Fußball-Diskussionsthema 2019/2020

  • Was labert ihr von "man ist kein Fan wenn man den und den Verein sympathisch findet"?


    Viele vergessen dass Fussball schon immer ein Geschäft ist und es da um Kohle geht.
    Und wenn da ein Oligarch oder ein Sportunternehmer in einen finanzschwachen Verein investiert,
    sollten wir alle froh sein, da alle davon profitieren.
    Die Stadt, der Verein, die Spieler, die Fans.


    Nehmen wir mal als Beispiel Hoffenheim.


    Vor dem "Finanzschub" waren auf dem Sportplatz 8 Fans, der Verein war wirtschaftlich nicht gut, die Spieler haben schlechte Gehälter bekommen und die Fans haben jede Woche einen Grottenkick gesehen.


    Nach der Finanzspritze konnte man sich ein Stadion bauen in dem 30.000 Leute Platz finden, der Verein kann so besser wirtschaften, die Spieler bekommen gute Gehälter und die Fans sehen jede Woche "gute" Mannschaften. Außerdem steigt der Tourismus in der Stadt, Trikotverkäufe usw.


    Was soll daran negativ sein?


    Und das in Fussballverein investiert wird, ist nicht erst seit Chelsea der Fall.


    Vereine wie Hannover, 1860, Getafe, Spartak Moskau oder auch "Traditionsvereine" wie der AC Milan, Inter Mailand, AS Rom, Manchester United, Newcastle oder auch Liverpool haben alle einen Investor.

  • Dem ersten Satz kann ich uneingeschränkt zustimmen. Man sollte niemals pauschalisieren, nur weil jemand ein Fan von einer gewissen Mannschaft ist. Erfolgsfans gibt es ja auch überall. Man erinnere sich nur mal an den massiven Anstieg von BVB-Wappen als Avatar auf einer gewissen Sportseite, als der BVB unter Klopp die Titelsammlung massiv erweitert hat, auch Tradition schützt einen nicht davor und auf der anderen Seite sollte man Vereinen, die nicht solange im Profigeschäft unterwegs sind, die Chance einräumen, Tradition aufzubauen. Tradition braucht Zeit und fängt überall irgendwann mal an.


    Bei deinem Beispiel mit Hoffenheim vergisst du aber eine entscheidende Sache in der Betrachtung: Es ist richtig, das Hopp in Hoffenheim für bessere Verhältnisse gesorgt hat, genauso wie RB die Stadt Leipzig wieder auf die größere Fußballbühne bringt. Andererseits geht auch für jeden dieser Vereine ein anderer eine Liga runter, der eben keinen Mäzen hat. In diesen Vereinen müssen dann Einsparungen vorgenommen werden, was zu Arbeitslosigkeit in den betreffenden Regionen führt. Da werden die Probleme aus Hoffenheim dann einfach in eine andere Region verschoben.


    Das ein Hopp mit seinem Investment tendenziell natürlich mehr Arbeitspläte schaffen kann, als es ein Verein ohne Großsponsor in der Zeit kann, wäre dann natürlich wieder richtig und im Gesamtfußball kann man so mehr Arbeitsplätze generieren, andererseits kann ich Leute verstehen, wenn Sie diese extreme Kommerzialisierung anprangern, da darunter viele Vereine leiden, ohne dafür schlecht gearbeitet haben zu müssen.


    Bestes Beispiel momentan: RB Leipzig. Okay, das Jugendinternat ist klasse, aber das Konzept im Profifußball sieht momentan vor, mit sehr viel Geld sehr gute Spieler zu kaufen, die sich in den Regionen um RB herum sowohl in der dritten als auch jetzt in der zweiten Liga einfach keiner leisten konnte. RB geht also nicht hoch, weil man ein besseres Scouting hatte oder man besser gearbeitet hätte, sondern einfach, weil man ein Sponsoring in den Verein implementiert hat, welches einen enormen Wettbewerbsvorteil schafft, man könnte in gewissem Maße auch von Wettbewerbsverzerrung sprechen, denn im Gegensatz zu anderen Vereinen richtet sich die Höhe des Investments von RB nicht danach, was für einen Werbewert mir der Verein liefert, sondern man verfolgt ureigene Interessen um das eigene Produkt international noch bekannter zu machen und investiert demnach unverhältnismäßig viel und weit mehr als für die Brust eines Zweitligisten nötig wäre, was den angesprochenen Wettbewerbsvorteil zur Folge hat, gegen den man sich selbst mit sehr guter sportlicher Arbeit nur bedingt wehren kann.


    Das sich über sowas nicht jeder freut, kann ich absolut nachvollziehen.

  • Andererseits geht auch für jeden dieser Vereine ein anderer eine Liga runter, der eben keinen Mäzen hat. In diesen Vereinen müssen dann Einsparungen vorgenommen werden, was zu Arbeitslosigkeit in den betreffenden Regionen führt. Da werden die Probleme aus Hoffenheim dann einfach in eine andere Region verschoben.




    man könnte in gewissem Maße auch von Wettbewerbsverzerrung sprechen --- und investiert demnach unverhältnismäßig viel und weit mehr als für die Brust eines Zweitligisten nötig wäre, was den angesprochenen Wettbewerbsvorteil zur Folge hat, gegen den man sich selbst mit sehr guter sportlicher Arbeit nur bedingt wehren kann.

    Bei RB finde ich es einfach schade, dass gar keine Verwurzlung und Identifikation mit der Stadt Leipzig innewohnt, anders als bei Hopp- Ich glaube, dass es nicht mal so ist, dass der Investor sich dachte "Leipzig ist eine geile Stadt, ich will unbedingt, dass LEIPZIG wieder groß wird". Es hätte auch Red Bull Neu Delhi entstehen können, wenn die Bedingungen mit dem SV Markdingens oder wie der hieß gut gewesen wären. Einem Vorgänger, der bereit war, sich für immer aufzulösen und bereits hoch genug spielt. Sowas macht ein SV Waldhof zB nicht.


    Bei Wettbewerbsverzerrung und Insolventen schießt die Menge an Unsympathen aber wirklich ins Galaktische.
    Ständig wird an irgendwelchen kleinen Traditionsvereinen bemängelt, dass sie kein Geld hätten. Da wird von 1 Mio Schulden gesprochen. Von 5 Mio Schulden, von 700.000 Schulden. Natürlich ist es für die Vereine richtig ärgerlich, wenn sie von Clubs, die sich da gar keine Sorgen müssen, vielleicht für die Ewigkeit überflügelt werden, doch gewisse "Traditionsvereine" oder "Erfolgfannester" sind da kein Stück besser.
    Insolvenzen in den letzten Jahren: Ahlen, Koblenz, Lübeck, Arles, Strasbourg (die Nummer 13 der Ewigen Tabelle), Sedan (die Nummer 23 der Ewigen Tabelle), Grenoble, Essen, FC Parma, Chemie Leipzig, Timisoara FC, Uzès, Vannes OC, dann zwei freiwillige Rücktritte in die 5. bzw. 6. Liga bei Le Poiré und Carquefou, weil die sich dritte Liga nicht mehr leisten können.
    Was kommen könnte: Oberhausen, Duisburg, 60, Offenbach, Bielefeld, Rostock, Osnabrück, @Saaryannik (ka ob du die besonders magst) Borussia Neunkirchen.


    Dann wurde Mallorca der UEFA-Cup wegen 80 Millionen Schulden verwehrt.


    Aber wenns um Geld geht hört der Spaß für die Kapitalisten auf. Wer darf ungeniert mitmachen? Schalke (damals 237 Mio Schulden), Real, ManU, Barcelona und Co, die sich verschulden können, wie sie lustig sind mit 400 Mio. Euro und mehr. Ist sowas fair? Einem kleinen Verein wird die Grundlage entrissen, weil er 1 Million Euro nicht bezahlen kann, aber die dürfen sich alles erlauben? Weil sie mehr Werbeeinnahmen und Fernsehgelder bringen? Ein Racing Strasbourg hat als Meister von 1979 und 55 Jahren erste Liga genauso viel Tradition. Oder ein MSV Duisburg, nur ohne Meisterschaft, aber die hat Schalke auch nicht. Ich finde so etwas ungerecht, man müsste denen allen gleichberechtigt untersagen, Schulden zu machen.
    Auch die Top 4 in England sowie die Mailänder Vereine machen fröhlich weiter Schulden. Es tut richtig gut zu sehen, wie Leicester allen eine Schelle verpasst.


    Denn seit wann sind Vereine, die sich ihren Erfolg nur mit Schulden erkaufen und sonst diesen Erfolg wohl nicht in dem Maße hätte, etwas Besseres als ein Mallorca, ein Strasbourg oder ein MSV Duisburg?


    Und auch Vereine, die fair wirtschaften und ohne Mäzen arbeiten, können Fußball aus dem Gleichgewicht bringen, nämlich die Bayern, die sich durch ihre konstante Arbeit die Sponsoren verdient haben, aber nun so stark sind, dass sie jedem alles wegkaufen können, das, was Hoffenheim auch ständig angekreidet wird. Oder PSG mit dem Scheich, auch wenn es international das beste ist, was passieren konnte, ich hoffe, dass die italienischen Teams auch endlich mal Kasalla machen gegen die Favoriten. Wenn ich mir mein Hoffenheim so anschaue, stellen diese weggekauften Spieler keinen großen Verlust für die Vereine da, wirklich nicht, denn bis auf die Saisons 2009 und 2015, mit Abstrichen 2010, war das nur Tünnef.


    Und jetzt hat ein saudischer Prinz 50 bis 60 Millionen in den CS Sedan gesteckt, der selbstständig aus der 5. Liga wieder in die 3. gekommen ist. Dieses Jahr hat man den anvisierten Aufstieg wahrscheinlich schon abgehakt, aber ein Verein, der selbst durch diese Ungerechtigkeiten insolvent ging, bekommt jetzt selbst eine Finanzspritze, zum so etwas nicht mehr zu erleben. Barcelona- und Real-Fan kann jeder sein, Bayern- und Dortmund-Fan kann jeder sein. Sedan-Fan nicht. Und die haben es auch verdient, wieder die guten, alten Zeiten zu erleben. Und wer Hoffenheimfans nach den letzten 5 Jahren noch Erfolgfans nennt, ... welcher Erfolg ... xD

  • Natürlich mag ich die Borussia :D Stimmt, die sind schon die ganze Zeit ziemlich nah an der Insolvenz. Vor kurzem hat auch deren Trainer bekannt gegeben, seinen Vertrag nicht zu verlängern, weil er den Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Dort hat man sich damals mit dem Regionalligaaufstieg keinen gefallen getan.


    Bin mal gespannt, wie sich dass bei Saar 05 noch entwickelt. Glaube kaum, dass die sich damit nen gefallen getan haben.

  • Natürlich mag ich die Borussia :D Stimmt, die sind schon die ganze Zeit ziemlich nah an der Insolvenz. Vor kurzem hat auch deren Trainer bekannt gegeben, seinen Vertrag nicht zu verlängern, weil er den Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Dort hat man sich damals mit dem Regionalligaaufstieg keinen gefallen getan.
    Bin mal gespannt, wie sich dass bei Saar 05 noch entwickelt. Glaube kaum, dass die sich damit nen gefallen getan haben.

    Saar 05 ... ein Verein, den ich hoffentlich nächstes Jahr nicht sehen muss, weil es einen gescheiterten Aufstieg bedeuten würde. :@ Das ist aber schon ein sehr kleiner Verein, oder? Die wurden in der neuen Liga ja richtig böse erschlagen, ähnlich wie der souveräne Zweitligameister Frankreichs, der ESTAC Troyes, die aus 25 Spielen 1 Sieg und 8 Unentschieden holen konnte. Die sind schon lange abgeschlagen.
    Neunkirchen ist aber ziemlich gut, Platz 4 oder 5. Die lassen sich nicht unterkriegen. Im Oktober stand ja sogar eine Sofortinsolvenz im Raum. Ich frage mich, was der Stefan Kuntz so darüber denkt, als gebürtiger Neunkirchner Bub.

  • Saar 05 ... ein Verein, den ich hoffentlich nächstes Jahr nicht sehen muss, weil es einen gescheiterten Aufstieg bedeuten würde. :@ Das ist aber schon ein sehr kleiner Verein, oder? Die wurden in der neuen Liga ja richtig böse erschlagen, ähnlich wie der souveräne Zweitligameister Frankreichs, der ESTAC Troyes, die aus 25 Spielen 1 Sieg und 8 Unentschieden holen konnte. Die sind schon lange abgeschlagen.Neunkirchen ist aber ziemlich gut, Platz 4 oder 5. Die lassen sich nicht unterkriegen. Im Oktober stand ja sogar eine Sofortinsolvenz im Raum. Ich frage mich, was der Stefan Kuntz so darüber denkt, als gebürtiger Neunkirchner Bub.

    Nichtaufstieg? Welchem Verein hältst du denn bei? Koblenz?


    Naja, die sind schon recht klein, haben aber auch nen für deren Verhältnisse ordentlichen Geldgeber. Die waren ja ebenfalls Pleite und haben sich aufgelöst. Für die Regionalliga reicht es dort einfach (noch) nicht. Der Kader hat einfach nicht genügend Qualität. Die können ja oft eine Halbzeit oder gar 70 Minuten mithalten aber dann kommts meistens Knüppeldick.


    Neunkirchen ist irgendwie ein bisschen auf verlorenem Raum. Die Oberliga bringt kaum Zuschauer und ist auch nicht unbedingt attraktiv, aber für die Regionalliga reichts finanziell noch weniger weil man dort noch mal nen deutlich besseren Kader bräuchte und das Stadion nachgerüstet werden müsste. Vorallem wenn man sich als Beispiel Saar 05 nimmt, die letztes Jahr schon ziemlich dominant waren.

  • Ja, genau, TuS Koblenz. Nach der Horror-Saison und dem Versagertrupp des letzten Jahres gibt es mal endlich wieder Fußball zu sehen, aber für eine Stadt mit 110.000 Einwohnern ist die Oberliga keine Option, zumal der Verband das Allerletzte ist. Strafen ohne eine Gegenmeinung anzuhören, nur weil ein Verein (WFiesbach, ich hasse die seitdem) nichtige Sachen als Desaster auslegt, aber selbst Vereinsoffizielle mit rassistischen Parolen unseren Jose Matuwila unter der Gürtellinie beleidigen. Wer mit einer solchen Doppelmoral arbeitet, dem muss man ganz schnell entkommen, nicht nur aus sportlicher Sicht. Man kann nur jedem Verein wünschen, diese Liga irgendwie zu verlassen.
    Letztes Jahr hat Koblenz 20 Minuten mitgehalten, bevor es knüppeldick kam, ich kenne das. xD Mal sehen, ob Salmrohr unter dem guten alten Linzepaul die Rettung nach dem Albtraumstart gelingt, ich würde es ihnen gönnen. Zehn Niederlagen und der Trainer bleibt, das gibt es auch nicht überall, daran könnten sich andere mal eine Scheibe abschneiden.

  • @Nekomata
    Das kenne ich aus der 3. Liga mit Saarbrücken nur gut genug. Eine Mannschaft die über weite Strecken keine ist und dann immer diese Durchhalteparolen. Ich hoffe nur, dass ihr direkt aufsteigt und nicht in die Relegation müsst. Die kann nämlich bekannterweise mehr als nur bitter sein. Davon kann ich auch noch ein Lied singen. Würzburg letzten Sommer. Mensch war das bitter! ;(

  • @Nekomata
    Das kenne ich aus der 3. Liga mit Saarbrücken nur gut genug. Eine Mannschaft die über weite Strecken keine ist und dann immer diese Durchhalteparolen. Ich hoffe nur, dass ihr direkt aufsteigt und nicht in die Relegation müsst. Die kann nämlich bekannterweise mehr als nur bitter sein. Davon kann ich auch noch ein Lied singen. Würzburg letzten Sommer. Mensch war das bitter! ;(

    Die Relegation kann eine ganze Saison zerstören. Wo gibt es denn das, dass der MEISTER, die beste Mannschaft einer Liga nach 38 überragenden Spielen nicht aufsteigt, nur weil sie einmal zu hoch verliert, oder sogar gar nicht verliert? Lotte damals mit 85 Punkten! Allerdings hat Offenbach leistungsmäßig total enttäuscht. Saarbrücken und Würzburg haben mich beide nicht in den beiden Spielen überzeugt, aber die waren einfach platt von der gesamten Saison, während Offenbach noch eine ganze Schippe harmloser war. Das ist einfach nur ärgerlich, wenn du da noch einen schlechten Schiri hast, ist die ganze Saison kaputt. Ich will nicht in die Relegation müssen, das muss einfach unser Ziel sein.

  • Mal kurz ne Sache zu den Schulden, daher habe ich auch nicht alles zitiert. Du hast recht, dass es im Vergleich den kleinen Mannschaften gegenüber unfair ist, dass Vereine wie Real, Barca, ManUtd usw. Schulden ohne Ende haben.
    Der Grund dafür, dass diese Mannschaften nicht ausgeschlossen werden ist aber, dass diese Mannschaften genug Geld selber erwirtschaften um quasi wirtschaftlich gesund dazustehen und die Raten, bzw. Zinsen der Banken zurückzahlen können. Die kleinen Mannschaften können dieses eben nicht. Dort gibt es nur geringe Einnahmen welche sich nicht mit den Schulden decken, daher auch die Insolvenzen der genannten Vereine.
    Selbst wenn die großen Vereine mal starke Umsatzeinbußen haben sollten, könnten die immer noch auf die Topspieler zurückgreifen und diese verkaufen um an Geld heranzukommen.
    Im Endeffekt ein unfaires System für jede kleinere Mannschaft, aber so spielt die Wirtschaft nun mal..

  • Und ja, den Fans kann man in der Regel recht leicht das Fansein absprechen, da Leute, die Fans von solchen Vereinen sind, Fans von Erfolg sind (auch wenn Hoffenheims Erfolg Gott sei Dank schon zurückliegt) und das ist für mich nicht der Inbegriff eines Fußball-Fans; meiner Meinung nach hat man Fußball nicht verstanden, wenn man RB-Fan ist.

    Bei allem Verständnis für eine gewisse Abneigung gegen RB Leipzig - ich finde diesen Verein auch nicht besonders sympathisch - kann man dieses Phänomen allerdings auf beiden Seiten betrachten: Auf der einen Seite gibt es Vereine, die aufgrund ihres Erfolges viele sogenannte Erfolgs-Fans anziehen, die dazu führen, dass die eingefleischten Fans sich (leider) immer wieder dafür rechtfertigen müssen, dass sie zum gleichen Verein halten. Das beste Beispiel hierfür dürfte wohl der FC Bayern München sein. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Vereine, die aufgrund ihres Images Abneigung von allen Seiten ernten. Dass es dabei viele Mitläufer gibt, kann nicht bestritten werden: Wenn es einen Fußballverein gibt, der gerne öffentlich gebasht wird, kommen viele Leute an, die einfach mitmachen und die Hintergründe nicht mal ansatzweise kennen. Das lässt sich auch in sehr vielen anderen Bereichen beobachten.

  • Auf der einen Seite gibt es Vereine, die aufgrund ihres Erfolges viele sogenannte Erfolgs-Fans anziehen, die dazu führen, dass die eingefleischten Fans sich (leider) immer wieder dafür rechtfertigen müssen, dass sie zum gleichen Verein halten.

    Nun sind die Bullen für "eingefleischte" Fans irgendwie zu jung. Dass RB-Fans sich vor allem darüber freuen, dass es bald mal Bundesliga zu sehen gibt, spricht halt auch arg dafür, dass es sich um Erfolgsfans handelt. Klar, die waren oft von Anfang an dabei, aber das mit der Aussicht demnächst auch Bundesliga zu spielen. Zumal dem Verein die Fans doch sowieso ziemlich wumpe sind. Die meisten Vereine müssen sich um ihre Fans bemühen, gerade in schlechten Zeiten ist es eben der harte Kern, der am Überleben einen großen Anteil hat. Das sind die Typen, die auch nach dem Abstieg in die dritte, vierte, fünfte Liga immernoch ins Stadion gehen. Das sind beispielsweise 22.000 Dresdener, die letzte Saison im Durchschnitt bei den Heimspielen waren. Das waren 10.000 Rostocker letzte Saison, die ihren Verein im Abstiegskampf unterstützten. Diese Saison sind es bisher rund 14.000 Rostocker, die zu den Heimspielen gehen.
    Der größte Unterschied von Fußballvereinen zu RB-Vereinen ist allerdings, dass in Fußballvereinen zumindest der Eindruck vermittelt wird, es ginge in erster Linie um Fußball. Bei den Dosenclubs ging es jedoch nie um Fußball, die sind einfach nur eine Vermarktungsstrategie für Brause. Nichts weiter.
    Als nächstes wäre dann zu kritisieren, was für ekelhafte Aktionen RB bringt. Paradebeispiel war der Wechsel von Marcel Sabitzer zu RB Salzburg. Da lässt man ihn erst nach Leipzig wechseln, um die Ausstiegsklausel nutzen zu können, dann wird er halt nach Salzburg verliehen, wo er ohnehin hinsollte. Sowas hätten Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim im Leben nicht bringen können.
    Der Osten wird jedenfalls nicht durch Leipzig vertreten. Selbst Hertha sehe ich näher am Ostclub als das Brauseprodukt.

  • Genau aus diesem Grund habe ich dafür auch nicht RB Leipzig, sondern den FC Bayern München als Beispiel genommen. Ich finde es ein wenig traurig, dass alle Bayern-Fans in einen Topf geworfen und pauschal als Erfolgs-Fans abgestempelt werden. Wenn man die Leute fragt, zu welchem Verein sie halten, und sie einem dann antworten, dass ihr Herz für den FC Bayern München schlägt, sehen manche von ihnen sich aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung sofort dazu gezwungen, eine Art Rechtfertigung folgen zu lassen. ("Ich bin Fan von Bayern München, aber schon seitdem ich vier Jahre alt bin.")


    Natürlich wird der FC Bayern viele Fans haben, die dem Erfolg hinterher laufen - das dürften meistens die Leute sein, welche die vielen Titel immer als letztes Argument hervorholen - aber die wird es bei vielen Vereinen geben. Ich will nicht wissen, wie viele Leute zwischen 2010 und 2012 zum BVB gehalten haben und nun plötzlich angeben, dass Fußball sie nicht mehr interessieren würde. Auf Anhieb fallen mir einige Personen ein, die so drauf sind. Es gibt auch Leute, die immer zu dem Verein wechseln, der gerade Meister geworden ist. Bisher dachte ich, das wären ausschließlich Kinder, aber die Vergangenheit hat mir deutlich gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Diesen Leuten kann man problemlos absprechen, ein wahrer Fan zu sein. Aber einem Bayern-Fan, der bereits im Kindesalter mitgefiebert hat und unter Umständen gar nichts für seinen Verein kann, weil er von seinen Eltern in die entsprechende Schublade gesteckt wurde?


    Die sogenannten Fans von RB Leipzig sind mir vollkommen egal. Und dass ein derartiger Verein jede Menge Missgunst auf sich zieht, ist nur natürlich. Aber es gibt eben auch viele Leute, die sich von der Abneigung anderer Leute anstecken lassen und einfach mal in die gleiche Kerbe schlagen wollen. Der Osten ist momentan hochgradig unterbesetzt, wenn es um die Fußball-Bundesliga geht. Und so gerne ich auf einen Aufstieg von RB Leipzig auch verzichten würde, kann ich die Leute, die sich auf Spiele in der ersten Bundesliga freuen, sehr gut verstehen.


    Und mal ganz am Rande: Ob man nun ein Erfolgs-Fan ist oder nicht - im Endeffekt möchte doch jeder, dass sein Verein so gut wie möglich abschneidet. Das ist vollkommen natürlich, deshalb verstehe ich es manchmal nicht, warum manche Fans ihre Treue als Aushängeschild benutzen. Ich komme aus der Region Köln/Bonn und habe viele Spiele des 1. FC Köln gesehen. Ein Fan dieses Clubs bin ich nicht, aber ich kann gut beurteilen, wie die Fans ticken. Wenn der 1. FC Köln zwei Spiele in Folge nicht verliert, reden die Träumer direkt wieder von Europa. Verliert Köln zwei Spiele hintereinander, fordern die Fans den Rauswurf des Trainers und diverser Spieler. Und der Express verliert rund 20% seiner Leser, wenn der 1. FC Köln in der zweiten statt der ersten Liga spielt. So stolz diese Fans also auf ihren Verein sind, manche von ihnen würden bestimmt gerne mal mit einem der so verhassten Erfolgs-Fans tauschen, deren einzige Sorge es wohl sein dürfte, ob der Preis für eine Bratwurst gestiegen ist.

  • Trotzdem finde ich es immer wieder lächerlich, wenn ich hier Leute sehe, die dann behaupten Bayern-Fans zu sein. Mir ist dabei egal, wie lange die das sein wollen, aber wenn man in x Jahren kein einziges Spiel (oder sagen wir mal Heimspiel) von denen gesehen haben, dann sind das für mich einfach keine Fans. Das würde sich jetzt wahrscheinlich anders verhalten, wenn ich jemanden vor mir hätte, der aus der Gegend hergezogen wäre. Dann ist das was anderes.


    Das hat für mich aber auch nichts speziell mit den Bayern zu tun, sondern ich handhabe das allgemein so. Die sind bei mir genauso unten durch, wie die ganzen Leute die hier vor zwei Jahren beim Pokalspiel von Saarbrücken gegen Dortmund rauskamen und dann behaupten sie wären immer da gewesen und hätten den Durchblick schlechthin. Auch wenn es halt schön zu sehen war, was möglich sein kann. Nur mal so als Anmerkung, der Ludwigspark war etwa halb-halb. Halb Dortmunder (sind hier aber auch sehr verbreitet, fast mehr als Bayern) und halb Saarbrücker was etwa je 15.000 Zuschauern entspricht, während in der Liga nie über 5000 Zuschauer kommen, zuletzt sogar nur noch knapp über 3.000.

  • Da hilft die Marketing-Industrie ja auch ganz schön mit. Wenn du in RLP oder im Saarland in ein Sportgeschäft geht, da findet man fast nur BAYERN und DORTMUND, als ob es keine anderen Vereine gebe. Ach so, bis auf Barca, Real und Konsorten natürlich. Das ist ja auch alles okay.
    Wäre da nicht der Fakt, dass einem die einheimischen Vereine, die in solchen Niederungen wie 2. Bundesliga oder 11. der ersten Liga herumschwimmen, Lautern, Mainz, mit Abstrichen Köln, ÜBERHAUPT nicht zu finden sind! Wir sind hier in RLP, da kann man auch Produkte des lokalen Clubs vermarkten. Zumindest in den meisten Fällen ist das so und es regt mich tierisch auf, dass Vereine, die nicht in den letzten 10 Jahren 2-mal Meister sind, einen Dreck wert sind. Jedes Mal, nur die beiden, vielleicht mit Glück mal Schalke oder Gladbach bzw früher HSV und Bremen, aber nein, es GIBT keine anderen Vereine auf der Welt. In Frankreich genauso, Lyon, Marseille und Paris findet man überall, aber den Rest nur in 5 ausgewählten Partnergeschäften von Sport 2000, wenn es um den FC Metz geht. Einen Schal von Strasbourg gibt es nur noch am Stadion, Freitags um 20 Uhr. Was soll denn sowas? Der Tus Fanclub hat nach dem 2.-Liga-Abstieg allerdings auch aus Kostengründen aufgehört, zu existieren.


    Am Beispiel der AS Saint-Étienne, Rekordmeister und Serientäter in den 70ern, wird man sehen, dass wenn Bayern und Dortmund "nur noch 1. Liga spielen", aber ohne Titel, in den nächsten 30 Jahren überwiegend alte Fans bekommen und abrutschen hinter zb ... Red Bull Leipzig (ich hoffs nicht, deren Mitgliederbedingungen sind ja auch abnormal ... 10 Reiche). Die Jüngeren der Region haben sich für das zwischen 2002 und 2008 rasende Olympique Lyonnais entschieden. Durch die vielen alten ist ASSE noch auf Platz 4, aber Reims, das zwischen 1949 und 1962 alles dominiert hat, ist mittlerweile nicht mehr erwähnenswert. Auch die Fans vom PSG sind jünger als die von OM. Da gabs eine tolle Befragung, aber die ist auf französisch. xD Solche Sachen haben sich gezeigt.


    Nicht mal Leverkusen, konstant eine Spitzenmannschaft der Bundesliga wird angeboten. Nur Dortmund, Dortmund, Dortmund, Bayern, Dortmund, Radla, Radla, Radla, Radla, Barca.
    Ich habe in Strasbourg einen BVB-Schal und ein BVB-Trikot gesehen und wollte weinen. Keinen Strasbourg-Schal, aber einen BVB-Schal. Auch kein Karlsruhe. Was eigentlich viel logischer wäre, als Nachbarclub mehr oder weniger.

  • @Saaryannik


    Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass nicht jeder über die Mittel verfügt, sich ein Spiel seiner Mannschaft anzuschauen. Ich kenne viele Leute, die Fan eines bestimmten Vereins sind, sich aber nicht einmal einen Fanartikel leisten können, von einem Ticket mal ganz zu schweigen. (Fußball wird schließlich auch mehr und mehr zum Event.) Und wenn solche Leute dann auch noch am anderen Ende des Landes wohnen und nicht mal eben ins Stadion fahren können, müssen sie sich eben mit der Sportschau oder dem guten alten Radio begnügen.


    Für mich ist es sogar eher ein Beweis der Treue, dass man seinem Verein über Kilometer hinweg die Daumen drückt und nicht den Verein nimmt, der sich vor der eigenen Haustür befindet. Es gibt schließlich auch genug Leute, die in München wohnen und auf den FC Bayern pfeifen und lieber zu Werder Bremen oder den VfL Bochum halten. (Ich habe jetzt mal diese beiden Vereine als Beispiel genommen, weil ich diesbezüglich ebenfalls Leute kenne.)

  • Trotzdem finde ich es immer wieder lächerlich, wenn ich hier Leute sehe, die dann behaupten Bayern-Fans zu sein. Mir ist dabei egal, wie lange die das sein wollen, aber wenn man in x Jahren kein einziges Spiel (oder sagen wir mal Heimspiel) von denen gesehen haben, dann sind das für mich einfach keine Fans. Das würde sich jetzt wahrscheinlich anders verhalten, wenn ich jemanden vor mir hätte, der aus der Gegend hergezogen wäre. Dann ist das was anderes.


    Das hat für mich aber auch nichts speziell mit den Bayern zu tun, sondern ich handhabe das allgemein so. Die sind bei mir genauso unten durch, wie die ganzen Leute die hier vor zwei Jahren beim Pokalspiel von Saarbrücken gegen Dortmund rauskamen und dann behaupten sie wären immer da gewesen und hätten den Durchblick schlechthin. Auch wenn es halt schön zu sehen war, was möglich sein kann. Nur mal so als Anmerkung, der Ludwigspark war etwa halb-halb. Halb Dortmunder (sind hier aber auch sehr verbreitet, fast mehr als Bayern) und halb Saarbrücker was etwa je 15.000 Zuschauern entspricht, während in der Liga nie über 5000 Zuschauer kommen, zuletzt sogar nur noch knapp über 3.000.


    Schade, dann bin ich wohl kein Darmstadt-Fan. Schaue mir zwar jedes Spiel an, trage den Darmstadt-Schal überall wos geht und pinkle an jedes Offenbacher Kennzeichen, aber da ich diese Saison noch nicht im Stadion war, ist das wohl pure Heuchelei. Ist aber auch kaum verwunderlich nach 2 Aufstiegen in Folge, da mutiert man schnell mal zum Erfolgsfan.


    Stadion ist nichts für Jedermann. Ich war letzte Saison dreimal dort und es war auch sehr nett, nur ist das einfach nichts, was man sich dauernd geben kann. Ein Haufen besoffener Pöbler, wenn man nicht rechtzeitig kommt, hat man nen schlechten Platz, Wetter kann einem den Tag versauen, es kostet 'ne Stange Geld, der ganze Tag geht dafür drauf und am Ende sieht man dann ein 0:0. Fußball bietet einfach nicht den garantierten Spannungs- und Unterhaltungsfokus wie andere Sportarten, deswegen sehe ich die 1,5 Stunden vorm Fernseher dann doch häufig besser investiert.


    P.S. kA was alles über Leipzig diskutiert wurde, aber IHR SEID NUR EIN BRAUSELIEFERANT

  • https://g.twimg.com/blog/blog/image/Classement_L1.001.jpg


    Hier sind die Twitterfans der Ligue-1-Vereine zu finden, Stand Mitte Juli 2015 auf dem Sprung zur neuen Saison.


    Anzahl der ausgestoßenen Twitterposts


    Obwohl Bordaux der Verein ist, der am zweidetailliertesten über Spiele und Vereinsleben twittert, liegt er dort nur auf Platz 11. Facebook wird da viel, viel mehr genutzt als Twitter, wobei Facebook auch nicht besonders gemessen an der Größe und Bedeutung des Vereins für die Großregion Südwest ist, sondern eher normal.
    Die Quotienten Twitter durch Facebook verraten bei Vereinen, wo Twitter besonders gern genutzt wird bzw Facebook besonders wenig. PSG ist zwar bei beiden auf 1, doch auf Twitter bei weitem nicht so begehrt wie auf Facebook. Bei Marseille und Lyon beträgt der Quotient 1/3, während er bei Reims, Lorient und Montpellier über 0,75 liegt. Bei Rennes ungefähr bei 0,5. In der Tendenz ist Twitter bei den Nicht-Spitzenteams also beliebter.

  • @Dartiri
    Diese Ausnahmen gibts sicherlich auch und das ist auch gut so. Allerdings kann ich mir nur schwer vorstellen, dass das einfach so kommen kann, ohne irgendeine Bindung zu dem jeweiligen Verein zu haben. Ich kenne hier mehr als genug Beispiele, die sich als Fan eines bestimmten Verein ausgeben, bei Siegen großschnäuzig sind, du aber bei einer Niederlage nichts von denen hörst und sie absolut nichts davon hören wollen. Solche Leute widern mich einfach nur an. Ich lasse mich zwar nach Niederlagen auch nur ungern anpöbeln, aber man sollte es auch einsehen können und sachlich bleiben können. Das schaffen mMn. viel zu wenige.


    Zu dem mit dem Geld: Das kann gut sein. Aber irgendwann ergibt sich immer mal die Möglichkeit. Wenn ich mir nur als Beispiel die Bayern nehme. Ich wohne in Saarbrücken und die nächsten Spiele von denen hier sind in Mainz, Hoffenheim, Darmstadt, Frankfurt vielleicht auch Stuttgart oder Köln. Das sind allesamt Spielorte die zwischen 160km und 300km entfernt liegen. Wenn man wirklich will kann man es locker schaffen dort hinzukommen auch ohne erheblichen finanziellen Aufwand. Beispielsweise kommt man mit 15€ mit einem Flixbus schon nach Stuttgart. Dann kostet kaum ein Ticket (sofern man nicht die Ultra Ansprüche hat) über 30€. Das sind dann grob gerechnet 60-80€ und das sollte für jeden machbar sein und in keine Ahnung wieviel Jahren Fandasein auch drin sein.


    @jan Ledger
    Auch diese Ausnahmen soll es geben, aber ich hätte vielleicht noch dazu schreiben sollen "Leute die nicht informiert sind, abgesehen von Ergebnissen". Du hast dir es aber wenigstens mal gegeben und warst dort. Sowas kann man dann aber auch ansehen. Ich meinte damit aber eher die wie oben beschriebenen und da fällst du offensichtlich dann nicht drunter.


    Naja, wenn du zum Fussball gehst um Spannungsgarantie zu haben, dann bist du wohl wirklich im Stadion falsch. Das ist nämlich in den wenigsten Spielen der Fall. Für mich bedeutet ein Stadiongang emotionen und Hoffnung und vielleicht auch mal die Gegner mit Fangesängen anzustacheln und umgekehrt. Damit meine ich jetzt keine Ausschreitungen. Und ich gehe zumindest ins Stadion, mit der Hoffnung auf drei Punkte und ein gutes Spiel zu sehen. Würde ich hier einmal zuhause bleiben und ein gutes Spiel verpassen, dann würde ich mir so dermaßen in den A**ch beißen. Die Freude über ein Tor, oder einen Sieg oder gar Aufstieg im Stadion ist für mich einfach unbeschreiblich und das macht für mich einfach Fussball aus. ;)

  • Ist es verwerflich, dass man sich freut, Bundesliga zu sehen? xD Ich finde Sport dient in erster Linie der Unterhaltung und ich habe auch nur deshalb einen Lieblingsverein, weil ich Fußball schon als Kind als Unterhaltung gesehen habe. Diese quasi-religiöse Verehrung eines Clubs finde ich befremdlich und das Letzte, was ich tun würde, wäre, den FCB zu einem Spiel nach Donezk oder Tel Aviv zu begleiten. Nicht mal nach Turin.
    Ich habe mich in der Saison, als Klinsmann Trainer war, auch kaum mit dem FCB beschäftigt; nicht erst, als sie scheiße waren, sondern schon als das mit Klinsmann angekündigt war. Als ich sah, dass der Typ Buddhastatuen in der Säbener Straße aufgestellt hat, da war's vorbei bei mir. Ich wollte einfach nicht, dass der FCB ein esoterischer Idiotenclub wird.
    Bei Pep Guardiola war es nun ähnlich. Ein unsympathischer, technokratischer Wichtigtuer. Ich verehre nicht das Prinzip FCB, sondern ich mag die Mannschaft, die Spieler, die Stadt, die Clubgeschichte, die Trikots, das ganze Drum und Dran. Wenn die Unsympathie Überhand nimmt, dann beschäftige ich mich mit wichtigeren Dingen.


    Hut ab vor den Fans, die sich im Regen ein 0:0 in der Kreisliga anschauen. Ist eben nicht meine Art mit Fußball umzugehen. Wenn man dann kein Fan mehr ist, dann ist's mir eigentlich egal. xD Ich halte diese Einstellung, dass man so und so viele Stunden ehrenamtlich Spiele angeschaut haben muss, um Fan zu sein, für verbittert und intolerant.


    Bei fiesen Transferstrategien, dubiosen Finanzierungen, schamlosem Marketing und fragwürdigen Verbindungen zu Staaten wie Qatar gibt es nichts zu diskutieren. Das geht nicht.