Licht im Dunkel - Buxis Kurzgeschichten und Gedichte

  • b


    http://abload.de/img/wolken-in-der-nacht21espu.jpg
    Quelle


    „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“


    Johann Wolfgang von Goethe


    bLicht im Dunkel


    Willkommen bei Buxis Kurzgeschichten und Gedichten. Man wird hier vor allem Gedichte finden, unter anderem aber auch einige Drabbles und Kurzgeschichten. Viel Spass im Licht!


    Unter der Rubrik 'Picked by Buxi' werden Werke vorgestellt, die mir selbst besonders gut gefallen. Sie sind alle gleich untenan verlinkt. Für die Stöberer unter euch sind die Posts jeweils mit dem selben Logo wie unten gekennzeichnet.
    Im Spoiler hier im Startpost befinden sich Werke, die ich mittlerweile nicht mehr als repräsentativ oder zeitgemäss befinde. Da doch einige davon bereits kommentiert wurden, werde ich sie jedoch nicht ganz streichen, so dass der ein oder andere Neugierige noch immer den Zusammenhang zwischen Werk und Kommentar nachvollziehen kann. Unten im Spoiler sind jene Werke aufgelistet, die keinen Kommentar bekommen haben. Sie sind auf Anfrage verfügbar.


    b


    https://abload.de/img/pickedbybuxixgsy0.png


    Baum am See


    Ein warmes Schwert,
    Trifft meine Brust.
    Ich spür den Schmerz,
    So fest, so tief.


    Ich renne weg,
    In eine Wand.
    Ich sitze da,
    Im Stehen.


    Ich dreh mich um
    Und sehe nichts.
    Nichts, ausser ihr.
    Ihr, ihr, ihr.


    Es gibt keinen Ausweg
    Zwischen Wand
    Und Schmerz.
    Ich falle um.



    Trauerweiden weinen nicht | König, Macht, Gott: Eine Drabbleserie | Am himmelhohen Zelt die Sterne strahlen | Die Ausstellung


    bLinks zu den anderen Kurzgeschichten, Drabbles und Gedichten


    b


    Ich hoffe, meine Schreibwaren finden Anklang. Um Kritik, sei es in unbekannte Höhen lobende, oder total vernichtende, oder auch konstruktive, oder gar beides, freue ich mich immer. Wenn ihr etwas lest, dann lasst bitte einen Kommentar da, sei es auch nur "Gedicht so und so hat mir gefallen, weil das und das. Gestört hat mich allerdings das und das".
    Auch unerfahrenere Leute dürfen gerne ihre Meinung dalassen, ich weiss, die ganzen renommierten Namen schrecken vielleicht ab, aber ich freue mich sehr über alle Kommentare!


    Viel Spass beim Lesen wünscht
    Buxi


    [color=#993300]b

    [color=#ffcc99]


  • Hallo Buxi, (:  
    ich dachte mir, ich widme mich mal deinem Thread – hab gerade etwas Zeit übrig (Mittagspause). Praktisch etwas Licht ins Dunkel der Langeweile bringen. ;D


    Deinen Startpost finde ich sehr schön aufgebaut, das Titelbild passt gut zum Titel deines Topics und das Zitat von Goethe gefällt mir. Er hat ja Recht, man muss sich von Steinen nicht den Weg verderben lassen, man kann daraus ja etwas Schönes bauen. ^^ Ansonsten ist dein Thread schön minimalistisch gehalten und das gefällt mir gut.


    Ich dachte mir, ich picke mir einfach mal zwei Werke raus, weil du noch gar kein Feedback bekommen hast. Angetan haben es mir hier zwei deiner Drabble und zufällig sind es die beiden, wo noch das dritte fehlt. Bin gespannt, wann du das fertig haben wirst, aber bis dahin begnüge ich mich mit den beiden anderen. ^^


    König
    Mir gefällt hier bereits der Einstieg sehr gut und vor allem die Perspektive. Liegt wahrscheinlich daran, weil ich selbst gerne aus der Sicht von Tieren/Pokémon lese und schreibe und mit so etwas lockt man mich immer. Dein Charakter ist also ein Raubvogel – oh pardon – der König der Lüfte, was den Titel schön wiedergibt, auch wenn ich zuerst an einen menschlichen König gedacht habe. Ich Dummerchen.
    Mir gefällt der Aufbau deines Drabble sehr gut. Am Anfang gehst du gleich auf Empfindungen ein, was den Leser direkt in die Situation wirft, beschreibst aus der Sicht des Adlers das Fliegen. Man merkt schon, dass er ziemlich überzeugt von sich und seiner Stellung ist, denn der Satz nach dieser Beschreibung ist unglaublich lang. Er scheint gerne zu reden und noch lieber, scheint er sich selbst reden zu hören, wenn er derartig hochtrabende Wörter verwendet. Sehr schön ist der Bruch nach diesem langen Satz mit der kurzen Bemerkung „Als Essen.“ Das ist sehr gut gemacht, man hat beim Lesen sofort den Eindruck, als würde das besonders noch von dem Sprecher betont werden oder als wolle er diesen Fakt klarstellen, falls jemand seinen langen Satz nicht verstanden haben sollte. Das ist genial, einige Komiker verwenden eine ähnliche Technik, ich mag das sehr. (:  
    Der König lässt sich in den nächsten beiden Sätzen dann dazu herab, sich in seine Beute hineinzuversetzen, praktisch, damit er sein Tun rechtfertigen kann. Man könnte meinen, dass viele Raubtiere so denken, da sie kleinere Tiere ja um ihr eigenes Überlebens willen umbringen müssen. Quasi, als Beruhigung ihres Gewissens. (Ist in dieser Form allerdings ziemlich vermenschlicht, Tiere haben kein Gewissen, da sie instinktiv handeln. Gefühle, ja – würde jedenfalls ich sagen – aber kein Gewissen.)


    Du hast einen Satz von dem restlichen Text abgesondert. „Der Tyrann kommt.“
    Einerseits musste ich natürlich an die Bedeutung des Begriffes denken: ein erbarmungsloser Herrscher, der mehr an sich denkt, als an sein Volk, was mit der Beschreibung unseres Vogels hier gut zusammenpasst. Andererseits, kam mir in den Sinn, dass es eine Familie der Sperlingsvögel gibt, die „Tyrannen“ heißen.
    Die fressen nur Insekten, sind aber besonders aggressiv, selbst gegenüber Greifvögeln.


    Wenn ich bei der Vorstellung eines Adlers in dem Drabble denke, dann sehe ich einen rücksichtslosen, aber eleganten Jäger, der seine Beute schnell und gezielt fängt. Er kann sich auch wohl relativ zurecht so aufplustern, weil er ja wirklich konkurrenzlos ist.
    Denke ich aber an den kleinen Tyrannen, dann sehe ich ein leicht größenwahnsinniges Vögelchen, welches sich für einen König hält, aber in der Nahrungskette der Vögel eigentlich selbst Beute ist. (Im Gegensatz zu den meisten Greifvögeln, die – afaik – keine Nahrung für andere sind.)
    Kann man jetzt sehen, wie man möchte, Fakt ist, der letzte Satz ist eindeutig nicht aus der Sicht des Vogels – lassen wir mal dahingestellt, welcher Vogel es ist – sondern aus der Sicht eines Erzählers. Finde ich hier ziemlich gut gemacht, da du damit – gerade mit dem negativ besetzten Wort „Tyrann“ - dem vorher sprechenden Tier, seine ganze Eleganz nimmst. Jedenfalls für mich, weil zuerst dachte ich mir noch, dass es doch ein sehr edelgesinnter Vogel ist, aber jetzt denke ich mir, könnte er grausamer sein, als man zuerst dachte.
    Allerdings gefällt mir die Vorstellung des kleinen Tyrannen, der sich für den König der Lüfte hält, immer noch am Besten. ^^  
    Sehr schönes Drabble, mit nur einem Schönheitsfleck: es heißt „Federkleid“ - das n muss raus. ^^


    Macht
    Ein sehr deutliches Drabble – einzig über den Begriff „Prestige“ bin ich gestolpert, nicht, weil ich ihn nicht kannte, sondern, weil du ihn in einem mir bisher unbekannten Zusammenhang verwendet hast. Ist aber nicht falsch von dir hier verwendet worden. (Bildungslücke meinerseits ist ja nicht deine Schuld. ;D)
    An diesem Drabble gefällt mir so, wie es sich immer weiter hochschaukelt – das ist dir hier äußerst gut gelungen, die Technik ist faszinierend. Zuerst beginnst du mit dem Begriff „Macht“ und wiederholst den Titel, was ihn nicht nur einmal mehr dem Leser einprägt, sondern durch die Auslassungspunkte auch irgendwie besonders betont klingt. Ein einfacher Punkt hätte es zwar auch getan, aber hier wird entweder eine „Kunstpause“ gemacht oder man könnte es auch als „Seufzer“ sehen. Kann mich an der Stelle nicht so ganz entscheiden, weil das Drabble einerseits recht nüchtern wirkt, andererseits aber auch sehr ernst und mahnend. Sehr richtig hast du hier gesagt, dass die Menschen nach Macht streben und dass deshalb blutige Kriege ausbrechen. Interessant fand ich den Zusatz mit der Verankerung in den Genen. Da könnte man sich drüber streiten, wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass es in unseren Genen verankert ist, aber trotzdem ist der Mensch das einzige Lebewesen, welches Kriege führt. Hat wohl mit unserem freien Willen zu tun, den viele eben falsch gebrauchen – nämlich um über andere zu herrschen. Aber ja, die Gier nach Macht ist absolut unnötig.
    Interessant fand ich die Abfolge der kurzen Sätze, dass derjenige der stürzt, kämpft und tötet, ebenfalls gestürzt, bekämpft und getötet wird. (Das könntest du mit ein paar Zeilenumbrüchen an der Stelle auch vom Layout her noch etwas herausarbeiten, in dem du jedem der Sätze eine eigene Zeile gibst.) Stellt für mich so einen Bruch da zu dem Teil davor und mündet in den Höhepunkt – empfand ich jedenfalls so – der hier die Aussage „Macht ist ein Killer“ bildet. Danach kommt mir das Drabble etwas ruhiger vor, was vielleicht an dem etwas sachlichen Tonfall her liegt. Kommt jedenfalls mir so vor. Sehr passend endest du mit dem Satz: „Sie treibt die Menschheit in die Dunkelheit.“ Dem ist ja wirklich so, auch wenn man vielleicht nicht die Macht alleine verantwortlich machen kann, sondern eher das Ausnutzen dieser und Gieren danach. Verantwortung muss immer jemand übernehmen, klar, aber er sollte sich davon nicht blenden lassen und jegliche Vernunft verlieren. Aber, wie du hier gezeigt hast, passiert das viel zu oft. Was man ja auch durch die Bank in der Geschichte erkennen kann.
    Sehr klare und deutliche Worte, inhaltlich kann ich wenig sagen, wie gesagt, mir gefällt die Technik hier sehr, dieses hochschaukeln bis zum Höhepunkt ist dir jedenfalls sehr gelungen. Gefällt mir gut. ^^


    Sou, das war's erstmal. Vielleicht lockt mich eines deiner Updates wieder hier rein. Bis dahin: Happy Writing!


    - Cynda

  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    GedichtBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus


    Sie gehen weg


    Ein riesiges Schiff erhebt sich fast drohend
    über den hölzernen Steg hinweg.
    Ich sehe die Möwen nach Fischstücken jagend,
    die ersten Matrosen marschieren an Deck.


    Dutzende Leute betreten das Achter,
    hinter den Edlen das ärmere Volk.
    Den vordersten tragen die Diener die Koffer
    auf dieses schöne Schiff genannt Falk.


    Es sticht in die kräuselnden Wogen hinein,
    die leinenen Segel vom Winde gefüllt.
    Dem Horizonte bald nahe, es wird schon sehr klein
    alsbald vom strahlenden Blau umhüllt.


    Ich stehe nun da, im gewaltigen Hafen,
    sehe dem Schiffe ins Meer hinaus nach.
    Die Hand zum Winke erhoben,
    doch meine Illusion zerbrach.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Die Idee dazu entstand im Geschichtsunterricht, als wir das Thema "Überfahrt der ersten Siedler nach Amerika" behandelten. Entstanden sind die ersten drei Strophen im Englischunterricht, die letzte bei mir zu Hause. So viel zu meinen schulischen Aktivitäten.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

  • Hallo, Buxi ^-^


    Da du ja schriebst "Wenn ihr etwas lest, dann lasst bitte einen Kommentar da, sei es auch nur 'Gedicht so und so hat mir gefallen, weil das und das. Gestört hat mich allerdings das und das'." dachte ich mir, mache ich das gleich mal, obwohl dein letztes Update bzw. die Erstellung des Topics schon wieder ein paar Tägchen her ist. :b Zum Startpost werde ich nichts mehr sagen, da du hierzu ja schon Feedback erhalten hast und mir nichts einfällt, was ich zu Cyndaquils zwei Zeilen hinzufügen könnte.

    Deine KG "Herr des Himmels" hat mir besonders gut gefallen, weshalb ich mich in meinem Kommentar dieser Geschichte widmen werde (obwohl sie, wie du schriebst, schon etwa ein Jahr alt ist).
    Einen sehr interessanten Titel besitzt diese KG schon. Er passt zur Handlung und macht den Leser neugierig, da er dennoch nicht zu viel über diese aussagt.
    Besonders gut gefallen haben mir die ersten paar Zeilen, die dir sehr gut gelungen sind. Sie wirken wie eine Art Einleitung zum eigentlichen Geschehen, die Handlung wurde aber trotzdem ausführlich genug beschrieben. Außerdem hast du es geschafft, in diesen wenigen Sätzen schon eine gewisse Stimmung einzubringen, die schon erahnen lässt, dass in deiner Geschichte nicht die Friede-Freude-Eierkuchen-Welt dominiert, simpel ausgedrückt.
    In der KG handelt es sich also um Voltolos und Boreos, welche in die Rolle als "Herren des Himmels" ausgesprochen gut passen. Ich muss zugeben, dass ich mich, hätte ich raten müssen wer der Herr des Himmels ist, eher für ein Pokémon wie Rayquaza entschieden hätte. Auf die Idee mit Voltolos und Boreos wäre ich kaum gekommen, wie gesagt verkörpern diese aber ehrlich gute 'Himmelsgeister', vor Allem, nachdem du sie so dargestellt hast, wie du sie dargestellt hast. Sprich, du hattest hier eine interessante Idee, die noch interessanter umgesetzt wurde.
    Der Kampf der beiden Pokémon wurde von dir sehr ausführlich beschrieben. Du hast über die ganze Geschichte verschiedenste Wörter verteilt, die deinen großen Wortschatz unter Beweis stellen. Das hättest du dir allerdings auch in dem Schreibstil, in dem du den Text verfasst hast, zunutze machen können, damit er sprachlich ausgefeilter wirkt. Zum Beispiel hätte man aus den beiden Sätzen "Krachend schlugen sie ein. Erst sah man nichts." noch viel mehr herausholen können. Ich bin mir sicher, du würdest das schaffen.
    Was Geschmacksache ist, mir persönlich aber gut gefällt, ist der Ernst deiner Kurzgeschichte. Ich meine damit, dass die Handlung allgemein nichts witziges an sich hat, sondern eben mehr etwas ernstes, aber in dem Text trotzdem vereinzelt witzige Stellen vorkommen. Zum Beispiel, wie Boreos sagt, Voltolos könne gleich durch ein Nagelotz ersetzt werden.
    Hiermit gleich zum nächsten Punkt: "wer" ist Demeteros? Für jemanden, der Pokémon nicht genau kennt, wird dies in dem Text nicht ganz klar, da dieses nur in einem Satz vorkommt. Es wird allerdings nicht erklärt, um wen es sich hierbei handelt. Soll es quasi ein Vorgesetzter von Voltolos und Boreos sein?
    Was leider im ganzen Text fehlt, sind die Beschreibungen der beiden Hauptcharaktere. Voltolos und Boreos wurden relativ detailreich gestaltet, so könnte man den Körper der beiden Pokémon genauer beschreiben. Wie bei Demeteros bereits gesagt: jemand, der Pokémon oder vielleicht auch nur die 5. Generation nicht gut genug kennt, hat keine Vorstellung davon, wie beide eigentlich aussehen. Zum Beispiel ging nicht mal ganz klar heraus, ob es sich bei ihnen um die normalen Pokémon oder die Tiergeistformen handelte (wenn es die vor einem Jahr bereits gab). Ich weiß nun, dass Voltolos blau und Boreos grün ist, doch was ist mit dem Rest ihres Körpers?


    Hm, mein Feedback ist viel kürzer geworden, als es hätte werden sollen. Ich hoffe, es hat dich trotzdem gefreut.
    Im Großen und Ganzen ist dir diese KG sehr gut gelungen, nur auf Sachen wie eben genauere Beschreibungen u. Ä. hättest du besser achten können. Aber da du, wie gesagt, offenbar über einen großen Wortschatz verfügst, sollte das soweit kein Problem werden. :)  
    ~LG

  • Hallo Buxi, (:  
    Da bin ich mal wieder, ich dachte mir, ich könnte ja etwas zu einem deiner neuen Gedichte sagen. ^^


    Sie gehen weg
    Der Titel klingt erstmal recht nüchtern, wenn ich ehrlich bin. Irgendwie einfach, aber trotzdem steckt da – für mich – eine große Melancholie dahinter. Etwas stärker wäre es mit dem Wörtchen „fort“ statt „weg“ gewesen – in meinen Augen – einfach, weil das gehobener klingt, aber in dieser Art hat es auch etwas Kindliches an sich. Jetzt ist die Frage: weg im Sinne von an einen anderen Ort oder weg im euphemistischen Sinne dafür, dass sie sterben? Oder soll damit eine Abwanderung – ein Verlassen eines bekannten Ortes gemeint sein, der später verlassen dasteht? So ein einfacher Titel und doch können einem ziemlich viele Gedanken dazu kommen. (: Inspiriert wurdest du ja durch die „Überfahrt der Siedler nach Amerika“, wie du selbst sagst und ja, ich glaube, das hast du schon mit dem Titel recht gut dargestellt, auch wenn natürlich das Gedicht an sich, mit Sicherheit das noch mehr unterstreichen wird. (Ach und keine Sorge, du bist mit Sicherheit nicht der einzige Schreiber, der in der Schule seine Werke zu Papier bringt. Ich hab in der Berufsschule mal fast eine ganze Kurzgeschichte geschrieben. XD 1,5k in der Schule, die restlichen 200 zu Hause oder so.)


    Ein riesiges Schiff erhebt sich fast drohend
    über das hölzerne Pier hinweg.
    Ich sehe die Möwen nach Fischstücken jagend,
    die ersten Matrosen marschieren an Deck.

    → Okay, ich glaub, ich geh erstmal auf die Form ein, bevor ich mich um den Inhalt kümmere. ^^  
    Pier ist männlich, in der Seemannssprache ist es weiblich, also ist dein sächlicher Pier hier falsch. Außerdem ist die Frage, ob du wirklich den deutschen Pier meinst oder den englischen, weil das zwei Paar Schuhe sind. Im Englischen ist ein Pier wie ein Steg, eine Konstruktion auf Pfählen unter denen das Wasser hindurchfließt, während ein Pier im Deutschen massiv ist. (Quelle Wikipedia, ich hab davon nämlich keine Ahnung. xD)
    In Anbetracht der Zeit, in der du dein Gedicht wohl angesiedelt hast, wäre der Begriff Steg vielleicht besser. (Steg ist auch männlich.)
    Dann noch kurz zu den Möwen – nein, da hast du nichts falsch dargestellt, sondern ein Wort vergessen. Wenn du „jagend“ verwendest, müsste da – jedenfalls in meinen Augen – noch ein Verb dazu, wie zum Beispiel „fliegen“. Also entweder „Ich sehe die Möwen nach Fischstücken jagend fliegen“ oder „Ich sehe die Möwen fliegend nach Fischstücken jagen.“ Ist natürlich blöd, da sich das „jagend“ hier auf „drohend“ reimen sollte, aber für mich ist es nicht richtig. (jagend dürfte hier als Adverb dienen, aber ich glaube, da muss dann trotzdem noch ein Verb dazu. Aber mit den ganzen Begriffen aus der deutschen Grammatik bin ich nicht so sicher.)
    Als Einstieg gefällt mir das Bild von dem großen Segelschiff – in Anbetracht der Zeit, denke ich, ist es ein Segelschiff – welches sich majestätisch und doch einschüchternd vor einem erhebt richtig gut. Ich hatte sofort ein klares Bild vor Augen und die Möwen haben sogar gleich eine klangliche Untermalung gegeben. (Bissal Fantasie und man hört sie schreien. ^^) Du vermittelst durch die Matrosen, die an Deck marschieren gleich eine Aufbruchstimmung, was super zu dem Titel passt und auch schon einen kleinen Spannungsbogen beschreibt. Aber mal sehen, wie's weitergeht. (:


    Dutzende Leute betreten das Achter
    Hinter den Edlen das ärmere Volk.
    Den vordersten tragen die Diener die Koffer
    auf dieses schöne Schiff genannt Falk.

    → Achtern – da muss noch ein n hin. ^^  
    Wie schaut's eigentlich mit den Satzzeichen aus? Wenn du „Hinter“ in der zweiten Zeile groß schreibst, müsste in der ersten Zeile ja ein Punkt sein. Also entweder ganz ohne Satzzeichen oder richtig gesetzt, imo. ^^  
    Da scheinen ja die Leute aus allen Schichten nach Amerika zu wollen, interessante Sache. Ich muss gestehen, da fehlt mir jetzt das geschichtliche Wissen, ich hab mir das bisher gar nicht so vorgestellt. Aber gut, du hast es ja im Unterricht gehabt und deshalb natürlich wissen, wovon du sprichst. ^^ Auch hier schaffst du es ein schönes Bild von dem Aufbruch zu zeichnen, man sieht direkt, wie die Leute auf das Schiff gehen, wie sie nach „hinten“ - was ja achtern heißt – durchgehen und aus welchen verschiedenen Schichten sie kommen. Welche Beweggründe haben gerade die ärmeren Leute, auf das Schiff zu gehen? Wahrscheinlich der Wunsch nach einem Neuanfang in einem neuen Land. (Obwohl mir die Überfahrt zu lange dauern würde. Das war ja kein Kreuzfahrtschiff. Man konnte froh sein, wenn man kein Skorbut bekam.) Die reichen Leute wollen natürlich ihre Macht ausbauen, so denke ich mir das jedenfalls, in einem neuen Land sich ein Monopol aufbauen und wahrscheinlich ein wenig Geld schäffeln. (Investitionen in Land und ähnliches. Amerika war ja noch ganz jungfräulich, jedenfalls für die Siedler, würde ich sagen. Ist ja nicht so, als hätten die Indianer da nicht schon ein paar hundert Jahre ganz gut gelebt, ne?)
    Ist das Schiff eigentlich real, mit dem Namen Falk oder hast du dir das ausgedacht? Ja, ich bin neugierig. ^^


    Es sticht in die kräuselnden Wogen hinein,
    Die leinenen Segel vom Winde gefüllt.
    Dem Horizonte bald nahe, es wird schon sehr klein
    alsbald vom strahlenden Blau umhüllt.

    → Ach, was für ein herrliches Bild allein schon in der ersten Zeile! Anscheinend hast du hier einen kleinen zeitlichen Sprung gemacht, denn nun scheinen alle an Bord zu sein und die Falk sticht in See. Man sieht sie direkt vor dem geistigen Auge davon segeln, die Segel aufgebläht vom Wind. Etwas schnell geht mir das zwar mit dem Horizont, obwohl bei gutem Wind auch so ein Segelschiff sehr schnell sein kann, aber in Anbetracht der vielen Ladung geht mir das hier etwas zu schnell. Ist aber vielleicht auch nur mein Empfinden gerade. Mit dem strahlenden Blau meinst du sicherlich sowohl Meer als auch Himmel, die sich ja am Horizont treffen. Da war die Falk sicherlich nur noch ein kleiner Punkt. ^^  
    Von der Form her, sehe ich hier keine Fehler, bis auf das großgeschriebene „Die“ nach dem Komma, was mich bissl verwirrt, aber das hab ich ja in der Strophe davor schon gesagt, dass da eine Einheit ganz nett wäre. (:


    Ich stehe nun da, im gewaltigen Hafen,
    Sehe dem Schiffe ins Meer hinaus nach.
    Die Hand zum Winke erhoben,
    Doch meine Illusion zerbrach.

    → Dieses „Winke“ in der dritten Zeile will mir nicht so gefallen, ich weiß nicht warum. Ich würde ja eher „Abschied“ sagen … aber vielleicht mag ich auch einfach das Wort nur als Verb, gut möglich. ^^  
    Das lyrische Ich kommt hier jetzt mehr zum Tragen, das erste Mal wurde es ja in der ersten Strophe genannt, sodass man wusste, dass es sich hier nicht um eine reine Beschreibung handelt. Die erste Zeile vermittelt für mich ein Gefühl von Verlorenheit oder dass das lyrische Ich zurückgeblieben ist. Jetzt fragt man sich natürlich, warum es nicht mitgefahren ist. Welchen Grund hatte es, dort zu bleiben?
    Eigentlich klingt das Gedicht und die ganze Szene recht melancholisch irgendwie aus und dann schreibst du in der letzten Zeile, dass die Illusion zerbrach. Welche Illusion? War das vielleicht gar nicht real? Hat das lyrische Ich nur geträumt? Oder wird ihm jetzt erst klar, dass die Reise kein großes Abenteuer ist, sondern wesentlich härter wird?
    Ja, ich muss gestehen, ich glaube, das war hier so der Kern des Gedichts, die finale Aussage, aber irgendwie will mir nicht eingehen, was damit gemeint ist. ^^“ Tja, nun ja … sei's drum, dann versteh ich's halt nicht, soll aber kein negativer Punkt hier sein.


    Alles in allem hat mir dein Gedicht nämlich besonders durch die vielen beschreibenden Worte sehr gefallen, die Atmosphäre und Stimmung wirklich gut verbreitet haben. Man konnte sich gut in die Szene einfühlen und hatte richtige Bilder im Kopf. ^^  
    Dein Reimschema war zwar nicht immer perfekt, aber grundsätzlich hat sich der Kreuzreim hier gut gemacht, brachte mich nicht zum Stolpern, was ich persönlich immer als positiv empfinde.


    So viel zu meinen Gedanken zu deinem Gedicht. ^^ Bin schon gespannt, was du uns als nächstes zeigen wirst.


    - Cynda

  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    KurzgeschichteBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Vanille


    Ich nehme die gestohlenen Mangos und reihe sie fein säuberlich auf dem Stein auf. Ich hebe meine Hand und konzentriere meine Kraft. Ich schlage zu. Der Saft spritzt umher und hinterlässt orange Flecken auf dem Stein, im Gras und auf meinem durchtrainierten Körper. Doch ich bin nicht zufrieden. Mein Bruder schafft es mit Steinen, während ich mich mit Früchten abmühe, die er mir stiehlt. Mein grosser Bruder ist so viel besser als ich. Er kann alles und ist in allem gut. Ich beneide ihn. Ich beneide ihn sehr! Neben mir liegen noch mehr Mangos. Ich nehme einen, werfe ihn in die Luft und zerfetze ihn mit einem Fusskick. Immer noch nicht gut. Zu wenig Fokus. Zu wenig Kraft. Viele wären beeindruckt gewesen. Doch die kennen meinen grossen Bruder nicht. Er ist ein Maschock. Und ich nur ein Machollo. Ach wie gerne wäre ich entwickelt, so wie mein Bruder. Ich muss trainieren, um die nötige Kraft zu gewinnen. Ich muss. Der letzte Mango liegt in Stücken vor mir auf dem Stein. Jetzt muss mein Bruder neue klauen. Ich kann das nicht. Ich bin schwach.
    Mangels besserer Beschäftigung schlurfe ich, verärgert über meine Unfähigkeit, durch das hohe Gras zum Stadtrand. Die Stadt ist geschäftig, überall blinken Lichter und grosse Menschen - so nennt sie mein grosser Bruder - eilen von einem Ort zum anderen. Das gefällt mir. Es lenkt mich ab. Es beschäftigt mich.
    Plötzlich höre ich ein giftiges Zischen: „Du! Was machst du an meinem Platz?“ Ich drehe mich überrascht um, aber dennoch bereit, zuzuschlagen. Das bin ich immer. Doch als ich den Urheber des Zischens erblicke, lasse ich kraftlos meine Hände sinken. Meine Knie werden weich und wackelig wie der Pudding, der mir mein Bruder auf den Geburtstag geschenkt hat. Ich sehe ein holdes Wesen. Nein, nicht nur hold. Das holdeste Wesen der Welt! Sein rotes Fell glänzt im Licht der nahen Stadt, seine Augen funkeln. Wunderschön. Mein Gehirn macht eine Pause und überlässt mich meinem Herz, das ganz schnell pocht. Das Wesen hebt anmutig eine Pfote und geht um mich herum, seine sechs Schweife stellen sich auf. Ich drehe mich auch, doch meine wackeligen Knie machen nicht mit. Ich kippe um. Mein Gesicht fällt ins Gras, doch ich nehme den herben Duft nicht wahr. Es riecht zu stark nach dem Wesen. Diesem wundervollen Wesen. Ich bin auf Wolke sieben.
    „Geh weg, du stinkst und beschmutzt meinen Lieblingsplatz!“, keift das Wesen mich an. Doch ich reagiere nicht. Ich will bleiben. „Wer bist du?“, stammle ich leise. „Geht dich nichts an!“, blafft es. „Ich gehe nicht weg, ohne es zu wissen“, gebe ich stockend zurück. „Ich bin Vanille, das Vulpix. Verzieh dich jetzt!“
    Vanille. Was für ein wundervoller Name. Er tönt schön in meinen Ohren. Ich will ihn aussprechen, ihn auf meiner Zunge fühlen. „Vanille“, flüstere ich, durchströmt von Wonne. „Jetzt steh schon auf, oder ich esse heute Machollobraten! Ich berste gleich!“, zetert Vanille. Ich beachte sie nicht. Ich will bei ihr sein. Nicht weggehen. Hier im Gras. An ihrem Lieblingsplatz. Ich schaue auf. Ihr Gesicht strahlt vor Schönheit und Eleganz. Und vom Feuer, das ihren Schweif umspielt. Warmes, liebliches Feuer. Bis es ausbricht.
    Eine brennend heisse Feuersäule taucht den Schweif in Flammen. Funken sprühen umher und es tost wie bei einem Vulkanausbruch. Vulkanausbrüche sind gefährlich. Mein Überlebensinstinkt sagt mir, ich soll aufstehen. Doch mein Herz will nicht. Nach einem Vulkanausbruch wird die Erde fruchtbar und gut. Vielleicht werde ich auch gut. Vielleicht kann ich ein Maschock werden.
    Erste Flammenzungen streifen meinen Rücken, doch ich spüre keinen Schmerz. Ich spüre nur Freundschaft. Aber nicht solche Freundschaft wie zwischen mir und meinem Bruder. Es ist anders. Eine heisse Freundschaft, die sich bewegt wie Schmetterlinge im Frühling. Ein Beisammensein, das enger ist als normale Freundschaft. Mein Bruder hätte es Liebe genannt. Ich fühle die Wärme des Feuers an meinen Armen. Es verzehrt mich von aussen, um mich gut zu machen, wie es die Erde fruchtbar macht. Von innen verzehrt mich die spezielle Freundschaft zu Vanille, um meinen Geist zu reinigen. Damit ich wieder von vorne anfangen kann. Zusammen mit ihr. Ein Leben in einem guten Körper und einem reinen Geist. Etwas Erstrebenswertes. Die perfekte Harmonie. Langsam vertilgt die Hitze in mir die Gedanken an Oberflächliches. Wie Mangos. Oder Steine. Sie zerstört den Ballast in meinem Kopf, um darauf neue Dinge wachsen zu lassen. Wundervolle Dinge.
    Die Flammen hüllen mich ein wie in eine Decke. Eine Decke, die mir warm gibt, wenn es mir kalt ist. Eine Decke, die mich mit ihr verbindet. In meinem Kopf ist alles weiss. Inmitten davon kämpft mein Bruder gegen etwas Unsichtbares. Er kämpft wie noch nie in seinem Leben. Er teilt Schläge aus und kickt seinen Gegner. Doch er verblasst langsam. Ich sehe zu und freue mich. Er gehört nicht zu mir und Vanille. Es ist gut, dass er weg ist.
    Ein Ästchen durchstösst das Weiss. Es wächst. Es wird grösser und stärker. Erste Zweige spriessen und weitere lassen das Bäumchen hochschiessen. Blätter gedeihen und das wohlige Grün erfüllt mein Herz mit Freude. Knospen entstehen. Frühlingshaft und ursprünglich. Der Baum hält inne. Und wie auf einen Befehl gehen alle Knospen auf. Weisse Blüten zeigen mir ihre wahre Pracht. Ein wohliger Geruch durchströmt mich und macht mich glücklich.
    Es ist das letzte, was ich sehe. Vanilleblüten.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Dieser Text entstand aufgrund eines Reizwortwettbewerbs. Im Endeffekt stand diese etwas unlogische, irrationale Geschichte über einen Minderwertigkeitskomplex, den ein Machollo mit seiner Liebe auf den ersten Blick zu überwinden versucht. Fest davon überzeugt, sich endlich vom Bruder abnabeln zu können und sein eigenes Leben zu führen, überhöht Machollo die Bedeutung von Vulpix im eigenen Leben und bezahlt schliesslich dafür.
    Die im nachhinein viel zu schweren Reizwörter (es gab keine einzige Geschichte, die alle mühelos einbauen konnte) waren: Vanille, Freundschaft, Vulkanausbruch, Wolke sieben und Mango.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus



  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    GedichtBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Trauerweiden weinen nicht


    Still stehe ich am Fluss.
    Er zieht an mir vorüber.
    Leise murmelt er
    Unverständliches.


    Mein Ast hängt ins Wasser.
    Ein Blatt treibt darin.
    Wie die Träne eines Menschen,
    auf seiner Wange.


    Ich sehe ihm zu.
    Er sitzt auf meinen Wurzeln.
    Er weint, er seufzt.
    Der Fluss murmelt weiter.


    Ich fühle Trauer.
    Ich fühle Schmerz.
    Ich fühle Leere.
    Doch ich weine nicht


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Dieses Gedicht entstand im Rahmen des Pflanzengedichtewettbewerbs im April 2013. Ich schrieb es während einer, zum Glück sehr seltenen, Phase, in der es mir nicht so gut ging. Diese ging schnell vorbei, und übrig blieb dieses Gedicht, mit dem ich doch prompt meinen ersten Wettbewerb gewann.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

  • Hallo Buxi,
    weil du mich ja drum gebeten hast habe ich mir mal etwas Zeit genommen, um näher auf deine Abgabe zur Reizwortgeschichte einzugehen. Ich kann leider nicht sagen, ob es viel Aufwand war, die Wörter mit hineinzubringen, weil ich damals selber nicht mitgemacht habe, daher werde ich darauf auch nicht eingehen können, aber okay, erst einmal durchlesen.


    Ehrlich gesagt weiß ich nicht so ganz, was ich dazu sagen soll. Jetzt beim ersten Durchlesen geht die Story des Textes nicht ganz in meinen Kopf herein. Klar, da ist dieses Machollo, das sich entwickeln will wie sein großer Bruder Maschok, dann trifft es auf ein Vulpix in das es sich Hals über Kopf verliebt. Das ist dann aber nicht ganz so begeistert davon und killt ihn erst einmal mit einer Feuerattacke? Und Machollo freut sich darüber, weil es denkt, dass das ein Zeichen der Zuneigung ist? Öhm...
    Okay, ich muss genauer darauf eingehen, denke ich. Was mich zuerst einmal massiv stößt ist die angesprochene Freundschaft zwischen Machollo und Vulpix, die einfach nicht ist. Klar könnte Machollo diese Freundschaft nach einer Weile empfinden, aber sofort nachdem er das Vulpix sah? Nein, eher nicht, denke ich.
    Genauso erschließen sich mir die Gedankengänge von Machollo nicht immer ganz. Woher kennt er denn einen Vulkan? Selbst wenn sein Bruder ihm alles erzählt, der Vulkan ist doch ganz wo anders? Das ist mir nicht ganz aufgegangen.
    Genauso der fruchtbare Boden Aspekt, der hat für mich einfach nicht ganz hineingepasst. Machollos Wunsch wurde von Anfang an mit hineingebracht, das ist in Ordnung und stellt auch einen Grundteil der Geschichte dar. Aber mit Vanille ist für mich ein Charakter hinzugekommen, der imo nicht notwendig gewesen wäre. Die Entwicklung der Gefühle für es, das viel zu kurz gehaltene Gespräch (ganz oder gar nicht bitte), sowieso die komisch aufgefasste Idee "Oh, klar, sie attackiert mich, sie mag mich!" ... Irgendwie passt das nicht zusammen. Es hätte mir besser gefallen, wenn Vanille nicht vorgekommen wäre. Aber sicherlich lag das auch daran, dass du die Wörter mit hineinbringen musstest, nicht wahr?
    Ich jedenfalls habe irgenwie nie das Gefühl gehabt, dass Machollo auch nur ansatzweise logisch denkt und Konsequenzen zieht. Überhaupt wirkt die Story für mich ein wenig unausgereift, mit zu vielen Aspekten die viel zu wenig in Betracht genommen wurden und nicht weiter ausgearbeitet wurden.


    Zum schriftlichen selber kann ich sagen, dass mir vor allem am Anfang viel zu oft "Ich" auftauchte. Die Sätze erscheinen wie eine Anreihung von Tätigkeiten und Gedanken, die aber nie wirklich auf der Gefühlsebene erklärt werden. Natürlich kann man, wenn man denn will, das Gesagte und Gedachte, ja sogar die taten selbst interpretieren, aber gerade auf der Textebene ist es besser und wirkt auch einfach besser, wenn man explizit die Gefühle erwähnt, die der Charakter hat, gerade in der Ich Perspektive. Denn die lebt davon, dass der Erzähler nur seine eigene Wahrnehmung hat und ein Großteil der Wahrnehmung ist eben die Gefühlswelt des Charakters. Psychologen würden jetzt vermutlich sagen: "Und wie fühlen sie sich dabei?" und diese Frage musst du immer im Hinterkopf bewahren.
    Geh am Besten auch mehr auf die Umwelt ein, ein weiterer großer Aspekt der Wahrnehmung. Beschreib nicht einfach nur stumpf Handlungen, versuche dich in den Protagonisten hineinzuversetzen und schmücke es auch weiter aus.


    Was mich auch gestört hat waren die sehr abgehackten Sätze, die immer wieder zwischendurch aufgetaucht sind. Wenn du damit die mangelnde Kapazität von Machollo anspielst, dann hättest du das auch bei der Wortwahl beachten müssen, denn die klingt ganz normal. Versteh mich nicht falsch, hin und wieder sind kurze Sätze, die zum Denkanstoß beim Leser führen, sogar gut, aber gerade wenn diese sich in einem Wall of Text hintereinander Reihen ist es einfach fürchterlich anstrengend.
    Das letzte was ich noch zu Meckern habe ist die Kommasetzung, die von meinem Gefühl her teilweise nicht richtig ist. Ließ dir den text quasi in Gedanken selbst vor und setze auch nur dort, wo du durch dein Sprachgefühl eine Pause machst ein Komma. Rechtschreibfehler sind mir nicht untergekommen, allerdings ist es auch gut möglich, dass ich diese einfach überlesen habe, das passiert bei mir öfters.


    So, das war es dann auch wieder von mir. ich hoffe dir hilft meine Kritik ein wenig und du bist nicht allzu beleidigt, dass ich so hart war, denn nur dadurch kann man sich verbessern.
    Liebe Grüße,
    Caithy

  • Danke vielmals für den Kommi^^ Die Kritik ist angemessen und konstruktiv.


    So, das war es dann auch wieder von mir. ich hoffe dir hilft meine Kritik ein wenig und du bist nicht allzu beleidigt, dass ich so hart war, denn nur dadurch kann man sich verbessern.


    Nein, nein keineswegs^^ Schliesslich kann ich mit Kritiken, die nur "grossartig", "toll" und "unglaublich" beinhalten nicht so viel anfangen, auch wenn es mich natürlich freut.


    Was mich zuerst einmal massiv stößt ist die angesprochene Freundschaft zwischen Machollo und Vulpix, die einfach nicht ist.


    Die ist auch nicht. Er beschreibt sein Gefühl als der Freundschaft ähnlich, aber doch ein wenig anders.


    Vulkan


    Vulkanausbruch war halt ein Reizwort... Ich gebe die noch an, wenn ich es nicht getan habe.


    Genauso der fruchtbare Boden Aspekt, der hat für mich einfach nicht ganz hineingepasst.


    Das ergibt, zumindest für mich als den Autor, schon Sinn. Vielleicht kommt das aber nicht klar genug rüber. Wenn ein Vulkan ausbricht, geht zwar alles an Pflanzen kaputt, aber durch die Asche entsteht extrem fruchtbarer Boden. Machollo weiss dies von Maschock, und hofft, dass er sich aufgrund dieser Eigenschaft der Asche als Maschok aus der Attacke wieder erhebt. Deshalb unternimmt er auch nichts dagegen.


    Überhaupt wirkt die Story für mich ein wenig unausgereift, mit zu vielen Aspekten die viel zu wenig in Betracht genommen wurden und nicht weiter ausgearbeitet wurden.


    Das ist klar^^ Ich bin nicht so gut im plotten und mache das auch überhaupt nicht gerne... Das drückt in den Kurzgeschichten natürlich durch, viel mehr als in den Gedichten, die Momentaufnahmen ohne grosse Handlung sind. Am Anfang war mir klar, dass ich über ein Machollo im hohen Gras bei Erzelingen schreibe. Das wäre auch die angesprochene Stadt. Aus dieser Idee hat sich diese doch eher krasse Geschichte gebildet.


    Buxi



  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]





    DrabbleBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    König


    Der Wind streicht mir durch das Federkleid, ich spüre den Druck unter meinen grossen Schwingen, welche mich elegant durch die Lüfte tragen. Nicht umsonst werde ich deswegen König der Lüfte genannt, denn grazil und anmutig schwebe ich über Felder, Wiesen und Wälder, auf Beutezug nach kleinen Tieren, welche die grosse Ehre haben werden, mir, dem König der Lüfte, zu dienen. Als Essen. Ist doch schön, wenn man für sein Vorbild sterben kann, für mich wäre dies Ruhm ohne Grenzen. Meine Beute denkt sicher auch so, denn ich bin ihr König und Idol, herrlich, gottesgleich und ideal.


    Der Tyrann kommt.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Macht


    Macht… Etwas, nach dem alle streben. Blutige Kriege und brutale Kämpfe entbrennen, um die ganze Prestige auf seine Seite zu ziehen. Sinnlos, und doch in den Genen der Menschen verankert. Unnötig, aber wegen Gier und Lüsternheit heiss begehrt. Wer sie hat, nutzt sie aus, solange er kann, denn er wird bald gestürzt. Wer stürzt, wird gestürzt. Wer kämpft, wird bekämpft. Wer tötet, wird getötet. Macht ist ein Killer. Sie tötet alle Feinde, verzehrt aber auch den, der sie besitzt. Sie knechtet alle Menschen, denn nach ihr wird getrachtet wie nach nichts anderem. Sie treibt die Menschheit in die Dunkelheit.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Gott


    Er ist das Oberste, das Letzte, das Beste. Er ist die Ursache der Ursache, der erste Strich der Zeichnung. Er ist der König, er hat die Macht. Er ist die Vollkommenheit des Seins. Und dennoch ist er beschränkt.
    Die, die ihn preisen, töten. Ihr Grund ist Gott. Die, die sich wehren, beginnen einen Krieg um König und Macht, blutig und hart. Bald wehren sie sich nicht nur, sie greifen aktiv an. In seinem Namen leiden tausende Menschen. In seinem Namen wird Unzähliges zerstört. Er will das nicht. Es ist nicht mehr sein Name. Es ist der Name des Teufels.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Diese Drabbleserie ist eines meiner ältesten Werke, das mir heute (16.09.2016) auch noch gefällt. Die ersten beiden Drabbles, König und Macht, entstanden, als ich gerade mal 13 Jahre alt war, der dritte, Gott, entstand über eineinhalb Jahre später. Es war von Anfang an geplant, drei Drabbles mit diesen drei Titeln zu schreiben. Der inhaltlich scheinbar grosse Stilunterschied zwischen König und Macht, die am selben Tag geschrieben wurden, mag verwundern, insbesondere, da sich Macht und Gott viel ähnlicher sind. Allerdings behandeln sie das gleiche Thema, das sich als roten Faden durch alle drei zieht: Machtgier und ihre unterschiedlichen Ausprägungen. Der erste Drabble zeigt das Bild des Machtgierigen, das er von sich selbst hat, sowie das, das seine Untertanen von ihm haben. Der zweite zeigt das Mittel, das genutzt wird, um die Macht zu erlangen, sowie die Konsequenzen dieses Mittels, und der dritte zeigt einen seit Jahrhunderten missbrauchten Legitimationsgrund auf, die Religion.
    Wie ich auf die Idee gekommen bin, König aus der Sicht eines Adlers zu schreiben, weiss ich nicht mehr. Die anderen beiden Drabbles sind eher standardmässig geschrieben, vielleicht etwas technischer als die Wettbewerbsdrabble, die diesen beiden als Vorbild gedient haben.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Im Zuge der Umgestaltung meines Startposts wurde die ganze Drabbleserie hier veröffentlicht und mit dem Prädikat "Picked by Buxi" versehen. Obwohl das Werk, wie bereits erwähnt, etwas älter ist, hat es nichts von seiner Aktualität verloren, sowohl im Bezug auf das Weltgeschehen als auch im Bezug auf meine persönlichen Interessen, ich kann noch immer voll hinter diesen Aussagen stehen.

  • Hallo Buxi, :D  
    Nachdem du mich ja für diesen dritten Teil benachrichtigt hast (Danke dafür!), dachte ich mir, nehme ich mich der Sache gleich mal an.


    Gott
    Da war ich sowohl gespannt als auch skeptisch, was nun kommen wird. Nicht, weil ich ein Problem mit der Thematik habe, sondern eher, weil meist auf Gott die Schuld an Dingen geschoben wird, was nicht seine ist. Aber, wie gesagt, ich war auch sehr gespannt, was du aus der Thematik gemacht hast und ich muss sagen, dir ist hier wirklich ein äußerst interessantes Drabble gelungen.

    Zitat

    Er ist das Oberste, das Letzte, das Beste. Er ist die Ursache der Ursache, der erste Strich der Zeichnung. Er ist der König, er hat die Macht. Er ist die Vollkommenheit des Seins. Und dennoch ist er beschränkt.

    Bibelreferenz? Der erste Satz klingt stark nach Offenbarung Kapitel 1, Vers 8. Allgemein finde ich diesen Anfang sehr gut, um zusammenzufassen, wer Gott ist. Allerdings konzentrierst du dich stark auf das Herausstellen der Macht und der Tatsache, dass Gott keinen Anfang und kein Ende hat. Allerdings gäbe es da eine andere Sache, die man hätte herausstellen können, die - gerade im Bezug darauf, was du im Folgenden beschreibst - interessant gewesen wäre. Nämlich das, was in 1. Johannes Kapitel 4, Vers 8 steht: "Wer nicht liebt, hat Gott nicht kennengelernt, weil Gott Liebe ist."
    Mit der Aussage, dass Gott beschränkt ist, gehe ich jetzt nicht konform. Ein allmächtiges Wesen kann nicht beschränkt sein - aber gut, es ist dein Drabble und deshalb kreide ich das auch nicht an, sondern sage nur, dass es meiner Ansicht nicht entspricht. ^^ Wie gesagt, für einen besseren Bruch - gerade was den Satz gleich danach betrifft - wäre die Tatsache, dass Gott Liebe ist - Personifikation von Liebe, laut der Bibel - recht interessant. Um quasi noch stärker herauszustellen, dass die nachfolgend angesprochenen Kriege nicht in seinem Sinne sind.

    Zitat

    Die, die ihn preisen, töten. Ihr Grund ist Gott. Die, die sich wehren, beginnen einen Krieg um König und Macht, blutig und hart. Bald wehren sie sich nicht nur, sie greifen aktiv an. In seinem Namen leiden tausende Menschen. In seinem Namen wird Unzähliges zerstört. Er will das nicht. Es ist nicht mehr sein Name. Es ist der Name des Teufels.

    Hier könnte ich eigentlich ein riesiges WORD dalassen und gehen, aber das wäre bissl wenig, wa?
    Du verallgemeinerst hier ziemlich viel, was dir selbst bewusst ist, aber lassen wir es ruhig so stehen, denn wenn man genau ist, sind es wirklich viele die zwar sagen, dass sie an Gott glauben, aber trotzdem werden Waffen heilig gesprochen und Kriege gesegnet. Ich meine, dass kann unmöglich der Wille eines Gottes sein, der - wie die Bibel sagt - Liebe ist.
    Faszinierend ist, dass gerade im Neuen Testament sich eindeutig gegen Waffen ausgesprochen wurde. Jesus sagte - Matthäus Kapitel 5, Vers 3 - "Glücklich sind die Friedsamen". Wenn man sich jetzt an die Gefangennahme von Jesus erinnert - da wollte Petrus ihn ja mit einem Schwert verteidigen - sagte Jesus eindeutig, dass die, die zum Schwert greifen, durch das Schwert umkommen werden. (Matthäus Kapitel 26, Vers 52)
    Irgendwie musste ich an die Kreuzzüge denken, als davon gesprochen wurde, dass die, die sich wehren einen Krieg um König und Macht beginnen. Ich denke mir jedenfalls, dass das vielleicht damals passiert ist, als die Kreuzritter in Richtung Jerusalem marschiert sind. Eigentlich kann man es ihnen nicht verübeln, wenn sie sich gegen die Gewalt wehren oder sogar selbst beginnen anzugreifen. Was die Sache allerdings in keinem Fall besser macht, logischerweise.
    Und jetzt kommt's: Er will das nicht. Richtig. Und es ist auch nicht sein Namen, wie könnte so etwas mit Gottes Namen - oder Eigenschaften - konform gehen? Genau, gar nicht.
    Und der letzte Satz gefällt mir als Schluss besonders gut: Es ist der Name des Teufels. In dem Bezug fiel mir ein weiterer Bibeltext ein - Offenbarung Kapitel 12, Vers 9 -: "Und hinabgeschleudert wurde der große Drache — die Urschlange —, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt; er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert."
    Mir fiel dieser Text wegen der Aussage "der die ganze bewohnte Erde irreführt" ein, was - für mich - die Erklärung dafür ist, dass so viele Kriege stattfinden, gerade auch fälschlicherweise im Namen Gottes. Weil, Personen die wirklich an Gott glauben, nehmen nicht einmal eine Waffe in die Hand.
    Rundum ein äußerst interessantes Drabble zu dem mir jede Menge einfällt, was du mit der ein oder anderen Aussage "unter anderem" gemeint haben könntest. (Ich weiß nicht, da sind in meinem Kopf gerade so viele Verlinkungen, hammer. xD) Die Sache ist natürlich arg komprimiert dargestellt - hattest ja nur 100 Wörter - und etwas fehlt mir so die Aussage, dass Gott durchaus in der Lage ist der Sache ein Ende zu setzen. (Da könnte man sich jetzt im Bibelbuch Offenbarung vertiefen.) Trotzdem, nicht unbedingt eine Thematik über die viele schreiben und schon gar nicht in einem derartigen Ton. War nämlich schon fast überrascht, dass du wirklich konkret vom Teufel als Gegenspieler sprichst, viele übergehen diesen ja vollkommen, wenn es um Gott geht.


    Zum Schluss ist mir - schon wieder - ein Bibeltext eingefallen, der vielleicht ganz schön zu lesen ist, nach dem ganzen Leid, was du in deinem Drabble angesprochen hast:
    "Und er wird gewiss Recht sprechen unter den Nationen und die Dinge richtigstellen hinsichtlich vieler Völker. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen." - Jesaja Kapitel 2, Vers 4.


    Aber bevor ich jetzt das Kommi beende, möchte ich noch kurz auf die Trilogie als Ganzes eingehen, denn das ist ja doch auch wichtig. ;)
    Dein erstes Drabble hieß König - und es ging eindeutig um ein Tier -, das zweite Drabble trug den Titel Macht - und beschrieb den Hunger danach als große Dunkelheit, das dritte und letzte Drabble heißt Gott. Im ersten Moment ist die Verbindung zwischen den dreien nicht ganz sichtbar. Man könnte sagen, es ist jeweils eine Steigerung. Oder die Macht ist das Mittelstück, da sowohl König als auch Gott Macht haben - wenn auch Gott mehr als der König, logischerweise.
    Du beziehst es jedoch alles auf die Situation der Menschen, weswegen im letzten Drabble ja klar ist, dass Gott keine Kriege will, der Teufel aber schon.
    Man könnte jetzt sagen, dass der König - der Adler - "teuflisch" ist, weil er jagt. Grundsätzlich allerdings ziemlich stark menschlich gedacht - allerdings vermenschlichst du ihn auch sehr stark in dem Drabble, weswegen man diese Ansicht nahe legen könnte -, da Tiere aber instinktgesteuert sind, ist "Fressen und Gefressen werden" nichts, was man verurteilen müsste.
    Also ... ja, ich bin etwas überfordert damit, die Sache in Einklang zu bringen, aber das liegt bestimmt nur an mir. *sehr sicher sogar, ich hab da immer Probleme. Abstraktes Denken ist NICHT meine Stärke. xD* Ich freue mich jedenfalls, dass du deine Serie beenden konntest. (:


    Sou, ein etwas anderes Kommi - und mein allererstes Kommi mit derartig vielen Bibeltexten, aber well, bei dem Thema kann man ja nur dieses Buch heranziehen, nicht wahr? -, ich hoffe du kannst mit meinen "Gedanken" - weil wirklich Kritik ist es ja nicht - was anfangen. (:


    In diesem Sinne: Happy Writing! ^_^
    - Cynda

  • So, nach gefühlten 100'000 Jahren kommt der Re-Kommi, entschuldige für die lange Wartezeit. Ich hoffe, du siehst es überhaupt^^ Das traue ich dir aber zu. Ich bedanke mich sehr für den ausführlichen Kommentar zu meinem Werk (ist ja eigentlich ein Kommentar im eigentlichen Sinne, weniger eine Kritik, wie du auch selbst sagst). Es hat mir grossen Spass bereitet, ihn durchzulesen, und ich habe es sicherlich etwa zehn Mal gemacht. Du hast dir wirklich grosse Mühe gegeben, nicht auch zuletzt mit dem Heraussuchen all dieser Bibelsprüche. Ich bin beeindruckt. Und nur so vorneweg: Ich habe den Drabble ohne jegliche Zuhilfenahme der Bibel geschrieben. Alle Referenzen sind zufällig, auch wenn sich in der Bibel zum Thema Gott praktisch alles finden lässt^^ Ich war überrascht, wie oft zu das Buch der Offenbarung zitiert hast, weil ich habe wirklich hin und wieder an dieses gedacht, aber mehr wegen der Inspiration (vielleicht kennst du Darksiders, das Videospiel). Dort geht es auch um die Offenbarung. So, nun zum Eingemachten:


    Da war ich sowohl gespannt als auch skeptisch, was nun kommen wird. Nicht, weil ich ein Problem mit der Thematik habe, sondern eher, weil meist auf Gott die Schuld an Dingen geschoben wird, was nicht seine ist. Aber, wie gesagt, ich war auch sehr gespannt, was du aus der Thematik gemacht hast und ich muss sagen, dir ist hier wirklich ein äußerst interessantes Drabble gelungen.


    Danke für das dicke Lob^^ Nachdem (zumindest meiner Meinung nach) die anderen beiden Drabbles ziemlich gelungen sind, habe ich mir grossen Druck auferlegt, dass die Nachfolge auch gut sein muss. Diese Aussage erleichtert ungemein.


    Bibelreferenz?


    Nö.


    Mit der Aussage, dass Gott beschränkt ist, gehe ich jetzt nicht konform. Ein allmächtiges Wesen kann nicht beschränkt sein - aber gut, es ist dein Drabble und deshalb kreide ich das auch nicht an, sondern sage nur, dass es meiner Ansicht nicht entspricht. ^^


    Ich glaube nicht an Gott. Trotzdem stimme ich dir eigentlich zu, dass ein allmächtiges Wesen nicht beschränkt sein kann (ausser das Szenario mit dem Stein und dem Rüberspringen), wo bleibt denn sonst die Logik^^
    So im Nachhinein gesehen wäre wohl die Formulierung Und dennoch wird er beschränkt besser. Aber letztendlich spielt das keine Rolle, weil wenn jemand beschränkt wird, ist er ja beschränkt, nicht?


    Ich meine, dass kann unmöglich der Wille eines Gottes sein, der - wie die Bibel sagt - Liebe ist.


    BACKWORD


    Nein, ich muss dir hier komplett zustimmen. Ich verurteile die Kriege, die in Gottes Namen geführt werden, aufs Schärfste. Nicht einmal unbedingt, weil ich die Kriege dann soooooo schreckliches finde (man verstehe mich nicht falsch, ich bin kein Befürworter von Krieg, ich kann's nur nicht gerade besser formulieren), sondern weil die Leute, die den Krieg führen, den Namen ihres Gottes, ihres Führers also, ausnutzen, um ein anderes Ziel zu erreichen, in der Regel Herrschaft und Macht. Und schon sind wir bei einem Teil vom Zusammenhang angekommen, mehr dazu beim entsprechenden Zitat.


    Irgendwie musste ich an die Kreuzzüge denken, als davon gesprochen wurde, dass die, die sich wehren einen Krieg um König und Macht beginnen.


    Da hat der Drabble die richtige Assoziation ausgelöst, denn ich wollte hier die Kreuzzüge auch thematisieren (oder sogar vor allem), und nicht nur den aktuelleren Dschihad der Islamisten. Ich finde es schwach, dass viele Leute glauben, dass die guten, heiligen Christen von den unzivilisierten, brutalen Islamisten bedroht und massakriert werden. Vielleicht hat es wahre Teile dran - im Hinblick auf die letzten zehn, zwanzig Jahre. Es lässt sich in keinster Weise verleugnen, dass es grosse, christliche Organisationen gibt, die in der Türkei die blaue Moschee hochjagen wollen.
    Aber - das Aber musste ja kommen - wenn man gut 800 Jahre zurückgeht, zu den Kreuzzügen, sind sogar die Anschläge auf das Worldtradecenter nichts weiter als eine Bagatelle. Tausende von Christen sind losgezogen (aufgrund von Armut und Landknappheit, weniger aus religiöser Überzeugung), um ins gelobte Land Israel zu ziehen und dort die Ungläubigen zu vertreiben - mit grossem Erfolg, wie im Nachhinein feststellbar ist. Zu zehntausenden haben sie die damals viel zivilisierteren Moslems verschleppt, vergewaltigt ausgeplündert und hinterher abgeschlachtet. Es war ein Blutbad kaum zu vergleichen mit dem heutigen Dschihad. Es regt mich total auf, dass so viele Leute nicht sehen, oder wenn sie es sehen, nicht wahrhaben können, dass auch die Christen einmal die "Bösen" waren. Ich meine, es wird sich wieder ändern, in ein paar hundert Jahren sieht es ganz anders aus. Das grosse goldene Zeitalter von Westeuropa und Amerika steht meiner Meinung eher gegen Ende, da dauerhaftes Wachstum (wie der vorherrschende Kapitalismus ja voraussetzt) unmöglich ist. Wer jetzt denkt, dass ich den Kapitalismus nicht mag, liegt falsch. Es ist kein dauerhaftes System, und es hat deutliche Mängel. Aber zumindest im Moment gibt es keine brauchbaren Ideen und Systeme, die einfach und wirkungsvoll umgesetzt werden können. Leider. Ich bin etwas abgekommen vom Thema, merke ich grad^^


    Die Sache ist natürlich arg komprimiert dargestellt - hattest ja nur 100 Wörter - und etwas fehlt mir so die Aussage, dass Gott durchaus in der Lage ist der Sache ein Ende zu setzen. (Da könnte man sich jetzt im Bibelbuch Offenbarung vertiefen.)


    Hmm, wie denn? Handbewegung und Erde macht PUMM? Scherz beiseite (ich weiss, er ist nicht lustig), wieso setzt denn Gott dem kein Ende? Viele argumentieren ja damit, dass Gott die Menschheit prüft. Na toll, das täte er dann seit das Christentum erfunden wurde. Meiner Meinung ist das auch nicht damit vereinbar, was das Christentum sagt. Gott liebt alle - unabhängig von allen Faktoren. Folglich müsste er die ganze Menschheit lieben, und aus Liebe dem ein Ende bereiten. Wenn alle nett und gut sind, muss man auch niemanden mehr prüfen. Dies ist btw eines der Hauptgründe dafür, dass ich nicht an Gott glaube. Es erscheint mir einfach unrealistisch, und wenn's wirklich so ist, dann will ich gar nicht daran glauben.


    War nämlich schon fast überrascht, dass du wirklich konkret vom Teufel als Gegenspieler sprichst, viele übergehen diesen ja vollkommen, wenn es um Gott geht.


    Ich überlegte mir ernsthaft, ob ich den nicht weglassen sollte. Aber ich brauchte einen Verantwortlichen, und ein Mensch wäre zu mickrig, also nahm ich halt den Teufel. Der kommt ja auch in der Bibel vor, also wird das schon in Ordnung sein. Ich meine, irgendwer muss ja die Eier im Friede-Freude-Eierkuchen zerschlagen haben, oder nicht?


    Also ... ja, ich bin etwas überfordert damit, die Sache in Einklang zu bringen, aber das liegt bestimmt nur an mir. *sehr sicher sogar, ich hab da immer Probleme. Abstraktes Denken ist NICHT meine Stärke. xD* Ich freue mich jedenfalls, dass du deine Serie beenden konntest. (:


    Wie weiter oben schon angedeutet, gibt es mehrere Zusammenhänge. Rein von der Form her (Perspektive und so) hebt sich der erste ja deutlich von den anderen beiden ab, welche relativ ähnlich sind, vom Aufbau und von der Art. Der Zusammenhang liegt vor allem in den Titeln, da alle drei voneinander abhängen. Beispiel:


    König hat Macht (nein, war nicht offensichtlich). Gott hat Macht. Diese Zusammenhänge sind klar. Nun aber der schon etwas komplexere Zusammenhang zwischen Gott und König, da dieser auf beide Seiten funktioniert. Gott ist einerseits ein König, der König über sein Werk sozusagen, während viele Könige, ein berühmtes Beispiel wären die absolutistischen Könige Frankreichs um Louis XIV, ihre Herrschaft mit Gott begründete. Sie seien von Gott auserwählt und eingesetzt, und nur er könne über sie richten. Deshalb waren sie übrigens auch von allen weltlichen Gesetzen entbunden.


    Der richtig interessante Zusammenhang kommt erst ins Spiel, wenn man, wie du schon recht gut versucht hast, auch noch den Inhalt dazunimmt. Ich muss aber zugeben, dass selbst ich als Autor es nicht schaffe, die Inhalte logisch miteinander zu verknüpfen (wenn ich dann mal reich und berühmt bin, können das dann Deutschlehrer machen^^). Man kann nur jeweils die anderen beiden Titel mit dem Text verbinden.


    Der Adler hat die Macht, andere Tiere zu jagen. Er kann nicht gestürzt werden, da er keinerlei natürliche Feinde besitzt. Weiter hat er sogar die Macht über Leben und Tod seiner Beute. Er ist sozusagen der Gott in seiner Welt.


    Macht wird angestrebt und ausgeübt von Menschen, oftmals von den höheren, also den Königen. Oftmals sind es auch sie, die einem Gott Macht "verleihen", weil sie allen ihren Untertanen die Religion aufzwingen. So hat der Gott ein Fundament, auf dem seine Macht steht, gemacht aus den Menschen, die ihn anbeten, gekittet mit der Macht des Königs. Meiner Meinung haben Götter, die nicht angebetet werden, auch keine Macht, da sie in Vergessenheit geraten sind oder nur noch der Unterhaltung dienen, so wie die griechischen Gottheiten beispielsweise. Ich wage einmal zu behaupten, das dass Christentum nur so weite Verbreitung findet, weil es eben allen aufgezwungen wurde (den Indios in Südamerika, den Eingeborenen in Afrika, aber auch dem Europäern). Irgendwie widerspricht sich das mit der ablehnenden Haltung zur Gewalt des Christentums. Kurz, ein König hat die Macht, seinen Gott überall hinzubringen. Das ist jetzt zwar sehr allgemein, aber immerhin.


    Gott vereint sowohl Herrschertum als auch Macht in einer Vollkommenheit. Einzig und allein sein Fundament, das heisst, die Leute, die an ihn glauben, schwanken hin und wieder, und das ganze Haus, also Gott, schwankt mit. Es kommt zum Missbrauch des Namens von Gott duch die Gläubigen. Das ist es, was meiner Meinung nach einen Gott einschränkt: Die Unvollkommenheit seiner Gläubigen.


    Ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen :)

  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    KurzgeschichteBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Unser Leben gleicht der Reise eines Wanderers durch die Nacht


    Der Wind wehte schwach über die Ebene vor dem Lager. Die Gräser waren vertrocknet und braun, unerträglich heiss brannte die Junisonne auf das Land nieder und tauchte es in ein rostrotes Licht. Einige Senkungen und Hügel unterbrachen die Ebene, ein paar Steinhaufen zeugten von der Zivilisation, die in längst vergangenen Tagen hier herrschte. Der nahe Fluss rauschte leise, das dreckige Wasser trennte die Soldaten von der anderen, sicheren Seite. Wie sehr wünschten sie sich, das Gewässer hinter sich zu lassen, in ihre Heimat zurückzukehren. Doch Spaniens Sommer war unerbittlich und gnadenlos.


    Drei Männer sassen um ein Lagerfeuer, die blaue Uniform der imperialen Hundertschweizer vom Staub grau gefärbt. Das Feuer liess zur Abendstunde unheimliche Schatten tanzen. Der eine Mann, von grosser und kräftiger Statur, reinigte den Lauf seiner Muskete. Schwermütig schweifte sein Blick über das Grasland. Noch konnte er nichts erkennen, was auf den Feind hingedeutet hätte. Doch tief im Inneren wusste er, dass er da war. Hinter der nächsten Hügelkuppe hielt er sich versteckt. Beklommen blickte der Mann zu seinem Nachbarn. Den dreieckigen Hut gegen das Knie gelehnt, erfüllte er die stickige Luft mit dem melancholischen, blechernen Klang seiner verbeulten Mundharmonika. „Die ist schon acht Jahre alt“, sagte er. „23 Gefechte und Scharmützel hat sie überlebt, vier grosse Schlachten hat sie durchgehalten. Die englischen Rotröcke konnten ihr nichts anhaben, ha! Meine Mutter hat sie mir zum Dienstbeginn geschenkt.“ Der dritte Mann blickte auf. Er hatte vorher die ganze Zeit ins Feuer gestarrt. „Tatsächlich?“, bemerkte er. „Ja“, bestätigte der andere. „Acht Jahre diene ich nun unter dem Leutnant Chétiftige. Acht lange Jahre voller Terror und Schrecken und Tod. Es war grausam, besonders als wir zu…“
    Der Grosse schlug ihm mit seiner Muskete auf den Fuss. „Ruhe, ich will’s gar nicht wissen!“ Der Musiker lachte trocken: „Hehe, unser Richard macht schon schlapp. Will heim zu Mami, heulen gehen. Als wir noch zu Prenstjak standen, das hättest du erleben sollen! Und du willst noch den ganzen Sommer bei den Spaniern überleben? Die englischen Königskriecher sind uns dicht auf den Fersen!“ Richard blickte ihn wütend an: „Du sprichst doch die ganze Zeit von deiner Mami, du Muttersöhnchen!“ Der Dritte fasste sich an den Kopf. Finster blickten seine braunen Augen ins Feuer, sein Finger spielte mit seinen blonden Haaren. „Nichts für ungut, Jungs, aber ich glaube nicht, das ihr beide je eure Mami wiederseht. Die Roten, die uns verfolgen, sind taff und brutal. Ich bin ihnen schon einmal davongekommen… Als einziger meiner Kompanie.“
    Richard schluckte. Etwas geistesabwesend hörte er den Musiker weiter über die Unzulänglichkeiten und die Feigheit der Engländer wettern. Er legte seine Muskete beiseite und nahm einen Maisfladen. Er hätte nie damit gerechnet, dass es zu einer wirklichen Schlacht kommt. „Willst du ‘was, Fredy?“ Die eine Hälfte des Fladens baumelte vor dem Gesicht des Blonden. „Danke nein, die sind trocken wie drei Jahre alte Kuhkacke. Da ess‘ ich lieber noch die Suppe von Smandt.“ Richard steckte sich ein grosses Stück in den Mund. Kauend bemerkte er, wie langsam der Feuerball Sonne hinter den Grashalmen verschwand und die Ebene der Nacht überliess. Noch war es nicht ganz dunkel. Einige Zikaden zirpten ihr letztes Lied. „Heute greifen sie wohl nicht mehr an“, sagte der Musiker. Seine Mundharmonika hatte er in seine Brusttasche gesteckt. „Bei Nacht getrauen die sich nicht, sind halt Feiglinge!“
    Diese Bemerkung war Richard zu viel. Laut rief er: „Aber Primus, unterschätze die Engländer nicht! Die sind gut ausgebildete Berufssoldaten, und wir nur ein paar Reisläufer aus dem Uri!“
    „Na und?“, sagte Primus, „das kratzt mich doch nicht. Ich mach‘ die Hunde fertig, bis sie im Staub vor mir kriechen und meine Stiefel sauberlecken! Sag mal, Richard, wieso bist du überhaupt zu den imperialen Hundertschweizern, wenn du schon beim kleinsten Anzeichen auf eine Schlacht deinen Schwanz einziehst?“
    „Meine Familie braucht das Geld. Wenn ich einen Sommer lang bei den Hundertschweizern diene, dann können meine Eltern, meine zwölf Geschwister, die Geschwister meiner Eltern und meine Grosseltern ein Jahr lang davon leben“, antwortete Richard angespannt.
    „Hehe, und du willst noch den ganzen Sommer hier aushalten? Hehe, das wird aber ein Abenteuer, eine richtige Probe! Ich habe das Gefühl, du bist hier falsch, Richard, geh‘ heim, Schuhe putzen, würd‘ besser zu ihm passen, nicht, Fredy?“
    Fredy atmete tief durch und schüttelte genervt den Kopf. Er blieb aber stumm. Unruhig blickte er umher. Seine Intuition hatte ihm schon einige Male das Leben gerettet. Schleichend kam in ihm das Gefühl auf, das er seine Muskete packen und einfach durch den Fluss schwimmen sollte. Nie mehr würde er kämpfen, Vorgesetzte und Kameraden fallen sehen und pulverrauchgeschwängerte Luft einatmen. Nie mehr würde er das Wiehern der Artilleriepferde hören, wenn sie von einer Kartätsche in Stücke gerissen wurden. Er wollte nach Hause. Nach sechzehn Jahren wollte er nach Hause.


    Im letzten Licht der untergegangenen Sonne konnte man eine Silhouette auf einem weit entfernten Hügel erkennen. Eine Flagge. Bald war es nicht nur eine Silhouette, sondern tausende. Tausende britische Rotröcke. Ein Schrei erscholl über die Ebene, die erste Salve krachte. Nach sechzehn Jahren war Fredy am Ende angelangt. Noch mit der Muskete in der Hand fiel er.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Dieser Text entstand zum Wettbewerb Nr. 11 2013. Es stellt einen Prolog zu einer grösseren Geschichte dar. Inspiriert wurde ich - wie so oft - durch den Geschichtsunterricht, wo wir gerade die Koalitionskriege durchnahmen (das war während der französischen Revolution und später unter Napoleon). Dort musste ein Schweizer Regiment den Rückzug der napoleonischen Truppen aus Russland decken und wurde bei Beresina (einem Fluss in Weissrussland) stationiert, wo es den Verfolger Russland genug lang aufhalten sollte, damit die Franzosen fliehen konnten. Es war ein Himmelfahrtskommando, und während die Soldaten auf die Verfolger warteten, komponierten sie ein Lied (oder dichteten, die Musik existierte glaub schon vorher), das Beresina-Lied. Die erste Zeile entspricht dem Titel.
    Nun tat sich aber ein Problem auf, da diese Verteidigung mitten im Winter passierte, und das Thema des Prologs "Sommerabenteuer" war. Ich änderte folglich das Setting auf Spanien im Sommer, wo die englischen Truppen die Franzosen bekämpft haben. Die Schlacht in diesem Text ist jedoch frei erfunden.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus



  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    GedichteBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus


    Baum am See


    Ein warmes Schwert,
    Trifft meine Brust.
    Ich spür den Schmerz,
    So fest, so tief.


    Ich renne weg,
    In eine Wand.
    Ich sitze da,
    Im Stehen.


    Ich dreh mich um
    Und sehe nichts.
    Nichts, ausser ihr.
    Ihr, ihr, ihr.


    Es gibt keinen Ausweg
    Zwischen Wand
    Und Schmerz.
    Ich falle um.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Es ist ein recht abstraktes Gedicht, in dem ich die Trennung von meiner Freundin verarbeitete. Es ist aber nicht allzu unverständlich, hoffe ich. Der Baum am See war unser Treffpunkt, und dort hat sie auch alles beendet, deshalb der Titel.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Es schaukelt im Winde


    Weit in der Ferne
    Sehe ich ein Segelschiff
    Mit dem Sturm kämpfen.


    Das Segel zerfetzt,
    Der Mast ist ganz zerbrochen,
    Und doch hofft man noch.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    War meine Abgabe zum Wettbewerb Nr. 14, Haikus. Ich hatte in der Originalversion noch keinen Titel, was mir krasse Punktabzüge beschert hat (mache ich nie mehr). Es resultierte in einem guten fünften Rang, auch wenn vom Potential her mehr dringelegen wäre.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    GedichtBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus


    Fallen im Wind


    In einer Sackgasse
    Eine schwarze Silhouette
    Dreht sich um und geht.
    Ich stehe im Regen.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Kurzes Gedicht, das die Trennung von meiner Freundin beschreibt. Es entstand während ich wachlag und ich mich über mich und die Welt ärgere und ich mich die ganze Zeit "wieso" frage. Es ist so kurz, da das Gefühl, dass die Trennung in mir auslöste, so stark und vielfältig war, dass es viel zu lang gehen würde, alles zu beschreiben.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

  • Hallo Buxi,


    wie versprochen habe ich mich mal daran gesetzt, eines deiner Werke zu kommentieren. Und da du weißt, dass ich es mit Gedichten nicht so habe, muss leider ein etwas älteres Werk herhalten. Aus diesem Grund habe ich mir deine KG "Unser Leben gleicht der Reise eines Wanderers in der Nacht" (Gott, ich musste gerade drei Mal nachschauen, um den Titel richtig zu schreiben x_X") vorgenommen.


    Und gut, bleiben wir direkt mal beim Titel. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich den Titel auch erst zwei oder drei Mal lesen musste, um einen Kopf dran zu kriegen. Er ist mir zwar im Kopf geblieben, aber eher mit einem schlechten Nachgeschmack. Ich persönlich mag keine zu langen Titel. Sie wecken in mir einfach nicht die Aufmerksamkeit, wie ein kurzer, prägnanter Titel, bei dem große Interpretationsmöglichkeiten da sind. Die gibt es bei deinem längeren Titel zwar auch, allerdings... Naja, auf mich wirkt er irgendwie nichtssagend. Er erscheint mir wie eine dieser Weisheiten, die Goethe und Co. von sich geben und ich weiß nicht, ob das auch wirklich zu deinem Text passen wird. Darüber mache ich mir allerdings erst einmal Gedanken, wenn ich ihn mir durchgelesen habe. (Nebenbei ist das hier auch schon wieder keine richtige Kritik, denn das ist meine persönliche Meinung.)


    Zur Länge des Textes würde ich sagen, dass es angenehm sein wird ihn zu lesen (und zu kommentieren, mein Gott, ich danke dir dafür, dass ich mich nicht durch einen Seitenlangen Text durchschlagen muss und fühle gerade sehr mit denen, die das bei mir tun x_x"). Allerdings weckt es gleichzeitig bei mir Zweifel, ob auch alles ordentlich verbaut wurde. Manche schaffen es nicht, in einem kurzen Text die Themen mit ausreichender Fürsorge zu behandeln, was ich bei dir jetzt einfach mal nicht glaube, schließlich bist du nicht umsonst im Profibereich gelandet :)


    Ich werde, was den Inhalt betrifft, jetzt einfach mal Abschnitssweise vorgehen, damit du es nachvollziehen kannst und ich nicht vor einem Punkt zum nächsten hoppe und mich selbst total verwirre.


    Gut, der erste Absatz besteht aus einer schönen Beschreibung der Umgebung sowie Andeutungen der Lage, in der sich die Soldaten befinden. Gut finde ich, dass du überwiegend negativ konnotierte Worte verwendet hast. Als Einklangspassage auf jeden Fall schon einmal sehr gut, du führst den Leser langsam ran. Was mir noch etwas mehr gepasst hätte wäre, wenn du die übrig gebliebenen Worte benutzt hättest, um es mehr auszuschmücken. Kreative Vergleiche mit gefährlichen Tieren oder ähnliches, halt alles was die Stimmung und Umgebung noch etwas bedrohlicher erscheinen lässt.


    Zweiter Absatz, hier fällt mir auf, was ich dir schon das letzte Mal geschrieben habe. Viel zu viele viel zu kurze Sätze. Das ließt sich einfach nicht schön flüssig, sondern abgehackt. Klar gibt es Situationen, in denen das angebracht ist, aber diese hier ist keine davon, denn anscheinend lassen die Soldaten ihre Gedanken schweifen, da wäre es angebracht gewesen, sie auch etwas ausführlicher und länger zu behandeln.
    Was ich ebenfalls ziemlich anstrengend finde, ist, dass du die wörtliche Rede direkt hintereinander reihst. Ich mag es, wenn zwischen ihnen Absätze liegen, also eine andere Figur erst in der nächsten Zeile zu reden beginnt. Das kennzeichnet es noch einmal deutlicher, sieht imo besser und strukturierter aus und es lässt den Text länger wirken ;D


    Im dritten Absatz habe ich wieder das Gleiche zu beanstanden. Dieser Wall of spoken Text macht es mir schwer genau zu erfassen, wer jetzt spricht und wer nicht. Hier solltest du nicht einfach nur "Der erste" oder "Der eine" verwenden, nutze lieber signifikante Merkmale. Der eine ist eben Blond, dann zieh das auch konsequent durch und benutze nicht als erstes eine Zahl für ihn. Denn ich habe keine Ahnung wer von denen jetzt wer ist :D Oh, und worauf ich ja auch eigentlich hinaus wollt: Absätze bitte.


    Vierter Absatz ist es wieder ähnlich; Absätze bei wörtlicher Rede und längere Sätze, wobei ich bei zweiterem hier schon weniger bemerke, vermutlich weil jetzt die wörtliche Rede da Abhilfe schafft. Dafür fehlt mir hier die Einbringung der Gefühle deutlich. Sie werden immer nur ein wenig angeschnitten, aber bei den Protagonisten kommt bei mir nie wirklich das Gefühl auf, dass sie Angst haben könnten, oder dass sie überhaupt etwas fühlen. Das finde ich sehr schade, denn eine Kurzgeschichte lebt von ihren Charakteren, denke ich. Man kann keine übergroße Story darin einbauen, weil das einfach von der Wortgrenze her nicht hinkommt. Also muss man seinen Fokus auf etwas anderes legen. Bei mir sind das gerne die Charaktere, muss natürlich nicht sein, aber bei dir sehe ich was das betrifft irgendwie keinen Fokus.


    Gut, den Rest fasse ich jetzt einfach mal zusammen, weil es im Grunde wieder die gleichen Kritikpunkte sind. Im letzten Absatz erst erfährt man etwas über die Gefühlswelt von Fredy, aber auch hier hätte ausführlicher gearbeitet werden können. Ich bin ja ein Fan davon, wenn man Erinnerungen mit einbezieht. Diese müssen ja nicht einmal sonderlich ausführlich sein, einfach kleine Andeutungen, die in dem Leser das Gefühl von Tiefe des Charakters wecken.
    Am Ende passen die etwas kürzeren Sätze zwar wieder etwas besser, aber... Naja, mir mag das einfach nicht so gefallen.


    "Ich mag dich. Er dreht sich um. Sie sagt halt."
    Das ist jetzt etwas überspitzt, aber ließ es dir mal vor und mach bei jedem Punkt bewusst eine Pause. Für mich ist das sehr anstrengend und nach einer Weile werde ich regelrecht genervt davon, wenn einfach zu viele Pausen vorherrschen. Man muss ein Gleichgewicht finden, und bei dir habe ich das Gefühl, dass das bei dir noch nicht ganz der Fall ist.


    Storytechnisch gesehen finde ich die KG ganz okay. Ich habe leider kein Geschichte mehr und habe mich auch eher für die weiter zurückliegende Vergangenheit interessiert, daher weiß ich nichts über die Kriege zwischen England und... Naja, wem eigentlich? Aus deiner Erklärung kann ich folgen, dass es etwas mit Schweiz und Frankreich zu tun hat, aber wirklich verstehen wer hier wen bekämpft tue ich nicht.
    Gut, ist kein Beinbruch, weil man, wie gesagt, in einer KG nicht jedes Detail darlegen kann. Aber eine gewisse, ganz kleine Erklärung, eventuell zusammen mit der Erinnerung von Fredy, wie er überhaupt in die Armee kam, fände ich sehr passend und es würde die Sache auch um einige erleichtern, gerade für die, die geschichtlich nicht ganz so fit sind.
    Das Ende kommt unerwartet und schließt mit dem Tod von Fredy ab. Das mag ich sehr, denn ich hatte die ganze Zeit im Hinterkopf, dass etwas in der Luft liegt. Du führst es schnell zu Ende, was einerseits plötzlich erscheinen mag, andererseits aber ebenso passend ist. Der Leser wird mit dem Tod alleine gelassen, es folgt keine Erklärung, kein unrealistisches "Oh, ich erlebe mein Leben noch einmal von dem Moment, an dem ich aus dem Bauch von meiner Ma gekrabbelt bin". Der Tod ist endgültig und ein Resultat des Krieges. Er kann plötzlich kommen und das tut er auch zumeist.
    Das macht deine KG zu einem Stoff, über den ich nachdenken kann. So etwas mag ich an KGs, denn wenn sie es schaffen, einen doch noch irgendwie in ihren Bann zu ziehen, dann bleibt man mit dem Gedanken vollkommen alleine. Es gibt kein To be Continued.


    Was die Rechtschreibung betrifft, kannst du dich bei mir leider nicht auf Akkuranz verlassen (warum zum Teufel wird mir das Wort unterstrichen, bei Google wird es mir als richtig angezeigt .__.) , aber so beim Durchlesen ist mir da nichts aufgefallen.


    Daher schließe ich hier auch wieder meinen Kommentar ab. Ich hoffe, er konnte dir helfen und er war kritisch genug (;D),
    Caith

  • Hallo Buxi


    Besser spät, als nie, richtig? Tut mir leid, dass du genau einen Monat auf mein Feedback warten musstest. Ob ich dir mit viel Kritik helfen kann weiss ich noch nicht, ich sage dir aber vorab, dass alles, was ich ggf bemängle, nicht abwertend gemeint ist. Du scheinst mir aber jemand zu sein, der damit ohnehin umgehen kann (und ich bin eigentlich kein besonders strenger Leser!)
    Das einzige, womit ich dir nicht dienen kann, sind Tipps zu Gedichten. Drabbles&Kurzgeschichten, gern, für Feedback an Gedichten solltest du dich an jemanden wenden, der sich damit wesentlich besser auskennt als ich. Auch wenn ich ein alter Hase bin, mit dem Thema Gedicht wurde ich nie warm, da werde ich dir nicht viel helfen können ;-)


    Wegen deines Wunschens, übrigens, das Kommitopic auch im Einzelbereich zu pinnen: wir setzen da was um, schau einfach beizeiten nochmal vorbei.


    Ob du Feedback zum Startpost möchtest weiss ich nicht, ich fasse mich mal kurz, da dir das vermutlich eher unwichtiger ist (korrigier mich, falls ich damit komplett falsch liege).
    Sehr geordnet, kann man als erstes feststellen, gefällt mir, ist übersichtlich und wirkt einladend auf mich (für die, die Ordnung mögen). Vielleicht wirkt das Tabmenu, mit deinen vielen Werken fast abschreckend auf Neuzugänge, da einige vielleicht nicht wissen, dass sie keinesfalls gleich alles bewerten müssen. Vielleicht hilft es deiner Kommiflaute, wenn du einen kleinen Satz irgendwo vermerkst (hast du prinzipiell schon) über welche Art Feedback du dich freust und dass man dir auch gerne nur ein kleines Gedicht rauspicken darf (auch wenn ich einsehe, dass dich natürlich intensives Feedback mehr freut, aber wer Kommentare will, der muss auch Kompromisse eingehen, nicht wahr?) Ansonsten kann man absolut nicht meckern. Well, well done. (Müsste es nicht „Licht im Dunkeln“ heissen?) Ich picke mir dann mal vereinzelt was raus, eventuell andere Werke folgen als weitere Posts, aber für den Anfang, wenn ich dir überhaupt eine Freude machen will, muss ich klein anfangen, sonst reicht die Zeit niemals. Ich hoffe, du bist mir nicht böse!


    Herr des Himmels
    Nun, von deinem Schreibstil her kann ich nicht viel bemängeln. Wenn du sagst, dass es damals nicht für Punkte gereicht hat, fange ich mal an aufzuzählen, woran das eventuell liegen könnte (sind meine Vermutungen, meine Kritik, die aber, wie gesagt, nett gemeint ist). Für eine Kurzgeschichte ist der Inhalt relativ heavy. Nicht, dass es das nicht sein darf, aber für so eine kurze Spanne hast du quasi nur „Kampf“ drin und dieser ist auch noch ziemlich düster. Gut geschrieben allerdings! Du bist wortgewandt, ich mag deinen reichen Wortschatz und auch dein Bemühen, dich abwechslungsreich zu formulieren. Man findet keine störenden Wortwiederholungen und dennoch…fehlt dem Text der gewisse Kick. Vielleicht, weil du versucht hast, gerade durch einen Kampf etwas Schwung reinzubringen, hast dabei aber nicht bedacht, dass eine Kurzgeschichte selten von Spannungsaufbau lebt (da KGs eigentlich kurzlebig sind und gegen Ende viel eher eine Moral beinhalten-das tut dein Text nicht) Kurzgeschichten leben viel eher von ihrer Aussage und sind oftmals ohne nennenswerte Charakter, dafür aber voller Inhalt. Dein Kampf ist gut gemacht, ich hätte ihn aber für eine längere Szene verwendet und ihn dann auch etwas mehr „ausgeschlachtet“. Talent zum Schreiben hast du nämlich reichlich. Und ich schreibe seit 15 Jahren, ich muss es wissen ;-)
    Was mir ebenfalls auffiel ist, dass mir der Kampf der beiden gar nicht wie ein Kampf zwischen Pokémon rüberkam. Vielleicht liegts an mir, aber die beiden Charas wirkten fast menschlich. Aber like i said: gut bist du. Du musst nur lernen dein Talent besser zu lenken.


    Weihnachtsteufel
    Ich war gerade dabei zu meckern, als ich zu Ende gelesen habe. Gut, dass du das Ruder nochmal rumgerissen hast, haha. Mir fällt in all deinen Drabbles und Kgs auf, dass du eher düstere Themen wählst. Nun würde ich dir niemals reinreden, was du zu schreiben hast, aber vielleicht wagst du dich ja mal an andere Themen, die etwas heller und leichter sind, nicht weil das besser oder schlechter ist, sondern weil Abwechslung das ist, was dir auch ein breiteres Publikum bietet.
    Mir gefällt diese Kurzgeschichte, auch wenn ihre Thematik nicht meins ist (denn ich mag Weihnachten ebenfalls!) aber beschrieben ist das Szenario mal wieder sehr gut. Ich würde dir aber raten, den Fokus bei deinen Beschreibungen auf die wichtigen Dinge zu legen und das Unwichtige, nichtssagende lieber wegzulassen, und anstelle dessen noch mehr Inhalt herbeizuzaubern, auch wenn Kurzgeschichten nun mal kurz sind. Kurz und würzig ist nämlich schwer, aber es lohnt sich. Im Gegensatz zur ersten Geschichte, die ich gelesen und bewertet habe, hat diese mehr Aussage, eine Moral und ein Ende, das alles dargeschrieben nochmal rumreisst, man nennt das Überraschungsmoment, es erzielt einen Effekt und man muss grinsen, wenn man es liest. Das ist es, was ich bei ersterer bemängelt und vermisst habe. Sowas gehört in einen Kurztext, zumindest um meine Symphatie als Leserin zu gewinnen.
    Was kann ich dir an Tipps fürs Erste noch mit auf den Weg geben? Sei ruhig weiterhin kritisch mit dir, aber selbst wenn du einer unserer aktivsten Wettbewerbsteilnehmer bist und nicht immer gewinnst- mach trotzdem weiter. Da ich hoffe, dass dir das Schreiben auch „ohne Belohnung“ Spass macht :3 Ein guter Autor bist du in meinen Augen, allerdings kannst du was Inhalt und Aussage deiner Texte betrifft noch ausbauen.


    lG

  • Hey Buxi :)
    Ich hab gesehen, dass du einen Kommentar zu deinem neusten Gedicht möchtest und habe mich gefragt, wieso, da du doch von Lynn und Cáithlyn (haha, die Namen hintereinander ^_^) einen Kommentar erhalten hast, aber ich habe ehrlich gesagt auch nicht geguckt, was diese so geschrieben haben. Mir ist dann aufgefallen, dass „Fallen im Wind“ tatsächlich noch nicht kommentiert wurde und da ich derzeit in selbiger Situation stecke erachtete ich es als sehr passend und hinterlasse dir daher mal meine bescheidene Meinung dazu.


    Fallen im Wind
    Der Titel sagt für mich schon das ein oder andere aus, und gerade im Betracht auf die Entstehung, also im Grunde den Inhalt, kann man dort schon Parallelen erkennen. Allerdings ist er ohne dieses „Hintergrundwissen“ meiner Meinung nach sehr schwer zu deuten. Selbst im Nachhinein kann man sich nur blass denken, was gemeint ist, wobei ich auch finde, dass der Titel allgemein eher weniger mit dem Gedicht zusammenhängt, da dieses wiederrum nicht das Fallen von etwas im Wind metaphorisch für die Trennung nimmt, sondern eben die Situation anhand zwei unbekannter Personen umschreibt. Rein vom Klang und auch von der Wirkung her, finde ich den Titel ziemlich schön (so hieß doch neulich auch eine der Wettbewerbsabgaben, nicht? Bei den Kampfszenen?), allerdings ist der Bezug zum Gedicht eben nicht so vorhanden. Es wird zwar auf das gleiche Thema eingegangen, allerdings in einer anderen Verpackung und da dieses Gedicht mit einer Strophe in sich abgeschlossen ist wäre es denke ich schöner gewesen, wenn du beides gleich „verpackt“ hättest. Trotzdem ist der Titel auf keinen Fall schlecht; gerade wenn man die Entstehungs„geschichte“ gelesen hat, kann man doch recht schnell greifen, was er bedeuten soll. Das Fallen von etwas im Wind beschreibt irgendwo auch immer das Ende einer Zeit finde ich (beispielsweise fällt ein Blatt von einem Baum) und noch dazu hat man, beziehungsweise habe ich zumindest, immer die Vorstellung von einem Blatt das ganz langsam hinab gleitet und dabei auch schon etwas Trauer oder zumindest schwerere Emotionen vermittelt.


    Ich teile das jetzt einfach mal auf jeden einzelnen Vers auf, und beginne natürlich beim ersten. Dazu gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen … denkst du, aber du kennst mich nicht, haha. An sich wird hier nur der Ort des Geschehens, beziehungsweise der Handlung genannt, aber doch baust du dadurch gleich eine gewisse Atmosphäre auf. „Sackgasse“ ist für mich irgendwie immer etwas tristes, dunkles, vielleicht auch unwichtiges, und vermittelt eben auch eine entsprechende Stimmung. Rein vom Versmaß hätte es hier auch keine Probleme gewesen, hättest du eine eben solche Beschreibung in Form eines Adjektivs noch eingebaut. Beispielsweise: dunkle Sackgasse, verlassene Sackgasse, und so weiter … welche Stimmung du erzeugen möchtest weißt du ja sicher selbst. Gleichzeitig ist eine Sackgasse ja auch eine Straße die irgendwann endet und eben nicht weitergeht – ich schätze, dass dies auch eine Art von Symbol für das Ende einer Beziehung sein soll, richtig?


    Der zweite Vers beschreibt einer Person. Und hier gilt wieder selbiges wie für den ersten Vers. Mit nicht einmal einer Hand voll Wörtern kann man schon eine gewisse Stimmung aufbauen und einen Eindruck vermitteln und wieder machst du das meiner Meinung nach schon ganz gut. Silhouette ist ein Wort, dass ebenfalls eine gewisse Stimmung erzeugt; man weiß nicht ganz um wen es sich handelt, es ist ein bisschen geheimnisvoll und auch nicht unbedingt etwas, womit man sich wohl fühlt. Noch dazu ist schwarz natürlich eine, beziehungsweise die dunkle Farbe und sagt auch entsprechend etwas aus, über die Person von der es handelt. Ich denke hiermit ist deine Freundin gemeint.


    Letzteres wird im dritten Vers dann ziemlich eindeutig bestätigt finde ich. Während die ersten beiden Verse lediglich der Beschreibung des Ortes und der Handelnden gedient haben wird jetzt mit einer Handlung etwas Schwung in das Ganze gebracht. Diese schwarze Silhouette dreht sich von der Person die erzählt weg und geht. Eine viel aussagende Geste bei der man sich sicher sein kann, dass sie das meint, was du im zweiten Tab aufführst. Obwohl du noch gar nicht so viel geschrieben hast hat man doch ein Bild vor Augen, wie sich das ganze abspielen könnte.


    Der letzte Vers ist dann ein ziemliches Klischee, genau wie auch die Sackgasse – Regen. Regen passt immer gut in traurige Situationen, teilweise auch in fröhliche, aber meistens ist es doch eher ein Symbol für Ersteres. Es kommt dadurch einfach wieder eine ganz besondere Stimmung auf und man kann sich damit auch etwas besser in den Charakter hinein versetzten. Trotz dessen, dass ja wirklich in den vier Versen kaum etwas gesagt wird, kann man sich doch ungefähr denken, was die Person in diesem Moment empfindet, was natürlich auch auf eigenen Erfahrungen oder ähnlichem basiert, aber manchmal muss man Dinge in der Literatur gar nicht so arg beschreiben, sondern nur dafür sorgen, dass sich der Leser an eben solche erinnert. Gerade bei (vor allem natürlich so kurzen) Gedichten ist dem so, da man für ausführliche Beschreibungen kaum Platz hat.


    Obwohl das Gedicht wirklich sehr kurz ist, hast du mit viel Symbolik eine sehr passende Stimmung aufgebaut. Ich verstehe dich vollkommen, sowas ist richtig scheiße (tut mir Leid, dafür gibt es einfach keinen anderen Ausdruck), ich mache dasselbe auch gerade durch und ja … ich weiß wie du dich fühlst. Tut mir anbei Leid für dich. Na ja, das Gedicht sagt einiges über eine, beziehungsweise deine, Gefühlslage aus und insgesamt hat es mir gut zugesagt, trotz der Kürze und den nicht vorhandenen Reimen. Eine kurze Sache gibt es noch zum Versmaß anzumerken: Wenn du wirklich ein reines Versmaß haben möchtest, würde ich das so umstellen: Das „und geht“ im dritten Vers ist etwas viel; du könntest daraus ein eigenes Vers machen (und eventuell noch ein „sie“ hinzufügen) und dann „Ich stehe im Regen“ in ein fünftes Vers packen – das wäre dann eine Art Abschlussvers, zu vergleichen mit einem Auftakt in der Musik, nur eben am Ende. (Ich weiß gerade überhaupt nicht, ob es da etwas gibt, was dem entspräche; ich hoffe du weißt, was ich meine) Ansonsten aber wirklich ein sehr schönes Gedicht.


    Ich werde aufgrund deines Aufrufes auf jeden Fall jetzt öfter hier hereinschauen. ^__^ Also wünsche ich dir bis dahin viel Spaß beim Schreiben; bis zum nächsten Mal.
    Liebe Grüße.

  • Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus
    [IMG:http://abload.de/img/bbornamentobenlinksynyue.png]




    KurzgeschichtenBuxi

    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus


    Höllenstein


    Ich schritt langsam die Stufen zur Tempelanlage hoch. Graubraune Felsen schlossen mich in ihrer Mitte ein, meine Schuhe klackerten auf dem gepflasterten Weg wie die Hufe eines Gallopas. Die Pflastersteine waren alt, das stand ausser Frage. Sie waren verwittert und von Ranken, ähnlich denen von Knofensa, überwachsen. Hie und da war ein Riss zu sehen. Ich fühlte mich unwohl, als ob ich fehl am Platz wäre. Ich gehörte nicht hierhin, und alles schien mir das klarzumachen. Die leicht überhängenden Felswände könnten jederzeit einen Steinhagel auf mich niederprasseln lassen, es könnte sich urplötzlich eine Geofissur im Boden auftun und mich verschlingen. Ein klammes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit, als ich weiterging, den Blick verängstigt auf die rihorniorgrossen, grauen Wolken am Himmel gerichtet. Die Natur wollte mich nicht hierhaben, ich war ein Parasit, die Unbekannte in der Gleichung, das unüberwindbare Problem im Masterplan. Und trotzdem schritt ich weiter. Nur noch ungefähr zweihundert Meter trennten mich vom Tempel, als erste Felsen dem Felswurf gleich von den Wänden bröckelten. Noch waren sie klein und ungefährlich, doch je näher ich der Anlage kam, desto grösser wurden sie. Es war gefährlich, gefährlich wie eine wildgewordene Herde Tauros. Aber ich musste es schaffen. Ich musste. Ich musste es, weil ich es ihr versprochen hatte. Der Stein.
    Als hätte meine Umgebung meine Gedanken gelesen, knallte ein grosser Brocken neben mir auf dem Boden. Ich erschrak. Meine Trommelfelder schwangen in einem wilden Tanz, der Aufprall war laut gewesen wie ein Überschallknall. Ich atmete tief durch. Erste Schweissperlen liefen mir über die Stirn. Energisch wischte ich sie beiseite. Ich durfte keine Angst haben. Nicht jetzt. Nicht jetzt, wo mich so wenig vom Ziel trennt. Hundert Meter, und alles Glück der Welt würde mein sein. Selbst von einem Jirachi hätte ich mir nicht mehr Glück wünschen können. Doch dem im Weg stand die Naturkraft. Der Stein war Teil von ihr, sie würde ihn nicht leichtfertig hergeben. Er besass unglaubliche Macht, die Macht, zu kontrollieren, was ein Mensch nicht kontrollieren dürfte. Und deshalb wollte sie ihn.
    Ich ging weiter, versuchte, die links und rechts herabregnenden Felsen auszublenden. Schritt für Schritt, ein Fuss vor den anderen setzen. Ich hatte die Treppe erreicht, gefertigt aus hellem Marmor. Nicht so hässliche Georockgestein wie die Pflastersteine vorhin. Einige Stufen waren unter der Last der Jahre gesprungen, karge Pflänzlein sprossen dazwischen hervor. Ich setzte einen Schuh auf die unterste Stufe. Sogleich durchfuhr mich eine Vibration, wie bei einem Erdbeben, nur von geringerer Intensität. Ich blickte hoch zur Tempelanlage. Sie lag etwa fünf Meter erhöht auf einem Felsplateau. Die beiden Felswände, die den Weg bis dahin gesäumt hatten, hörten so urplötzlich auf, als wären sie mit Teleport verschwunden. Verfallene Säulen standen entlang der Mosaike auf dem Boden, Mauerreste trotzen den Böen. Da und dort lag ein Steinhaufen, ein Felsgrab für unter ihm begrabenes Leben. In der Mitte dieser Ruine stand ein Altar. Er war nicht aus dem gleichen, weissen Marmor gefertigt wie der Rest, sondern er war schwarz. Kein Riss, kein Kratzer deutete auf sein immenses Alter hin. Nur die Wurzeln, die von überallher wie Verwurzler auf ihn zugewachsen waren, konnten ein Indiz dafür sein. Ich tat noch einige Schritte, bis ich schliesslich oben angekommen war. Ein unvergleichliches Panorama tat sich mir auf. Alle Wolken waren von einem Windstoss weggefegt worden. Ich sah mehrere Kilometer über die hunderte von Meter tieferliegende Ebene hinweg, welche bewachsen war von Wald. Ein See glitzerte wie die Schuppen von Lumineon im Sonnenlicht. Sanfte Hügel erhoben sich im Hintergrund, überzogen von saftigem Gras. Doch das alles interessierte mich nicht. Alles was mich interessierte, stand auf dem Altar. Der Stein.
    Ich ging näher an ihn heran und sah in leuchten. Nein, eher pulsieren. Die Wurzeln, die den Altar fest umschlungen hielten, führten alle zum Stein hin, nährten ihn mit Energie. Ich fühlte eine Anziehungskraft, so stark wie ein Sturmsog. Ich tat einen Schritt, und langsam konnte ich den Puls spüren. Auf der Haut, in den Haaren. Weisses Licht wurde abgestrahlt und beleuchtete die Umgebung in einer eigenartigen, befremdlichen Weise. Doch ich hatte keine Angst mehr. Ich war fasziniert, ich starrte den Stein an. Ich wollte ihn anfassen, seine Macht fühlen, mich durchströmen lassen von seiner schieren Kraft. Ich tat einen Schritt. Ein hohes Summen erfüllte die Luft, kaum hörbar, leise wie der Flügelschlag eines Papinellas. Es erfüllte mich mit Wonne, mit einem Gefühl von Unbesiegbarkeit. Die Leute wären nur noch Spielzeug, das Wetter eine lästige Pflicht. Ich könnte alles tun, wenn ich erst den Stein besässe. Alles!


    Halt.


    Es ist immer noch ein Auftrag. Sie wollte den Stein. Nicht ich. Sie wollte die Macht. Nicht ich. Sie bezahlte.


    Wieder mit klareren Gedanken, kontrolliert von der Vernunft, liess ich die letzten paar Meter zwischen dem Altar und mir zurück. Ich stand nun unmittelbar davor. Vor dem Objekt, wofür viele Menschen ihr Leben gegeben haben, wofür sie nun zusammen mit Shuppets und Zwirrlichts in einer Welt existierten, in der sie weder tot noch lebendig waren. In einem Zustand unendlichen Leidens. Ich betrachtete den Altar um den Stein herum genauer. Mit meiner Hand wischte ich etwas Staub beiseite. Eine Inschrift trat hervor:


    Dies ist das Erbe von Arceus. Es wird die Welt nähren und beschützen, sobald die Zeit dazu gekommen ist. Vorher wird es nur zerstören.


    Ich glaubte nicht recht, dass schon der Zeitpunkt gekommen war. Die Welt, wie ich sie kannte, musste nicht genährt werden wie ein Kalb von Miltank. Aber sie würde es wissen. Schliesslich zahlte sie. Sie zahlte gut. Und zwar jetzt, nicht erst in tausend Jahren. Ich würde ausgesorgt haben für den Rest meines Lebens, zusammen mit allen Annehmlichkeiten, die sich Unsereiner nur wünschen kann. Berauscht von der Vorstellung des unendlichen Glückes setzte ich mich über die Warnung hinweg, und fasste den Stein an. Sofort bereute ich meinen Entscheid. Der Stein war glurakheiss, obwohl er vorher keinerlei Hitze abgestrahlt hatte. Schmerz zuckte durch meinen Arm und liess meine Brust zusammenziehen. Ich bückte mich vornüber, musste mich übergeben. Unfähig, meine Hand vom Stein zu nehmen, kamen neue und neue Wellen von Schmerz. Ich konnte nicht mehr klar denken, mir wurde langsam schwarz vor Augen. In einem letzten, verzweifelten Versuch, meine Hand zu lösen, legte ich auch noch die andere auf den Stein, um ihn wegzudrücken. Sogleich fiel mir ein, wie dumm das war. Die Hitze durchfuhr mich erneut, diesmal meine rechte Seite. Alle Alarmglocken in meinem Gehirn schellten, und ich fühlte mich, als wäre ich in einem Feuersturm. Umwogt von einem Flammenrad von Schmerz taumelte ich zurück, doch meine Hände klebten weiterhin am Stein. Ich schrie auf, lauter als jemals zuvor. Einen klaren Gedanken fassen hatte Priorität, doch mein Denkapparat war wie von Weissnebel umhüllt.
    Plötzlich liess der Schmerz nach, und mir wurde schwarz vor Augen. Ich knallte kopfvoran auf den Altar. ‚Endlich ist es vorbei‘, dachte ich, als ich sah, wie ein Shuppet und ein Zwirrlicht an mir vorbeihuschten. Und die Hölle trat ein.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Diese Geschichte entstand im Rahmen des "Pokémon, Pokémon everywhere"-Wettbewerbs. Ich konnte mir damit meinen zweiten Sieg einfahren. Es gab zwar nicht gerade viel Konkurrenz, aber ich bin recht zufrieden mit dem Text, der doch die benötigte Dramatik für leichte Unterhaltung bietet.
    Inspiriert wurde ich durch die Tempelanlage in Athen und durch die Speersäulen aus Sinnoh. Der Rest kam dann so von allein beim Schreiben.


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Der Kleine bei der Strassenbahn


    Sie war schon viel zu spät dran, wie immer. Schnell schnappte sie sich ihre Handtasche und das Plüschkrokodil und rannte los. Sie würde ruinierte Haare haben, wenn sie ankäme. Hoffentlich hätte ihr Gegenüber nichts dagegen. Der regnerische Tag zwang sie, einen Mantel anzuziehen, der ihre Geschwindigkeit erheblich beeinträchtigte. Leise verfluchte sie Petrus. Die Tramstation war nicht mehr fern. Sie hetzte über den Zebrastreifen, lautes Gehupe der unzufriedenen Autolenker ertönte. Nur noch etwa achtzig Meter. Die Strassenbahn fuhr ein und kam zum Stillstand. Fünfzig Meter. Die Türen öffneten sich und die ersten Leute stiegen ein. Zwanzig Meter. Die Türen schlossen sich langsam hinter den letzten Passagieren. Verzweifelt drückte sie auf den Knopf, der die Tür aufgehen liess, doch es tat sich nichts. Das Tram fuhr vor ihren Augen ab. „Scheisse“, flüsterte sie und hieb ihre Faust gegen den Ticketautomaten.


    Ich würde sie am überdimensionalen Plüschtier erkennen, hatte mir der Mann von der Agentur gesagt. Ich müsse mir auch so eines zulegen, damit sie mich auch erkennen könnte. Deshalb wartete ich mit einem gigantischen Stofflöwen unter dem Arm an der belebten Tramhaltestelle beim Zentrum. Der Stofflöwe hatte durchaus etwas Herziges an sich. Während ich mich langweilte, beobachtete ich die vorbeigehenden Leute, die Leute, die aus der Strassenbahn ein- und wieder ausstiegen. Das Tramhaus war klein und im Siebzigerstil hässlich rot und beige angemalt, manche Stellen war als Stilmittel nackter Beton verwendet worden. Ich sass auf einer zu schmalen Bank, beschmiert mit jahrealtem Graffiti und verziert mit Gebrauchtkaugummis, meinen Löwen auf dem Schoss. Es stank nach Rauch. Ich blickte auf meine Billiguhr. Zwanzig nach fünf. Sie war schon zehn Minuten zu spät, und ich mochte unpünktliche Leute nicht. Es war unanständig, andere Personen warten zu lassen.
    Ein kleiner Junge, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, setzte sich neben mir auf die Bank. Misstrauisch beäugte er meinen Löwen, dann musterte er mich. Er sah weg und überlegte. Schliesslich fragte er mit zittriger Stimme: „Beisst er?“
    Der Knabe zeigte mit dem Finger auf den Löwen. Ich lächelte. „Nein, natürlich nicht, er ist ja nur aus Stoff.“
    Der Junge schien erstaunt. „Aber, du bist doch schon ein Grosser, wieso spielst du noch mit Plüschtieren?“
    Verdutzt schaute ich den Jungen an. Ich wusste nicht, was ich antworten sollte, schliesslich würde er die Wahrheit nicht verstehen. Doch auf die Schnelle fiel mir keine plausible Erklärung ein. Wieso hatte er das überhaupt gefragt? Ich versetzte mich in sein Alter. Wahrscheinlich hätte ich einen 25-jährigen im Anzug mit gigantischem Plüschlöwen dasselbe gefragt. Was hätte ich als Antwort erwartet? Ich wusste es nicht.
    „Wieso spielst du nun mit Plüschtieren, obwohl du schon ein Grosser bist?“, hakte der Junge mit mehr Vertrauen nach. Ich schreckte hoch und schüttelte den Kopf, um ihn freizubekommen.
    „Das ist… ähm… weil… weil ich…“ Ich brach ab. Sollte ich ihm die Wahrheit sagen? Wieso auch nicht. „Das ist, weil ich mich mit einer Frau treffen werde. Sie soll mich daran erkennen.“
    „Spielt sie denn gerne mit Plüschtieren?“, fragte der kleine Knabe. Ich hatte es vorausgesehen, er hatte nicht verstanden, was ich meinte.
    „Nein, also… ich weiss nicht, aber ich glaube, sie spielt nicht mit Plüschtieren. Wir brauchen es nur als Erkennungszeichen. Ich habe die Frau noch nie gesehen“, erklärte ich ihm.
    Er runzelte die Stirn und überlegte, seine blonden Locken wippten lustig auf und ab. Er fasste sich mit einer Hand an die Stirn, kratzte sich am Kopf und setzte sich schliesslich gerade auf. „Aha, die Frau ist eine Königin, und richtige Königinnen brauchen einen richtigen Löwen“, sagte er in vollem Ernst. Ich lachte. Er schaute mich fast beleidigt an. „Ist doch so, richtige Königinnen haben richtige Löwen!“, sagte er etwas lauter. Um ihn zu beschwichtigen, gab ich zurück: „Ja, das stimmt. Richtige Königinnen brauchen einen richtigen Löwen. Aber sie ist keine Königin. Sie ist eine normale Frau.“ Soweit ich wusste. Für den Kleinen war die Welt wieder in Ordnung.
    „Sag mal, Kleiner, wo sind denn deine Eltern?“, fragte ich. Ich wunderte mich schon einige Zeit, wieso er ganz alleine war.
    „Ich bin nicht klein!“, antwortete er trotzig. „Ich bin schon fünfeinhalb! Und im Oktober werde ich sechs.“
    „Wo sind denn deine Eltern?“, fragte ich nochmals, diesmal mit etwas mehr Nachdruck. Er schaute mich mit seinen blauen Augen an. „Weisst du das nicht? Sie stehen dort drüben.“
    Er zeigte mit seinem kleinen Finger auf eine Gruppe Leute, zwei Frauen und zwei Männer. Einer der Männer blickte tatsächlich zu uns herüber und lächelte mir zu.
    „Woher sollte ich das wissen?“, gab ich freundlich zurück. Er überlegte einen Moment, den Blick auf den Boden gerichtet. „Weiss auch nicht, ich dachte, weil du ein Grosser bist, wüsstest du das“, sagte er, fast ein wenig betreten.
    „Ich verstehe. Und wieso bist du zu mir gekommen?“, fragte ich, neugierig auf den Grund. Es geschah schliesslich nicht alle Tage, dass eine so junge Person auf mich zukommt und mich anspricht.
    „Ja, also…“, begann er, das Kinn auf der Brust, die Augen starr auf den Boden gerichtet. „Dieser Löwe da… Er ist so gross, und er machte mir Angst. Ich dachte, er würde mich auffressen. Also hat mein Vater gesagt, ich soll dich selbst fragen gehen, ob er mich auffrisst. Aber er hat mich nicht aufgefressen, und du warst so nett, also bin ich ein wenig geblieben.“ Er machte eine Pause, blickte mich ängstlich an und fragte: „War das falsch?“
    Ab dieser Bemerkung musste ich lachen, was ihn noch mehr verunsicherte. „Aber natürlich nicht, mein Junge. Es hat mich sehr gefreut!“ Ich blickte zu den Leuten, die aus dem soeben angekommenen Tram stiegen. „Siehst du die Frau dort, mit dem Stoffkrokodil unter dem Arm?“, sagte ich zum Jungen. Er blickte meinem Finger nach und nickte. „Mit ihr treffe ich mich, darum muss ich jetzt gehen.“ Ich lächelte ihn an, stand auf und ging zur Frau. Während er zu seinen Eltern ging, hörte ich ihn noch freudig sagen: „Ich wusste es. Sie mag es doch, mit Plüschtieren zu spielen!“


    Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus

    Wieder eine Wettbewerbsabgabe, diesmal jedoch zur BBO. Das Thema war "erste Begegnung". Ich schrieb einen humorvollen, eher amüsanten Text, der auch den einen oder anderen Schmunzler hervorrufen sollte. Für einige Punkte reichte es, zum Sieg über unsere Gegner nicht, dafür war es einfach zu wenig gewichtig und aussagekräftig. Leichte Unterhaltung eben.
    Es ist einer der wenigen Texte mit einem Happy End, also geniesst ihn.


    [background=#993300]Buxi hasst die Abschaffung von Tabmenus


  • Hallo Buxi :3


    Ich find es ja furchtbar, wie isoliert man als Profi-Thema vom erst der Welt ist, lol. Also schreibe ich dir mal einen Kommentar, zumal du wirklich interessante Werke zu präsentieren hast. Aufgefallen ist mir dein Gedicht "Baum am See". Ich hab es zuerst gelesen und dann dummerweise die Entstehung auch gleich angeschaut. Schande über mich, weil mich die Information natürlich jetzt stark beeinflusst, lol. Und ich mag das eigentlich nicht. (Du bist zumindest so intelligent und schreibst die Entstehung in nem anderen Tab. Ich klatsch meine einfach immer über das Werk in den Beitrag rein, lol. Sollte ich mal ändern.).


    Baum am See
    Ich könnte jetzt mit dem Titel anfangen, aber eigentlich ist der selten vielsagend, wenn man das Gedicht noch nicht kennt. Dieser Titel befördert einen zumindest schon an einen Ort.


    Ein warmes Schwert,
    Trifft meine Brust.
    Ich spür den Schmerz,
    So fest, so tief.

    Was mir hier gleich aufgefallen ist, war das "warme" Schwert. Im Normalfall hört man eher, dass ein kaltes Schwert verspürt wird, du lässt es aber warm sein. Warm ist ein positiv geprägtes Wort, dass man hier durchaus mit etwas Vertrautem in Verbindung bringen kann. Da liegt der Gedanke nahe, dass das Schwert für jemanden steht, der dem Lyrischen Ich nahe war. Andere Möglichkeit ist auch, dass es schon länger bereit gehalten wurde, um zuzustechen. Aber auch dann geht es um einen Vertrauensbruch einer Person, von der man es nicht erwartete. Der vierte Vers vertieft den Schmerz durch die parallele Form.


    Ich renne weg,
    In eine Wand.
    Ich sitze da,
    Im Stehen.

    Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht genau, wie ich es ohne die Hintergrundinformation interpretiert hätte. Wenn ich mich recht entsinne, ging es aber in eine ähnliche Richtung wie jetzt: Hier wird das Gefühl, das das Lyrische Ich erlebt sehr gut durch Handlung ausgedrückt. Die ersten beiden Verse fühlen sich an wie ein dumpfer Schlag ins Gesicht, da es nicht anders wäre, wenn man in eine Wand rennt. Die letzten beiden Verse drücken für mich dieses ... herabsackende Gefühl aus. Wenn die Knie sich anfühlen, als ob sie versagen und alles innen drin nach unten stürzt ... ja, als ob man sich setzen will. Dass du hier das Metrum plötzlich brichst, finde ich sogar recht passend, weil es dieses "im Stehen" nochmal verdeutlicht und den Leser durch das unerwartete Fehlen der zwei Silben länger verweilen lässt. Zumal diese Antithese "sitzen im Stehen" auch unerwartet eingesetzt wird.


    Ich dreh mich um
    Und sehe nichts.
    Nichts, ausser ihr.
    Ihr, ihr, ihr.

    Die Strophe löst so gesehen das Geschehen von vorher etwas auf. Es kommt eine zweite Person ins Spiel, die weiblich ist. In dieser Strophe könnte man noch von einem Happy End ausgehen, denn sie kann schließlich auch der Hoffnungsschimmer sein, den man nach dem Schmerz sieht. Ansonsten lebt die Strophe von Wiederholungen, die die wichtigen Begriffe hervorheben. Sowohl zuerst das "Nichts" und dann noch deutlicher das "ihr". Auch in dieser Strophe wirkt der Metrikbruch bedacht eingesetzt. Vier mal "ihr" hätte die Silbenanzahl beibehalten, aber da man beim Lesen plötzlich stockt, wirkt die Aussage stark nach. Ich hätte es aber auch gut mit der Beibehaltung der Silbenanzahl gefunden. Das wäre dann zwar auf fünf mal hintereinander "ihr" hinausgelaufen, aber hätte auch eine sehr einhämmernde Wirkung gehabt.


    Es gibt keinen Ausweg
    Zwischen Wand
    Und Schmerz.
    Ich falle um.

    Die komplette Auflösung des ganzen Geschehens. Somit schwindet die Hoffnung, die man in der Strophe vorher noch aufbauen konnte. Interessant ist hier, wie ausgesagt wird, dass sie verantwortlich für den Schmerz ist. "Zwischen Wand und Schmerz". Da das Lyrische Ich sich vorher von der Wand umdrehte und sie sah, kann man davon ausgehen, dass sie somit der Schmerz ist. Das Lyrische Ich kann nicht gehen, gleichzeitig aber wird es mit seinem Schmerz konfrontiert. Die berühmte Lähmung in so einer Situation ... Der Abschlusssatz gibt dem ganzen nochmal den Rest und wirkt auch sehr abschließend. Der Absatz zwischen zweitem und dritten Vers baut eine sehr schöne Lesepause ein, die Metrik deutet das innere Chaos an.


    Ehrlich gesagt hätte ich den Titel kaum zuordnen können ohne Hintergrundinformationen. So allerdings gibt es dem ganzen Schauspiel einen Ort, weswegen ich das auch gar nicht kritisieren möchte, sondern nur anmerken. Mir gefällt ja die äußere Form des Gedichtes recht gut, vor allem, dass es so kurz ist. Solche Situationen, wie du sie hier beschreibst, wirken auf einen genau so. Es sind kurze Momente, die sich irgendwie schnell aneinander reihen, sowie die Strophen hier. Viele Worte oder viel Inhalt existiert in dem Moment nicht im Kopf. Das kommt mit der Strukturierung hier ziemlich gut rüber. Der Abschluss hat etwas von einer Ohnmacht, von der Hilflosigkeit, die man verspürt, wenn man keine Kontrolle mehr darüber hat, dass ein wichtiger Mensch bei einem bleibt. Grässlich. Da wirkt das Ende fast schon wie ein Ausweg. Fallen, am besten Blackout und dann vergessen. Etwas, das man sich durchaus wünscht. Auch wenn der Anlass nicht der beste war, so finde ich es schön, wie nachvollziehbar du die Gefühle hier eingepackt hast.



    .: Cassandra :.