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  • Zitat von Shorino

    Wenn Medien interpretieren, wenn sie gerade eine Simultanübersetzung anfertigen, dann tun sie in dem Moment das, was sie mit Empörung von sich weisen: Lügen.

    Sorry, du lebst in einer komischen Vorstellung. ^^"
    Zwischen den Zeilen zu lesen, was man ab einem bestimmten Alter können sollte, ist anscheinend strengstens verboten und auf den Common Sense / vorausgesetzten, grundlegenden Fähigkeiten seiner Zuschauer und Leser zu setzen, weswegen man nunmal nicht jedes Wort wortwörtlich übersetzt, bedeutet zu lügen.
    What? :wtf:
    Ich glaube, ob eine sinnhafte Übersetzung jemanden in dem Mund gelegt wurde oder nicht, kann man dann ganz gut selbst beurteilen.

  • @Shorino


    Ja mein Gott, sachlich ist ist die Tomate auch ne Beere, aber wenns ZDF sie als Gemüse bezeichnet schrei ich auch nicht lügenpresse xD


    Und Stichwort Mauerbau. Mein Problem ist ja eher dieser dämliche Vorschlag Mexiko dafür zahlen zu lassen. Wenn ers für nötig hält einen Zaun zu bauen, bitte, ist auch nur eine Scheinlösung zum Problem illegale Einwandererung, aber dann bitte ohne die diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und den USA wegen so einen Nonsense aufzulösen.

  • Sorry, du lebst in einer komischen Vorstellung. ^^"
    Zwischen den Zeilen zu lesen, was man ab einem bestimmten Alter können sollte, ist anscheinend strengstens verboten und auf den Common Sense / vorausgesetzten, grundlegenden Fähigkeiten seiner Zuschauer und Leser zu setzen, weswegen man nunmal nicht jedes Wort wortwörtlich übersetzt, bedeutet zu lügen.
    What? :wtf:
    Ich glaube, ob eine sinnhafte Übersetzung jemanden in dem Mund gelegt wurde oder nicht, kann man dann ganz gut selbst beurteilen.

    Die Medien haben nicht zu interpretieren. Sie sollen das Tagesgeschehen wiedergeben. Die Interpretation dessen, was sie von den Medien erfahren, liegt allein beim Zuschauer. Alles andere ist Beeinflussung des Zuschauers.
    Ich weiß nicht ob ich soweit gehen würde, das als Lügen zu bezeichnen, so wie Shorino das tat. Aber in Ordnung ist das jedenfalls nicht.
    Zu Bastets letzten Satz: Nein, das können eben nicht alle. Jugendliche die sich leicht beeinflussen lassen oder auch Personen die sich nicht intensiv mit Politik auseinandersetzen (bzw. sich nicht regelmäßig informieren) können Interpretationen nicht unbedingt von der Original-Aussage trennen. Dafür müsste man nämlich neben 15 Minuten Tagesschau täglich mehr Zeit investieren. Z.b in dem man mal Zeitung liest oder zu bestimmten Themen online nach Artikeln, Pressemitteilungen etc sucht. Das tun die wenigsten und damit sind "sinnhafte Übersetzungen" aka Interpretationen verantwortungslos.
    Man muss zwar nicht alles Wort für Wort übersetzen, das stimmt schon, aber von "media" auf "Lügenpresse" zu schließen ist eine Interpretation. Nicht mehr und nicht weniger. Nebenbei: man bauscht das Thema (in diesem Fall Trump) somit unnötig auf

  • Aber es übersetzen nunmal reale Menschen auf Deutsch / schreiben Artikel über das Tagesgeschehen.
    Und diese reale Menschen verwenden die Ursprungssprache und ihre Eigene so, wie es sich am natürlichsten anhört und normale Leute eben Sprache verwenden. :rolleyes:
    Da kann man nicht mit dieser roboterartigen Ansichtsweise herangehen.

  • Okay, jede Übersetzung ist Interpretation, aber in diesem Zusammenhang spricht nichts dagegen, media mit Medien zu übersetzen.
    Journalisten dürfen interpretieren, sie müssen meines Erachtens subjektiv sein, und gerade das heute-journal ist ja auf Meinung ausgelegt. Aber Meinung muss an der Realität gebildet werden, also am echten Donald Trump und nicht an einer phantastisch überhöhten Kunstfigur. Und es erstaunt mich wirklich, wie wenig die Presse bis heute versteht, wie Trump funktioniert.

  • Aber es übersetzen nunmal reale Menschen auf Deutsch / schreiben Artikel über das Tagesgeschehen.
    Und diese reale Menschen verwenden die Ursprungssprache und ihre Eigene so, wie es sich am natürlichsten anhört und normale Leute eben Sprache verwenden. :rolleyes:
    Da kann man nicht mit dieser roboterartigen Ansichtsweise herangehen.

    Weil "Medien" statt "Lügenpresse" roboterhaft klingt? Also irgendwie finde ich, dass du dich in einer recht eigentümlichen Argumentation verhedderst.


    Und der Tomatenvergleich von @LalleVonLanzeloth hinkt nicht nur, sondern verendet qualvoll beim Versuch zu krabbeln. Man kann doch die korrekte Bezeichnung von Steinfrüchten, Beeren, Gemüse und Obst nicht mit korrekter Berichterstattung über den US-amerikanischen Präsidenten gleichsetzen. Das sind nicht mehr Äpfel und Birnen, dass sind Äpfel und ... keine Ahnung, irgendetwas ganz anderes.
    Zumal hier, soweit ich das mitbekommen habe, niemand von "Lügenpresse" geschrien, sondern begründete Medienkritik geübt hat. Ein weiterer unseliger Reflex, den wir AfD, PEGIDA und Co zu verdanken haben: Sobald Medien kritisiert werden, wird geunkt, man würde Lügenpresse schreien. Damit macht man es sich aber leider zu einfach. Ist nicht sonst immer der rote Faden aller Diskussionen hier im Bisaboard, dass man nicht pauschalisieren sollte, sondern differenzieren müsse? Es muss doch möglich sein, Medien zu kritisieren, ohne das einem Lügenpresse-Geschrei unterstellt wird.


    Medien sollten Bericht und Kommentar klar trennen. Gründe dafür gibt es mannigfaltige, bspw., dass weniger intelligente/gebildete Menschen sonst Schwierigkeiten haben können, Bericht und Kommentar zu unterscheiden und Gefahr laufen, von Medienmachern durch tendenziöse Berichterstattung manipuliert zu werden.

  • @Shorino Nein.


    Sobald man subjektiv ist, neigt man dazu, bestimmte Neuigkeiten zu bevorzugen, anderes unter den Tisch fallen zu lassen. Das ist für einen Journalisten absolut nicht vertretbar. Jemand, der Informationen beschafft lässt Informationen aus die für ihn unwichtig sind weil er subjektiv ist. Na danke. Mir ist bewusst, dass 100% Objektivität nicht möglich ist, aber dennoch bestmöglichst angestrebt werden sollte.

  • Der Unterschied zwischen "Medien" und "Lügenpresse" in einer Medienschelte ist wie der Unterschied zwischen "Mann" und "Arschloch". Selbst wenn jemand zu mir Mann sagt und Arschloch meint, kann ich nicht behaupten, er habe mich Arschloch genannt. Das ist schlicht eine Lüge.
    Natürlich meint Trump etwas Ähnliches wie Lügenpresse, nur drückt er sich anders aus; anders, aber immer noch gefährlich. Gerade die Nuance ist es, die ihn so gefährlich macht, und man macht es sich schlicht zu einfach, die Probleme grob zu vereinfachen. Wer Schwierigkeiten hat, Trump schlecht zu finden, ohne waghalsige Interpretationen oder gar Prophezeiungen vorzunehmen, der sollte vielleicht prüfen, ob er verstanden hat, wie rechte Politik im 21. Jh. funktioniert.

  • Das Gute an Trump ist seine Schlagfertigkeit und dass er sich nicht biegen lässt. Ich könnte wetten, dass sein Versprechen, dass die Mauer gebaut wird auch Realität wird. Er hält zu den Versprechungen, korrigiert aber auch Entscheidungen. Interessant finde ich, wie er die Krim wieder an Ukraine geben will.

  • Was genau findest du daran interessant?
    Und "sich nicht biegen lassen" ist wirklich eine Sekundärtugend, die allein nicht positiv ist. Trifft bestimmt auf viele schlimme Menschen der Geschichte zu. Abgesehen davon scheinen sehr viele Menschen sehr leicht auf Trump Einfluss nehmen zu können, sonst würde er nicht immer so dünnhäutig wie ein Viertklässler reagieren.

  • Interessant in dem Sinne, dass Trump doch für ein besseres Verhältnis zu Russland steht. Die Bekanntmachung, dass er dafür wäre, dass die Krim wieder zur Ukraine gehören soll hat mich aber wieder gewundert. Da lässt sich Russland auch nicht biegen. Wofür steht er denn nun?

  • Wir können uns darauf einigen, dass das Wort muslim ban sachlich falsch ist.

    Können wir uns denn darauf einigen, dass es gar keinen Unterschied macht, dass es sachlich falsch ist, weil aus den Texten üblicherweise hervorging, dass es sich nicht um eine Bezeichnung handelt, die die Wirkung, sondern die Intention wiedergeben sollte? Dann nämlich halte ich Muslim Ban für eine durchaus treffende Bezeichnung.

    Die Medien haben nicht zu interpretieren. Sie sollen das Tagesgeschehen wiedergeben.

    Sehe ich nicht so. Was Journalisten durchaus tun sollen und auch mit "Muslim Ban" getan haben, ist Zusammenhänge darstellen. Der Zusammenhang ist hier der, dass es sich beim Einreisestopp recht offenkundig das Wahlversprechen "Verhindere Immigration von Muslimen" umsetzen soll. Solang nicht mutwillig Informationen unterschlagen oder falsch dargestellt werden (was ich in diesem Kontext nicht sehe, da ja die Erklärung, dass weder alle Muslime noch nur Muslime betroffen sind, in den Texten üblicherweise enthalten war). Entsprechend ist das für mich absolut vertretbar.


    Nicht vertretbar ist, da gebe ich @Shorino recht, wenn man "media" mit "Lügenpresse" übersetzt. Sicher ist eine Übersetzung in gewissem Maße eine Interpretation, aber das ist schon eine sehr freie, für meinen Geschmack zu freie Interpretation. Man kann gern sagen, dass er wohl das meint, aber so zu tun, als wäre es das, was er gesagt hat, ist eben eine Lüge. Man denke sich das einfach mal umgekehrt, dass beispielsweise die Demonstranten der PEGIDA "Media" gerufen hätte. Würde das irgendwer als korrekt übersetzt empfinden? Ich wage das mal vorsichtig bezweifeln.

  • Nicht vertretbar ist, da gebe ich @Shorino recht, wenn man "media" mit "Lügenpresse" übersetzt.

    Also da hätte ich auch gerne mal nen Kontext. Kann mir nämlich kaum vorstellen, dass Lügenpresse nicht in den Sinn des Satzes gepasst hat. Bin mir sicher, dass Trump an der Stelle einfach mal wieder den Medien vorgeworfen hat sie würden lügen, und ob der Übersetzer jetzt sagt "Die Lügenpresse lügt" oder "Die Medien lügen", macht für mich keinen wirklichen Unterschied.


    Man denke sich das einfach mal umgekehrt, dass beispielsweise die Demonstranten der PEGIDA "Media" gerufen hätte

    Das ist eben wieder der Unterschied. Trump hat wohl nicht ein Loblied über die Presse gesungen und der Sinn wurde gänzlich verfälscht. Wenn man aber den Ausruf Lügenpresse mit Media übersetzt verfälscht das den Sinn.

  • Eben, solange die Aussage dieselbe bleibt, sind die Einzelteile des Satzes nicht wirklich von Bedeutung. Wir kennen es ja von Trump, dass er immer wieder Verschwörungstheorien über die Medien anfeuert und bei seinem Sprachniveau passt Lügenpresse doch perfekt dazu. XD

  • Wenn es doch angeblich so selbstverständlich ist, dass "Lügenpresse" gemeint ist, kann der Übersetzer dann nicht "Medien" übersetzen? Wenn es ach so eindeutig ist kann der Leser sich das doch auch dazu denken.

  • Also da hätte ich auch gerne mal nen Kontext.

    Ehrlich gesagt halte ich den Kontext für nahezu irrelevant, wenn es sich um eine Übersetzung handelt, denn:

    "Die Lügenpresse lügt" oder "Die Medien lügen"

    Hier haben wir eindeutig zwei verschiedene Sätze. Ersteres ist eine Tautologie, die grundsätzlich richtig sein sollte (Lügenpresse sollte offenkundig heißen, dass sie lügt), letzteres ist eine Tatsachenbehauptung, über die sich diskutieren ließe, ein Diskurs, den wir vor allem hier in Deutschland intensivst geführt haben, wo sich nicht nur die BILD-Zeitung Fehler zugunsten schneller Berichterstattung vorwerfen lassen musste.
    Lügenpresse und Medien sind nunmal zwei verschiedene Dinge und wenn Trump das eine sagt, kann der Übersetzer nicht das andere übersetzen. Wenn ein Journalist aufgrund der Übersetzung oder besser noch der Originalrede darauf hinweist, dass "Lügenpresse" wohl das ist, was Trump meint, dann ist das eine ganz andere Sache als wenn diese Bezeichnung direkt vom Übersetzer vorgegeben wird.

  • Ich muss zugeben, dass ich nicht die gesamte Diskussion verfolgt habe, sondern eher quer gelesen, allerdings habe ich hierzu etwas zu sagen, weil ich im privaten Kreis bereits mal darüber gesprochen habe:

    Hehe aber man kann sich ja auch im Falle eines grenzdebilen amerikanischen Präsidenten einfach auf die nüchternen Fakten beziehen, ohne von einem Hitler 2.0 zu erzählen. Der Typ ist ein ziemlich dümmlich wirkender Populist, aber kein Diktator. Zumindest nicht momentan.

    Nicht Trump wird oder ist auf dem Weg zum Diktator, vielmehr ist es Erdogan, der zum Hitler 2.0 mutiert. Trump sehe ich derzeit nur als Wichtigtuer. Außerdem: Trump ist Unternehmer, kein Politiker; er betrachtet Amerika als ein Unternehmen - nicht als Land.