Nymphengesang

  • Hallu! ^-^


    Dann beginnen wir 2017 doch gleich mal mit einem Kommi, gell?
    Hab mir hier jetzt ein etwas älteres Werk herausgesucht, weil mir zu deinem kleinen Jahresrückblick leider einfach nichts einfallen wollte. Nichtsdestotrotz find ich den Rückblick super gemacht und ich glaub, dass diejenigen, die drin vorkommen, sich sicher freuen werden ihn zu lesen. (:


    Jetzt aber ein wenig Feedback zu deiner Geschichte mit Curelei!


    Windspiel


    Möchte hier gleich mal @Obscuritas zustimmen, der Einstieg von dir ist super gewählt. Man wird als Leser gleich in die Situation geworfen, kann sich aber in den Ich-Erzähler auch gleich hineinversetzen und hat klare Bilder vor Augen. Wollte dem Ich-Erzähler ja am liebsten ein Taschentuch reichen, wenn er da schon so die Nase hochziehen muss. Und das schaffen auch nicht viele, dass ich am liebsten in die Geschichte rein will, um irgendwas zu tun.
    Der Ich-Erzähler — ist es überhaupt ein er? Im Grunde erfährt man vom Ich-Erzähler ja nichts, deshalb nehme ich dann meist das Geschlecht des Autoren als „default“. Falls das also nicht richtig ist, schon mal Entschuldigung im Voraus. ^^“ — tut mir hier wirklich leid, es scheint ihn ja sehr erwischt zu haben. Das volle Programm auch noch: Husten, Schnupfen und Fieber! Konnte ich richtig gut nachvollziehen, ich kenn so was auch, wenn man den ganzen Tag elend im Bett liegt und sich nur noch von Tee ernährt. Hier haben mir die Teesorten, die du genannt hast wirklich gefallen — lustigerweise bin ich auf so etwas noch gar nicht gekommen, dass die verschiedenen Beeren sich gut für Tees eignen würden. Bis auf Tamot-Tronzi … wer trinkt so was?!
    Dass der Ich-Erzähler zur Minze greift, fand ich in dem Zusammenhang interessant — ich vermute jetzt mal, dass du hier die Pfefferminze gemeint hast. Die wird als Heilpflanze verwendet, vor allem ihr ätherisches Öl. Pfefferminze wird zum Behandeln von Gallen oder Magenleiden verwendet und das ätherische Öl hilft wohl auch gegen Kopfschmerzen. Im Zusammenhang mit Erkältungen kenne ich die Pfefferminze jetzt allerdings nicht, ich selbst trink mich meist durch Salbei und Thymian. Beide nicht so lecker, aber mit bissl Zucker geht’s — das kennt man ja von Mary Poppins. :D
    Ich frag mich wirklich, wie der Ich-Erzähler es schaffen konnte nichts von dem Tee zu verschütten. Man versucht es sich hier vorzustellen, scheitert aber ein bissl daran — letztendlich bin ich aber froh, dass sein Tee sich nicht über den Boden ergossen hat, weil dann würde er ihm nicht sehr helfen. Hier hat mir die kleine Beschreibung sehr gefallen, wo der Ich-Erzähler die ersten Schlucke nimmt. Genau mein eigenes Erlebnis, jedes Mal, wenn ich Tee trinke.
    Bei all dem Schniefen des Protagonisten frag ich mich, ob er vielleicht auf Taschentücher einfach keine Lust hat oder hat er nur noch nicht dran gedacht? Die Sache mit der Zugluft ist im Übrigen nicht falsch, es ist ganz gut mal zu lüften, wenn man krank ist, aber sollte nicht besonders lang sein, weil frieren bei Erkältung auch nicht gut ist, da sollte man drauf achten, dass man sich warm hält.
    Als du das Windspiel erwähnt hast, hab ich mich gleich gefragt, wie es wohl aussehen könnte. Die gibt es ja ganz simpel mit ein paar Holzstäbchen oder -röhrchen die klingend aneinanderschlagen oder mit ein paar metallischen Elementen. Fast schad, dass du darauf nicht näher eingegangen bist. Konnte übrigens sehr gut nachvollziehen, dass dem Ich-Erzähler das Geläute nach ner Weile auf die Nerven geht, sei es auch noch so zart. Wenn man krank ist, ist man ja oft auch recht dünnhäutig.
    Ein Peppeck im Zimmer stellte ich mir im ersten Moment eigentlich ganz niedlich vor, bis mir einfiel, dass es mit seinem Schnabel ja doch einiges an Schaden anrichten kann. (Sind wir ja gestern Abend auch erst durchgegangen, gell?) Also lieber doch kein Peppeck im Zimmer — umso besser, dass es sich hier wohl um keines handelt. Allein schon, dass der Ich-Erzähler sagt, dass er den Vogel bereits am Umriss erkannt hätte, fand ich ein nettes Detail — im übertragenen Sinne weiß man als Leser so, dass es da schon ein paar Probleme gegeben haben muss.
    Die Frage bleibt also, was hier wie wild um das Windspiel herumwuselt und die Auflösung mit Curelei war schon überraschend. Ist ja schon ein ungewöhnlicher Gast, deshalb ist es kein Wunder, dass der Ich-Erzähler hier verwirrt ist. Das bin ich nämlich auch. Und dann kommt die kleine Fee auch noch direkt auf den Ich-Erzähler zu! Die Szene die dann folgt, stell ich mir lustig vor. Da hockt der Ich-Erzähler dann mit einem Blumenkranz um den Hals — bissl comicrelief, aber so passend hier. Nachdem Curelei ja für seine Heilfähigkeiten bekannt ist, frag ich mich, ob vielleicht die Erkältung des Ich-Erzählers es angelockt hat. Möglich, dass es deshalb gekommen ist, um etwas gegen die Krankheit zu unternehmen. Aber, wie es als Fee eben so ist, war natürlich das Windspiel am Anfang durchaus interessant genug, um es von seiner „Mission“ ein wenig abzulenken. Was ja auch ok ist, Curelei ist eben so ein kleines Wesen voller Lebensfreude!
    Ah, so eine entspannende Aromakur muss man tolles sein, kein Wunder, dass das die Laune des Ich-Erzählers gleich hebt! Auch so eine nette Gesellschaft hat man nicht alle Tage. Curelei war sicherlich auch ganz glücklich darüber, dass es helfen konnte und ich kann am Ende nur zustimmen: das ist bestimmt genug Ablenkung für einen Tag. So was müsste unsereins mal passieren, wenn wir krank sind, dass ein Curelei durchs Fenster reinfliegt und einen heilt. Du sagst zwar nicht, ob die Erkältung vollständig kuriert ist, aber das muss es ja auch nicht, selbst ein bissl besser kann ja schon viel helfen. Gerade, wenn man sich so elend gefühlt hat, wie der Ich-Erzähler am Anfang.
    Das war eine schöne, kleine Geschichte, die mir vor allem aufgrund ihrer Einfachheit, aber auch „Alltäglichkeit“ gefallen hat. Gut, jetzt nicht unser Alltag, aber so kann man sich den Alltag in Alola oder allgemein in der Pokémonwelt schon sehr gut vorstellen. Die einzelnen Elemente passen einfach gut zusammen. Mit einer Erkältung kann jeder etwas anfangen und deshalb konnte man sich gleich in den Ich-Erzähler und sein Elend hineinversetzen. Da war die Darstellung von Curelei als quirrliges kleines Wesen schon ein starker Kontrast zu dem miesgelaunten Menschen. Aber wie könnte man der Lebensfreude einer Blumenfee auch widerstehen? (: Auch beeindruckend find ich hier, wie du mit den wenigen Beschreibungen, die du benutzt, trotzdem so viel darstellen kannst. Das waren ganz prägnante Beschreibungen, immer auf den Punkt und so eindeutig, dass jede weitere Beschreibung eigentlich nur netter Zusatz gewesen wäre. Zwar sind manche Stellen etwas „leer“ geblieben, wie etwa die Inneneinrichtung des Zimmers oder der Küche, das Aussehen des Windspiels und allgemein jegliches Aussehen des Ich-Erzählers, aber das hat man auch gar nicht gebraucht, um die Geschichte zu lesen und zu verstehen. Hat mich beeindruckt!
    Zum Schluss kommt mir hier derselbe Gedanke, den schon @Temmie geäußert hat: ich bin auch gespannt, wie deine Alola-Geschichten in Zukunft sein werden, jetzt wo die Games endlich draußen sind und so viel mehr Game-Material zur Verfügung steht. Ich bin sehr gespannt!


    Man liest sich beim nächsten Kommi — I’ll be back. :3
    <3

  • #759: Koraala
    04.11.16 - 21.11.16
    In Kollaboration mit @Adurna und @Cáithlyn



    Koraala, das Muränen-Pokémon, ist ein Pokémon der Typen Drache und Gift und in den küsten- und strandnahen Gewässern Alolas beheimatet. Einen Namen hat es sich besonders durch sein sonderbares Aussehen mit korallenartigen Auswüchsen gemacht, mit dem es in seinem Lebensraum in der Nähe von Korallenriffen kaum auffällt und dadurch eine Gefahr für herannahende, unvorsichtige Taucher darstellt. Seine scharfen Zähne sondern bei einem Biss ein Gift aus, das innerhalb weniger Sekunden einen Menschen lähmt und kleinere Fische auf der Stelle tötet. Über seine Schuppen ist es außerdem in der Lage, kleine elektrische Stöße abzugeben. Durch sein Aussehen ist es auch bei Sammlern sehr beliebt und wird im Volksmund als „Schöner Räuber der Meere“ bezeichnet. Aus diesem Grund sind sie sehr selten anzutreffen.


    Merkmale


    Koraala werden in der Regel zwischen ein und zwei Meter lang mit einem Gewicht von rund fünfzehn Kilogramm und werden bis zu zwanzig Jahre alt. Auffällig sind an ihnen nicht nur ihre orangefarbenen Schuppen, die im Sonnenlicht in mehreren Farben schillern können, sondern auch ihre korallenartigen Auswüchse. Mit diesen können sie sich innerhalb von Korallenriffen bewegen, ohne sofort aufzufallen und werden damit für potenzielle Feinde praktisch unsichtbar. Zusätzlich besitzen sie scharfe Giftzähne, die sie zur Jagd einsetzen und bei besonders kräftigen Exemplaren auch Knochen durchdringen können.


    Koraala sind den Typen Drache und Gift zugehörig und lernen vor allen Dingen physische Attacken dieser Typen, die sie mit ihrem langen Körper ausführen können. So zählen sie unter anderem Schweif- und Slam-Attacken zu ihrem Repertoire. Darüber hinaus sind sie aber auch sehr anpassungsfähig und in der Lage, über ihre Schuppen elektrische Impulse abzugeben und ihre Feinde auf diese Weise zu lähmen. Vorwiegend setzen sie dabei auf schnelle Bewegungen, um ihre Gegner auszutricksen und sie zu überwältigen.


    Koraala sind Zwitter und besitzen damit eine einzigartige Fähigkeit, die sie von anderen Pokémon unterscheidet. In Auseinandersetzungen werden sie nicht von geschlechtsspezifischen Angriffen beeinflusst und können diese daher aufheben. Zusätzlich sind sie aber selbst imstande, diese Angriffe auf ihre Gegner auszuüben und sie damit zu betören, um schließlich leichtes Spiel zu haben.


    Lebensweise


    Koraalas natürlicher Lebensraum sind tropische Gewässer, wobei sie die meiste Zeit in einem Höhlenkomplex verbringen, um vor den Blicken neugieriger Menschen und ihrer natürlichen Feinde, Kanivanha und Tohaido, geschützt zu sein. In diesen leben zumeist auch mehrere Koraala, die sich eine Behausung teilen und friedfertig miteinander umgehen. Sie sind standorttreu und suchen immer dasselbe Versteck auf, womit sie also leicht aufgespürt werden können.
    Während ihrer Jagdzeiten sind sie in der Nähe von Korallenriffen außerhalb ihrer Behausungen anzutreffen. Sie gehen außerdem eine enge Symbiose mit dem Pokémon Corasonn ein, die ihnen an diesen Orten zusätzlichen Schutz bieten. Als Gegenleistung beschützen Koraala die Corasonn vor ihren natürlichen Feinden Garstella und Aggrostella, die ebenfalls in der Alola-Region beheimatet sind. Dabei werden meist auch Koraala das Ziel ihrer Gegner, jedoch wehren sie sich unter Einsatz ihrer stärksten Attacken, um sie erfolgreich zu verjagen.


    Da Koraala schlecht sehen, dafür aber einen ausgezeichneten Geruchssinn besitzen, bevorzugen sie es, hauptsächlich in der Dämmerung und den nächtlichen Stunden aktiv zu sein. Hier verlassen sie auch ihr schützendes Gebiet, entfernen sich jedoch nicht weit von ihren Behausungen. Sie sind, wie andere Vertreter ihrer Art, Raubfische und ernähren sich ausschließlich carnivor. Ihre Beute reicht sowohl von kleineren Fischen bis hin zu Krebstieren. Je nach Größe verschlingen sie ihre Beute im Ganzen oder lähmen sie zuerst mit kleinen elektrischen Stößen oder mit einem Biss ihrer scharfen Giftzähne, um sie danach zu fressen. Da Koraala sehr genügsam sind, kommen sie in der Regel ein bis zwei Tage ohne Fressen aus.


    Ihr Revier ist nicht klar gekennzeichnet und in der Regel greifen Koraala nicht von sich aus an. Da sie ihren Höhlenkomplex nur zur Jagd verlassen, sind sie selten in Auseinandersetzungen mit anderen Pokémon verwickelt. Sollten sie doch dazu gezwungen werden, nutzen sie ein geringes Repertoire an Angriffen und spezialisieren sich vorrangig darauf, ihren Gegner schnell auszuschalten, da sie nicht sehr ausdauernd sind. Ihre Wendigkeit im Wasser hilft ihnen dabei, dies zu bewerkstelligen.


    Für den Menschen stellen Koraala keine unmittelbare Gefahr dar, da sie nicht aggressiv sind. Bisse erfolgen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen, beispielsweise in der Nähe von Korallenriffen. Besonders zu beachten ist dabei, dass sie bei einem Biss ein Gift aussondern, das einen Menschen für kurze Zeit lähmen kann, weswegen Vorsicht geboten ist.


    Fortpflanzung


    Durch ihre Eigenart, Zwitter zu sein, können einige Probleme bei der Fortpflanzung dieser Pokémon entstehen. Koraala finden sich im Hochsommer an tieferen Stellen des Meeres zusammen, um ungestört Nachwuchs zu zeugen. Sie legen dabei fünf bis zehn Eier, die sie in eine Mulde im Meeresboden legen und wo diese ungestört vor den Blicken fremder Pokémon reifen können. Allerdings hält das Räuber nicht davon, sich das eine oder andere Ei einzuverleiben und so schlüpfen am Ende nur wenige der jungen Koraala aus ihren Eiern.


    In privater Zucht kann es jedoch passieren, dass sie nicht imstande sind, mit ihrem Partner zu harmonieren, da sie unter dem Stress, nicht unter Ihresgleichen zu sein, ihr Geschlecht nicht konsistent halten können. Aus diesem Grund stellt es für Trainer und Züchter eine Herausforderung dar, Koraala in den verschiedenen Gebieten der Zucht einzusetzen.





    Eine Aufnahme von Koraala unter Wasser, als es gerade seine Höhle verlässt.


    Literatur

    • J. Kukui: Die wundersame Welt der Alola'schen Meere, Kapu-Verlag, 2015, ISBN 4-475-9845-1
    • S. Eich: Pokémon-Typen und ihre Eigenarten, Saffronia-Verlag, 2007, ISBN 3-3564-457-0
    • J. Birk: Leben im großen Wasser, Metarost-Verlag GmbH, 2009, ISBN 3-38756-124-4


  • Hallu Rusalka! ^.^


    Oh, ein wissenschaftlicher Text? Na, dann will ich mich doch gleich mal in die alolasche Meeresbiologie einlesen.


    Ich mag schon mal den Namen: Koraala. Da steckt schon deutlich die Koralle drin, aber könnte da auch „Aal“ drinstecken? Jetzt muss ich aber gleich mal blöd fragen: Ist die Aussprache „Kora-ala“ oder einfach nur ein sehr langes „a“?
    Die Typkombi find ich hierbei interessant, man erwartet ja bei einem Pokémon, das im Meer lebt doch den Wassertyp irgendwo, aber ich find’s immer gut, wenn man zeigt, dass nicht jedes Wesen, das in einem Gewässer lebt, auch zum Typ Wasser gehören muss. Und mit Drache/Gift ist eine interessante Kombination herausgekommen. Ich finde, dass schon der Sprite einen gewissen „drachenartigen“ Ausdruck verleiht und bin da schon ganz überwältigt von den Details! (Ich mein srsly, wenn offizieller Sprite dann nur dieser. Man sieht sehr schön, die im Text beschriebenen Korallenauswüchse und die hübschen Schuppen. Find auch die Detailarbeit bei den Flossen genial! Schon auf dem Sprite sehen die Zähne ziemlich gefährlich aus. So eine schöne Detailarbeit @Cáithlyn! Da ist’s nicht leicht beim Text zu bleiben, wenn dieser detailreiche Sprite da am Rand ist.) Da wundert es mich dann auch nicht, wenn es im Text heißt, dass Koraala in Korallenriffen praktisch unsichtbar werden. Es passt einfach perfekt in seine Umgebung. Vermutlich sieht man die vielfarbig schillernden Schuppen nicht oft, aber da bewahrheitet sich dann der Volksmund: das ist definitiv ein schöner Räuber — macht vielleicht sogar ein bisschen Milotic Konkurrenz und das schaffen ja nu auch nicht viele Pokémon.
    Sehr interessant empfand ich die beschriebene Fähigkeit — es kann selbst nicht von geschlechtsspezifischen Attacken beeinflusst werden, kann sie aber selbst ausüben. Faszinierend! Ob das auch an der Schönheit liegt, die den Gegner dann quasi blendet?
    Also, Koraalas natürliche Feinde sind Haie — Kanivanha und Tohaido —, sie leben in Symbiose mit Corasonn — macht Sinn, weil Koralle — und legen sich deshalb mit den Seesternen — Garstella und Aggrostella — an. Interessante Nahrungskette, gerade gegen die Seesterne hat Koraala ja doch einen entscheidenden Vorteil, weil die Fähigkeit „Quälerei“ gar nicht greifen kann, da Koraala nicht vergiftet werden kann. Die „Flexibilität“ der Seesterne verhindert zwar eine Paralyse, aber durch die Möglichkeit Stromstöße zu erzeugen hat Koraala auf jeden Fall einen Vorteil. Da fühlt sich Corasonn in den alolaschen Gewässern sich bestimmt sicherer.
    Ich versteh jetzt nicht so viel von Muränen, aber ich glaube, dass du dich bei der Beschreibung der Lebensweise durchaus stark daran angelehnt hast. Zumindest, was ich so in Wiki quergelesen habe, hab ich ein paar Parallelen gesehen. In diesem Sinne: sehr gut recherchiert! Gefällt mir auch sehr, wie du in wenigen, prägnanten Worten hier die Jagd beschreibst und sich die paar Wiederholungen — wie etwa, dass Koraala kleine Stromstöße abgeben können — nicht als solche anfühlen. Immerhin, muss das natürlich nicht nur allgemein sondern auch im Zusammenhang erklärt werden. Gerade die Kampfweise hat mir hier gefallen. Im Grunde sind Koraala also friedlich, machen aber im Zweifelsfall schnell ernst, weil sie nicht so ausdauernd sind. Sollte man sich also zweimal überlegen, ob man sich den hübschen Räuber aus der Nähe anschauen will oder nicht.
    Wenn der Biss nur lähmt, braucht’s dann eigentlich kein Antidot beim Menschen? Kenn mich bei Giften nicht so aus, aber vielleicht wär’s gut zu wissen, ob es ein Antidot gibt, um die Lähmung vielleicht schneller verschwinden zu lassen. (Aber das sei nur am Rande erwähnt.)
    Die Fortpflanzung war dann auch noch mal ein sehr interessantes Thema. Es klingt so, als würden Koraala nicht bei ihrem Nachwuchs bleiben, sondern sich praktisch rein um das Eierlegen kümmern? Nachdem man allgemein von der Fortpflanzung der Pokémon nur wenig weiß („Wir haben ein Ei gefunden und wissen gar nicht, wo es hergekommen ist!“) verwundert mich das im Grunde nicht. Andererseits würde es eigentlich Sinn machen, dass sie ihre Eier, da sie schon in einem Höhlenkomplex mit mehreren leben, dort ablegen, wo mit Sicherheit nicht viele Räuber sich hinwagen. Deshalb, eine interessante Art der Fortpflanzung. Hätte in dem Zusammenhang jetzt nicht gedacht auch noch von der Zucht zu lesen, aber find’s schön, dass du diesen Aspekt auch eingebracht hast! Immerhin ist die Zucht von Pokémon ein spannendes Feld — was mit Koraala wohl einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Kann man also nicht wild mit irgendwas aus derselben Eigruppe kreuzen, da braucht’s schon Einfühlungsvermögen. Ob Koraala ein Ditto wohl als Seinesgleichen erkennt oder eher nicht?
    „Eine Aufnahme von Koraala unter Wasser, als es gerade seine Höhle verlässt“ — die Bildunterschrift ist so herrlich sachlich gehalten. This is a freakin masterpiece! Jeder Fotograf würde für so eine Aufnahme vermutlich gleich den Preis für das beste Naturfoto erhalten. Deshalb ist es hier auch so beeindruckend, dass es gezeichnet ist. Ich bin so fasziniert, dass es mir komplett die Sprache verschlägt @Adurna. Diese Details bei den Schuppen und den Zähnen! Der Hintergrund und das Licht durch die Wasseroberfläche. Man merkt dem Ganzen auch einen Fotorealismus an, weil ich denke, da Tiefenschärfe zu erkennen. Wow, srsly! Ich glaub, ich lass meine amateurhaften Worte jetzt einfach weg und bewundere noch eine Weile dieses Meisterwerk. *bewundert*
    Und zu guter Letzt noch die Quellenangaben: schöne Sache, denn so gehört es sich auch. Literaturhinweise müssen bei einem wissenschaftlichen Text schon sein, besonders, wenn er — wie hier — so einen kleinen Schulbuchcharakter hat. Kann hier im Grunde auch nicht meckern, bis auf eine kleine, bibliothekarische Spitzfindigkeit. ;) Seit … ich glaub Mitte der 2000er Jahre ist die ISBN 13stellig. Es gab zwar eine Übergangszeit, da hatten die Bücher dann zwei ISBN — einmal 10stellig und einmal 13stellig — inzwischen wird fast nur mehr die 13stellige vergeben. (Obwohl man sagen muss, manche Bücher haben trotzdem mehrere 13stellige ISBN, warum auch immer.) Davor kommt also noch ein „978“, danach die Gruppennummer — auch Ländernummer genannt, daran kann man erkennen aus welchem Land das Buch stammt — und dann das ganze andere Gedödel: Verlagsnummer, Bandnummer und die Prüfziffer. Jedenfalls sehr schöne Literaturzitate — das kann ich durchaus sagen, denn es ist alles wichtige drin, im Grunde fehlt nur Erscheinungsort/Verlagsort und die Seitenzahl. Aber wenn ich solche Zitate, wie von dir in der Arbeit kriege, freu ich mich schon, weil das kann man finden. :D (Und darum geht’s ja bei Literaturzitaten, dass man die Literatur findet.)


    Alles in allem eine sehr schöne Teamarbeit hier, ein gelungenes Rundumpaket. Sachlicher Artikel, mit klarer Aufteilung und ein paar hübschen Fachbegriffen — carnivor! —, der sich gut für eine Enzyklopädie, ein Schulbuch oder auch als Grundlage für einen Dexeintrag eignet. Dazu noch die beeindruckenden Illustrationen, herrlich. Okay, ich denke man merkt, dass ich von der ganzen Sache echt begeistert bin und hatte hier auch viel Spaß mich mit eurem Fakemon zu beschäftigen. Ihr habt es so ansprechend gemacht, dass ich wirklich gern eines ins Team nehmen würde. :3
    Ihr könnt mir nicht zufällig einen Züchter empfehlen? Aus der Wildnis würd ich's nur ungern nehmen -- jemand muss doch auf Corasonn aufpassen.



    Wir lesen uns! <3

  • Mitternachtssonne
    geschrieben am 28.11.16


    Langsam zieht sie ihre Kreise. Die Schatten werden länger, der Tag neigt sich dem Ende zu. Der Himmel ist mit goldenem Licht gefüllt und die Nacht bereitet sich vor, ihren mystischen Schleier über die stille Welt zu legen.
    Plötzlich eine Kehrtwende. Der gesamte Horizont wird von hellen Strahlen geflutet. Die Dunkelheit verfällt in Schlaf und zieht sich wieder zurück, bis ihre Stunde geschlagen hat. Nur ein einzelnes Wesen sieht und staunt über dieses Phänomen, das doch so selten und beeindruckend ist.
    Tag und Nacht liegen nah beisammen in den Polarregionen. Sie rufen dieses Wunder hervor: Die Sonne um Mitternacht.



  • Morgen, du! (:


    Aber mit der Muräne eine gute Wortkombination finden war so gut wie unmöglich. Die Aussprache selbst ist ein langgezogenes A.

    Ah, gut zu wissen, dann muss ich da gedanklich meine Aussprache von Koraala gleich mal korrigieren. ;)  

    Existieren wird es sicher, aber Informationen zu einem Gegengift hab ich jetzt noch nie in einem wissenschaftlichen Text gelesen. Ich lass mich da aber gern vom Gegenteil überzeugen, wenn es das doch gibt.

    Puh, so wirklich vom Gegenteil kann ich dich da nicht überzeugen -- müsste ich jetzt selbst nachschauen. Hab da bei mir im Lesesaal so ein paar Bücher zum Thema Gift stehen, wenn ich drandenk schau ich mal rein. (:


    Und weil ich grad so munter hier am Tippen bin, les ich mir doch auch gleich mal den Drabble durch. Im Grunde kenn ich es ja schon, aber so wirklich "professionelles" Feedback kann ich verbal einfach nicht geben. °hüstl°


    Mitternachtssonne
    Das Schöne an dem Drabble ist gleich mal, dass ich mich ebenfalls in Wiki begeben habe, um mir erst noch mal ins Gedächtnis zu rufen, was die Mitternachtssonne noch gleich ist. Man könnte hier also durchaus von einem "bildenden" Werk sprechen. (Jedenfalls für so Leute wie mich, gell?) Besonders schön find ich hier einfach die Beschreibungen und wie du mit den hundert Wörtern ein herrliches Bild malst. Man sieht es direkt vor sich, dieses Spiel aus Helligkeit und Dunkelheit, Tag und Nacht und die Überraschung, als die Nacht doch noch nicht ihre Arbeit antreten kann, sondern weiterhin warten muss. Dabei fand ich die Beschreibung besonders schön, dass der Horizont mit den Sonnenstrahlen direkt geflutet wird. Das konnte ich mir sehr gut vorstellen. Interessant an dieser Beschreibung ist aber auch, dass du trotz der Personifikation von Tag und Nacht noch einen kleinen Protagonisten eingebaut hat. Das "einzelne Wesen" -- um wen es sich handelt, sagst du nicht, aber da ich die ganze Szenerie ohnehin aus einer erhöhten oder sogar Vogelperspektive vor Augen hatte, war das einfach nur ein kleiner, schwarzer Punkt auf dem Eis. (Ich hab mir das natürlich in einem Schnee-und-Eis-Setting vorgestellt.) Die letzten zwei Sätze sind dann eine Art Zusammenfassung und Erklärung des Titels. Muss sagen, dass es dem Drabble einen schönen Abschluss gibt, weil es sich für mich anhörte, wie die Gedanken des genannten Wesens. Wie ein stiller Beobachter das Schauspiel zusammenfassen würde, nachdem er keine Worte hatte, um das Schauspiel zuvor wiederzugeben. Empfand ich jedenfalls so.
    Ein hübsches kleines Werk ist dir hier auf jeden Fall gelungen.


    Man liest sich wieder! ^-^

  • Maido Leude, ich hatte früher auch mal ein Muränen-Pokémon erfunden. Es trug den sehr kreativen Namen Muraeno und entwickelte sich aus Anguillot, dem Glasaal. Typ Wasser-Unlicht, überwiegend braun und rot.


    Yomi: Bonjour! ò.ó Ich werde es mir jetzt zur Mission machen, diese wissenschaftliche Abhandlung auf Unlogisches zu überprüfen! Ganz wie der große Augustin Platan! Oui oui~


    Durch sein Aussehen ist es auch bei Sammlern sehr beliebt und wird im Volksmund als „Schöner Räuber der Meere“ bezeichnet. Aus diesem Grund sind sie sehr selten anzutreffen.
    Yomi: Kagayaku als Fisch? xD
    Kagayaku: Vielleicht ja eher Knirfishs schönes Geschwisterchen. ^^


    So zählen sie unter anderem Schweif- und Slam-Attacken
    Yomi: Welche Slam-Attacken gibt es denn noch außer Slam?
    Kagayaku: Don't be cocky, little Yomi~ ...
    Yomi: Aber ich habe Recht. Schweifattacken SIND Slamattacken. >.<


    Koraala sind Zwitter und besitzen damit eine einzigartige Fähigkeit, die sie von anderen Pokémon unterscheidet.
    Yomi: Okay? :o Ist etwas überraschend, aber da es ein neues Konzept ist, werde ich daran auch nichts mäkeln können. :3 Ich finde aber nicht, dass es einzigartig sein sollte *auf Gastrodon, Muschas usw. schiel* :P



    Koraalas natürlicher Lebensraum sind


    Min: Eukalyptusbäume ... sorry :'D

    Während ihrer Jagdzeiten sind sie in der Nähe von Korallenriffen außerhalb ihrer Behausungen anzutreffen. Sie gehen außerdem eine enge Symbiose mit dem Pokémon Corasonn ein, die ihnen an diesen Orten zusätzlichen Schutz bieten. Als Gegenleistung beschützen Koraala die Corasonn vor ihren natürlichen Feinden Garstella und Aggrostella, die ebenfalls in der Alola-Region beheimatet sind. Dabei werden meist auch Koraala das Ziel ihrer Gegner, jedoch wehren sie sich unter Einsatz ihrer stärksten Attacken, um sie erfolgreich zu verjagen.
    Yomi: Solche Einträge bezüglich der Lebensweise liebe ich in Pokédexen. Es gibt leider auch ein paar Einträge, die total nichts sagend oder einfach faktisch falsch weil total unlogisch sind. xD Gut geschrieben, das Ganze. Très bien!

  • Heimweh
    geschrieben am 21.01.17


    Stumm sah ich zum Meer hinaus. Der Vollmond stand bereits hoch am wolkenlosen Himmel, als ich meinen starren Blick in Richtung Horizont richtete und von der Klippe sah. Fast kniend saß ich im weichen Gras und fühlte die sanfte Brise auf meiner Haut, die mich frösteln ließ und mein hellblaues Kleid umspielte. Ich schlang die Arme um meinen Körper und haschte nach Wärme, als sich neben mir ein leuchtender Schein in der Luft ausbreitete. Das Wesen, von dem das Licht ausging, schlug mit seinen kleinen Flügeln, um mit mir auf Augenhöhe zu sein und ich drehte meinen Kopf langsam nach.
    „Hallo Nana“, begrüßte ich die Fee, die sich daraufhin verbeugte und mich sanft anlächelte.
    „Wie geht’s dir, Siri?“, fragte mich Nana, die mir ihren kleinen Zauberstab mit dem Stern vorne drauf entgegenhielt. „Du wirkst schon wieder so abwesend.“
    Ich seufzte unmerklich und sah wieder in Richtung des Meeres. „Weißt du, ich hab Heimweh. Es ist schon so elend lange her, seit ich das letzte Mal Zuhause war und ich frage mich, wie es den anderen geht.“
    „Das ist aber kein Grund, dass du die letzten Wochen abends immer hier draußen bist. Deine Eltern machen sich Sorgen.“
    Bedächtig schüttelte ich den Kopf. „Du weißt, dass sie nicht meine richtigen Eltern sind. Ich bin ihnen dankbar, dass sie mich vor einem Jahr aufgenommen haben, aber …“
    „Ist schon gut.“ Nana bedachte mich darauf, still zu sein und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. „Aber es ändert nichts daran, dass sie sich Sorgen machen.“
    Zwischen uns breitete sich Stille aus. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, denn Nana hatte natürlich recht damit. Sie hatten sich jederzeit hervorragend um mich gekümmert und mir ihre ganze Liebe geschenkt, als ob ich ihr eigenes Kind gewesen wäre. Und dabei hatten sie mich doch gar nicht gekannt!
    Nana flatterte mehrere Male um mich herum und verteilte glitzernden Staub. Ich lächelte, da ich mich immer gefragt hatte, woher dieser kam. Ihre kleinen Flügel machten nämlich nicht den Eindruck, als ob sie ihn bewusst zaubern würde, um damit eleganter zu wirken. Schließlich stoppte sie in meinem Sichtfeld und sah mich durchdringend an, während sie den kleinen Stab in beiden Händen hielt.
    „Siri, hast du dich eigentlich entschieden, was du tun möchtest?“
    „Du meinst …?“
    Nana nickte. „Ja. Dein Wunsch von vor einem Jahr. Heute ist nämlich der Tag, an dem sich deine Zukunft entfalten wird.“
    Ich erinnerte mich, als ob es gestern gewesen wäre. Damals hatte ich diesen einen Wunsch, ein fremdes Land kennenzulernen, aber es hatte keine Möglichkeit gegeben, dass er sich irgendwie erfüllen konnte. Bis ich Nana getroffen und ihr davon erzählt hatte; von meinen Vorstellungen und auch von meinen Zweifeln, ob ich damit am Ende glücklich werden würde. Sie hatte so geduldig zugehört und ich hatte schon fast gedacht, sie würde mir nicht glauben. Aber Nana war sehr gütig gewesen und hatte mir versprochen, dass sie mich nach einem Jahr wieder nach meiner Entscheidung fragen würde. Und heute war es so weit.
    Ich atmete tief ein und wieder aus. Nach all der Zeit, in der ich über beide Seiten nachdenken konnte, war mir bewusst, was ich wollte. Ich sah Nana mit entschlossenem Ausdruck in den Augen an, der sie wohl auch sofort überzeugte.
    „Das weiß ich. Und ich will zurück. Zurück in meine Heimat und zu meinen richtigen Eltern.“
    Nana schenkte mir daraufhin ein warmes Lächeln und flitzte wieder einige Male um mich herum. Ich versuchte ihr nachzusehen, schaffte das aber natürlich nicht und begnügte mich allein mit ihrer Anwesenheit.
    Schließlich spürte ich tatsächlich eine Veränderung. Ich sah auf meine Hände und bemerkte, wie sich dort der glitzernde Staub festsetzte. Immer mehr breitete sich in der Luft aus und ich erinnerte mich wieder, als Nana bereits einmal dieses Kunststück vollführt hatte. Damals war ich ebenso überrascht gewesen und ich wusste nicht, wie mir geschah. Aber es war eine lehrreiche Erfahrung, die ich gemacht hatte.
    Nach einigen weiteren Sekunden flatterte Nana wieder zu mir und sie zeigte mit ihrem Stab in meine Richtung.
    „Also gut, Siri. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Möchtest du dich vorher noch von deinen Eltern verabschieden?“
    Langsam drehte ich mich um. Auch wenn ich weit und breit nicht mehr sah als den großen Wald, wusste ich, dass in dieser Richtung mein Zuhause lag. Der Ort, an dem ich das letzte Jahr verbracht hatte und an dem mir so viel Liebe geschenkt wurde. Mit meiner rechten Hand berührte ich die Brust an der Stelle, an der sich das Herz befand. Ich spürte, wie es gleichmäßig schlug und ich fühlte mich mit einem Mal wieder ruhig und besonnen. All die Wärme, die mir zuteil wurde; ich würde sie nicht vergessen.
    Nach wenigen Momenten sah ich Nana wieder an und schüttelte den Kopf. „Nein. Ich denke, sie werden es verstehen, wenn ich weg bin. Aber ich möchte für sie singen, damit sie wissen, dass ich da bin.“
    „Gut. Ich hätte auch nichts anderes von dir erwartet“, meinte Nana tadelnd und ich musste lachen. Sie hatte mich immer genauestens beobachtet und wusste einfach, wie ich tickte.
    „Dann heißt es jetzt wohl … Abschied nehmen, nicht wahr?“, sagte sie daraufhin leise und ließ den Kopf hängen. Ich lehnte mich zu ihr hin und bedeutete ihr mit einem Finger, mich anzusehen. Sie offenbarte mir Tränen, die sie nicht mehr zurückhalten konnte und unaufhaltsam ihr kleines Gesicht runter kullerten.
    „Aber Nana, es ist doch alles gut“, beschwichtigte ich sie, worauf sie nun ihren Kopf schüttelte.
    „Nein, ist es nicht! Ich hatte schon so vielen Wesen geholfen, aber bisher war keines davon so außergewöhnlich wie du. Dieses eine Jahr … Es war so kostbar.“ Sie schniefte einmal kurz. „Ich werde dich vermissen!“
    Ich strich ihr über den Kopf und bedeutete ihr, sich zu beruhigen. „Nana, es ist okay. Kein Abschied ist für immer und auch wir werden uns wieder sehen. Wie sagten meine Eltern doch so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben.“
    Sie flatterte daraufhin zu mir und umarmte, so gut es ging, mein Kleid. „Das hast du doch von den Menschen, nicht wahr?“
    Ich kniff die Augen zusammen und nickte daraufhin stumm. Ob Nana es gesehen hatte oder nicht, wusste ich nicht, aber sie entfernte sich wieder etwas von mir.
    „Gut. Dann will ich dich nicht länger aufhalten“, sagte sie unter Einsatz all ihrer Kräfte und sie schenkte mir das wärmste Lächeln, das ich je gesehen hatte.
    „Du hältst mich nicht auf. Aber ich wollte die letzten Momente hier mit dir genießen und mir die Zeit nehmen. Und du sollst wissen, dass ich dieses eine Jahr nicht vergessen werde. Auch dich nicht, Nana.“
    „Siri“, antwortete sie schwach und schniefte noch einmal. „Mach’s gut.“
    „Du auch, Nana“, verabschiedete ich mich von ihr und stand auf. Eine weitere kühle Brise umspielte mich und schien mich nach vorne zum Klippenrand drängen zu wollen. Ich schloss die Augen.
    Schließlich rannte ich los und stieß mich kopfüber von der Klippe. Im Flug öffnete ich die Augen und ich sah unter mir im Schein des Mondlichts das rauschende Meer, welches mit jeder Sekunde näher kam. Selbst der Vollmond spiegelte sich im Wasser direkt unter mir und schien mich empfangen zu wollen. Der Wind blies mir um die Ohren und ich glaubte taub zu werden, bis schließlich die Erlösung kam. Ich tauchte durch den sich spiegelnden Mond ins Wasser ein und schwamm einige Züge. Mit einem Blick nach hinten sah ich, dass sich meine Beine zu einem Fischschweif verändert hatten. Die Lebensfreude kehrte in mich zurück und ich wusste:
    Hier gehörte ich hin. Das Heimweh war endlich zu Ende.



  • Heimweh


    Oh gosh also das Ende hat mich bischen fertig gemacht ich dachte so what
    nein oder? Was kommt da denn jetzt:O
    Damit hatte ich irgendwie gerechnet und irgendwie nicht.
    Fand die ganze Konversation zwischen Siri und Nana wirklich schön und sehr gut geschrieben.
    Ich tu mir da immer sehr schwer aber bei dir kam das wirklkich sehr flüssig rüber.
    Das Ende war so schön ich hab die Flosse wirklich vor mir gesehen *_* habn richtiges Bild vor augen
    :< hät ich doch nur mal wenig mehr Zeit
    Aber ihre "alten" Eltern tun mir jetzt irgendwie leid
    ah richtig märchenhaft

  • Doide! ^__^


    Überraschung! Ich dachte mir, so ein kleines spontanes Kommi passt grad heute sehr gut. Deshalb auch gar kein großes Geplänkel vorweg, denn es geht ja um deine Kurzgeschichte.


    Heimweh
    Ich hab den Text jetzt schon ein paar Mal gelesen und muss sagen, je öfter ich ihn lese, desto mehr gefällt er mir. Zum einen bin ich beeindruckt, wie du es schaffst Atmosphäre herzustellen, ohne viele Worte zu verlieren — ich würde mich vermutlich ziemlich stark darin verlieren. Zum anderen ist es spannend, wie gut die ganze Geschichte von den Charakteren getragen wird und wie wenig Atmosphäre es deshalb im Grunde braucht. Ich bin bei Weitem kein Experte, aber nachdem ich mich in den letzten Wochen ziemlich stark mit Kurzgeschichten, den klassischen deutschen und der ganzen Theorie der KG, beschäftigt hab, würde ich dir fast bescheinigen hier mal eine „richtige“ Kurzgeschichte geschrieben zu haben. Die Charaktere sind wichtiger als die Atmosphäre, es wird ein Schlüsselmoment erzählt und man merkt deutlich, wie sich Siris ganze Stimmung hebt, als sie endlich wieder zurück im Meer ist.
    Mir gefällt, wie die beiden charakterisiert werden, Nana hat so eine leicht mütterliche Art, irgendwie. Sie ist auf jeden Fall sehr lebhaft in ihrer Art, dagegen wirkt Siri in manchen Momenten — trotz Ich-Perspektive — ein bissl farblos. Kann aber auch an der Wortgrenze liegen, dass Siris Gefühlsleben sich wenig in markanten Gesten ausdrückt, anders als bei Nana, wo du durch die Erwähnung, wie sie ihren kleinen Zauberstab hältst sie bereits lebendig zeichnest. Gegen Ende ist Siri auch wesentlich gefasster als Nana, die ihren Gefühlen hier ja wirklich freien Lauf lässt. Die Szene ist eh schon so berührend und wenn man die kleine Fee dann auch noch weinend vor Augen hat … Jedenfalls ist das Ende hier sehr stark und eine richtig passende Auflösung für all das, was du von Anfang an, bereits im Titel, angedeutet hast. Ist auch bezeichnend für eine Kurzgeschichte, dass man sich ihr bewusster widmen muss, um zwischen den Zeilen zu lesen. Oder allgemein aufmerksamer zu lesen, denn die Identität von Siri als Meerjungfrau enthüllst du eigentlich schon etwas früher mit der kurzen Anmerkung, dass Siri für ihre menschlichen Zieheltern singen möchte. Meer und singen, da kommen nicht viele Wesen in Frage. Auch Nanas Hintergrund Siri zu helfen wird bei der Abschiedsszene ein wenig angedeutet, als sie davon spricht, dass sie schon vielen Wesen geholfen hat. Deshalb vermute ich, dass Nana allgemein Wünsche erfüllt und dafür ihren magischen Staub verwendet. (Den ich mir wie den Glitzerstaub von Tinkerbell aus der Disneyversion von Peter Pan vorgestellt hab.)
    Wurde übrigens Zeit, dass du über eine Meerjungfrau schreibst, find ich. Wär schön, mehr davon zu lesen. ;) Ist die Geschichte eigentlich eher in einer modernen Zeit angelegt? Gerade wegen Wörtern wie „tickt“ und „okay“ — das klang so nach unserer Zeit.
    Ich mag die Geschichte, rundum schön geworden, hier und da könnte man natürlich — aber das kann man immer — noch ein wenig ausbauen, wenn man das möchte. Bei Siri weiß ich halt nicht, ob du sie bewusst im Gegensatz zu Nana beim Abschied gefasster darstellen wolltest, weil das ihre Art ist oder ob da doch die Wortgrenze einfach schon erreicht war. Trotzdem mag ich Siri für ihre hoffnungsvolle Art und ich bin mir sehr sicher, dass die zwei sich mal wiedersehen werden!


    Jetzt wo mir der ganze Aufbau der Geschichte noch mal durch den Kopf geht, erinnere ich mich daran, dass du mal sagtest, dass du gern Dinge nur andeutest und dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett servieren möchtest. Solltest du jedenfalls weiterhin so machen — gerade, weil deine Charakterdarstellungen mir gefallen. Charaktere > Atmo — imo.


    So und bevor ich jetzt doch noch in hohle Phrasen abdrifte — ich lob schon wieder zu viel, gell? — beende ich den Kommi mal.


    Fühl dich von deiner Feuermaus geflauscht. :3

  • Ahoy, Matey.


    Ich habe mir mal den Text "Wahre Schönheit kommt von innen" vorgenommen, weil er so gut zu "Kanani" passt, die ich gerade eben noch gelesen hatte. Ich find Barschwa ja auch prima (wie generell alle Wasserpokémon), doch das ist nicht das Einzige, was das kleine Drehbuch so mitbringt. Dialoge find ich ja immer toll, vor allem gute Dialoge, und das hier ist so einer. Lea und Sylvia haben eine recht typische, aber nichtsdestotrotz schön dargestellte Freundschaftsbeziehung, mit ein bisschen Sarkasmus hier und dort, und, nicht vergessen, einer wichtigen Botschaft, die auch schon im Titel steckt. Ich selbst habe mit meinem Barschwa auch schon ein paar Schönheitswettbewerbe gemacht (und sogar gewonnen, was aber vielleicht an der exzessiven Nutzung von Pokeriegeln lag), und, was soll ich sagen, es ist mal eine nette Herausforderung, nicht mit dem Metagame zu gehen.
    Auch die Benutzung der Regieanweisungen finde ich außerordentlich gut gelungen, und sie sorgen dafür, dass man sich gut vorstellen kann, was genau passiert. Auf Innensicht wird - natürlich - verzichtet, aber die von den beiden Mädchen gelieferten Zeilen machen das mehr als wett.
    Ich hab nicht einmal Zitate gebraucht, so wenig Fehler hab ich gefunden. Ein rundum gut gelungenes Drehbuch, mehr kann ich da nicht zu sagen.


    mfg
    #shiprekt

  • Karnevalsabend
    geschrieben am 13.03.17


    Das Feuerwerk hatte bereits begonnen, als ich kurz vor acht Uhr abends am Strand von Hauholi City angekommen war. Von gefühlt allen Seiten war jubelnde Begeisterung aus der Menschenmenge zu hören und auch einige Pokémon schienen in diesen Schwall an purer Freude einzustimmen. Ich versuchte selbst die vielen Eindrücke zu sammeln und nichts zu übersehen, als ich um meinen Hals einen glockenklaren Klang vernahm.
    „Ist das für dich das erste Mal, Cuwa?“, fragte ich meine kleine Begleiterin und sah zu ihr hinunter. Cuwa, ein Curelei, das mir vor einigen Tagen begegnet war, hatte sich mit ihrem Blumenkranz um meinen Hals gelegt und sah mich mit einem freudigen Lächeln an. Ich grinste wegen des Anblicks und gab ihr zu verstehen, dass sie sich gern selbstständig machen durfte, wenn sie wollte. Offensichtlich wollte sie den Abend aber mit mir verbringen, was mir ebenso recht war.
    Nach einigen weiteren Sekunden, in denen ich das Feuerwerk bestaunte, riss ich mich von dem Anblick los und suchte stattdessen Nora, mit der ich mich für heute verabredet hatte. Wir gingen in dieselbe Klasse und sie war auch meine beste Freundin. Unsere Mitschüler meinten oft genug, dass wir schon wie ein Paar aussehen würden, machten uns aber aus diesen Gesprächen nicht viel. Für uns zählte allein die Freundschaft zueinander.
    Relativ planlos ging ich von einem Süßigkeitenstand zum nächsten und schließlich, als ich an einem Malasada-Stand vorbei kam, hörte ich eine Stimme hinter mir meinen Namen rufen.
    „Hey, Richard! Hier sind wir!“ Ich drehte mich perplex um und erkannte sofort Nora, die mir mit dem rechten Arm entgegen winkte. Sie war aber nicht allein. Rachel und Tim, zwei unserer Freunde, waren ebenfalls bei ihr und schienen bereits ungeduldig zu warten. Sofort machte ich mich auf den Weg und gesellte mich zu den dreien.
    „Alola! Sorry, dass ihr warten musstet“, entgegnete ich mit hektischem Atem. „Wir waren ein bisschen zu sehr vom Feuerwerk abgelenkt.“
    Rachel zuckte mit ihrer Augenbraue und sah mich genauer an. „Ach, das ist also das Curelei, von dem du im Chat erzählt hast.“
    Ich nickte. „Ja, ihr Name ist Cuwa und sie begleitet mich jetzt schon ein paar Tage. Kam einfach zufällig in mein Zimmer rein und wollte sich nicht mehr von mir losreißen.“
    „Hast dir also eine neue Freundin gefunden?“, meinte Tim neckisch, der es immer liebte, mich aufzuziehen. „Ich wusste gar nicht, dass dir Feen wichtiger sind als Nora.“
    „Na, zu mir kommen die Frauen wenigstens im Gegensatz zu dir“, gab ich trocken zurück, woraufhin Tim laut Luft ausstieß. Darauf schien er keine passende Antwort mehr zu wissen und ich grinste.
    Nora kam unterdessen auf mich zu und beugte sich zu Cuwa. Sie hob ihre Hand und strich mit dem Zeigefinger über ihren Kopf, was Cuwa dazu veranlasste, einige kichernd wirkende Geräusche von sich zu geben.
    „Ist das süß!“, quiekte Nora vergnügt und konnte sich gar nicht mehr von der Fee losreißen. „Ich hab echt noch nie ein Curelei gesehen und dann auch noch so ein niedliches! Kein Wunder, dass du so schnell wieder auf den Beinen warst.“
    „Stimmt“, pflichtete ihr Rachel bei und verschränkte die Arme. „Curelei sind ja für ihre Heilfähigkeiten bekannt und werden deswegen auch in Pokémon Centern eingesetzt. Das wird bei deiner Erkältung sicher geholfen haben, dass du schon heute wieder so gut aussiehst.“
    „Wird wohl endlich mal Zeit, ein Pokémon Center aufzusuchen“, sagte Nora plötzlich. „Warst du schon mal in einem, Rachel?“
    Sie schüttelte den Kopf. „Nein, aber um unser Haus-Terribark kümmern sich vorwiegend meine Eltern, weswegen sie oft dort hinkommen. Wenn man nicht gerade Trainer ist oder sich ein Pokémon hält, hat man auch keinen richtigen Grund, dort hinzugehen. Ist ja wie mit Krankenhäusern.“ Rachel richtete ihren Blick in meine Richtung. „Du warst auch noch nicht dort, oder, Richard?“


    Ich nickte merklich und spürte, wie sich Cuwa langsam von mir löste. Sie schwebte sachte auf Nora zu und legte ihren Blumenkranz nun um ihren Hals. Nora war zuerst davon irritiert, blickte danach aber wieder Cuwa an, die ihr ein herzliches Lächeln schenkte.
    „Aw, willst du mich auch gesund sehen?“, meinte Nora und erntete dafür Cuwas klare Laute, die wie ein Gesang wirkten. Das veranlasste sie nur noch mehr, sich zu freuen, bis Tim sich einmischte.
    „Man könnte glatt glauben, Curelei sind immer so fröhlich drauf. In allen Dokumentationen und Bildern habe ich noch nie eins auf andere Art gesehen und überhaupt wirkten sie auf mich bedeutend größer.“
    „Na, hör mal“, sagte Nora schließlich. „Schau in Cuwas Gesicht und sag mir, dass dich das nicht glücklich macht.“
    Tim nahm daraufhin ein Starrduell gegen Cuwa auf. Ich hatte nicht auf die Uhr gesehen und wusste nur, dass schon mindestens zehn der Knallkörper im Hintergrund zerborsten waren. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Cuwa ihren Gesichtsausdruck nicht verändert hatte, quiekte sie kurz auf und Tim fing an zu lachen.
    „Okay, okay, du hast gewonnen“, meinte dieser mit hochgehobenen Armen und wir stimmten alle mit ein. Für gute Stimmung war auf jeden Fall schon gesorgt.
    Schließlich klatschte Nora in die Hände und sah uns alle voller Begeisterung an. „Wollen wir uns noch mehr vom Karneval hier ansehen? Richard muss wirklich noch die Parade sehen und ein paar Malasadas essen, damit er morgen auch Bauchschmerzen hat.“
    „Bitte?!“ Ich wedelte verzweifelt mit den Armen und wollte zumindest den letzten Punkt verneinen, ließ es aber dabei, als mich Nora an der Hand nahm und in Richtung der Hauptstraße führte. Das Feuerwerk schien schon weniger zu werden und die Aufmerksamkeit der Leute driftete nun auch zu den tanzenden Menschen, die sich entlang eines vorgegebenen Pfades fortbewegten. Nora deutete oft mit ihrem Finger auf die verschiedenen Kostüme, die die Teilnehmer anhatten. Das reichte von schmuckbesetzter Kleidung bis hin zu kunstvoll zusammengesetzten Federkronen.
    „Sag mal, Nora, wolltest du nicht eigentlich auch daran teilnehmen?“, fragte ich sie, worauf sie mit einem Mal recht still wurde. Ich stutzte und sah sie weiter an, bis sie resigniert seufzte.
    „Es ist leider nicht rechtzeitig fertig geworden. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schwer ein Grandiras-Kostüm zu nähen ist. Vielleicht dann nächstes Jahr.“
    „Oder zu einer Convention, hm? Schließlich sollen ja alle mal deinen Liebling sehen“, sagte ich und pfiff unscheinbar, worauf nur ein bestätigendes Nicken folgte.
    Wir richteten unser Augenmerk wieder auf die Parade und bemerkten nun die großen Pokémon-Kostüme. Es gab tatsächlich eine Gruppe, die sich als Aggrostella tarnten und wo jeder in der Menge nach Luft schnappte. Gleich danach folgte auch ein großer grüner Drache mit merkwürdigen Mustern, die ich noch nie gesehen hatte. Wahrscheinlich war dieser von der Kultur einer anderen Region inspiriert gewesen, mit der ich mich noch nicht beschäftigt hatte.
    Der Abend verlief jedenfalls sehr angenehm und am Ende vereinten wir vier uns wieder und gingen Malasadas essen. Ob sich Noras Voraussage bewahrheitet hatte und wer der große Gewinner unter uns fünf, inklusive Cuwa, war, das soll aber eine andere Geschichte sein.



  • Ooooooooh Alola! Eine Alola-Geschichte! Und dann ist es also der Nachfolger von der Curelei-Geschichte - so viel weiß ich schon mal vor dem lesen. Curelei, das Hulaketten-Pokémon ò.ó. Okay let's do it, attack it, let's make it happen! >:



    Das Feuerwerk hatte bereits begonnen, als ich kurz vor acht Uhr abends am Strand von Hauholi City angekommen war
    Sannah: KÜSS MISCH! ò.ó


    Nach einigen weiteren Sekunden, in denen ich das Feuerwerk bestaunte, riss ich mich von dem Anblick los und suchte stattdessen Nora, mit der ich mich für heute verabredet hatte. Wir gingen in dieselbe Klasse und sie war auch meine beste Freundin. Unsere Mitschüler meinten oft genug, dass wir schon wie ein Paar aussehen würden, machten uns aber aus diesen Gesprächen nicht viel. Für uns zählte allein die Freundschaft zueinander.
    Kagayaku: Mimimi Freundschaft mimimi Glitzerponies mimimi Liebe! Küsst euch! Ufufu~
    Elaine: ô.o Hast du an Katzenminze geschnüffelt?
    Kagayaku: Nerv nicht, Blondchen. Ich will wissen was da mit Nora the Explorer läuft~


    Relativ planlos ging ich von einem Süßigkeitenstand zum nächsten und schließlich, als ich an einem Malasada-Stand vorbei kam, hörte ich eine Stimme hinter mir meinen Namen rufen.
    Kagayaku: U- ... u-u-u .... gyuuu- ... q_q Will haben! T_T
    Elaine: O_O" Myam!
    Oz: Der große Oz macht die besten Malasadas aller Zeiten! Ich habe mit meinem Stand an einem Tag 53 Mäuse verdient!
    Roxy: Das klingt aber eher danach, dass da ein paar Leute hingingen und dann nie wieder, weil es so eklig war?
    Oz: Was weißt du denn schon, du lausige Konditorin?
    Roxy: Hey, den letzten Kuchen haben wir beide GEMEINSAM versaut, okay? <_<


    „Hey, Richard! Hier sind wir!“
    Kagayaku: Das it doch eine Kakao-Marke! O_O
    Sheila: Das ist Suchard ...
    Kagayaku: Ja jetzt zähl mal keine Erbsen!
    Sheila: Das wird aber Süshaar ausgesprochen. Und nicht Rischart. Oder Ritschert.
    Kagayaku: Weil du aus Textform die Aussprache rauslesen kannst? Lösch dich. <_<


    Ich drehte mich perplex um und erkannte sofort Nora, die mir mit dem rechten Arm entgegen winkte. Sie war aber nicht allein. Rachel und Tim, zwei unserer Freunde, waren ebenfalls bei ihr und schienen bereits ungeduldig zu warten. Sofort machte ich mich auf den Weg und gesellte mich zu den dreien.
    Howard Wolowitz: Uuuh, hallo Ladies, Zeit für ein heißes Doppeldate! 8)
    Sheldon Cooper: Womit willst du denn jemanden beeindrucken? Mit deinem Master-Abschluss oder deinem Ingenieursberuf ganz sicher nicht.


    „Hast dir also eine neue Freundin gefunden?“, meinte Tim neckisch, der es immer liebte, mich aufzuziehen. „Ich wusste gar nicht, dass dir Feen wichtiger sind als Nora.“
    Yomi: Und wenn Nora eine Fee ist? :3 Ist ja nicht widerlegt! ^-^ Ich bin nämlich auch sowas wie eine Fee~ Oui Ouiiiii! x3


    „Ist das süß!“, quiekte Nora vergnügt und machte in der Zwischenzeit weiter. „Ich hab echt noch nie ein Curelei gesehen und dann auch noch so ein niedliches! Kein Wunder, dass du so schnell wieder auf den Beinen warst.“
    Kagayaku: Natürlich. Klar. Lebt auch fucking Alola und hat noch nie ein Curelei gesehen. Will die mich verkackeiern? Richard, halte dich von ihr fern, ihr Intellekt ist rudimentär!
    Charlie: Vielleicht ist sie einfach nur nie Bock, nach draußen zu gehen.
    Kagayaku: In Alola? ... Come on. Aber in Sinnoh ... wäre ich die krasseste Hikkikomori aller Zeiten. In einer dicken Decke eingewickelt, mit einer heißen Tasse Tee oder Kaffee in der Hand und vor einem warmen Kamin~ =w=


    „Stimmt“, pflichtete ihr Rachel bei und verschränkte die Arme. „Curelei sind ja für ihre Heilfähigkeiten bekannt und werden deswegen auch in Pokémon Centern eingesetzt."
    Kagayaku: Aber Nora hat noch nie ein Curelei gesehen, obwohl das offenbar überall in öffentlichen Einrichtungen benutzt wird. Lülülü~


    „Man könnte glatt glauben, Curelei sind immer so fröhlich drauf. In allen Dokumentationen und Bildern habe ich noch nie eins auf andere Art gesehen.“
    Min-yeon: Hitler hat man in öffentlichen Medien auch nie depressiv gesehen. :O Die wollen natürlich auch immer ein gewisses Image wahren. ^^
    Satsuki: Von Curelei ohne Brücke zu Hitler, das schaffst auch nur du. -_-
    Min: Ich bin die Meisterin in "How to find Hitler"! ò.ó Über Wikipedia-Artikel in Sekundenschnelle zu Hitler kommen. Man braucht ja auch eigentlich nur irgendwie eine europäische Nationalität für einen schnellen Sieg. .-.


    Tim nahm daraufhin ein Starrduell gegen Cuwa auf. Ich hatte nicht auf die Uhr gesehen und wusste nur, dass schon mindestens zehn der Knallkörper im Hintergrund zerborsten waren. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Cuwa ihren Gesichtsausdruck nicht verändert hatte, quiekte sie kurz auf und Tim fing an zu lachen.
    „Okay, okay, du hast gewonnen“, meinte dieser mit hochgehobenen Armen und wir stimmten alle mit ein. Für gute Stimmung war auf jeden Fall schon gesorgt.


    Tim: Curse you, Cuwa! I shall get you back, somehoooow!


    (Irgendwie erinnert mich Nora ein bisschen an Maho, vong der Artigkeit her :3 Der Drache am Ende ist also nicht der MEDDL LOIDE-Drechenlard, sondern Rayquaza ...
    Aber ich finde, dass du die Fröhlichkeit des Karnevals mitsamt bunter Beschreibungen toll rübergebracht hast, für eine kurze 1-Szene-Story! ^^)

  • Hey Rusalka! (:


    Dann nutze ich meinen Krankentag heute mal gleich, um dir einen Kommi zu schreiben. Ich mag den Text nach wie vor und freu mich, ihn jetzt etwas ausführlicher zu kommentieren. Let’s a go!


    Dir ist hier wirklich eine schöne kurze Geschichte gelungen. Der Karneval ist hier zwar nur der Rahmen und gar nicht so sehr im Vordergrund, aber das find ich nicht so schlimm, denn die Charaktere sollen ja wegen des Anlasses nicht zu kurz kommen. Der heimliche Star ist natürlich Cuwa — wie sollte es auch anders sein? Feen sind halt toll und Curelei ganz besonders. Ich stimme hier aber @Neru Akita zu, es ist etwas merkwürdig, dass Nora noch nie eines „gesehen“ hat, wenn Rachel noch sagt, dass Curelei in Centern eingesetzt werden. Da muss man sich dann fragen: war Nora vielleicht noch nie in einem Center? Nachdem sonst keine Pokémon neben Cuwa auftauchen, kann man eigentlich davon ausgehen, dass keiner der anderen Jugendlichen ein Pokémon hat. Da macht es natürlich Sinn, dass Nora noch nie ein Curelei gesehen hat: was soll sie auch in einem Center, wenn sie kein eigenes Pokémon hat? Richard scheint hier der einzige mit einem Pokémon zu sein. Auf der einen Seite frag ich mich da: okay, wie alt sind die vier, dass sie noch keine Pokémon haben? Und auf der anderen Seite, ob du dir vielleicht etwas dabei gedacht hast, weil sie wirken schon älter als zehnjährige und die haben — für gewöhnlich — bereits Pokémon. Ja, das ist natürlich ein bissl Luxusmeckern an der Stelle. Verhindert aber nicht die gute Stimmung, die durch den Text und gerade die Interaktion der Charaktere zustande kommt!
    Mir gefällt, dass hier alles sehr natürlich wirkt, vor allem wie die Charas umgehen. Du hast sie recht schnell charakterisiert: Nora als sehr fröhlich, Tim als aufziehend, Rachel als Gscheidhaferl. Richard bleibt dagegen zwar ein wenig blass, aber nachdem wir ihn aus einem vorherigen Text schon kennen, ist das weniger schlimm. Außerdem muss das Gesamtbild stimmen und das tut es hier auf jeden Fall. (Mal ganz davon abgesehen, dass es sich nicht um eine hochemotionale Szene handelt, wo es wichtig wäre die Innenwelt der Charas gut darzustellen.)
    Der Text vermittelt keine Hektik, was mir sehr gefällt, denn im Grunde ist so ein Ereignis wie Karneval ja doch immer mit vielen Menschen und Eindrücken verbunden, die mit der Zeit ganz schön überwältigend sein können. Weil halt einfach so viel los ist. Deshalb find ich’s gar nicht mal schlecht, dass der Karneval am Anfang und Ende für die Stimmung sorgt und in der Mitte nur durch die Knaller präsent ist, die zerplatzen während Tim Cuwa die ganze Zeit anschaut.
    Man merkt auch, dass Richard und Nora sich gut kennen, gerade in dem letzten Drittel des Textes, wo sie sich gemeinsam die Parade ansehen. Da ist der Umgang schön vertraut. Und ich find’s interessant, wie du solche Details einbaust und somit beispielsweise Noras Freude für’s Cosplay ganz simpel dargestellt hast. Nachdem ich von deinem neuesten Teammitglied in Mond weiß, fand ich das passend. ;)


    Also, ich würd ja sehr gern wissen, wie dieser Abend noch ausging — hoffentlich doch ohne Bauchschmerzen!
    Wir lesen uns wieder. ^_^

  • Ahoy, Matey. Wollte dir mal wieder einen Kommentar dalassen, jetzt, wo die Mafiarunde vorüber ist. Dazu habe ich mir "Heimweh" ausgesucht. Zuerst ein paar Zitate:

    ihr wärmstes Lächeln, das ich je gesehen hatte.

    Das wärmste Lächeln, das ich je gesehen hatte / ihr wärmstes Lächeln.

    „Hallo Nana“, begrüßte ich die Fee,

    Unsicher, aber ich hätte ein Komma nach Hallo gesetzt.

    wie sich dort der glitzernde Staub festlegte.

    Festsetzte wäre das passendere Verb, meine ich. Festlegen wird mehr abstrakt benutzt, bei Meinungen zum Beispiel, oder bei Plänen.


    So. Insgesamt hat Cyndaquil schon recht treffend Stärken und Schwächen des Texts aufgelistet. Ich selbst bin immer ein großer Fan von Geschichten, die sich ums Meer und dessen Bewohner drehen, und eine Meerjungfrau gehört sicher dazu. Das Hauptmotiv des Heimwehs ist sehr gut umgesetzt, an einigen Stellen hätte aber auch das Heimweh des Adoptivhauses eingebaut werden können, sagen wir, liebgewonnene Tätigkeiten oder Hobbys der Meerjungfrau, die sie an Land kennen gelernt hatte. Abgesehen davon aber ist die innere Zerrissenheit ebenfalls glaubhaft dargestellt, ich mag die Dialoge und die Beziehung der beiden Hauptfiguren sehr gern, und, wer weiß, vielleicht hast du ja sogar mal Lust, eine Fortsetzung zu schreiben. Würde das auf jeden Fall lesen, vielleicht ja die umgekehrte Seite der Medaille, vom Wasser aus, vielleicht auch Erzählungen, die sie über die "Oberwelt" zum Besten gibt, oder so was. Es gibt mit jeder Protagonistin so viel, was man anstellen kann, vor allem, wenn die Prämisse so vielversprechend aussieht.


    Das wär's auch schon wieder. Man sieht sich!


    mfg
    #shiprekt

  • Flügelschlag
    geschrieben am 24.06.17


    Ein Wirbelsturm. Große Mächte der Natur, vereint zu einem einzigartigen Schauspiel mit verheerenden Auswirkungen, gewaltig und unvorhersehbar.
    Eine Bö. Plötzliche Ruhestörung im Alltag, bewegte Luft. Die Blätter der Bäume wirbeln durch die Straßen und zeigen eine andere Seite, völlig unerwartet.
    Eine Brise im Wind. Luftig leicht und unbeschwerlich verfolgt uns keine Sorge. Der Lauf über die Wiese könnte nicht schöner sein, einfach und ungezwungen.
    Eine Blume. Wiegt sich umher, zeigt ihre Pracht und hinterlässt ein Bild der Idylle. Freude aufgrund der Farben, unbeschreiblich.
    Ein Schmetterling. Der Nektar der Blume schmeckt und er macht sich von dannen. Ein Flügelschlag, ungefährlich.



  • Hallo du!


    So ein Update lass ich mir natürlich nicht entgehen, vor allem, nachdem ich mich immer total freue, wenn ich was von dir lesen kann. :D Und wenn schon Life is Strange dich dazu animiert hat, dann bin ich umso neugieriger. (Butterfly-trigger — I knew it!)
    Nachdem ich einen furchtbaren Tag hatte, hoffe ich, dass ich zumindest dir mit diesem Kommi eine Freude machen kann.


    Flügelschlag
    Was mir an dem Drabble besonders gefällt ist, dass du die ganze Sache so ein bissl filmisch aufgezogen hast. Anstatt sich immer weiter zu steigern und vom Mikrokosmos in den Makrokosmos zu gehen, machst du’s genau umgekehrt. Vom Makrokosmos in den Mikrokosmos. Damit hatte ich auch so das Gefühl, dass du den berühmten „Butterflyeffect“ — jetzt wäre ein guter Zeitpunkt Kontrust mit ihrem „The butterfly defect“ aufzudrehen, find ich — in umgekehrter Reihenfolge erklärt hast. Alles in allem also ein sehr interessantes Drabble!
    Du beginnst mit dem Wirbelsturm und die Beschreibungen dazu sind groß, mächtig, ja furchteinflößend, trotz der paar Worte, die du benutzt. Danach wirst du etwas kleiner, eine Bö. Wesentlich leichter und harmloser als ein Wirbelsturm, aber trotzdem kräftig genug die Blätter auf der Straße aufzuwirbeln. Ein bisschen frag ich mich, was du mit „anderer Seite“ meinst, die dadurch gezeigt wird.
    Nach der Bö, kommt die Brise. Noch schwächer, wirklich nicht mehr als eine Luftbewegung. Bei der Bö erwähntest du die Stadt, hier sind wir auf einer Wiese. Auch ein schöner Kontrast und spricht mich persönlich auch an. Ich bin kein Stadtmensch und immer froh, wenn ich nach einem Arbeitstag München endlich wieder verlassen kann. So eine Wiese auf dem Land ist ohnehin viel idyllischer. Als nächstes zoomst du quasi hinein — das ist sowohl ein fotografischer als auch filmischer Effekt hier, der schön eingesetzt ist. Wir sind jetzt im Mikrokosmos der Wiese, auf einer Blume. Welche Blume es ist, ist im Grunde gleich, es könnte jede sein, Hauptsache sie ist groß genug für den nächsten Darsteller in diesem Drabble: den Schmetterling. Er ist kurz im Bild und dann wieder weg, sein Flügelschlag ist ungefährlich und somit das krasse Gegenteil zu dem zuerst genannten Wirbelsturm. Aber wer weiß? Vielleicht löst genau dieser Flügelschlag irgendwo einen Wirbelsturm aus? So wie der blaue Schmetterling in Life is Strange der Beginn des ganzen Plots ist.
    Das Drabble gefällt mir sehr! Bissl experimentell, mit poetischer Note und gibt viel zu interpretieren. Wenn man möchte. Ansonsten kann man sich auch einfach an deinen passenden Beschreibungen erfreuen. (: Freu mich auf das nächste Werk!


    Wir lesen uns!

  • Tautropfen
    geschrieben am 26.08.17


    Stille.
    Er hebt sich langsam vom Boden ab, streckt sich Richtung Himmel. Immer weiter und weiter steigt er auf seiner Reise, neue Gefilde kennenzulernen. Das Blau des Himmels ist so nah.
    Ein Löwenzahn befindet sich auf seinem Weg. Wie gut doch jetzt eine Pause wäre! Er besinnt sich, die großen Blätter der Frühlingsblume zu erreichen, um dort eine Rast einzulegen und Kraft zu sammeln. Dort angekommen verweilt er schließlich auf dem bequemen Blatt, ganz ruhig und müde von der Reise. Viel zu schön ist es hier!
    Der Gott der Zeit hat Interesse daran gefunden, einem fallenden Tautropfen zuzusehen.
    Er fällt.



  • Huhu. (:


    Tautropfen
    Das erste Wort setzt hier schon gleich eine ruhige Atmosphäre -- vor allem find ich aber, zeigt "Stille", dass man sich bei diesem Drabble nicht auf Geräusche konzentrieren muss. Sondern nur auf das Visuelle. Ich musste das Drabble ja ein paar Mal lesen, um zu begreifen, dass hier die Zeit rückwärts läuft. Immerhin fliegen Tautropfen für gewöhnlich ja nicht "nach oben", sondern "nach unten". Ich mag es, wie du den Tautropfen personifizierst, wie er müde wird und es auf dem Löwenzahn so schön findet.
    Am Ende kommt aber ein weiterer Akteur dazu: der Gott der Zeit. Erinnerte mich ja ein bisschen an das Bild im Intro von PMD Zeit und Dunkelheit, wo auch dieser Tautropfen eingefroren wird. Du hast das Konzept allerdings hier in einer anderen Richtung weitergesponnen.
    "Er fällt." -- simples Ende, zeigt aber auch, dass die Zeit wieder normal läuft.
    Vielleicht sollten wir uns öfter wie dieser Gott der Zeit auf so etwas Kleines wie einen Tautropfen konzentrieren und dabei die Stille genießen. (:


    Bis zum nächsten Mal!

  • Ich dachte ich lasse auch einmal einen Kommentar zu den beiden Drabbles dar!


    Eine Sache, die mir prompt in den Kopf kommt, obwohl sie eigentlich weniger mit deinen Drabbles spezifisch zu tun hat, ist, dass fast alle Drabbles, die ich soweit im BB gelesen habe, mehr in die Richtung "Lyrik", als "Prosa" tendieren. In dem Sinne, dass sie eher poetische Beschreibungstexte (mangels einer besseren Bezeichnung), als kleine Geschichten sind. Das überrascht mich noch immer etwas. Wie hat sich das entwickelt? <- Ernsthafte Neugierde


    Aber zu den eigentlichen beiden Texten.


    Flügelschlag
    Der erste Gedanke, der mir noch immer dazu kommt, ist, dass Lorenz ja ursprünglich einmal von einer Möwe sprach, aber die war halt nicht so anschaulich. Haha. Es ist nur interessant, wie sich in den Medien dann ein Eigenleben daraus entwickelt hat. Ich muss jedes Mal daran denken.


    Auf jeden Fall: Zu Life is Strange und anderen Darstellungen (wie auch der Film) passt es natürlich sehr gut. :P


    Generell ließt sich das Stück sehr lyrisch, nicht zuletzt durch den eher stichpunkthaften Aufbau.


    Die Anreihung (von Wirbelsturm zu Schmetterling) ist ungewöhnlich, aber hat eine gute Pointe, indem "ungefährlich" als letztes Wort steht, was einen schöneren Kontrast zum Anfang (Wirbelsturm) bietet, als es umgekehrt (Schmetterling zu gewaltig) bildet.


    Die Beschreibungen sind sehr gut gelungen. Besonders mag ich die Beschreibung der Blume, aufgrund der Alliteration "Freude aufgrund der Farben". Ich mag Alliterationen einfach. Man sieht sie viel zu selten. :) Gleichzeitig allerdings irritiert mich auch die Stelle mit der Blume, auch wenn sie mir vom Text her so gut gefällt, da sie nicht so ganz in den Verlauf zu passen scheint. Sie sticht heraus, selbst wenn man sie als Übergang zwischen "Wiese" und "Schmetterling" sehen kann. Dennoch hat sie nichts mit der sich bewegenden Luft zu tun, weshalb ich beim ersten Lesen etwas über die Stelle gestolpert bin.


    Das ist der einzige wirkliche Kritikpunkt, der mir dazu einfällt. ;)



    Tautropfen
    Diese kleine Geschichte gefällt mir richtig gut :)
    Vor allem gefällt mir der Anfang, da man erst ein wenig Rätselt - gerade ohne den Titel - worum es nun gerade geht (ich dachte übrigens erst, eine Pflanze, wie den Löwenzahn selbst). Wie auch @Cyndaquil ist mir erst nach mehrmalien Lesen aufgefallen, dass das Drabbel rückwärts verläuft und jetzt will ich irgendwie eine ganze Geschichte, die in der Art aufgebaut ist.


    Viel mehr weiß ich allerdings auch nicht mehr zu sagen. ^^"
    Ich finde die Idee auf jeden Fall gut. War einmal etwas anderes!

  • Verkleidung
    geschrieben am 31.10.17


    Halloween war für mich immer etwas Besonderes. Es war der eine Tag, an dem sich jeder verkleidete und so durch die dunkle Nacht zog. Keiner musste sich Sorgen darum machen, dass er abgelehnt werden würde, denn jede Verkleidung war auf ihre Weise bezaubernd.
    Ich erinnerte mich, als ich mein Kostüm anderen zeigte und hoffte, dass sie mir Ähnliches sagen würden. Zuerst schienen sie darüber verwirrt zu sein, lachten mich aber am Ende aus, dass ich nicht einmal annähernd so gruslig aussehen würde wie sie. Einer meinte sogar, ich solle mich nicht so sehr versteifen und lieber ich selbst sein, anstatt mich hinter einer Maske zu verstecken.
    Es war für mich schwer zu begreifen, warum sie das sagten. Dabei hatte ich mir doch solche Mühe damit gegeben, eine hübsche Verkleidung zu gestalten. Ich wollte nicht einmal gruslig aussehen, sondern einfach Freunde finden. Ich hoffte, auf diese Weise meine Schüchternheit zu überwinden, die mich immer wieder abhielt. Egal zu welchem Zeitpunkt ich andere beim Spielen traf, überkam mich das Gefühl, nicht dazuzugehören. Abgelehnt zu werden. Das verstärkte die Schüchternheit nur noch mehr und ich fragte mich langsam zurecht, ob ich es einfach nicht wert sei.
    Dann kam Halloween. Mit der Erwartung, dass ich mit meiner Verkleidung niemandem auffallen würde, bin ich abends umhergezogen. Ich habe so viele verschiedene Kostüme bei anderen gesehen, dass ich regelrecht neidisch auf ihre Kreativität war. Dabei fragte ich mich auch, ob ich wirklich so einen schlechten Geschmack beim Entwurf hatte.
    Als ich ein paar andere Kinder traf, musterten sie mein Kostüm interessiert. Fast schon erwartete ich, dass sie ebenfalls lachen würden. Und sie taten es auch, aber nicht über mich.
    „Hey, hast du das selbst gemacht?“
    „Das ist echt toll geworden! Wie bist du da draufgekommen?“
    Erstaunt wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte. Und anstatt mich dafür zu bedanken, kamen mir Freudentränen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es jemanden interessieren würde. Dass sich jemand für mich interessieren würde. Sie nahmen mich mit und wir hatten so viel Spaß, so viel zu erzählen. Ich konnte kaum aufhören, den anderen zuzuhören und selbst mitzureden.
    Und das war nicht einmal die einzige Freude. Denn seit diesem Tag hatte ich tatsächlich Freunde gefunden, die zu mir hielten und mit denen ich mich immer traf.
    Ich schreckte aus meinen Gedanken hoch, als mich jemand rief.
    „Kommst du mit, Mimigma?“