Geschrieben in Feuer


  • Vorwort
    Jänner 2017


    Dieses Topic wird in paar Monaten bereits sechs Jahre bestehen und da dachte ich, wäre es an der Zeit den Startpost ein wenig zu erneuern.
    Der Auslöser für dieses Topic war im Grunde meine erste Kurzgeschichte Shinda, zu deren Veröffentlichung ich freundschaftlich gedrängt wurde. Seitdem hat sich hier einiges angesammelt. Im Grunde kommt in diese Sammlung alles rein, was so abseits meiner großen Fanfiction Evolis großes Abenteuer entsteht. Kurzgeschichten, holprige Gedichtversuche und alles was es sonst noch gibt.
    Für’s Lesen bedanke ich mich schon mal im Voraus!



    Urheberrecht


    [align=justify]Alle hier veröffentlichten Werke unterliegen meinem Urheberrecht. Wenn Pokémon vorkommen sind diese natürlich die geistige Schöpfung von Satoshi Tajiri, sowie Game Freak und Nintendo. Keines meiner Werke darf in irgendeiner Form verändert oder reproduziert werden. Vom Zitierrecht darf Gebrauch gemacht werden, solange ich als Urheber angegeben werde und nichts darf gewerblich verwendet werden.
    Falls ihr eines der folgenden Werke in eurer Fanfiction zitieren möchtet - ich gehe jetzt nicht davon aus, dass sie so gut sind, aber trotzdem möchte ich diesen Punkt ansprechen - würde ich mich freuen, wenn ihr mich darüber informieren würdet. Danke schön.




    Inhaltsverzeichnis

    Wettbewerbsabgaben Saison 2012
    (Überschneidungen mit Werken die bereits hier gepostet sind, sind möglich)

  • Shinda
    https://68.media.tumblr.com/24…hqn3sjuo1r0f21bo1_250.jpg
    Picture found and edited by Lynn-san. Thank you so much.


    »Ein wahrer Gefährte liebt
    allezeit und ist ein Bruder,
    der für die Zeit der Bedrängnis
    geboren ist.«

    Sprüche Kapitel 17, Vers 17




    Und schon wieder. Inzwischen wusste ich bereits, ohne dich anzusehen, wie du dein Gesicht verziehen würdest, wenn meine Attacke wieder einmal daneben ging. Schon wieder… Ich hatte mir auch dieses Mal allergrößte Mühe gegeben, aber meine Glut war erneut an dem Stein vorbeigesaust und im Gras gelandet, obwohl ich mich so konzentriert hatte, den felsigen Gegner zu treffen. Versagt; erneut. Am liebsten wäre ich im Boden versunken, aber ich wusste, dass das nicht ging. Stattdessen starrte ich enttäuscht auf den Stein und ließ den Kopf hängen. Würde ich jemals etwas richtig machen können? Ich hörte an deiner Stimme, dass du mich aufmuntern wolltest, aber ich wusste doch, dass du ebenso enttäuscht warst und ohnehin schon nicht besonders viel von mir erwartetest. Diese Erwartungen wären auch jäh zerstört worden, denn bereits mein Tackle gehörte nicht zu den zuverlässigsten Attacken. Ich wusste ja selbst nicht, woran es lag, dass ich so ein Versager war, aber was sollte ich schon tun?
    „Beim nächsten Mal klappt es bestimmt“, hörte ich dich sagen, aber mir war klar, dass es inzwischen leere Worte waren. Du wusstest genauso gut wie ich selbst, dass es auch dann nicht funktionieren würde, das war einfach so. Inzwischen war ich in deiner Achtung wohl bereits so tief gesunken, wie es noch niemand zuvor geschafft hatte und ich war dir dankbar dafür, dass du immer alleine mit mir trainiertest und nicht auch noch einen meiner Teamkameraden daran teilhaben ließest. Die Schande war zwar ohnehin nicht zu übersehen, aber so wurde sie wenigstens nicht auch noch öffentlich zur Schau gestellt.
    Ein Fehlschlag nach dem anderen säumte meinen Weg und ich wusste, dass du mich für absolut schwach hieltest. Wahrscheinlich bereutest du bereits, dich für mich entschieden zu haben, wären doch meine beiden Kameraden Endivie und Karnimani so viel besser als ich. Mein eigener Traum, deine Anerkennung zu erlangen, lag schon lange in Trümmern vor mir, trotzdem versuchte ich alles, damit du deinen erreichen konntest, denn ich kannte ihn und teilte ihn mit dir. Aber es war ja hoffnungslos für mich zu glauben, dass ich es jemals schaffen würde, bei den Top Vier von Johto zu glänzen. Ich hatte mich ja schon beim ersten Arenaleiter wie ein Versager angestellt und wir konnten froh sein, dass du das Onix ertauscht hattest, damit du den Orden erringen konntest. Ich war dir damals keine Hilfe gewesen.
    Langsam begann ich es zu hassen. Meine eigene Schwäche, aber mehr noch als das hasste ich die öffentliche Zurschaustellung dieser, selbst wenn es nur vor dir war. Ich hasste es, wenn du sahst, wie ich mich abmühte die einfachste Attacke zu deiner Zufriedenheit auszuführen und welch belächelnden Blick ich dann von dir erhielt. Es wäre leicht gewesen, mich von dieser Bürde zu befreien, fortlaufen wäre eine Möglichkeit gewesen. Sicherlich hättest du mich mit Freuden in die Wildnis entlassen und auch nur kurz daran gedacht, dass ich das vielleicht nicht lange schaffen würde. Aber du wärst mich los gewesen, hättest endlich deinen Traum leben können und ich wäre dir endlich nicht mehr im Weg gewesen. Der ständig nutzlose Klotz an deinem Bein.
    Doch selbst, wenn man es mir nicht ansah, so war ich eine Kämpfernatur. Ich war schon immer davon fasziniert gewesen, wollte ebenso wie in den Kämpfen, die ich gelegentlich im Fernseher des Professors sah, eine Einheit mit meinem Trainer bilden. Inzwischen war diese Vorstellung in Vergessenheit geraten, denn das würde ohnehin niemals passieren. Aber ich wollte dir nicht länger als Versager im Kopf bleiben, nein, ich wollte mir deinen Stolz verdienen.
    Das war die Geburt meines Ziels, meines Antriebes, der mich von nun an täglich begleitete und ich hatte nicht einen Moment daran gezweifelt. Von nun an ging ich keinem Kampf mehr aus dem Weg. Bei jedem Trainer, der unseren Pfad kreuzte und jedem Pokémon, welches kampflustig war, drängte ich dich förmlich dazu, mich einzusetzen. Anfangs schienst du das mit einer Mischung aus Zweifel und Angst zu betrachten, aber du warst dennoch so zuversichtlich wie ich. Später allerdings - als die Enttäuschung und die Vorhersehbarkeit meiner Niederlage schon von Anfang an offensichtlich war - gabst du nur ungern klein bei und verweigertest es mir auch des Öfteren. Aber das war mir egal, ich hatte mir Etappenziele gesetzt, die es zu erreichen gab, auch wenn der Weg dorthin mit scharfkantigen Steinen gepflastert war. Und obwohl du mich nicht verstehen konntest, so hatte ich dir doch ein Versprechen gegeben. Ich würde dich immer beschützen.


    Endlich nahte der Tag meiner Entwicklung und ich konnte förmlich spüren, wie kurz davor ich war, eine neue Form anzunehmen. Ich malte mir aus, wie es sein würde, wenn ich endlich nicht mehr der Schwächling war und du stolz auf mich sein konntest, weil ich den vorherigen Lebensabschnitt hinter mir hatte und in meiner entwickelten Form kämpfen konnte. Voller Aufregung und Eifer trainierte ich, auch hier gab es viele Niederlagen einzustecken, aber des Öfteren erlebte ich auch einige Erfolge. Es war keine große Zahl, aber es reichte mir und hatte mich weiter gebracht. Immer wieder fragte ich mich, ob du den Augenblick ebenso herbeisehntest wie ich und tatsächlich, als sich diese Energie in mir entlud und nach außen zu strahlen begann, erkannte ich ein freudiges Lächeln auf deinem Gesicht und ich dachte, ich hätte mein Ziel erreicht.
    Aber ich irrte jämmerlich, denn ich wusste nicht, wie sehr du mir jeden kleinen, falschen Schritt nachtragen würdest. Es war nur eine Leichtsinnigkeit gewesen, nicht mehr als ein dummer Ausrutscher meiner neuen Kräfte, aber erneut bekam ich diesen Blick von dir, eine Mischung aus Mitleid und Resignation. Ich wusste, dass du dir selbst die Schuld für mein Verhalten gabst, dass du dachtest, es wäre alles auf deine Fähigkeiten als Trainerin zurückzuführen, dass ich so ein hoffnungsloser Versager war. Langsam fing ich an zu begreifen, dass ich, so wie ich war, niemals gut genug sein würde. Ich musste also etwas tun, was mich zu etwas Besonderem machte und ich entschied, dass meine natürliche Schwäche zu meiner Stärke werden sollte. Ganz allein und ohne jegliche Hilfe, überwand ich meine natürliche Scheu vor Wasser.
    Der Anfang war das Schlimmste, denn allein schon die Berührung jagte mir furchtbare Angst ein, aber weniger mein Kopf war das Problem - denn der war von dem Willen dieses Hindernis zu überwinden erfüllt -, nein es war mein Körper, der sich dagegen sträubte. Diese furchtbare Kälte, die mein Fell durchdrang und mich vollends auskühlte. Das Atmen fiel mir schwer und nach dem ersten Mal im Wasser hatte ich Zweifel, ob je wieder Flammen aus meinem Nacken und meinem Rücken schießen würden. Aber mit der Zeit wurde es besser, ich gewöhnte mich daran, schwamm kürzere Strecken und begann mit dem Tauchen. Jedes Mal, wenn ich einen Erfolg hatte, malte ich mir dein stolzes Gesicht aus und wünschte mir schon fast einen Kampf mit einem Wasser-Pokémon herbei, welches meine natürliche Schwäche sicherlich ausnutzen würde, nur würde es nicht wissen, dass ich diese bereits überwunden hatte.
    Ich erzählte es niemandem. Es schien auch niemanden zu interessieren, weshalb ich teilweise länger weg war, weil ich den nächsten Fluss suchen musste. Nicht einmal du stelltest Fragen, als ich mit feuchtem Fell eines Tages zurückkehrte, weil es ein kalter Tag war und die Sonne mich nicht getrocknet hatte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, täglich die eigenen Fortschritte zu sehen und etwas zu tun, was sicherlich noch niemand zuvor getan hatte. Vielleicht verriet ich damit mein Leben als Feuer-Pokémon, aber wen interessierte das schon? Weder dich noch sonst jemanden, also konnte ich mich auch genauso gut in diese Aufgabe vertiefen. Bis ich mich erneut entwickeln würde. Ich würde nicht aufgeben.
    Schon bald schwamm und tauchte ich ebenso gut wie die Wasser-Pokémon, denen wir auf unserer Reise begegneten und gegen die wir kämpften. Einige von ihnen fingst du sogar ein und ich bemerkte, dass du durchaus beeindruckt davon warst, dass mir die Wasser-Attacken weniger auszumachen schienen. Aber das war mir noch nicht genug. Ich wusste, dass ich immer noch irgendetwas nicht konnte, was du aber sicherlich wolltest. Eine Weile dachte ich sogar über das Fliegen nach, nachdem ich den Vogel-Pokémon zugesehen hatte, wie sie ihre Flügel in den Wind streckten und in den Himmel flogen. Aber ich begriff schnell, dass das nur diesen Wesen vorbehalten war und das es für mich unmöglich sein würde, das jemals zu können. Obwohl ich es mir schon sehr schön vorstellte.
    Es war wieder soweit, meine letzte Entwicklung stand bevor und ich wusste, dass du ebenso aufgeregt wie ich warst, weil auch du noch diesen Funken von Hoffnung hattest, dass dies endlich mein Durchbruch sein würde, dass ich endlich meine Kräfte in den Griff bekommen würde. Der Kampf vor meiner Entwicklung würde mir für ewig in meiner Erinnerung bleiben, denn endlich hatte ich das Gefühl, dass ich meine Attacken richtig einsetzen und zum ersten Mal mit dir eine Einheit bilden konnte. Jeder Flammenwurf traf und ich konnte einigen gegnerischen Angriffen erfolgreich ausweichen. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich die Möglichkeit zu zeigen, was ich konnte! Und schließlich geschah es und ich entwickelte mich zu meiner letzten Stufe: Tornupto.
    Ich fühlte mich großartig, sogar noch viel besser, als ich es bei meiner ersten Entwicklung getan hatte. Voller Übermut ließ ich das Feuer aus meinem Nacken schießen. Auf deinem Gesicht lagen ein zufriedener Ausdruck und sogar ein Lächeln, als würdest du dich ebenfalls freuen. Dieses Mal war ich vorsichtiger als bei meiner ersten Entwicklung und trotzdem voller Energie dir zu beweisen, dass ich genauso viel für dich tun würde wie jedes andere Mitglied deines Teams. Ich wollte dir so schnell wie möglich meine Treue beweisen, denn ich wusste, dass du nur so stolz auf mich sein konntest. Aber im Gegensatz zum ersten Mal, würde ich es nicht aufgrund meiner Tollpatschigkeit vermasseln. Nicht dieses Mal und auch danach nie mehr. Aber wie konnte ich es dir nur beweisen? Am nächsten Tag ergab sich keine Gelegenheit dazu, dir zu zeigen, wie sehr ich versuchte, dich stolz zu machen und du schienst mich irgendwie auch aus den nächsten Kämpfen heraushalten zu wollen.
    Hattest du Angst, meine Unfähigkeit würde - jetzt da ich ausgewachsen war - dich in Gefahr bringen? Aber du solltest mich doch nicht fürchten! Erneut plagten mich Zweifel, der Wunsch einfach wegzulaufen wurde stärker und stärker. Aber jedes Mal kam die Erkenntnis aufs Neue, dass das nichts bringen würde, es sei denn du würdest mich freilassen und außerdem würde das niemals dazu führen, dass du stolz auf mich wärst. Der Tag darauf schien ebenso ereignislos wie der letzte zu werden.
    Wir marschierten gerade auf die nächste größere Stadt zu. Es war ein einsames Fleckchen Erde und wir hatten noch nicht einen Trainer getroffen, geschweige denn ein einziges wildes Pokémon gesehen. Aber gerade als ich darüber nachdachte, ob diese Gegend irgendwie lebensfeindlich sein könnte, sprang ein Rattikarl aus der Böschung neben uns. Es schien wahnsinnig verärgert über irgendetwas zu sein, aber ich konnte kein Wort verstehen, stattdessen ballte sich ohne Vorwarnung die Energie seines Hyperstrahls um seinen Mund. Ich reagierte sofort, hatte jeden meiner Muskel angespannt und wartete auf den ersten Befehl, aber du tatest nichts. Du standest dort, wie angewurzelt, die Augen vor Schreck geweitet, unfähig dich zu rühren, während die zerstörerische Energie um das Maul des Pokémon immer mehr zunahm. Warum bewegtest du dich nicht? Weshalb warst du so gelähmt? Diese Fragen stelle ich mir heute sehr oft, wenn ich an diesen Tag zurückdenke, aber ich weiß, dass du wohl selbst heute keine Antworten darauf weißt.
    Ich wusste, was ich zu tun hatte und in dem Moment, als das Rattikarl die gesammelte Energie freigab und sie ungebremst auf dich zuflog, warf ich mich dazwischen. Noch heute kann ich den Einschlag spüren, diese ungezähmten Schmerzen die durch meinen gesamten Körper jagten, ausgehend von meiner rechten Seite, die der Hyperstrahl traf. Ich konnte nicht mehr denken und fiel einfach zu Boden, doch spürte ich den Aufprall gar nicht mehr, denn ich hatte bereits das Bewusstsein verloren.


    Eine undurchdringliche Schwärze umgab mich und hüllte mich und mein gesamtes Denken ein. Es war schwer, etwas anderes als den Schmerz wahrzunehmen, der doch kontinuierlich durch meinen Körper wallte. Ich hörte das Blut in meinen Ohren rauschen und meinen eigenen Herzschlag übermäßig laut. Nichts drang von außen in mein Bewusstsein ein und mein eigener Atem schmerzte. Es dauerte eine Weile, bis ich wieder andere Dinge wahrnahm, die um mich herum geschahen. Zuerst war es deine Stimme, die sehr weit entfernt in meinem Kopf hallte, dann aber immer klarer wurde und schließlich spürte ich deine Hand auf meinem Fell. Du streicheltest meinen Kopf, sanft und so beruhigend. Es war ein merkwürdiges Gefühl, das mir zuerst einen Schauer durch den Körper jagte, denn ich war es nicht gewohnt, von dir berührt zu werden. Aber es gefiel mir und ich konnte den Schmerz sogar für einige Momente vergessen. Ich bemerkte, wie mich eine Müdigkeit überfiel, denn ich fühlte mich sicher und geborgen in deiner Nähe, so wie ich es noch nie zuvor gespürt hatte. Einfach nur ausruhen in der Hoffnung, dass die Qual in meiner rechten Flanke aufhören würde, dort, wo der Hyperstrahl mich getroffen hatte.
    Doch dann bemerkte ich, dass sich deine Stimme veränderte. Sie wurde wieder undeutlicher und ich hörte, wie du die Luft ein paar Mal laut einzogst, was ziemlich untypisch für dich war. Ich bemerkte sofort, dass da irgendwas passierte, die Art, wie du mich streicheltest, änderte sich ebenfalls, sie wurde stockender und schließlich spürte ich nur noch, wie sie regungslos auf meinem Kopf lag. Ich wusste, dass ich die Augen öffnen musste, um zu verstehen, was vor sich ging, aber ich fühlte mich nicht so, als hätte ich die Kraft dazu. Trotzdem musste ich es wenigstens versuchen. Noch nie war es mir so schwer gefallen, die Augen zu öffnen, es kam mir so unsagbar mühselig vor, dabei war es doch nur eine winzige und einfache Bewegung. Es dauerte eine Weile, bis ich klar sehen konnte, ich musste mehrere Male blinzeln, um die Welt um mich herum endlich wieder gewohnt wahrnehmen zu können. Gerade als meine Sicht nicht mehr vernebelt war, fühlte ich etwas Nasses auf meiner Schnauze landen.
    Ich wunderte mich darüber, denn es hatte doch davor keinerlei Anzeichen für Regen gegeben, da blickte ich auf und bemerkte, dass du vor mir knietest. Tränen bedeckten dein Gesicht, rannen aus deinen zusammengekniffenen Augen deine Wangen herab und ich konnte die Worte unter dem Schluchzen kaum verstehen. Deine Stimme klang ungewöhnlich rau, zitterte und die Wörter wurden immer undeutlicher. Dein Gesicht war direkt über meinem, mit der linken Hand hattest du dich am Boden abgestützt und immer wieder fielen einige Tränen auf meine Schnauze oder auf den staubigen Boden. Ich konnte im ersten Moment nicht verstehen, warum du wegen mir so traurig warst. Du solltest doch stolz auf mich sein, weil ich dich gerettet habe und nicht weinen. Das wollte ich nicht.
    Mehrere Augenblicke vergingen, ohne, dass ich etwas anderes tat, als dich anzusehen. Noch nie hatte ich dich so gesehen, es war ein merkwürdiger und ungewohnter Anblick, aber am schlimmsten war die Tatsache, dass ich dafür verantwortlich war. Ich konnte das, was geschehen war nicht rückgängig machen und wollte es auch nicht, denn sonst würden die Rollen jetzt vielleicht anders verteilt sein und ich wusste, dass du mir mehr helfen konntest, wenn ich verletzt war, als ich dir. Aber irgendwie musste ich dich doch trösten können. Es tat weh, dich so zu sehen, mehr noch, als es der Hyperstrahl getan hatte.
    Ich hob den Kopf, dabei glitt deine rechte Hand herunter und berührte mit meiner Schnauze deine Wange. Das tat ich so vorsichtig, wie es mir trotz Schmerzen nur möglich war, denn ich wollte dich nicht auch noch erschrecken. Deine Haut war ganz feucht von den Tränen und ich spürte wie einige meine Nase entlang flossen. Du bemerktest die Berührung und öffnetest deine wässrigen und geröteten Augen. Ich erkannte einen überraschten Ausdruck in ihnen, der für einen Moment wohl über die Tränen siegte und du legtest deine Hände an mein Gesicht. Ich wusste, dass du mich verstanden hattest und ich konnte hörte, wie dein Atem sich langsam beruhigte. Alles schien so unwirklich, denn ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass so etwas einmal passieren würde.
    Ein lang ersehntes und doch unbekanntes Gefühl strömte durch meinen Körper, das erste Mal in meinem Leben spürte ich ein Wohlbefinden und eine Zufriedenheit, die mir zuvor verwehrt geblieben waren, zusammen mit deiner Berührung. Ich genoss es, deine Hände auf meinem Fell zu spüren und deinen Duft einzuatmen; diesen Moment wollte ich für immer festhalten. Wir verharrten noch lange in dieser Zweisamkeit. Ich öffnete die Augen, denn es war mir so, als ob ich dich etwas sagen gehört hatte. ‚Stolz‘, ja, du wiederholtest es sogar noch einmal, mehrere Male hintereinander sogar in vielen Variationen, während deine Tränen trockneten und deine Augen geschlossen waren. Wie oft hatte ich mir diesen Moment in meiner Fantasie ausgemalt, nur um ihn jetzt auf diese Weise zu erleben, die ich nie erwartet hatte. Obwohl ich eigentlich voller Freude über das Erreichen meines Zieles hätte sein müssen, so durchflutete mich doch mehr das Gefühl von endlich gefundener Anerkennung. Aber mehr noch, ich spürte zum ersten Mal deine Freundschaft so real wie noch nie zuvor.
    Trotzdem verwirrt mich bis heute dieser Sinneswandel und ich versuche ihn immer noch zu verstehen. Aber vielleicht gibt es auch gar nichts hierbei zu verstehen, vielleicht war es eine simple Aneinanderreihung von Ereignissen gewesen, die der Ausschlag dafür war. Bis heute weiß ich es nicht, aber ich denke nicht oft darüber nach, denn unsere Freundschaft ist mir sehr wichtig geworden. Wir sind jetzt eine Einheit und agieren in jedem Kampf als solche. Heute stehen wir vor der Liga, vor dem Eintritt in die letzte Hürde die du überwinden musst, um deinen Traum zu erfüllen. Und ich bin an deiner Seite, jetzt und für immer.
    Wenn ich noch einmal vor der Wahl stehen würde, diesen einen entscheidenden Moment noch einmal erleben zu dürfen, ich würde es genauso machen.
    Alles, immer und immer wieder.




  • Aloha, Maus des Feuers <3
    Ich bin so erfreut über dein Topic, dass ich dir gleich meinen Senf dalassen muss. Ich kann nicht anders ^-^


    Startpost
    Endlich hast du es gewagt, ich hoffe, nicht ausschliesslich, weil ich dich dazu gedrängt/ermutigt habe. Ich bin wirklich froh, dass du deine Werke mit uns teilst.
    Ich nehme mal an, dieser japanische Schriftzug bedeutet dasselbe wie der deutsche Titel? Oder bedeutet er etwas anderes, steht da irgendwas wie einfach dein Name? Sieht jedenfalls sehr edel aus, wie man es von dir ja gewöhnt ist. Bzw ist es einfach das japanische für deine epischen Spitznamen ^^
    Anne Frank hat recht und ihr Zitat scheint mir sehr ehrlich zu sein, was mich fast ein wenig überrascht. Nicht alle Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sind so offen. Das Zitat ist schon gestaltet (ich nehme mal an, von dir selbst, wie machst du das nur? Ich will das auch können-->erklären bitte)


    Dein Vorwort freut mich, da es etwas über dich preis gibt, was ich von mir sehr gut kenne. Ich dachte früher auch immer, nur die grossen Autoren, die es schaffen, ihre Gedanken und ihr Kopfkino in die Bibliothek zu bringen, haben die Gabe zu Schreiben. Dem ist nicht so, kann ich dir versichern! Auch Autoren sind nur Pc-Benutzer.
    Das Zitat von Simon und Garfunkel gefällt mir sehr und auch da finde ich Teile von meinen eigenen Gedanken wieder. Manchmal fühlt es sich tatsächlich so an, als würden einen die Gedanken auf Papier abschirmen. Es sagt aber sicher auch was über dich aus- ich kenne dich ja mittlerweile gut und weiss, wie du tickst. Und dass du ein gutes Händchen für Zitate hast, srsly. Meinst du, wir veröffentlichen unser Collab auch hier? Darauf bin ich ja schon so gespannt, ich denke halt, Baldur muss hier das Licht der Welt erblicken, ich sags dir, das wäre mir schon eine Ehre.


    Machst du keine Benachrichtigungsliste? Ich für meinen Teil habs schon abonniert, benachrichtigen müsstest du mich also nicht, aber vielleicht machst du diese Liste ja noch, für dich und den Überblick. ich wette, da stehen schon heute Abend viele Namen.


    Shinda
    »Ein wahrer Gefährte liebt
    allezeit und ist ein Bruder,
    der für die Zeit der Bedrängnis
    geboren ist.«


    Dieses Zitat ist wieder perfekt gewählt, auch wenn ich's zweimal lesen musste. Das passt zu Tornupto, er ist wirklich ein wahrer Gefährte und so loyal wie er/sie ist, ist wohl nur jemand, der einem wirklich ergeben ist.

    Ich werde hier vorest mal die KG bewerten, das Drabble folgt.
    Das kleine Cynda, besonders am Anfang, tut mir einfach so leid. Du bringst die Stimmung hier sehr gut rüber, wie verzweifelt die kleine Maus ist, alles richtig zu machen und von der Angst paralysiert, ihren/seinen Trainer zu enttäuschen. Die Entwicklung geht zwar recht schnell, aber sie ist aus der Sicht des Cynda beschrieben. Vielleicht hättest du da noch anfügen können, ob so eine Entwicklung vielleicht weh tut, bestimmte innere Schmerzen mit sich bringt, wie sich das anfühlt, wenn der Körper grösser wird. Aber bei Kurzgeschichten ist manchmal das Detail eben ein Detail, was man auslässt und da es hier mehr um Cyndas Gefühle geht, verstehe ich da, dass du da nicht näher drauf eingegangen bist. Dein volles Potential, dein Talent zu Beschreiben, sehen wir ja bei Evolis grosses Abenteuer zur Genüge.


    Hier finde ich es aber schon traurig, dass der Trainer, der hier eher im Hintergrund agiert, selbst Igelavar noch so hart behandelt. Ist es nur Igelavars Empfinden, spiegelt es etwas wieder, was du selber kennst und dem ist gar nicht so, oder ist dieser Mensch wirklich so streng? Was mir nach wie vor wahnsinnig gefällt (ja, ich würde dich gerne kritisieren, glaub mir) ist, dass Igelavar/Tornupto für seinen Trainer durch’s Wasser geht, in der Symbolik das Gegenteil von Durch’s Feuer gehen- hier ist es das Wasser, was das Poki auf sich nimmt um zu beweisen, wie sehr es sich anstrengt und bereit ist, alles zu geben. Das finde ich, auch wenn’s unbeabsichtigt passiert ist, sehr schön und sehr symbolisch. Du weißt, ich liebe Symbolik, besonders, wenn man so viel hineininterpretieren kann wie bei dir.
    Später, als quasi all der Stress von Tornupto abfällt, als es in einer schön beschriebene Szene seinen Trainer beschützt (was jetzt übrigens besser ist als die erste Fassung, irgendwie) und sein Trainer ihn lobt und sich endlich all dies erfüllt, was Tornupto sich seit Geburt gewünscht hat. Deine Sorge, dass das zu kitschig sein könnte ist hier in meinen Augen unberechtigt. Es wirkt sehr echt und man merkt richtig die Last, die deinem Chara von den grossen Schultern fällt. Schade dass Endivie und Karnimani nicht mehr vorgekommen sind, wär mal gespannt ob Karnimani auch durchs laubige Unterholz streicht für seinen Trainer. ^^"
    Ab dieser Szene bin ich nach wie vor gerührt, auch von deiner kleinen Widmung- vielen Dank!♥

  • Wiegenlied
    Schon siehst du den Mond aufgehen,
    nachdem dieser Tag verschied,
    die Blätter mit dem Wind verwehen.


    Die Sonnenwärme nicht blieb
    und man wird nach ihr flehen
    bis sie erneut Licht vergießt.
    Sterne funkeln über dir
    und bleiben noch hier.
    Hör mein Wiegenlied.


    30th of June 2011



  • Huhu, Cynda ^__^
    Ich dachte mir, ich schreib dir mal einen Kommi zu dem Gedicht.


    ~Wiegenlied
    Den Titel finde ich schon mal sehr schön. Unter einem Wiegenlied wir ja so etwas wie ein Lied verstanden, was einem vorgesungen wird, wenn man nicht einschlafen kann, also ein Schlaflied. Oder lieg ich jetzt falsch? Naja, so etwas ist ja meist etwas schönes, sanftes, liebevolles, da finde ich schon mal, dass es gut zu dem Gedicht passt. Denn deine Wortwahl ist das ganze Gedicht über sehr gewählt. Dis Saätze erstrecken sich immer über mehrere Verse, so klingt das ganze nicht irgendwie abgehackt oder so.


    Schon siehst du den Mond aufgehen,
    nachdem dieser Tag verschied,
    die Blätter mit dem Wind verwehen.


    Find ich sehr schön. Du beschreibst ja einen Tag, der sich langsam dem Ende zuneigt. Der Mond geht langsam auf, was bedeutet, dass der Tag zuende ist, was du ja auch im zweiten Vers schön umschreibst. Dieses "Schon" im ersten Vers finde ich sehr schön, weil es irgendwie vermittelt, dass manche Tage einfach viel zu schnell vorbei gehen, wo man sich doch wünscht, dass diese einfach länger dauern. Im letzen Vers schreibst du ja, dass Blätter mit dem Wind verwehen. Soll das in Etwa eine Andeutung auf die Jahrezeit sein, dass es Herbst sein soll? Weil wenn man mal auf das Datum, was du zu dem Gedicht angegeben hast (30. Juni), dann ist das irgendwie nicht ganz logisch. Aber selbstverständlich kann man auch im Sommer Gedicht über den Herbst oder Winter schreiben, das ist, denke ich, nicht wirklich schlimm. Dennoch würde es mich interessieren, ob dieser letzte Vers der Strohe nun eine Andeutung auf den Herbst und auf eher stürmisches sein soll, oder auch nicht. Insgesamt eine wirklich schöne Strophe, gefällt mir sehr gut.


    Die Sonnenwärme nicht blieb
    und man wird nach ihr flehen
    bis sie erneut Licht vergießt.
    Sterne funkeln über dir
    und bleiben noch hier.
    Hör mein Wiegenlied.


    HIer schreibst du etwas von Sommerwärme, die vergeht. Hier würde es mich wieder mal interessieren, ob es nun eine Andeutung auf die danach folgende Jahrezeit sein soll. Vielleicht beschreibst du hier auch nur, dass Nacht wird und die Sommerwärme schon am nächsten Tag wieder da ist. Wird leider nicht ganz deutlich oder ich merk es nur nicht. Im zweiten Vers schreibst du ja, dass man nach dieser Wärme flehen wird, also könnte es doch heißen, dass es Herbst wird. Aber ich find es schön beschrieben, dass du sagst, du wirst die Wärme, die die Sonne im Sommer von sich abgibt vermissen - egal ob nur für ein paar wenige Stunden oder für ein ganzes Jahr. Im folgenden Vers schreibst du, dass man so lange nach dieser Wärme, diesem Licht, flehen wird, bis man es erneut spürhen bzw sehen kann. Finde ich auch hier schön umschrieben. Dann kommst du wieder darauf zurück, dass es Nacht ist, dass die Sterne am Himmel funkeln. Ist schlicht und einfach umschrieben, dennoch wirklich schön. Der Vers danach gefällt mir so gar nicht, weil er einfach nicht zu den anderen passt. Er reimt sich zwar von dir auf hier, aber dieser Reim ist nicht wirklich schön. Ich weiß nicht, aber den Vers hättest du ander schreiben sollen oder gar ganz weg lassen sollen, weil er einfach nicht in das Gedicht passt.
    Der Abschluss ist gut, weil du dort noch einmal auf das Thema zurück kommst, was ich gut finde. Denn so wird gar nicht wieder auf das Thema aufgeriffen, erst im letzten Vers wieder, was nicht umbedingt schlecht ist. Im Gegenteil, ist mal was anderes, anstatt immer das Ganze Gedicht über immer wieder die Gleichen Wörter lesen zu müssen.


    Im Großen und Ganzen ein wirklich sehr schönes Gedicht, für das man dich wirklich nur loben kann, weiter so.


    Liebe Grüße, Raiu.


  • Elfchen


    Heiße Tage
    Hitze
    erdrückt mich
    raubt mir Energie
    Wünsche mir eine Kühlung
    Sommer

    22nd of June 2011


    Rainy Days
    Silence
    calms me
    let me relax
    thinking about many things
    Hope


    23rd of June 2011


    Footsteps
    Goodbye
    One word
    several feelings together
    I was surprised leaving
    Memories


    24th of June 2011




  • So Cynda. Ich hab gesehen, du hast hier was neues, also muss ich doch gleich mal meinen Kommentar dazu schreiben, weil ich von dem, was du schreibst, einfach immer wieder beeindruck bin. Ich finde, du kannst in den Gedichten immer alles sehr schön umschreiben, nicht so einfach und alltäglich, nein du machst etwas besonderes daraus, was ich sehr schön finde. Naja, dieses mal sind es Elfchen, sprich kleine Gedichte aus Elf Worten. Ich finde, diese zu schreiben ist immer sehr schwer, weil die Wortwahl nun mal sehr eingeschränkt ist. Deswegen mochte ich Elfchen auch nie besonders gerne selbst schreiben, weil man einfach ein bisschen wenig "Platz" hat, alles richtig rüber zu bringen. Aber ich denke, es ist durchaus schaffbar, was man ja auch an deinen Elfchen erkennen konnte.


    ~Heiße Tage
    Hitze
    erdrückt mich
    raubt mir Energie
    Wünsche mir eine Kühlung
    Sommer


    Find ich ganz schön. Du schreibst über einen Heißen Sommertag, den wohl jeder von uns sehr gut kennen mag. Es ist warm, man wünscht sich sehr, dass es kälter werden würde. Und diese Hitze ist oft erdrückend, was du ja auch im zweiten Vers sehr schön geschrieben hast. Ich denke mal, jeder kann es Gedicht gut verstehen, denn jeder wird dieses erdrückende Gefühl kennen, was die Hitze im Sommer von sich gibt. Deswegen oasst es doch durchaus gut dorthin. Im dritten Vers schreibst du dann, dass sie, also die Hitze, einem die Energie raubt, was absolut nachvollziehbar ist, da es auch jeder gut kennen müsste, dass man immer Sommer, wenn es nun mal sehr heiß ist, keine Energie hat, man hat keine Lust, irgendwas zu machen, weil diese Hitze sehr unangenehm werden kann. Der vierte Vers ist auch gut, denn dort hast du ja geschrieben, dass du dir etwas kaltes wünschst. Joa, es gibt doch nichts schöneres, als eine Abkühlung an einem richtig warmen Sommertag. Von daher kann ich sagen, dass auch dieser Vers sehr gut zu den anderen passt, auch wenn er nicht die Hitze umschreibt. Nun ja, ich würde mal sagen, im Großen und Ganzen wirklich gut, weil es einen gewöhnlichen - oftmals viel zu warmen - Sommertag gut und passend umschreibt, auch mit nur wenigen Worten.


    ~Rainy Days
    Silence
    calms me
    let me relax
    thinking about many things
    Hope


    Englisch ist jetzt nicht umbedingt meine Lieblingssprache, aber ich versuch trotzdem mal was halbwegs gescheites zu diesem Englischen Elfchen zu schreiben. Naja, immerhin wusste ich ja schon mal, was die ganzen Wörter bedeuten und den Zusammenhang hab ich auch halbwegs verstanden, also denke ich, weiß ich, worum es gehen soll.
    Die Überschrift ist ja schon mal klar, bedeutet verregnete Tage. Ist ein schönes Thema, besonders für ein Elfchen, weil man hier doch die Wahl der Wörter leicht auf 11 Stück einschränken kann, obwohl das Thema doch recht umfangreich ist. Silence - also Stille, wenn ich richtig liege. Passt sehr gut zum Thema Regen, es kommt nur darauf an, worauf es sich genau bezieht. Aber dennoch ist es sehr passend, denn viele Leute verbinden Regen mit Stille. Das passt übrigens auch gut zum 2. Vers. Calms me, bedeutet ja soviel wie beruhigt mich, von daher kann man wirklich sagen, dass das mit der Stille sehr gut passt, denn Stille wirkt auf viele sehr beruhigend. Im folgenden Vers schreibst du ja auch noch "Lässt mich entspannen", was auch gut zu den beiden vorigen Versen passt. Genau so ist es mit dem vierten Vers, wo du schreibst, dass du über viele Dinge nachdenkst. Passt auch alles sehr gut zu der Stille, zu dem mit dem entspannen, denn nur wenn man sich entspannt, kann man gut über Dinge nachdenken, die wichtig sind. Nur den Letzten Vers, sprich das mit der Hoffnung, finde ich sehr unpassend, weil es einfach nicht gut zu dem anderen Passt. Vorher war alles so mit Nachdenken und so was verbunden, und dann schreibst du was von Hoffnung, was irgendwie nicht wirklich gut dazu passt. Dennoch ist das ganz wirklich sehr schön, auch wenn der letzte Vers nicht so ganz passt. Auch ist das ganze nicht so sehr auf das Thema bezogen, was ich auch ein bisschen schade finde. Das Thema war ja regnerische Tage, aber von Inhalt her ist leider nicht viel davon zu erkennen. Vielleicht wäre eine andere Überschrift besser gewesen?


    ~Footsteps
    Goodbye
    One word
    several feelings together
    I was surprised leaving
    Memories


    Och nee, nicht schon wieder was Englisches. Naja, was soll's, Ich persönlich finde ja englische Elfchen immer sehr viel schön als deutsch, ich weiß auch nicht wieso.Nun gut, der Titel ist Footsteps, sprich Fußabdrücke, wenn ich das mit meinem miesen Englisch richtig übersetzt habe. Die find ich schon mal sehr ansprechend, weil es nicht einfach so ein allgemeiner Titel ist, sondern man mehrere Dinge damit verbinden kann.
    Goodbye. Eine Verabschiedung ist, wie ich finde, gewissermaßen ein recht guter Beginn für ein Gedicht, aber leider nicht immer passend. Es kommt dabei nun mal eher auf das an, was danach kommt. Das danach konnte ich leider nur sinnesmäßig übersetzen, nicht wörtlich.
    One Word, several feelings together, I was surprised leaving - Ein Wort brachte mehrere Gefühle zusammen, doch ich wurde überraschend verlassen. Wenn diese Übersetzung gefailt hat, tut's mir Leid. Naja, wie auch immer. Finde ich sehr schön. Ich denke mal, du wollltest hier ausdrücken, wie viel doch nur ein Wort sagen kann. Bzw nur sehr wenig Worte, wie man's nimmt. Denn wenn man es logisch betrachtet, sagt ein Wort schon vieles, aber man kann sich so nicht so gut ausdrücken. Naja, wie auch immer, jedenfalls finde ich es sehr schön, auch wenn ich hier nicht wieder den Bezug zur Überschrift erkennen kann, aber okay, Fußabdrücke kann man ja verschieden interpretieren, so kann es doch irgendwie damit zusammen hängen. Das letzte Wort passt sehr gut dazu. Memoriers - Erinnerungen. Passt gut zu dem, was man sich vorstellen kann, wenn man die anderen Stophen gewissermaßen interpretiert, z.B. das das ganze an ein schönes/schlimmes Erlebnis erinnert.
    Joa, im Großen und Ganzen auch wieder sehr schön.


    So, das war's erstmal. Jedenfalls freu ich mich auf weitere Werke von dir.
    Liebe Grüße, Raiu.

  • こんにちは, ヒノアラシさん.
    [ konnichi wa, Hinoarashi-san. c: ]


    Endlich wage ich mich auch, dir einen Kommentar zu geben.. er hat viel zu lange auf sich warten lassen, findest du nicht? Ich hab schon Schuldgefühle. Wo du es doch so sehr verdienst, gelobt zu werden. (: [ich hab mich bis jetzt nicht getraut, weil ich an meinen eigenen Künsten und Wissen gezweifelt habe, sodass ich es mir, meiner Meinung nach, zustand über andere zu urteilen. xD] Wie auch immer, ich werd mich jetzt durch deine paar Werke wühlen, wobei ich nicht weiß, ob ich heute noch zu deiner Kurzgeschichte komme, da ich noch für die Schule lernen sollte. Wenn nicht, dann folgt das auch in nächster Zeit. ^^ Fangen wir bei deinen Elfchen an..


    Heiße Tage
    Oh wie sehr ich das beschriebene Gefühl kenne.. ich hasse Hitze. xD An jenen Tagen, wenn andere in der Sonne brutzeln, bin ich die, die entweder im Schatten oder gar drinnen ihr Dasein fristet. Dann ist bei mir immer chillen angesagt, wenn möglich mit iPod und Buch. ^^ Von der Wortanzahl und der Wortwahl ein recht gelungenes Gedicht, aber auch nicht sonderlich anspruchsvoll, um ehrlich zu sein. Trotzdem schön.


    Rainy Days
    Diese Wtterlage gefällt mir schon besser. Die englische Sprache macht das Gedicht irgendwie weicher, melodischer und vor allem besonderer, da man die Worte nicht jeden Tag verwendet und sie deshalb außergewöhnlich erscheinen. Genauso wie das erste Elfchen hat es kein besonderes Thema, eher etwas Alltägliches. Doch die Fremsprache lässt es in einem gänzlich anderen Licht erscheinen, sodass ich dieses fast besser gelungen finde (bewerten kann ich aber hier nur den Inhalt, da meine Englischkentnisse sehr beschränkt sind xD). Mei onion is taht teh poem is a veeeeri beautifull one. :D


    Footsteps
    Das Beste kommt immer zum Schluss, wie man so schön sagt. Wirklich gut ist das geworden.. beim Titel denkt man schon in Richtung Weg und Reise und das erste Wort - goodbye - zeigt uns, dass der Moment vor Anbruch eines Weges oder eine Reise, der Abschied, thematisiert wird. Nun, Abschied muss nicht schlecht sein, oft hat man gemischte Gefühle in einer solchen Situation, wie du ja auch beschreibst. Was mich selbst stutzig macht ist die Tatsache, dass das lyrische Ich selbst von seiner Abreise überrascht ist. Kann sein, dass es mit anderen Erwartungen an einen Ort gekommen ist und jetzt ungeplant wieder abreist oder auch dass es selbst vom Moment überwältigt ist, weil es nicht weiß, warum es so gekommen ist. Jedoch zeigt mir das abschließende Wort - Memories - das es nicht alles Zurückgelassene vergessen will und sich sehr wohl daran erinnert. Der Abschied kann auch symbolisch für eine Trennung stehen, in diesem Fall gäbe es viele Erinnerungen, an die man sich vielleicht gerne erinnert und welche, wo man es weniger gerne tut, die aber trotzdem da sind. Alles in allem das schönste der drei Elfchen, das auch mich an vergangene Dinge erinnert und mich zum Nachdenken anregt. a marvellous one!♥


    So, und jetzt komm ich zu mir.. nein, eben nicht zu mir, no narime heißt es ja. O: Vielen, vielen Dank jedenfalls, dass du mir dein Wiegenlied gewidmet hast.
    Kurz zur Form: Ganz anscheinend hast du zwar das Reimschema der Nonarime übernommen, dir aber nicht die Regel mit elf Silben pro Zeile angetan, was auch nicht nötig war. Ich selber spiel mich ja gern mit sowas, um mir selbst zu zeigen, dass ich es kann. xD Die a- und c-Zeilen sind im Übrigen perfekt gereimt, wie unrein die Reime der b-Zeilen sind, kann ich nicht beurteilen, aber auf -ied drei reine Reime zu finden, die noch dazu zum Thema passen, ist schon sehr schwer - wenn nicht unmöglich. Versfüße kann ich jetzt nicht beurteilen, sollten da welche sein, ich glaube, ich hab schon oft genug erwähnt, dass ich mich damit nicht wirklich auskenne. ^^ Mehr gäbe es dann auch nicht mehr dazu zu sagen, sodass ich mich jetzt ein bissl im interpretieren üben will..


    Schon siehst du den Mond aufgehen,
    nachdem dieser Tag verschied,
    die Blätter mit dem Wind verwehen.

    > Die Symbolik des aufgehenden Mondes im Gegensatz zum verschwindenden Tag find ich richtig toll. Man kann es als Zeichen für Leben und Tod sehen, wenn eines zugrunde geht, kommt etwas Neues. Auch wenn der Mond untergeht und der Tag wieder anbricht, ist eben das zu beobachten. Wobei ich eher die Nacht als den Tod sehe (eher Symbolisch; eigentlich mag ich diese Tageszeit lieber) und den Mond als Hoffnung auf den nächsten Tag, dass dieser doch kommen würde. Auch hat die Nacht hier die Rolle der Reinigung.. der Wind fegt alles, was am Tag passiert ist, weg, verräumt es, sodass am nächsten Tag alles von vorne beginnen kann.


    Die Sonnenwärme nicht blieb
    und man wird nach ihr flehen
    bis sie erneut Licht vergießt.

    > Wie schon vorher angesprochen, verdeutlichst du hier, dass der Tag nun endgültig Geschichte ist. Die Sonne geht, die Menschen vermissen sie. Die Nachtstunden können sich ziehen, wenn etwas erwartet wird, das am nächsten Tag geschehen soll. Sobald die Sonne wieder scheint ist das ein Zeichen, das die Zeit näher gerückt ist oder das die Gefahr der Nacht gebannt ist, weshalb das Ganze als erleichternd empfunden wird. (Ich persönlich finde den Morgen ja schlimmer - da merkt man erst so richtig, was man vor sich hat, wenn man an dem Tag Schularbeit oder Test hat x.x)


    Sterne funkeln über dir
    und bleiben noch hier.
    Hör mein Wiegenlied.

    > Der Verweis auf die Sterne soll, meiner Meinung nach, beruhigen.. zumindest wirkt es so auf mich. Es könnte zeigen, dass immer jemand da ist, der einen beschützt oder dass das Licht auch da ist, wenn die Sonne fort ist. Die zwei Zeilen kommen einem Wiegenlied sehr zugute, da so ein Lied ja den Sinn hat, (ein Kind) zu beruhigen.


    To put the whole thing into a nutshell - ein wirklich schönes Werk ist es geworden, das sicher nicht nur mir gefällt.
    *auch auf die Benachrichtigungsliste will*


    ~Lisa

  • Pokémon Mystery Dungeon: Der letzte Kampf



    Zwirrfinst
    Da kämpfe ich nun an seiner Seit',
    den ich einmal hatte verachtet.
    Jetzt bin ich endlich dazu bereit!


    Denn jetzt wird nach jemand anderes getrachtet.
    Schatten-Dialga erschuf das Leid
    und ließ alles andere unbeachtet.
    Mit Reptain und Celebi zusammen
    werden wir schnell den Sieg erlangen.
    Zweifel werden von mir nicht betrachtet.



    Celebi
    Vor uns baut sich der Feind auf
    mit aller Kraft bereit
    zu besiegeln der Zeiten Lauf'.


    Aber wir sind nicht nur zu zweit.
    Zwirrfinst nimmt einiges in Kauf.
    Reptain, ich bin an deiner Seit'.
    In dieser entscheidenden Schlacht,
    damit wir überleben Dialgas Macht.
    Unser Ziel ist nicht mehr weit.



    Schatten-Dialga
    Fordern mich heraus zu in einem endlosen Krieg
    wollen tatsächlich versuchen, die Welt zu retten
    Los, kämpft schon - bis zu meinem Sieg!


    Hör auf, um das Wohl anderer zu wetten
    nicht vor mir, der dir nicht erliegt.
    Erbärmlich, wie ihr euch an diese Zeit könnt ketten!
    Wenn ihr mich bezwingen wollt, mit Müh und Not -
    mach ich euch ein nettes, unbezahlbares Angebot
    Damit ihr euch könnt geruhsam betten



    Reptain
    Nun ist es vollbracht,
    der Feind ist nun besiegt.
    Zerstört ist seine gierige Macht!


    Celebi, das jetzt neben mir liegt,
    glüht in beängstigender Pracht.
    Ein gleißendes Licht es umgibt.
    Ich spüre meine Kräfte schwinden,
    muss mich zur Bewegung überwinden.
    Meine Stärke ist versiegt.


    Collab mit Silver. Danke schön.
    [09.07. - 12.07.2011





  • ♙♖♘♗♕♔♚♛♝♞♜♟


    Schach


    Schwarz und Weiß stehen sich gegenüber. Aus erstarrten Gesichtern blicken sie sich an, unter ihnen erstreckt sich das schachmusterartige Feld. Viele werden fallen und nicht mehr zurückkehren aus diesem Spiel. Jede Seite hat dasselbe Ziel vor Augen: den Sturz des gegnerischen Königs. Bald wird ein Kampf wüten; jeder versuchen die Strategie des anderen zu durchbrechen und den Sieg davonzutragen. Die Zeit läuft, der weiße König eröffnet das Spiel und der erste Bauer drängt mutig voran. Kaum hat er das Feld vor sich erreicht, zieht schwarz nach und deren Bauer geht in den Kampf. Schwarz und Weiß werden sich vermischen.



  • Scheint als wäre niemand zu einem Kommentar gekommen [..]

    Ich bekenne mich schuldig. ._. Shinda ist mir so eine Hürde, ich weiß nicht, ich will sie unbedingt kommentieren, aber das Thema ist nicht wirklich meines :C
    Deshalb widme ich mich jetzt mal deinem Collab und deinem neusten Werk, ein Drabble also. :)

    Zitat

    Schach
    Schwarz und Weiß stehen sich gegenüber. Klingt nach zwei Kontrahenten, die nicht auf eine glückliche Einigung aus sind.. Aus erstarrten Gesichtern blicken sie sich an, unter ihnen erstreckt sich das schachmusterartige Feld. Viele werden fallen, nicht mehr zurückkehren aus diesem Spiel. Ohje, anscheinend bekriegen sie sich sogar. Wie in einem richtigen Schachspiel fallen Bauern und andere Untertanen, um des Königspaares Willen (besser gesagt um des Königs Willen, die Dame kämpft ja auch). Jede Seite hat dasselbe Ziel vor Augen: den Sturz des gegnerischen Königs. Bald wird ein Kampf auf dem wüten, jeder versucht die Strategie des anderen zu durchbrechen und den Sieg davonzutragen. Klarer Sieg für den mit der besseren Strategie, würde ich sagen - doch wer wird das wohl sein? Die Zeit läuft, der weiße König eröffnet das Spiel und der erste Bauer drängt voran. Hm, könnte das darauf hindeuten, dass die beiden vielleicht schon lange verfeindet sind und der Weiße einen Krieg anzettelt? Kaum hat er das Feld vor sich erreicht, zieht schwarz nach und deren Bauer geht in den Kampf. Schwarz und Weiß werden sich vermischen. Wie auf jedem Schlachtfeld halt.. nur werden diese nicht blutüberströmt liegen bleiben. Warum können Machthaber ihre Gemetzel eigentlich nicht einfach beim Schach austragen? Wär doch mal eine friedliche Lösung, die auch eines klugen Menschen bedarf.

    ich hab die Wörter jetzt nicht gezählt, ich vertrau dir/deinem Word/Zählprogramm einfach mal. :) Ich finde es auch immer toll, wenn ich mich in der Schule mit Schreiben ablenken kann, blöderweise bring ich da selten gutes zusammen, weil die Lehrer einen oft unterbrechen. -_-' Ich will auch so eine Tauschbibliothek.. das annäherndste dazu hab ich mal irgendwo mitten auf der Straße auf einem Platz gefunden, zwei Vitrinen, wo einfach jeder geben und nehmen konnte. Ich war total fasziniert, aber leider gabs da nur Schrott. :( Ich finde deine Idee und deine Anregung zu dem Drabble toll, die Umsetzung ist außergewöhnlich, aber das bin ich von dir ja gewohnt. ;]

    So, Cynda. Jetzt bin ich endlich ein bissi von meinem schlechten Gewissen los. ;) Ich hoffe, es hilft dir (und diesmal euch beiden). ^^
    Wegen Shinda.. vielleicht, wenn ich mal eine Phase habe, wo ich mich für Pokémon interessiere, ab und zu hab ich die noch. x)
    Ich werd mich bemühen, aber sei nicht enttäuscht, wenn ich bei deinen allgemein zu bewertenden Werken bleibe.. :]


    ~Lisa

  • Das Manuskript


    Nur in stillen Wassern spiegeln sich die Sterne.
    ~ aus China



    Dort lag es direkt vor mir: das langersehnte Manuskript. Ich konnte meine Begeisterung kaum zügeln, so gespannt war ich auf den Inhalt. Doch zuvor kochte ich mir noch einen Tee, denn ich wollte dieses Werk in vollen Zügen genießen. Es stammte immerhin von einer bereits aufstrebenden jungen Künstlerin: Emilia Elster. Bereits von ihren Kurzgeschichten war ich so begeistert gewesen wie es nur selten vorkam. Hierbei möchte ich aber anmerken, dass mir die Literatur und die Unterstützung junger Autoren sehr am Herzen liegt. Doch gerade bei Emilia konnte man feststellen, dass ihre Wörter Flügel hatten. Ein wahrer Genuss für ein am Boden gefesseltes Lebewesen wie ich eines bin. Oder kennt jemand fliegende Igel?
    Das Teewasser pfiff laut und ich nahm die kleine, eiserne Kanne vom Feuer. Heißer Wasserdampf ließ die Gläser meiner Brille beschlagen, aber ich war das gewöhnt und konnte die in einem Tee-Ei liegenden getrockneten Früchte und Teeblätter ohne Schwierigkeiten in einer braunen Porzellankanne aufgießen. Der Geruch erinnerte mich sofort an lange Abende bei Kerzenschein, die Nase in einem Buch oder Manuskript vergraben, ohne die Augen von den Buchstaben abwenden zu können. Die Macht der Wörter war ein so gewaltiger Sog, dem ich mich noch nie entziehen konnte. Während mein Früchtetee also zog, legte ich das zwanzig Seiten starke, mit Feder geschriebene Manuskript neben meinen Leseplatz - einen kleinen, runden Kieferntisch. Ein Geschenk von Benno Biber. Ich mochte die Einfachheit des dreibeinigen Möbelstücks und war wohl der einzige, der das so sah. Für das Entwerfen und Drucken eines Plakates für seine Schreinerei hatte Benno mir dann dieses Schmuckstück der Holzverarbeitung geschenkt.
    Außer einer Kerze in einem Messinghalter stand nichts darauf. Flackerndes, warmes Licht erleuchtete den kleinen Raum, als ich die Kerze mit einem kleinen Holzstück entzündete. Es gab doch nichts Schöneres als Lesen bei Kerzenschein, da werden mir sicherlich einige zustimmen. Mein Bau selbst war nicht besonders groß, es war die ehemalige Behausung meines Lehrmeisters Julius Nero Dachs. Noch heute klingen mir seine Worte in den Ohren wider: „Micha, mein Junge, das Lesen ist keine Gabe der Gebildeten, sondern eine erlernbare Fähigkeit, die wir - ebenso wie das Schreiben - weitergeben müssen!“
    Zusammen mit Meister Schucheloisius, den alle aber nur Schuhu nennen, führte er die ersten Schule in unsere Wald ein. Der Kampf gegen das Analphabetentum wurde damit offiziell aufgenommen. Bei der krummen Birke und der alten Eiche wurden die ersten Buchstaben gelehrt. Das ist nun auch schon mehr als dreißig Blattzyklen her, wie die Zeit doch verfliegt.


    Ich tappte zurück zu meinem Tee, entfernte das metallene Ei und nahm die Kanne samt meiner Lieblingstasse mit zu dem gut gepolsterten Schaukelstuhl, in dem ich es liebte zu lesen. Doch bevor ich mich endlich dem Manuskript zuwenden konnte, klopfte es an der hölzernen Scheibe, die den Eingang zu meinem Heim markierte. Seufzend erhob ich mich, nahm aber meine Tasse mit und ging zur Tür. An der heißen, wohlriechenden Flüssigkeit nippend öffnete ich dem Gast.
    „Guten Abend, Meister Micha. Ich bin Emilia Elster“, grüßte mich das Vogelmädchen höflich und neigte den Kopf.
    Beinahe hätte ich die Tasse fallen gelassen, denn vor mir stand - sichtlich schüchtern - Emilia Elster!
    „Guten Abend, Emilia. Was kann ich für dich tun?“, erwiderte ich überrascht, allerdings mit ruhiger und gefasster Stimme. Ich hatte die junge Elster bisher noch nicht persönlich getroffen, war aber von ihrem Auftreten leicht verwirrt. Diese Rabenvögel waren allesamt eher eitle Geschöpfe, die als erste ihre Talente kundtun, selbst an absolut Uninteressierte. Sie entstammten allesamt einem Adelsgeschlecht oder besser gesagt mehreren, denn fast jeder Wald hatte so sein eigenes Königshaus dieser Wesen. Natürliche Überheblichkeit waren ihnen fast schon angeboren und falls nicht, dann wurden sie mindestens kurz nach dem Schlüpfen darin erzogen. Umso überraschender war diese offensichtlich schüchterne Haltung, die Emilia gerade einnahm, die schwarz-blauen Flügel mit den weißen Handschwingen eng an den ebenfalls hellen Körper gelegt und der dunkle Schnabel war auf den Boden gerichtet.
    „Ich … nun, ich wollte fragen, ob … die Möglichkeit …“
    Ach du liebe Zeit! War das wirklich die Emilia Elster, von deren Werke ich fast jedermann vorgeschwärmt hatte? Ich hatte ein völlig anderes Bild durch ihre Geschichten erhalten, in denen sie, ohne zu zögern, die Dinge ebenso gut beim Namen nannte, als auch kunstvoll beschrieb.
    „Also, nun, besteht die Möglichkeit, dass ich eventuell -- wenn es keine Umstände macht -- das Manuskript zurückbekommen könnte? Bitte?“, beendete sie schließlich ihre eigentlich schrecklich simple -- und wie ich gestehen muss, von mir häufig gehörte -- Frage, ausgekleidet mit mehr Formulierungen als nötig. Emilia zog den Kopf ein, als erwartete sie, ich würde sie mit einem zornigen Hieb für diese Anmaßung auf der Stelle bestrafen. Anscheinend hatte sie ein von Grund auf falsches Bild von mir, welches ich eventuell auch gerade von ihr bekam. Wer weiß, welche Schauergeschichten eventuell über meine Wenigkeit kursierten? Auch wenn mir in meiner Magengegend in diesem Moment mulmig wurde -- wurde ich mir doch eventueller Fehlinterpretationen meiner Selbst voll bewusst --, versuchte ich es mir möglichst nicht anmerken zu lassen. Stattdessen wollte ich der Bitte auf den Grund gehen, die mich vollends von der Lektüre des Manuskriptes abhalten würde.
    „Komm doch bitte herein“, schlug ich ihr vor - das muss für sie sicherlich unerwartet gekommen sein - und sie folgte mir nickend in den Wohnraum. Sie hatte in dem dunklen Gang einige Probleme und ich bemerkte ihr Zittern in dem Kerzenschein, als wir mein kleines Lesezimmer betraten. Ich trank einen Schluck Tee und fragte mich, wie ich das Gespräch beginnen könnte. Mit dem Verlust des Manuskriptes wollte ich mich nicht abfinden, dafür hatte ich mich zu sehr darauf gefreut und war von der Bitte zu verwirrt. Zwar war die Frage für mich nicht neu, ein paar übereifrigen Autoren hatte ich dies schon abschlagen müssen, die hatte ich jedoch gekannt und wusste, dass sie nur kalte Füße bekommen hatten und in Wahrheit sehr wohl wollten, dass ich ihr Werk las. Aber was wollte Emilia?
    Ihre Augen zeigten einen panischen Ausdruck, als wolle sie so schnell wie möglich wieder fliehen, mit hektischen Bewegungen suchte sie den Raum nach möglichen Gefahren ab. Warum war sie so nervös? Galt ich etwa nicht nur als einsamer Leser, sondern auch als Monster? Das verletzte doch etwas meine Ehre, wenn ich auch fand, dass solche Wörter eher in Bücher passten. Die Stille, die nun im Raum schwebte, war mir absolut unangenehm und ich nahm einen weiteren Schluck des Tees bevor ich die Tasse abstellte. Jetzt aber.
    „Nun, Emilia. Aus welchem Grund möchtest du das Manuskript wieder haben?“, begann ich ruhig. Sie zuckte zusammen, als hätte ich sie aus einem Tagtraum gerissen - oder Albtraum je nachdem, welchen Gedanken sie nachgehangen war.
    „Weil … ich es schrecklich finde. Ich möchte nicht, dass Sie es lesen!“ Ihre Stimme klang verzweifelt. Auch diese Aussage war mir bekannt, nur wurde sie meist nicht gar so ernsthaft ausgesprochen. Irgendetwas stimmte nicht oder war sie ihren eigenen Fähigkeiten gegenüber denn so blind?
    „Sie haben es doch wohl noch nicht gelesen, oder?“, fragte sie, als sie den Papierstapel auf dem kleinen Tisch entdeckte. Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: „Nein, allerdings wollte ich gerade damit beginnen. Jedoch kenne ich deine Werke bereits und diese haben mir allesamt sehr gut gefallen.“
    „Sie kennen meine Werke?“, erwiderte sie geschockt. „Woher?“
    „Dein Mentor Schuhu hat sie mir zukommen lassen, da er von deinen Fähigkeiten äußerst beeindruckt ist, und ich ebenfalls.“
    „Aber das hätte doch niemand lesen dürfen“, entgegnete Emilia und ließ den Kopf hängen.
    „Warum denn nicht?“
    Irgendetwas sagte mir, dass hier etwas falsch lief, sehr falsch sogar, doch genau deuten konnte ich es nicht. Weshalb hätte ihre Kurzgeschichten niemand lesen dürfen und warum -- wenn sie so dagegen war -- lag dieses Manuskript nun auf meinem Lesetisch? Das ergab gar keinen Sinn.
    „Es waren nur Übungen, nichts weiter“, begann das Vogelmädchen schließlich und ich hatte das Gefühl nun die ganze Geschichte zu erfahren. „Meister Schuhu brachte mir das Schreiben bei, in Einzelunterricht, weil meine Eltern es so wollten. Er lehrte mich eine Feder zu halten, die Buchstaben und die Anwendung der Sprache. Viele seiner Werke durfte ich auf Schriftbild und Stil prüfen, meine Aufgabe bestand darin, selbst mich darin zu üben. Also begann ich zu schreiben, was mir in den Sinn kam, ich dachte nicht groß darüber nach und obwohl mir der Inhalt etwas peinlich war, gab ich alle Aufgaben ab, weil ich glaubte, es war nur die Schrift von Bedeutung. Meister Schuhu lobte mich für meinen Stil und das alles, aber ich glaubte, dass das unter uns bleiben würde.“
    Sie blickte mich mit ihren schwarzen, johannisbeergroßen Augen an.
    „Welche Werke haben Sie denn gelesen?“
    „Bisher waren es drei gewesen: Mondlieder, Erinnerungen im Herbst und Federträume“, antwortete ich. „Alle drei habe ich sehr genossen, sie haben mir wundervolle Abende bereitet und mich jedes Mal zum Ausdenken eines eigenen Schlusses angeregt.“
    „Ist das wahr?“, erwiderte sie verblüfft. „Es waren doch nur ein paar Wörter.“
    „Wörter, meine Liebe, haben manchmal größere Macht als Krallen. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede, jeder Autor weiß das. Das war wohl auch der Grund, weshalb Schuhu mir deine Werke anvertraut hat, weil er diese Schönheit teilen wollte.“
    Sie schien von meiner Aussage sichtlich gerührt zu sein und blickte eine Weile auf den harten Boden. Im Schein der Kerze schimmerten ihre Federn bläulich. Ich nahm meine Tasse zur Hand und trank einige Schlucke, des inzwischen wohl temperierten Tees, der jetzt weder zu heiß noch zu kalt war. Schließlich fragte ich: „Möchtest du das Manuskript nun wieder?“
    „Nein, ich möchte Ihnen den Abend nicht noch mehr verderben“, entgegnete Emilia und hob den Kopf. „Wenn Sie möchten, dürfen Sie es lesen, vielleicht gefällt es Ihnen ja.“
    „Vielen Dank, daran habe ich keinerlei Zweifel. Wenn du wünschst, werde ich einige Anmerkungen machen und Fehler, die mir auffallen, verbessern.“
    „Ich freue mich schon darauf“, meinte sie lachend und ihr schien die Aussicht darauf zu gefallen. „Einen schönen Abend wünsche ich.“
    „Danke, dir ebenso“, verabschiedete ich sie und brachte sie zur Tür.
    Nachdem das Schlagen ihrer Flügel verklangen war, begab ich mich wieder den Tunnel hinab in meinen Schaukelstuhl. Mit einem wohligen Seufzen ließ ich mich darin nieder und nahm das erste Blatt in die linke und den kurzen Bleistift in die rechte Hand.
    „Dann wollen wir mal …“



  • Guten Morgen Cynda ^,^


    Nur im stillen Wasser spiegeln sich die Sterne? Oh wie süss, ich mag solche poetischen Sachen. Da haben die Chinesen halt mal wieder recht, was? xD


    Manuskript bzw das, klingt in meinen Ohren nach Bibliothek, aber sicher auch weil du mich immer daran erinnerst. Oder aber nach Ordnung, und die mag ich ja sehr. Der Titel ist nicht aussagekräftig, wenn man noch nichts gelesen hat, verrät demnach aber auch nichts und das soll in meinen Augen auch so sein – andersherum mag ich das ja gar nicht ^^“
    Sind das alles Tiere? Weil Biber und Elster? Wenn nicht, dann sind das coole Initialen, E.E und B.B. Und wie schön du dafür die Bildsprache benutzt, Wörter, die Flügel haben ~ da werde ich ja gleich sentimental und will auch schreiben. Aber ich lese lieber mal weiter, wie du schon sagst, Wörter haben mehr Macht, als man glaubt und kaum versieht man sich, klebt man am Bildschirm fest.
    So wie du schreibst erinnert mich das alles an das alte Haus meiner Grossmutter, da stehen auch einige Schaukelstühle und alte Bücher, in denen ich mich vergraben darf, wann ich will. Deine Figur ist also ein Igel? Erinnert mich jetzt gar nicht an dich oder so. / Ironie Ende. Nein wie süss und dann hat er auch (oder sie?) eine Brille. Ich fand ja mal einen Igel, den ich aufzog, leider durfte er ja nicht lange bei mir bleiben
    Schon seltsam wie mich diese Elster an mich erinnert. Ich schwafle auch immer zuviel als ich sollte und ich erwarte auch gleich immer das Falsche zu sagen, so kanns gehen. Und eitel ist da wohl das richtige Wort für diese Vögel, aber da sieht man super, wie man sich täuschen kann, wenn man zu schnell ein Urteil fällt!


    Ich kann mir nicht helfen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Aussage, die du damit treffen willst, die ist, die ich deute. Hau mich ruhig, wenn’s die Falsche ist ^^ Wobei, wenn ich richtig liege, würdest du das niemals tun: Worte sind die bessere Verteidigung/Strategie als alles andere? Bzw, der Satz mit den Krallen, dass Worte mehr Macht haben, den finde ich fast am besten. Aber auch die Ruhe und Gelassenheit deines Igels liebe ich. Er wirkt dabei nicht alt, aber trotzdem weise und nicht mehr so hibbelig wie in jungen Jahren. Und dass eine Elster Schreiben und Lesen kann, was ohnehin interessant genug ist, dann auch noch Talent hat, finde ich klasse beschrieben. Es hat in dem Sinn kein direkt offenes Ende, aber als „abgeschlossen“ kann mans ja auch nicht bezeichnen. Es ist irgendwie beides, interessant, wie du das hinbekommen hast, muss ich dir lassen meine Liebe. Und auch, dass dein Stil hier nicht EgA-like ist, aber man erkennt, es ist von dir. Ich weiss langsam, woran man das merkt und es ist ein grosses Lob, denn in meinen Augen ist es eine „Eigenart“ die manche Autoren sich wünschen, bei dir ist es nicht nur Können, sondern angeborener Stil, was mich immer umhaut. Du kannst, ohne seitenweise zu Beschreiben so ins Detail gehen, mit kurzen knappen Worten, denn deine Worte alleine haben so viel Energie, Macht und Aussagekraft, als wären sie von deinen Gedanken durchzogen und so reicht manchmal ein einziger Satz und sagt alles aus, was andere mühsam seitenweise abtippen. Du bist in diesem Punkt einfach eine Klasse für sich.



    Alles in Allem, wunderbare Kurzgeschichte, schreib bitte mehr!
    ~♥

  • [align=justify]Huhu, Cynda!
    Ja, ich wette, damit hast du nicht gerechnet. ^^ Aber irgendwann einmal hab ich dir ja versprochen, das Drabble "Schach" zu kommentieren, und endlich ist es so weit. Mit meinem letzten Kommi in diesem Jahr - dem Kommi, der meinen Masterplan vollendet! Muhaha~. (Ja, ich bin durchgeknallt, aber das kommt kommt halt jetzt endgültig durch.)
    Benachrichtigung habe ich überlegt zu nehmen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich ohnehin nicht besonders oft/regelmäßig kommentieren werde, hat es nicht wirklich Sinn.
    Und damit hier alles ein wenig aufgeräumter ist, ausnahmsweise mal wieder ein Tabmenü. Zu den Gedichten sag ich nichts, da bin ich momentan dank der Schule ein wenig feindlich eingestellt. Analysen, bah.[tabmenu][tab=Titel]Der Titel des Topics ist wirklich gut gewählt, er passt sehr gut zu dir, du Feuermaus. Denn als Maus (bzw. Igel) kannst du ja nicht wirklich gut einen Stift halten (und eine Tastatur wäre ein wenig umständlich), weshalb du dir natürlich was anderes einfallen lassen musst. xD Ich finde es gut, dass du keinen japanischen Titel gewählt hast, denn die Sprache kannst du ja nicht (?) und ich bin immer schon der Meinung, man sollte eine Sprache nur für einen Titel wählen, wenn man sie auch kann. Anderen Leuten oder überhaupt Google Übersetzer zu vertrauen ist nicht geeignet bei einem so persönlichen Topic, wie es ja eine FF oder insbesondere ein Gedicht/KG-Topic ist. Das wäre, als würde man seine geistigen Ergüsse auch jemand anderem unterschieben, irgendwie einfach ungeeignet. Aber gut, das ist meine Meinung dazu, umso besser also, dass du einen deutschsprachigen Titel genommen hast.
    Irgendwie ist der Titel auch philosophisch angehaucht, das mag ich. Feuer ist das, was alles verbrennt, vernichtet (und muss deshalb nach irgendeinem Vorsokratiker, dessen Namen ich vergessen habe (Er meinte jedenfalls, alles verändere sich ständug und deshalb könne man nicht zweimal in denselben Fluss steigen), auch das Urelement sein) alles, damit Neues entstehen kann. Immerhin braucht ein Mensch die Wärme, wie auch die meisten anderen Geschöpfe, um zu überleben. Kurzum, hübscher Titel einfach, passt und klingt gut, Punkt.[tab=Startpost]Das Erste, was meinen Blick auf sich gezogen hat, ist das Zitat aus dem Tagebuch der Anne Frank. Liegt wohl daran, dass das Buch eines der nur zwei ist aller Schullektüre, die mir auch gefallen hat ... und mir dieses Zitat zumindest so weit im Kopf hängen geblieben ist, dass ich es auch ohne Quellenangabe hätte einordnen können. Es passt hervorragend zum Topic, sagt es doch einiges an Wahrem über das Schreiben aus - man kann es immer tun, wenn es sein muss, eben nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für sich selbst, im Geheimen. Wirklicht gut gewählt, vor allem als Einstieg.
    Was dann auffällt, ist der kleine Header, dieses niedliche Cynda, dessen Flamme recht stark brennt und auch Funken sprüht. Passt aufgrund der Dynamik dieses Feuers gut zum Topictitel, denn auch Worte müssen dynamisch sein, damit sie gut klingen. Ja, dieses kleine Feuerchen ist wirklich hübsch, muss ich sagen, bisschen klein vielleicht, aber niemand sagt, dass ein Header unbedingt groß sein muss?
    Irgendwie bin ich nicht wirklich überrascht, dass du die Überschrift nicht mit irgendeiner Schriftart verziert hast (Nur mit den allgegenwärtigen japanischen Zeichen, aber dazu hab ja schon meine Meinung gesagt und so lang das nur so klein als Unterüberschrift dasteht, lass ich es noch gelten, sozusagen. Weil es ja doch irgendwie nett aussieht, muss ich zugeben ...). Du hast irgendwie den Hang, vieles kunstvoll aufzubauen, aber selbst die Überschriften einfach formatiert zu lassen, was? Passt aber gut, sieht nett aus, diese Schriftart mit ihren harten Kanten und darunter das rund gezeichnete Feurigel.
    Ja, ansonsten muss ich sagen, vom Inhalt her (ich will auf die anderen Zitate nicht wirklich eingehen, weil ich sie nicht kenne und mir daher nicht wirklich eine Meinung bilden kann, aber sie passen gut) ist wirklich vieles Gute enthalten, auch ein nettes, verlinktes Inhaltsverzeichnis. Nur ist Lynns Name nicht aktuell gehalten. Solltest du vielleicht bei Gelegenheit ausbessern.[tab='Shinda | KG'][subtab=Kommi]Der direkte Einstieg ist gut gewählt, gefällt mir gut. Was aber noch auffällt, ist die Du-Form, die du hier gewählt hast. Liest man insbesondere im Präteritum eher selten, weshalb ich auch lange überlegen musste, was diese "-est"-Endungen grammatikalisch überhaupt sind. *hust* Joah, mit der Theorie der Sprache hab ichs nicht so, ich wende sie einfach nur an und bin vollkommen glücklich damit ... Wie auch immer, was diese Stimmung ein wenig zerstört, ist, dass du erwähnst, dass es eine Trainerin ist - so ist nicht mehr die Anonymität, durch die sich der Leser angesprochen fühlt, gewährleistet. Es hätte einfach genügt, wenn du nicht von den "Fähigkeiten als Trainerin", sondern von den "Fähigkeiten beim Trainierien" oder so gesprochen hättest, dadurch hättest du das Substantiv hier vermeiden können, sodass es weitaus besser gewirkt hätte, möchte ich meinen.
    Die Gefühle Shindas (ich werde den Namen für jede Entwicklungsstufe hier nehmen, weil ich es nicht so mit unterschiedlichen Bezeichnungen hab, ehrlich gesagt, zumindest in dieser Hinsicht ...) beschreibst du wirklich gut, man kann wirklich mit dem (anfangs) Kleinen mitfühlen, ihn vollkommen verstehen. Interessant finde ich ja, dass er sogar seine Furcht vor dem Wasser überwindet (Wie ich halt an einen gewissen Chara meiner Wenigkeit denken musste ...) und alles daran setzt, seiner Trainerin (aber vor allem sich selbst) zu beweisen, dass er doch stark ist und einiges kann (was andere nicht kennen). Zudem ist ja auch die Symbolik hier stark vorhanden, wie Lynn in ihrem Kommi geschrieben hat, wenn ich so im Topic herumscrolle.
    Das Ende ist interessant, und daran, dass Shinda zu Ende immer noch nicht den Sinneswandel versteht, sieht man wieder, wie sehr es dir liegt, aus der Sicht von Pokémon zu schreiben. Nun, wie du aus der Sicht von Menschen beschreibst, kann ich nicht wirklich besonders beurteilen, da hatte es ja bisher nur die kurzen Stücke aus Refias Sicht in EgA, aber mehr noch nicht, wenn mich nicht alles täuscht. Wie auch immer - wieder einmal bringst du es, eigentlich ja die ganze KG hindurch, gut zur Geltung, wie sehr sich das Denken eines Pokémons von dem eines Menschen unterschiedet. Ein Mensch hätte wohl leicht verstanden, was den Einstellungswechsel der Trainerin angeht. Ein harmonisches Ende also (was den Text nach allgemeinen Kriterien zu einer kurzen Erzählung und keiner KG macht, da kein offenes Ende vorhanden ist), passt an dieser Stelle weitaus besser als es ein offenes getan hätte, weil man nicht zufrieden damit gewesen wäre - nun, ich zumindest nicht. So aber freut man sich, dass dein Chara seine Suche nach Anerkennung doch beenden konnte.[subtab=Fehler]Aber vielleicht gibt es auch gar nichts hierbei zu verstehen, vielleicht war es eine simple Aneinanderreihung von Ereignissen gewesen, die der Ausschlag dafür war.[tab='Shinda | Drabbles'][subtab=Kommi](Die handlungsmäßigen Punkte der KG gelten hier natürlich auch noch.)
    Die Aufteilung in die verschieden Drabbles ist dir wirklich gut gelungen, gefällt mir - alles hat da so seine Sinneinheiten, und dennoch ist der Fortlauf gegeben. Wie wirklich sehr kurze Kapitel, würde ich sagen, wäre vielleicht noch hübsch, wenn sie alle einen Titel hätten, ich denke, da könnte sich für alles etwas Gutes, Passendes finden.
    Ehrlich gesagt, mir gefallen die Drabbles weitaus besser als die Kurzgeschichte, was wohl daran liegt, dass man hier merkt, worauf das Hauptaugenmerk liegt - auf dem Sinneswandel der Trainerin nach dem Unfall. Denn das ist es ja, was die wichtigste Szene der Handlung darstellt, das, worauf es ankommt - dass die Trainerin doch stolz ist auf Shinda.
    Zudem erfährt man in den Drabbles nicht, dass es sich um eine Trainerin handelt. Gefällt mir insofern besser, dass dadurch eine Anonymität, die man auf jeden beziehen kann, gewährleistet ist. Liest ein männlicher Leser von der Trainerin, ist praktisch die ganze Atmosphäre, die durch die "Du"-Perspektive aufgebaut wird, zerstört. Insofern ein klarer Pluspunkt für die Drabbles in diesem Falle, ich bin froh, dass du sie auch herzeigst und nicht nur die KG. Wäre schließlich schade um sie gewesen.[subtab=Fehler]Eine Weile dachte ich über das Fliegen nach, begriff aber, dass es sinnlos sein würde, etwas Derartiges zu versuchen, es ist doch nur den Vögeln vorbehalten.
    Fast wollte ich schlafen, mich einfach nur ausruhen, in der Hoffnung, dass die Qual, die sich von der Stelle auf meiner Flanke, wo mich der Hyperstrahl getroffen hatte, endlich enden würde.
    Etwas Nasses landete auf meiner Nase und ich wunderte mich.[tab='Schach']Nun, das hier ist es ja, weshalb ich hauptsächlich hier hereingeschaut habe - muss ich ja was dazusagen, als Schachspielerin. Inzwischen nicht mehr so sehr, aber doch noch, zumindest zeitweise.
    Das Drabble kann man jetzt direkt auf eine Partie beziehen oder es im übertragenen Sinne sehen, ich will mal beides probieren.
    Was ich interessant finde, ist, dass du das Drabble einzig und alleine auf die Figuren und das Brett beziehst, die Spieler aber außen vor lässt. Da du vom Durchbrechen einer Strategie sprichst, wird es sich wohl um eine Partie zwischen Großmeistern handeln, diese denken ja unglaublich viele Züge voraus (und brauchen da gerne einmal 5+ Stunden für nicht einmal die ersten 40 Züge - wenn sie überhaupt so weit kommen, weil meistens entscheidet sich eine Partie ja um den 20. Zug herum und Großmeister sind so verdammt gut und können das schon beim ersten Schnitzer erkennen. Insofern aber seltsam, dass kaum, dass die Zeit läuft, der erste Bauer einen Zug tut, immerhin lassen sich wirklich gute Spieler (sprich, mit mehr als 2k Elo) viel Zeit, um alles auf zig Züge im Voraus zu berechnen. Ich kann mir nicht helfen, ich muss bei dem Drabble immer an den Kampf um den Weltmeistertitel zwischen Fischer und Spasskij denken (1972 afaik), auch wenn ich mir noch keine einzige dieser ganzen Partien (einundzwanzig, wenn ich mich nicht irre? Fischer hat jedenfalls haushoch gewonnen, war interessant.) angeschaut habe.
    Wenn man den Text im übertragenen Sinne hernimmt, sieht das Ganze schon weitaus blutiger aus. Zuerst wird praktisch das Kanonenfutter, das gesichtslose Schlachtvieh, bei dem keiner Probleme hat, es abzumurksen, in den Kampf geschickt, vermutlich so lange, bis keines der Heere mehr besonders kampffähig ist. Die Generäle und alle höheren Tiere werden sich eher dem Kampfgeschehen fernhalten, wenn es sich vermeiden lässt oder zu gefährlich ist, man kennt es ja. Und dennoch werden von ihnen einige fallen, bis es so weit sein wird und ein Heer derart geschwächt (zumindest an einer Stelle), dass ein oder mehrere Soldaten diese Lücke durchdringen und zum König/dem Heerführer selbst vordringen können, ihn töten - während möglicherweise ein ähnlicher Vorgang auf der anderen Seite des Schlachtfeldes vor sich geht. Da stellt sich nur die Frage, wer schneller ist ...
    Insgesamt also ein ziemlich düsteres Drabble, das mir aber sehr gut gefällt, was nicht nur an der Symbolik des Schachspiels liegt, die ich ja auch selbst gerne anwende. Es hat etwas sehr Endgültiges, und ist irgendwie grausam, ohne dass tatsächlich Menschen darin vorkommen. Seltsame Sache, muss ich sagen, kriegt wohl auch nicht jeder hin - aber interessant auf alle Fälle.[tab='Das Manuskript'][subtab=Kommi]Eine interessante KG, wie ich finde - nun auch eine wirkliche KG und keine kurze Erzählung, im Übrigen, weil alle gattungstypischen Elemente vorhanden sind, auch wenn es ein Wendepunkt für Emilia und nicht für Micha. KG- und Gedichtanalyse lässt grüßen, bah.
    Wirklich eine interessante Idee, vor allem, da du an dieser Stelle auch Tiere verwendet hast. Die ganze Sache mit dem Lesen- und Schreibenlernen finde ich eine nette Idee, wenngleich ich mir immer noch nicht vorstellen kann, wie eine Elster eine Feder (eine ihrer eigenen?) halten kann, wenn ich ehrlich bin. Gefällt mir, dass du die Tiere (die eben mal die sonst für dich typischen Pokémon ablösen, aber eigentlich alles aufs Gleiche rauskommen lassen) hier wie Menschen agieren lässt, deinen Igel sogar Tee trinken lässt und ihn eine Kerze anzünden. Hat so etwas von den typischen Kindergeschichten mit Tieren (Warum muss ich nur gerade an "Die drei Streithasen" denken?) oder von einer Fabel, zumindest in dieser Hinsicht. Wobei ja in Fabeln die Tiere tiergerecht agieren und nur reden können, von daher eher nur wie eine Kindergeschichte. Nicht, dass das schlecht wäre, einfach nur mal was anderes, dass ich eine Weile brauchte, um überhaupt zu erkennen, dass du hier Tiere als Charas nutzt.
    Im Gegensatz gefallen mir die Alliterationen bei den Namen nicht besonders, das lässt das Ganze so ... abgedroschen wirken. So gar langweilig, irgendwie ... Aber ja, das ist nur die Namensgebung und eben meine Meinung dazu. Ich bevorzuge da eher Namen auf verschiedene Buchstaben, auch wenn sich die Alliterationen wohl weitaus leichter einprägen.
    Emilias Bedenken kann ich vollkommen verstehen, ich mein, mir gehts auch nicht anders im Moment, was KJa angeht. Wenn ich wollte, würde ich Zeit zum Korrigieren finden, aber ich drücke mich immer davor - und streiche mir dann immer Stellen an, die ich zuvor noch gut gefunden habe. Weil ich das Manuskript einfach nicht hergeben will, auch, wenn ich mir das nicht eingestehe. Emilia scheint es da so ähnlich zu gehen, abgesehen davon, dass sie nicht einmal die Wunsch hegt, gelesen zu werden, sondern einfach nur für sich schreibt. Ein interessanter Chara, diese Elster, und nett, wie du bei ihr auch die Vorurteile gleich einmal abschmetterst.
    Was jetzt eine Deutung angeht, so will ich mich nicht wirklich trauen, irgendetwas zu sagen, weil mir so etwas einfach nur schwer fällt. Nur die Sache, dass "Die Feder mächtiger ist als das Schwert", wie du es in anderen Worten auch direkt in die KG hineinbringst, fällt auf und ich kann nicht umhin und darin die einige Botschaft sehen. Vielleicht hast du auch etwas anderes darin verpackt, ich kann es nicht sehen, dazu hab ich beim Lesen wohl einen zu starken Tunnelblickl.[subtab=Fehler]„Nein, ich möchte Ihnen den Abend nicht noch mehr verderben“, entgegnete Emilia und hob den Kopf. „Wenn Sie möchten, dürfen Sie es lesen, vielleicht gefällt es Ihnen ja.“
    [Den Rest hat Lynn ja schon gefunden.][/tabmenu]Nun denn, das wäre es von mir. ^^
    ~ Fledermaus


    PS: Uh, und guten Rutsch!

  • You
    Your heart calm
    Your body warm
    Your breath alone
    My life's crown


    18th of July 2011


    Federträume
    Du breitest die Flügel aus
    gemeinsam fliegen wir hoch hinaus
    steigen in die endlosen Lüfte
    und segeln durch wolkige Klüfte


    Ich will immer sein an deiner Seit'
    Du und ich, wir sind zu zweit!


    27th of July 2011


    ^_^


  • Huhu, Cynda! :D
    Man, eigentlich wollte ich hier schon viel viel ehr kommentieren, doch die Woche über hatte ich keine Zeit. Deswegen muss will ich es jetzt machen. Man, ich freu mich echt immer, wenn du Gedichte hier postest, weil ich die einfach viel viel lieber kommentiere als Kurzgeschichten. Und naja, du hast jetzt so lang keinen Kommentar bekommen, da will ich das mal ändern. Dann will ich auch nicht erst viel drum rum reden sondern sofort mal mit dem Feedback beginnen. Leider kann ich zu deinem Englischen Werk nichts schreiben, da mit Englisch einfach nicht liegt und ich Probleme damit habe, es dann richtig zu kommentieren bzw. hab ich "Angst" es falsch zu interpretieren. Aber gut, dafür will ich bei dem deutschen Gedicht das ganze um so besser machen!


    Federträume
    Der Titel ist richtig schön, finde ich. Erstmal konnte ich mir gar nichts unter de Wort "Federträume" vorstellen. Bei der Verbindung musste ich erstmal an einen Traumfänger denken. Du weißt schon, diese komischen Dinger mit den Federn dran die man sich übers Bett hängt. Das dachte ich, als ich den Titel las als erstes ohne genau zu wissen, worum es in dem Gedicht überhaupt geht. Das mach ich immer so, ich denke mir erst was zu Titel und lese dann das Gedicht. Nun gut, bei Federn denkt man auch oft an Vögel und ans Fliege, worum es hier ja auch geht. Das Wort träume verleiht dem ganzen noch so eine gewisse naja wie soll ich es sagen, etwas Geheimnisvolles. Denn wenn man den Titel hört, weiß man noch gar nicht sofort, worum es gehen soll. Immerhin kann man sich ja recht vieles darunter vorstellen. Es ist immer gut (würde ich sagen), einen Titel zu wählen, der zwar auf das Thema anspricht aber trotzdem nicht all zu viel verrät. Federn finde ich passend. Träume.. dieses Wort mag ich bei dem Titel eher weniger. Denn es passt einfach nicht zu dem Gedicht. Mich würde ja mal stark interessieren, was du dir bei den "Träumen" so gedacht haben könntest, denn ich kann mir nicht wirklich was erdenken. Aber gut, an sich ist der Titel ganz gut, wenn auch nicht die beste Wahl.


    Du breitest die Flügel aus
    gemeinsam fliegen wir hoch hinaus
    steigen in die endlosen Lüfte
    und segeln durch wolkige Klüfte


    Der erste Vers ist ganz schön, auch wenn mir nicht wirklich klar wird, wer denn "Du" ist. Ich meine, was für ein "Wesen" ist die angesprochene Person denn? - Ein Vogel oder doch irgendein Fabelwesen, man weiß es nicht. Auch im weiteren Verlauf des Gedichtes wird es einfach nicht klar, was genau damit gemeint ist, was ich schade finde. Es kommen Fragen auf, die nicht beantwortet werden: So ist es oft, aber ich mag es nicht. Besonder, wenn es etwas/jemand ist um das es ihm Gedicht geht und man nicht weiß, wie genau das gemeint ist. Gut, wie auch immer. Die Formulierung im ersten Vers mag ich auch nicht so sehr, denn irgendwie ist sie mir zu allgemein und zu.. naja wie soll ich es am besten sagen: So wird das ganze viel zu oft formuliert und Gedichten, was außergewöhnlicheres wäre mir ja lieber gewesen, aber das ist wohl Ansichtssache bzw. Geschmackssache. Im zweiten Vers schreibst du was vom Fliegen. Passt eigentlich super im Bezug auf die Flügel, denn immerhin sind Flügel ja dafür gut um zu fliegen. Hier ist auch ein Reim vom aus auf hinaus vorhanden, den ich allerdings nicht sonderlich toll finde. Denn der Reim ist meiner Meinung nach nicht wirklich schön, eher ist es so ein Reim den man nimmt, damit es sich zwanghaft reimt. Aber bitte, lass so was. Wenn es sich nicht reimt, dann reimt es sich nicht. Das ist kein Weltuntergang, denn viele Gedichte sind Meiner Meinung nach auch ohne Reim bzw.mit unregelmäßigem Reimschema wirklich sehr schön. Also mach dir dein Gedicht doch bitte nicht durch so was kaputt. Vom Inhalt her ist der Vers wirklich sehr schön zu lesen auch sonst würd ich sagen, dass er von der Formulierung her passt. Zwar nicht die aller schönste aber immerhin wirklich in Ordnung. Den dritten Vers mag ich von dieser Strophe eigentlich am meisten. Vor allem das Wort "endlos" finde ich hier sehr passend gewählt. Denn es passt meiner Meinung nach perfekt zu dem Umschreibung der Lüfte. Denn mit Lüfte meinst du ja generell das, wo man sich befindet, wenn man fliegt (argh, mir ist das Wort entfallen... >.<) Und endlos passt da wirklich sehr schön. Denn es gibt dort ja weder ein Anfang noch ein Ende, daher finde ich, hast du es wirklich sehr schön formuliert. Vom Inhalt her passt das ganze wunderbar zu den vorigen Versen. Den letzten Vers mag ich auch, besonders die Beschreibung des Himmels durch "wolkige Klüfte" finde ich toll. Der Reim von Lüfte auf Klüfte ist auch richtig gut, finde ich und auch deutlich besser als der vorige. INsgesamt ist die Strophe wirklich okay, zwar gabs auch ein bisschen was negatives, aber leider muss das auch sein. Aber im Großen und Ganzen ist dir die Strophe wirklich gelungen, viel zu meckern gabs ja nicht wirklich. Dann will ich mich jetzt aber mal ohne lange Vorrede an den letzten Teil vom Gedicht setzen.


    Ich will immer sein an deiner Seit'
    Du und ich, wir sind zu zweit!


    Nach der ersten Strophe hätte ich eigentlich noch erwartet, dass das ganze noch über ein zwei Strophen weiter geht und nicht so abrupt endet. Ich hätte es sehr viel schöner gefunden, wenn sich zum Beispiel noch geklärt hatte, wer "du" ist und so was alles. Denn offene Fragen (so lange es keine rhetorischen Fragen sind), sind - wenn sie nicht beantwortet werden - meiner Meinung nach nie so unglaublich toll. Denn ich frag mich nun mal, was die Angesprochene Person für ein Wesen ist. Aber gut, soviel nochmal dazu, jetzt mehr zum Inhalt von der Strophe. Ich frag mich ehrlich, wie du drauf gekommen bist, so was zu schreiben, darauf geh ich auch gleich noch mehr näher ein.
    Im ersten Vers mag ich die formulierung nicht so sehr, ich kann mir ja auch nicht erklären wieso, aber irgendwie gefällt mir die einfach nicht. Hört sich zwar ein bisschen komisch an, aber ich finde trotzdem, dass die Formulierung nicht ganz so schön ist. Den Satzbau hast du recht komisch gemacht, wahrscheinlich wieder nur daher, dass es sich reimen soll/muss. Und wie gesagt, das besser lassen. Den letzten vers mag ich schon etwas mehr. Aber so richtig damit anfreunden kann ich mich auch nicht. Hier finde ich die Formulierung leicht unlogisch, denn irgendwie ist es so, dass es logisch ist, wenn man von zwei Leuten spricht, dann sind diese Leute auch zu zweit. Deswegen finde ich den Teil "wir sind zu zweit" etwas unnötig. Wieder würde ich stark vermuten, dass es daran liegt, dass es sich reimen soll. Von Seit' auf zweit finde ich den Reim auch nicht sonderlich toll. Ist zwar möglich und ganz nett aber nicht wirklich das Wahre. Du wirst schon wissen was ich meine.
    Nochmal kurz zurück zu dem, was ich vorhin meinte. Wieso geht es in diesen zwei letzten versen bitte um ein Thema, was im ganzen Gedicht irgendwie so gar nicht vorkam? Ich finde es etwas komisch aber gut, das kannst du mir ja gerne erklären, da es mich wirklich interessiert, wo da der Hintergrundgedanke ist. Das Gedicht war auf jedem Fall gut, aber leider gab es auch viel zu kritisieren. Naja, ich hoffe, mein Feeback hat dir ein wenig geholfen. Ich freue mich auf jedem Fall schon auf neue Gedichte von dir! :)


    Liebe Grüße.


  • Guten Morgen, liebe Kollegin ^,^


    Bah, es ist wieder ne Zeit her und ich komm erst jetzt mit meinem Kommi daher (es reimt sich, und was sich reimt ist immer gut). Ich denke, ich kenn mich mit Gedichten und Drabbles weniger aus als du, aber ich will auch diese Werke von dir nicht unkommentiert stehen lassen. Man lernt ja dazu, wenn man es einfach mal probiert. Ich hoffe also, du kannst mit meinem Kommentar was anfangen~


    1.You~
    Ganz schön kurz, aber ich mag es. Deine Interpretation überrascht mich deshalb nicht, weil ich dich und deine Sichtweise ja gut kenne, ich glaube, dass ich das getrost behaupten kann.
    Dass es sich dabei aber um riolus (Wieso kann ich den Namen nie auf Anhieb richtig schreiben?) Gedanken//Sichtweise handelt finde ich spannend. Vorallem die letzte Zeile „My Life’s Crown“ meinst du damit so etwas à la „du krönst mein Leben“ bzw, „durch dich bin ich vollständig“? Oder ist damit was ganz anderes gemeint? Ich lag damit ja auch schon daneben, deshalb interpretiere ich mal etwas vorsichtiger, aber andererseits sind die Meinungen ja frei und ich denke, dass so etwas gemeint sein könnte. Warum aber spricht oder denkt er über ihren Körper? Diese Stelle erinnert mich eher an Yune selbst, die an ihre Mutter denkt, sich an sie kuscheln will oder so. Alles in allem finde ich meist solche kurzen, abstrakten Werke am schönsten, weil sie mit Sicherheit sehr spontan entstehen. Dass es ne Weile her ist macht auch nichts, ich weiss ja, wie lange du schon an EgA hängst und da sieht man mal wieder, mit wie viel Herz ^^ Ich bin im Nachhinein froh, dass ich dich ein wenig überredet habe zu diesem KG Topic, weil es sich wirklich gelohnt hat!


    2.Federträume~
    Dieses Gedicht hattest du schon in Englisch und nun in Deutsch, oder sehe ich das grad falsch? Ah nein, aber ähnlich. Das englische mag ich ebenfalls, auch wenn das deutsche etwas besser gelungen ist, zumindest ist ein Gedicht in Muttersprache manchmal einfacher und sagt mehr aus. Das englische ist aber deshalb so schön, weil du die Natur an sich „sprechen“ lässt. Sie sagt alles, was nötig ist, schon alleine durch ihre Anwesenheit. Es ist sicher aus der Sicht der Vögel beschrieben. Besonders „The forest sings“ aww, das animiert mich gleich zu schreiben, das ist toll gelungen x)
    Jedenfalls kenne ich Storm und Cloud als Charas noch weniger, ich habe eher Breaker und Myrrh in Erinnerung, weil sie präsenter sind, aber das ist nicht dein Fehler, es ist meine Sichtweise. Durch den Titel Federträume inspirierst du mich irgendwie, weil ich ihn wahnsinnig schön finde, ich sagte dir ja oft, solche Einworttitel, besonders in Deutsch, liebe ich. Dieser hier, und da muss ich an dasselbe denken wie Raiu, erinnert mich ebenfalls als erstes an etwas wie einen Traumfänger oder an ein Abenteuer in der Luft, vielleicht in einem Luftballon als Mensch und als Vogel nur mit Flügeln. Ich denke, so ist er auch gemeint. Durch wolkige Klüfte? Das finde ich eine spannende Kombi, künstlerische Freiheiten mag ich ja, sie geben so viel Spielraum. Ich kann mir direkt vorstellen, was du dabei gedacht hast, vermutlich.
    Besonders die letzte Strophe, die zwar kurz ist, hat aber die meiste Aussagekraft imo. Es sagt wohl aus, was die beiden fühlen, sie sind Freunde und werden immer zusammen fliegen, egal was passiert. Ein niedlicher und verträumter Gedanke, deshalb passt er auch so gut dahin.


    Wir lesen uns bald, poste schnell wieder was, am liebsten bei EgA auch, ich freu mich schon so x)
    ~♥

  • Huhu Cynda. ♥
    Thihihi, jetzt habe ich dein Topic auch mal gefunden, oh welch ein Wunder der Natur und brauchte natürlich nicht lange überlegen. Du bekommst einen Kommentar, aber hallo. Alles andere wäre böse und gemein, hehe. Also gut, ich werde mal You kommentieren, da Rebecca Federträume gewählt hat, und Lynn eh zu Beidem etwas geschrieben hat. Ich hoffe das stört dich nicht, also let's go.


    You

    You
    Fangen wir gar nicht erst an zu philosophieren. Ich habe mich in einem anderen Forum sogar schon mal You genannt, weshalb das Wort für mich mehr als vertraut ist. Insofern auf jeden Fall schön, da es auf einen bestimmten Menschen deutet. Besonders interessant jedoch: Die meisten denken immer, es geht darum, dass man über jemanden spricht, den man gerne hat, vielleicht sogar liebt, doch es ist vielleicht gar nicht so. Du (you) kann ja auch bedeuten, dass man über jemanden schreibt, der eine eher negative Wirkung auf sich selbst hat, insofern hat der Titel eine große Spannweite an möglicher Interpretation, denn das einzige was wir wissen, dass es sich um jemanden handelt. Oder nicht? Auf jeden Fall gefällt mir der Titel sehr gut, mein GFX Topic hieß früher You, kann ja nur gut werden. Ein interessanter Titel, bin mal gespannt, was du daraus machst.


    Your heart calm
    Your body warm
    Your breath alone
    My life's crown

    Dein Herz ruhig, Dein Körper warn, Dein Atem allein, Mein Leben ist Krone. Das ist so ungefähr dass, was da auf englisch steht, und ja. Öhm, dann wollen wir mal. Reime hast du eingebaut, alone und crown, das gefällt mir schon mal recht gut, calm und warm passen jetzt nicht so gut zusammen, von daher ist es ein recht seltsames Reimschema, allerdings ist das bei einer Strophe auch wieder etwas anderes. Ein Versmaß hast du so zu sagen auch eingehalten, wobei es halt bei einer Strophe immer nicht so einfach auszumachen ist, beziehungsweise entfaltet ein Versmaß meiner Meinung nach seine volle Wirkung erst in einer aufeinander folgenden Strophen entfalten. Vom Inhalt her ist die Strophe, beziehungsweise das ganze Gedicht recht Aussage schwach, es kommt keine Handlung vor und es passiert nun mal nichts, was bei einer vier zeiligen Strophe natürlich auch schwer ist. Mit anderen Worten, es wirkt ein bisschen langweilig, da eben nichts passiert, anderer Seits ist es doch recht tiefgründig. Wie beim Titel erwähnt gibt es sowohl positiv, als auch negatives Geschwätz über "You" und hier scheint es eher positiv zu sein... Obwohl... Es ist eigentlich nur eine einfache Beschreibung, weder "Lob", noch "Kritik" an die Person, von daher ist es keins von Beiden. Der letzte Satz will mir jetzt nicht ganz einleuchten, mein Leben ist Krone... Zumindest lassen das meine Sechstklässler Englischkenntnisse so zu. Auf jeden Fall verstehe ich es nicht ganz, vielleicht ist das ja gewollt, dann wäre es wirklich schön, weil es etwas mysteriöses und "verschleierndes" hat, wenn es aber eigentlich glasklar ist, entschuldige ich mich an dieser Stelle und gebe zu dass ich englisch nicht kann. Im Endeffekt aber trotz der Kürze und des seltsamen Titels ein gutes Gedicht, besonders gefällt es mir, dass du gereimt hast und sogar noch ein komplett richtiges Versmaß verwendet hast, denn Versmaß ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Ist das Versmaß in Ordnung, dann ist das Gedicht rund und schön zu lesen und das finde ich einfach nur wunderschön. Klein aber Fein, so sagt man doch, dieser altbewährte Spruch passt auch zu deinem Gedicht You. Supi, Cynda!


    So, das war es auch schon. Ich verspreche dir beim nächsten Update wirst du mehr lesen können, das hier war jetzt echt wenig. ^_^
    Ich hoffe du kannst mit dem Kommentar etwas anfangen und ja... Ich freue mich auf weiter Updates und hoffe, dass du weiterhin schön viel Spaß am Schreiben hast/haben wirst. Wir schreiben, ja?
    Liebe Grüße,
    Chess



  • Einsamkeit


    Ohne Unterlass prasselte der Regen auf die Stadt hernieder, deren hohe, graue Gebäude bereits eine nasse Fassade besaßen und sich Pfützen in jeder Vertiefung im Boden gebildet hatten. Blinkende Leuchtreklamen, helle Straßenlaternen und die Scheinwerfer der vielen vorbeifahrenden Fahrzeuge - die brummend über die wasserüberflutenden Straßen fuhren - erhellten die feuchte Dunkelheit. Wenige Schaufenster der Einkaufsstraße erleuchteten den pfützenübersäten Gehweg. Wasser spritzte hoch, entweder durch Autoreifen oder Schuhe hervorgerufen. Die Welt schien in einer unsäglichen Trauer gefangen, die dunklen Wolken bedeckten den Himmel vollständig, die Sonne war unbemerkt tiefer gesunken. Kein Mond würde in dieser Nacht scheinen - Prasseln erfüllte die Luft.

    — 21.09.11



    Windschatten


    Ohne dass du es merkst, komme ich überall hin, vor mir kannst du nichts verstecken, auch nicht hinter einer massiven Tür. Ich finde alles, was ich finden will. Mein Name ist kein Geheimnis, aber ich weiß, dass nur selten jemand darauf kommt, dass, obwohl die Tür geschlossen war, jemand eindringen konnte. Aber ich schaffe das, denn mir reicht ein Lufthauch und schon bin ich drin, schlüpfe durch den engsten Spalt, als könnte ich den Teleport. Was bleibt übrig, wenn ich einmal drin war? Nur ein weißes Fellknäuel, abgefallen von meiner Mähne. Ich bin Freund des Windes und dessen Windschatten. [Gestatten, Elfun, Freund des Windes und dessen Windschatten.]

    — Abgabe Drabble Wettbewerb '12




  • Huhu Cynda. ♥
    Schön, dass du hier mal wieder den Staub wegwischst und etwas Neues postest, dann will ich auch gleich mal so lieb sein und das Update kommentieren. Eigentlich wollte ich ja auf die Hängematte gehen und EgA fertig lesen, aber jetzt ist mir doch mehr nach kommentieren, als nach viel Lesen, daher bin ich hier und verschiebe das Ganze nicht auf heute Abend. Ich hoffe ich kann dir mit dem Kommentar (wieder) ein Wenig helfen, in diesem Sinne werde ich jetzt nicht mehr viel Worte verlieren, sondern gleich mal mit den Drabbles anfangen.


    Drabbles


    Einsamkeit.
    Der Titel dieses Drabbles ist recht simple und auch einfach zu verstehen, es geht um das Gefühl allein zu sein, man ist einsam und hat niemanden, der bei einem ist. Durch seine Einfachheit hat der Titel auf seine Art etwas, allerdings denke ich, dass er vielleicht doch etwas zu unüberlegt gewählt wurde. Das behaupte ich allerdings nur, weil ich dich kenne, Cyn, daher weiß ich, dass du es eigentlich immer schaffst, irgendwelche tollen und tiefgründigen Titel zu finden, dieser hier ist mir auf dieser Ebene zu einfach, zu schnell zu verstehen und nicht so verschlüsselnd, wie er hätte sein können. Im Drabble geht es auch viel mehr um Trauer, als um Einsamkeit, wobei hier wohl eines mit dem anderen zusammenhängt, wenn man einsam ist, ist man traurig und wenn man traurig ist, ist es möglich, dass es einsam ist. Nur an sich wird mir die eigentliche "Botschaft" des Titel ein bisschen zu wenig im Text wiedergespiegelt, daher finde ich den Titel im Endeffekt nicht ganz so schön. Wie bereits gesagt, du hast das Talent, vielleicht kannst du noch etwas anderes, schöneres und schwereres finden. Wie bereits gesagt hängt der Text mehr mit Trauer zusammen, jedoch gefällt es mir nicht, dass du in dem Drabble keinen Handelnden hast. So wirkt das ganze ein wenig monoton, flach und nicht so lebendig, wie es vielleicht hätte sein können. Ein Gefühl, wie hier zum Beispiel Trauer und Einsamkeit, assoziert man eigentlich mit einer Person, die diese Gefühle empfindet, da du aber keinen Handelnden hast, sehe ich da eher weniger Zusammenhang. Wenn ich das Drabble in einem Wort zusammenfassen müsste, wäre das Wort Verlassen. Warum ausgerechnet dieses Wort? Nun, du beschreibst eigentlich eine Straße, beziehungsweise allgemein einen Ort, wo nichts los ist, niemand ist da und alles ist verlassen. You know? Ich denke, dass der Titel "falsche Hoffnungen" macht. Die Beschreibungen in dem Drabble hingegen sind sehr schön, so wie eigentlich fast immer, das kennt man ja von dir, dass du sowas gut kannst. Deine Wortwahl ist auch fantastisch, durch diese werden die meisten Formulierungen nur noch schöner, als sie eh schon sind. Vom Schreibtechnischen her kann man/ich bei dir eigentlich gar nicht meckern, das ist so gut wie unmöglich, das was mir hier etwas Sorge bereitet und auch mein größter Kritikpunkt ist, ist der Sinn des Drabbles und der ZUsammenhang von Titel und Text, wobei beide Punkte so gesehen zusammen gefasst werden könnten. Es ist eigentlich nicht weiter schlimm, dass du wenig bis gar keine Handlung in diesem Text drin hast, es ist für ein Drabble auch eher ungewöhnlich, dass großartig etwas passiert, nur wenn eine Person dabei gewesen wäre, würde der Titel erstens besser passen und somit wäre ein Zusammenhang zwischen Text und Titel geschaffen; und der Sinn wäre meiner Meinung nach komplett da/verständlich, da dieser größtenteils durch Titel plus Text etwas "verstört" wird. Ansonsten ist das Drabble echt klasse, wie gesagt, an deinem Schreibstil und deinen Beschreibungen, und und und, da kann man überall gar nicht meckern, nur würde ich hier die Idee mal überdenken.


    Windschatten.
    *Wettbewerbs Topic durchsuch* Ach genau, Windschatten, ich erinnere mich. Damals war ich total begeistert von dem Drabble und habe dir satte drei Punkte gegeben, hehe. Ich fand an diesen Tagen die Idee mit Elfun einfach nur so gut, da es doch ein Pokémon ist, von dem man nicht erwartet, dass es direkt die Hauptrolle eines Textes sein könnte, dafür kommen in erster Linie eh immer Legenden und so besonderes "tolle" Pokémon, wie Lucario oder Rotom vor. Allein schon dass du über Elfun schreibst, hat mich damals total begeistert. Ich habe die Abgabe beim Wettbewerb jetzt noch mal gelesen und bin eher negativ gestimmt worden, da du das meiner Meinung nach beste an diesem Drabble entfernt hast. Gestatten, Elfun, Freund des Windes und dessen Windschatten. - Dieser Satz ist doch einfach nur episch und hat das Drabble damals auf so eine wundervolle Art beendet. Heute kommt dort ein anderer Satz hin, der meiner Meinung nach zu flach klingt, und im Vergleich zu der vorherigen Version schlecht ist. Zwar ist Drabble auch so immer noch gelungen, denn sowohl der Titel, als auch die Idee und der Inhalt, als auch dein Schreibstil und deine Technik, sind immer noch klasse, aber der letzte Satz gefällt mir nicht so, der von davor war einfach um Längen besser. Mehr kann ich hierzu jetzt nicht sagen, allerdings wäre ich dir sehr verbunden, würdest du mich diesbezüglich aufklären, das heißt, warum du diesen wundervollen Satz entfernt/bearbeitet/geändert hast.


    Ich hoffe ich konnte dir mit dem Kommentar helfen, ich finde es lustig, wenn ich meinen Wettbewerbs Vote und diesen Kommentar hier vergleiche, allein schon von der Länge ist der Unterscheid krass, thihihi. Also gut Cynda, weißt du, du kannst mich richtig fest benachrichtigen, so wie Lynn, denn ich bin mittlerweile, was bestimmt auch teils von Evolis großes Abenteuer kommt, ein großer Fan von dir. Ich freue mich schon auf das nächste Update.
    Liebe Grüße,
    Chess ♔