Idol-Anime

  • Guten Morgen,


    Dies ist sozusagen der Schwestern-Thread zu dem Idol-Thread im Unterhaltungsmedien-Bereich. Ich empfehle auch, zuerst den Text in dem Thread zu lesen, ehe ihr euch mit diesem Thread befasst.


    Denn Idols und Anime hängen sehr stark zusammen. Nicht nur, dass es sehr üblich ist, dass Idol-gruppen Animeopenings singen und es nicht selten ist, das berühmte Idols Synchronrollen in Anime übernehmen, auch inhaltlich kommen Idols immer wieder in Anime vor.


    Dabei ist es sowohl in Shonen oder Seinen Anime nicht selten, dass der Hauptcharakter eine Freundin oder ein Love Intrest hat, das Idol ist oder Idol werden will (bekanntestes Beispiel ist fraglos Macross) – oder vielleicht ein mysteriöses Idol in irgendeiner Form Hilfe auf dem Heldenquest anbietet, als auch bei Shojo-Serien, dass es eben ein Hauptcharakter ist, der Idol ist oder werden will.


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    Onpu aus Doremi - Ein Chidol


    Bei Shojo waren es lange Zeit vor allem die Magical Girl Serien, die mit Idol-Themen gearbeitet haben. So war es schon in den 90ern nicht selten, dass eine Magical Girl Gruppe ein Mitglied hatte, dass Idol war (man denke, an Minako in Sailor Moon oder Onpu in Doremi) und mit der Zeit entwickelte sich auch das Thema heraus, dass Magical Girls an sich viele Idol-Thematiken aufgriffen. Am stärksten sah man das früher wohl bei Mermaid Melody, wo die Mermaids in sehr poppigen Songs und durchaus Idol-Typischen Kostümen (wobei man hier natürlich leicht sagen kann, dass sich Idol- und Magical-Girl-Kostüme lange schon gegenseitig beeinflusst haben) gesungen und getanzt haben. Auch Pretty Cure hat seit Fresh die Idol-Thematik immer wieder auf verschiedene Arten aufgegriffen und dann gibt es natürlich Magical Girls, wie Symphogear, wo die Grenzen komplett verschwimmen, da die Magical Girls DURCHGEHEND Idols in ihrer Welt sind.


    Doch mittlerweile sind Magical Girls nicht mehr das Hauptgenre, wenn es um die Darstellung von Idols in Anime geht, denn diese haben mittlerweile ein eigenes Genre: Idol-Anime. Und diese werde seit 2010 in Japan immer erfolgreicher.




    Dabei hat es recht unscheinbar angefangen. Während es schwer ist zu sagen, womit genau, so denke ich, dass die Wurzel des ganzen bei Love Live! Sehen kann. Love Live! War zuerst ein Musikvideo-Projekt, bei dem Idoltypische Popmusik über Animemädels, die im Stil der Pretty Cure Endings (Cellshade 3D) animiert waren. Und zu sagen, dass es erfolgreich war, wäre untertrieben, denn es hat gereicht um eine ganze Serie von Alben und Singles, diverse weitere Videos und schließlich einen Anime herauszubringen.


    Das ganze hat schnell Bandai animiert, aus ihrem Idolm@ster Gaming-Franchise ebenfalls einen Anime zu machen und – als dieses Erfolgreich war – ein neues Idolfranchise zu starten, das sich an jüngere Mädchen richtete: Aikatsu!
    Gleichzeitig brachte es auch AKS und King! - die Labels hinter AKB48 – dazu, aus ihrer Girlgruppe ebenfalls einen Anime zu machen.
    Und damit und mit Pretty Rhythm haben wir die nennenswerten Idol-Anime: Idolm@ster, Aikatsu!, AKB0048 und Pretty Rhythm.


    Während dabei Idolm@ster und AKB0048 das Idol-Darsein mit ein wenig Weltrettung verbinden und starke SciFi-Elemente haben (Idolm@ster so extrem, dass es teilweise stärker an SciFi, als an Idols erinnert), haben sowohl Pretty Rhythm, als auch Aikatsu! ein futuristisches Setting, in denen es mehr um Idolausbildungen an bestimmten Idol-Schulen geht und darum in Wettbewerben gegen andere Idols zu gewinnen.


    Doch einfach gesagt: Mit richtigen Idols hat keine der Serien wirklich etwas gemeinsam. Im Gegenteil. Während diverse Magical Girls, die Idols aufgegriffen haben, meistens zumindest für einzelne Folgen Subplots hatten, in denen es darum ging, dass das Mädchen unter dem Stress litt und auch das „Ich kann keine normale Kindheit/Jugend“ haben Thema aufgegriffen wurde, sind diese Idol-Anime alles in allem Bonbonfarbend und Präsentieren es als eine der tollsten Dinge, ein Idol zu sein.




    Und genau hier fängt mein Problem mit Idol-Anime an, vor allem wenn man bedenkt, dass zumindest Aikatsu!, AKB0048 und Pretty Rhythm an sehr junge Mädchen gerichtet sind – auch wenn sie fraglos auch viele jünge Männer in ihrem Fandom versammeln (dank all dem Moe).
    Mein Problem damit ist, dass viele Kinder dadurch von der Idee begeistert werden, Idol zu sein – und da dahingehend aktuell sehr große Nachfrage in Japan besteht... Nun, ich habe ja im Thread im Unterhaltungsmedienbereich davon berichtet, was da bezüglich Ausnutzung der Mädchen und teilweise extremer Sexualisierung von schon 8 bis 10jährigen passiert. Dass ich es also als Problematisch ansehe, dass man Kinder davon begeistert, das machen zu wollen.


    Aber gut... Was denkt ihr davon?
    Was haltet ihr von Idol-Anime?
    Was haltet ihr von der Darstellung von Idols in Anime allgemein?
    Wie findet ihr die Vermarktung von Idol-Gruppen über Animerepräsentationen?

  • Okay, dann wollen wir diesen Thread - fünf Jahre nach Erstellung - einmal einweihen :D

    Vorweg gesagt: ich beschränke mich hier mal auf die Male-Idol Seite. Mit so was wie Love Live oder eben Mädchen-Idol-Gruppen habe ich mich nie so auseinander gesetzt.


    ~ Was haltet ihr von Idol-Anime?

    Ein bisschen zwiegespalten bin ich da schon, um ehrlich zu sein, weil es insgesamt, wie es ja auch schon angesprochen wurde, mehr schlechte als gute Beispiele gibt. Bisher gesehen habe ich B-Project (die zweite Staffel allerdings nur), UtaPri so anfangsweise und Idolish7, diese Season wird noch Ensemble Stars dazukommen und bislang hat nur Idolish7 sich auch mal mit den Problemen ernsthaft auseinander gesetzt. B-Project war mehr ein Bishies doing Bishie things mit ein bisschen Drama und dahingehend auch nicht sonderlich abwechslungsreich, wohingegen I7 schon etwas ernster war. Mir hat daran vor Allem gefallen, dass auch die privaten Probleme der einzelnen Charaktere beleuchtet wurden, die oft komplett in den Hintergrund treten, um eben das Team nicht runter zu ziehen oder irgendwie zu gefährden; auch gab es eine Folge, in der jeder im Internet Sachen über sich oder eben andere gelesen haben, die andere über sie gesagt haben oder wie X eben wirklich zu ihm stehen soll - die Problematik, was für ein Selbstläufer so etwas werden kann, wenn man Social Media zu viel Aufmerksamkeit schenkt und wie auch das das Verhältnis der Idols zueinander gefährden kann.


    ~ Darstellung von Idols in Animes?

    Das gestaltet sich immer als sehr.... funkelnd und cheerful? Ich will ehrlich sein, ich schaue mir so etwas an, weil ich mich an der Musik erfreuen will und wenn der Anime dann mal ernstere Themen der Branche anspricht, dann darf er das auch ruhig, aber ansonsten habe ich da so erstmal kein Problem mit.

    Auch über die Sexualisierung, die hier angesprochen wurde, kann ich zumindest im Bezug auf Mädchen eben nicht bestätigen, weil ich mich da zu wenig auskenne. Bei den Kerlen - die Charaktere waren allerdings alle schon im jungen Erwachsenenalter/ältere Teenager - war es gelegentlich vorhanden, aber vermutlich nicht so stark wie bei weiblichen Idols und es hat sich wirklich im Rahmen gehalten.


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    Was ich hingegen nicht so schön finde , abseits der Problematik der Darstellung, sondern mehr auf das Konzept solcher Animes an sich bezogen, ist, dass es halt so schablonenhaft abläuft und die Charaktere immer nach Schema F aufgebaut sind. Ensemble Stars habe ich auch gespielt und ich mag die Jungs auch fast alle total gern, aber man merkt halt, man hat immer ein, zwei Haudraufjungs, dann seine Tsunderes und Oujideres, man hat einen Ara Ara Charakter, ein paar, die eben mehr homosexuell bis trans gestaltet zu sein scheinen, ein paar hyperaktive Cinnamonrolls.. ich weiß, dass das nie passieren wird, aber ich würde mir einfach wünschen, dass die insgesamt ein paar mehr Charakterzüge hätten als das x=

  • Uff, diesen Bishieanimes kann ich überhaupt nichts abgewinnen. xD Und den sonstigen Idols auch nicht, abgesehen von Love Live, das war ganz süß und hatte teilweise sogar mehr Tiefgang / mich mehr berührt als erwartet. Mehr Animes in diese Richtung brauch ich denoch nicht.


    Bloß Macross könnte ich mir vorstellen einmal zu sehen. Ich mag manche älteren Stile auch sehr gerne und es klingt interessanter als andere Idols.

    Mein Lieblingsfilm zu diesem Thema ist natürlich Perfect Blue, was hier etwas sehr am Kern des Themas vorbeischlittert. xD


    Es kann schon möglich sein, dass Idolanimes, die sich an Kinder richten, ein falsches Bild zeichnen, aber da liegt's an den Eltern mit den Kids drüber zu sprechen. Ich seh's etwas als Äquivalent der US-Teeniefilme an, die sich drum drehen ein Star zu werden. Realistisch sind die nun ja auch nicht.