Tinte, so dunkel

  • Tinte, so dunkel



    „Dichtung ist Verwandlung von Blut zu Tinte“ – T. S. Eliot



    Es muss an einer Verkettung etlicher unglücklicher Ereignisse liegen, die mich dazu gebracht haben, doch tatsächlich in Erwägung zu ziehen, ein E&S Topic aufzumachen. Und es hat einer Arbeit bedurft, die meine Kompetenzen so weit forderte, dass mich das Prokrastinieren von eben jener Arbeit so weit trieb, besagtes Topic auch tatsächlich zu erstellen.

    Vielleicht lag der Sinn in diesem Topic ursprünglich nur darin, mich so lange zu beschäftigen, bis ich erneut gegen eine Wand stoße, um mich der ursprünglichen Arbeit wieder anzunehmen. Es sieht mir zumindest ähnlich etwas Neues zu schaffen um es als Motor für etwas Altes zu nutzen.
    Jedenfalls, nun sind wir hier – ich, der nie gedacht hätte, dass ich mich über meine FF und vielleicht den einen oder anderen Wettbewerb hinaus schreiberisch betätigen werde und ihr, die sich aus welchen Gründen auch immer hierhin verirrt habt – also mache ich doch das Beste draus und versuche dieses Topic am Leben zu halten.


    Am besten fange ich mit etwas Hintergrundgeschichte an, aber nur kurz. Hin und wieder kommt es vor, dass sich eine Idee in meinem Kopf festsetzt, die nicht zu selten in einer Geschichte festgehalten wird. Zumeist in Prosa und in Form einer Kurzgeschichte, selten aber auch davon abweichend. Dementsprechend könnt ihr von mir auch hauptsächlich diese Form von Geschichten erwarten; Gedichte liegen mir überhaupt nicht, daher werde ich wohl nur bei Epik bleiben. Völlig ausschließen will ich zwar nicht, dass sich auch mal das eine oder andere Gedicht hierher verirren könnte – Ideen dazu bestehen – es wird aber wohl nur bei Ausnahmen bleiben.


    Ähm, was noch? Vielleicht nur ein paar Worte zum Titel des Topics. Eventuell erkennt man meine Absicht ein kreatives, vielleicht sogar witziges, Wortspiel zwischen meinem Namen und der Tätigkeit eines Schreiberlings zu finden. Leider ist mein Username etwas unvorteilhaft um überhaupt irgendwie damit zu arbeiten, ohne, dass es gleich edgy oder tragisch klingt. Im schlimmsten Fall beides. Ich kann nicht versprechen, dass ich am Titel festhalte, fürs erste aber bin ich zufrieden damit.
    Ach ja, herzlichst Willkommen in meiner Sammlung, übrigens!







    Inhaltsverzeichnis

  • http://i.imgur.com/TWBxNgN.png
    http://i.imgur.com/wxzvPqu.png













    Dieses Drabble entstand im Rahmen der FF Aktion Am Anfang war das Wort Anfang Februar zum Stichwort Spektrum, bei dem mir allerdings @Saeran zuvorgekommen ist. Auf der Pinnwand von @Musicmelon haben die beiden mich dann dazu genötigt ermuntert eben dieses Topic aufzumachen und besagtes Werk zu veröffentlichen. Daher möchte ich es euch beiden doch gleich auch mal widmen!
    Tut mir leid, dass es nur ein Drabble geworden ist; ich habe sehr lange überlegt es noch weiterzuschreiben und meine restlichen Ideen miteinzubringen, denn mir sind noch etliche weitere Dinge eingefallen, die unterbringen wollte. Niemals hätte das in 100 Wörter gepasst. Aber das ist nun mal die Form, in der ich es bei der Aktion gepostet hätte, weswegen ich mich dagegen entschieden habe, es noch weiterzubearbeiten. Vielleicht hole ich das ein andermal nach, als aktualisierte Fassung sozusagen. Jedenfalls: viel Spaß dabei!





    Prisma





    In Zeiten wie diesen, in denen der Informationsdichte so groß wie noch nie ist, doch Menschen sich nur die „Fakten“ raussuchen, die ihnen gefallen. Kriege und Krisen uns so nah gebracht haben, wie zuvor noch nicht gesehen, aber jeder auf seinen persönlichen Abstand beharrt. In Zeiten von 4K Auflösung und 30 Milliarden Farben, Leute nur Schwarz-Weiß sehen möchten. Braun noch im besten Fall. In solchen Zeiten würde ich dir gerne ein Prisma ins Auge setzen, damit du siehst wie viel Vielfalt in „Weiß“ steckt. Also trau dich, blick hinter den Einheitsbrei und bediene dich dem vollen Spektrum der Welt.






    Die Idee zur dieser Geschichte ist mir in der Nacht vom 31. März auf den 1. April gekommen, so ziemlich genau um Mitternacht herum. Nicht, dass sie irgendwie Bezug zum Tag der Scherze nehmen würde, vielmehr entstand sie, als ich mit meinen Gedanken bei meiner Fanfiction war. Eine gewisse Idee keimte dort auf, fand jedoch kein Platz in der Erzählung, weswegen sie ihr eigenes Leben annahm.
    Schnell ins Handy eingetippt, damit ich sie am nächsten Morgen weiterbearbeiten konnte, fiel mir dann an besagten Morgen auf, dass es nicht mehr viel zu bearbeiten gab. Hier und da ein paar kleine Schönheitsfehler (danke an @Nexy der da seinen geschulten Blick drauf geworfen hat), aber alles in allem hat die Geschichte in dieser Nacht ihren Anfang und Ende gefunden. Hat mich angenehm überrascht, da mir so etwas für gewöhnlich nur selten gelingt. Auch hier: viel Spaß beim Lesen, über Kommentare wird sich immer gefreut!




    Phönix




    "Kommst du, Fremder?", fragte Caecilia.
    Doch der tote Mann hörte sie nicht. Hörte niemanden mehr. Er war völlig von der Szenerie eingenommen, die sich vor ihm auftat. Nichts mehr regte sich noch, keine Seele war auf Anhöhe zurückgeblieben. Nichts, was ihn noch hätte faszinieren können. Und doch gelang es ihm nicht seinen Blick abzuwenden. Es war nicht das Diesseits, dass die farblosen Augen des toten Mannes fixierten. Es war das Bild, dass sich vor wenigen Momenten vor ihm abgespielt hatte, dass er anstarrte. Reglos anstarrte, als könnte auch nur die kleinste Bewegung seiner Augen das Bild verlöschen lassen, dass sich so gerade in seine Erinnerung brannte.
    Die Frau.
    Dem toten Mann war egal, welche Krieger sich soeben bekämpft hatten, auf wessen Seite die Magier standen, wem sie Treue schwuren, für wen sie starben. Keins der Gesichter, die eben noch auf der Anhöhe standen, bedeutete ihm etwas. Ihr Kampf war nicht der Kampf des toten Mannes. Ihr Leid war nicht sein Leid.
    Die Frau.
    Die Frau war alles. Die Frau, die in einem Augenblick aus dem Nichts auftauchte und im nächsten wieder dorthin verschwand. Die Frau mit dem rosa Haar. Die Frau aus den Blitzen. Sie war alles. Das Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Sie, hoffte er, nie wieder aus seinem Gedächtnis zu verlieren. Der Grund, warum er wie vom Schlag getroffen die leere Anhöhe betrachtete.
    Er kannte sie, kannte ihren Namen. Doch das war unmöglich. Sie war eine Frau der Vergangenheit, aus der Zeit bevor der tote Mann fiel. Es waren nicht seine eigenen Erinnerungen, er konnte sie einfach nicht kennen.
    Und doch hatte sich ihr Bild so sehr in sein Bewusstsein gegraben, dass es etwas im toten Mann berührte. Etwas längst Vergessenes.
    Seine Brust verengte sich und sein Herz schlug plötzlich krankhaft schneller. Ein Gefühl, dass der tote Mann nicht kennen dürfte und doch raubte es ihm den Atem. Er zwang sich zur Ruhe, zwang sich zu atmen. Die Enge in seiner Brust löste sich, doch sein Herz beruhigte sich nicht. Da war plötzlich ein Verlangen. Verlangen nach der Frau, die er soeben beobachtete. Verlangen nach der Frau in Schwarz. Der Frau mit dem rosa Haar. Der Frau aus den Blitzen.
    Nein, Prismia.
    Prismia! Die ewig leidige Prismia. Die Göre ohne Respekt. Die, die er liebevoll Haniba nannte.
    Nein, das war unmöglich. Der tote Mann kannte diese Frau nicht. Hatte sie nie gesehen. Nie mit ihr gesprochen. Sie nie in seinen Armen gehalten. Sie nie... geliebt.
    Nein wahrlich, der tote Mann konnte diese Gefühle nicht für sie empfinden. Es waren die Gefühle eines anderen Mannes, eines Mannes, der er nicht war.
    Er war nicht der tote Mann.
    Eine sanfte Briese streichelte den Versammelten zärtlich, wie die Hand eines Liebhabers, das Haar aus dem Gesicht. Nur bei dem Mann auf der Anhöhe verlor sie ihren Halt, konnte sich nicht zügeln. Bei ihm stürmten sie zornig, wild, voller Leben. Sie trug einen Entschluss mit sich.
    "Nenn mich nicht so", begann der wiederauferstandene Mann, "ich habe einen Namen", sagte er, als sich sein Blick endlich von der Anhöhe löste und er sich zum Gehen abwandte. Ein Wind folgte jedem seiner Schritte. Zunächst zögerlich, schleichend. Dann forscher, mutiger. Bald überholte er ihn, ging ihm voraus und ließ ihn letztlich zurück, nicht jedoch ohne eine Botschaft mit sich zu tragen. Es war der Name jenes Mannes.
    Caecilia schaute ihm nur nach, plötzlich unfähig sich zu rühren. Da war etwas in seinen Augen, dass sie innehalten ließ. Es war nur rasch, doch Caecilia war sich sicher, für einen kurzen Moment schien ein goldener Schein die farblosen Augen des Mannes umspielt zu haben.

  • Hallo Obscuritas!


    Bisher hatten wir eigentlich noch nicht wirklich was miteinander zu tun und doch bin ich deinen Beiträgen o.ä. schon sehr oft begegnet, weshalb ich direkt aufmerksam auf dein Topic wurde und auch gleich einen Kommentar hinterlassen möchte. Schön, dass du es aufgemacht hast, ich freue mich schon viel von dir zu lesen. (:


    Prisma
    Toller Titel, passt natürlich auch gut zur Vorgeschichte. Ein-Wort-Titel sind eh immer schön meiner Meinung nach und außerdem mag ich den Physik-Bezug, den zumindest ich mir gleich dazu denke, haha. Aber gut, ich gehe mal gleich zum Inhalt über; viel mehr habe ich sonst dazu nicht zu sagen. Das sieht für mich nach deutlicher Gesellschaftskritik aus und eins merkt man gleich: Der Text ist eigentlich ein totaler Kontrast zum Titel und das finde ich mega gelungen! Während ich mit dem Titel eigentlich etwas buntes und ggf. auch positives assoziere, wirkt alles in dem Drabble sehr negativ konotiert (natürlich außer der Schlusssatz; d.h. die "Lehre" die man ziehen soll) und blass. Und genau das beschreibst du ja auch, das schwarz und weiß und ggf. mal das braun. Warum eigentlich braun? Also schon klar, wahrscheinlich denke ich wieder viel zu weit *lach*, aber ich habe jetzt mal versucht einen tieferen Sinn hinter genau dieser Farbe zu sehen (dunkelblau oder so ist doch eigentlich auch sehr nah an schwarz dran und noch dazu "mainstream" im Vergleich zu braun, was ja niemand trägt (wenn man das jetzt z.B. mal auf Klamotten und allg. äußerliches bezieht bzw. anwendet)) und muss sagen dass ich damit höchstens sowas wie die NPD in Verbindung bringe und vielleicht Angst und Hass noch reinprojezieren kann. Ist zwar etwas weit gedacht, aber passt dann doch eigentlich ganz gut muss ich sagen, wobei sich das auf das erste und zweite Lesen eher etwas seltsam angehört hat. Richtig gut finde ich auch die Verwendung der Zahlen und auch 4K anstelle von 40.000 oder sogar der ausgeschriebenen Form, irgendwie wirkt das dadurch viel stumpfer und diese Atmosphäre bleibt erhalten bzw. wird verstärkt. Plötzlich gibt es dann ein lyrisches Du (ein Witz aus meinem Deutsch-LK, den ich mir nicht verkneifen konnte, haha); also eine Person an die gesprochen wird und man kann schließen, dass sie die Person ist, die genau so lebt wie zuvor beschrieben. Und der Dreh ist nun das Prisma. Sehr nette Idee diese Umsetzung des Themas, gefällt mir. Finde die Conclusio aus dem Drabble richtig gut!


    Nun mal zum Sprachlichen. Da es sich ja nur um ein Drabbel handelt kann ich hier einfach mal auf jeden Satz einzeln eingehen. Achtung, ab hier wird's teilweise subjektiv. Zum einen gehe ich natürlich auch auf Grammatik ein, aber ich lasse auch Formulierungssachen einfließen und das ist natürlich nie komplett objektiv, weil da jeder so seine Vorlieben hat. Deshalb schau ruhig was davon du annehmen möchtest. (: Rot markierte Sachen sind falsch, blau markierte würde ich persönlich ergänzen und grün markierte musst du (der Grammatik halber) ergänzen.

    In Zeiten wie diesen, in der (1) der Informationsgehalt (2) so groß wie noch nie war (3), ??? (4) Menschen sich aber nur die „Fakten“ raussuchen, die ihnen gefallen, und uns Kriege und Krisen uns so nah gebracht haben, wie zuvor noch nicht gesehen, (5) aber jeder auf seinen persönlichen Abstand beharrt. (6)


    Das versteh' ich nämlich nicht ganz ... Also; grammatikalisch. Ganz von vorne: Erstmal brauchst du die Mehrzahl "denen" (1) und nicht die Einzahl, denn es sind die Zeiten. Dann (2) frage ich mich, ob Informationsgehalt wirklich das richtige ausdrückt. Eine Nachricht hat einen Informationsgehalt. Bspw. 50% und der Rest ist Unsinn. Aber ich denke du meinst eher die Menge an Informationen; ggf. also eher die Informationsdichte oder Informationsmenge?
    Als nächstes ist es dann etwas unverständlich, dass der Satz mit den Menschen (4) zum Hauptsatz gehört. Eigentlich würde man auch hier wieder "in denen (die)" hinzufügen, aber das würde tatsächlich das Drabble sprengen. Ich würde vielleicht stattdessen "aber" streichen und "doch" an die Stelle der Fragezeichen setzen, das ließe alles geschmeidiger klingen, meiner Meinung nach, und außerdem das uns dann hinter die Kriege und Krisen schieben, sonst geht das unter und man versteht den Zusammenhang nicht so ganz.
    Die Zeitform Vergangenheit sollte hier falsch sein, die Informationsmenge ist doch jetzt so groß, wie sie früher noch nie war. Aber da du hier den Teil der Vergangenheit einschiebst und sein Verb weglässt musst du mit deinem Verb auch in der Gegenwart bleiben.
    Über (5) musste ich wirklich lange grübeln, aber ich glaube, du kannst da einfach ein Komma setzen. Was genau meinst du mit "wie zuvor noch nicht gesehen"? Ich schätze das bezieht sich auf "so nach gebracht -> wie zuvor noch nicht gesehen". Ich würde da ein Komma dann setzen zwischen gebracht und wie. Um dann aber die richtigen Betonungen zu erhalten würde ich nach dem Relativsatz der Fakten ein "und" setzen.
    Zuletzt bin ich der Meinung dass hier auf jeden Fall am Ende was fehlt. "In Zeiten, in denen [...] und [...] aber [...]" ... da muss doch dann noch was kommen. Und zwar was genau jetzt in diesen Zeiten ist. Meiner Meinung nach kannst du einfach den letzten Teil umstellen und zum Hauptsatz machen (6), damit das klappt.
    Weil das jetzt eigentlich viel zu viel auf einmal war, hier einfach mal "meine" Version des Satzes:
    "In Zeiten wie diesen, in denen die Informationsmenge (Menge an Informationen) so groß wie noch nie ist, doch Menschen sich nur die Fakten raussuchen, die ihnen gefallen, und Kriege und Krisen uns so nah gebracht haben, wie zuvor noch nicht gesehen, beharrt dennoch jeder auf seinen persönlichen Abstand."


    In Zeiten von 4K Auflösung und 30 Milliarden Farben, Leute nur Schwarz-Weiß sehen möchten. (1) Braun noch im besten Fall bestenfalls. (2) In solchen Zeiten würde ich dir gerne ein Prisma ins Auge setzten (3), damit du siehst wie viel Vielfalt in „Weiß“ steckt.


    Bei (1) finde ich die Satzstellung komisch. Vielleicht ist das auch gewollt, aber ich würde lieber das Komma weglassen und "möchten (die) Leute nur Schwarz-Weiß sehen."
    (2) ist kein Fehler, aber da ich bei der Korrektur des ersten Satzes glaube ich das ein oder andere Wort mehr gebraucht habe, könntest du hier zwei Wörter einsparen.
    Zuletzt noch ein kleiner Rechtschreibfehler; setzen ohne das zweite t bei (3).


    Was die Formulierungen angeht noch ein bisschen holprig, vor allem der erste Satz ist ziemlich durcheinander. Ich glaube, der war einfach sehr lang und dadurch auch nicht einfach zu strukturieren. Meistens ist das nämlich so, lange Sätze klingen zwar schön und wirken stilistisch hochwertig, aber dann dürfen sie auch absolut keine Fehler haben, d.h. müssen richtig und sinnvoll verbunden sein. Gerade in einem kurzen Text wie in einem Drabble würde ich versuchen diese sehr langen Sätze eher wegzulassen, weil sonst kommt es dem Leser so vor, als hätte er nur einen Satz gelesen. Mit mehreren kurzen, prägnanten Sätzen (die natürlich trotzdem nicht abgehakt wirken sollten; so wie du es dann gegen Ende geschrieben hast ist es gut!) erzeugst du in den 100 Wörtern ein viel stärkeres Bild und außerdem entsteht eher ein Lesefluss.


    Insgesamt gefällt mir Prisma besonders inhaltlich aber sehr gut und ich bin gespannt, was ich so als nächstes von dir zu lesen kriege. Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß beim Schreiben!
    Liebe Grüße

  • Hallo Obscuritas,


    dein Phönix umfasst mehr Inhalt, als eigentlich erzählt wird und dadurch entsteht beim Durchlesen der Eindruck, als würde etwas fehlen. Konkret heißt das, dass du einige Dinge andeutest, aber gar nicht so sehr ins Detail gehst und bei der Thematik würde es sich aber durchaus anbieten, auf dem Text aufzubauen und noch mehr zu erzählen. Die Erinnerungen eines vergangenen Ichs zu besitzen kann nämlich mitunter für Probleme sorgen, wenn diese Bilder und Erinnerungen öfter ins Gedächtnis gelangen, als es der Hauptcharakter vielleicht möchte (außerdem benötigt er noch einen Namen). Ich muss zugeben, dass ich den Text wegen der älter angehauchten Sprache auch relativ schwierig zu lesen empfand. Das unterstützt aber die Verwirrung, in der sich der Mann befindet und so muss man während des Lesens auch aufpassen, mitzukommen und nicht einfach alles als gegeben hinzunehmen. Denn das alles hat ja durchaus seinen Hintergrund, den du auch erklärst. Warum das alles so ist, das ist wiederum eine andere Geschichte. Grundsätzlich gefällt mir der Verlauf aber gut und das Verwirrspiel zwischen totem und wiederauferstandenem Mann ist interessant.


    Wir lesen uns!

  • Hallo Obscuritas! (:


    Nachdem es bekanntlich heißt, dass aller guten Dinge drei sind, schreib ich mal den dritten Kommi in dieses Topic. Dein Topictitel war für mich ein Klickmagnet und nachdem ich mich an dem Text „Phönix“ festgelesen hatte, wollte ich auch gleich mal bissl Feedback dalassen. Here goes!


    Phönix
    Dieser Text ist sehr interessant, denn auf der einen Seite bin ich komplett verwirrt, auf der anderen Seite aber auch total fasziniert. Sicher ist, dass es sich hierbei um eine wichtige Szene handelt, doch sie ist sehr aus dem Zusammenhang erzählt, sodass ich mich eigentlich nur frage: Wer, wie, wo, was?
    Aber der Reihe nach.
    Wer Caecilia ist erfährt man im ganzen Text nicht — interessant ist allerdings, dass sie den Mann schlicht mit „Fremder“ anredet. Warum sie das tut, weiß man nicht, aber ich vermute, dass sie eine bestimmte Aufgabe hat, die hier jedoch nicht näher betrachtet wird. Im Grunde wird Caecilia ohnehin nur am Anfang des Textes erwähnt und am Ende — sie bleibt eine Randfigur, vielleicht in diesem Fall aber „Rahmenfigur“. Sie wird als erstes genannt und dann gleich mit Namen. Mann, ich würde echt zu gern wissen, was sie dort macht und warum sie mit einem Toten spricht.
    Was mich gleich zum nächsten interessanten Aspekt führt: der tote Mann. Die Vorstellung eines Zombie schiebe ich mal beiseite, aber ein Geist scheint er irgendwie auch nicht zu sein — jedenfalls kam das für mich nicht heraus. Befindet er sich also in einer Art Zwischenwelt? So jedenfalls, hab ich mir das vorgestellt. Das macht zwar Caecilias Aufgabe immer noch nicht klar, aber würde vielleicht erklären, warum sie ihn sieht und mit ihm spricht und sonst niemand. Andererseits könnte der tote Mann auch nicht buchstäblich tot sein. Auch hier: eine Menge offener Fragen.
    Der tote Mann ist fixiert auf einen Punkt wo vor wenigen Momenten noch eine Person stand. Eine Frau. Faszinierend fand ich, wie du im nächsten Moment die Begebenheiten der Welt in der wir uns befinden dargestellt hast, in dem du von Kriegern und Magiern sprachst. Anfangs hatte ich das Ganze nämlich noch in die moderne Welt gesetzt — auch wenn ich nicht sagen kann, warum eigentlich. Es kam mir irgendwie in den Sinn.
    Und dann wird es richtig verwirrend. Der tote Mann kennt die Frau und kann sie doch nicht kennen? Äh, what?! Er kannte sie, bevor er fiel, aber dann kannte er sie doch, als er noch lebte. Oder wolltest du damit ausdrücken, dass man seine Erinnerungen verliert, wenn man stirbt und es deshalb nicht möglich sein kann, dass er sie kennt?
    Wie auch immer, der kurze Anblick der Frau — der zweiten Person die einen Namen in diesem Text erzählt — nimmt ihn ganz schön mit. Du erklärst nicht warum, denn irgendwie scheint es sich hier um Erinnerungen zu handeln, die der tote Mann irgendwie gar nicht haben dürfte. So hab ich das verstanden und gleichzeitig gefragt, wie es sein kann, dass er sich dann doch an die erinnert. Klar wird jedenfalls, dass die beiden etwas verbunden hat, was jetzt aus irgendeinem Grund noch da ist obwohl es das nicht mehr sein sollte. Oder so — wie gesagt, die ganze Sache ist sehr verwirrend.
    Der letzte Teil wird dann auch noch mal etwas verwirrend. Du sprichst von Versammelten, obwohl die Anhöhe ja eigentlich leer ist. Jedenfalls hast du das am Anfang des Textes noch gesagt — oder hab ich das nur so verstanden? Der letzte Teil vermittelt so eine Aufbruchsstimmung und ich finde, den Wind hast du hier sehr gut genutzt, um das zu verdeutlichen. Ich vermute ja, es hat irgendwas mit Prismia zu tun, warum der tote Mann jetzt auf einmal so entschlossen ist und Caecilia sogar dazu anhält, ihn bei seinem Namen zu nennen. Den erfährt man nicht, obwohl der Wind scheinbar den Namen des Mannes weiß.
    Caecilia ist am Ende dann allein, zögert dem Mann zu folgen, weil sie in seinen Augen etwas gesehen hat. Einen goldenen Schein … mhm … ein Phönix! Okay, das hab ich mir einfach aus dem Titel genommen, ich bin weiterhin sehr verwirrt von dem ganzen Text. Was ihn nicht schlecht macht. Im Grunde finde ich die ganze Szenerie nämlich sehr gut beschrieben. Die Empfindungen des toten Mannes sind sehr gut dargestellt, sodass ich nicht ganz begreifen konnte, wie er so lebendig sein kann, wenn er doch tot ist. Andererseits ist er ja „wiederauferstanden“ — nur wie kann er da dann noch als tot bezeichnet werden? Ja, das sind so Fragen, die ich mir stelle. Im Grunde hab ich eine Menge Fragen und es kommt mir so vor, als könnte man diesen Text nicht ohne Hintergrund verstehen. Dafür wirkt diese Momentaufnahme zu sehr als Teil eines größeren Bildes. Nichtsdestotrotz hat er mir gefallen! Und auch so kleine Werke, die den Leser verwirren mögen, haben ihren Stellenwert. Denn die Idee, die du hier umgesetzt hast ist wirklich reizvoll. (:


    So, dann bin ich mal gespannt, was hier noch so folgen wird!

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    http://i.imgur.com/NtGR2IZ.png

    also mache ich doch das Beste draus und versuche dieses Topic am Leben zu halten.


    Fängt ja gut an...



    Es ist jetzt bald drei Monate her, seitdem ich dieses Topic aufgemacht habe. Und genau so lange ist mein letztes (und bislang einziges) Update her. Gerade zum Start eines neuen Threads hätte man sich wohl bemühen müssen, Präsenz zu zeigen.
    Wie war das noch gleich mit Ablenkung, bis man die ursprünglichen Arbeiten wiederaufnimmt? Jedenfalls wollte ich meinem jungen Topic nicht noch länger als nötig verstauben lassen und bringe dieses Mal einen kurzen Text mit, den ich für den letzten Wettbewerb geschrieben habe. Dazu aber mehr im zweiten Post.
    Und nun zum eigentlichen Thema: Rekommis!






  • http://i.imgur.com/sLyZKza.png http://i.imgur.com/YPoHwZY.png














    Im ersten Post angekündigt, geht es hier nun ans eigentliche Update. Da bei mir die Klausurphase allmählich immer näher rückt und ich immer öfter die weißen Wände der Bibliothek sehe, bleibt mir kaum noch die Zeit kreativ auf die Tastatur zu hauen. Das hat dieses Topic wohl auch zu spüren bekommen, tut mir leid! Ich habe es allerdings geschafft mich beim vorletzten FF Wettbewerb zu beteiligen. Das ganze zwar nur mit mäßigem Erfolg, es hat aber wirklich Spaß und Lust auf mehr gemacht. Daher werdet ihr wohl des Öfteren hier mal ein paar meiner Abgaben zu sehen bekommen, denke ich.
    Ein paar Worte zur Abgabe selbst. Fangen wir doch mal ganz locker mit ein paar Fun Facts an:


    • Ich habe zwei Stunden vor Abgabeschluss zu schreiben angefangen
    • Ich bin nur wenige Minuten vor der Deadline fertig geworden
    • Ich erinnere mich noch verstörend genau an die Dialoge in Star Wars
    • Ich hatte beim Schreiben und den ganzen folgenden Tag ein Ohrwurm von diesem Stück
    • Imperator Palimpalim hätte die Filme so viel besser gemacht
    • Als ich mitbekommen habe, dass ich beim Lesen Fehler übersehen habe, habe ich ein Loch gebuddelt, bin hineingestiegen und habe es bis heute nicht mehr verlassen



    Was mich wohl am meisten bei diesem Text geärgert hat ist, dass ich mich selbst unnötiger Weise unter erheblichen Zeitdruck gestellt habe und die Abgabe darunter gelitten hat. Ursprünglich wollte ich diese noch mehrmals überarbeiten, den Pokémonbezug stärker einbinden und vor allem mehr Witze einbauen. Zeit ist allerdings nicht mein Freund und Time Management ein Fremdwort für mich, weswegen am Ende herausgekommen ist, was herausgekommen ist.
    Ich werde mich eines Tages auf jeden Fall noch mal diesem Text widmen und ihm die Form geben, die er verdient. Fürs erste muss dieser halb-gute Zustand ausreichen. Für alle, die den Text noch nicht kennen oder ihn erneut lesen möchten: Viel Vergnügen beim Lesen!


    PS: Ich habe nach dem Wettbewerb so oft nach Fehlern im Text gesucht, bis ich ihn schließlich nicht mehr wirklich gelesen, sondern nur gesehen habe, was ich sehen wollte. Sollte also jemand noch etwas finden, was ausgebessert werden muss, teilt es mir bitte mit!





    (Pokémon)Kampf der Helden




    „Ihr werdet sie mir nicht wegnehmen!“
    Ich erkannte das Mewtu, das mir gegenüberstand, beinahe nicht wieder. Da war so viel Zorn in ihm, er handelte impulsiv und überaus aggressiv. Es war also wahr, Anakin war der dunklen Seite verfallen. Er war nicht mehr länger der Junge, den ich und Meister Ju-Gong Jinn auf Tatooine aufgelesen hatten. Selbstlos, Hilfsbereit und ausgestattet mit einem unglaublichen Talent für Pottrott-Rennen. Nein, der Anakin, der vor mir stand, war nichts mehr als eine Ansammlung aus geballter Wut und Verblendung.
    „Dein Zorn und deine Gier nach Macht, haben das bereits bewirkt. Du hast diesem … dunklen Windspiel gestattet dich zu manipulieren, bis du schließlich zu genau dem geworden bist, das du geschworen hast zu vernichten“, versuchte ich ihn zu Vernunft zu bringen.
    „Haltet mir keine Vorträge, Lucari-Wan. Ich durschaue jetzt die Lügen der Jedi. Ich fürchte die dunkle Seite nicht wie ihr. Ich habe etwas vollbracht! Ich habe Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit für mein neues Imperium geschaffen.“
    „‘Dein neues Imperium‘?!“
    „Zwingt mich nicht Euch zu besiegen!“
    „Anakin, meine Loyalität gilt der Liga, der Demokratie!
    „Wenn Ihr nicht auf meiner Seite steht, dann seid Ihr mein Feind.“
    „Nur ein Sith kennt nichts als Extreme. Ich werde tun, was ich tun muss“, sagte ich, während ich mein Lichtschwert vom Gurt löste.
    „Dann versucht es.“
    Und mit diesen Worten überwand er mit einem Rückwärtssalto die Distanz zwischen uns, entzündete sein Schwert und ließ fortan nur noch seine Klinge für sich sprechen.
    Mir blieb kaum Zeit über mein Vorgehen nachzudenken, zu sehr war ich damit beschäftigt die regelrechte Salve an Schwerthieben zu parieren. Anakins Attacken ließen kaum Raum für strategisch ausgeklügelte Manöver. Nur Instinkte und Jahrzehnte lange Erfahrung lenkten meine Bewegungen.
    Er bestimmte das Tempo und die Richtung in diesem Kampf, ich versuchte mein Bestes um mitzuhalten. Die dunkle Seite hatte ihn ohne Zweifel gestärkt, noch war er ihr aber nicht vollends ergeben, was bedeutete, für mich bestand noch eine Chance ihn zu bekehren. Auch, wenn Meister Quaxo darauf bestand, dass er zu einer zu großen Bedrohung geworden ist, um ihn am Leben zu lassen, konnte ich ihn einfach nicht töten. Noch nicht, nicht solange eine Chance bestand ihn wachzurütteln. Auch, wenn es mit einem Lichtschwert sein musste.
    Unser Kampf führte uns quer durch schwebende Einrichtung, hinauf zu Aussichtsplattformen, durch die Hangar und entlang durch schmale Korridore, die ein regelrechtes Feuerwerk an Funken versprühten, wann immer die Lichtschwerter an den Wänden kratzten. Wir erreichten den Kontrollraum, wo wir zum Halt kamen und unsere Klingen immer schneller für uns sprechen ließen. Anakin parierte jeden meiner Angriffe und schien diese mit mehr und mehr Wut zu kontern. Ich rühmte mich nie meiner Fertigkeiten mit dem Lichtschwert, so lag meine Spezialität doch eher im Beobachten und Verstehen meines Gegners. Ich schlug meine Kämpfe mit Geduld, nicht mit Kraftschub. Doch dies war in Anbetracht Anakins Zustand nun unmöglich, sollte ich auch nur einen kurzen Moment zögern, würde er mich niederstrecken. Bei dieser Geschwindigkeit würde ich jedoch nicht lange standhalten und ich spürte allmählich, wie mir der Kampf zu entgleiten drohte. Etwas musste unternommen werden.
    Unsere ineinander verzahnten Schwerter lösten sich und ich begann mein Ablenkungsmanöver. Anstatt anzugreifen wirbelte ich die blaue Klinge meines Schwertes mehrere Male auf spektakuläre Weise um meinen Körper herum. Und wie erwartet, folgte Anakin meinem Beispiel. Dieses Kunststück war vollkommen sinnlos im Kampf, sah aber verdammt cool aus. Und es gab mir einen Moment Zeit meine nächsten Schritte zu planen.
    Zeitgleich ließen wir unsere Lichtschwerter wieder aufeinander zurasen, tänzelnd umeinander herum, griffen an, parierten und ignorierten den Schaden, den wir den Kontrolleinheiten zufügten.
    Plötzlich gewann Anakin die Oberhand, packte mich mit aller Kraft seiner kybernetischen Hand an der Kehle und drückte zu. Ich hatte seinem Klammergriff nichts entgegenzusetzen und konnte nur hilflos dabei zusehen, wie er mit seiner freien Hand versuchte mir den Kopf mit meinem eigenem Schwert abzutrennen.
    Gerade als ich die vom Schwert ausgehende Hitze im Gesicht verspürte, befreite ich mich mit einem Fußtritt von seinem eisernen Griff, rollte herum und sprang zurück auf die Füße. Doch ehe ich zu einem Gegenschlag ansetzen konnte, holte mich das Mewtu mit Turmkick erneut von den Beinen. Ich hatte seinen nächsten Angriff bereits erwartet und unterband ihn mit einem Fegekick, der nun Anakin den Boden unter den Füßen raubte. Ich streckte meinen Willen nach meinem Lichtschwert aus, dass ich in diesem Nahkampf verloren hatte und nutzte die Gelegenheit mein Gegenüber zu attackieren. Doch er tat es mir gleich, zog mit der Macht nach seinem Schwertgriff und stoppte meine Klinge noch bevor sie ihn erreichen konnte. Ich wich seinem Streich aus und gab ihm so ungewollt die Möglichkeit sich wiederaufzurichten. Mit einem großen Satz verkürzte ich die Strecke zu ihm und ließ die Macht durch meine Hand in seine Richtung stoßen. Anakin hatte die selbe Idee und für einen kurzen Moment rangen wir nur mittels unseres Willens um die Oberhand. Der Kräftevergleich forderte seinen Tribut und schleuderte uns beide in die entgegensetzte Richtung.
    Das Mewtu war der erste, der sich wieder aufrappelte, geradewegs über den Tisch lief und mit seiner aktivierten Klinge auf mich zu sprang. Ich rollte mich gerade noch rechtzeitig zur Seite und sah bei zu, wie das Kontrollpult durch Anakins Lichtschwert außer Betrieb genommen wurde. Mit einem schrillen Alarm warnte uns das System, dass der schützende Schild der Anlage sich auflöste und das gesamte Gebäude in die Lava des Magmaplaneten stürzte.
    Ich lief so schnell ich konnte hinaus auf eine Aussichtsplattform, sprang über das Geländer und ließ mich auf eine Schwebeplattform fallen. Hinter mir stürzte die Anlage in den heißen Tod. Doch machte ich mir gar nicht erst die Hoffnung, dass Anakin zusammen mit dieser untergehen könnte. Wir hatten schon schlimmeres überstanden. Mein Gefühl trog mich nicht, denn nur wenige Momente nach mir, sprang auch Anakin von der Plattform und landete auf einen kleinen Überwachungsdroiden.
    Während wir langsam aufeinander zu schwebten, kam zum ersten Mal Ruhe in unseren Kampf hinein.
    „Ich habe an dir versagt, Anakin… ich habe an dir versagt.“ Ich konnte nicht anders, als meinen Missmut auslassen zu müssen.
    „Ich hätte wissen müssen, dass die Jedi planen die Herrschaft über die Region zu übernehmen.“
    „Anakin, Kanzler Palimpalim ist das Böse!“
    „Nach meiner Meinung sind die Jedi das Böse!“, erwiderte er.
    „Dann bist du verloren!“ Das war er wirklich. Anakin gab es nicht mehr, nur noch den Sith Lord, Vader. Ich erkannte es nun.
    Kaum hatte der Droide meine Plattform erreicht, sprang Darth Vader mit einem Salto auf meine Seite hinüber und ließ unsere Schwerter sich erneut kreuzen.
    „Das ist das Ende für euch, mein Meister“, ließ er verlauten.
    Aus dem Augenwinkel entdeckte ich, dass der Lavastrom an einer Anhöhe vorbeifloss. Das war der Vorteil den ich benötigte um diesen Kampf zu wenden. Kaum hatte ich also seinen Hieb pariert, trat ich rückwärts bis an den Rand der Plattform und sprang an festes Land.
    „Es ist vorbei Anakin, ich habe Magnetflug!“
    „Ihr unterschätzt meine Macht …“
    „Versuch es nicht!“ Ich ahnte, was er vorhatte.
    Mit einem gewaltigen Sprung setzte mir Vader hinterher, doch noch bevor er den Boden erreichte, erwischte ihn mein Lichtschwert. Es trennte ihn von beiden seiner Beine und seinem verbleibenden, gesunden Arm. Mit einem ohrenbetäubenden Schmerzensschrei rollte der Torso geradewegs auf die Lava zu und kam nur wenige Meter vor dieser zum Stehen.
    Ich blickte traurig auf das, was von ihm übriggeblieben ist, herunter.
    „Du warst der Auserwählte! Es hieß, du würdest die Sith vernichten und nicht, dass du dich ihnen anschließt! Du würdest die Macht ins Gleichgewicht bringen und nicht ins Dunkle stürzen!“
    „ICH HASSE EUCH!“
    „Du warst mein Bruder, Anakin … ich habe dich geliebt …“
    Der Hitze der Lava fraß sich mit unbändigen Verlangen durch seinen Körper, setzte ihn zischend in Brand. Er würde hier sein Ende finden und kein Feuerheiler der Galaxis könnte diese Wunden lindern.
    Ich hob sein Lichtschwert – das letzte Andenken an den Anakin, den ich mir in Erinnerung behalten wollte – auf und warf einen letzten Blick auf meinen ehemaligen besten Freund. Anakin, das Wunderkind. Anakin, der Auserwählte. Anakin, der keinen Sand mag. Er war einst ein Jedi, wie ich. Doch dann bekam er ein Lichtschwert ins Knie.
    Ich wandte ihm den Rücken zu und überließ ihm seinem Tod.
    Imperator Palimpalim spürte, dass sein Schüler noch am Leben war. Er konnte sein Schmerz fühlen, seinen Hass. Etwas Furchtbares muss ihn wiederfahren sein.
    Seine Sinne leiteten ihn an den Rand des Magmastroms, wo er eine traurige, verkohlten Gestalt sich winden sah. Es war Vader. Er hatte verloren, doch er war noch am Leben.


    Palimpalim schwebte vorsichtig zu ihm hin und begutachtete den Schaden, der angerichtet worden war.
    „Annie, are you ok?“, sang er vorsichtig. Ein gequältes Stöhnen antwortete ihm.
    „Bringt ihn auf mein Schiff, sofort! Er braucht Behandlung“, verlangte der Sith Lord.
    „Mein Heer?“, ersuchte ein Ditto-Krieger seine Aufmerksamkeit.
    „Sprich.“
    „Wir … wir hatten am Montag eine Büroparty für Lord Vader geplant …“
    „Er wird da sein. Verbrennungen dritten Grades und abgetrennte Glieder sind kein Grund nicht zur Arbeit zu erscheinen.“
    „Verstanden, mein Lord!“

  • Hallo Obi-wan,


    zuerst einmal ein paar Zitate.



    So. Zuallererst mal fand ich Lucario mit einem Lichtschwert eine gute Vorstellung, weil da auch die Aura irgendwie miteinfließen kann, sodass es Sinn ergibt. Dasselbe lässt sich dann im Grunde auch auf die anderen Pokémon mit Lichtschwertern übertragen, was bei Mewtu als Psycho-Pokémon ebenfalls funktioniert. Dass der Gegner allerdings Mewtu ist und sich so leicht überwältigen lässt, hat da schon einen faden Beigeschmack. Mewtu wird relativ oft als Antagonist verwendet und eigentlich bräuchte es doch gar kein Schwert, um sich verteidigen zu können, sondern kann auch einfach auf das Force zurückgreifen. Im Zusammenhang mit der Szene hätte sich ein anderes Pokémon vielleicht besser angeboten.
    Jedenfalls hast du eine interessante Performance zu einem spannenden Zeitpunkt abgeliefert, der sich durch einige Witze selbst nicht ernst nimmt und trotzdem ernst bleibt. Dass du dabei aktiv Pokémon-Referenzen eingebracht hast, war eine gute Auflockerung und hat auch für den nötigen Zusammenhang gesorgt. Beim Lesen hab ich mich unterhalten gefühlt und am Ende hätte ich dann doch gerne mehr über diese Büroparty erfahren.


    Wir lesen uns!

  • Star Wars und Pokemon? WAAAAAAAAAAAAAS? Wotzefak! Ok, das möchte ich mir auf jeden Fall mal ansehen.


    Eine Mischung aus echten Zitaten und echten Originalhandlungssträngen mit einigen parodistischen, fast schon in dieser Konstellation grotesk anmutenden Elementen, die aber in jedem Fall ziemlich unterhaltsam waren zusammen mit einer Übersetzung des Star Wars-Settings in eine Art PMD-Welt mit zivilisatorischen Pokémon in einer komplexen Gesellschaft. Ich muss schon sagen, dass das ziemlich einzigartig ist. Wäre ich jemals auf sowas gekommen? Vermutlich nicht, und ich bin schon auf einige überraschende Sachen gekommen.
    Ju-Gong Jinn ... Lucari-Wan ... Meister Quaxo ... Kanzler Palimpalim ... und Anakin Mewwalker? xD Von den Charakteren her finde ich die Wahl ausgezeichnet getroffen - gut, Palimpalim hat mit seiner Engelsstimme vielleicht etwas weniger mit Darth Sidious gemeinsam, aber das Intrigante kann man einem Friedhofspokémon, das einem sicherlich leicht Honig um den Mund schmieren kann, auch gut vorstellen. Andere Charakterzüge und andere Physis, die aber letztlich zum gleichen Effekt führen.
    Beim Pottrottrennen kam ich auch nicht ums Lachen herum. xD Das ergibt ja sogar Sinn, wenn man sich die Form des Pokémon zu Gemüte führt! Vielleicht hättest du ja noch erwähnen konnen, wie Ani seinen großen Rivalen Sebulbasaur in einem solchen Wettkampf besiegt hat! :D
    Dass die Liga dem Jedi-Rat bzw. der Galaktischen Demokratie entspricht, halte ich auch für sehr passend. Fast schon wie in Twitch Plays Pokémon, wo es eine Demokratie und eine Anarchie gab - und Anarchie entspräche hier wohl einer Rocket-ähnlichen Organisation, dem Team Sith? ^^
    Ein Lichtschwert ins Knie. ;w; Got it. xD
    Dittokrieger am Ende, auch sehr schön - und dann direkt dahinter das wieder vollkommen skurrile, außerhalb des eigentlichen Kontexts: suddenly Büroparty. xD
    Welche Pokémon wohl die anderen Charaktere verkörpern würden? Padmévoir? Tuskakrieger? Das schöne an deiner Geschichte ist, dass sie noch so viel Material für weitere Episoden bieten würde, war echt toll! :D


    @Obscuritas

  • Hallo Obscuritas! (:


    So, da bin ich wieder und geb dir ein bissl Feedback zu deiner Wettbewerbsabgabe. Ich weiß leider gar nicht mehr, ob ich damals im Vote darauf eingegangen bin oder nicht … vielleicht wiederholt sich also manches. Anyway, los geht’s!



    Ich mag den Text und ich find’s auch eine gelungene Parodie auf diese Szene aus Episode III. Sowohl das Mewtu Anakin als auch Lucari-Wan sind gut charakterisiert. Der Anfang klang noch nicht sehr parodiert, es sei denn, man empfindet bereits das abändern der Namen aus dem Star Wars Universum, damit sie zu Pokémon passen als parodiert. Hab ich aber noch nicht so empfunden, weswegen ich natürlich gespannt weiterlas, was da noch alles kommen wird. Und dann kam die Szene, wo Lucari-Wan einfach nur sein Lichtschwert umherwirbelt und Anakin es ihm gleichtut, was aber überhaupt keinen Sinn hat. Und ab da sah ich die Parodie. Du bliebst zwar weiterhin sehr subtil, weil deine Beschreibungen von dem Kampf einfach viel zu spannend zu lesen waren, um für mich als parodiert zu gelten. Dafür hättest du die Sache mehr ins Lächerliche ziehen müssen, jedenfalls für meinen Geschmack. Im Grunde hat es mir so aber richtig gut gefallen, weil ich den Kampf so richtig gut verfolgen konnte. Ich mochte die Dynamik hier sehr und fühlte mich gleich wieder wie beim Ansehen des Films. Das Einbauen der Pokémonattacken in den Text ist dir auch gelungen, war so subtil, dass ich an manchen Stellen erst die Attacke gar nicht erkannt hab, bis mir einfiel: oh wait, das ist ja ne Attacke! (Das kann aber auch daran liegen, dass ich mir gerade neuere Attackennamen ums Verrecken nicht merken kann.)
    Gegen Ende kam die Parodie dann mehr raus, gerade das Auftreten von Kanzler Palimpalim — das muss man sich bildlich vorstellen, es ist zu gut! — hat der ganzen Sache die Krone aufgesetzt. Der Bruch hier war zwar ziemlich hart, aber nur passend für eine Parodie. Braucht es ja auch nach einer derartig actiongeladenen Szene, die so dramatisch endet, weil ein Charakter beinahe stirbt und dann „ja, also wir haben da ne Büroparty …“ Einfach zu gut!
    Weiß gar nicht, was ich noch großartig sagen soll, weil ich den Text einfach sehr genossen hab. Ich hab hier auch das Gefühl gehabt, dass du bei der Kampfszene gezeigt hast, wie gut du diese beschreiben kannst, was dem Text diese Nuance Ernsthaftigkeit gegeben hat, die es braucht, damit am Ende die Parodie besonders gut wirkt. Da freu ich mich schon sehr auf deine nächsten Werke!