Medien mal bunter - Repräsentation in Medien

  • Medien mal bunter - Repräsentation in Medien


    Dieses Topic ist zusammen mit Alaiya erstellt.

    Außerdem sehe ich viel weniger westliche Serien und sier kennt sich in manchen Themen besser aus, daher... ^^

    Ich werde aber unter jedem Thema beschreiben von wem der Text stammt, da unter anderem auch persönliche Ansichten und Meinungen enthalten sind.



    Worum geht es hierbei?


    Viele Charaktere sind weiß (Der Standard in Anime ist natürlich dann eher japanisch), heterosexuell, cisgender und dabei sind Protagonisten oftmals männlich. Zu großer Wahrscheinlichkeit haben sie auch keine Beeinträchtigung und stammen womöglich aus einer mittelständigen Familie.


    Nun gibt es aber eine Vielzahl an Menschen, die verschiedensten, oft marginalisierten, also diskriminierten, Gruppen angehören, ebenfalls regelmäßig Medien konsumieren und selten(er) interessante Charaktere in den Hauptrollen oder anderen wichtigen Rollen sehen dürfen, mit denen sie bestimmte Eigenschaften teilen und sich identifizieren können.

    Dieser Umstand führt bei vielen dazu, dass sie sich ausgeschlossen und nicht gesehen fühlen. Sehen sie jedoch Charaktere in den Medien, die ihnen, zumindest in dieser Hinsicht und eventuell in den Problemen, die daraus resultieren, ähnlich sind, schöpfen sie daraus Mut. Viele queere Teenager, aber auch Erwachsene weit jenseits der 30, entscheiden sich durch den nun offeren Umgang der Gesellschaft mit LGBT+ zu outen. Der Umgang der Medien mit diesen Themen sind ein Teil dieser Entwicklung.

    People of Color können nun auch öfter nicht-weiße Charaktere als Protagonist*innen folgen (oder sich zumindest öfter in wichtigen Rollen sehen), und Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen oder Neurodivergenz müssen sich nicht mehr überall als Freaks dargestellt sehen. Das gilt nun auch manchmal für Menschen mit psychischen Erkrankungen.


    Aber auch für Konsument*innen, die all die oben beschriebenen Eigenschaften vereinen, kann es wichtig und interessant sein nicht bloß Charaktere zu sehen, die ihnen in diesen Eigenschaften ähnlich sind. Ich persönlich habe es auch schon erlebt, dass Menschen aufgrund eines Lieblingscharakters, den sie gewonnen hatten, ihre Homophobie reflektierten und zum Schluss kamen, dass die gelernten Stereotypen nicht stimmten.

    Zudem haben heutzutage auch viele weiße, heterosexuelle, cisgender Menschen Freund*innen, Partner*innen, Familie und Kolleg*innen, die Teil einer oder mehrerer dieser marginalisierten Gruppen sind und freuen sich daher, wenn die Medienlandschaft realistischer auf sie wirkt.


    Welche unterschiedlichen Meinungen gibt es nun zu Repräsentation in Medien?


    Nun, wie es kaum überraschen dürfte, gibt es erzkonservative Stimmen, die gegen jede Repräsentation protestieren, die außerhalb ihres eigenen, engen Weltbildes liegt. Dabei sind sie aber durchaus dafür zu haben, dass Menschen bestimmter Gruppen sehr negativ dargestellt werden dürfen, als amoralisch und "irredeemable evil" und unterstützen diese Darstellung womöglich. Bekannt hierfür sind natürlich konservative und erzreligiöse Menschen, vor allem Ältere, aber immer wieder auch Jüngere.

    Bei manchen Menschen, die zwar nicht im eigentlichen Sinn erzkonservativ sind, aber denen die Themen fremd sind, oder die manchen Gruppen zwiegespalten gegenüberstehen, stoßen Repräsentationen manchmal negativ auf, wenn sich diese "in ihren Medien" einfinden.


    Was Menschen diverser marginalisierter Gruppen betrifft, so unterscheiden sich deren Meinungen manchmal ebenfalls stark voneinander und zugegeben gibt es sehr selten den einen richtigen Weg, den alle begrüßen werden.

    So mögen es beispielsweise manche queeren Menschen lieber, wenn die Sexualität des Charakters klar und unmissverständlchlich benannt wird und ein zentrales Thema für den Charakter ist. So etwa auch in Form von Diskriminierung, die dann einen größeren Raum in der Story einnimmt.

    Andere bevorzugen es, wenn die Sexualität eben nicht in den Vordergrund gestellt wird und finden auch nicht, dass diese klar benannt werden muss.

    Andere entscheiden sich für den Mittelweg und bewerten diese Darstellungen von Story zu Story unterschiedlich.


    Zudem muss aber ebenso gesagt werden, dass auch marginalisierte Menschen, hier eben Queere, selbst sehr viele Vorurteile gegen andere in sich tragen können. Als Beispiel kann man hier Biphobia in der LGBT-Community oder schwule Männer anführen, die andere runtermachen, weil sie zu feminin wirken. Demnach würden sie diese als schlechte Repräsentation ansehen.


    Natürlich ist auch die Diskussion entbrannt von "ist eine schlechte und sehr klischeehafte Repräsentation besser als gar keine?", die man so genau nicht beantworten kann.


    Was ist nun also eine gute Repräsentation?


    Es kommt darauf an, wen man fragt, aber ich denke, ich kann es auf "Charaktere menschlich darstellen und sie in erster Linie als Personen sehen" herunterbrechen. Dabei kommt es natürlich ebenfalls auf die Definition der jeweiligen Person an, aber im Prinzip meint sie bloß, dass in diese Charaktere genauso viel Mühe und Liebe hineingeflossen ist wie in die anderen auch.

    Während ich persönlich denke, dass Klischees nichts Schlechtes sein müssen, da sie im realen Leben genauso vorkommen können, werden sie zu etwas Negativem, wenn der Charakter eindimensional wirkt, nur auf diesem Klischee aufbaut, wenn sich alle Charaktere einer Gruppe gleich verhalten oder natürlich, wenn es sich um ein unglaublich beleidigendes Vorurteil handelt, das dazu noch von einer Einzelperson auf die gesamte Gruppe umgemünzt wird.


    Ich hab auch öfters den Vorwurf gelesen, dass sich speziell queere Menschen und auch People of Color bloß in Mary Sue-Charakteren wiederfinden und diese besser darstellen wollen als die anderen. Obwohl das für manche doch stimmen mag, da sie die "Power-Fantasy" genießen, nerven mich persönlich und viele andere zu fehlerlose und glatte Charaktere eher, die vor allem das Ziel verfolgen eine Power-Fantasy darzustellen. Das trifft auf viele queere oder PoC Konsument*innen also nicht zu.


    Informationstexte und Beispiele


    Die folgenden Texte werden recht ausführlich ausfallen und ihr müsst sie natürlich nicht unbedingt lesen, um auf das Thema zu antworten!


    Allerdings seid ihr auch herzlich eingeladen sie zu lesen, wenn ihr Interesse daran habt. ;)


    Ich werde zu jedem Thema etwas sagen und dabei sowohl Repräsentationen, also konkrete Beispiele, bekannte Tropes wie auch Klischees und Vorurteile nennen.

    Wenn ich weiterführende Links und Quellen finde, werde ich diese posten.



    People of Color


    Eins vorweg: Bei verschiedensten Menschen, die nicht weiß sind, verhält es sich häufig wie mit LGBT+-Charakteren: In westlichen Medien dürfen sie selten als Hauptcharakter agieren und sind oft eher als Nebencharakter vorzufinden, der eine Supporterrolle für weiße Protagonisten oder eben Protagonistinnen einnimmt.


    Hierbei haben speziell Anime und Manga, sowie andere Medien aus dem ost-asiatischen Raum, die hier im BB / im deutschen Raum beliebt sind, natürlich eine Sonderstellung, da diese von Menschen aus diesem Raum geschaffen wurden.

    Diese sind jedoch nicht besonders divers, da die Bevölkerung in Japan, wie auch China und Korea, recht bis sehr, sehr homogen und nationalistisch ist und man neigt oft dazu das abzubilden, was man aus dem realen Leben kennt.

    Die Minderheiten in diesen Ländern stellen oft lokale Minderheiten dar. Ein sehr bekanntes Beispiel wäre etwa Tibet in China oder die Ainu in Japan (vielleicht weniger bekannt). In China kann man noch etliche Beispiele nennen, die ich jedoch nicht gut kenne, und mit Südkorea kenne ich mich gar nicht aus.

    In (japanischen) Anime und Manga werden, nach eigener Beobachtung, am häufigsten Chines*innen, wie auch Westler (Europäer*innen und Amerikaner*innen) und Russ*innen dargestellt, da diese die am häufigsten anzutreffenden, ausländischen Minderheiten in Japan sind.


    Zurück zum Westen: Darüber wie nicht-weiße Menschen in Medien dargestellt werden, könnte man eine soziologische Master-Arbeit schreiben. Ich werde hier kurz die allgemeine Darstellung wie auch die geschichtliche Entwicklung dieser Darstellung in Medien anschneiden und dann in den jeweiligen Spoiler-Tags auf jedes Thema nochmal gesondert eingehen.


    US-wie auch europäische Medien haben ein kompliziertes Verhältnis zur Darstellung von People of Color. Sowohl die Bevölkerung der USA wie auch die Eurpäische ist sehr divers und daher entsteht der Wunsch in den Menschen nach einer diversen Darstellung in den Medien, da diese die Lebensrealität des Landes widerspiegeln würde.

    Jedoch haben diese Länder eine lange Geschichte von Gewalt und Diskriminierung gegen PoC vorzuweisen.

    Die größte Minderheit in den USA sind Schwarze, die eine sehr komplexe Historie aufgrund der Sklavenzeit voriger Jahrhunderte haben, die die betroffenen Menschen und das Land immer noch verfolgt und weitreichende Konsequenzen bis in die Gegenwart hinein hat. Speziell schwarze Menschen müssen sehr viel Diskriminierung ertragen und sahen sich in den Medien früher als unzivilisiert dargestellt und heutzutage oft als kriminell.

    Auch beschäftigen sich viele Filme mit der Sklavenzeit, speziell wenn sie sich für die Oskars nominieren wollen. Gerade deswegen war der Marvel-Film Black Panther als schwarzer Superheld in den letzten Jahren in der schwarzen Community sehr beliebt.

    Hispanics, sprich latein- und südamerikanische, sowie ost-asiatische Menschen und den ursprünglichen Natives des Landes ergeht es hierbei ähnlich, wobei auf diese unterschiedliche Stereotypen zutreffen. Speziell die amerikanischen und pazifischen Natives erhalten hierbei sehr wenig Repräsentation in den Medien, die nicht vollkommen verkitscht ist oder diese als "Wilde" darstellt.

    In der eher jüngerer Geschichte kamen Menschen aus dem Nahen Osten, nach den Konflikten mit diesem und den Anschlägen des 11. Septembers 2001, allesamt in Verruf islamistische Terrorist*innen zu sein.


    PoC kamen für lange Zeit in der Filmgeschichte auch nicht in supportiven Nebenrollen vor, sondern wurden fast ausschließlich als antagonistische Charaktere verwendet, wobei ihre Persönlichkeit und ihre Kultur oft comichaft überzogen und als rassistische Stereotypen dargestellt waren.

    Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die alte Praxis weißen Schauspieler*innen mit dunklem Make-Up ein "Black Face" zu machen, um diese sehr stereotypisch darzustellen und sich über schwarze Menschen lustig zu machen. Diese Praxis wird natürlich als beleidigend empfunden.


    Eine ganz ähnliche Vorgehensweise war (und ist leider manchmal immer noch) das "Brown Face", das Menschen aus dem Nahen Osten, Indien und Südamerika betrifft, sowie das "Yellow Face", bei dem man weiße Schauspieler*innen möglichst ost-asiatisch aussehen lassen möchte, was natürlich ebenfalls schon von der Betrachtung her ästhetisch in einer Katastrophe endet, und die Menschen verspottet.


    Dazu wird jeweils in den jeweiligen Tags mehr gesagt.


    Orientalismus, ein Begriff, welcher die Romantisierung und Exotisierung arabischer und asiatischer Settings bezeichnet, ist ebenfalls oft in Medien vertreten. Früher wurde Orientalismus auch verwendet, um den Orient als dem Westen moralisch und in ihrer Kultur und wissenschaftlichen Fortschritten unterlegen und allgemein sehr fremdartig und unzivilisiert zu beschreiben.


    Diese Fremdartigkeit faszinierte die Menschen jedoch auch, da viele Westler weder solche Kulturen und Menschen, noch die Tier- und Pflanzenwelt kannten. Man muss sich vorstellen, dass das Internet noch Jahrhunderte braucht, um zu entstehen und man kennt als Normalbürger*in diese Länder bestenfalls bloß aus Büchern und etwas später von Schwarz-Weiß-Fotografien. Daher war es leicht bestimmte, "märchenhafte" oder "sagenhafte" Bilder von "wilden" Kannibalenstämmen in Urwäldern, arabischen Menschen mit Säbeln, die rauben, und Bauchtänzerinnen, Reisfelder in China mit Kegelhüten, Geishas in Japan etc. zu zeichnen, da die Menschen praktisch so gut wie gar kein reales Vergleichsmaterial zur Verfügung hatten und schon gar nicht Personen aus diesen Ländern kannten.


    Diese Neugierde gegenüber fremden Kulturen schlug im Westen rasch in ein Gefühl von Überlegenheit gegenüber anderen Kulturen in Afrika und Asien um. Daraus entstand der Begriff des "White Man's Burden", die angebliche Last, die beschreibt, dass der weiße Mann als angeblich überlegener Mensch die Pflicht habe die unzivilisierte Welt nach der Vorstellung des Westens christlich zu missionieren und zu zivilisieren.


    Die exotischen Darstellungen führten ebenfalls dazu, dass People of Color sehr erotisch dargestellt und in Folge dessen fetischisiert wurden. Das hat selbst noch heute in der Realität zur Folge, dass sexuelle Übergriffe auf People of Color, speziell Frauen, häufiger sind.


    Videos über Orientalismus


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    Afrika / Afroamerika



    Hispanisch



    Naher Osten



    Ostasiatisch



    Allgemein indigene Völker




    LGBT+


    Vorweg, dieses Video fasst die lange Geschichte homo- und bisexueller und transgender Menschen, sowie anderer queere Menschen, die aber noch viel seltener in Mainstream-Medien dargestellt werden, in Medien zusammen.

    Hierbei handelt es sich jedoch in erster Linie um die Darstellung homosexueller Menschen:


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    Das Video zusammengefasst / Geschichte queerer Menschen in Medien:


    Da in den vergangenen Jahrzehnten die Meinung in der Gesellschaft aufgrund religiöser und kultureller Gründe noch viel tiefer als heute verwurzelt war, dass Homosexualität eine Sünde, eine strafbare Handlung und krankhaft sei, durften homosexuelle Charaktere in Medien nicht als gute, oder eben normale, Menschen dargestellt werden.


    Wenn sie doch nicht vollkommen amoralisch und als etwas, das der Protagonist als "der Gute" bekämpfen musste, dargestellt wurden, dann wurde ihre Homosexualität über bestimmte Symbole kommuniziert. Lesbische Frauen wurden männlich dargestellt, und schwule Männer wurden als besonders feminin dargestelt. Unter anderem deshalb, um diese als heterosexuelle Beziehung zu tarnen. Der andere Faktor ist, dass homosexuelle Personen oft für transgender gehalten wurden.

    Die Farbe Lavendel galt beispielsweise als "Codefarbe" für homosexuelle Männer. Daher bezeichnet man diese Symbolik als Queer-Coding.


    Queer-Baiting hingegen bedeutet, dass homosexuelle, oft auch gegenseitige, Gefühle im Subtext deutlich gezeigt, aber im offiziellen Text geleugnet werden.

    Allerdings wird auch in der LGBT+-Community diskutiert, was als Queer-Baiting gilt. Manche queere Menschen möchten, dass Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen sehr deutlich benannt werden und im Fokus stehen. Andere mögen es lieber im Hintergrund, da die Meinung vorherrscht "meine Sexualität oder Geschlechtsidentität definiert mich nicht."


    In Medien ist es ebenso häufig so, dass bi- oder homosexuelle oder transgender Menschen sehr oft sterben und sehr wenig Screentime haben, bis sie sterben. Dies hat zum Einen mit dem leider sehr wahren Fakt zu tun, dass homosexuelle und transgender Menschen häufiger ermordet werden und ebenso deutlich häufiger aufgrund von Gewalt und Diskriminierung gegen ihnen Selbstmord begehen.

    Zum anderen wurde gefordert, dass queere Menschen für ihre "moralische Verfehlung" und "Abnormalität" bestraft und am Ende nicht glücklich werden oder nicht unbestraft bleiben durften.


    In modernen Mainstream-Filmen geht es oft um "queeres Leid", sprich um sogenannte "Coming Out-Dramen", Diskriminierung, der Verstoß aus der Familie und Suizid. Natürlich sind diese Dinge nicht per se "falsch", da sie bei queeren Menschen leider häufig vorkommen und Homo-, Bi- und Transphobie durchaus in Medien thematisiert werden können, aber manche queere Menschen sind es ebenso leid, dass sie dieses Leid immer und immer wieder sehen müssen und ihre Existenz häufig als eine sehr Dramatische (und das aufgrund ihres Queer-Seins) dargestellt wird.


    Geschichtlich gesehen muss erwähnt werden, dass sich die Anerkennung und Rechte von Homosexuellen und Transgender nicht linear aus einer sehr schlechten Position heraus verbesserte. In den 20ern des vorigen Jahrhunderts waren die Menschen und Medien noch toleranter und etwas offener, selbst wenn man diese Gesellschaft nicht mit der heutigen Bewegung und gesellschaftlichen Akzeptanz vergleichen kann, bis diese Haltung in den Weltkriegen und der Nachkriegszeit abermals ihren Tiefpunkt erreichte und queere Personen für eine lange Zeit hinweg erneut dämonisiert wurden. Erst in den letzten Jahrzehnten gewannen queere Menschen Rechte und Akzeptanz in der Gesellschaft und wurden immer mehr normalisiert.


    Die Medien sind ein Spiegel dieser Entwicklung, können aber auch ihrerseits dazu beitragen queere Menschen als normale Menschen mit ihren eigenen Stärken und Schwächen darzustellen, sowie heterosexuelle und cisgender Charaktere eben auch.


    Sind Klischees nun schlecht?


    Nicht unbedingt oder eben: an sich gar nicht. Dazu gesagt sei, dass nicht die Klischees an sich das Problem sind (zumindest viele nicht). Es gibt auch in der Realität eher feminine Männer und eher maskulinere Frauen, hetero- wie bi-, pan-, homo-, oder asexuell in jedem Bereich des Spektrums.

    Ein Problem tritt erst dann auf, wenn alle anderen heterosexuellen und cisgender Charaktere um den queeren Charakter herum vielschichtiger und menschlicher dargestellt werden als dieser; wenn dieser Charakter fast schon eine Karikatur des Stereotypes ist und sich dahinter kein "vollwertiger Mensch" verbirgt, der hinter diesem Stereotyp noch eine Persönlichkeit, Wünsche, Träume, menschliche Beziehungen etc. hat, die nicht von dem Klischee bestimmt werden oder vollkommen stereotypisiert sind.


    Hier muss auch gesagt sein: Wenn sich jemand beklagt, dass ein schwuler Mann "zu feminin" und deshalb kein guter Charakter sei, muss man etwas nachhaken und sich überlegen, ob dem wirklich so ist. Manche Menschen wollen auch bloß, dass Geschlechtsstereotypen eingehalten werden und speziell femininere, schwule Männer bekommen in der Realität selbst von der eigenen Community oft Ausgrenzung zu spüren.


    Lesbisch



    Schwul



    Bi / Pansexuell



    Transgender



    Nicht-binär & Agender



    A(demi)sexuell / A(Demi)romantisch



    Alternative Beziehungs- und Familienkonzepte


    Informationstext folgt


    Alleinerziehender Elternteil / Erziehende Geschwister oder andere Verwandte



    Polyamorie




    Armut


    Informationstext folgt




    Religionen


    Informationstext folgt


    Islam


    Judentum



    Christentum



    Ostasiatische Religionen



    Naturreligionen




    Körperliche Beinträchtigungen


    Informationstext folgt


    Sehbehinderung / Blindheit



    Hörbehinderung



    Gehbinderung



    Anderes



    Psychische Erkrankungen


    Informationstext folgt


    Depressionen



    Posttraumatische Belastungsstörung



    Schizophrenie



    Psychopathie



    Anderes




    Neurodivergenz


    Neurodivergenz beschreibt eine Abweichung von neurotypischen, also eine Abweichung von der neurologischen Entwicklung im Verhältnis zum Erwarteten. Neurodivergente Personen denken häufig anders, als andere Menschen, da ihre Gehirne anders aufgebaut sind - und sei es nur durch kleine Unterschiede. Das bekannteste Beispiel für eine Neurodivergenz ist Autismus, aber auch ADHS, Hypersensibilität oder Dyskakulie (Rechenschwäche) und Legasthenie können durch Neurodivergenz begründet sein. Neurodivergenz kann sich häufig auf soziale Fähigkeiten auswirken - nicht zuletzt, da neurodivergente Gehirne Informationen anders verarbeiten und daher sozial anders an Gruppenstrukturen herangehen. Wie stark einzelne Aspekte jedoch ausgeprägt sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.


    Die häufigsten Beispiele, die es an Repräsentation gibt, sind entweder ADHS oder Autismus und sie können gegensätzlicher nicht sein:

    ADHS wird häufig als negativ dargestellt. Menschen mit ADHS werden als unaufmerksam, oftmals leicht aggressiv und unfähig sich zu konzentrieren gezeigt. Sie sind ständig in Bewegung, soweit, dass sie anderen auf die Nerven gehen, reagieren auf Kritik aber gegebenenfalls oft offensiv. Am häufigsten sind hier Darstellungen von Kindern, die als schwierig und für die Eltern herausfordernd dargestellt werden.

    Auch Autisten werden als "schwierig" dargestellt, aber auf eine andere Art und Weise. Fast alle Autisten, die im Fernsehen und Filmen gezeigt werden, sind irgendeine Form von Genie. Meistens im Mathematischen, Informatischen oder einem naturwissenschaftlichen Bereich. Gleichzeitig werden sie oft mit einer kindlichen Naivität, wenn sie nicht ohnehin Kinder sind, dargestellt, bekommen aber schnell auch Wutanfälle, wenn etwas nicht funktioniert.

    Obwohl die meisten Menschen mit Neurodivergenzen relativ normale Leben führen, wird dies selten in Film und Fernsehen dargestellt.


  • Thrawn

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Die häufigsten Beispiele, die es an Repräsentation gibt, sind entweder ADHS oder Autismus und sie können gegensätzlicher nicht sein:

    ADHS wird häufig als negativ dargestellt. Menschen mit ADHS werden als unaufmerksam, oftmals leicht aggressiv und unfähig sich zu konzentrieren gezeigt.

    Hat mich sehr berührt, dass ihr beiden auch ADHS hier aufgeführt habt, vielen Dank dafür, ganz persönlich. Ich bin eine cis Frau, die selbst unter ADHS leidet, und bei mir ist es - trotz früher Verdachte bereits im einstelligen Alter - immer mit "sie ist nicht aggressiv", "sie ist nicht aufgedreht", "sie macht nichts kaputt" abgewunken worden, über viele Jahre hinweg, bis ich endlich eine super tolle Psychologin gefunden habe, die mich nachdem ich meinen Verdacht geäußert habe auch schnell diagnostiziert hat. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schade und schwer es ist, dass ADHS in den Medien immer so stereotypisiert wird, und bei Frauen erst gar nicht vorkommt gefühlt. Kp wie oft ich im Zusammenhang mit "aufgeweckten" Leuten und Charakteren schon "hihi voll ADHS" gehört habe und die Augen verdrehen musste.


    Vielen Dank also auf jeden Fall, dass ihr den Punkt angesprochen habt. Hier mal ein sehr gutes Video - bzw sehr guter Channel generell! - über ADHS in Frauen und Mädchen, das sich ruhig jeder gerne mal zu Gemüte führen darf, der bei ADHS immer den aufgedrehten, zerstörerischen Raufburschen im Kopf vor sich hat.

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    In modernen Mainstream-Filmen geht es oft um "queeres Leid", sprich um sogenannte "Coming Out-Dramen", Diskriminierung, der Verstoß aus der Familie und Suizid. Natürlich sind diese Dinge nicht per se "falsch", da sie bei queeren Menschen leider häufig vorkommen und Homo-, Bi- und Transphobie durchaus in Medien thematisiert werden können, aber manche queere Menschen sind es ebenso leid, dass sie dieses Leid immer und immer wieder sehen müssen und ihre Existenz häufig als eine sehr Dramatische (und das aufgrund ihres Queer-Seins) dargestellt wird.

    Ich hatte tatsächlich nie wirklich n Coming Out meinen Eltern gegenüber, und meine Geschwister haben schon sehr schnell von alleine gepeilt, dass ich Frauen, Männer und alle anderen Geschlechter lieben und attraktiv finden kann, deswegen konnte ich da nie so wirklich persönlich relaten, auch wenn ich den Struggle von anderen kenne. Mein Bruder hatte es da als homosexueller schon schwerer, gerade mein Dad ist sehr schwulenfeindlich. Also ja, schwulenfeindlich, weil Lesben gehen für ihn klar weil haha lol was ist besser als eine heiße Frau ja genau zwei lol icksdeh. Ich muss aber sagen, dass ich es schon fraglich finde, wie unverhältnismäßig schnell und direkt Leute nach ihrem Coming Out gefragt werden. So nach dem Motto "wie war es damit rausrücken zu müssen". Vielleicht bin ich da empfindlich oder einfach etwas sehr dense, aber man ist doch mehr als all die Hürden, die einem vielleicht in den Weg gelegt werden. Supportive Coming Out Stories gefühlt das beste überhaupt, keine Frage, aber die sofortige Assoziation zwischen "queer sein" und "coming out" ist halt schon immer n bisschen ungünstig, meiner Meinung nach zumindest.


    Tolles Thema auf jeden Fall Alaiya  Bastet ^____^ <3

  • Ich finde Repräsentation und Diversität in den Medien massiv wichtig. Mittlerweile ist es soweit, dass ich wenig Spaß an Filmen habe, die sich nur um weiße cishetero Männer drehen, weil, einmal ganz ehrlich: Deren Lebensrealität könnte sich kaum mehr von der meinen unterscheiden. Ich habe mittlerweile an Filme, Serien und natürlich auch andere Medien mittlerweile den Anspruch das es zu allermindest ein paar gute weibliche Figuren gibt, idealerweise aber noch mehr Diversität. Das heißt nicht, dass Medien mit Diversität automatisch gut sind, weil Story und Co können dennoch scheiße sein, duh, aber ... nun, um ehrlich zu sein ist bei Sachen wo sich alles um cishetero weiße Kerle dreht bei mir auch schnell sowohl die Empathie, als auch die Suspension of Disbelieve weg. Schließlich stellen diese Welten, wo fast alles nur Kerle sind, einfach nicht die Realität dar - sofern es nicht sehr gut durch das Setting begründet ist. (Ich meine, okay, spielt es in einer Jungenschule lasse ich es mir noch einreden - allerdings interessiert es mich dann dennoch nicht besonders. Wie gesagt: Lebensrealität. Sehr anders.)


    Ich freue mich aktuell auch darüber, dass es zumindest in der Serienlandschaft mittlerweile angekommen ist - jedenfalls im Streaming. Denn fast alle der Streaming-Plattformen bemühen sich in ihren Eigenproduktionen deutlich mehr um Diversität und verschiedene Repräsentation. Ob das nun gute Repräsentation ist, ist eine andere Frage (Himmel, Herrgott, ist es so schwer ein homosexuelles Paar überleben zu lassen?). Besonders gut kommt aber aktuell tatsächlich das Animationprogramm daher. Like ... Wow. Das ist im gesamten Programm mit dem Medien so dermaßen anderen Ebene. Schauen wir uns das ganze Mal an:


    Amphibia:

    Es gibt nur drei menschliche Protas, aber von denen ist eine Thai, eine andere auch asiatisch (wahrscheinlich Korean-American)


    The Owl House:

    Im Hauptcast haben wir als Prota eine bisexuelle Latina, dann ein lesbisches Mädchen, ein asiatisches Mädchen und ein schwarzer Junge


    She-Ra:

    Es gibt ein lesbisches Hauptpaar. Das goldene Trio beinhaltet neben der weißen Prota einen asiatischen und einen schwarzen Charakter - letzterer hat zwei Väter. Im erweiterten Cast haben wir sowohl ethnische, als auch Bodydiversity und ein weiteres lesbisches Paar. Und natürlich Double Trouble, als nicht-binärer Charakter.


    Kipo:

    Fast das gesamte Cast ist schwarz. Der wichtigste männliche Charakter ist schwul, spricht offen darüber und bekommt im Verlauf der Geschichte ein (übrigens asiatisches) Love Interest


    The Dragon Prince:

    Im Haupttrio haben wir einen schwarzen Jungen. Callum kann problemlos als Neurodivergent gelesen werden. Wir haben einen wichtigen Stummen Charakter, der vielleicht auch lesbisch ist? Leider ansonsten soweit noch nicht gut mit queerer Rep, wenn wir bedenken, dass das eine lesbische Paar tot ist und wir beim schwulen Paar einen Partner auf der Schwelle zwischen Leben und Tod haben ^^" Ach ja, aber dafür haben wir noch Claudia, die laut Word of God wenn ich nicht irre explizit autistisch ist.


    Sprich: Gerade im Animationsbereich ist es eine echt gute Entwicklung.


    In der Hinsicht bin ich aktuell übrigens auch von Anime positiv überrascht. Während diese zwar mehrheitlich noch sehr japanozentrisch sind, nimmt die Zahl von Anime, die für ein internationales Publikum produziert wurden und entsprechend inklusiver sind doch in letzter Zeit deutlich zu. Das finde ich wirklich toll.


    Was ich mir ja alles in allem wünschen würde, wären mehr trans und außerdem disabled Repräsentation. Denn davon gibt es soweit ziemlich wenig, was ich sehr, sehr ärgerlich finde. :(

  • Es kommt auf den Protagonisten an. So typische Heldenfiguren finde ich einfach langweilig, speziell wenn die so stereotypische Actionhelden sind. Ich muss zwar auch schon sagen, dass ein Teil meines näheren Bekanntenkreises männlich und heterosexuell sind, aber die denken und benehmen sich jetzt nicht wie der stereotypische Kerl. Bei meinem engeren Freundeskreis jedoch ist es tbh so, dass ich nur zwei heterosexuelle, sehr enge, männliche Freunde habe (oder ... davon ist einer eher bi lol) und die gehören auch ganz und gar nicht zu der typischen Sorte und die denken ebem nicht, die Welt renne nach ihrem Schädel.


    Deshalb bin ich dann froh diese Art von Leuten in Medien ebenfalls so wenig wie möglich zu sehen. Wen ich von diesen klischeehaften Action- und Fantasy-Helden noch so halbwegs mag, ist Geralt von The Witcher-Serie, weil sich der Autor bewusst ist, was er da schreibt und da mehr Selbstreflektion hineinlegt. Aber zu meinen richtigen Lieblingscharakteren gehört der nun echt nicht. Ich mag noch viel eher männliche, hetero Hauptcharaktere in Anime, und anderen Medien, die da in dieser Ecke sind (aka asiatische, moderne Novels etc.), solange das keine klischeehaften Shounencharaktere sind. Es gibt eben viele Serien, die nicht so klischeehaft sind, aber deswegen sind viele auch leider weniger bekannt und einige Hauptcharaktere sind jetzt eher vage bi- bis homosexuell. Das ist zwar öfters ein Bait, aber eben nicht immer.


    Zudem kann man davon ausgehen, dass ein Autor, der einen Klischeehelden schreibt, auch andere Stereotypen aufgreift und diese werden sehr ermüdend. Vor allem, wenn denen nichts Neues hinzugefügt wird und die gesamte Narrative dadurch bestimmt und wirklich sehr stark auf die Sichtweise des männlichen Protagonisten fokusiert ist.


    Und wie in dem anderen Topic schon gesagt, will ich jetzt auch keinen typischen Actionheld mit Brüsten sehen. Solche Frauenfiguren finde ich furchtbar. Zum einen, weil manche Mädchen dadurch lernen, dass sie Frauen nur dann zu respektieren und "stark" sind, wenn sie... well nur ein klischeehafter Machotyp sind, und zum anderen ist es auch furchtbar langweilig. Zu Diversität gehört es auch, dass man verschiedene Arten von Frauen in faire Weise darstellt, sprich nicht nur einen Typ positiv zeigt.


    Alaiya

    The Owl House hab ich bei dir ja schon öfters im Twittertweet gesehen, aber Kipo sagt mir jetzt gar nichts. Muss ich mir mal angucken worum es da geht. ^^


    Zitat

    In der Hinsicht bin ich aktuell übrigens auch von Anime positiv überrascht. Während diese zwar mehrheitlich noch sehr japanozentrisch sind, nimmt die Zahl von Anime, die für ein internationales Publikum produziert wurden und entsprechend inklusiver sind doch in letzter Zeit deutlich zu. Das finde ich wirklich toll.

    Na gut, der asiatische Raum nimmt auch iwo eine Sonderrolle ein. Ich glaube nirgendwo in der westlichen Welt ist die Gesellschaft so homogen wie es in Japan der Fall ist. Bei uns ist es selbstverständlich, dass wir alle möglichen Leute sehen, wenn wir in den Bus steigen. In Japan scheint das schon manchmal eine kleine Sensation zu sein Nicht-Asiat*innen zu sehen.

  • Wen ich von diesen klischeehaften Action- und Fantasy-Helden noch so halbwegs mag, ist Geralt von The Witcher-Serie, weil sich der Autor bewusst ist, was er da schreibt und da mehr Selbstreflektion hineinlegt.

    Ja, Andrzej Sapkowski ist was anderes, was speziell weiße, männliche Autoren angeht. Nicht nur, dass zumindest in der Hauptreihe Ciri gleichberechtigte Heldin ist (wenn nicht sogar mehr Protagonistin als Geralt), er hat halt auch einfach so viel in den Büchern aufgegriffen. Kolonialismus, Männlichkeitsbilder und Abtreibung. Vor allem Abtreibung. lol


    Hast du die Videos von Curio dazu gesehen? They hat einen richtig guten Breakdown von The Witcher von Serie, Spielen und Büchern gemacht. Absolute Empfehlung!


    Und wie in dem anderen Topic schon gesagt, will ich jetzt auch keinen typischen Actionheld mit Brüsten sehen. Solche Frauenfiguren finde ich furchtbar. Zum einen, weil manche Mädchen dadurch lernen, dass sie Frauen nur dann zu respektieren und "stark" sind, wenn sie... well nur ein klischeehafter Machotyp sind, und zum anderen ist es auch furchtbar langweilig. Zu Diversität gehört es auch, dass man verschiedene Arten von Frauen in faire Weise darstellt, sprich nicht nur einen Typ positiv zeigt.

    Was ich mir dahingehend halt tatsächlich wünschen würde, wäre, dass das mal kritisch beleuchtet wird, so wie ich es halt mit Joanne/Pakhet versuche: Halt Actionheldin in der Manier, aber halt, weil in einem Gebiet, wo einfach diese Form von Männlichkeit besonders als Frau performt werden muss, wenn man mit Respekt behandelt werden möchte. Das wäre eigentlich ein so interessantes Thema, was ich mir gerade für eine Serie super gut vorstellen könnte, aber irgendwie ... bisher hat das niemand gemacht :(


    Zumindest habe ich die Hoffnung, dass das Mad Max Furiosa Prequel sich damit ein wenig auseinandersetzt. Weil der Film wäre dafür prädestiniert.


    The Owl House hab ich bei dir ja schon öfters im Twittertweet gesehen, aber Kipo sagt mir jetzt gar nichts. Muss ich mir mal angucken worum es da geht. ^^

    Owl House kommt zumindest in den US Anfang November auf Disney+. Ich hoffe einfach mal, bei uns dann auch im November, durchgelaufen ist es beim Disneychannel nämlich schon auf deutsch, da die ja täglich ausstrahlen, statt wöchentlich.


    Kipo ist eine Animationsserie auf Netflix. Mit 3 Staffeln abgeschlossen. Von einem beinahe komplett schwarzem Staff geschrieben und animiert und irgendwie so eine angenehme Abwechselung dahingehend ...


    Das wäre übrigens denke ich auch ein großer Punkt, warum Animation vor allem so divers wird: Das Staff hinter den meisten Serien ist mittlerweile sehr divers aufgestellt sind und da halt sogar Disney dem Druck nachgeben musste ... :P


    Und weil ich es kann lasse ich kurz ein Video mit Amity, the desaster gay, hier xD


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    Na gut, der asiatische Raum nimmt auch iwo eine Sonderrolle ein. Ich glaube nirgendwo in der westlichen Welt ist die Gesellschaft so homogen wie es in Japan der Fall ist. Bei uns ist es selbstverständlich, dass wir alle möglichen Leute sehen, wenn wir in den Bus steigen. In Japan scheint das schon manchmal eine kleine Sensation zu sein Nicht-Asiat*innen zu sehen.

    Das stimmt schon, wobei Anime mittlerweile halt auch immer internationaler Produziert werden. Also sowohl das Studios aus mehreren Ländern zusammenarbeiten, als auch, dass sie mit internationalem Release im Hinterkopf entstehen.

  • Wen ich von diesen klischeehaften Action- und Fantasy-Helden noch so halbwegs mag, ist Geralt von The Witcher-Serie, weil sich der Autor bewusst ist, was er da schreibt und da mehr Selbstreflektion hineinlegt.

    Ja, Andrzej Sapkowski ist was anderes, was speziell weiße, männliche Autoren angeht. Nicht nur, dass zumindest in der Hauptreihe Ciri gleichberechtigte Heldin ist (wenn nicht sogar mehr Protagonistin als Geralt), er hat halt auch einfach so viel in den Büchern aufgegriffen. Kolonialismus, Männlichkeitsbilder und Abtreibung. Vor allem Abtreibung. lol


    Hast du die Videos von Curio dazu gesehen? They hat einen richtig guten Breakdown von The Witcher von Serie, Spielen und Büchern gemacht. Absolute Empfehlung!

    Ja, es ist halt dennoch so: Geralt ist halt besser als andere Actionhelden, aber ich finde ihn nach einiger Zeit trotzdem langweilig, so als gesamter Charaktertyp.


    Nein, noch nicht, werd ich heute. ^^


    Und wie in dem anderen Topic schon gesagt, will ich jetzt auch keinen typischen Actionheld mit Brüsten sehen. Solche Frauenfiguren finde ich furchtbar. Zum einen, weil manche Mädchen dadurch lernen, dass sie Frauen nur dann zu respektieren und "stark" sind, wenn sie... well nur ein klischeehafter Machotyp sind, und zum anderen ist es auch furchtbar langweilig. Zu Diversität gehört es auch, dass man verschiedene Arten von Frauen in faire Weise darstellt, sprich nicht nur einen Typ positiv zeigt.

    Was ich mir dahingehend halt tatsächlich wünschen würde, wäre, dass das mal kritisch beleuchtet wird, so wie ich es halt mit Joanne/Pakhet versuche: Halt Actionheldin in der Manier, aber halt, weil in einem Gebiet, wo einfach diese Form von Männlichkeit besonders als Frau performt werden muss, wenn man mit Respekt behandelt werden möchte. Das wäre eigentlich ein so interessantes Thema, was ich mir gerade für eine Serie super gut vorstellen könnte, aber irgendwie ... bisher hat das niemand gemacht :(


    Zumindest habe ich die Hoffnung, dass das Mad Max Furiosa Prequel sich damit ein wenig auseinandersetzt. Weil der Film wäre dafür prädestiniert.

    Tbh finde oder fände ich solche Frauen, die "stark" sein und dem typischen Männlichkeitsbild entsprechen müssen, um nicht unterzugehen, oder einfach um zu überleben, ganz gut. Das macht sie nicht ganz so unsympathisch. zB. Arya von Game of Thrones hatte ich jedoch gehasst, auch wenn es irgendwo nachvollziehbar ist wie zu dieser Ansicht kam, aber für dieses "eww, other girls are stupid" hab ich echt immer weniger Geduld.


    Bei Netflix bin ich sofort dabei, aber oof Disney+, das ist was, das ich nach Beenden der Staffel wieder kündigen würde, glaube ich. Mal sehen. xD

  • Ich dachte, ich gehe mal ein wenig Serien durch, was Repräsentation angeht. Vornehmlich Cartoons, weil ... nun, ich halt aktuell vornehmlich Cartoons schaue.


    Avatar - The Last Airbender

    - Sämtliche Charaktere sind asiatisch oder inuit

    - Man kann ein gutes Argument dafür machen, dass Aang und Katara beide unter PTSD leiden. Außerdem sind sowohl Zuku, als auch Azula definitiv kandidaten für Kinder aus einem abusive Haushalt


    The Legend of Korra

    - Erneut: Alle Charaktere asiatisch oder inuit

    - Zwei bisexuelle Frauen (Korra und Asami)

    - Sehr ausführlicher Umgang in Bezug auf PTSD in Staffel 4


    Steven Universe

    - Nicht unerhebliche Teile des Hauptcasts sind nicht binär, aber female presenting

    - Darunter haben wir mit Ruby und Sapphire ein lesbisches Paar und außerdem Pearl als unglücklich verliebte Lesbe

    - Lapis ist erneut eine recht gute Repräsentation von PTSD

    - Stevonnie ist ein explizit nicht-binärer Charakter

    - Connie ist indischer Abstammung

    - Lars ist Phillipino

    - Es gibt außerdem eine Vielzahl von Body Diversity, mit Rose Quartz, Amethyst und Sadie als molligere Charaktere


    She-Ra and the Princesses of Power

    - Lesbische Protagonistin (Adora) mit ebenfalls lesbschem Love Interest (Catra)

    - Zwei weitere Lesben im Hintergrund Cast (Netossa und Spinderella)

    - Ein explizit nicht-binärer Charakter gesprochen von einem nicht-binären Synchronsprecher (Double Trouble)

    - Ein molliger, asiatischer Charakter (Glimmer)

    - Ein schwarzer Charakter (Bow) mit zwei Vätern

    - Mehrere BI_PoC als weitere Charaktere


    Kipo and the Age of Wonderbeasts

    - Das gesamte Hauptcast besteht aus BI_PoC (vornehmlich schwarze Charaktere, später kommt aber noch ein zumindest immer wieder auftauchender asiatischer Charakter dazu)

    - Es gibt einen schwulen Charakter (Benson), der später auch ein Love Interest bekommt


    The Dragon Prince

    - Einer der Hauptcharaktere ist schwarz (Ezran)

    - Es gibt zwei neurodivergente Charaktere (Callum und Claudia)

    - Ein wichtiger Charakter ist taubstumm (Amaya)

    - Es gibt ein schwules Paar, wobei um es positive Repräsentation zu machen, beide überleben müssen (Runaan & Ethari)

    - Es gibt einen nicht-binären Nebencharakter (Kazi)


    The Owl House

    - Die Protagonistin ist eine bisexuelle Latina (Luz)

    - Sie hat ein lesbisches Love Interest (Amity)

    - Ihre beiden besten Freunde sind asiatisch (Willow) und schwarz (Gus)

    - Willow hat zwei Väter und ist außerdem ein guter Punkt für Body Diversity


    Bojack Horseman

    - Mental Health ist ein zentrales Thema der gesamten Serie

    - Bojack ist depressiv und Drogenabhängig und überlebender von misshandelnden Eltern

    - Diane wird im Verlauf der Serie ebenfalls depressiv. Sie ist außerdem vietnamesisch

    - Todd ist asexuell (aber heteroromantisch - die Serie geht auf das Split Attraction Modell ein!)


    So viel erst einmal. Vielleicht werde ich später noch ein paar andere Medien ergänzen. Mal sehen.

  • Ich habe noch dieses Video gefunden (nein, fragt nicht, wie viel Zeit ich auf YouTube verbringe), was über Section 28 und die Auswirkungen auf LGBTQ*-Repräsentation speziell in britischen Medien hatte. Zur Info, für diejenigen, die das Video nicht schauen können/wollen: Section 28 war ein Gesetz in dem effektiv gesagt wurde, dass man Kindern gegenüber Homosexualität nicht positiv darstellen dürfe, damit man Kinder nicht dazu "verführt". Deswegen waren gerade in den UK Medien für lange Zeit alles queere komplett rausgeschnitten/verboten, weil es könnten ja Kinder sehen. Und wie einige Leute sicher wissen: Die UK Fassung von Steven Universe ist sogar stärker geschnitten in Bezug auf die queerness, als die russische Fassung.


    Jedenfalls ein interessantes Video.


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  • (Der fette Akzent macht mich fertig. xD)

    Aber ehrlich, das verwundert mich gerade sehr, weil ich UK nicht als eines jener Länder gesehen oder gedacht hätte, das solch strikte Anti-LGBT+-Gesetze hätte. Und dieser Umstand ist einfach nur beschämend, aber ja... denkt dochmal einer an die Kinder! :(

    Aber gut, UK ist leider auch Terf-Island ... danke jedenfalls für das Video Alaiya .



    So, ich hab bisher leider wenig zu dem Topic gesagt. Representation steh ich immer noch sehr zwiegespalten gegenüber, weil es zu viele unbedeutende und seelenlose Nebencharaktere gibt, die bloß da sind um eine Quote zu erfüllen und keinen eigenen Arc und Charakter haben außer einer Minderheit anzugehören. Das brauche ich dann auch nicht.


    Und wenn man Disney ist, klopft man sich schon auf die Schulter, wenn im Hintergrund von Findet Dori ein lesbisches Paar für ein paar Sekunden zu sehen ist, oder wenn man sich für den dämlichen Villain, dessen Name übersetzt literally "der Trottel" bedeutet, in Die Schöne und das Biest abfeiert. 🤦🏼‍♀️


    Aber auch in Serien mit besserer Repräsentation ist es oft dennoch so, dass queere Charaktere die Nebencharaktere stellen. Zwar manchmal nicht unbedeutende Nebencharaktere, aber dennoch nicht die Protagonist*innen.

    Passend dazu hab ich auch einige Male von straight Nerds online in verschiedenster Version gelesen, dass sie queere Charaktere angeblich nicht stören würden, solange diese nicht im Rampenlicht stehen. Das ist sehr sprechend und zielt wieder stark auf "ich hab ja nichts gegen Gruppe x, ABER ich will sie nicht sehen und schon gar nicht als Hauptcharaktere."


    But guess what. Ich steh auch nicht auf jemandes Sideline und bin mein ganzes Leben dazu da, um die Story von jemanden anderen zu tragen.

    Ich will auch mehr queere HAUPT-Charaktere sehen, die nicht gerade einem queeren Drama entspringen, in dem die ganze Existenz eines Charakters auf diesen einen Konflikt aufbaut. Klar kann Homo- oder Transphobie eine Rolle spielen, aber good god, ich kann queere Dramen nicht mehr sehen. Diese Filme wälzen sich oft so unglaublich aufgetragen und gekünstelt in ihrem Leid, dass sie auch queeren Leuten, die in dieser Richtung mit Problemen zu kämpfen haben, wohl nicht unbedingt helfen.


    Was Klischees betrifft, so hab ich auch im realen Leben sehr viel Abneigung gegen queere / schwule, femininere Männer gesehen. Auch von der LGBT-Community, von denen sie eine "sei maskuliner, du bist ja eine Schande!"-Attitüde an den Kopf geworfen bekommen.

    Und das ist einfach traurig. Die einen behaupten, Frauen könnten ohnehin keine Männer schreiben und diese, die sie darstellen, würden in der Realität nicht existieren (dann bild ich mir meine Bekanntschaften wohl ein lel), und egal von welcher Seite, von vielen Seiten werden diese als absolute Witzfiguren dargestellt.


    Besonders scheiße wird's dann, wenn der einzige queere (oder queergecodete) Charakter ein klarer Villain, oder zumindest nur der unsympathischte Charakter im Cast, ist. Vor allem wenn es in Richtung Sissy Villain oder Psychotic Lesbian geht. Und oh boi, da gibt es etliche Beispiele dafür.


    Und nein, viele verlangen nicht, dass queere Charaktere absolut vorbildliche und unfehlbare Held*innen und Engelchen sein sollen. Ich meine, mag die eigentlich überhaupt noch jemand? xD Bei diesen perfekten Schwiegersohn Charas erwarte ich entweder, dass er wirklich so flach und langweilig ist ... oder dass so jemand Leichen im Keller haben muss. Das mein ich wortwörtlich, aber dann wären sie wenigstens wieder irgendwo zumindest ein wenig spannend haha


    Btw bin ich aber gleichzeitig echt nicht unbedingt ein Fan davon, wenn der gesamte Cast queer ist, aber gut ein Drittel oder so darf es schon sein haha

  • Mipha

    Hat das Label Sonstiges hinzugefügt.