Chroniken Rhanors: Ralvisae

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  • Künstler: JLIEN, Quelle



    Von einem Versprechen der Freiheit

    & dem Fluch, der alles besiegelte




    Vorwort«

    Hallöchen Lieber Leser.

    Wie ich sehe, hast du dich in mein "Ups-eine-Fanfiction-wo-kommt-die-denn-her"-Thema verloren, was mich sehr freut. Mainly schreibe ich diese, weil sie mir einfach nicht mehr aus dem Kopf geht und mich in anderen Belangen behindert (bzw. mich einfach ablenkt). Und wie sagt man so schön? Was raus aus dem Kopf ist, ist raus. Nebenbei habt ihr sogar auch etwas davon, wenn ihr gern Sachen von mir lest oder einfach mal Lust auf eine neue Fantasaygeschichte im BB habt.


    Ein paar Informationen«

    Wie man am Titel vielleicht erahnen kann, ist diese Fanfiction nur ein Ausschnitt aus etwas Größerem. Konkret gesagt ist Rhanor meine eigens ausgedachte Fantasywelt, in der viele Geschichten und Schicksale geschrieben stehen; mitunter ist diese Welt sogar Schauplatz für den ein oder anderen PnP-Oneshot. Aber keine Bange, ihr werdet zwar von mir eiskalt ins Geschehen, genauer gesagt in das Land Tevaria, geworfen und das ohne einen wirklichen Überblick (hehe), aber wenn ihr in Entdeckerlaune seid und sogar eine neue Welt nach und nach kennenlernen wollt (ohne das hier im Startpost viel steht), dann wird das hier mit Sicherheit möglich sein!

    On a sidenote: Diese Geschichte wird ab einen gewissen Punkt ziemlich düster werden und auch das ein oder andere Thema behandeln, was man mit Vorsicht genießen sollte. Aus diesem Grund werde ich bestimmte Kapitel kürzen und/ oder ein wenig umschreiben. Vor den entsprechenden Kapiteln wird das nochmal erkenntlich gemacht und jene, die die Originalfassung haben möchten, können sich dann privat bei mir melden.


    Inspiration«

    Inspiriert haben mich viele Dinge insgesamt, allem voran natürlich Dungeons & Dragons, Fantasy als Genre im Allgemeinen (Elfen, Drachen, Magie & Co.). Für diese Chronik im Speziellen kann ich Lothric und Lorian aus Dark Souls 3 erwähnen, denen die Prinzen Weißforts sogar ihren Namen verdanken und vielleicht noch eine andere Kleinigkeit im späteren Verlauf, die mich inspiriert hat. Des Weiteren findet man hier und da mit Sicherheit auch kleinere Referenzen zu anderem Bekanntem und kleinere Easter Eggs.

    Die Charaktere und die Welt gehören abseits davon dennoch allesamt mir!


    Danksagung«

    Musicmelon dafür, dass er mich wieder einmal zu Dingen überredet (aber keine Sorge: Er muss jetzt auch eine FF schreiben, höhö).

    & Rex Lapis dafür, dass sie meine Betaleserin ist. ♥


    Klappentext«

    Ralvisae ist angehende Magierin Weißforts. Der hohe Rat und ihr Lehrmeister wollen ein Musterbeispiel einer Hofmagierin aus ihr machen: Adrett, folgsam, würdevoll. Nur hat sie ihre ganz eigene Vorstellung von der Praktizierung der Magie, die sich absolut nicht mit den veralteten Vorstellungen der Oberen verträgt. Doch das wird bald ihre geringste Sorge sein: Ehe sie sich versieht, verstrickt sie sich tiefer und tiefer in die Intrigen und Geheimnisse des königlichen Hofes und sieht sich schon bald mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Schicksal entscheiden.


    Kapitelübersicht«

    Prolog: Halb Acht

    -

    117314-enjou-genshin-impact»Be the Chaos you want to see in this world.«

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    Die unpünktlichen Leute sind die interessanteren

    - zumindest im Hinblick auf ihre Ausreden.



    Prolog: Halb Acht





    »Sorry, ich muss hier mal durch!«


    Das war alles was man hörte, ehe ein personifizierter Sturm an diesem Morgen an einem vorbeirauschte. Mit Müh und Not klammerte man sich an sein Hab und Gut oder an seinen Marktstand, an welchem man gerade noch die letzten Vorbereitungen traf. Mehr schlecht als recht sprang man zur Seite oder quetschte sich völlig verwirrt gegen die nasskalte Wand der schmalen Gasse, als würde man bei etwas Verbotenem erwischt werden. Hatte die Wache etwa herausgefunden, dass man seine Preise ohne das Einverständnis des Käuferverbandes erhöht hatte?


    »Bleib stehen!!! Das ersetzt du mir!«


    Alternativ konnte man auch erzürnt dieser Naturgewalt hinterherbrüllen und drohend einen Besen erhoben haben – die Ratten in den dunklen Ecken der Gasse erschauderten bei dem Anblick. Sie … nicht. Sie drehte ihren Kopf zur Seite und blicke feixend über ihre Schulter nach hinten. Ein freches Grinsen hob ihre Mundwinkel an und kichernd streckte sie ihre Zunge raus. Ihr heller Umhang wehte ihr hinterher, jedes Mal, wenn sie hinter der nächsten Ecke verschwand.


    Es war ein wunderbarer Morgen. Die Sonne war vor wenigen Stunden hinter der riesigen Bergkette des Kivethgebirges aufgegangen und schenkte einem jeden ihre noch schwache Frühlingswärme. Die Hauptstadt erwachte langsam immer mehr zum Leben: Händler bereiteten ihre Stände vor – sollten sie nicht unterbrochen werden, weil eine bestimmte junge Frau vorbeihastete und eine mittelschwere Katastrophe hinter sich herzog –, die Wachen wechselten ihre Schicht und lösten einander ab, Hausfrauen schüttelten ihre gewaschene Wäsche aus, die Fenster der Tavernen wurden sperrangelweit aufgerissen, die ersten Kinder spielten auf den Plätzen vor ihren Elternhäusern und hier und da waren Besucher bereits auf den Beinen, um den Markt zu besuchen.


    Und Ralvisae? Nun, sie kam zu spät. Und das nur, weil ihr der Weg immerzu versperrt wurde! Das alles wäre erheblich leichter, dürfte die angehende Magierin ihre Kräfte nutzen! Aber das war ja verboten und unsittlich. Magie im Alltag - pfui! Magie sollte dem großen Ganzen dienen und nicht für die einfachen Dinge verschwendet werden, die man auch ohne sie bewältigen konnte. Ral verdrehte die Augen, als sie über eine Kistenansammlung sprang und danach etwas strauchelnd ihr Gleichgewicht suchte. Das war altmodisch, nervig und überhaupt nicht mehr zeitgerecht.


    »Eh, huch, guten Morgen, Jungs!« Sie grinste die zwei verdatterten Wachen an, die ihren Weg kreuzten. »Weitermachen.«


    »Einen Augenblick, junge Dame!«


    Im Laufen drehte sich die Angesprochene um und gestikulierte mit ihren Händen. »Ich war’s nicht! Und ich hab‘s wirklich, wiiirklich, eilig!«


    »Ich meine mich daran zu erinnern, dass du erst gestern angehalten worden bist, nicht für Unruhe im Marktbezirk zu sorgen!« Der etwas stämmigere Kerl von den Beiden deutete mit einem Finger auf sie. »Und das«, er drehte sich zur Seite und deutete dann in die Richtung, aus der Ral gekommen war, »sieht mir nach einer ganzen Menge Unruhe aus!«


    »Ich hab‘ doch schon gesagt: Ich war’s nicht! Ich schwöre hoch und heilig«, Ral machte eine halbe Verbeugung, »das war bestimmt meine böse Zwillingsschwester. Ist wirklich schlimm mit ihr. Ständig verwechseln die Leute mich mit ihr!«


    »Ralvisae Ravinfall!«


    »Okay, okay. Ist ja gut! Spielverderber … Tut mir Leid, aber ich hab’s echt eilig! Der alte Sac- Opa hält mir sonst wieder einen ewig langen Vortrag!« Mit jedem weiteren Wort machte die junge Frau einen Schritt nach hinten. Warf einmal einen kontrollierenden Blick über ihre Schulter, um sich zu vergewissern, dass tatsächlich die Kante der Mauer in Reichweite war, die den reißenden Fluss weiter unten durch die Hauptstadt führte. Die Natur suchte sich ihre Wege und damals hatte man eben dies beherzigt, als man Weißfort auf dem Gebirgsausläufer gebaut hatte.


    »Deine Ausreden werden dieses Mal keine Hilfe sein. Ich bitte dich im Namen der Stadtwache, uns zu folgen, um dich für wiederholtes Stören des geregelten Ablaufes der Stadt zu verantworten.« Der stämmige Kerl hob seinen Kopf an und reckte die Brust ein wenig vor. Da hatte jemand definitiv zu viel Motivation an diesem Morgen.


    »Sorry … aber ne, lasst mal.« Die Magierin hob eine Hand und formte mit ihren Fingern ein einfaches Zeichen in der Luft, was an einen silbergrauen Stock mit Hut erinnerte. »Crown. Leih mir deine Flügel, deine scharfen Augen und deinen leichten Körper, mein Freund.«


    Ein kleiner schwarzer Vogel stürzte mit einem Mal hinab und Ralvisae spürte, wie ihr Körper von Magie erfüllt und durchtränkt wurde. Wie sie an ihrem Geist und an ihrer Seele zupfte, sie formte und ihr für einen kurzen Moment die Sinne raubte. Blind ließ sie sich fallen – spürte den Wind und die Schwerelosigkeit. Hörte den überraschten Ausruf der Wachen. Die Magie verformte ihre Seele und ihr Sein, schenkte ihr das, wonach sie verlangt hatte: Die Flügel, die scharfen Augen und den Körper ihres gefiederten Begleiters Crown.


    Sie öffnete die Augen, spürte nun den Wind durch die Federn der – ihrer – Flügel streichen und die plötzliche Einfachheit der Situation erstaunte sie. Sie drehte sich im Fall ein wenig, breitete die schwarzen Schwingen aus und folgte dann dem Lauf des reißenden Stroms mehrere Meter flussabwärts. Segelte über dem Wasser durch die Stadt - nicht weit und sie würde den großen Hafen erreichen. Durch den Schwung des Falls musste sie kaum mit den Flügeln für Auftrieb sorgen, da sie dem Gefälle den Berg hinab folgte. Die verschiedenen Viertel der Stadt rasten an ihr vorbei, während sie sich in die Kurven des ummauerten Flusses lehnte. Je tiefer sie kam, desto niedriger wurden auch die Wände. Ralvisae schlug kräftig mit den Flügeln, um sich höher in die Luft zu heben – sie musste nicht zum Hafen. Genau genommen musste sie in die entgegengesetzte Richtung. Dennoch hatte sie sich regelrecht mitreißen lassen vom Gefühl des Windes und des fließenden Wassers unter ihr. Hatte nachgegeben, den Instinkten der Natur zu folgen.


    Sie zog einen ausladenden Kreis über dem Hafenviertel, berichtigte ihren Kurs und segelte über die Dächer der Stadt immer höher, hinauf zum Gipfel Weißforts. Ral liebte diesen Ort. Das helle Gestein harmonierte perfekt mit der in den Kalkstein gehauenen Stadt. Weißfort– die silberweiße Hauptstadt Tevarias. Sie wurde ihrem Namen mehr als gerecht, besonders wenn die aufgehende Sonne ihre Brillanz noch unterstrich.


    Von oben hatte man eine so viel bessere Aussicht und die junge Frau sog diese Schönheit in sich auf; merkte sich die ganzen Details ihrer Heimat. Bekam sie doch nie genug von diesem Anblick: Die breiten Gassen der Hafenstadt, die belebten Hauptstraßen in Richtung Zentrum, die ärmeren Viertel weiter unten und die noblen Bezirke weiter oben. Die grauen bis schwarzen Dächer der Häuser, die vielen Gassen und Brücken, die Schluchten und Pässe innerhalb Weißforts, die immerwährend daran erinnerten, dass man auf einem Berg lebte.


    Und dann war da noch ihr Ziel. Hoch oben in der Stadt, auf einem Ausläufer des Kivethgebirges, thronte der weiße Palast der Königsfamilie und direkt davor die Einrichtungen der Königsgarde und ein Stück darunter die der Stadtwache, sowie die Magieakademie weiter rechts an der Seite des Gipfels.


    Ral legte die Flügel an und nutzte eine günstige Windströmung, um schneller voran zu kommen. Je näher sie dem großen Platz vor dem Palastgarten kam, desto deutlicher erkannte sie auch den Menschenauflauf an eben jenem. Hatte sie wieder irgendein Fest oder einen Feiertag vergessen? Sie zog eine kleine Schneise und ließ sich vom Wind über die Köpfe der Schaulustigen tragen.


    Dank der guten Augen Crowns erkannte Ralvisae die Königsgarde und die Königin. Daneben stand der jüngste Prinz und das ein oder andere Mitglied des hohen Rates. Im Flug drehte sie ihren Kopf zur Seite. Die Schaulustigen vorm Tor der Brücke, die zum Palast führte, waren ein bunt gemischter Haufen aus Adligen, einfachen Bürgern und aufgeregten Kindern. Im Ernst, was hatte sie vergessen? Sie legte die Flügel an und glitt tiefer, um sich ein besseres Bild machen zu können.


    Die Antwort auf ihre Frage kam einen Augenblick später auf einem Pferd durch die Menge geritten. Lorian – ältester Sohn des Königs und Kronprinz Weißforts. Richtig, sie sollte eigentlich mit dort unten stehen. Neben ihrem Meister und Lehrer. Die scharfen Augen ihrer Rabengestalt suchten nach dem Opa. Mit verschränkten Armen stand der alte Sack neben einem Ratsmitglied und schaute direkt in ihre Richtung.


    Oh, nein.


    Bevor Ralvisae auch nur reagieren konnte, spürte sie einen erneuten Wandel der Magie um sich herum. Wie sie gewaltsam aus der Rabengestalt gezogen wurde und mit einem Kreischen mitten im Flug ihre eigentliche Gestalt annahm. Hilflos mit den Armen rudernd, stürzte die junge Frau in ein großes Zierbecken direkt unter sich. Ihr Lehrmeister hatte nur darauf gewartet, dass sie sich über einem der vier im Palastgarten befand.


    Mit einem lauten Platsch landete Ral unsanft im Wasser, während Crown krächzend auf dem Rand landete. Hustend und weiter mit den Armen rudernd brach seine Besitzerin keine fünf Sekunden später durch die Wasseroberfläche. Sie war zum Glück nicht mehr sonderlich weit oben geflogen, die Tiefe des Wassers hatte also bestens ausgereicht.


    Während ihr Hassopi sie wütend niederstarrte, fasste sich der Hauptmann der Stadtwache an die Nasenwurzel. Die Königin schaute voller Würde dem ältesten Sohn entgegen und ignorierte das ungeplante Spektakel rechts von sich, während eben jener mitsamt seiner Einheit zu Ral blickte und sich ein Grinsen mehr als nur verkneifen musste. Das Gleiche galt für Lothric; seinem jüngeren Bruder, der neben der Königin stand und mit großem Interesse zu Ralvisae hinübersah, die keine zehn Meter von ihm entfernt ächzend nach Luft schnappte.


    Der Kronprinz und sein persönlich auserkorener Trupp überbrückten die letzten Meter zum Empfangskomitee, bestehend aus der Königin, seinem Bruder und anderen hohen Persönlichkeiten. Er neigte seinen Kopf leicht zum Gruß, wodurch seine langen, silberweißen Haare leicht nach vorn fielen. »Schön, wieder daheim zu sein.«


    »Ich hoffe, Ihr hattet einen unbeschwerlichen Weg und bringt gute Nachrichten für Euren Vater und Weißfort.« Königin Megara bedachte Lorian mit einem strengen und aufmerksamen Blick. Es war kein Geheimnis, dass sie nicht die leibliche Mutter der Prinzen war – diese war vor einigen Sommern bereits verstorben. Dennoch war sie im allgemeinen Volk hoch angesehen, da sie zwar mit Stärke und Strenge regierte, jedoch immer eine gewisse Fairness und Fürsorge im Kern beibehielt.


    Lorian lächelte und seine hellen Augen zeugten davon, dass er das tat, als er sich wieder erhob.


    Währenddessen tastete Ral nach dem Rand des Beckens und hievte sich an diesem nach oben. Ihre mandelfarbenen Haare, die sich mittlerweile aus ihrem Dutt gelöst hatten, hingen ihr mehr als nur dekorativ im Gesicht. Klitschnass versuchte Ralvisae ihre Frisur halbwegs in Ordnung zu bringen, als sie aus dem Zierbecken geklettert war. Mit eher mittelmäßigem Erfolg. Eigentlich tat die junge Frau das auch nur, um sich von der Peinlichkeit abzulenken, in die sich dank ihres Lehrmeisters geraten war. Er hätte sie einfach in Gestalt von Crown weiterfliegen lassen können. Aber nein. Er wollte, dass sie sich derartig vor der halben Königsfamilie blamierte. Und ihrem Vater. Und einem Teil des hohen Rates.


    Eben jener Lehrmeister kam wenige Augenblicke später auch auf sie zugelaufen. Langsam, so langsam, dass man Sorge hatte, er würde entweder auf dem Weg einschlafen oder verenden. Seine Arme hatte er dabei typischerweise auf dem Rücken verschränkt, auch wenn man das wegen seiner langen dunkelblauen Robe nicht wirklich erkennen konnte. Ralvisae wusste, dass er das tat. Es war sogar ziemlich schwer, ihn in einer anderen Haltung zu beobachten. Nicht, als würde das eine sonderlich große Rolle aktuell spielen.


    »Es ist neun Uhr.«


    Sie hielt eine Strähne ihrer Haare zwischen den Fingern und sortiere diese dann nach einer kurzen Pause, in der sie der alte Vaaltra nur angestarrt hatte, zu den dazugehörigen an ihrer Seite. »Ups?«


    Der Blick, mit welchem sie gestraft wurde, verhärtete sich. Einen Augenblick später drehte sich Vaaltra bereits um und schritt langsam zurück in Richtung Palast. Die Königsfamilie stand nach wie vor dort und schien sich miteinander zu unterhalten – beziehungsweise löcherte Lothric seinen großen Bruder mit allerlei Fragen zu seiner kurzen politischen Mission in die nahe gelegene Handelsstadt.


    »Halb Acht, Ravinfall. Halb Acht war die ausgemachte Uhrzeit. Dein mangelndes Verständnis für Pünktlichkeit ist enttäuschend und unangebracht.«


    Die Angesprochene verdrehte die Augen, folgte ihrem Lehrmeister jedoch.


    »Noch schlimmer ist die alltagsgebräuchliche und unsachgemäße Anwendung von Magie.« Vaaltra tätigte einen Wisch mit seiner Hand, ohne sich umzudrehen und vereitelte damit Rals Versuch sich mit Hilfe von ihr zu trocknen. »Du trägst diese Strafe nach außen und für alle sichtbar für deine Vergehen. Du magst begabt in der Schule der Magie sein und genießt ein gewisses Wohlwollen des jüngsten Prinzen, aber eine Sonderbehandlung bekommst du deswegen nicht.«


    Mit glühenden Wangen zog die junge Dame ihren Kopf leicht ein als sie das Grüppchen um die Königsfamilie passierten. Sie starrte einfach auf den Rücken ihres Meisters, um nicht vor Scham im Boden zu versinken – es war eine Sache gewesen, in sicherer Entfernung so zu tun, als würde ihr das nichts ausmachen. Bei einer solchen direkten Begegnung jedoch war es dann doch nochmal was ganz Anderes. Insbesondere wenn der Kronprinz anwesend war.


    Jener bemühte sich, keine sichtbare Reaktion nach außen zu zeigen, als er einen Seitenblick riskierte. Lothric hingegen schenkte Ral ein aufmunterndes Lächeln, wenngleich diese ihren Blick nicht von der dunkelblauen Robe vor sich abwandte. Sie spürte die Blicke. Den etwas weiter entfernten Blick ihres Vaters ignorierte die junge Frau also auch mit unglaublicher Präzision.


    »Entschuldigt dieses Malheur, Euer Majestät.« Vaaltra neigte sein Haupt vor der Königin. »Irgendwann wird Fräulein Ravinfall eine verlässliche Magierin des Hofes sein. Dafür werde ich sorgen.«


    »Gewiss.« Megara nickte dem obersten Magier zu und bedachte Erwähnte mit einem kurzen strengen Blick. »Ich habe keinerlei Zweifel, das dem so sein wird.«


    Das werden wir noch sehen, dachte Ralvisae.

  • Hallo,


    der Beginn der Geschichte ist unterhaltsam und das Chaos bei den Marktständen spricht für eine besondere, Ärger anziehende Person. Ralvisaes kecke Einstellung spricht für jugendlichen Leichtsinn, auch wenn sie dank ihrer Profession in der Magie eigentlich das genaue Gegenteil ausleben sollte. Wer weiß, ob ihr Lehrmeister nicht ursprünglich ebenfalls so war wie sie und diverse Spielereien kaum unterlassen konnte. Dass sie sich mithilfe ihrer Magie als Rabe tarnte, empfand ich durchaus als spannend und zeugt zumindest davon, dass sie bereits sehr begabt ist. Wollen wir hoffen, dass sie bald auch wirklich dazu kommt, sich zu beweisen.


    Wir lesen uns!

  • Hallo,


    da ich an dem D&D One Shot teilnehmen wollte, habe ich mir mal die Geschichte dazu durchgelesen. Und da ich eigentlich viel zu selten Kommentare dalasse, dachte ich mir, ich schreibe mal einen. Den Prolog fand ich sehr gut gemacht. Man lernt Ralvisae kennen und wie sie so drauf ist. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Bei "personizifierter Sturm" und "Naturgewalt " hatte ich erst gedacht, sie würde einen Sturm beschwören oder sich in einen Sturm verwandeln, um sich einen Weg zu bahnen. Aber auch ohne Sturm scheint es sehr chaotisch gewesen zu sein in der Stadt. Die Sätze mit "man" am Anfang fand ich etwas ungewöhnlich, aber auch eine kreative Umsetzung für die Beschreibung der Situation. Auch die Beschreibungen der Stadt fand ich sehr gelungen. Der Prolog macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Daher bin ich mal gespannt, wie es weitergeht.