:: no words ::


  • Wer das liest, ist wunderschön.


    » One day I will find the right words, and they will be simple. «

    H E A D E R B I L D



    Wer das liest, ist wunderschön.


    wird überarbeitet.



    Wer das liest, ist wunderschön.


    :: D R A M A T I K ::

    • ...
    • ...
    • ...


    :: E P I K ::


    :: L Y R I K :



    Wer das liest, ist wunderschön.


  • Wer das liest, ist wunderschön.




    renn, mein kind.


    Renn’, mein Kind, renn’ so schnell du kannst.

    Denn sie kommen, oh, sie kommen, und

    sie kommen, noch bevor du rennen kannst.


    Hör’, mein Kind, hör' so klar du kannst.

    Denn sie flüstern, oh, sie flüstern und

    sie flüstern, was du nimmer hören kannst.


    Sieh’, mein Kind, sieh’ so scharf du kannst.

    Denn sie suchen, oh, sie suchen, und

    sie suchen dich, noch ehe du sie sehen kannst.


    Fühl’, mein Kind, fühl’, so viel du fühlen kannst.

    Denn sie fühlen, oh, sie fühlen nicht, und

    sie fühlen nicht, was du mit Herzen fühlen kannst.



    Wer das liest, ist wunderschön.




    Wer das liest, ist wunderschön.

  • Kommentar zu folgendem Beitrag: RE: :: no words ::


    Hallo maaax.,


    dann bin ich mal der erste der einen Beitrag verfasst. Was für dich einfach ist, wäre schon für mich zu schwer xD. Mir gefällt die Lyrik sehr gut, hat eine gewisse Dramatik, öffnet aber am Ende einem die Aufen. Denn am Ende wird es positiv für das Kind (das Gute), denn es hat etwas, was die anderen (das Böse) nicht besitzen und das nennt sich die Liebe im Herzen. Denn wer liebt, kann etwas fühlen, was andere überhaupt gar nicht erst fühlen werden, egal wie gut diese sehen oder hören.


    Ich wünsche, man liest noch mehr von dir.


    Liebe Grüße


    Duscario

  • Hallo,


    rennen, hören, sehen und fühlen wurden interessant zueinander hingestellt. Lediglich die Gefühle am Ende zeigen auf, dass „sie“ keinen Gebrauch davon machen können, ganz im Gegensatz zu den anderen Eigenschaften. Man könnte schon fast meinen, es geht hierbei ums Erwachsenwerden und die damit verbundene größere Lebenserfahrung, die mit den meisten Sinnen einhergeht. Gefühle und Emotionen werden aber besonders im Kindesalter groß geschrieben und daher ist es ein gut gesetzter Bruch, dass die letzte Strophe vom restlichen Schema abweicht. Im geregelten Alltag hat eben nicht immer alles System und da ist deine Interpretation des Kindseins regelrecht erhellend.


    Wir lesen uns!


  • TRIGGERWARNUNG : TOD




    sie.


    „Du musst endlich damit abschließen“, flüstert mir eine vertraute Stimme sanft in mein Ohr.

    „Aber wie?“, antworte ich ihr, während ich in meinen einsamen Gedanken vertieft bin. „Sie war die wichtigste Person in meinem Leben. Ich kann das alles nicht einfach so vergessen.“

    „Von vergessen war nie die Rede.“

    Ich lege die weiße Rose, die ich krampfhaft in meiner linken Hand halte und deren Dornen sich bereits in meiner blutigen Handfläche verfangen haben, sachte auf das frische Grab nieder und kehre ihm den Rücken. Gerne würde ich noch länger bleiben, am liebsten für allezeit, aber irgendetwas konnte mich schließlich davon überzeugen, jetzt zu gehen. Mit langsamen und zuerst zögernden Schritten gehe ich allmählich auf das große Friedhofstor am Ende des Pflasterpfades zu. Dort angekommen schaue ich noch ein letztes Mal zu ihr rüber und halte meine aufgestauten Tränen zurück. Ich weiß, dass ich für sie stark bleiben muss, denn sie war es immer – auch dann noch, wenn alles bereits verloren schien.


    Auf dem Nachhauseweg erinnert mich alles an meine verlorene Liebe. Ich höre ihre zarte Stimme, rieche ihr unverkennbares Parfüm – eine Mischung aus Rosenblättern und Zitronen – und sehe in jedem Gesicht der mir entgegenlaufenden Passanten das ihre. Irgendwann muss ich damit abschließen, das weiß ich. Aber bis dahin, in dieser Tatsache bin ich mir mehr als nur sicher, würde es noch lange dauern, denn sie war nicht nur irgendjemand Unbedeutendes, den man schnell vergessen kann. Sie war für mich etwas ganz Besonderes, nein, sie war ein Privileg, das diese meist schreckliche Welt um einiges bunter und erträglicher machte, als es je jemand anderes hätte machen können. Ich vermisse diese Person, die mir immer zur Seite stand, ja so sehr …


    Nachdem ich die Haustür aufgeschlossen habe, gehe ich wortlos in das Schlafzimmer, um mich auszuruhen. Ich lege meinen brummenden, von Schmerzen geplagten Kopf auf der linken Bettseite ab und blicke auf die mir gegenüberliegende. Dort schlief sie und sprach immer auf mich ein, wenn ich am Verzweifeln gewesen bin. Seitdem beobachte ich diese Stelle jeden Morgen aufs Neue, denn, wenn man sie mit etwas Fantasie betrachtet, erkennt man einen leichten Abdruck, der mich denken lässt, dass sie immer noch dort schläft. Das gibt mir für den Moment wieder neuen Lebensmut, doch dann werde ich mir wieder bewusst, dass ich mir alles nur einbilde und sie – egal, wie intensiv und oft ich es mir auch wünsche – nie wieder dort liegen wird.


    Ich kneife meine Augen mit aller Kraft zusammen und versuche, meinen Geist von all dem Leid zu befreien. Doch es will einfach nicht funktionieren. Es funktioniert nie, um ehrlich zu sein. Immer und immer wieder werde ich von meinen Albträumen heimgesucht und gebe allein mir die Schuld daran, dass es erst dazu gekommen ist. Ich stehe niedergeschlagen auf, gehe in die Küche und nehme mir eine Kaffeetasse aus dem Küchenschrank heraus. Zuerst beachte ich meine blinde Wahl nicht, doch als ich sehe, dass es die Tasse ist, die sie immer genommen hat, um jeden Morgen ihren Kaffee zu schlürfen, wird mir plötzlich ganz anders. Es vergeht eine Weile, in der ich sie prüfend betrachte, bevor ich sie zurück in den Schrank packe, mir eine andere greife und dann diese unter die Kaffeemaschine stelle.


    Auf meinen Kaffee wartend setze ich mich an den leeren Esstisch im Nebenraum. Es herrscht erdrückende Totenstille — nicht nur in meinen Kopf, sondern einfach überall. Aber mein Herz pocht noch, mein Herz ist in diesem Moment das Einzige, was ich hören kann. Doch als auch dieses allmählich innerhalb der Stille meiner selbst verstummt, werde ich auf das fast ohrenbetäubende Ticken der Wanduhr aufmerksam. Dann atme ich ein, um kurz darauf wieder auszuatmen. Ich stütze meinen Ellenbogen auf dem Tisch ab und fasse mich an die warme Stirn, während mein Blick nach unten zur abgenutzten Tischfläche sackt.

    „Manchmal wünsche ich mir, ich würde aufhören zu atmen, um bei dir sein zu können“, flüstere ich geistesabwesend vor mich hin.

    „Nein“, ertönt es plötzlich. „Bitte, sag so etwas nicht!“

    Sachte hebe ich meinen Kopf an. Und dann sitzt sie mir gegenüber, charmant wie immer und mit ihren wunderschönen, offenen blonden Haaren zu mir blickend.

    „Du solltest dein Leben genießen anstatt hier mutterseelenallein zu sitzen.“

    Ich strecke meine Hand nach ihr aus, doch ehe ich zärtlich ihre Wange streicheln kann, zieht sie sich erschrocken zurück.

    „Ich würde alles geben, um dich ein letztes Mal berühren zu können, aber es ist weitaus komplizierter, als du es dir je vorstellen könntest“, erklärt sie mir, während ich sie fasziniert von unten bis oben betrachte.

    „Ich wusste, dass du zurückkommen würdest, ich–“

    „Ich bin nur zu Besuch“, unterbrach sie mich. „Ich bleibe nicht lange.“

    „Was? Wieso?“


    Sie steht auf einmal von ihrem Platz auf und winkt.

    „Komm!“, ruft sie mich zu sich.

    „Wohin?“ Doch ich bekomme keine Antwort.

    Ich kann mir bereits denken, was sie von mir erwartet – und tatsächlich schleicht sie den langen, in diesem Moment mir endlos erscheinenden Flur entlang, nur, um direkt vor einer großen eichenbraunen Zimmertür ganz am Ende zu verbleiben.

    „Du musst damit abschließen können.“

    Aber ich kann es nicht, ich kann es einfach nicht. Es ist noch zu früh. Viel zu früh, mich dem entgegenzustellen.

    „Lass uns gemeinsam gehen“, spricht sie mir neuen Mut zu, während sie tief in meine Augen schaut und ich mich in ihrem Blick verliere. Ich nicke behutsam, lege meine Hand erst zögerlich auf den eiskalten Griff und drücke die Türklinge anschließend rasch hinunter.


    Ich kehre für einen kurzen Augenblick in meine Gedankenwelt zurück und werde ein weiteres Mal von den schrecklichen Bildern überwältigt — überlege, ob ich diesen schweren Schritt nun wirklich wagen soll.

    „Kommst du?“, ruft mich ihre beruhigende Stimme wie eine verführerische Sirene zu sich und plötzlich sind all meine Ängste vergessen, sodass ich selbstsicher in den fast leeren Raum treten kann. Lange ist es her, dass ich ihn zuletzt betreten habe.


    Dies ist einmal ihr kleines kreatives Reich gewesen, in dem sie sich ausgelebt, wann und wie immer sie es sich gewünscht hat. Allerdings merkt man von dem Leben, das diesen Raum einmal erfüllt hat, kaum noch etwas. Heute lebt hier nur noch die ein oder andere Spinne in ihrem Netz zwischen den Wandecken lauernd, während klitzekleine Staubpartikel innerhalb der sauerstoffarmen Luft im Raum herum schweben.

    Während ich zum Fenster auf der anderen Seite des Zimmers zu gehe, um es zu öffnen, schwelgt sie in Erinnerungen.

    „Erinnerst du dich noch …?“

    Ihr verblasster Körper ist zur strahlend-weißen Wand, vor der sie steht und in der sich ein tiefes Loch mit ungefähr zehn Zentimetern Durchmesser befindet, kaum noch zu erkennen.

    „Als wir gerade eingezogen sind“, denke ich laut nach. „Du wolltest unbedingt eine Jalousie für das Fenster haben, weil dir das Sonnenlicht nachmittags immer zu grell in den Raum hineinstrahlte.“ Ein verhaltenes Grinsen schleicht sich unbeabsichtigt über meine Lippen. „Ich bin von der Leiter gefallen und habe mit meinem Ellenbogen ein Loch hineingebohrt.“

    „Und die ganzen Jahre, die wir hier schon wohnen, haben wir es nicht geschafft, es zu stopfen“, scherzt sie und beginnt dabei zu lachen.

    „Ich wünschte, ich könnte diese Zeit mit dir nochmal erleben …“

    Plötzlich ist es still und sie schaut betrübt zum Boden.

    „Du weißt, dass das nicht geht.“

    „Ich weiß, ich weiß …“


    Ruhe, Schweigen, Stille – so lange, bis eine leise Melodie ertönt. Ich drehe mich erschrocken um und sehe, dass sie vor ihrem altmodischen Plattenspieler steht.

    „Unser Lied“, sagt sie mit einem verhaltenen Lächeln.

    „Unser Lied“, erwidere ich und nicke.

    Sie ahmt Tanzschritte nach, während ich ihr dabei zusehe.

    „Wie gerne ich ein letztes Mal meine Arme sanft um deine Hüfte legen und gemeinsam mit dir tanzen würde.“

    Sie beendet auf der Stelle, bleibt direkt vor mir stehen, während die Musik wie von Geisterhand aufhört zu erklingen und sagt mit traurigem Klang: „Das geht nicht, denn es ist weitaus komplizierter, als du es dir je vorstellen könntest.“

    „Es geht nicht, es ist weitaus komplizierter, als ich es mir je vorstellen könnte“, wiederhole ich innerlich in mir aufgewühlt, nachdem ich ihr aus Trotz den Rücken kehre und im Anschluss meinen schweren Schädel zum Erdboden hinab fallen lasse.


    Als ich meinen Kopf sachte anhebe, sehe ich unsere Fotowand, die die Form eines Herzens hat, und begutachte jede einzelne Fotografie. Auf einem stehen wir beisammen, küssen uns leidenschaftlich unter Palmen am strahlenden Strand. Ich erinnere mich, wie wir einen älteren Einheimischen mit unserem gebrochenen Englisch darum gebeten haben, ein Erinnerungsfoto von uns zu machen, damit wir unseren Kindern und Enkelkindern zeigen können, wo wir unsere Hochzeitsreise gemacht haben. Und wie er zuerst die Technik hinter meinem modernen Fotoapparat nicht verstanden hat. Wenn ich nur darüber nachdenke, fühle ich heute wie damals die hawaiianischen Sonnenstrahlen auf meinen Arm. Doch im selben Moment spüre ich beim Betrachten der Bilder auch, wie sich etwas Kaltes von hinten an mich heranschleicht und die Kälte sich daraufhin auf meinen Schultern absetzt.

    Das wiederum erinnert mich an den Augenblick, in dem das Foto ganz unten am Herz geschossen worden ist. Dort stehen wir in dicken Winterklamotten während unserer ersten Reise in Paris – der Stadt der Liebe – unter einem monströsen Marmorbogen, den Arc de Triomphe du Carrousel, nebeneinander. Mir fällt ein, dass wir relativ lange sparen mussten, um uns diese Reise von unserem mageren Gehalt erst leisten zu können. Am Ende hat sich jedoch alles gelohnt, so wie jede Erinnerung, die ich mit ihr teile, sich gelohnt hat.

    Eine weitere Momentaufnahme lichtet uns bei unserem Einzug in unsere gemeinsame Wohnung ab, und wie meinem älteren Bruder im Hintergrund meine Lavalampe aus den Händen fällt, wie sie einfach so in der Luft schwebt und nahezu schwerelos wirkt. Ich trauere ihr ab und an immer noch nach – schließlich begleitete sie mich durch meine gesamte Jugendzeit –, allerdings beginne auch ich nach einer Weile, darüber zu lachen.


    Ich schaue mich weiter um, will gar nicht mehr aufhören. Zurückblickend kann ich behaupten, ein erfülltes Leben mit ihr an meiner Seite gehabt zu haben, das nun jedoch nie wieder so sein wird, wie es einmal gewesen ist.

    Insbesondere dieses eine Foto, das sich in der Mitte der Collage befindet, erinnert mich daran. Ich erkenne den Mann, der neben der wunderschönen, in weiß gekleideten Frau unter einem Vorhang aus bunten Blütenblättern steht, kaum wieder. Er ist mir so fremd mit seinem schwarzen Edelanzug und seinem weißen Hemd darunter – er wirkt mir so fremd, weil er glücklich ist. Eine flüchtige Träne fließt mir die rechte Wange hinunter und ich wische sie instinktiv aus dem Gesicht, um stark zu bleiben.


    „Es ist okay“, muntert sie mich auf.

    Nachdem ich neuen Mut gesammelt habe, schaue ich ihr direkt in die Augen.

    „Ich werde dich nie vergessen können“, beginne ich, „doch ich werde ab heute versuchen, ohne dich weiterleben zu können.“

    Sie lächelt mich mit einem erleichternden Lächeln an, und dann erstrahlt direkt hinter ihrem durchscheinenden Körper ein helles, beinahe erblindendes Licht. Sie wischt sich einzelne Haarsträhnen aus ihrem Gesicht und spricht: „Nun habe ich Gewissheit. Danke, dass ich ein Teil deines Lebens sein durfte … doch ich muss nun gehen.“

    „Wohin?“ Meine Neugier überkommt mich, doch dann erinnere ich mich an ihre Worte.

    „Es ist weitaus komplizierter, als du es dir je vorstellen könntest“, sagen wir gemeinsam und grinsen uns daraufhin glücklich an.

    Sie kehrt mir den Rücken und ist kurz davor, wortlos in das Licht zu gehen, als ich sie zurückrufe: „Warte!“

    Überrascht dreht sie sich um.

    „Ich–“ Die Worte wollen einfach nicht aus mir herauskommen.

    „Ich liebe dich auch“, nimmt sie mir die Worte aus dem Mund, während sie verhalten auf mich zu geht, und mir daraufhin einen zärtlichen Kuss auf die trockenen Lippen gibt.

    „Aber ich dachte, dass …“ Sie lächelt, während sie im Schimmer allmählich verschwindet.


    Und so kann ich nun endlich nach all den tränenreichen Tagen der Trauer und der Ungewissheit mit der Vergangenheit abschließen, doch vergessen habe und werde ich sie nie. Was bleibt, ist nicht der grauenvolle Schmerz, den sie hinterlassen, sondern die Freude und das unendliche Glück, das sie mir bis zu ihrem Tode geschenkt hat. Und so lebt und liebt sie seither mit meinen gesamten Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit tief in meinen Herzen.



    Wer das liest, ist wunderschön.



    Wer das liest, ist wunderschön.


  • Hallo,


    in „sie“ hast du oft das Wort „doch“ als Ausdruck des Gegensatzes verwendet. In diesem Fall kann auf ähnliche Wörter ausgewichen oder der Gegensatz anders in die Geschichte eingeflochten werden, womit auch Sätze kürzer werden würden. Davon abgesehen weiß in dem Text vor allem die persistente melancholische Stimmung zu gefallen, die trotz Erinnerungen und Gespräche nie so richtig ablässt. Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist es nicht leicht, sich wieder zu fangen und du gehst dabei sehr behutsam mit der Thematik um. Insgesamt überzeugen mich hier die Bodenständigkeit der Geschichte wie auch der positive Abschluss.


    Wir lesen uns!


  • Wer das liest, ist wunderschön.




    zwischen all dem.


    Ich werde wach, und ich lach'.

    Eine neue Woche startet bald.


    Aufstehen, Zähne putzen, und

    das Frühstück machen, mmh!

    Nun schnell, Arbeiten, und los!


    und zwischen all dem

    fühle ich mich verloren,

    fühle ich mich —


    Wie ein niemand, jemanden,

    an den man sich nicht erinnert,

    wenn man einen Grillabend plant.

    Doch an den man sich erinnert,

    wenn man seine Hilfe braucht.


    Versuche nichts anmerken zu lassen.

    Mein Kopf ist voll mit Gedanken, ich

    kann mich nicht konzentrieren, doch

    ich werde es in den Griff bekommen.


    und zwischen all dem

    fühle ich mich verloren,

    fühle ich mich —


    Wie ein jemand, niemanden,

    den man einfach stehen lässt,

    wenn man vorankommen will.

    Doch über den man flüstert,

    wenn er ihm den Rücken kehrt.


    Nun, Feierabend ...

    das Abendbrot essen, ok.

    Und sofort ins Bett fallen.


    Ich schlafe ein, so allein.

    Eine weitere Woche endet.



    Wer das liest, ist wunderschön.




    Wer das liest, ist wunderschön.

  • Hallo,


    ich mag es, wie sich der Aufbau des Textes etwas spiegelt. Bett, Essen und Arbeit werden in denselben Versen zu beiden Seiten behandelt und auch der Zusammenhang zwischen Jemand und NIemand wird von dir jeweils unterschiedlich behandelt. Damit ergibt sich ein interessanter fortlaufender Text, wenn auch insgesamt eher negativ auf den Alltag blickend. Die dargestellten Situationen Zuhause und unterwegs sind jedoch emotional nachvollziehbar, da sie jeden Menschen betreffen können und zu lange Tage und zu wenig Interaktion auf Dauer stressen. Eventuell bietet das Stoff für einen Nachfolger, in dem eine Annäherung zu anderen Personen erkennbar wird.


    Wir lesen uns!


  • Wer das liest, ist wunderschön.




    willkommen, willkommen!


    Mit zitternden Knien stehe ich allein auf dem leeren Schulhof und bereite mich innerlich darauf vor, meine neue Klasse kennenzulernen. „Du schaffst das! Du schaffst das!“, flüstere ich wiederholt und bemerke noch im selben Moment, wie meine Beine wie von selbst nach vorne schreiten.


    Im Gebäude ist es anders als draußen: so chaotisch und ein lautes Hin und Her schallt in meinen empfindlichen Ohren, während ich mich allmählich zwischen all dem verliere. Ich massiere meine Hände sanft in meine Schläfen und denke, dass ich meinen Klassenraum bei diesem Chaos wohl niemals finden werde.

    „Kann ich helfen?“, ertönt plötzlich eine Stimme von oben.

    In meinen wirren Gedanken versunken schaue ich hoch und erblicke ein unbekanntes, jedoch freundliches Gesicht.

    „Fluraufsicht Rusalka“, flüstere ich vor mich hin, als ich das Namensschild an seinem schwarzroten Karohemd lese.

    „Wie bitte?“, antwortet Rusalka sichtlich verwirrt.

    „I-ich, ähm.“

    „Du bist neu, nicht? Welchen Raum suchst du?“

    „Raum 151.“

    „Raum 151?“, wiederholt er. „Das ist leicht! Du musst da vorne einfach nur ein Mal nach rechts laufen, und direkt links findest du dann deinen Klassenraum!“

    „Danke, i-ich …“, stottere ich, während ein zartes Lächeln meine Lippen überkommt. „D-danke!“


    „Das muss er sein“, denke ich laut nach, als ich vor meinem Klassenraum stehe. Von drinnen ertönt ein ohrenbetäubender Lärm, und ich traue mich schon fast nicht mehr, ihn zu betreten. „Du schaffst das!“, beschwöre ich meinen Mut und trete in den Raum ein. Während ich spüre, wie mein Kopf rot wird, suche ich mit zum Boden blickenden Blick einen freien Platz, wo ich mich hinsetzen kann. Gefunden! Schnell meinen Rucksack absetzen, auspacken und bloß nicht auffallen — perfekt!


    Urplötzlich wird es still und ich höre, wie jemand die Türe öffnet. Mit schleichenden Schritten schreitet jemand in den Raum und bleibt vorne stehen.

    „Gu-Ten Mor-Gen, Frau Mo-Xie!“, schallt es im Raum.

    „Guten Morgen, Kinder! Wie ich sehe, haben wir jemanden Neues! Willst du nicht Mal nach vorne kommen und dich vorstellen?“, motiviert mich Frau Moxie, meine neue Klassenlehrerin.

    „S-sie meinen nach da vorne? Zum B-board?“ Frau Moxie nickt und ich laufe mit zögerlichen Schritten nach vorne.


    Ich nehme all meinen verbleibenden Mut zusammen, und starte: „A-also, ich bin —“

    Schnell bemerke ich, dass niemand zuhört und ich schaue mich in den Tischreihen um. Es ist befremdlich, so viele neue Menschen auf ein Mal zu sehen, ja, fast schon bedrohlich. Peinlich berührt entferne ich mich unbemerkt von vorne und schleiche auf meinen Platz zurück.


    „Nimm das nicht persönlich, ok?“, ertönt wie aus dem Nichts eine strahlende Stimme vom Sitzplatz nebenan, „Ich bin Cassandra! Freut mich, dich kennenzulernen!“

    „Hmm? Ach, nein … es ist nur etwas viel auf ein Mal, verstehst du?“

    Mein Blick schwenkt zu den Schülerinnen und Schülern in der Vorderreihe, die über mehrere Tische Karten spielen. Verwirrt versuche ich zu verstehen, was sie da machen, und möchte wissen: „S-sind das —“

    „Die Nerds“, unterbricht mich Cassandra. „Das hört sich vielleicht böse an, doch sie sind in Wirklichkeit echt tolle Leute! Lass dich nicht von ihrem Ruf verunsichern, ja?“

    „Ach Quatsch!“, antworte ich. „Ich spiele ab und an selbst Karten, haha!“

    „Oha, dann kannst du vielleicht Mal eine Runde bei ihnen mitspielen!“


    „Und wer ist das?“, frage ich und schaue dabei zur Wandreihe.

    „Die Rhetorischen“, antwortet Cassandra. „Sie unterhalten sich am liebsten über Politik.“

    „Sie scheinen ziemlich schlau zu sein, wenn sie sich über solche Themen unterhalten!“

    „Das stimmt, doch du solltest dich von ihnen fern halten, wenn du keinen Streit möchtest. Manche von ihnen können einfach nicht diskutieren und erwidern ein einfaches ‚Sehe ich anders.‘ ohne wirkliches Potential zum weiteren Diskutieren, wenn ihnen etwas nicht passt …“


    „Und das da?“, möchte ich wissen, während sich mein Gesicht zu den Fenstern wendet.

    „Das sind die Kreativen!“, erwidert Cassandra. „Du kannst dir nicht vorstellen, wie kreativ sie sind! Egal ob Basteln, Fotografieren, Schreiben, Zeichnen und und und … Sie können einfach alles! Ich wünschte, ich wäre eine Kreative, doch am Ende bin ich froh, wenn ich beim Basteln keine Hand verliere, haha!“

    Im selben Moment bemerke ich, wie jemand neben mir einen anderen mit einem harten Hieb vom Stuhl reißt und denke laut nach: „Was machen die da?“

    „Das sind die Sportlichen“, erklärt Cassandra. „Du solltest versuchen, nicht mit ihnen anzuecken. Sie können ziemlich doll zuhauen, doch am Ende meinen sie es wirklich nicht böse!“ Sofort stürmt einer von ihnen von seinem Platz hoch, um zu schauen, ob sich die auf dem Boden liegende Person verletzt hat.

    „GG!“, ertönt es von unten.


    „Und wer sind die da hinten?“

    „Das sind, nun.“ Sucht sie nach den passenden Worten. „Sie nennen sich ‚Die Coolen‘, jedoch …“

    „Und was hat es mit den Rosen auf den Tischen auf sich?“

    „Muss man nicht verstehen“, erklärt Cassandra und verdreht dabei ihre Augen.


    „Was willst du?!“, pöbelt uns plötzlich ein Junge im braunweiß-gezacktem Shirt von hinten an. „Ihr redet doch von uns, was?“

    „I-ich —“, stottere ich vor mich hin.


    „Was soll das?“, ertönt es von vorne, während Frau Moxie rasch von ihrem Platz stürmt. „Frechdachs, ich wiederhole mich wirklich nur ungern: was soll das?“

    „Die da lästern über uns!“, antwortet er.

    „Wie bitte? ‚Die da‘ haben auch Namen!“

    „A-aber!“

    „Kein Aber! Ihr und allem voran du solltet doch mittlerweile wissen, wie kalt ich sein kann, nicht? Gern könnt ihr nochmal die Hütte des Hausmeisters umräumen und Herrn Wolla helfen“, erklärt die Lehrerin.

    „Wieso?“, erwidert Frechdachs. „Ich habe Herrn Wolla erst letzte Woche beim Nachsitzen helfen müssen! Wie schnell macht der seine Hütte denn Bitteschön dreckig?!“

    „Andererseits kannst du Schulleiterin Akatsuki auch erklären, warum du zum x-ten Mal ein Timeout bekommen hast, wenn du nochmal so frech bist, ja?“, erklärt Frau Moxie, während ein leichtes Lächeln über ihre Lippen huscht. Plötzlich wird die Hinterreihe totenstill und eine fast schon unheimliche Stille breitet sich im Klassenraum aus.


    „Und nun“, schnappt Frau Moxie nach Luft, „hören wir alle unserem neuen Klassenkameraden zu, ja?“ Sie blickt mich strahlend an und motiviert mich, ein weiteres Mal nach vorne zum Board zu kommen.

    „Du schaffst das!“, flüstere ich mir zu.



    Wer das liest, ist wunderschön.




    Wer das liest, ist wunderschön.


  • Wer das liest, ist wunderschön.




    aufpassen.



    auch wenn ich dich nicht mehr

    beschützen kann, ich bitte dich:

    pass auf dich auf, pass auf —

    ich kann dich nicht verlieren,

    so wie du mich verloren hast.



    nachts über deutschland.



    nachts über deutschland,

    der mond hell strahlend,

    doch kein licht zu sehen.


    nachts über deutschland,

    ein schrei laut nachhallend,

    doch still, ja, totenstill ist es.


    nachts über deutschland,

    alles dunkel, alles so still,

    nachts über deutschland.



    ununterbrochen.



    verschwinden.

    du sollst —

    aus meinem kopf!

    ich denke an dich,

    ununterbrochen.



    Wer das liest, ist wunderschön.




    Wer das liest, ist wunderschön.

  • Hallo,


    das Update mit den kurzen Werken ist durchaus vielfältig. Von den Gedanken an einen geliebten Menschen, wie es im Elfchen der Fall ist, über eine bei Nacht begangene Tat bis hin zum gegenseitigen Vertrauen hast du dich interessanten Themen bedient. Am meisten gefällt mir dabei tatsächlich das Elfchen, da es mittendrin eine unerwartete Wende nimmt. Denkt man zuerst noch, dass sich etwas Negatives im Kopf breit macht, handelt es sich am Ende eher um Liebeskummer und eine geliebte Person, der das Ich näher kommen möchte. Mit diesem Wissen liest sich der Text durchaus mit anderen Gefühlen.


    Wir lesen uns!