Zaum halten, ich durfte nicht wie gestern wie ein aufgebrachtes Dodu durch die Gegend rennen. Beruhig dich einfach mal! Ich habe… alles unter Kontrolle.
    „Was willst du den bitte tun, du hast nichts mehr. Keine Erinnerungen, keine Hoffnung. Du bist am Verhungern und wirst bald einfach umkippen.“, hörte ich wieder diese pessimistische Stimme in mir. Nein, das war nicht war! Das konnte einfach nicht wahr sein, es musste einen Weg geben wieder ein Mensch zu werden! Ich…
    Misslaunig öffnete ich die Augen und verzog das Gesicht. Wieder so ein verdammter widerlicher Geruch, zum dritten Mal an diesem scheiß Tag. Wollte man mich einfach nicht in Ruhe lassen?! Nicht weit von mir lag schon ein weiterer umgekippter Container, aus welchem einige schwarze Plastiksäcke heraus gerutscht waren. Einer von ihnen war halb aufgerissen und wurde von einem kleinen violetten Vieh durchsucht. Arceus, fühlte ich mich hungrig… Noch immer leicht angeekelt musterte ich diese Szene, dann schüttelte ich heftig meinen Kopf und trat auf den Müllhaufen zu.
    „Verschwinde du Rattfratz“, schnauzte ich das kleine Dinge an, das sie sogleich quietschend aus dem Staub machte. Während sich dieses erbärmliche Pokemon davon machte, begutachtete ich mit düsterer Miene diese „Mahlzeit“. Wie tief war ich gesunken, ich sah es wirklich in Betracht etwas von HIER zu essen. Aber bevor ich wirklich zum heulen anfing... also welcher Müll hier war halbwegs essbar? Nicht wirklich erfreut fischte ich mir mit meinem Mund, da ich leider keinen Daumen mehr besaß, eine halbangebissene Keule, die ganz oben auf dem Sackínhalt lag, um mich anschließend schnell aus dem Staub zu machen. Hier wollte ich echt nicht länger bleiben als nötig. Ich musste mir nun ernsthaft überlegen, was ich jetzt machen sollte, aber momentan hat dieser Magen mehr Propretäten. Ich musste meinen Magen füllen, zur Not eben mit Müll.


    [tab=Das Wort zum Montag]
    Ich muss echt mal wieder anfangen, regelmäßig zu schreiben -_- Irgendwie verschwende ich meinen wertvolle Zeit immer mit "Nichts tun" und das ist nicht wirklich produktiv... dabei möchte ich so viel Geschichten schreiben und auch mit dieser Fs hab ich noch einiges vor. Auch müsst ich mir mehr Zeit nehmen, die nächsten Kapitel zu planen, da ich eine ungefähre Vorstellung habe, aber noch nicht genau weiß, wie ich diese umsetzen werde... Egal, hier ein wieder etwas längerer Part, der (eventueller) Abschlusses dieses Kapitels. Eigentlich sollte das Kapitel ja noch länger werden, aber es gab einige Verschiebungen ^^


    Eagle : Freut mich, dass ich dich so oft zum grinsen gebracht habe : D Ich versuche möglichst gut das entdecken der Sinne und Pokemoneigenheit zu beschreiben und ich freu mich, dass es gut bei dir ankommt^^ Und natürlich bleibe ich dran : P


    Gut, das war das kurze Wort zum Montag. Ich werde versuchen, baldmöglichst weiter zu machen!
    mfg Toby/Blackdraco
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  • Das Warten hat sich gelohnt. Lass dir Ruhig die Zeit, Toby. Gut Ding will Weile haben, wie ich gerne sage. Wenn du dich überstürzt, kommt oftmals nicht das erwünschte Ergebnis zum Vorschein, wie ich bei mir oft feststelle. Außerdem muss das Konzept ja stimmen. Was hilft es, wenn man einfach drauf los schreibt und einfach keinen Plan in der Tasche hat? Am Schluss gerät man an einen Punkt, an dem man nicht mehr weiter weiß. Man kann weder vor noch zurück. Ende - Gelände.


    Das Kapitel ist mal wieder traurigschön. Du hast alles so herzergreifend rübergebracht. Diese Wut, diese Frustration, dieses Gefühl von Machtlosigkeit. Ein Spielball der Gewalten. Man wünscht sich förmlich, dass deine Protagonistin von ihrem Leid erlöst wird. Sie einfach sterben zu lassen. Traurig, aber wahr. Das alles hast du wieder einmal richtig gelungen rübergebracht. Ich hätte mich gefreut, wenn es sogar noch weiter gegangen wäre. Aber ich denke, die Heldin deiner Geschichte hat auch so schon genug gelitten und ihr Leiden hat sicherlich noch lange kein Ende. Besonders toll finde ich, wie du immer wieder auf die übersensiblen Sinne eingehst. Ich erwähne es in meiner FF ja gerne, aber da ist es eher umgekehrt. Du hingegen kannst das deinen Lesern äußerst detailreich vermitteln, was du auch immer wieder machst. Bei einer Stelle musste ich mich aber schon etwas wundern.


    Zitat

    Wer brauchte schon so ausgeprägte Sinne, ich wollte nur meine alten sechs Sinne zurück, war das zu viel verlangt?


    Korrigier mich, aber wir haben fünf Sinne - wenn man mal von dem Zockersinn absieht^^.


    Ein paar kleinere Fehler hat es auch noch, aber die findest du sicherlich bei näherem Durchlesen selbst und stechen auch nicht sooo besonders heraus.


    Viel Handlung ist ja im Großen und Ganzen nicht vorhanden. Trotzdem ist der ganze Ablauf einfach nur interessant. Man muss sich einfach nur mal in ihre Lage hineinversetzen und das habe ich die ganze Zeit über, während ich deine Geschichte gelesen habe. Saft- und kraflos, verzweifelt, von Frustration zerfressen. So traurig ... Und am Ende dann - die Überwindung. Der Überlebenswille ist stärker als der Ekel. Dieser Drang überwindet alles. Aber genau an diesem Punkt hätte ich nicht aufgehört. Hier hätte ich richtig angefangen. Diesen Punkt finde ich entscheidend wichtig. Nämlich dort hat sie ihre Menschlichkeit abgelegt, war endgültig zu dem geworden, was sie so abgrundtief verabscheute. Ich würde es sogar einen Wendepunkt in deiner Geschichte nennen. Hier könntest du die negativen Gefühle auf ein neues Limit bringen. Da hätte ich so viele Ideen, dass es mich beinahe selber bis zum Wasser erschüttert. Aber im Prinzip kannst du das nachholen. Die Handlung ist schließlich noch nicht gänzlich abgeschlossen.


    Freue mich bereits tierisch auf das nächste Kapitel.

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    [tab=Kapitel 5]

    Die finsteren Gassen


    „Wie ätzend“, murmelte ich abwertend und verzog das Gesicht. Momentan sehnte ich mich einfach danach, meine Zunge kräftig mit Wasser und Seife abzuschrubben, um den salzigen Geschmack los zu werden. Viel zu lange hatte ich diese Keule in meinem Maul herumschleppen müssen, nur weil ein dämlicher Vulpixkörper nichts Hände ähnliches besaß. Die zwei Paar Pfoten, die ich stattdessen bekommen hatte, waren zum Packen von Sachen vollkommen unbrauchbar. Währenddessen drückte und knurrte mein Magen wie verrückt, viel schlimmer als zuvor. Als ich vor einigen Stunden das Stück Steak im Müll gefunden hatte, konnte ich wenigstens meinen Hunger kurzzeitig unterdrücken aber nun merkte ich mit allen Folgen und Konsequenzen, wie es war, seinem Hunger nicht nachzugeben. Aber wie sollte ich mich bitte überwinden, DAS HIER zu essen?! Das Ding mit dem Mund aus dem Müll zu fischen war ja schon ekelig genug, es wirklich in sich hinein zu stopfen war eine andere Geschichte. Ich wollte nicht auf so ein niedriges Level sinken … Nein, ich kann das nicht essen, unmöglich!
    Als Antwort gab mein Magen wieder einige verzweifelte Laute von sich. Stöhnend krümmte ich mich etwas zusammen und starrte mit fest zusammengebissenen Zähnen die düsteren Hausfassaden an, die mich von allen Seiten umzingelten. Ein kleiner, vergessener und verwachsener Innenhof, passend zu den ganzen verwinkelten Gassen dieser Stadt. Obwohl draußen noch helllichter Tag war, wirkte dieser Innenhof doch recht dunkel, was daran lag, dass nur wenig Licht durch die viereckige Öffnung auf den bepflasterten Boden herab schien. Selbst in meinen Vulpixmaßen war der Ort nicht sonderlich groß, der Großteil des Platzes wurde von einem Steinbrunnen verbraucht, der ebenfalls von Efeu überwuchert wurde und höchst wahrscheinlich kein mehr Wasser in seinen Tiefen besaß. Glasfenster in dem Sinne gab es hier so gut wie keine, stattdessen befanden sich an deren Stelle in regelmäßigen Abständen bogenförmige Öffnungen. All das war aber nun mit grünem Efeu bewachsen oder sonst wie herunter gekommen, dass es wirklich nicht mehr schön anzusehen war. Immer wieder fehlte die Enden eines Fensterbögen, dann wieder waren mehrere Quadratmeter Putz abgebröckelt oder es fehlten gleich ein Dutzend Mauersteine. Normalerweise musste so ein Ort eine Brutstätte für Touristen sein, die fuhren ja immer voll auf solche verrottenden Orte ab, aber dieser Innenhof war anscheinend auch für diese uninteressant. Diese halben Ruinen … wie konnte man so etwas noch stehen lassen? Wenn’s nach mir ginge, sollte man diese ganzen hässlichen Bauten abreisen und stattdessen moderne Hochhäuser hinstellen. Wie gerne hätte ich mich weiter über diesen Hof aufgeregt, doch ich hatte momentan gröbere Probleme, als so ein vergessener Innenhof, den keiner abreißen wollte. Jetzt gerade konnte ich zufrieden sein, dass ich einen Ort gefunden hatte, in dem ich in Ruhe essen konnte. Oder es wenigstens versuchte.
    Widerwillig wandte ich meine Augen, noch immer etwas zusammengekrümmt stehend, wieder auf meine „Mahlzeit“, die ich eigentlich essen wollte. Die angenagte Keule lag noch immer auf dem halbwegs sauberen Fetzten Zeitungspapier und würde so lange hier liegen bleiben, bis nur noch Knochen übrig waren, wenn ich mich schließlich doch weigerte, sie zu essen. Das Papier hatte ich auf dem Weg hier hergefunden und war ein recht dürftiger Ersatz für einen Teller aber immer noch besser als gar nichts. Trotzig wandte ich meinen Schädel hin und her. Ich führte mich glatt wie ein kleines Kind auf, das sie weigerte, seine Medizin zu schlucken. Nur war das hier eben keine Medizin, sonder Abfall und somit alles andere als gesund …
    „Zur Not auch Müll“, murmelte ich spöttisch meine eigenen Worte nach. Was würde ich nicht alles tun, damit ich einen verdammten Hamburger zwischen die Zähne bekam, der NICHT im Restmüll gelandet war. Meinetwegen hätte ich auch Tofu oder anderes geschmackloses Zeug gegen dieses Stück Fleisch getauscht. Noch einmal riss mich ein weiteres lautes, gequältes klingendes Knurren aus meinen Gedanken, worauf ein weiteres unangenehmes Drücken durch meinen Magen fuhr. Eine Erinnerung daran, dass ich wahrscheinlich bald verhungern würde, wenn ich nicht sofort etwas aß. Es half doch alles nichts … wenn ich jetzt noch weiter leben wollte, dann musste ich schleunigstens was essen. Argwöhnisch senkte ich meinen Kopf und öffnete zögerlich meinen Mund. Langsam, sehr langsam näherte ich der Fleischkeule. Dabei kroch mir der intensive Geruch des alten Fleisches in die Nase, worauf ich meinen Kopf angewidert leicht zurückzog. Ganz ruhig, ich musste einfach rein beißen und runter schlucken, das konnte doch nicht so schwer sein. Nur für mein Überleben … nur dieses eine Mal … Pokemonkörper waren sowieso richtige Müllschlucker … Außerdem werde ich sowieso bald wieder ein Mensch sein. Ja genau, dann werde ich nie wieder Abfall essen müssen. Nie mehr … Jetzt bringe es einfach hinter dich, verdammt noch mal!


    Mit einem lauten Fauchen vergrub ich meine Zähne tief in Fleischkeule und riss ein ordentliches Stück heraus, das schnell in meinem Mund verschwand. Schlagartig verzog ich angeekelt mein Gesicht und zuckte ein gequältes Tier am ganzen Leib. Während ich hastig auf dem zähen Stück Fleisch herumkaute, fühlte ich, wie sich die braunen Fellhaare auf meinem Rücken zu Berge stellten, was wohl einer menschlichen Gänsehaut gleichkam. Es war einfach zu widerlich, allein der Gedanke, dass ich hier gerade weggeworfenes Fleisch aß … ein grässliches Gefühl, wahh, wie ekelhaft! Gerade als ich einen Teil davon endlich meinen Hals hinunter würgen konnte, hielt ich es einfach nicht mehr aus. Prustend spuckte ich die ekelerregend Überreste neben mir auf den Pflasterboden und wischte wie verrückt meine Zunge auf dem Rücken meiner Vorderpfote ab.
    Ach du scheiße, ich krieg gleich die Krise, ich will sofort eine Zahnbürste, einen Minzkaugummi, irgendetwas! Ich hab wirklich weggeworfenes Essen gefressen in meinem Maul gehabt, ich fang gleich zu kotzen an! Genug, es reichte, ich war satt, ich will nichts mehr! Zitternd wandte ich mich von dem Stück Müll ab und machte gut zwei holprige Schritte Richtung Ausgang zu, als sich erneut mein Magen schmerzhaft zusammenzog und ich gezwungen wurde, mich zusammenzukrümmen. Das … gab es einfach nicht ernst gemeint sein, oder? Konnte sich mein Magen nicht einfach mit einem widerlichen Bissen von diesem Fleisch zufriedengeben? Mit einem schon fast verzweifelten Ausdruck im Gesicht, warf ich einen Blick über meine Schulter auf die noch immer leicht angenagte Keule. Wenn ich mehr von diesem Zeug esse, würde ich sowieso nur Magenkrämpfe bekommen und mir anschließend das Leben weiter zur Hölle machen! Mir reichte ein Bissen vollkommen, ich wollte nicht mehr!
    Vergeblich, mein Magen ließ sich nicht mehr beruhigen, anstelle das es mir nun besser ging, schien nun jede Zelle in mir darauf zu drängen, dass ich mich satt aß. Bebend drehte ich mich im Zeitlupentempo um und ging wieder zurück auf mein Essen zu. Ich fing innerlich zu stöhnen an, als erneut der widerliche Geruch des Fleisches durch meine Nasenlöcher drang, dennoch senkte ich wieder zitternd meinen Kopf und setzte meine Zähne am Fleisch an. Wie mich dieser verfluchter Körper und Instinkte noch in den Wahnsinn trieben! Egal was ich auch tat, sie nützten noch immer jede Möglichkeit, mir das Leben zur Hölle zu machen. Wenn ich nicht so hungrig wäre, dann …
    Mit geschlossenen Liedern riss ich mir ein weiteres Stück der Keule ab und schluckte es einen Teil hinunter, den anderen würgte ich gleich darauf wieder hinaus. Und das einige Male hintereinander …


    „Essen!“


    Erschrocken hustete ich ein weiters Mal die Fleischreste zu Boden. Hatte da nicht gerade jemand „Essen“ gerufen oder werde ich hier wirklich langsam verrückt. Misstrauisch lies ich meinen Blick über den kleinen Innenhof wandern, begonnen von dem schmalen Türbogen, bis zu dem bewachsenen Steinbrunnen. Doch um mich herum schien alles unverändert zu sein. Offenbar war ich noch immer die einzige Menschenseele weit und breit.
    „Ich höre schon Geister …“, murmelte ich emotionslos und strich mir hastig die kleinen Fleischfetzen aus dem Fell. Toll, jetzt war ich seelisch schon so am Ende, dass ich mir Stimme in meinem Kopf einbildete. Wurde ja immer besser. In ein Vulpix verwandelt worden, keine Erinnerungen, muss mein Leben als Müllschlucker fristen und nun hörte ich auch noch Stimmen in meinem Kopf … oh man, dass Leben, dass ich schon immer wollte. Innerlich fluchend wandte ich mich verdrossen der Fleischkeule zu und versuchte, ein weites Stück meinen Hals hinunter zu zwingen.


    „Will auch essen!“


    Da, schon wieder diese krächzende Stimme! Alarmiert erhob ich ein weiteres Mal meinen Kopf und suchte noch sorgfältig jeden einzelnen Pflasterstein nach irgendeinem Lebewesen ab. Also war ich doch noch nicht ganz am verrückt werden, da war tatsächlich jemand; jemand der scheinbar keine Ahnung von gutem Essen hatte. Wer oder was das auch war, mir war es jetzt schon sehr unsympathisch.
    Da ich unten nicht fündig wurde, kam ich endlich doch auf den Gedanken, dass sich der Unbekannte entweder versteckte oder hinter einem dieser Fensterbögen sein musste. Meine Augen wanderten von dem alten Brunnen hinauf zu den bogenförmigen Fenstern und siehe da, ich hatte recht. Meine Miene verfinsterte sich schlagartig, als ich das herumschreiende Ding entdeckte, worauf ich von der Fleischkeule abließ und mit fletschenden Zähnen nach oben äugte.
    Der dort oben war eindeutig kein bettelnder Penner, der gerade Pfandflaschen sammelte. Es war ein kleiner schwarzer Vogel, der sich unter einem der unzähligen Fensterbögen niedergelassen hatte und mich nun mit schrägem Kopf betrachtete. Zuerst hatte ich den Eindruck, als hätte dieses Pokemon irgendeinen schwarzen Hut aufgesetzt, doch schnell entpuppte sich das nur als Teil seines Gefieders. Seine großen roten Augen starrten begierig auf die Keule, die noch immer zu meinen Füßen lag. Gereizt versperrte ich ihm die Sicht auf das Essen und zischte: „Verschwinde du Mistvieh!“ So sehr mir auch vor diesem Müllzeug auch ekelte, so einem Pokemon würde ich bestimmt keinen Krümmel überlassen. Besonders nicht so einem Vieh, welches nicht kapiert hatte, dass ich die Letzte war, die mit einem Pokemon teilen essen würde. Außerdem wollte ich verdammt noch mal nichts mit diesen sprechenden Mistviechern zu tun haben. Schweigende Pokemon waren eigentlich schon nicht zu aushalten aber sprechende Pokemon waren absolutes Tabu, so etwas durfte es eigentlich gar nicht geben!
    Der schwarze Vogel hüpfte etwas auf dem Fensterbrett herum, als versuchte er an mir vorbei auf die Keule spähen zu können, bis er schließlich einfach krähend das Fensterbrett wechselte. Auf meinen Befehl ging er nicht ein. Dummes Ding. Genervt stellte ich mich wieder in das Sichtfeld des störenden Vogels und schenkte ihm den bissigsten Blick, den ich zu bieten hatte. Wenn es tatsächlich glaubte, dass ich ihm auch nur einen Fleischfetzen überließ, hatte er sich gewaltig geschnitten. Lieber warf ich die Reste davon in den Abflusskanal, als sie so einem angeflogenen Vogel zu schenken.
    Für einen kurzen Moment erinnerte ich mich an den gestrigen Tag, wie panisch ich auf die ganzen Pokemon reagiert hatte. Fast schon peinlich im Nachhinein daran zu denken, ich brauchte mich doch echt nicht vor so einem Pokemon zu fürchten. Ich würde dem idiotischen Vogel schon so weit kleinkriegen, dass es endlich abhaut. War doch, egal ob sie sprechen konnten oder nicht, Pokemon blieb Pokemon. So bedrohlich wie ich konnte knurrte ich: „Verschwinde oder ich reiß dir jede einzelne Feder vom Leib, du winziger Federball! Von mir bekommst du sicher keinen Krümel ab!“
    Scheinbar klang ich noch immer nicht bedrohlich genug, denn der schwarz gefiederte Vogel gab nur einige dämliche Krächzer von sich, die sich mit viel Fantasy als ein weinerliches „Ich will, ich will“ anhörten. Anstalten, endlich wegzufliegen, machte er keine. Was für ein Heul-Baby und so etwas schickten Trainer in einen Kampf? Lächerlich, einfach nur lächerlich. Ha, ich würde es diesem Vieh schon zeigen!
    „Hast du nicht gehört, du bekommst nichts!“, schrie das Pokemon an und packte ohne einen weiteren Gedanken zu verlieren die Fleischkeule am Knochen. Schon fast genüsslich marschierte ich auf den Steinbrunnen zu und schwang demonstrativ die Keule hin und her. Der schwarze Federball fing darauf furchtbar zu krähen an, was mich nur in meinem Vorhaben bestärkte. Wenn das Vieh nur wagen würde, sich mir jetzt zu nähern würde es nie wieder vom Boden abheben, das konnte ich versprechen.
    „Sieh her“, rief ich, so gut man es mit einer Keule im Maul tun konnte, „du wirst keinen Fetzten abbekommen!“
    Damit warf ich so gut ich konnte den Sondermüll in die Höhe, jedoch nicht ganz hoch genug. Die Keule prallte an der Brunnenwand ab. Doch weder das, noch das heftige Geschrei des kleinen Vogelpokemon konnten mich von meinem Vorhaben abhalten. Sofort fasste ich ein weiteres Mal das Stück Fleisch, marschierte zum nächstbesten Riss in der Brunnenwand und schwang es erneut in die Luft. Diesmal segelte die Keule perfekt durch den Spalt und verschwand unter dem bereits gequält klingendem Geschrei des Pokemon in den Tiefen des Brunnens. Wie ich diesen Augenblick genoss! Selbstsicher wandte ich mein Haupt wieder zu dem Federball und zischte triumphierend: „Na, willst das Zeug noch immer haben!“
    Meine Aktion tat seine Wirkung, der zunächst panische Gesichtsausdruck des gefiederten Pokemon nahm nun einen weinerlichen Ausdruck an, als würde es jeden Moment in Tränen ausbrechen. Hatte ich es nicht gesagt, ein richtiges Weichei eben.
    „Blödes Vulpix“, krächzte es plötzlich laut auf und schlug etwas mit seinen Flügeln. Ich verzog das Gesicht. Wie hatte mich gerade das Mistvieh gerade gesagt?! Ein blödes Vulpix?! Verdammt noch mal, ich war weder blöd noch ein Vulpix!! Der einzige hier der irgendeinen Schuss in der Birne hatte, war dieser Babyvogel dort oben! Zornig funkelte ich den frechen Aasgeier an und schrie: „ICH BIN KEIN VULPIX! ICH BIN EIN ME…“
    „Blödes Vulpix, blödes Vulpix“, kreischte das Vieh und sprang von einer Kralle auf die andere. Dabei sah es noch immer recht beleidigt und weinerlich aus aber gleichzeitig hatte es so ein freches Funkeln in den Augen. Mein Körper fing vor Wut an, zu beben. Wie ich es hasste, mich irgendwie beleidigen zu lassen, egal wie klein diese auch sein mag … wäre dieses scheiß Vieh vor mir, ich würde dem so eine knallen, dass er nicht mehr so schnell an Essen denken würde! Nicht dass es bereits gereicht hätte, dass ich vor den Menschen als ein dummes Pokemon bloß gestellt wurde, wenn noch so ein kleiner Rabe dachte, er könne einfach mein Essen klauen und mich anschließend zu beschimpfen, dann platzte mir der Kragen. Wieso konnte das Vieh einfach nicht verschwinden! Wieso kapierte hier keiner, dass ich ein Mensch war. Müll essen musste ich ja nur, weil die gesamte Menschheit keinen Schimmer davon hatte, was mit mir passiert war. Das machte mich aber lang nicht zu einem Vulpix! Ich war kein Vulpix, ich war kein blödes Vulpix… Oder verwandelte ich mich doch langsam in ein wildes Pokemon? Gehen wie ein Pokemon, sprechen wie ein Pokemon, essen wie ein Pokemon … würde ich dann wirklich irgendwann denken wie diese verdammten Viecher? Nein … ich war kein Vulpix! Ich werde nie eines sein, niemals!
    Energisch schüttelte ich meinen Kopf und brüllte: „ICH BIN EIN MENSCH! VERSCHWINDE, VERSCHWINDE DU VERDAMMTER VOGEL!“
    „… verdammter Vogel …“, hallte meine Stimme von allen Wänden zurück, jedoch klang mein Echo, als würde jemand ganz anderes meine letzten Worte wiederholen. Keuchend starrte ich das schwarze Vogelpokemon an, das endlich seinen Schnabel geschlossen hielt. Seine glasigen Augen waren noch immer auf mich fixiert und wirkten nun wütend. So gehörte es sich, hasse mich einfach aber verzieh dich einfach. Schließlich gab es ein leises und beleidig klingendes Krächzen von sich und durchbrach damit das kurz eingetretene Schweigen. Es streckte seine Flügel aus und schwang sich mit einigen Flügelschlägen aus dem Innenhof, wobei es einige seiner Feder in der Luft verteilte. Leise hörte ich es noch „blödes Vukpix“ krächzen, doch das war mir nun auch egal. Endlich herrschte wieder Ruhe im Innenhof. Grimmig blickte ich den schwarzen Federn nach, die langsam in Richtung Boden glitten, und dachte etwas nach. Ein blödes Vulpix war ich also … pah, was wusste dieses Federknaul schon über mich.
    Noch immer leicht genervt und erzürnt beobachtete ich die einzelnen schwarzen Federn, die langsam zu Boden schwebte, immer näher auf mich herab. Wohin jetzt, das war die Frage … Allmählich begann es mir zu dämmern, was ich da gerade getan hatte. Ich hatte einfach mein Essen in einen ewig tiefen Brunnen geworfen, aus dem ich es hundertprozentig nicht wieder bekommen würde. Wiedermal eine unüberlegte Tat von mir … dafür hatte in der ganzen Aufregung mein Magen seinen Hunger endlich vergessen. Aber das alleine konnte meine Stimmung nicht anheben. Ich war verflucht! Die Menschen konnten mir nicht mehr helfen, sie verstanden immerhin kein einziges meiner Worte und die Pokemon lösten in mir noch immer Abscheu aus und würden mir wohl kaum eine Hilfe sein. An wenn konnte ich mich nun bitte wenden? An niemanden, allerhöchstens dem etwas, dass die Schuld an meiner Misere trug, die ich aber natürlich nicht kannte. Wer wusste es schon so genau, vielleicht hab ich auch irgendein chemisches Zeug getrunken, das mich in ein Pokemon verwandelt hatte oder vielleicht hatte auch irgendeine neu entwickelte Körpertauschmaschine probiert und es ist zu einem Unfall gekommen. Eine Idee lächerlicher als die andere … man wieso hätten mir wenigstens nicht meine Erinnerungen bleiben können, diese hätten die ganze Sache erheblich erleichtert. Wie’s aussah, musste ich tatsächlich selber zu sehen, wie ich wieder meine alte Gestalt erhielt. Ein unmögliches Unterfahren … Wie um alles in der Welt sollte ich das bitte anstellen? Kake, ich hätte genau so gut, nachdem ich aufgewacht war, sofort aufgeben können und einfach auf den Tod warten können. Jetzt war es zu spät, an Selbstmord war für mich nicht zu denken, jedenfalls nicht jetzt.
    Die schwarze Feder schwebte langsam an meinem Gesicht vorbei, Zentimeter für Zentimeter und landete schließlich lautlos vor meinen Pfoten. Denkzeit war um. Ich musste einen Entschluss fassen.



    [tab=Das Wort zum Dienstag]
    Man hab ich gerade einen heftigen Muskelkater auf den Schulter, sollte besser aufpassen wie ich mich schlafen legen -.-
    *Räusper* Ich glaub es wird wieder Zeit das ich wieder mal ein Update zu Poste^^
    Ehrlich gesagt hatte ich nicht vorgehabt, solange zu warten bis ich den nächsten Part herausbringe aber es hat sich eine "Kleinigkeit" in meiner Arbeitshaltung geändert. Im Gegensatz zu den letzten Päuschen, in denen ich einfach lange nichts geschrieben hatte, war ich diesmal sogar etwas produktiver. Nicht weil ich so einen elendig langen Part fertiggestellt hab, nein, weil ich dabei bin diese Fs (Ich sag noch immer Fs und nicht FF, keine Ahnung wieso XD ) viel besser durch zu planen. Ich probier momentan die „Schneeflockenmethode“ aus und hab damit sogar einiges weitergebracht. Unteranderem sind mir ganz neue Wendungen und Ereignisse eingefallen aber vor allem will ich dafür sorgen, wenn ich halbwegs mit den Planungsarbeiten fertig bin, dass ich regelmäßig einen Part schreibe und auch poste. Wäre jedenfalls mein Ziel, den ich stecke immer mehr und mehr Mühe und Arbeit in dieses Projekt. Aber genau deswegen kann es sein, dass es noch etwas dauern wird, bis der nächste Part erscheint. Da ich gerade Ferien habe, hoffe ich aber, dass ich die Planungen so schnell wie möglich voran bringe. Ich bitte um euer Verständnis^^


    Ach, nur eine kleine Anmerkung, eigentlich wollte ich ja jetzt ein neues Kapitel anfangen, hab mich aber dagegen entschieden und es einfach mit „City Life- Part 2“ belassen…



    Eagle : Wuh, vielen Dank für dein Kommi^^
    Ja du hast ja recht, Sachen überstürzen klappt selten gut. Deswegen mach ich gerad den „Nicht überstürzen und Zeit lassen-Extremmodus“ XD
    Freut mich, dass ich die Emotionen gut vermitteln konnte, immerhin basiert die halbe Story auf diesen. Das mit dem sechs Sinnen… ähm ja, ich bin manchmal ein richtiger Trottel. Könnte nicht gerade behaupten das sie einen Zockersinn hat XD
    Speziell wegen deiner Anregung, ich hätte am besten nicht an dieser Stelle aufhören sollen, hab ich diesen Part eingefügt. Denn ich gebe dir vollkommen recht, da hätte ich mehr rausholen sollen, immerhin beginnt allmählich wirklich die „Wende“ Und ich hoffe, dass ich es halbwegs nachgeholt habe.^^


    /edit: Hab nun einen eigenes Kapitel aus diesem Part gemacht
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