Sexualität, Geschlechter und Paraphilien

  • Der neue Koalitionsvertrag ist da und ... wow, ich habe es nicht kommen sehen, dass dann doch so viel für queere Menschen mit dabei ist!

    • Das TSG soll abgeschafft und durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzt werden.
    • Die GSK sollen für entsprechende Operationen voll aufkommen
    • Es wird ein Entschädigungsfond eingeführt für jene trans Menschen, die durch alte Gesetzgebung Körperliche Verletzungen (bspw. durch Zwangssterilisierung) erlitten haben
    • Das Blutspendeverbot für queere Männer und trans Menschen wird aufgehoben, notfalls durch gesetzliche Regelung
    • Es wird ein neues "kleines Sorgerecht" eingeführt, womit das Sorgerecht auf bis zu zwei weiteren Personen neben den Eltern erweitert werden kann (sprich für polyamore Familien, aber natürlich auch für Situationen, wo andere Familienmitglieder eigentliche Sorgearbeit übernehmen)
    • Allgemein wird das Familiengesetz ausgeweitet, dass verschiedene rechtliche Sachen für bis zu vier Mitglieder einer Partnerschaft gelten
    • Wird ein Kind in die Ehe zweier Frauen geboren, sind beide Frauen automatisch Mütter
    • Ehe soll nicht länger Ausschlaggebend für die Adoption von minderjährigen Kindern sein
    • Elternschaftsanerkennung soll nicht länger abhängig vom Geschlecht der anzuerkennenen Person sein
  • Ist das denn schon sicher, oder nur geplant?

    Das ist erst mal nur, was im Koalitionsvertrag steht - aber zumindest wird dann zumindest bei einem Teil versucht es umzusetzen. Also Fingers Crossed und so.

  • Der neue Koalitionsvertrag ist da und ... wow, ich habe es nicht kommen sehen, dass dann doch so viel für queere Menschen mit dabei ist!

    • Das TSG soll abgeschafft und durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzt werden.
    • Die GSK sollen für entsprechende Operationen voll aufkommen
    • Es wird ein Entschädigungsfond eingeführt für jene trans Menschen, die durch alte Gesetzgebung Körperliche Verletzungen (bspw. durch Zwangssterilisierung) erlitten haben
    • Das Blutspendeverbot für queere Männer und trans Menschen wird aufgehoben, notfalls durch gesetzliche Regelung
    • Es wird ein neues "kleines Sorgerecht" eingeführt, womit das Sorgerecht auf bis zu zwei weiteren Personen neben den Eltern erweitert werden kann (sprich für polyamore Familien, aber natürlich auch für Situationen, wo andere Familienmitglieder eigentliche Sorgearbeit übernehmen)
    • Allgemein wird das Familiengesetz ausgeweitet, dass verschiedene rechtliche Sachen für bis zu vier Mitglieder einer Partnerschaft gelten
    • Wird ein Kind in die Ehe zweier Frauen geboren, sind beide Frauen automatisch Mütter
    • Ehe soll nicht länger Ausschlaggebend für die Adoption von minderjährigen Kindern sein
    • Elternschaftsanerkennung soll nicht länger abhängig vom Geschlecht der anzuerkennenen Person sein

    Da könnte man meinen Deutschland wird das neue Thailand. Das mit den körperlichen Verletzungen interessiert mich jetzt aber. Davon habe ich noch nichts gehört. In welchen Fällen haben den trans Menschen körperliche Verletzungen durch die alte Gesetzgebung, außerhalb der selbst zugefügten oder erwünschten, erlitten?

    Zum Rest: Sieht man halt mal wie die Familienpolitik sich verändert wenn der christlich demokratische Einfluss weg ist.

  • Zitat von Sauhaufen

    Da könnte man meinen Deutschland wird das neue Thailand. Das mit den körperlichen Verletzungen interessiert mich jetzt aber. Davon habe ich noch nichts gehört. In welchen Fällen haben den trans Menschen körperliche Verletzungen durch die alte Gesetzgebung, außerhalb der selbst zugefügten oder erwünschten, erlitten?


    Finde ich immer wieder interessant dieses Halbwissen im Bezug auf Thailand von Menschen die keine Ahnung haben von Queeren Menschen und Lebensrealitäten. Ja es stimmt, dass Geschlechtsangleichende Operationen in Thailand deutlich günstiger sind aber das Thailand als Gesellschaft insgesamt ein "Paradies" für Transgender und Non-Binary wäre ist eine romantisierte Vorstellung die sich leider auch bei einrm Teil der "Trans-Community" (bewusst in Gänsefüßchen gesetzt) festgesetzt hat. Es gibt in Thailand u. a. bis heute keine rechtliche Möglichkeit für Trans- und Inter ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen - im Vergleich dazu wirkt das völlig veraltete und in vielen Stellen menschenverachtende TSG-Gesetz von 1980 noch transfreundlich.


    Zu deiner Frage: Transgender wurden bis 2011 dazu gezwungen sich sterilisieren zu lassen um ihren Geschlechtseintrag ändern lassen zu können, bis das Bundesverfassungsgericht diesen Teil vom TSG-Gesetz als verfassungswidrig bzw. menschenverachtend gekippt hat. Hintergrund dieses Satzes im TSG-Gesetz ist nicht nur wie man denken mag die klassische Vorstellung, dass die Geschlechtsidentität allein von den Genitalien zwischen den Beinen abhinge sondern schlichtweg dass "diese Transsexuellen keine Kinder bekommen dürfen" und eine Gefahr für Kinder bzw. Pädophile wären. Ein Klassiker der Homophoben Verschwörungen das vor Transgender und Inter nicht halt gemacht hat und immer wieder aufgewärmt wird. Also hat man diesen Zwang eingeführt und Transgender die sich nicht absolut sicher waren, dass sie diese Geschlechtsangleichenden Genitaloperationen an sich durchführen lassen wollen vor einer Pest oder Cholera Entscheidung gestellt und einige haben es widerwillig an sich durchführen lassen weil das Misgendering und Nennen des Deadnames zu dem Zeitpunkt eine noch größere psychische Zumutung war und u. a. Dysphorie und andere Dinge auslöste. Seitdem dieser Satz vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft wurde entscheiden sich weniger trans Frauen und trans Männer für eine dieser Genitaloperationen (wobei dies auch mit dem extrem zeitfressenden und psychisch belastenden Prozess mit dem TSG und dem Kampf mit den Krankenkassen zur Kostenerstattung zusammenhängt) und unter denen die sich für eine solche entscheiden "bereuen" es weit weniger als noch bis 2011.

  • Das mit Thailand war auch eher auf die Kosten bezogen. Ob günstig dort oder ob hier von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Bilder von weiblich aussehenden Männern beim Wehrdienst in Thailand kennt wohl jeder.

    Sie mussten sich also für eine Geschlechtseintragsänderung früher tatsächlich einer Geschlechtsangleichenden oder geschlechtsverändernden Genitaloperation durchführen lassen. Die Zwangssterilisierung war also die logische Konsequenz daraus. Es überrascht mich wenig, dass es nun weniger bereuen. Schließlich müssen es ja nur die machen die es ohnehin sicher wollen.


    Alaiya suggeriert es gäbe noch weitere körperliche Verletzungen als diese Operationen Weitere erschließen sich mir spontan jetzt aber nicht.