Incubus

  • Incubus



    Was bedeutet ‚Incubus’?


    ’Incubus’ ist meine erste Fanstory, deren Idee schon seit Langem existiert, ich mich allerdings noch nicht dazu durchringen konnte, sie zu veröffentlichen. Das Wort ‚Incubus’ bedeutet im Lateinischen so viel wie „männlicher Dämon“ und hat durchaus etwas mit der Story zu tun.
    Geprägt ist die Geschichte vom Volksglauben über Magie und Mythenwesen und Kim Harrisons ‚Blut’-Reihe, welche sich allerdings auch sehr stark an besagtem Glauben anlehnt, wie auch einigen eigenen Einflüssen. Direkt zu tun hat die Geschichte mit Kim Harrisons Werken nichts; Parallelen sowie Unterschiede werden mit der Zeit deutlich werden.


    Handlung von 'Incubus'


    Es geht – grob gesagt – um die Konflikte zwischen den verschiedenen Rassen; Mord, Tod, Blut, Rache, Gewalt; die unbeschreibliche Irrationalität der Liebe; dem Kampf zwischen Gut und Böse und ob es diese beiden Dinge überhaupt gibt.
    Lafayette, der sich an einer Schule für Nichtmenschen einschreibt, kommt dort mit den verschiedensten Wesen in Berührung und steht im Mittelpunkt der Geschichte.


    [tabmenu][tab=Menschen]Wie auch in unserer Welt; jedoch können auch Menschen mehr oder weniger schwache Magie wirken. [tab=Vampire]Es gibt lebende und untote Vampire.


    Lebende Vampire sind stark, schön und schnell, können allerdings im Sonnenlicht wandeln, Weihwasser tut ihnen nichts, sie haben keine Angst vor Kreuzen o.Ä. und können ganz normal sterben. Sie tragen das Vampirgen in sich und verwandeln sich nach ihrem Tod in einen echten Untoten.
    Menschen, die von Vampiren während ihrer Lebenszeit gebissen werden, tragen auch bis zu ihrem Tod das Vampirgen in sich. Jedoch werden Menschen nicht stärker, schöner, schneller und ihnen dürstet es nicht nach Blut, sie können sich ganz normal ernähren. Kurz nach ihrem Tod muss ein Vampir ihr komplettes Blut aussaugen um sie zu einem Untoten zu machen.
    ‚Menschliche Vampire’ sind in der Vampirhierarchie sehr weit unten und werden von den als Vampir geborenen als minderwertig oder als Abschaum abgestempelt.


    Untote Vampire sind noch sehr viel stärker und schneller als die lebendigen Vampire und ebenso schön. Sie verbrennen allerdings im Sonnenlicht, fühlen sich in der Gegenwart von Kreuzen unwohl, Weihwasser wirkt wie Säure auf sie, allerdings sind sie dazu in der Lage, andere Wesen durch bestimmte Pheromone, die sie in die Luft abgeben, zu verführen. Sterben können sie nur durch einen Pfahl ins Herz, Sonnenlicht, Weihwasser, Verbrennen oder wenn ihnen der Kopf abgetrennt wird.


    Beide trinken Blut und werden in bestimmten Situationen von ihrem Instinkt gesteuert. Sie sind in die Gesellschaft gut eingegliedert und die führende Rasse auf der Erde. Sie riechen nach Asche und Rauch.


    [tab=Werwölfe]
    Werwölfe können sich – wenn sie wollen – in Wölfe verwandeln, welche allerdings überdurchschnittlich groß und stark sind. Sie finden sich meist in Rudeln zusammen, wobei es Alphatiere gibt, welche stärker als ihre Untergebenen sind, sowie auch Werwölfe, die in ihrem Rudel ganz unten stehen und dadurch kein sehr schönes Leben führen. Haben außerdem einen animalischen Geruch von Moschuss an sich.
    Durch ihren Biss können sie keine Menschen verwandeln.
    In der Gesellschaft aufgrund ihres animalischen Aussehens & Züge eher gemieden, wenn auch relativ gut intrigiert.


    [tab=Hexen]
    Aussehen den Menschen gleich; können Magie wirken. Hexen beziehen ihre Kraft aus den fünf Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer und Geist, wobei man nur Letzteres ohne Hilfsmittel benutzen kann.
    Hexen werden im Durchschnitt um einiges älter als Menschen und riechen in der Regel nach Rotholz.
    In der Gesellschaft auf dem selben Stand wie die Menschen.
    Zwischen den Hexen gibt es verschiedene Grade.
    Der erste Grad ist der, den jede Hexe von Grund auf besitzt. Unabhängig vom Geschlecht werden solche Hexen "Hexer" genannt.
    Der zweite bis fünfte Grad muss sich erarbeitet werden. In der Regel erreichen Hexen bis zu ihrem 15. Lebensjahr den 2. Grad und damit den Titel "Hexe".
    Der sechste Grad wird von mehreren Meistern geprüft. Wer besteht trägt den Titel "Hexenmeister".


    [tab=Elfen]
    Aussehen den Menschen gleich; können Magie wirken. Beziehen wie die Hexen ihre Kraft aus den Elementen und riechen nach Jasmin.
    Werden so alt wie Hexen.
    In der Gesellschaft auch dem selben Stand wir die Menschen & Hexen.
    Das Gradsystem wie bei den Hexen existiert auch bei den Elfen.


    [tab=Pixies]
    Zirka zehn Zentimeter groß; haben Flügel. Ansonsten ist ihr Aussehen den Menschen gleich. Haben oft große Familien (=Clan) und ernähren sich von Obst und Gemüse. Wenn sie sich in einem Garten niedergelassen haben, pflegen sie diesen in der Regel bis sie sterben und verteidigen ihn mit ihrem Leben.
    Leben ungefähr 20 Jahre lang und riechen nach Blütenstaub.


    [tab=Dämonen]
    Sehen wie Menschen aus, ihre Augenfarbe verändert sich gegen Neumond allerdings von hellbraun zu blutrot. Sie können starke destruktive Magie wirken. Sind von der Gesellschaft verachtet; gelten auf der Erde als ausgerottet. Die meisten von ihnen Leben im unteren Jenseits unter der Herrschaft von Lucifer.
    Können geschlossene Salzlinien nicht überschreiten und werden von Salomonsiegeln (Hexagrammen) festgehalten. Weihwasser wirkt auf sie wie Säure und geweihte Objekte verbrennen ihre Haut. Sehen so aus und fühlen sich so alt wie es für sie am schönsten ist. Leben ewig, außer man tötet sie.
    Riechen nach verbranntem Bernstein und Schwefel.


    [tab=Geister]
    Unbefreite Seelen; Wesen, die Rache oder Ähnliches geschworen haben, als sie gestorben sind. Führen ein unzufriedenes und rachsüchtiges Verweilen zwischen den Welten.
    Sind geruch- und geräuschlos.


    [tab=Engel]
    Sind Gottes gesandte. In der Hierarchie der Engel gibt es neun Klassen – die erste der normalen Engel bis hin zur neunten - die der Cherubim.
    Können äußerst starke Magie wirken und sind unglaublich schnell und stark. Es ist nicht bekannt, wie man sie töten kann.
    Sind geruchlos.


    [tab=Benachrichtigt wird...]
    ♥ȶʂʋʞɨ♥
    Mai
    Espeon
    [/tabmenu]




    Prolog



    Da stand ich nun. Vor dem großen Eichentor der Mitternachtsschule – die erste Schule für Nichtmenschen im Diesseits seit dessen Entstehen. Nachts im Licht des Mondes glänzte der weiße Marmor der Schule silbrig und erhellte durch die Reflektion des Vollmondlichtes den Eingang. Die schwere Zugbrücke aus dunklem Holz lag über dem mit geweihtem Salzwasser gefüllten Burggraben und verlieh dem Gebäude noch mehr den Eindruck, es wäre eigentlich eine Burg und keine Schule – ursprünglich war es das wohl auch gewesen, wie die Zinnen am den Burgtürmen und die Schießscharten in der Mauer vermitteln ließen. Fünf gigantische Türme – angeordnet in der Form eines Pentagramms – ragten weit in den Himmel und trugen die Bedeutung der fünf Elemente. Um die Schule herum war hauptsächlich Wald, bis auf den Hinterhof, wo sich der Kräutergarten befand, was man aus meinem Blickwinkel allerdings nicht sehen konnte. Die Fenster waren allesamt verspiegelt und mit Schutzzeichen umgeben. Lediglich das große Eichentor trennte mich vom Inneren der Schule. Das Tor und die Wände waren mit Eisen verstärkt, was das Gebäude vor Geistern bewahrte. Ein großes Silberkreuz hing prachtvoll über dem Eingang und würde dafür sorgen, dass tote Vampire der Schule nicht zu nahe kamen. Direkt darunter war eine alte hebräische Schutzformel eingraviert, welche vor Unheil aller Art schützte. Die Zugbrücke stank nach Rotholz und Hexenblut – sie stand unter einem Erkennungszauber und würde Alarm schlagen, wenn ein Dämon sie betrat. Zusätzlich war das ganze monströse Gebäude in Salz gebaut worden, was Dämonen nicht gestattete, einzutreten – eigentlich.
    Ich hatte meine Hausaufgaben gemacht und mein Vorgehen bis ins kleinste Detail durchgeplant. Mit meiner rechten Hand berührte ich leicht den Bernsteinanhänger an meinem Hals um mich zu vergewissern, dass er noch da war. Ohne ihn wäre das hier reiner Selbstmord. Ich zog mir meinen schwarzen Ledermantel zurecht und wurde mir der Gefahr, in der ich mich befand, deutlich bewusst. Yeah.
    Mit vorsichtigen Schritten begab ich mich zu dem riesigen Eichentor und klopfte an. „Mein Name ist Lafayette Morgan. Ich bitte um Einlass."

  • Kon'nichiwa

    Ich komm direkt zur Sache...Geil!
    Der Name=Geil
    Die Storylein=Geil
    Prolog=Geil
    ach ja zum startpost es wäre perfekt, wenn man etwas zum Hauptcharakter erfährt
    außer du willst deine Leser überraschen, dann ignorier einfach den vorigen Satz :D
    Ich konnte mir nach dem Prolog denken worum es gehen wird und was dein Charakter-deren Namen ich vergessen hab-
    mit einem gewissen satz über Dämonen meinte...naja kommen wir wieder zum hauptanliegen...
    ich hab zwar keine ahnung wer kim harrison ist, aber das tut jetzt auch nicht zur sache
    es ist auf den ersten blick interessant wenn man den startpost sieht, vampire, werwölfe und
    andere fabelwesen-einfach toll, mehr kann ich auch nicht sagen...fehler o.ä sind mir nicht
    aufgefallen und deswegen sofort zum prolog
    cool wie du die burg/schule beschreibst, ich konnte mir vorstellen wie sie eigentlich aussieht
    du erklärst darin, das die burg vor den verschiedenen wesen schützt, jedoch werden
    bestimmt welche dabei sein, die doch in der schule drinsein dürfen, sonst
    wäre das ja keine schule für nichtmenschen, ne xD
    sou, ich glaub mehr kann ich dir jetzt nicht mehr sagen, außer das ich mich freue das erste kapitel
    zu lesen


    lg ♥tsuki♥

  • Uhuu, mal wieder eine interessante Story im allgemeinen Bereich.^^ Incubus ist auf jeden Fall ein... interessanter Titel, besonders, wenn man die Bedeutung schon vorher kennt.^^ Jedenfalls denke ich, dass mir die Story gefallen wird, was Werwolf-, Vampir- und Dämonliteratur angeht, kenne ich mich aus. Engel werden vermutlich die nächsten sein, aber zurück zu deiner Story:
    Dein Startpost ist für einen Anfänger schon mal nicht schlecht, du erklärst gleich mal, was es denn mit dem Titel auf sich hat und auch kurz, worum es geht. Ich finde es auch gut, dass du eine Art Rassenübersicht erstellt hast, gerade bei so vielen unterschiedlichen Wesen verliert man sonst gerne mal den Überblick. Ich glaube meine Lieblingsrasse von der Beschreibung bis jetzt sind die Pixies, die hören sich irgendwie niedlich an. ^^ (Vor allem hab ich von solchen noch nie zuvor gehört, ein Pluspunkt.) Sehr interessant ist, dass jedes Wesen einen artspezifischen Geruch (oder auch nicht) hat. Was ich bei den Vampiren nicht so ganz verstanden habe: Wie wird ein Vampir denn jetzt zum "untoten Vampir"? Und was genau ist ein "echter Untoter"? Hättest du da nicht noch eine Erklärung geben müssen? Jedenfalls mal etwas anderes, dass Vampire als solche geboren werden (wobei auch nicht ganz neu, kommt in "Kuss des Dämons" auch vor). Naja, was du am Startpost noch hinzu fügen könntest, wären evtl. Kapitelübersicht, Benachrichtigungsliste o.ä. - aber ich hasse es, den Leuten da zu sehr reinzureden, wenn der Startpost eigentlich so schon ganz ordentlich ist.


    Der Name deines Hauptcharakters ist mal ein etwas ungewöhnlicherer, auch wenn ich den sogar auch schon kenne... egal, ich bin mir sicher, dein Lafayette wird ganz anders sein.^^
    Zum Prolog: Man sieht sofort, dass du Talent hast. Herausragende Beschreibungen, anders kann mans gar nicht sagen. Man kann sich die Burg/Schule wirklich perfekt vorstellen. Über den Hauptcharakter erfährt man bis jetzt noch nicht viel, außer dass er gerade dabei ist, etwas sehr Gefährliches, Mutiges und wahrscheinlich gleichzeitig Dummes zu tun und sich dessen nur allzu bewusst ist - außerdem weiß man noch gar nicht, was ihn genau dazu gebracht hat. Der Prolog macht auf jeden Fall neugierig auf die Story - was genau ist diese Schule? Weshalb möchte ein Dämon dort hinein, was hat er vor? Ist er "der Gute" oder "der Böse" oder doch eher irgendwo dazwischen? Alles sehr interessant. ^^ Ich-Perspektive ist mir jedenfalls sympathisch, ich schreibe in der Regel genauso. Das einzige Problem dabei ist, dass es oft schwierig wird, die Figur auch äußerlich zu beschreiben (dabei könnte ein Steckbrief sogar ganz hilfreich sein, obwohl ich die Dinger sonst auch eher weniger mag). Ich hoffe dass dir dazu noch etwas einfallen wird, es ist doch immer wieder interessant wie ein Incubus aussieht.^^
    Sprachlich machst du überhaupt keine Fehler, und auch stilistisch bis jetzt sehr angenehm zu lesen. Weiter so.

  • Danke für die Kommentare =)
    Ich werde Zusätzliches in den Startpost editieren. Falls jemand benachrichtigt werden möchte, dann nur bescheid geben =)



    Kapitel 1


    Einen Moment lang schien meine Stimme widerzuhallen. Dann hörte ich, wie die schweren Eisenriegel hochgeschoben wurden. Langsam und überraschend lautlos öffnete sich das Tor und gab die Sicht auf die gigantische Eingangshalle frei. Der Saal war so hoch wie ein zehnstöckiges Gebäude und hatte gut die Fläche eines Fußballfeldes. In der Mitte stand ein großer Brunnen. Eine aus Stein gehauene Engelsfigur hielt ein Gefäß, aus welchem das Wasser in das Becken sprudelte. Neben ihr saß ein kleines Lamm und sah zu dem Engel auf. Die Augen der Skulpturen wurden aus blauen Saphiren gefertigt und der Stein, aus dem die Körper gehauen waren, hatte einen goldenen Schimmer. Goldfische schwammen im Brunnen um sie herum und ergaben zusammen mit den Figuren und einigen Seerosen ein wunderbares Farbenspiel. An der Decke des Saales war ein prachtvoller Kronleuchter befestigt. In Gold gefasste Bergkristalle hingen in kleiner werdenden Kränzen untereinander und brachen das eingefangene Licht zu allen Seiten. Er war im Zentrum eines riesigen Musters aus Pentagrammen und Hexagrammen angebracht, welche von einem großen Kreis eingeschlossen wurden. Aufwendig gestaltete Wandteppiche zogen sich in atemberaubender Länge von der Decke bis knapp einen Meter über den Boden des Gebäudes. Es war darauf die Revolution des Himmels, angezettelt von Lucifer, eingewebt, bis hin zu dem Punkt, an dem Michael ihn und die Dämonen in das untere Jenseits, unter den Menschen oft ‚Hölle’ genannt, zurückschlägt. Zwei lange Treppen, deren Stufen mit rotem Samt ausgelegt waren, führten in den ersten Stock von wo aus sich ein kompliziertes System aus Treppen und Türen weiterzog.
    Am Ende des Raums befand sich wiederum ein großes Tor, ähnlich dem am Eingang, welches in den Innenhof führte. Es war niemand hier – um diese Uhrzeit war Bettruhe.
    Ich spürte wie mich jemand an der rechten Schulter berührte. Die Person roch stark nach Rotholz. Ich drehte mich um. Ein breitschultrig gebauter Mann reichte mir die Hand. Seine schwarzen Haare waren lang und zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Dunkle Augenbrauen umrahmten seine schwarzen Augen und er trug einen Kinnbart. Sein Umhang war purpurrot und schleifte auf dem Boden auf. An seiner linken Hand befand sich ein aufwendig gefertigter Siegelring. Er lächelte mich freundlich an. Ich schüttelte seine Hand. „Ich bin Meister Roland“, sagte er mit warmer Bassstimme. „Lafayette Morgan“, antwortete ich, „Ich möchte mich an dieser Schule einschreiben.“
    Sein Blick hing einen Moment an meinem Anhänger. Dann erklärte er mit freundlicher Miene: „Natürlich. Komm mit, ich brauche lediglich einige grundlegende Informationen.“
    Er legte seine Hand auf meine Schulter und führte mich eine der großen Treppen hoch. Das Treppengelände war mit sich ineinander verschlungenen Linien verziert worden. Ich roch viele verschiedene, nicht eindeutig zu deutende Gerüche auf einmal. Der starke Rotholzgeruch von Meister Roland stach dabei deutlich heraus – kein Wunder, er ging auch direkt neben mir. Oben angekommen öffnete er die erste Tür und wir betraten eine Art Büro. Ich roch die verschiedenen Pflanzen und Hölzer aus den Regalen. Neben Glasgefäßen in denen sich getrocknete Pflanzen und Kräutertinkturen befanden standen Kessel und Löffel aus Kupfer. Ein kleiner Kamin war im hinteren Teil des Raums angebracht – offenbar eher um Zaubertränke zuzubereiten, als den Raum zu beheizen. Die Wände waren bis auf ein großes Gemälde eines Sees im Frühling kahl, was zusammen mit den getrockneten Pflanzen, den Kesseln und dem Kamin den Eindruck eines typischen Hexenzimmers vermittelte. Obwohl unsere Welt schon hochtechnisiert war, sah ich hier nicht ein elektronisches Gerät, was mich nicht stören würde. Roland setzte sich an einen einfach gehaltenen Schreibtisch und schob mir mit dem Fuß einen Hocker aus Holz zu. Er wühlte in einer der Schubladen und hielt dann eine kleine Holzscheibe an einer Kordel in der Hand. Ein Lügenerkennungsamulett.
    Er zog ein Athame aus seinem Umhang hervor, stach sich damit in den Finger und rieb das Amulett mit seinem Blut ein, woraufhin es einen beißenden Geruch von Rotholz von sich gab. Wenn ich eine Lüge erzähle, würde es rot aufleuchten. Eigentlich.
    Er wickelte sich die Kordel um sein Handgelenk und zog eine alte Schreibmaschine zu sich. „So. Dein Name ist also Lafayette Morgan?“ „Ja“, antwortete ich. Er sah gespannt auf sein Amulett – es reagierte nicht. Das war schließlich auch noch keine Lüge. „Was bist du für eine Art?“ Als ob du das nicht riechst. Jedenfalls glaubst du das. „Eine Hexe.“
    Wieder beobachtete er prüfend das kleine Holzplättchen. Es leuchtete nicht auf. Bis jetzt lief also alles gut. Geräuschvoll tippte er die Informationen auf das Blatt Papier, was er in die Schreibmaschine gesteckt hatte. „Dein Geburtsdatum?“ „Der Siebenunzwanzigste Dritte Neunzehnhundertsechsundneunzig.“ Das war die bisher größte Lüge. Das Amulett blieb weiterhin normal. „Dann müsste ich noch die Namen deiner Eltern, deinen Geburtsort, deinen Hexengrad, deine Körpergröße und deine Schuhgröße wissen.“ „Sarah und George Morgan, Hexengrad zwei, Cincinnati, einen Meter achtzig und Schuhgröße dreiundvierzig.“ „Okay“, sagte er nachdenklich, „den Rest kann ich selbst ausfüllen“. Er schien in Gedanken schon woanders zu sein. „Ich zeige dir noch schnell, wo du hin musst. Morgen früh wirst du dann über alles informiert werden.“
    Er schritt zur Tür und bedeutete mir, es ihm gleich zu tun. Zügig gingen wir durch einen Torbogen direkt neben Rolands ‚Büro’. Er führte offenbar zu den Schlafräumen. Der Gang war relativ schmal und zu allen Seiten sah man schwarze Holztüren, die offenbar von innen mit Riegeln blockiert waren. Es roch hier nach Rotholz und Jasmin – diese Abteilung war also den Hexen und den Elfen vorbehalten. Man trennte die verschiedenen Arten sehr sorgfältig um Auseinandersetzungen zu vermeiden. Die Wände zwischen den Türen waren aus Sandstein und kahl. Über den Türen waren Nummerierungen in römischen Ziffern angebracht. Prompt blieb Roland vor dem Zimmer mit der Nummer achtunddreißig stehen. Er klopfte an. Zuerst hörte man nichts, dann aber schlurfte jemand zur Tür und schob einen schweren Riegel geräuschvoll vor. Die Tür öffnete sich und ein müder Elf stand vor uns. Er hatte blondes Haar, welches von Schlaf zerzaust war und in alle Richtungen abstand. Sein schwarzes Metallica-T-Shirt und seine kurze Stoffhose sahen abgenutzt aus, offenbar verwendete er sie nur als Schlafanzug. „Entschuldigung, dich stören zu müssen, Tony. Das hier ist Lafayette Morgan. Er ist neu hier und du wirst ihm alles zeigen. Dafür bekommst du morgen schulfrei. Du hast doch noch ein Bett frei hier, wenn ich mich nicht irre?“
    “Klar… Komm rein, Lafayette. Ich werde mich darum kümmern, Meister…
    …darf ich nun bitte weiterschlafen?“
    “Entschuldigung dich gestört zu haben. Gute Nacht, Tony“
    Tony grummelte etwas Unverständliches, was ähnlich wie „Gute Nacht“ klang und Roland ging.
    Ich trat ein und der Elf schob den Riegel wieder vor. Der Innenraum des Zimmers war liebevoll eingerichtet. Die Wände waren mit Wandteppichen behangen, wie auch in der Eingangshalle, allerdings diesmal nicht mit den ernsten Motiven der Himmelsrevolution, sondern mit einfachen Mustern. Ein Kamin, etwas größer als der von Meister Roland, befand sich unter dem Fenster an der Wand. Ein einfacher Kerzenleuchter aus schwarzem Stahl hing an der Decke, die vier Kerzen darin brannten nicht. Im Zentrum des Raumes war ein grauer Steintisch mit einem roten Seidendeckchen und einer kleinen Kerze darauf angebracht. Daneben standen ein Sofa und ein Sessel aus grün gefärbtem Leder. Im hinteren Teil des Raumes führte eine breite Wendeltreppe zum Schlafraum. Mir gefiel es hier. „Dort hinten stehen die Betten, einfach die Treppe hoch. Ansonsten erklär ich dir alles morgen früh… Ich geh jetzt ins Bett. Gute Nacht.“
    Er verschwand wieder und ich setzte mich auf den Sessel. Ich würde viele magische Objekte vorbereiten müssen, aber ich hatte ja Zeit. Geistesabwesend fuhr ich mit der Hand über den Bernstein an meinem Hals und beobachtete den Vollmond, der durch das Fenster schien. Das Licht machte mich müde und ich ging auch Richtung des Schlafraums, gespannt, was der morgige Tag bringen würde.

  • Kon'nichiwa


    Ersteinmal ist dir das Kapitel wirklich gut gelungen
    auch wenn ich es schonmal erwähnt hab du beschreibst wirklich gut
    aber nicht so langweilig, sondern auf ieine art abwechslungsreich, du zählst
    nämlich nicht alles auf wikrlich gut (;
    von der länge des kapitels her finde ich es optimal, nicht zu lang nicht zu kurz(meiner meinung, muss ich sagen)
    schon wieder gab es so eine andeutung zum wesen des protagonisten und das sagt mir, das meine theorie
    also vllt stimmt, muahaha...okay wieder zum kapitel
    ich bin wirklich nicht gut im kommentieren, aber wenn ich etwas
    nicht gut finde, sag ich dir schon, auf jeden fall
    hatte das kapitel bis jetzt nicht sooo eine interessante handlung, aber
    es ist ja erst das erste, ne
    yo, wie gesagt du kannst mich auf die benachrichtigungsliste(wie ich das wort hasse :D)
    setzten...
    ach ja was interessant wäre, das aussehen Lafayette, interessiert mich wirklich :D
    du schreibst ja aus der ich-form deswegen beschreibst du ihn ja nicht wie
    die anderne personen, wäre auf jeden fall gut, so jetzt bin ich fertig


    lg ♥tsuki♥

  • Ausnahmsweise geb ich gleich noch einen Kommi, weil ich gerade Lust dazu hab - aber wenn du schnell schreibst werd ich das nicht jedes Mal hinbekommen. Ist ja kein Problem, wollts nur mal gesagt haben.^^


    Das ist also das erste Kapitel. Für meinen Geschmack fast etwas kurz, aber okay. Die Beschreibungen sind wieder sehr ausführlich und detailliert, dennoch kann man sich diese enormen Dimensionen der Eingangshalle kaum vorstellen (nur eine Beobachtung, soll kein Kritikpunkt sein^^). Was du jedenfalls ganz klar rüberbringst: Diese Halle würde einem noch lange im Gedächtnis bleiben, wenn man selbst dort wäre. Alles erinnert einen ein wenig an einen Palast, der riesige Kronleuchter, der schöne Brunnen, der rote Samtteppich. Und gleichzeitig sieht man an der Ausstattung auch, wo man hier gelandet ist: Wandteppiche mit christlichen Motiven würde man wahrscheinlich auch an anderen Orten bewundern können, in Verbindung mit einer Decke voller Penta- und Hexagramme vermutlich nicht. ^^
    Großes Lob auch für die genaue Personenbeschreibung des Hexenmeisters. Sieht genauso aus, wie man ihn sich vorstellen würde, würde ich sagen. ^^ Bis jetzt macht er ja einen ganz netten Eindruck, erinnert mich ein wenig an den Hexenmeister aus "Die Chroniken der Unterwelt".
    Die Szene mit dem Lügenamulett ist ja sehr interessant. Warum kann es die Lügen nicht erkennen? Liegt es alles an dem Bernstein, den Lafayette umhat? Oder kann er das Lügenamulett irgendwie beeinflussen? Darauf bin ich schon sehr gespannt.^^ Diese Stelle fand ich übrigens ziemlich lustig: Wenn ich eine Lüge erzähle, würde es rot aufleuchten. Eigentlich. Das hintendran gehängte "eigentlich" kam nämlich im Prolog schon vor, und irgendwie hat es einen gewissen Unterhaltungswert, wie Lafayette immer erklärt wie etwas normalerweise funktioniert, nur um anschließend die Ausnahme von der Regel zu beweisen.
    Er behauptet also, auch ein Hexenmeister zu sein, interessant (gibt es bei dir eigentlich einen Unterschied zwischen "Hexe" und "Hexenmeister"?). Alles andere hätte man vermutlich zu leicht erkannt, aber da Hexen keine artspezifischen Merkmale zu besitzen scheinen... überaus praktisch. Jetzt weiß man jedenfalls schon mal, wie groß Lafayette ist (das wird er ja wohl kaum gelogen haben xD), der erste Schritt zu seinem Aussehen, was hoffentlich auch bald folgen wird (ein Tipp: bei der Ich-Perspektive kann man eine Figur am einfachsten beschreiben, indem man sie in einen Spiegel blicken lässt). Finde es übrigens faszinierend, dass Lafayette anscheinend über einen sehr guten Geruchssinn verfügt, auch ziemlich praktisch um andere Wesenheiten zu erkennen.
    Elfen und Hexen scheinen sich also recht gut zu vertragen, wenn man sie gemeinsam in einem Zimmer unterbringt, aber das war von der Beschreibung her schon zu erwarten, die haben ja vieles gemeinsam. Der Elf trägt ein Metallica-Shirt als Schlafanzug? Das ist irgendwie... putzig. ^^ Zeigt vor allem auch, dass sich die Nichtmenschen anscheinend auch wie ganz gewöhnliche Jugendliche verhalten. Praktisch, dass man gleich schulfrei bekommt, wenn man einem neuen Mitschüler alles zeigen muss. Wenn der Hexenmeister das so einfach bestimmen kann, scheint er ja so etwas wie der Schulrektor zu sein, denke ich.
    Lafayette muss viele magische Objekte vorbereiten? Was hat das jetzt wieder zu bedeuten? Was hat er eigentlich vor? Du machst es auf jeden Fall spannend, das muss man dir lassen. ^^


    Verbesserungen:
    An der Decke des Saales hing ein prachtvoller Kronleuchter. In Gold gefasste Bergkristalle hingen [...] Wiederholung
    Es war darauf die Revolution des Himmels, angezettelt von Lucifer, aufgemalt, [...] passt nicht so ganz; Muster werden für gewöhnlich in Teppiche eingewebt, aber nicht aufgemalt
    Am Ende des Raums befand sich wiederum ein großes Tor, ähnlich dem am Eingang, welches in den Innenhof führte. Es befand sich niemand hier [...] Wiederholung
    Ein kleiner Kamin war im hinteren Teil des Raums angebracht – offenbar eher um Zauber zuzubereiten, als den Raum zu beheizen. wohl eher Zaubertränke; wenn du auf das Wort "Zauber" bestehst, passt wiederum das "zubereiten" nicht mehr
    Die Wände waren bis auf ein großes Portrait eines Sees im Frühling kahl, [...] grenzwertig; als "Portrait" bezeichnet man normalerweise nur Bilder, die eine Person darstellen - schreib doch einfach "Gemälde"/"Malerei" oder sogar nur "Bild"

  • Die Fehler sind ausgebessert, danke (=
    Lafayette stellt sich aber eigentlich nicht als Hexenmeister, sondern als Hexe Grad 2 vor - ich hab in den Startpost editiert, was das bedeutet.
    Ansonsten wünsche ich viel Spaß mit Kapitel 2 :)


    Kapitel 2


    Langsam quälte ich mich am nächsten Morgen aus dem Bett. Die Frühlingssonne erhellte den Raum und machte es mir schwer, meine Augen zu öffnen. Tony war offenbar schon wach, was man am Rauschen des Wassers in unserem kleinen Bad feststellen konnte.
    „Morgen“, rief er undeutlich – es hörte sich an, als hätte er den Mund voller Zahnpastaschaum. „Morgen Tony…“
    Ich öffnete meine Augen einen Spalt, um nicht zu stolpern oder hinzufallen.
    „Roland war hier. Er hat deine Kleidung, Zauberutensilien und Essen vom Frühstückstisch mitgebracht. Falls Etwas fehlt, sollen wir es ihn wissen lassen. Er wird dann jemanden schicken, der es uns vorbei bringt.“
    Schlaftrunken kämpfte ich mit der Bettdecke, welche sich um meine Füße gewickelt hatte und mich daran hinderte, mir Etwas von dem kleinen Holztischchen zu nehmen, auf dem eine Tüte voll Gebäck lag. Es roch gut. Als ich mich endlich von dem lästigen Stoffgewirr befreit hatte, sah ich mir den Schlafraum zum ersten Mal genauer an. Er war alles andere als spartanisch eingerichtet – neben den doch recht einfachen Betten aus Eichenholz stand jeweils ein großes Regal um dort Klamotten, Kessel, Gläser, Werkzeuge und sonstigen Kram unterzubringen. Die Wände, der Fußboden und die Decke waren mit dunklen Dielen ausgelegt worden, was für eine warme Atmosphäre sorgte. Ein brauner Holztisch mit einem kleinen Hocker stand in der Mitte des Zimmers, auf welchem die Papiertüte mit Schokocrossaints und eine flache Obstschüssel lagen. Eine überdimensionale Stereoanlage mit zwei großen Boxen thronte als einziges elektronisches Objekt vor dem einfachen Fenster.
    „Deine?“, fragte ich Tony und deutete auf die Anlage. „Klar. Schalt ruhig ein, wenn du willst. Ich hoffe du magst Punkrock? Die Fernbedienung liegt auf meinem Bett.“
    Grinsend schnappte ich mir die kleine schwarze Box und drückte auf den obersten Knopf. ‚Savior’ von Rise Against ertönte aus den Lautsprechern. Ich griff mir eines der Schokocrossaints und ließ mich entspannt auf mein Bett fallen. Das Crossaint schmeckte wunderbar.
    „Bringt Roland denn jedem seine Klamotten und Utensilien selbst?“, fragte ich.
    „Ja, den Neuen schon“, antwortete Tony aus dem Bad. „Ihm ist es wichtig, dass die Schüler eine gute Meinung von ihm haben oder so. Ich weiß es auch nicht genau.
    Du kannst außerdem rein, ich bin fertig.“
    Mit in alle Richtungen abstehenden Haaren betrat er den Schlafraum. Er hatte immer noch sein Metallica T-Shirt und seine abgenutzte Hose an.
    Nachdem ich mein Frühstück gegessen hatte, ging auch ich ins Bad. Der kleine Raum war wesentlich weniger ansehnlich als die, die ich bisher betrachten konnte. Bis zur hölzernen Decke war alles mit weißen Fließen bedeckt. Eine Dusche war im Eck angebracht und über dem Waschbecken hing ein runder Spiegel. Dennoch wirkte alles hier sehr gemütlich.
    Ich blickte in mein eigenes Gesicht. Meine smaragdgrünen Haare hingen über meine Schultern und meine Augen hatten einen braungrünen Farbton. Es war ungewohnt mich selbst zu sehen, ich hatte seit Jahrzehnten nicht mehr in einen Spiegel geblickt. Im Jenseits liefen die Dinge etwas anders als im Diesseits.
    Ich spritzte mir mit den Handflächen kaltes Wasser ins Gesicht und nahm eine Zahnbürste aus dem Becher, auf dem mein Name stand. Offenbar hatte Roland wirklich an alles gedacht.
    Nachdem mein Gesicht gewaschen, meine Zähne geputzt und meine Haare gekämmt waren, zog ich mir mein schwarzes T-Shirt und eine kurze schwarze Hose an, die mir heute früh gebracht worden war. Zusätzlich warf ich den schwarzen Stoffumhang über, von dem ich wusste, dass seine Fasern mit einem Zauber versehen waren, welcher Magie die mich traf abschwächen würde. Tony stand schon an der kleinen Treppe zu unserem ‚Wohnzimmer’ und trat ungeduldig vom einen Fuß auf den anderen. Die Stereoanlage hatte er vorher ausgeschaltet.
    In normalem Tempo ging ich zu ihm. „So, was sollst du mir nun alles zeigen?“
    Schnell sprang er zur Zimmertür und schob den Riegel hoch, nur um dann ungeduldig auf mich zu warten.
    „Zuerst den Speisesaal. Der ist nämlich gleich nebenan und da werden wir heute Abend auch essen. Danach die verschiedenen Unterrichtsräume und den Schulhof. Du wirst schon sehen.“
    Er schlüpfte zur Tür hinaus und ich folgte ihm. Sie musste nicht zugesperrt werden, da ein einfacher Zauber die anderen Schüler davon abhielt, einzubrechen. Wer es dennoch tat, lief durch diesen die nächsten zwei Wochen mit Akne im Gesicht herum, welche man nicht mit Make-up-Amuletten kaschieren konnte. Dieser Zauber war an jedem Zimmer angebracht und wurde deaktiviert, wenn die Leute das Zimmer betraten, die dort auch wohnten. Deshalb die Riegel, die man nachts vorschob.
    Während wir durch den Gang Richtung der großen Eingangshalle schritten, redete Tony unermüdlich von „Amy“ und „Alexia“, die ich unbedingt kennen lernen müsse, wie er meinte. Amy war offenbar eine Hexe und Alexia eine Elfe, und sie würden beide in dieselbe Klasse gehen wie wir. Ich war nicht scharf darauf, viele neue Kontakte zu knüpfen. Wie ich vermutete würde meine Mission hier eh nicht lange andauern, also versuchte ich, emotionale Bindungen zu vermeiden.
    Wir liefen durch die große Eingangshalle, vorbei an Rolands Zimmer in einen zweiten Gang. „Hier sind die Unterrichtsräume für Zaubertränke, Alchemie und Chemie. Nicht so spannend wie es sich anhört. Dort drüben ist der Speisesaal. Wenn wir Glück haben ist noch etwas von den Crossaints von heute morgen übrig.“
    Ich lächelte. Die Türen hier waren etwas größer als Zimmertüren im anderen Gang. Dieselbe hebräische Schutzformel wie auch vor der Schule war über den Türen in den Sandstein eingraviert – offenbar um die Wesen in diesen Räumen vor folgenschweren Fehlern beim Tränke brauen zu bewahren.
    Einige Meter weiter befand sich dann der Eingang zum Speisesaal. Stolz präsentierte Tony ihn mir.
    „Tada!“; rief er begeistert.
    Der Raum war so groß wie das Hauptschiff einer Kirche und auch das Deckengewölbe erinnerte an die gotische Bauweise. An den sandfarbenen Steinwänden waren überall messingfarbene Kerzenhalter angebracht in denen weiße Kerzen standen. Verschiedene Tischgruppen standen ohne wirkliche Ordnung im Saal, an jeder Platz für vier bis acht Leute. Im hinteren Teil des Raumes waren deutlich prunkvollere Stühle und größere Tische, wahrscheinlich für die Lehrer. Teller, Gläser und Besteck lagen für den Abend schon an den Tischen und die Frühlingsblumensträuße in der Mitte jeder Tischgruppe wurden gegen Kerzen ausgetauscht. Die Angestellten, die zwischen den Tischen umherwuselten, trugen weiße Küchenschürzen, darunter aber ganz normale Klamotten.
    Tony sprach mit einer der Bedienungen, welche ihm daraufhin eine Papiertüte voll Schokocrossaints holte. Strahlend und den Mund voll Gebäck und Schokolade kehrte er zu mir zurück und bot mir eines an. Ich lehnte dankend ab.
    „Komm mit, ich zeig’ dir den Schulhof“, murmelte er mit vollem Mund und ging zügig voran. Im vorbeigehen erklärte er, welche Räume wozu da waren – über allen stand diese hebräische Schutzformel - sie hatte wohl einen tieferen Sinn, als nur Unfälle beim Tränke brauen zu vermeiden.
    Nach einem großen Umweg, der dazu diente mir die Unterrichtsräume zu zeigen, kamen wir wieder in der Eingangshalle an. Tony ging direkt zum großen Tor, welches in den Schulhof führte und öffnete es durch einen einfachen Zauberspruch, den ich nicht verstand. Ich würde ihn heute Abend danach fragen.
    Langsam ging ich auf den großen Platz. Mehrere Volleyballplätze und ein Handballfeld gab es hier. Der Innenhof war nicht mit weißem Marmor verkleidet, sondern aus einfachem Sandstein. In regelmäßigen Abständen waren erloschene Fackeln an den Wänden angebracht und hier und da konnte man Überreste von magischen Ritualen entdecken. Der Rasen war nicht gemäht – was sonst in der Welt der Hexen an ein Verbrechen grenzen würde, da man die für Zauber wertvollen Pflanzen zerstören würde – und duftete wunderbar nach den verschiedensten Arten von Blumen. Einige Vampire sonnten sich im hohen Gras am anderen Ende des Hofs und eine Lehrerin schien jungen Hexen und Elfen etwas über die Gräser und Blumen die hier wuchsen beizubringen. Tony setzte sich im Schneidersitz in die Sonne und bedeutete mir, es auch zu tun.
    „Hier werden wir noch oft sein“, erklärte er. „An Voll- und Neumond findet hier der Mitternachtsunterricht statt. Außerdem haben wir hier jeden Mittwoch Kampfsport- und Waffentraining.“
    Ich hob interessiert eine Augenbraue.
    „Kampfsport?“, fragte ich. Das wusste ich wirklich noch nicht.
    „Ja. Du brauchst dir keine Sorgen machen, falls du es am Anfang nicht hinbekommst, das wird das mit der Zeit…“
    „Ich mach mir keine Sorgen.“, versicherte ich ihm und lächelte. „Was wollen wir nun noch tun?“
    „Hmmh… Amy und Alexia müssten bald Unterrichtsschluss haben. Sie kommen dann sicher hierher, tun sie immer nach dem Unterricht bei schönem Wetter. Ich stell sie dir dann vor. Du wirst sie sicher auch mögen. Sie sind nett!“
    Ich musste grinsen bei der Art, wie er den Namen ‚Amy’ aussprach. Es erinnerte mich an einen kleinen Jungen, der von seinem Lieblingsfußballspieler erzählte.


    Die Schulglocke erklang laut und ich fragte mich, wo sie befestigt war. Man spürte die Schallwellen selbst auf dem Schulhof noch. Nervös sprang Tony auf und trat von einem Fuß auf dem anderen.
    „Gleich müssten sie da sein“, wiederholte er nervös. Auch ich stand auf und beschäftigte mich einen Moment mit einem Schwalbenschwanz, der fröhlich an uns vorbeiflog. Ich mochte Schmetterlinge. Im Jenseits sah ich nie welche.
    „Da kommen sie!“, rief Tony und riss mich aus meinen Gedanken. Zwei Mädchen in Jeans und T-Shirt kamen auf uns zu. Die eine – dem Rotholzgeruch nach zu urteilen die Hexe, also Amy – hatte ein südländisches Aussehen. Ihre Haut war etwas dunkler als der Durchschnittshauttyp und sie hatte langes, schwarzes Haar. Ihre Augen waren schokoladenbraun und sie hatte eine freundliche Ausstrahlung. Das andere Mädchen – wahrscheinlich Alexia – hatte blasse Haut und langes, goldenes Haar. Ihre Augen waren strahlend blau und sie war etwas kleiner als ich, genau wie Amy. Sie trugen ihre Umhänge unter dem Arm und Alexia plapperte aufgeregt über irgendetwas dahin.
    Tony lief ihnen auf halbem Weg entgegen und ich folgte ihm. Ich war neugierig. Er umarmte beide kurz und stellte mich dann vor. „Amy, Alexia, das ist Lafayette. Er ist neu hier und eine Hexe.“
    Die beiden lächelten mich an und Amy reichte mir zuerst die Hand. „Schön, dich kennen zu lernen. Ich bin Amy und das hier ist Alexia.“
    Amy schien mir selbstbewusst, wohingegen Alexia schüchtern wirkte. „Hey.“, sagte sie zögerlich. Tony grinste sie belustigt an und sie warf ihm einen wütenden Blick zu.
    „Hey“, antwortete ich. „Ich freue mich auch, euch kennen zu lernen.“

  • Kon'nichiwa Vaporeon!


    So ersteinmal ein Lob dafür das du so schnell neue Kapitel rausbringst. Dann hab ich was zum lesen (;
    Ich hab wirklich nicht gemerkt das du irgendwelche Fehler im letzten Kapitel gemacht hast :D
    Naja Espeon hat sie ja gefunden...sou nun zum zweiten Kapitel, hier erfahre ich endlich wie Lafayett
    aussieht und meine Theorie hat sich als richtig erwiesen :D
    Okay, so interessant war es nicht, aber wie ich schon gesagt hatte es ist erst der anfang...du bringst
    immer wieder deine beschreibungsgabe zum vorschein, wirklich wieder alles toll beschrieben...
    Tony ist also verknallt, die andeutung hast du volll extra gemacht, ich glaub das es deswegen ein bisschen
    Stress geben wird, wenn du das vom Anfang an verdeutlichst.
    Jaja, hm was mir ins Auge gesprungen ist, Lafayett ist doch ein Typ, oder?? xD
    Dann müsste das in dem Satz:
    Amy, Alexia, das ist Lafayette. Er ist neu hier und eine Hexe.ein Hexer.
    So müsste das stimmen, sou ich bin mal wieder fertig (;


    lg ♥tsuki♥

  • Kapitel 3


    „Wo warst du heute im Unterricht?“, fragte Amy Tony vorwurfsvoll.
    „Roland hat mir frei gegeben. Ich sollte Lafayette die Schule zeigen. Ich bin um vier Uhr früh geweckt worden, da er ein Zimmer gebraucht hat!“
    Amy sah mich fragend an, während Alexia meinen Blickkontakt mied und schüchtern zu Boden starrte. Auch bei Tony kam nun die Frage auf, wieso ich mich um eine solch unchristliche Zeit hatte einschreiben lassen.
    „Der Weg hierher hat länger gedauert als ich dachte“, log ich schulterzuckend mit einem entschuldigenden Lächeln. „Deshalb bin ich so spät angekommen. Ich war nicht scharf darauf, in der Wildnis zu übernachten.“
    Eigentlich lag es daran, dass man um diese Uhrzeit wohl am wenigsten Aufsehen erregen würde. Dabei fiel mir auf, dass Roland mich gar nicht danach gefragt hatte, wieso ich so spät angekommen war.
    „Wir müssen dann auch weiter“, meinte Amy. „Alexia und ich helfen heute im Kräutergarten bei Lady Janina. Bis zum Abendessen!“
    „Ciao“, verabschiedeten Tony und ich uns. Auch von der Elfe kam ein dünner Laut, der wohl so viel wie „Bis bald“ bedeuten sollte.
    „Ist sie immer so?“, fragte ich Tony als die beiden außer Hörweite waren und deutete auf Alexia.
    „Nein“, antwortete dieser grinsend. „Nur wenn sie nervös ist. Du hast sie scheinbar nervös gemacht. Auf eine positive Art und Weise, wie ich meinen würde.“
    Ich seufzte. Das würde meine Mission nicht weniger schwierig machen. Verdammt, ich war hier um einen verdammten Befehl auszuführen, nicht um soziale Kontakte zu knüpfen.
    „Magst du sie so wenig?“, deutete Tony mein Seufzen falsch und blickte mich entgeistert an.
    „Nein, das ist es nicht.“, erklärte ich schnell. „Ich finde sie ganz nett – beide. Es hat… persönliche Gründe.“
    Tony blickte ausdruckslos Richtung einem der fünf großen Türme, die an die Schule angebaut worden waren. Er schien nicht nachfragen zu wollen, welche Gründe ich meinte. Das war gut.
    Ich nutzte die Gelegenheit und wechselte das Thema.
    „Gibt es hier in der Nähe einen Laden für Hexenzubehör?“
    „Ja, unten in der Stadt“, antwortete Tony. „Es ist ein Stück zu laufen von hier, wir sollten uns einen Tag Zeit nehmen. Am besten wir machen das am Wochenende – wenn du willst, frage ich Amy und Alexia, ob sie mitgehen.“
    ‚Wollen’ tat ich es nicht wirklich. Aber ich hatte auch nichts dagegen und wusste, dass Tony sich freuen würde. Also warum nicht?
    „Von mir aus gerne“, antwortete ich, und sah, wie seine Augen strahlten. Ich strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Hoffentlich war mein Auftrag bald beendet, ich wollte nicht noch lange Zeit hier bleiben. Je länger ich hier war, mit desto mehr Personen befreundete ich mich – und eventuell war eine davon Ziel meines Auftrags.
    „Was brauchst du denn alles?“, wollte der Elf wissen.
    „Dies und das“, entgegnete ich. „Ein paar Schraubgläser für getrocknete Pflanzen, einen Silberspiegel, Rotholz, ein paar Kerzen, Kreide und solche Sachen. Ich denke, das haben sie im Sortiment, oder?“
    „Ich denke schon“, murmelte er und sah in den Himmel. Offenbar grübelte er gerade über etwas nach.
    „Wie vertreiben wir uns jetzt die Zeit bis zum Abendessen?“, riss ich ihn aus seinen Gedanken und er schreckte auf.
    „Öhm... Mir fällt eigentlich gerade nichts ein. Wir können zurück in unser Zimmer – Musik hören.“


    Zu meiner Überraschung aßen die Werwölfe im selben Raum wie die Elfen und Hexen. Die meisten rochen sehr streng nach Moschus und auf ihren Tellern lagen überdurchschnittlich blutige Steaks. Die Kerzen auf den Tischen wurden offenbar durch einen Zauber daran gehindert, abzubrennen – denn sie hatten allesamt dieselbe Länge, die sie hatten, als ich heute Vormittag schon hier war. Amy und Alexia warteten an einem Vierertisch auf uns. Tony hatte sie gleich beim Betreten des Saales entdeckt.
    „Hey ihr beiden“, trällerte Tony fröhlich und wir setzten uns zu ihnen. In der Mitte standen ein silbernes Tablett mit gebratenen Steaks und eine Porzellanschüssel mit Pommes.
    Der Elf schnappte sich schnell zwei der Steaks und eine große Portion der Beilage, fast als würde er fürchten müssen, jemand nimmt es ihm vorher weg. Amy verdrehte lachend die Augen. Das Essen roch sehr gut und auch ich tat mir etwas auf den Teller.
    „Wie lang seid ihr beiden schon an dieser Schule?“, fragte ich um die Situation etwas aufzulockern, während Tony die Steaks herunterschlang.
    „Seit zwei Jahren. Wir kennen uns seit wir klein sind und haben gemeinsam beschlossen, dass wir hier her wollen“, antwortete Amy. „Uns gefällt die Schule super. Nicht wahr, Alexia?“
    Die Elfin schreckte für einen Moment auf und antwortete dann stotternd: „J-ja.“
    Sie strich sich ihre langen Haare aus dem Gesicht und ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass ihre Augen wirklich schön sind. Dass sie wirklich schön war. Amy bemerkte offenbar meinen Blick und flüsterte Tony über den Tisch gelehnt etwas ins Ohr, woraufhin er breit grinste und zustimmend nickte. Ich konnte mir schon denken, was sie flüsterten. Sie hatten mit ihrer Vermutung mir gegenüber nicht recht. Das wusste ich.
    „Habt ihr Lust, nach dem Abendessen mit zu uns zu kommen?“, fragte Amy Tony und mich.
    Alexia verschluckte sich fast an ein paar Pommes und blickte panisch zu der Hexe.
    „Natürlich“, antwortete Tony für uns beide, bevor ich etwas sagen konnte und begann mit Amy direkt über die Planung des Abends zu reden.
    Die restliche Zeit plapperten Amy und Tony über Brettspiele, die sie spielen konnten (wobei Tony mehrmals Strip Poker vorschlug) und klauten sich gegenseitig ihr Essen von den Tellern, was ich ein wenig albern, aber lustig zuzusehen fand. Alexia sagte währenddessen nichts. Ich mochte die drei. Leider.


    In unserem Zimmer zog Tony wieder sein Metallica T-Shirt und die abgenutzte Hose an, machte sich die Haare und fragte mich bestimmt zehn Mal, ob er aus dem Mund noch nach Steak und Pommes roch. Bis auf den Umhang hatte ich meine Kleidung vom Tag an gelassen. Nachdem Tony mindestens eine halbe Dose Deodorant versprüht hatte, kam er ‚fertig’ aus dem Bad. Ich öffnete das Fenster, damit der Geruch des Deos abziehen konnte, bis wir wieder hier waren. Draußen war es mittlerweile dunkel geworden.
    „Können wir nun endlich gehen?“, fragte ich ihn etwas genervt.
    „Ja, können wir.“, sagte er bestimmt.
    Das Zimmer der beiden Mädchen war nur wenige Meter von unserem entfernt. Ab Nummer fünfundvierzig begannen die Mädchenräume; Amy und Alexia wohnten in der Siebenundvierzig.
    Laut klopfte Tony an. Der Riegel wurde hochgeschoben und Amy öffnete uns die Tür. Sie trug ein weißes T-Shirt und eine blaue Jogginghose. „Hey Jungs. Wir warten schon auf euch.“, versicherte sie uns lächelnd und ließ uns hinein. Das Zimmer der beiden Mädchen hatte wenig Unterschied mit unserem. Der Kamin brannte und knisterte leise, während Amy eine Stereoanlage einschaltete, die leise ‚Billy Talent’ spielte. Der schwarze Kerzenleuchter brannte und erhellte den Raum. An der Wand hingen Bilder von zwei kleinen Mädchen, einem blonden und einem dunkelhaarigen. Offenbar Amy und Alexia vor einigen Jahren.
    Die Elfe kam lautlos die kleine Wendeltreppe herunter, welche es bei uns auch gab. Sie trug eine graue Pyjamahose und ein rosa T-Shirt.
    „Hi“, sagte sie schüchtern und setzte sich auf das Sofa. Jemand hatte zwei Flaschen Cola und vier Gläser auf den Steintisch in der Mitte gestellt. Außerdem war ein ‚Brettspiel-Sammlung’-Karton neben den Fuß des niedrigen Tisches gelegt. Amy sprang zum Sessel und Tony setzte sich auf den Fußboden daneben. Ich nahm den noch freien Platz auf dem Sofa neben Alexia und sie verkrampfte sich etwas. Erneut ertappte ich mich dabei, wie meine Gedanken um sie kreisten. Ich fand sie wirklich hübsch und ein Teil von mir fühlte sich zu ihr hingezogen. Ich wollte ihre Stimme hören und suchte nach einem Grund, sie etwas zu fragen. Währenddessen hatte ich sie wohl angestarrt, was ich an Amys vielsagendem Blick zu Tony festmachte.
    Sie konnten mit ihren Vermutungen nicht richtig liegen. Das war einfach nicht möglich.
    Dämonen sind wie Engel – sie verlieben sich nicht. Es lag einfach nicht in ihrer Natur. Erst recht nicht in Elfen.


    Eigentlich.

  • Kon'nichiwa Vaporeon!


    Das Kapitel hat mir...sehr gefallen (;
    Und ich würde nicht übertreiben, wenn ich sagen würde klasse gemacht :thumbsup:
    Wahrscheinlich liegt es daran das ich ein mädchen bin und liebesgeschichten mag, die
    dann noch umwege bilden...dankeschön jetzt hab ich die offizielle bestätigung das
    Lafayett ein Dämon ist :D Aber wieder zum Kapitel erstens ein dicker fetter Lob
    das du es so schnell auf die Reihe bringst neue Kapitel online zu setzten, die dazu
    noch wirklich gut sind (; Von der länge ist es mal wieder optimal geworden, wie immer
    und die Handlung ist auch zumindest für mich interessanter geworden
    Fehler die meinen Lesefluss(nenn ich jetzt mal so) behindert haben hab ich nicht
    gefunden, also nochmal toll gemacht und warte wieder mal gespannt aufs nächste
    Kapitel...


    lg ♥tsuki♥

  • Nach 3 Kapiteln werde ich nun nicht nur kurz in den Gästebüchern sondern auf die ganzen Kommentare hier ausführlich eingehen (=


    Zitat von ♥ȶʂʋʞɨ♥

    ach ja zum startpost es wäre perfekt, wenn man etwas zum Hauptcharakter erfährt


    Einen Steckbrief habe ich bewusst nicht beigefügt. Lafayette soll eine Figur sein, die deutlich mehr weiß als der Leser und nach und nach mit ihrer "Geschichte" herausrückt. Wie man in den ersten 3 Kapiteln schon sehen konnte, wird jedesmal ein wenig mehr verraten.


    Zitat von Espeon

    Wie wird ein Vampir denn jetzt zum "untoten Vampir"? Und was genau ist ein "echter Untoter"?


    Als Vampir geborene Vampire werden zu "echten Untoten" indem sie einfach sterben. "Echter Untoter" ist nur ein Synonym für "untoter Vampir", da lebende Vampire in gewisser Weise ja auch schon Untote sind. Mit dem Unterschied, dass sie eben sterben können und danach wirklich "untot" sind. Verwandelte Vampire müssen nach ihrem Tod vollständig ausgesaugt werden um zu untoten Vampiren zu werden.


    Zitat von Espeon

    Wandteppiche mit christlichen Motiven würde man wahrscheinlich auch an anderen Orten bewundern können, in Verbindung mit einer Decke voller Penta- und Hexagramme vermutlich nicht. ^^


    Was genau es mit diesen Wandteppichen und der Geschichte dahinter zu tun hat, werdet ihr noch erfahren, genauso was genau diese Zeichen bewirken bzw. wozu sie da sind.


    Zitat von Espeon

    Er behauptet also, auch ein Hexenmeister zu sein [...] gibt es bei dir eigentlich einen Unterschied zwischen "Hexe" und "Hexenmeister"?


    Das tut er nicht - ich glaube, da hast du dich etwas verlesen. Er sagt, er wäre eine Hexe (Grad 2), was im Startpost genauer beschrieben wird (im Tabmenü unter "Hexen") - womit auch schon die Frage geklärt wäre ^^


    Zitat von Espeon

    Alles andere hätte man vermutlich zu leicht erkannt, aber da Hexen keine artspezifischen Merkmale zu besitzen scheinen


    Tun sie - den Geruch eben. Woran das liegt werdet ihr noch erfahren, ich will nicht zu viel verraten (=


    Zitat von Espeon

    (ein Tipp: bei der Ich-Perspektive kann man eine Figur am einfachsten beschreiben, indem man sie in einen Spiegel blicken lässt). Finde es übrigens faszinierend, dass Lafayette anscheinend über einen sehr guten Geruchssinn verfügt, auch ziemlich praktisch um andere Wesenheiten zu erkennen.


    Das mit dem Spiegel wollte ich im nächsten Kapitel eh machen - war nur noch kein passender Augenblick dafür da.
    Woher dieser Geruchssinn kommt, wird auch noch verraten.


    Zitat von Espeon

    Lafayette muss viele magische Objekte vorbereiten?


    Wie auch heutige "Hexen" Objekte besitzen (bspw. Kristallkugel), die ihnen bspw. beim Hellsehen helfen, gibt es das auch in "meiner" Welt in der Geschichte. Was genau und wozu werdet ihr auch bald erfahren.


    Zitat von ♥ȶʂʋʞɨ♥

    Tony ist also verknallt, die andeutung hast du volll extra gemacht, ich glaub das es deswegen ein bisschen
    Stress geben wird, wenn du das vom Anfang an verdeutlichst.


    Na klar ;D  
    Ob es Stress geben wird und wenn ja in welcher Form, wird sich noch zeigen (=


    Zitat von ♥ȶʂʋʞɨ♥


    Jaja, hm was mir ins Auge gesprungen ist, Lafayett ist doch ein Typ, oder?? xD
    Dann müsste das in dem Satz: Amy, Alexia, das ist Lafayette. Er ist neu hier und eine Hexe.ein Hexer.


    Die Bezeichnung Hexe bzw Hexer ist nicht geschlechtsbedingt. Eine Hexe ist man ab Grad 2, davor gilt man als Hexer (auch weibliche Hexen). Die allgemeine Beschreibung der Art lautet auch "Hexe".


    Zitat von ♥ȶʂʋʞɨ♥

    Wahrscheinlich liegt es daran das ich ein mädchen bin und liebesgeschichten mag, die
    dann noch umwege bilden...dankeschön jetzt hab ich die offizielle bestätigung das
    Lafayett ein Dämon ist


    Ich bin ein Junge und mag bestimmte Liebesgeschichten auch - außerdem fände ich eine Story ohne Liebesgeschichte etwas langweilig, zumindest wenn ich selbst schreibe.
    Inwieweit das Problem "ich bin ein Dämon" sich noch entwickeln wird, werdet ihr auch sehen (=


    Zitat von ♥ȶʂʋʞɨ♥

    Aber wieder zum Kapitel erstens ein dicker fetter Lob
    das du es so schnell auf die Reihe bringst neue Kapitel online zu setzten


    Zitat von ♥ȶʂʋʞɨ♥

    So ersteinmal ein Lob dafür das du so schnell neue Kapitel rausbringst.


    Zitat von Espeon

    aber wenn du schnell schreibst werd ich das nicht jedes Mal hinbekommen.


    Das Tempo werde ich wohl nicht halten können, was aber ja denke ich verständlich und nicht so schlimm ist. Neue Kapitel werden auf jeden Fall regelmäßig rauskommen (=



    Außerdem freue ich mich natürlich, dass euch die Geschichte gefällt und bedanke mich für die Kommentare (=
    Ich hoffe, dass ihr weiterhin Spaß am Lesen haben werdet.

  • Schon wieder zwei neue Kapitel, fleißig fleißig.^^
    Okay, jetzt hab ichs kapiert, mit Hexe und Hexenmeister. Ich war zuerst nur ein wenig irritiert, weil manche die Wörter als weiblich/männlich-Unterscheidung benutzen.


    Kapitel 2


    Ahh, Lafayette hat grüne Haare?? Lol, das hat mich jetzt echt geschockt. xD Hab irgendwie gar nicht damit gerechnet, dass die Hexen/Dämonen wahrscheinlich auch "unnatürliche" Haarfarben haben - ich geh mal davon aus, dass es nicht gefärbt ist. Cool, der Dämon hat die gleiche Augenfarbe wie ich (annähernd).^^ Schwarze "Schuluniform" also, hm? Das ist so richtig Zauberer-like, passt also. Okay, Lafayettes Aussehen hast du ja jetzt beschrieben, interessant fände ich noch wie alt er ist. Würde mal auf 16-17 tippen, oder?
    Coole Einbruchssicherung haben die da, aber auch ganz schön fies. Der Rundgang durch die Schule war perfekt eingebaut, um die einzelnen Räume zu beschreiben. Der Speisesaal erinnert mich irgendwie etwas an die Halle in Hogwarts, nur weniger ordentlich. Im Garten wird niemals gemäht? Der muss ja komplett zugewuchert sein, das ist irgendwie... faszinierend.^^ Der Unterricht an der Schule scheint ja sehr abwechslungsreich zu sein. Unterricht im Garten, teilweise sogar mitternachts, und Kampfsport und sogar Waffentraining? Interessante Schule, muss man schon sagen.
    Ein Dämon, der Schmetterlinge mag? Das ist irgendwie süß.^^ Die beiden Mädchen, Alexia und Amy stelle ich mir beide total hübsch vor. Über ihren Charakter erfährt man sogar auch gleich ein wenig. Gut beschrieben.



    Kapitel 3


    Also ich finde es toll, wie du den Schulalltag und Tonys "Clique" so beschreibst, das lockert die ganze Story richtig auf. Die drei sind einem sofort sympathisch, da kann auch Lafayette nichts dagegen machen. Was ist diese Mission, die er erfüllen muss und wegen der er möglichst keine sozialen Kontakte knüpfen sollte? Das wird wirklich immer spannender. Von den Sachen, die er kaufen möchte, hört es sich so an, als würde er irgendein Ritual im inneren der Schule durchführen wollen... falls er bei den Sachen nicht gelogen hat.
    So, jetzt sind sie also im Zimmer der Mädchen und machen sich einen gemütlichen Spieleabend. Und anscheinend findet Lafayette Alexia nun doch mehr als nett... hat sich unser Dämon etwa verliebt? Wie niedlich.^^ Interessant übrigens, dass auch Engel sich nicht verlieben können. Das "eigentlich" am Ende war ja wieder unausweichlich - und ich musste schon wieder lachen.^^


    Fehler:
    Je länger ich hier war, mit desto mehr Personen befreundete ich mich – und eventuell war eine davon Ziel meines Auftrags. zwar nicht ganz falsch, besser würde aber klingen: freundete ich mich an



    Ich muss sagen, deine Story gefällt mir nach nur drei Kapiteln schon wahnsinnig gut. ^^ Geheimnisvoll und spannend, dabei kreativ und fantasievoll ausgestaltet mit sympathichen Charakteren. Dabei fehlerfreie Rechtschreibung und Grammatik und ein sehr angenehm zu lesender Schreibstil. Noch ein paar Kapitel mehr und ich schlag dich für den Profi-Bereich vor.


  • Kapitel 4


    „Habt ihr Lust am Samstag mit ins Dorf zum Shoppen zu gehen?“, fragte Tony die beiden Mädchen. „Lafayette braucht irgendwelches Hexenzubehör – und wenn wir schon mal dort sind, können wir auch noch mehr tun, als nur in den Magieladen zu gehen.“
    Amy schien von der Idee begeistert und plapperte gleich etwas von ‚Klamotten einkaufen’, während Alexia schüchtern, aber glücklich, nickte. Ich hatte ein wenig Sorgen, dass sie merken würden, was ich mit den Objekten vor hatte. Jedoch war es unwahrscheinlich, dass eine fünfzehnjährige Hexe und zwei genauso junge Elfen mit Dämonenzaubern vertraut waren.
    Während Amy schon mit Tony für das Wochenende plante, reihte ich die kleinen Mensch-ärgere-dich-nicht-Figürchen auf. Tony warf jedem einen weißen Plastikwürfel zu und Amy fing an. Sie hatte direkt mit dem ersten Wurf eine Sechs.
    „Was ist das eigentlich für ein Stein an deinem Hals?“, fragte Amy mich und ihr Blick hing an meinem Anhänger.
    „Ein Andenken meiner Mutter“, log ich und schloss den Stein mit meiner rechten Hand ein, als müsste ich ihn vor Etwas schützen. Er fühlte sich warm, fast lebendig an.
    „Er ist hübsch“, stellte die Hexe fest und lächelte.
    Nach vier Spielen (die alle Amy gewonnen hatte), mussten wir gehen – es war Zehn Uhr Abends und die Schulordnung sah das so vor. Ich war ein wenig enttäuscht, dass ich kaum mit Alexia gesprochen hatte, aber vielleicht war es auch besser so – ich würde hier eh nicht lange bleiben.


    Tony weckte mich am nächsten Morgen sehr früh. Nachdem wir uns gewaschen hatten, gingen wir direkt zu unserer ersten Stunde ‚Zaubertränke’. Es würde sicher unglaublich langweilig werden. Tony erzählte mir etwas vom vergangenen Teil des Schuljahres. Sie hatten offenbar nur Theorie besprochen und einen Zaubertrank gegen Schnupfen gemischt. Die wirklich spannenden Tränke waren die, mit denen man sich verwandeln konnte. Aber das war ein Dämonenzauber und würde kaum in diesem Unterricht auftauchen – selbst wenn, könnten sie ihn nicht aktivieren, da man für Dämonenflüche auch Dämonenblut brauchte.
    Amy und Alexia warteten vor der Tür schon auf uns. Die beiden freuten sich sichtlich, dass wir schon da waren und auch Alexia schien etwas aufgeschlossener gegenüber mir als sonst. „Hi ihr beiden“, begrüßten sie uns. „Habt ihr die Hausaufgaben gemacht?“
    Tonys Gesichtsausdruck wurde leicht panisch. „Ähm… Nein.“
    Amy seufzte. „Wir auch nicht.“
    „Was hattet ihr denn auf?“, fragte ich sie. So schwer konnte es nicht sein, ich wüsste es bestimmt.
    „Wir sollten einen Hustentrank mischen, der wird heute benotet.“
    Das konnte ich leider nicht so schnell tun. Ihn zu mischen war leicht. Einer der ersten Tränke, die ich selbst gelernt hatte – nur in seiner schwarzen Variante. Weiße Magie war all jene, die niemandem schadete, schwarze eben alle Andere. Auch Liebeszauber fielen unter die Kategorie ‚schwarze Magie’. Bei Zaubertränken war es einfach, das Gegenteil zu mischen. Wenn man gegen den Uhrzeigersinn rührte statt mit ihm, kehrte sich der Zauber um.
    „Vielleicht bekommt ihr ja noch ein wenig Zeit“, sagte ich und zwinkerte ihnen zu. „Ich lass mir da etwas einfallen.“


    Einige Minuten später hatte sich auch der Rest der Klasse vor dem Zimmer eingefunden und die Lehrerin öffnete die Tür. Sie war klein, vielleicht einen Meter fünfzig und trug ein rosa Strickjäckchen. An jedem ihrer dicken Finger war ein Ring und sie hatte mindestens fünf Ketten um den Hals. Sie sah sehr… überladen aus. Ihre braun-grauen Haare waren verfilzt und zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Ihr grauer Rock, der am Boden aufschleifte, hatte einige Schmierer, die wohl von ausgelaufenen Zaubertränken stammten. Alles in Allem war ihr Erscheinungsbild nicht das einer typischen Autorität in Sachen Hexenkunst, sondern eher von einer alten Kräuterhexe, wie man sie sich zu Zeiten der Inquisition vorgestellt hatte. Von Amy erfuhr ich, dass ihr Name Lady Morlaine war.
    Der Innenraum war weitgehend unspektakulär eingerichtet. Die Schulbänke waren mittig aufgereiht, während an den steinernen Wänden Regale aufgebaut worden waren, in denen, verschlossen in Schraubgläsern, die verschiedensten Kräuter aufbewahrt wurden. Am Ende des Zimmers gab es eine kleine Stufe, über der eine uralte Tafel stand. Ein oft benutztes Waschbecken mit verkalktem Wasserhahn fand sich neben dem steinernen Lehrerpult.
    Tony und ich setzten uns an einen der grauen Tische. Sie waren auch aus Stein, da Holz ausgelaufene Zauber aufnehmen würde. Amy und Alexia saßen am Tisch neben uns.
    Morlaine humpelte nach vorne. Ihr linkes Bein schien kaputt zu sein. Sie war eine Kräuterhexe – wieso heilte sie sich nicht selbst?
    „Ihr hattet eine Hausaufgabe auf“, krächzte sie mit einer unangenehmen Stimme. Ihre Augen sahen müde aus und hatten einen leichten Grauton, der vermitteln ließ, dass sie nicht mehr sehr gut sehen konnte. „Gebt die Gläser mit den Tränken bei mir vorne ab.“
    Nach und nach erhoben sich die Schüler von ihren Bänken und brachten ihr Gebräu – anders konnte man es bei den meisten wirklich nicht nennen – zu der alten Hexe. Die meisten davon sah sie nur kurz an, bevor sie sie wegschüttete. Als die Klasse durch war, wandte sie den Blick in unsere Richtung.
    „Ihr vier“, sagte sie langsam mit einem drohenden Klang in ihrer Stimme und deutete mit der rechten Hand auf uns. „Wo ist euer Trank?“
    Amy setzte an um ihr zu sagen, dass sie ihn nicht hatten, doch ich kam der jungen Hexe zuvor.
    „Es tut mir Leid“, fing ich an. „Ich bin neu an der Schule und habe gestern versehentlich die Tränke der Drei vom Tisch gestoßen. Sie können nichts dafür. Wenn sie wollen, tragen sie mir eine Sechs ein – aber lassen sie den anderen noch einen Tag Zeit.“
    Ungläubig blickten mich Tony, Amy und Alexia an, sagten aber nichts.
    „So so“, krächzte die Kräuterhexe und hinkte langsam zu mir heran. „Wie ist dein Name?“
    „Lafayette Morgan.“ Sie musterte mich und ihr Blick blieb an meinem Bernstein hängen. „Du bist neu hier, also will ich nicht so streng sein. Ihr habt bis zur nächsten Stunde Zeit, den Trank fertig zu stellen. Wenn er dann nicht da ist, trage ich euch allen eine Sechs und Nachsitzen ein. Ist das klar?“
    Ich nickte und senkte den Blick. Die anderen drei strahlten mich an. „Danke, Kumpel“, flüsterte Tony mir zu und klopfte anerkennend auf meine Schulter, als Morlaine sich umdrehte und wieder zum Lehrerpult begab.
    „Setzt euch wieder hin!“, befahl sie den Schülern, die sich hinter dem Lehrerpult aufgereiht hatten und auf die Erlaubnis warteten, sich zu setzen.
    Den Rest der Stunde ging es um die Bedeutung von Eisenkraut in mittelalterlichen Zaubertränken. Ich tat so, als würde ich mir Notizen dazu machen, zeichnete stattdessen aber nur ein paar Kringel und Schnörkellinien, bis die Schulglocke uns erlöste. Nachdem ich meinen kleinen Notizblock und den Bleistift in einer der Taschen meines Umhangs platziert hatte, ging ich aus dem kleinen Raum heraus und wartete auf Amy, Alexia und Tony, welche noch am Einpacken waren.
    Glücklich kamen die drei aus dem Raum. Die Erleichterung konnte man deutlich in ihren Gesichtern sehen. Sie bedankten sich und wir gingen gemeinsam in den großen Speisesaal.
    Es gab frische Käsetaschen und Apfelstrudel mit Vanillesoße zum Frühstück. An den Tischen waren wieder Blumen statt der Kerzen, was den ganzen Raum nach Frühling duften ließ.
    „Was wollen wir heute Nachmittag tun?“, fragte Amy in die Runde, als wir alle am Tisch saßen. „Schiwlän“, meinte Tony mit vollem Mund und Amy runzelte die Stirn. „Er meint ‚chillen’“, erklärte ich.
    „Ach so.“
    „Noch zwei Schulstunden“, seufzte Alexia und stütze ihren Kopf auf ihrer Hand ab. Ihre Stimme klang schön, fand ich. Heute war Freitag, das hieß, wir hatten nur wenig Unterricht – zum Glück. Auch ich war nach der ersten Doppelstunde sehr demotiviert.
    „Können wir danach ein bisschen in den Wald? Ich brauch ein paar Kräuter“, schlug ich vor. Ich brauchte wirklich ein paar Kräuter.
    Die anderen schienen einverstanden. Ich freute mich darauf. Die Natur im Diesseits fand ich sehr schön, ganz anders als das triste Ödland, was man sonst im Jenseits fand.
    Bis morgen Abend wären die Kräuter auch getrocknet – pünktlich, wenn ich mit den Schraubgläsern zurück wäre.


    Nach dem Frühstück hatten wir eine Doppelstunde ‚Elementarmagie’, in der uns beigebracht werden sollte, wie wir die Elemente für unsere Zauber richtig benutzen. Die Lehrerin, Lady Irina, war wirklich nett. Sie besaß lange, blonde Haare, blassgrüne Augen und eine Hakennase, außerdem einen leichten Buckel. Angezogen hatte sie ein langes, grünes Kleid, was auf dem Boden aufschleifte.
    Wir lernten in einem der großen Türme. Nach einer engen, sich schier endlos ziehenden Wendeltreppe aus grauem Stein, an deren Wänden sich alle paar Meter eine Fackel befand, kamen wir endlich im eigentlichen Unterrichtsraum an. Es gab keine Tische und Stühle, sondern bunte Kissen die auf dem Boden lagen und auf die wir uns setzen sollten. Durch zwei kleine Fenster strömte ein wenig Licht, was reichte, um den Raum zu erhellen. Auf dem Dielenboden stand ein kleiner Altar aus weißem Marmor – derselbe weiße Marmor mit dem auch die Fassade der Schule bedeckt war - mit einem eingeritzten Pentakel, welches die fünf Elemente symbolisierte. Bunte Vorhänge hingen vor den Fenstern, welche eine warme Atmosphäre hervorriefen. Mir gefiel es hier.
    „Wie ich sehe haben wir einen Neuling bei uns“, erklärte Irina. Sie hatte eine hohe, nasale Stimme. „Komm bitte zu mir vor.“
    Ich erhob mich von meinem Kissen und stellte mich neben sie. „Stell dich doch uns bitte einmal vor.“
    „Mein Name ist Lafayette Morgan, ich bin eine Hexe und bin seit gestern hier an dieser Schule“, sagte ich und sah in die Klasse. Die meisten wirkten wenig interessiert.
    „Hexe welchen Grades?“, wollte sie wissen. Ihrem Rotholzgeruch nach zu urteilen war sie selbst eine Hexe.
    „Grad zwei.“, antwortete ich knapp. Ich hasste es, vor eine Menschenmenge zu stehen – auch wenn sie nur so klein war wie meine neue Klasse.
    „Ah, interessant“, meinte sie. „Ich würde sagen, wir fangen dann an. Setz dich bitte wieder, Lafayette. Nehmt eure Notizblöcke heraus und schreibt mit.“
    Daraufhin erklärte sie uns lang und breit die theoretische Vorgehensweise bei Zaubern, die Wasserenergie benötigen. Ich fand es genauso langweilig wie die Zaubertrankstunde. Ich hasste Theorie. Ich hatte sie schon hunderte Male durchgekaut, weshalb ich auch die nächsten fünf Seiten meines Blockes mit Linien und Kreisen verschönerte.
    Der Klang der Schulglocke war wunderbar. Ich hoffte, dass die anderen Stunden wenigstens ein bisschen Praxis verlangten, sonst wäre mein Auftrag eine echte Quälerei – etwas Neues lernen würde ich sowieso kaum.
    Ich verließ so schnell es ging das ‚Klassenzimmer’ und war froh, als mir einigermaßen frische Luft im Turm entgegenschlug. Ich freute mich wirklich auf das Kräutersammeln. Zusammen mit Tony, Amy und Alexia, meinen Freunden im Diesseits.

  • Konbanwa Vaporeon(ich verschreib mich imma bei deinem nick -.-' xD)


    Sou wie schon beim letzten Mal
    hat mir dieses Kapitel wieder sehr gefallen
    Wie Espeon schon gesagt hat du beschreibst den Alltag der Clique wirklich gut
    den Unterricht übrigens eig auch gut, nicht zu viel um zu langweilen :D
    interessant ein liebestrank gehört zur schwarzen magie...kann mir schon denken warum
    ouh man so leicht kann man aus einem "weißem" trank schwarzen trank machen, ich wäre da
    nicht gut aufgehoben
    Ay, Lafayet ist voll süß ya, wie er immer wieder auf Alexia reagiert, ay...*-*
    ich find wirklich toll wie du das alles hinbekommst, mich kann man nicht leicht beeindrucken
    wenn es um sowas geht, muss ich dir sagen
    meine kommis werden immer kürzer o.O
    Naja ich bin mal wieder fertig und das es ein bisschen länger gedauert hat, hab ich eh nicht
    mitbekommen xD
    also bis zum nächsten Kapitel (;


    lg tsuki-chan

  • Danke für deinen Kommentar (=
    Da ich für das letzte Kapitel etwas länger gebraucht habe, als geplant, gibt es Kapitel 5 schon heute. Ich hoffe es gefällt.


    Kapitel 5


    Das Wetter war toll. Die Luft duftete wunderbar nach Frühling und die Sonne kitzelte auf der Haut. Eine warme Brise wehte beständig und brachte den Geruch der veschiedensten Pflanzen und Kräuter mit. Am Waldrand hinter der Schule, wo wir Kräuter sammelten, gab es eine natürliche Quelle mit klarem Wasser, die sich ihren Weg durch den Wald bis in ein kleines steinernes Becken bahnte. Scharbockskraut wucherte darum und war mit seinen gelben Blüten eine der typischen Frühlingsblumen. Wegwarten und Veilchen wuchsen hier und da und leuchteten mit ihren blauen und lilanen Köpfen schon von Fernem. Zwischen den stämmigen Eichen und Buchen bedeckte dickes Moos den erdigen Boden und zog sich wie ein dunkelgrüner Teppich bis an den Rand des Waldes. In einigen Metern Entfernung sprangen ein paar Rehe umher und beobachten unser Treiben interessiert. Eichelhäher, Rotkehlchen, Sperlinge und auch die ein oder andere Goldammer trällerten fröhlich ihre Lieder und vollendeten damit die Kulisse von Frühling. Ich spürte die Energie, die in allem hier floss – roh und nahezu unberührt, vom Menschen nicht verschmutzt indem man versucht hatte, Herr über die Natur zu werden. Nach all den Jahren im unteren Jenseits kam es mir wie das Paradies vor.
    Ich setzte mich in das saftige Gras und genoss für einen Moment einfach die Umgebung. Es war ein wunderschöner Ort um die innere Ruhe zu finden. Amy, Alexia und Tony setzten sich neben mich. Ich spürte, dass auch sie von diesem Ort angetan waren.
    „Schön, nicht?“, seufzte Amy und schloss die Augen um den Ort besser auf sich wirken zu lassen.
    Tony summte zustimmend. Er hatte einen kleinen, gewebten Korb mitgebracht, in denen wir die Pflanzen transportieren wollten. Ich atmete noch einmal tief ein und stand dann auf, um die Kräuter zu suchen, die ich brauchte. Kurz drehte ich mich zu den anderen Dreien um.
    „Kommt ihr mit?“, fragte ich sie. Tony und Amy wechselten kurz Blicke.
    „Amy braucht ein wenig Engelwurz und Quellwasser. Du möchtest ja in den Wald, nicht? Ich bleibe hier und helfe ihr“, antwortete Tony mit entschuldigendem Gesichtsausdruck. Ich hatte ihm in der Tat erzählt, dass ich in den Wald wollte – je weiter weg von der Zivilisation, desto
    reiner und kräftiger ist die Energie in den Pflanzen. Engelwurz wuchs aber selten im Wald, sondern eher davor, deswegen machte es für Amy wohl wenig Sinn, mitzugehen.
    „Kein Problem“, erwiderte ich und machte mich auf den Weg durch die dicht stehenden Bäume.
    „Ich komme mit dir“, hörte ich Alexias Stimme rufen. Ich war ein wenig überrascht – es war mir allerdings mehr als recht, dass sie mit kam. Amy und Tony hatten sich schon umgedreht und liefen in die entgegen gesetzte Richtung. Sie sprachen über irgendetwas und ich vermutete, dass es um Alexia und mich ging.
    „Es ist doch okay, wenn ich dabei bin?“, wollte sich die Elfe vergewissern. Ich lächelte sie an. „Klar, wieso nicht?“
    Zu zweit bahnten wir uns den Weg über den weichen Moosteppich. Ich hatte meine Schuhe am Waldrand ausgezogen, da ich den Waldboden spüren wollte. Ich lief gerne Barfuß – jedenfalls im Diesseits. Der Wald wurde relativ schnell dunkler, allerdings kam immer noch genug Licht durch die Blätterdecke um die Umwelt zu erkennen. Ständig vergewisserte ich mich, ob Alexia noch hinter mir ging – ich wollte nicht, dass sie sich hier verlief. Mein Orientierungssinn war wesentlich besser ausgeprägt als der einer Elfe oder einer Hexe. Sie hielt immer ein bis zwei Meter Abstand, was ich schade fand. Ich dachte darüber nach, ob sie mich vielleicht gar nicht so sehr mochte, wie ich glaubte, verwarf den Gedanken aber schnell wieder.
    „Brauchst du auch etwas?“, fragte ich die Elfe, nachdem ich Einiges an Kräutern gefunden und in meinen Manteltaschen verstaut hatte. Es waren jeweils nur zwei Hände voll Blättern oder Blüten, was allerdings für mehrere Rituale reichen würde.
    „Ja“, antwortete sie schüchtern. „Etwas Farn und Walderdbeere. Den Rest bekommen wir auf der Lichtung vor der Schule.“
    Ich dachte darüber nach, was sie damit tun wollte. Farne waren eigentlich nur brauchbar für Exorzismen und Unsichtbarkeit, wobei Letzteres weniger wirkliches Unsichtbar sein, sondern eher ein Verkleinern der Aura über einen bestimmten Zeitraum war, wodurch man schwerer bemerkt werden würde. Erdbeere konnte man unter anderem für Liebeszauber benutzen – ich schloss aus, dass sie das beherrschte. Eventuell wollte sie die Kräuter auch einfach vorrätig haben – es gab unzählig viele Anwendungen dafür, in Kombination mit anderen Pflanzen können sie auch ganz andere Wirkungen erzielen.
    Walderdbeeren wuchsen überall am Boden – Blätter sammelte man am besten vor der Blüte, da zu dieser Zeit die konzentrierteste Energie in ihnen floss. Farne hatte ich auch schon gesehen, allerdings waren sie noch relativ jung. Eigentlich sammelte man sie im Sommer, wenn sie groß und kräftig waren und nicht im Frühling.
    Ich gab Alexia meine kleine Goldsichel – Kräuter sollte man nicht mit Eisen berühren, durch die vielen Kriege, die mit eisernen Waffen geführt wurden, war die Energie in diesem Metall verunreinigt worden – und wir suchten nach passenden Stellen. Ich wollte keine einzelnen Pflanzen beernten, das tat man aus Respekt zur Natur nicht. Man sammelte nur da, wo mehrere auf einer Fläche standen, um die Erhaltung der Art an einem Ort nicht zu gefährden. Nicht alle Schüler schienen so sorgsam zu sein wie ich, wie man an manchen Stellen in der Nähe des Waldrandes sehen konnte.
    Bevor der Wald ganz von Dunkelheit bedeckt war, fanden wir noch eine Fläche mit jungen Farnen (Erdbeere hatten wir schon zur Genüge gesammelt). Etwas beunruhigte mich stark hier, denn ich konnte nur noch wenige Meter weit sehen und die Energien wirbelten nur so umher. Vielleicht war dies auch auf die Dichte an Bäumen zurückzuführen – ihre Auren berührten sich und bei verschiedenen Arten führte das teilweise zu Energieverwirbelungen; es war vergleichbar mit Öl, welches man in Wasser goss, nur, dass sich die Energien der Pflanzen langsamer ‚ordneten’.
    Auf einmal hörte ich Alexia aufschreien. Ich wirbelte herum und sah, wie sie erschrocken am Boden saß und sich mit den Händen abstützte. Die Goldsichel lag neben ihr und sie starrte in die Dunkelheit des Waldes. Ich folgte ihrem Blick und beobachtete zwei stechend rote Augen die abwechselnd zwischen der Elfe und mir hin und her sahen. Schnell sprang ich zu Alexia – das Wesen nicht aus den Augen lassend – und legte einen Arm auf ihre Schulter, um im Notfall zwischen ihr und dem Etwas zwischen den Bäumen zu sein. Ich ging in meinem Kopf alle Zauber durch, die ich verwenden konnte um uns zu schützen, die nicht den Wald beschädigen und die mich nicht als Dämon enttarnen würden. Es gab keinen.
    Das Wesen lief langsam hin und her, ohne aus dem Schatten der Bäume zu treten. Ich konzentrierte mich auf die Energie, die es aussandte, konnte sie allerdings im Dickicht nicht bestimmen. Es war eine animalische, wilde Energie – also kein Geist. Ein Geist wäre mir lieber gewesen, ihn hätte ich bannen können.
    Ich spannte meine Muskeln an um kampfbereit zu sein. Als Dämon hätte ich auch ein Rudel ausgewachsener Werwölfe mit bloßen Händen besiegen können, aber wie ich festgestellt hatte, schloss der Bernstein einen Großteil meiner physischen Kraft weg – auch wenn ich immer noch überdurchschnittlich stark war.
    Als das Wesen bemerkte, dass ich mich bereit zum Kampf machte, brüllte es laut und bedrohlich los. Alexia fing an zu schluchzen und drückte ihr Gesicht an meine Schulter. Ich würde nicht zulassen, dass es uns verletzte. Dass es sie verletzte. Aber was sollte ich tun? Ich wusste ja nicht einmal, was es war.
    Ich sah, wie sich seine Augen auf Alexia richteten. Es schien zum Sprung anzusetzen und just in diesem Moment fiel mir ein einziger Zauber ein, der uns schützen und den ich reinen Gewissens benutzen konnte. Ich hatte ihn noch zu der Zeit vor der Himmelsrevolution gelernt. Es war ein weißer Zauber.
    „Consecratio!“, rief ich und konzentrierte meine komplette geistige Energie auf diesen Zauber. Ein weißer Energiestoß schoss aus dem Boden und wirbelte Laub und vom Zauber herausgerissenes Moos auf. Eine rot-goldene, transparente Wand umgab uns und ich sah, wie das Wesen seinen Sprung abbrach. Es knurrte bedrohlich und schlich nochmals im Schatten des Waldes um uns herum. Offenbar suchte das Tier nach einer Schwachstelle. Mein Schutzkreis hatte keine Schwachstelle – es war Engelsmagie und Engelsmagie war nahezu perfekt. Und ich konnte sie noch wirken, nach all den Jahren. Ich lächelte schmerzlich.
    Mit einem lauten Brüllen war das Wesen plötzlich verschwunden. Erleichterung überkam mich und ich überlegte, was ich als nächstes tun sollte. Meinen Bannkreis würde ich noch nicht auflösen. Nicht, bevor ich mich um Alexia gekümmert hatte. Ich spürte ihr Gesicht an meiner Schulter und sie schluchzte immer noch leise.
    „Hey“, flüsterte ich ruhig, obwohl ich durch das Adrenalin zitterte. „Es ist weg. Wir sind sicher.“
    Sie hob langsam ihr Gesicht und sah mir in die Augen. Ihre Mimik verriet mir alles, was sie in diesem Moment durchlebte: Furcht, dass das Wesen doch noch da war, Glück, dass wir noch lebten und scheinbar in Sicherheit waren, Erstaunen, über das vorgefallene und hundert Fragen, die sie an mich hatte.
    „Ich habe Angst“, brachte sie schluchzend heraus und auch sie zitterte. Ich kniete mich hin und nahm sie in die Arme. Auch sie klammerte sich an mich und ich strich über ihren Kopf.
    „Brauchst du nicht zu haben. Ich bin da, dir wird nichts passieren“, versuchte ich sie beruhigen. Offenbar half es ein Stück weit, sie zitterte nicht mehr ganz so heftig. Es war ein schönes Gefühl, sie in meinen Armen zu halten, ihre Aura zu fühlen. Ich hatte seit Jahrhunderten niemanden mehr umarmt. Eigentlich – noch nie. Das Jenseits war trostlos und unter Dämonen gab es solche Gesten nicht. Genauso wenig wie unter Engeln.
    Ich hob sie an den Armen hoch und stellte sie auf. Ihre Knie zitterten stark. Ich strich ihr noch mal über den Kopf. Ihr Haar war weich und roch nach Jasmin. Danach kniete ich mich wieder hin, um die Kräuter und die Sichel aufzuheben, die am Boden lagen.
    „Ich werde den Bannkreis jetzt brechen“, erklärte ich langsam. „Halte dich einfach bei mir, dann wird dir nichts passieren. Wenn du etwas siehst, was dir Angst macht, sag es, ich beschütze dich.“
    Sie nickte ängstlich und drückte ihr Gesicht gegen meine Brust. Schützend legte ich meinen rechten Arm um sie und schritt langsam voran zur Grenze meines Schutzkreises. Sobald ich ihn berührte, würde er sich auflösen. Mit dem Fuß stieß ich dagegen und fühlte einen Moment einen leichten Widerstand. Die Energie floss sofort zurück in meinen Geist und erfüllte mich mit Wärme. Diese Art von Energie hatte etwas Engelhaftes; dämonische Zauber erzeugten stattdessen ein Gefühl der Schwere und Kälte, sobald die aufgewendete Energie in den Geist zurückfloss. Offenbar hatten Dämonen nicht alle ihrer engelhaften Eigenschaften und Fähigkeiten nach ihrem Fall verloren. Hätte der Zauber nicht funktioniert, wäre Alexia jetzt tot. Die Bestie wollte sie, nicht mich. Warum?
    Mit vorsichtigen Schritten ging ich voran, stets auf den Energiefluss im Wald konzentriert, der sich wieder normalisiert hatte und Alexias Körper in meinem rechten Arm. Sie weinte immer noch; ich spürte ihre Tränen an meiner Brust. Ich hoffte, dass sie nicht zusammenbrach – nachher würde ich mit Sicherheit auf sie Acht geben. Am besten, ich fragte Roland, ob wir in unseren Zimmern essen durften. Es war nicht gut, wenn sie sich in einem solchen Schockzustand zwischen vielen Menschen aufhielt.
    Der Wald wurde immer lichter und ich sah auch schon die ein oder andere Stelle, an der Schüler gewütet und jede zweite Pflanze abgeschnitten hatten. Bald wären wir an der Lichtung, wo Tony und Amy auf uns warten würden.
    Ein Rascheln im Laub ließ mich aufschrecken. Ein einen Meter fünfzig großer Schatten huschte durch die Bäume. Ein Reh – Gott sei Dank. Das Wesen von vorhin traute sich offenbar nicht bis hier her. Das war gut. Sehr gut.
    Auf der Lichtung saßen Tony und Amy im Gras und unterhielten sich. Amy hatte ihr Elfenkraut bekommen, es lag neben ihr.
    „Hey“, rief ich ihnen zu. Meine Stimme klang unkontrolliert und zittrig – sie war mir selbst fremd.
    Sie blickten zu mir und das Lachen in ihren Gesichtern verwandelte sich in Angst und Sorge. Amy kam uns sofort entgegen, bevor Tony überhaupt genau realisiert hatte, was passiert war. Alexia sah auf und fiel ihrer Freundin um den Hals. Sie schluchzte und redete etwas Unverständliches.
    „Ganz ruhig“, flüsterte die Hexe ihr leise zu und strich ihr über den Rücken. Sie funkelte mich böse an. „Ist das deine Schuld?“, schnauzte sie.
    „Nein“, erklärte ich. „Ich erzähle es euch gleich. Lasst uns bitte rein gehen. Ich möchte hier nicht bleiben.“

  • Konbanwa Vaporeon!


    So schnell ein neues Kapitel...find ich toll (;
    Du kennst dich ganz schön gut mit Pflanzen und Tieren aus, so viele kenn ich nicht
    mal xd auf jeden Fall bin ich froh das es wieder so gut geworden ist
    Alles bleibt beim alten, im positivem sinne natürlich
    Du hast mal wieder die umgebung toll beschrieben, was mir immer besonders gut gefällt
    ach ja lafayette wird mir immer sympathischer, er ist für einen dämon wirklich ein toller kerl
    oder spielt er nur den netten?
    Er ist wirklich intelligent muss ich anmerken und mutig, mir gefällt sein charakter wirklich sehr
    was ich noch erwähnen wollte, du hast die szene in der das "Etwas" aufgetaucht ist wirklich toll
    hinbekommen, die Gefühle, Umgebung und die taten der Charaktere, das gefällt mir eben immer wieder
    an deiner FS, wollt ich sonst noch was erwähnen??? Eh, nope...bis zum nächsten Kapitel


    lg tsuki-chan

  • So, da bin ich wieder.^^


    Kapitel 4


    Also dieses Geheimnis um den Bernstein-Anhänger wird auch immer interessanter. Wenn ein ganz gewöhnlicher Bernstein einen Dämon vor Salz usw. schützen würde, wäre das ja allgemein bekannt. Also wahrscheinlich eher ein ganz besonderer Bernstein... nur inwiefern und woher?
    Oh, an dieser Schule ist "Zaubertränke" also weit weniger spannend als in Hogwarts. Nur ein Trank gegen Schnupfen? Hört sich eher nach Pharmazie als nach Magie an. xD Hey, da hast du dir ja was richtig cooles ausgedacht - je nach Richtung in der man rührt wird der Trank "gut" oder "böse"? Und Lafayette hat als ersten Trank einen gebraut, der Leute husten lässt? xD Jedenfalls sehr nett von ihm, dass er die anderen drei nochmal "gerettet" hat.^^
    Das Klassenzimmer und die Kräuterhexe waren wieder toll beschrieben. Warum humpelt die Hexe? Vielleicht irgendein fehlgeschlagener Zauber? Du schaffst es auf jeden Fall, selbst Nebencharaktere interessant wirken zu lassen. Selbiges gilt auch für das Turmzimmer und Lady Irina (hübscher Name übrigens).


    Fehler:
    Die beiden waren sichtlich erfreut, dass wir schon da sind und auch Alexia schien etwas aufgeschlossener gegenüber mir als sonst. waren
    Sie sah sehr… überladen aus. Ihre braun-grauen Haare sahen verfilzt aus und waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Wiederholung



    Kapitel 5


    Ein schönes Stück Natur haben die da neben der Schule. Wahrscheinlich deshalb, weil kaum Menschen dorthin kommen. Man kann sich den Wald und die Wiese und alles richtig gut vorstellen. Finde es sehr interessant, was Lafayette alles über das Sammeln von Kräutern berichtet - also nur an den richtigen Stellen, nicht mit Eisen usw. Und er weiß auch noch genau, wozu was gut ist. o.O Also dieser Dämon hat echt ein großes Wissen.^^ Wow, Pflanzen haben auch eine Aura? Das hab ich auch noch nie gehört.^^
    Ah, das musste ja sein, dass im Wald jetzt irgendwas passiert. Sehr spannende Stelle - man überlegt die ganze Zeit, was Lafayette jetzt tun wird. Wird seine "Verkleidung" dabei auffliegen? Und dann der Überraschungsmoment, als er einen weißen Zauber einsetzt! Und ausgerechnet Engelsmagie, hätte gar nicht vermutet, dass er das kann.^^ Aber eigentlich schon logisch, wenn man vom gemeinsamen Ursprung ausgeht, den Engel und Dämonen ja haben sollen...
    Och, die Geschichte zwischen Lafayette und Alexia ist ja sooo süß.^^ Muss ♥ȶʂʋʞɨ♥ zustimmen, Lafayette hat echt einen sehr sympathischen Charakter (erinnert mich irgendwie ein wenig an "Sebastian" - auch ein Incubus - aus "Die dunklen Welten"). Ganz schön gemein von Amy, gleich Lafayette zu beschuldigen, oder? Okay, sie kennen sich erst seit zwei Tagen, vielleicht liegts daran.


    Fehler:
    Das War gut. Sehr gut. naja, klein halt
    Insgesamt aber wieder erstaunlich wenige Fehler, sehr gut.^^



    Echt Respekt wie nah am Hauptchara du schreiben kannst, man sieht die Welt durch Lafayettes Augen, ohne dass du die äußeren Beschreibungen vernachlässigen würdest. Und dass ein Junge eine gute Liebesgeschichte schreibt, sieht man auch nicht so oft.^^


  • Kapitel 6


    Wir waren in das Zimmer von Alexia und Amy gegangen. Tony rannte sofort zu Roland und hatte ihm erzählt, die Elfe hätte starke Kopfschmerzen und wir wollten sie nicht alleine lassen, weswegen wir nicht zum Abendessen in den Speisesaal kommen könnten. Er zeigte offenbar Verständnis und meinte, wir sollten Bescheid sagen, wenn wir etwas brauchten, dann würde er jemanden schicken.
    Alexia hatte sich in eine Decke gewickelt und auf das grüne Sofa gesetzt, Amy saß beschützerisch neben ihr. Sie glaubte immer noch, ich wäre daran schuld, dass die Elfe in diesem Zustand war. Tony entzündete in der Zwischenzeit das Holz im Kamin, um den Raum aufzuheizen und ich zog die Vorhänge vor die großen Fenster. Die Elfin zitterte stark unter ihrer Decke und auch ich fühlte mich mittlerweile durch den Abbau des Adrenalins schwach und müde.
    „So, was ist jetzt passiert?“, fragte Amy herausfordernd als wir uns gesetzt hatten. Diesmal war es ich, der sich mit dem Platz am Boden begnügen musste. Irgendwann mussten wir mal Roland fragen, ob man nicht noch einen zusätzlichen Hocker in das Zimmer stellen konnte.
    „Wir waren eben im Wald“, begann ich nun etwas unsicher, „und suchten noch nach Farnen. Es ist immer dunkler geworden und kurz bevor gar kein Licht mehr durch die Bäume kam, haben wir auch eine kleine Fläche mit den Pflanzen gefunden“
    Tony hörte interessiert zu und Amy löcherte mich mit ihrem Blick, während Alexia zitternd da saß und sich in ihrer Decke verkroch. Dieses Erlebnis musste furchtbar für sie gewesen sein. Ich fühlte mich ein wenig schuldig.
    „Plötzlich war da dieses Wesen“, fuhr ich fort. „Es ist um uns herumgeschlichen und hat geknurrt und gebrüllt.“
    Der Elf und die Hexe wirkten schockiert und verwirrt zugleich. Vor allem Amy schien aus allen Wolken zu fallen – bis jetzt war sie immer noch davon ausgegangen, dass ich der Schuldige war.
    „Und was war es?“, wollte sie wissen.
    „Ich weiß es nicht“, antwortete ich. Ich wusste es wirklich nicht – ja, ich hatte nicht mal einen Verdacht, was es sein könnte.
    „Wie sah es aus?“, bohrte sie weiter und ließ mit ihrem Blick nicht von mir ab.
    „Wir haben nur die roten Augen gesehen. Das war alles.“
    Dass es Alexia töten wollte erzählte ich nicht. Ich hielt es für unklug, ihnen mehr Angst zu machen als nötig, außerdem würde das zu viele Fragen aufwerfen, die ich mir erstmal selbst beantworten musste.
    „Und dann? Es ist einfach gegangen?“
    „Nein, nicht ganz“, entgegnete ich der Hexe. „Ich habe einen Schutzkreis errichtet und es damit davon abgehalten, uns anzugreifen. Dann ist es gegangen.“
    Ein Schutzkreis war an sich nichts Ungewöhnliches. Sie musste ja nicht wissen, dass es Engelsmagie war, mit der der Schutzkreis gewirkt wurde, was ihn deutlich stärker machte als die, die von Hexen errichtet werden.
    Amy wog offenbar ab, ob ich die Wahrheit sagte und dachte darüber nach, ob sie eine Erklärung für unser Erlebnis hatte. Sie sah kurz fragend zu Alexia, welche nickte. „Es war wirklich so, wie er sagt.“
    Amys Blick zu mir wurde etwas weicher und sie lächelte entschuldigend.
    „Vielleicht war es ein Werwolf? Oder ein Geist?“, rätselte sie und blickte mir fragend in die Augen.
    „Ein Werwolf war es nicht. Dafür war es zu groß und hat zudem nicht nach Werwolf gerochen. Und ein Geist war es auch nicht, das hätte ich bemerkt.“
    Solange wir nicht wussten, was das Wesen war, sollten die drei sich besser vom Wald fernhalten. Dafür würde ich aber schon sorgen.
    Amy setzte an um etwas zu sagen, tat es dann aber doch nicht. Ich zerbrach mir den Kopf darüber, was uns da im Wald begegnet war. Ich musste noch einmal dorthin gehen – allein und ohne den Bernstein, ich brauchte meine vollen Fähigkeiten als Dämon. An Neumond würde es am Wenigsten auffallen – der war allerdings erst in zwölf Tagen. In dieser Zeit würde ich in Büchern recherchieren.
    „Gibt es hier eine Bibliothek?“, fragte ich Amy.
    „Ja“, antwortete sie unsicher. „Aber ich glaube nicht, dass du dort etwas Aufschlussreiches finden wirst. Eigentlich stehen da nur Bücher über Zaubertränke und solche Sachen. Nichts Spannendes.“
    Ich summte zustimmend und es fiel mir schwer klar zu denken. Mein Körper machte mir wirklich zu schaffen, ich wurde immer müder und erschöpfter. Das Geschehnis im Wald war wohl doch nicht so spurenlos an mir vorüber gegangen, wie ich glaubte. Vielleicht war es die sich fremd anfühlende Energie, die mich so schwächte.
    Auf einmal übermannte mich ein Schwindelgefühl und mir wurde langsam schwarz vor Augen. Ich nahm noch wahr, wie Tony aufsprang und mich an der Schulter packte. Dann verlor ich das Bewusstsein.


    Als ich aufwachte war ich in den grünen Sessel gelehnt. Es roch nach Plätzchen, Tee und Rotholz. Irgendwer hatte ein Amulett aktiviert. Ich öffnete langsam die Augen und sah, dass es draußen schon dunkel war. Die wenigen Kerzen im Zimmer brannten und jemand huschte hin und her – dem schwachen Rotholzgeruch nach zu urteilen Amy. Tony war nicht im Raum. Alexia lag auf dem Sofa und schlief. Das beruhigte mich ein wenig – ihr ging es gut.
    „Du bist wach“, stellte Amy fest als sie zu mir schaute.
    „Ja“, antwortete ich ein wenig desorientiert. „Wie viel Uhr ist es?“
    „Halb Zehn. In einer halben Stunde musst du in deinem Zimmer sein. Tony holt gerade noch Kuchen und Waffeln für morgen früh – falls ihr euch dann immer noch zu schwach fühlt, um zum Frühstück in den Speisesaal zu gehen.“
    Das war gut. Ich hatte keine große Lust, morgen Früh bei all der Lautstärke in dem großen Raum zu essen.
    „Du, Amy?“, fragte ich die Hexe. Sie drehte sich interessiert um und hatte scheinbar immer noch ein schlechtes Gewissen von ihrer unausgesprochenen Anschuldigung mir gegenüber, Alexia etwas getan zu haben. „Wir müssen noch den Zaubertrank für Morlaine zubereiten. Wann tun wir das?“
    Die junge Schülerin dachte einen Moment lang nach. „Ich würde sagen Sonntagabend. Morgen gehen wir ja ins Dorf um einzukaufen – falls ihr nicht könnt machen Tony und ich das alleine und du schreibst uns die Sachen auf, die wir für dich besorgen sollen.“ Sie lächelte herzlich.
    „Danke Amy.“ Ich war ein wenig gerührt von ihrer Fürsorge. Mir wurde schmerzlich bewusst, wie weh es tun würde, wenn ich nach Beendigung meines Auftrags wieder gehen musste. Aber daran wollte ich jetzt nicht denken.
    Auf dem Steintisch standen Plätzchen und Tee. Ich nahm mir eines der kleinen Gebäckstücke, welche stark nach Kokos rochen, und knabberte daran. Es tat gut, einen Bissen zu essen. Mir fiel das Amulett auf, was um meinen Hals hing - eine kleine Holzscheibe mit dem Symbol des Feuers darauf an einer hellen Kordel. Es roch nach Rotholz und ein wenig nach Hexenblut. Ich würde Amy nachher fragen, was für ein Amulett es war, auch wenn ich schon so meinen Verdacht hatte.
    Jemand klopfte an der Tür. „Ich bin’s“, ertönte Tonys Stimme, gedämpft von Holz und Stein. Ich wollte die Tür öffnen, doch die junge Hexe drückte mich zurück in den Sessel und schob den Riegel weg. Der Elf war überladen mit Gebäckstücken – in einer Papiertüte an seinem linken Handgelenk konnte ich Waffeln riechen und er balancierte zwei Plastikteller voll Kuchen auf seinem rechten Arm. Amy nahm ihm einen der Teller ab und stellte ihn neben die Plätzchen auf den Steintisch, bevor sie den Riegel wieder vorschob.
    „Oh, du bist wach“, stelle Tony erfreut fest. Die Hexe nahm ihm noch einen der Teller ab und platzierte diesen neben dem anderen Gebäck. Wer sollte das alles essen?
    „Wie fühlst du dich?“, erkundigte sich der Elf.
    „Ganz gut“, antwortete ich und richtete mich auf. Ich nahm mir noch eines der Plätzchen. Sie waren wirklich gut. „Können wir wieder in unser Zimmer gehen? Ich bin müde.“
    Tony schien etwas überrascht von meiner Bitte, stimmte aber zu.
    „Ciao Amy“, verabschiedeten wir uns von ihr und ich bat sie, Alexia eine gute Nacht von mir zu wünschen, wenn sie aufwachte. Die Hexe grinste mich nur breit an, versprach es aber.


    Als ich am nächsten Morgen wach wurde, hörte ich Stimmen aus unserem ‚Wohnzimmer’. Auch die Anlage – welche wir mittlerweile dorthin verfrachtet hatten – lief schon.
    „Guten Morgen!“, rief ich Richtung der Treppe.
    „Morgen Schlafmütze!“, hörte ich Amys Stimme zurück. Ich lächelte – offenbar hatte ich länger geschlafen als sonst, denn auch die Sonne stand schon weit oben am Himmel.
    Ich machte mich schnell fertig und ging nach unten, wo die anderen Drei schon auf mich warteten. Der Kuchen, der gestern Abend noch im Zimmer der Mädchen gestanden hatte, war nun offenbar zu uns getragen worden und ein Teil davon lag nun in Alufolie verpackt in dem Rucksack, den Tony für heute benutzen wollte. Alexia ging es, so wie es schien, wieder besser, was mich freute.
    „Wollen wir gleich gehen?“, fragte ich und schnappte mir ein Stück Schokokuchen.
    „Klar“, antwortete Amy und stand auf. Auch die anderen beiden erhoben sich und ich griff mir meinen Umhang, in dem sich auch mein Geld befand. Tony warf sich den Rucksack um die Schultern und öffnete unsere Tür. Auf ins Dorf.

  • Kapitel 7


    Die Luft draußen roch frisch und frühlingshaft. Es war etwas kühler als gestern und am Himmel konnte man die eine oder andere Wolke erkennen, dennoch – für April – war es ein herausragendes Wetter. Der unbefestigte Weg war breit und hatte etwas von den Handelsstraßen aus dem Mittelalter – höchstwahrscheinlich ist er eine solche auch einmal gewesen. Wegwarten wuchsen links und rechts von dem staubigen Untergrund und leuchteten mit ihren hellblauen Köpfen schon von Weitem, wobei sie den jungen Schafgarbepflanzen, die gerade einmal ihre federartigen Blätter gebildet hatten, den Platz wegnahmen. Die ersten Heuschrecken sprangen durch die Gegend und ich sah einige Eidechsen, welche über den Weg jagten um sich eine von ihnen zu schnappen. Bienen flogen munter von Blume zu Blume und auch Schmetterlinge flatterten umher, wobei sich einer auf meinem Zeigefinger niederließ, als ich ihn ausstreckte, nur um nach wenigen Sekunden seinen Weg fortzusetzen.
    Amy und Alexia lachten und hatten sich jeweils eine der Wildblumen gepflückt und sie in ihr Haar gesteckt. Mir wurde es in meinem schwarzen Outfit durch die Sonne langsam wirklich warm und ich freute mich schon darauf in der kühlen, ruhigen Atmosphäre des Hexenladens zu sein. Ich würde mir mit Sicherheit dort Zeit lassen – wer weiß, wann ich das nächste Mal das Vergnügen haben würde in einem diesseitigen Geschäft einzukaufen.
    Ich ging im Kopf noch mal meine Einkaufsliste durch: einige Schraubgläser um getrocknete Kräuter aufzubewahren, Rotholz um mir Amulette anzufertigen, verschiedenfarbige Kerzen, Kreide, ein Athame, dunkle Fläschchen zum Aufbewahren von Zaubertränken, ein paar weitere Kleinigkeiten und einen Silberspiegel. Es würde nicht günstig werden, aber ich hatte genug Geld dabei. Die Dämonen hatten Verbindungen zu bestimmten Privatleuten, die unsere gelegentlichen Ausflüge bezahlten, wahrscheinlich, weil sie davon überzeugt waren, wir würden diesen Krieg gewinnen und hätten dann Gnade mit ihnen oder ihren Nachfahren. Dabei wussten sie überhaupt nicht, was auf sie zukäme, wenn wir wirklich siegreich aus diesem seit Jahrtausenden andauernden Kampf hervorgehen würden – und das war gut so.


    Nach dem langen Weg, auf dem Tony alle fünf Minuten quengelte, es wäre ja noch so weit, kamen wir endlich im Dorf an. Es war weitgehend ländlich gehalten. Man konnte den Geruch von Viehställen wahrnehmen und ein paar Spatzen und Tauben pickten Brotreste und Ähnliches auf, welche von manchen Schülern zu diesem Zweck auf dem Boden verteilt worden waren. Zwischen den zweistöckigen Fachwerkhäusern lag ein gepflasterter Weg von dem kleine Gassen wegführten. Den Turm einer überdurchschnittlich großen Dorfkirche konnte man über den Hausdächern erkennen und über den Eingangstüren der Häuser waren Kreuze angebracht. Die Energie, die hier floss, fühlte sich sehr nach Mensch an, was mich bei den vielen christlichen Symbolen nicht wunderte. Es gab Gegenden, in denen vertrieben die Gläubigen heute noch jede Art von Nichtmensch, weil sie sie als ‚Gesandte des Teufels’ ansahen. Ich musste bei dem Gedanken lächeln – denn ich war wirklich einer von solchen.
    Der Magieladen lag direkt am Anfang der Ortschaft und war mit einem großen Pentagramm über der Tür gekennzeichnet. Ich konnte viele verschiedene Energien und Gerüche wahrnehmen, welche von dem Geschäft ausströmten und war neugierig, was mich alles darin erwarten würde.
    „Kommt!“, rief Amy uns zu, die schon voraus gerannt war und die Tür halb geöffnet hatte. Wir folgten ihr.
    Ich fand den Laden wundervoll. Es roch stark nach Sandelholz-Räucherstäbchen und es gab keine Fenster, stattdessen erleuchteten Kerzen den ganzen Raum. Von außen sah das Haus kleiner aus, als es wirklich war. Die Wände über dem dunklen Parkettboden waren allesamt in Orange gehalten, während die komplette linke Seite des Stockwerks mit verschiedensten Kräutern in kleinen Plastiktütchen auf dunkelblauen Regalen bedeckt war. Daneben befand sich ein Gestell aus tiefbraunem Holz, in welchem verschiedenfarbige Kerzen lagen. Die Kasse des Geschäfts stand rechts direkt neben dem Eingang, von wo aus die junge Verkäuferin – dem Geruch nach zu urteilen eine Hexe – Alles im Blick hatte. Okkulte Gegenstände waren direkt neben der Kasse in einem Messingregal aufgereiht, das ziemlich viel hermachte. Ich spürte unter dem Parkett einen kleinen Salzkreis, der jenes Regal umschloss – wahrscheinlich, um die Objekte von Flüchen zu schützen, welche man auf sie legen konnte. Daneben standen auf hüfthohen Schränken aus Eichenholz kunstvoll aufgereiht leere Schraubgläser, sowohl die hellen, die ich für Kräuter benutzen wollte, wie auch die dunklen, in denen man Tränke und Medizin aufbewahrte. Auf Wandregalen, die an nahezu allen leeren Flächen hingen, befand sich einiges an Krimskrams wie Klangschalen, Meditationsdecken, Lederbändchen aber auch Stoffrollen, Runensäckchen und Halsketten mit magischen Symbolen als Anhänger. Einige rechteckige Säulen, die auch orange gestrichen waren, stützten den Raum von innen ab und ein großer Kerzenleuchter hing in der Mitte. Trotz des bunten Farbenmischmaschs wirkte der Laden angenehm und freundlich. Ich mochte es hier.
    „Kann ich euch helfen?“, fragte uns die Verkäuferin. Sie hatte eine schlanke Figur, welche durch ein eng sitzendes, lila Kleid betont wurde und mittelbraune Haare, die ihr bis zur Hüfte hingen. Ihre Nase und ihre Augen waren relativ klein und sie trug einen lila Hexenhut, passend zu ihrem Kleid, was ich ein wenig lustig fand.
    „Nein, danke“, winkte ich freundlich ab, Amy quasselte jedoch sofort drauf los. Tony stand neben ihr und wartete geduldig, bis sie ausgesprochen hatte, während Alexia sich mir zuwandte. „Du brauchst doch Kerzen, nicht?“, fragte sie, packte mich am Handgelenk (was mich einen kurzen Augenblick zusammenzucken ließ) und zog mich zu dem merkwürdigen Holzgestell, außer Hörweite von Amy und Tony.
    „Ja“, antwortete ich etwas verwirrt. „Zwei schwarze, zwei goldene, zwei graue und eine weiße.“
    Für mein Ritual wurde eigentlich nur die Hälfte benötigt, jedoch konnte man bei Kerzenmagie nie wissen, ob sie durch mangelnde Konzentration oder Störung während des Vorgangs nicht fehlschlug. Die weiße Kerze war dazu da, die anderen zu entzünden – Feuerzeuge, Herdfeuer oder Ähnliches waren tabu und Streichhölzer auch nur im Notfall, da der Schwefel das Ergebnis verzerren konnte.
    Alexia zog die entsprechenden Kerzen heraus und warf sie in einen geflochtenen Korb, welchen sie mitgebracht hatte, zu einigen Frühlingsblumen – wie ich erkennen konnte hauptsächlich Wiesenschaumkraut.
    „Du, Lafayette?“, flüsterte sie, als wir uns den Kräuterregalen zuwandten, um sicherzugehen, dass Tony und Amy sie nicht hören würden.
    „Ja?“, antwortete ich mit fragender Mine.
    Ich sah, wie sie ein Wenig rot wurde. „Als du mich da im Wald beschützt und im Arm gehalten hast… Das fand ich wirklich schön.“
    Ich konnte es an ihrem Gesichtsausdruck ablesen, dass sie es in dem Moment wieder bereute gesagt zu haben, als sie es aussprach. Etwas in mir jubelte vor Freude, während ein anderer Teil meines inneren Ichs mich daran erinnerte, dass ich nicht im Diesseits bleiben konnte. Ich ignorierte die zweite Stimme.
    „Das war doch selbstverständlich.“ Ich sah, wie ihre Miene eine enttäuschte Haltung annahm. „Aber ich fand es auch schön“, rette ich den Moment und spürte, wie ich selbst errötete. Ich mochte sie wirklich, aber solche Dinge auszusprechen erforderte immer mehr Mut als es sich selbst klarzumachen – auch wenn man sich danach sehr erleichtert fühlte. Ihr Gesichtsausdruck hellte sich auf und sie kramte offenbar zufrieden in den Kräuterregalen herum, um für sich selbst und mich die Päckchen hervorzuholen.
    „Lafayette, wie viele Schraubgläser brauchst du?“, hörte ich Tonys Stimme vom anderen Ende des Ladens rufen, da er und Amy gerade an den niedrigen Schränken standen.
    „Zwanzig Helle und fünf Braune“, antwortete ich ihnen und hörte das leise gegenseitige Berühren von Glas in Amys Korb, welcher identisch mit Alexias war.
    Nachdem wir noch ein paar Kleinigkeiten eingepackt hatten, standen wir an der Kasse und die Verkäuferin rechnete alles zusammen. Ich bestand darauf, auch für die anderen Drei zu zahlen, welche nach einer kurzen Diskussion nachgaben. Die Rechnung betrug über fünfzig Dollar, was ein durchaus humaner Preis für unseren Großeinkauf war.
    „Ich komme gleich nach“, meinte ich, als meine Freunde zur Tür hinaus gingen. Ich wollte mir immer noch einen Silberspiegel und ein Athame kaufen – da musste ich sie nicht dabei haben.
    Ich schilderte der Verkäuferin die Dinge, die ich brauchte und sie zeigte auf das Messingregal. Dort gab es durchaus einige der gewünschten Objekte, allerdings waren die meisten Hexendolche aus Holz statt aus Metall und die Silberspiegel waren mir viel zu klein.
    „Ist das alles, was sie im Sortiment haben?“, fragte ich nach.
    „Ich hätte da noch was im Lager“, meinte sie schließlich und verschwand in einer Tür hinter der Kasse. Nach wenigen Sekunden kam sie mit einem kunstvoll verzierten Athame aus Keltenstahl und einem Tellergroßen Silberspiegel zurück. Am Griff des Dolches konnte man Drachen sehen, die große Feuerbälle spieen und auf der Klinge war die germanische Rune Wyrd – was mich etwas wunderte, da es ein Keltendolch zu sein schien – eingraviert. Das Metall, aus dem er gefertigt worden war, war eines der Besten die es auf dieser Welt gab. Zur Zeit des römischen Reichs gab es einen Meteoritenhagel über dem Land der Kelten. Das Material, aus dem dieser Meteorit bestand, war eine Verbindung, die auf unserem Planeten nicht existierte – dasselbe Metall, das sicher keinen unrelevanten Anteil am Erfolg des römischen Reichs trug, welche ihre Schwerter nicht selten von den Kelten kauften.
    Der Spiegel hingegen schien recht einfach gefertigt worden zu sein. Geschwungene Linien bildeten den Rahmen um die perfekt glänzende Fläche. Das Silber würde zwar mit der Zeit oxidieren, aber durch bestimmte Zauber wäre es kein Problem, es wieder sauber zu bekommen.
    „Ich nehme beide“, sagte ich schließlich entschlossen. Die Verkäuferin legte das Athame in eine Lederscheide und den Spiegel in ein schwarzes Seidentuch, welches sie wiederum in einem lila Flanellbeutel platzierte. Die beiden Dinge kosteten das Zweieinhalbfache unseres gesamten restlichen Einkaufs, aber das Geld war es wert. Ich verabschiedete mich höflich von der jungen Hexe und verstaute die beiden Objekte in den großen Innentaschen meines Umhangs.
    Vor der Tür wartete nur noch Alexia auf mich, Tony und Amy waren offenbar schon vor gegangen. Die Hexe wollte unbedingt in ein Klamottengeschäft – von mir aus hätte Alexia ruhig mitgehen können, ich hätte die Drei bestimmt gefunden.
    „Hey“, begrüßte sie mich fröhlich. „Und, was hast du noch eingekauft?“
    „Ich wollte nur zwei Hexendinge kaufen. Nichts wirklich Wichtiges“, erwiderte ich. Es war keine Lüge, aber auch nicht wirklich die Wahrheit. Sie waren sehr wohl wichtig und es war auch kein ‚nur zwei Hexendinge’. Ich hätte ihr gerne alles erzählt, aber so war es besser. Für sie wie für mich.
    „Also, wo sind die anderen beiden?“, wollte ich wissen und machte Anstalten, weiterzulaufen.
    „Komm mit“, erwiderte sie schließlich und führte mich in einen Laden nicht weit vom Beginn des Dorfes.
    Tony und ich standen geschlagene zweieinhalb Stunden zwischen Kleiderständern voller Shirts, Jeans, Röcken und vielem mehr. Die beiden Mädchen probierten gefühlte fünfhundert Kleidungsstücke an, die sie uns alle präsentierten und jedes Mal erwarteten, dass wir „Du siehst toll aus“ antworten, um am Ende insgesamt neun davon zu kaufen. Der Elf wie ich waren erleichtert, als wir endlich wieder die Sonne sahen. Nach einem kurzen Kuchen-Picknick auf einer Bank im Dorf machten wir uns schließlich auf den Rückweg, welcher einiges an Zeit beanspruchte, um noch vor Anfang der Dämmerung zurück zu sein – was nicht zuletzt am Erlebnis von Alexia und mir im Wald lag. Sobald ich wusste, was dieses Wesen war, würde ich es töten – ich wollte die Elfin unbedingt beschützen und dieses Tier schien mir eine akute Gefahr zu sein. An Neumond würde ich es versuchen.

  • Da bin ich wieder.^^ Wahrscheinlich letzter Kommentar vor meinem Urlaub, den nächsten gibts dann in eineinhalb Wochen wieder. Vielleicht kannst du in der Zeit ja etwas langsamer schreiben - dann bekommst du vielleicht auch mehr Kommentare. ^^


    Kapitel 6


    War ja mehr ein Übergangskapitel mit Erklärungen und Aussprachen und so weiter. Merkwürdig aber, dass Lafayette bewusstlos wurde, aber andererseits lag es vielleicht einfach nur an der Engelsmagie. Sein Auftrag scheint sich ja doch noch ziemlich in die Länge zu ziehen, wenn er sogar nächsten Neumond noch da sein wird, um sich das Ungeheuer genauer anzusehen - ich hatte erst gedacht, dass er nur ein paar Tage zu bleiben geplant hatte. Werden sich seine Augen an Neumond dann trotz des Bernsteins verändern? Darauf bin ich schon neugierig.^^ Falls das Ganze am Ende auf einen Kampf Dämon vs. Ungeheuer hinauslaufen wird, fände ich das sehr cool. Apropos Ungeheuer: Eigentlich wollte ich dich beim letzten Kapitel noch darauf hinweisen, dass du das Ungeheuer gar nicht beschrieben hast, aber nachdem Lafayette ja sowieso bis auf die Augen nichts von ihm gesehen hat, erübrigt sich das ja wieder.^
    Ansonsten wieder sehr schön geschrieben, als würde man direkt daneben stehen.


    Fehler:
    Sie drehte sich interessiert um und hatte scheinbar immer noch ein schlechtes Gewissen von ihrer Unausgesprochenen Anschuldigung mir gegenüber, Alexia Etwas getan zu haben. beides klein
    An Neumond würde es am Wenigsten auffallen klein
    Ich war ein Wenig gerührt von ihrer Fürsorge. klein



    Kapitel 7


    Sehr schön wieder, wie du den Weg beschreibst - andere hätten da einfach geschrieben, dass die vier halt zu dem Laden gingen. ^^ Aber wenn du so schreiben würdest, hätte ich dich auch nicht für den Profibereich vorgeschlagen. Apropos, die Bearbeitung läuft, und ich bin zuversichtlich, dass deine Story bald verschoben wird, wahrscheinlich irgendwann in der Woche, in der ich nicht da bin (also nächste). Zurück zum Kapitel: Bei deinen Beschreibungen denkst du sogar an solche "nebensächlichen" Sachen wie z.B. dass Lafayette in seiner schwarzen Kleidung warm wird uws., klasse. Besonders cool fand ich die Erklärung, woher Lafayette sein Geld hat. ^^ Da sieht man mal wieder die dunkle Seite der Dämonen, und das die nicht alle so nett sind, wie Lafayette größtenteils wirkt. Aber irgendwie lustig, dass es Leute gibt, die meinen, sie könnten die Dämonen bestechen.
    Interessant, dass du auch ein wenig auf die Mentalität der Menschen eingehst. Das habe ich mich nämlich auch schon gefragt, wie die so mit den Nichtmenschen umgehen, nachdem diese sich offenbart haben. Aber es war klar, dass vor allem Misstrauen vorherrschen würde, das ist doch immer so. So, Lafayette ist also ein "Gesandter des Teufels"? Jetzt muss ich drüber nachdenken, ob das nur in Bezug auf seine Art (also Dämon) gemeint war, oder ob der Leibhaftige persönlich sein Auftraggeber ist...^^
    Eine Wahnsinnsbeschreibung hast du ja bei dem Hexenladen hingelegt, du hast echt überhaupt nichts ausgelassen. Ich glaube von den Beschreibungen könnte ich mir echt noch eine Scheibe abschneiden für meine eigenen Stories.^^
    Uh, Lafayette braucht schwarze Kerzen? Ich glaube in dieser Farbe hab ich noch nie welche gesehen, aber ich war auch noch nie in einem Hexenladen. xD Die kleine Szene zwischen Lafayette und Alexia fand ich putzig.^^ Irgendwie süß, dass Lafayette immer noch rot wird, nachdem er doch wahrscheinlich schon ziemlich alt sein muss, so als Dämon.
    Achje, mit Runen kennst du dich jetzt also auch noch aus? ^^ Ich bin mit denen nur ganz am Rande vertraut, meine Freundin hat sie mir mal gelegt, in der Standardmethode "die drei Nornen", falls dir das was sagt. Ich hab mir leider nicht gemerkt was rauskam und von der Erklärung auch nur das Ende, aber gewissermaßen ist dieses sogar eingetroffen, auch wenn wir es früher falsch gedeutet haben... Naja egal, normalerweise lasse ich mir nichts vorhersagen, zurück zum Kapitel.^^" Die Bedeutung der Rune hättest du noch erklären sollen, finde ich. Oder zumindest dann im nächsten Kapitel oder so.
    Dass du am Ende ziemlich abgekürzt hast, fand ich okay so, so spannend ist es schließlich nicht, den beiden Mädchen beim shoppen zuzusehen.^^


    Fehler machst du eigentlich immer die gleichen, du schreibst Wörter groß, die sich klein gehören:
    Der unbefestigte Weg war breit und hatte Etwas von den Handelsstraßen aus dem Mittelalter [...]
    sowohl die Hellen, die ich für Kräuter benutzen wollte, wie auch die Dunklen, in denen man Tränke und Medizin aufbewahrte.
    passend zu ihrem Kleid, was ich ein Wenig lustig fand.
    „Zwei Schwarze, zwei Goldene, zwei Graue und eine Weiße.“ kay, hier bin ich nicht 100%ig sicher, obs groß falsch ist, aber klein wäre auf jeden Fall richtig
    Ich sah, wie sie ein Wenig rot wurde. besser: "ich spürte", normalerweise kann man sich selbst nicht ins Gesicht sehen xD
    was mich Etwas wunderte, da es ein Keltendolch zu sein schien


    Also, nochmal allgemein: "wenig" schreibt man immer klein, auch "ein wenig" oder "am wenigsten" (Steigerungen sind generell auch immer klein) ; "etwas" wird nur groß geschrieben, wenn es um "ein Etwas" geht ; Adjektive werden immer klein geschrieben, wenn klar ist, worauf sie sich beziehen - nur wenn das Bezugswort völlig entfällt, kann man sie als Substantive verwenden und somit groß schreiben.
    Ansonsten gewohnt fehlerfrei.^^