Trígonon

  • [align=center]Trígonon



    Vorwort:
    Willkommen zu Trígonon, meiner Fanstory. Sie spielt in Einall, doch ist einiges anders als in den Spielen: Team Plasma hat die Herrschaft an sich gerissen, und den Besitz von Pokémon verboten. Ausgenommen davon sind natürlich Team-Mitglieder. Die Geschichte ist aus der Sicht drei ganz unterschiedlicher Charakter geschrieben, die am Anfang nichts miteinander zu tun haben, im Laufe der Geschichte werden ihre Schicksale jedoch miteinander verknüpft. Der Prolog indes hat mit der Geschichte selbst nichts zu tun, und dient nur als Einführung.


    Die Kultur Einalls unterscheidet sich etwas von der der Spiele: Einall ist in meiner Geschichte ein Königreich, der König ist aber eine machtlose Marionette von Team Plasma und seinem Führer G-Cis. Einall hat eine alte Geschichte, die sehr an die Japans in früheren Zeiten anlehnt, in neuerer Zeit sind besonders die Städte aber zu einer modernen, urbanen Umgebung geworden. Die Namen der Bewohner Einalls sind oft englisch, es existieren aber auch noch einige alte Namen.


    Klappentext:
    Jamie, der seinen Vater an Team Plasma verloren hat, schließt sich dem Widerstand an. Als das Camp entdeckt wird, müssen sie fliehen. Jamie gelangt nach Sinnoh, wo er sich unsterblich in die schöne Cat verliebt. Gary, ein Mitglied einer Spezialtruppe von Team Plasma, wird geschickt um den Widerstand zu untergraben. Auch er geht nach Sinnoh, wo er sich mit seinem Vorgesetzten herumschlagen muss, doch langsam kommen ihm Zweifel an Team Plasma. Und da ist noch Malissa: Auch sie geht nach Sinnoh, um zu studieren und ihre Freiheit zu gewinnen, doch die Liebe und ihre Beziehungen zu den Mächtigen treiben sie immer mehr zum Kampf um die Macht in Einall.....



    Charaktere:
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    [tab=POV - Charaktere:]
    [subtab=Jamie]
    James „Jamie“ Bell


    Alter: 17


    Jamie wuchs ohne Mutter bei seinem Vater auf, der ihm eine herzliche und unbeschwerte Familie bescherte. Doch als er zwölf war, verlor er seinen Vater an Team Plasma. Danach lebte er ein Leben in den Slums von Marea City mit anderen Waisen. Auf der Flucht vor der Polizei kehrte er schließlich knapp vor seinem 17. Geburtstag in sein Heimatdorf zurück.
    Jamie hatte ein Leben voller Entbehrungen, und hat gelernt das man niemand trauen kann. Er neigt dazu, kalt und abweisend zu sein, doch wer sein Herz erobert hat, hat dort einen festen Platz.
    [subtab=Malissa]
    Prinzessin Malissa von Einall


    Alter: 19


    Malissa ist die älteste Tochter des Königs von Einall, und seine Erbin. Sie lebte immer im Palast ihres Vaters, in den Team Plasma die königliche Familie gefangen hält. Am Anfang der Geschichte jedoch wird ihr erlaubt, in Sinnoh studieren zu gehen und dort zu leben.
    Malissa ist sehr genervt vom Leben im Palast, den sie als Gefängnis ansieht, und ist deshalb leicht reizbar und sehr impulsiv. Gleichzeitig ist sie sehr emotional, und zu Leuten die sie mag sehr herzlich.
    [subtab=Gary]
    Gary Willington, Agent 453


    Alter: 22


    Gary ist Vollwaise, lernte seine Eltern nie kennen, und wuchs in einem Waisenhaus in Stratos City auf, wo ihm eine Karriere bei Team Plasma nahegelegt wurde. Er schaffte die Aufnahmeprüfung als Jahrgangsbester und fing an bei der Gepo, der Geheimpolizei, zu arbeiten.
    Gary ist ein lustiger, lebensfroher Vollwaise, der trotz den Entbehrungen seiner Kindheit die Lebenslust nicht verloren hat. Er ist allerdings auch sehr beeinflussbar, und hat Schwierigkeiten, sich eine eigene Meinung zu bilden, was auf seine stark politisch motivierten Erziehung im Heim zurückzuführen ist.
    [tab=Andere Hauptpersonen]
    [subtab=Cat]
    Catleen „Cat“ Waymore


    Alter: 21


    Cat ist eine Widerstandskämpferin, eine Offizierin in einem Camp in der Provinz Marea. Sie verlor vor 2 Jahren ihre Mutter an Team Plasma, und schloss sich darauf dem Widerstand auf, wo sie rasch aufstieg.
    Cat ist eine engagierte, voller Tatendrang steckende junge Frau. Sie ist eine charismatische Führungsperson, die aber auch nicht scheut, sich die Hände schmutzig zu machen. Ihr größter Wunsch ist es, einmal ein Pokémon zu besitzen, aber auch dies allen Bürgern Einalls zu ermöglichen.
    [subtab=Weitere]
    Weitere folgen...
    [/tabmenu]


    Inhaltsverzeichnis:
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    [tab=Kapitel]
    Prolog
    1 - Jamie
    2 - Malissa
    3 - Gary
    4 - Jamie
    5 - Gary
    [/tabmenu]


    Erklärungen zum Namen:


    Das Wort Trígonon ist griechisch, und bedeutet auf deutsch Dreieck. Ich wählte diesen Titel, da diese Geschichte aus der Sicht von drei unterschiedlichen Charakteren erzählt wird, die im Laufe der Zeit eine kleine "Dreiecksbeziehung" entwickeln.


    Copyright:


    Die Regionen Sinnoh und Einall, in denen die Geschichte spielt, sowie die Pokémon die sie bewohnen sind geistiges Eigentum der Pokémon Company und von Nintendo.
    Die Geschichte selbst ist geistiges Eigentum von mir.


    Benachrichtigungen:
    [tabmenu]
    [tab=PN]
    Caroit


    [/tabmenu]

  • Es war ein wunderschöner Wintertag, an dem die Sonne die Berghänge zum Glitzern, und die Kinder zum Strahlen brachte. Überall sah man fröhliche Kinder, die mit ihren Rodeln auf den kleinen Hügel hinaufgingen, oder einfach nur eine Schneeballschlacht machten. Die Schule war ausgefallen, und so versammelten sich alle Kinder Eventura Citys auf dem Hügel hinter der Schule, und hatten einfach nur Spaß. Der Schnee stand so hoch, dass keine Autos fuhren, und durch die ganze Stadt wehte ein Duft von Weihnachtskeksen. Es roch nach Zimtsternen und Vanillekipferln, nach Lebkuchen und Plätzchen, und die älteren Kinder machten sich einen Spaß daraus, von den am Fensterbrett zum Kühlen herausgestellten Blechen voll Keksen, ein paar zu stibitzen. Die Jugendlichen, die schon ein eigenes Pokémon hatten, standen an der Schulwand und ließen ihre Pokémon kleine Kämpfe ausführen. Man sah Felilous und Dusselgurrs, Nagelotz‘ und Yorkleffs, und auch das eine oder andere Ottaro, Floink oder Serpifeu. Die Pokémon sahen alle glücklich aus, und mit ihnen ihre jungen Trainer.
    Doch dann kam der Mann. Er war großgewachsen, trug einen Umhang und hatte grüne Haare, die ihm über die Schultern hinunterfielen. Er sah grimmig aus, und mit jedem Schritt den er machte, sank der Schnee tief ein, und man konnte die Erde erbeben hören. Gleichzeitig kamen wie von Zauberhand dunkle Wolken herbei, und verdeckten die Sonne. Die Kinder hörten auf zu spielen und zu schreien, sie blickten alle wie gebannt auf den Mann. Dieser schaute sich die Kinder an, sein Blick streifte umher. Bis er die Jugendlichen und ihre Pokémon erreichte. Sein Gesicht wurde noch grimmiger, und er schrie heraus: „ Ihr! Ihr versklavt Pokémon, und lässt sie nur zu eurem Vergnügen sich die Köpfe einschlagen! Das ist Barbarisch! Aber damit wird jetzt genug sein! Ich befreie diese Pokémon und alle anderen in Einall! Strömt aus meine Heerscharen, und befreit diese Pokémon!“ Auf dieses Stichwort kamen hinter ihm viele Männer und Frauen, in Uniform und mit Pokébällen in der Hand, hervor, und rannten auf die Jugendlichen zu. Diese, wie alle anderen Kinder auch, bekamen es mit der Angst zu tun und rannten davon. Um ihre Pokémon nie wieder zu sehen.

  • Hey, Charinfern. ^-^
    Ich bekam große Lust mal wieder den FF-Bereich zu durchstöbern und zu kommentieren, da fiel meine Wahl auf deine Geschichte. :D
    Es war vor allem der Titel, der mich angezogen hat. Dass er "Dreieck" bedeutet, lässt einen schon einmal ein paar Fragen aufkommen. Ich selbst denke jedenfalls, dass du damit eventuell auf ein Trio von legendären Pokémon anspielen wolltest? Auf jeden Fall hast du mich neugierig gemacht. ^-^


    Dein Startpost ist schön gemacht, was mir allerdings fehlt, ist ein Header. Es ist zwar jedem selbst überlassen, wie er seinen Startpost gestaltet, doch ein Bild als Einleitung würde bestimmt nicht schlecht kommen. Menschen reagieren gerne auf visuelle Reize und ein gutes Bild bewegt umso mehr Leute dazu, vielleicht noch weiterzulesen.
    Außerdem würde ich dir empfehlen, deinen Titel und die darunter liegende Erklärung zentriert zu formatieren. Dadurch springt er einem besser ins Auge. ^-^


    Dass deine FF an das "alternative" Ende von SW anknüpft, in dem der Protagonist verliert und Team Plasma doch seine Moral durchsetzt finde ich äußerst interessant. Ich sehe gerade, dass du unter der Überschrift der Punkte "Vorwort" etc. eine etwas größere Schriftgröße gewählt hast, ich schätze mal 12 oder 14. Ich denke, dass es schöner wäre, wenn du den Text unter den Überschriften kleiner als jene machen würdest, dadurch wirkt es in meinen Augen etwas ordentlicher.
    Den Klappentext an sich finde ich leider etwas fad. Du beschreibst darin nicht die Handlung, sondern gehst eher einzeln auf die Charakere ein. Es wäre bestimmt besser, wenn der Leser bereits einen groben Handlungsabriss bekäme. Du hast zwar bereits im Vorwort erwähnt, inwieweit die Ausgangssituation der Geschichte ist, doch es wäre sicher nicht schlecht, wenn du kurz und knackig die Handlung deiner Geschichte wiedergeben würdest, um den Leser neugierig zu machen.


    Nun zum Prolog.
    Zunächst einmal muss ich dich loben: Du hast es wirklich geschafft, mich mitzureißen. Schneeballschlachten, Gebäckstücke... Oh Mann, ich habe hunger. x3
    Dein Schreibstil ist schön, er lässt mich emotional mitfühlen und man merkt, dass du bereits ein gutes Bild von der Welt hast, die du beschreibst. Ich fühlte mich irgendwie mit dem Auftritt des grimmigem Mannes ins Klischee zurückversetzt, zunächst herrscht eine ab und an glückliche Welt, die sich dann schlagartig verändert...
    Das ist aber keinesfalls schlecht. Es wirkt zwar ein kleines bisschen unrealistisch, doch es passt perfekt zu der düsteren und unheilvollen Aura, die G-Cis ausstrahlt.

    ...und man konnte die Erde erbeben hören.

    Ich muss bei dieser Beschreibung schmunzeln. Ist es G-Cis, der die Erde zum Erbeben bringt? Also, es wäre mir irgendwie neu, dass seine Schritte so gewaltig sind. x3


    Was mir beim Lesen aufgefallen ist, du beschreibst die Charaktere zwar ein bisschen, aber nicht sehr detaillreich. Zum Beispiel G-Cis' Mantel... Ich finde, dass sein Modegeschmack sehr... eigen ist. Es ist auf jeden Fall etwas äußerst auffallendes. Da wäre es nicht schlecht gewesen, genauer auf die Musterung des Mantels einzugehen. Dasselbe gilt für die Details der Plasma-Rüpel. Natürlich darf man es nicht übertreiben, zu viel Beschreibung und zu wenig Handlung machen einen Text natürlich nicht mehr interessant. Man sollte sich immer fragen "Was könnte meine Leser noch interessieren?" und sich daran etwas stützen.
    Außerdem, so als Empfehlung, sollte man wohl noch öfters seinen Text wegen solchen Punkten durchlesen. Auf diese Weise kann man noch Stellen entdecken, die einem selbst vielleicht unschön klingen. Wie diese hier:

    Um ihre Pokémon nie wieder zu sehen.

    Ich glaube nicht, dass ein Kausalsatz an dieser Stelle passend ist. Immerhin rennen die Trainer ja weg, weil sie Angst haben? Es ist ja nicht so, als wären ihre Pokémon ihnen vollkommen egal, oder?


    Ansonsten finde ich deine FF von der Idee her äußerst interessant und freue mich schon darauf, mehr zu lesen. ^-^ Ich bin schon gespannt, wie du deine Charaktere anschließend präsentieren wirst.
    The Sound of Silence

  • 1 – Jamie



    Es war sein 17. Geburtstag. Doch er feierte ihn nicht. Seit Jahren schon tat er es nicht mehr, seit dem Tag an dem sein Vater starb. Er hatte nun niemanden mehr, seine Familie war tot oder verschwunden. Er rührte sich nicht, nicht einer seiner Muskeln bewegte sich, als er das Grab seines Vaters betrachtete, einen stillen Erdhügel mitten im Wald, ohne Schmuck und Kreuz. Nur eine einzige Träne rannte seine Wange herunter, und versickerte in der Erde, als einsamer Tribut an die Rachegötter.


    Der Wind wehte durch sein braunes Haar, und verwehte es überall in der Luft. Jamie war groß gewachsen, fast eins achtzig, und sein Haar hing im bis zur Schulter, während es im Gesicht seine dunklen Augen fast verdeckte. Er ging durch den Wald, der das Dorf seiner Kindheit begrenzte, in den Bergen nördlich von Marea City. Dem Dorf, in dem sein Vater seine Augen für immer schloss. Als Jaime zwei war, kam es zum Staatsstreich in Einall, und Team Plasma übernahm die Macht. G-Cis, sein skrupelloser Anführer, wurde zum Präsident, und der König von Einall wurde in ein Schloss in den Norden verbannt, wo er G-Cis als Marionette dient. G-Cis und Team Plasma errichteten eine Terrorherrschaft, und ließen die Freiheiten der Menschen schrittweise beschneiden. Schließlich verboten sie den Besitz von Pokémon. Jamies Vater gab seine Pokémon ab, bis auf sein Pikachu, ein Geschenk eines Freundes aus dem fernen Kanto. Doch die Gepo, die geheime Polizei von G-Cis, geführt vom Finstrio, kam ihm auf die Schliche. Ungern dachte Jamie an diesen Tag zurück: Als sie kamen, mit ihren Pokémon und ihren Waffen. Als sie seinen Vater fanden. Als er schrie. Als der Schuss fiel. Als sein Vater umfiel. Als er auf dem Boden aufkam. Als sie Pikachu mitnahmen. Als der eine ihn sah. Als er rannte. Als Jaime daran dachte, floss wieder eine Träne über seine Wange, und dieses Mal konnte er es nicht zurückhalten: Er begann zu weinen, fiel auf die Knie, und ließ seine ganze Trauer und Wut heraus. Er schrie ihn hinaus in die Welt, ein einsamer Ruf im stillen Wald. Nach dem Tod seines Vaters ging Jamie nach Marea City, in die weite Hafenstadt und lebte dort mit anderen Waisen zusammen. Doch die Polizei fand sie, und um nicht in ein Erziehungsheim von Team Plasma gesteckt zu werden, floh er aus der Stadt. Nach Norden. In das Dorf seiner Kindheit, zum Grab seines Vaters.


    Jamie wanderte weiter durch den Wald. Er plante, zurück nach Marea City zu gehen. Vielleicht fände er dort einen Job als Hafenarbeiter, könnte sich eine neue Existenz aufbauen. Hierher wollte er nie wieder zurück. Die Erinnerungen waren zu stark, und sie verdüsterten sein Gemüt. Das wollte er nicht. Schließlich war er am Waldrand angelangt. Über ihm ragten die Berge auf, die grauen Zacken und Grate, die mit Schnee bedeckt waren. Und unter ihm, hinter den weiten Wäldern mit ihren kleinen Dörfern, erstreckte sich weit in der Ferne die Hafenstadt Marea City, mit ihren smaragfarbenen Hochhäusern, die den Himmel berührten. Sein Blick wanderte weiter nach vorne, er wollte einen letzten Blick auf das Dorf seiner Kindheit werfen, welches in einer Waldlichtung in der Nähe lag. Da blieb sein Blick auf einer Lichtung hängen, etwas vom Dorf entfernt, in der sich ein Stahlgebäude befand, mit grünem Lack wie die Bäume, es sah aus wie ein Hangar. Team Plasma hatte hier in dieser Gegend doch keine Quartiere? Oder? Jaime ging in diese Richtung, zurück in den Wald. Wenig später sah er es genau, als es sich vor ihm im Wald erhob, ein Stahlgebäude, umzäunt mit Stacheldraht. Jamie machte sich klein, versteckte sich hinter einem Baum, und spähte weiter. Vor dem Gebäude waren einige Menschen, mit grünen Uniformen. Das war nicht Team Plasma, diese trugen schwarz oder grau. Wer war es aber dann? Noch bevor Jamie weiter darüber nachdenken konnte, sprangen zwei Männer hinter ihm von einem Baum. „Hände hoch!“, brüllte einer. Jamie beeilte sich, der Aufforderung nachzukommen, und drehte sich um. Es waren zwei kleine Männer, mit grünen Tarnuniformen und -helmen, einem Tuch das Gesicht und Nacken verdeckte, und einem Gewehr im Anschlag. „Umdrehen! Geh zum Tor!“, brüllte er wieder. Sie gingen durch das Tor, Jamie mit den Händen in der Höhe, die Männer mit den Gewehren auf seinen Rücken gerichtet. „ Wer seid ihr? Team Plasma?“ „ Du wirst lachen. Wir sind der Widerstand.“ „Der Widerstand? Davon habe ich noch nie was gehört!“ „Jetzt schon! Umdrehen!“ Sie hatten das Stahlgebäude erreicht, und Jamie tat wie befohlen. „Nimm ihn mit, und bring ihn zu den Unterkünften!“ Der etwas kleinere nahm sein Gewehr, und Jamie folgte ihm. Über eine Seitentür gingen sie in das Stahlgebäude. Überall waren Stockbetten, leer, und der Mann deutete auf eines. „Das ist deines!“ „Warum brauche ich ein Bett?“ „ Glaubst du wir lassen dich gehen?“ „Ähmm… ja vielleicht?“ Er schmunzelte.„ Geh jetzt schlafen! Morgen beginnt deine Ausbildung zum Guerilla-Kämpfer! Und ich bin dein Trainer!“ „Ok!?“ „Wie du meinst!“, sagte er als er zu lachen begann. Er zog den Helm ab, und das Tuch, und zeigte nun sein Gesicht. „Mein Name ist übrigens Catleen!“

  • Joa, bei so einem Titel muss man ja mal Kritik geben.


    Du hast einen wunderbaren Schreibstil, der nur durch kleine Stolperer im Ausdruck etwas unprofessionell wirkt. Zu deiner Info: ich mache nur Verbesserungsvorschläge. ;)


    Zitat von Charinfern

    und ließen die Freiheiten der Menschen schrittweise beschneiden.


    Ich musste hier unfreiwillig lachen, sry. Bessere Ausdrücke wären "einengen", "kleiner werden" oder sogar "verschwinden".


    Zitat von Charinfern

    Als sie kamen, mit ihren Pokémon. Als sie seinen Vater fanden. Als die Schreie kamen. Als der Schuss fiel.


    Zweierlei:
    1. "Als die Schreie kamen" ist etwas seltsam ausgedrückt, außerdem würde ein anderes Wort die Verbwiederholung verhindern.


    2. Es hat mich etwas verwirrt, dass sie erst mit Pokémon kamen, aber dann Schusswaffen benutzen. So wie ich selbst das sehe, hätten "Als sie kamen mit ihren Waffen", bzw. "Als das Caesurio (Beispiel) ihn tötete" etwas besser vom Zusammenhang her gepasst. Aber das ist natürlich nur ein klitzekleiner Ausdruckfehler.


    Zitat von Charinfern

    Marea City, mit ihren smaragdenen Hochhäusern


    smaragdfarbenen, sofern du nicht sagen willst, dass Mareas Häuser aus Smaragden bestehen.


    Zitat von Charinfern

    Da blieb sein Blick auf einer Lichtung hängen, etwas vom Dorf entfernt, in der sich ein Stahlgebäude befand, (...) Eine Stunde später sah er es


    Scheinbar hat er es ja schon vorher gesehen, oder? Außerdem ist ein einstündiger Fußmarsch schon recht viel, er wäre in der Zeit sicherlich schon längst beim Hangar gewesen.


    Zitat von Charinfern

    Geh jetzt schlafen! Morgen beginnt deine Ausbildung zum Guerilla-Kämpfer!


    Etwas voreilig, einen potenziellen Plasma-Spitzel gleich in den Widerstand aufzunehmen. Du hättest noch ein klein bisschen Misstrauen reinbringen können.


    Aber ich bin echt überrascht! Dein Schreibstil ist sehr gefühlsnah und beschreibt die Gedanken perfekt.
    Die Story kann ich zwar noch nicht einordnen, aber sie ist defenitiv ein Highlight im Miscellaneous. Die Startpos gefällt mir, der Prolog ist nicht mein Fall, deswegen hab ich ihn auch ausgelassen. :)
    Ich bin auch von Sirius Titel begeitert, dass du ihn aber nochmal erklärst, finde ich etwas überflüssig. Es wirkt misteriöser ohne die Erklärung. 8-)


    Dann mal viel Spaß beim Weiterschreiben!


    ~Gewaldro

  • 2 – Malissa



    Der Gong zum Mittagessen ertönte, und man konnte ihn in den Fluren und Räumen gut hören. Malissa stand auf, drehte sich um, und ging heraus in den Flur. Wie sie es hasste. Wie sie alles hasste. Den Palast, ihre Eltern, das Leben hier drinnen, es war zum kotzen. „Nur noch drei Tage, dann bist du es endlich los!“, dachte sie sich. „In drei Tagen kannst du diesen scheiß Ort verlassen, und brauchst nie wieder zurück!“ Malissa überquerte den Garten, in dem die Kirschbäume in voller Blüte waren. Die Sonne schien sanft auf die roten Wände des Palastes, die den Garten umgaben. Der Palast von Twindrake, außerhalb der Stadt gelegen, war ein viereckiges Pagodengebäude, in dessen Mitte ein Garten lag. Die Enten quakten fröhlich in den Teichen, und der Wind wehte leise durch das Gras. Und oben, auf den Dächern, standen sie: die Männer mit ihren Gewehren, die jeden Winkel des Palastes überwachten. Sie waren eine Elitetruppe von Team Plasma, dazu da um die königliche Familie zu beschützen. Doch Malissa wusste, dass diese da waren, um sie zu überwachen und einzusperren in den engen Gemächern des Palastes.


    Mit schnellen Schritten durchquerte sie den Garten, und ging in den Hauptflügel. „Prinzessin Malissa von Einall!“, sagte der Wächter als sie den Speisesaal betrat. Sie nickte ihm zu und eilte auf den Tisch am anderen Ende des Raumes zu. Dort warteten bereits ihre Eltern, König Yoko uns Königin Ai, und ihr kleiner Bruder, Robbie. „Wo warst du? Wir warten seit Stunden!!“, fuhr sie ihre Mutter an, doch Malissa betrachtete sie nicht, zog es vor zu schweigen. „ Antworte ihr! Wenn dich deine Mutter etwas fragt, dann antworte gefälligst!“, fuhr ihr Vater fort, doch Malissa zuckte nur mit den Schultern, und verlegte ihre Aufmerksamkeit ganz auf die Suppe, die gerade aufgetragen wurde. Das ganze Essen hindurch schwieg sie, und betrachtete es, oder zwischen den Gängen den Raum. Er war hoch, ganz in Rot, nur an der Decke waren farbige Malereien, von Pokémon und ihren Trainern, aber auch von den Königen von Einall. Einst erbauten sie dieses Schloss im Norden als ihren Sommersitz, doch Team Plasma hielt sie jetzt hier gefangen. Aber nicht mehr lange! In drei Tagen würde Malissa diesem Ort den Rücken kehren. Team Plasma hatte ihr erlaubt, in Sinnoh, in Fleetburg, zu studieren und außerhalb des Palastes zu leben. Ihre Eltern waren dagegen gewesen, aber sie hatten keine Wahl: Sie mussten tun was Team Plasma ihnen befahl. Endlich einmal war das Schicksal ihr wohl gesonnen. Nie wieder würde sie hier leben müssen, dem sinnlosen Tagesablauf im Palast folgen müssen. Aufstehen. Sich schön machen. Mit ihrer Mutter im Garten spazieren gehen. Ins Zimmer gehen. Sich fürs Essen schön machen. Essen. Mittagsschläfchen halten. Sich für die Audienzen schön machen. Ihrem Vater bei den Audienzen zu sehen. Essen. Schlafen. Wie sie es hasste, jeden einzelnen Aspekt dieses trostlosen, sinnlosen Lebens! Sie musste in ihren früheren Leben schlimmes verbrochen haben, dass die Götter ihr dieses Leben gaben. Es war einfach schrecklich!



    „Pack das rote Kleid ein, da sieht Malissa so schön aus! Nein nicht dieses! Du dumme Kuh! Bist du für alles zu blöd?! Wofür zahlen wir dich eigentlich!“, schrie ihre Mutter Yana, Malissas Zofe, an. „Du meinst wofür zahlt Team Plasma sie.“, entgegnete Malissa. „Wird jetzt nicht frech! Was fällt dir ein, so mit deiner Mutter zu reden! Du bist ja noch schlimmer als diese dumme Kuh! Oh ihr Götter, warum bestraft ihr mich mit so einer undankbaren Tochter!!“ „Oh, du tust mir ja sooo leid, du bist mit einer Tochter bestraft! Soll ich gleich anfangen zu heulen?“ „Jetzt reicht es mir aber! Glaub ja nicht, dass das ohne Konsequenzen bleiben wird! Dein Vater wird…“ Platsch, hatte Malissa ihrer Mutter eine Ohrfeige gegeben. „Raus mit dir! Und Vater soll gar nicht erst herkommen! Verschwindet, alle beide!“ Ihre Mutter war zu perplex etwas zu antworten, also schob Malissa ihre Mutter und Yana hinaus aus der Tür, und warf diese zu. Langsam begann sie durchzudrehen. Sie hielt es nicht mehr aus, mit ihrer Mutter, dem ganzen anderen. Sie wollte nur mehr weg! Warum musste ihre Mutter immer so überreagieren, diese alte Vettel. Und ihren Vater wollte sie gar nicht mehr sehen, wie er dann immer jammerte: „Oh ihr Götter, helft uns armen Seelen, dass wir unsere Tochter in Griff bekommen! Sie ist ja ein nettes Mädchen, nur ist sie in letzter Zeit etwas eigenartig!“ Sie war gar nicht eigenartig, sie hielt es einfach nicht mehr aus. Sie schlug ihren Kopf gegen die roten Wände des Zimmers, und es schleuderte ihre dunklen Haare umher. Auf dem Bett lag ein offener Koffer, und überall lagen Kleider herum. Was sollte sie mit diesem Fusel in Sinnoh anfangen? „Noch in Twindrake kaufe ich mir neue Kleidung, und werfe diese weg. Soll ich mit diesem Kimono in Fleetburg herumlaufen? Oder im roten Kleid zu den Vorlesungen gehen? Nie im Leben! Da kann ich mich ja auch im Clownkostüm zeigen, die Reaktion wäre die gleiche!“ Malissa sah sich um. Überall lagen ihre Kleider herum, die Koffer waren offen, und ihre Taschen leer. „Jetzt kann ich das alles allein einpacken! Das kann ja heiter werden!“ Sie bückte sich, und legte das rote Kleid ganz unten in den Koffer hinein.

  • 3 - Gary


    Das höchste Haus von Stratos City, mitten in der Prachtstraße, gehörte Team Plasma. Es war ein hohes, schmuckloses Haus, dessen Fenster schwarz getüncht waren. Die Sonne spiegelte sich im Stahlgerüst, und blendete die Passanten. Wie immer, war die Straße vollgestopft, die Gehsteige voller Menschen. Auf den drei Fahrbahnen der Straße fuhren die gelben Taxis herum, und zwischen ihnen die normalen Autos, grau, silbern oder gar rot. Hie und da fuhr ein Bus vorbei, immer an der äußersten Spur, um schnell zum halten herausfahren zu können, und zu bestimmten Zeiten konnte man unter der Straße das Rauschen der U-Bahn über ihre Gleise hören.


    Gary ging in Zivil durch die Straße, näherte sich dem Quartier von Team Plasma. Wie lange hatte er als Kind davon geträumt, dieser Organisation anzugehören. Im Heim hatten die ErzieherInnen davon geschwärmt, was für eine elitäre Einheit es doch sei, die sich ganz dem Schutz der Menschen und der Pokémon Einalls verschrieben hatte. Und jetzt gehörte er, Gary, ein Waisenjunge aus Stratos City, ihr an. Er konnte sein Glück immer noch kaum fassen, auch wenn es schon drei Jahre her war, seit er die Abschlussprüfung der Plasma-Akademie absolvierte. Er schloss als Jahrgangsbester ab, und wurde deshalb für die Gepo, dem elitärsten und besten Einheitskommando von Team Plasma, vorgeschlagen. Wie gestern schien ihm der Tag, als er dem Finstrio entgegentrat, den Leitern der Gepo. Er hatte sie sich immer als ernste, starke Menschen, die keinen Scherz verstanden, vorgestellt, doch die drei waren ganz anders: sehr freundlich, oft einen Scherz auf den Lippen, wenn auch ein wenig zurückhaltend. Sie redeten mit jedem ihrer Untergebenen auf Augenhöhe, und waren keineswegs hochnäsig, sondern hörten sich ihre Sorgen und Vorschläge an, kümmerten sich darum und setzten sie oft auch in die Tat um.


    Gary trat in den Lift ein, und wählte den 16. Stock, in dem sein Büro lag. Die gläserne Wand des Liftes spiegelte ihn, und so konnte er sich gut betrachten, während der Lift nach oben fuhr. Seine blonde Haare, seine blaue Augen, die viel zu große Nase, und die Ohren, die fast ganz hinter dem schulterlangen Haar verschwunden waren. Er trug Zivil, einen rotes T-Shirt und eine blaue Jean, doch im fröstelte nicht, ganz im Gegenteil: im Haus lief nicht mal eine Heizung, denn es war einer der wärmsten Apriltage, die Stratos je gesehen hatte. Die Jugendlichen saßen an Piers, ein Eis in der Hand, und redeten über Jungs oder Mädchen, je nachdem, und die Kinder spielten schreiend in den Gassen, nur mit T-Shirt und kurzer Hose bekleidet, so wie er es als Kind auch gerne tat, zusammen mit den anderen Kindern des Waisenhauses. Er hatte seine Eltern nie gekannt, sie hatten ihn als Baby vor dem Kinderheim der Stadt ausgesetzt. Erst Team Plasma gab ihm das Gefühl, eine Familie zu haben, ihm verdankte er alles.


    Der Lift ging auf, und Gary trat in den Flur heraus. „Hi, Gary, lange nicht gesehen. Wie geht’s dir?“, rief Joanne, die Sekretärin und Empfangsdame der Abteilung, ihm zu als er vorbei ging. „Ganz gut, danke! Dir?“ „Na, ja, geht schon. Aber was kann man machen?“. Sie begann zu lachen, und Gary konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wenn er eine Person kannte, die nie aufhörte sich zu beklagen, dann war das Joanne. Er trat in sein Büro ein, dessen Stirnseite aus Glas bestand, aus dem er heraus sehen konnte, von draußen aber nicht herein. Am Abend, wenn die Sonne tief im Westen stand, und die Stadt in ein rotes Licht hüllte, stand er gerne hier und betrachtete die Stadt, seine Heimat. Die schwarzen Hochhäuser der Downtown, die grellen Kinos und Theater mit ihren Leuchtschriftanzeigen im Westend, die ruhigen Vorstadtsiedlungen im Norden, und dahinter die sich langsam ausbreitende Wüste, nur unterbrochen vom Highway nach Rayono City. Sonst aber saß er am Schreibtisch, und sah nur sein Büro, das sehr spartanisch eingerichtet war. Ein Schreibtisch, ein Computer auf ihm, ein Schrank voll mit Akten, ein kleiner Wasserspender und ein Blumenstock an der Wand. Die Wand, die nach innen zeigte, war aus Glas, und so konnte er die Büros seiner Kollegen sehen, die wie er selten in ihren Büros, sondern öfter im Außendienst waren. Doch Garys letzter Dienst, ein Versteck von subversiven Elementen, die Einall Schaden zufügen wollten, zu finden und eine Truppe von einfachen Team-Plasma Straßenpolizisten zu leiten, die das Gebäude erstürmten, war abgeschlossen, und nach ein paar Tagen Urlaub war er wieder zurück im Büro. Er setzte sich in den Drehsessel und checkte seine Mails. Das meiste war nur irgendeine Art von Büro-Comedy, und einiges davon sendete er auch weiter, doch eine Mail war etwas Größeres, Wichtigeres: „An Agent 453. Es werden einige subversive Elemente, die offensichtlich einen Staatsstreich planen, und sich „Widerstand gegen die Tyrannei Team Plasmas“ nennen, im Norden von Marea City vermutet. Finden Sie diese Gruppierung, und folgen Sie ihr, egal wohin. Sobald Sie genug Beweise haben, benachrichtigen Sie uns, und wir schlagen zu. Gezeichnet, das Finstrio.“, las er leise vor. „Das sieht nach einem neuen Auftrag aus!“ Er nahm sein Telefon, und wählte eine Nummer: „Joanne, buch mir ein Ticket nach Marea!“

  • Schreibblockade! Da ich momentan sowas von hänge, hab ich beschlossen, frühere Kritiken aufzurollen, und da fiel mir zuerst deine Fanfiction ein, sollte sowieso mal wieder bewertet werden. :thumbup:


    Ich sehe, mittlerweile hast du jeden Eckpunkt des "Trígonon" miteingebaut, somit ist deine FF schonmal Ready2Go, und du kannst durchstarten, ich beschränke mich aber mal auf dein neustes Werk: Kapitel 3.


    Der Einstieg war beispiellos; erstmal die Umgebung mit all ihren Einzelheiten und Eigenschaften beschreiben, ist gut für die Orientierung des Lesers und es macht auch einen schönen Anschluss zur Handlung - vor allem Garys Geschichte.
    Auch diese war schön erzählt, es wurde klar, wie und warum er zu der aktuellen Welt und ihren Lauf steht; seine Haltung gegenüber Plasma und dem Finstrio kam sehr deutlich zur Geltung, trotz deines doch recht pregnanten Schreibstils.
    Im folgenden Abschnitt reißt du aber noch ältere Wunden auf, zum Beispiel dass er ein Waise ist und er nur wenig von einer richtigen Kindheit weiß. Leider wurde hier nochmals wiederholt, dass er Zivil trägt, was ja schon zuvor erwähnt wurde. Sein Arbeitsleben wurde ja ebenfalls sehr spartanisch beschrieben, aber der Schreibstil war noch immer toll.
    "Agent 453"...
    Ich hab sofort mal den Pokédex durchgestöbert, und diese Zahl wäre dann wohl GlibunkelGlibunkel, ich frage mich, ob da ein Zusammenhang besteht... :rolleyes: Naja, jedenfalls wurde auch beim Auftrag nicht lange gefackelt, aber trotzdem hat man alles verstanden. :)


    Ja, jetzt fragt sich der Leser vielleicht, warum Galahad so eine winzige Kritik schreibt.
    - Ganz einfach: die Kapitel sind viel zu klein, mit diesem Tempo würdest du noch in zehn Jahren an der FF sitzen, und ich denke das ist nicht deine Absicht, also
    schreib beim nächsten mal etwas mehr, und ich kann dir auch eine umfassendere Bewertung schreiben. :D


    ~GalahadFurnifraß

  • Halli~ Hallo~
    Zuerst möcht ich gleich mal sagen super Story! Richtig gut Erzählt (Die Geschicht bleibt im gedächnis hängen) und es ist was neues!


    Zuallererst ich hab keine Ahnung von Einall! Ich mochte die Pokemon spiele dazu nicht... naja wie auch immer!




    3 Charaktere und ihre doch relativ verschiedenen Weltanschauungen hmmmmm... Genial!
    Und warum ist es so genial weil du sie gut beschreibst und doch es relativ aufden Punkt bringst!
    Also nicht Kapitel lang die Persönlichkeit oder die Umgebung beschreibst sondern es kurz und knackig hältst und doch noch genug ist um sich das vorzustellen.


    ah ja und zum Prolog... Gut... naja das mit dem Jungen mit den Grünen haaren nur N (doffer name) gemeind ist ist ja ziemlich offensichtlich^^
    oh und ja die "Steckbriefe" und sonstiges geschmarr... Ich sags gleich ich hallte nichts davon ich möchte das Die Geschicht mir den Charakter vorstellt und zeigt wie er tickt!
    = Ich Les kei Steckbref


    Zitat


    Ja, jetzt fragt sich der Leser vielleicht, warum Galahad so eine winzige Kritik schreibt.
    - Ganz einfach: die Kapitel sind viel zu klein, mit diesem Tempo würdest du noch in zehn Jahren an der FF sitzen, und ich denke das ist nicht deine Absicht, also
    schreib beim nächsten mal etwas mehr, und ich kann dir auch eine umfassendere Bewertung schreiben.


    Yop dem kann ich nur zustimmen...


    Please, More! 8-)


    mit dämonischen grüßen
    Jesus

  • Hallo Charinfern,
    ich habe deinen Post im Kommi-Topik gesehen und dachte mir, dass ich dir einfach mal einen Kommi da lasse ^^  
    Zu Startpost und Prolog werde ich jetzt erst mal nichts sagen, da du zu ihnen ja auch schon Kritik bekommen hast, und mein Augenmerk mehr auf die drei Kapitel richten. In den bisherigen drei Kapiteln wird jede der drei Hauptpersonen vorgestellt und dadurch ähneln sie sich ein wenig bzw. gehören sie mehr oder weniger zusammen, daher möchte ich sie gerne alle zusammen kommentieren.
    Ach ja, bevor ich es vergesse: Ich schreib den Kommi während ich die Kapitel lese, daher könnte es sein, dass sich Fragen meinerseits o.ä. im Verlauf des Kommis klären.


    Bevor ich jedoch zu den Kapiteln komme, möchte ich noch anmerken, dass es schon recht schön wäre, wenn du den Titel noch einmal kurz im Startpost erklären könntest, da wahrscheinlich nicht alle dessen Bedeutung kennen. Zwar hat Galahad dir geraten ihn wegzulassen, jedoch repräsentiert der Titel die Geschichte in gewisser Weise (daher wählt man ja auch keinen x-beliebigen, sondern einen, der zu der FF passt) und daher ist es nicht schlecht, wenn man seine Bedeutung kennt. Wer diese jedoch nicht wissen möchte, kann diesen Teil im Startpost ja auch einfach überspringen.
    Um das ganze jetzt noch einmal kurz zusammenzufassen: Ich bin der Ansicht, dass eine Erklärung des Titels in den Startpost gehört, wenn viele sich seine Bedeutung nicht von selbst erschließen können. Daher wäre eine Erklärung bei deinem Titel sinnvoll bzw. hilfreich.


    1 – Jamie
    Also, es gibt also eine geheime Polizei namens Gepo. Also ich muss gestehen der Name hat mich sofort an die Gestapo (geheime Staatspolizei) im dritten Reich erinnert; kann natürlich sein, dass das nur so ist, weil ich gerade wochenlang dieses Thema in der Schule hatte.
    Im zweiten Abschnitt hast du 10 mal "Als [...]" beim Satzanfang genutzt und dazu noch sehr kurze Sätze gebraucht. Vermutlich wolltest du damit eine gewisse Spannung aufbauen, wozu man so kurze Sätze bzw. eine Aneinanderreihung von von kurzen Ausrufen auch verwenden kann, jedoch hast du es an dieser Stelle damit ein wenig übertrieben wodurch es nicht mehr ganz so flüssig zu lesen ist und auch die sich wiederholenden Satzanfänge sind an dieser Stelle eine wenig störend.
    So wie ich es jetzt verstanden habe, geht er durch den Wald, weg von seinem Dorf und blickt dann nach vorne um es noch ein letztes Mal zusehen. Entweder ich habe etwas falsch verstanden oder du hast hier einen kleinen Logikfehler eingebaut.
    Des weiteren ist es ein wenig komisch, dass er diesen Hangar nicht schon auf dem Hinweg bemerkt hat, immerhin liegt er in der Nähe des Dorfes. Vielleicht ist er ihm aber auch wegen der grünen Farbe nicht aufgefallen, wobei es bei diesem Fall noch schön gewesen wäre, wenn du mit hinein genommen hättest, warum Jamie der Hangar dann ausgerechnet in diesem Moment auffällt.
    Es ist eine interessante Wendung, dass Jamie beim beobachten von den mysteriösen Personen in grünen Uniformen entdeckt wird. Wobei ich mich frage, warum er sie fragt, ob sie von Team Plasma seien, wenn er zuvor schon festgestellt hat, dass dies nicht sein kann. Wollte er ganz sicher sein, dass sie nicht davon sind? An dieser Stelle hättest du noch ein wenig mehr auf das innen Leben deines Charakters eingehen können und dabei auch gleich klären können, was die Beweggründe für diese Frage sind.
    Widerstandsgruppen gegen einen Tyrannen stoßen bei mir generell auf Sympathie, daher gefällt es mir auch außerordentlich gut, dass Jamie dort ausgebildet werden soll. Ein wenig komisch ist nur, dass der Widerstand so unvorsichtig erscheint und scheinbar kein Misstrauen hegt. Es wird Jamie z.B. gleich erzählt, dass dies der Widerstand sei und sie haben auch vor in sofort auszubilden. Theoretisch könnte der Junge ja auch ein Spitzel des Gegenlagers sein, daher wäre vielleicht ein wenig gesundes Misstrauen gegenüber einem Fremden durchaus angebracht. Andererseits könnte es aber auch sein, dass der Widerstand inzwischen so mächtig geworden ist, dass er sich nicht groß Sorgen machen muss, dass G-Cis ihn zerschlagen könnte.
    Die Szene am Ende mit Catleen und Jamie ist schön geworden. Das Mädchen macht gleich einen sympathischen Eindruck auf den Leser und auch, dass du erst ganz am Schluss verrätst, dass derjenige, mit dem sich Jamie unterhält ein Mädchen namens Catleen ist, ist toll gemacht. So wird man erst in die Irre geführt und glaubt, er unterhalte sich mit einem Mann und zum Schluss ist es dann ein Mädchen, was natürlich auch dazu führt, dass man sich automatisch ein paar Gedanken darüber macht, wie sich die Beziehung zwischen diesen zwei Charakteren im Laufe der Geschichte entwickeln wird.
    Du schreibst, dass die am Ende ihr Gesicht zeigt. Dies wäre eine super Gelegenheit gewesen, ihr Gesicht bzw. ihr Äußeres zu beschreiben. Da du das jedoch leider nicht getan hast, hat man bis jetzt nur ein sehr schwammiges Bild von Catleen vor Augen.


    2 - Malissa
    Am Anfang des Kapitels wird recht schnell klar, dass sie mit ihrem momentanen Leben nicht zufrieden ist. Nun fragt man sich natürlich, warum dies so ist; was ist der Grund für ihre Unzufriedenheit und ihren auf ihre Familie entwickelten Hass? Am besten lasse ich mich einfach überraschen, aber ich bin wirklich gespannt darauf, über ihre Beweggründe informiert zu werden.
    Zuerst beschreibst du die Schönheit des Palastes bzw. des Gartens und gleich darauf erwähnst du die Wachen mit ihren Gewehren. Dadurch wird der Eindruck verstärkt, dass die bewaffneten Männer nicht so recht in das friedliche Bild des Gartes und des Palastes passen, wodurch man merkt, dass irgendwas komisch ist bzw. nicht so ist, wie es idealer Weise sein sollte. Warum wird der Palast so streng bewacht? Genau auf diese Frage bekommt man gleich darauf zwei Antworten. Laut der offiziellen Version dienen sie dem Schutz der Familie, Malissas Meinung nach sind sie aber eher Kerkermeister. Welche Möglichkeit von den beiden nun tatsächlich zutrifft, kann man noch nicht 100%ig sagen, da Malissa sich ja auch in irgendetwas hinein gesteigert haben könnte, jedoch wäre es ganz interessant zu erfahren, vor welcher großen Gefahr die Wachen die Familie der offiziellen Version nach beschützen sollen.
    Als Malissa zum Essen kommt, wirft ihr ihre Mutter vor, dass sie schon seit Stunden warten würden. Ich vermute mal, du wolltest damit verdeutlichen, dass Malissa ihre Familie eine Weile hat warten lassen, aber ihrer Mutter die Worte "seit Stunden" in den Mund zu legen, war ein wenig zu viel. Zumal dies eigentlich nicht möglich sein kann, da nicht lange zuvor der Ging zum Mittagessen ertönt ist und Malissa sich ja dann auf den Weg zum Speisesaal gemacht hat. Außerdem wage ich ein wenig zu bezweifeln, dass ihre Familie wirklich Stunden lang auf sie mit dem Essen gewartet hätte.
    Nun erfährt man auch, warum Malissa mit ihrem momentanen Leben mehr als Unzufrieden ist und woraus ihr kleiner Lichtblick besteht. Du verdeutlichst recht schön, dass die einen Monotonen und auch ein wenig oberflächlich erscheinenden Alltag hat. Du hättest aber vielleicht noch mit ein bringen können, dass sie ab und zu auch noch von einem Lehrer unterrichtet wird oder so. Momentan wirkt es nämlich so, als würde sie diesem Tagesablauf, der zum Großteil daraus besteht sich hübsch zu machen, seit sie klein ist folgen. Irgendwann muss sie aber auch lesen, schreiben und andere Dinge gelernt haben, sonst könnte sie wohl kaum studieren gehen.
    Im dritten und letzten Abschnitt bekommt der Leser zuerst nochmals einen Eindruck von der Mutter, wobei dieser Teil des Textes sie nicht unbedingt gut aussehen lässt. Da fragt man sich, was du dir dabei gedacht hast, ihr den Namen Ai zu geben, da dies japanisch ist und Liebe bedeutet. Was hat es für einen Grund, dass sie so negativ herüber kommt und trotzdem den Namen Ai trägt?
    Es wirkt zudem ein wenig befremdlich, dass ihre Mutter Malissa so sehr beleidigt, indem sie sie unter die Stellung einer Zofe stellt. Immerhin ist und bleibt Malissa ihre Tochter, egal wie Aufsässig das Mädchen auch sein mag und für eine Mutter wirkt dieses Verhalten ein wenig komisch bzw. nicht nachvollziehbar. Mit entsprechenden Hintergrund Informationen, könnte man die Handlungen der Mutter vielleicht verstehen, aber da man diese momentan noch nicht hat, ist dies schwierig.
    Der Streit der beiden, der in einer Ohrfeige gipfelt, wirkt generell ziemlich extrem und es ist nicht ganz einfach, die Handlungen und Reaktionen der beiden nachvollziehen zu können. Du bist zwar schon ein wenig darauf eingegangen, warum Malissa zu so extremen Maßnahmen greift, jedoch hättest du vor der Handlung noch ein wenig mehr auf die Gefühls- und Gedankenwelt von ihr eingehen können, dann wäre es verständlicher gewesen, warum sie ihre Mutter schlägt.


    3 - Gary
    Zuerst bekommt man einen Einblick in die Umgebung, in der das dritte Kapitel spielt. Es scheint sich dabei um eine ganz normale Großstadt zu handeln und wenn ich dabei an die Karte Einalls denke, ist es vermutlich Stratos City.
    Als nächstes kommt die Sprache nun auf Gary, die Hauptperson dieses Kapitel, und bei den Worten "in Zivil" wird klar, dass Gary ein Polizist oder ähnliches sein muss. Da momentan Team Plasma die Regierung ist, wäre es somit denkbar, dass Gary auf deren Seite steht.
    Das dem wirklich so ist wird ein paar Sätze später deutlich. Sehr schön ist, dass du mit Gary auch die positive Seite Team Plasmas zeigst und man so einen recht allumfassenden Eindruck der Regierung bekommt. Nun heißt es nicht immer nur "das böse, böse Team Plasma" und man lernt eine neue Seite kennen. Dadurch, dass die Sichten von Gary und Jamie momentan auch eher widersprüchlich sind, ist man gespannt darauf, wie sich das ganze weiterentwickelt und wann sich die beiden Charaktere treffen werden (denn das sie sich treffen werden, daran hege ich momentan keinen Zweifel).
    Die Gepo und das Finstrio wirken aus Garys Mund gerade zu nett und machen einen sehr guten Eindruck, würde man zuvor nicht auch die andere Seite gehört haben, so könnte man glatt meinen, dass Team Plasma "die Guten" sind. Gary ist sehr von ihnen eingenommen und es wird interessant zu beobachten sein, ob sich sein Bild von ihnen im Verlauf der Geschichte ändern wird oder nicht.
    Des weiteren hast du in diesem Kapitel eine gute Stelle genutzt, um sein Aussehen zu beschreiben und somit hat man nun ein genaues Bild von Gary im Kopf.
    Dass Team Plasma quasi seine Familie ersetzt, ist ein interessanter Aspekt, der verdeutlicht, warum Gary Team Plasma so positiv sieht.
    Besonders das Ende baut Spannung auf, da nun zu erwarten ist, dass Gary und Jamie aufeinander treffen werden und somit auch zwei ganz verschiedene Ansichten über Team Plasma sich begegnen werden. Da ist Konflitkpotenzial quasi schon vorgeschrieben.


    So, dass war's auch schon mit dem Kommi. Es tut mir übrigens Leid, dass das dritte Kapitel so kurz gekommen ist, ich wollte es unbedingt noch fertig haben, bevor ich jetzt los muss, daher musste ich mich ein wenig kürzer fassen. Das vierte Kapitel wird dann wieder ausführliche kommentiert.
    Ansonsten hoffe ich, dass dir dieser Kommentar ein wenig geholfen hat und wenn du noch Fragen o.ä. zu ihm haben solltest, kannst du dich natürlich gerne an mich wenden.
    Liebe Grüße,
    Caroit

  • Erst einmal Danke an die Kommentar-Poster.
    Sie haben mir ungeheim geholfen, und ich habe versucht meine Fehler in diesem Kapitel nicht zu wiederholen.
    Ich war jetzt lange Zeit inaktiv, und habe dabei meine Geschichte auch vergessen, bin jetzt aber durch Zufall wieder daraufgestoßen, und habe gleich wieder begonnen, die neuen Kapitel zu überarbeiten.
    ICh habe mir vorgenommen, zu jeden Kommentar eine kleine Antwort zu schreiben, die ich nun in die Spoilerboxen gebe:





    Hier ist auf jeden Fall das 4. Kapitel:



    4 – Jamie II


    Vielleicht war es nur die Sonne, die genau in diesem Moment hinter ihren Haaren durch die Tür auf ihre Haare schien. Vielleicht war es ihr Lächeln, leicht schmunzelnd, aber nett. Vielleicht aber war es die pure Wirklichkeit. Jamie wusste es nicht, aber in diesem Moment erschien sie ihm wie ein Engel. Wie ein Engel in Verkleidung, wohlgemerkt. Denn wer hatte schon von einem Engel in Grün gehört? Nein, in den Geschichten waren sie graziöse Wesen, mit einem schneeweisen Kleid bekleidet, blond und blauäugig. Und schön. Unmenschlich schön. Dies alles traf auf sie zu. Ihre blonden Haare reichten ihr bis zu den Schultern, ihre Grübchen und kleine Fältchen im Gesicht zeugten davon, dass sie gerne lachte. Aber das auffallendste Merkmal waren ihre Augen: Eisblau, kalt, doch von mörderischer Schönheit. „Hallo? Bist du eingeschlafen?“ Ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. „Nein, nein, ich war nur in meinen Gedanken…“ „Das habe ich gemerkt. Komm jetzt, geh in dein Bett, und schlafe. Morgen wird ein langer Tag!“ Sie schmunzelte, drehte sich um, und schob beim Herausgehen die Tür zu.


    Er wurde geweckt, als es noch Nacht war. Jamie blickte sich um, und sah, dass nun sämtliche Betten belegt waren. Überall regten sich nun die Männer, und von unten schrie einer: „Hopp, hopp, aufstehen. Die Sonne geht bald auf, bis dahin müssen wir von hier verschwunden sein!“ Jamie stand auf, und ging zum Mann herüber. „Ah, du bist der neue. Cat hat nach dir gefragt. Sie erwartet dich draußen.“ „Cat?“ „Blond, blaue Augen, sehr hübsch. Ich bin sicher du erinnerst dich an sie.“ Der Mann drehte sich um, und Jamie trat heraus, in die Nacht. Dort erwartete sie ihn bereits. „Da bist du ja. Jamie, richtig?“ „Ja genau. Was ist hier los?“ „Leider haben wir erfahren müssen, dass dieses Camp nicht mehr sicher ist. Team Plasma weiß von uns.“ „Und das heißt?“ „Das heißt dass wir mit Phase 2 beginnen.“ „Phase 2, aha. Und das ist?“ „Das wirst du schon früh genug erfahren. Hol jetzt deine Sachen und steig auf den Laster da. Bei Anbruch des Tages müssen wir von hier verschwunden sein.“ Sie deutete mit der rechten Hand auf einen der drei grünen Lastwagen, die auf der Grünfläche vor dem Hangar standen. Sie standen noch still, aber die Motoren brummten schon, und der Boden vibrierte leicht davon. Jamie, der nichts besaß außer dem, das er am Leib trug, stieg auf die Ladefläche des ersten Lastwagens.


    Durch einen kleinen Streifen in der Plane konnte er erkennen, wohin der Lastwagen fuhr. Zuerst waren sei ein wenig durch Waldwege gekurvt, bis sie schließlich eine Landestraße nach Süden nahmen. Jamie stand an der linken Seite, und hatte immer die Sonne im Blick, die sich gerade aus dem Meer im Osten erhob. Der Lastwagen war voll mit Männern und Frauen, alle in Grün gekleidet, die entweder auf einer der Bankreihen saßen, oder wie Jamie an der Wand standen und nach draußen blickten. Niemand sagte auch nur ein Wort. Bald, so sah Jamie, erreichte der Lastwagen die Vororte von Marea City, und fuhr nun auf den Highway auf, um den Leuten in ihren Wohnhäusern nicht aufzufallen. Auf dem Highway war gerade der Morgenverkehr angebrochen, und bald fuhren sie nur mehr mit Schritttempo weiter. Doch je weiter sie nach Süden fuhren, desto weniger Autos verblieben auf dem Highway, da sie die Innenstadt Marea Citys bereits passiert hatten. Schließlich, nach einer langen Fahrt, nahmen sie eine Ausfahrt, und blieben schließlich an einer Kaimauer stehen. Sie hatten den Hafen von Marea City erreicht.


    Laut ertönte das Schiffshorn. Die MS Cynthia, ein Schiff unter Sinnohischer Flagge, wie Jamie erkennen konnte, lag am Rand des Hafens von Marea City, war doch der größte Teil für Schiffe aus Sinnoh, einem Staat der dem Regime von Team Plasma nicht wohlgesinnt war, gesperrt. Nur am Ende des Hafens lagen solche Schiffe, und sie wurden gut kontrolliert, denn Team Plasma vermutete nur zu Recht, dass über solche Schiffe illegale Geschäfte und Transporte getätigt wurden. Der Hafenmeister von Marea City indes war aber ein Mann, der sich gerne schmeicheln lies, und an den Mauern seines Hafens endete der Machtbereich von Team Plasma.

    „Ich verlange Siebzigtausend, und keinen Penny weniger. Das ist mein letztes Angebot, oder wir werden sehen was der Polizeidirektor davon hält.“ Marcus Lee war ein fetter Mann, mit einem Doppelkinn und einer kompletten Glatze gestraft, und es schien, als müssten alle anderen seinen Unwillen darüber büßen. Er war um die Fünfzig, doch schon seit zehn Jahren erster Hafenmeister von Marea City, und er regierte streng und absolut über sein Reich. Da waren ihm die paar Illegalen, die sich nach Sinnoh ausschiffen wollten, gerade recht gekommen. Siebzigtausend Dollar! Das war mehr als er selbst in einem halben Jahr verdiente. Und wenn sie nicht zahlen wollten, konnte er noch immer die Polizei einschalten, und sich einen kleinen Finderlohn verdienen. Glücklich über seine Situation rieb er sich die Hände.


    Jamie sah, wie sich die Führung beriet. Cat war mitten unter ihnen, und schließlich war sie es, die sich zu dem fetten alten umdrehte. „Siebzigtausend, bar auf die Hand. Wir sind einverstanden.“ „Es freut mich doch immer Geschäfte zu machen. Möge es zu beider Seiten nutzen sein.“ Ein anderer überreichte ihm wortlos zwei große schwarze, und einen kleinen grauen Koffer, und der Hafenmeister sagte zu seinem Adjutanten: „Die MS Cynthia fährt morgen nach Fleetburg aus, an Bord eine kleine Reisegesellschaft aus Twindrake City, und einige Container Industriemüll aus Marea City. Notier das!“ Er nahm, mit Hilfe der beiden anderen, die Koffer, und drehte sich um, ging den Kai hinab. Jamie indes schloss sich den anderen an, die eine Brücke nach oben ins Innere des Schiffes betraten.


    Die Gischt sprühte ihm ins Gesicht, als er am Bug des Schiffes stand, und das weite Meer vor sich anblickte. Die Sonne stand hoch am Himmel, und im Meer konnte Jamie kleine Fische erkennen, die nahe dem Schiff schwammen. Lange starrte er hinunter, als er bemerkte, dass jemand neben ihm stand. Jamie drehte sich um, bis er in Cat’s Gesicht sah. „Hey! Du warst so allein und da dachte ich mir, naja, vielleicht könnte ich dir ein bisschen Gesellschaft leisten.“ Sie lachte ein wenig, um die Peinlichkeit der Situation zu vertreiben. Es gelang ihr nicht. Jamie blickte zurück, sah ihr Lächeln, und lächelte zurück. Dieses Lachen. Und ihre Augen. „Ja, ähm, danke. Mich stört es aber auch nicht, allein zu sein.“ Wieder lächelten beide, ein Lächeln aus Verlegenheit. „Tja dann… Ich lass dich dann wieder allein.“ Cat drehte sich um und ging zurück, immer schneller werdend. Jamie blickte ihr traurig nach.

  • Hallo Charinfern,
    natürlich kommentieren ich auch gerne deine nächsten Kapitel. Ich finde es übrigens auch gut, dass du nun anfängst Re-Kommis zu schreiben, da es mich zum einen interessiert, was der Autor zu einigen Punkten in meinem Kommi denkt, zum anderen habe ich dann auch das Gefühl, dass sich der Autor mit meiner Kritik auseinandergesetzt hat und sich das Schreiben des Kommis umso mehr gelohnt hat.
    Kurz gesagt liebe ich es einfach Re-Kommis zu bekommen und finde es wirklich toll, dass du jetzt auch welche schreibst.
    Bevor ich nun aber noch endlos hier weiter quatsche: wollen wir uns doch mal dein nächstes Kapitel angucken ^-^


    4 – Jamie II
    Der Anfang ist schon mal gelungen. Der Vergleich von Catleen mit einem Engel macht gleich zu Beginn deutlich, dass Jamie, da er diesen Vergleich zieht, Catleen bewundert und wenn es bisher nur ihr Aussehen betreffen mag, so wage ich doch auch zu vermuten, dass sie ihn auch von ihrem Charakter her noch für sich einnehmen wird.
    Eine Kleinigkeit hätte ich dann jedoch auch noch zu bemängeln: Gleich im ersten Satz schreibst du "hinter ihren Haaren durch die Tür auf ihre Haare", dass ist ein wenig doppelt gemoppelt mit den Haaren und eine Satzkontsruktion, in der die Haare nur einmal drin vorkommen, würde schöner klingen.
    Des weiteren hat es mich ein wenig verwundert, dass du von Fältchen in ihrem Gesicht sprichst. Ein Blick in die Charaktersteckbriefe hat mir gezeigt, dass sie erst 21 Jahre alt ist und damit ist sie noch ein wenig zu jung für Fältchen. Ansonsten ist die Beschreibung von Catleens Gesicht gut geworden und nun hat man als Leser ein viel klareres Bild von ihr vor Augen.
    Als nächstes folgen im nächsten Abschnitt ein paar Dialoge, die den Leser über einen kommenden Aufbruch und den Grund für diesen informieren. Zu Dialogen generell würde ich dir jedoch gerne noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg geben. Besonders wenn die Dialoge mal länger sind, ist es einfacher den Sprecherwechseln zu folgen, wenn sie anders formatiert sind. Du kannst zum Beispiel zwischen den einzelnen Sprechern einen Zeilenumbruch machen.
    Als nächstes scheibst du, dass sich die Laster auf einer Landstraße in südlicher Richtung auf Marea City zubewegen und Jamie dabei im Laster steht und die Sonne im Meer aufgehen sieht. Da kommt mir gleich eine Frage in den Sinn: Wie kann Jamie die Sonne im Meer aufgehen sehen? Ich vermute, mal, sie befinden sich links von dem linken Fluss (wenn man sich die Karte von Einall anguckt) und fahren quasi nach "unten" auf Marea City zu. Wenn er die Sonne nun wirklich im Meer aufgehen sehen würde, müsste er ja quasi einen Blick über ganz Einall und das Gebirge auf der rechten Kartenseite haben, was ein wenig komisch wäre.
    So, so, die Rebellen wollen also erst einmal nach Sinnoh fliehen. Einerseits wirkt das ein wenig, als würden sie sich still und leise aus dem Staub machen, nur weil Team Plasma ihnen ein wenig zu nahe gekommen ist, aber andererseits bieten sich ihnen dann ganz andere Möglichkeiten, um gegen Team Plasma zu agieren. Sie sind zwar dann erst einmal weiter weg vom eigentlichen Gegner, könnten aber dadurch ihre Leute in Ruhe ausbilden sowie neue anwerben und somit stärker werden, um zu einer ernsthaften Bedrohung für Team Plasma zu werden.
    Den Hafenmeister von Marea City präsentierst du gelungen als unsympathischen Kerl, der gerne Profit schlägt. Mich persönlich hat es ja ein wenig gewundert, dass die Rebellen im Anschluss nicht noch versuchen, den Preis ein wenig herunter zu handeln, aber vielleicht fürchten sie auch nur zu sehr, dass das Hinzuziehen der Polizei ihre Flucht komplett vereiteln könnte.
    Die Szene zwischen Cat und Jamie am Ende ist irgendwie ziemlich süß und inzwischen wünsche ich mir auch, dass sich zwischen den beiden noch etwas entwickelt.
    Generell kann ich dir sagen, dass du dich wirklich verbessert hast im Vergleich zu den vorherigen Kapiteln. Du könntest aber trotzdem noch einen Ticken mehr auf Umgebungsbeschreibungen eingehen und hin und wieder auch so etwas wie Gerüche oder Empfindungen der Haut, wie z.B. die wärme der Sonne u.s.w., mit einbringen, damit sich der Leser die Szenen noch besser vorstellen kann und quasi das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein.


    Ich hoffe, ich konnte dir auch dieses Mal wieder mit meinem Kommentar helfen und verzeih es mir bitte, wenn ich manchmal ein wenig viel kritisiert habe, im großen Ganzen hast du dich wirklich verbessert.
    Ach ja, könntest du mich vielleicht beim erscheinen des nächsten Kapitels benachrichtigen oder so, damit ich keines verpasse?
    Liebe Grüße,
    Caroit

  • So, nun ist es dank den Ferien recht schnell gegangen, bis das nächste Kapitel erschien ^^
    Zuerst aber zum Re-Kommentar für Caroit:


    5 – Gary II


    Gary ballte die Fäuste. Sie waren ihm entwischt! Wie war das möglich? Das Camp war verlassen, niemand war mehr da, alle Dokumente vernichtet oder mitgenommen. Noch gestern, so sagten die Spitzel, sei alles normal gewesen. Und heute Morgen, als die Spitzel aus dem Dorf hierher kamen, und das Camp wie immer beschatten wollten, war niemand mehr da.
    „Ist es zu viel verlangt, dass ihr Trottel die ihr euch Spitzel schimpft, subversive und gefährliche Elemente rund um die Uhr beschattet?“ Die Männer hinter Gary zuckten ob der Wut in seiner Stimme zusammen.
    „Sir, wir wussten nicht, dass sie von uns wussten. Wenn wir gewusst hätten, dass sie von uns wussten, dann hätten wir das natürlich gemacht. Es tut uns Leid, Sir.“
    „Es tut euch also leid?! Naja dann ist ja alles super! Was rege ich mich denn auf?!“
    Die Männer blickten betreten auf den Boden. „Und ihr wisst nicht zufällig, womit oder wohin sie geflohen sein könnten?“
    „Doch, Sir. Sie hatten immer drei Lastwagen mit grüner Plane. Die Nummerntafeln sind hier.“ Er reichte Gary einen Zettel, auf dem drei Zahlen-Buchstabenkombinationen aufgeschrieben waren.
    „B16-D89-C35… Und die anderen sehen gleich aus… Das sind keine Nummerntafeln aus Einall. Ich weiß nicht ob euch Trotteln das aufgefallen ist, aber Nummern aus Einall beginnen immer mit einer Ziffer! Aber ihr seid wahrscheinlich eh zu blöd für den Führerschein!“ Gary verstummte, als er auf dem Boden eine kleine, silbern glänzende Platte fand, leicht zusammengedrückt, denn sie lag in einem Reifenabdruck. „Das ist ein Chip. Ich glaub’s nicht das ist ein Chip! Haha!“ Gary begann zu lachen. „Diese Widerständler sind ja tatsächlich noch blöder und inkompetenter als ihr Pappnasen. Die lassen doch allen Ernstes einen Chip zurück!“ Gary rannte zu seinem Wagen, einen schwarzen Jeep.
    „Sir, was machen sie?“
    „Ich fahre zurück nach Marea. Dieser Chip muss untersucht werden.“
    „Und was sollen wir machen, Sir?“
    „Ihr gebt Fahndung nach diesen grünen Lastwagen aus. Irgendwer in Einall muss doch halbwegs kompetent genug sein, ein falsches Kennzeichen zu erkennen.“


    Gary steckte den Chip in den Computer, der lud kurz, und bald darauf erschien eine Fehlermeldung. Das Gerät konnte nicht gelesen werden. „Das gibt’s jetzt echt nicht! Verdammt!“ Gary schrie so laut, dass die Tür aufging. Eine Sekretärin kam herein. „Gibt es irgendein Problem, Mr Willington?“
    „Hmm, ja schon. Wären sie so freundlich und übergeben sie diesen Chip bitte der IT-Abteilung? Sagen sie ihnen, ich brauche unbedingt die Daten, die dort oben sind. Leider ist der Chip ein wenig beschädigt. Danke sehr!“ Gary überreichte ihr den Chip, und sie ging hinaus. „Keine Ursache!“ Gary lehnte sich in seinen äußerst unbequemen Stuhl zurück, und blickte durch den Raum. Dieses Kämmerchen, das sie ihm in Marea überlassen hatte, war wirklich schrecklich. An den Wänden standen überall Schränke vollgestopft mit Ordnern, und der Computer war ein Relikt aus antiken Zeiten. Wahrscheinlich nutzen sie diesen Raum nur als Abstellraum, oder um armen Polizisten aus der Hauptstadt zu quälen. Naja, da konnte er jetzt nichts machen, und aufregen ging schon gar nicht, denn dann würde sicher wieder über die überheblichen, voll Sonderwünschen steckenden Elite-Polizisten aus der Hauptstadt getuschelt und getratscht werden. Und Gary sorgte sich immer darum, was andere über ihn dachten.


    Als die Sekretärin das nächste Mal die Tür öffnete, drehte Gary sich schnell um. „Was gibt es?“ „Die Ergebnisse ihrer Fahndung sind eingetroffen. Kommen sie mit raus?“ „Natürlich.“ Gary war froh, der Enge und Langeweile des Raumes zu entkommen. Er mochte keine Wartezeiten, war schon immer ungeduldig gewesen. Auch schon als Kind. Das hatte die Erzieherinnen immer geärgert. Wie oft war er in sein kleines Zimmer gesperrt worden. „Da kommst du erst wieder raus, wenn du gelernt hast was Geduld heißt! Und das du mir das ja nie wieder machst, sonst setzt‘s was hinter die Löffel!“
    „Mr Willington?“ Die Stimme der Sekretärin riss ihn aus den Gedanken. „Ja. Natürlich. Die Ergebnisse.“
    „Genau, ich habe hier sämtliche Sichtorte des Lastwagens auf der Karte markiert. Sehen sie: Zuerst sind sie ein wenig durch Waldwege gekurvt, aber da waren sie noch einigermaßen verdeckt. Aber dann sind sie hier auf den Highway 13 nach Süden, vorbei an der Innenstadt.“
    „Sie haben einen Highway benutzt?“
    „Ja. Und sogar alle drei Lastwagen hintereinander. Als würden sie sie bemerkt werden wollen. Dann sind sie vom Highway an der 13. Stadtausfahrt abgefahren , und die Spur verliert sich hier. Am Hafen.“


    Gary war noch nie in Marea City gewesen, doch als er nun am Rücksitz des Polizeiautos durch die Innenstadt fuhr, bot sich ihm Gelegenheit, die Stadt zu bewundern. Sie war bei weitem nicht so groß wie Stratos City, und doch konnte Gary alles entdecken, das eine moderne Großstadt benötigte: Gläserne Hochhäuser gruppierten sich um den alten Stadtkern, der sich hinter einer niedrigen Mauer aus alten Zeiten versteckte, und hinter der Mauer erkannte Gary die roten Dächer einiger Pagoden-Gebäuden. Ihm gefielen diese Gebäude, von denen es in Stratos nur noch wenig gab, strahlten sie doch eine gewisses Alter, Erfahrung und Stärke aus. Und vor allem waren sie schön. Noch eine Sache fiel Gary in Marea auf, die Farbe der Hochhäuser. Während sie in Stratos farblos waren, und von der Ferne fast schwarz erschienen, waren die Glaswände hier leicht grünlich getüncht, und sie strahlten eine zeitlose Eleganz aus. Die berühmten smaragdenen Hochhäuser von Marea City.
    Sie fuhren weiter durch die Stadt, doch je weiter sie sich vom Zentrum entfernten, desto kleiner und älter wirkten die Häuser, und desto älter wurden auch die Autos, die an den Straßen standen. Schließlich fuhren sie auf eine breitere Straße, an deren Flanken rostige Leitplanken und alte, zerfetze Werbeplakate vom Verfall zeugten. Doch kaum waren sie hinter den Mauern des Hafens verschwunden, bot sich ihnen ein anderes Bild: Moderne Häuser und Hangars, Lagerhallen und Betonungetüme warteten auf sie, und dahinter lag das größte Schiff, das Gary je gesehen hatte.


    Das weitläufige Büro des Hafenmeisters lag direkt im Zentrum des Hafens, im dritten Stock eines komplett glasverkleideten Gebäudes. In der Mitte des Raumes stand ein Schreibtisch, hinter dem der erste Hafendirektor saß und ungeduldig wartete. An der Wand stand je ein Tisch, und auf der einen Seite ein Schrank mit Ordnern. Gary stand an der Glasfront, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, und blickte hinunter auf das Treiben des Hafens. Er sah Krane die Schiffe beluden, Seemänner die dabeistanden und zusahen, aber es waren nur wenige, und ihm fiel auf, dass kein Schiff eine andere Flagge trug als das blaue Kreuz auf schwarz und weiß, die Fahne Einalls. Ihm war gesagt worden, dass am Rand des Hafens einige Schiffe aus Sinnoh oder Hoenn anlegten, doch es wurden immer weniger. Und das im geschäftigsten und größten Hafen Einalls. Einst hatte er die halbe Stadt versorgt. Doch nun lagen an ganzen drei Stegen Schiffe an. Die Wirtschaft Einalls war am Boden. Kein Wunder, dass es immer mehr Arbeitslose und Bettler, Arme und Obdachlose in den Straßen gab, und überall schossen Suppenküchen und wohltätige Kirchenorganisationen wie Pilze aus dem Boden. Und das in den Großstädten, die immer schon der Motor Einalls Wirtschaft waren. Gary mochte gar nicht wissen wie es auf dem Land aussah, hörte er doch, dass immer mehr Farmen verlassen wurden und immer mehr Leute in die Städte zögen. Aber Team Plasmas Sozialreformen würden doch bald greifen. Rezessionen und Wirtschaftskrisen hatte das Land schon mehrere überstanden.


    „Willst du noch länger stumm dastehen, Junge? Ich habe nämlich noch Arbeit zu erledigen.“
    Marcus Lee war ein fetter Mann, mit einer Glatze gestraft, und er hatte eine Laune als hätte er rostige Nägel gefrühstückt.
    Gary drehte sich nicht um, und antwortete: „Sie werden mich mit Mr Willington anreden, Mr Lee. Oder ich werde einige andere, unangenehmere Zeitgenossen als mich hier her schicken. Ach ja, und ich soll ihnen vom Direktor des Finanzamtes ausrichten lassen, er freue sich schon riesig auf das nächste Wiedersehen. Aber sie sind doch ein gesetzestreuer Bürger, Mr Lee, und haben nichts zu befürchten.“
    Er hörte ihn tief schlucken. „Oder Mr Lee? Sie haben doch nichts mit einer kleinen Gruppe Illegalen zu tun, die heute Morgen ein Schiff bestiegen. Nicht wahr?“
    „Ich weiß nicht wovon sie reden, Mr Willington.“ Er sprach das letzte Wort aus, als wolle er ihn erwürgen.
    „Das haben wir uns doch auch gedacht, aber glücklicherweise haben sie in ihrem Dienst einen sehr gesetzestreuen Bürger, der es als seine Pflicht ansah, uns zu informieren. Sie sollten stolz auf einen solchen Mitarbeiter sein.“ Die Tür ging auf, und es trat ein Polizist mit Lees Adjutanten im Arm ein. Sein Auge war blau, und seine aufgeplatzten Wangen mit Tränen verschmiert.
    „ Mr Bontley hier hat uns über das Schiff nach Fleetburg informiert, und seine Ladung. Nicht wahr Mr Bontley?“ Als Gary sich umdrehte, zuckte dieser zusammen.
    „Ja-a.“, stammelte er. „E-es ist me-meine Pf-Pf-Pflicht als Sta-aatsbürger.“ Er sah aus, als würde er gleich zusammenbrechen, und um das zu verhindern, gab Gary dem Polizisten einen Wink, und er nahm Bontley mit nach draußen. Als die Tür zufiel, lehnte sich Gary auf den Schreibtisch, und blickte Lee ins Gesicht. Schweiß rann ihm seine fetten Wangen hinunter, und seinen Atem roch nach Angst.
    „Wir sehen uns wieder, Mr Lee, verlassen sie sich drauf. Aber vielleicht nicht mehr hier, wer weiß. Ich wünsche ihnen viel Glück!“
    Als Gary sich umdrehte, um den Raum zu verlassen, erlebte er eine Überraschung. Nie hätte er diesem wandelnden Fleischklops solche Mut zugetraut, doch dieser rief ihm nach: „Team Plasmas Tage sind gezählt, Junge. Nicht mehr lange und wir sehen uns wirklich woanders wieder. Davon bin ich überzeugt!“
    Vielleicht war es sein überhebliches Grinsen, vielleicht auch nur ein schneller Impuls, der ihn dazu trieb. Gary schlug ihn mit voller Wucht ins Gesicht.

  • Hallo Charinfern,
    tut mir wirklich Leid, dass du so lange auf diesen Kommentar warten musstest... Aber besser spät als nie, oder? Vielleicht schaffe ich es zukünftig ja auch, endlich mal zeitnah deine Kapitel zu kommentieren ^^“ Jetzt wünsche ich dir auf jeden Fall noch viel Spaß mit diesem Kommi und ich hoffe, ich kann dir vielleicht wieder ein bisschen helfen =)


    5 – Gary II
    Ui, ich freue mich schon darauf, wieder was von Gary zu lesen zu bekommen. Ich mag es einfach, wenn man etwas aus der Sicht von Agenten und so liest, das gehört einfach zu den Themen, die mich interessieren.
    So, jetzt aber wirklich langsam mal zum eigentlichen Kommi. Am Anfang fällt auf, dass du sehr häufig das Wort „Spitzel“ benutzt (in drei Sätzen hintereinander jeweils einmal), dass wirkt ein bisschen unschön, deswegen ist es bei sowas besser, wenn man stattdessen Synonyme verwendet, also andere Wörter, die die gleiche Bedeutung haben. Für „Spitzel“ würde mir zum Beispiel spontan so etwas wie „Spion“ einfallen und selbst wenn man nicht so schöne Synonyme finden sollte bzw. nur welche, die man nicht nehmen möchte, dann sollte man versuchen, sie einfach zu umschreiben oder so. Dabei können dann sogar sehr schöne, kreative Umschreibungen entstehen, was mir persönlich zum Beispiel auch gefällt.
    Ein bisschen weiter ist mir dann noch eine Kleinigkeit aufgefallen: Du hast „Nummerntafel“ geschrieben, was ich zwar jetzt nicht unbedingt als falsch anstreichen möchte, aber zumindest ich habe dieses Wort noch nicht gehört, weswegen es in meinen Ohre einfach komisch klingt. So weit ich weiß, ist das Wort „Nummernschilder“ auch gebräuchlicher. Aber das ist wirklich nur eine Kleinigkeit, über die ich halt einfach beim Lesen gestolpert bin.
    Mit diesem Chip scheint sich ja das Blatt für Gary zu wenden, bleibt nur noch für ihn zu hoffen, dass der Chip nicht zu sehr beschädigt wurde, als ein Auto drüber gefahren ist (da er in einer Reifenspur von Gary gefunden wurde, nehme ich einfach mal an, das ein Auto drüber gefahren ist, wobei es natürlich auch theoretisch sein könnte, dass er er irgendwie dahin kam, als die Reifenspur schon existierte, hm...).
    Generell wirkt es im ersten Teil so, dass Gary ein wenig überreagiert buw. Ist es ein wenig komisch, dass ein erfahrender Agent so sehr aus der Haut fährt. An dieser Stelle wäre es ganz gut gewesen, wenn du noch mehr auf die Gedanken von ihm eingegangen wärst, da man dadurch immer das Verhalten einer Person besser nachvollziehen kann und ganz nebenbei ist es meist auch noch ziemlich interessant, wenn man die Gedanken von jemanden mitverfolgen kann. Aber um wieder auf Gary zurück zu kommen, du hättest zum Beispiel mit durch das aufschreiben seiner Gedanken verdeutlichen können, warum er so unglaublich wütend über das Versagen der Spitzel ist. Hat er vielleicht mit Konsiquenzen zu rechnen, die er fürchtet? Hatte er in letzter Zeit größtenteils Misserfolge und ist deswegen sowieso schon leicht gereizt? Uns so weiter und so fort. Du weißt, worauf ich hinausmöchte? Man kann die Gedankengänge der Protagonisten wirklich an einigen Stellen sehr schön einbauen und es für die Leser interessant machen.
    Dieser kleine Rückblick in Garys Kindheit gefällt mir wirklich außerordentlich gut und auch wenn man bisher immernoch kaum etwas aus dieser weiß, bis darauf, dass als Strafe für Fehlverhalten in ein kleines Zimmer gesperrt wurde, so freue ich mich gerade deswegen schon darauf, mehr über Garys Vergangenheit zu erfahren und Stück für Stück zu erfahren, was ihn zu dem Menschen geformt hat, der er jetzt ist.
    Also mit solch hübschen Hochhäusern würde es mir bestimmt in Marea City gefallen (ich liebe grün *-*) und auch Gary scheint ja einige eindrucksvolle Sachen zu Gesicht zu bekommen, wie zum Beispiel dieses größte Schiff, dass Gary je gesehen hatte. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihn das vielleicht beeindruckt. Wobei genau da der Punkt liegt, ich kann mir zwar denken, dass das Schiff recht groß sein muss, aber wirklich eine Ahnung davon habe ich nicht. Um es jetzt mal übertrieben zu sagen, Gary könnte ja bisher nur ganz kleine Boote gesehen habe und dann würde er ein mittleres schon als riesig empfinden. Ich schätze aber mal, dass Gary doch schon das ein oder andere Boot gesehen hat, da er ja auch aus Stratos City kommt, aber ich hoffe, du verstehst, worauf ich hinaus will. Die Größe des Schiffes wird an Garys Erfahrung gemessen, aber als Leser weiß man nicht, was für Erfahrungen er bisher mit Booten gesammelt hat, deswegen wäre es an dieser Stelle schön gewesen, wenn man zum einen noch ein paar konkretere Details zu der Größe des Schiffes bekommen hätte und ganz nebenbei hätte man dann auch noch ein paar Beschreibungen des Schiffes mit einfließen lassen können, damit man es sich besser vorstelllen kann.
    Sozialreformen, Wirtschaft, Arbeitslose – ein wenig erinnert mich das an meinen Politik & Wirtschaftsunterricht in der Schule. Aber an sich finde ich es toll, dass du solche Themen mit einbaust und über aktuelle Probleme sprichst.
    Also ein wenig extrem wirkt es schon, dass Gary vernlassen lässt, jemanden zusammen zu schlagen, um an Informationen heran zu kommen. Wobei man ja beachten muss, dass die Regierung von Team Plasma nicht gerade eine Demokratie und sich der Widerstand sicherlich nicht ohne Grund gebildet hat. Unter dem Aspekt erscheint es ein Stück weit nachvollziehbar, dass gary so gehandelt hat, aber sympathisch macht ihn das ganz sicher nicht.


    Ich hoffe, du hast dich zumindest ein bisschen über diesen doch ziemlich verspäteten Kommi gefreut und generell finde ich es wirklich klasse, beobachten zu könne, wie du dich Kapitel für Kapitel immer ein bisschen besser wirst.
    Liebe Grüße,
    Caroit



  • 5 – Gary


    „Sie sind weg, nicht wahr?“
    Gary brauchte nur in die betretenen Gesichter der Männer zu sehen, um aus ihnen die Antwort auf seine Frage zu erfahren.
    „Und warum sagt ihr das nicht gleich? Was für einen Zweck hat es zwei Stunden mit blöden Ausreden, warum wir nicht in dieses Rebellenlager im Wald können, zu verschwenden?“
    Gary ballte die Fäuste. Wenn es eine Sache gab, die er noch weniger ausstehen konnte als Inkompetenz, dann war es die Feigheit, Fehler einzugestehen. Bei diesen Gesellen gegenüber handelte es sich augenscheinlich um beides. Naja, dabei werden wir es nicht belassen. Wahrscheinlich verlangen wir einfach zu viel von ihnen, schau man sie doch mal an. Streifendienst in irgendwelchen Drogen-Vierteln in Marea oder sogar unten in Vapydro wird denen ganz gut tun.
    „Sir, was machen wir jetzt?“ Der Mann mit den lockigen braunen Haaren, dem Doppelkinn, dem nicht den hellsten Eindruck machenden Gesicht und mit dem Leibesumfang, bei dem sogar die weiteste Hosengröße zwei Nummern zu klein war, hatte sich am Anfang als der „Herr Sergeant“ dieses Polizeibüros vorgestellt.
    Naja, der ist nicht mehr lang der „Herr Sergeant“, dafür werde ich Sorge tragen.
    „Was ihr macht weiß ich nicht. Ich werde wieder zurück nach Marea fahren, wir müssen ja den Bericht dieses Unterfangens hier verfassen.“
    Alle fünf schluckten tief und erschrocken, mit Genugtuung sah er genau die Reaktion die er hervorrufen wollte. „Ist noch was?“ bemerkte er mit einem Tonfall, den sogar der dümmste der Bande, der Quotenheld ganz links, als scheinheilig erkannte. Natürlich waren sie wieder zu feig um zu antworten, nur aus dem Herr Sergeant bekam er ein erschrockenes, schnelles Kopfschütteln hinaus. „Na dann. Einen schönen Tag den Herren!“ Er drehte sich um, und verließ die Polizeistation über die einzige, gläserne Tür durch die ein kleiner Sonnenstrahl, der die Wolken durchbrochen hatte, hindurchschien.


    Auf dem Highway nach Süden war dichter Verkehr, aber für solche Tage waren Gary die Sonderrechte der regulären Polizei gerne von Nutzen. Sein Fahrer, ein schweigsamer Beamter aus Marea, den ihm die lokale Behörde zur Verfügung gestellt hatte, manövrierte den blau-grauen Dienstwagen, noch glänzend von der Wäsche in der Waschstraße gleich neben jener Polizeistation, geschickt durch die Verkehrsmassen, die anderen Autos fuhren aufgrund des blinkenden Blaulichts und des etwas nervigen Folgetonhorns auf die Seite, um den Wagen durchzulassen. Die Autos auf der Seite waren überwiegend ältere Modelle, die meisten hatten die eine oder anderen Matzen und Dellen, und wenige waren so sauber geputzt und glänzenden wie der Polizeiwagen in ihrer Mitte. Die Landschaft hier im Norden von Marea war eintönig, die Wäldern und Hügel weiter nördlich hatten einer flachen Ebene, von etlichen Flüssen und Tümpel durchzogen, und mit vielen Feldern und Äckern bewirtschaftet, Platz gemacht, und auch der leichte Sonnenschein von vorhin war dem typischen Wetter in Marea gewichen, einem leichtem Nieselregen.


    Die „Polizei Hauptstation Provinz Marea C-1, Abteilung Sicherheit und Ordnungswahrung“ war im dritten Stock eines Hochhauses direkt im Zentrum von Marea untergebracht. Von außen erschien es unscheinbar, und nur ein kleines Schild an der Klingel im Eingang verriet das hier das wichtigste und größte Büro der Geheimpolizei von Einall in dieser Gegend, das Hauptquartier für alle Westprovinzen, lag.
    Als Gary aus dem Lift in den dritten Stock trat, bot sich ihm ein ganz anderes Bild. Gestern Abend war er noch nicht hier gewesen, er hatte sich nur mit einem Beamten über Video-Telefon in seinem Hotelzimmer unterhalten, deswegen sah er die Kommandantur nun das erste Mal. Der Eintritt war mit Sicherheitsschleusen wie an einem Flughafen gesichert, drei grimmig dreinblickende Security-Kräfte standen unmittelbar neben dem Eingang. Gary sah aus den Augenwinkeln wie ein Mann zwischen ihnen hindurch trat, da sprach ihn dieser Mann an.
    „Ah, Sie sind der Agent aus der Hauptstadt. Willkommen in Marea! Kommandant Raymond der Name“
    Der Mann der Gary die Hand anbot, war groß gewachsen, hatte die Haare militärisch kurz geschoren, trug eine stramm sitzende grau-grüne Uniform, und wirkte generell sehr muskulös und stark; aber er hatte ein nettes Lächeln, und sein Gesicht zeigte eine offene Freundlichkeit und Wärme.
    „Agent Willington. Freut mich.“
    „Ganz meinerseits. Kommen Sie mit in mein Büro, dort können wir uns ungestört unterhalten.“ Er gab den Sicherheitskräften einen Wink, die daraufhin zur Seite traten, und führte Gary in das Büro hinein.
    Von innen unterschied es sich nicht sehr von Gary’s Arbeitsplatz in Stratos City, der augenscheinlichste Unterschied war die dunkelgrüne Tünchung der Fensterfronten, die einen Blick von außen fast unmöglich machten, der Außenwelt aber einen edlen, zurückhaltenden, ja fast kühlen und entfernten, vor allem aber wunderschönen, smaragd-farbenen Ton gaben.


    Das Gespräch bot keine nennenswerten Informationen für Gary. Diese eine Gruppe war bis jetzt noch nicht auffällig geworden, also hatte man auch keine Informationen über sie. Einzelne Zeugenaussagen hatten verraten, dass es dort oben im letzten Winkel der Provinz gewisse Widerstandsnester geben könnte, aber das wenige das man hatte, war nicht verwertbar. In Folge dessen war das Gespräch schnell beendet, und Gary war ein kleines Übergangsbüro überlassen worden. Sofern man es Büro nennen konnte.Das Kämmerchen, in das sie ihn gesteckt hatten, hatte keine Fenster. Eine einzelne Lampe spendete nur wenig Licht, und die hohen Schränke, mit Aktenkoffern vollgestopft, engten den Raum ein. Der Computer erschien wie ein Relikt aus alter Zeit, und die Kühlung ertönte so laut wie ein alter Ventilator, der gerade dabei war, seinen Geist aufzugeben. Es war die letzte Kammer, doch Gary wollte nicht protestieren. Es war ja nicht für lange, und er könnte die Datenbank des Computers nach eventuellen Meldungen über die Flüchtigen durchsuchen. Und sie würden ihn ja sofort holen sobald die Fahndungsergebnisse eintrafen. Trotzdem beriet ihm der Raum ein ungutes Gefühl. Er würde nicht von Platzangst sprechen, doch Gary hasste es, eingeengt zu sein. Schon als Kind, wenn er an die kleinen Kellerkammern dachte, der Putz abbröckelnd, und der Schimmel die Wände zersetzend…
    Nein, er würde nicht daran denken. Nicht schon wieder. Was geschehen war, war geschehen. Abgeschlossen. In der Vergangenheit. Und da sollte es bleiben.


    „Sir, wir haben die Ergebnisse der Fahndung. Kommen Sie mit raus?“ Eine freundliche Sekretärin steckte ihr Gesicht durch die Tür. Gary drehte sich schnell um, und folgte ihr.
    „Natürlich. Danke“ Sie führte ihn durch den weiten Gang, an den Seiten konnte er einige Büros sehen, die meist nur durch Glaswände von ihrer Umgebung getrennt waren, in ihnen einige Beamte, manche mehr, manche weniger in ihre Arbeit vertieft. Der Duft von Kaffee vom Automaten in der Mitte des Ganges auf der einen, und der der steril wirkenden, frisch geputzten Möblierung auf der anderen erinnerte ihn an sein eigenes Büro zuhause. Er liebte die Vormittage, wenn der Arbeitsplatz wie auch die Menschen noch frisch waren, und auch so rochen.


    Die Sekretärin führte ihn ins erste Büro, in Sichtweite der Sicherheitskontrolle, wo Gary bereits den Kommandanten wahrnahm. Er stand hinter einem Mann in fest sitzender Uniform, seinen Kurzhaarschnitt fest gekämmt und gestriegelt, doch das Gesicht in den Computer vertieft.
    „Mr. Willington. Bitte sehr, sehen Sie sich das an!“ Der Kommandant deute mit der Hand auf den Bildschirm, wo Gary eine Karte des Raumes Marea wahrnehmen konnte. Auf einen Mausklick des Beamten am Computer erschienen rote Punkte, bis knapp vor Marea City auf dem großen Highway, danach eher auf Nebenstraßen und im Zick-Zack Kurs gruppiert.
    „Dies sind alle Zeugenaussagen, die eindeutig die drei Lastwagen identifizieren konnten. Sehen Sie sich die Punkte hier in der Stadt an. Sie versuchten uns eindeutig in die Irre zu führen, und hielten sich eindeutig vom Stadtzentrum fern. Doch sehen Sie genauer, können Sie eine Richtung erkennen?“
    Gary betrachtete die roten Punkte genauer. Wenn man eine Linie dachte, die ungefähr genau in der Mitte zwischen den entferntesten Punkten nach Süden verlief, dann verlief diese Linie genau auf der großen Ausfallstraßen vom Stadtzentrum ans Meer. „Da, alle Punkte folgen ungefähr einen Weg nach unten. Da, zu dieser grauen Fläche am Meer. Das ist der…“
    „Genau, der Hafen. Unseren kleinen Vögelchen muss es hier zu heiß geworden sein, die sind jetzt weg. Aber da gibt’s noch jemanden, der weiß wo sie sind.“
    Als Gary den Kommandanten ansah, war alle Freundlichkeit aus seinem Gesicht entschwunden, war einem entschlossenen, ernsten Blick gewichen.


    Gary war noch nie in Marea City gewesen, doch als er nun am Rücksitz des Polizeiautos durch die Innenstadt fuhr, bot sich ihm Gelegenheit, die Stadt zu bewundern. Sie war bei weitem nicht so groß wie Stratos City, und doch konnte Gary alles entdecken, das eine moderne Großstadt benötigte: Gläserne Hochhäuser gruppierten sich um den alten Stadtkern, der sich hinter einer niedrigen Mauer aus alten Zeiten versteckte, und hinter der Mauer erkannte Gary die roten Dächer einiger Pagoden-Gebäuden. Ihm gefielen diese Gebäude, von denen es in Stratos nur noch wenig gab, strahlten sie doch ein gewisses Alter aus. Und vor allem waren sie schön. Um den alten Stadtkern herum gruppiert fielen Gary viele Hochhäuser ins Auge, und alle trugen sie diesen für Marea so typischen dunkel-smaragdenen, edlen Farbton.
    Sie fuhren weiter durch die Stadt, doch je weiter sie sich vom Zentrum entfernten, desto kleiner und älter wirkten die Häuser, und desto älter wurden auch die Autos, die an den Straßen standen. Schließlich fuhren sie auf eine breitere Straße, an deren Flanken rostige Leitplanken und alte, zerfetze Werbeplakate vom Verfall zeugten. Dieses Viertel hatte eindeutig bessere Tage gesehen. Doch kaum waren sie hinter den Mauern des Hafens verschwunden, bot sich ihnen ein anderes Bild: Moderne Häuser und Hangars, Lagerhallen und Betonungetüme warteten auf sie, und dahinter lag das größte Schiff, das Gary je gesehen hatte, größer gar, als jene gewaltigen Kolosse die man früher am Hafen von Stratos erblicken konnte.


    Das weitläufige Büro des Hafenmeisters lag direkt im Zentrum des Hafens, im dritten Stock eines komplett glasverkleideten Gebäudes. In der Mitte des Raumes stand ein Schreibtisch, hinter dem der erste Hafendirektor saß und ungeduldig wartete. An der Wand stand je ein Tisch, und auf der einen Seite ein Schrank mit Ordnern. Gary stand an der Glasfront, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, und blickte hinunter auf das Treiben des Hafens. Er sah Krane die Schiffe beluden, Seemänner die dabeistanden und zusahen, aber es waren nur wenige, und ihm fiel auf, dass kein Schiff eine andere Flagge trug als das blaue Kreuz auf schwarz und weiß, die Fahne Einalls. Ihm war gesagt worden, dass am Rand des Hafens einige Schiffe aus Sinnoh oder Hoenn anlegten, doch es wurden immer weniger. Und das im geschäftigsten und größten Hafen Einalls, dem Tor zur Welt, wie Marea früher genannt wurde. Einst hatte dieser Hafen die halbe Stadt mit Arbeitsplätzen versorgt, jetzt waren Arbeitsstellen nur mehr bei den endlosen Baustellen zu ergattern, die „dem Hafen den Glanz zurückgeben sollten“. Gary hatte von diesen Projekten zur Ankurbelung der Wirtschaft in dieser Gegend gehört, verschlangen sie doch Milliarden pro Jahr. Aber der Hafen bot ein für diese Summen trostloses Bild. Baukräne bauten an grässlichen Betonlagerhallen, doch nur wenige Menschen liefen umher, und nur an drei Stegen lagen Schiffe an. Die Wirtschaft Einalls war am Boden. Kein Wunder, dass es immer mehr Arbeitslose und Bettler, Arme und Obdachlose in den Straßen gab, und überall schossen Suppenküchen und wohltätige Kirchenorganisationen wie Pilze aus dem Boden. Und das in den Großstädten, die immer schon der Motor Einalls Wirtschaft waren. Gary mochte gar nicht wissen wie es auf dem Land aussah, hörte er doch, dass immer mehr Farmen verlassen wurden und immer mehr Leute in die Städte zögen. Aber Team Plasmas Sozialreformen würden doch bald greifen. Rezessionen und Wirtschaftskrisen hatte das Land schon mehrere überstanden.


    „Willst du noch länger stumm dastehen, Junge? Ich habe nämlich noch Arbeit zu erledigen.“ Marcus Lee war ein fetter Mann, mit einer Glatze gestraft, und er hatte eine Laune als hätte er rostige Nägel gefrühstückt.
    Gary drehte sich nicht um, und antwortete: „Sie werden mich mit Mr Willington anreden, Mr Lee. Oder ich werde einige andere, unangenehmere Zeitgenossen als mich hier her schicken. Aber sie sind doch ein gesetzestreuer Bürger, Mr Lee, und haben nichts zu befürchten.“ Er hörte ihn tief schlucken. „Oder Mr Lee? Sie haben doch nichts mit einer kleinen Gruppe Illegalen zu tun, die heute Morgen ein Schiff bestiegen. Nicht wahr?“
    Dies war es, was ihm Freude beriet. Wie oft hatte er es sich früher vorgestellt, es diesen einfältigen Pinseln die sich für so was Besseres hielten heimzuzahlen.
    „Ich weiß nicht wovon sie reden, Mr Willington.“ Er sprach das letzte Wort aus, als wolle er ihn erwürgen.
    „Das haben wir uns doch auch gedacht, aber glücklicherweise haben sie in ihrem Dienst einen sehr gesetzestreuen Bürger, der es als seine Pflicht ansah, uns zu informieren. Sie sollten stolz auf einen solchen Mitarbeiter sein.“
    Die Tür ging auf, und es trat ein Polizist mit Lees Adjutanten im Arm ein. Sein Auge war blau, und seine aufgeplatzten Wangen mit Tränen verschmiert.
    „ Mr Bontley hat uns über das Schiff nach Fleetburg informiert, und seine Ladung. Nicht wahr Mr Bontley?“
    Als Gary sich umdrehte, zuckte dieser zusammen.
    „Ja.“, stammelte er. „Es ist meine Pflicht als Staatsbürger.“
    Er sah aus, als würde er gleich zusammenbrechen, und um das zu verhindern, gab Gary dem Polizisten einen Wink, und er nahm Bontley mit nach draußen.
    Als die Tür zufiel, lehnte sich Gary auf den Schreibtisch, und blickte Lee ins Gesicht. Schweiß rann ihm seine fetten Wangen hinunter, und seinen Atem roch nach Angst.
    „Wir sehen uns wieder, Mr Lee. Aber vielleicht nicht mehr hier, wer weiß. Ich wünsche ihnen viel Glück!“
    Als Gary sich umdrehte, um den Raum zu verlassen, erlebte er eine Überraschung. Nie hätte er diesem wandelnden Fleischklops solche Mut zugetraut, doch dieser rief ihm nach:
    „Team Plasmas Tage sind gezählt, Junge. Nicht mehr lange und wir sehen uns wirklich woanders wieder. Davon bin ich überzeugt!“
    Vielleicht war es sein überhebliches Grinsen, vielleicht auch nur ein schneller Impuls, der ihn dazu trieb.
    Gary schlug ihn mit voller Wucht ins Gesicht.