Fire Emblem: Three Houses

  • Fire Emblem ist eine Spielereihe die es gefühlt schon eine Ewigkeit gibt (gut, der erste Teil kam „erst“ im Jahr 1990 auf den Markt), auf verschiedensten Systemen veröffentlicht wurde und unzählige Fans sein eigen nennt. Letzten Monat, um genau zu sein am 26 Juli 2019, erschien ein weiterer Teil, erstmalig für die Nintendo Switch. Fire Emblem: Three Houses.



    Okay, der Name lautet im japanischen Original eigentlich anders, dort trägt das Spiel übersetzt den Zusatztitel Wind-Flower-Snow-Moon, was zum einen in Anlehnung an ein japanisches Gedicht ist und zum anderen auf die 4 verschiedenen Durchläufe abzielt, doch dazu später mehr. Nachdem ich bisher in das Spiel über 70 Stunden versenkt habe hoffe ich einen allgemeinen Überblick über das Spiel liefern zu können. Ich bin zwar nicht so gut im bewerten, sondern möchte hier eher eine Vorstellung betreiben, ich werde aber am Ende versuchen die Vor- und Nachteile anzugeben.




    Name Fire Emblem: Three Houses
    Entwickler Nintendo
    Publisher Nintendo
    Erscheinungsdatum 26 Juli 2019
    System Nintendo Switch
    Altersfreigabe FSK 12
    Genre Rundenbasierendes RPG




    Welt




    Bevor ich euch einiges zum Plot der ganzen Geschichte liefern will, ist es für das Verständnis besser, die Eckdaten der Spielwelt näher zu erläutern.

    Die komplette Handlung findet auf dem Kontinent Fodlan in einer nicht näher namentlich bekannten Welt statt. Diese große Landmasse ist unterteilt in 4 verschiedene Machtgruppierungen:



    Das Kaiserreich Adrestia erstreckt sich über den Süden und Westen, es ist eine Monarchie mit einem Kaiser und kann eine über 1000 jährige Geschichte nachweisen. Einst war der komplette Kontinent unter dessen Kontrolle, bis sich die anderen Fraktionen abgespalten haben. Die Hauptstadt ist Enbarr.


    Das Heilige Königreich von Faerghus befindet sich im Norden und ist ebenfalls eine Monarchie, allerdings regiert von einem König, die Hauptstadt ist Fhirdiad. In der Vergangenheit wurde das Reich von der „Tragödie von Duscur“ heimgesucht, bei dem viele Adelige, teile der königlichen Familie und der König selbst getötet wurden. Der einzige Überlebende war der Thronfolger.


    Die Allianz von Leicester ist eine im östlichen Fodlan gelegene Republik, geführt von einem Rat aus Adeligen. Die Hauptstadt Derdriu wird beherrscht von der Familie Riegan, die den derzeitigen Anführer der Allianz stellen. Bis vor wenigen Jahren gab es für diesen keinen Nachfolger, bis mysteriöser weise plötzlich sein Stiefsohn auf der Bildfläche erschien.


    Die Kirche von Seiros ist die größte Glaubensrichtung im Kontinent und unterteilt sich in mehrere Unterkirchen, von denen die Kirche der Mitte die mächtigste ist. Diese hat ihren Sitz direkt in der Mitte der anderen drei Reiche auf neutralem Boden im Kloster Garreg March und unterhält ein eigenständiges Heer, die Ritter des Seiros, sowie die Militärakademie im Kloster.


    Zwischen den verschiedenen Mächten herrscht Frieden, wobei es immer mal wieder zu Aufständen oder Putschen untereinander und innerhalb adeliger Familien kommt. So gibt es zum Beispiel oft Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Mitgliedern der Allianz von Leicester oder den verschiedenen Gruppierungen der Kirche von Seiros.


    Gesellschaftlich und technisch kann man die Welt mit dem europäischen Mittelalter gleichsetzen, allerdings mit Fantasy-Elementen wie Magie, geflügelten Pferden/Einhörnern oder Wyvern. Es gibt große Unterschiede in Stand und Macht zwischen Adeligen und Bürgern, wobei letztere öfters von den ersteren benachteiligt werden. Die Abstammung ist sehr wichtig, nicht nur da durch das Erben oder an heiraten eines Namens einem die besonderen Privilegien zuteil werden, sondern auch weil durch das Blut spezielle Fähigkeiten, so genannte Wappen weiter vererbt werden. Diese sollen vor langer Zeit von der Göttin selbst an besondere Personen gegeben worden sein und werden seit dem an bestimmte Nachkommen weiter vererbt. Es gibt große und kleine Wappen und wer so eines in sich trägt (festgestellt wird dies mit besonderen Maschinen wo man seine Hand drüber halten muss) hat besondere Fähigkeiten wie z.B. bessere Magieanwendung oder mehr Kraft im Kampf. Außerdem gibt es bestimmte Wappen, die einem die Fähigkeit verleihen mächtige Waffen, so genannte Herorelikte, zu führen und ihre volle Kraft einzusetzen. Diese 10 mächtigen Waffen gibt es schon eine unbekannte Zeit und sie werden wie die Wappen weiter vererbt. Die Forderung innerhalb des Adels nach den Wappen ist so stark, das teilweise Nachkommen ohne Wappen aus der Familie ausgestoßen werden.



    Story




    Der Plot des ganzen Spiels ist in 2 Teile aufgeteilt, die jeweils vom Spiel nach den Entscheidungen anders benannt werden. Der erste Teil, White Clouds, ist immer gleich, während der zweite Teil sich nach den davor getroffenen Entscheidungen richtet und entweder in Silver Snow, Crimson Flower, Azure Moon oder Verdant Wind mündet. Daher auch der Name im japanischen Original.


    Das Spiel beginnt mit einem Traum. Der Hauptcharakter sieht eine kleine grün-haarige Frau vor sich, die er scheinbar noch nie gesehen hat. Diese fragt ihn nach seinem Aussehen (welches Geschlecht man hat), wie man heißt und wann man geboren wurde (Überraschung, sie hat am gleichen Tag Geburtstag). Danach erzählt sie einem das sie sich an nichts erinnern kann und schläft dann ein. Man wacht auf und wird von seinem Vater Jeralt begrüßt, beide sind Söldner und auf der Jagt nach Banditen. 3 Jugendliche kommen zu ihnen und bitten sie um Hilfe, da sie von denselben Angegriffen wurden. Es handelt sich hierbei um die jeweiligen Erben der großen Machthäuser, Edelgard, Dimitri und Claude.


    Nachdem man zusammen die Gegner besiegt (und dabei das Kampfsystem gelernt) hat, will der Anführer der Banditen Edelgard mit seiner Axt töten, man wirft sich dazwischen und sollte so selber sterben, allerdings rettet einen das mysteriöse grün-haarige Mädchen und gibt einem die Fähigkeit, die Zeit zurück drehen zu können, womit man den Anschlag abwehren kann. Danach taucht der Anführer der Ritter von Seiros auf und alle sind so begeistert von den Kampffähigkeiten des Spielers, das man ihn auf Ihre Militärakademie, das Kloster Garreg March, einlädt. Dort erfährt man zum einen das der eigene Vater vor 20 Jahren ein hohes Tier des Ritterordens war, und zum anderen wird einem von Rhea, der Erzbischöfin der Kirche von Seiros die Anstellung als Magister von einem der drei Häuser angeboten.


    Jede der drei Reiche hat ein eigenes Haus in der Schule, der Schulsprecher ist dieses Jahr der jeweilige Nachkomme, also die die man gerettet hat. Nachdem man sich die zukünftigen Schüler angesehen hat kann man sich für eines der drei Häuser entscheiden und stürzt sich somit direkt in das Lehrerleben. Was da so alles auf einen zukommt, besonders auf die Kräfte des eigenen Charakters, hätte man sich am Anfang wohl nicht gedacht.


    Die Story wird zum einen durch englisch und japanisch vertonte Dialoge zwischen den verschiedenen Charakteren erzählt, und zum anderen durch gut gemachte Cutszenes in Anime Optik. Um die komplette Story und alle Hintergründe zu verstehen ist das durchspielen aller 4 Durchläufe erforderlich.



    Gameplay



    Fire Emblem: Three Houses unterteilt sich spielerisch in 2 Bereiche, die Schulphase und die Kampfphase. Teilweise sind die dortigen Aktivitäten unbegrenzt, andere sind vom Dozentenrang abhängig. Dieser steigt durch verschiedenste Dinge die man in der Schulphase macht wie z.B. Essen mit Studenten, Ratschläge geben nach Unterrichtseinheiten oder das Gewinnen von Turnieren.


    Die Schulphase findet innerhalb und um das Kloster Garreg March, also die Militärakademie, statt. Man bekommt am Anfang des Monats von Rhea einen Auftrag zugeteilt (hole ein Relikt zurück, besiege Banditen), welches man am Ende des Monats in einer speziellen Mission erfüllen muss, dies dient auch dazu die Story voran zu treiben. Außer dieser speziellen Aufgabe kann man seine Zeit an der Akademie relativ frei gestalten. Am Anfang jeder Woche legt man die Lernziele für die Studenten fest. Durch die Zeit die man in der Woche als Professor zum unterrichten der Studenten verbringt, kann man deren Kampffähigkeiten und Statuswerte steigern. Man legt dazu Ziele für jeden Schüler fest. Dies sind 2 der verschiedenen Kampfwerte, die sich dann nach Ablauf der Woche um einen bestimmten Wert steigern und ggfs. eine neue Stufe erreichen (diese geht von E bis S+), wobei mit ansteigender Stufe mehr Punkte benötigt werden. Außerdem kann man, wenn die Studenten genug Motivation, z.B. durch gemeinsame Aktivitäten oder Erfolge im Kampf, haben, Einzelunterricht geben, um Werte nochmal mehr zu steigern. Bei beiden Methoden kommt die Wertsteigerung auf verschiedene Faktoren wie die Motivation oder die Fähigkeitsränge des eigenen Charakters an. Hat ein Schüler bestimmte Stufen in verschiedenen Fähigkeiten gemeistert, kann er am Ende der Woche ein Examen ablegen, um in eine neue Klasse zu wechseln und so neue Eigenschaften zu verstärken und Skills freizuschalten. Wenn der Charakter mit der Klasse im Kampf angreift oder angegriffen wird steigt die Erfahrung in der Klasse. Ist diese maximiert erhält man jeweils eine besondere Fähigkeit. Außerdem kann man für 2 Personen eine Wochenaufgabe festlegen (Pferde pflegen, Kräuter sammeln oder Patrouille mit Flugpferden) um auch deren Werte sowie das Verhältnis zueinander zu steigern.


    Nach dem Unterrichten in der Woche kann man am Wochenende eine von verschiedenen Möglichkeiten auswählen, dies zu verbringen: Freie Erkundung, Kampf, Seminar oder Ausruhen. Letztere beiden sind eher nebensächlich, beim Seminar gibt ein NPC eine spezielle Unterrichtseinheit um bestimmte Werte nochmal zu steigern und beim Ausruhen machen du und deine Schüler einfach nichts und es steigt die Motivation.


    Das freie Erkunden dient dazu, das Kloster und seine verschiedensten Einrichtungen wie etwa den Angelteich, den Markt oder den Speisesaal, unsicher zu machen. Man sollte dies am Anfang eines neuen Monats immer tun, da jede Person etwas neues zu sagen hat und man neue Quest annehmen kann. Diese sind entweder in der Akademie zu lösen (hole mit das Item, finde etwas etc.) während andere nur als Kämpfe gemeistert werden können. Neue Aufgaben können bei verschiedenen NPCs abgeholt werden, überall im Kloster gibt es Tafeln mittels denen man sich direkt zu diesen Teleportieren kann. An bestimmten Tagen gibt es außerdem spezielle Events, die sich auf die verschiedenen Aktivitäten im Kloster auswirken können.


    Es gibt folgende Aktivitäten, die man ohne zeitliche Begrenzung absolvieren kann:


    Interagieren mit NPCs:

    Man kann jeden NPC im Kloster ansprechen. Diese haben in jedem Monat neue Dinge zu erzählen und durch die manchmal erforderlichen Antworten kann man den Unterstützungswert steigern. Dies kann man außerdem durch das bedächtige verteilen von Geschenken und verlorenen Items, die überall im Kloster zu finden sind, erreichen (diese Aktivitäten erhöhen außerdem die Motivation der Person). Wenn das gegenseitige Ansehen hoch genug ist kann man anfragen, ob sich die Person dem eigenen Haus anschließen möchte, sollte sie nicht schon dazu gehören. Dazu ist ein entsprechender Unterstützungswert (ich glaube C) von Nöten sowie der gleiche Rang in einem Attributswert und in einem Kampfwert (z.B. Behände C und Reiten C). Hat man die Voraussetzungen schließt sich die Person dem Haus an und steht als Student zur Verfügung.

    Während dieser freien Zeit kann man außerdem die Verbindung zwischen verschiedenen Charakteren festigen. Durch miteinander Kämpfen, gemeinsame Aktivitäten und anderes steigt der Unterstützungswert, hat dieser einen bestimmten Rang gibt es ein Gespräch zwischen den Charakteren und der Wert geht in die nächste Stufe. Dies erhöht die Attribute der Studenten wenn sie beieinander sind auf dem Schlachtfeld und schaltet außerdem für den Hauptcharakter die Heiratsoption am Ende des Spiels bei bestimmten NPCs frei.


    Angeln:

    Mittels einer Angelrute und Ködern, die man sich entweder im Markt kaufen oder finden muss, kann man Fische fangen. Dafür muss man zunächst warten bis eines der Tiere anbeißt und dann in einem Minispiel im richtigen Moment A drücken bis die Ausdauer des Fisches, oder die Haltbarkeit der eigenen Angelschnur, leer ist. Dadurch erhält man verschiedene Fische die man in köstliche Gerichte verwandeln kann.


    Gewächshaus:

    Neben dem Fischteich befindet sich das Gewächshaus. Hier kann man Samen die man entweder kauft oder findet Pflanzen großziehen. Wie viele man anbauen kann hängt vom Dozentenrang ab, ebenso welche Art von Dünger man verwenden darf. Nach einer Woche sind die Pflanzen gewachsen und können bei der nächsten Erkundung geerntet werden. Die Erzeugnisse können z.B. in der Küche verwendet oder an andere Personen verschenkt werden.


    Statuen der Heiligen Pflegen:

    Durch das abschließen von Quests und Kämpfen erlangt man Reputationspunkte. Diese kann man nach einem bestimmten Punkt in der Story bei den Statuen der 4 heiligen Ausgeben um verschiedene Werte dauerhaft zu steigern. Das sind unter anderem die erhaltene Erfahrung, Schnelligkeit der Wertesteigerung oder erhaltene Lernpunkte sowie die Einsatzzahl des göttlichen Pulses, also wie oft man die Zeit im Kampf zurück drehen kann.


    Lesen von Briefen:

    Einmal im Monat findet man bei der Beraterin in der Kirche eine bestimmte Anzahl von Briefen vor. Bei der Beantwortung dieser hat man 30 Sekunden Zeit aus 3 verschiedenen Antworten zu wählen, ist diese im Sinne des Verfassers steigert der Unterstützungswert mit diesem.


    Austauschkoordinator:

    Bei dieser Person kann man Personen von anderen Spielern anwerben, soweit man den Online Modus aktiviert hat. Siehe weiter unten.


    Neben den „kostenlosen“ Aktivitäten hat man noch eine bestimmte Anzahl von Aktivitätspunkten pro freien Tag, die sich gemäß dem Dozentenrang ergeben. Folgend die dazugehörigen Dinge die man damit tun kann:


    Beten:

    Man kann mit zwei weiteren Charakteren einmal beten um den Unterstützungswert, die Motivation sowie die Fähigkeit Glaube zu steigern.


    Lernen:

    Bei bestimmten NPCs kann man eine Lernstunde nehmen um vom eigenen Charakter eine bestimmte Fähigkeit zu steigern. Dies ist pro Charakter nur einmal pro Woche möglich.


    Tee trinken:

    Nach einem Punkt in der Story wird die Möglichkeit freigeschaltet mit Studenten und anderen Personen Tee (den man gefunden oder gekauft hat) zu trinken. Dies ist nur mit den eigenen Schülern möglich sowie mit Personen, die mit dem Hauptcharakter den Unterstützungsrang C haben. Während dieses Beisammenseins kann man bis zu 4 Gespräche über Themen beginnen, wobei man abwägen muss welche dem Gegenüber gefallen. Ist dies geglückt und es herrschte kein bedrückendes Schweigen, steigt der Unterstützungswert um ein gutes Stück an. Tee trinken ist allerdings nicht immer verfügbar, es ist unterschiedlich ob eine Person es annimmt oder nicht.


    Turnier:

    Jeden Monat gibt es ein anderes Turnier was jeweils auf eine bestimmte Waffenart abgestimmt ist. Dafür wählt man dann den Schüler mit den besten Werten und lässt diesen im Autokampf gegen andere antreten. Dabei kann man bis zu 2 mal jeweils 30 KP heilen lassen. Ist der Student siegreich gegen mehrere Gegner hat man gewonnen, bekommt das Preisgeld und einen Gegenstand. Diese Aktivität kann man so oft machen wie man Punkte hat.


    Gemeinsam kochen:

    Im Speisesaal kann man mit einer Person und Zutaten die man hat kochen. Dies hat den Vorteil das je nach Gericht was man zaubert, für den restlichen Monat ein bestimmter Wert aller Studenten erhöht wird, wie z.B. die Lebenspunkte. Außerdem steigert das bei dem NPC der mit einem kocht den Unterstützungswert sowie die Motivation. Dies ist einmal pro Woche möglich.


    Gemeinsam essen:

    Hierbei wählt man zwei Studenten aus die mit einem zusammen essen sollen sowie welches Gericht. Einmal pro Woche kann man eine Spezialität auswählen, die bei bestimmten Personen besonders beliebt ist. Das gemeinsame Essen von Speisen steigert den Unterstützungswert sowie die Motivation (die Höhe hängt davon ab ob der Charakter das Essen mag oder nicht).


    Wenn man mit dem Erkunden fertig ist und ggfs. keine Aktivitätspunkte mehr hat, kann man den Tag beenden und eine neue Woche beginnen lassen.


    Kämpfe



    Die Kampfphase findet entweder am Ende bei dem Lösen der von Rhea gegebenen Aufgabe oder in der Woche statt, wenn man Kämpfen als Aktivität am freien Tag auswählt. Tut man letzteres, kommt man zunächst auf einen Auswahlbildschirm. Hier hat man entsprechend seines Dozentenranges eine Anzahl von Punkten, die zeigen an wie viele Kämpfe man bestreiten kann. Auf dem Schwierigkeitsgrad einfach gibt es außerdem Missionen die man unendlich oft wiederholen kann. Neben den zufällig generierten Kämpfen finden sich hier außerdem im Kloster angenommene Aufgaben sowie Charakterspezifische Nebenquests, die man im Verlauf der Story erhält.


    Nach dem starten eines Kampfes, egal ob Story oder nicht, kommt man zunächst in die Vorbereitung. Hier kann man auswählen welche Einheiten am Gefecht teilnehmen sollen sowie welche Adjutanten man haben möchte. Dies ist eine Freischaltung ab Dozentenrang C die es einem ermöglicht, Kämpfer anderen Charakteren als Unterstützung zuzuweisen, damit diese denen zur Seite stehen. In der Vorbereitung hat man außerdem vollen Zugriff auf die Verwaltung seiner Studenten, man kann Items, Fähigkeiten, Klassen sowie Bataillonen austauschen. Bataillonen schaltet man im Verlauf der Story frei, dies sind sozusagen Kampfgruppen die der Figur einen Wertebonus sowie ein spezielles Kampfmanöver verleihen. wie z.B. das verhindern der Bewegung des Gegners oder das verschieben des selbigen. Außerdem kann der Spieler auf dem Marktplatz Items, Waffen und Bataillonen kaufen sowie seine Ausrüstung, nach Freischaltung der Schmiedin, verbessern und reparieren.


    Sobald alles so ausgerüstet und eingestellt ist wie man es möchte geht es ans Kämpfen mittels des Buttons „Bereit“. Nach eventuellen Dialogen unter den NPCs startet man gleich im Gefecht. Dieses ist aufgeteilt in eine Spieler- und Gegenerphase. In der eigenen Phase befehligt man seine Spielfiguren über das Feld. Diese können je nach Gelände und Klasse entsprechend weit gehen oder ggfs. fliegen und danach eine Aktion ausführen, je nach Art der Lage und Charakter. Man kann Gegner angreifen, mit der Umgebung interagieren (Truhen oder Türen öffnen, Schalter betätigen), Verbündete mit Magie unterstützen oder Items verwenden. In den Kämpfen entscheiden die Werte der Figur sowie die Art der Waffe ob und welchen Schaden sie macht. Jeder kann jede Waffe benutzen, die Fähigkeit zum benutzen dieser erhöht sich mit Steigerung des entsprechenden Talents. Es gibt Schwerter, Lanzen, Bögen und Fäuste. Neben den normalen Angriffen mit diesen gibt es dann noch Spezialangriffe die man durch Steigerung von Fähigkeiten erhält und von denen man drei jeweils ausgerüstet haben kann. Diese geben einem einen Vorteil im Kampf durch extra Effekte oder erhöhten Schaden.


    Abseits der Waffen gibt es außerdem noch Magie. Durch das Aufleveln der Skills Vernunft und Glaube kann man Weißmagie sowie Schwarzmagie und Hexerei anwenden. Dabei erhalten die Charaktere entsprechende Zauber die man wie Waffen ausrüsten und im Kampf nutzen kann.Die Anzahl wie oft man einen Zauber pro Kampf einsetzen kann ist auch eine bestimmte Zahl begrenzt, je besser der Zauber desto weniger Anwendungen.


    Bevor man einen Kampf ausführt sieht man immer vorher eine ungefähre Vorhersage wie der Kampf ausgehen wird, heißt wie viel KP beide Seiten am Ende übrig haben. Dadurch kann man zu der Waffe und Magie wechseln, die für die Situation am passendsten ist. Neben den Angriffswerten der Einheiten ist es dabei auch wichtig die Art der Einheit zu beachten, da es ein Schere, Stein, Papier Prinzip gibt. Magie ist gut gegen gepanzerte Einheiten, Bögen gut gegen Flugeinheiten usw.. In der Prognose fließen natürlich nicht solche Sachen wie Ausweichwerte oder die Art des Geländes mit ein. Im Wald z.B. kann man besser ausweichen und in einigen Dungeons gibt es spezielle Druckplatten die die Verteidigung oder andere Werte erhöhen. Außerdem erhöhen sich die Kampfwerte der eigenen Charaktere wenn sie neben befreundeten angreifen, durch solche Aktionen steigt dann auch der Unterstützungswert zueinander. Die richtige Positionierung und das gezielte Einsetzen von Waffen, Magie und Fähigkeiten ist der Schlüssel zum Sieg.


    Bei jedem Sieg über einen Gegner erhält die Einheit Erfahrungspunkte, die später in gewisser Anzahl zu einem Level-up führen können. Dadurch erhöhen sich verschiedene Attributswerte, außerdem erhält man ab bestimmten Leveln Zugang zu neuen Klassen, für die man dann Examen ablegen kann.


    Und sollte doch mal eine Einheit drauf gehen kommt es immer drauf an. Hat man den einfachen Schwierigkeitsgrad gewählt ist die Einheit nach dem Kampf wieder verfügbar. Allerdings im klassischen nicht. Die ist dann endgültig Tod und man muss einen Ersatz finden oder man dreht einfach mit der speziellen Fähigkeit göttlicher Puls die man am Anfang der Story bekommen hat die Zeit um beliebige Runden zurück. Der Einsatz ist allerdings pro Kampf begrenzt.


    Online-Modus



    Wenn man eine kostenpflichtige Switch Online Mitgliedschaft hat, eröffnen sich einem einige weitere Funktionen. Diese sind allerdings, sollte man wie ich keinen Online-Nutzen haben, nicht so gut das man sie vermisst.


    Die Online-Funktionen sind folgende:


    Austauschschüler:

    Beim freien erkunden von Garreg March findet man früher oder später einen speziellen NPC der für die Austauschstudenten zuständig ist. Dort kann man seine eigenen Schüler wegschicken und neue erhalten. Diese haben einen speziellen Shop mit seltenen Items. Außerdem kann man mit diesen ein versteck-Minispiel spielen und sie als Adjutanten für einen Kampf anheuern. Sie geben einem vielleicht eine spezielle passive Fähigkeit danach.


    Gefallene Charaktere:

    In Leveln kannst du die Leichen gefallener Charaktere von anderen Spielern finden. Diese können Items beinhalten, die man mitnehmen kann.


    Amiibo-Pavillon:

    Man kann, wenn man Amiibos hat, mittels einem speziellen Pavillon im Kloster diese einscannen und so besondere Items erhalten. Fire Emblem Amiibos geben natürlich besseren Loot.


    Was tun andere Spieler heute:

    Wenn man auswählen soll, was man an seinem freien Tag tut, kann man das Ranking Board sich anschauen um zu sehen, was die meisten Spieler an dem Tag gemacht haben.



    Wiederspielwert



    Der Wiederspielwert des Spiels ist besonders groß, da wie schon oben erwähnt die komplette Bandbreite der Story einem erst zuteil wird, wenn man alle 4 Durchläufe gemacht hat. Diese sind jeweils einmal das Haus des Blauen Löwen und des Goldenen Hirsches sowie zwei mal das Haus des Schwarzen Adlers, wobei man da eine spezielle Entscheidung treffen muss.



    Sobald man eine der Routen abgeschlossen und den finalen Kampf bestritten hat, hat man das Spiel abgeschlossen. Hinter dem Savegame im Hauptmenü erscheint ein Sprite des grün-haarigen Mädchens und man kann nun diese Daten in einen sozusagen New Game Plus übernehmen. Da hat man in seinem Zimmer eine neue Option, und zwar eine Art Tagebuch. Dort kann man mittels Reputationspunkten alle Dinge freischalten, die man im vorherigen Durchlauf gemacht hat. Darunter fallen: Unterstützungslevel, Skillstufen, gemeisterte Klassen sowie Dozentenlevel. Außerdem hat man Zugriff auf jeweils eins von jedem Wappen (und kann diese auch neu kaufen) die man beliebig auf die Studenten verteilen kann. Die Klamotten der Schüler aus Teil 2 sind schon von Anfang an zusätzlich freigeschaltet und können statt der normalen Kleidung gewählt werden.



    Fazit




    Pro:

    -Unendlich viel zu tun durch verschiedene Nebenaufgaben und das Ausbilden der Studenten

    -Wunderschöne Grafik auf der Switch

    -Sehr guter Soundtrack der immer stimmig passt

    -Charaktergestaltung ist erste Sahne. Jeder von Ihnen hat Tiefe und man kann vieles über sie erfahren

    -Flüssiges Kampfsystem was durch gute Tutorials niemanden überfordern soll

    -Faire Gegner die einen nicht sofort überrennen

    -Einfacher Schwierigkeitsgrad ohne das die Figuren dauerhaft Tod sind

    -Sehr gut animierte Cutszenes

    -Hoher Wiederspielwert durch mehrere Durchläufe und New Game+


    Cons:

    -Zum Ende ziemlich repetetiv, besonders wenn man schon alles hat

    -Nur wenige gleichgeschlechtliche romantische Optionen am Ende

    -Keine Charakteranpassung


    +/- Komplexe Story. kann man mögen weil es ja auch zu weiteren Durchläufen anregt, aber einige mögen solche ausufernden Geschichten nicht so gerne.


    Fire Emblem: Three Houses ist DAS rundenbasierende RPG für die Switch das jeder der solche Genres mag sich holen sollte. Das Geld lohnt sich, es hat einen hohen Wiederspielwert und der Mix aus Taktik, Rollenspiel und Hogwartssimulation ist gut gelungen. Die Orte an denen man sich befindet sind gut gestaltet und in dem Soundtrack kann man sich verlieren, wie im kompletten Spiel eigentlich. Die Charaktere sind liebenswert und haben eigene Geheimnisse und Tiefen, die man erst nach und nach raus findet und die Story ist auch sehr interessant.



    Wie gesagt, ich bin nicht gut im Bewerten aber ich hoffe euch hat mein Review, bzw. meine Vorstellung des Spiels Fire Emblem: Three Houses gut gefallen. Ich glaube ich habe sie etwas zu lange gemacht aber ich wollte gerne alles beschreiben was man in dem Spiel so machen kann.


    Sollten noch Fragen zur Review oder zu dem Spiel sein könnt ihr mich gerne anschreiben oder hier runter kommentieren.


    LG


    Urgalaton.




  • Urgalaton

    Hat das Label Ab 12 Jahren hinzugefügt
  • Urgalaton

    Hat das Label Switch hinzugefügt
  • Naja, die komplexe Story muss ja nicht unbedingt ein negativer Punkt sein. Ich selber finde z. B., dass das eher zu den positiven Punkten gehört. Ich hatte bei meinem ersten Durchgang sehr viel Spaß, wobei ich es meistens tatsächlich etwas schade finde, wenn ich tolle Spiele durchgespielt habe. Wenn man also die Story öfter durchspielen muss, um sie besser verstehen zu können, hat man sicher auch eher den Drang dazu, als wenn man bereits nach dem ersten Durchlauf alles weiß. Man hat also noch länger Vergnügen am Spiel.

    Außerdem sind solche komplexen Stories doch viel interessanter. ^^


    Tolles Review btw! Alles gut, rund und übersichtlich zusammengefasst.

  • Zuerst einmal bedanke ich mich bei Urgalaton für dieses sehr ausführliche Review und ich hab da auch nicht wirklich was hinzuzufügen. Hier werden alle wichtigen Punkte des Spieles erläutert, ohne zu viel zur Story zu verraten und es liest sich auf jeden Fall sehr gut.


    Ich bin das Spiel immer noch am zocken, befinde mich gerade auf dem 2. der 4 Pfade und ich muss sagen, als jemand, der noch nie mit dem Franchise Fire Emblem im Berührung kam, finde ich dieses Spiel wirklich herausragend. Eine Storybewertung spare ich mir an der Stelle, da ich noch nicht alles vom Spiel gesehen habe und die Story noch nicht zu 100 % kapiert habe. Daher fokussiere ich mich hier erstmal auf das Gameplay.


    Prinzipiell kann man hier das Spiel in zwei Hälften bewerten, zum Einen ist dies natürlich der erste Teil "White Clouds", welcher sich insbesondere auf die Militärakademie, die Studenten und den Unterricht konzentriert. Hier werden für alle Studenten die Weichen gestellt, hier werden die Studenten in eine bestimmte Richtung entwickelt. Neben dem Lernen und Kämpfen erlebt man sehr interessante Erkundungen, in welchem sich viele Dinge machen lassen. im Startpost wurden die Möglichkeiten bereits gut erläutert, daher bewerte ich jetzt nicht alles einzeln. Ich finde das Erkunden des Klosters jedenfalls sehr unterhaltsam und cool. Ich weiß gar nicht, was ich am liebsten mache. Das Speisen ist definitiv ne sinnvolle Sache für die Motivation und die Unterstützungsränge, Das Aufsammeln von Items ist auch ne gute Sache, man hat schon viele Möglichkeiten, Beziehungen zu Studenten zu stärken und ihre Motivation zu fördern.


    Das Trainieren und Unterrichten der Schüler erfordert etwas Planung. Ich habe mir angewöhnt, mir zu den einzelnen Studenten Notizen zu machen. Ich welchen Klassen möchte ich Studenten einsetzten? Welche Eigenschaften möchte bzw. muss ich demnach pushen? Das sind alles Dinge, die sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Man hat zum Einen die Möglichkeit, Schüler aktiv zu motivieren, das wiederum ist erforderlich, damit die Schüler in ihren starken Eigenschaften noch mehr verstärkt werden, damit sie sich im Kampfe auch behaupten können. Die Idee allein ist schon sehr gut und die Umsetzung ist hier verdammt gut gelungen.


    Der zweite Teil, der dann abhängig vom gewählten Haus und den eigenen Entscheidungen im Spiel ist, wird dann sehr storylastig und entfernt sich dann etwas vom Studentenleben. Und das ist etwas, was mich an der zweiten Hälfte stört. Diese typische Erkundungsphase wirkt so aufgezwungen und einseitig, fast schon sinnlos. Man weiß nicht wirklich, was man während dieser Erkundungsphase eigentlich machen soll. Klar, man besucht die üblichen Einrichtungen, die Kampfturniere, den Speisesaal und den Gottesdienst, lässt sich von dem einen oder anderen ein wenig unterrichten, aber dann... war's das. Wirklich viel mehr passiert halt nicht. Teilweise wirkt das Kloster leblos, so dass ich der Ansicht bin, dass es besser gewesen wäre, sich lieber im zweiten Teil komplett vom Kloster zu trennen und eine andere, frische Idee auszupacken, um das Fördern von Motivation und Beziehungen untereinander sinnvoll umzusetzen. Ich bin hier der Ansicht, dass das Kloster im zweiten Teil eher fehlplatziert wirkt.


    Die Charaktere wirken hingegen dauerhaft sehr lebhaft. Jeder einzelne Charakter in diesem Spiel hat seine eigene Persönlichkeit und jeder eigene Charakter hat auf seine Weise gut und schlechte Seiten. Ich zum Beispiel habe von Anfang an Claude und Dorothea für mich gewinnen können, letztere habe ich dann während meines Durchlaufs mit den Goldenen Hirschen rekrutiert. Claudes lockere Art gefällt mir und Dorothea ist einfach süß und liebenswert. Petra mag ich auch ziemlich. Gibt auch einige Charaktere, die ich jetzt nicht wirklich leiden kann, aber das gehört dazu. Das ist Charaktertiefe! Sie können ihre Beziehungen untereinander stärken und man kann sie selber sehr gut kennenlernen und lieben lernen. Und das ist einfach nur fantastisch umgesetzt. Kann man nicht anders sagen.


    Zum Wiederspielwert muss man nicht viel sagen, denke ich. Man kann das Spiel 4 Mal durchspielen und jedes Mal erlebt man etwas neues. Dass einige Spielinhalte aus den vergangenen Durchläufen (wie etwa die Reputationspunkte und den Dozentenrang, den man sich hochpushen kann) erhalten bleiben, ist cool, hat bei mir in meinem 2. Run aber dafür gesorgt, dass ich ziemlich OP bin (hab den Dozentenrang direkt fast aufs Maximum gepusht und sehr stark von den Vorteilen profitiert^^


    Eigentlich bin ich absolut nicht der (J)RPG-Spieler. Komplexe Kampfsysteme, lange Kämpfe, vor allem mit strategischen Aspekten, sind nicht meins. Teilweise finde ich es schwer, dort rein zu finden. Aber in Fire Emblem war es überraschend leicht. Ich habe all meine Charaktere gut im Griff, wusste immer recht schnell was mit ihnen anzufangen und habe auch immer alle EP und Erfahrung mitgenommen, die ich kriegen konnte. Den göttlichen Puls KÖNNTE man als overpowered ansehen. Aber man kann diese Methode auch einfach nicht nutzen. Ich zum Beispiel habe ihn immer dann genutzt, wenn ein Charakter gestorben ist. Aber gerade in meinen 2. Run ist mir das bisher fast gar nicht passiert.


    Ich würde das Spiel jetzt auch nicht unbedingt als bockschwer ansehen. Ich hab zwar in meinen beiden Runs jetzt auf Normal gespielt. Ich werde wohl in meinem 3. Run den Schwierigkeitsgrad auf Schwer stellen und mir selber die Regel auferlegen, den göttlichen Puls nur dann einzusetzen, wenn es komplett eskaliert^^


    Jedenfalls bin ich froh, dass ich das Spiel gekauft habe. Aber da ich eh in einer Phase bin, in der ich viele neues Franchises ausprobiere, war auch FE irgendwie Pflicht und ich bereue es nicht. Eine Endbewertung mit Punkt und Prozent kommt noch, sobald ich alle 4 Pfade erlebt habe und auch die Story verstanden habe. Dann werde ich auch alles am Spiel bewerten und eine %-Wertung vergeben. Fürs erste wollte ich einfach mal ein wenig über's Gameplay plappern und über mein persönliches Enjoyment sprechen.