Übergewicht - Eure Meinung

  • Ich finde, ihr betreibt Haarspalterei bei meiner Aussage "Evolution hat vorgesehen". Natürlich halte ich die Evolution für keine zielgerichtete, denkende Entität. Das war im übertragenen Sinne gemeint. Aber die Bedeutung meiner Aussage habe ich ja erläutert.


    Das Problem ist, dass du überhaupt damit anfängst, Evolutionstheorie in eine Diskussion über das Verhalten von Individuen richtungsweisend einzubeziehen, und noch dazu so viel Bedeutung darauf legst.

    Nein, ich habe die Evolutionstheorie nicht in einer Diskussion über das Verhalten von Individuen eingebracht. Ich habe erläutert, dass wir die Eigenschaft, Fett zu speichern, in dem Kontext entwickelt haben, dass Nahrungsmittelknappheit herrschte und uns gerade diese Eigenschaft halt in dieser neuen Umgebung, in der es keinen Mangel an hochkalorischen Lebensmitteln gibt, eben zum Verhängnis wird.

    Du benutzt hier Evolutionstheorie als Begründung, warum Menschen sich entsprechend deiner Vorgaben zu verhalten haben.

    Nein, ich habe nirgends gesagt, dass sich irgendwer an irgendwelche Vorgaben halten soll. Ich hab gesagt, dass Übergewicht ungesund ist. Nicht mehr, nicht weniger.

    Du ordnest der Evolution einen Weisungsauftrag zu

    Nein, tu ich nicht.

    nutzt das als Rechtfertigung, dich über Tiktoker zu beschweren, die übergewichtig sind.

    Ich beschwere mich nicht über das Übergewicht von Tiktokern, sondern darüber, dass sie Ihre Reichweite nutzen, um ein aus medizinischer Sicht irreführendes Narrativ zu verbreiten.

    Und so eine Argumentationsweise lässt halt tief blicken.

    Ich kann nichts für deine Interpretation meiner Worte, sorry.

    Wie die Evolution bis heute verlaufen ist, hat gar keine Relevanz dafür, wie Menschen sich jetzt zu verhalten haben

    Hab ich auch nie behauptet. Ich habe gesagt, evolutionär gesehen sind wir nicht auf eine Umgebung ausgerichtet, in der es keinen Mangel an hochkalorischen Lebensmitteln gibt. Nicht mehr, nicht weniger. Wer pausenlos Junkfood essen, rauchen und Drogen konsumieren will, soll das gerne tun, Recht auf Selbstschädigung. Gesund ist es deshalb noch lange nicht.

    Es gab da keine Vorsehung und keinen Willen, kein besser oder schlechter oder richtig oder falsch

    Kannst du vielleicht langsam mal nen Punkt machen?

    Du beharrst auch ständig darauf, "wissenschaftliche Fakten" zu verbreiten, stellst aber gleichzeitig den evolutionären Prozess irreführend und in fragwürdigen Kontexten dar

    Nein, ich stelle den evolutionären Prozess exakt so dar, wie er abläuft.




    Das muss halt nochmal betont werden: Habe an keiner Stelle gesagt, wie sich Übergewichte verhalten, welchem Ideal sie entsprechen oder wie sie sich fühlen sollen. Ich habe schlicht und ergreifend gesagt, Übergewicht ist ungesund. Undzwar nicht nur in "Extremfällen" und "kann aber muss nicht".

  • In welcher Relation steht jetzt die Evolution mit Fettleibigkeit?

    Ich erkenne keinen Zusammenhang.

    Das sind zwei völlig verschiedene Themen?

    In der Relation, dass die Evolution uns nicht auf eine Umgebung ausgerichtet hat, in der es keine Knappheit an hochkalorischen Lebensmitteln gibt. Wir haben uns in einer Umgebung entwickelt, in der Nahrungsmittelknappheit herrschte, was die Fähigkeit hervorgebracht hat, Körperfett zu speichern.


    Darauf war mein Kommentar "evolutionär nicht vorgesehen" bezogen. Laufen, klettern, jagen. Dafür ist unsere Physis gemacht. Und nicht dafür, mit 50kg Übergewicht unter Schmerzen zu gehen und nach einem Spaziergang am Limit zu sein.


    Und again: No hate, jedem das Seine. Ich spreche fremde Menschen ganz sicher nicht auf Ihr Übergewicht an, im Grunde ist es mir scheiß egal, tangiert mich nicht. Aber diskutieren wir hier über das Thema Gesundheit, lass ich hier diverse Argumente halt nicht gelten.


    Solange wir uns einig sind, dass Übergewicht (so gut wie) nie förderlich für die Gesundheit ist, sondern eher im Gegenteil, und nicht nur in "Extremfällen", haben wir schon einen Konsens erreicht und können weiter über Diskriminierung übergewichtiger Menschen sprechen und warum das auch scheiße ist.

  • Darauf war mein Kommentar "evolutionär nicht vorgesehen" bezogen. Laufen, klettern, jagen. Dafür ist unsere Physis gemacht. Und nicht dafür, mit 50kg Übergewicht unter Schmerzen zu gehen und nach einem Spaziergang am Limit zu sein.

    Das erinnert mich ein wenig an diese typischen Cavemen Argumente, wo gesagt wird, Männer müssen so sein, weil sie ja früher gejagt haben und viel laufen mussten.

    Like come one. Wir leben seit Jahrzehnten nicht mehr so. Im Kern mag es vielleicht stimmen, aber letztendlich ist es in der heutigen Zeit für unseren Körper komplett irrelevant. Kein Mensch, auch die dünnen Menschen, jagen nicht. Und wenn sie Klettern oder Laufen, dann wird das als Hobby angesehen und nicht als eine fundamentale Tätigkeit unseres Lebens. Daher ist es in unserer Gesellschaft auch komplett egal, ob es dicke Menschen gibt. Früher hätten sie vielleicht nicht überlebt, okay, mag sein. Heutzutage ist es aber halt irrelevant.

    Daher ist das Argument mit unserer Evolution in Bezug auf Übergewicht auch überholt. Wir haben uns halt weiterentwickelt und sind unserer vorgesehenen Evolution ohnehin schon Jahre voraus. Menschen machen so extrem viele Dinge, die schlecht für unsere Gesundheit sind, dazu gehört auch das ständige Sitzen, wir arbeiten uns halb Tod teilweise. Ich glaube auch nicht, dass die Evolution vorgesehen hat, dass wir in Häusern leben, oder Elektrizität benutzten. Aber wir machen es trotzdem.

    Wenn man dieses Mindset auf dicke Menschen anwendet, muss man es halt auch auf alles anwenden, weil es alles betrifft.

  • Das erinnert mich ein wenig an diese typischen Cavemen Argumente, wo gesagt wird, Männer müssen so sein, weil sie ja früher gejagt haben und viel laufen mussten.

    Like come one. Wir leben seit Jahrzehnten nicht mehr so. Im Kern mag es vielleicht stimmen, aber letztendlich ist es in der heutigen Zeit für unseren Körper komplett irrelevant.

    Seh ich anders. Du sagst quasi, körperliche Aktivität jeglicher Art ist irrelevant. Klar, wenn man's so nimmt, wenn dein Leben nur daraus besteht, am Computer zu sitzen und rumzuliegen, so verschafft dir ein fitter Körper in dieser spezifischen Domäne keinen Vorteil. Wobei ich auch da sage, selbst beim rumliegen löst starkes Übergewicht so viele unvorteilhafte biochemische Prozesse aus.


    Du implizierst quasi: Person A die einen fitten und gesunden Körper hat und regelmäßiger körperlicher Aktivität nachgeht, vs. dieselbe Person A mit 30kg Übergewicht, daraus resultierenden hormonellen und Stoffwechselproblemen und Belastung der Organe und Gelenke, macht praktisch keinen Unterschied. Ist irrelevant. Und jetzt sag nicht "hab ich doch gar nicht gesagt", doch, du hast es im Grunde impliziert.


    Wir haben uns halt weiterentwickelt und sind unserer vorgesehenen Evolution ohnehin schon Jahre voraus. Menschen machen so extrem viele Dinge, die schlecht für unsere Gesundheit sind, dazu gehört auch das ständige Sitzen, wir arbeiten uns halb Tod teilweise. Ich glaube auch nicht, dass die Evolution vorgesehen hat, dass wir in Häusern leben, oder Elektrizität benutzten. Aber wir machen es trotzdem.

    Naja. Wir haben scheinbar eine unterschiedliche Definition von weiterentwickeln. Elektrizität, Häuser und Technologie, ja, das ist in der Tat eine Weiterentwicklung. Sich ne Fettleibigkeit anfressen ist es definitiv nicht. Und ja, Menschen machen noch so viele andere Dinge, die schlecht für die Gesundheit sind, wie du schon sagtest. Unterschied: Man redet es sich nicht gut. Warum ausgerechnet Übergewicht ein so sensibles Thema ist?


    Edit:

    Hey, was sagt ihr eigentlich zu der Tatsache, dass zunehmend starkes Übergewicht das Risiko eines schweren Verlaufs mit Corona und den Tod massiv begünstigt?


    https://www.cidrap.umn.edu/new…utcomes-even-young-adults


    Oder die Tatsache, dass Impfungen bei Menschen mit Übergewicht/Fettleibigkeit dem Anschein nach eine geringere Wirkung aufzeigen?


    https://www.theguardian.com/wo…s-effective-obesity-study


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    Edit 2 zum Thema "Gesunder Geist aus gesundem Körper":


    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Mens_sana_in_corpore_sano


    So viel zu, "Hitler hat's erfunden"

  • Ich versuche mich mal kurz einzubringen, da ich die letzten 2-3 Tage ein bisschen interessiert mitgelesen habe und auch Reaktionen dagelassen habe, da wäre es ja doof von mir, gar nix zu sagen. Gerne hätte ich einen "Stimme dir zu und nicht zu"-Reaktionsbutton, da ich finde, einige Posts hier haben Punkte wo ich sage „ja/ok, stimme dir (voll) zu“ und zeitgleich „nein/woher kommt denn das jetzt?“, das mal vorweg, da ich das gern erwähnt hätte. Wenn man manche Stellen außen vor lässt, ergänzen sich die Posts hier eigentlich ganz ok meiner Meinung nach. Ein „gesunder“/fitter Körper und Sport können mit Sicherheit gut für die Psyche sein, ist aber nicht unbedingt ein All-Heil-Mittel für jeder Mann oder das, was bei jedem fruchtet. Nicht jeder mit zu viel Körpergewicht leidet darunter. Nicht jeder der darunter leidet, schafft es (durchgehend), etwas daran zu ändern. Manchmal will man vielleicht sogar einfach nichts ändern oder kann grade nicht, weil einem für diesen Prozess im Leben grade die Kraft fehlt aufgrund anderer Faktoren. Ich finde es ok, wenn Leute auf Social-Media für zu dünne/dicke Körper einstehen, kritisch sehe ich jedoch, wenn es eher wahnhafte Züge annimmt, möglichst dünn (oder dick falls es das auch geben sollte) zu sein und dabei tatsächlich auftretende gesundheitliche Probleme ignoriert oder nicht angegangen werden.


    +


    Gesunder/fitter Körper, gesunder Geist. Robert Enke? Ich hoffe ich trete damit nicht über irgendeine rote Linie, aber zeigt uns das nicht eigentlich, dass, selbst wenn die Aussage einen wahren Kern hat, sie nicht bei jedem Menschen zutrifft? Jeder Mensch ist anders oder nicht?. Ein „gesunder“ Geist kann, meiner Meinung nach, in jedem Körper, egal welches Gewicht, ruhen. Das „Gesunder Körper, gesunder Geist“ direkt mit dem 3ten Reich zu verbinden find ich auch zu schnell daher gesagt. Als ich das gelesen habe, habe ich weder an Soul Eater noch an das dritte Reich gedacht(wobei ich bei Soul Eater kurz schmunzeln musste weil ichs letztens wieder angefangen hab), nur daran, dass es keine Garantie ist, das ein gesunder Körper zu einem gesunden Geist führt. Was ist eigentlich ein „gesunder“ Geist? Darauf muss niemand antworten auf die Frage, ich möchte das nur als Denkanstoß geben. Und ich finde es noch ratsam zu erwähnen, dass man vielleicht vorsichtig sein sollte, mit so schnellen Assoziationen und Unterstellungen in Verbindung mit dem was andere schreiben, ich würde ungern für ein 3tes Reich Sympathisant gehalten werden, weil ich mal in den Augen anderer unglücklich Worte zusammengeworfen habe. Da wäre es vielleicht besser, die Diskussion / den Verdacht erst einmal klärend zu behandeln, statt etwas in den Raum zu werfen, was sich wie eine Insinuation(absichtlich indirekte Unterstellung) meiner Meinung nach lesen könnte.

    Das der BMI rassistisch ist, fand ich nebenbei z.b auch ne Aussage, die so ohne Nachweis, sehr weit hergeholt und für jemanden wie mich, der kein Plan zur vermeintlichen „rassistischen Geschichte“ des BMI hat, etwas unglaubwürdig. Quellen wären toll. Generell, wenn man etwas behauptet, wäre es gut zu versuchen, das Behauptete zu belegen.


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    Wie steht ihr zu Übergewicht?

    Es ist mir mehr oder weniger „egal“. Jeder soll so leben wie er will. Ich entwerte Menschen nicht, wenn sie über- oder untergewichtig sind.


    Findet ihr, dass man es dringend beseitigen muss?
    Das müssen Betroffene für sich wissen, genauso wie beim Rauchen usw. usw. usw. Ich kenne jedoch 2 Personen bzw bin ihnen begegnet, welche sehr sehr sehr zu viel angesetzt haben und die auch wirklich unter Kurzatmigkeit und Herzverfettung gelitten haben/es immer noch tun. Die müssen zwar auch nix machen meiner Meinung nach, da dieses Wort ein Zwang ist imo, doch ich würde mal probieren darüber zu reden, wenn es sich im Gespräch anbietet oder je nachdem wie gut ich die Person kenne / wie ich zu ihr stehe, würde ich es direkt ansprechen. Ist in dem Moment ja nicht böse gemeint, sondern aus Sorge um die Person.


    Und wie steht ihr zu den betroffenen Menschen ?
    Ist es euch egal ob jemand dick ist, oder wollt ihr nichts mit solchen Leuten zu tun haben?
    Siehe oben. Es ist mir egal.


    Und hattet ihr schon mal selbst Übergewicht, oder kennt betroffene ?
    Bin nicht betroffen, kenne ein paar verschiedene Menschen in den verschiedensten Gewichtsklassen.

  • Gesunder/fitter Körper, gesunder Geist. Robert Enke? Ich hoffe ich trete damit nicht über irgendeine rote Linie, aber zeigt uns das nicht eigentlich, dass, selbst wenn die Aussage einen wahren Kern hat, sie nicht bei jedem Menschen zutrifft?

    Natürlich trifft das nicht auf jeden zu. Der eigentliche Kern meiner Aussage war, dass sich ein gesunder Körper förderlich auf Psyche und Wohlbefinden auswirkt, und da geht die Wissenschaft mit d'accord. Und damit meine ich, wenn sonst alle Parameter gleich sind, da ja obviously nicht jedes psychische Problem/Diskomfort, Stress, etc. einem ungesunden Körper zugrunde liegt.


    Zumal ein ungesunder Körper nicht nur im Falle von Übergewicht vorliegt. Gibt auch genug normalgewichtige Personen, die ihren Körper wie Müll behandeln. Als gesunden Körper sehe ich nicht nur jenen Körper an, der nicht übergewichtig ist. Ein gesunder Körper hängt vom gesamten Lebensstil ab. Körperkomposition, gesunde Ernährung, regelmäßiger Sport und Bewegung, kein Rauchen, keine Drogen, möglichst kein Alkohol, etc. pp. Ich klammere hier Krankheiten aus, auf die man als Mensch keinen Einfluss hat.

  • Du implizierst quasi: Person A die einen fitten und gesunden Körper hat und regelmäßiger körperlicher Aktivität nachgeht, vs. dieselbe Person A mit 30kg Übergewicht, daraus resultierenden hormonellen und Stoffwechselproblemen und Belastung der Organe und Gelenke, macht praktisch keinen Unterschied. Ist irrelevant. Und jetzt sag nicht "hab ich doch gar nicht gesagt", doch, du hast es im Grunde impliziert.

    Du sprachst und sprichst von Evolution, davon, dass Dinge vorgesehen bzw nicht vorgesehen sein. Der Denkfehler beginnt natürlich schon mit der Begrifflichkeit "vorgesehen", mit der du die Evolution zum handelnden Akteur erhebst. DIe Evolution ist jedoch kein handelnder Akteur, der irgendwas vorsieht oder nicht vorsieht, sondern eine wissenschaftliche Theorie, die erklärt, wieso sich bestimmte Eigenschaften durchsetzen oder nicht durchsetzen. Was gern unterschätzt wird, ist der Faktor des Zufalls. Denn selbst wenn ein Individuum eine Eigenschaft ausgebildet hat, die sich evolutionär als Vorteil erweisen würde, kann diese zufällig wieder verschwinden, bevor sie sich auswirken könnte.

    Aber gehen wir tatsächlich mal durch, was sich evolutionär durchgesetzt hat: Menschen haben die Möglichkeiten Fettreserven anzulegen, Menschen haben ein sehr leistungsfähiges Gehirn, das ermöglicht, dass wir ein Überangebot an Nahrung zur Verfügung stellen können, das außerdem Zucker liebt, weil Zucker eine gute schnelle Energiequelle ist. In der Summe haben uns Dinge, die evolutionär einen Vorteil bringen, Fettleibigkeit gebracht.

    Jetzt können wir noch prüfen, ob Fettleibigkeit ein Nachteil ist. Evolutionär wäre das dann der Fall, wenn die Individuen üblicherweise sterben, bevor eine Fortpflanzung möglich ist. Fortpflanzungsfähig sind Menschen aber relativ lang bevor ein erhöhtes vorzeitiges Sterberisiko für die Individuen relevant wird. Ergo: Nein, Fettleibigkeit ist erstmal kein zwingender evolutionärer Nachteil. Um also aufs Zitat zurückzukommen: Für die Evolution machen die Stoffwechselprobleme, die Belastung der Gelenke und Organe praktisch keinen Unterschied. Es gibt keinen evolutionären Nachteil mehr, der übergewichtige Menschen in der Fortpflanzung behindern würde.

  • QueFueMejor dass ich "vorgesehen" im übertragenen Sinn gemeint habe, habe ich in den vorherigen Posts gründlich erläutert. Auf diesen Roman geh ich jetzt nicht ein.


    Und abgesehen davon, dass Fettleibige Menschen statistisch gesehen viel häufiger zu Fehlgeburten neigen:

    https://academic.oup.com/humrep/article/19/7/1644/2356447


    Gehört zur Evolution ja auch, dass wir uns physisch an unsere Umgebung anpassen, um in ihr möglichst effektiv zurecht zu kommen und zu überleben. Da geht's nicht nur um Kinder kriegen. Denn was bringt es, Kinder zu zeugen, wenn man in seiner Umgebung aufgeschmissen ist, die Frau und die Kinder nicht beschützen und versorgen kann.


    Zumal wir uns evolutionär auch eher zu potentiellen Partnern hingezogen fühlen, die Gesundheit ausstrahlen (auch wenn sie nicht unbedingt gesund sind). Sprich, eher zu einer Frau, deren Physis ausstrahlt, dass sie in der Lage ist gesunde Kinder auszutragen und ein Mann, der in der Lage ist zu providen zu beschützen. Das ist tatsächlich nicht nur gesellschaftlichen Normen geschuldet, dass Menschen mit extremen Übergewicht als weniger attraktiv wahrgenommen werden. Und bevor du mir jetzt sagst, "im Mittelalter waren sehr korpulente Frauen das Schönheitsideal: waren sie nur, weil sie Wohlstand repräsentiert haben.


    Das heißt, auch rein zur Fortpflanzung ist Übergewicht/Fettleibigkeit ein potentieller Nachteil,

    1) wegen höherer Fehlgeburtenrate

    2) weniger paarungswilliger Partner


    Und auch wenn wir nicht mehr in der Wildnis leben, sind diese Dinge und Präferenzen immer noch in uns veranlagt, weil Evolution halt viel langsamer passiert als Industrialisierung.

  • Und abgesehen davon, dass Fettleibige Menschen statistisch gesehen viel häufiger zu Fehlgeburten neigen

    Weiß nicht, ob ich den gefundenen Unterschied als "viel häufiger" bezeichnen würde, aber ja, Fettleibigkeit gehört zu den Faktoren, die Fehlgeburten fördern. Davon gibt es einige.

    Aber davon ab: Auch hier hilft vermutlich unser leistungsfähiges Gehirn sehr viel weiter, weil wir es geschafft haben viele der Risikofaktoren zu identifizieren und durch unseren modernen Lebenstil zu eliminieren. Leider finde ich keine Statistik, die das Fehlgeburtsrisiko über die Jahrhunderte beschreibt. Ich gehe jedoch davon aus, dass wir dank moderner Medizin das Fehlgeburtsrisiko enorm gesenkt haben, so dass wir uns mit den Unterschieden von Fettleibigen zu Normalgewichtigen überhaupt beschäftigen können (gleichzeitig gestehe ich ein, dass moderne Medizin womöglich diesen Einfluss von Übergewicht auf Fehlgeburten verringert hat).

    Gehört zur Evolution ja auch, dass wir uns physisch an unsere Umgebung anpassen, um in ihr möglichst effektiv zurecht zu kommen und zu überleben. Da geht's nicht nur um Kinder kriegen

    Gerade der physische Teil wird wohl überwiegend über die Nachkommen weitergegeben. Es gibt einige soziale Aspekte, die weitergegeben werden können ohne eigene Nachkommen, aber physische Aspekte eher wohl eher selten.

    Zumal wir uns evolutionär auch eher zu potentiellen Partnern hingezogen fühlen, die Gesundheit ausstrahlen (auch wenn sie nicht unbedingt gesund sind). Sprich, eher zu einer Frau, deren Physis ausstrahlt, dass sie in der Lage ist gesunde Kinder auszutragen und ein Mann, der in der Lage ist zu providen.

    Den Punkt habe ich tatsächlich bewusst ausgelassen, weil ich den Teil für höchst spekulativ halte. Das hat zwei Gründe:

    1. Es ist unbestreitbar, dass Schönheitsideal eine gesellschaftliche Komponente hat, bei der ziemlich irrelevant ist, ob das nun ein Vor- oder Nachteil für die Gesundheit der Nachkommen ist.

    2. Zumindest aktuell ist das Aussehen nicht der einzige Faktor, der bei der Partnerwahl eine Rolle spielt. Hier kommt übrigens wieder Gesellschaft ins Spiel, denn natürlich meine ich zwar auch den Charakter, auf den Menschen bei der Partnerwahl durchaus achten, aber auch sozioökonomische Status ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

    Wir könnten noch über Präferenzen sprechen und darüber, wie die eigene Attraktivität die Partner beeinflusst, aber das würde hier zu weit führen.

  • QueFueMejor ja, stimme dir im großen und ganzen zu. Denke eh, das Thema Evolution wurde stärker ausgeweitet als ich im Sinn hatte. Ob Evolution im Kontext Gesundheit jetzt ein gutes oder schlechtes Argument ist, ich denke das Argument an sich, dass (starkes) Übergewicht jetzt nicht förderlich ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden, ist stichhaltig und wissenschaftlich untermauert. Klar gibt es diverse andere Faktoren, aber dieser Threads handelt ja jetzt von Übergewicht.

  • (gleichzeitig gestehe ich ein, dass moderne Medizin womöglich diesen Einfluss von Übergewicht auf Fehlgeburten verringert hat).

    Das ist denke ich die Frage. Ich weiß, dass historisch gesehen viele Kulturen Frauen mit Übergewicht als "Gebärfähiger" angesehen haben, als Frauen, die wir heute als "normalgewichtig" bezeichnen würden. Das ging in einigen Kulturen soweit, dass Frauen vor der Hochzeit oder bevor sie versucht haben Schwanger zu werden gemästet wurden, um Übergewicht zu erlangen. Deswegen gibt es auch so viele Kulturen, die die Figuren von übergewichtigen Frauen idealisiert haben (weswegen wir auch viele Fruchtbarkeitsgöttheiten finden, die übergewichtig dargestellt wurden).

  • Wusste ich beides schon vorher. Ersteres ist eigenes Risiko, welches mich nicht betrifft und mir demnach egal ist lol. Natürlich gibts nen schwereren Corona Verlauf, wenn man es dem Virus leichter macht, gilt eben auch für Raucher*innen zum Beispiel.


    Letzteres wusste ich ebenfalls schon. Es ändert allerdings nichts daran, dass diese Menschen ein Teil unserer Gesellschaft sind, welche dann vielleicht eben eher zu der Gruppe gehören, welche von einer Herdenimmunität profitieren sollten. Als von der Impfung, wenn es bei ihnen halt weniger anschlägt. Wobei (und da lehne ich mich weit aus dem Fenster, weil ich nicht viel Ahnung davon habe, wenn ich scheiße schreibe korrigiert mich also). Medikamente insgesamt erhöhen ihre Dosis bei mehr Gewicht, wird dies bei fettleibigen Menschen bei einer Impfung überhaupt berücksichtigt? Müssten sie überhaupt mehr bekommen? Ist es dann nicht vielleicht sogar eher wieder Diskriminierung gegenüber fettleibigen Menschen, wenn man die Dosis nicht ihrem Gewicht anpasst? Hab die ersten Zeilen vom Artikel gelesen und basically steht das ebenfalls auch da, eventuell brauchen sie einfach ne höhere Dosis, als andere Menschen. Macht ja auch Sinn, wenn mehr Masse da ist.


    Seh ich anders. Du sagst quasi, körperliche Aktivität jeglicher Art ist irrelevant. Klar, wenn man's so nimmt, wenn dein Leben nur daraus besteht, am Computer zu sitzen und rumzuliegen, so verschafft dir ein fitter Körper in dieser spezifischen Domäne keinen Vorteil. Wobei ich auch da sage, selbst beim rumliegen löst starkes Übergewicht so viele unvorteilhafte biochemische Prozesse aus.


    Du implizierst quasi: Person A die einen fitten und gesunden Körper hat und regelmäßiger körperlicher Aktivität nachgeht, vs. dieselbe Person A mit 30kg Übergewicht, daraus resultierenden hormonellen und Stoffwechselproblemen und Belastung der Organe und Gelenke, macht praktisch keinen Unterschied. Ist irrelevant. Und jetzt sag nicht "hab ich doch gar nicht gesagt", doch, du hast es im Grunde impliziert.

    Je nachdem wie man lebt, ist es irrelevant. Ja.

    Körperliche Aktivität wird in unserer Gesellschaft nicht mehr unbedingt gefördert, je nachdem was man für Berufe macht. Gibt eben auch Menschen, die nur im Homeoffice arbeiten. Wird sicherlich auch einen Grund haben, warum viele Fernkraftfahrer*innen dicker sind als der Durchschnitt (mal ganz abgesehen von den Arbeitsbedingungen und dem Essverhalten, welchem diese Menschen ohnehin ausgesetzt sind).

    Die Belastungen sind da, keine Frage und eine dicke Person wird wohl auch mehr Probleme mit der Gesundheit haben, als jemand der viel Sport macht. Aber wenn die dicke Person nicht gerade Profisportler*in werden will, wird von ihr nicht verlangt sich viel zu bewegen (und auch da kann ich einige dicke Menschen nennen, die sportlicher sind als so einige schlanke Menschen, die ich kenne). Auch im täglichen Leben nicht, wo man mittlerweile alles online bestellen kann. Es sind keine Funktionen, die wir noch zum überleben brauchen. Ob so ein Leben sich jetzt gut oder schlecht auf deine Psyche und Physik auswirkt ist erstmal irrelevant. Rein hypothetisch brauchst du nicht einmal dein Haus zu verlassen und kannst trotzdem in unserer Gesellschaft überleben.

    Prinzipiell begünstigt unsere ganze Gesellschaft das dick werden sogar noch, da wir durch die Konsumgesellschaft und immer weniger Zeit, immer weniger Zeit für Ernährung und Freizeit haben. Wenn wir also rein theoretisch weniger dicke Menschen haben wollen würde, weil es schlecht für diese Menschen ist, müsste wir ganz wo anders anpacken. Denn die zunehmende Fettleibigkeit ist nur ein Symptom.

  • Wusste ich beides schon vorher. Ersteres ist eigenes Risiko, welches mich nicht betrifft und mir demnach egal ist lol. Natürlich gibts nen schwereren Corona Verlauf, wenn man es dem Virus leichter macht, gilt eben auch für Raucher*innen zum Beispiel.


    Letzteres wusste ich ebenfalls schon. Es ändert allerdings nichts daran, dass diese Menschen ein Teil unserer Gesellschaft sind, welche dann vielleicht eben eher zu der Gruppe gehören, welche von einer Herdenimmunität profitieren sollten.

    Du stimmst mir also zu, dass zunehmend hohes Übergewicht einen gesundheitlichen Nachteil darstellt. Danke. Case closed. Und ja,dass Übergewichtige Teil unserer Gesellschaft sind, hab ich nie bestritten. Auch wenn dieser Strawman hier ständig auftaucht. Ebenso wie Ärzte nicht fatphobic sind, wenn sie fettleibige Menschen mit grsundheitlichen Problemen auf ihr Gewicht ansprechen.

  • Du stimmst mir also zu, dass zunehmend hohes Übergewicht einen gesundheitlichen Nachteil darstellt. Danke. Case closed. Und ja,dass Übergewichtige Teil unserer Gesellschaft sind, hab ich nie bestritten. Auch wenn dieser Strawman hier ständig auftaucht. Ebenso wie Ärzte nicht fatphobic sind, wenn sie fettleibige Menschen mit grsundheitlichen Problemen auf ihr Gewicht ansprechen.

    Was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun? Silence mich nicht so unnötig, weil du glaubst jetzt irgendwas neues aus mir rausgelockt zu haben, was ich auch schon vorher nie abgestritten habe.

    Erstmal hab ich es nie bestritten. Auch in meinen vorherigen Posts nicht, aber was hat das mit der Diskussion zu tun? Hab da schon mehrmals erwähnt, dass es egal ist, solange die Person damit fine ist und es für mich kein Kriterium ist, Menschen zu sagen, sie sollen abnehmen. Es ist nicht mal ein Kriterium dafür, dass diese Menschen in unserer Gesellschaft nicht überleben könnten.

    Wenn ein*e Ärzt*in das sagt, ist es fine. Wenn ein*e Ärzt*in es immer wieder sagt und alle Krankheiten der dicken Person ausnahmslos auf Fettleibigkeit zurückzuführen lässt, ohne sich das genauer anzuschauen, ist es Diskriminierung. Case Closed.

  • Darauf war mein Kommentar "evolutionär nicht vorgesehen" bezogen. Laufen, klettern, jagen. Dafür ist unsere Physis gemacht. Und nicht dafür, mit 50kg Übergewicht unter Schmerzen zu gehen und nach einem Spaziergang am Limit zu sein.

    Das erinnert mich ein wenig an diese typischen Cavemen Argumente, wo gesagt wird, Männer müssen so sein, weil sie ja früher gejagt haben und viel laufen mussten.

    Like come one. Wir leben seit Jahrzehnten nicht mehr so. Im Kern mag es vielleicht stimmen, aber letztendlich ist es in der heutigen Zeit für unseren Körper komplett irrelevant. Kein Mensch, auch die dünnen Menschen, jagen nicht. Und wenn sie Klettern oder Laufen, dann wird das als Hobby angesehen und nicht als eine fundamentale Tätigkeit unseres Lebens. Daher ist es in unserer Gesellschaft auch komplett egal, ob es dicke Menschen gibt. Früher hätten sie vielleicht nicht überlebt, okay, mag sein. Heutzutage ist es aber halt irrelevant.

    Daher ist das Argument mit unserer Evolution in Bezug auf Übergewicht auch überholt. Wir haben uns halt weiterentwickelt und sind unserer vorgesehenen Evolution ohnehin schon Jahre voraus. Menschen machen so extrem viele Dinge, die schlecht für unsere Gesundheit sind, dazu gehört auch das ständige Sitzen, wir arbeiten uns halb Tod teilweise. Ich glaube auch nicht, dass die Evolution vorgesehen hat, dass wir in Häusern leben, oder Elektrizität benutzten. Aber wir machen es trotzdem.

    Wenn man dieses Mindset auf dicke Menschen anwendet, muss man es halt auch auf alles anwenden, weil es alles betrifft.

    Jein. Natürlich musst du nicht mehr übertrieben sportlich sein, aber die normalen Strecken im Alltag, inklusive Stiegen, etwas längeres Einkaufengehen und normales Wandern etc sollten zu schaffen sein, wenn keine andere Krankheit vorliegt.


    Natürlich könnten wir jetzt auch in den nächsten Jahrzehnten eine Wall-e Gesellschaft werden, in der sich keiner mehr für irgendwas bewegen soll, aber well, dann hat man vermutlich halt mit 30 den ersten Herzinfarkt und das Leben bis dorthin erscheint mir auch nicht gerade so erwünschenswert.

    Darauf wollte comrade auch hinaus: unser Körper ist unserem Lebensstil in keinster Weise angepasst. Heute hast du immer noch zig Folgeerkrankungen zu rechnen.


    Am Ende stellt man sich nur selbst ein Bein, wenn man sich solche Argumente selbst immer wieder einredet bis man sie glaubt. Es haben heutzutage selbst schon Jugendliche genauso schlimme Rücken- und Nackenschmerzen wie ältere Personen, weil sie zu lang sitzen, und schaffen die einfachsten Strecken nicht, obwohl eigentlich (noch) keine andere Erkrankung vorliegt.

    Und ja, das ist auch bei normalgewichtigen Personen so, aber ein starkes Übergewicht macht's aufgrund des Gewichts, das auf das Skelett drückt, noch viel schlimmer.


    Und ja, ich hatte vor einiger Zeit auch ziemliche Rückenschmerzen, aber ich hab dann begonnen regelmäßiger einige Übungen zu machen. Die Leute sollen keine Spitzensportler werden, das hat hier niemand gesagt, sondern sich bloß ein wenig mehr als sonst im Alltag bewegen.