Bottom of the sea



  • >>Stille Wasser gründen tief<<


    Guten Tag, Menschen und andere Wesen - herzlich willkommen in meinem Kurzgeschichten & Gedichte Topic! Ich freue mich, euch hier am Meeresgrund begrüßen zu dürfen und hoffe, ihr schaut euch noch etwas um (:.


    Beginnen wir doch mit einer kleinen Vorstellung meinerseits; ich bin Naoko, auch bekannt als das Nao, und aktuell sechszehn Jahre alt (Aktualisierung ggf. fehlend). Ich schreibe bereits seit meiner Kindheit kleinere Geschichten, doch wirklich gut waren diese nie. Im Laufe meiner BisaBoard-"""Karriere""" habe ich mich auch das ein oder andere Mal an einem Wettbewerb im Fanfiction-Bereich versucht, doch immer erfolglos. Oktober 2015 startete ich dann eine Fanfiction mit dem Namen "Princess" auf Fanfiktion.de. Diese erfreute sich großer Beliebtheit und ich erhielt eine menge positiver Kommentare, weswegen ich neuen Mut fasste und 2016 an einigen Wettbwerben im Bereich teilnahm. Ich gewann sogar den ein oder anderen dieser. Bereits damals wollte ich ein Topic erstellen, doch schob ich es immer wieder auf und so kam es nie dazu. Am Ende schaffte ich es sogar, am Saisonfinale teilzunehmen und erreichte den neunten Platz.





    2017 entschied ich mich dagegen, wieder an Wettbewerben teilzunehmen, da ich 2016 sehr viel Zeit in Kurzgeschichten und Fanfictions investiert und mich die Motivation verlassen hatte. Innerhalb der letzten Monate schrieb ich auch kaum. Doch in den letzten Tagen habe ich aufgrund der BBO wieder etwas Lust bekommen zu schreiben und dieses Mal werde ich auch alles in diesem Topic veröffentlichen <:.


    Nun, was schreibe ich so? In erster Linie Kurzgeschichten mit Fandombezug oder Slice of Life. Fantasy, das keinem Fandom entspringt, finde ich in kurzen Erzählungen immer etwas schwierig, da man sehr viele Details unterbringen muss - davon wird es also nicht viel geben. An Dramen möchte ich mich auch mal versuchen, da ich diese recht interessant finde, aber da muss ich mich noch einarbeiten. Gedichte hingegen wird es weniger geben - ich kann einfach keine Gedichte schreiben ^^'.


    Bevor ich weiterhin langweilige Dinge erzähle, kommen wir doch zu meinen Werken!


    [KG] Bird Set Free
    [Drabble] #01 - #09
    [Drabble] #10 - #16
    [Elfchen] Schneematsch
    [Gedicht] Die Geschichte der Unendlichkeit
    [KG] Die Geschichte des ganz wunderbaren Frederick
    [KG] Beernachten
    [KG] Puzzlestück
    [KG] Keine Rückkehr
    [Gedicht] Sternenlied
    [200 Zeichen] #01 - #06

    ► [Drama] Weltuntergangsbesprechung

    ► [KG] Zerbrochen

    ► [KG] Tomorrow

    [KG] Begleitet vom Regen


  • Hey Naoko, ich würde gerne dein Topic einweihen :3
    Eigentlich stehen aktuell noch ganz andere Texte auf meiner "to kommi"-Liste (das klingt kacke, aber ich lasse es mal so xD), allerdings soll ich ja lernen, kürze Kommentare zu schreiben und das klappt bei denen sicherlich nicht. Also schieb ich dich kurz rein.^^
    Zunächst kurz zum Startpost: Sind die Fische von dir? Ich mag vor allem die Kois am Ende der Seite, die sind sehr elegant. Und logischerweise passen sie auch zum Titel des Topics (musst nur aufpassen, dass man es nichts mit @Plutos verwechselt ;3). Übrigens kenne ich das Zitat als "Stille Wasser sind tief", aber "gründen" klingt doch irgendwie poetischer als ein langweiliges "sein". Ansonsten war ich etwas überrascht von der Vorstellung. Ich erinnere mich nicht daran, sowas so konkret schon einmal in einem Startpost gelesen zu haben, allerdings habe ich die meisten Startposts auch lange nicht mehr gelesen, also kann es auch sein, dass ich es nur vergessen habe. Wie dem auch sei, komme ich nun mal zu deiner Kurzgeschichte.
    Im ersten Moment fand ich den Titel etwas seltsam. Er klang für mich irgendwie falsch, wie ein Imperativ in verkehrter Reihenfolge oder so. Glücklicherweise hast du das Zitat aus dem gleichnamigen Sia-Song (den ich übrigens nicht kenne) angebracht, sodass ich die Grammatik endlich verstehen konnte. Die "Einfachheit" der englischen Sprache macht es manchmal deutlich schwieriger, zu verstehen, wie der Satz/Ausdruck gerade gemeint ist. Mit Artikel vor dem "bird" erschloss es sich mir plötzlich. Da aber der Song ja offenbar genauso heißt, sollte ich aufhören, den Titel in seiner Grammatik zu kritisieren, dafür kannst du ja nichts, das haben die Engländer irgendwann falsch gemacht.
    Bleiben wir mal eben beim Vogel-Thema. Es geht ja darum, dass deine Protagonistin (irgendwie glaube ich, dass es eine Sie ist, weil ich mir irgendwie die Freundschaft zu der ehemaligen Klassenkammeradin dadurch besser vorstellen kann) ihr kleines Dorf am Rande der Welt (so scheint es) endlich verlassen hat. Sie ist aus dem Nest gesprungen und frei wie ein Vogel geflogen. So weit, so gut, das kann ich so gut verstehen. Allerdings wirkt es vor diesem Hintergrund etwas seltsam, dass sie nun in ihr altes Dorf zurückkehrt. Versteh mich nicht falsch, ich mag die Geschichte gerade dadurch, dass sie das tut und ihr altes Leben beschreibt, aber dadurch rückt die Freiheit etwas weiter weg. Es ist schwierig zu beschreiben. Man merkt durchgängig, dass sie sich besser fühlt dadurch, dass sie gegangen ist (abgesehen davon, dass Schule einfacher ist als Uni), aber man sieht sie in diesem Text nicht fliegen. Nein, sie setzt sich wieder in ihr Nest und berichtet, wie toll es ist, zu fliegen. Das ist irgendwie ... leicht unpassend. Wie gesagt, nur zum Titel und zur Thematik, in der Geschichte selbst mag ich es. Ein letzter Punkt zum Vogel: Für mich ist das Bild am Ende irgendwie zu groß. Dadurch, dass es am Ende ist, wirkt es leicht, wie soll ich sagen, "erschlagend". Du hast halt auch schon eine kleinere Schrift, was den Unterschied noch verstärkt. Vielleicht wirkt es auch im dunklen Stil besser, wenn die Ränder sich nicht so sehr vom Hintergrund abgrenzen. Ich weiß es nicht, aber es wirkte auf mich irgendwie zu groß und wuchtig dafür, dass es eigentlich die Geschichte ausklingen lassen soll. (So habe ich es zumindest verstanden.)
    Bevor ich glaich tatsächlich zum Inhalt komme (wenn ich mich wirklich hätte kurz fassen wollen, hätte ich jetzt vermutlich schon fertig sein müssen ...), möchte ich noch kurz etwas zur Aufgabenstellung sagen. Ich erkenne sie nicht wirklich. Das ist natürlich kein Problem, weil dieser Kommentar nicht im Rahmen des Wettbewerbs entsteht und sie mir sogesehen vollkommen egal sein könnte, aber es ist eigentlich die gleiche Problematik wie mit dem Vogel. Ich schätze, der Erfolg ist hierbei, dass die Protagonistin es geschafft hat, dem Dorf zu entfliehen und nicht mit ihm in der Zeit steckenzubleiben. Aber das thematisierst du kaum. In der Geschichte geht es darum, dass sie zurückkehrt, nicht dass sie es geschafft hat, zu entkommen. Um mich in beiden Dingen vollends zu überzeugen, hättest du ihren ersten Tag in der (großen) Stadt beschreiben müssen. Das zeigt, wie sie fliegen lernt, wie sie es (ge)schafft (hat), auszubrechen, das zeigt ihre Freiheit. Und dann hättest du mit Vergleichen zum Dorf arbeiten können, beispielsweise, dass ein überfüllter Bus, der im Fünf-Minuten-Takt fährt, sie an den alten Schulbus erinnert. Also das wäre so mein Tipp gewesen. Vielleicht hätte es damit zu mehr als dem "echsten" Platz gereicht. ;p
    Also: Inhalt! Bei mir kann man mit nostalgischen Texten eigentlich immer punkten. (Wie viele Punkte das geworden wäre, kann ich nicht sagen, weil ich schon wieder viel zu wenig der Konkurrenz gelesen habe ...) Weißt du, ich habe immer mal wieder so kleine Ideen im Kopf, die ein/zwei Tage halten und nicht einmal erwarten, irgendwann geschrieben zu werden. Die von gestern spielte in einem kleinen Dorf "am Ende vom Nirgendwo" und war ganz offensichtlich von diesem Text hier inspiriert, den ich kurz zuvor gelesen habe. Ich mochte die Beschreibungen gerade am Anfang sehr gerne und hab auch gar nicht das Gefühl gehabt, dass da etwas fehlen würde. Okay, zwei/drei Dinge habe ich beim Lesen schon gedacht: 1. Ich hatte zunächst erwartet, dass die Mutter nichts von dem Besuch wusste. Das hätte der Protagonistin auch mehr Zeit gegeben, durch die Gegend zu wandern, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Ansonsten hätte sie doch aber sicher ein Handy gehabt und sich melden können, oder? 2. Ich war kurzzeitig überrascht, dass der Onkel noch (dort) lebte. Ja, ich hatte tatsächlich ganz kurz gedacht, er wäre vielleicht tot. Eigentlich hatte ich gar keine Zeit, das zu denken, aber es war trotzdem so. 3. Ja, die Nachbarin/Freundin war erstmal etwas seltsam. Also immer noch: Die Protagonistin wollte sich doch mit ihrer Mutter treffen. Ich hätte erwartet, dass sie sich vielleicht kurz unterstellt und den schlimmsten Regen abwartet, dass sie wirklich komplett reinkommt, hat mich überrascht. Aber gut, um ganz ehrlich zu sein, kann ich sie auch überhaupt nicht einschätzen. Man erfährt irgendwie mehr über das Dorf als über sie. Gut möglich, dass das der Länge geschuldet ist. Es gefiel mir, so viel über das Dorf und das Leben dort zu erfahren; gerade die Sache mit dem Schulbus fand ich sehr cool (auch wenn es etwas gedauert hat, bis ich kapiert habe, dass es ein Schulbus ist). Vielleicht ist mir deshalb gestern beim Lesen gar nicht wirklich aufgefallen, dass weder die Protagonistin noch irgendjemand sonst in dieser Geschichte einen Namen hat. Das wirkt erst im Nachhinein seltsam, beim ersten Mal hab ich es schlicht übersehen. Man braucht nicht unbedingt Namen für eine Geschichte, aber ich finde, sie tragen dazu bei, dass die Charaktere echter, runder, voller wirken. Ich schätze, es trägt zu ihrer Tiefe bei. Eigentlich tut so ein Name ja nichts, aber er gibt halt ein ganz anderes Gefühl. Aber eigentlich bin ich gar nicht befugt, da so viel zu kritisieren, wenn mir das beim ersten Lesen noch gar nicht aufgefallen ist.
    Nach Fehlern habe ich jetzt nicht spezifisch geguckt und beim einfachen Lesen ist mir keiner über den Weg gelaufen, also entweder habe ich schlechte Augen und/oder es geht ein Lob an @Galileo.
    So. Die letzten 1.194 Wörter zeigen, dass ich mich immer noch nicht so kurz halten kann, aber zum Teil will ich das auch gar nicht. Das einzige Problem daran ist, dass ich weniger Kommentare schreibe, dafür hoffe ich aber immer, dass meine Ausführungen den Autoren eine Freude macht. Und außerdem ist das schon kürzer als viele meiner Kommentare. In diesem Sinne hoffe ich, dir hat dieser Kommentar gefallen und er ist eine würdige Einführung in dein schönes, (noch) kleines Topic!
    ~ ShiraSeelentau


    P.S. Nein, ich brauche keine Absätze/Leerzeilen. Absätze an sich habe ich. :b

  • Hallo Nao,


    du hast da eine schöne Geschichte geschrieben, die sich vor allem mit Veränderungen im Leben beschäftigt. So eine Situation kennt locker jeder, dass er einfach nur noch von Zuhause, sei das jetzt aus dem Elternhaus oder gleich dem gesamten Ort, weg möchte und viel lieber das große Leben erkunden will. Oder studieren. Oder andere Dinge. Du weißt sicher, was ich meine.
    Und ich mag's, wie du neben dem aktuellen Geschehen mitten im Regen auf die alten Zeiten zurückblickst, als sich die Erzählerin an all diese Geschichten erinnert und so eine sehr nostalgische Atmosphäre entsteht. Umso überraschender am Ende, dass sie nicht wehmütig zurückblickt, sondern froh ist, dass der ganze Mist vorbei ist. Da hast du dir eine gute Pointe überlegt, die schließlich erst im Gespräch mit ihrer Freundin aufkam und dass diese ebenfalls aus dem Dorf wegziehen möchte. Wo ich schon mal bei ihr bin: Vielleicht hätte sich eine längere Einführung für diese Klassenkameradin angeboten, da das zufällige Raussehen aus dem Fenster und sofortige Erkennen ihrer alten Freundin etwas random wirkte. Obwohl der Dialog am Ende recht kurz war, hast du die beiden gut charakterisiert und man kann sich in etwa vorstellen, wie sie so ticken. Das schreit ja geradezu nach einer Fortsetzung, wo sie sich mal wieder sehen und sich austauschen!


    Zwei Sachen hab ich noch zum Schluss: Zum einen hättest du auf die Referenz mit dem Vogel und dem Nest aufbauen sollen. Ich mag diese Anspielung, weil man damit quasi grenzenlose Freiheit verbindet, aber das Problem ist, dass das nur im letzten Satz vorkommt und dementsprechend wenig Wirkung entfaltet. Hätte sich die Erzählerin schon während ihres Monologes darauf bezogen, könnte sich ein roter Faden durch die Geschichte ziehen, der die vielen Besichtigungen miteinander verbindet und eben auch diesen Ausbruch aus dem geschlossenen Kreis.
    Zum anderen ist die Schriftgröße schon ziemlich klein zum Lesen. Ich würde hier empfehlen, eine Stufe größer zu gehen, aber die Umsetzung liegt im Endeffekt bei dir, was dir lieber ist.


    In diesem Sinn: Wir lesen uns!




  • Drabbles #01 bis #09
    Fandom: /
    FSK: 6 (12 für Drabble #03)
    Aktuell mache ich als kleine Aufwärmung so einen Drabblemonat, wo man jeden Tag ein Drabble schreiben muss. Hier sind schon mal die ersten 9, nächste Woche kommen dann die nächsten 7.
    Heute aber leider ohne hübschen Schriftzug, weil mein Laptop kaputt ist ):. Werde ich dann später noch editieren.



    #01 – Start
    Der erste Schritt. Etwas Neues, das dir bisher unbekannt ist. Ein Weg voller Erfahrungen, gute wie schlechte. Bleib jetzt nicht stehen. Dreh dich nicht nochmal um, um zurückzublicken. Jetzt ist nicht der richtige Moment, um anzuhalten. Halte den Kopf oben wie ein König und blicke auf das, was sich vor dir erstreckt. Sehe die Möglichkeiten, die Menschen. Jetzt Stoppen ist keine Alternative mehr. Fall, wenn du es musst, aber stehe wieder auf. Gehe auch voller Dreck stolz weiter.
    Diesen Weg beschreitest du, weil du jetzt diese Entscheidung triffst. Weil du in diesem Moment diesen Schritt machst. Alles beginnt hier.


    #02 – Wahrheit
    Augen treffen sich. Der Blick ist kühl, frierend. Doch sie verspürt keine Kälte, sie verspürt auch keine Angst. Sie empfindet nur eine einzige Emotion: Ekel. In diesem leeren Raum, wo nur sie und ihr kaltes Spiegelbild sich befinden ekelt sie sich vor ihrem Ebenbild. Ihre müden Augen zittern unter dem Druck der aufsteigenden Tränen.
    Am liebsten würde sie ihre Vergangenheit abstreifen und von vorne anfangen. Als unbeflecktes Wesen, das sie einst gewesen ist.
    „Unbefleckt...“ Ihre Stimme fühlt sich fremd an. „Ich bin bereits schuldig geboren worden.“
    Sie kann nicht vor der Wahrheit fliehen. Die ekelhafte Wahrheit ist ihr Schatten.


    #03 – Gift
    Thevetia leckt sich über die Lippen und betrachtet die Reste ihres Abendessens. Mit einer Kralle entfernt sie sich ein Stück Fleisch, das sich zwischen ihren Zähnen verfangen hat schnippt es in eine Ecke der dunklen Gasse. 'Keine gemütlichen Plätze zum Essen, diese schaurigen Nebenstraßen', fährt es ihr durch den Kopf, während sie sich erhebt und ihr Kleid zurecht rückt. Dann beugt sie sich über die Knochen, die von ihrem Mahl zurückgeblieben sind. Sie öffnet den Mund und lässt ein paar Tropfen Speichel hinabtropfen und innerhalb von Sekunden zersetzten sie sich.
    Schöne Rosen haben Dornen und manche sind sogar giftig.


    #04 – Kürbis
    Schauergesichter hinter jeder Ecke. In ihrem toten Innenleben flackern Kerzen am Lebensende und werfen lange Schatten auf den Gehweg. „ Sie sind Wegweiser der Dunkelheit“, wispere ich ohne meine Augen von dem Anblick zu lösen.
    „Du lügst doch!“, schallt es von unten zu mir herauf, „du bist ein Lügner!“ Luise zerrt an meinem Ärmel.
    „Aber wenn ich lüge, kommen mich doch die Kürbismonster holen“, verteidige ich mich, „also kann ich nur die Wahrheit erzählen, oder?“ Sie bläst die Backen auf, während sie in Gedanken ein Urteil fällt.
    „Ich glaube dir kein Wort!“ Dieses Kind besitzt definitiv zu wenig Fantasie.


    #05 – Orange
    Was ist die Farbe des Herbstes? Ist es das Grau eines wolkenverhangenen Himmels? Oder eher das Schwarz der früh hereinfallenden Nacht? Oder aber das seichte Gelb des Kerzenscheins? Vielleicht auch das hübsche Braun der Kastanien? Oder das kräftige Rot der herabsinkenden Sonne? Was ist mit einem faden Grün?
    Nichts von alledem. Es ist die Farbe der frisch geernteten Kürbisse, die der Blätter, wenn sie gaerde das frische Rot verloren haben. Der Ton des warmen Kaminfeuers und der Deko, die Haus und Hof schmückt. Die Farbe des Sonnenuntergangs und des frischgebackenen Kürbiskuchen. Die Farbe des Herbstes ist das kräftige Orange.


    #06 – Sturm
    Die Fensterläden wackeln gefährlich und in der Ferne höre ich ein Donnern. Ich ziehe meine Decke weiter über meine Schultern und schlürfe an meinem Kakao. Trotz eingeschalteter Heizung friere ich, Grippe sei dank. Im Schneidersitz hocke ich auf dem Bett und lausche dem stürmenden Wind und den Regetropfen, die gegen die Scheibe trommelnd ein Orchester formen. Den Anime, der auf dem Fernseher vor sich hin flimmert, schenke ich schon keine Beachtung mehr. Der Sturm hat mich komplett in seinen Bann gezogen.
    Ein helles Aufleuchten, dann ein weiterer Donnerschlag, dieses Mal näher. Immer noch fröstelnd schließe ich entspannt die Augen.


    #07 – Bonbon
    Leise raschelt die bunte Verpackung der Süßigkeit, als diese langsam – ja, fast schon genüsslich auseinander gezogen wird. Ein kugelrundes, pinkes Bonbon kommt unter der schützenden Hülle zum Vorschein, dessen Oberfläche sanft im elektrischen Licht der Stehlampe schimmert. Mit einer geschickten Bewegung lässt sie die geliebte Süßigkeit in ihrem Mund verschwinden, ehe sie sich wieder zurücklehnt und das dicke Buch, welches sie eben auf ihren Schoß gelegt hat, hochhebt. Ihre Augen beginnen, über die Zeilen zu wandern, das Bonbon in ihrer Mundhöhle herumschiebend. Die Beine lässig über der Sessellehne hängend entspannt sie alleine mit einer geöffneten bereits halbleeren Tüte Bonbons.


    #08 – Kälte
    Hektisch wickle ich mir meinen dicken Schal um den Hals, während ich im gleichen Moment in meine neuen Schuhe schlüpfe und irgendwie versuche, meine Mütze zu ergreifen. Ein schneller Blick auf die Uhr verrät, dass ich viel zu spät dran bin. Hastig eile ich aus der Türe.
    Die mich erwartende Kälte verschlägt mir den Atem. Mit ihren eisigen Klauen greift sie nach mir und zerrte an meiner Kleidung, um bei jedem kleinen Schlupfloch eindringen. Fröstelnd stopfe ich die Hände in die Taschen und mache mich halb laufend auf den Weg, dem eisig kalten Wind geradezu in die Arme laufend.


    #09 – Nacht
    Überrascht stelle ich fest, dass die Straßenlaternen bereits die Wege beleuchten, als ich aus dem Bus steige. Der Tag weicht zu dieser Jahreszeit immer schneller um Platz für den Abend und schließlich die Nacht zu schaffen. Bereits jetzt werden die Schatten länger und packen mit ihren langen Klauen nach einem. Nur die spärlich aufgestellten Lampen und ihr fürchterlich gelbes bieten Schutz vor ihnen.
    Unterbewusst beschleunige ich meine Schritte. Ich möchte so wenig Zeit wie nur möglich im Dunkeln verbringen und der eigentlich kurze Weg bis nach Hause kommt mir jetzt unendlich vor. Die Nacht kommt still und schleichend langsam.

  • So, das wird aber auch Zeit, dass ich hier kommentiere! Und wie berechenbar ich doch bin, nehme ich mir alle deine neun Drabbles kurz vor und beschreibe, was ich mir dabei so dachte. Ein Drabblemonat klingt übrigens wirklich toll, gute Idee! Kommen wir aber zu deinen Werken. ^-^


    Nummer 1!
    Ich frage mich ja, mit dem Titel, ob das letzte Drabble diesen Monat dann möglicherweise Ende oder Ziel heißt, oder etwas in der Art! Passend zum ersten Drabble widmest du dich dem Start von etwas, was in diesem Werk sowohl für dich stehen könnte, als auch für eine andere Person. Vielleicht beschäftigt es sich auch mit dir, aber bei einer anderen Thematik. Wobei der Ich-Erzähler von Kopf oben halten wie ein König spricht, was eher für eine männliche Person spricht, also würde es nicht wirklich zu dir passen, hm. War das beabsichtigt? Interessante finde, dass der König erwähnt wird, aber danach das Motiv des Fallens genutzt wird, was grundsätzlich so gar nicht mit Adel verbunden wird, finde ich. Aufstehen und weitermachen, egal wie schwer es sein könnte und den Dreck, der möglicherweise auch für anhaftenden Schmerz steht, wegpusten. Es erinnert mich allerdings auch bisschen an diesen Satz „Hinfallen, Krönchen richten und weitergehen“ oder wie der ging. Vermutlich völlig falsch, haha, sorry. x) Dann würde es durchaus passen, hast du dir das dabei gedacht? Manchmal entstehen Drabbles natürlich auch plötzlich, innerhalb von wenigen Minuten und es ist einfach da, aber das sind so Gedanken, die dir vielleicht auch kamen. Beginn hätte als Anfang ebenfalls gepasst, aber das ist wohl Geschmackssache. Allgemein auf jeden Fall ein passender Einstieg!


    Nummer 2!
    Da dachte ich, dass es lieblich und süß weitergeht und dann gleich so ein emotionales, trauriges Drabble. :<
    Bin mir hier wirklich unsicher, was die Schuld in den Augen der Erzählerin ist, habe irgendwie eine weibliche Person im Kopf. Der Ekel und das Spiegelmotiv erwecken in mir das Gefühl, dass sie einen Makel im Spiegel sieht, der ihr aus der Vergangenheit, die sie loswerden will, immer noch anhaftet. Vom Mobbing möglicherweise, dass sie ihr Übergewicht oder ein anderes Äußerliches „Merkmal“ von sich nicht ertragen kann, weil sie es für etwas Ekelhaftes oder Unangenehmes hält. Je öfter man solche Gemeinheiten von unsensiblen Personen hört, desto eher ist man geneigt, sie zu glauben, obwohl es nichts Schlimmes ist, schon gar nicht ekelhaft. Es kann sich allerdings auch um einen Fehler handeln, den sie begangen hat, aber ewig bereut. Es wird nicht explizit beschrieben, deswegen kann ich nur mutmaßen, allerdings passt zu meinen Eindrücken der letzte Satz nicht. Haftet es wie ein Schatten an ihr, also etwas Eigenes, was sie niemals loswird? Sozusagen ihre dunkle Seite, die sie hinter sich lassen will, aber dessen Wirkung sie noch deutlich spürt, während es wie ein persönlicher Schatten hinter ihr her läuft. Weg vom Licht, verborgen im Schatten. Sie scheint es nicht zu akzeptieren und extreme Unzufriedenheit damit zu verknüpfen, was ihr Schlaf zu rauben scheint, wenn ihre Augen so müde sind, möglicherweise jedenfalls. Es treibt ihr Tränen in die Augen und scheint ihrer Meinung nach auch keine Lösung dafür zu geben. Mir gefallen in diesem Werk wirklich Wortwahl und Abwechslung. Es wirkt fließend mit sehr schönen Beschreibungen und schließt mit zwei kürzeren prägnanten Sätzen ab, damit es stimmig wirkt. Sehr schön gemacht.


    Nummer 3!
    Ein wirklich schöner, ungewöhnlicher Name für die Person/Bestie. Bin mir gar nicht sicher, wie ich es werten soll und was für Personen dort verspeist wurden, aber an sich klingt das definitiv brutal und eher bösartig, hu. Einzige Ausnahme wäre, wenn die verspeisten Personen bösartig waren und der „Rose“ zu nahe gekommen sind, woraufhin sie sich gewehrt hat und es dazu gekommen ist. Ebenfalls, wie im zweiten Werk, sehr düster und erinnert mich gerade bisschen an Schauergeschichten von Halloween, was ja im Moment gut passen würde. Bin mir nicht sicher, wo der zersetzende Speichel auch mal vorkam…gefühlt mal von gehört oder es gesehen, aber keine Ahnung. Die Idee ist spannend und ein schöner Abschlusssatz, wenn auch etwas gruselig. D:


    Nummer 4!
    Also dieses Werk passt ja noch besser zu Halloween, weil es ja genau zu der Zeit zu spielen scheint. Die klassischen Kürbisse und Gruselstimmung, die die beiden erleben. Gedanklich habe ich an zwei Schwestern denken müssen, die am Abend umherziehen, vielleicht Süßigkeiten jagen oder einfach die Kürbisse vor ihrem Haus betrachten, während sie auf der Veranda stehen oder Ähnliches. Hatte bisschen Amerikanisches-Feeling oder wie man es nennen möchte, lol. Einzige, was mich etwas stört, ist, dass der Titel „Kürbis“ lautet. Mir hätte etwas Magisches, Verspieltes tatsächlich noch besser gefallen. Möchte auch gar nichts vorgeben oder so. Du scheinst ja nach dem Prinzip 99 Wörter+ Einworttitel zu gehen, kannst aber auch gerne experimentieren und den Titel, egal wie viele Wörter, als ein Fragment, dass bei der Zählung nur für eins steht, zählen. Da kannst du auch relativ frei sein, wie du es möchtest. Bei mehreren Drabbles hintereinander wären so unterschiedliche Längen sicherlich auch interessant gewesen, aber das ist nur eine Kleinigkeit. Allgemein gefällt mir das Drabble sehr. Ich finde, es wirkt niedlich, harmonisch und die Beziehung der beiden Charaktere wirkt in den wenigen Worten des Drabbles einfach sehr echt sowie lieblich.


    Nummer 5!
    Die eine Hälfte fragend, die andere antwortend und dabei mit sehr vielfältigen Fragmenten, die nicht groß wiederholen. Stimmig, herbstlich (?) und angenehm. Oben Kerzenschein, Sonnenuntergang in Rot und Kastanien. Unten Kamin, Kürbisse und Sonnenuntergang. Wunderte mich nur etwas, dass es zwei Mal letztendlich Sonnenuntergang war, während die anderen Aspekte nicht gedoppelt wirkten. Hat er noch eine spezielle Bedeutung wie der Kürbis, der nochmal als Kürbiskuchen erwähnt wird? Ist mir nur aufgefallen, nichts Negatives.
    Gemeinsam ergibt das ein für den Oktober passendes Drabble. Magst du den Herbst? Irgendwie scheint dich das Motiv ja zu inspirieren und zu gefallen. Hast auf jeden Fall markante Merkmale des Herbstes sehr schön dargestellt. ^-^


    Nummer 6!
    So, der Sturm! Wieder ein Titel, der möglicherweise mit einer Musikthematik oder etwas anderem gut funktioniert hätte. Das Drabble vermittelt Ruhe, natürliche Töne der Natur, die die Protagonistin in einen entspannten Zustand versetzen, trotz des lauten Donners. Anime ließ mich ein bisschen vermuten, dass es eine Situation war, die dir genau so passiert ist (wenn ja, gute Besserung an dich!). Nach deinem Avatar zu urteilen und dass du hier angemeldet bist, erscheint es mir sehr naheliegend, haha. x)
    Richtiges Fernsehwetter irgendwie, aber wenn es so angenehm ist, dass man der Geräuschkulisse lauscht und der Fernseher Hintergrund wird, dann heißt das schon was. Auf jeden Fall stimmig geschrieben!


    Nummer 7!
    Ah, Süßigkeiten. <3
    Das können sich die meisten gut vorstellen, lol. Dann auch noch ein schönes Buch, vielleicht ebenfalls bei dem stürmischen Wetter und die Szenerie ergibt ein warmes Bild inmitten der eher kalten Jahreszeit. Kann ich gar nicht viel zu sagen, irgendwie hat der Titel was, liegt wahrscheinlich am angenehmen Wort einfach.


    Nummer 8!
    So, hier nähern wir uns eher schon dem Winter. Bin mir am Ende gerade nicht so sicher, ob du da zeitlich mit dem „greifen“ durcheinander gekommen bist und ich glaube, da meintest du „einzudringen“, oder? Kann ich gerade gar nicht so viel zu sagen, aber die Personifikation des Windes und der Kälte gefallen mir. Eisige Klauen und die Arme, die einen packen wollen und frieren lassen. Passt eindeutig zum Winter und gefällt mir auch als stilistisches Mittel sehr.


    Nummer 9!
    Das letzte Drabble des Beitrags auch schon. Du arbeitest erneut mit einer Personifikation, wirkt auch ebenfalls wie der Winter, wo es so früh leider schon dunkel wird. Allerdings ist hier der Schatten mit Klauen besetzt, wirkt also eher wie die kühle Nacht. Die Wärme wirkte in den Drabbles eher lieblich, während die Kälte und Schatten eher mit Klauen versehen sind. Auch oben war der Schatten im zweiten Drabble etwas eher Negatives. Vom Herbst zum Winter, es wird eher kühl und auch unangenehmer. Der Nachhauseweg im Dunkeln, da beschleunige ich den Schritt auch eher. Fühlt sich einfach komplett anders an im Dunkeln, vor allem mit dem Faktor der Kälte auch noch, während er tatsächlich irgendwie länger wirkt. Kann ich sehr gut nachvollziehen, leider sehr realitätsnah irgendwie, lol. Hier wird weniger Mystisches beschrieben, statt schönem Zauber ist es eher kühle Realität.


    Abschließend kann ich behaupten, dass mir deine Drabbles gut gefallen, auch wenn ich bei manchen Titeln schon sagen würde, dass du sie ruhig etwas ausschmücken kannst, sodass sie weniger die Thematik genau erfassen, sondern etwas anfangs Befremdliches vielleicht vermitteln. Den Leser vielleicht auf eine falsche Fährte locken oder etwas Gegensätzliches verkörpern. Da sind dir keine Grenzen gesetzt. Manche Drabbles stechen mit angenehmen, tollen Beschreibungen hervor und wieder andere sind realitätsnah und vermitteln eine für die Jahreszeit passende Stimmung, die einem als Leser sehr schön vermittelt wird. Das war es allerdings auch schon von mir für heute, mach weiter so. Wünsche dir noch einen schönen Abend/Tag! ^-^




  • Drabbles #10 bis #16
    Fandom: /
    FSK: 6
    Heute kommen die nächsten 7 Drabbles c:. Und weil ich nicht wüsste, was ich noch groß sagen soll, legen wir einfach direkt los.


    #10 – Sonnenaufgang
    Die Kälte weicht langsam, wo sie von den warmen Strahlen erfasst wird. Überall verschwindet die Dunkelheit Fleck für Fleck. Wie in Zeitlupe streicht das Licht über die Oberfläche und erweckt unter ihm das Leben. Vögel beginnen zu zwitschern und geben ihren Gesang zum Besten. Manche Lebewesen erwachen, während andere sich jetzt erst zur Ruhe legen und die Augen schließen. Der Tau glitzert ruhig in der Morgensonne, höchstens von ein paar Insekten gestört, die auf der Wiese herumtollen und das Wetter genießen. Und auch in den Häusern erwacht langsam wieder das Leben.
    Mit dem warmen Sonnenaufgang kommt die Lebensfreude wieder.


    #11 – Blut
    Es ist warm. Wärme auf kalter Haut. In kleinen Rinnsalen läuft es ihm über die Stirn und vklebt seine dünnen Haarsträhnen.
    Hideaki schließt die Augen und lehnt den Hinterkopf an die kühle Zimmerwand. Sein Schädel brummt, doch die Wunde scheint glücklicherweise klein zu sein. Dieses Mal ist sie es.
    Er weiß nicht, wo sein Vater ist. Seitdem er aufgewacht ist, hat er nur die Küche, die eher einem Schlachtfeld gleicht, angestarrt. Er ist mehr als froh drum.
    Das Handy in seiner Tasche vibriert. Ren hat ihm geschrieben.
    „Alles in Ordnung?“
    Nach kurzem Überlegen tippt er seine Antwort. „Alles super.“


    #12 – Zerbrochen
    Dornen ragen heraus. Scharf wie Schwerter, sodass alleine nur der Anblick fast schon Schmerzen bereitet. Es ist unmöglich, durch sie hindurch zu blicken oder gar zu fassen. Wie eine Mauer umgeben sie das geschützte Innere. Sie sind kalt und bedrohlich, als wollen sie warnen. Davor warnen, auch nur einen Schritt zu nahe zu treten.
    Hinter ihnen verbirgt sich kein Schatz. Nicht mehr. Nur noch Überreste, von dem, was einst war. Splitter, in denen sich nur noch leicht spiegelt, was sie einst waren.
    Dem Äußeren scheint alles gleichgültig. Und doch sehnt sich das Innere nur danach, wieder zusammengesetzt zu werden.


    #13 – Vogelscheuche
    Sag, bist du es nicht leid? Leid, hier zu stehen für Tag und Nacht? Leid, in der Sonne zu schwitzen und im Wind zu fallen? Leid, ständig nur den selben Anblick zu haben? Dein Leben nur durch andere bestimmen zu lassen? Deine Stimme nicht erheben zu können? Dein Leben nur dem Verscheuchen der Krähen zu widmen?
    Irgendwann, wenn der Regen dich bis auf die Knochen durchgeweicht, die Sonne deine Kleidung ausgebleicht und der Wind dir das Gesicht genommen hat, wird man dich ersetzen. Und keiner wird sich an dich erinnern.
    Willst du wirklich für immer nur eine Vogelscheuche sein?


    #14 – Kakao
    Von der warmen Tasse steigt ein herrlicher Duft auf, der geradezu dazu verführt, die Lippen an die noch viel zu heiße Tasse zu setzen. Es durftet nach Zimt und die Marshmellows, die auf der Sahne sitzen, fordern dazu auf, sie herauszufischen und so zu essen. Der Anblick ist wunderschön, ich könnte gera-
    „Findest du nicht, dass Kakao bei über 30° etwas übertrieben ist?“
    „Nein“, erwidere ich, ohne die Person neben mir auch nur eines Blickes zu würdigen. Und beginne gemütlich, ein Päckchen Zucker aufzureißen und in das Getränk zu mischen. Zwei weitere folgen, während mein Sitznachbar nur seufzen kann.


    #15 – Zukunft
    Die blauen Kristalle sind die einzige Lichtquelle in der stockfinsteren Höhle, doch das Absol kennt seinen Weg genau. Selbst ohne ein Fünkchen Licht würde es sich hier zurecht finden. Inzwischen ist es diesen Weg oft gegangen, doch es fürchtet sich immer noch, was es diese Nacht träumen wird. Alles, was sich in seinen Träumen ereignet, wird so geschehen. Unheil, das es abzuwenden gilt. Und auch wenn die Fähigkeit, Schlimmes vorherzusehen, eine Gabe ist, so ist sie doch Fluch zugleich. Ein Fluch, der es dazu zwingt immer wieder Alpträume zu durchlaufen. Es gibt nichts Furchtbareres als die Zukunft zu kennen.


    #16 – Erwachen
    Erwachen ist nie etwas Schönes. Man wird aus einer Welt, in der alles möglich scheint gerissen und zurück ins langweilige Leben geworfen. Wir vergessen die gerade gesehene und erlebte Welt in den Sekunden, in denen wir die Augen aufschlagen und uns im Büro wiederfinden. Oder an der Kasse. Oder am Pult, vor uns die bekritzelten Unterlagen, die wir in unserer Trance verschönert haben. Und müssen uns sogleich lange Reden von Chefs und Lehrern anhören. Wir beschweren uns über das Wetter, die Nachrichten und über sich beschwerende Leute. Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, aus der Realität aufzuwachen.

  • Hallöchen Naoko. :3


    Ich dachte mir einfach mal, dass ich dir einen Kommentar dalasse. Hast ja letztens irgendwann auch meinen Showroom im GFX-Bereich kommentiert - hier ist also ein kleines Dankeschön in Form eines Kommentars. Zwar in einem anderen Bereich, aber das sollte dich nicht stören. *lach* Ich finde die Motivation, dass du jeden Tag ein Drabble schreibst, irgendwie total cool. Drabbles an sich sind ja sowieso immer recht entspannend, weil man damit ziemlich viel aussagen kann (wenn man denn will) und auf der anderen Seite erfordern sie weniger Zeit, als wenn man eine kurze Geschichte schreibt, haha. Außerdem bin ich ja sowieso ein Fan von Drabble - herzlichen Glückwunsch also, dass du mich damit offiziell an der Backe hast. ^-^


    Sonnenaufgang
    Uh, ich liebe den Sonnenaufgang (aber auch den Sonnenuntergang; den sogar fast lieber) als Symbol. Egal, was passiert, egal, wie sehr man sich wehren würde - die Sonne geht immer auf und unter. Es ist eine Konstante, auf die man sich verlassen kann. Ein ewiger Kreislauf, der lediglich durch den Tag und die Nacht abgelöst wird. Aber auch die, öhm, eigene Bedeutung hinter dem Sonnenaufgang finde ich toll - Hoffnung. Jede Finsternis wird irgendwann in Licht getaucht und aus Erfahrung kann ich sagen, dass Vieles im Tageslicht weniger gefährlicher aussieht. Freundlicher. Oder aber ... man sieht damit erst das wahre Böse genau vor sich? Fraglich, wenn man es mal betrachten möchte. Aaaaaber das ist ein fröhliches Werk! Dementsprechend kommt da nichts Negatives dazu, wenn man darüber nachdenkt, dass die Sonne nach einer kalten Nacht wieder aufgeht - aber wollte es mal eingeworfen haben. ;p
    Allgemein ist das Bild schön, was du mit dem Werk erschaffen hast. Irgendwie erinnert es mich an den Anfang eines Filmes; wo alles nach und nach aufwacht und sich bereit macht (auf was Genau sei mal dahin gestellt). Zwar stimme ich dir nicht zu, dass unbedingt die Lebensfreude bei jedem einher damit geht, aber ich weiß, was du damit aussagen möchtest. Und grundlegend betrachtet: Ja, das Aufwachen geht oft auch mit dem Erwachen aus einer Starre einher. Aber nicht immer und nicht bei allen - ich beispielsweise mag die Nacht wesentlich lieber. ^^


    Blut
    Ziemlich starke Aussage. Mag ich. Ich finde es generell immer wieder "erstaunlich", wie Menschen sich belügen. Ich glaube nämlich, dass eher weniger Ren angelogen wird in dem Werk, sondern viel mehr sich selbst. Das Einreden, es sei alles in Ordnung, macht gerade im Bezug auf die äußeren Umstände einen wesentlich größeren Bestandteil aus wie ich finde. Ob dad jetzt so gut ist - na ja, ich denke eher weniger. Aber ich kann auch verstehen, dass man bei solch einem "Chaos" eher selbst damit fertig werden muss, ehe man sich da an andere wendet. Oftmals aber ist genau das der Fehler; sieht man ja häufiger mal in Nachrichten oder aber man hört Geschichten darüber, wie sowas enden kann.
    Kleiner Tippfehler übrigens bei "vklebt" -> "verklebt", schätze ich. ^^


    Zerbrochen
    Ohne das Werk vorher gelesen zu haben, macht der Titel mich jetzt schon ziemlich traurig. Ich mein; zerbrochene Dinge sind selten eine freudige Nachricht. Es bedeutet eigentlich so gut wie immer, dass etwas Wertvolles zu Bruch gegangen ist. Meistens Gefühle oder zwischenmenschliche Beziehungen. Urgh, ich weiß schon, warum mein altes Topic "shattered" hieß, haha, es gibt nämlich ziemlich viel, was man allgemein über den Zustand des "Zerbrochenseins" schreiben kann. Manchmal sogar leider zu viel ...
    Nach dem Lesen ... jep, ich denke, es ist das Herz gemeint. Ergo Gefühle bzw. eine zu Bruch gegangene Liebe. Unabhängig davon, ob diese Liebe eine Freundschaft, eine Partnerschaft oder dergleichen beschreibt - das Zerbrechen eines solchen "Zustandes" ist ... ja, grausam. Natürlich sehnt sich "das Innere" von einen nach wie vor danach, wieder irgendwie zusammengesetzt zu werden; irgendwann wieder dieses warme Gefühl empfinden zu können. In Anbetracht der Tatsache, dass dort allerdings eine Dornenwand ist ... wird es wohl schwer.


    Vogelscheuche
    Bei dem Werk finde ich es außerordentlich faszinierend, dass du mit den Beschreibungen an sich zwei Dinge meinen könntest. Einerseits einfach nur das was man liest - die Beschreibung einer typischen Vogelscheuche. Andererseits kann es aber auch sinnbildlich für das Leben der Menschen in der heutigen Gesellschaft stehen; was mir sogar fast noch besser gefällt. Wohl einfach deswegen, weil ich allgemein versteckte Botschaften in Werken mag. Oder aber weil das Werk damit so viel aussagekräftiger wird. Denn ja: Leben ist mittlerweile nicht mehr ganz so einfach; man ist ersetzbar und fragt sich sicherlich oftmals, warum man das alles dennoch macht. Wahrscheinlich um den eigenen Garten vor den ganzen diebischen Vögeln zu retten ...


    Kakao
    Ich liebe das Werk, haha. Es beschreibt schlicht und ergreifend mein Verhältnis zu Kakao. Tut mir Leid, dass hier mein Kommentar so kurz ausfällt, aber einfach die Darstellung der Situation ist genial. Ich glaube eine solche Situation kennt jeder von uns - ob nun mit Kakao oder etwas Anderem. xD


    Zukunft
    Oh, ja ... die Zukunft ist ein interessantes Thema. In vielerlei Hinsicht; manchmal hat man Angst vor ihr und manchmal freut man sich wie ein Irrer auf sie. Zurecht, finde ich. Sie ist sowohl erschreckend als auch schön von Zeit zu Zeit. Apropos Zeit - die ist der Zukunfts bester Freund. Sie zu kennen - wie in diesem Werk beschrieben - ist tatsächlich eher ein Fluch als ein Segen. Zu wissen, was passieren wird und dagegen nichts unternehmen zu können, ist eine Qual. Meist kann man dann nur daneben stehen und zusehen. Und bei den wenigsten Sachen will man lediglich zusehen. Man könnte sich auch fragen, was es überhaupt bringt, die Zukunft zu kennen, wenn man dennoch keinen Einfluss auf sie hat? Irgendwie ein recht ironischer Widerspruch, da die Zukunft ja eigentlich genau davon bestimmt wird: Was wir tun. Und das machen wir intiutiv, manchmal spontan, manchmal hitzig - alles, aber nicht vorraussehbar. Aber ich glaube, gerade das macht diese Überlegung der Gabe so interessant.
    Sidenote: Ich habe mal ein Werk geschrieben, in dem es um ein ähnliches Thema ging. Es ist gar nicht mal so leicht, dass innerhalb eines großen Werkes authentisch darzustellen. xd


    Erwachen
    Ironisch, dass du hier quasi mehr oder weniger das beschreibst, was ich beim ersten Werk meinte: Aufwachen ist nicht immer toll, haha. Bzw. kommt es auf die Umstände an und hier sind sie ganz klar eher in einem negativeren Licht dargestellt. Allgemein mag ich das Thema aber - Realität und Traum gegenüber zu stellen, ist immer wieder ... öhm, witzig? Okay, nein.Witzig ist es eigentlich überhaupt nicht. Eher gefährlich, da es genug Leute gibt, die sich in ihrer eigenen Traumwelt verlieren und dadurch die Realität komplett aus den Augen verlieren. Aber nun ja, was soll man sagen? Es ist nicht verwunderlich, dass die eigene Welt immer toller ist. Auch nicht weiter verwunderlich, wenn man mal darüber nachdenkt, was um uns herum stellenweise so abgeht.
    Ich muss an der Stelle auch mal fragen: Meinst du im letzten Satz tatsächlich "Realität" und nicht "Traum"? Weil Realität verwirrt mich da irgendwie, weil aus der wacht man ja meistens nicht auf, haha. Man landet ja eher unfreiwillig in ihr. Zumindest würde es auch in Anbetracht des Werkes mehr Sinn machen, wenn du hier "Traum" sagst und nicht "Realität". :thinking:




    Ja, das war es dann auch von mir. Hoffe, du hast dich über die kurzen Einblicke in meine Gedanken zu deinen Werken gefreut. :3

    ________________ஜ۩۞۩ஜ________________

    »Be the chaos you want to see in the world.«

    - Mollymauk





  • Elfchen #01
    Fandom: /
    FSK: 0
    Lang, lang ist's her... Ich wollte die ganze Zeit nicht updaten, weil ich nach wie vor keine Banner machen kann, weil ich die Schriftart nicht mehr kenne und die Originaldateien auf meinem Laptop liegen, der nicht mehr angeht (und der PC, den ich nutze, nicht :mir gehört und ich deswegen nicht all mein Zeug hier rüberziehen will). Aber, weil ich es nicht mehr aufschieben wollte, gibt es heute nochmal etwas Stuff ^_^.
    Ich habe die Drabble-Aktion übrigens nicht mehr fertig gestellt, weil die Schule einfach zu sehr gedrückt hat und ich so oder so nur vereinzelt schreiben kann, weil siehe oben. Vll wiederhole ich sie mal, wenn ich wieder einen Lappi habe, aber bisher kann ich da Nichts zu sagen :'D.


    Das nachfolgende Werk ist ein kurzes Elfchen, das ich für die Adventsaktion geschrieben hab. Bitte sagt nix dazu, es ist nur für die Vollständigkeit überhaupt dabei, haha.



    Schnee
    Schön anzusehen
    Für den Moment
    Denn die Schönheit vergeht
    Schneematsch





    Gedicht #01
    Fandom: Dämmerungsmaler
    FSK: 12
    Ein Gedicht zu Dämmerungsmaler; meine FF bzw die Idee einer FF, die ich bisher nicht wirklich umgesetzt habe. Allerdings plane ich es irgendwann in geraumer Zukunft mal (vll Ende 2018 noch). Wirklich viel dazu zu sagen gibt es sonst nicht, außer dass ich ausnahmsweise mal zufrieden mit nem Gedicht bin, haha.



    Geboren gleich und doch verschieden
    Fünf Seelen, zerbrechlich und klein
    Doch alsbald schon vom Leben geschieden
    Sollten sie vorerst getrennt sein
    Und inmitten dieser Zeit
    Da beginnt sie, die Geschichte der Unendlichkeit


    Doch wie das Schicksal manchmal will
    Man wieder zueinander findet
    Und während noch gewartet wird, still
    Die Angst schnell schwindet
    Und mit der Zeit
    Wird gesponnen sie, die Geschichte der Unendlichkeit


    Und in den warmen Sommertagen
    Freud' und Spaß den Vorrang haben
    Doch der Winter naht schon bald
    Und mit ihm wird die Seele kalt
    Und mit der kalten Zeit
    Wird sie dunkel, die Geschichte der Unendlichkeit


    Und in einer pechschwarzen Nacht
    Das Lied der Nachtigall verstummt
    Doch ihr aufmerksames Auge über die Vier wacht
    Und sie ihr Lied sie ihnen in ihren Träumen summt
    Und mit dem Opfer der Zeit
    Erhält sie Bedeutung, die Geschichte der Unendlichkeit


    Und als der Pfau seine Federn verliert
    Nur noch in dunklen Geweben agiert
    Seine Schönheit sich dem Ende neigt
    Man über die Wahrheit nur noch schweigt
    Und mit dem Schweigen der Zeit
    Erscheint sie ohne Hoffnung, die Geschichte der Unendlichkeit


    Und als der Stier seine Hörner aufgibt
    Bleiben nur noch zwei kleine Seelen
    Gebrechlicher denn je
    Kein Licht im Sternensee
    Suchen nun den Sinn im Leben
    Doch kein Fund sich nun ergibt
    Und mit dem Sterben der Zeit,
    Erscheint sie so endlich, die Geschichte der Unendlichkeit


    Und als der Adler, einen Flügeln entrissen
    Zu Boden stürzt
    Wandert sie im Unwissen
    Und es scheint, als ob es sie kürzt
    Doch mit der Zeit kommt Rat
    Und sie hält eine kleine Überraschung parat


    Geboren gleich und doch verschieden
    Fünf Seelen, zerbrechlich und klein
    Die sich für die Unendlichkeit haben entschieden
    Werden für immer zusammen sein
    Und sie steht still, die Zeit
    In ihrer Geschichte der Unendlichkeit





    Kurzgeschichte #02
    Fandom: Fire Emblem Awakening
    FSK: 0
    Länge: 545 Wörter
    Ich erkläre an dieser Stelle nicht, worum es in FEA geht, weil man es gespielt haben muss, um die KG zu verstehen :'D. Ist ebenfalls nicht wirklich ernst zu nehmen, war nur was Kleines für Zwischendurch.


    Frederick rümpfte die Nase. Ein feiner hauch von Rauch hing in der Luft. Für einen normalen Menschen wäre dieser kaum wahrnehmbar gewesen, doch nichts entkam der selbsternannten zweiten Hand Chroms. Schon gar nicht, wenn es seinem Herrn schaden könnte. Da er bereits seinen morgendlichen Rundgang, mit dem er jeden morgen um exakt drei Uhr morgens begann und vor Sonnenaufgang endete. Meistens nutzte er die Zeit, die ihm übrig blieb, um weitere erhöhte Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen; so erhöhte er den Radius, in welchem er patrouillierte von fünf auf zehn Kilometer, entfernte jeden spitzen Kieselstein aus dem Lager und fuhr damit fort, Schals mit dem Abbild Chroms für alle zu stricken, doch heute gab es eine wichtigere Sache zu erledigen: Er musste der Quelle des Geruchs nachgehen und herausfinden, ob es eine potenzielle Gefahr darstellte. Immerhin könnte es ein beginnender Waldbrand sein. Oder schlimmeres! Eine Horde Wildschweine! Brennende Wildschweine!
    Für Frederick war die Sache klar: Es gab eine Gefahr zu eliminieren! Geschwind schwang er sich auf sein Pferd Pfiffie, die ihm seit jeher zur Seite stand.


    Er ritt noch nicht lange, als er eine kleine Lichtung erreichte, auf der er die Quelle des Geruchs fand: Ein erloschenes Lagerfeuer, doch es konnte noch nicht allzu lange leblos sein. Nun, es waren keine brennenden Wildschweine, doch was auch immer dieses Feuer gelöscht hatte, konnte eine potenzielle Gefahr sein! Wegelagerer vielleicht. Oder feuerhassende Wildschweine!
    Er wollte gerade dazu ansetzen, seine Suche fortzuführen, als ihm auffiel, dass keine Spuren von der Feuerstelle wegführten. Was auch immer dieses Feuer gelöscht (und höchstwahrscheinlich auch entfacht) hatte, konnte fliegen. Fliegende feuerhassende Wildschweine, also!
    Doch damit ergab sich ein Problem: Wie sollte er etwas Fliegendem folgen? Wenn man es genau nahm, dann hatten eigentlich die Wildscheine das Problem, denn Frederick hatte niemals Probleme. Wie sollten sie nur von dem wunderbaren Frederick verfolgt werden, wenn sie keine Spuren hinterließen?
    Während er noch überlegte, wie er das Problem der armen Wildschweine lösen konnte, trat eine weitere Person ins Geschehen: Etwas kräftiger gebaut (aka Berge aus Muskeln versteht sich), eine Axt hinter sich her ziehend und mit einem freundlichen Lächeln, doch dem Gesicht eines Hundes, hatte der Mann durchaus ein interessantes Aussehen.
    Frederick war er sehr suspekt. Sehr sehr suspekt. Nicht etwa, wegen seinem Gesicht oder seiner Waffe. Frederick fand alles und jeden suspekt. Dieser Kieselstein dort. Oder dieser Baum. Oh ja, dieser Baum war überaus suspekt.
    Der Mann hatte Frederick, der ihn wie eine suspekte Person beobachte, inzwischen erreicht.
    „Guten Tag der Herr, Sie haben nicht zufälligerweise ein paar Pegasi gesehen?“
    Frederick schüttelte den Kopf. „Ich fürchte nein.“
    „Nun, Sie wären nicht so freundlich, mir bei der Suche zu helfen?“
    „Nein.“
    Die herrschende Stille war geradezu betäubend laut.
    „Nun, dann mache ich mich mal auf den Weg“, meinte der Mann, ein wenig verwirrt.
    „Ich wünsche Ihnen noch einen ganz wunderschönen Tag und viel Erfolg.“ Frederick lächelte freundlich, während er sich wieder auf Pfiffie schwang.
    Natürlich hätte er dem Mann helfen können, doch bald würde Prinz Chrom erwachen. Und es gab noch eine menge suspekter Kieselsteine, die bis dahin aus dem Weg geräumt werden mussten.


    Im Übrigen erzählt man sich, Frederick habe später einen gewissen Zauberer aus Plegia darum gebeten, einen Haufen Pegasi in brennende, feuerhassende Wildschweine zu verwandeln, doch das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.





    Kurzgeschichte #03
    Fandom: Pokémon
    FSK: 0
    Länge: 1345 Wörter
    Mein Wichtelgeschenk für @Rusalka beim Fanwork-Wichteln :3. Das Original enthielt noch Avatare mit den Chars der Story, aber die habe ich mal raus gelassen.



    Es war ein kühler Morgen. Die Pfützen im Wald waren gefroren und graue Wolken bedeckten den Himmel. Freyr machte das Wetter wenig aus. Als Pokémon des Typen Psycho betraf es das Psiaugon wenig, dass die kühle Witterung bereits seit einigen Tagen anhielt, zudem besaß es auch noch einen warmen Pelz, der es warm hielt. Dennoch wusste es, wie sehr manche Pokémon im Wald unter dem Wetter zu leiden hatten. Besonders die des Typen Pflanze oder Wasser, aber auch die Fluug-Pokémon hatten ihre Schwierigkeiten und obendrauf wurde das Futter langsam knapp.
    Deswegen hatte Freyr es sich zur Aufgabe gemacht, Ma'at zu besuchen und sie darum zu bitten, mit ihren Attacken wieder für etwas mehr Wärme zu sorgen. Es war nicht schwer zu ihr zu gelangen, doch den meisten anderen war es aufgrund der Umstände unmöglich gewesen, ihn zu begleiten.
    Freyr störte das nicht. Er half gerne und es war ohnehin kein weiter Weg von seinem Zuhause, sodass es eine Schande gewesen wäre, hätte er seine Hilfe nicht angeboten.
    Mit ein wenig Schnee im Pelz erreichte er den Eingang der Höhle, in der Ma'at zu finden war; Ranken, die im Sommer noch geglänzt hatten, hingen schlapp hinab und die Blüten, die sonst prachtvoll ihre Farben zur Schau stellten, waren verwelkt. Dem Psiaugon wurde es Unbehagen, doch es setzte seinen Weg fort.
    „Ma'at?“, rief es leise, da die Stelle sonst auf es hinab zu brechen schien, „bist du da?“ Keine Antwort. Freyr wurde Unwohl. Hier, wo sonst alles so prächtig war, schien die Kälte am Stärksten zu herrschen. Ob es Ma'at gut ging?
    Er erreichte den Raum, wo sich die Königin des Waldes sonst aufhielt, gemeinsam mit ihren Wächtern, doch sie fand nur Demeter das Matrifol, eine der Wächterinnen, vor. Als sie bemerkte, dass jemand da war, sah sie zu Freyr.
    „Freyr!“, rief sie erstaunt aus, „was führt dich denn hierher?“
    „Demeter, hallo“, begrüßte Freyr sie, ehe er weiter auf sie zutrat, „ich bin auf der Suche nach Ma'at. Ist sie nicht hier?“
    Demeter sah zu Boden. Freyr war bereits aufgefallen, dass sie niedergeschlagen wirkte. „Nun“, antwortete das Matrifol, „sie ist hier, allerdings ist sie seit mehreren Tagen in einem tiefen Schlaf gefangen.“
    Die Augen des Psiaugon weiteten sich erschrocken. Sie erwachte nicht mehr? Und das seit mehreren Tagen schon?
    „Kann ich zu ihr?“, erkundigte er sich.
    Demeter schien zu überlegen, nickte dann jedoch. „Folge mir.“
    Sie führte ihn einen langen Gang hinab, den Freyr zuvor noch nie betreten hatte. Höchstwahrscheinlich führte er in die Zimmer von Ma'at und ihren Angestellten, weswegen sie der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Vor den verschiedenen, abgehenden Einhängen hingen vertrocknete Pflanzen, die wohl mal als Sichtschutz gedient hatten, doch nun nur noch tot hinab hingen. Schließlich erreichten sie das Ende des Ganges, wo sich der größte dieser Eingänge befand, doch auch die Pflanzen hier, waren allesamt vertrocknet.
    Ein Grandiras, das vor der Höhle wachte, beobachtete den Neuling misstrauisch. „Ares, das ist Freyr, ein Psiaugon aus dem Wald“, stellte Demeter ihn vor. „Er ist hier, um Ma'at zu sehen.“ Ares sah nicht besonders glücklich aus. „Wieso lässt du ihn?“, knurrte er, „Ma'at befindet sich in einem kritischen Zustand. Er könnte ihr schaden.“
    „Aber Ares“, beschwichtigte das Matrifol ihn, „ich kenne Freyr. Außerdem sind wir ja dabei, sollte etwas geschehen.“
    „Dennoch; warum überhaupt? Er hat doch kein Recht, sie zu sehen.“
    „Ich denke“, meldete Freyr sich dann zu Wort, „ich kann vielleicht helfen.“
    Ares sah missbilligend auf ihn hinab, unterbrach ihn jedoch nicht.
    „Vielleicht ist Ma'at in einem Traum gefangen“, fuhr das Psycho-Pokémon fort, „mit meinem Traumfresser könnte ich sie aufwecken.“
    Demeter und Ares tauschten überraschte Blicke.
    „Aber ist es nicht gefährlich für dich?“, erkundigte Demeter sich besorgt, „immerhin scheint es kein normaler Traum zu sein...“
    „Vielleicht muss ich dem Wesen, das für den Traum verantwortlich ist, gegenübertreten.“
    „Du meinst Darkrai?“ Ares schien nicht mehr aufgebracht zu sein, dennoch war seine Mimik weiterhin missbilligend.
    Freyr nickte. Es gab nur ein bekanntes Pokémon, das für so etwas verantwortlich sein konnte; Darkrai, das Alptraum-Pokémon.
    Die herrschende Stille, schien Freyr geradezu zu erdrücken. Alle fürchteten sich vor den mächtigen Pokémon, die die Welt unter Kontrolle hatten. Doch während einige dieser ¨Pokémon so mächtig waren, dass wieder an ihrer Existenz gezweifelt wurde, gab es auch diese, die mehr als nur real waren. Schon viele hatten Darkrai getroffen; es sorgte für Alpträume und hielt manche Pokémon sogar für mehrere Jahre in diesen gefangen. Und es war stark, zu stark für Freyr.
    „Du bist wahnsinnig“, stieß Ares schließlich aus. „Hast du einen Todeswunsch?“
    Auch Demeter nickte zustimmend. „Wir können nicht zulassen, dass du dich in Gefahr begibst.“
    „Wenn es den anderen hilft, ist es mir recht“, entschied Freyr und bevor die beiden anderen noch etwas erwidern konnten, trat es durch die vertrockneten Girlanden in den Raum.
    Ma'at war in vertrocknetem Gras gebetet und mit einem Gewebe aus Blättern und Blüten zugedeckt. Die Augen hatte das Mantidea geschlossen und man konnte sehen, wie sich ihr Brustkorb beim Atmen hob und senkte.
    „Sie sieht so ruhig aus, nicht wahr?“ Demeter war ihm gefolgt und auch Ares trat nun zu ihnen.
    „Man kann kaum glauben, dass sie in einem Alptraum gefangen sein soll.“
    Freyr ging bis zum Bett der Königin. Sein Blick ruhte auf ihrem friedlichen Gesicht und er fühlte sich seltsam ruhig, obwohl ihm eine extrem gefährlichen Aufgabe bevorstand.
    Er öffnete seine Ohren, sodass die Augen sichtbar wurden, und legte sie auf das Gesicht von Ma'at. Unter den wachsamen Blicken von Demeter und Ares begann er, ihren Traum zu absorbieren. Zuerst spürte er nichts Ungewöhnliches; er fühlte sich sogar erfrischt, wie immer, wenn er einen Traum fraß. Doch dann traf ihn der plötzlich auftretende Schmerz stark.


    Freyr erwachte in einem Raum unendlicher Dunkelheit. Sein gesamter Körper fühlte sich taub an, von den Pfoten bis in die Schweifspitzen kribbelte es und es fiel ihm schwer, sich auf die Beine zu hieven.
    'Wo bin ich?', ging es ihm durch den Kopf, 'was ist geschehen?'
    An einer Stelle begann die Dunkelheit zu wabern, als wäre sie flüssig und man habe die Oberfläche berührt. Ein Wesen bildete sich in der wabernden Stelle; der Körper war klobig und reinschwarz wie die Nacht, nur die Zacken am oberen Ende hoben sich durch ihre rote Färbung ab. Grauer Rauch schwebte darüber und es war ein einziges leuchtendes Auge zu erkennen.
    Obwohl das Psiaugon Darkrai noch nie getroffen hatte, hatte es keine Zweifel; das war das gefürchtete Alptraum-Pokémon.
    Eigentlich hätte sein Körper vor Angst beben müssen, doch es verspürte keine Angst. Es war seelenruhig, als würde es einem Pichu gegenüberstehen und nicht einem Darkrai.
    „Du bist furchtlos“, stellte auch das Darkrai fest. Seine Stimme war rauchig und kühl. „obwohl du weißt, wie gefährlich es ist, hast du den Traum des Mantidea gefressen und dich mir gestellt.“ Es lachte.
    Freyr stellte die Nackenhaare auf und machte sich bereit, sich zu verteidigen, wenn das andere Pokémon ihn angriff.
    „Oh nicht doch“, beschwichtigte das Unlicht-Pokémon, „was tust du denn da?“
    „Hast du nicht vor zu kämpfen?“ Freyr lockerte seine Haltung, entspannte sich jedoch nicht vollkommen.
    „Warum sollte ich? Ich habe mich an den Träumen dieses Pokémon gelabt und bin satt. Ich habe keinen Grund zu kämpfen, wenn du mir keinen gibst.“
    Nun fiel die Anspannung vom Körper des Psiaugon und es meinte fast schon, das Darkrai lächeln zu sehen.
    „Nun, ich verabschiede mich, kleines Psiaugon“, der Nebel begann wieder dichter um das Pokémon zu wabern, bis es nur noch schemenhaft zu erkennen war, „aber ich bin sicher, wir sehen uns wieder.“


    Freyr erwachte umringt von Pokémon, die ihre wachsamen Blicke auf ihn gesenkt hatten. Auch Ma'at war darunter.
    „Du bist wach“, stellte sie fest und Demeter und Ares schien ein Stein vom Herzen zu fallen.
    Das Psiaugon setzte sich auf.
    „Geht es dir gut?“, erkundigte Demeter sich besorgt.
    Freyr nickte. „Es wollte nicht kämpfen und hat mich einfach wieder gehen lassen.“
    „Das ist aber schön“, meinte Ma'at, „nun, Freyr, ich muss dir danken. Ohne dich hätte ich wer weiß wie lange noch geschlafen?“ Dann hob sie den Blick in die Runde: „Kommt, lasst uns zusammen den Wald erstrahlen lassen und den Pokémon Beeren bringen.“





    Kurzgeschichte #04
    Fandom: Dämmerungsmaler (eigene FF, aber Hintergrundwissen ist nicht nötig)
    FSK: 12
    Länge: 478 Wörter
    Und noch etwas zu Dämmerungsmaler, das eben erst entstanden ist, weil ich nicht wusste, was ich schreiben soll :'D.
    Ein paar Chars sind übrigens schon mal in ein paar der Drabbles aufgetaucht (Ren und Hideaki auf jeden Fall, bei Dai und Naomi bin ich gerade nicht sicher), also nicht wundern, falls die Namen bekannt vor kommen.
    FunFact: Naomi war mein allererster OC (noch vor Naoko, die war die Zweite xd). Sie hat sich inzwischen ziemlich verändert (sie war mal braunhaarig, dann blond, inziwischen rot, mal hetero, mal bi und zwischendurch auch mal ne' ziemliche Bitch) aber sie bleibt für immer mein armes Baby ;__;.



    Die an ihrem Fenster vorbeiziehenden Wolken und die Vögel, die zwischen diesen auftauchten waren ihr ein willkommener Anblick an diesem Nachmittag, der sich zog wie ein alter Kaugummi unter der Tischplatte, in den man nichtsahnend gegriffen hatte. Das Stimmengewirr am Tisch zog an ihr vorbei, ohne dass sie wirklich Notiz vom Gesagten nahm. Wen interessierte es schon? Warum sich überhaupt kümmern, wenn die Zeit so begrenzt war? Wieso saß sie hier?
    Ein Tritt gegen die Wade holte sie ins Jenseits zurück. Aus dem Gewirr wurde eine klare Stimme, die ihren Namen sagte. Naomi. Naomi. Naomi...
    „Naomi, hörst du eigentlich zu?“ Streng lag der Blick des Direktors auf ihr. Was tat sie hier? Ihr Blick wanderte umher. Ach ja, Versammlung des Schülerrats mit dem Direktor. Halleluja.
    „Aber natürlich“, erwiderte sie dann und richtete ihren Blick wieder auf die Runde. Der Mann gegenüber von ihr rührte keinen Muskel seines starren Gesichts.
    „Dann wirst du ja sicher gerne zusammenfassen, was bisher besprochen wurde, nicht?“
    Verdammt.
    „Nun, ich schlage vor“, mischte sich Hideaki, von dem Naomi höchstwahrscheinlich auch den Tritt kassiert hatte, ein, „wir machen eine kurze Pause und führen die Diskussion dann fort.“
    „Ich denke, das haben wir alle nötig“, pflichtete Ren bei und Dai, das letzte Mitglied in der Runde, war sowieso schon halb aufgestanden. So kratzten wenige Sekunden später die Stühle über den Boden und während die Vierergruppe auf den Flur trat, blieb der Direktor sitzen und begann, etwas aufzuschreiben.


    „Wo bist du nur mit deinen Gedanken?“, fragte Hideaki Naomi. Sie hatten sich nicht weit entfernt vom Versammlungsraum in einem kleinen Kreis aufgestellt.
    Naomi seufzte. „Das wüsste ich selber gerne.“
    „Nicht hier jedenfalls“, brummte Dai, der an der Wand lehnte.
    „Es ist nicht leicht“, meinte Hideaki, „es ist für uns alle neu den Schülerrat zu bilden. Sobald wir uns alle etwas mehr daran gewöhnt haben, wird es besser gehen, da bin ich mir sicher.“
    Naomi nickte. Sie empfand immer Anerkennung für Hideaki, wenn er so etwas sagte. Er gehörte zu den wenigen Menschen, die andere tatsächlich mit Worten aufmuntern konnten. Er war definitiv richtig in seiner Rolle als Schülerpräsident.
    „Zumindest sind wir alle immer noch zusammen“, warf Ren ein, „so wie früher.“
    „Das stimmt nicht. Eine fehlt.“ Dais Worte fühlten sich schwer in der Gruppe an. Ja, eine fehlte. Schon seit vielen Jahren eigentlich, doch immer noch fühlte es sich an, als würde ein Teil der Gruppe fehlen. Wie bei einem Puzzle, wo nur ein einziges Stück fehlte; irgendwie war es doch fertig, aber wenn man es betrachtete, hatte man immer das Gefühl, dass etwas fehlte. Und es war kein Stück am Rand. Es war das Mittelstück, das fehlte. Und der Rest hielt irgendwie zusammen, doch ihm fehlte das Herz.
    „Wir sollten zurück.“ Naomi ging, noch während diese Worte ihren Mund verließen.


    Sie hatte Flügel mit den prächtigsten Federn, doch ohne Herz konnte auch der schönste Vogel nicht fliegen.



  • Kurzgeschichte #05
    Fandom: /
    FSK: 6
    Meine Abgabe für den ersten Wettbewerb der Saison mit dem Thema "Neuanfang".
    Länge: 1073 Wörter


    Außerhalb des Bootes erwartete sie beißende Kälte. Kälte, wie sie nur an solch einem abgelegenen Ort existieren konnte. Sie fraß sich durch jede Faser der Kleidung bis sie die nackte Haut erreichte und sich dort ausbreitete. Kira fror bereits in der ersten Sekunde, in der sie den Himmel nach der langen Überfahrt wieder zu Gesicht bekam.
    „Willkommen in Blizzach, deinem neuen Zuhause.“ Die Stimme hinter ihr hätte zu diesem Ort gepasst, so kalt wie sie war. Doch in den Augen des Sprechers passte Kira sicherlich auch ganz gut hierher.
    Immerzu von Schnee bedeckt; in Blizzach gäbe es keinen Summer. Die Gerüchte schienen zumindest zu stimmen, denn selbst jetzt, wo im Rest Sinnohs bereits der Frühling erwachte, hielt hier der Winter Einzug.
    „Frida erwartet dich bereits in ihrer Arena“, sprach die Stimme weiter, „sie wird sich ab jetzt um dich kümmern.“ Kira sah dies als Aufforderung, das Deck des Bootes, das sie bis hier gebracht hatte, zu verlassen und stattdessen nach langer Zeit nochmal Land zu betreten. Ihren kleinen Koffer trug sie bei sich, wobei er nur etwas Kleidung enthielt, denn viel mehr besaß sie gar nicht. Sie beschränkte sich im Leben auf das Wichtigste.


    Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln, während sie von der Anlegestelle zum Dorf schlenderte. Sie hatte es nicht besonders eilig, immerhin würde sie noch jede menge Zeit hier verbringen müssen. Monate, vielleicht sogar Jahre. Solange, bis sie entweder sagte, sie sei für den Diebstahl verantwortlich oder bis man sich dazu entschied, dass sie ihre Zeit abgearbeitet hatte.
    Kira stieß einen langen Seufzer aus. Verdächtigt zu werden war eine Erfahrung, die sie nicht unbedingt machen musste. Die ständigen Verhöre und Gerichtsversammlungen hatten ihr Leben in den letzten beiden Monaten auf den Kopf gestellt und ihr kaum einen Moment zum Durchatmen gegeben.
    Die ersten Häuser traten in ihr Blickfeld. Rauch stieg von den Schornsteinen auf und es waren auch ein paar Leute unterwegs. 'Wer lebt wohl in so einem Dorf?', ging es Kira durch den Kopf. Sie konnte nur ältere Personen erblicken, die ihren Tätigkeiten nachgingen. Hin und wieder erhielt sie einen interessierten Blick, doch keiner schien sich effektiv nach ihr umzudrehen. In ihrer Heimat – Teak City- war das anders gewesen; obwohl der Ort viele Touristen anzog, hatten viele andere Einheimische sie gemustert wie etwas Unerwünschtes, etwas, das sie nicht wollten. Mit ihren grünen Haaren und dem dunklen, eigenwilligen Kleidungsstil war es eine Sache der Unmöglichkeit keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Zumindest hatte sie das gedacht, aber scheinbar stellte sie hier nicht den Mittelpunkt aller Gespräche dar. Die Blicke, die sie erhielt, waren kurz, flogen über sie und vergaßen sie im nächsten Moment wieder. Aus irgendeinem Grund gefiel es ihr. Sie fühlte sich nicht fremd, obwohl sie heute zum ersten Mal dieses Dorf am Ende Sinnohs betreten hatte.


    Die Arena zu finden war nicht schwierig, immerhin war es das einzige Gebäude dieser Größe in der gesamten Umgebung. Auch hier war das Dach komplett mit Schnee bedeckt und Frost glitzerte auf den Scheiben der automatischen Türen, die sich surrend bewegten, als Kira in den Sensor trat.
    Innen war es genau so kalt wie es draußen gewesen war, was das Layout der Arena zu verschulden hatte; als Eis-Arenaleiterin hatte Frida natürlich auch eine menge Schnee und Eis auf ihrem Kampffeld. Irgendwie taten Kira die ganzen Trainer leid, die den gesamten Weg bis hier auf sich nehmen mussten, um gegen die Arenaleiterin zu kämpfen. Sie selber hatte nie Interesse daran gehabt, berühmt zu werden. Nun war sie es geworden, ohne wirklich etwas dafür getan zu haben, zumindest war sie bei der Polizei und unter Richtern sicher das heiße Gesprächsthema in letzter Zeit gewesen.
    „Wer bist du denn?“ Eine junge Frau – Kira schätzte sie auf siebzehn – war im Rahmen der anliegenden Tür erschienen und betrachtete den Neuankömmling. „Aktuell werden keine Herausforderungen akzeptiert.“ Das Mädchen war recht muskulös mit breiten Schultern. Ihre blonden Haare waren zu einem Zopf zusammengebunden und die Spitzen waren weiß gefärbt.
    „Ich bin Kira, ich soll in Blizzach aushelfen.“
    „Aaaah, Kira!“ Meldete sich plötzlich eine dritte Stimme zu Wort und neben der Blondhaarigen erschien ein dünnes Mädchen mit braunen Flechten. Das war dann wohl die Arenaleiterin Frida.
    „Ich habe ganz vergessen, dass du heute kommen sollst, entschuldige bitte.“ Sie duckte sich unter dem Arm der anderen durch und kam zu Kira. „Ich bin Frida, deine Chefin, wenn man so will. Und das ist Yuki, meine Auszubildende.“ Sie deutete auf das stämmige Mädchen, die Kira nur kurz zunickte, ehe sie wieder verschwand. „Sie ist etwas schüchtern“, kicherte die Arenaleiterin. Kira mochte sie. Sie schien aufgeweckt und lebensfroh zu sein.
    „Also“, sagte Frida dann, „ich denke, ich mache dich ein wenig mit dem Dorf vertraut. Immerhin wirst du ein wenig hierbleiben müssen.“ Sie schenkte Kira ein Lächeln und übernahm die Führung, indem sie aus der Arena schritt.
    Kira sah ihr kurz hinterher. Mit ihrer rechten Hand umklammerte sie den Megaring in ihrer Hosentasche. Es war natürlich töricht gewesen, ihn mitzunehmen, bestimmte er doch gerade in diesem Moment über den weiteren Verlauf ihres Lebens. Aber sie hatte das Gefühl, dass es am sichersten war, ihn bei sich zu tragen.
    Sie folgte Frida durch das verschneite Dorf, lauschte jedoch nur mit einem Ohr dem lebhaften Geplapper der jungen Arenaleiterin. Stattdessen betrachtete sie jeden Winkel des kleinen Dorfes und suchte nach Sachen, an denen sie sich später orientieren könnte, wenn es erst mal stark geschneit hatte. Jetzt waren zwar Leute unterwegs, doch mit Sicherheit würde sie sich später noch nachts alleine durch das Dorf bewegen müssen, möglichst ohne sich zu verlaufen. Und mit jeder Minute, die verstrich, jedem Schritt, den sie zurücklegten und jedem neuen Gesicht, das Kira grüßte, fühlte sich besser. Eigentlich hatte sie nur vorgehabt, ihre Zeit hier abzusitzen, aber vielleicht würde es ja gar nicht so schlimm werden.


    Am Abend saß Kira auf ihrem Bett. Man hatte ihr ein kleines Häuschen mit einer simplen Einrichtung für ihren Aufenthalt zur Verfügung gestellt. Im Ofen knackte das Feuer, welches den Raum warm hielt. Auf dem runden Teppich lag ihr Hundemon und schlummerte friedlich. Sie fühlte sich nach langer Zeit nochmal irgendwo wohl. Ihre eigentliche Heimat war soweit weg, doch sie verspürte keinen Funken Sehnsucht. Nie wieder wollte sie dorthin zurück. In ihre alte Heimat, in ihr altes Leben.
    In einem plötzlichen Impuls griff sie nach dem Mega-Ring, den sie auf ihrem Nachttisch abgelegt hatte, und warf ihn ins Feuer. Sofort verschluckten die Flammen das Metall.
    Und mit ihm fraßen sie Kiras Vergangenheit.


    Gedicht #02
    Fandom: Pokémon
    FSK: 6
    Meine Abgabe für den zweiten Wettbewerb der Saison mit dem Thema "Die Schöpfung". War ein ganz schöner Kampf, weil ich es am Handy tippen durfte xD.
    Länge: 449 Wörter



    Ein kleiner Stern auf seiner Reise
    Trifft auf einen alten Weise
    "Wohin des Weges kleiner Stern?
    Bist deiner Heimat doch so fern."
    "Mich plagt ein Wunsch ganz tief im Herzen
    Mein lebloses Dasein bereitet mir Schmerzen
    Ich will lachen und freuen, leiden und weinen
    Anstatt nur vom Himmel zu scheinen."
    Der Weise hüllt sich erst in Schweigen
    Scheint dann sich doch hilfsbereit zu zeigen:
    "Kleiner Freund, ich will dir deinen Wunsch erfüllen."
    Und aus seiner Kehle löst sich ein Brüllen.
    "Nun bist du lebendig, doch ich werde bald gehen
    Deswegen werde ich dir zwei Freunde geben
    Raum und Zeit, so lauten ihre Namen
    Benannt nach den ihn gegebenen Gaben."
    "Wie lautet mein Name?"
    "Eine berechtigte Frage.
    Ich taufe dich Wunsch, nach dem Grund deiner Reise."
    "Dann bist du Meteor, oh Weise.
    Denn du hast mein Herz zum Strahlen gebracht
    Und nur durch dich bin ich erwacht
    Und wie ein Meteor sollst du beim Gehen noch strahlen
    Denn ich werde für immer von deinen Taten prahlen."
    Und gehüllt in helles Licht
    Meteor seinen letzten Willen ausspricht:
    "Ich gebe dir meine Gabe auf,
    Denn für den weiteren Verlauf
    Muss jemand Wünsche erfüllen, kleiner Stern
    Auch wenn ich bin ganz fern."


    Mit dem Erscheinen von Raum und Zeit
    Eine große braune Kugel erscheint
    "Was das wohl ist?", fragt Wunsch verwundert
    "Dies ist unser Wunder
    Erschaffen durch unsere Kraft,
    Doch wir wünschen, dass es Leben hat."
    "So soll es geschehen."
    Und Wunsch lässt zwei weitere Wesen entstehen
    "Ihr seid Sonne und Mond, Tag und Nacht
    Wärme und Kälte, bringt Leben mit eurem Kontrast."
    Unter den Tatzen des Einem entsteht ein Feuerball
    Unter den Flügeln des Anderen ein großer Kristall
    Und durch ihre Macht
    Wurde das Leben möglich gemacht.


    "Sonn' und Mond erstrahlen nun,
    Doch sollten wir noch etwas tun
    Die Welt ist so trostlos und grau
    Wir möchten sie färben in grün und blau."
    Sprachen Raum und Zeit als letzten Willen
    "Ich will auch diese Begierde stillen
    So erscheint, Wasser, Land und Wind und formt diese Welt,
    Sodass sie jedem Lebewesen gefällt."
    Und während Pflanzen sprossen und Flüsse erschienen
    Sprach Wunsch zufrieden:
    "Diese Welt wird ein Ort der Freude und des Glücks
    Doch meine Reise endet nun, ich muss zurück
    Zurück in den ewigen Schlaf
    Zeit und Raum, ich bin froh, dass ich euch traf."
    "Doch wer wird deine Gabe dann ausführen?
    Wer soll deine Wunder vollführen?"
    "Ich kann so viel sagen:
    Ich werde zurückkehren in Hunderten von Jahren
    Doch bis dahin vertraue ich auf eure Weisheit
    Wünsche sind schön, doch es braucht auch Arbeit
    Also lasst diesen Planeten leben
    Denn dafür habe ich ihm das Leben gegeben
    Ich werde nun gehen und wieder ein Stern,
    Doch vergesst nicht: Ich bin niemals fern."


  • 200 Zeichen #01 - #06
    Heute gibts alle meine Abgaben zur 200-Zeichen Aktion, insgesamt sind es sechs Stück, weil ich die zweite Runde ausgesetzt habe. Titel haben sie alle übrigens keine, darüber stehen jeweils nur die Kategorien :'D.



    Universum
    Prächtig, gewaltig, unendlich. Unbekannt, unerforscht, unergründet ganz und gar. Doch ist's geschaffen zum Erforschen? Die Antwort kann wohl niemand sagen. Aber vielleicht liegt sie ja dort begraben?


    (Das) Böse
    Ich trage ein Gesicht. Ich trage einen Namen. Sicherlich erinnerst du dich an mich. Ich war immerhin der Böse. Du kennst mein Gesicht, du kennst meinen Namen. Doch kennst du auch meine Seele?


    Pokémon
    Die großen Augen funkeln mir entgegen, als ich dich das erste Mal sehe, Sheinux. Deine Funken sprühen in unserem ersten Kampf, Luxio. Doch mein Herz strahlt nicht mehr am ersten Tag ohne dich, Luxtra.

    Legenden
    Begraben unter Wassermassen ruht die Mutter des Meeres. Seit hundert Jahren nicht mehr gesehen, doch du willst sie wecken. Willst, dass wir ihr Wiegenlied für dich singen. Ein Sturm zieht auf.


    Eltern
    Zwei starke Hände, die mich halten. Dann nur noch eine. Ihr Halt wird schwächer... Und plötzlich falle ich. Wurde aus dem Nest gestoßen, doch habt ihr mir nie gezeigt, wie man fliegt.


    Pokémon-Region
    Wohin mein Weg mich führen wird? Durch Städte oder Dörfer? Vorbei an Stränden oder Vulkanen? Über die Wolken oder unter das Meer? Ich weiß es nicht, doch ich weiß, dass mich mein Abenteuer erwartet.


  • Drama #01

    Fandom: Pokémon

    FSK: 6


    Ein etwas älteres Werk, das für den vierten Wettbewerb "Chatgespräche" entstanden ist. Die Smileys sind btw nicht mehr die Selben wie im Original, damit ich die nicht alle extra hochladen muss xd.

    Btw werde ich mich in den nächsten Tagen mal um die komplette Formatierung hier kümmern.

    Länge: 412 Wörter



    Herbaro hat die Gruppe „Weltuntergangsbesprechung“ erstellt.

    Herbaro hat dich hinzugefügt.



    Veit: ?



    Frida: Heya! ^^



    Herbaro: Ich habe eben erfahren, dass Team Galaktik gerade dabei ist Dialga und Palkia zu beschwören, um eine neue Welt zu erschaffen.



    Silvana: Ja, und?



    Herbaro: Vielleicht sollten wir etwas unternehmen?



    Silvana: hmm...



    Frida: :/ :/ :/



    Veit: Ich fürchte, ich bin zu beschäftigt. Die Kohle baut sich nicht von alleine ab!



    Adam: Das ist mein Junge, immer hart am Arbeiten!



    Veit: Dad...



    Haha



    Herbaro: Ignaz, was ist mit dir?



    Hmm



    Ich bemerke nicht viel von deinem Weltuntergang



    Hilda: Allerdings...



    Marinus: Wellenbrecher Marinus aus der Weideburg-Arena steht vor euch!



    Frida: 8) 8)



    Herbaro: Ihr seid keine besonders große Hilfe...



    Lamina: Désole, mais je ne peux pas vous aider



    Lamina



    Du musst Deutsch sprechen



    Keiner versteht dich



    Lamina: Öntschüldigüng, abar isch kann üch nischt helpfen



    Herbaro: ...



    Herbaro: Wo ist eigentlich der Rest?



    Herbaro: Volkner? Lucian? Teresa?



    Herbaro: ???



    Lucian: Ich versuche zu lesen und meine Ruhe zu haben.



    Lucian: Bitte involviert mich nicht mehr in solche Gespräche.



    Lucian du Streber



    Sei‘ mal nicht so steif



    Haha



    Lucian hat die Gruppe verlassen



    Herbaro: ?(



    Herbaro: Was ist mit den anderen beiden?



    Hilda: Hat Sonnewik nicht einen Stromausfall?



    Hilda: Bekommt Volkner die Nachrichten überhaupt???



    Herbaro: Er liest sie...



    Volkner: Ja, ich erhalte eure Nachrichten.



    Volkner: Ich habe nur keine Lust auf euch.



    Volki!



    ;) ;)



    Volkner: Halt die Fresse Ignaz.



    ;(



    Herbaro: Ich hasse euch alle...



    Herbaro hat die Gruppe verlassen



    Du bist jetzt Gruppenadmin



    Hilda: und weg war er



    Haha



    Hmm



    Ich habe eine Idee



    Veit: ?



    w8



    Du hast LeBelle hinzugefügt



    LeBelle: Guten Tag, LeBelle der Name. Ich arbeite für die internationale Polizei und bin in Sinnoh, um Team Galaktik zu fassen. Ich werde mich eurem Problem also annehmen.



    Lamina: Ton nom ne fait acun sense...



    LeBelle: Ich fürchte, ich verstehe nicht, was Sie mir mitteilen wollen...



    Ignorier Lamina



    Also wirst du gegen Team Galaktik kämpfen?



    LeBelle: Selbstverständlich nicht. Aber keine Sorge, ich besitze eine Geheimwaffe!



    LeBelle hat Zehnjährigen Trainer hinzugefügt.



    Frida: :thumbup:



    Sehr gute Idee



    Ich weiß, dass wir auf seine Fähigkeiten vertrauen können!



    Pearl hat sich selber hinzugefügt.



    Pearl: Ich werde auch helfen!



    LeBelle: Wer warst du noch gleich?



    Zehnjähriger Trainer: ...



    Pearl: Keine Sorge, ich helfe gern!



    Volkner: Nun, wo das geklärt ist.



    Volkner hat die Gruppe verlassen



    Oh man



    Hätte sich wenigstens verabschieden können



    Nun denn



    Viel Erfolg dir!



    Und dir natürlich auch, LeBelle :P



    Ich bin sicher, wir treffen uns wieder



    Du hast die Gruppe verlassen


  • Kurzgeschichte #06

    Fandom: Pokémon Mystery Dungeon

    FSK: 12 bis 16

    Abgabe für den fünften Wettbewerb mit dem Thema "Zeitreise".
    Länge: 1799 Wörter



    Seine Pfote umklammerte das Abzeichen so fest, als würde es dadurch auf magische Art und Weise die Antworten auf seine Fragen ausspucken. Tatsächlich blieb die metallene Platte auch nach mehreren Minuten in seinem felligen Schwitzkasten stumm.

    Cryk seufzte. Dialga hatte ihm gesagt, es würde ihn zu den perfekten Zeitpunkt schicken, um die Ereignisse umzudrehen. Um zu verhindern, was verhindert werden musste. Auch wenn der Gedanke an die Tat, die er vollbringen musste, in seiner Brust schmerzte. Er war nach wie vor nicht sicher, ob er es überhaupt konnte. Weitere Information hatte ihm selbst das legendäre Pokémon nicht geben können; die Zeit würde den Rest entscheiden.

    Das Bamelin schritt über den Marktplatz, der nur wenig Ähnlichkeit mit dem hatte, den es kannte. Keine Geschäfte, keine Snobilikat-Bank, ja, nicht mal die Gebrüder Kecleon konnten seine Augen ausmachen, dafür wohl einige reisende Händler. Wie weit war er nur in der Zeit zurück gereist?

    Eine Gruppe Pokémon hatte sich am Rand des Platzes versammelt und war angeregt am diskutieren. Unauffällig stellte sich Cryk dazu, um ihrem Gespräch zu lauschen.

    „Nicht mehr lange, dann wird unser Prinz geboren“, sagte ein Teddiursa, das mit dem Rücken zu ihm stand, ganz aufgeregt.

    Das Bamelin nickte nur für sich selber ganz leicht. Kurz vor der Geburt des Prinzen also. Das war jetzt... achtzehn Jahre her? Müsste hinkommen.

    Einerseits bedeutete das für Cryk, dass er wohl keine Angst haben musste, sich selber zu begegnen, da er um einiges jünger als der Prinz war, andererseits musste er sich nach wie vor in einer ihm unbekannten Zeit navigieren. Dass er alleine war, verbesserte seine Situation auch nicht weiter.

    „Ja“, stimmte das Kadabra daneben zu, „dann werden wir auch endlich einen Propheten haben.“

    Seitdem sich die beiden Familien, die einst jeweils über einen Teil des Landes geherrscht hatten, in Frieden zu einer einzigen vereint hatten, war es seit Jahrhunderten normal, dass die Kinder des Königs oder der Königin als Zukunftsseher fungierten. Der Ältere erhielt dabei die Rolle des Sehers, der Prophezeiungen von den Göttern empfing während sein Bruder oder seine Schwester die des Propheten übernahm und sobald er volljährig wurde, wandelte er seine Form entsprechend der zu erwartenden Ereignisse. Da die Propheten von der Familie der Eeveeliten abstammte, handelte es sich bei ihnen fast ausschließlich um Evoli. Auf der anderen Seite waren die Seher meistens Absol, da sie vom Stamm der Nocti abstammten.

    Gemeinsam sorgten sie für eine gute Zukunft des Volkes.

    Cryk biss sich auf die Lippe, als ihm wieder einmal klar wurde, dass er hier war, um dieses Gleichgewicht zu zerstören. Dass die Prinzessin ihn geschickt hatte, damit er ihren Bruder eliminierte. Ihren geliebten Bruder.

    Das Bamelin war so in seinen eigenen Gedanken versunken gewesen, dass es das andere Pokémon nicht bemerkt hatte. Erst als es das Abzeichen aus der Pfote des Bamelin zog, drohte sich dieses alarmiert um.

    „Hübsches Metallplättchen hast du da“, kicherte der Fremde und drehte es zwischen seinen Krallen, „du bist Teil eines Rettungsteams? Beeindruckend, ist nicht leicht, da reinzukommen.“

    Cryk beruhigte sich wieder etwas, scheinbar ging von dem Fremden keine Gefahr aus.

    „Aber ein Bamelin hier? Das ist selten.“ Der Fremde löste seinen Blick von dem Abzeichen und sah stattdessen Cryk an.

    „Sniebel sieht man hier auch nicht oft“, erwiderte Cryk in der Hoffnung, dass es der Wahrheit entsprach.

    Das Sniebel zuckte mit den Schultern und reichte ihm sein Abzeichen. „Ich gehe dahin, wo mein Weg mich hinführt. Hier hast du dein Abzeichen wieder, Pumpkin.“

    Cryk nahm die Platte und verstaute sie in seiner Tasche, wo sie hingehörte. „Ich heiße übrigens nicht Pumpkin, sondern David.“ Natürlich stellte er sich nicht mit seinem echten Namen vor. Auch wenn er zu dieser Zeit noch nicht mal geboren war, musste man sein Glück nicht auf die Probe stellen.

    „Ich mag Pumpkin lieber“, entschied das Sniebel, „mich kannst du Jack nennen.“

    Cryk nickte, auch wenn er bezweifelte das fremde Pokémon jemals wieder zu sehen. Immerhin sollte er sich in dieser Zeit nicht allzu lange aufhalten. Wo er gerade dabei war...

    „Ich muss weiter“, kündigte das Bamelin an, „freut mich, deine Bekanntschaft gemacht zu haben, Jack.“

    „Ciao.“ Das Sniebel winkte ihm zum Abschied während sich das Wiesel langsam entfernte.


    Der Abend kam schnell und bisher hatte Cryk eher weniger Fortschritte machen können. Nach wie vor war ihm nicht klar, was genau diesen Zeitpunkt so optimal machte. Vielleicht sollte er warten, bis der Prinz geboren wurde und dann seinen Zug machen, doch das erschien ihm unnötig grausam und zudem wäre es immer noch ein Monat bis dahin. Zumal ein Neugeborenes wohl die besten Wachen des Schlosses erhalten würde und das Bamelin war nun mal kein Assassine, sondern ein Retter. Als optimale Möglichkeit sah er das also nicht an.

    Seufzend erhob sich auf die Pfoten und entschied sich dazu, noch eine Runde durch die Hauptstadt zu drehen, um hoffentlich noch Informationen sammeln zu können.

    Die Abendluft war frisch, aber nicht zu kalt um unangenehm zu sein und - gerade nach der Wärme des Tages - war die Kühle willkommen.

    Auf dem Marktplatz waren einige Pokémon versammelt, höchstwahrscheinlich auf dem Weg zu einer der vielen Stadtschänken in der Nähe, doch Cryk schlug einern komplett anderen Weg ein, der ihn zum Schloss führte. Der öffentliche Teil des Gartens war um diese Uhrzeit noch für Besucher offen. Die Ceasurio, die den Eingang bewachten beäugten ihn kurz, schenkten ihm aber keine weitere Beachtung.

    ‚Wenn die wüssten...‘, ging es ihm durch den Kopf, beendete seinen Gedanken aber nicht, als er im Augenwinkel etwas wahrnahm. Doch als er den Kopf drehte, war dort nichts anderes zu sehen als Bäume, die den Weg zierten und an heißen Tagen Schatten spendeten. Er entschied sich, seine Hirngespinste zu ignorieren und folgte dem gepflasterten Weg durch den beeindruckenden Garten, wenngleich die Wirkung nach all Besuchen, die er ihm schon in seiner eigenen Zeit gespendet hatte, doch etwas abflachte. Als er daran zurück (oder doch vor-?) dachte, wie er sich gefühlt hatte, als er das erste Mal die Hauptstadt gesehen hatte, musste er lächeln. Als Bamelin aus einem Dorf am anderen Ende der Welt war es wirklich ein unglaublicher Anblick gewesen, doch inzwischen hatte er sich daran gewöhnt und fand sich gut zurecht.

    Plötzlicher Trubel rissen ihn abrupt aus seinen Gedanken. Einige Ceasurio rannten nur ein paar Meter entfernt aufgeregt durcheinander und riefen sich Sachen zu. Cryk konnte nicht wirklich etwas verstehen, doch ein paar Sätze konnte er ausmachen.

    „Haltet ihn auf!“

    „Schaut, ob die Königin in Ordnung ist!“

    „Schnell!“

    Cryk schluckte schwer, doch traf seine nächsten Entscheidungen innerhalb von Sekunden. Das war höchstwahrscheinlich seine beste Chance. Er duckte sich in einen Busch, um nicht von den Wachen entdeckt zu werden und folgte dann unauffällig zweien von ihnen, die nach der Königin schauen wollten.

    Sie bemerkten ihn erst, als sie sich bereits in der Eingangshalle des Schlosses befanden. Das Erste besiegte er mit einem schnellen Power-Punch, doch das andere traf mit seiner Metallklaue seinen Rücken, sodass das Wiesel einige Schritte zurück taumelte, bereit zurückschlagen, doch da wurde der Wächter plötzlich von seinen Füßen gerissen und traf den harten Boden.

    „Pumpkin, hi!“, begrüßte ein bekanntes Gesicht ihn und das Bamelin staunte nicht schlecht.

    „Was machst du hier?“, stieß das Hermelin nur aus und konnte seinen Blick nicht von Jack lösen.

    „Könnte dich dasselbe fragen“, erwiderte das Sniebel und es wurde still zwischen den beiden, bis Jack wohl einsah, dass das Bamelin nicht auf die Gegenfrage antworten würde.

    „Ich schätze, ich sollte mich wohl outen“, seufzte er dann, „ich bin ein Mitglied der Black Feathers.“ Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht während Cryk seine Fassung verlor.

    Black Feathers. Eine Gruppe von Pokémon, die die Familie der Nocti - von der der Seher der Königsfamilier abstammte, huldigten und die Eeveeliten verachteten. Und da wurde Cryk bewusst, warum er heute hier war. Black Feathers wollte nichts mehr als den Propheten tot sehen.

    „Du bist hier, um den Prinzen zu töten“, sprach Cryk seine Gedanken aus und seine Mimik wurde wieder ernst.

    Jack nickte. „Das war zumindest der Plan, aber meinen Partner haben sie erwischt. Alleine wird das unmöglich, deswegen wollte ich mich aus dem Staub machen.“

    „Ich werde dir helfen.“ Ein Stich in seiner Brust. „Ich begleite dich bis zum Schlafgemach und halte dir den Rücken frei.“ Er hatte das Gefühl, nicht mehr atmen zu können. „Ab dann überlasse ich es dir.“ Der Schmerz in seiner Brust war unerträglich.

    Er war ein Verräter, so ein gottverdammter Verräter. Die Königin war immer gut zu ihm gewesen und der Prinz hatte ihn gemocht, mit ihm gelacht, ja, vielleicht hatte man sie sogar als Freunde bezeichnen können.

    Doch das war gewesen, bevor er zu einem Monster geworden war, das gerade in der Zukunft seine Heimat zerstörte und unendlich viele Leben nahm.

    Jack nickte ihm zu, der Blick entschlossen und fest.


    Vor der präcchtig verzierten Türe des Schlafgemachs blieben sie stehen. Cryk hatte aufgehört zu zählen, wie viele sie auf dem Weg hierher besiegt hatten. Mit einem Partner konnte das Bamelin wesentlich besser kämpfen, immerhin waren sie auf Missionen auch immer mindestens zu zweit.

    Jack verschwand wortlos in dem Raum, Cryk war ihm dankbar. Er wollte keine Worte mehr verlieren.

    Es hielt sich trotz der immer noch herrschenden Gefahr die Ohren zu, um es nicht zu hören.

    Als Jack hinaus trat, fiel dem Bamelin zuerst der zerbrochene Edelstein auf seiner Stirn auf. Jack folgte seinem Blick. „Die Königin hat sich doch etwas gewehrt und ihn zerbrochen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Tut nicht weh, also nicht weiter tragisch. Lass uns verschwinden.“

    Cryk hatte die letzten Worte kaum noch wahrgenommen und auch seine Sicht begann zu verschwimmen. Nur einen Moment später verlor er das Bewusstsein.



    Das Erste was ihm beim Erwachen auffiel waren die furchtbaren Kopfschmerzen, die ihn plagten, dann, dass er offensichtlich wieder in seiner Zeit zurück war.

    ‚Stimmt, Dialga hatte gesagt, ich würde automatisch zurückkehren.‘

    Er war Tag und die Sonne strahlte durch das Fenster ins Schlafgemach der Basis des Retterteams, doch außer Cryk war keiner hier. Beim Aufstehen beschwerte sein Körper sich lauthals, doch das Bamelin ignorierte seine schmerzenden Muskeln. Es musste jetzt mit den anderen sprechen.

    Tatsächlich fand es zwar keines seiner Teammitglieder, dafür aber seinen Mentor, der mit dem Rücken zu ihm gewendet im Versammlungszimmer saß und etwas las.

    „Du bist wieder bei uns“, stellte sein Mentor fest, ohne den Blick zu heben. Natürlich hatte er ihn bemerkt. Var war nicht nur ein Mentor für das Bamelin, sondern auch ein Freund. Das ältere Pokémon wusste immer einen Rat und hatte Cryk schon oft geholfen.

    Plötzlich fiel dem Hermelin eine lange Narbe auf dem schwarzen, felligen Rücken des anderen auf, die es noch nie bemerkt hatte. Dabei war sie ziemlich auffällig.

    „Was ist mit dieser Narbe?“, fragte Cryk erschrocken.

    Da drehte sein Mentor sich zu ihm um. Der Edelstein auf der Stirn des Snibunna war zerbrochen.

    „Wir haben alle Dinge getan, die wir bereuen, nicht, Pumpkin?“



  • Hey Nao,


    ich hab mal in die Dungeon-Story reingelesen und finde die vom Aufbau recht interessant. Zeitreisegeschichten locken meist eh schon allein mit ihrer Prämisse und du hast da eine recht interessante Welt geschaffen, die Anzeichen von viel größerem enthält. Würde mich glatt interessieren, da etwas ausgearbeitetes zu sehen.

    Cryk macht einen eher schweigsamen Eindruck, aber man kann sich auf ihn wohl ohne Zweifel verlassen. Die Zugehörigkeit zu einem Rettungsteam ist ihm dabei besonders im Schloss deutlich anzumerken. Hilfreich war dabei wohl auch, dass Jack dieselbe Mission hatte wie er. Schade eigentlich, dass Jack nicht allzu viel von sich preis gibt und die Pointe am Ende, dass Cryk seinem Mentor geholfen hat, auch recht vorhersehbar war. Am guten Erzählfluss scheitert es dagegen zu keiner Zeit und du hast dich auf die wesentlichen Dinge konzentriert.


    Woran es aber scheitert, ist leider der Aufbau als Zeitreisegeschichte. Wie gesagt, die sind grundsätzlich sehr interessant, aber gleichzeitig auch sehr schwierig zu beschreiben, weil man viele Dinge erklären muss und nicht einfach aus Plot Convenience reinwerfen kann. Ein Beispiel dafür ist sogar schon der ganze Aufhänger der Story: Was macht die alte Gegenwart besser als die neue? Außer ein paar Andeutungen erfährt man nicht viel, was der Prinz so anstellt und scheinbar hat das alles auf das Ende auch keine wirklichen Auswirkungen.

    Was mich zum nächsten Punkt bringt: Ist Cryk jetzt in seiner eigenen Zeit oder in einer Alternativzeitlinie? Wenn ersteres, hätte er von der Mission keinen Nutzen gehabt, bei Zweiterem würde er locker nicht mehr viel wiedererkennen von dem, was er kannte. Falls für die Story nur wichtig war, dass Cryk seinen Mentor in der Vergangenheit trifft, warum dann die komplizierte Aufmachung? Oder die Black Feathers: Gibt es die noch und warum ist Snibunna kein Teil mehr dieser Gruppierung? Lediglich aus der Reue am Ende kann ich noch herauslesen, dass der Ausgang der Zeitreise, so wie er war, wohl nicht ideal für die weitere Zukunft war. Aber auch hier, warum?


    Punkto Reueverhalten hast du zumindest Cryks Stimmung gut rübergebracht und erklärt. Als wohl ehemaliger Freund des Prinzen ist es umso schwieriger, sich auf seine Mission zu konzentrieren und am Ende dafür zu sorgen, dass sie erfolgreich abgeschlossen wird. Auch wenn ich persönlich finde, dass dieser Moment etwas kurz ausgefallen ist, fügt er sich gut in die Geschichte ein und zeigt, dass sich hinter dem Charakter mehr abspielt, als man vielleicht im ersten Augenblick sieht.


    In diesem Sinn: Wir lesen uns!


  • Kurzgeschichte #07

    Fandom: /

    FSK: 12

    Länge: 1861 Wörter

    Abgabe für den Lyrik x Epik Collab, die gemeinsam mit Mabus entstanden ist, wobei der Epikteil von mir stammt. Eigentlich hatte ich noch viel mehr Ideen, die ich gerne eingebaut hätte, leider war dafür aber einfach kein Platz. Ich plane aber, mal eine Version zu schreiben, die der entspricht, die ich eigentlich im Kopf hatte.


    Vielleicht hätte er sich an diesem Tag nicht von ihr dazu überreden lassen sollen, sie zu begleiten. Sie nur einmal mehr abwimmeln; immerhin hatte er dies schon so oft getan. Eine kleine Ausrede hier, eine Notlüge da - schon bekam er seine Ruhe vor seiner selbsternannten besten Freundin. Nicht, dass er Laura nicht leiden konnte, ganz im Gegenteil: Er freute sich darüber, dass sie ihn tatsächlich als Freund betrachtete und versuchte, ihn mehr an die Außenwelt zu gewöhnen, wie sie es immer nannte. Aber manchmal war es ihm zu viel. Zu viel Lärm, zu viele Menschen, zu wenig Privatsphäre.


    Zumindest hatte Laura - im Gegensatz zu vielen anderen Menschen - Verständnis, wenn er eine ihrer unzähligen Einladungen ablehnte oder in letzter Sekunde ab sagte, weil er sich doch nicht mehr danach fühlte. Auch wenn ihr wohl nicht ganz bewusst war, wo genau sein Problem lag, sonst würde sie ihm wohl kaum so viele Vorschläge machen, etwas zu unternehmen. Höchstwahrscheinlich dachte sie einfach nur, er hätte schlicht und ergreifend keine Lust, sondern wollte lieber Videospiele spielen.

    Doch gerade heute konnte er sich nicht dazu überwinden, ihr abzusagen. Sie klang so glücklich, als sie ihm von der Party erzählte. Eine Kostümparty.

    Und so stand er hier nun, ein - hoffentlich nicht alkoholisches Getränk - in der Hand und den Blick auf die Füße gesenkt, Musik auf den Ohren, die ihm zumindest etwas half.


    I don't know what I make tonight

    but I know I don't must win this fight

    'cause you are standing all time by my side


    Tomorrow will be another day

    than today, but it is strange to say

    I feel surprised to feel no pain


    Die Musik war so laut, dass er die herannahende Person nicht bemerkte. Erst als sie ihm auf die Schulter tippte, hob er erschrocken seinen Blick und blickte ihn zwei meeresblauen Augen. Umrahmt wurden sie von blond strahlenden Haaren und einem schmalen Gesicht. Auf den dünnen Lippen lag ein leichtes Lächeln. Ihre Wangen hatten - höchstwahrscheinlich aufgrund erhöhten Alkoholkonsums - eine weinrote Farbe angenommen.

    “Hi!”, lachte sie ihn an, nachdem er einen Stöpsel aus seinem Ohr entfernt hatte. Oh weh, die war dicht. “Du bist doch L-Lauras Freund, oder?” Sie lallte und das Getränk in ihrer Hand schwappte gefährlich. “Wie war d-dein Name? Karl?”

    “Kain.”

    “W-was? Ken? D-du musst l-lauter sprechen!”

    “Kain”, erwiderte er, etwas lauter dieses mal. Ihm war dieses Gespräch schrecklich unangenehm. Es war schon schwer genug, sich mit Leuten zu unterhalten, die bei klarem Verstand waren.

    “Oh, Kain!” Sie lachte so laut, dass sich einige umdrehte. “Ich bin Emma.” Sie hickste und gluckerte etwas vor sich hin.

    Er musste von ihr weg, schnell. Die Leute warfen ihne schon immer mehr seltsame Blicke zu und wenn Kain eines nicht sein wollte, dann war es das Zentrum der Aufmerksamkeit.

    “Weißt du zufälligerweise, wo Laura ist?”, brachte er hervor und sie warf ihm einen verwunderten Blick zu.

    “Ich glaube”, erwiderte sie machte dabei ein übertrieben nachdenkliches Gesicht, “vorne in der Küche.”

    Kain brachte noch ein schnelles Danke hervor, bevor er sich an ihr vorbei schlängelte und die Flucht ergriff. Auch wenn es ihm nicht behagte, den Worten einer Betrunkenen zu folgen, so war dies seine beste Möglichkeit.

    Tatsächlich fand er seine beste Freundin dort an der Theke gelehnt, das Smartphone fest in der Hand. Sie sah auf, als er sich näherte.

    “Ah, da bist du ja, ich wollte dich gerade anrufen.” Sie ließ das Handy in der Tasche ihres blauen Kleides, das an Alice im Wunderland angelehnt war, verschwinden. “Ich weiß ja nicht, wie es bei dir aussieht, aber ich hatte genug Halloween für dieses Jahr.” Und wieder einmal war er dankbar dafür, dass sie zwar gerne Zeit unter Menschen verbrachte, aber mindestens genauso gerne stundenlang Videospiele spielte. Und das ging auf einer Party nunmal nicht so leicht.

    Er folgte ihr durch das Wohnzimmer, wobei er sich unbewusst nach Emma umsah, aber er konnte sie nirgends entdecken. Er zuckte mit den Schultern. Eigentlich konnte es ihm egal sein - sie ging nicht auf dieselbe Schule wie er, sie würden sich höchstwahrscheinlich nie wieder sehen.

    Kain stopfte seine Kopfhörer wieder in seine Ohren und startete das Lied genau an der Stelle, an der er es vorhin unterbrechen musste:


    I don't know what I made yesterday

    but I know I must find my way

    'cause you are waiting for me at the bay

    Tomorrow will be another day

    than today, but it is strange to say

    I feel surprised to feel the pain


    Als Kain zum ersten Mal seine beste Freundin besuchte, war er erstaunt gewesen, anstelle eines typischen Mädchenzimmers, das eines Gamers vorzufinden: hochmoderner PC, Regale voller Videospiele, ein Laptop, der mit Sicherheit auch die nötige Leistung hatte, um Videospiele zu spielen, und Konsolen - eine neuer als die andere.

    Als er sie diesen November besuchte, war es keine Überraschung mehr für ihn. Es war auch keine Überraschung mehr, dass ihre Eltern nicht da waren, oder, dass sie vor dem PC hockte und ihm zur Begrüßung nur zu winkte.

    Neu war allerdings der Adventskalender, der bereits an der Wand hing.

    “Süß nicht?” Scheinbar hatte Laura ihre Partie Was-auch-immer beendet, denn sie hatte sich in ihrem Bürostuhl zu ihm herumgedreht. “Den haben meine Eltern mir mitgebracht.” Sie existierten also doch!

    Er hatte nie gefragt, wo ihre Eltern die ganze Zeit waren. Sicher hätte sie kein Problem damit gehabt, doch irgendwie hatten die beiden eine Grenze um sich aufgebaut, die sie niemals überschritten, egal wie eng ihre Freundschaft auch sein mochte. Sie fragte ihn auch nie, warum er keine Lust hatte, auf ein Event zu gehen oder einen Multiplayer zu spielen. Also fragte er nicht, was ihre Eltern machten.

    Mehrere Stunden später verließ er vollgestopft mit Chips und Cola - immerhin musste er zunehmen - das Haus in der Abenddämmerung wieder. Er wohnte nicht weit entfernt, gerade mal zehn Minuten zu Fuß, wenn er sich ein wenig beeilte.

    Ihre erste Begegnung hätte er leicht vermeiden können, doch fairerweise war ihre zweite unausweislich gewesen. Vielleicht wäre sie nicht an diesem Novembertag geschehen, doch sie wäre geschehen.

    Die Musik war laut genug, um ihre Schritte zu übertönen.



    You know that I'm not your lover

    but I know that you are my cover

    so let's just hold onto each other

    Tomorrow will be another day

    than today, but it is not strange to say

    I feel surprised to feel no pain


    Erst als sie ihm von hinten auf die Schulter tippte, bemerkte er ihre Anwesenheit.

    “Kain!”, sie lächelte leicht, während sie zu ihm hinauf sah. “Was für eine Überraschung, dich wieder zu sehen. Du erinnerst dich doch an mich, oder?”

    Natürlich erinnerte er sich. Wie hätte er sie vergessen können. Ihre letzte Begegnung lag gerade mal einen Monat zurück. Und er hatte nicht so viele Begegnungen mit Menschen in seiner Freizeit.

    “Ähm ja”, brachte er raus, “auf der Party.”

    “Genau”, sie lächelte und wurde dann etwas rot. “Oh mann, schätze, ich habe da wohl kaum nen’ besonders guten Eindruck hinterlassen - so dicht wie ich war.”

    Zumindest sah sie es ein. Eigentlich wollte er am liebsten auf dem Absatz kehrt machen, nur um der weiteren Konversation zu entgehen, doch das wäre jetzt einfach nur noch komisch. Was sollte er denn sagen? Dass er etwas vergessen hätte? Würde es nicht zu sehr nach einer Flucht aussehen dann?

    “Wohnst du hier in der Nähe?”, riss die Blonde ihn aus seinen Gedanken.

    “Ähm … ja.”

    “Oh … sicher, warst du auf dem Weg nach Hause, oder?”

    Er nickte.

    “Dann lasse ich dich mal weitergehen, immerhin will ich dich nicht weiter aufhalten.”

    Er stieß ein Stoßgebet an einen Gott aus, an den er nicht glaubte. Doch irgendeine übernatürliche Macht, musste es gut mit ihm gemeint haben.

    “Ich begleite dich einfach, dann können wir weiterreden.”

    Autsch. Seine übernatürliche Macht hatte ihn soeben von hinten hinterlistig erstochen.

    “Das stört dich ja nicht, oder?” Sie schenkte ihm ein unsicheres Lächeln.

    “Nein, natürlich nicht”, log Kain zur Antwort. Unmöglich hätte er ihr sagen können, dass er keine Lust auf sie hatte. Das wäre einfach nur grausam gewesen und es reichte Kain schon, dass die Leute ihn seltsam fanden. Sie mussten ihn nicht auch noch grausam finden.

    So liefen sie nebeneinander her, ohne wirklich miteinander zu sprechen. Die Stille war furchtbar unangenehm. Kain zermalmte sich sein Hirn, um nach einer Gesprächsmöglichkeit zu suchen, doch ihm wollte einfach Nichts in den Sinn kommen.

    Schließlich räusperte er sich und sprach das erste aus, was ihm in den Sinn kam, denn nun, wo ihre Augen bereits auf ihm lagen wäre es noch komischer, gar nichts zu sagen.

    “Wie heißt du eigentlich?”

    Er wollte gerne auf der Stelle im Erdboden versinken. Sie hatte ihm ihren Namen natürlich gesagt. Auf der Party, vor gerade mal einem Monat, aber er hatte ihn einfach vergessen.

    Ihre Augen weiteten sich und dann prustete sie los. “Emma”, stieß sie zwischen zwei Lachern hervor, “mein Name ist Emma.”

    Er wusste nicht, wieso, aber er fand ihr Lachen schön.



    I couldn't get out

    your voice was to loud

    I’m falling out of the cloud

    oh no, oh no


    I see in your face

    I feel your embrace

    and I feel I’m alive

    ‘cause you loved me back to life


    And tomorrow will be another day

    than today, but it is strange to say

    I feel surprised to feel no pain


    Die Sonne schien ihm auf den Rücken und wärmte ihn, während er mit einem Ohr dem Lied lauschte. Obwohl er die Augen geschlossen hatte, konnte er genau spüren, wie Laura sich neben ihm erhob. Er öffnete die Augen und folgte ihren dünnen Beinen, die sich den Weg runter zum See suchten. Ihr violettes Haar wehte im Wind, während sie einen Stein aufhob und ihn in den See warf. Als er direkt unterging, seufzte sie.

    Dann drehte sie sich zu ihm um. “Ich hoffe, du planst nicht, mich alleine zu lassen, jetzt, wo du deine Emma hast.”

    “Natürlich nicht. Mal ganz davon abgesehen, sind wir nicht -”

    “Zusammen. Jaja, ich weiß.” Sie begann zu lächeln. “Aber ganz ehrlich, kommt gefälligst zusammen - ein Blinder mit Krückstock kann sehen, dass ihr zusammengehört.”

    Sie kam zurück zu ihm und ließ sich neben ihm ins Gras sinken.

    “Sie hat sich, seitdem du mehr Zeit mit ihr verbringst, kein einziges mal mehr ins Koma gesoffen. Du scheinst eine heilende Wirkung auf Menschen zu haben.”

    “Ach echt? Habe ich dich auch geheilt?”

    Sie wurde still und legte sich auf den Rücken. “Weißt du warum ich dich so gerne habe?”

    Kain schüttelte den Kopf und sie sah ihm in die Augen.

    “Weil du mir das Gefühl gibst, nicht seltsam zu sein, weil ich andere Hobbys als andere Mädchen habe.”

    Er nickte aus Wortmangel.

    “Ich brauchte jemanden, der noch seltsamer ist und da hast du gut gepasst.” Jetzt grinste sie ihn schelmisch an.

    “Ach, ist das so? Ich habe wenigstens meine Eltern nicht ermordet.”

    “Autsch.” Sie kniff die Augen zusammen. “Seit wann, bist du denn schlagfertig? So kenne ich dich gar nicht!”

    Er sah wieder zum See.

    Vielleicht hatte Emma ihn auch etwas geheilt.


    Tomorrow will be another day

    than today, but it is strange to say

    I feel surprised to feel no pain,

    so surprised to feel no pain





  • Kurzgeschichte #08

    Fandom: /

    FSK: 0

    Länge: 1094 Wörter


    Spontane OneShot zu einem Pair bestehend aus meinem Charakter (Luca) und dem einer Freundin (Rayu).


    Nur begleitet vom Geräusch des stetig prasselnden Regen zog Luca durch die einsamen Straßen. Es waren weder Mond noch Sterne sichtbar, die Nacht war pechschwarze und wurde nur von den Straßenlaternen erhellt. Es war fast schon ein wenig gruselig – Luca war um diese Uhrzeit noch nie in dieser Gegend der Stadt gewesen, doch er hatte keine Möglichkeit mehr, umzukehren und nach Hause zu flüchten. Nicht nur, weil sein eigener Sturkopf es ihm verbat, sondern auch weil er inzwischen komplett die Orientierung verloren hatte und keine Ahnung hatte, wie er von hier aus überhaupt zurück finden würde. Es war eine verzwickte Situation, an der er ganz alleine die Schuld trug – wie so oft. Sein Handy hatte er bei seiner überstürzten Flucht natürlich auch zuhause liegen lassen – er hatte sich mal wieder wie ein kompletter Vollidiot verhalten und bereute es jetzt. Denn, auch wenn er es nie zugeben würde, wünschte er sich gerade sehr zu seinem älteren Bruder Aaron zurück, der ihm zwar die Leviten lesen würde, ihn dann aber dazu zwingen würde, eine Tasse Tee zur Beruhigung zu trinken und bei ihm bleiben würde, bis es ihm besser ging. Aber hier war kein Aaron. Nicht Mal eine nervige Amelie, die sich über den Zigarettengestank beschwerte und ihr süßes Schmollgesicht zog. Er war ganz allein irgendwo in Berlin, wo er sich absolut nicht auskannte. Er hätte sich gerne selber auf die Schulter geklopft, aber dazu fehlte ihm inzwischen die Kraft. Das Laufen und die Kälte – denn er trug Ende Herbst natürlich nur ein Shirt und eine Jeans - zerrten an seiner Kraft und das Verlangen, einfach auf einer Bank zusammenzusinken, war groß. Aber er konnte wohl kaum wie ein Penner auf einer Bank schlafen. Nein, er würde es schon irgendwie nach Hause schaffen!

    Nach einer weiteren Ewigkeit des Wanderns durch die Nacht, hörte er plötzlich ein Geräusch hinter sich. Er blieb wie angewurzelt stehen und lauschte durch den Regen hindurch und tatsächlich! Er konnte ganz klar Schritte vernehmen, die lauter wurden, desto länger er wartete. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ihm klar wurde, dass das bedeutete, dass jemand auf ihn zukam und nach noch ein einigen Sekunden wurde ihm plötzlich bewusst, dass diese Person vielleicht nicht da war, um ihm zu helfen. Um diese Uhrzeit traf man sicherlich keine lieben Ömchen an, die einen zu sich nach Hause einluden, weil man ihren Einkauf getragen hatte.
    Sich nun der Gefahr bewusst, riss Luca sich aus der Starre und beschleunigte seine Schritte. Er hatte in der letzten halben Stunde zumindest versucht, etwas wiederzuerkennen, aber jetzt war es ihm vollkommen egal, wo er lang lief. Hauptsache weg von den Schritten! Schnell verfiel er in ein Rennen, doch lange konnte er das Tempo nicht aufrecht erhalten und nach wenigen Minuten im Sprint musste er keuchend stehen bleiben und sich an einer Wand abstützen. Die Welt um ihn herum drehte sich und er konnte keinen Schritt mehr vorwärts machen, weswegen er, als er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte, auch nur einen halbherzigen Verteidungsversuch startete und sich zu seinem Angreifer umdrehte. Dieser zog sofort die Hand zurück, als Luca ihn grimmig anstarrte, die Augen erfüllt mit Schock. Das Gesicht des Fremden wurde gut von einer Straßenlaterne beleuchtet und Luca konnte gut die wuscheligen schwarzen Haare und die leuchtend blauen Augen erkennen. Er war um einiges größer als er – sicher über ein Meter achtzig – und trug einen Mundschutz. Verwundert starrte Luca ihn an und nach ein paar Sekunden der Stille, in der keiner von beiden es wagte, sich zu rühren, griff der andere in seine Tasche und zückte sein Handy. Er tippe kurz darauf herum und reichte es dann Luca.
    „Hallo, ich bin Rayu“, stand auf dem Bildschirm geschrieben, „ich bin stumm, also kann ich leider nicht mit dir sprechen, aber ich kann dich hören. Es tut mir leid, falls ich dich erschreckt habe. Ich möchte dir nichts Böses.“
    Fassungslos starrte Luca auf das Gerät, unfähig, seine Gedanken zu sortieren. Diese ganze Situation war so … unreal. Wie etwas, das nur in Filmen und Büchern geschah, aber hier stand er: Vollkommen durchnässt einem Fremden Stummen gegenüber.
    „Ich bin Luca“, brachte er schließlich hervor, „ähm.. freut mich, dich kennenzulernen, Rayu.“
    Sein Gegenüber nickte kurz und tippte dann wieder etwas in sein Handy ein.
    „Ist dir kalt?“
    Luca seufzte – kalt war gar kein Ausdruck. Er war so durchgefroren, dass er seine Arme kaum spüren konnte. Gerade als er darüber nachdachte, spürte er, wie etwas Warmes über seine Schultern gelegte wurde. Verwundert drehte er sich um und sah, wie Rayu sich wieder einen Schritt von ihm entfernte, nachdem er ihm seine Jacke über die Schultern gelegt hatte, sichtlich zufrieden mit seinem Werk.
    „Oh... vielen Dank“, sagte Luca verdutzt, „aber wird dir jetzt nicht kalt sein?“
    Rayu schüttelte den Kopf.´und tippte kurz auf seinem Handy.
    „Ich habe es von hier bis nach Hause nicht weit“, stand dort dieses mal geschrieben.
    Das erinnerte Luca daran, dass er ja eigentlich auch gerne wieder nach Hause zurückkehren würde...
    „Ähm, weißt du zufällig, wie ich von hier zur nächsten Bahnstation komme?“
    Rayu nickte und formulierte seine Antwort wieder auf seinem Handy.
    „Ich kann dich hinbringen, folge mir.“ Nachdem er sicher war, dass Luca seine Nachricht gelesen hatte, übernahm er die Führung und zu zweit wanderten sie durch die Nacht.

    Seufzend räumte Luca seine dreckige Kleidung, die wie gewohnt, überall in seinem Zimmer verstreut lag, in einen Wäschekorb. Aaron hatte ihn zum Aufräumen verdammt, weil ihre Eltern morgen von einer Geschäftsreise zurückkehrten und dann natürlich alles perfekt sein musste. Er ließ einen weiteren Haufen in den Korb fallen, als ihm etwas ins Auge fiel. Ein Mantel, der unter einem Haufen Kleidung begraben gewesen war und nun zum Vorschein gekommen war. Der Stoff war schwarz und kuschelig warm und als er sich ihn probeweise überlegte, konnte er nicht anders, als an den Besitzer des Mantels und die Nacht ihrer ersten Begegnung zurückzudenken. Rayu hatte sich danach nie nach seinem Mantel erkundigt und so hatte Luca auch irgendwie vergessen, dass er ihn überhaupt besaß. Vielleicht sollte er ihn zurückgeben. Oder er könnte ihn behalten, für wenn er Rayu nicht sehen konnte. So wie morgen abend, wenn er mit seinen Eltern zu abend essen würde.
    Lächelnd legte er den Mantel über seinen Schreibtischstuhl, ehe er sich daran machte, fertig aufzuräumen.

  • Naoko

    Hat das Label von Verschiedenes auf Kurzgeschichten geändert
  • Hallo Naoko,


    nachdem Flocon mir eingetrichtert hat, ich müsse mal wieder kommenentieren, und ich dir eh noch einen Kommentar schulde, weil ich, wenn ich während der Kommentaraktion noch einen FF-Kommi geschrieben hätte, dies hier getan hätte, bin ich jetzt hier und schreibe etwas. (Das war wohl die längste Form zu sagen: "Hi, ich schreib dir einen Kommi!" cx)

    Ich bin heute äußerst unmotiviert, irgendwas zu tun, also vielleicht fällt dieser Kommentar etwas kürzer aus, als meine anderen (wobei dies noch nie der Fall war, wenn ich das erwartet hatte). Ich war unmotiviert genug, gar nichts weiter als diese Einleitung zu schreiben. Allerings möchte ich nicht meinen 2000sten Beitrag dem Aprilscherz opfern und deshalb lieber deinen Kommentar fertigstellen!

    Ich werde erstmal ein paar Worte zu deinem neuesten Werk verlieren und dann vielleicht auch noch zu Puzzelstück, weil mich das schon länger irgendwie anschaute. An dieser Stelle sei mir aber die Frage erlaubt, ob es gewollt war, dass man bei diesem sowie den zwei Posts danach deine Kurzbeschreibung nicht sehen kann. Zumindest ich im hellen Stil kann das nicht, falls es im dunklen problemlos gehen sollte. Nun aber zu den eigentlichen Werken:


    Begleitet vom Regen

    "die Nacht war pechschwarze", da fängst du ja gleich gut an ;b

    Nein, eigentlich meine ich das ernst, ich mag deinen Anfang sehr gerne. Abgesehen davon, dass man keine Ahnung von Luca hat und fast mehr über seinen Bruder und Amelie erfährt (von der ich keine Ahnung habe, in welcher Beziehung sie zueinander stehen), beschreibst du hier sehr schön die Situation. Man merkt nur halt sehr, dass die Charaktere nicht nunr für diese Geschichte da sind, weil so viel angeschnitten und nicht erklärt wird. Also entweder du erklärst uns, warum Luca sich in Berlin nicht auskennt oder du lässt Amelie weg, damit Luca etwas "mystischer" wirkt. Verstehst du, was ich meine? Aber, wie gesagt, ich mag die Stimmung, die du erzeugst. Eine Entschlossenheit in dieser dunklen Situation.

    Dann kommen wir zum Hauptteil. Luca erwartet also keine "Ömchen" (was ein Wort xD), sondern einen Angreifer. Daraufhin frage ich mich doch: Wie spät ist es - es muss ja schon tiefste Nacht sein, wenn er nicht erwartet, irgendeinen normalen Menschen auf der Straße zu treffen - und: Wo genau ist er? Ist er in einem so gefährlichen Stadtteil? Kann er nirgendwo Zuflucht finden, wenn er solche Panik hat? Ich meine, klar, er braucht keine Angst zu haben, aber das sind Expositionssachen, die mir gerade fehlen.

    Auftritt: Rayu. Man kann ihn sich gut vorstellen und seine Reaktion wirkt absolut natürlich, aber sonst erfahren wir nichts über ihn. Ansolut gar nichts. "einem Fremden Stummen" - Fremden klein. Das ist das, was Rayu für uns bleibt. Dabei kann ich mir vorstellen, dass er eine interessante Geschichte zu erzählen hat.

    "Rayu schüttelte den Kopf.´und tippte kurz auf seinem Handy." Da hast du wohl die Löschtaste nicht getroffen, was?

    Wir haben hier einen wirklich süßen Moment zwischen den beiden und was machst du dann? Dann springst du zu irgendeinem Moment in der Zukunft, in dem du vielleicht wage andeutest, dass die beiden noch Kontakt haben, aber wieder absolut nichts Genaues sagst. Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich enttäuscht. Du hast mir Lust gemacht auf mehr von den beiden, hast mir ein süßen Kennenlernen geben, aber nie das serviert, was dein Text versprach. Ich habe das Gefühl, ihm fehlt der Höhepunkt. Dieser Sprung hat mich sehr unvorbereitet getroffen und in einer unzufriedenen Stimmung gelassen. Das Problem ist halt, dass der Rest zu gut war und ich gerne mehr erfahren hätte. Oder zumindest mehr als vielleicht eine wage Andeutung auf das, was noch passiert ist. Wenn schon, dann eine richtige Andeutung!

    Vielleicht hast du einfach einen Text geschrieben, der nicht so gut für sich stehen kann. Vielleicht wäre mir keines dieser Dinge negativ aufgefallen, wenn ich die Charaktere kennen würde, aber das tue ich nicht. Deshalb lässt du mir einfach einen Text, der dazu führt, dass mein Kopf nach mehr verlangt. Weil ich gerne mehr von den beiden gelesen hätte. Aber, na ja, vielleicht kommt das ja noch.


    Puzzelstück

    Und ich habe wieder das gleiche Problem wie oben: Ich weiß zu wenig. Es ist etwas anstrengend, sofort mit so vielen unbekannten Charakteren umgehen zu müssen, nachdem einige eigentlich nur einmal erwähnt werden. Aber das werde ich dir nicht vorhalten, weil sie ja zu deiner Geschichte gehören und ich selbst schuld bin, wenn ich sie nicht kenne. Diesmal zeigt sich die Unwissenheit auch anders. Alle Informationen, die neben den Charakteren reinkommen, wirken gut in ihrer Unklarheit. Natürlich will ich wissen, wer nicht mehr da ist und was passiert ist, aber es fehlt nicht in der Geschichte, sondern in meinem Wissen. Die Geschichte wirkt in sich ein bisschen geschlossener als Begleitet vom Regen. Zumindest auf mich. Der Anfang wirkt, als könnte er auch von einer völlig unabhängigen kurzen Geschichte sein und die Informationen, die du nicht erwähnst, machen neugierig, sind aber in der Geschichte vollständig integriert. (Ich hab das Gefühl, dass das absolut unverständlich klingen muss ...) Mein Hauptproblem ist halt wirklich die hohe Anzahl von Charakteren, die in diesem kurzen Text kaum Platz finden. Ich gehe davon aus, dass alle wichtig sind, aber dann hätte man vielleicht den Text etwas verlängern und ihnen den Raum geben müssen, auch so zu wirken. Denn aktuell habe ich das Gefühl, der Text hätte auch mit zwei oder drei Personen funktioniert - sicher nicht in seinem Kontext, aber als unabhängige Geschichte über irgendetwas.

    Na ja, ich dachte, vielleicht interessieren dich diese Gedanken von jemandem ohne Hintergrundwissen. ^-^


    Und wow, das ist wirklich ziemlich kurz geworden. Ich hoffe, das ist nicht schlimm und du freust dich trotzdem über diesen Kommentar (er ist kein Aprilscherz!) :3

    ~ShiraSeelentau