[Bitte schließen] Kabinett der Kuriositäten



  • >>Schneidet mir die Fäden ab! Wo steht der Plan geschrieben, der mir alles nahm und alles gab?<<
    >>Nirgends, denn in Wirklichkeit gibt's weder ihn noch Fäden.<<


    [tabmenu]
    [tab=Vorwort]Willkommen zu meiner ersten Fanfiction hier im Bisaboard. Ich hatte schon lange vor, eine Geschichte zum Thema Pokémon zu schreiben und möchte es hiermit nun endgültig in die Tat umsetzen.
    Ich hoffe, dass ihr mir viel Feedback gebt und freue mich auch immer sehr über Kritik, da ich mich gerne verbessern möchte. Ich muss allerdings vorweg sagen, dass ich einen etwas speziellen Schreibstil habe, der nicht jedem Leser zusagt.


    [tab=Fakten]Damit ihr erst einmal wisst, was auf euch zukommt, habe ich hier einmal ein paar kurze Fakten zu der Geschichte zusammengetragen:


    -Die Geschichte spielt in einer Welt, in der es keine Menschen gibt. Es werden daher nur Pokémon vorkommen.
    -Ich werde die Handlung aus den Perspektiven verschiedener Charaktere erzählen.
    -Sie ist dem Genre Fantasy/Drama zuzuordnen und wird im Allgemeinen eher ernsthaft sein.


    -Die Pokémon dieser Welt sind den Gesetzen der natürlichen Ordnung unterworfen. So ernähren sich offensichtliche Fleischfresser auch von anderen Pokémon, die dann sozusagen die Beutetiere darstellen. Einige Arten leben in Gruppen zusammen, andere sind Einzelgänger. Viele solcher Aspekte habe ich aus der Tierwelt übernommen. Desweiteren können sie ihre besonderen Fähigkeiten nicht pausenlos einsetzen, sondern benötigen Zeit um Attacken vorzubereiten.
    -Obwohl es hunderte unterschiedliche Pokémonarten gibt, können sie sich alle gegenseitig verstehen. Schlicht gesagt, sprechen sie allesamt die gleiche Sprache.
    -Das Leben der Pokémon mag zunächst primitiv wirken. Tatsächlich sind sie jedoch sehr intelligent und somit auch dazu fähig, Fantasie zu nutzen. Dies führte im Laufe der Zeit auch zur Ausbildung unterschiedlicher Glaubensrichtungen.



    Ich bin mir noch nicht sicher, wie viele Kapitel die Geschichte letztendlich umfassen wird. Es werden aber wahrscheinlich nicht gerade wenig sein, da ich doch sehr viele Ideen habe, die ich gerne einbauen möchte. Wenn euch die Geschichte gefällt, schaut also immer mal wieder rein oder schreibt mir, wenn ihr per PN benachrichtigt werden wollt, sobald ein neues Kapitel online ist.
    [tab=Idee / Inspiration]Die Idee zu dieser Geschichte hatte ich schon vor ca. 4 Jahren. Damals habe ich auch ein Artwork entworfen (obwohl ich gar nicht malen kann) und einen Klappentext sowie den Prolog verfasst. Durch die vielen guten Fanfictions hier im BB ist mir meine eigene wieder eingefallen und ich habe mich entschlossen, sie zu Papier zu bringen.
    Meine Inspiration waren damals vor allem die sogenannten "Wolpertinger". Das sind Fabelwesen, die aus verschiedenen Tieren zusammengesetzt sind. So kam ich auf die Idee, solche Pokémon zu erschaffen. Ich stellte mit vor, dass solche Hybriden in der Pokémonwelt sicher sehr selten und etwas ganz Besonderes wären und begann so, meine Idee zu einer Geschichte weiterzuentwickeln.
    [tab=Klappentext]Das junge Pikachu Fulgor ist in allen Punkten etwas ganz Besonderes. Es kam direkt als Pikachu auf die Welt und schlüpfte nicht als Pichu aus einem Ei. Außerdem hat es die Beine und Flügel eines Panzaeron. Die anderen Pokémon des Waldes fürchten Fulgors Fremdartigkeit und bringen ihm vor allem Hass entgegen. Die Kinder beschimpfen ihn als Monster, viele Erwachsene fordern seine Verbannung. Nur bei seiner Familie lernt der Hybrid Liebe kennen. Dennoch leidet er zunehmend unter dem Groll der anderen Stammesmitglieder und unter seiner Einzigartigkeit. Doch ist er wirklich so allein, wie er zu sein glaubt?


    [tab=Kapitel]Prolog
    Kapitel 1
    Kapitel 2
    Kapitel 3
    Kapitel 4
    Kapitel 5
    Kapitel 6
    Kapitel 7
    Kapitel 8


    [tab=Benachrichtigungen]
    Chess
    Tabtost
    BlackLatias
    Fröschchen
    Clio
    CaughtCrow
    HappyBoy



    Wenn du per PN benachrichtigt werden möchtest, sobald ein neues Kapitel online gestellt ist, schreib mir einfach eine kurze PN oder erwähne es in einem Kommentar.


    [tab=Sonstiges]
    [subtab=Titel]Um ehrlich zu sein fällt es mir furchtbar schwierig, einen vernünftigen Titel zu finden. Zunächst hatte ich mich für "Element Engagement - Die Kunst des wahren Hassens" entschieden. Aber ich war nie wirklich damit zufrieden. Mit dem aktuellen bin ich es immer noch nicht gänzlich, weshalb ich diesen als Arbeitstitel händle. Ich hoffe doch sehr, dass mir irgendwann endlich der perfekte Titel in den Sinn kommen wird.




    [subtab=Bedeutung d. Namen] Ich werde hier die Bedeutung der Namen, der bereits aufgetretenen Charaktere erklären.


    Fulgor (lat.)= Blitzen
    Tonumen (lat. Tonitrus = Donner / lat. numen = Gottheit)
    Arvengal (abgewandelt von Anagallis arvensis = Acker-Gauchheil) Pflanze, die bei aufkommendem, schlechten Wetter ihre Blüten verschließt
    Janan (abgewandelt von Jananka (sanskrit)) = Vater
    [subtab='Danksagung']
    Ein besonderes Dankeschön geht an Tiger D. Lia, die ein Bild zu dem Hauptcharakter Fulgor entworfen hat. Ihr könnt es in seinem Steckbrief bewundern. Wirklich, herzlichen Dank dafür :)  
    Ich danke außerdem Kleio, die das Titelbild des dritten Kapitels zu Papier gebracht hat. Ein dickes Dankeschön auch dafür :sekt:
    Auch Chess möchte ich an dieser Stelle danken, der nicht nur der erste Kommentator dieser FF war, sondern auch die erste Person, mit der ich hier im BB angefreundet habe. Außerdem motiviert er mich immer wieder dazu, endlich weiterzuschreiben. Danke dafür, mein Freund^^


    [subtab=Zeichnungen]
    Zum Glück habe ich ein paar Leute, die mir ab und an ein oder zwei Bilder zu dieser Fanfiction zeichnen. Das freut mich wirklich immer sehr. Da ich inzwischen die Charaktersteckbriefe aus dem Startpost entfernt habe, möchte ich diese Bilder nun an dieser Stelle präsentieren.



    [tab=Copyright]Es handelt sich hierbei um eine reine Fangeschichte. Die Rechte an Pokémon liegen bei Game Freak.
    Das Zitat unter dem Artwork wurde dem Lied "Nur ein einziger Gefallen noch" von der Band "Samsas Traum" entnommen. Es wurde von Alexander Kaschte verfasst.
    Das Artwork stammt von dem Künstler K-Lenz und trägt den Titel "Broken Wings".
    Die Idee der Geschichte und natürlich auch diese an sich stammen von mir. Sie ohne meine Erlaubnis zu kopieren und/oder an anderer Stelle zu veröffentlichen stellt eine Verletzung des Urheberrechtsgesetzes dar.
    [/tabmenu]


    [align=left]WARNUNG
    Bevor ihr weiterlest möchte ich euch darauf hinweisen, dass es in dieser FF zu einigen blutigen Szenen und Todesfällen kommen wird. Des Weiteren werden einige Charakter auch Gebrauch von Schimpfwörtern machen und teilweise unter starken psychischen Druck gesetzt, dessen Folgen ebenfalls beschrieben werden. Das Verhalten einiger Charaktere könnte auf den empfindlichen Leser befremdlich wirken.
    Wem einige dieser Punkte nicht zusagen, sollte nun nicht mehr weiterlesen, da er wohl wenig Freude an der Geschichte haben wird.
    Obwohl ich einige Szenen, aus Rücksicht auf die jüngeren User, extra für das BB entschärfen werde, bleibt diese FF dennoch eine, die eher die älteren Leser ansprechen soll.






    An dieser Stelle wisst ihr eigentlich schon alles, um ohne Probleme in die Geschichte einstiegen können. Weiter unten findet ihr lediglich ein paar weitere Information, die zu lesen kein Muss ist aber interessant sein kann, wenn man noch etwas mehr über die Welt und ihre Bewohner erfahren möchte.
    Wenn dir dies an dieser Stelle zunächst einmal egal ist, geht es hier direkt zum Prolog.



    http://i48.tinypic.com/u8nsy.png
    Da ich leider die Angewohnheit habe, Kapitel in recht großen Abständen zu veröffentlichen habe ich mich dazu entschlossen, Zusammenfassungen zu jedem zu schreiben, damit man als Leser schnell wieder einsteigen kann. Diese sind nicht sonderlich detailliert, sondern geben nur den groben Handlungsverlauf wieder. Dementsprechend herrscht an dieser Stelle natürlich eine große SPOILERGEFAHR.


    [tabmenu]
    [tab=Hinweis]
    Die Zusammenfassungen dienen dazu, schneller wieder in die Handlung einsteigen zu können. Wenn man sie vor dem Lesen der Geschichte anschaut, wird schon vieles vorweg genommen. Ich empfehle daher, zuerst die einzelnen Kapitel im Ganzen zu lesen, bevor man sich die Zusammenfassungen anschaut.
    [tab=1]
    Das junge Pikachu Fulgor, ein Hybrid aus Pikachu und Panzaeron, ist einmal mehr auf der Flucht vor den anderen Pichu und Pikachu des Stammes, in dem er lebt. Nach einer Provokation gelingt es Felias, dem Anführer der Verfolger, Fulgor zu Boden zu werfen und ihn mithilfe der anderen Pikachu und Steinen dort festzuhalten. Bei dem Versuch sich zu befreien verletzt Fulgor ein anderes Pikachu, woraufhin die anderen von ihm ablassen und flüchten. Dem Hybriden gelingt es, sich von den Steinen zu befreien. Aus Furcht vor dem Ärger, der ihm zuhause erwartet, flüchtet er tief in den Wald hinein und findet sich zuletzt auf einer Lichtung wieder, auf der er einige Zeit verweilt. Als er seinen Durst an einem Fluss stillt, erschreckt Fulgor aufgrund seines eigenen Spiegelbildes. Dennoch entscheidet er sich dazu, zum Stamm zurück zu kehren, da es dort auch einige wenige Pokémon gibt, die ihm Liebe schenken.
    [tab=2]
    Fulgor ist auf dem Rückweg zu seinem Zuhause, wird jedoch zuvor von dem aufgebrachten Raichu Rhell aufgehalten, dass ihm vorwirft das junge Pikachumädche Livia mit Absicht verletzt zu haben. Er sieht in dem Hybriden ein gefährliches Raubtier. Zutiefst verletzt geht Fulgor dem Gespräch aus dem Weg und flüchtet sich in die Heimat seines Stammes. In dem Höhlenkomplex belauscht er zufällig ein Gespräch von Felias und dessen Vater Michos, wobei Felias die Tatsachen der vergangen Verfolgungsjagd zu verdrehen und Fulgor als bösartig darzustellen scheint. Den Hybrid überkommen Wut und Verzweiflung, aber auch die Angst vor einer möglichen Verbannung angesichts dieser Lügen. Von seinen Gefühlen übermannt verliert er das Bewusstsein.
    [tab=3]
    Fulgor erwacht in seinem Bett aus Laub bei seiner Familie. Seine Tante und Ziehmutter Illia kümmert sich nach seinem Erwachen liebevoll um ihn und versucht ihn zu trösten und sein aufgekeimtes schlechtes Gewissen wegen der verletzten Livia zu beruhigen, was ihr jedoch nicht wirklich gelingt. Erst als auch Artas, Fulgors Onkel und Ziehvater, zu den beiden stößt, lässt sich der junge Hybrid beruhigen. Es stellt sich herraus, dass es Artas war, der den zuvor ohnmächtig gewordenen Fulgor gefunden und in die Sicherheit seines Zuhauses getragen hatte. Trotz der liebevollen Behandlung seiner Zieheltern kann das junge Pikachu die negativen Gedanken und seinen Selbsthass nicht abschütteln. Als Artras ihm jedoch vorschlägt, seine körperlichen Attribute zu seinem Vorteil zu nutzen und das Fliegen zu üben, kommt er ins Grübeln. Fulgor fasst neue Hoffnung.
    [tab=4]
    In den frühen Morgenstunden versucht Fulgor das Fliegen zu erlernen. Er scheitert jedoch immer wieder. Als er den Kampf zweier rivalisierender Taubsi beobachtet, die sich um ein Weibchen streiten das jedoch von einem Ibitak verspeist und getötet wird, meint Fulor den Egoismus der Natur und all ihrer Geschöpfe zu erkennen und sieht sein Vorhaben als unnütz. Da er jedoch sich selbst beweisen will, dass er fliegen kann, gibt er doch noch nicht auf und tatsächlich gelingt es dem Hybriden letztendlich, sich in die Lüfte zu erheben. Das Glücksgefühl über den gelungenen Flug wird jedoch abrupt zerstört, als Fulgor bei der Landung von Felias angegriffen wird und abstützt. Dem Hohn der anderen Pikachu ausgeliefert, verliert er die Kontrolle über sich und bemerkt bei seinem Wutanfall selbst nicht, wie sein Körper eine seltsame Verwandlung durchmacht: Fulgors Fell färbt sich silbern und wird zu einer harten Schicht Stahl. In dieser Form attackiert er Felias, der jedoch ausweichen kann, woraufhin ein anderes Pikachu mit dem Namen Tenia getroffen und vor einem Felsen geworfen wird. Bei dem Aufprall stirbt Tenia wegen eines Genickbruchs. Währenddessen nimmt Fulgors Körper wieder seine übliche Gestalt an und er erwacht aus dem trance#hnlichen Zustand, um sich nun mit seiner schrecklichen Tat konfrontiert zu sehen.
    [tab=5]
    Fulgor kann seine eigene Tat nicht begreifen und ist lange Zeit nicht in der Lage, sich zu rühren. Außer sich vor Wut und Verzweiflung attackiert ihn schließlich Felias, der den Hybriden k.o. schlag. Als er erwacht befindet er sich in dem Zentralraum des Höhlenkomplexes, in dem sich viel Publikum eingefunden hat. Fulgor steht unter stetiger Beobachtung durch die stärksten Raichu des Stammes. Illia kämpft sich zu ihm durch und versucht ihn zu beruhigen. Der Anführer des Stammes, Arvengal, möchte Fulgor einen fairen Prozess bieten, was sich aufgrund der vielen aufgebrachten Stammesmitglieder jedoch als nicht so einfach herrausstellt. Der Vater Tenias, Janan, mischt sich in das Geschehen ein und der Hybrid erfährt, dass das Pikachu das er versehentlich tötete sein eigener Bruder war. In diesem Moment erscheint Artras und bittet Arvengal darum, ihm zu glauben das von Fulgor keine Gefahr ausgehe. Da Artras die Urteilsfähigkeit der jungen Pikachu, die Zeuge von Fulgors Angriff waren, in Frage stellt, wird er von dem Anführer zurecht gewiesen, der zuletzt endlich das direkte Gespräch zu dem Hybriden sucht. Entsetzt darüber, seinen eigenen Bruder getötet zu haben, bittet Fulgor darum, ebenfalls getötet zu werden. Arvengal will darauf eingehen, woraufhin Artras wild protestiert. Es gelingt ihm letztendlich den Anführer davon zu überzeugen, Fulgor zu verbannen anstatt ihm das Leben zu nehmen. Zunächst wehrt sich das junge Pikachu jedoch vehement gegen diese Entscheidung. Erst als Illia ihn mit Steinen bewirft und ihn so zurück in die Realität holt, kehrt sein Lebenswille zurück. Fulgor flieht, wird jedoch augenblicklich von aufgebrachten Raichu verfolgt, die sich seinen Tod wünschen. Das Pikachu wird gezwungen auf ein offenes Feld in unbekanntes Gelände zu fliehen, als ein Gewitter aufzieht und ein Blitz den Wald in Brand steckt. Den Raichu gelingt es, Fulgor einzuholen als seine Flucht an einer tiefen Schlucht endet. Janan wirft ihn zu Boden und will seinen Sohn rächen, als ein Blitz in die Klippe einschlägt und die Felsen abbrechen, woraufhin Pikachu und Raichu in die Tiefe fallen. Fulgor kann dank seiner Flügel dem Aufprall entgehen und fliegt fort von seiner alten Heimat.
    [tab=6]Fulgor wird von einem Albtraum geplagt, in dem ihn ein Raikou und ein Zapdos jagen und schließlich zu einer Schlucht treiben. Als er fliegend versucht, der Situation zu entkommen bemerkt er zu spät, dass das Raikou seine Flügel heraus gerissen hat. Bevor er in den Abgrund stürzen kann, drängt ihn das Zapdos an die Felswand und gemahnt ihn mit Illias Stimme, zu laufen.
    Fulgor erwacht unter den Wurzeln eines Baumes und erkennt, dass er auf der Flucht vor den anderen Stammesmitgliedern weit fort geflogen ist und sich nun in einem ihm gänzlich unbekannten Wald befindet. Die Erinnerungen des vergangenen Tages und seine Einsamkeit quälen ich, doch der plötzliche Angriff eines Magnayen reißt ihn aus seinen Gedanken und zwingt ihn zur Flucht. Letztendlich gelingt es Fulgor, sich mithilfe seiner Flügel auf einen Baum zu retten, jedoch verletzt ihn das Magnayen dabei an der rechten Schulter. Um Heilkräuter suchen und sich zugleich von anderen Jägern des Waldes fernhalten zu können, fliegt das Pikachu über die Baumkronen, fürchtet sich jedoch vor einer möglichen Landung. Während er sich dazu zwingen will, wieder auf den Erdboden zurück zu kehren, wird er von einem Ibitak angegriffen. Nachdem Fulgor schnell realisiert, dass er in der Luft keine Chance gegen das Vogelpokémon hat, flüchtet er sich tief in den Wald hinein, wo es ihm schließlich gelingt das Ibitak mit einem Blitz zu verscheuchen. Während er still seinen Sieg feiert, überrascht ihn ein Kramshef namens Belhalrasu, die ihm jedoch freundlich gesinnt zu sein scheint. Sie lobt ihn für seinen Sieg über das Ibitak und bietet ihm an, ihm eine Zuflucht in ihrem Schwarm zu gewähren. Nach einigem Überlegen nimmt Fulgor ihr Angebot schließlich an.
    [tab=7]Bel führt Fulgor tiefer in den Wald, wo ihr Schwarm sich um eine alte Birke auf einer Lichtung versammelt hat. Entsetzt von dem Anblick der Kramurx, die gerade den Kadaver eines der ihren verspeisen, will das Pikachu den Platz verlassen, doch Bel hält ihn auf. Sie erklärt Fulgor, dass seit einer Woche ein seltsamer Räuber in der Nacht sein Unwesen treibt und ihren Schwarm dezimiert. Sie bittet Fulgor um Hilfe, ihn seinerseits umzubringen. Ihr Plan ist, Fulgor als Lockvogel zu benutzen, um sich schließlich aus dem Hinterhalt auf den Jäger stürzen zu können. Das Pikachu fühlt sich zunächst ausgenutzt, gibt auf Bels Betteln jedoch nach. Von Dankbarkeit erfüllt stellt sie ihm zwei Beeren zur Verfügung, um Fulgors Wunden zu heilen und seiner Müdigkeit entgegen zu wirken. Außerdem bietet sie ihm an, nach der erfolgreichen Jagd ein Teil ihres Schwarmes zu werden. Fulgor sieht seine Chance, eine Familie aufzubauen und geht auf Bels Angebot ein. Zusammen erwarten sie das Auftauchen des fremden Pokémon. Als es die Lichtung, die die Birke umgibt, betritt, verschwinden Bel und ihre Kramurx in dem Wald. Fulgor macht das andere Pokémon auf sich aufmerksam, fühlt jedoch zugleich eine seltsame Anziehungskraft von diesem ausgehen. Nur mit Mühe kann er sich selbst dazu bringen, zu flüchten. Jedoch ist ihm der Jäger um einiges überlegen, da er viel besser zu fliegen vermag, als Fulgor. Fast zu spät greift Bel ein. Zuletzt gelingt es ihr dennoch, das fremde Pokémon in einen Kampf zu verwickeln. Dieses besiegt das Kramshef allerdings mühelos und tötet sie. Fulgor, der die ganze Szene mit ansieht, ist entsetzt und flieht ein weiteres Mal mit letzter Kraft.
    [tab=8]Auf seiner Flucht erscheint Fulgor plötzlich ein weiteres Mal das Zapdos aus seinem Traum. Erschrocken von dieser Begegnung, stürzt das Pikachu in einen Dornenbusch, wo er reglos verharrt. Nach einiger Zeit glaubt er, der Mörder Bels habe von seiner Jagd abgelassen und Fulgor macht sich auf, den viel zu gefährlichen Wald zu verlassen. In diesem Moment wird er jedoch von dem anderen Pokémon angegriffen, das ihn weiterhin verfolgte. Mit einem Blitz kann Fulgor einen Vorsprung gewinnen und malt sich über den Baumkronen bessere Möglichkeiten zur Flucht aus. Allerdings muss er schnell feststellen, dass er auch dort dem Räuber nicht entkommen kann. Von einer seltsamen Wut erfasst geht er seinerseits in einen wilden Angriff und den tranceähnlichen Zustand über, in den er auch bei seinem Angriff auf Felias geriet.
    Der Jäger namens Nigrum ist überrascht von der plötzlichen Angriffslust Fulgors, weicht jeder Attacke jedoch mühelos aus. Nach einem erfolgreichen Gegenangriff stürzt das Pikachu schließlich in die Tiefe und Nigrum rechnet bereits fest mit seinem Sieg. Er wundert sich über sich selbst, da er Fulgor nur aus bloßer Neugier und nicht aus einem Hunger heraus verfolgte. Nigrum beschließt, den Wald zu verlassen und einen Ort zu finden, an dem er auf stärkere Kämpfer treffen kann. Doch Fulgor ist noch nicht besiegt und schleudert einen Blitz auf ihn. An mancherlei Form von Schmerz gewohnt gelingt es Nigrum schnell, wieder auf die Beine zu kommen. Bei einem erneuten Gegenangriff muss er jedoch feststellen, dass die Haut des Pikachu inzwischen stahlhart geworden ist und silbern glänzt. Die Funken aus der Flamme an seiner Schwanzspitze können sie jedoch schmelzen. Dennoch möchte Nigrum auf einen Kampf verzichten, um sein Feuer nicht verschwenden zu müssen. Da Fulgor in seinem Wahn jedoch nicht von ihm ablässt, lockt der Jäger ihn in einen kleinen Bach am Waldesrand, um ihm dort mit einem Feuerstrahl überraschen zu können. Dem Pikachu gelingt es ihm letzten Augenblick auszuweichen, allerdings wird es schmerzhaft am Ohr verwundet. Nigrum will die Chance nutzen, seinem verletzten Gegner den Todesstoß zu geben, wird jedoch ein weiteres Mal von einem plötzlichen Angriff überrascht. Dabei löst sich eine Flamme aus seinem Maul und steckt einen Baum in Brand. Schnell breitet sich das Feuer aus. Nigrum, nun endgültig wütend geworden, gelingt es Fulgor mit Einsatz seines Schweifes gegen einen Abhang zu schleudern. Als das Pikachu die Kräfte endgültig verlassen, lacht es zuletzt noch über Nigrums seltsame Erscheinung. Er blickt ins Wasser und erkennt sich selbst: Ein Nachtara mit ledrigen Flügeln, einem langen Schweif und den Hinterbeinen eines Reptils.
    [/tabmenu]

  • Prolog
    Donnerschlag



    Wie der Adler vor dem Donner nicht erzittert und erblaßt;
    Also ist der Tod den Frommen ein höchst angenehmer Gast.


    - Sidonia Hedwig Zäunemann


    Das Raichu rannte so schnell sie konnte durch den komplett in tiefstes Schwarz getauchten Wald. Die Dunkelheit war gnadenlos an diesem Tag, sie umfing die Bäume von den Wurzeln bis zum letzten Blatt. Es stand kein Mond am Himmel, der das Leid des Weibchens beleuchtet hätte. Sie blutete. Die Angst hatte sich in ihrem Kopf festgesetzt, wie ein Parasit. Sie konnte kaum klar denken, so sehr plagten sie die Sorgen. Ihr orangenes Fell stand in Büscheln von ihrem gedrungenen Körper ab und ihr langer Schweif, der in einer gezackten Blitzform endete, schliff beinahe über den Waldboden, weil ihr die Kraft fehlte, ihn in die Höhe zu halten.
    Es war nicht das erste Mal, dass sie ein Kind gebar und bisher hatte sie sich immer in den geschützten Wald zurückgezogen, da sie die neugierigen Blicke und die Geräusche der Schritte der anderen Pikachu vor ihrem Nest nervös machten. Doch dieses Mal, so schwante ihr, war das ihr größter Fehler gewesen. Die Schmerzen waren plötzlich aufgetreten und kamen der Wirkung eines Faustschlags in ihre Magengrube gleich. Sie wusste, dass sie zurück zu ihrem Stamm musste. Diese Geburt konnte sie nicht alleine überstehen, sie musste sich helfen lassen. Denn sie wollte den nächsten Morgen noch erleben, die warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut spüren. Zusammen mit ihrem Ei. Bei dem Gedanken daran, dass es auch anders ausgehen könnte, breitete sich ein bedrückendes Gefühl der Übelkeit in ihrer Magengegend aus und sie war sich nicht sicher, ob dieses Gefühl nicht noch unangenehmer war, als der unbändige Schmerz.
    Eine weitere Welle des Schmerzes erfasste sie und stoppte ihren Lauf abrupt. Es fühlte sich an, als schnüre jemand ihren Unterleib mit einer Ranke ab. Mit schmerzverzerrtem Gesicht ließ sich das Raichu auf den Boden fallen und rollte sich auf den Rücken, um ihren Bauch nicht unnötig zu belasten. Ihr Atem ging schwer und stoßweise und kalter Schweiß bedeckte ihren wild zuckenden Körper. Doch sie konnte nicht aufgeben. Ihrem Kind zuliebe. Die Mutterliebe in ihr brannte heißer als jedes Feuer.
    Unter größter Anstrengung richtete sie sich wieder auf. Egal wie dunkel es auch war, die Welt um sie herum war lebendig. Lebendig und bedrohlich. Immer wieder zuckten die großen, nach hinten gerichteten Ohren des Raichu, wenn ein Geräusch ihr Trommelfell erreichte. Die Kramurx, die durch ihr tiefschwarzes Gefieder und ihre scharf gekrümmten Schnäbel wie Diener der Dunkelheit selbst wirkten, kreischten höhnisch in den Baumwipfeln, als wollten sie die werdende Mutter verspotten. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie ein Grypheldis, dass sie schon seid einiger Zeit verfolgte, angelockt von dem Duft ihres Blutes und auf leichte, doppelte Beute hoffend. Es saß auf einem dicken Ast und hatte den federlosen Kopf neugierig schief gelegt. Augeregt klackerte es mit seinem breiten, grauen Schnabel und breitete seine großen Schwingen aus, die von kurzen braunen und langen grauen Federn bedeckt waren. Mit einem markerschütternden Kreischen erhob es sich in die Lüfte, die rötlichen Puppillen starr auf das geschwächte Raichu gerichtet.
    Doch sie hatte nicht vor, diesem Aasgeier ihr Kind zu überlassen. Das Weibchen war bereit, sich mit Händen und Füßen, Krallen und Zähnen, Funken und Blitzen gegen das Flugpokémon zu verteidigen. Trotzdem hoffte sie inständig, dass es nicht so weit kommen würde. Ihr Herz machte große Sätze und pumpte einen unaufhörlichen Strom aus Adrenalin durch ihre Adern. Ihr Körper hatte alle Hände voll zu tun, um die negativen Gefühle ihrer Seele auszugleichen. Das Raichu fühlte sich so unglaublich erschöpft, dass sie am liebsten verzweifelt aufgeschrien und geweint hätte. Ihre Beine brannten wie Feuer und waren schwer wie Blei, ihre Gedanken benebelt. Wäre nicht das ungeborene Kind in ihrem Leib gewesen, das Weibchen hätte sich vielleicht den Schmerzen ergeben, sich auf den Boden fallen lassen und dem Grypheldis eine gute Mahlzeit ermöglicht. Doch sie durfte nicht aufgeben. Es war nicht mehr weit bis zu dem Höhlenkomplex, in dem ihr Stamm seid Generationen lebte. Ihr Kleines würde dazugehören. Es würde ein wunderbares Exemplar der neuen Generation sein. Sie sah es schon vor sich, das kleine Wesen, und die Vorstellung zauberte ihr bereits jetzt ein stolzes Lächeln auf die Lippen. Eine Zukunft für sie und ihr Kind. Das war es, wofür das Weibchen in diesem Moment kämpfte. Sie musste nach Hause und diesen Räuber abschütteln. Überleben. Das war alles, voran sie denken konnte. Das Adrenalin schoß heiß durch ihre Blutbahnen und verdrängte das Gefühl für den Schmerz irgendwo in die hinterste Ecke ihres Gehirns. Ihre Gefühle zwang sie selbst hinunter in ihr Unterbewusstsein, denn sie wusste, dass sie all ihre Konzentration brauchte, um lebendig ihr Ziel zu erreichen.
    Sie rannte wieder, das Grypheldis schwebte drohend über ihr in der stickigen, schweren Luft. Irgendwo in der Ferne war ein lautes Donnergrollen zu hören. Ein Geräusch, das das Raichu beruhigte wie ein Schlaflied. Es klang nach Heimat und nach den starken Kämpfern ihres Stammes. Sie wünschte die dunklen Wolken zu sich, als ihr Schutzschild und als einen Ansporn: Ihr ungeborenes Kind würde niemals das sanfte Grollen der Wolken vernehmen, würde sie hier sterben. Das konnte sie nicht zulassen. Soetwas konnte keine Mutter ihrem Kind antun. Ihr Stolz und ihre Liebe verboten es ihr.
    Scheinbar nur Sekunden später, war das Gewitter direkt über ihr. Große, tiefgraue Wolkenwände verdunkelten die Nacht noch weiter, nur um sie immer wieder für Sekunden von kräftigen Blitzen, die über den Himmel zuckten, erhellen zu lassen. Die gefährliche Wucht der Elektrizität zwang das Grypheldis zum Rückzug. Aufgebracht schlug es mit den Flügeln, frustriert kreischend, bevor es Zuflucht in der Ferne suchte.
    Das Raichu dankte den Göttern, an die sie nie geglaubt hatte, für die Rettung. Sie würde es schaffen. Ihr Kind würde unter den gutmütigen und aufmerksamen Augen ihres Stammes auf die Welt kommen und sie würde es wärmen, bis es schlüpfte und das erste Mal die Welt mit den eigenen, großen Augen sehen würde. Ein erleichtertes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, als sie die große Eiche entdeckte, die die Grenze des Reviers ihres Stammes markierte. Nur noch ein paar Meter. Sie war gerettet. Ihr Herz schlug schneller und ein wohliges Gefühl von Wärme machte sich in ihrem Leib breit. Sie wollte ihr Kind streicheln, es liebkosen. Sie wusste jetzt, was es bedeutete, zu leben. Und sie würde dieses Geschenk wertschätzen, wie nicht anderes auf der Welt. Dankbar lächelnd blickte sie zu den großen Wolken hinauf, die von Wind getrieben schnell über Himmel zogen, als wollten sie sie sicher nach Hause geleiten.
    Dann explodierte die Welt um sie herum. Die Dunkelheit wurde durch gleißendes, tödlich helles Licht ersetzt, das das Raichu komplett umfing. Sie klappte wild zuckend zusammen. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr, ihre Muskeln tanzten einen wilden Tanz des Todes, der ihr alle Kraft raubte. Die Hitze brachte das Blut in ihren Adern zum Kochen. Niemals hätte sie gedacht, dass es ein Blitz sein würde, der sie auf ihre letzte Reise schicken würde. Ihre Gedanken schienen sich aufzulösen, sie verloren ihre Konsistenz, wurden zu Fetzen, die kaum noch Sinn ergaben. Trotz allem spürte das Raichu noch, wie das zweite Leben, das in ihr hauste, sie ebenfalls verließ. Doch anders als ihr eigenes Leben, das sich nicht nur von ihr selbst, sondern auch von der Welt verabschiedete, begrüßte dieses seine Umwelt mit einem lauten, seltsam verzerrten Schrei der Unbeholfenheit. Es war kein Ei. Es war schon von Kopf bis Fuß komplett wach und lebendig. Von den spitzen Ohren, über den blitzförmige Schweif bis hin zu den letzten Federn seiner Flügel. Dem Raichu war ganz schwindelig. Die Welt drehte sich. Sie wurde immer tiefer in eine Spirale hineingesaugt, die mit jedem Blinzeln dunkler und dunkler wurde. Sie musste träumen. Sie musste doch träumen! Und in ihrem letzten, erstaunlich klaren Augenblick fragte sie sich, was für einen Spaß sich diese Götter wohl erlaubten, an die sie eigentlich gar nicht glaubte.

  • Hallu ^^


    Hab bei meinem Rundgang deine Fs gesehen und will gleich mal nen Kommi hier lassen.
    Ich möchte dich warnen ich bin schmerzfrei was Kritik angeht ^^
    aber es soll dich ja verbessern ;o



    Startpost:
    Der erste Post ist dir wie ich finde relativ gut gelungen.
    Allerdings könntest du die Schrift unter dem Bild vergrößern und erklären.
    Faden?!? Hä ^^
    naja. Weiter geht's:
    Dein Bild sagt nicht allzu viel...
    Hybride... Mond.
    Vllt kannst du dir etwas tiefsinnigeres aussuchen.
    ^^ und kurz erklären, was hybride sind..
    Gut weiter.
    Du warnst vor Gewalt und Tod. Das Ist gut. Aber du sagst und noch anderes.
    Ergänze vielleicht konkreteres.
    Die Kapitelübersicht...^^
    naja ist deine erste FS oder?
    Verlinke deine Kapis am besten. Du weißt ja. Die Zahl über dem Beitrag klicken, dann hast du den Link :'D
    Viel mehr will ich gar nicht sagen ^^


    Prolog:
    Also wollen wir mit dem Positiven anfangen?
    Mir gefällt es, wie du zumindest am Anfang den Wald beschreibst.
    Aber wer? Was? Ist ein Raichu?
    Du gibst deinen Lesern keine Chance sich ein Bild von ihr zu machen.
    Und Raichu. Ist das ein Pokemon ? Du musst dir klarmachen, dass nicht jeder so ein Junk ist wie wir ^^
    Weiter. Raichu hat Schmerzen? Das ist klar denke ich, aber ;o
    Wie FÜHLT es sich denn? Gefühle sind das A und O in einer Srory bei der es um "Rassismus" geht.
    Weiter! Kramurx? Grypheldis? Hä?
    wie sehen die aus? Was ist denn das überhaupt? Woher wissen denn Leute die keine Freaks sind, dass die fliegen können.
    Und dann ...
    Die Welt explodiert? Dann stirbt Raichu durch nen Blitz und dann stirbt das Baby.
    Aufeinmal lebt des Baby wieder und.... Das Ende ist TOTAL durcheinander ...:


    Fazit:
    Du hast das Potenzial ne super FS hinzulegen, aber du musste es MACHEN!!
    Bitte GB Benachrichtigungen, wenn das neue Kapi on ist.



    Lg suicune

  • Kapitel 1
    Monster



    Herr, gib mir die Kraft und den Mut, mein Herz und meinen Körper ohne Ekel zu betrachten.


    - Charles Baudelaire



    „Bleib stehen, du dreckiges Monster!“
    Die Stimmen der jungen Pikachu hallten durch den lebendigen Sommerwald. Die Strahlen der hoch am Himmel stehenden Mittagssonne drangen bündelweise durch das dichte Geäst der eng und unangeordnet stehenden Bäume, die ihre Äste dem wärmenden Licht entgegen streckten. Weit unter ihren schützenden Wipfeln, am Waldboden, war es angenehm kühl und alles was kreuchte und fleuchte genoss das traumhafte Wetter in vollen Zügen und mit unsagbarer Freude.
    Das Klackern von Steinen, die auf den Boden fielen, störte die angenehme Atmosphäre und überdeckte den wunderbar klingenden Gesang der Fasasnobs, die an Tagen wie diesen stets voller Tatendrang den Nacken in den Kopf warfen und dem Himmel selbst ein Loblied sangen. Ein Rattfratz verschwand blitzschnell in seinem Loch, als ein Stein, fast halb so groß wie es selbst, seinen eingerollten Schweif nur knapp verfehlte und weit über den von Moos bedeckten Waldboden rollte.
    Wo die Pikachu liefen, hinterließen sie eine Spur aus kaum sichtbaren, knisternden Funken in der Luft, die vor lauter Aufregung aus ihren roten Wangen rieselten. Ein paar sehr junge Pichu hatten sich der Gruppe ebenfalls angeschlossen und versuchten mit den größeren Schritten der Älteren mitzuhalten. Einmal stolperte eines von ihnen über einen der zuvor geworfenen Steine und fand sich mit dem Gesicht auf dem Waldboden wieder. Es begann zu weinen, mehr wegen des Schocks, als wegen des Schmerzes, doch niemand achtete auf es. Alle hatten ihre Augen nur auf ein Ziel gerichtet: Ein ebenfalls junges Pikachu, dass unbeholfen über Wurzeln und seine eigenen, scheinbar viel zu großen Füße stolperte. Sein Name war nicht Monster, sondern Fulgor, auch wenn vor allem die sehr jungen Pichu diesen schon lange nicht mehr mit ihm assoziierten. Fulgor versuchte verzweifelt, noch schneller zu laufen, doch seine Beine hinderten ihn schmerzlich daran. Er wünschte sich, wie fast jede Sekunde seines Lebens, ein normales Pikachu zu sein. Fulgor hätte lieber keine Beine gehabt, als diese knöchernen, dünnen Gestelle die in großen, vierzehigen Vögelfüßen endeten. Sie waren nutzlos und störten ihn nicht nur beim Laufen. Es war ihm kaum möglich, sich zu bücken und einen Stein aufzuheben, wie es die anderen Pikachu taten. Sonst hätte er sich vielleicht gewehrt. Zumindest hätte er vielleicht daran gedacht. So jedoch, fühlte er sich der Gruppe aus rund zehn Pikachu und vier Pichu vollkommen unterlegen und suchte sein Heil in einer völlig ausweglosen Flucht.
    Die anderen Pokémon waren um einiges besser zu Fuß als Fulgor. Erschwerend kam hinzu, dass er immer wieder Probleme hatte, sein Gleichgewicht zu halten. Er wusste, dass es einen Weg gab, wenigstens diese Schwäche auszugleichen, aber diese Blöße würde er sich nicht noch einmal geben. Nicht so wie das letzte Mal. Das hatte er sich geschworen.
    Die anderen Pikachu kamen immer näher. Felias, der Anführer der Truppe und Fulgors größter Feind, zielte genau und warf einen großen Stein, der den Hybriden direkt am Rücken traf. Von dem plötzlichen Schmerz einen Moment benommen, stolperte er vorwärts und breitete instinktiv seine großen Schwingen aus um zu verhindern, dass er fiel.
    „Ja, Vögelchen, flieg!“, ertönte es prompt hinter ihm und die Scham zuckte wie ein Blitz durch Fulgors Körper.
    Der Wunsch, sich zu verteidigen wurde unermesslich groß und in einem kurzen Anflug von Mut wandte er seinen Kopf in die Richtung der Meute und brüllte: „ Ich kann überhaupt nicht fliegen!“
    Noch im selben Moment bereute er seine Reaktion, denn Felias schoss mit ungeheurer Geschwindigkeit nach vorne und warf Fulgor auf den Rücken.
    „Na los, macht schon!“, sagte das überhebliche Pikachu befehlend zu den anderen und nickte in die Richtung der noch immer ausgebreiteten Schwingen des Hybriden.
    Sie legten einige Steine auf die langen, roten Federn und nagelten Fulgor so am harten Waldboden fest, während Felias eiskalt grinsend einen Fuß auf seinen Bauch stellte.
    „Du solltest den Mund halten, Monster. Sonst wächst dir vielleicht auch noch ein Schnabel.“
    Die anderen lachten leise und einer von ihnen klopfte Felias zustimmend auf die Schulter.
    „ Lasst mich gehen!“, schrie Fulgor aufgebracht und warf verzweifelt den Kopf hin und her, „ Ich habe euch doch gar nichts getan! Was soll das? Das tut weh!“
    Doch das Grinsen des anderen Pikachu wurde nur noch breiter.
    „Tut mir Leid, wenn es dir weh tut. Aber das können wir leider nicht nachvollziehen. Weißt du, ich verrate dir ein Geheimnis“, Felias beugte sich zu dem vollkommen verängstigten Pokémon hinunter, bis sein ungewöhnlich langes, zerzaustes Fell in Fulgors Augen stach und flüsterte, laut genug, dass die anderen es ebenfalls hören konnten. „Nicht jeder von uns hat Flügel.“
    Die Gruppe brach in wildes Gelächter aus, das weit in den Himmel hinaufstieg und einen vorbeiziehenden Schwarm Taubsi dazu bewegte, schneller über diesen unangenehm klingenden Wald hinweg zu fliegen. Unter ihnen strampelte Fulgor inzwischen verzweifelt mit den Füßen und wand sich unter dem Gewicht, dass Felias auf ihn ausübte.
    „Es sind nicht meine Flügel!“, brüllte er, das Gesicht vor Wut und Furcht vollkommen verzerrt, „Mein Bauch tut weh, wenn du dich mit deinem stinkenden Fuß darauf stellst!“
    Augenblicklich wandelte sich das Grinsen in dem Gesicht des heißblütigen Pikachu in hasserfüllte Wut.
    „ Willst du diesen Fuß einmal in deinem Gesicht haben, Monster?“, fragte Felias leise, „ Sollen wir dich wieder verprügeln, so wie das letzte Mal?“
    Die pure Panik schoß in kalten Wellen durch Fulgors Adern. Seine Augen rissen weit auf und verzweifelt drehte er den Kopf nach links und rechts, um einen Ausweg zu finden. Er spannte die Muskeln in seinen Flügeln an und versuchte mit ganzer Kraft, die Steine abzuschütteln, die ihn gnadenlos am Boden hielten. Vergebens. Kalter Schweiß bildete sich auf Fulgors Stirn und er begann, noch wilder mit den Beinen zu strampeln. Er spürte, wie die hinteren Zehen seiner Füße den Boden aufschürften, während dir vorderen die Luft zu zerreißen schienen. Das Pikachu wollte einfach nur noch weg, weit hinein in den schützenden Wald rennen und immer weiter und weiter, bis ans Ende der Welt. Es streckte die Beine so weit es konnte und strampelte und zerrte mit seinen Flügeln an den Steinen und versuchte mit seinen Händen Felias zu erreichen, um ihn von sich zu stoßen. Blitze schossen aus seinen Wangen, doch das konnte den anderen Elektropokémon kaum etwas anhaben.
    „Danke für die Massage“, lachte Felias amüsiert und sagte dann in sehr ernstem Tonfall, „Du bist fällig!“
    Noch einmal trat Fulgor verzweifelt nach der Luft und vernahm kurz darauf einen erschreckten Schrei. Eines der Pikachu war ihm zu nah gekommen, und seine Krallen hatten dem Arm des jungen Mauspokémon einen tiefen Kratzer zugefügt. Entsetzt wandten alle ihre Gesichter zunächst dem Verletzten und dann wieder Fulgor zu. Es wurde plötzlich sehr still. So still, dass das Lied der Fasasnob wieder zu hören war und die Szene geradezu gespenstisch untermalte.
    Felias durchdrang die Stille.
    „Du Monster!“, sagte er voller Abscheu, „Das werden wir den Erwachsenen erzählen. Dann wirst du endlich verbannt!“
    Mit diesen Worten drehte er sich um, nahm das verletzte Pikachu bei der Hand und lief zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Nach und nach folgten ihm die anderen, die wenigen Pichu weinten verängstigt. Sie ließen Fulgor hilflos zurück.
    Er machte sich nicht einmal die Mühe, ihnen zu sagen, dass sie ihn befreien sollten. Das hätte sowieso niemand von ihnen getan. Erschöpft und zutiefst verletzt, legte das junge Pokémon den Kopf auf die Seite und starrte die kleinen Kieselsteine und die Insekten an, die über den dunklen Waldboden krabbelten. Ein Raupy schien Fulgors Blick zu erwidern, doch dann entdeckte es seine Vogelfüße und kroch schnell in den nächstgelegenen Busch. Er seufzte tief und es klang zittrig. Aber er würde nicht schon wieder weinen. Er durfte keine Schwäche mehr zeigen, auch nicht vor sich selbst. Noch einen kurzen Moment lang blieb er liegen und lauschte den Geräuschen des Waldes: Dem Rascheln von gefallenen Blättern und dem Knacken kleiner Stöcke, wenn sich ein Rattfratz oder ein Nagelotz seinen Weg bahnte, dem Rauschen des Windes, wenn er durch die Bäume pfiff. Der Gesang verschiedenster Vogelpokémon klang wie ein göttlicher Chor und erfüllte die Luft. Irgendwo in der Ferne war ein Heulen und lautes Bellen zu hören, vermutlich ein Rudel Magnayen auf der Jagd. Auf eine Begegnung mit diesen konnte Fulgor verzichten. Jetzt, wo das Gewicht Felias nicht mehr auf seinem Bauch lastete, konnte er sich etwas aufrichten und mit ganzer Kraft seine Flügel unter den Steinen hervorziehen. Stöhnend warf er einen kurzen Blick auf die zerzausten Federn und legte die Schwingen dann schnell wieder an seinen Körper an.
    Wie er diese anderen Pikachu hasste! Er wünschte, sie würden sich einfach um ihre eigenen Dinge kümmern und sich ein anderes Mittel gegen ihre Langweile suchen, anstatt ihn ständig zu schikanieren.
    Niedergeschlagen schlurfte Fulgor tiefer in den Wald hinein. Er wollte nicht nach Hause gehen. Die Erwachsenen würden ihm die Hölle heiß machen, weil er dieses Pikachu verletzt hatte.
    „Aber das war doch keine Absicht“, flüsterte er leise zu sich selbst und spürte, wie seine Augen nass wurden.
    Wütend warf er den Kopf hin und her, als könnte er so die Tränen abschütteln. Doch ihr Gewicht schien untragbar und so flossen sie bald in kleinen Rinnsalen aus Fulgors großen, braunen Augen. Verzweifelt begann er zu rennen so schnell er konnte, obwohl er von der vorangegangenen Verfolgungsjagd noch vollkommen erschöpft war. Er stolperte über Steine und Wurzeln, riss sich die Haut an Ästen und Dornen auf, an denen kleine Büschel seines Fells hängenblieben. Doch egal wie weit und schnell Fulgor auch rannte, vor sich selbst konnte er nicht fliehen.
    Erst als seine Beine schwer wie Blei waren, sein Atem unregelmäßig und stoßweise ging und sich die Übelkeit in seiner Kehle festgesetzt hatte, blieb Fulgor stehen. Am ganzen Leib zitternd ließ er sich auf den Boden fallen. Nur langsam nahm er seine Umgebung war und bemerkte, dass er weit in den Wald vorgedrungen war und sich nun auf einer, von der Sonne hell erleuchteten, Lichtung befand. Der Boden war mit frisch duftendem Gras bedeckt. Nur hier und da ragte eine bunte Blume aus dem Grün hervor. Mohn, Nelken und Angelonien bildeten ein kontrastreiches Bild. Fulgor war froh, endlich etwas anderes als kalten Waldboden unter sich zu spüren und genoss die warmen Sonnenstrahlen, die auf seine Haut fielen. Er blickte blinzelnd in den strahlend blauen Himmel und sah große Schäfchenwolken vorüberziehen. In seiner Fantasie nahmen sie die verschiedensten Formen an, sahen aus wie Raichus, Pikachus und Pichus. Eine der Wolken ähnelte stark einem Panzaeron. Sofort wandte Fulgor den Blick ab und knurrte leise in sich hinein. Er war schon viel zu lange hier geblieben. Wenn er wenigstens etwas glaubwürdig erscheinen wollte, musste er jetzt zurückgehen und den Erwachsenen versuchen zu erklären, was passiert war. Das junge Pikachu sprang auf die Füße und bewegte sich in Richtung der Bäume, die einen dichten Ring um die Lichtung zogen, wie riesige Wächter dieses wunderschönen Platzes. Aus dem Augenwinkel bemerkte Fulgor einen kleinen Bach, der aus dem Wald heraus auf die Lichtung floss, nur um dann wieder zwischen den Bäumen in der Dunkelheit zu verschwinden. Das leise Plätschern des Wassers, das ihm zuvor überhaupt nicht aufgefallen war, ließ ihn gewahr werden, wie durstig er war. Kurzerhand änderte er seine Laufrichtung und ließ sich vor dem Bach in die Hocke nieder, um etwas zu trinken. Das Wasser war, trotz des strahlenden Sonnenscheins, angenehm kühl. Fulgor nahm sich Zeit, um seinen Durst zu stillen und genoss das kühle Nass auf seiner Zunge und in seiner Kehle. Nachdem er genug getrunken hatte, stand er auf und warf noch einen Blick zurück in das Wasser. Durch den leichten Strom war sein Spiegelbild verzerrt, aber doch erkennbar. Zögerlich öffnete Fulgor seine Flügel. Kummer zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Er konnte es den anderen wirklich nicht verübelten, dass sie ihn so schlecht behandelten. Wenn er einer von ihnen und normal wäre, würde er wohl dasselbe tun. Felias hatte Recht. Es fehlte wirklich nur noch ein Schnabel, um sein Erscheinungsbild endgültig zu entstellen. Wie war er selbst überhaupt zustande gekommen? Wie konnte so ein Monster wie er überhaupt existieren?
    Fulgor legte die Schwingen an, senkte den Kopf und schloss die Augen. Wenn er sich doch nur in Luft auflösen konnte! Er wünschte, er könnte einfach von dieser Welt verschwinden und noch einmal wiedergeboren werden. Ob als Raupy, als Pichu oder als Taubsi war vollkommen egal. Einfach nur normal. Er wollte doch einfach nur normal sein! Wieder rannen die Tränen aus seinen Augen und tropften in den Bach. Die Strahlen der Sonne schienen ihn nicht mehr zu erreichen, denn er fror am ganzen Körper. Fulgor sehnte sich nach Liebe und Wärme und wandte sich bebend wieder dem Wald zu. Es gab nur einen Ort auf der Welt, an dem er beides finden konnte und genau dort wollte er jetzt sofort hin. Auch wenn er, um diese Oase des Glücks zu erreichen, erst eine Wüste aus Hass durchqueren musste.

  • Hallo meine kleine Paya ^^
    Dein strenger Lehrer hat sich die Zeit genommen wieder zu kommentieren ;*
    Erstmal hast du wegen Fotos gesucht gää?
    Hab mal was versucht, Sieht zwar net so gut aus, aber wenn du mir den Fulgor Sprite mit weißem Hintergrund sendest kann ich's noch mal richtig machen xDD
    (Unten am Dateianhang)



    Also


    Kapitel 1
    Monster


    Dieses Kapitel ist VIEL besser als das Erste!
    Der Anfang ist wunderschön beschrieben und ich kann nur staunen.


    DAS ist super!


    „Bleib stehen, du dreckiges Monster!“
    Die Stimmen der jungen Pikachu hallten durch den lebendigen Sommerwald. Die Strahlen der hoch am Himmel stehenden Mittagssonne drangen bündelweise durch das dichte Geäst der eng und unangeordnet stehenden Bäume, die ihre Äste dem wärmenden Licht entgegen streckten. Weit unter ihren schützenden Wipfeln, am Waldboden, war es angenehm kühl und alles was kreuchte und fleuchte genoss das traumhafte Wetter in vollen Zügen und mit unsagbarer Freude.
    Das Klackern von Steinen, die auf den Boden fielen, störte die angenehme Atmosphäre und überdeckte den wunderbar klingenden Gesang der Fasasnobs, die an Tagen wie diesen stets voller Tatendrang den Nacken in den Kopf warfen und dem Himmel selbst ein Loblied sangen. Ein Rattfratz verschwand blitzschnell in seinem Loch, als ein Stein, fast halb so groß wie es selbst, seinen eingerollten Schweif nur knapp verfehlte und weit über den von Moos bedeckten Waldboden rollte.


    Wunderschön. Kann ich nicht meckern.
    Was mir nicht GANZ so gut gefällt ist der Streit ^^
    Das ist zwar von der Handlung her gut ebschrieben, aber was ist mit den Gefühlen. Auch wenn du ab und zu was gesagt hast, sind die Gefühle in dieser Situation, bei der mir Tränen in die Augen liefen, noch viel mehr auf das INNERE eingehen.


    Zitat


    Es fehlte wirklich nur noch ein Schnabel, um sein Erscheinungsbild endgültig zu entstellen. Wie war er selbst überhaupt zustande gekommen? Wie konnte so ein Monster wie er überhaupt existieren?


    Diese Szene finde ich recht amüsant. Was gar nicht so in den Text passt. Jedoch hat es verhindert, dass ich losheule ;(




    Zitat


    Aber das Kapitel ist um Welten besser als der Prolog.
    Doch das Grinsen des anderen Pikachu wurde nur noch breiter.


    „Tut mir Leid, wenn es dir weh tut. Aber das können wir leider nicht nachvollziehen. Weißt du, ich verrate dir ein Geheimnis.“, Felias beugte sich zu dem Hybriden hinunter, bis sein ungewöhnlich langes, zerzaustes Fell in Fulgors Augen stach und flüsterte, laut genug, dass die anderen es ebenfalls hören konnten: „Nicht jeder von uns hat Flügel.“


    Auch diese Stelle ist super geworden. Das zu dem Hybriden finde ich nicht so schön. Suche dir da vielleicht was anderes aus.
    Vielleicht sowas wie.:
    ..beugte sich zu dem verängstigten Pokemon hinunter, bis ....


    Startpost:
    Da möchte ich noch etwas sagen.
    Die Beschreibung der Charas ist gut, aber vielleicht Bilder??
    Ich wollte auch noch fragen ob ich mal ein geignetes Bild finden soll :D
    Würde dir da mal zu Hand gehen.



    8-)
    Okay also mein nächstes Kapi kommt auch Bald und dann kannst du ja mich verbessern Paya ;*
    Also, sag mir Bescheid wenns weitergeht.


    hdl Sui

  • [tabmenu]
    [tab=Vorwörtchen]Hallöle Paya :>
    Nachdem ich auf deine recht interessant klingende FF geklickt und sie mir durchgelesen habe, habe ich beschlossen, mal einen Kommentar da zulassen. Ich werde dann mal mit deinem Startpost beginnen... Die Kommentare, die bisher zu deinen Kapiteln geschrieben wurden, habe ich mir nicht durchgelesen, sollte sich also etwas wiederholen, bitte ich um Entschuldigung ^^
    [tab=Startpost]Ich kann nicht sagen, dass ich in deinem Startpost etwas vermisse. Ein Header ist vorhanden und zu deiner Geschichte scheint er mir eigentlich auch zu passen, von daher denke ich, dass es nicht zwingend notwendig wäre, ein anderes Bild zu suchen. Man wird nämlich schon durch deinen Header auf einen Teil der Grundthematik hingewiesen und zwar die Hybriden.
    Im Übrigen mag ich auch den Spruch unter dem Bild, ich nehme an, er bezieht sich auf das Schicksal, dem die Hybriden durch ihre Andersartigkeit ausgesetzt werden?
    Dann noch wegen deiner Warnung... es ist gut, dass du schon gleich erwähnst, dass es in deiner Story nicht nach dem allgewohnten Friede-Freude-Eierkuchen Prinzip geht und auch Blut fließen wird oder ähnliches. Ich muss aber auch sagen, dass ich es ein wenig übertrieben finde, dass in fast jedem Kapitel Gewalt vorkommen soll. Bei der Thematik mag es zwar durchaus berechtigt sein, wenn es nicht ganz so harmlos ist, aber ich würde davon abraten, es allzu sehr zu übertreiben. Zum einen nutzt es sich ab und wird mit der Zeit ein wenig eintönig, wenn in fast jedem Kapitel einer der Charas Schmerzen sonstiger Art erleidet und zum anderen will ich hoffen, dass du es nicht übetreibst, mit der Beschreibung solcher Szenen, vor allem wenn sie in solchen Massen vorkommen sollen.
    Eine Sache habe ich trotzdem an deinem Startpost auszusetzen - die Smileys. Die gehören wirklich nicht in einen Startpost hinein und lassen ihn lächerlich wirken, was nicht unbedingt fördernd ist, wenn man Leser haben möchte. Ich rate dir also, die daraus zu entfernen :3


    Dann noch die Fehlerchen, die ich entdeckt habe.


    [tab=Prolog]
    Ein ziemlich interessanter Prolog, das muss ich schon sagen. Man steigt schon spannend in die Geschichte ein, mit dem Raichu Weibchen auf der Flucht. Dennoch wäre es vielleicht ein wenig von Vorteil, ihre Gefühle genauer zu beschreiben, eben da sie auf einer Flucht ist und um ihr eigenes Leben, so wie das ihres Babys fürchten muss. Es wird erwähnt, dass sie eine unheimliche Angst davor hat, dass ihr und dadurch ihrem Ei etwas zustößt, doch ich finde das ein klein wenig zu gering ausgeführt. Vor allem in den späteren Kapiteln werden die Gefühle und Gedanken deiner Charaktere essentiell sein, um mögliche Handlungen nachvollziehen. Ich nehme mal an, dass jeder deiner Charaktere aufgrund seiner Herkunft eine schlimme Vergangenheit hatte und sie seelisch angeschlagen sind, von daher schadet es nicht, auch schon in den frühen Kapiteln auf Gedanken und Gefühle einzugehen, damit man besser mit den Charas mitfühlen kann.
    Umgebungsbeschreibungen waren aufgrund der Dunkelheit im Wald nicht allzu sehr vorhanden, aber das ist auch kein Problem, wobei ich mir dafür bei den Gewitterwolken erhofft hätte, dass dort vielleicht genauere Beschreibungen erfolgen. Aufgrund der Blitze, die die Umgebung für Augenblicke genug erhellen dürften, wäre das durchaus möglich gewesen. Auch, da sie für ein Raichu und vor allem für die werdende Mutter, ein Schutz sind und von daher nicht ganz unwichtig - auch wenn man bedenkt, wie der Prolog endete. Dazu aber später.
    Was mir auch gefehlt hatte, waren die Beschreibungen der Pokémon. Raichu und das Grypheldis hätten eigentlich genauere Beschreibungen bekommen können, die Kramurx vielleicht wenigstens angeschnitten. Auch wenn es vielleicht komisch ist, man muss immer davon ausgehen, dass man die einzige Person ist, die eine Ahnung hat, wie Pokémon aussehen und man sie anderen deswegen genau beschreiben muss.
    Gegen Ende deines Prologes muss ich aber sagen, dass mich der Tod des Raichus doch verwunderte. Ein Elektropokémon von einem Blitz getötet? Ich meine, trotz aller Realität, die man in die Geschichte einbringen will, dass ein Blitz ein Raichu nicht töten kann, vielleicht schwer verletzen. In diesem Fall würde ich im letzten Part erwähnen, dass die zusätzlichen Verletzungen des Blitzes dem Raichu den Rest gaben... am Ende ist es jedoch deine Entscheidung, ob du es so lässt wie jetzt, oder änderst :)
    [tab=Schlusswort]
    Ich muss sagen, ich finde deine Geschichte wirklich interessant, daraus lässt sich wirklich etwas machen und ich denke mir, dass du das auch schaffen wirst. Von daher bitte ich darum, eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn es ein neues Kapitel gibt ^-^ Deinem ersten Kapitel werde ich mich übrigens in meinem nächsten Kommentar widmen ~[/tabmenu]


    Lg, BlackLatias Latias[/color]

  • Nach einiger Zeit erscheint nun endlich das nächste Kapitel. Ich werde ab jetzt versuchen, etwas häufiger zu schreiben und so jede Woche ein Kapitel zu veröffentlichen.




    Kapitel 2
    Lügen



    Der Häher, bunter Rabenvogel,
    Warnt lauthals alles Waldgetier
    Vor Feinden, aber oft ist’s Mogel.
    Er leert für sich das Jagdrevier.


    - Ingo Baumgartner



    Fulgor bemerkte anhand des Standes Sonne, wie tief er zuvor in den Wald eingedrungen war. Als er letztendlich an die große Eiche gelangte, die seid Urzeiten das Revier seines Stammes markierte, hatte sich die zuvor hoch stehende Mittagssonne bereits sehr nah an den Rand des Horizontes geschlichen. Die Strahlen des Lichtes verliefen knapp über dem Boden und stachen in Fulgors Augen wie winzig kleine Nadeln. Er musste den Blick ein wenig senken, um den Weg vor sich überhaupt noch erkennen zu können.
    In den Bäumen quiekten zwei Pachirisu, wackelten mit ihren buschigen, gerollten Schweifen und knackten mit ihren kräftigen Nagezähnen die harte Schale einer Nuss, die sie auf ihrem täglichen Streifzug durch die Baumkronen hatten ergattern können. Das Geräusch klang in Fulgors Ohren wie das Brechen seiner Knochen und warf ihn ruckartig in die Vergangenheit zurück.
    Vor einigen Jahren war es zu einem besonders schlimmen Streit zwischen ihm und Felias gekommen. Damals hatte Fulgor sich dem selbstbewussten Pikachu entgegengestellt und war vernichtend geschlagen worden. Die letzte Attacke von Felias war fatal gewesen. Er hatte seine ganze Kraft in einen mächtigen, blitzschnellen Stoß gelegt und die Beine Fulgors unter sich begraben, die dem zusätzlichen Gewicht und der Wucht der Attacke nicht hatten standhalten können.
    Fulgor musste kurz stehenbleiben. Ein Schmerz, der eigentlich nicht da sein konnte, schoss in sein linkes Bein. Obwohl das junge Pikachu wusste, dass dieser Phantomschmerz ihm nichts anhaben konnte und das Geschehene längst vergangen war, war seine Entschlossenheit wie weg geblasen. Er wäre am Liebsten sofort wieder zurück in den Wald gelaufen. Vielleicht würde er auf das Rudel Magnayen treffen, deren Heulen zuvor die Luft erfüllt hatte. Selbst die blutrünstigsten Jäger wären Fulgor in diesem Moment lieber gewesen, als auf irgendjemanden aus dem Stamm zu treffen. Geschweige denn auf Felias. Die Angst lag schwer in seinem Magen wie ein großer Felsbrocken und er hatte einen Kloß im Hals, der ihn kurz aufstoßen ließ. Fulgor kannte dieses Gefühl. Wenn er jetzt aufgab, würde ihn die Angst übermannen und in Wellen durch seinen Körper wallen, bis sie auch seine Seele erreichen und dort ein maßloses Chaos anrichten würde. Fulgor bemerkte, wie von weit her, dass er schneller und lauter zum atmen begann. Er konzentrierte sich auf seine Atemzüge und zwang sich, ruhiger zu werden. Es waren nur ein paar Schritte. Das konnte doch nicht so schwer sein! Dies hier war schließlich ein Paradies für alle Raichu, Pichu und natürlich auch Pikachu. Also auch für ihn. Oder doch nicht? Fulgor spürte das Gewicht der Flügel auf seinem Rücken und spielte mit den kräftigen Krallen an seinen Füßen.
    Bevor er jedoch wieder tief in Gedanken versinken konnte, hörte er das schrille Schreien eines Pichu.
    „ Da ist er! Da ist er! Papa, komm schnell her! Da ist das Monster!“
    Sofort riss Fulgor seinen Kopf nach oben und sah, wie ein aufgebrachtes Raichu auf ihn zustampfte. Der lange Schweif des Wesens, dessen Ende eine blitzähnliche Form annahm, wehte regelrecht hinter ihm her. Sein orange gefärbtes Fell stand zu allen Seiten ab und aus seinen gelben Wangen sprühte eine kleine Salve Funken.
    Fulgor hasste es, wenn jemand so schnell und direkt auf ihn zukam und musste sich zusammenreißen, seine Schwingen nicht schützend vor seinen Körper zu halten. Stattdessen zwang er seine Muskeln dazu, endlich wieder ihre Arbeit zu tun und seine Beine zu bewegen. Er hatte das Gefühl, seine Gelenke müssten quietschen wie ein hochgradig krankes Klikk, einem Pokémon das zwei Zahnrädern sehr ähnlich sein sollte, so langsam schien er nur voranzukommen. Erschwerend kam hinzu, dass er das Raichu nur zu gut kannte. Sein Name war Rhell und er zählte zu den Mitgliedern des Stammes, die Fulgor schon seid seiner Kindheit ablehnten. Das Raichu stellte sich ihm in den Weg und baute sich vor ihm zu voller Größe auf. Trotzdem war es kaum größer als der Hybrid, dessen lange Vogelbeine wie Stelzen wirkten.
    „Dieses Mal bist du wirklich zu weit gegangen, Fulgor!“, keifte Rhell, vor Wut und Erregung purpurrot im Gesicht, „ Ich wusste, dass von dir nichts Gutes ausgehen kann. Das Vogelblut ist jetzt wohl endgültig mit dir durchgegangen! Ich wusste es! Denkst du denn schon darüber nach, wie du unsere Kinder am Besten zubereiten kannst, nachdem du sie gefangen hast? Oder willst du sie einfach roh fressen?“
    Fulgor hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einer Reaktion.
    „Wovon reden Sie da?“, fragte er, vollkommen verdutzt, „ Was soll ich machen? Die anderen fressen?“
    „Stell dich nicht dumm!“, das Raichu hatte sich in Rage geredet und brüllte jetzt mit fast schon hysterisch klingender Stimme, „ Denkst du etwa, ich wüsste nicht, wofür solche langen Beine und kräftigen Klauen gut sind?“
    Unbewusst senkte Fulgor den Blick und sah auf seine Beine hinab. Über ihm kreischte ein Schwalbini schrill und laut, als wollte es alles Lebende vor sich selbst warnen. Die blutroten Federn am Bauch des kleinen Vogelpokémon bildeten einen scharfen Kontrast zu den tiefschwarzen, die in ihrer Anzahl überwiegten.
    Die Sonne stand inzwischen so tief, dass alles, vom kleinsten Kieselstein bis hin zu der Krone der majestätischsten Eiche, in ein tiefes Orangerot getaucht war. Ein Farbenspiel, als würde die ganze Welt in Flammen stehen.
    Fulgor spürte, wie sich seine Miene zu einer Grimasse verzerrte und wie sein Kiefer bebte.
    „Das glaub ich einfach nicht“, sagte er leise zu sich selbst, während ein kurzes, verzweifeltes Lachen in seiner Kehle hochstieg, „ Das kann doch nicht wahr sein.“
    Er blickte kurz wieder zu Rhell, der mit seiner Reaktion wohl nichts anfangen konnte. Fulgor sah, wie er die Zähne bleckte und dann mit dem Mund Worte formte, doch er konnte nichts hören. Überhaupt nichts. In seinen Ohren war nichts mehr, außer einem leisen Rauschen, als stände er an einem Meer, dessen Wellen sich gerade zurückzogen, weil die Anziehungskraft des Mondes es ihnen so auftrug. Das junge Pikachu blickte mit leeren Augen durch das Raichu hindurch in die Ferne. Sein Blick verlor sich irgendwo zwischen den Bäumen. Durch Fulgors Adern schien Eiswasser zu fließen und sein Herz schlug schwerfällig, als es wäre es ein Eisenklotz und nicht mehr stark genug, um sich selbst in Bewegung zu halten.
    Obwohl seine Lippen trocken waren wie ein ausgetrocknetes Flussbeet, stellte Fulgor emotionslos die Frage, die ihn in diesem Moment am meisten bedrückte: „ Sie denken, ich wäre eine Gefahr für die anderen?“
    „ Und ob ich das denke!“
    Ganz plötzlich strömten alle Empfindungen in Fulgors Körper zurück, als wären sie eingesperrte Vögel, deren Käfige geöffnet worden waren. Ihre Übermacht brachte das Pikachu ins Wanken. Es schlug die Hände ins Gesicht und schüttelte verstört den Kopf.
    „ Hey du! Ich rede mit dir!“, Rhell griff nach Fulgors Händen und zwang ihn, ihn anzusehen, „ Jetzt tu nicht so unschuldig, Fulgor! Die anderen Kinder haben uns erzählt, was du getan hast! Du hast die kleine Livia einfach angegriffen. Hast du sie dir absichtlich ausgesucht, weil sie so ein leichtes Opfer ist?“
    Fulgor schüttelte immer wilder mit dem Kopf.
    „Aber so war das gar nicht! Es war ein Versehen! Ich wusste bis eben nicht einmal, wen genau ich gekratzt habe. Ich…“
    Rhell unterbrach ihn mit lauter, kräftiger Stimme.
    „ Ein Versehen? So etwas passiert nicht aus Versehen! Du hast sie absichtlich angegriffen! Hinterhältig und bösartig!“
    Auch in Fulgor wuchs der Zorn und er begann zu brüllen.
    „Aber ich habe nichts getan! Ich würde niemals ein Mädchen einfach so angreifen!“
    Diese Einstellung war nichts Ungewöhnliches unter Pikachus. Es war in der Regel der Fall, dass die Männchen etwas größer und kräftiger waren, als die Weibchen. Daher war es für die meisten männlichen Pikachu und auch Raichu eine Frage der Ehre, möglichst nicht gegen ein Weibchen zu kämpfen, solange es nicht unvermeidbar war. Normalerweise wurde dieser Einstellung mit Respekt begegnet. Doch in Fulgors Fall schien das den aufgebrachten Rhell nicht zu interessieren. Wütend wetterte er weiter:
    „ Aus deinem Mund kommen nichts als Lügen! Sei wenigstens so tapfer, zu deinen Taten zu stehen, du Feigling! Ich werde mich vor dem Stammesoberhaupt dafür stark machen, dass du endlich verbannt wirst!“
    Bei den letzten Worten zuckte Fulgor zusammen. Fassungslos blickte er in die funkelnden Augen des Raichu. Für einen Augenblick schien die Welt still zu stehen. Dann riss der Hybrid sich los und rannte in Richtung des Höhlenkomplexes, in denen sein Stamm lebte. Die Bäume zogen an ihm vorbei und schienen eine grüne Wand zu bilden, so schnell bewegte sich Fulgor fort, bis sich der Wald lichtete und den Blick freigab auf ein wahres Paradies für Pokémon. Das klare Wasser eines Flusses floss eine steile Klippe hinab und bildete so einen kleinen Wasserfall neben dem Haupteingang der Höhlen, die der Stamm der Elektromäuse schon vor Generationen hier angelegt hatte. Der Boden war von grünem Gras und bunten Blumen übersät. Brombeer-, Blaubeer-, und Stachelbeersträucher säumten den Rand des Beckens, in das der Wasserfall mündete und von dem aus das Wasser seinen Weg durch den Wald wieder als Fluss fortsetzte. Die geologischen Gegebenheiten der Umgebung boten ideale Vorraussetzungen für den Stamm, um ein gutes und sicheres Leben führen zu können. Die steile Klippe, in die die Höhlen integriert waren, bot einen guten Schutz vor Feinden, vor allem von solchen, die aus der Luft angriffen. Der Wasserfall sorgte nicht nur dafür, dass es immer reichlich zu Trinken gab sondern auch, dass die Beerensträucher gut gediehen und somit immer genug Nahrung für die Elektromäuse boten. Das hohe Gras machte es fremden Pokémon so gut wie unmöglich, die versteckten Eingänge in den Höhlenkomplex zu entdecken, durch die sich die Mitglieder des Stammes in Sicherheit bringen konnten, wenn einmal akut Gefahr drohte.
    Fulgor hatte in diesem Augenblick jedoch keinerlei Blick für die Schönheit seines Zuhauses. Alles was er wollte, war so schnell wie möglich in die Höhle zu gelangen. Er wusste nicht, ob Rhell ihn verfolgte und er wagte auch nicht, den Kopf zu wenden um nachzusehen. Geradewegs rannte das Pikachu auf den Höhleneingang zu, bis die Dunkelheit es verschluckte.
    Es war, als würde Fulgor in eine andere Welt eintauchen. Mit einem kleinen, aber kaum blendenen Licht, das sich aus seinen Wangen entlud, verdrängte er das Dunkel, um den Weg vor sich sehen zu können. Sein Zuhause war wie ein Labyrinth aufgebaut. Ein Gang führte tief in die Höhle hinein und verzweigte sich dann immer wieder und wieder. Die Gänge waren nicht gerade und glatt, sondern verliefen kreuz und quer. Hie und da ragten Steine verschiedenster Größe aus den Wänden, der Decke und dem Boden. Kleine Pflanzen, Flechten und Moose waren ein seltener Anblick, fanden sich jedoch sehr wohl ebenfalls in den Gängen. Mal senkte sich der Weg um ein paar Grad, mal stieg er etwas an. Manche Abzweigungen führten in Sackgassen, andere zu weiteren Weggabelungen. Dieser verwirrende Aufbau der Höhle war ebenfalls von den Urvätern des Stammes gewollt gewesen. Nur wer den Weg kannte, fand das Herzstück des Komplexes und die dahinter liegenden Kammern in denen die Familien aus Raichus, Pikachus und Pichus sich häuslich eingerichtet hatten. Wer hingegen fremd war und den genauen Weg daher nicht kannte, verirrte sich ausweglos in den labyrinthartigen Gängen. Auch dies sollte dem Schutz des Stammes dienlich sein.
    Fulgor hatte den Weg so verinnerlicht, dass er überhaupt nicht mehr darüber nachdenken musste, wo er eigentlich hinlief. Seine Beine trugen ihn von ganz alleine durch die dunklen Gänge, bis er im Mittelpunkt des Komplexes angekommen war. Seit jeher war der Stamm auf diesen Platz besonders stolz, was auch kein Wunder war hinsichtlich der beeindruckenden Größe und den Verzierungen an den Wänden. Als die Urväter diesen Raum vor Jahrhunderten erbaut hatten, war der Glaube an die Götter noch sehr weit verbreitet gewesen und Fulgor hatte noch von keinem Ort gehört, an dem das Erbe dieses Glaubens so deutlich sichtbar war. Zeichnungen, die neben Pichu, Pikachu und Raichu auch noch zahlreiche andere Arten von Elektropokémon zeigten, zogen sich vom Boden an den Wänden entlang bis hinauf zu der Decke der Höhle, die in etwas fünf Meter Höhe lag. Die Malereien stellten verschiedenste Situationen dar: Ein Raichu verteidigte ein Pikachu vor einem Vipitis, ein Pichu schlüpfte aus einem Ei, zwei Pikachu bekämpften sich mit Fäusten und elektrischen Schlägen. Es gab noch sehr viel mehr Zeichnungen, doch wirklich dominierend war nur eine einzige, besonders große die die komplette, fast kreisrunde Höhlendecke einnahm: Elektropokémon aller Art knieten im Kreis und mit gesenkten Häuptern um ein mächtiges Wesen mit gestreiftem Fell, langen Säbelzähnen und einen blitzförmigen Schweif, dem legendären Pokémon Raikou, herum, dass erhaben den Kopf in den Nacken warf, während ein Zapdos, ein großer Vogel mit stark gezackten Flügeln, auf seinem Rücken saß und die großen Schwingen weit ausbreitete.
    Als Kind war Fulgor von diesem Gemälde äußerst fasziniert gewesen und hatte daher schon früh nach dessen Bedeutung gefragt. Das Raikou, auf dessen Rücken ein Zapdos thront, galt als die bekannteste Darstellung des Gottes der Elektropokémon genannt Tonumen. Laut den alten Mythen waren alle Pokémon der Art Elektro von ebendiesem Gott erschaffen worden. Da die legendären Wesen der Macht Tonumens am nächsten kommen sollten wurden sie benutzt, um ihn darzustellen. Die Kombination aus Raikou und Zapdos hatte sich im Laufe der Jahre eingebürgert. Warum das so war, war nicht bekannt, auch wenn viele Spekulationen darüber angestellt wurden.
    Inzwischen glaubten nur noch sehr wenige Pokémon des Stammes an die Existenz einer höheren Macht. Fulgor erinnerte sich daran, dass es sogar Diskussionen gegeben hatte, diesen Raum komplett umzugestalten. Doch da die Malereien ein Erbe der Vergangenheit und alles andere als ein Schandfleck waren, hatten sich die Erwachsenen dazu entschlossen nichts daran zu ändern. Selbst eine große Statue Tonumens befand sich noch mitten in dem Raum. Einst war sie von den Urvätern des Stammes auf sehr komplizierte und umständliche Weise erbaut worden. Mit elektrisch aufgeladenen Fäusten und erstaunlich kräftigen Hieben hatten sie wohl lange Zeit auf Steine eingeschlagen, sodass sich einzelne Splitter des Gesteins gelöst hatten. Diese Prozedur wiederholten sie so lange, bis eine grobe Struktur hergestellt war, die sie dann über Jahre hinweg polierten, bis die Statue so aussah, wie sie es heute tat. Doch Fulgor glaubte nicht an diese Theorie. Er konnte sich nicht vorstellen, dass jemand so viel Zeit aufbringen würde, nur um ein Denkmal zu erbauen. Stattdessen war er sich sicher, dass die Urväter andere Pokémon zur Arbeit an dieser Statue gezwungen haben mussten. Ein paar Sandan hätten zum Beispiel wenig Probleme gehabt, den Stein mit mächtigen gezielten Hieben zu formen und die Fähigkeit von Kleinsteinen, Felsen in kürzester Zeit zu polieren, hätte das Ganze wohl leicht perfektionieren können. Fulgor wusste aus eigener Erfahrung, wie grausam seine Art sein konnte. Warum sollten sie vor ein paar hundert Jahren anderes gewesen sein?
    Die Statue stand auf einem steinernen Sockel von etwa einem Meter Höhe und ragte selbst dann noch einmal zwei Meter in die Höhe. Somit war sie mehr als halb so groß wie der gesamte Raum und dementsprechend imposant.
    Fulgor empfand leichte Furcht ihr gegenüber. Während das Raikou erhaben in die Ferne blickte, hatte das Zapdos den Blick leicht gesenkt und schien das junge Pikachu immerzu anzustarren, sobald es den Kern des Höhlenkomplexes betrat.
    Fulgor blieb einen Moment stehen und betrachtete die Statue, erwiderte den starren Blick des leblosen Vogelpokémon. Er erinnerte sich daran, wie er früher immer geglaubt hatte, etwas ganz besonderes zu sein, weil er sich einbildete, dem Gott in gewisser Weise ähnlich zu sein. Doch heute wusste er, dass das Einzige was er mit dem Trugbild gemeinsam hatte die Tatsache war, dass sie beide nicht existieren sollten. Kaum jemand aus dem Stamm wünschte sich den Gott herbei, denn kaum jemand glaubte an ihn. Und kaum jemand würde sich Fulgor herbeiwünschen, sollte er jemals einfach verschwinden.
    Er wendete den Blick ab und lief weiter in Richtung der gegenüberliegenden Wand, an der sich gleich mehrere Eingänge zu verschieden langen und verzweigten Gängen befanden. Manche der Gänge waren miteinander verbunden, andere komplett voneinander isoliert. Fulgor schlüpfte in den dritten Gang von links, nahm die erste und zweite Abzweigung links und die dritte rechts. Vor ihm lagen nun zahlreiche einzelne Wege, die nicht miteinander verbunden waren. Jeder von ihnen führte zu einem anderen Heim, in dem die Mitglieder des Stammes lebten. Das junge Pikachu wollte gerade weiter rennen, als es entfernte Stimmen vernahm.
    „Er hat sich einfach auf sie gestürzt! Es war wirklich beängstigend! Ich habe so schnell geholfen, wie ich konnte, aber ich war so überrascht, dass es eben nicht schnell genug war. Letztendlich ist es meine Schuld, dass sie verletzt worden ist.“
    Fulgor erkannte die Stimme sofort, obwohl sie durch den Aufbau der Höhle einen seltsamen Klang entwickelt hatte. Anstatt zu seiner Behausung zu laufen, huschte er auf einen anderen Weg, von dem aus die Stimmen zu ihm drangen.
    „Es ist nicht deine Schuld, mein Sohn. Du hast getan, was du konntest. Und es ist gut, dass ihr direkt zu uns gekommen seid. Wir werden das regeln.“
    Schon nach wenigen Metern konnte Fulgor klar erkennen, wer da sprach.
    Mitten auf dem Weg stand Felias mit gesenkten Ohren vor seinem Vater, dem kräftigen Raichu Michos. Seine Arme baumelten scheinbar kraftlos an den Seiten seines Körpers hinab und er blickte den Erwachsenen schuldbewusst an. Michos schüttelte den Kopf und schnalzte wütend mit der Zunge, während er seinem Sohn sanft über den Kopf und durch das zerzauste Fell streichelte.
    „Ich bin stolz auf dich, mein Sohn. Du hast tapfer gekämpft, wie es sich für ein Mitglied aus unserer Familie gehört!“
    Sofort schossen Felias Ohren wieder nach oben und er hob stolz den Kopf, reckte sich der lobenden Pfote seines Vaters noch etwas weiter entgegen.
    „Danke, Vater! Ich werde jederzeit auch vor dem Ältesten aussagen, wenn es sein muss. Ich hoffe nur, dass Livias Wunde bald wieder verheilt.“
    „Diese verdammte Missgeburt hat sie zum Glück durch deinen beherzten Einsatz nur gestreift. Es ist nur ein kleiner Kratzer. Livia wird schon sehr bald wieder bei bester Gesundheit sein.“
    Felias nickte und atmete mit einem Seufzer der Erleichterung aus, während sich dem lauschenden Fulgor der Magen umdrehte. Er hatte sich hinter einen großen Gesteinsbrocken geduckt, der sich bei einem Erdbeben vor drei Jahren von der Decke gelöst hatte und seid dem auf dem Weg liegen geblieben war. Das junge Pikachu konnte nur erahnen, was genau Felias seinem Vater für eine Geschichte auftischte, aber es war sicher nicht ein Funken Wahrheit darin enthalten. Die Wut brodelte in Fulgor, als hätte der Flammenwurf eines Magmar sein Blut zum Kochen gebracht. Ihm wurde heiß und kalt zu gleich. Mit seinen scharfen Nagezähnen biss er sich auf die Lippen, bis ein kleines Rinnsal Blut sein Kinn hinab tropfte. Wenn er jetzt aus seinem Versteck kommen würde, hätte er wohl kaum mit Zurückhaltung seitens Michos zu rechnen. Dieses Raichu hatte sowieso einen Hang dazu, cholerisch zu reagieren und seine Fäuste setzte es auch nur zu gerne ein. Felias Vater war ein Nahkämpfer, wie er im Buche steht. Die in seinem Körper angereicherte Elektrizität nutzte er nur, wenn es darum ging sie in seiner rechten Faust zu sammeln. Das war im Stamm allgemein bekannt und bedeutete vor allem für seine Feinde, sich lieber von Michos fernzuhalten. Das galt auch für Fulgor. Normalerweise machte es für das mächtige Raichu durchaus einen Unterschied, ob er ein anderes Raichu oder ein Pikachu schlug, aber Fulgor war für ihn keines von beiden. Der Hybrid war für ihn ein Unfall ohne Daseinsberechtigung, ein Monster ohne das Recht auf irgendetwas. Das wusste Fulgor selbst nur zu gut, denn Michos hatte ihm schon so manches Leid zugefügt, physisch und psychisch. Also riss er sich, scheinbar zum dutzentsten Mal an diesem Tag, zusammen und genügte sich damit, die Pfoten zu Fäusten zu ballen und mit den Krallen an seinen Füßen kleine Furchen in den Boden zu kratzen. Furcht, entdeckt zu werden und Wut vermischten sich in seinem Bauch und seinem Kopf zu einer explosiven Mischung, die es Fulgor mehr als schwer machte, nicht aufgebracht kreischend aus seinem Versteck zu springen und Felias zu zeigen, wie es wirklich aussah, wenn er sich auf jemanden stürzte. Er wünschte, er könnte diesem kleinen, vorlauten Mistkerl tatsächlich den Bauch aufreißen und er wünschte sich einen Schnabel, um danach seine Eingeweide wie Spaghetti verspeisen zu können. Erschrocken vor sich selbst schlug Fulgor die Hände vor den Mund, als hätte er laut gedacht. War er tatsächlich schon so weit, dass er sich so etwas ausmalte? Wenn er sich solchen Gedanken hingab würde er schon bald genau dem Bild entsprechen, das sich alle so vorschnell von ihm machten. Er mochte zwar nichts daran ändern können, dass er wie ein Monster aussah, aber deshalb musste er ja nicht auch noch so denken wie eines, geschweige denn sich so benehmen.
    Die Wut gegen Felias und seine Lügen wandte sich nun gegen Fulgor selbst. Er war ein Idiot geglaubt zu haben, dass er alles aufklären könnte. Die meisten würden ihm nicht einmal zuhören. Wahrscheinlich erzählten all die jungen Pichu und Pikachu, die bei den Geschehnissen im Wald dabei gewesen waren, ihren Eltern gerade in diesem Moment dieselbe Lügengeschichte wie Felias. Wie genau sich diese anhörte, wollte Fulgor gar nicht wissen. Vielleicht würde es wirklich so kommen, wie Felias gedroht hatte. Vielleicht würde er tatsächlich verbannt werden. Aber wo sollte er dann hin? Er war kein Kämpfer und es gab auf der ganzen großen, weiten Welt wohl niemanden, der sich mit einem Etwas wie ihm zusammengetan hätte, um den alltäglichen Gefahren zu trotzen.
    Die Angst schnürte dem Hybriden die Kehle zu und er drohte, an ihr zu ersticken. Sein Körper hielt dem Chaos aus negativen Gefühlen nicht länger stand. Kalter Schweiß brach aus Fulgors Hautporen aus und ein Schleier aus Tränen sammelte sich in seinen Augen, als wäre in seinem Körper ein Damm gebrochen. Fulgor begann, unkontrolliert zu zittern und schnappte verzweifelt nach Luft, doch die schien keinen Sauerstoff mehr zu enthalten. Immer panischer, kürzer und lauter wurden seine Atemstöße und ein seltsames Schwindelgefühl machte sich in seinem Kopf breit. Die Welt verschwamm vor seinen Augen, Konturen und Farben verliefen zu einer undefinierbaren, grauen Maße. Es schien Fulgor, als hätte der Tod selbst seine Hand über die ganze Welt gelegt und sie aufs Grausamste entstellt, sie zu etwas gemacht, dass sogar noch hässlicher war, als der Hybrid. Von irgendwo her drangen Stimmen an sein Trommelfell, doch ihre Sprache konnte er nicht verstehen. Die graue Maße wurden immer mehr von Wänden aus purer Dunkelheit verdrängt, die sich aus allen Himmelsrichtungen auf das junge Pikachu zu zu bewegen schienen. Nicht das kleinste Quäntchen Luft drang in Fulgors Kehle, doch er empfand keine Furcht mehr. Keine Wut, keine Trauer, keine alles verzerrende Kälte und auch nicht ihren grausame Schwester, die brennende Hitze. Er spürte nicht, wie er zu Boden stürzte und sich den Kopf an dem Gesteinsbrocken aufschlug, der ihm bis eben noch als Schutzschild gedient hatte. Die Dunkelheit umfasste ihn mit ihren sanften Händen der Sorglosigkeit und zog Fulgors Geist hinab in die tiefe Schlucht, die als Ohnmacht bezeichnet wird. Fast im selben Moment hoben zwei starke, wirklich existierende Pfoten den erschlafften Körper des Pikachu in die Höhe und trugen ihn fort vom Ort des Geschehens.

  • Hei du,


    endlich ist das neue Kapi draußen, hast ja auf dich warten lassen ^^
    Egal wurde ja per PM genügend "besprochen" xD
    [tabmenu]
    [tab='bliblablup']
    ~
    [tab='Kapitel 2']


    Zitat

    Fulgor bemerkte anhand der Sonne, wie tief er zuletzt in den Wald eingedrungen war. Als er letztendlich an die große Eiche gelangte, die seid Urzeiten das Revier seines Stammes markierte, hatte sich die zuvor hoch stehende Mittagssonne bereits sehr nah an den Rand des Horizontes geschlichen. Die Strahlen des Lichtes verliefen knapp über dem Boden und stachen in Fulgors Augen wie winzig kleine Nadeln. Er musste den Blick ein wenig senken, um den Weg vor sich überhaupt noch erkennen zu können.
    In den Bäumen quiekten zwei Pachirisu, wackelten mit ihren buschigen, gerollten Schweifen und knackten mit ihren kräftigen Nagezähnen die harte Schale einer Nuss, die sie auf ihrem täglichen Streifzug durch die Baumkronen hatten ergattern können. Das Geräusch klang in Fulgors Ohren wie das Brechen seiner Knochen und warf ihn ruckartig in die Vergangenheit zurück.

    Wow, das ist fast schon perfekt beschrieben!
    Sollte er die Sonne denn nicht spüren, da er im Wald ist, oder soll das heißen, das er davor sehr tief im Wald war?
    Das steht zu dem Zeitpunkt offen...
    Dann "beschreibst" du Slam nicht.
    Vielleicht könntest du kurz sagen:
    Mit einer unglaublich hohen Geschwindigkeit, bewegte er sich auf Fulgor zu und rammte ihn mit dem gesamten Gewicht, das Felias aufbringe konnte, so stark, dass Fulgor unter der Last zusammen brach und von seinem gegenüber vernichtend geschlagen wurde.
    Ansonsten kann ich kaum meckern.
    Fehlerlesen, habe ich nicht gemacht, aber wenn du willst, schau ich noch mal drüber meine Liebe.
    Dieses Kapi ist einfach nur gut und mach ja weiter so!
    Und dann kommt diese FS in den Profi Bereich, dafür Sorge ich  ;D


    [/tabmenu]



    hdl
    sui x'3

  • Aloha Paya ^^


    Wie in der PN bereits angedroht *hust* ich meine natürlich angekündigt, hab ich mir deine Geschichte mal angesehen und gebe nun mein bescheidenes Feedback ab ^^  
    [tabmenu]
    [tab=Prolog]Der erste Eindruck vom Prolog war: WOW! Eine Geburt habe ich noch nie so Action betont gelesen ^^  
    Etwas unlogisch war für mich, dass die Wucht des Blitzes nicht auch dem Neugeborenen geschadet hat, aber darüber kann ich, auf Grund der tollen Beschreibung des Moments, in welchem der Blitz die Raichu Dame trifft, locker hinwegsehen. Dieser Teil gefällt mir besonders gut. Du hast in meinen Augen auch ein Talent dafür, etwas Unlogisches doch noch plausibel erscheinen zu lassen. Wenn man vom Blitz getroffen wird, ist man augenblicklich tot - und doch lässt du sie noch kurz realisieren, dass ihr Kind kein normales Kind ist.

    Dem Raichu war ganz schwindelig. Die Welt drehte sich. Sie wurde immer tiefer in eine Spirale hineingesaugt, die mit jedem Blinzeln dunkler und dunkler wurde. Sie musste träumen. Sie musste doch träumen! Und in ihrem letzten, erstaunlich klaren Augenblick fragte sie sich, was für einen Spaß sich diese Götter wohl erlaubten, an die sie eigentlich gar nicht glaubte.

    Finde ich persönlich beinahe etwas zu tragisch, dass das letzte was die Mutter auf Erden sieht, ihr eigenes entstelltes Kind ist …
    Auf alle Fälle lässt der Prolog erahnen, dass man es hier mit einem eher düsteren Text zu tun bekommt und das finde ich auf eine Art sehr anziehend ^^  
    Fazit: Schöner Prolog, man freut sich auf mehr ^^  
    [tab=Kapitel 1]Du zeigst auf, wie schlimm es für Fulgor (übrigens interessanter Name, eine eigen Kreation?) ist, von den Anderen nicht akzeptiert zu werden. Seine Gefühle und Gedankengänge sind klar dargelegt und man versteht ihr sehr gut.
    Was mich allerdings etwas irritierte: Er hatte noch immer Gleichgewichtsstörungen? Mir ist klar, dass ein Pikachu sich nicht gewohnt ist, mit Panzaeron-Füssen durch die Welt zu stapfen, aber wenn er seit seiner Geburt diese Füsse besitzt, sollte er es ja gar nicht anders kennen, sprich auch keine allzu grossen Probleme damit haben, oder?
    Ansonsten hat mir das erste Kapitel sehr gefallen und jetzt auf zur Oase der Liebe ^^  
    [tab=Kapitel 2]Weitere negative Gefühle. Hass, Verrat, Lügen. Dem armen Fulgor wird echt übel mitgespielt und kein einziges Pokémon kann sich zu einer kleinen Prise Mitleid aufraffen. Echt übel. Die Scene mit Rhell fand ich sehr interessant. Ich wurde in meinen jungen Jahren auch oft zusammengestaucht und kann mir sehr gut vorstellen wie sich das anfühlt. Fulgor reagiert aufgebracht, bebt und verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse, was in meinen Augen auch total logisch erscheint. Doch plötzlich kühlt sich sein Temprament ab, er nimmt nichts mehr richtig wahr und dann stellt er emotionslos die Frage, die ihn am meisten beschäftigt? Naja, ich hab mir gedacht, du wolltest so einen Kontrast schaffen zur Situation und seine Verwirrung und Angst so ausdrücken. Ist dir auch gelungen. Nur ist mein Bedenken dabei, ob man eine so persönlich wichtige Frage emotionslos stellen kann und in einer solchen Situation, nicht eher der Wut, gegen die ganzen Lügen und der eigenen Unfähigkeit alles aufzuklären, nach gibt und die Nerven verliert. Wir werden von Emotionen beherrscht und deswegen denke ich, dass diese Formulierung etwas unglücklich ist …
    [/tabmenu]
    Fazit:
    Eine schön traurige Geschichte, die in meinen Augen grosses Potenzial hat!
    Einen kleinen Tipp möchte ich dir noch weiter geben von einem BB-User Namens Eagle:
    Du beschreibst die Kämpfe und Auseinandersetzungen sehr Realitätsnah. Das Problem daran ist oftmals, dass sich Wunden und Verletzungen über längere Zeiträume erstrecken. Gib also Acht, wie viel du deinen Helden zumutest.


    Das war’s auch schon, bitte informiere mich doch per PN oder per Eintrag in mein Gästebuch wenn es wieder ein neues Kapitel gibt ^^


    Grüsse Fröschchen ^^  
    *Quack*


    PS: Ich freue mich schon auf Nachtara *yippiiiiiii*

  • [tabmenu]
    [tab=Gelabers]So, da ich mir ja mittlerweile genug Zeit gelassen habe, lasse ich mal meinen Kommentar für die beiden Kapitel da :3
    Wie gesagt, sollte sich etwas wiederholen, ich habe die Kommentare meiner Vorposter nicht durchgelesen ^^
    Und wie ich gerade sehe, da hat jemand einen neuen Rang :D Herzlichen Glückwunsch ~
    [tab=Kapitel 1]Der erste Satz und der darauffolgende Absatz sind fast eine Art Widerspruch in sich, etwas, ein Monster in diesem Fall, wird von jemandem gejagt und dennoch nimmt die Natur kaum bis wenig Notiz davon. Durchaus klug gemacht, da die Idylle dadurch gestört wird und man sich nun fragt, was überhaupt los ist. Die Umgebung wurde hier auch gut beschrieben, das muss ich schon sagen und genauso verhält es sich auch mit den Pikachu, die eben dieses Monster jagen. Wobei ich hier noch anmerken würde, dass es praktisch wäre noch genauer auf das Aussehen der Pikachu einzugehen, was ich ein wenig vermisst habe. Vor allem, da eben diese hauptsächlich hier vorkommen. Felias wird durch sein ungewöhnlich langes, zerzaustes Fell als ein wenig besonders dargestellt, um ihn von den anderen Pikachu hervorzuheben, aber was bringt das, wenn man nicht weiß, dass Pikachu sonst ein eher kurzes Fell haben? Da solltest du vielleicht noch drauf eingehen.
    Nach dieser Verfolgungsjagd hat mir vor allem das "Gespräch" von Fulgor und Felias gefallen, es war sehr authentisch, vor allem was Felias angeht. Dieses verletzende Verhalten, jedes Wort gezielt dazu verwendet um sein Gegenüber zu erniedrigen, das ist gut herausgekommen. Auch Fulgors Handlungen waren durchaus verständlich auch, dass er Felias auf einmal provoziert, in dem er sagt, dass dieser einen stinkenden Fuß hätte. Durch die immense Wut vergisst man eben, dass das, was man sagt in der jeweiligen Situation keineswegs hilfreich ist.
    Dann gibt es ja erneut diesen Bruch, als Fulgor das andere Pikachu verletzt, abrupt einsetzende Stille und momentane Bewegungslosigkeit, bis wieder Leben in die Beteiligten tritt. Wobei ich gerade hier nicht damit gerechnet hätte, das Felias so "ruhig" bleibt und Fulgor nur verbal droht, durch die Verbannung. So wie Felias bisher beschrieben wurde, scheint vor allem er Fulgor zu hassen und da hatte man fast damit gerechnet, dass er eher noch gewalttätig werden würde. Nicht, dass es so wie es ist nicht auch logisch wäre, aber ich hätte etwas Anderes von dem Pikachu erwartet.
    Nachdem die Pikachu dann weg sind und Fulgor alleine ist, wird auch hier noch einmal klar, dass er eine Abneigung gegen sein Flügel hat, vorher wurde auch schon erwähnt, dass er da ein schlimmes und wohl auch traumatisches Erlebnis gehabt hatte. Hier wäre es vielleicht noch praktisch gewesen, einen kurzen Rückblick auf eben dieses Ereignis zu geben, da es mir ziemlich wichtig erscheint. Neben der Andersartigkeit muss es ja noch einen Grund geben, warum Fulgor sie nicht verwendet, wo sie ihm doch eigentlich hilfreich wären beim Laufen. Ohne seine Flügel kann er ja nur schwer sein Gleichgewicht beim Rennen aufrechterhalten. Von daher wäre hier ein Rückblick wohl ganz ratsam, außer später wird noch etwas in der Richtung erwähnt.
    Als letztes dann noch das Ende des Kapitels. Dieses hat mir wirklich gut gefallen, vor allem wegen der Oase des Glücks und der Wüste aus Hass. Damit wird man regelrecht darauf gestoßen, dass Fulgor auch später hin kein leichtes Leben haben wird, selbst wenn er von den Pikachu fortgeht und man fragt sich fast im selben Moment, ob er diese Oase überhaupt jemals erreichen wird. Man hofft es zumindest für ihn.



    [tab=Kapitel 2]Was mir hier im ersten Absatz aufgefallen ist, ist das mit den Sonnenstrahlen in Fulgors Augen. Er ist ja im Wald und wie mir scheint, auch sehr tief, so wurde es ja beschrieben, müssten von daher nicht viele Bäume um ihn herum stehen, selbst oder vor allem, als er bei der großen Eiche ist? Was ich damit sagen will, wie können da so viele Sonnenstrahlen überhaupt zu ihm gelangen, um ihn zu blenden? Hier fehlt es an Beschreibungen, weil man ja bisher denkt (oder zumindest ich), dass er tief im Wald ist, umzingelt von Bäumen und nicht irgendwie auf einer Lichtung steht, was das mit den Sonnenstrahlen ein wenig erschwert.
    Die Szene danach, mit Fulgors Erinnerung an den Kampf mit Felias und den darauf folgenden Phantomschmerz war dafür sehr klar geschrieben und auch, wie diese Erinnerung Fulgors Entschluss ins Wanken bringt. Du gehst wirklich gut auf die Angstgefühle von ihm ein und man kann seine Panik durchaus nachvollziehen, auch seinen irrsinnigen Wunsch, die Magnayen den anderen seines Stammes vorzuziehen. Das Rudel würde Fulgors Qualen wohl schnell beenden.
    Dann kommt es auch schon zu dieser Konfrontation zwischen Fulgor und Rhell. Dieses wirkt wirklich realitätsnah, wie wenn ein Erwachsener ein Kind zurechtweist, nur in diesem Fall tut er dies eher aus Hass Fulgor gegenüber. Auch Fulgors Reaktion auf diese Anschuldigungen ist durchaus nachvollziehbar, diese Emotionslosigkeit, hervorgerufen durch den Schock. Gegen Ende dieses Aufeinandertreffens sagt Rhell, dass Fulgor verbannt werden soll und er zuckt zusammen, das ist vielleicht das einzige, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Er wird dort immerhin nur gedemütigt und das schon sein ganzes Leben lang, es wirkt fast falsch, dass er Angst davor hat, von seinem Stamm getrennt zu sein, dabei wäre es besser für ihn. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er dort aufgewachsen war, oder wie in dem Stratpost erwähnt wurde, wegen seiner ihn liebenden Familie? Wobei das auch einige Fragen aufwirft. Seine leiblichen Eltern sind tot, seine Mutter gestorben wegen dem Blitz und sein Vater wegen etwas anderem, wer ist dann seine Familie?
    Aber bevor ich abschweife... als Fulgor durch das Höhlensystem rennt, gibt es noch eine Ungereimtheit. Fulgor rennt ja so schnell auf die Höhle zu, scheint aber kein einziges Mal zu stolpern, wobei gerade dies ein großes Problem für ihn war, wie man im vorigen Kapitel gelesen hat. Er hätte das mit dem Ausbreiten seiner Flügel ausgleichen können, aber beim letzten Mal wollte er dies nicht und dieses Mal wurde es nicht erwähnt, dabei wäre das wichtig und ich nehme an, dass er eben dies nicht getan hat. Fulgor scheint eine Art Abneigung gegen seine Flügel entwickelt zu haben, durchaus verständlich, aber gerade deswegen hätte er beim Rennen große Probleme haben müssen.
    Im Inneren der Höhle hast du dann vor allem die Umgebung gut beschrieben, mit den ganzen Malereien und das mit dem Glauben der Pikachu war auch sehr interessant gewesen, was das mit dem Gott und allem anging. Ich hoffe wirklich, dass das später hin noch eine Rolle spielen wird, da ich diesen Glauben an den Gott Tonumen durchaus interessant finde. Aber ich nehme mal an, dass das eher weniger wichtig sein wird, im Anschluss. Bei der Statue hätte man vielleicht noch ein wenig mehr auf das Aussehen eingehen können, ist sie doch schon ziemlich alt. Aus welchem Material war sie? Einfach nur Stein ist ja ein wenig ungenau, da gibt es ja auch mehrere Unterschiede, in Farbe und Härte des Gesteins. Außerdem wäre das jetzige Aussehen noch interessant gewesen. Kümmern sich die Pikachu denn noch um die Statue? Ihr Glauben an Tonumen scheint ja abgeschwächt zu sein und selbst wenn sie die alten Überlieferungen und Malereien nicht ersetzen wollen, sind sie denn noch interessant und pflegt jemand diese? Der Zahn der Zeit dürfte durchaus schon daran genagt haben.
    Am Ende des Kapitels belauscht Fulgor dann ja noch das Gespräch zwischen Felias und dessen Vater Michos. Es ist wirklich ziemlich gemein, wie Felias die Wahrheit verdreht, aber wie später Fulgor auch bemerkt, es wird nicht möglich zu sein, die Erwachsenen von der Wahrheit zu überzeugen, da niemand ihm glauben wird. Felias ist ja der stolze und ehrliche Sohn des Stammesoberhaupts, da muss er ja Recht haben. Fulgors Hass dem anderen Pikachu gegenüber ist hier durchaus verständlich und auch, dass er in seinem Zorn Felis gegenüber solche brutalen Vorstellungen hatte. Aber immerhin ist er danach selbst über sich geschockt, das heißt, dass er seine Kontrolle zumindest (noch) nicht verlieren wird.
    Nachdem Fulgor dann ohnmächtig wird, machst du ja einen gemeinen Cliffhanger, als er dann weggetragen wird. Wobei ich der Annahme bin, dass es sich um eines seiner Familienmitglieder handelt.


    [/tabmenu]


    So, das wars dann wieder von mir :3
    Lg, BlackLatiasLatias






  • Kapitel 3
    Familie


    http://i39.tinypic.com/33uqy4y.png
    Gezeichnet von Clio

    Und wo die Herzen weit sind, da ist auch das Haus nicht zu eng.


    - Johann Wolfgang von Goethe


    [align=left]Als Fulgor erwachte pochte der Schmerz in seinem Schädel, als würde dort ein zweites Herz schlagen. Er biss die Zähne zusammen und stöhnte gepeinigt, während er mit der Pfote durch sein schweißnasses Gesicht fuhr und sich aufsetzte. Seine Gedanken schienen langsamer zu erwachen als sein Körper, sodass er im ersten Moment keine Idee hatte, wo er sich befand und auch keine Notwendigkeit sah, es herauszufinden. Erst als das Bild von Felias und Michos wieder vor sein geistiges Auge trat, riss er erschrocken die Augen auf und sah sich um. Fast im selben Moment fühlte er das weiche Bett aus Laub und Moos unter seinem Körper und nahm einen vertrauten Cocktail aus Gerüchen wahr. Fulgor beruhigte sich und lächelte erleichtert. Er war zuhause.
    Die Kräuter und Blumen, die seine Tante Illia fast täglich aufs Neue sammelte um die Wohnung zu verschönern und einen angenehmen Geruch in ihr zu verbreiten, lagen überall verteilt und wirkten trotzdem nicht chaotisch, sondern schienen ein Muster zu ergeben. Neben dem Bett, auf dem Fulgor selbst saß, waren noch zwei andere in dem relativ kleinen Raum vorhanden, die eng beieinander lagen und regelrecht zum kuscheln einluden. In der gegenüberliegenden Ecke stapelten sich Vorräte an Obst und Gemüse. Von Fern sahen sie aus, wie ein kunterbunter Berg aus Farben. Beim Anblick der Leckereien zog sich Fulgors Magen zusammen und knurrte protestierend. Das junge Pikachu hatte bei all der Aufregung nicht einmal bemerkt, wie hungrig es eigentlich war. Trotzdem war ihm im Moment nicht nach Essen zumute. Er machte sich Sorgen, weil er sich nicht erinnern konnte, wie er her gekommen war und was aus Felias und Michos geworden war. Fulgor verfluchte die Kopfschmerzen, die ihn immer noch davon abhielten, klar zu denken. Er war nur heilfroh, dass er sich gerade jetzt an dem scheinbar einzigen Ort auf dieser Welt befand, an dem er Schwäche zulassen konnte und durfte. Vorsichtig ließ er sich zurück in sein weiches Bett fallen und starrte an die Decke, die hier und da von kleinen Steinchen durchsetzt war. Was war nur passiert? War er erwischt und angegriffen worden? Fulgor schloss die Augen und seine Miene verzerrte sich bei dem krampfhaften Versuch, die Erinnerung wiederzufinden. Nein, er war nicht angegriffen worden. Aber warum konnte er sich an nichts erinnern? Er sah sich zwar, vor seinem geistigen Auge, hinter dem Gesteinsbrocken stehen und dem Gespräch von Felias und dessen Vater lauschen, aber irgendwann rissen die Erinnerungen ab, als wären sie das Blatt eines Baumes, dass der Wind mit sich fort trug. Fulgor öffnete die Augen. Das war ein zweckloses Unterfangen. Also gab er es auf und rollte sich auf den Bauch. Diese Position war für ihn sowieso viel bequemer, da seine Flügel dann nicht gegen seinen Rücken gepresst wurden. Er sah jetzt direkt zu der Wand, vor der sein Bett stand. Der Anblick dieser ließ in lächeln. Eine kindliche Zeichnung verzierte sie, die vor einigen Jahren ungeschickt mit einem Stein gezeichnet worden war. Ein kleines Pikachu mit Flügeln und langen Beine lächelte breit und hielt an jeder Hand ein Raichu, die denselben Gesichtsausdruck aufgesetzt hatten. Das Bild wirkte ziemlich schief und stark vereinfacht, trotzdem gefiel es Fulgor ganz besonders gut. Er selbst hatte es gezeichnet, als er noch sehr jung gewesen war. Es war seine erste Kritzelei gewesen. Inzwischen war er viel besser und konnte schon kleine Kunstwerke kreieren, die er jedoch niemals jemandem zeigte. Denn viele von ihnen wirkten bedrohlich, dunkel, hasserfüllt: Er zeichnete sich selbst, wie er sich die Flügel ausriss, während ein hungriges Luxtra an seinen Beinen zerrte. Er zeichnete den Wald in abstrakter, verzerrter Form und bepinselte sein Werk mit der Farbe der dunkelsten Beeren, die er auftreiben konnte. Er zeichnete Felias und den Augenblick, in dem er Fulgor tötete. Bei dem Gedanken an seine anderen Kunstwerke, schien das freundliche Kinderbild vor ihm plötzlich zu zerfallen, die Minen der glücklichen Familie verzerrten sich zu unnatürlich breiten Grinsen. Das größere Raichu zur rechten des kleinen Pikachu formte Worte: MON-ST-…
    „Oh Fulgor! Tonumen sei Dank, du bist aufgewacht!“
    Fulgor schreckte hoch und schüttelte verwirrt den Kopf. Mit großen Augen starrte er auf die Kritzelei, doch die war wieder normal, der Fantasie und den Zeichenkünsten eines sehr jungen Pikachu entsprungen und dementsprechend harmlos. Ein Paar Pfoten strich sanft über seinen Rücken und er wandte den Kopf seiner freudig lächelnden Tante Illia zu. Sie war eine hübsche, wenn auch nicht allzu schlanke Raichu Dame, mit dicken Wangen und strahlend braunen Augen. Ihre Pfoten waren das Sanfteste, das Fulgor sich vorstellen konnte. Immer, wenn er seine lebensfrohe Ersatzmutter nur sah, öffnete sich sein Herz und der Klumpen aus Angst, Hass und Verzweiflung, der sich so oft in seinem Magen breit machte, löste sich auf wie Salz in klarem Wasser. Die negativen Gefühle waren dann zwar nicht verschwunden, aber doch kaum noch wahrnehmbar. Fürs Erste zumindest.
    „Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht! Du musst besser auf dich aufpassen, Kind!“
    Illias Stimme klang alles andere als tadelnd. Tiefe Sorge schwang in ihr mit und stach direkt in Fulgors Herz. Das junge Pikachu umarmte seine Tante herzlich, aber auch tröstend.
    „Es tut mir Leid, Illia. Ich wollte dir keine Sorge bereiten. Das nächste Mal passe ich besser auf mich auf. Versprochen.“
    „Ach, Fulgor“, sie fasste ihn an den Schultern und sah ihm tief in die Augen, „ Das muss dir nicht leid tun. Du bist noch so jung und junge Pikachu müssen immer unterwegs sein, immer auf Achse. Da ist es doch ganz normal, dass auch einmal etwas passiert.“
    Zärtlich streichelte sie Fulgor über den Kopf. Er genoss das Gefühl und lächelte Illia dankbar an. Doch plötzlich übermannte ihn das schlechte Gewissen. Er hatte ihre Freundlichkeit nicht verdient. Schließlich bereitete er ihr immer nur Ärger. Fast jeden Tag kam Fulgor mit neuen blauen Flecken und begleitet von Beschwerden anderer Stammesmitglieder zurück nach Hause und jedes Mal musste Illia darunter leiden. Sie war sehr kontaktfreudig, aber wegen ihm mieden viele andere Raichu inzwischen auch sie. Und das nur, weil sie ihn immer wieder in Schutz nahm. Traurig senkte Fulgor den Kopf.
    „Ich habe Livia verletzt“, flüsterte er leise und machte einen Schritt nach hinten, sodass seine Tante ihn nicht mehr erreichen konnte.
    Das Lächeln verschwand aus Illias Miene und sie blickte ihr Ziehkind voller Mitleid und doch hilflos an. Einen Moment lang war es sehr still, als wäre das Zuhause von Fulgor und seiner Familie plötzlich in das Weltall verlegt worden und genauso kalt schien es dem Hybriden auch zu sein.
    „Ja, man hört davon.“
    Die Stimme war weder Illias, noch Fulgors. Beide wandten ihre Köpfe Richtung Eingang, in dem ein hoch gewachsenes Raichu mit kräftigen Armen und grün strahlenden Augen stand. Sein Fell war zerzaust und seine Lippe aufgeschlagen. Ein Tropfen Blut floss sein Kinn herab. Es wischte ihn mit seiner Pfote fort und lächelte freundlich in die Runde. Entsetzt ging Illia auf es zu und befühlte vorsichtig seine Verletzung.
    „Was ist denn mit dir passiert, Artras?“, fragte sie fassungslos und sah das Raichu besorgt an.
    „Ach, weißt du“, er grinste schief und kratzte sich verlegen am Hinterkopf, „ ich habe auf der Suche nach den Heilkräutern eine Begegnung mit Michos gehabt und da dachte ich, ich diskutiere das Problem mit ihm aus. Aber irgendwie sind wir auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen.“
    Er lachte, ein tiefes und für Fulgor doch einladend klingendes Geräusch. Illia hingegen fand die Situation alles andere als lustig.
    „Du spinnst ja wohl! Ich habe dir doch extra gesagt, du sollst dich nicht mit ihm anlegen!“, Artras wich einen Schritt vor seiner Frau zurück und ließ schuldbewusst die Ohren hängen, „Jetzt musst du gar nicht so tun, als ob es dir Leid täte! Du bist ein erwachsenes Raichu und benimmst dich wie ein heißblütiges Pikachu! Denk doch mal darüber nach, was für ein schlechtes Vorbild du für Fulgor bist.“
    „Aber Michos sieht das alles viel zu eng! Niemand beleidigt ungestraft meinen Sohn! Vor allem dann nicht, wenn er überhaupt nichts getan hat!“
    Bei diesen Worten wurden Fulgor regelrecht von Stolz durchspült. Er streckte unbewusst seine Brust heraus und gab ein für Pikachu typisches, gurrendes Geräusch des Wohlgefallens von sich.
    Wütend drückte Illia ihrem Gatten die Pfote vor die Brust und knurrte leise.
    „Gewalt löst keine Probleme.“
    Abwehrend hob Artras seine Arme in die Luft.
    „Ok, ok, du hast gewonnen. Tut mir Leid. Aber du weißt doch, dass ein guter Kampf das Einzige ist, was mich so richtig abkühlen kann.“
    Er lächelte seine Frau verständnisvoll an und blickte dann über ihre Schulter zu Fulgor.
    „Hey, mein Großer! Na, geht es dir schon besser?“
    Fulgor nickte, rannte zu seinem Onkel und umarmte ihn herzlich. Er war sehr froh, ihn zu sehen doch sorgte sich auch, weil er sich seinetwegen mit Michos geschlagen hatte.
    „Tut mir Leid, dass ich euch Ärger bereitet habe.“
    „Ach, hör schon auf“, Artras fasste das junge Pikachu plötzlich mithilfe seines kräftigen, blitzförmigen Schweifes unter die Kniekehlen und mit der Pfote an den Nacken und hob ihn hoch, als wöge er nicht mehr als ein Laubblatt, „Du machst uns doch keinen Ärger. Dir war lediglich ein bisschen schwindelig. Da habe ich dich so hochgehoben und nach Hause getragen“, Er setzte seinen Ersatzsohn grinsend wieder ab und zuckte mit den Schultern, „Kein Problem.“
    Fulgor lächelte kurz, sah dann aber traurig zu Boden.
    „Das meinte ich eigentlich gar nicht. Du hast dich wegen mir gestritten und wurdest deshalb verletzt“, er fühlte sich plötzlich todtraurig, „Wenn das so weiter geht, bringe ich euch noch in Gefahr. Aber“, von einer seltsamen Unsicherheit erfasst blickte er auf und sah von Artras zu Illia und wieder zurück, „ich habe Livia nicht absichtlich verletzt. Wirklich nicht! Es war ein Unfall. Die anderen haben mich geärgert und ich habe gestrampelt und sie stand irgendwo hinter mir. Ich habe sie einfach nicht gesehen!“
    „Schon gut, Fulgor, schon gut“, beruhigte ihn seine Tante mit warmer Stimme, „Wir glauben dir.“
    „Du darfst dir das alles nicht so nah gehen lassen, mein Sohn“, schaltete sich auch Artras ein, die Stimme voller Sorge, „Jetzt bist du sogar schon deswegen ohnmächtig geworden. Lass die anderen doch einfach reden. Du weißt, wie es wirklich war.“
    So war das also gewesen. Er war ohnmächtig geworden, weil er dem seelischen Druck nicht mehr hatte standhalten können. Deshalb konnte er sich wohl auch nur noch so dunkel an das erinnern, was passiert war, als er Felias und Michos Unterhaltung belauscht hatte. Fulgor war wütend auf sich selbst und auf seine Schwäche. Er benahm sich wie ein kleines Pichu, das ständig auf die Hilfe und Unterstützung seiner Eltern angewiesen ist.
    „Ich möchte nicht so eine große Last sein“, flüsterte er leise und rollte ein kleines Steinchen zwischen seinen Krallen hin und her, „Ich wünschte, die Anderen hätten keinen Grund so über mich zu reden, Artras.“
    „Das haben sie doch gar nicht. Sie haben keinen Grund, Fulgor“, sagte Artras ruhig, aber doch bestimmt.
    „Doch, dass haben sie!“, wie von weit her spürte Fulgor, dass er brüllte, „ Seht mich doch einmal an!“
    Er breitete ruckartig seine großen, von gelbem Flaum bedeckten Schwingen aus. Die langen, steifen, roten Federn wirkten wie scharfe Messer, die auf den Boden gerichtet waren.
    „Habt ihr so etwas schon einmal gesehen?“
    „Ja“, antwortete Artras, immer noch mit sehr ruhiger Stimme, „Emolga haben auch Flügel. Und sie sind uns Elektromäusen ziemlich ähnlich.“
    „Haben Emolga denn auch so etwas hier?“, er hob eine seiner krallenbewehrten Füße hoch und wackelte damit hin und her, „Ich sehe aus, als wäre ich ein fliegender Jäger! Natürlich haben sie Angst vor mir! Dabei könnte ich sie nicht einmal auffressen! Weil ich nämlich nicht einmal die richtigen Zähne dafür hätte! Die sind vollkommen normal! Ich weiß nicht, was ich bin, aber sicher gehöre ich nicht zu einer Art, die lange überleben könnte! Die anderen haben Recht: Ich bin ein Unfall!“
    „Fulgor, es reicht!“, zwar war Artras Tonlage immer noch ruhig, die Lautstärke seiner Stimme war jedoch um einiges angehoben, „Merkst du nicht, was für einen Unsinn du da redest?“
    „Dein Onkel hat Recht, Fulgor“, Illia war sanft auf das aufgebrachte Pikachu zugegangen und hatte eine Pfote auf seine Schulter gelegt, „Jedes Leben ist etwas Besonderes. Die Natur macht keine Fehler.“
    Ihr Lächeln war wärmer, als es die Sonne je sein könnte. Fulgors Herzschlag beruhigte sich langsam und er legte die Flügel wieder an.
    „Bist du dir ganz sicher?“, fragte er leise, „Ich kann nicht einmal richtig rennen. Und fliegen erst Recht nicht.“
    Illia streichelte zärtlich seine Wange und lächelte unbeirrt weiter.
    „Ganz sicher, Fulgor.“
    „Hast du denn je wirklich versucht, zu fliegen?“, mischte sich Artras ein und legte seine Pfote auf Fulgors andere Schulter.
    Dieser sah seinen Onkel erstaunt an und schüttelte den Kopf. Natürlich hatte er noch nie geübt, was das Fliegen anging. Viel zu sehr fürchtete er sich vor der Reaktion der anderen Stammesmitglieder. Fulgor sah es schon vor sich, wie sie mit dem Finger auf ihn zeigten und ihn beschimpften, ihn auslachten. Allein bei dem Gedanken stieg die Übelkeit wieder in seiner Kehle hoch. Doch dann trat ein anderes Bild vor sein inneres Auge: Er flog durch die Lüfte, ließ sich auf einem warmen Luftstrom tragen und stieg immer höher und höher. Unter ihm tönten Felias und die anderen, doch ihre Stimmen wurden mit jeder vergehenden Sekunde leiser und ihre Erscheinungen waren bald kaum noch zu erkennen, als hätte es sie nie gegeben. Als wäre er immer frei gewesen, hier oben, über den Wolken, wo ihn niemand verurteilte. Wer weiß, was für unbekannte Pokémon da oben lebten? Vielleicht gab es dort noch mehr von ihm. Lebewesen, die ihm ähnlich waren.
    „Vielleicht“, sagte er zögerlich, „sollte ich es einmal ausprobieren.“
    Erleichtert warfen seine Ersatzeltern sich kurze Blicke zu und lächelten. Fulgor spürte, wie auch ihm eine schwere Last vom Herzen fiel. Momentan hatte er wirklich jede Menge Ärger mit den anderen Kindern. Deshalb vergaß er manchmal, dass es doch immer einen Ort gab, an den er zurückkehren konnte. Artras und Illia waren seine Familie. Und er wollte hoffen, dass seine leiblichen Eltern ihnen sehr ähnlich gewesen wären. Schließlich war Artras der Bruder seines Vaters und Illia die Schwester seiner Mutter gewesen. Wenn sie nur ansatzweise so gewesen waren, wie er es von seiner Tante und seinem Onkel gewohnt war, dann hätten auch sie ihn nicht verurteilt. Ein tröstender Gedanke für Fulgor, der sich manches Mal wünschte, er hätte seine Eltern kennenlernen können. Bis heute wusste er nicht, was genau mit ihnen passiert war. Das war wohl das Einzige, über das Illia und Artras nicht mit ihm sprachen. Jedes Mal, wenn Fulgor das Thema andeutete, sahen beide augenblicklich so bedrückt, traurig, aber auch wütend aus, dass er es inzwischen selbst für besser hielt, sie nicht mehr darauf anzusprechen. Schließlich hatte er eine Familie, mit der er sehr glücklich war. Vielleicht wären seine leiblichen Eltern doch ganz anders gewesen, hätten ihn vielleicht genauso gehasst, wie die anderen Mitglieder des Stammes.
    Fulgor atmete einmal tief durch und lächelte dann.
    „Tut mir Leid, dass ich gerade so herumgebrüllt habe.“
    „Rumgebrüllt nennst du das?“, fragte Artras neckisch und presste sein Ziehkind eng an sich, „Soll ich dir mal zeigen, wie ein richtiges Raichu brüllt?“
    „Und wie willst du das machen?“, mischte sich Illia ein, „Ein anderes Stammesmitglied darum bitten, zu brüllen?“
    Fulgor musste plötzlich herzhaft lachen. Nicht nur, wegen der Aussage seiner Tante sondern auch, weil die Atmosphäre wieder so entspannt war. Ein Zustand, den er nur hier, an diesem Ort und zusammen mit seiner Familie erfahren konnte. Er wünschte, er könnte für immer und ewig hier bleiben. Wer weiß, vielleicht würde er eines Tages tatsächlich lernen, die Schikanen der anderen nicht an sich heranzulassen. Dann stände einem glücklichen Leben im Kreise seiner Familie eigentlich nichts mehr entgegen. Wenn er denn bleiben dürfte.
    Der Gedanke kam plötzlich und unerwartet und zerstörte Fulgors Hochstimmung wie ein Orkan einen kleinen Setzling entwurzelt.
    „Könnte es sein, dass ich verbannt werde?“, fragte er panisch und zog an Artras Hand, als wäre er ein kleines Pichu.
    Doch der verzog keine Miene und lächelte unentwegt weiter.
    „Nein, Fulgor. So schnell wird man nicht verbannt“
    „Dein Onkel hat Recht“, bestätigte Illia und nickte freundlich, „Die letzte Verbannung gab es vor einem halben Jahrhundert. Da müsste schon mehr her, als Livias kleiner Kratzer.“
    Fulgor war nicht gänzlich überzeugt und senkte den Kopf. Schließlich erzählte Felias doch allen, dass er sie extra angegriffen hatte. Doch Artras ließ sich scheinbar nicht beirren.
    „Ich werde mit dem Stammesoberhaupt sprechen und ihm alles erklären“, versicherte er mit stolzer Stimme, „So eine Lüge lassen wir doch nicht auf uns sitzen, oder? Er wird mir schon zuhören. Mach dir keine Sorgen, Fulgor.“
    Tatsächlich hatte sein Onkel schon oft mit dem Stammesoberhaupt gesprochen. Die beiden waren in ihrer Kindheit gute Freunde gewesen und verstanden sich auch jetzt noch ausgezeichnet. Sie respektierten sich und unterhielten sich stets auf einer Ebene, trotz ihres unterschiedlichen, gesellschaftlichen Standes.
    Fulgor beruhigte sich etwas und spürte wieder, jetzt wo seine Sorgen etwas weniger gravierend schienen, das Loch in seinem Magen, das er dringend mit etwas zu Essen füllen musste.
    „Ich bin hungrig“
    „Und ich erst!“, gab auch Artras zu.
    Wie auf Kommando knurrte sein Magen. Illia schüttelte den Kopf, ging in die Ecke mit den Vorräten und nahm ein paar Beeren hervor.
    „Eigentlich solltest du zur Strafe gar nichts bekommen, Artras!“, sagte sie und hob die Nase stolz in die Luft, „Aber ich will mal nicht so sein. Schließlich ging es dir ja nur um Fulgor.“
    „Zu gütig“, antwortete ihr Partner, die Stimme überquellend vor Ironie.
    „Jetzt werd’ aber mal nicht noch frech!“
    Sie setzte sich in die Mitte des Raumes und legte die Beeren zu Boden. Fulgor und Artras setzen sich ihr gegenüber und zu dritt begannen sie genüsslich, das wohlschmeckende Obst zu verspeisen. Fulgor fühlte, wie die Liebe seiner Familie sein Herz erwärmte und seine Probleme nichtig erscheinen ließ. Es würde alles gut werden. Hier würde er immer akzeptiert werden, egal was die anderen sagten. Und wer er sich nicht provozieren lassen und jemanden angreifen würde, würde er wohl auch nie in Gefahr geraten, tatsächlich verbannt zu werden. Felias war ein Lügner, der ihm nur unnötig unbegründete Angst einjagen wollte. Fulgor war hier sicher. Dies war sein Zuhause. Und dies war der Ort, an dem er ganz normal sein durfte.

  • Na?
    Da du nun ja endlich mal wieder ein Kapitel on stellst, will ich das auch gleich kommentieren (:

    So also los:


    Kapitel 3~
    Ich lese einfach mal durch und schreibe immer so zu jedem Abschnitt meine Meinung, okay?
    Aber zuerst was zu der Länge des Kapitels.
    Das sind c.a. 3.000 Wörter?
    Naja, eine gute Länge, wie du im Vorwort schon erklärst. Also gut, dann ohne weiteres los. Das erste was mir auffällt sind mal wieder die schönen Beschreibungen, allerdings kommt mir gleich am Anfang ein kleiner Denkfehler in den Kopf. Du sagst er wischt sich mit seiner Pfote den Schweiß von der Stirn.
    Kann denn ein Pikachu mit seinen kleinen Pfoten überhaupt seinen Kopf berühren. Ich finde es ist vergleichbar mit eine Tyrex, der das auch nicht kann, die "Arme" einfach zu kurz sind. Da solltest du dir vielleicht was anderes einfallen lassen.
    Auch danach gefällt mir die Beschreibung wieder super und seine Tante scheint irgendwie ein bisschen schräg zu wirken ^_^
    Mal sehen was du aus ihr noch machst.
    Auch die kleine Illusion mit dem Bild finde ich genial und lockert die nicht ganz so interessante Beschreibungsphase in diesem Kapitel ein bisschen auf.
    Als nächstes muss ich ein großes Lob aussprechen: In einem Dialog die Gefühle gut beschreiben, dass ist eine Sache die bei vielen FF's leider fehlt.
    Aber in dem Gespräch mit Illa wusste ich stets wie sich Fulgor fühlt. Ein bisschen mehr von seiner Ersatzmutzter|Tante (was denn jetzt= ^^) wäre aber uach nicht schlecht gewesen, damit wir beide Ansichten haben (;
    Ich bin jetzt ein bisschen weiter gesprungen, zu dem Gespräch mit Artra. Auch da wieder, Illa legt eine Pfote auf Fulgors Schulter?
    Ich stelle mir das vor versuche mir das vorzustellen und bekomms einfach nicht hin, weil diese Art von Pokemon nunmal so kleine Arme hat.
    Ein Lucario hätte damit bestimmt keine Probleme, eine Pikachu, Raichu aber schon. Ebenso wie zum Beispiel ein Serpifeu!
    Du musst die Handlung auch ein bisschen dem Aussehen der Pokemon anpassen.
    So, jetzt wird es ja langsam interessant! Fulgor wird auf den Gedanken gebracht vielleicht einen Vorteil aus seiner 'Missbildung' zu ziehen, nähmlcih dsa fliegen. Ich denke da setzt du wohl langsam den ersten Grundbaustein für die Haupthandlung, oder? Zu lernen mit etwas negativen umzugehen, um etwas positives daraus zu machen, dass nenne ich guten Charakter. Und dann reden sie über eine mögliche Verbannung?
    Richtig, oder, es heißt also aus sich der anderen beiden, wird er nicht verbannt, da ein kleiner Kratzer nicht der Untergang der Welt ist, salopp gesagt ;3
    Das Ende macht Lust auf mehr und ist sogleich auch ein bisschen lustig.
    Erstmal dass ein Gespräch mit den obersten Raichu des Stammes, also dem Stammesoberhaupt ansteht und dann das Essen. Das Verlangen nach etwas zu essen, das Gefühl das wir alle kennen, Hunger. Dieses Gefühl verändert Menschen (;

    Zitat

    „Eigentlich solltest du zur Strafe gar nichts bekommen, Artras!“, sagte
    sie und hob die Nase stolz in die Luft. „Aber ich will mal nicht so
    sein. Schließlich ging es dir ja nur um Fulgor.“


    „Zu gütig.“


    „Jetzt werd’ aber mal nicht noch frech!"

    Genial die Stelle. Jedoch könntest du hinter zu gütig, oder jetzt werd' aber nicht frech schreiben, sagte___.
    Aber nur hinter einen, sonst wirkt es zu dick. So jedoch ist es auf den ersten Blick etwas unverständlich.
    Auch der letzte Satz gefällt mir.


    Schlusswort~
    Also alles in allem, kannst du dir ja selber ein Bild von dem Kommi machen, aber ich denke das war ein gutes Kapitel.
    However, man liest sich per PN, bestimmt wieder (:
    Wünsche dir noch viele andere Kommis, die dir auch helfen dich zu verbessern.
    Liebe Grüße, Sui~

  • [tabmenu]
    [tab=Gelabers~]
    Hey, da bin ich wieder :3 Und diesma sogar schneller als beim letzten Mal ~ Wie immer, den vorigen Post habe ich mir nicht durchgelesen, Wiederholungen können vorkommen. Und btw, es freut mich, wenn ich dir eine Hilfe bin und auch, dass Tonumen vielleicht doch noch eine Rolle spielt :D
    Und einfach mal, um es zu erwähnen, ich freu mich schon auf den Tornupto und den Gewaldro Hybriden, die sehen interessant aus :>
    [tab= Kapitel 3]Wie ich sehe, hat sich meine Annahme bezüglich des Pokémons, das Fulgor weggebracht hatte bestätigt. Ein Familienmitglied also und in diesem Kapitel werden wir ja auch darüber aufgeklärt, dass es sich um seine Tante und seinen Onkel handelt.
    Und nach Fulgors aufwachen kommt gleich eine Beschreibung seines Zimmers, sehr vorteilhaft und auch so, wie man es sich in einer Höhle vorstellt. Aber vielleicht hätte man die Kräuter und Blumen ein wenig genauer beschreiben können, die Illia in der Wohnung liegen hat. Eine genaue Beschreibung braucht man da nicht unbednigt, aber vielleicht von ein oder zwei Blumen/Kräutern mal den Namen erwähnen ~ Danach sieht Fulgor sich ja das Bild an, welches er als kleines Pikachu gemalt hat, aber womit hat er das eigentlich gezeichnet? Ich bezweifle, dass die Pikachu Farben und Pinsel besitzen, so wie die Menschen. Eine kleine Erwähnung wäre nennenswert :3 Da mir in diesem Text gerade wieder der Name Tonumen entgegenspringt, stellt sich mir die Frage, ob auch noch Götter von anderen Pokémon eine Rolle spielen werden. Im späteren Verlauf der Geschichte kommen ja auch noch anderen Hybriden hinzu, wird auf die Kultur ihrer "normalen" Artgenossen auch eingegangen, oder eher nicht? Das würde mich schon interessieren.
    Illia ist soetwas wie die typische Mutter, um ihr Kind besorgt und kümmert sich liebevoll um Fulgor, sie ist mir wirklich sympathisch, ebenso wie Fulgors Onkel Artras, ein totaler Draufgänger :D  
    Mir ist aber auch aufgefallen, du gibst den Pokémon ja Geschlechter, sprichst aber manchmal trotzdem von ihnen mit "es" das wirkt ein wenig komisch. Als du auf Artras Verletzung eingehst wischt "es" sich das Blut vom Kinn. Ich kann mir denken, dass du das wegen dem Raichu schreibst, aber hier wäre es wohl besser wenn man schreibt, dass er sich das Blut vom Kinn wischt.
    In dem darauffolgenden Gespräch sieht man dann auch, wie tief die Familienbande zwischen den dreien sind, da Artras von Fulgor als seinem Sohn spricht. Immerhin gibt es noch die beiden, die sich wirklich um Fulgor sorgen.
    Artras erwähnt auch, wie er Fulgor getragen hat, doch das kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Raichu haben ziemlich kurze Arme, ebenso wie Pikachu und Pichu, wie will er da Fulgor mit seinen langen Beinen so tragen? Eine Hand an den Kniekehlen und die andere am Nacken. Da müsstest du noch drauf achten, denke ich.
    Illia und Artras wissen ja, wie sie Fulgor trösten können, wobei seine Sorgen natürlich berechtigt sind, trotz ihrer Versicherungen. Fast jedes Pokémon außer seiner Familie hegt einen Groll gegen ihn, da wäre eine Verbannung nicht allzu unwahrscheinlich. Trotzdem wirkt das Gespräch zwischen den dreien ziemlich authentisch, ich weiß gar nicht, warum du meinst, du hättest hier solche Probleme gehabt ^^  
    Diese Kapitel war ja etwas beruhigender und Fulgor hatte auch mal eine Auszeit. Dies ist also die schöne Seite seines Lebens im Stamm und wohl auch der Grund, weswegen er überhaupt noch da ist?
    Im Übrigen... haben die Namen der Pokémon eigentlich alle eine bestimmte Bedeutung? So wie Fulgor blitzen bedeutet? Wenn ja, könnte man ja noch die Bedeutungen der anderen Pokémon Namen hinzufügen. Entweder im Startpost, da hast du ja schon ein entsprechendes Tab für, oder am Ende des Kapitels immer in einem Spoiler :>



    [/tabmenu]


    Und da bin ich auch schon wieder fertig, bis zum nächsten Kapitel dann ~
    Lg, BlackLatiasLatias

  • [tabmenu]
    [tab='','http://www.greenchu.de/sprites/icons/025.png']
    Huhu, Paya!


    Ich hatte dir ja schon länger einen Kommi zu deiner tollen FF versprochen, und endlich komme ich dazu x3


    [tab=Startpost]
    [subtab=Positives]
    FF-Titel
    Der Titel ist schonmal sehr anregend. So heftige Wörter wie "Hassen", in Verbindung mit Kunst - das ist einfach ein 'schöner' Titel, der einen dazu animiert, sich die Geschichte anzulesen.


    Tabmenu
    Sehr schön geworden - dein Tabmenu enthält eine Menge sehr wertvoller Informationen. Das Vorwort und der Tab zu deiner Idee zur geschichte geben dem leser schöne Hintergrundinfos, die auch dich als Autor näher bringen.
    Die Fakten, die du nennst, sind durchaus hilfreich, um sich ein gutes Bild von der Welt machen zu können, in der das Ganze spielt. Dass es z.B. keine Menschen gibt, ist eine hilfreiche Info, zumal das in Pokémongeschichten nicht unbedingt gewöhnlich ist.
    Der Klappentext verrät mir fast schon ein bisschen zu viel, aber wenn das Hauptaugenmerk auf der Reise der Hybriden liegt, ist das absolut in Ordnung.
    Zu Kapitel- und Benachrichtigungsliste gibt es nichts zu sagen - schön übersichtlich und verlinkt, was will man mehr?
    Die Charakterbeschreibungen - wenn es auch noch recht wenige sind - sind auch sehr schön. Du gibst alle Infos an, die man wissen können muss. Auch daran habe ich soweit (außer dem einen Punkt unter "Verbesserungsvorschläge") nichts auszusetzen.
    "An diesem Punkt möchte ich Jingsel danken, der mir bei der Formulierung geholfen hat. Dankeschön." - Kein Problem :blush:
    [subtab=Verbesserungsvorschläge/Anmerkungen]
    Titelbild
    Das Titelbild hat in etwa die richtige Größe, und es sieht so auch ganz ok aus. Allerdings wirkt es etwas zusammengesetzt, aber da wird man nichts machen können, da es ja um Hybriden geht. Was ich allerdings etwas sehr schade finde, ist, dass man offensichtlich später einmal auftauchende Hybriden jetzt schon, in so einem frühen Stadium der FF, genau gezeigt bekommt, welche Hybriden noch eine Rolle spielen werden. Verschwommene Schattenrisse wären evtl. eine Möglichkeit, aber die Gestaltung ist ja letztlich Payas Betrachtungssache ;3


    Copyright
    Du solltest noch schreiben, wo du das Hintergrundbild hergenommen hast.


    Tabmenu
    Es stört ein kleines bisschen, dass die einzelnen Tabs "gestapelt" werden, das ist aber mehr son optisches Ding. Wenn du Lust hast, das zu ändern, kannst du ja versuchen, bei längeren Tabs andere Namen zu finden.


    Anmerkung

    Zitat

    Ich muss allerdings vorweg sagen, dass ich einen etwas speziellen Schreibstil habe, der nicht jedem Leser zusagt.


    Lol - kann ich irgendwie nicht glauen, was genau meinst du damit?


    Unterpunkte bei den Charakterbeschreibungen
    Die könntest du noch etwas hervorheben, z.B. durch Fettschrift/Unterstreichungen/ander Farbe o.Ä.
    [subtab=Fehlerteufel]Langweilt sich im Startpost ;P


    [tab=Prolog]
    [subtab=Positives]
    Titel
    "Donnerschlag" - damit hast du einen stimmungsvollen, berohlichen und dunkel-düsteren Titel gewählt, der sofort anspricht und Lust aufs Lesen macht. Er verspricht Spannung, und das trotz seiner Schlichtheit - gut gewählt, wie gesagt!


    Beschreibungen
    Wow, wow, wow! So gehaltvolle, farbenprächtige, bildgewaltige Naturbeschreibungen findet man selten in einer FF! Dein Schreibstil beeindruckt mich tief, du weißt einfach, wie du eine Umgebung stimmungsvoll beschreibst und in Szene setzt.
    Und auch die Gefühle, die Gefühle sind so verdammt greifbar, dass man jedes Wort mit der armen Raichumutter mitleidet, auf ihrem hoffnungslosen Weg in Sicherheit.
    Auch die Pokémonbeschreibungen sind ok, obwohl sie nicht ganz so ausführlich sind wie die der Umgebung.
    Noch einmal, ganz dickes Lob an dieser Stelle!


    Das Ende
    Ein Todesfall gliech zu Beginn einer FF - du kündigst ja schon im SP an, dass es immer wieder dazu kommen wird, dass Gewalt und Tod eine Rolle spielen. Dass gleich zu Anfang etwas so Dramatisches passiert, verleiht der Geschichte einen gewissen Grundernst, der den Leser bereits in die richtige Richtung lenkt und seine Erwartungen setzt.
    Das es ausgerechnet ein Blitz war, der das Leben des Raichu beendet - Ironie des Schicksals, leider. Aber das ist wiederum kein schlechter Gedanke: Es macht das Ganze in meinen Augen immer etwas lebensechter, wenn man diese ganzen Typenkombinationen etwas mehr in die "Realität" holt und sich vorstellt, wie die Auswirkungen auf die Pokémon sich tatsächlich darstellen.
    Gut gemacht!
    [subtab=Verbesserungsvorschläge/Anmerkungen]
    Frage
    "Es war nicht das erste Mal, dass sie ein Kind gebar[...]"
    - Also hat Fulgor Geschwister, oder? Tauchen die irgendwann nochmal auf?


    Format
    Ich find Blocksatz immer etwas schöner, weil dann alles etwas "ordentlicher" aussieht :)
    [subtab=Fehlerteufel]

    Zitat

    [...] ließ sich das Raichu auf den Boden fallen und rollte sich auf den Rücken, um seinen Bauch nicht unnötig zu belasten. Ihr Atem ging schwer [...]


    [Da du dich zuvor auf "das Raichu" beziehst, müsste es an dieser Stelle "Sein Atem" heißen.]


    Zitat

    Es war nicht mehr weit, bis zu dem Höhlenkomplex, [...]


    [tab=Kapitel 1]
    [subtab=Positives]
    "Sonst wächst dir vielleicht auch noch ein Schnabel.“
    So herzlos und zum ich-könnte-diese-elende-Drecksbratze-würgen dieser Kommentar auch ist: Er passt gut ins Gesamtbild, und auch die Bemerkung an sich ist ... "schön", ja, ist nicht der richtige Ausdruck. Aber es wirkt halt gut in den Kontext integriert und nicht so aufgesetzt, wie es manchmal in solchen Situationen der Fall ist.


    Umgebung
    Wieder einmal, wirklich wundervolle Beschreibungen, die du hier auf die Umgebung anwendest! Du vermengst Klänge, Düfte (die gern noch etwas mehr sein könnten, wenn es sich anbietet) und visuelle Wahrnehmung zu einem Ensemble, das den Wald regelrecht lebendig erscheinen lässt. Mach weiter so!


    Gefühle
    Ahhhh, wie man wieder mitleiden konnte! Du beschreibst Fulgors Gefühle so klar, gnadenlos, gut, dass einem das Herz zerreißt, wenn man die Qualn des jungen Hybriden mitverfolgt.
    Diese ganze Situation ist zwar fast schon klischeehaft (Außenseiter wird gequält und für etwas verantwortlich gemacht, an dem er eigentlich keine wirkliche Schuld trägt, keiner glaubt ihm), aber du setzt das so gekonnt um, dass selbst diese doch recht bekannte Konstellation in keinem Maße stört, sondern absolut glaubhaft rüberkommt.


    "Auch wenn er, um diese Oase des Glücks zu erreichen, erst eine Wüste aus Hass durchqueren musste."
    Oh, dieser Satz ist einfach wundervoll! ;_; So wortgewaltig, bedeutungsschwer, beladen mit Emotionen - und das in einem einzigen Satz, wahn-sinn!
    [subtab=Verbesserungsvorschläge/Anmerkungen]
    Pikachus und Fulgor
    Was du in Mitten deiner schönen Beschreibungen leider etwas vernachlässigt hast, sind die Pokémon in diesem Kapitel. Selbst "nebensächliche" Figuren wie das rattfratz oder die Fasasnob hätten ein klein wenig mehr Details vertragen können. Bei den Pikachu und Pichu hast du aber leider kein wirkliches Detail außer den Backen erwähnt, über einen langen Zeitraum jedenfalls nicht. Mir wird das auch oft gesagt ( :blush: ), also reiche ich diesen Rat an dich weiter: Versuche nicht, für eine pokémonorientierte Leserschaft zu schreiben, sondern stell dir eher vor, dass deine Geschichte Leute lesen, die sich das Ganze erst noch vorstellen müssen. Ich weiß, wenn man sich auskennt ist das nciht so einfach, aber naja x3
    Besonders Schade fand ich es aber bei Fulgor:
    "[...] der den Hybriden direkt am Rücken traf."
    Du bist auf seine körperlichen Merkmale in diesem Kapitel zuvor leider gar nicht eingegangen. Das solltest du bei der Einführung neuer Charaktere aber unbedingt berücksichtigen, denn auch, wenn alle Infos im Startpost stehen, sind gerade solche Beschreibungen sehr wichtig.


    "[...] denn Felias schoss mit einem Ruckzuckhieb nach vorne und warf Fulgor auf den Rücken. "
    "Rammte ihn mit ungeheurer Geschwindigkeit" o.Ä. wäre hier glaube ich passender gewesen, zumal es ja in deiner Welt keine Menschen gibt, die den Attacken Namen hätten geben können ;3


    "Mohn, Nelken und Angelonien bildeten ein kontrastreiches Bild."
    Seehr schön ... aber um es noch schöner zu machen, hättest du zumindest die Farben der Blumen nennen können^^
    [subtab=Fehlerteufel]

    Zitat

    [...] und suchte sein Heil in einer völlig auswegslosen Flucht.


    Zitat

    Die anderen Pokémon waren um einiges besser zu Fuß, als Fulgor.


    Zitat

    [...] Weißt du, ich verrate dir ein Geheimnis.“, Felias beugte sich zu dem vollkommen verängstigten Pokémon hinunter, [...]


    [Da nach der wörtlichen Rede ein neuer Satz beginnt, müsste es "[...]Geheimnis." Felias [...]" heißen.]


    Zitat

    „Aber das war doch keine Absicht", flüsterte er leise zu sich selbst [...]


    Zitat

    Wütend warf er den Kopf hin und her, als er könnte er so die Tränen abschütteln.


    Zitat

    Durch den leichten Strom war sein Spiegelbild verzerrt, [...]


    Zitat

    Wenn er einer von ihnen und normal wäre, würde er wohl dasselbe tun.


    [tab=Kapitel 2]
    [subtab=Positives]
    Nussknacker
    So tragisch, gefühlvoll und traurig die Stelle auch war, an der Fulgor (passende Namensgebung, btw) das Knacken der Nüsse durch die Pachirisu mit dem Brechen seiner Knochen assoziiert, auch ist: Es war ein unheimlich guter Vergleich, der gerade durch den Kontrast der fröhlichen, glücklichen Pachirisu und des verzweifelten Fulgor die ganze Situation widerspiegelt, sie noch tragischer und deutlicher hervorscheinen lässt.


    Namen
    Deine Namensgebungen sind sehr schön: Felias, Fulgor, Rhell und co., sie alle tragen Namen, die einen passenden, bisweilen angenehmen oder geheimnisvollen Klang haben. Und dabei wirken se nicht seltsam oder aufgesetzt und gestelzt, wie einem das leider leicht passieren kann. Super!


    "Ein Farbenspiel, als würde die ganze Welt in Flammen stehen."
    Hach, welch schöner Vergleich, und dazu eine tragische, farbenprächtige Analogie zu Fulgors misslicher Lage- deine FF steckt voller verborgener, bedeutsamer Stellen, Hut ab!


    Der Mittelpunktraum
    Dieser Raum klingt sehr schön gestaltet. Man kann ihn sich plastisch vorstellen, und du hast dir über die dargestellten Szenen scheinbar große Gedanken gemacht: Sie passen perfekt in die Umgebung und die Zeit, aus der sie vermutlich stamm. Hast du dir evtl. Bilder zur Inspiration angesehen?
    Mich erinnert der Raum auch ein wenig an "Unten am Fluss", sehr schön x3
    Auch die Sache mit dieser seltsamen Gottheit klingt höchst interessant - ich bin gespannt, ob sie noch einmal eine Rolle spirlen wird ...


    Ende
    Auch das Ende des Kapitels war auch tragische Weise wieder sehr schön. Du hast erneut bewiesen, wie schön du Gefühle umsetzen kannst und wie lebendig deine Beschreibungen meistens sind. Du lässt Bilder vor dem inneren Auge entstehen, die einen nicht mehr loslassen - jedes Kapitel ist eine Wonne, und man wundert sich, wie schnell es doch zuende ist!
    [subtab=Verbesserungsvorschläge/Anmerkungen]
    Blitz
    Hmmm, das ist nicht ganz so schön geworden. Attacken sollten - wie schon erwähnt - imo genauer auf ihre Gestalt und ihre Auswirkungen bezogen sein. Hier wird Blitz von dir leider nicht beschrieben - ein kleines "helles, aber kaum blendendes Licht endlud sich aus seinem Körper und schien auf die Umgebng niederzuprasseln und sich festzusetzen, sodass er den Weg sehen konnte" - weißt du, was ich meine? :3


    [subtab=Fehlerteufel]

    Zitat

    Er hatte seine ganze Kraft in einen mächtigen, blitzschnellen Stoß gelegt und die Beine Fulgors, unter sich begraben, […]


    Zitat

    Denkst du etwas, ich wüsste nicht, wofür solche langen Beine und kräftigen Klauen gut sind?


    [tab=Kapitel 3]
    [subtab=Positives] :pika:
    Moah, diese Zeichnung ist ja süß ... und auch schön durchdacht. Man hat das Gefühl, dass du dich sehr genau in deine Figuren hineinversetzt und ihnen auch außerhalb ihres Körpiers Formen verleihst, ihre Ängste, Hoffnungen, Wünsche zum Ausdruck bringst. Sag - darf ich versuchen, dieses Kinderbild mal zu zeichnen? :)


    Artras und Illia
    Das habe ich ja schonmafl erwähnt: Diese Namen sind so herrlich griechisch! Und das verleiht dem Ganzen wiederum einen so mystischen Klang, jedenfalls für mich, die mich diese Namen an die große Illias-Erzählung erinnern (Illia dürfte kkhar sein, Artras klingt wie eine Mischung aus dem Gott Ares und dem Vater zweier nicht unwichtiger Figuren im trojanischen Krieg, Atreus). Mit sowas kannst du mich immer packen^^


    Familie
    Dass du Fulgor nicht nur leiden lässt, sondern ihm auch einen wohligen Rückzugspunkt beschehrst, ist wirklich schön. Es gleicht das Ganze zwar nicht gerade aus, durchbricht aber die Aura aus Leid und Zorn ein wenig. Außerdem ist das in meinen Augen auch nötig: Hätte Fulgor gar niemanden, wäre es schon sehr seltsam, wenn er dann so lange beim Stamm geblieben wäre, bzw. es überhaupt gekonnt hätte.
    [subtab=Verbesserungsvorschläge/Anmerkungen]
    Uhm ... das ist mir ein wenig peinlich, aber mir fällt hier nichts ein zu diesem Kapitel. Aber das ist ja nichts Schlechtes ;)
    [subtab=Fehlerteufel]

    Zitat

    Artras und Illia waren seine Familie.


    [tab='Schlusswort','http://www.greenchu.de/sprites/icons/227.png']
    Mein Eindruck deiner FF lässt sich eigentlich am besten schildern, wenn ich gleich am Anfang beginne und dir von meinem ersten Eindruck berichte.
    Der Titel deiner FF zog mich an, also klickte ich interessiert darauf - und dann sah ich, um was es ging. Sorry, aber ich mag Hybride nicht - sie sehen meist so ziemlich willkürlich zusammengesetzt und unnatürlich aus ... ich mag sie einfach nicht als Grafiken x3
    Irgendwann, warum, weiß ich nicht mehr genau, dachte ich mir dann: 'Lies einfach mal rein.'
    Und weißt du was? Ich konnte die Geschichte seit dem nicht mehr loslassen. Dein Stil, die Emotionen, die Charaktere - faszinierend, ehrlich! Du bist ein super Beispiel dafür, wie man durch einen wundervollen Schreibstil absolut überzeugen kann!


    Achja, ich will natürlich auf die Benachrichtigungsliste ;3


    In Hoffnung auf baldige Fortsetzung,


    ~ Clio
    [/tabmenu]

  • Da ich nach viel zu langer Zeit nun endlich ein neues Kapitel veröffentlichen werde, ich mir aber gleichzeitig angewöhnen möchte, auf die vielen ausführlichen und tollen Kommentare in extra Postings einzugehen, kommt hier gleich einmal so eines. Vorab möchte ich all meinen Lesern für ihre vielen Vorschläge und Tipps danken, die mir wirklich helfen, Element Engagaement weiter zu verbessern. Dankeschön.
    [tabmenu][tab='@Sui']Dankeschön für deinen Kommentar, mein FF Brother *yeah, voll der Gangster Slang* xD
    Schön, wenn dir das Kapitel grundsätzlich gefallen hat. Es freut mich, dass die Illusion des Bildes die Atmosphöre etwas spannender gestalten konnte, denn genau das war eines der Ziele, die ich damit erreichen wollte. Schön das du der Meinung bist, mir wären die Gefühle während des Dialoges gelungen. Du hast Recht, ich hatte selber das Gefühl, an der ein oder anderen Stelle nicht genug auf Illia einzugehen, aber leider tu ich mich mit solchen Dialogen wirklich ziemlich viel.
    Auch das mit den Armen der Pikachu und Raichu stimmt natürlich. Ich muss mich noch daran gewöhnen, die Handlungen auch der Anatomie der Pokémon anzupassen, werde diesbezüglich aber mein bestes geben, um das weiter zu verbessern. Innerhalb dieses Kapitel werde ich das beizeiten etwas umschreiben, damit es mehr Sinn ergibt. Die Stelle in dem Dialog, die etwas unverständlich wirkt, werde ich auch nachbessern. Ein Hinweis darauf, wer jetzt eigentlich spricht ist an dieser Stelle wirklich nicht verkehrt.[/tab]
    [tab='@BlackLatias']Auch dir danke für den ausführlichen Kommentar. Zu dem Punkt, ob noch andere Religionen und Götter in der Geschichte eine Rolle spielen werden: Lass dich überraschen ;) . Schön, dass du das Gespräch für authentisch hälst. Ich tue mich mit solchen Dialogen immer ziemlich schwer und meist sind sie nicht sonderlich gut. Da muntert es mich natürlich ziemlich auf, wenn mir dies in diesem Kapitel doch gelungen zu sein scheint.
    Nachträglich ist mir auch aufgefallen, dass das mit dem Getragen werden wie Artras es beschreibt, so nicht funktioniert haben kann. Ich muss mich noch mehr darauf konzentrieren, die Anatomie der Pokémon auch mit einzubeziehen und werde diese Erklärung dementsprechend beizeiten etwas umschreiben.
    Die Namen haben in diesem Fall leider keine Bedeutung, sie sind mir einfach so in den Sinn gekommen.
    Wie du richtig sagst, habe ich manchmal "es" anstatt "er" benutzt wenn im vorherigen Satz von "Raichu" die Rede war. Inzwischen bin ich aber auch eher dafür, bei dem "er" zu bleiben und danke dir dafür, dass du mich darauf hingewiesen hast.[/tab]
    [tab='@Clio']Ein neuer Leser, schön. Wir hatten ja schon ein bisschen per PN gesprochen. Auch dir möchte ich natürlich für den Kommentar danken. Es freut mich, dass dich meine FF so fesselt.
    Vor allem die Punkte, die du zu dem Startpost erwähnt hast, werde ich mir zu Herzen nehmen bzw. habe da schon einiges verändert. Der Header und der Klappentext spoilern wirklich etwas zu sehr und eigentlich möchte ich ja nicht zu viel vorweg nehmen.
    Mit den Beschreibungen von Pokémon tue ich mich immer furchtbar schwer. Mir wird das ständig gesagt, aber ich muss noch lernen, das wirklich richtig umsetzen zu können. Aber da ich demnächst sowieso die Kapitel etwas überarbeiten möchte, werde ich mich diesem Punkt dann auch gleich widmen.
    Bei der Beschreibung des Mittelpunktes der Höhle habe ich mich ein wenig von dem Roman "Der Stein von Duncton" inspirieren lassen. Da geht es um Maulwürfe, die ebenfalls in einem Komplex aus Bauen leben der einen solchen Mittelpunkt hat.
    Danke, dass du mich darauf hingewiesen hast, die Attacken genauer zu beschreiben. Ich weiß gar nicht genau, warum ich nur stumpf die Namen für diese genannt habe, anstatt näher auf sie einzugehen ?( Das werde ich bei der Überarbeitung der Kapitel ebenfalls verbessern und in den noch folgenden Kapiteln mich gleich lieber auf Beschreibungen, als auf nichtssagende Namen stützen.

    Sag - darf ich versuchen, dieses Kinderbild mal zu zeichnen?


    Bitte sehr gern. Da würde ich mich sogar sehr freuen. Ich kann leider überhaupt nicht zeichen, sondern würde ich ständig irgendwelche Szenen aus meiner und anderen FFs auch "in Farbe" zu Papier bringen. :(  
    Und die Sache mit den Namen wird mir jetzt ja langsam schon etwas peinlich. Was da alles hinein interpretiert werde kann, soweit habe ich doch gar nicht gedacht xD


    Ich freue mich, dass dir die Geschichte so gut gefällt und danke für das viele Lob. Ich hoffe, ich enttäusche deine Erwartungen mit den nächsten Kapiteln nicht. [/tab][/tabmenu]


  • Warnung: Im folgenden Kapitel wird es zu gewalttätigen Szenen kommen, die den ein oder anderen Leser verstören könnten. Ich rate empfindlichen Lesern daher dazu, sich lediglich die Zusammenfassung im Startpost dieses Kapitels durchzulesen. Um der Handlung weiter folgen zu können ist dies ausreichend.


    Kapitel 4
    Mörder



    Ein Kind nun tot
    O schreiet Wut
    Ein Bild sich bot
    Umrahmt mit Blut


    - Detlef Maischak


    Fulgor atmete herzhaft ein und spürte, wie die reine, kühle Luft in seinen Rachen strömte und dann irgendwo in den Tiefen seines Körpers verschwand. Er stellte sich vor, wie sie sich in ihm ausbreitete und sein Innenleben zuletzt komplett ausfüllte, ein Netz um Organe, Muskeln, Arterien und Venen spann.
    Irgendwo, weit in der Ferne, schoben sich bereits die ersten Sonnenstrahlen an den Rande des Horizonts, sodass der Himmel in einem leicht fliederfarbenen Ton schimmerte. Der Anblick hatte eine seltsame Schönheit und wirkte zugleich kränklich, als hätte die Welt Fieber und ihre Stirn sich durch die innere Hitze leicht verfärbt. Die Zeit lief Fulgor davon und er hatte das Gefühl, auf der Stelle zu treten.
    Die ganze Nacht über war es ihm nicht gelungen, Schlaf zu finden. Egal, wie oft er sich auf seinem Bett aus Laub gewälzt und woran er auch gedacht hatte, es hatte einfach keine Ruhe in seinen Körper, seinen Kopf und seine Seele einkehren wollen. Immer wieder hatte er sich dabei ertappt, wie er über Artras Worte nachsann. Nein, er hatte noch nie ausprobiert zu fliegen. Sollte er es tun? Könnte es vielleicht sogar Vorteile haben, seine Vision, vor Felias und den anderen konfliktfreudigen Elektromäusen zu fliehen, dadurch Wirklichkeit werden? Oder würde er ihnen damit nur in die Hände spielen, sich endgültig zu einem Außenseiter machen ohne jede Chance, diesen Fehler wieder zu korrigieren? Bisher hatte er immer versuchte, seine Flügel zu verstecken, klappte sie meist nicht einmal dann aus, wenn dies für seine Balance eigentlich dringend notwendig gewesen wäre. Fulgor hoffte so, zusätzlichen Spott zu vermeiden. Doch wenn er genauer darüber nachdachte, hatte dieses Verhalten schon oft dazu geführt, dass die anderen ihn bei einer ihrer Hetzjagden hatten einholen können. Außerdem war es wohl kaum möglich, ihn noch weiter zu erniedrigen. Sie beleidigten und schlugen ihn, verachteten ihn für seine bloße Existenz und ließen ihm nicht den Hauch einer Chance, sich selbst zu beweisen oder sich zumindest zu integrieren.
    Fulgor war noch tiefer in sich gegangen, tiefer als jemals zuvor. Ihm war bewusst geworden, dass seine Gefühle, seine Seele, sein gesamtes Ich wie eine Schlucht waren. Niemals zuvor hatte er ihren Boden sehen können, nur die spitzen Felsen, die aus den Wänden ragten, nur den Hass, den er von den anderen Stammesmitgliedern erfuhr. Es gab keinen Weg, den Grund zu erreichen. Fulgor konnte die steilen Hänge nicht hinab klettern, dafür waren seine Arme zu kurz, seine Füße zu lang. Aber wenn er seine Flügel ausbreitete, würde er hinab gleiten können, ohne zu fallen, ohne am Boden zu zerschmettern. Und genau das hatte er getan. Fulgor hatte gewagt, die tiefsten Tiefen seines Seins auszuloten, obwohl die Überwindung, die es ihn gekostet hatte, kaum größer hätte sein können. Als das junge Pikachu schließlich am Grund der Schlucht seiner Seele gelandet war und die kalte Erde unter seinen Füßen gespürt hatte, blitzte ihm aus all den winzigen, blank polierten Kieselsteinen die Erkenntnis entgegen wie die Strahlen der aufgehenden Sonne, die eine schier unendlich lange Nacht beenden. Nicht die Abneigung von Felias und Michos oder die Sorge um Illia und Artras waren es, die so schwer auf seinen Schultern lasteten, als wäre er Atlas selbst. In all den Jahren voller Schmerz und Trauer hatte Fulgor nie wirklich darüber nachgedacht, wie er sich selbst sah. Er hatte keine Chance den anderen zu beweisen, dass er zwar einzigartig, aber trotzdem gut und auf keinen Fall gefährlich war, weil er selbst nicht daran glaubte. Seine Flügel versteckte er nicht nur so gut es ging, um den anderen keine Angriffsfläche zu bieten, sondern vor allem, um die Wirkung der ausgebreiteten Schwingen nicht spüren zu müssen und ihnen so wenig wie möglich gewahr zu werden. Wenn die anderen ihn mit Fäusten und Worten misshandelten, verabscheute er nicht sie, sondern sich selbst. Stolperte er über einen der Steine, die ein Pikachu ihm in den Weg geworfen hatte, verfluchte er nicht diese Tat, sondern seine viel zu langen Beine. Und wenn Felias ihn höhnisch grinsend als Monster betitelte, flossen Fulgors Tränen nicht in Anbetracht der Lüge, sondern wegen der vermeintlichen Wahrheit dieses kleinen, scharfen Wortes.
    Die Wahrheit war so entsetzlich, dass sie Fulgors abgekühltes Herz kurz zu Eis gefrieren ließ und doch auch so befreiend, dass sie es fast zeitgleich wieder auftaute und wärmte: Den größten und ehrlichsten Hass brachte er sich selbst entgegen. Er verabscheute sich selbst so abgrundtief, dass für ein jedes anderes Gefühl kaum noch Platz blieb. Doch jetzt, wo ihm dies bewusst geworden war, konnte er alles ändern. Wenn es ihm gelingen würde, einen Fluss aus Selbstvertrauen durch diesen vertrockneten Boden fließen zu lassen, würden Pflanzen wachsen können. Efeu würde die steilen Felswände hinaufklettern und sich um die spitzen Felsformationen schlingen, sie überdecken und die ganze Schlucht in einen tiefgrünen Glanz tauchen. Fulgors Seele könnte geheilt und wieder lebendig werden. Doch nur er selbst konnte diesen Heilungsprozess beginnen lassen, der seine letzte Chance auf ein glückliches Leben war.
    So hatte sich Fulgor, von seinen eigenen Gedanken angespornt und voller Zuversicht, einige Stunden zuvor heimlich aus der Sicherheit seines Zuhauses geschlichen. Der Zeitpunkt war perfekt gewesen, zu spät für die Jäger der Nacht, die schon satt oder zumindest müde und erschöpft waren, und zu früh für jene Schreckgestalten, die des Tags nach dem Blut und Fleisch eines jungen Pikachu dürsteten. Außerdem schliefen auch alle Stammesmitglieder noch tief und fest. Fulgor hatte ihr Murren und Gurren vernehmen können, als er durch die labyrinthartigen Gänge des Höhlenkomplexes gehuscht war. Jedes Mal, wenn er mit seinen Füßen gegen einen kleinen Stein gestoßen und ein leises Klackern von den Wänden widergehallt war, war das junge Pikachu wie zur Salzsäure erstarrt und hatte mit wild zuckenden Ohren versucht herauszufinden, ob möglicherweise irgendjemand aufgewacht war. Letztendlich war seine Sorge jedoch unbegründet gewesen. Ohne Zwischenfälle hatte Fulgor den Höhleneingang erreicht und sich nach Westen gewandt, schnellen Schrittes dem Verlauf der steilen Felswand folgend, die das Heim der Elektromäuse so gut vor Feinden schützte. Nach einigen hundert Metern fiel die schroffe Wand ab und wurde ebener, sodass sich Fulgor letztlich auf einen recht großen Vorsprung hatte hieven können. Tiefgrünes Moos und Flechten in den kräftigsten Farben bedeckten kleine Steine und große Felsen, die aus der hoch in dem Himmel reichenden Felswand ragten.
    Über Fulgor hatten die Sterne geschimmert und der fast volle Mond sich in milchweißer Pracht präsentiert, als er zitternd seine Flügel ausgebreitet und erste Flugversuche unternommen hatte. Ohne Plan und in der Hoffnung, irgendwelche Instinkte in sich wecken zu können war er auf den Rand des Vorsprungs zu gerannt, gesprungen und wie ein Stein zu Boden gefallen. Immer wieder hatte er diese Prozedur wiederholt, nun schon seit Stunden, doch ein Erfolg hatte sich nicht einstellen wollen.
    So stand Fulgor immer noch auf dem Vorsprung und glaubte, die klare Morgenluft in seinem Körper zirkulieren zu spüren, als wäre sie mit seinem Blut verschmolzen und würde nun seine Adern erfüllen und erleichtern. Aus dem Augenwinkel bemerkte er ein Taubsi, dass durch sein braunes Gefieder und seine wenig imposante Größe eher unbedeutend wirkte. Und doch war es ungemein elegant und ohne Zweifel talentiert, so routiniert glitt es durch die Lüfte, zunächst knapp über dem Boden nur um kurz bevor es mit der Klippe kollidierte mit wenigen Flügelschlägen an Höhe zu gewinnen und sich letztendlich in Richtung Wolken zu schrauben, wo es mit einem anderen Taubsi aufeinander prallte und sich in ein wildes Gefecht verwickeln ließ. Zweifellos um das Weibchen zu beeindrucken, das auf einem Felsen saß, sich mit seinen rosafarbenen Krallen an dem Stein festkrallte und die Szene aus ruhigen, haselnussbraunen Augen beobachtete, während heraus gerissene Federn zu Boden schwebten. Fulgor fing eine von ihnen auf und fuhr mit seiner Pfote gegen den Strich, sodass die feinen Federäste bald nicht mehr in ihrer ursprünglichen Position lagen und das zuvor so glatt wirkende Gebilde vollkommen zerzaust ausschaute.
    Die beiden Taubsi kämpften weiterhin verbittert und unter lautem Gezeter. Sie schienen in der Luft zu einem einzigen Ball aus Federn zu verschmelzen, wenn sie sich ineinander verhackten und dennoch nicht abstürzten. Fulgor war fasziniert, wie ein Kampf trotz solch brachialer Gewalt so elegant und leichtfüßig wirken konnte, als würden die beiden Kontrahenten miteinander tanzen. Ein leichter Hauch von Blut drang an die empfindliche Nase des Pikachu. Der unverkennbare Mix aus süßen und schweren Duftstoffen wirkte wie ein aromatisches Gewürz, dass das Bild der anmutigen Auseinandersetzung perfektionierte. Fulgor konnte kaum den Blick davon abwenden und beobachtete mit einem Hauch von Neid die Flugkünste der kleinen Himmelsstürmer, die nun ab und zu Distanz voneinander nahmen, ihre Kraftreserven mobilisierten und dann erneut mit ausgestreckten Krallen und weit aufgerissenen Schnäbeln aufeinander prallten. Die Luft war erfüllt von ihrem schrillen Kreischen, kein anderes Geräusch drang an die Ohren des jungen Pikachu und einen Moment lang glaubte er, die ganze Welt müsse sich doch um dieses Schauspiel drehen, selbst Tonumen die tapferen Kämpfer dabei beobachten. Doch fast gleichzeitig erkannte er, dass dem nicht so war. Was er hier so mitfiebernd beobachtete war der Alltag der Natur, der müde immer gleiche Trott des Lebens und für die Welt und ihre Bewohner machte es kaum einen Unterschied, welcher der beiden Kontrahenten siegreich aus dieser nicht erwähnenswerten Streiterei hervorgehen würde. Einzig die beiden funkensprühenden Vogelpokémon und das Weibchen, dem sie zu imponieren versuchten, würden sich vielleicht einige Tage an dieses Ereignis erinnern, bevor das Männchen, das sich den Sieg zuvor doch noch so hart erkämpft hatte, weiter ziehen würde, weil dies in der Natur der Taubsi lag.
    Ein schriller, markerschütternder Schrei beendete Fulgors Überlegungen abrupt. Das bedrohliche Geräusch weitete sich auf seine Muskeln aus und ließ sie erzittern wie Schall eine Wasseroberfläche. Ruckartig riss er den Kopf herum und versuchte, die Quelle des Kreischens ausfindig zu machen. Es dauerte kaum einen Lidschlag, bis er sie entdeckte. Wo bis vor einer Sekunde noch das Taubsi Weibchen wie eine Königin gethront und ihre tapferen Ritter bei dem kämpferischen Schauspiel beobachtet hatte, erkannte man nun nur noch einen Berg aus langen, glatten und kurzen, daunenartigen Federn. Fulgor konnte sie erst bei genauerer Betrachtung zwei großen Schwingen zuordnen, die wild durch die Luft schlugen, um die Balance ihres Trägers aufrecht zu erhalten, bis es ihm endgültig gelungen war mithilfe seiner kräftig ausgebildeten, krallenbewehrten Füße Halt auf dem Felsen zu finden. Kaum war dies geschehen, wurden die wilden, fast unkontrolliert wirkenden Bewegungen langsamer und zuletzt legten sich die Flügel gehorsam an den Rücken ihres Besitzers. Schaudernd beobachtete Fulgor, wie sich der lange, dürre Hals des Pokémon bewegte und es den Kopf mit der Ruhe eines routinierten Mörders in seine Richtung drehte. Die gelben Augen eines Dämons blitzten dem jungen Pikachu entgegen, von der Spitze des schmalen, krummen Schnabels löste sich ein Tropfen Blut und fiel schwer zu Boden. Ibitak wie dieses waren gefürchtete Jäger, blitzschnell, zielsicher und vor allen Dingen gnadenlos. Ein tiefroter Hahnenkamm zierte das Haupt des Räubers wie eine Krone. Es war der neue König, die vorherige Regentin gestürzt. Das verzweifelte Rufen des Taubsi war verstummt und ihre beiden Bewerber hatten schon vor einer gefühlten Ewigkeit voneinander abgelassen und ihr Heil in der Flucht gesucht, ihre Geliebte dem Teufel überlassend.
    Die Welt war in Schweigen gehüllt, Zeit hatte jegliche Bedeutung und all seine Konsistenz verloren. Fulgor erblickte den leblosen Körper des taubenähnlichen Pokémon unter dem des sehr viel größeren Ibitaks, das inzwischen das kurz aufgeblitzte Interesse an dem Hybriden bereits wieder verloren hatte und die Schwingen ausbreitete. Noch während es sich in die Lüfte schwang, griffen die mächtigen Klauen nach der erlegten Beute und als hätten sie nie existiert, verschwanden Jäger und Erlegte in der Ferne, ihre Silhouetten von dem nunmehr lilafarbenen Schimmer der immer näher rückenden Sonnenstrahlen schaurig ummalt.
    Nur langsam kehrten die Empfindungen in Fulgors Körper zurück und erweckten ihn aus seiner Starre. Er war dem Tod so nah gewesen wie nie zuvor, Mörder und Opfer nur wenige Schritte von ihm entfernt. Doch nun, nach nur wenigen Augenblicken, war nichts mehr davon übrig, kein Weinen, Schreien, keine Verzweiflung meldeten sich als Zeugen zu Wort. Lediglich ein leichter Hauch von Blut lag noch in der Luft wie Dunst, der die Sinne des Pikachu ein weiteres Mal benebelte. Die Welt und all ihre Geschöpfe waren emotionslose Egoisten ohne jegliches Interesse an dem Leid oder Erfolg eines anderen. Sie waren stets nur mit sich selbst beschäftigt, erhielten ihren traurigen Alltag ums Überleben aufrecht und widmeten sich nur dann anderen Lebewesen, wenn diese mit ihnen selbst auf irgendeine Art und Weise verknüpft waren. Fulgor bemerkte, dass er immer noch die Feder des Taubsi fest umkrallt in der Hand hielt. Zittrig blickte er sie an und betrachtete dann sein eigenes Federkleid. Er hatte sicher weniger Federn als ein Taubsi, doch waren seine um einiges länger und wirkten sehr viel kräftiger. Ihre rote Farbe schien eine Warnung zu sein. Aber was für eine? Wo war Fulgors Platz in diesem Spiel, das sich Leben nannte? War er Räuber oder Beute? Musste er sein Überleben sichern, indem er in die Offensive ging? Oder war es seine Bestimmung, sich zu verteidigen?
    Er fühlte sich übermannt von der Situation, die er beobachtete hatte und bedrängt von den Gedanken, die ihm durch den Kopf schossen und die der Existenz allen Lebens einen bitteren Beigeschmack verliehen. Warum versuchte er selbst seid er Denken konnte, sich mit den anderen Stammesmitgliedern gut zu stellen, wenn dies doch nichts daran änderte, wie schnell die Welt sich drehte, wenn es doch nicht einmal die kleinste Auswirkung auf irgendetwas haben würde, außer auf ihn selbst? Die Antwort war denkbar einfach, doch erschütterte sie Fulgors Vertrauen in sich selbst zutiefst. Er war genauso ein Egoist wie alle anderen auch. Eigentlich hatte er sich immer für hilfsbereit und freundlich, sozial eingestellt, gehalten, doch waren guten Taten nicht nur eine Form von Heuchlerei, um sich selbst auf die eine oder andere Art Vorteile zu verschaffen?
    Er hatte das Fliegen wirklich lernen wollen, doch nun war sich Fulgor nicht mehr sicher, was für einen Sinn das haben sollte. Was waren es für Vorteile, die er sich dadurch erhoffte und würden sie wirklich so viel wiegen, dass sie irgendetwas ändern könnten? Es war egal, ob und wie er existierte und es wäre viel einfacher, das Schicksal auf sich zukommen zu lassen, statt sich gegen es aufzulehnen und mit Schweiß und Tränen um ein besseres Leben zu kämpfen, das möglicherweise gar kein besseres sein würde.
    Die ersten Strahlen der Sonne schoben sich über den Rand des Horizontes und von einer Sekunde auf die nächste waren der Wald, die Felsen, der Vorsprung in ein warmes Meer aus Orange-, und Rottönen getaucht. Fulgor sah sich plötzlich einer unglaublichen Aussicht gegenüber, die er in dem dämmrigen Licht das zuvor geherrscht hatte so nicht hatte erkennen können. Die Bäume des Waldes blühten in ihrer ganzen Pracht und reichten hoch in den Himmel, nur überragt von der Klippe, die Fulgor Rückendeckung zu geben schien. Wo sich fliegende Pokémon aus den Baumkronen in die Lüfte schwangen wirkte es, als würden sich bunte Farbtropfen aus dem grünen Gemälde lösen und entgegen allen Gesetzen der Schwerkraft handeln, um die weißen Wolken des Himmels, die so viele verschiedene Formen annahmen, einzufärben. Die Luft war von Geräuschen und Düften, von Leben erfüllt und es überdeckte den Geruch des Todes, sodass das junge Pikachu bald vergeblich nach dem stechenden Aroma des Blutes suchte.
    Vielleicht war es tatsächlich so, dass er und alles Lebendige egoistisch waren und ganz sicher würde seine Freude am Weltenverlauf genauso wenig irgendetwas verändern, wie sein Leid. Doch als Fulgor es überall um sich herum und auch in sich spürte, da wurde ihm bewusst, warum er sich dem Schicksal entgegenstemmen wollte: Er wollte leben. So gut und sicher, so erfüllt, wie es ihm nur irgend möglich war. Er war es satt, immer nur zu rennen, immer nur zu leiden und zu trauern. Es war Zeit, wahrhaftig zu leben. Und Fulgor würde jetzt und keinen Tag, keine Stunde, keine Sekunde später den ersten Schritt dazu tun. Da jeder für sich selbst lebte, hatte er keine Hilfe zu erwarten, kein Zeichen eines allmächtigen Gottes, wie er dies zu bewerkstelligen hatte. Er musste es ganz alleine schaffen. Und es würde ihm gelingen. Auch wenn ihm nicht viel Zeit blieb, bis die Sonne hoch am Himmel stehen und die Tagaktiven endgültig geweckt würden. Den ersten Schritt würde er jetzt tun, egal ob er nun kurz oder weit ausfallen würde.
    Fulgor öffnete seine Hand und entließ die Feder des Taubsi, die sogleich von einem Windzug erfasst und fortgetragen wurde, vielleicht um ihrem Besitzer zu folgen. Fast zeitgleich stieß er sich mit seinen Beinen vom Boden ab und spürte dabei erstmals das beeindruckend kräftige Spiel der weit verzweigten Muskeln in diesen. Er konzentrierte sich auf seine Schwingen und wies sie an, durch die Luft zu schlagen und das Gewicht seines Körpers irgendwie anzuheben. Es gelang ihm nicht. Fulgor kam es immer lächerlicher vor, hoch zu springen und dabei wie wild mit den Flügeln zu schlagen, obwohl es scheinbar überhaupt nichts brachte. Er konnte sich kaum eine Sekunde in der Luft halten, geschweige denn höher steigen. Seine Beine schmerzten und er hatte das Gefühl, die Muskeln in seinen Flügeln hätten sich verkrampft. Jeder warme Strahl der gnadenlos höher schwebenden Sonne, der den Körper Fulgors erreichte, schien seine Entschlossenheit zu schmelzen bis sie nichts weiter war, als eine blasse Erinnerung. Möglicherweise war er gar nicht in der Lage dazu, zu fliegen. Vielleicht war sein Leib doch zu schwer, um von seinen Flügeln getragen zu werden und sie somit nichts weiter als ein unliebsames Paar Anhängsel. Wütend über diesen offensichtlichen Fauxpas der Natur ballte Fulgor die Hände zu Fäusten und drückte so fest zu, dass die gut durchbluteten Adern selbst durch das sonnengelbe Fell leicht bläulich hindurch schimmerten. Er wollte schreien vor Kummer, sich auf dem Boden wälzen auf weinen wie ein blutjunges Pichu. Stattdessen straffte er seine Schultern und versuchte es noch einmal, dieses Mal mit Anlauf. Doch wie schon bei seinen ersten Versuchen, fiel Fulgor nur anstatt zu fliegen. Mit jedem weiteren Fehlschlag wuchsen die Befürchtungen in ihm wie ein todbringender Tumor, der auch das letzte Quäntchen Hoffnung überwucherte. Doch er wollte sich nicht eingestehen, dass nun auch sein letzter Plan zum Scheitern verdammt war. Voller Verzweiflung rannte Fulgor immer wieder, immer schneller auf den Rand des Vorsprungs zu und stieß sich mit seinen kräftigen Beinen vom Boden ab. Plötzlich spürte er einen warmen Windzug zwischen seinen Zehen. Der Luftstrom glitt durch sie hindurch und streifte seinen Rücken. Ohne sich wirklich darüber im Klaren zu sein, warum er so handelte, riss er beide Schwingen nach hinten. Mit einem Mal wurden ihm all die Winde um ihn herum bewusst. Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie ihm entgegen und strichen über seinen Körper. Überrascht bemerkte Fulgor, dass sie in Wirbeln um seine Flügel zu fließen schienen, schneller ober-, als unterhalb. Kraftvoll schlug er mit ihnen, einmal, zweimal und blickte zur Erde, die sich immer weiter entfernte. Plötzlich explodierte pure Panik in Fulgors Brustkorb und sein Herz begann schnell zu trommeln, als wollte es die Gitter seines Gefängnisses durchbrechen und aus dem Körper des jungen Pikachu fliehen, der sich nun in akuter Lebensgefahr befand. Wenn er abstürzte, würde er sich alle Knochen brechen, wahrscheinlich würde er den Aufprall nicht einmal überleben. Wie hatte er nur denken können, sich einfach so in die Luft schwingen und fliegen zu können, als sei er ein Vogelpokémon?
    Fulgor schloss die Augen und versperrte sich selbst den Anblick auf die Welt aus dieser vollkommen neuen Perspektive. Er wünschte sich zurück auf den Boden und zurück in sein Bett. Vielleicht träumte er nur und Illia würde ihn gleich sanft flüsternd wecken. Möglicherweise war er schon erwacht und konnte Traum und Wirklichkeit nicht auseinander halten. Wenn es nicht so wäre, wäre er sicher schon längst abgestürzt. Um sich selbst endgültig aus diesem Alptraum zu reißen, öffnete er vorsichtig seine Lider und erstarrte, nicht aus Angst, sondern aus Ehrfurcht. Unter ihm lagen die weit entfernte Erde, der Vorsprung und die Felsen, die näher gerückt zu scheinenden Baumkronen. Sie alle sahen so anders aus, erstrahlten plötzlich noch viel intensiver in dem Licht der Sonne. Die Welt hier oben war still, fast gänzlich ungestört. Nur leise drangen die Geräusche der beschäftigten Erdenbewohner an Fulgors empfindliche Ohren. In eleganten Kontrast zu diesen stand der Wind, der scheinbar ein Lied zu singen schien, wenn er durch das Fell des jungen Pikachu strich und ihn streichelte. In diesen Gesang mischte sich plötzlich ein ganzer Chor, als ein Schwarm von fröhlich trällernden Fasasnob nah an ihm vorbei flog. Die langen, magentafarbenen Kopffedern der Männchen wehten majestätisch hinter ihnen und umspielten das unscheinbar grau gefärbte Gefieder der Weibchen, das dadurch einen seltsamen Glanz erhielt. Wohl durch die leicht veränderte Atmosphäre in dieser erhöhten Schicht der Welt klangen ihren Stimmen noch um einiges verzaubernder, als sie es schon in den Tiefen des Waldes zu tun pflegten. Fulgor verspürte das Bedürfnis diesen wundersamen Geschöpfen, die er nun noch einmal auf eine völlig neue Art kennenlernte, zu folgen. Von all der reinen Schönheit um ihn herum wie betäubt, verlangsamte er seine wilden Flügelschläge und verlagerte sein Gewicht, bis sich sein Körper in einer leichten Schräglage befand. Mit wenigen, kräftigen Schlägen seiner Schwingen brachte er sich in Bewegung, glitt von einer Luftströmung zur nächsten und verfolgte die Fasasnob in gemächlichem Tempo. Es schien ihm fast so, als hätte er schon immer hier oben gelebt. Die Kunst des Fliegens schien stets in ihm geschlummert zu haben und nun hatte er sie wieder gefunden. Es war so viel einfacher, durch das helle Blau des Himmels zu gleiten, als über die dreckige Erde zu stolpern. Fulgor kam der Gedanke, dass er vielleicht gar kein Pikachu, sondern ein Panzaeron war, viel zu lange gehalten von den Fesseln der Schwerkraft. Doch diese waren nun endgültig zerrissen, der Sieg war sein und er wollte ihn vollends auskosten. So ließ er von den Fasasnob ab, als sie elegant zum Landung ansetzten und versuchte stattdessen, sich hoch in den Himmel, mitten in die Wolken zu schrauben. Fulgor legte seine Flügel an und verfehlte eine Luftströmung. Erschrocken registrierte er, dass er in rasender Geschwindigkeit gen Boden segelte. Mit den Armen rudernd, als könnte dies den Sturz abbremsen, breitete er die Schwingen wieder aus und konnte durch wildes Flügelschlagen die Situation unter Kontrolle bringen. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn und der stoßweise aus seinem Rachen schießende Atem hinterließ winzige Wölkchen in der Luft. Scheinbar war er doch nicht so ein großes Naturtalent, wie er zunächst angenommen hatte. Er nahm sich vor, vorsichtiger zu sein und brachte sich anstatt mit einem weiteren waghalsigem Manöver nun lieber mit sanften Flügelschlägen den Wolken näher. Sie lockten ihn mit ihrer sanften, simplen Schönheit und so merkte der junge Hybrid nicht einmal, wie weit er den Erdboden unter sich zurück ließ. Trotzdem konnte er die weißen Wunder nicht erreichen. Sie schienen sich immer weiter zurückzuziehen, als wollten sie ihn necken und ihm nur zum Schein die Chance geben, sie möglicherweise irgendwann berühren zu können. Tranceartig streckte Fulgor die Hand nach ihnen aus und schlug schneller mit den Flügeln, um die Wolken doch noch einzuholen. Mit jedem weiteren Meter, den er zurücklegte, schmerzten die Muskeln in seinen Flügeln mehr. Kalte, sauerstoffarme Luft ließ ihn kurzatmig werden und seine Lunge glühen. Blinzelnd und seiner Kräfte fast vollends beraubt gab er die Jagd schließlich enttäuscht auf und ließ sich mit ausgebreiteten Schwingen wieder hinab gleiten. Obwohl Fulgor nichts lieber wollte, als die Ewigkeit in den Weiten des Himmels zu verbringen spürte er doch, dass er sich nicht mehr lange oben würde halten können. Mit den Augen suchte er den Vorsprung, von dem aus er gestartet war und flog in seine Richtung. Er wurde wieder nervöser, weil er auf die kalte Erde zurückkehren musste und nicht einmal wusste, wie genau er überhaupt sicher dort landen könnte. Stetig weiter wuchs seine Sorge, möglicherweise nicht unbeschädigt nach Hause zurückzukehren. Fulgor hatte nicht den Hauch einer Idee, wie er die Landung am besten angehen sollte. Er erinnerte sich an das Ibitak das trotz der hohen Geschwindigkeit, den sein Überraschungsangriff mitgebracht hatte, unversehrt Halt auf dem Felsen gefunden hatte. Das Bild des großen Vogelpokémon hatte er noch zu gut im Kopf. Vielleicht konnte er es einem solchen Meister gleich tun. Allmählich versuchte Fulgor, seine Beine vor seinen Körper zu schieben. Er brachte seine Flügel in die Waagerechte und versuchte, auf den Vorsprung hinab zu schweben. Seine Brust schwellte vor Stolz an und er lachte voller Freude und Leichtigkeit, als er bemerkte das sein Plan aufzugehen schien. Ihm wurde bewusst, dass sein erster Flug gelungen war. Sein erster Schritt in ein neues, besseres Leben hatte sich als ein großer Sprung heraus gestellt. Fulgor hatte es geschafft. Wie lange hat er das Gefühl des Glücklichseins missen müssen? Nun war es zurückgekehrt und mit ihm all sein Lebensmut. Diese Beine, diese Flügel, ja sein ganzes Selbst, waren ein Geschenk des Himmels, das Fulgor ebendiesem näher brachte. Er war ein Narr gewesen, sich von den Lügen der anderen Stammesmitglieder einwickeln zu lassen und sie verflucht zu haben.
    Sein freudiges Lachen wollte einfach nicht verstummen. Es hatte seine Quelle tief in dem Herzen des jungen Pikachu, quoll von dort in seine Blutbahnen, die den gesamten Organismus mit reiner Freude versorgten, bis es letztendlich aus seinem Mund strömte und alles Negative mit hinaus spülte. Die Angst vor Felias, der Hass auf sich selbst, die Trauer um seine Familie waren in diesem Augenblick nicht mehr existent. Fulgor war gereinigt und das Mittel dieser Reinigung waren jene Teile seines Körpers gewesen, die er immer so sehr verabscheut hatte. Nun konnte er sich endlich aus ganzem Herzen lieben. Freudentränen stiegen in seine Augen und wurden von dem sanften Wind durch die Lüfte geweht, bevor sie zu Boden fielen und dort die Erde tränkten. Auch Fulgor würde bald landen, der Vorsprung war nur noch wenige Meter entfernt.
    „Danke!“, rief lachend er aus, an das Leben selbst gerichtet, „Dankeschön!“
    Plötzlich durchfuhr ein sengender Schmerz seinen Körper. Das freudige Lachen endete in einem Gurgeln, als seine Muskeln wild zu zucken begannen und seine Flügel unkontrollierbar wurden. Fulgor kannte dieses Gefühl, doch er wollte es nicht wahrhaben, konnte nicht verstehen, warum man ihm diesen magischen Moment geraubt hatte. Nicht mehr in der Lage, sanft auf dem Erdboden zu landen, stürzte er ihm entgegen und prallte, mit dem Bauch zuerst, unsanft auf dem harten Gestein des Felsvorsprungs auf. Er spürte warmes Blut an seinem linken Arm hinab rinnen und schmeckte selbiges und Erde in seinem Mund.
    „Habt ihr die Bruchlandung gesehen? Unser Vögelchen hätte sich wohl noch ein paar mehr Flugstunden bei Mama nehmen sollen!“
    Die höhnische Stimme und das folgende Gelächter durchfuhren Fulgor intensiver als jeder Schmerz. Er brachte sich zuerst in eine sitzende, dann hockende Position, um sich schließlich langsam aufzurichten und seinen Kopf diesem Dämon namens Felias zuzuwenden. Aus dessen Wangen sprühten noch immer Funken, eine Folge des elektrischen Blitzes, mit dem er Fulgor vom Himmel geholt hatte. Aus irren Augen blickte ihn sein ewiger Rivale an. Fulgor musste an das Ibitak denken, das ihn mit seinem Blick fixiert hatte. Vielleicht waren es nicht die typischen Augen eines Jägers, sondern die eines Monsters gewesen.
    „Du hast dir doch hoffentlich nicht weh getan, oder Monster?“, Felias machte einen Schritt auf den Hybriden zu und ließ drohend eine große Salve Funken aus seinen roten Wangen sprühen. Die elektrische Ladung stellte sein Fell auf, zerzauste es auf grausige Art und Weise. Die Grimassen der anderen vier Pikachu gaben ihm Rückendeckung.
    „Warum bist du denn nicht etwas vorsichtiger gelandet?“
    Fulgor biss sich auf die blutende Lippe.
    „Ich meine, du bist doch ein Vogel.“
    Dies hätte sein Augenblick werden sollen.
    „Da weiß man doch, wie man fliegt.“
    Er ballte die Hände zu Fäusten, bis seine kurzen Krallen die Haut durchstießen und das Blut durch seine Finger rann.
    „Oder etwa nicht?“
    Dies hätte sein Moment werden sollen.
    „Ach ja, ich vergaß...“
    Er war glücklich gewesen.
    „...Du hattest ja niemanden, der es dir beigebracht haben könnte.“
    Das erste Mal seid er Denken konnte hatte er sich wahrhaftig frei gefühlt.
    „Denn ein Monster...“
    Die Klauen seiner Füße krallten sich tief in den steinigen Grund.
    „...wie du eines bist...“
    Sein neues Leben war ermordet, noch bevor es wirklich geboren worden war.
    „...hat keine Familie!“
    Die Wut explodierte in Fulgors Bauch und entflammte ein Inferno aus Hass in seinen Adern.


    „Was ist los Täubchen? Wütend?“
    Felias amüsierte sich köstlich über diese schwache Missgeburt, die zitternd vor ihm stand und ein noch erbärmlicheres Bild bot als sonst. Sein Körper war übersät von Schürfwunden und Blutspritzern, das gelbe Fell an der rechten Hüfte leicht versengt, wo der Blitz ihn besonders schwer getroffen hatte.
    Er konnte also doch fliegen. Felias musste zugeben, dass er damit nicht gerechnet hatte. Er ärgerte sich, weil er das nicht schon viel früher entdeckt hatte. Dann hätte er diesen Vogel schon einige Male vom Himmel holen können. Wie lächerlich es ausgesehen hatte, als er mit dem Kopf voran über den Boden gerutscht war. Schade nur, dass er nicht vor die Wand der Klippe gestoßen war. Warum antwortete dieser Typ ihm eigentlich nicht? Wieder mal. Felias spürte die Abneigung in sich brodeln. Dieses Ding hatte einfach keinen Stolz. Wäre er an seiner Stelle, er würde sich mit Händen und Füßen gegen all seine Gegner wehren und sie in Stücke reisen. Doch darauf käme dieser Mischmasch wohl nie, feige und erbärmlich wie er war. Die wenigen Male, die er seine Stimme erhoben hatte, hatte diese geklungen wie das Pfeifen eines sterbenden Rattfratz. Bei dem Gedanken daran musste Felias glucksen und sein innerliches Lachen hinter einem breiten Grinsen verstecken.
    Scheinbar hatte das Monster dieses Mal nicht vor, irgendetwas zu tun, denn es stand immer noch regungslos da. Die anderen Pikachu wurden sicher langsam ungeduldig, also legte Felias nach.
    „Na komm schon, du langweilst uns! Wie wäre es, wenn du dich in die Luft schwingst und einen Salto vollführst? Und eine deiner grandiosen Landungen musst du uns auch unbedingt noch einmal zeigen“, er ging noch einen großen Schritt näher auf den Hybriden zu, der den Blick gen Boden richtete. „Wir wollen dich alle fallen sehen.“
    Langsam hob der Angesprochene den Kopf und sah Felias starr in die Augen. Unwillkürlich wich er einen Schritt vor diesem Blick zurück. So eine Kälte hatte er noch nie gesehen. Die Pupille des Monsters war auf eine solche Größe angewachsen, dass man kaum noch die braune Färbung der Iris erkennen konnte, geschweige denn eine Gefühlsregung ausmachen konnte.
    „Was hast du denn jetzt? Gibt’s ein Problem?“, keifte Felias und kämpfte um seine Gelassenheit.
    All seine Instinkte schrien lauthals Alarm, fluchtbereit zuckten seine Muskeln. Das war doch wirklich lächerlich. Selbst ein Raupy könnte ihm gefährlicher werden, als dieses hilflose Ding. Er war das stärkste Pikachu des Stammes und die erwachsenen Raichu überlegten schon jetzt, wann der richtige Zeitpunkt gekommen wäre, ihm feierlich einen Donnerstein zu überreichen um ihn zu einen der ihrigen zu machen. Was also wollte das Vögelchen gegen ihn ausrichten?
    „Komm her, wenn du dich traust. Du willst doch kämpfen, oder nicht?“, Felias ging in Kampfstellung, doch seine Muskeln wollten ihre Angst nicht verstecken und zuckte noch immer. „Ich zeige dir ein für alle Mal, wer hier der Boss ist!“
    Kein Wort wich über die Lippen seines Gegenübers, stattdessen machte er einen Schritt zurück. Das war ja klar. Ein Feigling blieb eben Feigling, egal wie wütend er auch sein mochte.
    Felias erschrak und sprang zurück, als der Vogel abrupt die Flügel mit einem kräftigen Ruck ausbreitete. Etwas stimmte nicht mit ihm. Das Fell seines Bauchraums färbte sich grau, als würde er plötzlich anfangen zu altern. Felias hatte das Gefühl, einen Virus dabei zu beobachten wie er sich ausbreitete. Wie ein Waldbrand Bäume verzerrt, so überlagerte das Grau bald jedes einzelne gelbe Härchen des Hybriden. Seine blutroten Federn stachen plötzlich mit solch einer Intensität hervor, dass es dem jungen Pikachu wie ein böses Omen erschien. Etwas schmerzte in seinen Augen und Felias strich sich über die Stirn da er meinte, es sei sein eigenes Fell, das ihm so tief ins Gesicht fiel. Doch dieses Mal war es das Sonnenlicht. Es verfing sich nicht, wie das normalerweise üblich war, in dem Fell seines Gegenübers, sondern wurde von diesem reflektiert. Wenn Felias es genauer betrachtete, schien der Körper des Monsters tatsächlich gar nicht mehr von Fell, sondern von einer silbern glänzenden Schicht umgeben zu sein. Hie und da standen noch kleine, graue Fellbüschel ab. Verwirrt und verstört beobachtete das junge Pikachu, wie sie sich anlegten und mit der Schicht verschmolzen, als hätten sie einen eigenen Willen, bis diese so glatt und glänzend war, dass er sich selbst darin spiegeln konnte.
    Die anderen Pikachu waren neben ihn getreten und zerrten an seinem Arm, fragten ihn, was dort geschah. Es ärgerte Felias, dass er ihnen keine Antwort geben konnte. Gleichzeitig verspürte er eine tiefgehende Furcht vor der Verwandlung, die sein Gegenüber gerade vollzog. Unwillkürlich wich er einen weiteren Schritt zurück. Seine Nackenhaare hatten sich aufgestellt und sein blitzförmiger Schweif zuckte voll böser Vorahnung. Was war nur los mit diesem Freak? Felias starrte, seinen letzten Mut zusammennehmend, tief in die Augen des Hybriden. Er konnte sich nicht die Blöße geben, vor den anderen Schwäche zu zeigen. Seine Stellung musste gewahrt werden und er musste dieser entsprechend handeln. Imponierend schob das junge Pikachu seine Brust vor und stapfte großen Schrittes auf das Monster zu, obwohl ihm dabei das Blut in den Adern zu gefrieren schien.
    „Du musst gar nicht versuchen hier irgendeine kranke Show abzuziehen“, sagte er, mehr um sich selbst Mut zuzusprechen und sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, vor welchem ewigen Schwächling er hier so ungalant erzitterte.
    Felias ballte die Hand zur Faust und sammelte elektrische Energie in ihr, bis sein Fell in alle Richtungen abstand und die Luft um ihn herum zitterte. Es wurde Zeit, diese Farce zu beenden. Er holte zum Schlag aus und blickte dabei herausfordernd in die tiefschwarzen Augen des Hybriden, betrachtete sein eigenes verschwommenes Spiegelbild auf dessen glänzender Haut. Urplötzlich stieß sich sein Gegenüber vom Boden ab und schoss mit einer halsbrecherischen Geschwindigkeit auf ihn zu. Felias Instinkte übernahmen die Kontrollen über seinen Körper, ließen sofort von dem versuchten Angriff ab und sammelten ausnahmslos alle Kraftreserven in seinen Beinen, sodass das er sich mit einem kräftigen Sprung nach links in Sicherheit bringen konnte. Nachdem er der drohenden Gefahr entkommen war, wandte er blitzschnell den Kopf wieder dem Hybriden zu, der wie ein Bisofank, kräftige, hörnerbewehrte und stierähnliche Pokémon, weiter geradeaus preschte und eines der anderen Pikachu, den untalentierten Tenia, mit voller Geschwindigkeit rammte. Obwohl es nicht einmal Sekunden waren die vergingen, erschien es Felias, als würde er die Szenerie in Zeitlupe beobachten, als hätte die Erde aufgehört sich zu drehen. Tenia hatte die Augen weit aufgerissen und Blut spritzte aus seinem Mund, als er durch die Wucht des Aufpralls nach hinten geschleudert wurde, den Boden unter den Füßen verlor und sich mehrmals wild überschlug. Abrupt wurde er von einem Felsen gestoppt, sein Hinterkopf prallte auf dessen Spitze. Ein intensiv klingendes, dumpfes Knacken drang an Felias Ohren, bevor der Körper des jungen Pikachu an dem Felsen herunter glitt und seltsam verbogen am Boden liegen blieb. Von kaltem Entsetzen gepackt sprang Felias nach vorne und eilte Tenia zu Hilfe, ohne auf das Monster oder die anderen Elektromäuse zu achten. Er griff nach seinen Schultern und schüttelte sie in wilder Panik und Planlosigkeit.
    „Hey, Tenia! Ist alles in Ordnung? Bist du verletzt?“
    Als Antwort knickte der Kopf des jungen Pikachu so weit nach hinten, dass er beinahe parallel zu seinem Rücken stand. Aus den vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen und dem Mund flossen letzte Tränen und blutverschmierter Speichel. Das Bild brannte sich in Felias Netzhaut wie ein Leuchtfeuer. Tenias Beine und Arme zuckten unkontrolliert, als würden sie es mit jenem unsichtbaren Gegner aufnehmen wollen, gegen den selbst der stärkste Kämpfer nicht bestehen kann. Die Gewissheit übermannte Felias ruckartig. Voller Ekel ließ er den leblosen Körper zu Boden fallen und sprang zurück. Er blickte zu dem Hybriden, dessen Haut sich abzulösen schien und wieder die Form des gelben Fells annahm. Felias wollte etwas sagen, etwas rufen, etwas schreien, doch er hatte das Denken und das Sprechen verlernt. Stattdessen ließ er seinen starren, ungläubigen Blick auf dem Monster ruhen. Die weinerlichen, verzweifelt quietschenden Stimmen der anderen Pikachu drangen an seine Ohren, doch er war nicht länger in der Lage dazu, die Bedeutung von Worten zu erfassen. Sein Innerstes war ein schwarzer Klumpen ohne jede noch so kleine Farbnuance, ohne jegliche Gefühlsregung.
    Sichtlich schwer atmend erwiderte sein Gegenüber letztlich Felias starren Blick und der Ausdruck in seinen Augen war von noch mehr Entsetzen geprägt, als der Tenias.


    Fulgor erwachte aus einem Traum. Er hatte hinter einem transparenten, orangeroten Vorhang gestanden, durch den hindurch er mit hatte ansehen müssen, wie Tenia aus irgendeinem ihm nicht ersichtlichen Grund nach hinten und vor einen Felsen geschleudert wurde. Das junge Pikachu verstand nicht, warum er sich so schwach und überanstrengt fühlte und als ihm Felias Blick bewusst wurde, fuhr der Schauer in Wellen über seinen Rücken. Was war das für ein starrer Blick, leerer als das Vakuum des Universums? Galt er etwa ihm?
    Fulgor konnte ihm nicht standhalten und schaute zur Seite, ließ seine Augen durch ihre Höhlen wandern. Kaltes Grauen schlich sich in sein Herz, als er sich des leblosen, verbogenen Körpers Tenias und der vor Angst zitternden anderen Pikachu bewusst wurde. Ein markanter Geruch lag in der Luft und wurde mit jedem Augenblick stärker, bis Fulgor sich ob des Gestanks am liebsten auf der Stelle übergeben hätte. Er fuhr mit den Händen durch seinen Gesicht und schüttelte sich, um den Kopf freizubekommen und das Pochen in diesem zu vertreiben. Als er die Arme wieder senkte, waren seine Finger von Speichel und Blut bedeckt, das wohl an seiner Stirn geklebt hatte. Beide Körperflüssigkeiten waren nicht die seinigen. Sie rochen nach Tenia, der sich immer noch nicht gerührt, jedoch ab und zu mit dem linken Bein gezuckt hatte. Fulgor blickte auf seine Finger, nahm den seltsamen Gestank der in der Luft hing tief in sich auf und sah wieder zurück zu Felias, der noch regloser schien als Tenia. Er spürte, wie seine Seele in sich zusammen fiel und von den scharfen Klauen der Erkenntnis zerrissen wurden, bis sein Ich irreparabel zerstört war. Hilfesuchend forschte er nach einer anderen Antwort in Felias Gesicht, doch er fand nur diese eine Wahrheit. Langsam und zögernd schüttelte er den Kopf und verschloss die Augen so fest er konnte vor der Realität, die dennoch nicht abzuschütteln war und sich wie ein Parasit in sein Herz fraß.
    Fulgor hatte seine eigene Zukunft ermordet.

  • Hallo Paya
    Nachdem du jetzt off musst und wir nicht mehr schreiben können kann ich dir auch gleich einen Kommentar schreiben, dachte ich mir so. Auch wenn es ein über 6.000 Wörter Kapitel ist, da muss man durch. :3


    Kapitel 4
    Schönes Bild, sehr abstrakt. Auch der Titel gefällt mir, er sagt mir, dass vielleicht jemand stirbt oder etwas in der Art. (Jemand ermordet wird) Das Ganze hat etwas geheimnisvolles, welchem man eigentlich sofort auf den Grund gehen möchte, das ist ein ziemlich positiver Aspekt.
    Das Zitat welches du vor dem Kapitel verwendet hast, ist relativ traurig und Bild plus Zitat gibt mir eindeutig genug, ich weiß es jetzt, jemand wir sterben, anch dem Zitat ist es sogar ein Kind. Du grausamer Mensch. c:
    Der erste Abschnitt ist dir ziemlich gelungen. (mir geht sowas ja immer schnell zu Herzen.) Du offenbarst was Fulgor eigentlich falsch macht und wirfst hier einen ganz neuen Aspekt in der Geschichte auf. Fulgor scheint nun endlich verstanden zu haben, dass andere ihm keine Achtung schenken, solange er sich selbst keine schenkt, das ist der im ersten Abschnitt wirklich gut gelungen. Was mich aber etwas irritiert ist darauf seine Reaktion. Warum fühlt es sich für ihn negativ an? Zwar hast du auch geschrieben dass es gut ist, doch negativ. Das kann ich nicht so gut verstehen, immerhin war das eigentlich ein Schritt in Richtung "besseres Leben"... Aber dann beeindruckst du mich auch wieder mit dieser wunderschönen Metapher. Die Pflanzen die aus dem Abgrund seines Herzens in die Höhe wachsen, einfach nur toll. Hier wird dann wieder klarer was Fulgor eigentlich gerade getan hat und das positive kommt mehr zum Vorschein, im Endeffekt hast du die Situation noch gerettet.
    Den Kampf hast du wirklich super toll beschrieben, da gibt es kaum etwas zu meckern. Man braucht gar nicht viel mehr zu Wissen, denn man kann ja eh nur Federknäul am Himmel auch der Vergleich mit dem Tanzen hat mir gut gefallen. Vielleicht hättest du vor dem Kampf etwas bei Fulgor beschreiben können. Sowas wie, dass er auch gerne fliegen würde, so wie dieses kleine Taubsi, dass er total beeindruckt von der Taube ist, oder sowas.
    Den Angriff von Ibitak hast du gut beschrieben, jedoch habe ich bevor du gesagt hast, dass es ein Ibitak ist, eher an Grypheldis gedacht. Trotzdem war diese Beschreibung punkt genau und sehr gut formuliert, ein großes Lob. Anfangs habe ich echt gedacht Ibitak geht auf unseren Fulgor los. Das wäre gar nicht witzig. Und ich hatte Recht, hier wird jemand ermordet, ich frage mich nur gerade ob man das Hauptaugenmerk eines Kapitel auf einen Charakter beziehen kann (oder besser gesagt sollte) der kein Wort spricht und auch nie wieder auftauchen wird...
    Der nächste Abschnitt wirft gleich zwei moralische Fragen auf. Egoismus und Eigener Wille. Den Egoismus hast du gut aus unserer Welt, in die Welt der Pokémon kopiert und eingefügt, denn genauso wie du es hier gesagt hast, so ist es auch in echt, jeder kümmert sich nur um sich selbst. Nummer zwei, bin ich mir nicht ganz sicher wie ich as formulieren soll, jedoch geht es dort um Fulgors wichtigsten Gedankengang. Er muss herausfinden ob er der Jäger oder der Gejagte ist. Gut kämen vielleicht noch ein paar Sätze wovor er Angst hat und was er besser fände.
    Was mich wieder etwas irritiert ist der plötzliche Wechsel seiner Gefühle. Auf einmal ist ihm alles egal, er meint, ach was bringt es mir zu fliegen, dabei hatte er doch noch kurz davor eine feste Meinung was das anbelangt. Kann seine Meinung denn so schnell schwanken, dass er alles wieder aufgeben möchte? Ich muss ehrlich sagen, dass ich Fulgors Handlungszüge bisher immer als sehr nachvollziehbar empfunden habe, allerdings ist das hier gerade so ein Strich durch die Rechnung gewesen... Auf jeden Fall hätte ich danach einen Absatz gemacht, da du nun mit dem Sonnenaufgang beginnst.
    Naja, jetzt will er doch Leben, das war ein bisschen viel Herumgeschreibe um ein Wissen, welches wir schon zu Beginn des Kapitels hatten, aber gut, wieso nicht, immerhin waren es ein paar bezaubernde Abschnitte, deren Formulierungen manchmal echt Weltklasse waren. Auch den Sonnenaufgang konnte ich mir gut vorstellen, wie die Pokémon die Wolken einfärben, auch hier wieder eine schöne Formulierung, das ist wirklich deine stärke, du spielst richtig mit den Worten.
    Und dann schafft er es endlich. Wurde auch langsam mal zeit nach den was weiß ich wie vielen Anläufen, bei denen er gesprungen und gefallen ist. Ich frage mich gerade ob er gar keine Blutwunden etc. vom ganzen Versuchen hat? Auch gut sind dann seine Gedankenstränge in der Luft, was passiert wenn er fällt? Ich hätte noch so etwas dazu gemacht wie, kann er überhaupt laden? (Rein technisch gesehen)
    Ebenfalls ein guter Aspekt war, dass sich Fulgor so überschätzt, und in die Wolken schraubt. (Worauf er wieder fällt) Dieser Zug hat sehr gut ins sein Schema gepasst, ich will damit sagen, dass seine Reaktion auf das Können gut zu seiner (bisher bekannten) Art gepasst hat. Auf jeden Fall schafft er es ja dann auch zu Landen, besonders das Gefühl danach hast du gut beschrieben, das konnte man sich gut vorstellen, vor allem jedoch war es auch nachvollziehbar. c:
    Als Fulgor dann Dankeschön sagt, da kullerte mir ohne Witz eine Träne die Wange runter. Du hast es geschafft mir eine Träne zu stehlen, Paya deine Beschreibungen sind einfach nur genial. <3 So toll es ist wirklich krass. :)
    Und da ist Felias wieder, er kann Fulgor einfach nicht in Ruhe lassen. Zwar gibst du ihm einen schlechten Charakter und trotzdem erscheint er immer noch sehr professionell, doch ich mag ich nicht. Aber dann, ich hasse ihn noch mehr, wie fies er dieses mal war. Als er immer wütender wird hätte ich nicht geschrieben, die Wut wie ein Inferno, usw, sondern dass er ihm einfach voll eine reinhaut, das hätte so wie die Faust aufs Auge gepasst. Aber das kommt ja dann später, vielleicht etwas spät, wie Felias schon sagt du hast wirklich eine große Show abgezogen... Mich überrascht jedoch besonders, dass du auf einmal aus Felias Perspektive schreibst. Trotz allem ist dir dieser Wechsel der Ansicht gut gelungen, Respekt. Aber Tenia... Tot? Das war vielleicht etwas übertrieben. Jedoch kommt dann etwas ziemlich unerwartetes, das alles war nur ein Traum. Doch den verstehe ich nicht. Ist Tenia tot oder nicht? Ist das alles passiert?
    Das Ende ist ziemlich verwirrend, kannst mir ja noch eine PN schreiben, wo du das erklärst.^^'




    So, jetzt bin ich durch, das war vielleich ein langes Kapitel... Freue mich schon aus nächste, dieses war wirklich Klasse, nur das Ende (was dann halt alles betrifft) ist ziemlich unverständlich..
    Liebe Grüße und bis Später,
    Sui. <3

  • [tabmenu][tab='Vorwort']Huhu, Paya!


    Ersteinmal: Danke, dass meine Skizze Verwendung gefunden hat! ^.^
    Aber was rede ich lange: Es wird ernst für Fulgor, also widmen wir uns Kapitel 4 von "Element Engagement"![tab=Startpost]Ich muss dir sagen, dass mir der neue SP sehr gut gefällt! Die Schriftart des Titels spiegelt den tragischen Charakter der Geschichte in Form fließenden und tropfenden Blutes (bzw. Tränen) sehr schön wider. Auch das neue Titelbild ist passend ausgewählt: Wie ein sterbender Vogel sieht das aus, jeder Hoffnung beraubt, und nur ein kleiner Hoffnungsschimmer im Schnabel, ein ganz kleines Stück Leben. Außerdem das Verlieren der Federn, das zutage Fördern des nacktn, innersten Ichs - und natürlich der sehr direkte Bezug zu Fulgor, wirklich gut gewählt. Das einzige, was optisch nicht ganz so schön passt, ist beim ersten Tabmenu. Hier schiebt sich ein Tab etwas u ter die anderen, was nicht ganz so gut passt. Ich will dir bestimmt nicht in deinen SP fuschen, aber ggf. Kürzen der Tabtitel würde schon helfen :3[tab='Kapitel'][subtab='Positives']Titelblatt
    (= Titel/Bild/Zitat)
    Ohoh, das sieht düster aus. Im Prinzip verrätst du den Knackpunkt des Kapitels schon auf der Titelseite, was eigentlich weniger vorteilhaft ist. Hier hingegen passt das denke ich ganz gut: Schließlich weiß msn nicht, wer letztlich sterben wird, der Leser wird durch den Titel in Erwartung eines fürchterlichen Ereignisses alsdo eher gespannt.
    Das Titelbild hat eine angenehme Größe, zudem gibt es die Stimmung des Kapitels asm entscheidenden Schluss wieder: Wut, Zorn, vor allem blind, Blut, Tod - du kreierst hiermit genau die richtige Atmosphäre.
    Das Zitat passt ebenfalls gut ins Gesamtkonzept, wenngleich du noch etwas hättest wählen können, was nicht dezidiert von toten Kindern spricht - das verengt den Fokus des Lesers dann doch etwas zu stark. Aber passt trotzdem gut, wie gesagt.


    Sonnenaufgang
    Den Sonnenaufgang, diese ganz frühen Stunden, mit einer kranken Welt zu vergleichen - ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Ein Wesen, dass sich in der Welt verloren fühlt, kann natürlich auch bei so etwas schönem negative Assoziationen haben. Die Beschreibungen hier sind übrigens wieder gewohnt schön, man kann sich die Szenerie prima vorstellen!


    Das innere Selbst
    Hach, wie du schreiben kannst!
    Der innere Widerstreit Fulgors wird nicht nur glaubhaft und sehr schön wiedergegeben. Man ksnn sich in den kleinen Hybriden gut hineinversetzen. Abgesehen davon schaffst du es, mit dem Bild der Schlucht und des Heruntergleitens die tiefen Abgründe in Fulgors Seele und dessen letztendliche Erkenntnis, den Wunsch, das Fliegen doch zu wagen, wunderbar zu veranschaulichen. Auch das Ergebnis des Insichgehens, die Eiseskälte und Flammenhitze, die das junge Pikaeron empfindet, stellst du mit schönen, greifbaren Bildern dar, sodass auch die Emotionen nicht zu kurz kommen.


    Kampf der Taubsi
    Eine eigentlich sehr schöne Idee, den Kampf der Taubsi zur Darstellung verschiedener Punkte zu verwenden. Dass das, was für uns bedeutend erscheint, eigentlich im Kontet des Weltgeschehens nichtig ist - dass das Leben ein flüchtiger Schein ist, der nur allzubald dahindämmern kann. So wie vielleicht Fulgors Sorgen und Probleme? Umso allegorischer, wenn msn an das Ibitak denkt, daas für die später noch auftauchenden "Probleme" stehen könnte.


    Flug
    Hach, das ist so schön. Du denkst sogar an diesen typischen, Moment, den, wro die Zeit stillzustehen scheint, als die Erkenntnis langsadm in Fulgors Hirn sickert. Die Erkenntnis, das Gefühl, die Gewissheit, dass er dieses Mal nicht abstürzen würde. Auch die natürliche Panik, die man anfangs natürlich nicht miteinbezieht, die aber automatisch einstellt, wenn man sich quasi ohne Kontrolle vom Boden entfernt - ach, die Emotionen wirken hier auch einfach herrlich. Auch die überschwängliche Freude, mit der der Kleine durch die Lüfte jagd, und die letztliche Angst vor der Landung - du hast alles berücksichtigt, was zu berücksichtigen war, wirklich schön!


    Der Anfang vom Ende ...
    Erst einmal: Mal wieder wow, absolut! Die Spannung, die du hier aufbaust, ist fast mit Händen zu greifen!
    Auch der Perspektivenwechsel ist genial gewählt. Dadurch, dass wir das Entscheidende durch Felias' Augen sehen, bekommt Fulgors Aktion noch etwas Abwesenderes, "Besesseneres", wenn man so will. Damit verstärkst du Fulgors spätere Verwirrung nur noch. Außerdem interessant, dass du uns hiermit einen stärkeren Einblick ind en Charakter "Felias" gibst.
    Und wie du die Gefühle beschreibst ... namenloses Entsetzen, Schock, Verstörtheit, Panik - all das ist absolut greifbar, sehr schön, wundervolle Gefühlsbeschreibungen!
    Und dieser letzte Satz ... meine Güte, besser hätte man es nicht machen können! Ein kurzer, Prägnanter Satz, der alles umfasst, das Wichtigste sagt und das auf eine so kalte, nüchterne Art und Weise tut, dass es einem fast eiskalt den Rücken hinunterläuft. Ich denke, dass das eine der besten Szenen ist, die du hier bislang abgeliefert hast!
    [subtab='Verbesserungsvorschläge']
    Der Vorsprung
    Etwas, das leider sehr unklar geblieben ist, ist die Örtlichkeit, an der Fulgor sich seinen Flugversuchen widmet. Einerseits fällst er ständig hinunter, wenn er es vergeblich versucht, in sofern kann der Vorsprung nicht allzu hoch sein. Aber um ernsthafte Flugversuche zu wagen, hätte er höher gehen müssen oder zumindest nicht die hohe Klippe im Rücken, eie es hier der Fall gewesen sein müsste. Und dsnn kann der Wind ihn nicht richtig erfassen. Oder befindet er sich auf einem kleinen Hügel ganz oben auf der Klippe und benutzt diesen als "Flugschanze"? Entschuldige, aber das ist nicht so ganz klar geworden :/


    Zum Wutausbruch
    Oh Paya, diese Stelle, die Schritt für Schritt zu Fulgors Wutausbruch führt, ist eifnach verdammt schön geschrieben! Diese Abgehacktheit der Satzteile, das Zusammenspiel der Bemerkungen Felias' und der Reaktionen Fulgors verdeutlichen auf kunstvolle Art und Weise, wie Fulgor sich Schritt für Schritt dem Wahnsinn nähert.
    Aber leider, leider habe ich diese Stelle trotzdem zu den Verbesserungsvorschlägen gestellt. Und zwar geht es um die Struktur, die du zur Darstellung verwendet hast, speziell um die Kommata (dazu s. auch "Fehlerteufel", dort sind sie weitestgehend blau markiert). Ich verstehe zwar, wie du diese Struktur nutzen wolltest, aber meiner Ansicht anch zerstören die Kommata komplett die Satzstruktur. Ich glaube, einfacher, und ebenso deutlich, wäre es gewesen, wenn du Absätze verwendet hättest. Es tut mir Leid, ich möchte nicht in deinem Schreibstil herumfuschen, aber gerade gegen Ende dieser Szene merkt man, dass (bei dem Satz Felias', in dem Fulgor stellenweise reagiert) die Struktur etwas durcheinander geht. Strukturell hat mir diese Stelle also nicht so gut gefallen :/


    [subtab='Fehlerteufel']

    Zitat

    Fulgor atmete tief ein und spürte, wie die reine, kühle Luft tief in seinen Rachen strömte und dann irgendwo in den Tiefen seines Körpers verschwand.


    [Etwas doppelt gemoppelt ;3]


    Zitat

    […] wie er über Artras' Worte nachsinnte nachsann.


    Zitat

    […] und die kalte Erde unter seinen Füßen spürte gespüt hatte, blitzte ihm aus all den winzigen, blank polierten Kieselsteinendie Erkenntnis entgegen […]


    Zitat

    „ Habt ihr die Bruchlandung gesehen? [...]


    [Zwischen den Anführungszeichen und dem "Habt" muss die Lücke gestrichen werden.]


    Zitat

    Fulgor musste an das Ibitak denken, als das ihn mit seinem Blick fixiert hatte.


    Zitat

    „Warum bist du denn nicht etwas vorsichtiger gelandet?“, Fulgor biss sich auf die blutende Lippe. „Ich meine, du bist doch ein Vogel.“, Dies hätte sein Augenblick werden sollen. „Da weiß man doch, wie man fliegt.“, Er ballte die Hände zu Fäusten, bis seine kurzen Krallen die Haut durchstießen und das Blut durch seine Finger rann. „Oder etwas nicht?“, Dies hätte sein Moment werden sollen. „Ach ja, ich vergaß“, Er war glücklich gewesen. „Du hattest ja niemanden, der es dir beigebracht haben könnte.“, Das erste Mal seid er Denken konnte hatte er sich wahrhaftig frei gefühlt. „ Denn ein Monster“, Die Klauen seiner Füßen krallten sich tief in den steinigen Grund, „wie du eines bist“, Sein neues Leben war ermordet, noch bevor es wirklich geboren worden war. „hat keine Familie!“


    [Zu den Kommata sage ich was bei den "Verbesserungsvorschlägen :3]


    Zitat

    Sein Körper war übersäht von Schürfwunden und Blutspritzern, das gelbe Fell an der rechten Hüfte leicht versenkgt, wo der Blitz ihn besonders schwer getroffen hatte.


    Zitat

    „ Na komm schon, du langweilst uns! Wie wäre es, wenn du dich in die Luft schwingst und einen Salto vollführst? Und eine deiner grandiosen Landungen musst du uns auch unbedingt noch einmal zeigen.“, er ging [...]


    [Zwischen " und N ist wieder eine Lücke, und der markierte Punkt muss gestrichen werden.]


    Zitat

    „ Was hast du denn jetzt? Gibt’s ein Problem?“, keifte Felias und kämpfte um seine Gelassenheit.


    [Wieder eine Lücke nach den Anführungszeichen, und am Ende der wörtlichen Rede fehlt ein Komma.]


    Zitat

    „Du musst gar nicht versuchen hier irgendeine kranke Show abzuziehen., sagte er,


    Zitat

    Sein Innerstes war ein schwarzer Klumpen ohne jede noch so kleine Farbnuance, [...]


    Zitat

    [...] als er sich des leblosen, verbogenen Körpers Tenias und den der vor Angst zitternden anderen Pikachu bewusst wurde.


    [tab=Nachwort]
    Paya, Paya, deine Kapis begeistern mich von mal zu mal mehr!


    Viel mehr kann ich in diesem Nachwort auch nicht schreiben, als dir noch einmal meine absolute Freude auszudrücken. Freude darüber, dass ich mich letztlich doch dazu entschieden habe, diese FF zu lesen.


    Lg


    ~ Clio[/tabmenu]

  • Hi Paya,


    OK, ich geb dann mal meinen ersten Kommi ab. Ich entschuldige mich im voraus, wenn ich schon beschriebenes von anderen Wiederhole


    Am Anfang dacht ich mir "Ui toll, eine Geschichte aus der Sicht eines Pokemon". Aber alls ich dann weiter las, wurde es viel mehr alls nur eine Geschichte. Es wurde ein echtes Erlebnis mit Gefühlen. Nicht schlecht :thumbup:


    Dein Schreibstil ist fantastisch. Wie Deteiliert du Sachen beschreiben kannst, da kann man sich die Geschichte Filmhaft vorstellen.


    OK, dann will ich mal Anfangen


    [tabmenu]
    [tab=Startpost]
    Den Startpost find ich Supper. Das Bild find ich interesant gewähl. Es lässt nur erahnen was da noch auf einen zukommen wird. Alles wichtige zur Geschichte was zu wissen ist/gibt, ist beschrieben, sogar mit Bildern zum jeweiligen Charakter. Auch der Hinweis auf Todesfälle und so wurde bedacht.


    [tab=Prolog]
    [subtab=Positives]
    Das Bild ist gut gewählt. So bekommt man schon zu beginn ein Eindruck wie die Stimmung ist. Der Spruch passt auch zum Text.


    Hier wieder dein Schreibstil. Hier kann man sich richtig vorstellen, wie
    der Wald aussieht und die Angst nachvollziehen, die das Raichu hat. Und
    dann wird es auch noch verfollgt, das gibt den ganzen noch das gewisse
    etwas.


    [subtab=Bemerkung/Verbesserung]


    Zitat

    Es war nicht das erste Mal, dass sie ein Kind gebar

    Ist an sich in Ordnung. Ich frag mich nur, ob die Geschwister irgendwann erwähn werden.


    was mir noch aufgefallen ist, ist das du die Bezeichnung immer änderst z.B.:

    Zitat

    Ihr Herz machte große Sätze und pumpte einen unaufhörlichen Strom aus Adrenalin durch ihre Adern. Ihr Körper hatte alle Hände voll zu tun, um die negativen Gefühle ihrer Seele auszugleichen. Das Raichu fühlte sich so unglaublich erschöpft, dass es am liebsten verzweifelt aufgeschrien und geweint hätte. Seine Beine brannten wie Feuer und waren schwer wie Blei, seine Gedanken benebelt. Wäre nicht das ungeborene Kind in ihrem Leib gewesen, das Weibchen hätte sich vielleicht den Schmerzen ergeben, sich auf den Boden fallen lassen und dem Grypheldis eine gute Mahlzeit ermöglicht.

    kann aber auch absicht sein, ich weis es nicht
    [subtab=Fehlerchen]

    Zitat

    Das Adrenalin schoss heiß durch ihre Blutbahnen


    [tab=Kapitel 1]
    [subtab=Positives]
    Das Bild zum Kapitel könnte gar nicht besser sein. Genauso wo der Spruch darunter.


    Auwaja, hier wird deutlich wie sehr die anderen Pikachu und Pichu Fulgor
    verachten. Umso schöner fand ich dann den Ort der Friedlichkeit. Dabei
    hat es mich gewundert das es auch Blumen aus unserer Welt gibt, aber man
    weis ja nie.


    Zitat

    „Ja, Vögelchen, flieg!“ ertönte es prompt hinter ihm und die Scham zuckte wie ein Blitz durch Fulgors Körper.


    Zitat

    „Mein Bauch tut weh, wenn du dich mit deinem stinkenden Fuß darauf stellst!“


    Diese Zitate fand ich gut :D


    Zitat

    Auch wenn er, um diese Oase des Glücks zu erreichen, erst eine Wüste aus Hass durchqueren musste.

    Diese Metapher fand ich auch toll


    [subtab=Bemerkung/Verbesserung]

    Zitat

    Felias, der Anführer der Truppe und Fulgors größter Feind, zielte genau und warf einen großen Stein,


    Hier währe eine Beschreibung hielfreich wie er den Stein schmeist und wo er diesen her bekommt. Oder man schreibt zwischen "Feind," und "zielte" folgendes: hält kurz inne, richtete sich auf,



    [subtab=Fehlerchen]

    Zitat

    Die pure Panik schoss in kalten Wellen


    Zitat

    Durch den leichten Strom war sein Spiegelbild verzerrt,


    Zitat

    Liebe und Wärme und wandte sich bebend wieder dem Wald zu.


    Hier war ich mir nicht sicher ob es hebend oder doch bebend heißen soll



    [tab=Kapitel 2]
    [subtab=Positives]
    Wow, hier wird noch einemal richtig vor Augen geführt, wie sehr die anderen des Stammes Fulgor verabscheuen. ;(
    Und dann muss er auch noch mit anhören, was er angeblich getan hätte. Da kann man ja nur zusammen brechen.



    Zitat

    Das Raichu stellte sich ihm in den Weg und baute sich vor ihm zu voller Größe auf. Trotzdem war es kaum größer als der Hybrid, dessen lange Vogelbeine wie Stelzen wirkten.

    Das fand ich genial. Er wollte bedrohlich wirken, ist aber nicht viel größer :D



    Zitat

    Fulgor blieb einen Moment stehen und betrachtete die Statue, erwiderte
    den starren Blick des leblosen Vogelpokémon. Er erinnerte sich daran,
    wie er früher immer geglaubt hatte, etwas ganz besonderes zu sein, weil
    er sich einbildete, dem Gott in gewisser Weise ähnlich zu sein.

    Diese Stelle war auch eine tolle Idee. Sich mit den "Gott" zu vergleichen. Einfach toll :thumbup:



    Zitat

    Er wünschte, er könnte diesem kleinen, vorlauten Mistkerl tatsächlich
    den Bauch aufreißen und er wünschte sich einen Schnabel, um danach seine
    Eingeweide wie Spaghetti verspeisen zu können. Erschrocken vor sich
    selbst schlug Fulgor die Hände vor den Mund, als hätte er laut gedacht.


    Jaja, wenn der Hass so groß wird, das die Fantasie mit einem durch geht. Es war nur eine Frage der Zeit bis soetwas kommt. Da hat man, wenn man mitfiebert fast die gleichen gedanken.


    [subtab=Bemerkung/Verbesserung]


    gut zum Bild könnte man jetzt was sagen, da es nur den Anfang der Geschichte zeigt, aber Gespräche und so kann man ja schlecht zeigen. Vielleicht, aber auch nur vieleicht wäre hier ein Bild von Tonumen als Statue besser :whistling:
    Dafür ist der Spruch umso angebrachter


    Zitat

    „ Da ist er! Da ist er! Papa, komm schnell her! Da ist das Monster!“


    hier hab ich erwartet, dass da statt "er" es steht, da das Pichu dann ja sagt "das Monster"



    Zitat

    Brombeer-, Blaubeer-, und Stachelbeersträucher säumten den Rand des Beckens, in das der Wasserfall mündete

    hier hatte ich mehr an Sinelbeeren und so gedacht, aber auch gut



    Zitat

    Nahkämpfer, wie er im Buche steht.

    ist zwar nur ein Wort, aber welches Buch meinst da jetzt? Geschichten, Märchen, Legenden, .... ?(


    [subtab=Fehlerchen]

    Zitat

    als es wäre es ein Eisenklotz und nicht mehr stark genug,


    Zitat

    besonders große, die die komplette, fast kreisrunde Höhlendecke einnahm:


    hier würde ich nach große noch ein Komma einfügen



    Zitat

    Die graue Maße wurden immer mehr von Wänden aus purer Dunkelheit verdrängt, die sich aus allen Himmelsrichtungen auf das junge Pikachu zu zu bewegen schienen.

    ich glaube es sollte Masse heißen


    [tab=Kapitel 3]


    [subtab=Positives]
    Hier passt das Bild wieder supper zur Geschichte und der Spruch ebenso.


    Das kapitel hat mir bis jetzt am besten gefallen. Wie die Stimmung von Fulgor langsam vom Negativen ins Glückliche über ging. Am Anfang bekommt man noch die schlechten gedanken geschildert, sogar welchen hass er auf sich selber hat.

    Zitat

    Er zeichnete sich selbst, wie er sich die Flügel ausriss, während ein hungriges Luxtra an seinen Beinen zerrte. Er zeichnete den Wald in abstrakter, verzerrter Form und bepinselte sein Werk mit der Farbe der dunkelsten Beeren, die er auftreiben konnte. Er zeichnete Felias und den Augenblick, in dem er Fulgor tötete.


    Sogar seine Kinderzeichnung verachtet ihn in seiner Fantasie.
    Doch dann hörte er die Stimmen von Illa und ab da an wurde er immer fröhlicher. Perfekt :thumbsup:


    Was mir gut gefallen hat waren vor allem auch die Lebhaften Gespräche. Das Artras an der einen Stelle ruhig blieb, alls Fulgor die schlechten Dinge an ihm selber aufzählte und er dazu immer eine gute Antwort hatte. Vorallem das mit dem, ob er schon mal versucht hatte zu fliegen. Auch wie sich die ganze Situation entspannte. Da kommen einem selber gleich die Tränen ;(  
    Aber am bessten fand ich folgende Unterhaltung:

    Zitat

    „Ich bin hungrig.“
    „Und ich erst!“ gab auch Artras zu.
    Wie auf Kommando knurrte sein Magen. Illia schüttelte den Kopf, ging in die Ecke mit den Vorräten und nahm ein paar Beeren hervor.
    „Eigentlich solltest du zur Strafe gar nichts bekommen, Artras!“, sagte sie und hob die Nase stolz in die Luft. „Aber ich will mal nicht so sein. Schließlich ging es dir ja nur um Fulgor.“
    „Zu gütig.“
    „Jetzt werd’ aber mal nicht noch frech!“


    [subtab=Bemerkung/Verbesserung]
    Ja, hier haben auch andere schon, das mit den Ärmchen kritisiert. Man könnte aber auch statt den Pfote den Schwanz benutzen oder so. Das er ihn mit den schwanz auf seinem Rücken legte und dann huckepack nach Hause getragen hat. ;)  
    [subtab=Fehlerchen]
    zum Schluss hab ich doch noch was entdeckt

    Zitat

    Und wenn er sich nicht provozieren lassen und jemanden angreifen würde,


    [tab=Kapitel 4]
    [subtab=Positives]
    Das Bild, nunja, es hat etwas an sich und der Spruch lässt schlimmes erahnen. Nix zu mekern.


    OK, Flugor wollte also fliegen und konnte nicht mal mehr schlafen vor aufregung. Könnte ich selber wahrscheinlich auch nicht ;) .


    Die Beschreibung, wie er dann von Boden abhob und dann diese Panik, die er hatte aus Angst abzustürzen, fand ich toll auch das mit dem er könnte die Wolken erreichen.


    Die Szenewechsel zwischen Fulgor und Felias hast du gut hinbekommen, auch dessen Charaker, den du im Startpost beschrieben hast, treffen hier genau zu.


    Zitat

    Wo sich fliegende Pokémon aus den Baumkronen in die Lüfte schwangen wirkte es, als würden sich bunte Farbtropfen aus dem grünen Gemälde lösen


    der Vergleich war mal wieder 1A.


    [subtab=Bemerkung/Verbesserung]
    Die Landschaft und die Klippe müssten noch ein bisschen näher beschrieben werden


    Zitat

    ... war er auf den Rand des Vorsprungs zu gerannt, gesprungen und wie ein
    Stein zu Boden gefallen. Immer wieder hatte er diese Prozedur wiederholt, nun schon seit Stunden,


    Da er es immer wieder tat, konnte der Vorsprung ja nicht so sehr hoch sein um richtig zu fliegen.


    Also ich hab bis jetzt noch niemanden beim Genickbruch sterben sehen (ich hoffe das bleibt auch so), aber ich bezweifle, dass sich dann noch irgendwas zuckt was sich vorher noch nicht bewegt hat. Aber den schauder zu liebe kann mans lassen ;)


    Was ich dann aber nicht verstanden habe ist, dass er nach seiner zurückverwandlung nicht wusste was passiert war. Er hatte doch alles durch ein "transparenten, orangeroten Vorhang" gesehen. ?(


    den Vorschlg von Clio, mit den Absätzen würde ich auch vorschlagen


    [subtab=Fehlerchen]
    sich auf dem Boden wälzen und auf weinen wie ein blutjunges Pichu


    [tab=Schlusswort]
    :pika: Puh geschafft.
    Auweia, da kommt noch ne menge Ärger auf Fulgor zu. Ich bin gespannt wie es weiter geht und freu mich schon auf das nächste Kapitel.
    Ich hoff, ich konnt helfen und hab dich dadurch nich zu sehr Kritisiert :S . Ich mach das hier zum ersten mal. Bei anmerkungen bitte per PN, damit der Bereich hier nich darunter leidet. Auch ein Kritiker sollte kritisiert werden ^.^ .
    PS: nimm mich bitte auch in die Liste auf
    [/tabmenu]