Warrior Cats: Zurück zum Berg

  • [tabmenu][tab=Einleitung]Hallo, alle miteinander! Ich lese seit nun etwa einem Jahr die Bücher der Warrior Cats, dt. Kriegerkatzen, sowohl auf deutsch, als auch auf englisch. Vor einigen Monaten habe ich dann mit einer eigenen Fanficiton angefangen, die ich euch hier nun stolz präsentiere.


    Im Moment sind leider erst drei Kapitel fertig, da ich in den letzten Wochen nur selten zum Schreiben gekommen bin. Wenn etwas neues fertig ist, kommt es direkt hierher. [tab=Handlung]
    Die Protagonisten der Geschichte sind die Brüder Sprosspelz und Schwarzfell, Krieger, die sich zum Wohl ihres Clans opfern würden.


    Teilweise wird auch aus der Sicht der Menschen geschrieben, wie im Prolog. Ansonsten wechselt die Sicht zwischen Sprosspelz und Schwarzfell.


    Ein ausführlicher Klappentext steht unten, direkt neben dem Prolog![/b][tab=Die Katzen]So, wie gewünscht, hier eine kleine Vorstellung der Katzen. Wenn neue Katzen auftreten, wird es ergänzt, ich finde es sinnlos, von vornherein einen ganzen Clan voller noch nicht existierender Katzen zu beschreiben...


    [tab=Voraussetzungen und Altersfreigabe]Ich empfehle euch, den ersten Band der Warrior Cats, "In die Wildnis", gelesen zu haben, um die Funktion jeder einzelnen Figur in der Geschichte zu verstehen.


    Die Altersfreigabe... Ich denke, wer es geschafft hat, bis hierher zu lesen, kann die Geschichte ohne Bedenken genießen, lol. Nein, ernsthaft, es geht bei mir weniger ums Kämpfen, und mehr um die Gedanken und Gefühle der Krieger, die ich auch detailiert beschreiben werde ^^ Von daher eine Freigabe von, sagen wir, 10, damit man die Handlung überhaupt versteht.


    [tab=Kapitel]


    Prolog: Dieser Post
    Kapitel 1: Klick
    Kapitel 2: Klick
    Kapitel 3: Klick
    Kapitel 4: Klick


    [Tab=Inspiration]Die Rechte für die Idee der Kriegerkatzen gehen an Erin Hunter. Die Namen habe ich mir selbst ausgedacht, das Kopieren dieser ist untersagt!!


    [tab=Danksagung und Nachwort] Vielen lieben Dank an alle meine Freunde aus dem deutschen Warrior Cats Wiki, die mich immer angefeuert haben, mit dem Schreiben weiterzumachen ^^


    Für jeden Schriftsteller, wenn ich mich so nennen darf, ist konstruktive Kritik sehr wichtig. Das ist es auch, worum ich euch bitten will - ein Kommentar kostet euch ein paar Minuten, aber hilft mir sehr.
    [/tabmenu]


    ich hoffe, ihr habt Spaß mit der Geschichte. Die Updates kommen unregelmäßig, je nachdem wann ich fertig bin, ihr könnt das Thema abonnieren oder mich bitten, euch eine PN zu schicken, wenn was neues da ist ^^


    ~ Throwaway



    [tabmenu][tab=Klappentext]


    Am Fuß eines großen Berges, inmitten von sanftem Heideland und saftigem Mischwald, lebt ein Clan voller Katzen, der bisher niemanden außer der Natur selbst zum Feind hatte. Die ruhigen Tage sind jedoch gezählt, als die Zweibeiner auftauchen und den ClanKatzen das Territorium rauben wollen. Die einzige Möglichkeit scheint eine Umsiedlung - aber wohin? Die Monster der Zweibeiner rücken näher, und Zwist und Streit teilen das Lager des Clans. Kann es eine Lösung geben, die die Katzen wieder zu der Gemeinschaft vereint, die sie vorher waren?


    Lasst euch entführen in die wundersame und doch so grausame Welt des BergClans, der um sein Territorium, ja, um seine Existenz kämpft.






    [tab=Prolog ~]


    Für einen Abend im Spätherbst war es ungewöhnlich warm. Niclas Ree schloss für einen Moment die Augen und genoss die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Er lächelte zufrieden. Heute waren sie gut vorangekommen, die Vermessungen waren abgeschlossen und morgen würden die Bulldozer anrücken.


    Niclas war der Leiter dieses Projekts, und überwachte das Vorankommen der Arbeiten. Es sollte hier ein Wohngebiet entstehen, relativ groß sollte es werden. Groß würde auch die Fläche werden, die an flachem Heideland und dünnen Laubholzwald abgeholzt werden würde. Weiter im Osten würden sie einen Tümpel zuschütten müssen, aber das machte ja fast keine Mühe. Insgesamt würde die ganze Fläche von hier bis zum Fuß des Mount Catherine plattgemacht werden. Wenn die Bulldozer durch wären, würden die Arbeiten für die ersten Häuser beginnen.

  • Kapitel 1 ~


    „Also, was riechst du?“, fragte Sprosspelz seine Schülerin Knospenpfote mürrisch. Er hatte in letzter Zeit nicht viel geschlafen, dafür war zu viel los in seinem Clan, dem BergClan. Zweibeiner in seltsamen Fellen kamen nah an das Lager des Clans heran, rammten spitze, gerade Stöcke in den Boden, trampelten die niedrigen Büsche nieder, hinterließen stinkenden Zweibeinermüll und verschwanden dann laut redend. Sprosspelz musste unwillkürlich knurren. Er war schon von als Junges ein stolzer Teil seines Clans gewesen, vor einiger Zeit zum Krieger ernannt worden und hatte vor ein paar Tagen seine erste Schülerin bekommen. Aber er wusste nicht wirklich, was aus seinem geliebten Clan werden sollte, wenn die Zweibeiner noch weiter in ihr Territorium vorrücken würden. Er unterdrückte ein lauteres Knurren, und starrte Abwesend in die Ferne, während er daran dachte.

    „Sprosspelz, bist du noch da?“, miaute plötzlich eine feste Stimme neben ihm, und Sprosspelz bemerkte, dass Knospenpfote ihn mit großen, fragenden Augen anstarrte. Um seine Verlegenheit zu überspielen, leckte er sich kurz über das Brustfell. Anscheinend war er so sehr in seine finsteren Gedankengänge vertieft gewesen, dass er nicht gemerkt hatte, wie Knospenpfote ihm geantwortet hatte. Wieder einmal musste er seine Schülerin für ihre Unerschrockenheit und ihren Ernst bewundern, Eigenschaften, die sie stets an den Tag legte und für die sie bei den anderen Schülern sehr bewundert wurde. Immerhin hatte er sie gerade mürrisch angeknurrt, und dennoch zeigte sie keinerlei Angst, eher Verständnis.

    „Tut mir Leid, Knospenpfote... ich war in Gedanken. Also, was hast du gerochen?“ Knospenpfote zögerte keinen Moment: „Kaninchen, Zweibeiner, Hund und Fuchs, die Gerüche sind aber alle abgestanden. Ist wohl schon etwas länger her, dass die hier vorbeigekommen sind.“ Sprosspelz öffnete nun selbst sein Maul weit, um die alten Gerüche aufzunehmen. "Hm, du hast Recht, hier war schon länger keine Beute mehr. Lass uns besser weiter in Richtung Schneeberg gehen, ich glaube nicht, dass die Zweibeiner schon soweit gekommen sind. Der Clan braucht dringend Beute."

    Sprosspelz' Vermutung war richtig gewesen. Als er in der Dämerung zusammen mit Knospenpfote in das Lager des BergClans zurückkehrte, baumelte ihm ein fettes Kaninchen aus dem Maul. Seine Schülerin hatte einen Vogel und ein Eichhörnchen erwischen können. Eigentlich, dachte Sprosspelz schmunzelnd, könnte dieser Tag doch noch gut werden. Er legte das Kaninchen kurz ab, um besser reden zu können. "Knospenpfote, bring die Beute direkt zu den Ältesten, danach..." Die letzten Worte gingen in ein ärgerliches Knurren und Fauchen über, als Schwarzfell, Sprosspelz' Bruder, aus dem Johannisbeertunnel gestürmt kam und Sprosspelz dabei einfach umrannte. Schwarzfell sprang sofort wieder auf die Beine, während Sprosspelz erst mal eine Maulvoll Erde ausspuckte. "Oh, entschuldige, Sprosspelz, aber ich bin in Eile...", versuchte Schwarzfell hastig zu erklären, "etwas Schreckliches ist passiert. Wir sehen uns später, ich muss los." Mit diesen Worten verschwand er eilig im Wald. Sprosspelz schnaufte verärgert und erhob sich wieder auf die Beine. "Also, danach hast du frei, wollte ich sagen. Und jetzt will ich wisen, was denn so schreckliches passiert ist." Er schnaufte noch mal, und ging geradewegs durch den Tunnel. Die Clan-Katzen standen in kleinen Gruppen auf der Lichtung und unterhielten sich ängstlich. Man konnte die angespannte Stimmung förmlich riechen. Knospenpfote drängelte sich an ihrem Mentor vorbei, der wie erstarrt stehen geblieben war, als Abgrundschimmer, die Heilerin des BergClans, mit verzerrtem Gesichtsausdruck auf ihn zugesprungen kam. "Sprosspelz, es ist wirklich schlimm... Die Zweibeiner haben dafür gesorgt, dass Fichtenstern ein weiteres Leben verloren hat!"

  • [tabmenu][tab=x]Heyho! :D
    Ich wollte mal nen kurzen Kommi da lassen weil ich WaCa mag undso :P
    [tab=Starttabmenü]

    Einleitung Die Einleitung ist recht gelungen, nicht zu viel aber das muss ja nicht sein, ist auch gut so.
    Handlung Die Handlung klingt Spannend, erinnert mich jedoch sehr an die der ersten Staffel, jedoch verstehe ich nicht, wie sie sich aufopfern wollen... wie Graustreif oder doch anders? Nun, ich werde es hoffentlich noch erfahren! :3
    Die Katzen Die Katzen.. ich möchte dich nicht zwingen, sie zu beschreiben, aber zumindest würde ich dich bitten, zur Übersicht eine Hierarchie einzutragen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt (ich verlier da schnell mal den Überblick, geht vermutlich auch andern so).


    Zum Rest gibts nicht viel zusagen, alles in allem mag ich das Tabmenü aber, auch wenn Farben oder Bilder (in Maßen!) nicht schaden würden.


    [tab=Prolog]Sehr kurz, aber er lässt schon das schlimmste erahnen - die Zweibeiner wollen neue Wohnsiedlungen bauen, dies lässt natürlich sofort an die beschriebene Handlung denken... gut.
    Durch die Beschreibung des Baulandes bekommt man auch gleich mit, wie das Territorium des BergClans etwa aussehen wird, wenn es denn dieses ist.
    [tab=Kapitel 1]

    Seit du begonnen hast diesen Beitrag zu verfassen gab es 1 neue Beiträge in diesem Thema. <- Okay, einfach direkt mal lesen und kommentieren :)
    Die Gefühle und Gedanken Sprosspelz' sind sehr schön beschrieben und man bekommt schon mit, dass die Handlung mittendrin einsteigt quasi. Ist zwar riskant, weil man keine Einführung bekommen hat, aber auch ebenso spannender weil es halt keinen, sagen wir mal langweiligen, Vorspann gibt in dem nichts passiert. Dass die Jagd erfolgreich war freut mich, doch schockierend sind die schrecklichen Nachrichten - die hättest du ja, nur um mich und andere leser zu ärgern, ins nächste Kapitel posten können. :P


    [tab=-]Wie gesagt, ewas kurz geworden, aber ich hoffe, auch dieser kleine Kommentar konnte dir helfen ^^'
    [/tabmenu]


    »Dream Nachtara (schillernd)

  • Dreamdust... den Namen kenn ich doch irgendwoher... ... ... Ach DU bists :D xD


    Nur mal ein kurzer Gegenkommi...


    Ehrlich gesagt, ich hab das Thema relativ in Eile entworfen. Ich hab VERSUCHT, Bilder einzubauen, hat aber nicht geklappt ... xD Ich werd das Tabmenü nochmal überarbeiten:) Wenn ich morgen das zweite Kapitel poste, mach ich auch eine Hierarchie :)


    Zu Kapitel 1: Aber aber, will euch doch nicht ärgern :P


    Ich hab dir das im Mapping-Topic schonmal gesagt: Jeder kleine Kommi hilft :) Daher vielen Dank für deine Kritik !

  • Kapitel 2~


    "Was?!" Sprosspelz konnte es nicht fassen. Er hatte gewusst, er hatte immer gewusst, dass die Zweibeiner Ärger machen würden, aber dass sein Anführer wegen ihnen ein Leben verlieren würde, damit hatte er nicht im geringsten gerechnet. "Wie konnte das passieren?" Abgrundschimmer seufzte tief und ließ sich langsam auf den noch warmen Boden gleiten. "Es ist relativ kompliziert zu erklären. Aber bis Schwarzfell zurückkommt, haben wir etwas Zeit. Keine Angst" fügte die Heilerin schnell hinzu, als Sprosspelz sie ungläubig anstarrte, "im Moment ist Fichtensterns Zustand sicher. Ich brauch nur etwas Goldrute, aber davon gibt es reichlich am Fuße des Schneebergs. Schwarzfell holt welche." Sie schaute Sprosspelz intensiv an, bis sich dessen getigertes Fell wieder legte. "Also, Fichtensterns Geschichte. Er hat mir erzählt, dass er alleine auf die Jagd gegangen sei und irgendwann auf Zweibeiner getroffen ist. Die haben ihn bemerkt und etwas auf ihn geworfen, was erst ganz laut geklirrt hat und sich dann in ganz viele, kleine Splitter geteilt hat. Diese Splitter sind sogar durch Fichtensterns dichtes Fell gedrungen!" Sie holte tief Luft. "Fichtenstern hat erzählt, dass er versucht hat, sich zum Lager zu schleppen, aber er ist wohl auf halbem Weg zusammengebrochen. Als er sein Leben verloren hatte, gab ihm vermutlich der SternenClan die Kraft, es bis zum Lager zu schaffen, wo ich mich dann um ihn kümmern konnte." Sprosspelz war wie vom Donner gerührt. Er hatte wirklich richtig vermutet: die Zweibeiner stellten ein großes Problem dar. "Mäusedung!!", entfuhr es ihm. Doch bevor er seinen Gefühlen noch weiter mit Flüchen Ausdruck verleihen konnte, hörte er einen benommenen, doch vertrauten Ruf von der Großen Kiefer aus. Hoffnungsvoll drehte Sprosspelz seinen Kopf in die Richtung, aus der der Ruf gekommen war, und tatsächlich: Fichtenstern stand mit wackligen Beinen und blutigem Fell auf einem dicken, niedrigen Ast der Kiefer und berief eine Versammlung ein!


    Auch wenn er sich freute, dass sein Anführer genug Kraft hatte, sog Sprosspelz scharf die Luft ein, als er den schlechten Zustand Fichtensterns bemerkte. Man konnte deutlich sehen, dass Körper in der letzten Zeit schwer beeinträchtigt wurde. Auch die anderen Clan-Katzen, insbesonders die, die gerade erst von einer Patroullie oder einer Jagdtruppe zurückgekehrt waren, murmelten verstört miteinander, während Fichtenstern keuchend darauf wartete, dass sich alle vor der Kiefer versammelten. Sprosspelz seufzte leise, als er die Situation noch einmal gründlich bedachte. Er musste sich regelrecht zwingen, nicht wieder über die Gefahr, die von den Zweibeinern ausging, nachzugrübeln. Mit einem energischen Kopfschütteln befreite er sich von seinen Gedanken und stapfte zu Schwarzfell hinüber, der inzwischen wieder eingetroffen war. "Hast du genug Goldrute gefunden?", fragt er seinen Bruder. Dieser schnurrte zufrieden und lächelte Sprosspelz an. "Ja, das war nicht sehr schwer und auch nicht sehr weit von hier weg." Er wurde schlagartig wieder ernst. "Aber der Grund, weshalb ich gegangen bin, ist weniger erfreulich." "Das stimmt schon, ja. Aber..." Sprosspelz verstummte, als Schwarzfell seinen Blick von ihm abwandte und auf Fichtenstern richtete. Der Anführer hatte sich wieder aufgerichtet, und wartete anscheinend ungeduldig auf Ruhe. Als auch die letzten gemurmelten Gespräche verstummt waren und ihn alle Katzen mit in der langsam hereinbrechenden Dunkelheit leuchtenden Augen anstarrten, begann Fichtenstern mit einer kurzen Zusammenfassung des Geschehenen, damit jedes einzelne Mitglied des Clans über den Vorfall Bescheid wusste.


    Anders, als Sprosspelz erwartet hatte, begannen die ClanKatzen nach Fichtensterns Rede nicht wieder zu murmeln und zu flüstern. Vielmehr starrten sie ihn alle ungläubig an, fast so, als ob auch sie über die aktuelle Zweibeiner-Bedrohung nachdachten. "Es muss etwas geschehen, sonst erstarren die noch alle zu Stein", murmelte Sprosspelz seinem Bruder Scharzfell zu. Dieser überlegte kurz und nickte dann fast unmerklich mit seinem Kopf. Dann stand er auf und holte tief Luft. " Fichtenstern! Was sollen wir jetzt machen? Wir wissen alle, dass die Zweibeiner im Moment eine nie dagewesene Bedrohung darstellen. Was sollen wir tun, wenn sie weiter vorrücken? Was sollen wir tun, Fichtenstern?" Als wäre er von all seiner Kraft verlassen, sackte Fichtenstern in sich zusammen. "Ich weiß es auch nicht. Ich habe mir überlegt, von diesem Ort wegzuziehen..." Mit einem einizigen, kräftigen Ruck schien der ganze Clan sich hochzustemmen, die Verzweiflung und die Ratlosigkeit zu verdrängen und letzte Kräfte zu mobilisieren. "Niemals, Fichtenstern! Wohin sollten wir denn gehen?!"


    Es war Frostklaue, die das gerufen hatte. Sie war in der letzten Zeit häufig wegen unpassender Kritik aufgefallen, deshalb war es nicht besonders verwunderlich, dass viele Köpfe sich missbilligend zu ihr umdrehten und sie wütend anblickten. In dem Moment, wo einige Älteste mit Schimpftiraden über die zweite Anführerin herziehen wollten, ertönte eine andere gereizte Stimme. "Ruhe!" Die Menge der Katzen teilte sich und Abgrundschimmer drängte sich zur Großen Kiefer durch. Als sie an den Wurzeln des mächtigen Baumes angekommen war, sprang sie in wenigen Sätzen neben Fichtenstern. "Katzen des Clans! Fichtenstern hat bereits gesagt, dass wir womöglich diesen Ort verlassen müssen. Und da ich es nicht mit ansehen kann, wie sich Clan-Kameraden streiten, sage ich es ganz offen: Der SternenClan hat mir schon prophezeit, dass wir von hier weggehen müssen! Allerdings weiß ich noch nicht, wohin. Hat noch jemand Fragen?!" Als die junge Heilerin ihre Rede beendet hatte, herrschte absolute Ruhe in der Menge der Katzen. Sprachlos vor Entsetzen starrten sie Abgrundschimmer an. Fichtenstern beendete die Situation, indem er die Versammlung auflöste.

  • Kapitel 3~


    "Alles unmöglich...", murmelte Sprosspelz vor sich hin, als er zum Lagerausgang trottete. Er hoffte, auf der Jagd seine Gedanken ordnen zu können und neue mentale Kraft zu schöpfen. Am Tunnel angekommen, gönnte er sich noch einige Johannisbeeren von den saftig grünen Sträuchern, die den Ausgang säumten. Als er daraufhin endlich das Lager verlassen wollte, kam ihm Schwarzfell mit seiner Schülerin Flammenpfote hinterhergelaufen. "Sprosspelz, warte! Gehst du auf die Jagd? Dürfen wir mitkommen?" Sprosspelz hatte nichts dagegen. "Gerne. Vielleicht können wir uns ja mal... unterhalten." Schwarzfell hatte schon verstanden, worum es ging. "Ja, diese Versammlung hat mich auch ziemlich mitgenommen. Lass uns jetzt gehen." Gemeinsam trottete die kleine Gruppe in den dichten Wald hinein "Schwarzfell? Lass uns am besten mal beim Schneeberg jagen. Ich war dort heute morgen schon, und... naja, es ist der einzige Ort, an dem ich war, wo ich noch genug Beute gefunden habe... Vermutlich sind die Zweibeiner schon sehr weit vorgerückt." "In Ordnung. Flammenpfote," ergänzte Schwarzfell seinen Bruder, "lauf schonmal vor und guck, was du riechen kannst. Wir treffen uns beim Fuß des Schneebergs." Seine Schülerin nickte begeistert und stürmte dann davon. Ihr Mentor seufzte. "Wenn man sie so wissbegierig und elanvoll wie immer sieht, möchte man kaum glauben, was gerade geschieht..." "Genau das ist es, worüber ich mit dir sprechen wollte, aber das hast du sicherlich schon gewusst, oder, Bruder? Du hast auch gehört, was Abgrundschimmer gesagt hat. Wir werden umsiedeln müssen, nur - wohin?“ Die Worte sprudelten aus Sprossfell heraus. „Müssen wir eine Reise antreten, in fernes und fremdes Territorium, und auf dem Weg dorthin den halben Clan verlieren?!" Der energische Krieger hatte sich immer mehr in seine Erzählung hineingesteigert, und seine Stimme wurde zu einem schrillen Krächzen. Sein Bruder Schwarzfell konnte diese eindeutigen Zeichen von schwachen, verbrauchten Nerven und Übermüdung schlecht missachten, und auch wenn es ihm selbst innerlich nicht anders ging, durfte er sich zum Wohle des Cans nichts anmerken lassen. Die Katzen mussten stark bleiben. Indem er seinem Bruder locker mit dem Schwanz über dessen Maul wischte, brachte er ihn schnell zum Verstummen.


    "Sprosspelz...", hob er zu einer Erklärung an, "ich weiß, dass dieses Thema uns beide, sowie alle anderen Clan-Katzen sehr mitnimmt. Aber, was soll es bringen, sich darüber aufzuregen? Der SternenClan hat gesprochen, und wir wissen ungefähr, was geschehen wird. Also sollten wir lieber überlegen, wie wir unsere Zukunft am besten gestalten!" Der schwarze Krieger sah seinen ermattet auf dem Waldboden zusammengesunkenen Bruder mit seinen weisen, durchdringend gelben Augen einige Zeit lang an. Dann stupste er ihn aufmunternd an. "Hey, Kopf hoch! So schlimm, wie du es dir vorstellst, kann es doch gar nicht werden. Der SternenClan wacht über uns! Und wenn es unser aller Schicksal ist, wegzuziehen, dann ist es halt so. Jetzt pass mal auf. Wir gehen jetzt zum Schneeberg und jagen, und dabei räumst du deinen Kopf frei von all diesen Mäusehirnigen Gedanken. Verstanden? Verdammt, Sprosspelz, du bist mein Bruder! Ich will ein Funkeln in deinen Augen sehen!“


    Schwarzfell wusste, wie er seinen Bruder schnell wieder auf die Beine kriegen konnte, sollte er seinen Glauben an etwas verloren haben, und so war es auch heute: Die kleine, aber energische Rede war nicht an Sprosspelz vorbeigezogen ohne Spuren zu hinterlassen, und wie durch ein Wunder erhob er sich kurz darauf wieder auf die Beine, ein Leuchten von neuer Hoffnung in seinen Augen. „Na gut. Lass uns jetzt sofort los!“ Vollgepumpt mit neuer Energie stupste der hellbraune Krieger seinen Bruder an und Schulter an Schulter rannten die beiden Krieger in Richtung Schneeberg.


    Als sie nach vielen Schritten an einer kleinen Lichtung, nicht mehr sehr weit vom Schneeberg entfernt, ankamen, ließ sich Sprosspelz an einen Baum fallen. „Lass uns kurz eine Pause machen, Schwarzfell, ich habe mir einen Dorn in die Pfote getreten. Angestrengt versuchte er, den Dorn aus dem harten Ballen seiner Pfote zu ziehen. Währenddessen ließ sich Schwarzfell neben ihm auf die Hinterbeine nieder und ließ seinen Blick schweifen. Als sein Blick auf die Spitze des Schneebergs traf, geschah etwas merkwürdiges: Sein Blick verschwamm, und sein Körper wurde schwer, zu schwer. Er ging zu Boden. Als er sich kurz darauf mit höchster Anstrengung und schmerzenden Muskeln aufrichtete, wusste er vom ersten Moment an: Etwas hatte sich verändert. Diese Veränderungen zu finden, war nicht mal schwer, denn der Boden um ihn war schlammig und die vielen Bäume waren einfach verschwunden, als wären sie nie dagewesen. Schwarzfell erhob sich auf die Pfoten, das Gewicht auf seinem Körper ließ langsam nach, und blickte suchend zu der Stelle, wo sich vor einigen Augenblicken Sprosspelz niedergelassen hatte. Er war weg. Schwarzfell schauderte. Wo war er hier? Und wie sollte er wieder zurück in seine Welt, zu seiner Familie, seinen Freunden kommen? Wellen der Furcht überrollten ihn, und eine eiskalte Brise ließ ihn erzittern. Diese Welt war schrecklich. Ein kleiner, unangenehmer Gedanke blühte in ihm auf: Vielleicht... war das ja die Zukunft, wenn die Zweibeiner weiter alles zerstörten. Er seufzte. Warum musste der SternenClan es ihnen so schwer machen? Resigniert ließ er seinen Blick zum Schneeberg schweifen. Was er nun sah, ließ ihn erneut erschaudern, aber vor Freude. Der Schneeberg... Was war mit dem Schneeberg los?

  • [tabmenu][tab=x]

    Hi ^-^
    Wie ich sehe, hast du jetzt ja eine kleine Übersicht über die Katzen eingefügt, finde ich gut, weil daran kannst du selbst dich ja auch ein wenig orientieren. Sind wenige Katzen, finde ich, aber vielleicht kommt das noch oder ist so beabsichtigt.
    Der Klappentext ist ja, soweit ich sehe, auch neu. Auf jeden Fall ist er schön spannend gemacht und regt auch zum Lesen an, vor allem mit dem ‚doch diese Tage sind gezählt‘ oder so.

    [tab=Kapitel 2]

    Was war das für ein Ding, was Fichtenstern abbekommen hat? Weil ein wenig komisch erscheint es mir schon. Zwar gibt es Menschen, die die Katzen töten würden, dennoch erscheint es mir komisch, dass es hier so der Fall ist.. oder nicht? Denn es war vermutlich die Absicht, die Katze(n) zu vertreiben, aber sie auch zu töten? Keine Ahnung o:
    „murmelte Sprosspelz seinem Bruder Scharzfell zu.“ Scharzfell? Wer ist das? ^^
    Jedenfalls, die Reaktion der Katzen, nachdem Fichtenstern gesagt hatte, was passiert war, ist eigentlich recht gut Nachvollziehbar. Ich wüsste vermutlich auch nicht, was ich tun sollte und wäre deswegen Still, wobei es etwas verwundernd ist, dass sie nicht tuscheln oder so.
    Die Clankatzen müssen fortziehen? Wohin wollen sie? Was wollen sie nun tun? Aah, es wird schon spannend, das sehe ich, wobei es mich immer noch sehr an die grosse Reise erinnert. Mal sehen.

    [tab=Kapitel 3]

    Findest du es nicht etwas … unverantwortlich, dass Schwarzfell seine Schülerin einfach voraus laufenlässt, wo er doch weiss, dass die Zweibeiner ganz in der Nähe sind und eine grosse Gefahr darstellen?
    Ich finde es schön, die Schwarzfell seinem Bruder wieder Mut zuspricht, wobei es natürlich ein wenig Verwirrend ist, dass es vorwiegend aus quasi ‚seiner Sicht‘ beschrieben wird, wo in den anderen Kapiteln doch vorwiegend Sprosspelz‘ Sicht beschrieben wurde, aber ich nehme an , sie teilen sich jetzt sozusagen die Hauptrolle.
    Ansonsten.. ja, was ist mit dem Schneeberg los? Das macht jetzt wirklich neugierig auf das nächste Kapitel – welches ich natürlich auch lesen (und wenn ich es schaffe Kommentieren) werde. c:

    [/tabmenu]

    ~ Dream Nachtara (schillernd)

  • [tabmenu][tab=x]Ich finde Gegenkommis sehr wichtig, deshalb auch hier einer ^^ Ich versuche, ihn länger zu machen als andere, aber das wird eh nicht klappen |D


    [tab=x² :D ]

    Zitat

    Sind wenige Katzen, finde ich, aber vielleicht kommt das noch oder ist so beabsichtigt.


    Jop, beabsichtigt. Wie gesagt, ich kann es gar nicht ab, wenn vor Geschichten ellenlange Hierarchien stehen von Personen (und Katzen), die in der Geschichte selbst noch gar nicht existieren. Wenn also im nächsten Kapitel beipielsweise ein Ältester eine Sprechrolle bekommt, wird er auch in die Hierarchie aufgenommen. Es gibt einen schönen (und unwahren) Spruch: "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben". Das kann man auch auch meine Hierarchie beziehen, nur hier stimmt es :)  
    [tab=Kapitel 2]

    Zitat

    Was war das für ein Ding, was Fichtenstern abbekommen hat? [...] Denn es war vermutlich die Absicht, die Katze(n) zu vertreiben, aber sie auch zu töten?


    Es sollte Glas darstellen, zum Beispiel eine Flasche. Ich hab mir die Situation so vorgestellt, dass da ein paar gestresste Bauarbeiter, die vielleicht schon die vielen Katzen bemerkt haben und von ihnen genervt sind, grad ein Raucherpäuschen machen, Fichtenstern bemerken und eine Bierflasche o.ä. (Bierflaschen zersplittern nicht so einfach... aber Wein werden sie wohl kaum dabei haben...) nach ihm geworfen haben, in der Absicht, ihn zu vertreiben und verschrecken. Joa :)


    Zitat

    Aah, es wird schon spannend, das sehe ich, wobei es mich immer noch sehr an die grosse Reise erinnert. Mal sehen.


    Ich hatte nie die Absicht, irgendwas von den richtigen Büchern zu übernehmen, weder Namen, noch Teile der Handlung. Alles, was in der Geschichte vorkommt, ist ausschließlich meiner Fantasie entsprungen und sollte nie irgendwelche Parallelen aufweisen, ich wollte (und will immernoch) allen Lesern etwas komplett neues bieten. Trotzdem, ich versuche im nächsten Kapitel, etwas Distanz zu schaffen :)


    [tab=Kapitel 3]


    Zitat

    Findest du es nicht etwas … unverantwortlich, dass Schwarzfell seine Schülerin einfach voraus laufenlässt, wo er doch weiss, dass die Zweibeiner ganz in der Nähe sind und eine grosse Gefahr darstellen?


    Um es kurz zu machen: Ja.


    Na gut, etwas schreib ich schon noch ^^



    Diese Stelle ist auch eine davon: Klar, es ist unverantwortlich, und es wird auf jeden Fall geändert. Pöser Schwarzfell <: Danke für den Hinweis :)  Punkt #156 in meiner To-Do-Liste...


    Zitat

    [...]aber ich nehme an , sie teilen sich jetzt sozusagen die Hauptrolle.


    Jop, wie schon im Startpost gesagt, beides sind Protagonisten, aus deren Sicht erzählt wird. Dass es zwei Krieger gibt, aus deren Perspektive ich das Geschehen beschreiben kann, gibt mir die Möglichkeit, die Handlung einfach in eine andere Richtung zu lenken, wenn z.B. Sprosspelz auf einer Friede-Freude-Eierkuchen-Jagd ist, Schwarzfell hingegen mit dem Anführer debattiert. Ich geh da jetzt nicht noch weiter drauf ein, ich, glaube, jeder weiß, was ich meine... Oder auch nicht... Aber die meisten hier sind eh Proiger als ich, es werden also die meisten mehr als verstanden haben, weil sie es selbst wissen... Sollte noch nen "Geschwafel"-Spoiler machen...


    Zitat

    Ansonsten.. ja, was ist mit dem Schneeberg los? Das macht jetzt wirklich neugierig auf das nächste Kapitel [...]


    Tja, du hast es so gewollt, dass ich es spannend mache :> [tab=Kleiner Schluss]

    Zitat

    [...]welches ich natürlich auch lesen (und wenn ich es schaffe Kommentieren) werde. c:


    Ich freu mich schon drauf ^^ Vielen lieben Dank für dein Kommi, ich hoffe, die Geschichte gefällt dir :3 [/tabmenu]


    ~ Scherox

  • Kapitel 4~


    Er leuchtete.


    Inmitten der dunklen, trostlosen Landschaft, in der sich Schwarzfell befand, stach der Schneeberg, besonders sein Gipfel, hervor wie heller Sonnenschein am Sternenvlies der Nacht es tuen würde. Schwarzfell wunderte sich, warum ihm der Berg nicht schon vorher aufgefallen war. Er blickte ihn mit zusammengekniffenen Augen genauer an, noch immer lastete etwas Schweres auf seinen Schultern, aber der Druck ließ langsam nach.
    Eigentlich war es nicht der Berg, der leuchtete. Er strahlte das Licht einfach aus, es war einfach da, wie eine Aura. Schwarzfell sah saftige Wiesen, wo der Schnee geschmolzen war, grüne Tannen und Fichten auf den Hängen, und er konnte sich tatsächlich Beute hören und riechen, auf diese riesige Entfernung. Er wusste einfach, dass diese Idylle echt war, es war einfach unmöglich, dass ihn seine Sinne täsuchten. Der Schneeberg, für die Katzen seines Clans seit eh und je unbegreiflich und unbezwingbar, sah aus wie ein wahres Paradies, als wäre es Territorium des SternenClans . In dem Moment, wo der letzte Rest des Gewichts von ihm abfiel, welches schon die ganze Zeit auf ihm gelastet hatte, und er aufspringen wollte, um zu dem Berg zu rasen, ihn aus der Nähe zu begutachten, ihn mit seinen Pfoten zu spüren, da verschwand alles. Alles. Von einem Moment auf den anderen. Er stand im Nichts. Er fiel.


    Als Schwarzfell wieder erwachte, schien das gerade Erlebte wie ein Traum zu sein. Er lag neben dem Baum in seiner Welt, neben ihm kauerte sein Bruder und kümmerte sich um seine Pfote, alles schien normal. Der Schneeberg war groß wie immer, aber nicht so voller Schnee wie in seinen Träumen. Die Bäume sahen aber immer noch so aus, als ob nicht einmal die Zweibeiner sie zerstören könnten, standhaft, mächtig, erhaben. Sie strahlten die Sicherheit eines Lagers aus. Ob ein Clan, überlegte Schwarzfell schaudernd, ob ein Clan dort leben könnte? Der Gedanke kam urplötzlich, er war einfach da und Schwarzfell wusste, dass er stimmte. Dass es wahr war, was er dachte. Dass es die Lösung war, vielleicht sogar die Einzige, aber auf jeden Fall die einzig Richtige. Er sprang auf, achtete nicht auf seinen Bruder, der ihm erst nur hinterrief, dann halbherzig losrannte und schließlich wieder umkehrte. Er achtete nicht auf Beutegerüche in seiner Nase, die seinen Magen verspotteten, er hatte schon lange nicht mehr ordentlich gegessen. Er nahm Bäume, Hindernisse, Nahrung nur vage wahr, setzte über Baumstämme, die tot auf dem Boden lagen. Ließ sich nicht aufhalten. Seine Gedanken überschlugen sich. Zwar fühlte sich Schwarzfell schuldig, seinen Bruder einfach zurückzulassen, aber die Situation forderte halt Opfer. Ohne noch weiter darüber nachzudenken, stürzte er vorwärts, durch den Wald, über die Heide, zu seinem Clan.


    Außer Atem gelangte er zum Lager und brach ohne zu zaudern durch den Eingang, wobei er das halbe Gebüsch hinter sich herzog. Innerhalb weniger Augenblicke stand er mitten auf der Lichtung, auf der sein Clan lebte, und sah sich verwunderten und misstrauischen Blicken der anderen Krieger unterzogen. Er stellte sein Rückenfell auf und kauerte sich nieder. Er war außer Atem, er konnte nicht mehr. Der Gedanke, was für ein Bild er abgeben würde, war ihm bisher nicht gekommen. Zerzaust, abgemagert, wahrscheinlich sah er aus, als wäre er völlig am Ende. Sein Körper wollte nicht mehr, wollte keine Pfote mehr vor die andere setzten, nur noch Ruhe und Essen. Doch es ging nicht, Schwarzfell wusste das, er musste es tun. Zitternd stand er auf bewegte sich einen Moment nicht, um wieder zu Kräften zu kommen. Dass er komplett am Ende war, merkte er erst jetzt, doch es war zu spät. Schweren Herzens, wohlwissend, was seine Nachricht bedeutete, machte er sich auf den Weg zu Fichtensterns Bau.

  • Ein neues Kapitel ^^ Ihr dürft übrigens kommentieren, wenn ihr wollt ^^ (Ja, das Kapitel ist nicht allzu lang und ´hat auch nicht so viel mit der Story zu tun, aber im nächsten geht's dafür wieder so richtig zur Sache ^^


    /e: Kapitel 5 erweitert.



    Kapitel 5~


    Traurig trottete Flammenpfote Sprosspelz hinterher, zurück zum Lager. Sie dachte an Schwarzfell. Sein Inneres war zerrüttet, das wusste sie, und doch konnte sie ihm nicht helfen, nichts für ihn tun. Warum war er überhaupt so schnell davongelaufen? Sprosspelz hatte ihr nicht viel gesagt, er war angerannt gekommen, und befohlen, sofort zum Lager zurrückzukehren. Seine Stimme war harsch und kalt gewesen, doch darunter hatte Flammenpfote Angst gehört, Angst und Unsicherheit. Es war irgedetwas besonderes passiert, sie wusste nicht, was, aber es musste Sprosspelz schwer getroffen haben. Eine Frage kann ja nicht schaden, dachte sie sich und schloss zu Sprosspelz auf.


    „Sprosspelz?“, fragte sie leise. Seine Antwort war ebenfalls leise, dazu noch traurig, aber viel wärmer als noch einige Minuten zuvor.


    „Ja? Was gibt es denn, Flammenpfote?“ „Naja, ich mache mir Sorgen. Nicht nur um Schwarzfell, sondern… ach, egal. Aber, kannst du mir bitte erzählen, was vorhin überhaupt los war? Du warst… wütend, aber auch irgendwie traurig, dachte ich… Bitte, erzähl doch, was mit Schwarzfell passiert ist…“ Der braune Kater hatte sie nicht angesehen, als sie geredet hatte, hatte überhaupt nicht reagiert. Tiefer Kummer ging von ihm aus. „Ach, Flammenpfote… Du hast ein Talent, zu spüren, was in deinen ClanKameraden vor sich geht.“ Er senkte seinen Kopf und seufzte. „Du hast Recht, ich bin traurig. Hör gut zu, ich werde dir es jetzt genau einmal erzählen.“ Bei diesen Worten wandte er der kleinen, roten Schülerin seinen Kopf zu, seine gelben Augen funkelten. „Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Wir lagen nebeneinander an einem Baum, nicht weit von dir. Ich hatte einen Dorn in der Pfote“, dabei nickte er zu seiner linken Vorderpfote, „und habe ihn entfernt. Ich habe nicht viel gesehen, was Schwarzfell gemacht hat, es gab ja auch keinen Grund hinzusehen. Er lag einfach auf der Seite, so wie ich. Irgendwann“, er blickt hoch, über die Wipfel der Bäume, in den klaren, blauen Himmel, „hab ich bemerkt, dass er aufsah. Es war grausam. Seine Augen waren weit aufgerissen, es war, als wäre er voller Furcht vor etwas. Ich weiß genau, er schaute zum Schneeberg, aber ich weiß nicht warum… Dann sprang er auf und lief davon, er hat nicht auf meine Rufe gehört, ist einfach weitergelaufen.“ Stumm beschleunigte Sprosspelz seinen Schritt, Flammenpfote ließ sich ein kleines Stück hinter ihn fallen. Mehr braucht sie jetzt nicht zu wissen, sie war sich sicher, bald würde sie mehr erfahren. Sorgen bereitete ihr jedoch das Verhalten von Sprosspelz. Er gab sich die Schuld an irgendwas, und obwohl sie nicht wusste, worum es sich genau handelte, war ihr klar: Es lastete schwer auf ihm.
    Dass sie die Gefühle der anderen Katzen so gut verstehen konnte, war eine Gabe, hatte ihr die Heilerin Abgrundschimmer verraten. Doch in Zeiten wie diesen, wo die Zweibeiner nur für Verzweiflung und Not sorgten, da war sich Flammenpfote nicht sicher, ob es wirklich etwas so schönes war.


    „Fichtenstern?“, rief Schwarzfell unruhig in die Dunkelheit des Anführerbaus., unwissend, ob er überhaupt eine Antwort bekommen würde. Doch er schien Glück zu haben. „Schwarzfell.“, ertönte eine tiefe, ruhige Stimme, es folgte eine Pause. Schwarzfell konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, er war so müde wie lange nicht mehr, aber auch aufgeregt. Was würde Fichtenstern tun? Würde er ihm überhaupt glauben? Immerhin war die Geschichte, die er zu erzählen hatte, mehr als nur merkwürdig. „Komm ruhig herein“, sagte Fichtenstern, und Schwarzfell sah in der Dunkelheit ein Augenpaar funkeln. Langsam trottete er in den Bau seines Anführers.
    Fichtenstern lag auf der Seite, gebettet auf Farn und Moos. Er wirkte zwar immer noch stark geschwächt, aber er schien seit seiner Rede schon neue Kraft gewonnen zu haben. „Setz dich, alter Freund, und erzähl mir, was los ist. Wie war die Jagd? Geht es dir gut?“ Sein Blick glitt über Schwarzfells zerzausten Pelz, musterte ihn, schien seine Gedanken zu lesen, und ruhte dann in Schwarzfells nervösen Augen, die auf den Boden sahen. „Komm schon. Du willst mir etwas erzählen, etwas wichtiges. Hab keine Angst, Schwarzfell, aber rede mit mir, dann kann ich dir helfen.“ Noch immer sah er ihn nur an, drängte ihn nicht, schien einfach abzuwarten. Schwarzfell sagte nichts, er wollte zwar seinem Anführer alles berichten, was er erlebt hatte, doch konnte er sich nicht dazu überwinden. Er öffnete sein Maul, die ersten, zaghaften Töne seiner Geschichte lagen ihm bereits auf der Zunge, dann schloss er es wieder, schluckte, atmete tief ein.
    „Also…“, begann er nach einer kurzen Pause, in der weder er noch sein Anführer sich gerührt hatten. „Also, es war so. Ich bin mit Flammenpfote und Sprosspelz auf die Jagd gegangen.“ Schwarzfell erzählte seine Geschichte, wie sie die Lichtung erreicht hatten, was mit ihm passierte, ließ kein Detail aus, beschrieb den leuchtenden Schneeberg so gut er konnte. „Der Schneeberg war nicht mehr so bedrohlich, wie er in der wirklichen Welt aussieht, Fichtenstern. Es war fast, als wäre er der einzige sichere Ort in dieser Welt gewesen, denn alles andere war zerstört, nur der Schneeberg nicht.“ Ich glaube…“ Schwarzfell musste schwer schlucken, als er diese Worte formulierte. „Ich glaube, der Schneeberg könnte eine Heimat sein, er könnte uns Schutz bieten, Fichtenstern. Vielleicht war das ja ein Hinweis des SternenClans?“
    Fichtenstern sagte nichts. Er schien erstarrt, doch Schwarzfell kannte ihn lange genug, um zu erkennen, dass sein Anführer nachdachte.
    „Schwarzfell. Deine Geschichte scheint unglaublich, doch ich glaube dir, denn du bist immer ein ehrenhafter Krieger, und ein guter Freund gewesen.“ Er erhob sich und trottete in Richtung des Ausgangs, an Schwarzfell vorbei, der ihm wortlos mit seinem Blick folgte. „Vielleicht hast du Recht, und es war eine Vision, geschickt vom SternenClan, doch darüber werde ich mich jetzt mit Abgrundschimmer unterhalten. Du jedoch solltest schlafen gehen, du warst lange genug auf den Beinen, um ihn dir redlich verdient zu haben.“ Schon in der Bewegung, den Bau verlassen zu wollen, wandte Fichtenstern nocheinmal seinen massigen Kopf zu Schwarzfell, und sagte mit ernstem Blick: „Ich kann mich doch darauf verlassen, dass du die Geschichte vorerst für dich behältst?“ Dann verließ er den Bau und verschwand in der Nacht.
    Mit einem Seufzen starrte ihm Schwarzfell hinterher. Er verharrte einige wertvolle Augenblicke auf der Schwelle des Anführerbaus, dann begab er sich zum Kriegerbau. Während er sich drehte, um eine bequeme Position zu finden, schossen ihm Gedanken durch den Kopf, ermüdeten ihn weiter, doch ließen ihm keine Ruhe. Glaubte Fichtenstern ihm wirklich? Was würde Abgrundschimmer meinen? Und… wenn das, was ihm widerfahren war, wirklich eine Vision des SternenClans war?

  • Ich lasse auch mal ein kurzes Feedback da, will aber gleich im Vorraus sagen, dass ich nicht sehr gut darin bin :c


    Hach, ich hab mir jetzt schon mehrere Warrior Cats- Geschichten hier im BB durchgelesen und muss sagen, dass mich deine gleich am Anfang gefesselt hatte, schon wegen dem Klappentext hätte ich die FF als Buch wohl sofort gekauft c:
    Ich finde es schön, wie du die einzelnen Charakter schön zur Geltung bringst, ich kann sie mir richtig gut vorstellen ^^
    Auch, dass du die FF aus verschiedenen Sichten schreibst, gefällt mir sehr gut ^^  
    Rechtschreibfehler habe ich beim Lesen insgesamt drei gefunden, nur leider finde ich sie jetzt nicht mehr ^^"


    Naja, es ist zwar schon ähnlich wie die große Reise, aber der Clan muss nunmal in ein anderes Gebiet ziehen, das ist ja dann noch längst keine Nachmache der großen Reise ^^


    Flammenpfotes Charakter finde ich übrigens sehr interessant, mal sehen was sie noch für eine Rolle spielt ^^


    Sie SternenClan- Botschaft bzw. dee Blick in die Zukunft war gut beschrieben, sie müssen unbedingt da weg :o


    Bin gespannt auf das nächste Kapitel, hoffe dieses kleine Feedback hilft dir wenigstens ein wenig ;3

  • Hey Nixy,


    wow, fast zwei Monate lang habe ich es nicht geschafft, dir zu antworten... Tut mir Leid, ich habs ehrlich gesagt vergessen ^^" Ich hol es an dieser Stelle aber mal nach.
    Vielen Dank, dass du dir die Geschichte durchgelesen hast, und schön, dass sie dir gefällt ^^ Ich habe versucht, den Klappentext direkt so ansprechend wie möglich zu machen, um eben Leser zu gewinnen ;) Die verschiedenen Sichten sollten für Abwechslung sorgen.
    Ich versuche, möglichst auf Rechtschreibung zu achten, aber auch mir passieren Fehler ;) Flammenpfote wird durchaus eine große Rolle spielen, sei gespannt.

  • Hallow, Throw. :3
    Weil du mich darum gebeten hast, will ich mit dem Kommentar nicht lange Zögern, weil bei mir läuft das nur wieder darauf hinaus, dass ichs gar nicht mehr mache. ^^'


    Bis auf wenige Zeichenfehler ist das Kapitel für meine Augen bei einfachem durchlesen komplett fehlerfrei gewesen, das ist angenehm. Inhaltlich ist es gut geschrieben, es hat nicht wahnsinnig viel Inhalt, da es hauptsächlich einen Dialog zwischen Schwarzfell und Fichtenstern darstellt, aber es ist trotzdem so geschrieben, dass man nicht gähnt und denkt: "Wann ist das denn endlich vorbei?", sondern gerne weiterliest. Das besprechen von Zeichen vom SternenClan ist natürlich immer so eine Sache, gut finde ich vor allem, dass Schwarzfell sich Gedanken gemacht hat, ob der Anführer ihm wirklich glaubt, oder ob er es halt nur so dahin sagt.


    Hm, mehr habe ich gar nicht zu sagen, bin etwas aus der Übung (falls ich jemals welche hatte) mit Kommentarschreiben und joa..
    Dream

  • In der ersten Zeile hast du "unwissen" statt "unwissend" geschrieben, und später steht da "ich glaube, der Schneeberg könnte eine Heimag seine" statt "ich glaube, der Schneeberg könnte eine Heimat sein" . Sonst habe ich auch nach genauem Suchen keine weiteren Rechtschreibfehler gefunden ^^


    Zum Inhalt:
    Es war wieder spannend gestaltet und regt auch durchaus zum Weiterlesen an. Das Kapitel war leider recht kurz, nur ein Dialog zwischen Fichtenstern und Schwarzfell. Trotzdem ein tolles Kapitel, zudem ich auch nicht viel zu sagen habe.


    Ich freue mich auf das nächste Kapitel! c:

  • Vielen Dank für eure beiden Kommis :) DIe Fehler berichtige ich sofort.
    Hier kommt auch schon Kapitel 6, die letzten beiden habe ich der Länge wegen zusammengefasst ;) Viel Spaß damit!


    Kapitel 6


    Komm schon, du kriegst es!“, dachte Flammenpfote, während Knospenpfote ein junges Kaninchen anvisierte. Die Muskeln ihrer Freundin spannten sich an, sie schien wie in einer Trance, dann sprang sie. Der Sprung war perfekt, und obwohl der Nager sie gesehen hatte, konnte die braune Schülerin ihre Zähne in seinen Nacken versenken. Erleichtert ließ sie von ihrer toten Beute ab, ging einen Schritt zurück, während ihr Mentor Sprosspelz erfreut schnurrte. Auch Flammenpfote rannte zu ihr und rieb ihren Kopf an dem ihrer Freundin. „Toller Sprung, Knospenpfote! Komm, wir bringen das zu den Ältesten ins Lager, die haben bestimmt Hunger!“ Fragend blickte sie zu Sprosspelz, der zustimmend nickte. „Wir holen auf dem Weg noch die restliche Beute ab.“, antwortete dieser, deutete Knospenpfote ihr Kaninchen mitzunehmen, und sprang in einem großen Satz vorneweg. „Komm, beeil dich!“, rief Flammenpfote ihrer Freundin zu, während sie mit großen Sprüngen dem Bruder ihres Mentors folgte. Knospenpfote brauchte nicht lange, um sie einzuholen, das Kaninchen war nicht besonders fett. „Bescher alsch nischts“, nuschelte sie mit der Beute im Maul der feuerroten Schülerin zu, die zustimmend nickte. „Ja, ich bin schon glücklich, dass wir überhaupt etwas gefunden haben. Schade, dass Schwarzfell nicht mitgekommen ist, er hätte bestimmt eine Idee gehabt, wo wir mehr hätten finden können…“ Knospenpfote brummte nur, fast als hätte sie Angst, ihre schwer umkämpfte Beute zu verlieren.
    Eine Zeit lang liefen die beiden Schülerinnen einfach nebeneinander, Sprosspelz voraus. Sie hielten an einem Tümpel, wo Sprosspelz seine Beute ausgrub, während Flammenpfote sich über den Zweibeinergeruch aufregte. „Riecht ihr das? Die waren erst vor kurzem hier, vielleicht vor einem Tag oder so… Ich hasse Zweibeiner.“ Weder Sprosspelz noch seine Schülerin sagten etwas darauf, doch Flammenpfote konnte ihre stumme Zustimmung fühlen. „Ihr beide“, sagte Sprosspelz, als er seine beiden Mäuse ausgegraben hatte. „Lasst uns jetzt schnell zurück. Fichtenstern hat für die Abenddämmerung eine Rede angekündigt, und wir haben noch einen langen Weg vor uns.“ Prüfend ließ er seinen Blick über den Himmel schweifen, wo die Sonne nun immer schneller auf den Schneeberg herabsank. „Vielleicht erfahren wir dann endlich, was mit Schwarzfell los ist…“, murmelte er, mehr für sich selbst als für die beiden Schülerinnen. „Kommt, los geht’s!“, rief er daraufhin laut, und rannte los, doch Flammenpfote fühlte genau, wie angespannt er war.
    Sie erreichten das Lager gerade noch rechtzeitig. Die anderen Katzen des BergClans saßen bereits gespannt vor der großen Kiefer, auf der die Anführer ihre Reden hielten. Die Atmosphäre war sehr angespannt, es wurde gemurmelt, doch niemand wusste genau, weshalb sie sich versammelt hatten. Während Flammenpfote und Knospenpfote sich zu den anderen Schülern setzten, begab sich Sprosspelz zu seinem Bruder, der in der ersten Reihe neben Frostklaue saß. Er schien wieder bei Kräften zu sein, bereit für das, was jetzt kommen würde. Während Sprosspelz ihn begrüßte, musste er darüber nachdenken. Vielleicht hatte es ja mit Schwarzfells seltsamen Verhalten bei der gestrigen Jagd zu tun? Er hatte sich bereits am Morgen dafür entschuldigt, aber wollte nicht sagen, was geschehen war. Nun, nur Fichtenstern würde diese Fragen beantworten können, also wartete Sposspelz einfach ab.
    Er musste gar nicht lange warten, denn schon nach wenigen Augenblicken sprang sein Anführer aus seinem Bau mit einem Satz auf den tiefen Ast der gigantischen Kiefer. Die leisen Gespräche unter den Katzen verstummten, in der einbrechenden Nacht leuchtende Augen richteten sich auf den großen, braunen Kater. Dieser sagte zunächst nichts, seine Augen wanderten durch die Reihen der Zuhörer, trafen auf andere, starre Blicke, verweilten einen Herzschlag, wandterten weiter, von Krieger zu Schüler zu Ältestem. Dann begann Fichtenstern mit seiner Rede.
    „Freunde. Was ich euch nun erzählen werde, wird euch nicht gefallen, aber ich muss es tun, denn es ist die Wahrheit.“ Sein Blick löste sich von den gespannt wartenden Katzen, wanderte nun zum Sternenvließ, weilte dort. „Die Zweibeiner setzen uns zu. Ihre Monster zerstören unser Territorium und verjagen die Beute, wir leiden an Hunger. Und es gibt nichts, was uns helfen könnte, denn gegen ein Monster können keine zehn Krieger etwas ausrichten. Und deshalb gibt es nur eine Möglichkeit – wir müssen das Lager aufgeben und uns eine neue Bleibe suchen. Wartet“, unterbrach er vereinzelte Rufe in der Menge der gebannt lauschenden Katzen, „ich werde es euch erklären. Abgrundschimmer hat uns bereits mitgeteilt, dass sie eine Nachricht vom SternenClan erhalten hat, die besagt, dass wir gehen müssen. Wir wussten bisher nur nicht, wohin, doch dafür haben wir nun eine Lösung gefunden. Schwarzfell“, er nickte dem Krieger ernst zu, „hatte eine Vision, und Abgrundschimmer und ich sind übereingekommen, dass sie vom SternenClan gesendet wurde. Sie besagt, dass der Schneeberg unsere neue Heimat sein soll.“ Nun gab es bei den meisten Katzen kein Halten mehr, wütend riefen sie ihre Zweifel heraus. Fichtenstern hatte Mühe, sie wieder zu beruhigen. Als wieder die gespannte Ruhe eingekehrt war, die zu Beginn der Rede geherrscht hatte, fuhr er fort. „Die Vision besagte, dass die Zweibeiner alles zerstören werden, sie werden weder die den Wald, noch die Heide verschonen, und saftiges Moos wird Schlamm weichen. Der Wald“, er blickte wieder jede der Katzen für einen Herzschlag eindringlich an, „Der Wald wird sterben, und wir mit ihm, wenn wir bleiben.“ Er wartete einen Moment. „ Doch die Zweibeiner werden nicht alles zerstören. Der Schneeberg wird bleiben wie er ist, und deshalb wird er unsere Rettung sein.“ Er sprang nun von der Kiefer herab und ging direkt durch die Reihen der Katzen, sprach sie direkt an. „Habt ihr jemals überlegt, warum unser Clan BergClan heißt? Wir nennen uns so, doch selbst Stumpfkralle, der älteste Kater in unserem Clan, hat schon hier im Wlad gelebt, oder?“ Er blickte den Ältesten fragend an, der zustimmend nickte. Fichtenstern fuhr fort. „Es ist ganz einfach. Wir stammen von Katzen ab, die vor langer, langer Zeit auf dem Schneeberg gelebt haben. Seht unser Fell an, es ist lang und dicht. Schwarzfell, Sprosspelz, Abgrundschimmer, Schwalbenflug, und ich selbst natürlich auch, um einige Beispiele zu nennen. Habt ihr im Winter jemals gefroren? Schattentanz, Felskralle, ihr etwa? Nein, denn unser Fell hält uns warm. Und das ist die Lösung, wir werden dorthin zurückgehen, wo wir herkommen, an den Ort, wo unser Clan entstanden ist. Das wird uns nicht nur vor den Zweibeinern schützen, sondern auch unser Überleben sichern und unseren Hunger beenden, denn in der Vision von Schwarzfell war der Berg voller Beute.“
    Zufrieden sprang er zurück auf den Ast seiner Kiefer, abwartend, was die Katzen sagen würden. Die Katzen waren jedoch verstummt, in Gedanken versunken, unsicher, was sie von der Idee ihres Anführers halten sollten. Die zweite Anführerin, Frostkralle, übernahm schließlich das Wort.
    „Ist ja schön und gut, dass wir eine Möglichkeit hätten, den Zweibeinern zu entkommen, aber ich glaube, du bastelst dir da nur irgendwas zurecht. Sieh mich an, ich habe kurzes Fell, und so geht es noch einigen anderen hier. Wir würden auf dem Schneeberg nur erfrieren. Also, wenn wir alle vom Schneeberg stammen, wie erklärst du dir dann mein kurzes Fell? Und überhaupt – wenn der Berg so perfekt ist, warum ist dann der alte Clan hier herunter gezogen?“ Fichtenstern zögerte nicht. „Auch darüber habe ich nachgedacht. Ich gehe davon aus, dass Streuner oder Einzelläufer sich dem Clan angeschlossen haben, und dadurch kurzes Fell in den Clan gebracht wurde. Ich weiß allerdings nicht, warum der alte BergClan hierher gezogen ist, doch es gibt mit Sicherheit eine logische Erklärung dafür.“ Frostklaue war hatte sich bei Fichtensterns Worten erhoben, nun fauchte sie ihn mit durchgebogenem Rückrat an. „Du sagst also, ich stamme von Streunern ab? Ist es das, was du sagen wolltest?“ Angestrengt versuchte ihr Anführer, ruhig zu bleiben, man konnte es ihm deutlich ansehen. „Du hast mich etwas gefragt, Frostklaue, und ich habe dir eine logische Antwort gegeben. Wenn du eine bessere weißt, sag sie mir.“ Nun versuchte er seine erboste zweite Anführerin zu beruhigen. „Das mit den Streunern ist nur eine Möglichkeit. Natürlich kann es gut sein, dass ich mich irre. Wir sollten in solchen Zeiten nicht über Kleinigkeiten streiten, Frostklaue.“
    Für einen Moment sagte niemand etwas, Anführer und zweite Anführerin starrten sich nur an. Dann reagierte Frostklaue wieder, indem sie sich wortlos, jedoch immer noch merklich wütend, auf ihren Platz zurück setzte. Auch ihr Anführer nahm seinen ursprünglichen Platz wieder ein, und fuhr fort. „Nun gut, ich schlage vor, dass sich eine Patrouille den Schneeberg mal näher ansieht. Dann wird sich zeigen, ob man dort leben kann, und vielleicht gibt es sogar noch Überreste des alten Clans, wer weiß.“ Prüfend ließ er seinen Blick über seine Krieger gleiten. „Schwarzfell, Schwalbenflug und Felskralle, ihr seid meine besten Kämpfer, ihr werdet gleich morgen früh aufbrechen. Lasst euch von Abgrundschimmer Kräuter geben, damit ihr die Reise heil übersteht. Die Versammlung ist hiermit beendet.“ Fichtenstern sprang von seiner Kiefer und ging zu Schwarzfell. „Schwarzfell, der SternenClan hat dir diese Vision geschickt, also solltest du die Patrouille anführen. Sucht einen sicheren Ort für den Clan, und kommt dann zurück. Und Schwarzfell…“, Der braune Kater blickte den schwarzen Kater eindringlich an, gelbe Augen trafen grüne, „pass auf dich auf.“ Damit verschwand Fichtenstern wieder in seinem Bau.
    Sprosspelz tauchte neben seinem Bruder auf, es waren keine Worte notwendig, um auszudrücken, was er fühlte. Zusammen gingen sie zum Kriegerbau. Während Sprosspelz sich schon hinlegte, blieb sein Bruder unschlüssig stehen. Dann wandte er sich wieder zum Ausgang. „Schlaf du, ich möchte nochmal rausgehen. Falls wir uns morgen nicht mehr sehen… Pass gut auf Flammenpfote auf, okay?“ „Natürlich. Viel Glück, Bruder, ich weiß, dass du es schaffst.“ Nach einem letzten Blick in die Augen des braunen Kriegers ging Schwarzfell hinaus aus dem Kriegerbau, durch den Johannisbeertunnel, raus aus dem Lager.
    Er ging einige Minuten, bis er eine kleine Lichtung erreichte, von der aus er den Schneeberg gut sehen konnte. Dort setzte er sich hin, und wartete einfach ab, genoss seine einsamen Herzschläge. Was morgen wohl passieren würde? Er schüttelte den Gedanken ab und wandte sich wieder in Richtung des Lagers. „Schneeberg, ich komme.“




    Achtung: Einige Stellen nachträglich geändert!