Wie seid ihr zu P&P gekommen? Eure Geschichte über das Hobby!

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


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  • Hallo liebe Bereichsuser und alle die es werden wollen! ♥


    In diesem Diskussionstopic könnt mit Gleichgesinnten über alles sprechen, was ihr mit dem Hobby verbindet und wie ihr überhaupt zu Dungeons&Dragons, Pen&Paper oder anderen Tabletops gekommen seid. Ein paar grobe Orientierungspunkte, welche Themen hier besprochen werden können, sind beispielsweise:

    • Wie lange spielt ihr schon D&D/P&P?
    • Wie seid ihr zu dem Hobby gekommen?
    • Wie stehen eure Freunde/Familie zu dem Hobby? Konntet ihr schon Außenstehende dafür gewinnen?
    • Wie oft lebt ihr dieses Hobby aus? In wie vielen Kampagnen/Spielen seid ihr angemeldet?
    • Hat sich eure Begeisterung und eure Meinung über das Hobby über den Lauf der Zeit geändert?
    • Konntet ihr durch D&D/P&P etwas langfristig für euer Leben lernen?

    Das Bereichsteam wünscht euch viel Spaß beim Diskutieren Trikephalo

  • Tja also ich bin durch meine Frau auf DnD gekommen. Als wir uns kennen gelernt hatten, hat sie mich mit in ihre Spielgruppe gebracht, das müsste jetz so 12 Jahre her sein. Sie hat schon viel mehr Erfahrung mit verschiedensten PnP Regelwerken gehabt. Nachdem der Großteil der Gruppe weggezogen ist, haben wir lange vergeblich nach anderen MItspielern gesucht bis wir ka letztes Jahr oder so hier im Forum endlich ein paar ONline Gruppen gefunden haben und unser Hobby wieder ausleben konnten.

    Zwar hat sich die Spielerlandschaft ziemlich verändert (wir haben damals 3.5 und pf gespielt und 5e ist da ein ziemlicher Kulturschock) aber wir sind trotzdem froh, wieder eine nette Community gefunden zu haben und unsere Charakterideen ausspielen zu können.

    “Above all, video games are meant to just be one thing: Fun for everyone.”-Satoru Iwata

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  • Wie lange spielt ihr schon D&D/P&P?

    Wie seid ihr zu dem Hobby gekommen?


    Meine Freunde hören einfach nicht auf davon zu reden. xD

    Wie lange? Nicht sonderlich lange. Zuerst hat es damit begonnen, dass ich über die Monate verstreut bei One-Shots mitgespielt habe.

    Der erste Typ und dessen Truppe, die mich schonmal vor ca. vier Jahren in dieses Hobby einführen wollten, waren mir nicht wirklich sympathisch. Da hatte ich nicht so viel Lust einzusteigen, weil ich mit denen kaum harmoniert habe. Natürlich sollte es eigentlich um die Sache an sich gehen, aber mir ist das Socializing und dass die Gruppe sympathisch ist, ebenso wichtig, da ich sonst keinen Spaß dran habe.


    Dann haben meine Freunde mit Rollenspielstuff begonnen, bzw. haben sie sich auf einer Con an einem Stand zu einer One Shot-Runde eines Rollenspielvereins dazugesetzt und es mal ausprobiert. Ich war da allerdings nicht dabei. Ich glaube, ich war da gerade an einem Verkaufsstand einer Künstlerin, um ihr beim Verkauf zu helfen.

    Danach bin ich jedenfalls neugierig geworden, da jene Freunde viel und oft davon zu erzählen begannen. xD

    Deshalb bin ich mal eingestiegen und die weiteren Leute, die ich dadurch kennengelernt habe, sind mir bisher auch sympathisch und das Spiel läuft super.


    Ansonsten habe ich bereits Jahre zuvor geschrieben und ich liebe es ebenfalls sehr Charaktere zu erschaffen. Ich liebe Anime und Fantasy aller Art, habe vor allem als Teenager recht viel High Fantasy gelesen und da ich auch oft und gerne für Socializing zu haben bin, wenn ich die Leute gerne mag, ist das Hobby eigentlich wie für mich gemacht. Für Nerds halt, wen überrascht es. xD



    Wie stehen eure Freunde/Familie zu dem Hobby? Konntet ihr schon Außenstehende dafür gewinnen?


    Durch Freunde habe ich ja hineingefunden und meine Mutter wundert eigentlich nichts mehr was ich tu, glaube ich. xD Ihr ist das auch ziemlich egal und war es früher ebenso, als ich kein Kind mehr war. Ich rede eben manchmal über meine Hobbys bzw. wenn ich nun bei ihr zu Besuch bin und Zeit ist, schauen wir hier und da einen Anime.

    Pen & Paper-Stuff hatte ich schon erwähnt und sie weiß in etwa aus der Big Bang Theory was D&D sein soll. Auch wenn das dort falsch dargestellt ist, kennt sie dadurch den Namen. Also zumindest hat sie eine vage Idee davon (also irgendwas mit Fantasy und so - also sowie immer eigentlich xD) und die muss ja nicht hundertprozentig richtig sein. Ist ja mein Hobby geworden, nicht ihres, daher ist das egal.



    Wie oft lebt ihr dieses Hobby aus? In wie vielen Kampagnen/Spielen seid ihr angemeldet?


    Bisher zwei längere Kampagnen. Einmal eine von Die Schwarze Katze und dann eine von D&D. Die finden dann so alle zwei Wochen statt. Ansonsten bin ich manchmal für One-Shots zwischendurch zu haben, aber mehr Kampagnen wären mir zu zeitraubend tbh. Will in meiner sonstigen, täglichen Freizeit noch gerne Anime schauen, Manga lesen, schreiben, lesen, oder ab und zu Gaming.



    Hat sich eure Begeisterung und eure Meinung über das Hobby über den Lauf der Zeit geändert?


    Ja, zuerst hatte ich keine sonderliche Meinung dazu und war eher neutral bis negativ eingestellt, da ich erst die Leute nicht mochte, die mich da hineinbringen wollten.



    Konntet ihr durch D&D/P&P etwas langfristig für euer Leben lernen?


    Ja, das war sehr aufschlussreich. Sowie ich manchmal würfle, scheint das Universum persönlich etwas gegen mich zu haben. xD


    Also joke: Ich konnte früher so gar nicht schauspielern und hab mich bei sowas immer total unwohl gefühlt. Jetzt werde ich dadurch schon lockerer und bin weniger self-conscious.


    Außerdem hab ich auch die Möglichkeit Charaktere mal wirklich "live" darzustellen anstatt diese immer nur in Textform zu bringen.


    toki999

    Zitat

    Nachdem der Großteil der Gruppe weggezogen ist, haben wir lange vergeblich nach anderen MItspielern gesucht bis wir ka letztes Jahr oder so hier im Forum endlich ein paar ONline Gruppen gefunden haben und unser Hobby wieder ausleben konnten.

    Wie ist das online so? Fehlt da es einem nicht, dass man anderen ins Gesicht sehen (also ohne Bildschirm) und beinander sitzen kann? ^^"

  • Maneki-Neko Ja die Online-Erfahrung ist definitiv nicht mit RL Gruppen zu vergleichen. Es fehlt schon ein wenig, dass man sich nicht sehen kann und man quasi nur die Stimme als Ausdrucksform hat. Ich bin ja schon froh, dass meine Frau und ich im selben Raum sind, wenn wir online mit anderen spielen, damit wir wenigstens irgendwen anschauen können^^


    Das Online-Spiel ist aber auf jeden Fall besser als gar nicht zu spielen (wir haben immernoch keine RL-Gruppe gefunden) und über Discord und mit Roll20 geht das auch ganz gut.


    Na ja wo ich schonmal hier bin kann ich ja auch noch die anderen Fragen beantworten:



    Wie stehen eure Freunde/Familie zu dem Hobby? Konntet ihr schon Außenstehende dafür gewinnen?
    Meine Familie ist dem Hobby eher indifferent gegenüber. Sie loben aber manchmal meine Charakter Artworks. Ich konnte zwar noch niemanden dazu bringen mit mir zusammen zu spielen aber ich hab schon einige meiner Schüler auf das Hobby gebracht, bzw. sind sie zu mir gekommen, um sich Rat über PnP Systeme zu holen.


    Wie oft lebt ihr dieses Hobby aus? In wie vielen Kampagnen/Spielen seid ihr angemeldet?
    Im Moment bin ich leider nur in zwei Gruppen hier im PnP Discord. Gruppe 5 spielen wir schon etwa ein Jahr und sind etwa auf halben Wege durch die Kampagne. Gruppe 1 spiele ich noch nicht so lange, dort wird alle drei Wochen gespielt. Ob Gruppe 4 noch einmal realisiert wird, ist leider sehr ungewiss...


    Hat sich eure Begeisterung und eure Meinung über das Hobby über den Lauf der Zeit geändert?
    Über das Hobby an sich nicht aber im DIscord wissen alle, dass ich kein großer Fan von 5e bin und lieber 3.5 und pathfinder spiele. Auch scheint sich die SPielerschaft bzw die Einstellung von heutigen Spielern etwas verändert zu haben (so scheinen z.B. Backstory und Gesinnung keine große Rolle mehr zu spielen). Trotzdem ist 5e immernoch besser als garkein DnD zu spielen und gutes RP kann man auch mit 5e machen


    .Konntet ihr durch D&D/P&P etwas langfristig für euer Leben lernen?
    Na ja man sagt ja immer, dass PnP ein gutes Moratorium ist, um persönliche Fähigkeiten zu trainieren. Ich weiß aber nciht, ob ich jetz selber irgendwelche Fortschritte gemacht habe (ich bin immernoch total der Sozialphobiker). Manchmal komme ich beim RP aber auch in ein FLow-Erleben und kann meine Sorgen ein wenig vergessen.

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  • Ja, dieser Sol ist schuld, lol. Hat mich einfach in 'ner Discord-Gruppe gepackt und dann mit D&D-Memes zugespammt. Das war damals im Jahre 2017, als ich grad sowieso in 'ner studientechnischen Schwebe gehangen bin und mir so dachte "ja, du hast doch grad eh nichts Besseres mit deinem Leben anzufangen, also kannst du dich doch dahingehend ein bisschen investen". Und dann wurde nix aus der Gruppe und das war's dann.


    Aber 2018 gab's dann das große Revival, als dann auf einmal der Bereich hier gegründet wurde. Ein paar Monate später gab's dann die erste Session Verliese & Drachen Ausgabe Nummer fünf und ich war...so semibegeistert, muss ich ganz ehrlich sagen. Schuld geb ich ganz einfach mal dem Setting, lol. Und ja, Matty, du bist schuld, weil du uns Noobs nicht vorgewarnt hast. ò.ó Ich hab mir meinen Character genauestens zurecht gelegt mit Skills, Equipment, Background etc. und dann so "ja, ihr seid Gefangene und habt kein Gear". Upsidaisy. Fand ich jetzt vor allem anfangs nicht wirklich berauschend, aber hat sicher dazu beigetragen, eine wichtige Lektion zu verinnerlichen: Du spielst kein Videospiel und kannst dich nicht auf jede Situation vorbereiten. That's life, und das gilt für die fiktive Welt genauso wie fürs Real Life. Man muss die Karten spielen, die man kriegt. Ich blicke zwar auf den Beginn der Kampagne mit gemischten Gefühlen zurück, aber doch mit positiven, wenn ich mir den weiteren Verlauf ins Gedächtnis rufe. Nachdem man die Grundmechaniken verinnerlicht hatte, ging vor allem alles viel flüssiger vonstatten. Aber viel wichtiger ist, dass solche Erlebnisse dazu beigetragen haben, eine "let it go"-Mentalität zu entwickeln: Wenn ein Character sterben könnte, dann kann er eben sterben. Das gehört dazu. Wenn man mal scheiße würfelt, dann ist das so. Deal with it. Jeder hat mal 'nen schlechten Tag. Wenn man schlechte Stats würfelt, kriegt man immer noch genügend Momente, wo ein guter Wurf die statistisch betrachtet "madigen" Werte rausreißt. Meine schönsten Roleplay-Momente hatte ich, als ich einfach auf die Odds gepfiffen habe, sondern einfach was gemacht hab, weil ich dachte "das passt so perfekt zu meinem Chara". Und guess what: Es hat dann eben auch funktioniert. Glaube, das ist dieses Karma von dem alle reden.


    Um mal die anderen Aspekte anzusprechen: Meiner Familie ist das komplett wumpe. Hab meine Ma mal auf paar Autofahrten zugelabert, aber dann hab ich auch eher weniger über das Spiel geredet, sondern darüber, dass manche der Leute, die man über das Spiel kennengelernt hat, sich ein wenig zu sehr verausgaben, wenn's um Spielmechaniken und deren Diskussion geht. :') Meine RL-Bekanntschaften denken sich da eher so "...du hast Corona ja gut genutzt", weil ich inzwischen doch 5 feste Gruppen hab und hie und da gerne noch an Oneshots beteiligt bin. Damit spiele ich im Schnitt 3-mal wöchentlich für 1-6 Stunden. Langweilig wird mir da eigentlich nicht, aber da ich zuvor in Foren-RPGs auch schon 15 Charaktere hatte, find ich die Abwechslung, die damit einhergeht, schon ganz nice. Eigentlich nur ein wenig schade, dass ich D&D-only spiele, weil's ja eigentlich auch viele andere spannende Systeme gäbe, wie z.B. Call of Cthulhu oder Vampire: The Masquerade (oder Maid RPG :3 ), aber dann hab ich auch selten die Muse, Zeit ins Regelwerk zu investieren und Leute dafür zusammenzutrommeln - denn im Endeffekt darf man sowieso den Gamemaster machen, wenn man mit 'nem exotischeren System als D&D daherkommt. Und davor hab ich dann doch oft noch sehr großen Respekt, auch wenn ich bislang schon erste DM-Erfahrungen sammeln durfte und jetzt spielerseitig keine negativen Kritiken kassiert hab.


    Ähm, was kann ich sonst sagen...joah, eigentlich ist mein Spaß an P&P im Laufe der Zeit eher gestiegen als gesunken. Ich konnte mindestens 4 Leute langfristig für P&P begeistern Bin jetzt mittlerweile 2 Jahre am spielen und kann, da ich (leider) fast ausschließlich über Roll20 spiele, mittlerweile so 600 Stunden Spielzeit verzeichnen. Bei der durchschnittlichen Session von 5 Stunden wären das immerhin 120 Sessions, yay!


    Wenn ich aus D&D irgendwas gelernt habe, dann, dass es Leute super zusammenbringt. Ich bin zwar immer noch hart asozial, aber doch weniger asozial als zuvor!


    Auch scheint sich die SPielerschaft bzw die Einstellung von heutigen Spielern etwas verändert zu haben (so scheinen z.B. Backstory und Gesinnung keine große Rolle mehr zu spielen).

    Yes and no. Gesinnung ist in 5e vor allem deshalb tot, weil...nun, weil's mechanisch komplett irrelevant wurde, und seien wir ehrlich: Wie sehr will man einen Character denn wirklich in ein fragwürdiges Konzept von Moralvorstellungen zwängen? Diskussionen, an denen du selbst beteiligt warst, zeigen immer wieder, dass jeder Spieler etwas anderes unter Lawful und Chaotic versteht (Good & Evil sind da oft ein bisschen klarer abgesteckt) und teilweise auch unterschiedlich verstehen will, weil er mit gewissen Alignments verschiedene Tropes/Archetypes verbindet. Und bin ich jetzt Chaotic, weil ich kannibalistische Tendenzen aufweise? Es ist definitiv außerhalb gesellschaftlicher Normen, also eher nicht lawful. Aber weiß ich, ob das Gesetz es per se verbietet (also in der Fantasy-Welt)? Was, wenn ich ein gesetzestreuer Bürger bin, aber mich in sozialen Anliegen eher ein wenig nonkonform/exzentrisch gebe? Wenn man jetzt gesellschaftlich eher chaotic unterwegs ist, aber rechtlich sehr lawful, fühlt es sich imo ein wenige fade an, dann am Ende als "neutral" eingestuft zu werden, weil man ja offensichtlich alles andere als neutral ist, sondern strong opinions hat, aber das 2-dimensionale Spektrum der Gesinnung in D&D nicht mehr als das zulässt.

    In puncto Backstory...welchen Relevanz hatten diese denn in 3.5? Da bitte ich dann doch um ein wenig Erleuchtung, weil alles, was ich beim Blättern des PHB (Edition 3.5) vernehme, mir zu verstehen gibt, dass die Backstory bzw. der Background, der in 5e ja eine Mechanik ist (die einfach nur gerne ignoriert wird, weil sie gewissermaßen wieder unnötig einschränkt), mal so überhaupt keine mechanische Relevanz hat, sondern einfach...da ist. Und sobald es keine mechanische Relevanz mehr hat, geht es ja darum, dass Spieler und DM sich mal kurz austauschen, sodass man vielleicht in der Kampagne noch mal auf die Vergangenheit der einzelnen Charaktere eingehen könnte. Bitte da um ein wenig mehr Kontext, weil ich aktuell halt sowohl mit Spielern & deren Chars konfrontiert bin, die viel Backstory haben, wie auch mit solchen, die einfach frisch aus dem Stat-Generator kommen.


    Wie ist das online so? Fehlt da es einem nicht, dass man anderen ins Gesicht sehen (also ohne Bildschirm) und beinander sitzen kann? ^^"

    Mich hat zwar keiner gefragt, aber deshalb kann ja trotzdem meine unqualifizierte Meinung dazu abgeben. 😏

    Es fehlt einem nicht nur das Sich-gegenseitig-Anstarren. Allein das "ich schüttle meinen Würfel jetzt ganz doll und bete zu allen Göttern, die mir einfallen, weil ich diesen einen Wurf jetzt schaffen will" ist mit klackernden und anschließend dramatisch rollenden Polyedern etwas gänzlich anderes, als wenn man einfach auf 'n Knöpfchen drückt und hofft, dass die Zahl aufm Bildschirm möglichst hoch ist. Im Endeffekt hab ich aber selten eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage gehört, wieso Offline-Sessions denn im Schnitt mehr Freude bereiten als der gleiche Spaß online. Und ja, Spoiler: Offline-Sessions bereiten tatsächlich mehr Spaß. Die erste Gruppe, für die ich DMt habe, hab ich letzten Sommer für 'ne Woche almost daily bespaßt. Ich kam kaum dazu, irgendwas vorzubereiten, weil meine Spieler so oft 'ne Session starten wollten, also hab ich einfach stumpf on-the-fly aus dem Kampagnen-Buch vorgelesen und während hitziger Diskussionen versucht, 1-2 Seiten mehr Wissen als die Spieler zu haben. Sobald wir uns nicht mehr täglich sehen konnten und ich die Kampagne dann auf Roll20 verlagert habe, ging den Leuten nach 1-2 Monaten das Interesse komplett abhanden, obwohl ich anschließend mit qualitativ hochwertigen Battlemaps, atmosphärischer Musik und anderen Gadgets aufwarten konnte. Ein Gefühl lässt sich halt irgendwie nicht so leicht durch etwas anderes ersetzen.


    Davon abgesehen ist es zwar "nicht ganz so geil", aber deswegen noch nicht schlecht. Meine Spieler aus dem obigen Beispiel sind primär Leute mit eher kleiner Online-Präsenz. Vielleicht war einfach der Umstand, generell so viel Zeit fokussiert vorm PC zu verbringen, für sie abschreckend, v.a. wenn die Headset-Qualität dann kacke ist, das Internet spinnt und diverse andere technische Probleme die Immersion trüben. Der Umstand, dass man chillig in Unterwäsche vorm PC sitzen kann, ohne dass es irgendwen jucken könnte, ist beispielsweise aber recht bekömmlich. Außerdem ist es gerade, wenn man persönlich ziemlich unsicher unterwegs ist, vielleicht hilfreich, wenn man nicht von Angesicht zu Angesicht nebeneinander sitzt und dann 'n Pokerface aufsetzen muss, während man ankündigt, den Dragon seducen zu wollen. :v Allerdings ist das wiederum 'ne Hemmschwelle, die wohl gerade iRL mit Leuten, die man tatsächlich kennt, dazu beiträgt, dass man "anständig spielt". Wenn man in Faustradius sitzt, überlegt man sich vielleicht zweimal, ob man seine Partymitglieder backstabbt. "Besser oder schlechter" lässt sich meiner Meinung nach aber schlecht quantifizieren, weil man schon mit der gleichen Party online und offline gespielt haben müsste, um zu wissen, was effektiv besser ist. Wenn man online 'n Grüppchen findet, mit dem man super klarkommt, dann macht das natürlich trotzdem deutlich mehr Spaß, als wenn man sich am Stammtisch jedes Mal 30 Minuten über irgendwelchen Mumpitz streitet.

    Rein mechanisch bevorzuge ich die Online-Variante aber sogar, weil es gerade, wenn man 'ne Story erleben will, sehr nett ist, dass man für 'nen Wurf nur irgendnen Button anklicken muss, anstatt zu würfeln, dann noch Quick Maths zu betreiben und zu hoffen, dass man sich nicht verrechnet hat (oder einem die Würfel mittendrin auf den Boden fallen und man nochmal aufsammeln darf). Gerade, wenn's dann heißt "I CAST FIREBALL" und man erstmal 8 Sechsseiter zusammenfriemeln muss, vergeht einem schnell mal die Lust, vor allem, wenn dann jede Runde so aussieht - und man das Spiel demnach 5-mal in Folge mitmachen muss, bevor man selbst wieder mit dem Würfel-Aufsammeln dran ist. Btw sind Battlemaps mit Miniaturen einfach nur verdammt anstrengend zu handhaben (davon abgesehen, dass man sowas erstmal haben muss, bah). Da ist so'n Battlegrid online, das einem auch noch gleichzeitig anzeigt, wie weit man sich bis irgendwohin bewegt hat, doch deutlich angenehmer.

  • Jacqueline

    Was die Gesinnung und Backstory betrifft: das mach ich eher für mich selbst, weil ich es sehr gerne mag Charaktere zu erstellen. Das Ding ist halt, dass man die Gesinnung und generell jede Art von Zuordnung nicht so ernst nehmen sollte. Die wenigsten "lawful" Leute werden sich ausschließlich nach gesellschaftlichen Normen und dem Gesetz oder auch nach der eigenen Moral halten. Aber gleichzeitig werden die wenigsten "chaotic" Menschen jegliche Gesetze, Regeln und Moral ablehnen. Also ist so eine Zuordnung immer nur ein ungefährer Anhaltspunkt.

    Und die Backstory finde ich deshalb für mich wichtig, um zu wissen, wie der Charakter denken und reagieren könnte.