Geschichten aus Killyganard

  • Geschichten aus Killyganard




    Vorwort



    Liebe LeserInnen. Dies ist meine Geschichte. Vor rund zwei Jahren begann ich damit, einen Fantasy-Roman zu schreiben, und habe nach und nach Kapitel geschrieben. Vermutlich werde ich die ersten paar Kapitel hier veröffentlichen.


    Die Geschichte handelt von Ilyana und ihrer Rolle und Werdegang in Shorehams Armee. Ihre Erlebnisse, ihre Taten, ihre Liebeleien, etc


    Über Feedbacks, sowohl negativer als auch positiver Art, freue ich mich sehr


    Charaktere:

    Ilyana: Ilyana ist die Hauptfigur der Geschichte. Anfangs sehr schüchtern, findet sie ihren Platz nach und nach in den Reihen der Armee. Sie ist sehr talentiert in der Magie und sehr intelektuell.
    Rita und Ruby: Die eine Stur und kühl, die andere etwas verrückt und sehr emotional. Die Walbeisser Zwillinge könnten unterschiedlicher nicht sein. Zusammen bilden sie ein unschlagbares Duo.


    Bersi: Bersi ist der Anführer aus Einheit 13 und ein Magier. Er ist streng, sehr hübsch, und ein wahres Wunderkind. Sein Verhalten ist eher reserviert, doch zeigt er grosses Interesse an Ilyanas Entwicklung.


    Iolan: Iolan ist ein einfacher Soldat und eine sehr ausgeglichene Person. Er hat einen starken Ehrgeiz und ist sehr loyal gegenüber Shoreham.


    Victor: Ein Rekrut in jungen Jahren. Gutaussehend, aber auch sehr hitzköpfig. Was ihm an Klugheit fehlt, macht er durch Stärke weg.


    Gabriel: Ein erfahrener Scout und guter Freund von Fred. Gabriel hat schon viel in seiner Dienstzeit erlebt und ist stets für Scherz zu haben.


    Fred: Ein ausgezeichneter Spion und Schurke. Er gibt nie mehr Informationen von sich als nötig. Er verspührt eine starke Loyalität gegenüber Bersi.
    Abigail: Eine aufstrebende Magierin, die eine tiefe Freundschaft zu Ilyana entwickelt. Wird von ihrer Familie oft als Schwarzes Schaf bezeichnet, da sie die einzige Nicht-Kämpferin ist.





    Allgemeine Informationen


    Copyright:
    Die Geschichte, mitsamt aller Charakteren und Orten, gehören mir und sind mein geistiges Eigentum. Das Weiterverbreiten ohne meine Einverständnis ist zu unterlassen.


    Altersempfehlung:
    18+ (Gewalt, Sexualität, Drogen unterschiedlicher Art)


    Genre:
    Fantasy / Drama


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    Akt 1: Die drei Reiche




    Kapitel 1 – Neue Freundschaften



    Da saß sie nun. Der Grüne Goblin war leer, abgesehen von ihr selbst. Noch war sie sich unsicher, ob es wirklich eine gute Idee war nach Shoreham zu gehen. Es waren die Elfen, die es ihr geraten haben. „Gehe nach Shoreham, Ilyana“, erinnerte sie sich, „nur so kannst du deine Fähigkeiten verbessern.“ Ilyana war eine Magierin. Sie war talentiert, allerdings hauptsächlich in der Theorie. Sie wusste nur wenig davon wie sie mit Magie umgehen sollte im Ernstfall. Da Elfen hunderte von Jahren leben konnten, studierten viele von ihnen lange Zeit nur die Theorie der Magie. Ihre ersten Zauber machten die meisten erst in einem Alter von 200 Jahren – und so viel Zeit hatte Ilyana schlicht nicht.
    Sie seufzte und dachte wieder an die Elfen. Wie war sie überhaupt zu ihnen gekommen? Der Elfenhain liegt irgendwo in den Wäldern von Stroud, nur auffindbar von jenen die bereits wissen wo er sich befindet. Doch irgendwie stolperte Ilyana vor 17 Jahren als kleines Mädchen direkt in den Elfenhain. Keiner wusste, wie ihr dies gelingen konnte. Doch nahmen sie die Waise bei sich auf.
    Schon früh erkannten sie Ilyanas Talent für die Magie und lehrten sie, diese Fähigkeiten zu verbessern. Sie verließ den Hain nicht gerne, doch folgte sie dem Rat ihrer Lehrer …Noch hatte sie kein klares Ziel vor Augen, abgesehen von der Weiterentwicklung ihrer magischen Fähigkeiten.
    Die Taverne Grüner Goblin hatte ihren Namen durchaus verdient. Dunkle Tannenhölzer zierten den Boden und weißer Pflaster formten die Wände. Die Tische und Stühle allerdings waren allesamt aus Eichen gezimmert und mit dunkelgrüner Farbe bestrichen. Im Elfenhain kannte sie keine Tavernen, aus Büchern jedoch wusste sie, dass diese oft Sammelpunkt von jeden mengen Leuten war, wo gespielt, gelacht, getrunken und gegessen wurde, alles in Begleitung von lauter Musik aus Fiedeln, Trommeln und Lauten.
    Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als plötzlich die Tür des Grünen Goblin aufgerissen wurde. Vor Ilyana stand nun ein großer, kräftiger Mann, Mitte 40, mit braunem Pferdeschwanz und einem verschmitzten Lächeln. Es war kein geringerer als Kommandant von Shorehams Armee, Raiden Morana. Ilyana erhob sich von ihrem Barhocker und verbeugte sich. „Ich habe gehört hier soll sich ein neuer Rekrut befinden, bist du das, kleines Mädchen?“, sagte Raiden, während er auf sie zukam. „J-ja, mein Herr“, erwiderte Ilyana mit zittriger Stimme. „Raiden setzte sich neben sie und gab ihr ein Handzeichen, es ihm gleich zu tun. Er holte einige Papiere aus seiner Tasche und musterte Ilyana von Kopf bis Fuß. Sein Lächeln verschwand. „Bist du sicher, dass du das Zeug dazu hast, Mädchen? Du siehst aus als ob du mit Leichtigkeit von einer Ziege in der Luft zerfetzt werden könntest.“
    In der Tat. Ilyana war alles andere als eine kriegerische Gestalt. Sie war mager, ihre Nägel brüchig und der Blick müde. „Ich bin keine Kriegerin, Herr, sondern eine Magierin.“ „Ah, hätte ich mir denken können wegen dem Haar.“ Ilyana hatte sanft blau-violettes Haar. Viele Magier hatten eine außergewöhnliche Haarfarbe und Ilyana war da keine Ausnahme.
    „Nun denn“, fuhr Raiden fort, „Dann wollen wir uns mal um die Formalitäten kümmern, nicht? Also, vollständiger Name?“ „Ilyana Ashelia Susannah Lyn Melior.“ „Und dein Alter, Ilyana?“ „Ich bin 24.“ „Dein Geburtsort?“ „Ich stamme ursprünglich aus Durrun.“ „Aus Durrun, eh? Du bist doch nicht etwa eine Spionin?“ Ilyana schüttelte den Kopf. „Ich wurde in Durrun geboren, lebte aber beinahe die letzten zwei Dekaden unter Elfen, mein Herr.“ „Elfen… Naja, immerhin etwas besser als Durrun.“, lachte Raiden etwas abwertend.
    Die Republik Durrun und die Baronie Shoreham waren zwei von den drei nördlichen Reichen Killyganards. Seit dem Machtkrieg um Steggerhult, in dem Shoreham als Sieger hervorging, waren Durrun und Shoreham in einem sehr angespannten Klima. Jedoch verfügte keine der beiden über die Mittel den anderen anzugreifen. „Nun, sieht so aus als ob wir du- Nein, das ist noch eine Frage.“ Raiden schaute über die Papiere und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Da steht: Falls weiblich, dringend nach Masse fragen. Hah! Da handelt es sich wohl um eines von Bersis Papieren. Wie dem auch sei, mach dein Zeichen bitte hier, Ilyana.“ Raiden übergab ihr seine Feder und zeigte auf eine Linie ganz unten auf den Papieren. Er nickte zufrieden und gab ihr die Hand. „Willkommen in der Armee von Shoreham, junge Magierin! Ein Leben voller Abenteuer oder ein kurzer schmerzhafter Tod erwartet dich. Wie fühlst du dich?“ „Nun, ich bin etwas hungrig. Ich habe seit über dreißig Minuten nichts mehr gegessen.“ Raiden lachte laut und gab ihr einen Klaps auf den Rücken, so dass sie beinahe umkippte. „Das ist die richtige Einstellung.“ Raiden war es noch nicht ganz klar, aber Ilyana war es todernst mit dem Hunger. Sie hatte nämlich die Angewohnheit niemals satt zu sein. Egal wie viel sie aß, und das war normalerweise sehr viel, sie hatte stets Hunger.


    „Nun denn, Ilyana. Dann wollen wir dich mal ordentlich ausrüsten. Ich teile dich in Einheit 13 ein. Sie wird derzeit von Bersi angeführt und kann nach dem letzten Scharmützel neue Rekruten gebrauchen.“ Raiden gab ihr zu verstehen ihm zu folgen und die beiden verließen den Grünen Goblin, jene Kneipe, in der sich Ilyana oft aufhalten würde. Die beiden gingen durch Shoreham und wann immer ihnen jemand entgegenkam, verbeugten sich die Menschen in großer Ehrfurcht vor Raiden. In der Tat, Raiden war ein großer Mann. Seine Taten rangen weit über Shorehams Grenzen hinaus. Selbst die Elfen kannten ihn gut.


    Als sie endlich bei der Kaserne ankamen, dem Hauptquartier von Shorehams Armee, salutierten zwei Wachposten Raiden zu: „Gegrüßt sei Kommandant Morana!“ Raiden erwiderte den Salut und gab ihnen Anweisung sich zu rühren. Die Kaserne bestand aus steinernen Wällen und diversen Holzverkleidungen zur Verstärkung. Sie gingen die steinerne Treppe hoch und betraten eine große Halle, geschmückt mit Tischen und Stühlen und Flaggen von Shoreham, ein schwarz-braunes Karomuster mit dem Kopf einer Ziege, die nach Westen schaute, an der Wand. In der Halle selbst standen mehrere Soldaten, die Raiden auf dieselbe Weise grüßten wie die beiden Wachposten. „Bersi, komm mal her.“ Raiden rief den Mann zu sich. Bersi war ebenfalls ein Arkanist, genauer gesagt Arkanist Korporal. Arkanisten waren eine der drei Elitetruppen von Shoreham. Ilyana würde der Truppe ebenfalls eines Tages beitreten, sobald ihre Mitstreiter ihren strategischen Intellekt erkennen würden. Bersi hatte braunes Haar, tiefbraune Augen, und ein sehr schönes Gesicht. „Ja, Kommandant?“, sagte Bersi, während er auf Raiden zuging und sein Blick auf Ilyana fiel. „Ein neuer Rekrut?“ Raiden nickte. „Das ist Ilyana, eine Magierin. Sei doch so gut und nimm sie heute auf den Grenzgang mit.“ Bersi nickte und streckte Ilyana die Hand zum Gruß aus. „Freut mich sehr Ilyana. Ich bin Bersi, Arkanist Korporal und momentaner Anführer von Einheit 13.“ Während er die sagte, deutete er über seinen Rücken und zeigte auf einige Gesellen. „Wie du siehst, sind wir über jede Verstärkung froh.“ „Nun denn“, fiel Raiden ein, „ich habe noch jede Menge Papierarbeit vor mir. Gutes Gelingen! Ich hoffe gutes von dir zu hören, Ilyana.“


    Raiden verließ die große Halle und überließ Ilyana ihrer neuen Einheit. „Nun“, begann Bersi, „dann wollen wir dich mal allen vorstellen, nicht? Die beiden hier sind Ruby und Rita Walbeisser.“ Er zeigte dabei auf zwei rothaarige Frauen, offensichtlich Zwillinge. „Ruby ist etwas verrückt und weis sich nicht zu benehmen, während Rita sehr kalt und distanziert ist“, flüsterte Bersi Ilyana ins Ohr. „Freut mich euch kennen zu lernen. Ich bin Ilyana.“, begann sie und salutierte vor ihnen. Rita würdigte ihr nur einen kurzes nicken, während Ruby auf sie ging und begann an ihr zu schnüffeln. „Du riechst nach Magie. Bist du auch so eine Flammenwerferin wie Bersi?!“, fragte Ruby und fuhr sofort weiter, „Moment! Ich rieche noch etwas! Du hattest kürzlich Schinken! Wo ist der Rest des Schinkens und warum gibst du mir nichts davon ab?!“ „Ich, ähm…“
    „Ignorier sie.“, fiel ihr ein junger Mann ins Wort. „Ruby ist manchmal etwas sehr forsch. Ich bin Iolan Grimsditch aus Altmere. Freut mich sehr, dich kennen zu lerne.“ Iolan salutierte und Ilyana tat es ihm gleich. „Ruby“, begann Bersi nun wieder, „sei doch so gut und richte Ilyana ordnungsgemäß ein. Ach übrigens, wo ist der Rest?“ „Du hast sie doch losgeschickt die Orks im Süden im Auge zu behalten.“, entgegnete Rita. Bersi kratze sich am Kinn und brachte nur ein kleines Uh huh aus sich raus. „In zehn Minuten will ich alle unten sehen!“
    Mit diesen Worten ging Bersi nach draußen, während Ilyana und Ruby in die Rüstkammer gingen. Ruby musterte Ilyana kurz und legte den Kopf auf die Schultern. „Viel Speck ist ja nicht grad an dir. Aber ich glaube ich habe hier noch was, was dir passen könnte.“ Ruby öffnete eine Truhe und nahm ein komplettes Set nach vorne. Dazu gehörte eine schwarze Lederrüstung für Magier, für Männer und Frauen natürlich unterschiedlich geschnitten, dunkelbraune Stiefel, ein leicht gebräunter Kilt, eine Schärpe mit Rang und Abzeichen in derselben Farbe, so wie ein Bandana für tiefranginge Soldaten. Die Uniformen unterschieden sich von Truppe zu Truppe, wie auch von Waffennutzung und Rang. „Ich denke du willst mal Arkanistin werden, stimmt’s?“ fragte Ruby ohne eine Antwort abzuwarten. „Dann wirst du irgendwann solche rötlichen Stulpen und Lederhandschuhe wie Bersi kriegen. Ich selber bin ja eher der rumschleichende Typ. Mein Ziel ist es, der beste Scout zu werden, den Shoreham je gesehen hat. Dann krieg ich endlich meine grasgrüne Lederrüstung und bin erst recht unsichtbar, wenn ich mich durch den Dreck schleichen kann“, erwähnte Ruby mit einem breiten Grinsen. „Und deine Schwester?“ fragte Ilyana. „Sie ist ein Grenadier, die selbsterklärten Helden Shorehams. Grenadiere sind meistens gute Schützen und gleichzeitig für den Nahkampf trainiert. Wie du gesehen hast, trägt sie eine schwarze Plattenrüstung mit bronzenen Plattenarmen und -handschuhen. Sie glitzert wie Schnee in der Sonne und ich denke, sie könnte sich nicht mal an jemanden ran schleichen, selbst wenn dieser taub und blind wäre.“
    Die Karriere eines Soldaten begann jeweils als Rekrut und weiter als Wachmann. Diese beiden Ränge trugen eben genanntes Bandana. Jene, die lange genug lebten um sich Shorehams Kappe zu erwerben, waren Junioren. Junioren wurden einer Truppe zugeteilt oder aber als Kerneinheit beibehalten, sollten sie nicht zuteilbar sein. Weitere Ränge waren Regular, Senior, und Hardner, wobei letzter nur die wenigsten wurden und selbst als Legende zählten.


    Ilyana legte ihre alten Kleider ab und lies sich von Ruby die Uniform geben, wobei sich keiner der beiden für den nackten Körper genierte. Ilyana passte die Uniform wie angegossen und als sie sich das Bandana straff anzog, wandte sie sich Ruby zu, die ihr mit einem Daumen nach oben zu verstehen gab, dass es ihr stand.
    Außerhalb der Kaserne reihten sich die drei Frauen und Iolan vor Bersi auf. Während Ilyana versuchte nach vorne zu schauen und gleichzeitig die Haltung der anderen zu kopieren, fing Bersi an zu reden: „Sehr schön, dass ihr zwei es auch noch geschafft habt. Wie ihr wisst, ist das Volk von Altmere voller weinerlicher Bauern. Sie jammern ständig darüber, dass die Steuern zu hoch sind, sie nicht genug Schutz erhalten, oder ihr Vieh zu wenig Wasserstellen hätten. Es ist, als ob sie sogar darüber jammern würden, dass sie nichts zu jammern hätten, wenn es nur so wäre. Wie dem auch sei. Wir werden an die südliche Grenze von Altmere gehen und den Grenzposten verstärken. Alle verstanden?! Dann geht’s im Eilmarsch los!“


    Bersi rannte voran und der Rest ihm nach. Ilyana war es nicht gewohnt, sich körperlich groß zu bewegen, da sie die meiste Zeit damit verbrachte, ihre Nase in irgendwelche Bücher zu stecken, worauf hin sie auch starke Atemprobleme bekam. „Nicht das du mir zusammen klappst, ja?“, wandte sich Iolan an sie. Sie antwortete mit einem leichten Kopfschütteln. Nach etwa einem einstündigen Marsch kamen sie am Außenposten zu Altmere an. Ein kleiner Steinturm mit einigen Betten im Inneren und einer Leiter um auf das Dach zu gelangen. „Rita!“, begann Bersi, „Sei doch so gut und unterrichte Ilyana darüber, wie wir normalerweise unsere Grenzen verstärken.“ Rita hob ihre Axt über ihre Schulter und schaute leicht seitlich zu ihr: „Mittels Holz und Fellen.“ „Korrekt. Wir errichten eine kleine Palisade um diesen Außenposten im Falle eines Falles die inneren lange genug zu schützen, bis die Haupteinheit von Süden her eintrifft. Rita und Iolan, ihr geht Holz sammeln, während Ruby und Ilyana sich um die Felle kümmern.“ „Und woher soll ich die Felle herkriegen?“, fragte Ilyana. Bersi schaute sie schief an und schmunzelte. „Was glaubst du denn? Geh ein paar Hirsche erledigen und nimm dir ihre Felle. Du weißt doch hoffentlich wie man Tiere häutet, oder?“ Ilyana wurde bleich und schüttelte den Kopf. „Na schön, dann lass es dir von Ruby zeigen. Und jetzt los alle! Ihr habt drei Stunden Zeit!“


    Ruby und Ilyana verschwanden im nahegelegenen Wald. Während sie in der Ferne die Äxte von Rita und Iolan hörten, die unnachgiebig gegen Bäume donnerten, schlichen Ruby und Ilyana auf leisen Sohlen durch den Wald. Ilyana war keine Jägerin, das war ihr deutlich anzusehen. Ruby jedoch hatten einen äußerst starren Blick, stets einen Pfeil bereit in der Sehne des Bogens. Direkt vor einer Lichtung blieb Ruby stehen und hob die Hand um Ilyana klar zu machen, sich nicht zu bewegen. Im hohen Gras ragte der Kopf eines Hirsches hervor, der seine Widersacher nicht witterte. Sie spannte den Bogen und Ilyana schaute dabei auf Rubys Haltung. Sie wirkte gleichzeitig entspannt und konzentriert. Eine fließende Bewegung und sie feuerte einen Pfeil, der sich mitten in das Herz des Hirsches bohrte. „Mahlzeit!“, rief sie und rannte auf den Kadaver zu. „Komm her jetzt Kleine. Ich zeig dir wie das mit dem häuten geht. Zuerst schneidest du hier rein, siehst du? An allen vier Hufen. Dann ein sauberer Schnitt an den Waden entlang.“ Ruby erklärte weiter und Ilyana versuchte dabei ihren ohnehin schon leeren Magen nicht noch einmal leerer zu gestalten. Obwohl es kein schöner Anblick war, war es dennoch einer der saubersten Wege an die Felle zu kommen, ohne alles zu verbluten.
    Als Ruby fertig war, nahm sie als letztes den Skalp des Hirsches an sich und setzte es sich auf den Kopf – noch völlig ungewaschen. Bersi hatte Recht, als er sagte, Ruby sei etwas verrückt. „Das soll meine Trophäe sein, jawohl!“ Ruby grinste breit und stopfte die Felle in ihre Tasche. „Also gut, hier hast du ein Messer!“, sagte sie und warf dabei das blutige Messer vor ihre Füße. „Ich geh weiter jagen. Ich denke wir kriegen mehr Felle zusammen, wenn wir getrennt jagen. Schau einfach gen Himmel hin und wieder. Wenn die Sonne ganz oben steht, solltest du langsam zurück zum Außenposten.


    Während Ruby begann durch den Wald zu hüpfen und Ilyana ihr noch nach schielte, fragte sie sich bereits, ob sie taff genug war für die Armee. Sicher, Ilyana hatte schon ihre Stärken, vor allem Taktik und Strategie gehörte dazu. Doch eine solche Position musste sie sich erstmal erarbeiten. Shorehams Einwohner waren stolze Frauen und Männer die sich in erster Linie auf ihre körperliche Kraft verließen. Da passten Magier mit ihrer Besserwisserei überhaupt nicht rein. Auch wenn ein solcher den Rang eines Offiziers hatte, so bedeutete dies noch nicht, dass damit auch der Respekt der anderen Soldaten automatisch kam. Gewiss, Rekruten und Wachmänner konnten es sich nicht leisten ihnen zu wiedersprechen, aber gleichrangige Soldaten hatten beim Kommandant stets einen Vorteil, wenn es sich um Grenadiere oder Scouts handelte.


    Ilyana lief einige Zeit umher, doch war sie natürlich nicht annährend so geschickt wie Ruby. Mit ihrem Messer musste sie nah heranschleichen, was es für die vorsichtigen Hirsche und Rehe einfach machte. An Zauber war in dieser Situation nicht zu denken. Die meisten Zauber eines Magiers beinhalteten Feuerzauber, und Ilyana hatte nicht vor an ihrem ersten Diensttag einen Flächenbrand zu erzeugen.
    Als ihr der sechste Paarhufer entwischte und ihr Magen immer lauter knurrte, wuchs ihr Frust. Bei den ersten drei Hirschen stolperte sie während der Hetzjagd über ihre eigenen Füße, während die restlichen ihr nicht mal die Chance gaben, in die Nähe zu kommen. Sie kramte ihr Zauberbuch hervor und suchte eine Lösung. Nachdem sie einige Zeit umblätterte erspähte sie einen Zauber, der sie für kurze Zeit unsichtbar machen konnte. Blutmoos und Nachtschattengewächs waren dafür notwendig. Blutmoos war eine sehr häufig gebrauchte Reagenzie, deshalb war es klug immer ein paar davon dabei zu haben. Nachtschatten wurde vor allem für Gift- und Illusionszauber verwendet. Glücklicherweise deckte sich Ilyana mit allen acht Magierreagenzien ein, bevor sie sich in den Grünen Goblin begab.


    Erneut schlich Ilyana durch die Haine und versuchte ein wildes Tier zu erspähen. Als sie ein potentielles Opfer sah, wandte sie den Zauber an. „An Lor Xen“, flüsterte sie, und während die Reagenzien sich in kleine Funken auflösten, wurde Ilyana tatsächlich unsichtbar. Sie entledigte sich für den Moment ihren Stiefeln um möglichst leise voran zu kommen. Der Hirsch, welcher ihr Ziel sein sollte schien zwar misstrauisch zu sein, als er einen fremden Geruch roch, jedoch konnte er weder einen Feind sehen noch hören. Und so geschah es, dass er das Messer nicht kommen sehen konnte, als es sich ihm direkt in die Kehle bohrte. Er zappelte und wehrte sich noch eine Weile und traf dabei auch Ilyana, welche sogleich den Boden küsste. Der Hirsch war schwer verletzt und so war sein Überlebenskampf ein sehr kurzer.


    Mit etwas Schulterschmerzen, wo sie vom Hirsch getroffen wurde, machte sie sich an die Arbeit das Tier zu häuten. Bei Ruby sah er sehr einfach aus, aber die ledrige Haut zu durchschneiden brauchte sehr viel Kraft, welche der mageren jungen Frau schlichtweg fehlte.
    Als sie ihre Arbeit mit Mühe beendet hatte, war es bereits Zeit für den Rückweg. Wirklich erfolgreich war ihre Jagd nicht. Ein einziger Hirsch in drei Stunden war eine magere Ausbeute. Sie schlüpfte in ihre Stiefel zurück, warf sich das schwere Fell über die Schultern und versuchte in hastigem Schritt den Weg zurück zum Außenposten zu gehen.


    Zurück am Außenposten angekommen, waren Rita und Iolan bereits fertig damit, die Holzstämme rund um den Wachturm aufzubauen, und auch Bersi war nicht untätig, der in der Zwischenzeit einen schmalen Graben aushob. Bersis blick fiel auf Ilyana, welche nur mit einem einzelnen Hirschfell zurückkehrte. Er hob die Augenbraue und brummte: „Das nächste Mal teilen wir dir wohl eine andere Arbeit zu, hm? Hoffentlich hatte Ruby etwas mehr Glück.“ Und wie aufs Stichwort trat auch Ruby aus den Wäldern – den Kopf immer noch mit dem Skalp des Hirsches verziert, den Rücken beladen mit Fellen und sogar einem jungen Hirsch zum Verspeisen. „Melde mich zurück zum Dienst, Bersi!“ Dieser hob den Daumen und gab weitere Anweisungen: „Also gut, benutzt die Felle um die Palisaden zu verknoten, verstärken wir das Ganze ein wenig.“


    Nachdem sich die vier um die Palisaden gekümmert hatten, war Bersi auch damit fertig geworden den jungen Hirsch mit seinen Feuerzaubern zu rösten. Ilyana war völlig entkräftet und konnte es kaum erwarten zu essen. „Also gut!“, rief Bersi, „Das sollte erstmal reichen. Machen wir eine Pause und essen erstmal etwas.“ Die fünf setzten sich in einen Kreis, während Bersi jedem einen gerechten Teil der Beute zuteilte. Während Rita, Iolan und Bersi langsam aßen und immer wieder Geschichten austauschten, wobei es sich hauptsächlich um Seemannsgarn handelte, waren Ilyana und Ruby völlig auf das Essen fixiert. Ilyana schlang ihren Anteil in kurzer Zeit hinunter und blickte traurig auf die Platten der anderen, welche noch so viel hatten. Sie wurde von Iolan aus ihren Gedanken gerissen, als dieser sie anstupste: „Hast du etwa immer noch Hunger?“ „Ja, und wie. Ich hatte heute noch fast gar nichts.“ Iolan schien etwas verdutzt wegen dieser Aussage. „Na ja… Du siehst schon etwas blass aus. Wenn du willst kannst du meinen Rest noch haben, ich habe ohnehin genug.“ Ilyana setzte ihr breitestes lächeln als er ihr seine Platte hinhielt. „Ah, sie sich mal einer dieses Lächeln an.“ Ilyana bedankte sich und fing sofort wieder an zu essen. Nachdem auch der Rest mit dem Essen fertig war, oder besser gesagt, ihren Teil an Ruby und Ilyana weitergaben, war es Zeit für den Weg zurück in die Kaserne.

  • Nachwievor würde ich mich über jegliches Feedback freuen :) Aber nun erstmal Kapitel 2



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    Kapitel 2 – Schicksalhafte Begegnungen




    Es war bereits früher Abend als die kleine Gruppe in der Kaserne ankam. Bersi wandte sich ihnen zu: „Na schön. Ich denke ihr alle habt euch den Feierabend verdient. Kommt noch jemand mit in den Grünen Goblin?“ „Verzichte.“, gab Rita zum Ausdruck. Auch Iolan und Ruby lehnten ab, da sie sich hinlegen wollten. „Und du, Ilyana?“, wandte sich Bersi an sie, „Du lässt mich doch nicht im Stich?“ „Wenn ich was Essen kann, bin ich dabei.“


    Angekommen, befand sich bereits auch der Rest von Einheit 13 in der Taverne. „Ah, Korporal Bersi!“ Eine Frau anfangs 30 mit Kastanienbraunem Haar im Rang eines Juniors kam ihnen entgegen. „Melde mich zum Rapport. Die Orks haben sich den ganzen Tag nicht einmal aus ihrer Festung gewagt und es gab keine Anzeichen, dass die garstigen Biester irgendwas im Schilde führen.“ „Danke, Abigail.“ „Und wer ist das?“ Abigail wandte sich zu Ilyana. „Ich heiße Ilyana. Ich bin eine neue Rekrutin.“ „Ah, dem Haar nach zu urteilen eine Magierin.“ Ilyana nickte und hielt ihr die Hand zum Gruß entgegen. „Schön dich bei uns zu haben, Ilyana. Es tut immer gut neben all diesen Schwachköpfen auch mal ein vernünftiges Wesen bei uns zu haben.“ Damit deutete Abigail auf die Grenadiere und Scouts. „Ich bin Abigail Keres, mittleres Kind der Keres‘ Geschwister. Sie nennen mich das schwarze Schaf in der Familie, aber dem ist nicht so.“ Ilyana versuchte jedem ihrer Worte zu lauschen. Mit der Keres Familie würde sie noch viel zu tun haben. „Nun denn.“, fuhr Abigail fort und nahm Ilyana an der Hand, „Wollen wir dich mit dem Rest vertraut machen?“
    Bersi nahm bereits an der Bar Platz und trank genüsslich an seinem Rulk, eine Mischung aus Shoreham Rum und Ziegenmilch. „Das sind Gabriel, Fred und Viktor.“ Gabriel wandte sich als erstes an Ilyana. „Ah, eine neue Rekrutin?“ Ilyana nickte und stellte sich vor. „Sehr schön. Shoreham kann neue und fähige Soldaten stets gebrauchen. Ich bin Gabriel Drachen, Senior Scout und wahrscheinlich der schönste Mann, der je über Killyganard wandelte.“ Gabriel hatte schwere narzisstische Veranlagungen. Auch wenn es stimmte, dass er sehr attraktiv war. „Du hast den Charme eines Ogers, Gabriel.“ Fred drehte sich zu den beiden hin und stellte sich ebenfalls vor. „Fred McScouty ist mein Name. Ironischerweise Junior Scout. Wenn du je Fragen zu Giften hast, lass es mich wissen.“ Ilyana nickte und setzte sich zwischen Bersi und Viktor an die Bar, während Gabriel, Fred und Abigail Dart spielten.


    „Du heißt Ilyana, habe ich das richtig verstanden?“ Viktor warf einen scheuen Blick auf sie. „Ja, und du bist Viktor, richtig?“ „Aye, genau der bin ich. Viktor Kien aus Altmere. Ich bin ebenfalls Rekrut, wie du siehst.“ Viktor deutete auf seine Schärpe, die stückweise von seinem langen, gepflegten Bart verdeckt war. „Ich habe mich vor einer Woche der Armee verpflichtet. Ich hoffe ich werde bald zum Wachmann befördert.“ „Dann solltest du lernen zu schreiben, Junge.“, wandte sich Bersi zu den beiden. „Wenn du vorhast, nicht ewig ein Fleischschild zu sein, dann solltest du auch andere Dinge lernen als ein Schwert zu schwingen.“ „Aber Ruby kann auch nicht schreiben und ist Wachmann.“ Bersi schüttelte den Kopf. „Ruby kennt aber einige Buchstaben und zeichnet gewisse Worte, die sie nicht kennt. Das ist ein Anfang. Von dir habe ich noch nichts dergleichen gesehen.“ Viktor seufzte und gesellte sich zu den Dart spielenden.


    „Erhalte keinen falschen Eindruck von mir, Ilyana. Ich bin nur daran interessiert, dass unsere Frauen und Männer stets darum bemüht sind, über sich hinaus zu wachsen. Und gerade das viele Menschen aus ärmeren Provinzen noch immer nicht schreiben und lesen können ist beschämend.“ Ilyana kratze sich am Kinn während ihr Magen knurrte. „Was? Hast du etwa schon wieder Hunger?“ „Ich… kann nichts dafür. Egal wieviel ich esse, ich habe kurze Zeit später schon wieder Hunger.“ „Das ist… in der Tat sehr erstaunlich. Du scheinst ein bodenloses Loch anstelle eines Magens zu haben.“ Bersi schmunzelte, während Ilyana nur darauf bedacht war möglichst bald wieder zu essen. „Wollen wir diesen Hunger stillen? Hey! Mizuho! Kundschaft!“ Bersi rief in Richtung der Küche um die Barmaid zu holen. Mizuho Kazami war eine Elfenfrau mit tiefrotem Haar. Ihr Alter war nur schwer auszumachen, da Elfen ab einem gewissen Alter nur sehr langsam alterten.
    Mizuho wandte sich zu Ilyana. „Du bist neu hier, nicht? Was darf ich dir bringen?“ Ilyana warf einen kurzen Blick die Speisetafel und entschied sich für den honigglasierten Schinken.


    Während Mizuho wieder in der Küche verschwand, drehte sich Bersi wieder zu Ilyana. „Das geht auf mich. Du scheinst brauchbar zu sein, das mag ich.“ „Oh, danke viel Mal, Korporal.“ „Bitte, nenn mich einfach Bersi.“ Ilyana nickte und schenkte ihm ein lächeln. „Diese Frau… Die Elfenfrau…“, begann Ilyana. „Ja? Was ist mit ihr?“ „Sie ist eine Elfin, ich habe sie aber noch nie gesehen. Und ich war die letzten 17 Jahren unter den Elfen im Elfenhain.“ „Nun, es leben längst nicht alle Elfen im Elfenhain, Ilyana. Viele setzten sich schon vor tausenden Jahren auf der ganzen Welt ab.“, fuhr Bersi fort, „Mizuho hier ist die Schwester eines Grenadiers von Einheit 6. Sie leben beide seit etwa vier Jahren in Shoreham. Davor lebten sie in irgendeiner Provinz in Himosashi.“ „Himosashi?“ fragte Ilyana nach. „Himosashi ist ein Land weit entfernt von Killyganard. Na ja, ich persönlich bin kein großer Freund von Elfen. Ihr überhebliches Gehabe ist nichts für mich. Sie denken, sie seien bessere Magier. Pfft. Wenn ich tausend Jahre hätte um Magie zu studieren, dann wäre ich auch so gut.“ Natürlich wusste Ilyana, dass ein Elfe durchschnittlich nur 800 Jahre lebte, korrigierte ihn aber nicht. Sie nickte, wusste aber nicht was sie darauf antworten sollte. Da sie selbst unter Elfen lebte und diese nie als überheblich oder sonst als negativ empfunden hatte, war sie nicht Bersis Meinung. Auf der anderen Seite wollte sie es sich nicht schon verscherzen mit ihm. „Wie dem auch sei.“ fuhr er fort, „Sergeant Jennifer Feder von Einheit 2 wird Morgen mit einigen Männern nach Stroud reisen. Ich denke es wäre gut, wenn du und die beiden Walbeisser Schwestern sie begleiten würden. Ich werde die beiden noch informieren. Bleib nicht mehr zu lange hier.“ Während er einige Kupfermünzen auf den Tresen legte für seinen Rulk und Ilyanas Schinken, salutierte er zum Abschied und verließ die Taverne.


    Nach kurzer Zeit kam Mizuho aus der Küche und servierte Ilyana denn Schinken. „Guten Appetit, Kleine!“ Mizuho lächelte und sackte die Münzen ein, während Ilyana ihre Platte nahm und sich zu den anderen vier setzte, die noch immer Dart spielten. Während sie begann den Schinken an ganzen Stücken runter zu schlingen, setzte sich Viktor neben sie. „Na, hatten Bersi und du etwas Interessantes zu bereden?“, begann er. „Ich weiß nicht so recht. Vor allem hat er geredet und ich zugehört.“ Viktor schmunzelte. „Ich weiß nicht wie so ein Mann zum Korporal werden konnte.“ „Was meinst du damit?“ „Ich bin noch nicht lange in der Armee, aber ich finde es irgendwie seltsam wie er sich gibt. Es scheint als ob ihn nur die Magier in seiner Einheit interessieren, während der Rest für ihn nur Ballast ist.“ Ilyana runzelte die Stirn. „Aber, er ist ja selber ein Magier.Vielleicht scheint dich das etwas zu täuschen?“ Viktor zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich traue ihm nicht so recht.“
    „Du solltest ein wenig aufpassen, wie du über deinen Vorgesetzten redest, Jungblut!“, mischte sich Fred ein, „Wenn du kein Vertrauen in Bersi hast, dann solltet du vielleicht ganz schnell den Dienst wieder quittieren. Im Ernstfall müssen wir uns alle auf den anderen verlassen können, und da bringt ein persönlicher Disput nichts. Auch wenn du dich nicht mit jedem aus der Einheit blindlings anfreunden kannst, so musst du trotzdem mit ihnen Arbeiten, Rücken an Rücken zu ihnen stehen und deinen Schild zu ihrem Schutze erheben. Und das letzte was ich dir erlauben werde ist, das du deine Antipathie auf andere Rekruten überträgst, verstanden?!“ Viktor wurde sichtlich rot im Gesicht, nickte aber unterwürfig. Beide, Viktor und Ilyana, saßen noch einige Zeit in der Taverne und schauten dem Dartspiel zu. Reden tat jedoch keine der beiden mehr.


    Als Ilyana zurück in die Kaserne kam, lief ihr Ruby entgegen. „Ah! Ilyana!“, rief sie ganz freudig, „Sie nur!“ Sie deutete auf den Hirschskalp auf ihrem Kopf. „Ich habe ihn gewaschen. Ist er nicht wunderschön?“ Rubys Augen glitzerten und sie trug ein breites Grinsen auf dem Gesicht. „Er passt dir wie angegossen, Ruby.“ Da wuchs ihr Grinsen noch mehr an. „Danke! Weißt du was? Ich glaub ich mag dich. Du bist nicht so doof wie die anderen, jawohl! Und du mampfst genau so viel wie ich, wenn nicht sogar noch mehr!“ „Ähm… Danke? Denke ich?“ „Bersi hat gesagt, dass wir Morgen mit Sergeant Feder nach Stroud gehen. Das wird so toll! Sergeant Feder ist mein großes Vorbild! Wusstest du, dass sie auch eine Bogenschützin ist? Und sie ist so stark! Ich kann es kaum erwarten los zu gehen!“ „Ja, man merkt schon, dass du etwas hibbelig bist.“, meinte Ilyana und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Oh ja! Rita hat gesagt ich gehe ihr auf die Nerven und ich soll erstmal fünfmal um die Kaserne rennen. Aber dann bin ich dir über den Weg gelaufen und jetzt bin ich hier.“ „Na, dann will ich dich mal nicht länger aufhalten?“ Ruby seufzte.
    „Na schön. Du kannst oben das Bett neben mir nehmen. Wenn du nicht weißt welches, frag am besten Rita. Aber frag lieb, sie mag neue Rekruten nicht so sehr.“ Ilyana nickte und gab ihr einen Salut, und machte sich auf den Weg in die Kaserne.
    Ilyana war sehr müde, und so schlief sie auch sehr schnell ein, voller Erwartungen was die Tage noch bringen würden.

  • Hallo Sarah,


    ich hab mal die beiden Kapitel durchgelesen und möchte gern etwas Feedback hinterlassen. Zuerst einmal finde ich es relativ schwer, mit Ilyana als Hauptcharakter zu sympathisieren, da sie im Vergleich zu den anderen Charakteren recht passiv agiert. Wenn sie nicht gerade in einen Dialog mit den anderen gerät, drückt sie sich fast nur durch ein paar Gesten aus, was insgesamt betrachtet etwas wenig ist. Da du besonders auf sie bezogen schreibst, würde ich dir nahelegen, dass du dich mehr auf sie beziehst und über sie erzählst. Ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten hast du von Anfang klar erklärt, nur ist ihre Motivation halt noch nicht erkennbar. Warum möchte sie in die Garde und wie war ihr Weg da hin? Das sind nur zwei Fragen, die ich am Anfang etwas vermisst habe, da du recht flott mit dem Vertrag und dem Plot voran gehst.
    Charakterzüge können sowohl in Momenten dargestellt werden, in denen sie allein ist (Gedanken, Bewegungen, Vorgehensweise), aber auch in Dialogen mit anderen Charakteren (Gesten, Ausdrucksweise, Reaktionen auf das Gesagte der anderen). Diese Beschreibungen sind grundsätzlich optional, verraten aber bei guter Anwendung automatisch mehr über jeden Charakter, womit du auch deinen Cast weiterhin aufbaust. Die Bewegungen hast du, besonders bei Ruby, schon sehr gut eingebracht und darauf kannst du weiter aufbauen.
    Ich bin gespannt, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Aktuell kann ich mir noch nicht so gut vorstellen, wie die Welt aufgebaut ist, welchen Stellenwert Magie und die Elfen haben und wie die Gesellschaft generell ist. Das kannst du aber gegebenenfalls noch erweitern, wenn es nicht eh schon in naher Zukunft geplant ist, sodass man sich als Leser in dieser Welt anfängt heimisch zu fühlen.


    In diesem Sinn: Wir lesen uns!

  • Hallo @Sarah87,


    Da es hier so selten die Möglichkeit gibt, ein erstes Kapitel für sich allein zu kommentieren (schrieb sie und dann wurde Kapitel 2 gepostet ... Das werde ich erst einmal auslassen), dachte ich mir, ich nutze es gleich einmal aus. ;)


    Zumal ich zu Eigenkreationen immer gerne ein paar Kommentare loslasse.


    Was zuerst bei dieser Geschichte auffällt, ist, dass es keinen wirklichen Startpost gibt. Was natürlich nicht optimal ist. Die meisten Leser hätten schon gerne irgendeine Information darüber, worum es in der Geschichte geht. Einen Klappentext, sozusagen. Auch ein paar Informationen über Genre und Co. sind meistens gerne gesehen. Es hilft einfach bei der Entscheidungsfindung, ob man an der Geschichte so prinzipiell interessiert ist. ;) Schau dir doch einmal ein paar der anderen Geschichten hier im Forum an, da siehst du, was gemeint ist.



    Was beim Blick auf die eigentliche Geschichte dann direkt auffällt, ist, dass da einige Zeilenumbrüche fehlen und einige Leerzeilen zu viel sind. Das macht die Geschichte sehr schwer zu lesen, da der Text so relativ unübersichtlich ist, man oft nicht direkt weiß, wer gerade redet und auf wen sich etwaige Pronomen beziehen. Ich habe zu dem Thema erst vor kurzem einen Guide hier im Forum geschrieben. :) Die Absätze einmal zu überarbeiten, würde definitiv helfen, einen besseren Lesefluss zu erzielen.


    Davon abgesehen sind noch zwei andere Arten von Fehlern mir immer mal wieder aufgefallen. Ich dachte, ich nenne die Mal vorweg, um danach in Ruhe auf den Inhalt eingehen zu können:


    Zuerst einmal fehlten an einigen Stellen Kommata, während an anderen Kommata waren, wo Punkte hingehörten. Das macht den Lesefluss erneut schwerer. Wo es außerdem auffiel, war bei den Dialogen, besonders, da du es hier teilweise richtig, teilweise falsch machst: Wenn nach einem Dialog ein "sagte er", "meinte er" oder vergleichbarer Nachsatz kommt, dann kommt vor dem Anführungszeichen im Dialog kein Punkt. Wie gesagt, du machst es teilweise richtig, teilweise aber auch falsch.


    Außerdem fällt auf, dass du prinzipiell keine Vorzeitigkeit nutzt. Sprich: Du benutzt das Plusquamperfekt nicht, auch nicht, wenn es benutzt werden sollte. Das fällt direkt am Anfang stark auf, wo der kleine Absatz zu Ilyanas Vergangenheit bei den Elfen vorkam. Dieser hätte im Plusquamperfekt stehen müssen, da es Dinge sind, die vor der im Präteritum erzählten Geschichte passiert sind. z.B. "Wie war sie überhaupt zu ihnen gekommen" anstelle von "Wie kam sie überhaupt zu ihnen?"


    Hier einmal ein paar der Fehler in der Hinsicht, die mir aufgefallen sind. Nicht alle, da vieles sich wiederholt.



    Damit kommen wir zum inhaltlichen. Und hier muss ich jetzt schauen, wie ich das ganze am Besten verpacke, um folgendes herüber zu bringen: Ich finde das, was du schreibst gut, aber ich denke, man könnte es besser verpacken.


    Denn deine Welt verspricht interessant zu sein, deine Charaktere wirken soweit vielseitig und du scheinst dir über viele Aspekte der Armee und der Magie Gedanken gemacht zu haben, aber ... Man wird als Leser aktuell mit den Informationen gerade so erschlagen.


    Wir haben im ersten Kapitel soweit sechs Charaktere kennen gelernt, haben eine Einführung in die Armee bekommen, haben eine erste "Mission" erlebt und ... Am Ende weiß ich über keine der Sachen wirklich viel. Ich weiß, dass Ilyana ungewöhnliches Haar hat, dass sie von Elfen aufgezogen wurde und magisches Talent hat, dass sie normal keine körperliche Bewegung macht und dass man sie mehr oder minder losgeschickt hat, um bei der Armee mitzumachen. Aber ... Wer ist Ilyana? Was macht sie aus? Was motiviert sie? Warum will sie zur Armee? Ja, sicher, man hat es ihr gesagt, aber man macht noch nicht alles, was einem gesagt wird. Warum will sie ihre Magie verbessern? Bisher wirkt Ilyana sehr blass, weil man eben so wenig über sie und ihre Gedanken mitbekommt - dabei sollte man gerade über sie als Protagonisten sich in die Welt einfinden können.


    Hier sehe ich durchaus auch eine Chance, die verpasst wurde, dadurch, dass Ilyana merkwürdig gut über die Gebräuche der Menschen informiert ist und über die Armee. Man könnte hier dem Leser fließend die Information vermitteln, indem Ilyana Dinge erklärt werden, sie Dinge falsch macht, verbessert wird. (Sicher etwas, das man so auch nicht übertreiben sollte, aber es wäre eine interessante Ausgangslage.) Sie ist immerhin bei den Elfen aufgewachsen, war wohl lange nicht mehr groß unter Menschen ... Jedenfalls wirkt es beim Lesen des Textes so, als wären die Elfen etwas von den Menschen isoliert. Entsprechend wäre es nicht weit gegriffen, wenn sie ein paar Sachen falsch macht oder über einige Sachen nicht korrekt Informiert ist.


    Wo das mit reinspielt, ist der Mangel an einem Konflikt. Im Kern einer Geschichte sollte ein Konflikt (oder mehrere Konflikte) stehen, da Konflikte Spannung erzeugen. Deswegen ist es meist üblich, diesen Konflikt recht früh hineinzubringen. Zumindest Andeutungsweise. Selbst Herr der Ringe, das bekannt verrufen für seinen eher langsamen Anfang ist, deutet direkt am Anfang an, dass Fremde anderer Rassen am Rand des Auenlands vorbei kommen und zumindest gemunkelt wird, dass im Osten etwas ist. Dabei muss der Konflikt natürlich nicht das "Böse" der Welt sein, sondern könnte auch ein Charakterkonflikt sein, womit wir wieder zu dem Mangel an Motivation von Ilyana kommen. Denn ein potentieller Drang von Ilyana sich zu beweisen, wäre eine Grundlage für einen solchen Konflikt. Ebenso ein Wunsch danach, herauszufinden, was mit ihren Eltern passiert ist, oder, sollte sie das wissen, beispielsweise den Tod ihrer Eltern rächen zu wollen.


    Die Sache ist: Als Leser habe ich nach dem ersten Kapitel kein Gefühl dafür, worum es in dieser Geschichte gehen soll. Da sind viele Informationen, aber ihnen fehlt Kontext. Dadurch wirken die Informationen in sich an vielen Stellen unbedeutend. Die Menge an Informationen macht es gleichzeitig schwer, sich alles zu merken. Der Mangel an Informationen über die Charaktere selbst, sorgt dafür, dass ein Anker fehlt.


    Um vielleicht ein wenig deutlicher zu machen, was ich meine: Ich denke, als Leser findet man sich besser ins Setting, wenn das erste Kapitel erst einmal in der Taverne anfängt und dabei die Umgebung beschreibt, sowie vielleicht einen Einblick dazu gibt, wie sich Ilyana in dieser Umgebung fühlt und woran sie denkt. Eventuell vergleicht sie Dinge mit den Elfen. Man könnte erfahren, dass sie auf jemanden von der Armee wartet und dass sie dahin will. Dann taucht Raiden auf und es kommt das Gespräch mit ihm, wobei man auch ein vielleicht besseres Gefühl dafür bekommt, dass er sie eventuell testet (also um zu sehen, wie schlagfertig o.ä. sie ist) und wie sie sich in seiner Anwesenheit fühlt. Und anstatt dessen - was ich hier sehr komisch fand - dass er sie einfach so mitnimmt, als wäre es ganz normal, am Selben Tag, an dem man sich für die Armee bewirbt auch aufgenommen zu werden, könnte er z.B. Fragen ob sie aktuell eine Unterkunft hat und ihr dann anbieten, dass sie direkt an der Kaserne schlafen kann. Würde ihm ein wenig mehr Charakter geben. Und dann könnte man das Kapitel auch damit beenden, dass beide zur Kaserne gehen.


    Dann könnte man in Kapitel 2 halt den ersten Tag bei der Armee beschreiben, vielleicht mit einer vorrangigen Bezugsperson, damit man die anderen nach und nach kennen lernen kann (wie gesagt: So viele Charaktere auf einmal ist ein wenig viel) und die anderen Charaktere nicht so ineinander verlaufen. Wobei ich es hier auch definitiv interessant gefunden hätte, zu erfahren, wogegen die Armee so kämpft. Klar, ich habe da was von Orks gehört - aber ich denke nicht, dass eine Armee nicht nur für ein Paar Orkbanditen existiert, oder?


    Worauf ich halt hinaus will: Ich weiß, dass man immer eingebläut bekommt, nicht zu viel von seinem Charakter zu erzählen - aber ein wenig mehr ist nicht schlimm. ;) Vor allem was die Gedanken des Charakters angeht, da diese helfen, sich zu identifizieren. Allgemein: Einfach ein wenig mehr, um ein Gefühl für Welt, Charaktere und Konflikt zu bekommen. Hab keine Angst, ein wenig mehr ins Detail zu gehen! :)


    Zeig ein wenig mehr von deiner Welt! Denn die Aspekte, die du zeigst, finde ich gut.


    Vielleicht noch ein paar Stellen, die in die Richtung schlagen.


    Ilyana war eine Magierin. Sie war talentiert, allerdings nur in der Theorie.

    Was ist in dieser Welt eine Magierin? (Vor allem, da du später das Wort Arkanist verwendest: Warum hier Magier? Ich mag das Wort Arkanist übrigens sehr! :)) Also was sind die Kräfte eines Magiers? Wie zeigt sich ihr Talent? Warum nur in der Theorie?


    Haha!

    Anstatt "Haha" zu schreiben, ist es viel schöner und sagt viel mehr über den Charakter aus, wenn du sein Lachen beschreibst. Zum Beispiel: "Er lachte schallend auf und zog damit die Blicke der anderen Tavernenbesucher auf sich." So etwas.
    Jedes Mal, wenn ich irgendwo "Haha" lese, dann denke ich, der Charakter ruft wirklich "Haha" aus. Aber ich glaube, hier war wirklich gemeint, dass er auflacht.


    Ich hab seit über dreißig Minuten nichts mehr gegessen.

    Das ist auch ein interessanter Punkt: Wird in dieser Welt die Zeit in Minuten und Stunden gemessen? Womit wird sie gemessen?


    Ilyana würde der Truppe ebenfalls eine Tages beitreten.

    Das geht in die Richtung, die ich bezüglich Motivation angesprochen habe: Will sie das? Ist das ihr ziel? Oder ist das ein allwissender Erzähler, der hier feststellt, dass es so sein wird? Wenn sie das will: Warum? Was macht diese Truppe eigentlich so aus, außer, dass sie halt "Elite" sind? Was sind ihre Aufgaben?


    Ilyana war es nicht gewohnt, sich körperlich groß zu bewegen, worauf hin sie starke Atemprobleme bekam.

    Das ist auch eine Stelle, die du eventuell genauer beschreiben könntest. Warum ist sie es nicht gewohnt? Hat sie sich bei den Elfen nie viel bewegt? Wurde sie dort mit Büchern/Oral unterrichtet und hat einfach die ganze Zeit Magie gelernt? Hat sie dort nie gelernt? Gibt es bei den Elfen vielleicht klare Einteilung, wer Jagd und wer zaubert?
    Und was machen sie bei der "Exkursion" hier? Was sehen sie? Wie sieht die Landschaft aus? Wie lange dauert es, bis Ilyana merkt, dass ihr der Atem ausgeht? Wie fühlt es sich an? Wie versucht sie eventuell das Seitenstechen zu überspielen? Kennt sie einen Zauber dagegen?


    Es sei gesagt, dass die Fragen nur Inspiration sein sollen. ;) Halt was man einbringen könnte.


    Sie spannte den Bogen und feuerte einen Pfeil, der sich mitten in das Herz des Hirsches bohrte.

    Hier könnte man auch Spannung aufbauen, indem man ein wenig mehr beschreibt. Wie ist Rubys Körperhaltung dabei? Was ist das für ein Bogen? (Wenn bei dir die Elfen auch Bogen benutzen: Wie sieht der Menschenbogen im Vergleich aus?)


    Als ihr der sechste Paarhufer entwischte und ihr Magen immer lauter knurrte, kramte sie ihr Zauberbuch hervor und suchte eine Lösung. Nachdem sie einige Zeit umblätterte erspähte sie einen Zauber, der sie zeitweise unsichtbar machen konnte. Blutmoos und Nachtschattengewächs waren dafür notwendig.

    Auch hier finde ich es soweit etwas schade, dass genau das nicht ein wenig ausführlicher beschrieben wird. Beschreib ihre Versuche und wie sie scheitert. Beschreib ihre sich langsam aufbauende Frustration. ;)



    Es geht halt alles in die eine Richtung: "Show, don't tell". Geh ein wenig mehr in die Tiefe, was die ganzen Szenarien angeht. :) Ich will mehr über den Hauptcharakter und die Welt wissen, ich will wissen, worum es gehen soll, worin der Konflikt liegt. Ich will wissen, wie die Menschen über Magier denken. Ich will wissen, wie sie auf Ilyanas ungewöhnlichen Haare reagieren. Wie gesagt: Trau dich ruhig ein wenig mehr über die Figuren und ihre Gedanken zu erzählen. Das macht sie sympathischer und macht es einfacher sie zu verstehen.


    Ich denke, da könnte man viel interessantes mit machen, gerade mit dem, was wir soweit über die Magie erfahren. Da sind viele interessante Aspekte, über die ich gerne mehr wissen würde. Also ... Ja. Bring die Aspekte zum Glänzen! :)

  • Erstmal ein riesen Danke an euch beide, für euer Feedback :)


    @Rusalka


    Ja, Ilyana agiert am Anfang bewusst sehr passiv. Ilyana ist introvertiert zu Anfang, und da ist es ihr befremdend, gerade bei extrovertierten Persönlichkeiten wie Ruby oder Iolan. Ilyana wird aber durch ein späteres Ereigniss offener und gesprächiger.


    Bezüglich der Lore kann ich dir schonmal verraten, dass diese nach und nach erklärt wird. Einige Grundlegende Dinge mussten schon früh geklärt werden, wie zB die Ränge der Armee. Würde ich jedoch zu viel schon am Anfang beschreiben, wäre es sehr schwer für den Lesenden zu folgen. Bisher habe ich 8 Kapitel à 86 A5 Seiten geschrieben, wobei Kapitel 2 mit Abstand das kürzeste war :)




    @Alaiya


    Danke Dir bezüglich dem Hinweis des Startposts. Habe dies durch ein Edit angepasst


    Danke auch deinen Hinweisen bezüglich Grammatik und Zeilenumbrüche. Das sich noch einige Fehler versteckt haben, hab ich erwartet. Die Zeilenumbrüche haben sich beim kopieren ins Forum eingeschlichen, aber dennoch danke für den Link :)


    Das mit den Zeitformen war mir bisher nicht bewusst. Liegt vielleicht daran, dass es im schweizerdeutschen kein Präteritum und Plusquamperfekt gibt, und meine Schulzeit schon eine Weile her ist ^^ Werde es aber auf jedenfall in Zukunft beachten.



    Was dein Feedback zu Ilyana an sich angeht... Ihre Motivation wird noch enthüllt :) Und ja, die ganzen Infos die kommen, ich habe versucht eine Mischung aus "Genügend Infos" und "Da gibts noch mehr Lore!" zu finden. Ist jetzt amüsant, dass es für dich zu viele Infos waren, während Rusalka gerne mehr Infos gehabt hätte :)




    Ich werde dein Feedback zu Kapitel 1 auf jedenfall überdenken und eventuell überlegen, wie ich es umschreiben kann.



    Dann zu den Figuren... Du wirst es nicht mögen, aber in Kapitel 3 kommen bereits neue Figuren vor, allerdings nur für zwei Kapitel vorerst. Aber dabei werden auch Ilyanas, Rubys und Ritas Charaktere weiter vorgestellt.



    Kurz und knapp noch: Vieles von der Lore soll im Laufe der Geschichte enthüllt werden, zB warum sind die Orks eingefleischte Feinde der Leute aus Shoreham? Warum wird Bersi trotz seines Status als Korporal nicht ernst genommen? Und so weiter und so fort :)

  • Das mit den Zeitformen war mir bisher nicht bewusst. Liegt vielleicht daran, dass es im schweizerdeutschen kein Präteritum und Plusquamperfekt gibt, und meine Schulzeit schon eine Weile her ist ^^

    Geben tut es das sehr wohl. Ich habe extra nachgeschaut. Es wird wohl wirkliche eher an der vergangenen Schulzeit liegen. ^^" Wenn man es nicht gebraucht ... Aber es gehört zum Schweizerdeutsch genau so dazu, wie zum Hochdeutsch und ist in der Schweiz auch im Schulunterricht vorgesehen.



    Ist jetzt amüsant, dass es für dich zu viele Infos waren, während Rusalka gerne mehr Infos gehabt hätte

    Wie dir vielleicht an den vielen Fragen, die ich an diversen Stellen als Inspiration eingebracht habe (und die an einigen stellen auch dieselben, wie die @Rusalkas waren): Mir fehlen auch Infos. Du hast nur dennoch viele Infos in der Geschichte enthalten, so dass einige Stellen sehr nach einem sogenannten "Info Dump" wirken. Sprich: Du überlädst den Leser mit Informationen, weit mehr, als dieser wirklich verarbeiten und aufnehmen kann.


    Und wenn du dann erwartest, dass der Leser diese Informationen behält ... Dann wird der Leser sehr schnell sehr frustriert mit der Geschichte, da er ständig Dinge nachschauen muss - und darauf sehr wahrscheinlich keine Lust hat. Zumal viele der Informationen, die gegeben sind, eben erst einmal unnötig sind. Sie interessieren den Leser in dem Moment erst einmal nicht.


    Du musst immer davon ausgehen, dass ein Leser mit folgenden Fragen an eine Geschichte gehen wird:
    1) Worum geht es?
    2) Wer ist der Hauptcharakter?
    3) Wie ist der Hauptcharakter?
    4) Wo spielt die Geschichte?
    5) Warum soll mich das interessieren?


    Und genau diese Fragen beantwortest du soweit nicht oder unzureichend, was beim Leser dazu führt, dass er oder sie keine Lust haben wird weiter zu lesen.


    Versteh mich nicht falsch: Ich finde einige Sachen sehr schön und interessant, die du beschreibst. Halt die Ränge in der Armee und dergleichen ... Aber sie sollten erst einmal nicht relevant sein.


    Deine Aufgabe als Autor ist es im ersten Kapitel, deinen Leser zu angeln. Spannung aufzubauen. Den Wunsch im Leser zu wecken, zu erfahren, wie es weitergeht. Den Leser dazu zu bekommen, sich um deine Charaktere zu scheren, Sympathie in irgendeiner Form mit ihnen aufzubauen.


    Wie @Rusalka halt gesagt hat: Ilyana wirkt effektiv unsympathisch dadurch, dass sie passiv ist, aber auch dadurch, dass man ihr Handeln nicht nachvollziehen kann. Man hat nicht einmal Hinweise über sie als Charakter oder ihre Motivation, die einen darüber Rätselnlassen könnten (abgesehen von etwaiger Genre-Savvyness). Sie ist soweit ein komplett weißes Blatt Papier. Sie wirkt soweit kaum wie ein Charakter. Sie ist nur. Und mit diesem Zustand des einfach nur Seins, bietet sie wenig Grund für den Leser, sich mit ihr befassen zu wollen. Du gibst dem Leser weder einen Grund, mit ihr zu sympathisieren, noch einen Grund, sich darum zu scheren, was sie macht, da man nicht weiß, wer sie ist und was sie will. Warum sollte es den Leser interessieren, dass sie in der Armee ist und ob sie da ihre erste Aufgabe schafft, wenn der Leser nicht weiß, warum das wichtig ist? Was steht auf dem Spiel?


    Und dasselbe gilt halt auch für zumindest eine Andeutung eines generellen Konfliktes.


    Und natürlich die Welt. Oder die Garde selbst. Zum Beispiel: Okay, ich weiß jetzt, dass es in der Garde kleine Gruppen gibt. Ich weiß, dass es Ränge gibt und Lederrüstung. Aber ich weiß nicht - und das wäre viel wichtiger, da es die erste Frage ist, die dem Leser hier kommt - was die Garde macht. Ich weiß auch nicht, wie groß sie ist, wie ihr ansehen in der Gesellschaft ist oder vergleichbares. Ich weiß, es gibt Ränge. Ich weiß, es gibt Rüstung. Ich weiß, es gibt Gruppen. Aber das ist erst einmal nicht das wichtige.


    Und auch in der Welt ... Okay, ich gehe jetzt von einer 0815 High Fantasy Welt à la Tolkien mit einem glorifizierten europäischen Mittelalter aus. Aber nicht, weil du es beschrieben hast, sondern weil ich genre-savvy bin und du mich effektiv zwingst, auf meine genre-savvyness zurückzugreifen. Das heißt nicht, dass ich als Leser jetzt direkt die ganze Geschichte der Welt wissen will oder auch nur irgendetwas in Richtung Lore, sondern viel eher, dass ich erst einmal erwarte, ein Gefühl für die Welt zu bekommen. Wir sind in der Taverne. Aber wie sieht die Taverne aus? Was für Leute sind da? Wird da gegessen? Wird da getrunken? Wird da geredet? Gibt es einen Barden? Gibt es Tische? Was für Tische sind das? Wie ist die Atmosphäre? Wie hell ist es in der Taverne? Wie sind die Leute angekleidet? Wo liegt die Taverne eigentlich? In einer Stadt? In einem Dorf? Wie sieht es da aus? Hört man Leute, die draußen vorbei gehen? Was riecht man? Anstatt darauf zu bauen, dass der Leser sich das Vorstellt, was ihm als erstes als "Fantasy Taverne" in den Sinn kommt (und was start variieren kann - ist das nun "Das Tänzelnde Pony"? Ist es der "Tropfende Kessel"? Ist es vielleicht eine Taverne, wie in Skyrim oder den Witcher Spielen?), ist es deine Aufgabe, dem Leser ein wenig zu vermitteln, was er sich vorzustellen hat. Du musst nicht jedes kleine Detail beschreiben, aber solltest eine generelle Atmosphäre schaffen.


    Wo dasselbe auffällt, ist dann die Kaserne. Wo liegt diese? Wie ist diese befestigt? Woraus besteht die Kaserne genau? Was sieht man, wenn man auf das Gelände geht? Wie viele Leute laufen darum? Wie sehen diese Leute aus? Ist es ein großes Gelände? Sind es mehrere Gebäude? Sind diese Gebäude aus Stein oder doch eher einfache Holzbauten? Was für eine Atmosphäre strahlt sie aus? Sind da Männer und Frauen, wenn man auf das Gelände kommt? Ist ein Geschlecht eher vertreten? Sind die Leute unterschiedlich oder einander ähnlich? Wie alt sind die Leute? Fallen vielleicht Soldaten mit deutlichen Kriegsverletzungen ins Auge? Wie reagiert der Hauptcharakter auf so etwas? Was denkt er dabei?


    Mit solchen Beschreibungen vermittelst du ein Bild von der Welt und der Situation und gleichzeitig auch vom Hauptcharakter, wenn dieser auf die Umgebung reagiert und die Umgebung auf ihn. Es sorgt dafür, dass es einfacher für den Leser ist, sich in den Charakter und die Welt hineinzuversetzen.


    Um es einmal bildlich auszudrücken: So, wie du es aktuell beschreibst, läuft jemand, von dem ich nur das aussehen kenne, durch eine Welt, die zur Hälfte weiß ist, weil mir eben die Information fehlt, diese weißen Stellen auszufüllen. Ich weiß nicht, wie die Landschaft und die Orte aussehen. Ich weiß auch nicht, wer der Hauptcharakter wirklich ist.



    Dann zu den Figuren... Du wirst es nicht mögen, aber in Kapitel 3 kommen bereits neue Figuren vor, allerdings nur für zwei Kapitel vorerst. Aber dabei werden auch Ilyanas, Rubys und Ritas Charaktere weiter vorgestellt.

    Es sollte hierbei nicht darum gehen, ob "ich" das mag, sondern darum, was du damit erreichen willst. Die Sache ist nun einmal, dass Charaktere dazu dienen, dem Leser einen Anker in einer Geschichte zu geben. Wenn du dem Leser keine Möglichkeit gibst, die Charaktere kennen zu lernen - sei es, weil du einfach generell so wenig, auf die Charaktere eingehst, wie bei Ilyana oder, weil du den Leser mit Charakteren überflutest - dann stellst du dadurch auch ziemlich sicher, dass sich der Leser nicht mit deinen Charakteren identifizieren kann, die für ihn kaum mehr als Namen auf einem Papier sind. Und für reine Namen entwickelt man kein Interesse. Schlimmer noch: Man merkt sie sich nicht einmal. Bis auf Ruby und Raiden sind mir keine von den anderen Namen hängen geblieben, weil ich mit ihnen halt nichts verbinde. Es sind nur Namen, an denen bisher aber nichts hängt.


    Und die Sache ist ja: Ich bin sicher, dass du willst, dass sich die Leute, für die Charaktere interessieren. Immerhin lieben die meisten Autoren ihre Charaktere, wie ihre eigenen Kinder. Die Sache ist halt nur ... Du musst dafür halt die Charaktere als Charaktere darstellen und dem Leser von Anfang an ein wenig mehr von ihnen zeigen und dem Leser mehr Zeit geben, die Charaktere kennen zu lernen. Was idealer Weise dem Leser gleichzeitig auch mehr Zeit gibt, sich in die Welt einzufinden, in der die Charaktere leben.


    Ich verstehe sehr wohl, dass du versuchst, den Leser nicht mit dem üblichen, schnell abschreckenden Charaktermonolog zu verschrecken, und nehme von deiner Antwort her an, dass du glaubst, Spannung aufzubauen, indem du die Motivation des Charakters geheim hältst. Aber die Sache ist halt: Was die Charaktere angeht, schlägst du gerade in das gegenteilige Extrem, eben dass man zu wenig über sie weiß, und was die Spannung angeht ... Wie gesagt: Um Spannung zu schaffen, musst du es hinbekommen, dass man sich für deine Charaktere interessiert - und das tut man nicht. Sicher, du kannst ein Geheimnis aus der Motivation, um den Beitritt zur Garde machen, aber dann musst du dennoch irgendwie reinbringen, dass für Ilyana viel davon abhängt, dass sie zur Garde kommt und dass es eine überlegte Entscheidung ist. So wie es aktuell ist, ist die Sache für den Leser nicht "Oh, ich muss jetzt wissen, warum Ilyana das macht, lese ich mal schnell weiter, um das zu erfahren", sondern eher "Das Mädchen scheint keine Motivation überhaupt zu haben, ich weiß nicht, warum sie der Hauptcharakter sein soll." Weil du nicht einmal Hinweise darauf gibst, dass es eine Motivation gibt und es Ilyana wichtig ist. Wie gesagt, es wirkt eher so, als hätte ihr jemand gesagt: "Geh du mal zur Garde, die sind gut und bringen dir bei, deine Magie besser zu kontrollieren", woraufhin Ilyana sagte: "Ja, ich habe ja nichts besseres zu tun, dann mache ich das einfach mal." Ich nehme an, das ist unter anderem eine der Sachen, die Rusalka mit "passiv" meinte. Es wirkt eben so, als würde sie einfach nur machen, was andere Sachen, weil andere es sagen, nicht, weil sie damit selbst ein Ziel verfolgt. Und ich denke mal nicht, dass das der Eindruck ist, den du vom Charakter vermitteln willst.


    Ich kann dir wirklich nur den Tipp geben, einmal andere Bücher anzuschauen, und speziell darauf zu achten, welche Informationen du als Leser da schon in den ersten Kapiteln bekommst, aber auch wie dir ein Eindruck von den Charakteren und der Umgebung du bekommst und wie das erreicht wird. ;) Und dann versuch einmal, deine eigenen Kapitel aus der Sicht eines Lesers, der absolut keine Ahnung hat, wohin du mit der Geschichte willst, zu lesen und zu sehen, welche Informationen dir da fehlen würden - speziell im Vergleich.

  • Hallo schon wieder :)


    Ich habe die letzten Tage damit verbracht, alle bisherigen acht Kapitel etwas abzuändern, dabei ein paar Vorschläge beachtet, die hinein kamen :) Alles konnte ich natürlich nicht umändern, dennoch war es sicher nicht schlecht, gewisses anders zu schreiben.
    Für mich das Beste: Endlich konnte ich meine Blockade überwinden und habe Kapitel 9 abgeschlossen und Kapitel 10 begonnen.


    Aber jetzt gehts erstmal weiter mit Kapitel 3 hier im Forum. Ich denke, ich werde bis und mit Kapitel 6 hier ins Forum stellen. Vorerst zumindest.



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    Kapitel 3 – Der Weg nach Westen


    „Alle Mann, aufstehen!“ Eine laute Stimme weckte Ilyana aus ihrem Schlaf. Sie wischte sich die Augen, konnte aber nicht sehen wer es war. Der Stimme nach eine Frau. „In 30 Minuten will ich alle bereit zum Marsch nach Stroud sehen!“ Die Frau verließ das Quartier, während Ilyana sich müde mit den Händen übers Gesicht strich. Rita war bereits auf den Beinen und schon fast komplett in ihrer Rüstung, als sie Ruby anstupste, welche nicht so aussah, als hätte sie viel vom Befehl mitbekommen. „Hey, steh auf du faule Ziege!“, motzte sie. „Hm? Was ist? Es ist doch mitten in der Nacht…“, murmelte Ruby, ohne zu überprüfen ob die Vermutung stimmt. „Jetzt beweg deinen faulen Hintern du Dummkopf! In 30 Minuten marschieren wir los!“ Ruby gähnte laut, machte sich aber langsam daran, sich ihre Rüstung anzulegen.
    Rita schaute aus dem Fenster und anschließend zu Ilyana: „So wie es aussieht werden uns neben Sergeant Feder auch Kas Valentine und Celuvian Haap begleiten, zwei erfahrene Arkanisten. Ich empfehle dir, den Leuten aus Stroud nicht zu viel von deinem Hokuspokus zu erzählen. Die Menschen im Westen mögen Leute wie dich nicht besonders.“ Ilyana nickte und sagte nur In Ordnung.


    Als Ruby und Ilyana aus der Kaserne kamen, reiten sie sich in die kleine Gruppe ein. Rita stand bereits seit einiger Zeit bereit. Vor die Reihe trat Sergeant Jennifer Feder, eine Frau Anfangs 40 mit einigen Narben über dem Körper. „Ah, wie ich sehe haben es alle geschafft pünktlich zu sein. Schön das ihr drei uns begleitet, Bersi hat mit bereits von euch erzählt.“ Ihr Blick musterte die ganze Gruppe. Neben Rita, Ruby und Ilyana waren auch Celuvian Haap und Kas Valentine dabei. Beide schienen schon etwas älter zu sein. Wie alt, war jedoch schwer einzuschätzen. Celuvian hatte weinrotes Haar, während Kas feuerrotes hatte.
    „Kas!“, begann Jennifer, „Dieser Hut ist nicht die korrekte Uniform.“ Kas trug einen Spitzhut anstelle der Shoreham Kappe. „Oh, Eure Augen erspähen jeglichen Makel in dieser Welt, meine Dame. Aber so kann ich euch versichern, dass dies von Kommandant Morana erlaubt ist, gewiss.“ Kas war ein Charmeur und ein sehr wortgewandter Mann. Jennifer hob die rechte Braue und schüttelte den Kopf. „Du siehst lächerlich aus, Kas. Ich werde dies nach unserer Rückkehr mit dem Kommandanten besprechen.“ Jennifer wandte sich nun wieder der ganzen Gruppe zu: „Also schön. Vor uns liegt ein wenig mehr als ein Tagesmarsch. Wenn wir gut vorankommen, werden wir morgen Nachmittag in Stroud ankommen. Ziel dieser Reise ist den kürzlich erworbenen Waffenstillstand zwischen unseren beiden Reichen zu stärken. Es wird ein Fest mit diversen Wettbewerben geben. Wir durchqueren heute Altmere und werden an der nördlichen Grenze zu West Altmere unser Nachtlager aufschlagen. Alle Mann bereit? Dann lasst uns losgehen!“


    Die Morgensonne ging gerade erst über Shoreham auf und die Kühle der Frühlingsnacht stand noch immer in der Luft. Die Gruppe, angeführt von Sergeant Feder, ging in zügigen Schritten los Richtung Norden, dieselbe Richtung in der Ilyana auch gestern schon zum Außenposten losging.


    Als sie den Außenposten an der Grenze zu Altmere passierten, konnte Ilyana einige Soldaten von Shoreham darin erkennen. Sie hatte jedoch keine Zeit, die ungefähre Anzahl zu schätzen, da Sergeant Feder ein schnelles Tempo angab. Sie liefen noch eine Weile und erreichten schließlich Ost Altmere.
    Die Provinz auf dem Gebiet von Shoreham war arm und oft Zeuge von Schlachten im Norden. Es gab nur wenige Dörfer in diesem Gebiet, die meisten entlang der königlichen Straße. Die Menschen aus Ost Altmere waren vor allem Bauern und Jäger.
    Sergeant Feder gab nun ein etwas langsameres Tempo, als sie durch die Dörfer schritten.


    Im Vergleich zu Shoreham selbst, schienen die Menschen aus Altmere nicht annährend so glücklich die Soldaten zu sehen. Stattdessen konnte sie Wut und Abscheu in ihren Augen sehen. Kas bemerkte Ilyanas Verunsicherung und fing an neben ihr zu laufen. „Na, junges Fräulein. Mich dünkt, wir haben uns noch nicht formell einander vorgestellt. Wie lautet Euer Name, meine Schöne?“ „Ich, äh… Ich bin Ilyana.“ „Oh, welch bezaubernder Name. Er passt zu einer so bildhübschen Blume. Ich bin Kas Valentine, Senior Arkanist von Einheit 2 unter der grazilen Jennifer Feder. Ihr seid bestimmt auch eine angehende Arkanistin, nicht wahr, Ilyana?“ Sie nickte und versuchte seinen Worten zu lauschen, denn ihm zuzuhören war sehr anstrengend. „Vorzüglich! Ihr hättet Euch keinen besseren Ort in ganz Killyganard auswählen können als Shoreham.“
    Kas bemerkte, wie Ilyana immer wieder zu den Menschen schaute und sich ihr Blick verfinsterte. „Was bedrückt Euch, oh Ilyana?“ „Diese Menschen hier… Als ich mit Kommandant Morana durch die Straßen Shorehams lief waren sie alle so glücklich und froh die Soldaten zu sehen. Aber hier scheint das genaue Gegenteil der Fall zu sein.“ „Ja, Ihr täuscht Euch nicht.“
    Kas zupfte seinen Spitzhut und begann mit ernsterer Stimme: „Es ist noch nicht sehr lange her, da tobte in Altmere ein Krieg zwischen Stroud und Shoreham. Beide Reiche beanspruchten die Provinz für sich. Und Krieg ist, selbstredend, immer schlecht für die Verlierer, was in diesem Falle ganz klar die Bewohner von Altmere sind. Doch denke ich nicht, das Shoreham die alleinige Schuld für das Leiden der Menschen hier verantwortlich ist. Auch wenn die Provinz an Stroud gefallen wäre, wären sie auch mit jener Regentschaft unzufrieden. Der Baron versprach den Menschen allerdings, ihnen beim Aufbau des Landes zu helfen. Unglücklicherweise geht es den Menschen aus Altmere nicht schnell genug voran, und es gibt immer mehr Menschen die von Rebellion reden.“


    Ilyana kratzte sich am Hinterkopf und begann mit verwunderter Stimme: „Aber, in meiner Einheit habe ich zwei Männer aus Altmere kennen gelernt. Sie haben gar nichts davon erwähnt.“ „Nun,“, fuhr Kas fort, „ich kann nur vermuten, dass sie beide schon einige Zeit in Shoreham leben, oder Euch schlichtweg nicht mit dieser Geschichte traurig machen wollten.“


    Die beiden wurden aus ihrem Gespräch gerissen, als Sergeant Feder den Befehl zur Mittagsrast gab. „Wir werden hier eine Stunde rasten und uns stärken, bevor wir weiter nach West Altmere gehen.“


    Ilyana konnte es kaum erwarten einen ordentlichen Bissen von ihrem Proviant zu nehmen. Sie hatte etwas Kartoffelbrot, Zwieback und Hammelfleisch bei sich. Der Mittag war sehr kurz und so gingen sie bereits wieder weiter die Straße entlang. „Wir sollten rasch sein.“, begann Sergeant Feder, „Ich will vor Einbruch der Dunkelheit in beim Außenposten sein.“


    Je weiter nach Osten die Gruppe zog, desto weniger Häuser konnte Ilyana sehen. Die Landschaft um sie verwandelte sich von Ebenen mit saftigen Wiesen und dichten Wäldern den Bergen entlang zu einer weiten Tundra und mächtigen Felsen überall verstreut. Am Horizont konnte sie ein größeres, steinernes Gebäude erkennen. Kas nickte ihr zu, als wollte er sagen ‚Ja, das ist der Außenposten‘.


    Als die Gruppe die letzten Fußstapfen setzte, ging die Sonne bereits unter. „Also Gut!“, begann Feder, „Somit haben wir bereits den größten Teil des Marsches hinter uns. Wir werden hier die Nacht verbringen und morgen früh weiter nach Westen ziehen.“ Der Außenposten war mit gut hundert Soldaten befestigt, die als erste Verteidigungslinie und Alarmtrupp galten. „Warum sind hier viel mehr Soldaten als in Shoreham selbst?“ wandte sich Ilyana an Kas. „Die meisten Einheiten von Shoreham bestehen aus 15 bis 30 Mann, Liebste. Nur im Falle eines bevorstehenden Krieges schließen sich mehrere Einheiten zusammen um die Truppenstärke zu erhöhen. Während Friedenszeiten jedoch, ermöglicht eine kleine Einheit eine größere Mobilität und Flexibilität, um Shorehams Interessen in allen Ecken des Kontinentes zu vertreten.“, erklärte Kas mit melodiöser Stimme.


    Während Sergeant Feder etwas mit dem Wachhabenden Offizier besprach, legten sich Ruby und Rita bereits aufs Ohr. Auch Ilyana war müde, jedoch war der Hunger wieder einmal grösser und so setzte sie sich alleine an einen Tisch und begann erneut von ihrem Proviant zu naschen. Nach einer Weile setzte sich Kas neben sie und auch Celuvian gesellte sich gegenüber von ihr dazu. „Du bist also Bersis neuer Schützling.“, begann letzterer. Ilyana schaute ihn etwas verwirrt an. „Nun…“, begann sie etwas schüchtern, „Ich bin Rekrutin in seiner Einheit, ja, aber ich denke nicht, dass man mich als seinen Schützling bezeichnen kann.“ Kas und Celuvian grinsten beide. „Glaub mir, du bist sein Schützling. Du weißt es nur noch nicht. Weißt du, Bersi war einst mein Lehrling. Einer meiner besten Schüler die ich je hatte. Bersi besitzt gewaltige magische Fähigkeiten. Besonders sein Krankheitszauber ist enorm gefährlich für seine Gegner. Du kennst doch den Krankheitszauber, nicht wahr?“ Ilyana nickte. Der Zauber war tatsächlich nicht sehr schwierig und viele Anfänger der Magierschule kannten ihn. Er ließ sich jedoch nur auf einen Gegner anwenden und bis seine Wirkung sich zeigte, dauerte eine Weile, was ihn in einer Schlacht sehr unnütz machte.
    „Normalerweise verursacht der Zauber Übelkeit und Schwindel. Bersis Zauber jedoch ist bereits so mächtig, dass er hohes Fieber verursacht und den Puls rapide nach oben setzt.“ Es ist, als sei er ein Scout.“, fügte Kas hinzu und Celuvian grinste fast spöttisch. Auch Scouts benutzten häufig Giftextrakte von Pflanzen und Tieren. Nicht nur für die Beseitigung einzelner Ziele, sondern auch im offenen Kampf. Sie beschmierten ihre Klingen damit und bereits bei einem leichten Kratzer gelange das Gift in den Blutkreislauf.


    „Aber“, begann Ilyana, „wie ist Bersi denn so mächtig geworden?“ Celuvian zuckte mit den Schultern. „Nun, ich denke manche von uns sind einfach mit großem Talent gesegnet. Oder er benutzt irgendwelche Hilfsmittel.“ Celuvian und Kas lachten beide über den Gedanken. „Wie dem auch sei, liebliche Frau Ilyana“, fuhr Kas fort, „Ihr solltet Euch nicht zu sehr Gedanken darum machen. Wichtig ist erst, dass Ihr euch wacker als Rekrutin schlagt und Eure magischen Künste weiterentwickelt, wie auch später an eurem strategischen Geschick feilt.“ „Strategisches Geschick?“, fragte sie ihn. „Oh ja, Frau Ilyana. Es liegt an uns Magier - oder wie wir uns hier nennen, Arkanisten - Kriegsstrategien zu entwickeln, um für unsere weniger gesegneten Soldaten den Weg zum Sieg zu ebnen. Nehmt als Beispiel diesen Außenposten. Was denkt Ihr: Warum ist er wohl von enormer Wichtigkeit für die Kontrolle des Nordens?“ Ilyana zuckte mit den Schultern. „Nun, „fuhr er fort, „Wie Ihr wisst, sind wir hier mitten in West Altmere. Im Vergleich zum Osten der Provinz, ist der Westen karg und hinzukommt, im südlichen Teil sumpfig und gefährlich. Nach dem Sumpf jedoch liegt die mächtige Stadt der Königin: Barain. Und wie Ihr sicher auch wisst, sind die Milizen aus Stroud, zu denen wir reisen, loyal gegenüber dem Königshaus und ihrem närrischen Glauben. Von diesem Außenposten sind wir jedoch im Überblick der beiden Orte: Im Süden Barain, im Westen Stroud. Würden wir den Außenposten verlieren, müssten wir unsere Grenztruppen an zwei Orten im Westen aufstellen, statt wie hier an einem.“ Ilyana nickte und stimmte zu, als sie Kas Anliegen verstand. Jedoch musste sie auch gähnen. „Oh, verzeiht Frau Ilyana. Ich wollte Euch bestimmt nicht langweilen. Rastet, meine Teure. Es war ein langer Weg hierher und wir reisen schon in einigen Stunden weiter.“ Ilyana verabschiedete sich von beiden und ging in die Quartiere der Frauen, wo sich auch Ruby und Rita niederließen. Seit ihrem Abschied aus dem Elfenhain war sie nicht mehr in Strouds Wäldern. Sie freute sich, den moosigen Geruch in ihrer Nase wahrzunehmen. Schon bald …


    Die Gruppe machte sich bei den ersten Sonnenstrahlen auf den Weg. Ilyana schleppte dabei ihre Tasche, die um einiges schwerer zu sein schien, als am Tag davor. Sergeant Feder schaute auf sie hinab und zuckte mit einer Augenbraue. „Wir reisen mit leichtem Gepäck, Rekrut.“, tadelte sie. „Was hast du denn da so schweres bei dir?“ Ilyana öffnete ihr Gut und es zeigten sich etliche Lebensmittel. Dörrfleisch, Obst, aber auch Brot und Käse. Alles Sachen, die sie aus der Küche des Außenpostens stibitzte. „Ich dachte, ich sollte meinen Proviant etwas aufstocken, Sergeant.“, verteidigte Ilyana sich. „Etwas aufstocken? Damit könnten wir uns eine Woche ernähren!“ Sie schüttelte den Kopf, aber gab schlussendlich nah. „Mir egal. Solange du mithalten kannst, kannst du so viel mit dir rumschleppen wie du willst. Vielleicht baust du dadurch ein paar Muskeln auf“, meinte sie spöttisch.


    Es vergingen einige Stunden. Die Gruppe war bereits in den östlichen Wäldern von Stroud. Kurz vor Mittag befahl Jennifer Feder zur Rast. Ilyana setzte sich voller Freude auf einen umgefallenen Baumstamm und bediente sich einigen Früchten und dem Käse. Kas setzte sich neben sie. „Ihr habt aber einen ganz schönen Appetit, Fräulein Ilyana. Wollt ihr das alles alleine essen?“, fragte er mit einem Lächeln im Gesicht, in der Hoffnung etwas von ihrem Proviant abzubekommen. Ilyana jedoch zerschmetterte seinen Wunsch und brachte ein schmatzendes Ja hervor. Sie hatte seine Absichten nicht erkannt. Kas schmunzelte und nahm nun selbst von seinem Proviant zum Vorschein. Etwas Zwieback und einen halben Apfel.
    „Wisst ihr, Fräulein Ilyana, in diesen Wäldern liegt auch der Elfenhain versteckt.“ Sie wandte sich ihm zu und antwortete: „Ich weiß, ich stamme von hier.“ „Oh? Aber ich hörte Ihr stammt ursprünglich aus Durrun?“ Ilyana nickte. „Ja, schon. Ich bin in Durrun geboren, aber als meine Eltern starben, bin ich von zu Hause weggelaufen. Ich weiß nicht wie lange ich unterwegs war. Aber irgendwie bin ich bei den Elfen gelandet. Sie nahmen mich auf und lehrten mich alles, was ich über Magie weiß.“ Kas kratzte sich am Kinn und fuhr fort: „Nun, die Elfen sind auf jeden Fall große Magier. Wusstet Ihr, dass es insgesamt fünf Schulen der Magie gibt?“ Ilyana überlegte. „Hmm… Ich kenne nur drei“ „Nun, da gibt es natürlich die Magierschule. Menschen wie Ihr und ich, oder auch Bersi. Es ist das breiteste Spektrum der Magie. Wir beherrschen eine gute Balance aus defensiven und offensiven Zaubern. Eine weitere Schule ist die der Zaubersänger. Sie wird vor allem von den Elfen genutzt.“ Ilyana stimmte zu: „Ja, die kenne ich. Mit beruhigenden Gesängen leihen sie sich Energie von der Natur, um Heil- und Illusionszauber zu wirken.“
    Kas nickte und fuhr fort. „Die dritte Schule ist die der Mystiker. Celuvian da drüber ist ein Mystiker. Diese mächtigen Zauber wurden von den Gargoyles geschaffen. Nun, zumindest von der alten Herrenrasse. Die heutigen Gargoyles haben jeglichen Bezug dazu verloren und nur die wenigsten Wesen beherrschen diese mächtige Magie. Mystiker haben ein sehr breites Spektrum an offensiven Zaubern, jedoch kaum Möglichkeit sich zu verteidigen. Quasi das Gegenteil der Zaubersänger.“ Ilyana verschlang grad ihren dritten Apfel, erwartend auf Kas weitere Erklärungen.
    „Die vierte Schule der Magie ist eigentlich nur bedingt eine Magieschule. Und zwar handelt es sich dabei um die Kraft der Paladine. Ihre Magie besteht mehr aus reiner Willenskraft als aus den Kräften der Natur. Auch sie jedoch haben ihr Buch mit Mantras. Die Ehre der Paladine sorgt dafür, dass sie im Kampf durch ihre ‚Zauber‘ zu unbändigen Bestien werden und auch in aussichtslosen Situationen nicht zurückweichen. Ich persönlich halte das ganze ja mehr für einen Kult als eine magische Schule, aber die Geschichtsschreiber sehen dies wohl anders als ich.“ Er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, seine Miene verfinsterte sich jedoch, als er begann über die letzte Magierart zu reden. „Die fünfte Magierschule beherbergt die Perversion der Nekromantie. Nekromanten sind dunkle Priester, die Tote wiederaufstehen lassen und sich der Lebensenergie der Lebenden bedienen. Ihre Magie ist strikt verboten in Shoreham und wer sie anwendet, wird durch den Strang oder die Hellebarde zum Tode verurteilt.“ Ilyana strich sich ein paar Mal über die Nase und fragte ihn: „Aber… warum? Ich habe gehört Nekromanten sind sehr mächtig. Wenn Shoreham solche hätte, dann…“ Kas unterbrach sie: „Vergesst diesen Gedanken sofort, Fräulein Ilyana! Der Tod ist endgültig und sollte nicht gestört werden! Stellt Euch vor, Ihr sterbt und Euer Körper wird für die dunklen Machenschaften eines kranken Individuums als Marionette missbraucht? Wir sind Arkanisten, wir sind Weise genug, um zu verstehen, dass es Grenzen unserer Macht gibt. Und eine dieser Grenzen ist der Tod selbst.“


    Ilyana sagte nichts, sie nickte nur ganz langsam und schaute auf den Boden. Kas legte seine Hand auf ihren Rücken und begann: „Verzeiht, Fräulein Ilyana. Ich wollte Euch nicht zu nahetreten oder Euch verletzen.“ „Nein, du hast ja Recht Kas. Aber… Darf ich dich um was bitten? Kannst du mich einfach Ilyana nennen?“ Kas fing an laut an zu lachen und zog dabei die Aufmerksamkeit der anderen auf sich. „Natürlich nicht, Fräulein Ilyana! Eine solch bewundernswerte Blume wie Ihr es seid, nein, das wäre wahrlich unter Eurer Würde.“
    Ruby kam zu den beiden und motivierte sie zum Weitergehen: „Los ihr zwei Turteltauben. Sergeant Feder möchte weiter. Sie sagt, dass wir in etwa zwei Stunden in Stroud sind.“


    Und tatsächlich. Am frühen Nachmittag erreichte die Gruppe Stroud – ein Dorf inmitten einer großen Waldlichtung. Die dicken, riesigen Bäume zogen ein natürliches Dach über das Dorf. Es war bereits festlich dekoriert und die Leute waren schön gekleidet, während die Soldaten in polierter, schwarzer Rüstung umhergingen.

  • Hallo Sarah,


    Ilyana wirkt in diesem Kapitel schon etwas offener, was Gespräche angeht, auch wenn natürlich noch viel Luft nach oben hin ist. Dass sie mit Kas so freigiebig über ihre Magie spricht, hat mich nach der Unterhaltung mit Rita doch verwundert, aber es bot sich zu dem Zeitpunkt an, da sie die Stadt der Elfen schon angepeilt haben. In diesem Abschnitt gleich alle Arten der Magie zu erfahren war für meinen Geschmack wieder etwas viel. Zumal Ilyana ja durch die Elfen eigentlich schon Bescheid wissen müsste und trotzdem kannte sie zwei Magiearten nicht. Das ist natürlich interessant und mir stellt sich die Frage, ob diese Magiearten einfach schwierig zu handhaben sind oder ob es andere Probleme damit gibt, die die Elfen nicht riskieren wollten.
    Die Reise per Pferd ermöglich es auf jeden Fall die Welt kennenzulernen, wie sie ist. Einige gute Momente wie die (kurze) Begegnung mit anderen Menschen hast du durchaus eingefangen und die Dialoge boten sich hier ebenfalls an, mehr über einander zu lernen. Kas hat sich ja schon als Charmeur geoutet und das wird hier noch einmal deutlicher dargestellt. Die Atmosphäre im Wald hättest du hingegen noch etwas ausführlicher beschreiben können. Das kann ein Absatz über die Gegebenheiten sein, es können aber auch kleinere Dinge wie wilde Tiere, das Knacken von Zweigen und allgemein die vielleicht mystische Atmosphäre rund um die Stadt der Elfen sein, die hin und wieder eingeflochten werden. Dadurch bekommt man während des Lesens einen guten Überblick darüber, was gerade passiert und wie andere Charaktere darauf reagieren, wodurch sie auch das ein oder andere Detail verraten.


    In diesem Sinn: Wir lesen uns!