Sexualität, Geschlechter und Paraphilien

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  • Da wir seit längerem schon einmal überlegt haben, ein neueres Sexualitätstopic einzuführen, hier einmal genau das: Ein Topic über Geschlechter, Sexualität und Paraphilien - wie auch über Fetische.


    Und da man über das Thema ohne Grundlegende Informationen nicht reden kann, fangen wir mit einer Übersicht zu den verschiedenen Bereichen des Themas an.




    Sexualität


    Generell fallen den meisten erst einmal drei Sexualitäten ein, wenn sie danach gefragt werden: Heterosexualität, Bisexualität und Homosexualität. Dies ist soweit nicht falsch, jedoch muss dabei auch betrachtet werden, dass sich auch diese Sexualitäten nicht so strikt einteilen kann. Selbst in den 50er Jahren war man sich bereits dessen bewusst, dass es dazwischen Abstufungen gibt, die Alfred Charles Kinsley in dieser Skala festhielt.







    Heute sieht man das ganze noch komplexer an. Doch dazu später. Lasst uns erst einmal über ein paar Grundbegriffe reden.


    Generell unterscheidet man mittlerweile oftmals erst einmal zwischen Monosexualität, Polysexualität und Asexualität.


    Dabei bezeichnet man all die Leute als monosexuell, die sich nur zu einem Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, unabhängig davon, ob dieses nur ihr eigenes Geschlecht oder das andere Geschlecht ist. Also sowohl Heterosexuelle, als auch Homosexuelle gelten demnach als Monosexuell.
    Der Begriff wurde nicht zuletzt durch den Sexualforscher Günter Schmidt geprägt.



    Demnach beschreibt man Menschen als polysexuell, wenn sie sich von zwei (oder mehr) Geschlechtern sexuell angezogen fühlen. Das ist wohl der Punkt, an dem manche Leute fragen werden: „Also Bisexuelle?“, während ich mit „Nein“ antworte – denn da fällt noch mehr hinein.


    Als asexuell beschreibt man wiederum allgemein hin Menschen, die sich zu nichts und niemanden sexuell hingezogen fühlen. Menschen, die asexuell sind, haben von sich aus erst einmal kein Interesse an Sex und spüren kein Verlangen, jemand anderem sexuell Nahe zu sein.


    Was in diesem Rahmen oft missverstanden wird, ist, dass asexuelle Menschen nicht automatisch auch keine romantischen Beziehungen suchen oder überhaupt nicht sexuell erregt werden können. Doch dazu später etwas.


    An sich glaube ich nicht, dass ich großartig an dieser Stelle die Begriffe Hetero-, Bi- und Homosexualität erklären muss. Ich mache es dennoch einmal kurz:


    Heterosexuell sind diejenigen, die sich ausschließlich zum anderen Geschlecht sexuell hingezogen fühlen.
    Bisexuell sind diejenigen, die sich zu beiden Geschlechtern sexuell hingezogen fühlen.
    Homosexuell sind die, die sich nur zum eigenen Geschlecht sexuell hingezogen fühlen.
    Alle drei Begriffe ordnet man dem binären Sexualitäten-Modell zu, da hier ganz klar zwischen den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ unterschieden wird und zwischen dieser praktisch nach dem logischen Oder gewählt wird.



    Dann gibt es aber noch die Pansexualität, welche ebenfalls eine Polysexualität ist. Pansexuelle fühlen sich von anderen Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht sexuell angezogen.
    An dieser Stelle wird vielleicht wirklich der ein oder andere Sagen: „Ja, aber das ist doch dasselbe wie Bisexualität“, doch das ist es nicht. Denn hier ist eben dieser kleine, aber feine Unterschied in der Definition: Bisexuelle werden von Menschen beider Geschlechter (männlich/weiblich) angezogen, Pansexuelle werden von anderen Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht sexuell angezogen.
    Einfach gesagt: Der Bisexuelle ist im binären Raster. Auf ihn oder sie wirken Männer, wie auch Frauen sexuell attraktiv. Auf den oder die Pansexuelle(n) wirken andere Menschen sexuell attraktiv, was auch, aber nicht nur Männer und Frauen umfasst.



    Außerdem gibt es noch den Begriff der Pomosexualität, was kurz für Post Moderne Sexualität steht. Dieser Begriff ist bisher nicht wissenschaftlich geprägt und kommt vorrangig im gesellschaftlichen Kontext auf. Er wird vorrangig benutzt um Menschen zu beschreiben, die sehr wohl sexuell sind, sich jedoch aus verschiedenen Gründen nicht in das bestehende Raster einordnen können oder wollen.
    Unter Wissenschaftlern ist es dabei immer noch strittig, inwieweit dieser Begriff synonym zur Pansexualität gesehen werden kann oder nicht.


    Kommen wir nun zu dem Denken, was ebenfalls weit verbreitet ist:
    Homosexuelle haben nur mit Menschen desselben Geschlechtes Beziehungen und Sex.
    Heterosexuelle haben nur mit Menschen des anderen Geschlechts Beziehungen und Sex.
    Asexuelle haben weder Beziehungen, noch Sex.

    Dieses Denken ist falsch.


    An dieser Stelle kommen verschiedene andere Faktoren ins Spiel.


    Eigene Identifizierung: Manch ein Sexualforscher wird anfangen, darüber zu diskutieren, ob eine Lesbe oder ein heterosexueller Mann, die und der jeweils ab und an Sex mit einem (anderen) Mann haben, eigentlich nicht mehr Hetero oder Homo ist, sondern eigentlich irgendwo in den Bereich der Polysexualität fällt, also wahrscheinlich bisexuell mit stärkerer Präferenz zum einen oder anderen Geschlecht ist. Das man nun unter der Sicht der Sexualwissenschaft stimmen, ändert jedoch nichts daran, dass die betreffenden Personen sich selbst als homo- oder heterosexuell identifizieren und meist auch von ihrem Umfeld so wahrgenommen werden.


    Verschiedene Ausprägungen von Asexualität: Es gibt unter asexuellen Menschen verschiedene Typen von Asexualität. Genauso wie die Asexuellen, die überhaupt kein sexuelles Interesse in irgendeiner Form kennen, gibt es auch asexuelle Menschen, die durchaus sexuelle Erregung spüren und eventuell auch Masturbieren, jedoch eben nicht zu anderen Menschen sexuell hingezogen sind. Kurz gesagt: Auch hier gibt es Abstufungen.



    Sexuelle und romantische Anziehung: Ein in den letzten Jahren immer stärker verwendetes Modell unterscheidet zwischen romantischer und sexueller Anziehung. Sprich: Nur weil ich sexuell nur von einem Geschlecht angezogen werde, heißt das nicht, dass ich nicht vielleicht eine romantische Anziehung zu Menschen beider Geschlechter verspüre. Dies würde man dann als Homosexuell/Heterosexuell, aber biromantisch bezeichnen.


    Genau so sind viele asexuelle Menschen homo-, hetero- oder auch biromantisch. Sie haben also durchaus das Bedürfnis, eine romantische Beziehung zu einem anderen Menschen zu führen, fühlen sich aber nicht zu diesem sexuell hingezogen.


    Dennoch kann es in diesem Zusammenhang nun einmal sein, dass man dann mit dem anderen Menschen, auch wenn man sich nicht sexuell zu ihm hingezogen fühlt, Sex hat, da er sich wiederum zu einem selbst sexuell hingezogen will und man demnach aus Liebe mit ihm Sex hat, ohne, dass für einen selbst sexuelle Lust dabei im Spiel ist.


    Davon abgesehen kommen in vielen Fällen noch die Faktoren der Neugierde und des gesellschaftlichen Drucks dazu. Letzterer wirkt vor allem sowohl auf Asexuelle, als auch auf Homosexuelle. Die Gesellschaft und die direkte Umgebung erwartet von einem heterosexuell zu sein, weshalb man in eine Heterobeziehung gedrängt wird und auch Sex hat, um die Umgebung und auch den Beziehungspartner nicht zu enttäuschen.


    Und natürlich gibt es auch immer diejenigen, die einfach nur einmal wissen wollen, wie es mit einem Sexualpartner, der außerhalb des für einen selbst gewöhnlichen Spektrums liegt, ist.




    Geschlechter


    Kommen wir nun zu Geschlechtern, oder auch: Dem Thema, wo die deutsche Sprache irgendwie dämlich ist. Während es im Englischen direkt schön durch Sex und Gender unterschieden wird, haben wir im deutschen die unnötig langen Begriffe des biologischen Geschlechts und der Geschlechtsidentität


    Das biologische Geschlecht ist am einfachsten gesehen das Geschlecht, dass in den Genen vorgeschrieben ist. XX ist weiblich, XY ist männlich. Wobei es meist auch darüber definiert wird, welche Geschlechtsmerkmale jemand trägt. Denn jemand, der einen XX-Chromosomensatz hat, kann dennoch einen Penis haben, genau so, wie jemand, der XY Chromosome hat, dennoch einen weiblichen Körper haben kann. Und hierbei gehe ich natürlich erst einmal von dem gebürtigen Erscheinungsbild aus.


    Dies kann sowohl auf genetische Störungen im Chromosomsatz des Kindes, als auch auf hormonelle Störungen der Mutter zurückgeführt werden.


    Die Geschlechtsidentität beschreibt das selbst wahrgenommene Geschlecht eines Menschen. Fühlt sich eine Person, als Mann, als Frau oder vielleicht auch als nichts von beidem, beides oder vielleicht auch anders?


    Hier gibt es nun auch verschiedene Dinge, die zu Bedenken sind.


    Natürlich: Es gibt medizinisch eindeutige Frauen, also Menschen, die einen XX-Chromosomsatz haben, Brüste, Vagina und Eierstöcke haben und sich als Frau fühlen. Es gibt medizinisch eindeutige Männer, die einen XY-Satz, einen Penis und Hoden haben und sich auch als Mann fühlen. Doch das ist eben nicht alles, was es gibt.



    Das Bekannteste hierhingehend ist wohl Transgender oder Transsexualität oder auch Transidentität. Als Transsexualitätsstörung wird allgemeinhin bezeichnet, wenn jemand den Körper eines Geschlechts hat, sich aber dem anderen Geschlecht zugehörig führt. Sprich: Wenn bei jemanden biologisches Geschlecht und Geschlechtsidentität verschieden sind. Transsexualität wird in Deutschland als Krankheit behandelt, weshalb die Krankenkassen einen Teil der Kosten zur Geschlechtsumwandlung übernehmen müssen. Wenn bei jemanden von einem Psychologen Transsexualität festgestellt wird, so hat dieser die Möglichkeit zuerst Hormone zu nehmen, die einige grundlegende Körperfunktionen der Geschlechtsidentität anpassen und seinen Namen entsprechend ändern zu lassen. Wenn nach einer Weile und weiteren unabhängigen psychologischen Untersuchungen noch immer der Wunsch besteht, das Geschlecht zu wechseln, kann man sich einer (oder auch meistens mehreren) entsprechenden Operationen unterziehen.



    An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt: Transsexuell und Transvestit sind zwei verschiedene Dinge, die man nicht in denselben Topf werfen sollte. Zum Thema Transvestitismus komme ich weiter unten!



    Doch auch neben Transsexualität gibt es weitere Thematiken hierhingehend.


    Viele haben sicherlich schon einmal den Begriff drittes Geschlecht gehört, welcher allgemein die Menschen beschreibt, die sowohl männliche, als auch weibliche biologische Geschlechtsmerkmale zeigen. Denn es kommt immer wieder vor, dass Kinder mit beiden Geschlechtern geboren werden, wobei es jedoch nicht automatisch heißt, dass beide Geschlechter gleich stark ausgeprägt sind. Diese Kinder können sich später einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen und ihren Körper diesem angleichen, doch es gibt auch Fälle, wo der oder die betroffene sich beiden Geschlechtern zugehörig fühlt.



    Menschen die sich beiden Geschlechtern zugehörig fühlen, gibt es auch bei Menschen, die ein eindeutiges biologisches Geschlecht haben. Dabei ist hier die Bezeichnungsfrage im Deutschen tatsächlich nicht genau geklärt. Dementsprechend werde ich die auch meistens genutzten Englischen Begriffe leihweise verwenden.


    Nach diesen bezeichnet man Menschen, die sich beiden Geschlechtern gleichermaßen zugehörig fühlen, meist als bigender..
    Es gibt aber auch Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Diese werden als non-gender oder neutrois bezeichnet.
    Und dann gibt es noch Menschen, die sich nicht immer dem einen, sondern auch ab und an dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen. Diese bezeichnet man als genderfluid.


    Diesen gesamten Bereich bezeichnet man auch als Genderqueer. Unter diesen Begriff wird im allgemeinen auch das dritte Geschlecht gezählt.



    Dabei sei an dieser Stelle gesagt, dass die genaue Definition vom dritten Geschlecht nicht feststeht. Es gibt hierbei eine juristische Definition, eine medizinische Definition, eine psychologische Definition, eine sexualwissenschaftliche Definition und ganz bestimmt noch ein paar andere, die teilweise die Dinge sehr anders sehen.




    Paraphilien und Fetische


    In der Psychologie bezeichnet der Begriff Paraphilie ein sexuelles Bedürfnis oder eine sexuelle Phantasie, die über längeren Zeitraum wiederkehren, auf den Betroffenen dringlich wirken (er also das Bedürfnis hat, diese Fantasien umzusetzen) und entweder unbelebte, für Sexualität ungewöhnliche Gegenstände, Schmerzen oder Erniedrigung oder den Geschlechtsverkehr mit Kindern oder Personen, die nicht einwilligungsfähig sind, beinhaltet.


    Dabei wird allerdings außerdem noch in den meisten Fällen zwischen den Fällen, bei denen Leidensdruck vorhanden ist, und den Fällen, wo dies nicht der Fall ist, unterschieden und danach entschieden, ob die Paraphilie behandelt werden muss.


    Ich werde daher im weiteren Text bei den Paraphilien, die von Betroffenen offen ausgelebt werden können, ohne, dass sie dadurch Gesetze brechen, den Begriff „Fetisch“ verwenden, auch wenn dieser psychologisch gesehen anders definiert ist, da viele von den Menschen, die diese Fantasien haben, keinen Leidensdruck haben, da sie diese Wünsche ausleben können. Es gibt jedoch auch hier Menschen, die aus verschiedenen Gründen, die Wünsche nicht ausleben können oder wollen, in welchem Fall es psychologisch wieder eine Paraphilie wäre.



    Als Fetisch wird übrigens nach psychologischer Definition bezeichnet, wenn jemand durch den Umgang mit bestimmten nicht belebten Objekten sexuelle Erregung erfährt.
    Doch wie gesagt, ich verwende das Wort hier nun nicht ganz korrekt, indem ich es benutze, um all die sexuellen Spielweisen, die zwar als Paraphilien gesehen werden können, jedoch kein zwanghaftes Leiden mit sich bringen.



    Das erste Thema dabei – neben den Fetischen im psychologischen Sinn, die auch in diesen Bereich gezählt werden – der Transvestitismus, die Travestie und Cross-Dressing.
    Erneut drei Themen, die einander ähnlich sind, aber nicht dasselbe.
    Als fetistischer Transvestitismus wird es verstanden, wenn jemand sexuelle Erregung dadurch erfährt, Kleidung zu tragen, die für das andere Geschlecht üblich ist.
    Als Travestie wird verstanden, wenn jemand sich entsprechend des anderen Geschlechts aus rein künstlerischen Gründen verkleidet.
    Als Cross-Dressing wird wiederum bezeichnet, wenn man einfach so, zum Beispiel weil man die Kleidung bequem oder hübsch findet, die Kleidung des anderen Geschlechts trägt – unabhängig davon, ob dies dauernd oder nur ab und an getan wird.



    Ebenso gehört in diesen Bereich auch der Sadomasochismus oder allgemein der gesamte Bereich von BDSM.
    Hierbei sei genauer definiert: Sadomasochismus ist der Begriff, der verwendet wird, um die Paraphilie, beziehungsweise den Fetischismus allgemein zu bezeichnen. Hierbei wird sexuelle Lust dadurch gewonnen, jemand anderen zu demütigen oder ihm Schmerzen zuzufügen, beziehungsweise gedemütigt und gepeinigt zu werden.
    Die sexuelle Spielform bezeichnet man als BDSM, was aus den Abkürzungen B&D (für Bondage & Discipline), D&S (für Dominance & Submission) und S&M (für Sadism & Masochism) zusammensetzt. Mit dem Begriff einher geht es, dass bei Auslebung dieser sexuellen Fantasien alle beteiligten damit einverstanden sind. Meist gibt ein so genanntes Safeword, dass eine Session unterbricht.
    Es sei dazu auch erwähnt: Dies ist ein sehr, sehr umfassender Bereich, der ausreichen würde, um einen eigenen Eintrag zu füllen.



    Auch gibt es die beiden Bereiche Voyeurismus und Exhibitionismus.
    Dies bezeichnet Menschen, die sexuelle Erregung dadurch erfahren, andere Menschen nackt zu sehen oder sie beim Sex oder bei der Masturbation zu beobachten (Voyeure), beziehungsweise dadurch, sich selbst nackt zu zeigen oder beim Sex oder der Masturbation beobachtet zu werden (Exhibitionismus).
    Dabei sei auch hier noch auf eine Unterscheidung hingewiesen. Denn es gibt auch noch Nudisten, die nicht aus sexuellen Gründen gerne nackt herumlaufen, sondern einfach, weil sie sich nackt wohler fühlen. (Dabei sei deutlich gesagt: Nudismus ist keine Paraphilie, wie es auch Cross-Dressing nicht ist.)



    So. Und damit kommen wir zu den drei Bereichen, die juristisch kritisch sind und damit zwangsläufig, wenn man keine Gesetze brechen will, zum Leidensdruck führen.


    Anfangen tue ich hierbei mit Zoophilie (früher auch als Sodomie bezeichnet).
    Zoophilie bezeichnet das sexuelle Hingezogen sein von Menschen zu Tieren. Dies kann sich auf Tiere allgemein, auf bestimmte Tierarten oder auch nur das eigene Haustier beziehen. Jedwede Form von sexueller Befriedigung des Menschen, die ein Tier aktiv einbindet, ist nach deutschem Recht allerdings seit letztem Jahr ausdrücklich untersagt.
    Es wird von einigen Psychologen aus verschiedenen Gründen angezweifelt, ob es sich hierbei um eine „echte Paraphilie“ handelt, zumindest im Bezug auf bestimmte Tiere, meist da diese von Betroffenen nicht als Objekt zur sexuellen Befriedigung, sondern als Sexualpartner gesehen werden.



    Der nächste Bereich ist wohl das größte Thema aus diesem Bereich: Pädophilie.
    Wie alle wissen sollten, bezeichnet Pädophilie die sexuelle Hingezogenheit von Erwachsenen zu Kindern, wobei hier noch zwischen dem Alter des Kindes unterschieden werden kann, da viele Pädophile sich meist nur zu Kindern bestimmter Altersstufen hingezogen fühlen. Als Pädophilie wird jedoch nur die sexuelle Hingezogenheit zu präpubertären Kindern bezeichnet.
    Das sexuelle Interesse von Erwachsenen an geschlechtsreifen, jugendlichen Mädchen wird Parthenophilie, das sexuelle Interesse an geschlechtsreifen, jugendlichen Jungen als Ephebophilie und das sexuelle Interesse an Jugendlichen in der Pubertät als Hebephilie genannt.
    Bei Parthenophilie und Ephbophilie ist die Rechtmäßigkeit von sexuellen Handlungen immer vom Einzelfall abhängig.


    Auch bei pädophilen Handlungen sind nicht alle Formen Strafbar. Manche Pädophilen recht es Kinder nur normal zu berühren, ohne dass diese Berührungen allgemein als sexuell erscheinen, so dass weder Umstehende, noch das Kind direkt merken, dass sich der Pädophile dadurch sexuell befriedigt fühlt. Jedwede deutlich sexuelle Handlung an Kindern ist allerdings natürlich verboten, wie auch der Besitz von Kinderpornographie und die Herstellung solcher.
    Auch hier gibt es eine Sache, die ich anmerken möchte. Nämlich, dass nur wenige Pädophile ihre Neigung direkt (durch Kindesmissbrauch) oder indirekt (durch den Besitz von Kinderpornographie) ausleben, und viele Kindesmissbräuche nicht auf Pädophilie, sondern auf andere psychische Störungen zurückgehen.



    Die letzte Paraphilie, die ich hier noch erwähnen möchte, ist die Nekrophilie, die sexuelle Erregung durch den Umgang mit menschlichen Leichen oder auch nur Leichenteilen, welche natürlich ebenfalls in Deutschland verboten ist.
    Auch hier gibt es Abstufungen, da einige Nekrophile frische Leichen bevorzugen, während andere spezielles Interesse an bereits verwesenden Leichen und andere sexuelles Begehren von menschlichen Knochen haben.




    Da das Thema, wie ihr seht, sehr umfangreich ist, werde ich auch die Fragen zur Diskussion nach den einzelnen Bereichen aufteilen:



    Sexualität


    Es gibt schon seit längerem in der Wissenschaft die Diskussion zum Thema, ob es überhaupt eine echte Monosexualität gibt. Also echte Homo- und echte Heterosexualität. Denn einige Forscher sind der Auffassung, dass tatsächlich alle Menschen in irgendeiner Form bisexuelle Neigungen haben, die meisten diese aber aus gesellschaftlichen Gründen nicht ausleben. So sind die meisten Heterosexuell, weil es die gesellschaftliche Norm ist, und ein paar Leute "Homosexuell", weil sie sich allgemein mehr - aber eben nicht ausschließlich - zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen und die Gesellschaft sich wohler fühlt, wenn man eine Seite des Zauns führ sich gewählt hat - so die Forscher. Wie steht ihr dazu?


    Es gibt massig Länder, in denen Homosexuelle aufgrund ihrer Sexualität verfolgt werden, teilweise sogar zum Tode verurteilt werden können. Diese Länder berufen sich immer auf religiöse Thesen, um dies zu begründen. Was haltet ihr davon? Dahingehend ist es außerdem im Iran interessant, wo Transsexualität geduldet und entsprechende Operationen staatlich gefördert werden, während auf Homosexualität Strafe droht, was dazu führt, dass sich viele Homosexuelle umoperieren lassen um dem anderen Geschlecht zu entsprechen und somit "heterosexuell" zu sein. Viele begehen, da sie eben so am Ende im falschen Körper sind, irgendwann jedoch Selbstmord. Sollte der Staat da nicht seine Denkweise überdenken?


    In Deutschland und einigen anderen Ländern ist es Homosexuellen Paaren nicht erlaubt zu heiraten - was natürlich im Vergleich zu den vorher genannten Thematiken eher ein Luxusproblem darstellt - oder Kinder zu adoptieren und das, obwohl das Grundrecht eigentlich gleiche Rechte für alle zusichert. Dennoch wird von vielen Parteien darauf gepocht, dass es so bleibt, "um die Familien zu schützen". Findet ihr so etwas gerechtfertigt? Sollten Homosexuelle heiraten dürfen? Und wie denkt ihr über die Adoption von Kindern durch Homosexuelle Paare? Diesbezüglich sei auch erwähnt, dass es in Ländern, wie den USA, wo das Gesetz die Adoption durch Homosexuelle Paare erlaubt, dennoch heterosexuelle Paare bevorzugt werden, auch wenn sie in einer sozial schlechteren Stellung sind.


    In Medien (egal ob Filme, Serien, Bücher oder Videospiele) kommen selten homosexuelle Figuren vor und wenn sind diese stark durch Stereotype überzeichnet. Homosexuelle Hauptcharaktere sind sowieso meistens ein rotes Tuch, sofern es keine einschlägige Literatur ist oder eben bei Independent Produktionen. Ist das wirklich noch zeitgemäß?


    Und nicht zuletzt: In Deutschland und vielen anderen "Erste Welt Ländern" wird mittlerweile sehr weitläufig über Homo- und Bisexualität aufgeklärt. Jedoch nicht über Asexualität, was dazu führt, dass viele asexuelle in ihrer Pubertät anfangen zu glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und sie wirklich "krank" sind. Sollte der Staat Asexualität in seine Aufklärungsprogramme aufnehmen?


    Bezüglich der Aufklärung fällt natürlich auch der Bildungsplan ein, der das Thema Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität und dergleichen stärker in die Schulausbildung im biologischen und gesellschaftlichen Bereich einbinden und damit die Schüler besser aufklären soll. Auch Paraphilien sollen in dem Rahmen angesprochen werden. Viele Eltern demonstrieren jedoch dagegen und behaupten, dass man ihre Kinder dadurch zu diesen Sexualitäten erziehen wolle. Was denkt ihr? Sollten die Schulen allgemein verstärkt über diese Themen aufklären? Sollte Homosexualität in den Aufklärungsunterricht aufgenommen werden? Was haltet ihr allgemein davon, dass einige auch bezüglich Heterosexueller Thematiken den Aufklärungsunterricht gerne "zensieren" würden, da sie ihn als unmoralisch empfinden?


    Diejenigen, die möchten, können hier natürlich auch über ihre eigene Sexualität reden und wohin sie sich selbst zuordnen.



    Geschlechter


    Fangen wir in diesem Bereich sehr allgemein an: Habt ihr euch schon einmal mit den Thematiken der Geschlechter und all dem, was zwischen "Männlich" und "Weiblich" liegt auseinander gesetzt? Findet ihr, dahingehend sollte in Deutschland weiter aufgeklärt werden, um das Thema eher in das Bewusstsein der Leute zu bringen?


    Das dritte Geschlecht ist in Deutschland mittlerweile anerkannt und kann als dieses auf dem Ausweis und auch im Geburtsverzeichnis angegeben werden. Was haltet ihr davon?


    In vielen Ländern wird Transsexualität/Transidentität als Krankheit eingestuft, die entsprechend psychologisch und durch Hormone und eventuell auch Operationen behandelt. Dies macht es möglich, dass die Krankenkassen diese Behandlungen bezahlen. Einige betroffene fühlen sich durch den Titel "Krankheit" jedoch gebrandmarkt. Sollte es vielleicht eine andere Bezeichnung geben?


    In vielen anderen Ländern ist es tatsächlich recht einfach, das "Gender" auf dem Ausweis zu ändern und den Namen abzuändern, wie auch die Art, mit der man angesprochen wird - also entsprechend des andern Personalpronomens und anderer Titel, auf die man bestehen kann, auch vor den Operationen. In Deutschland und Österreich muss man erst eine ganze Reihe von Gutachten sammeln, damit entsprechendes beantragt werden kann - obwohl dies für die Betroffenen einen großen Stressfaktor darstellt und sie sehr belastet. Selbst in dafür spezialisierten Kliniken gab es Fälle, bei denen sich das Pflegepersonal weigerte, Transfrauen als "Frau XY" zu betiteln, solange im Ausweis noch das männliche Geschlecht eingetragen war. Sollte dahingehend die Gesetze etwas verändert werden?


    Ein ähnliches Problem gibt es in vielen, wenn nicht sogar den meisten Ländern für diejenigen, die sich dem dritten Geschlecht oder als Neutral fühlen. Denn die meisten Sprachen bieten keine Anreden für solche Personen, während es für diese jedoch belastend ist mit etwas angesprochen zu werden, das ihnen nicht entspricht. Daraus entstehen teilweise neue Wortschöpfungen wie "Professorx", die von vielen belächelt werden. Was denkt ihr darüber?



    Paraphilien und Fetische


    Auch Fetische sind soweit ein Thema, über das offiziell wenig aufgeklärt wird, obwohl sehr viele Menschen den ein oder anderen Fetisch haben. Dies ist aber erneut etwas, dass bei einigen - gerade eher unsichereren Jugendlichen - teilweise zu starken Verunsicherungen führt, wenn sie entsprechende Fantasien entwickeln, da sie sich deswegen für "krank" halten. Bei einigen kommt dadurch enormer Leidensdruck zustande. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass die meisten Menschen irgendeinen Fetisch haben: Sollten diese nicht langsam ent-tabu-isiert werden?


    Gerade Pädophilie ist ein Thema, das leider in vielen Kulturkreisen oft mit Straftaten in Verbindung gebracht wird. Betroffene fürchten eine komplette Soziale Ausgrenzung, weshalb sie über das Thema nicht reden und sich auch nie in Behandlung begeben, was jedoch nicht nur die Gefahr erhöht, zumindest zum Passivtäter zu werden, sondern auch die Gefahr von Depressionen und Neurosen. Was sollte eurer Meinung nach getan werden, um gegen das soziale Tabu dieses Themas vorzugehen? Wie könnte hier besser aufgeklärt werden?


    Seit 2013 ist Zoophilie in Deutschland nun wieder illegal, da ein neues Tierschutzgesetz eingeführt wurde - während übrigens die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung weiterhin erlaubt ist. Viele Menschen mit entsprechenden Ausrichtungen wehren sich gegen dieses Gesetz, besonders bezüglich Hunden, die tatsächlich teilweise durch ihr natürliches Verhalten die Paraphilie ihrer Herrchen und Frauchen zufrieden stellen können. Ist das Gesetz dennoch gerechtfertigt?




    So viel zum Diskussionsansatz. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Thema!

  • Ohhh Man der Startpost erschlägt einen ja förmlich :O (Nicht böse gemeint, ich weiß, dass das Thema recht umfassend ist^^)


    Also erstmal zum Thema Gleichgeschlechtliche Ehe und Adoption: Warum nicht? Ist doch egal. Wenn Homosexuelle heiraten dürfen, geht die Welt auch nicht unter. Es ist ja wie du bereits gesagt hast eine Art "Luxusproblem" bzw. es wird über solche einfachen Sachen ewig debattiert und gestritten, während wir weitaus wichtigere Probleme haben.


    Ich finde es auch allgmein eine gute Idee, die ganzen "unbekannten" Sexualitäten stärker in den Aufklärungsunterricht mit einzubeziehen, weil sich die "betroffenen" Jugendlichen sich sonst unnötig unter Druck setzen, weil sie denken, dass mit ihnen was nicht stimmt oder so. Oder noch schlimmer, tatsächlich glauben, dass Pan-,Trans- oder Asexuelle wirklich krank sind und die dann mobben. Und gerade über die ganze Gender-Sache wird ja hier bei uns recht wenig aufgeklärt.
    Und die Aussage, dass Sexualität in der Schule anerzogen wird ist Schwachsinn, die "Grundlagen" sind in den Genen, wenn man darüber aufgeklärt wird, fällt es einem nur leichter sich damit zu identifizieren.


    Daraus entstehen teilweise neue Wortschöpfungen wie "Professorx", die von vielen belächelt werden. Was denkt ihr darüber?


    Ganz ehrlich, wenn wir in unserer Sprache Platz für Wörter wie "Yolo" haben, dann kann es ja nicht so schwer sein, ein paar neue Pronomen und Anreden einzufügen...

  • Ich will mich hier mal allgemein nur auf die Aufklärung von Themen wie Paraphilie oder Fetische beziehen.


    Ich finde, dass Toleranz stark von der jeweiligen Erziehung abhängt. Problematisch sind also vor allem die konservativen Erziehungsmethoden, die man beispielsweise im Nahen Ostern vorfindet. Da man Eltern kaum dazu überreden kann ihr Kind (besonders bei Tabuthemen wie Sexualität) anders zu erziehen, sollte man sich hierbei auf die Bildung konzentrieren.
    Man sollte finde ich so früh wie möglich damit anfangen, Themen wie sexuelle Orientierung in der Schule zu behandeln. Auch auf Paraphilien und Fetischen sollte intensiver eingegangen werden als es heute der Fall ist, aber diese Themen sind ein wenig komplexer und meiner Ansicht nach noch nicht für Grundschulkinder geeignet.


    Die Kinder sollen dabei nicht lernen wie normal abweichende sexuelle Bedürfnisse sind, sondern wie man damit umzugehen hat. Das ist nämlich ein Problem welches ich mit einigen Menschenrechtlern habe. Sie versuchen alle Menschen gleichzustellen, damit man toleranter ist, aber das ist finde ich nicht der richtige Weg. Man sollte auf Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten (damit sind Paraphilien gemeint) aufmerksam machen, verschiedene tabuisierte Themen neutral angehen und sachlich darüber aufklären und man soll den Kindern zeigen dass man diese Orientierung nicht ausgesucht hat, man aber dennoch ein gutes und humanes Leben führen will. Um den gewünschten Effekt zu erreichen reicht es nicht, gelegentlich mal eine Unterrichtseinheit dem Thema Sexualität zu widmen. Man sollte wie gesagt so früh wie möglich mit der optimalen Bildung beginnen und diese Themen über mehrere Schuljahre hinweg besprechen .

  • *Hust* Ich bin mal dafür dass diese Wesen die ich meine VL-Freunde nennen dich mal schön abregen, da dieses Topic sehr interessant ist...


    Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass die meisten Menschen irgendeinen Fetisch haben: Sollten diese nicht langsam ent-tabu-isiert werden?


    Ich bin der Meinung, dass es nun mal viele Menschen mit einem Fetisch gibt und hielte dies eigentlich bisher für normal. Was mich selbst betrifft kann ich hierzu aus mangelnder Erfahrung auch wenig sagen, aber sexuelle Fantasien sind doch private Dinge und theoretisch so ziemlich normal. Man wird doch im Film und Fernsehen oft damit konfrontiert. Es braucht nicht jeder seinen Fetisch in die Öffentlichkeit hinaus zu tragen, jedoch schämen sollte man sich auch nicht unbedingt. Klar, manches ist echt abgedreht was man so hört und teilweise erschreckend, aber wem's gefällt?


    Was sollte eurer Meinung nach getan werden, um gegen das soziale Tabu dieses Themas vorzugehen? Wie könnte hier besser aufgeklärt werden?


    Klar, ich hasse Menschen die Kinder sexuell missbrauchen oder ähnliches. Bin bei sowas immer für die Todesstrafe lol. Aber um nicht vom Thema abzukommen, muss man sagen, dass Pädophile für ihre Neigung oftmals nichts können und normale Menschen sind.
    Wenn man ihnen verbietet sich therapieren zu lassen, sind sie manchmal tickende Zeitbomben. Man sollte der Gesellschaft darüber mehr Klarheit schaffen, denn ein Mensch, der kein Täter geworden ist, gehört nicht als böse abgestempelt. Dieser Gedanke sollte einfach mal in die Masse gebracht werden, vielleicht durch die Medien, um anderen klar zu machen, dass ein Pädophiler nicht unbedingt ein Kinderschänder ist.


    Ist das Gesetz dennoch gerechtfertigt?


    Hierbei geht es um Zoophilie.
    Ja ist es. Ein Tier kann nicht um sein Einverständnis gefragt werden und somit ist meiner Meinung nach nicht rechtens. Vor allem können Tiere in die Richtung erzogen werden und ich toleriere vieles, Nekrophelie sogar eher als das hier, aber Tiere sind meiner Meinung nach auch Lebewesen die man nicht missbrauchen darf. Bei Leichen... joah sie sind tot, können sich ja nicht mehr beschweren oder aufregen. Wem's gefällt, gerne, solange man die Person nicht selbst getötet hat ist es meiner Meinung nach nicht schlimmes. Wie gesagt; Wem's gefällt...




    Soo mal ein kleines Feedback dazu.

  • Schöner Startpost, muss das erste mal gewesen sein, dass ich mir so einen langen Post ganz durchgelesen habe. :rolleyes:


    Nun zum Thema:



    Findet ihr so etwas
    gerechtfertigt? Sollten Homosexuelle heiraten dürfen? Und wie denkt ihr
    über die Adoption von Kindern durch Homosexuelle Paare?


    Dass Homosexuelle Paare heiraten dürfen befürworte ich stark. Immerhin ist es doch ein Grundrecht, dass all Menschen vor dem Staat gleich behandelt werden, oder etwa nicht? :rolleyes: Abgesehen davon sehe ich das Problem nicht. Über die Adoption lässt dich schon eher streiten. Einerseits bin ich dafür, es würde vielen Kindern, die keine Eltern mehr haben ein Zuhause geben und ich finde, dass auch Homosexuelle Paare Kinder haben dürfen sollten. Andererseits steht die Gesellschaft wahrscheinlich im Wege. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder, die zwei Mütter oder zwei Väter haben spätestens auf der weiterführenden Schule ausgeschlossen und schikaniert werden. Dass sie Probleme bekommen weil ihnen die Mutter- oder Vaterrolle fehlt denke ich nicht bei den vielen Einzelkindern heutzutage. :achtung: Aber ernsthaft, ich kenne genug Leute, die ohne ein Elternteil aufgewachsen sind und sehe da keine Probleme in unserer modernen Welt.



    Sollte der Staat Asexualität in seine Aufklärungsprogramme aufnehmen?



    Warum denn nicht? Ich muss zugeben, dass ich erst vor ein paar Jahren von Asexualität erfahren habe, lange nachdem die Aufklärung bei uns unterrichtet wurde. Jugendliche sollten meiner Meinung nach schon wenigstens darüber informiert werden, es muss ja nicht so ausführlich wie manch andere Themen behandelt werden.



    Sollten die Schulen
    allgemein verstärkt über diese Themen aufklären? Sollte Homosexualität
    in den Aufklärungsunterricht aufgenommen werden? Was haltet ihr
    allgemein davon, dass einige auch bezüglich Heterosexueller Thematiken
    den Aufklärungsunterricht gerne "zensieren" würden, da sie ihn als
    unmoralisch empfinden?



    Wie bei der Asexualität finde ich, dass Homo-, Bi- und Transsexualität etc. und auch Paraphilien wenigstens kurz angesprochen werden sollte, vielleicht auch ein bisschen intensiver als Asexualität, vor allem im Bezug auf Toleranz. Es muss ja nicht unterrichtet werden wie was gemacht wird, einfach nur dass es auch andere Sexualitäten gibt und es in Ordnung ist anders in dieser Hinsicht als die Mehrheit zu sein, solange man niemanden schadet natürlich (auf die Paraphilien bezogen).
    Im Aufklärungsunterricht gibt es meiner Meinung nach nichts unmoralisches, was man zensieren sollte. Ich würde es unmoralischer finden Jugendliche nicht aufzuklären und sie in Ungewissheit durchs Leben gehen zu lassen.



    Sollte es vielleicht eine andere Bezeichnung geben? (im Bezug zur Transsexualität als Krankheit)


    Meiner Meinung nach ist es keine Krankheit sich im falschen Körper zu fühlen, man ist doch auch nicht krank wenn man eine andere Haar- oder Augenfarbe oder sonstiges möchte, allgemein wenn man sich anders möchte als man geboren wird. Natürlich ist es gut, wenn man sich so wie man ist akzeptieren kann, oft ist das aber nicht so und man muss zum Haarefärben, farbigen Kontaktlinsen oder eben Geschlechtoperationen greifen. Ein alternativer Begriff fällt mir zwar gerade nicht ein, dennoch sollte auf die Bezeichnung "Krankheit" verzichtet werden.



    Ist das Gesetz dennoch gerechtfertigt? (Tierschutzgesetz gegen Zoophilie)


    Ich bin ich stark gegen die Ferkelkastration ohne Betäubung, aber darum geht es hier ja nicht. (:
    Schwierige Frage, da man die Tiere schlecht fragen kann ob sie damit einverstanden sind. Wenn Hunde etc "tatsächlich teilweise durch ihr natürliches Verhalten die Paraphilie ihrer Herrchen und Frauchen zufrieden stellen können" würde ich es als weniger problematisch ansehen, man kann Tiere, vor allem Hunde, ja auch dressieren.
    Abgesehen davon lässt sich schlecht feststellen wer was mit seinen Hund, Schaf, Pferd etc macht da die Tierchen keine Auskunft darüber geben können.

  • Alaiya schrieb:

    So sind die meisten Heterosexuell, weil es die gesellschaftliche Norm ist, und ein paar Leute "Homosexuell", weil sie sich allgemein mehr - aber eben nicht ausschließlich - zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen und die Gesellschaft sich wohler fühlt, wenn man eine Seite des Zauns führ sich gewählt hat - so die Forscher. Wie steht ihr dazu?


    Abgesehen davon, dass viele Menschen bisexuelle Anteile haben: Die meisten sind (zumindest überwiegend) heterosexuell und wenn sich jemand so empfindet, muss man so akzeptieren.


    Alaiya schrieb:

    Es gibt massig Länder, in denen Homosexuelle aufgrund ihrer Sexualität verfolgt werden, teilweise sogar zum Tode verurteilt werden können. Diese Länder berufen sich immer auf religiöse Thesen, um dies zu begründen. Was haltet ihr davon? Dahingehend ist es außerdem im Iran interessant, wo Transsexualität geduldet und entsprechende Operationen staatlich gefördert werden, während auf Homosexualität Strafe droht, was dazu führt, dass sich viele Homosexuelle umoperieren lassen um dem anderen Geschlecht zu entsprechen und somit "heterosexuell" zu sein. Viele begehen, da sie eben so am Ende im falschen Körper sind, irgendwann jedoch Selbstmord. Sollte der Staat da nicht seine Denkweise überdenken?


    Das sind meist streng katholische oder Länder, in denen die Sharia gilt. Dass Homosexuelle verfolgt werden ist ein Problem von vielen. Da muss man an anderen Stellen ansetzen. Nicht nur der Staat ist das Problem, es geht von der dort lebenden Gesellschaft aus, dass Homosexuelle verachtet werden (und Frauen sündigen, wenn sie autofahren uä. *räusper*)


    Alaiya schrieb:

    Sollten Homosexuelle heiraten dürfen? Und wie denkt ihr über die Adoption von Kindern durch Homosexuelle Paare?


    Warum nicht? Besser gute, homosexuelle als schlechte heterosexuelle Eltern. Es stimmt zwar, dass Kinder sowohl gleich- wie auch gegengeschlechtliche, erwachsene ordentliche(!) Rollenbilder brauchen, aber die können sie auch im Umfeld des Paares und in der Schule finden.
    Unbedingt heiraten zu wollen bringt wohl ökonomische Absicherung mit sich. Ich kann mit jemanden jahrelang zusammenleben ohne zu heiraten oder mich nach einem halben Jahr scheiden lassen, wenn ich verheiratet bin. Ein Ehering am Finger sagt nichts über die Qualität der Beziehung aus, auch wenn er ein starkes Symbol ist / sein sollte. Allerdings geht es da wohl eher, wie bereits erwähnt, um Erbrecht, das Recht jemanden im Krankenhaus zu besuchen, Adoptionsrecht...


    Zitat

    In Medien (egal ob Filme, Serien, Bücher oder Videospiele) kommen selten homosexuelle Figuren vor und wenn sind diese stark durch Stereotype überzeichnet. Homosexuelle Hauptcharaktere sind sowieso meistens ein rotes Tuch, sofern es keine einschlägige Literatur ist oder eben bei Independent Produktionen. Ist das wirklich noch zeitgemäß?


    Lest's "Witch Eyes", Leute, wirklich, tut's das! */Schleichwerbung Ende XD*
    Gerade bei Young Adult wird recht offen mit Homosexualität umgegangen, ABER die Protagonistin ist... nun ja eine Protagonistin, in 90 % ein Mädel (was mich langsam schon annervt) und meistens hat sie einen schwulen besten Freund oder ähnliches. Wie steht auf tvtropes? "They make such good pets". :rolleyes: Den Eindruck habe ich meistens auch, wenn ein "Mädchens schwuler bester Freund" dargestellt wird, der eig. ein Mädchen im Jungenkörper ist und argh, ich will einfach nur normale Jungs haben und keine tüdeldüüs, die mit dir shoppen gehen, dafür gibt's beste Freundinnen - und ich will CHARAKTERE und keine "good pets". Wenige trauen sich wirklich den Protagonisten homosexuell zu machen, aber gerade Young Adult-Literatur würde sich dazu anbieten und wäre keine einschlägige, vielleicht sexuell angehauchte Literatur, sondern für alle zugänglich.
    Ein guter "Semi-Hauptcharakter" (nenn's einfach mal so) ist Alec aus The Mortal Instruments. I love Alec. :loveyou: (Magnus ist auch wirklich okay, aber... der's so BUNT und leicht tuntig, aber der's Worlock und das passt gar nicht zu einem halbdämiónschen Wesen. x.X")
    Was mir noch einfällt, Young Adult /Coming Of Age und kommt ganz ohne Fantasy aus: Made Of Stars.
    Nur zieht's euch bloß nicht Queer As Folk rein (eine Fernsehserie), da gibt's alle furchtbaren Stereotypen, die's nur geben kann. lol Mehr als'n paar Folgen hab ich auch ned geschafft, dann hab ich mich lieber wieder ieinen Anime zugewandt.


    Was ich teilweise als nervig empfinde ist die Einstellung (meist von Yaoi-Fangirls), wenn jemand eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einem Mädchen schreibt und einer ankommt: Wie langweilig, die sind ja nur heterosexuell. Hab ich schon tausend Mal gesehen.
    Ich hab schon etliche Shonen-Ais gesehen bzw. an sich homosexuelle Paare... und!? Weiter?

    Alaiya schrieb:

    Und nicht zuletzt: In Deutschland und vielen anderen "Erste Welt Ländern" wird mittlerweile sehr weitläufig über Homo- und Bisexualität aufgeklärt. Jedoch nicht über Asexualität, was dazu führt, dass viele asexuelle in ihrer Pubertät anfangen zu glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und sie wirklich "krank" sind. Sollte der Staat Asexualität in seine Aufklärungsprogramme aufnehmen?


    Wird's nicht eh? In unserem Schulbuch stand's drinnen lol.


    Alaiya schrieb:

    Sollten die Schulen allgemein verstärkt über diese Themen aufklären? Sollte Homosexualität in den Aufklärungsunterricht aufgenommen werden? Was haltet ihr allgemein davon, dass einige auch bezüglich Heterosexueller Thematiken den Aufklärungsunterricht gerne "zensieren" würden, da sie ihn als unmoralisch empfinden?


    Es kommt immer auf die Altersgruppe an - und wie weit ich ins Detail gehe. Ich finde, man muss immer altersgerecht erklären und demnach auch detailgetreu oder nicht. Aber ich brauche in keiner Altersgruppe über Sexualpraktiken ins kleinste Detail reden, wenn ich merke, dass es den Schülern unangenehm wird. Man muss auch die persönliche Grenze anderer akzeptieren und nicht nur seine eigene. Immer nur daran denken, was man selbst mitteilen möchte ist egoistisch und an sich intolerant.
    Man muss aber darüber aufklären was Homosexualität ist und dass es keine psychische Krankheit oä. ist. Aber ich will auch nicht von anderen, heterosexuellen Paaren nicht wissen, was die im Bett treiben - außer bei Freunden, die mir's vll. erzählen. Wichtig finde ich es nur aufzuklären bei welcher Praktik Geschlechtskrankheiten übertragen werden.


    Was das Bild Homosexueller in der Gesellschaft an sich angeht, verstehe ich es manchmal, wenn sich Leute nicht so wohl bei dem Gedanken fühlen oder Vorurteile haben, wenn sie nicht persönlich jemanden kennen. Ich meine, ein stinknormaler Schwuler im persönlichen Umfeld, der eine stinknormale Beziehung zu einem Mann führt und ieinen Job ausübt, fördert die Toleranz in der Gesellschaft tausend mal mehr als die Verrückten, die sich halbnackt in schrillen Outfits auf iwelchen Paraden zur Schau stellen und: ICH BIN HALT SO! Dadurch entsteht der Eindruck, dass alle Homo- und Transsexuellen so wären. Wenn man dann halt... nun ja, normale Menschen, die diese Aufmerksamkeit nicht brauchen, kennt, erhält man ein ganz anderes Bild.


    Alaiya schrieb:

    In vielen Ländern wird Transsexualität/Transidentität als Krankheit eingestuft, die entsprechend psychologisch und durch Hormone und eventuell auch Operationen behandelt. Dies macht es möglich, dass die Krankenkassen diese Behandlungen bezahlen. Einige betroffene fühlen sich durch den Titel "Krankheit" jedoch gebrandmarkt. Sollte es vielleicht eine andere Bezeichnung geben?


    Eine Krankheit ist es sicherlich nicht, aber eine andere Bezeichnung zu finden ist schwierig. Sexuelle Identität? Geschlechtliche Identität?


    Alaiya schrieb:

    Ein ähnliches Problem gibt es in vielen, wenn nicht sogar den meisten Ländern für diejenigen, die sich dem dritten Geschlecht oder als Neutral fühlen. Denn die meisten Sprachen bieten keine Anreden für solche Personen, während es für diese jedoch belastend ist mit etwas angesprochen zu werden, das ihnen nicht entspricht. Daraus entstehen teilweise neue Wortschöpfungen wie "Professorx", die von vielen belächelt werden. Was denkt ihr darüber?


    Ich denke, das ist so etwas, an das man sich gewöhnen muss, aber eine Abneigung dagegen hat, weil man sich nicht gewöhnen möchte.


    Alaiya schrieb:

    Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass die meisten Menschen irgendeinen Fetisch haben: Sollten diese nicht langsam ent-tabu-isiert werden?


    Es gibt Fetische, die finde ich persönlich so abartig (zb. erwachsene Menschen, die Windel tragen oä.), dass ich darüber nichts wissen will und ich verstehe das Bedürfnis mancher Menschen nicht jedem alles unter die Nase reiben zu wollen, obwohl ihn keiner drum gebeten hat. Man kann auch Fetische ua. ausüben, ohne einen großen Wirbel drum zu machen. Ich will selbst von meiner besten Freundin nicht wissen, wie's ihr gerade am Klo ergangen ist, so als Beispiel. Schon gar nicht will ich iwas über Fremde wissen. 'Ne Freundin und ich haben in Feuchtgebiete reingeguckt, schlimmster Fehler ever und so. (auf Platz Numero Uno vor Shades Of Gray und Twilight XD) Wer's kennt, wird wissen, was ich mich Diskretion meine ...
    Man muss nicht alles Intime rausposaunen. Es gibt selbst zu den vertrautesten Leuten so eine intime Grenze, die nicht überschritten werden sollte, um auf andere Leute Rücksicht zu nehmen. Es gilt: wenn ich dich nicht frage (wenn dich niemand fragt, die meisten wollen's echt ned wissen), erzähl mir nicht ungefragt von... Fetischen, Klogängen, iwelchen Pilzen oder anderen "Würg-Sachen". Würg-Sachen "will" nur dein Arzt wissen, aber auch nur, weil er dafür bezahlt wird.


    Anderes steht zurecht unter Strafe. Neben Pädophilie (darüber will ich gar nicht reden, das wurde hier im BB eh schon so oft) auch Nekrophilie.

    Zitat

    Bei Leichen... joah sie sind tot, können sich ja nicht mehr beschweren oder aufregen. Wem's gefällt, gerne, solange man die Person nicht selbst getötet hat ist es meiner Meinung nach nicht schlimmes. Wie gesagt; Wem's gefällt...


    Der Tote hat auch im Tod ein Recht auf die Bewahrung seiner Würde und auf einen respektvollen Umgang. Da geht es nicht nur um den Toten selbst, sondern auch um seine Angehörigen, die einen würdevollen Umgang mit ihrem Liebsten verdienen.
    Und natürlich Zoophilie. Tiere sind wie Kinder und können nicht gefragt werden. Außerdem ja, das ist pervers, abartig und ich würde diese Person meiden, wenn ich es von ihr erfahren würde. Manche Tabus sind zurecht da.
    Besonders Kinder und Tiere, die dem Kindchenschema entsprechen (Katzen, Hunde etc.) lösen in jemanden, der nicht pädophil oder zoophil ist, Brutpflege- und Beschützerinstinkte aus, weswegen die Themen besonders brisant sind.


    Alaiya schrieb:

    Seit 2013 ist Zoophilie in Deutschland nun wieder illegal, da ein neues Tierschutzgesetz eingeführt wurde - während übrigens die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung weiterhin erlaubt ist. Viele Menschen mit entsprechenden Ausrichtungen wehren sich gegen dieses Gesetz, besonders bezüglich Hunden, die tatsächlich teilweise durch ihr natürliches Verhalten die Paraphilie ihrer Herrchen und Frauchen zufrieden stellen können. Ist das Gesetz dennoch gerechtfertigt?


    Ich... bin dann mal kurz weg. :blerg:

  • Zitat von »Alaiya«


    Und nicht zuletzt: In Deutschland und vielen anderen "Erste Welt Ländern" wird mittlerweile sehr weitläufig über Homo- und Bisexualität aufgeklärt. Jedoch nicht über Asexualität, was dazu führt, dass viele asexuelle in ihrer Pubertät anfangen zu glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und sie wirklich "krank" sind. Sollte der Staat Asexualität in seine Aufklärungsprogramme aufnehmen?

    Wird's nicht eh? In unserem Schulbuch stand's drinnen lol.

    Ich finde dein "lol" an dieser Stelle unangemessen. Nur weil es bei dir im Schulbuch stand, heißt das nicht, dass das überall so ist. Bei uns wurde nicht mal über Homosexualität aufgeklärt, von allen anderen Sachen ganz zu schweigen. =/
    Ich finde allgemein, dass Asexualität und all diese Themen in die Aufklärungsprogramme reingehören. Ich kann mir zwar vorstellen, dass viele Jugendliche während solchen Unterrichts genau wie während dem normalen Aufklärungsunterricht ziemlich kindisch reagieren und blöde Witze darüber reißen werden, aber halte es dennoch für sehr wichtig und gut, wenn aufwachsende Jugendliche wenigstens ein Mal in ihrem Leben ganz klar die Message vermittelt bekommen, dass solche Sachen völlig normal sind, dass es okay ist, so zu sein. Das könnte sehr vielen später einiges an Komplexen und Schuldgefühlen ersparen :) . Natürlich bräuchte man dafür auch die richtigen Lehrer, die tatsächlich aufgeklärt genug sind, um diese Message glaubhaft rüberzubringen. ^^"

    Was das Bild Homosexueller in der Gesellschaft an sich angeht, verstehe ich es manchmal, wenn sich Leute nicht so wohl bei dem Gedanken fühlen oder Vorurteile haben, wenn sie nicht persönlich jemanden kennen. Ich meine, ein stinknormaler Schwuler im persönlichen Umfeld, der eine stinknormale Beziehung zu einem Mann führt und ieinen Job ausübt, fördert die Toleranz in der Gesellschaft tausend mal mehr als die Verrückten, die sich halbnackt in schrillen Outfits auf iwelchen Paraden zur Schau stellen und: ICH BIN HALT SO! Dadurch entsteht der Eindruck, dass alle Homo- und Transsexuellen so wären. Wenn man dann halt... nun ja, normale Menschen, die diese Aufmerksamkeit nicht brauchen, kennt, erhält man ein ganz anderes Bild.

    Ich verstehe das um ehrlich zu sein nicht. Kuck mal, wie viele Heterosexuelle sich doof benehmen. Im Grunde ist der absolute Großteil aller Menschen über die ich in den Nachrichten merkwürdige Berichte sehe, hetero. Alle Amokläufer, von denen ich gehört habe, waren hetero, bzw. der letzte ist sogar amok gelaufen, weil er kein Mädel abbekommen hat. Trotzdem gehe ich nicht davon aus, dass alle Heteros böse sind. Aber nur weil Cishets in der Überzahl sind, ist es auf einmal gerechtfertigt, dass sie aufgrund von nicht repräsentativen Teilen der LGBT-Community solche Vorurteile haben?
    Davon abgesehen: Wie erwähnt, Heteros benehmen sich die ganze Zeit total strange und blöd. Trotzdem ist das völlig okay, und nur weil sie das machen, denkt keiner, dass gleich alle von denen so sein müssen. Aber wenn dann eine nicht repräsentative Gruppe von LGBT-Leuten sich ein wenig wilder aufführt, gelten sie gleich als Aushängeschilder eines ganzen Teils der Bevölkerung und es ist okay, Vorurteile ihnen gegenüber zu haben? Vor allem, wieso müssen sich Homosexuelle Leute die ganze Zeit supernormal verhalten? Wieso müssen sie die anderen davon überzeugen, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind? Kaum jemand meldet sich freiwillig dafür, ein Aushängeschild zu sein. Ihnen das einfach so pauschal zuzumuten ist nicht gerecht. Die ganze Denkweise ist fies.

    Ich denke, das ist so etwas, an das man sich gewöhnen muss, aber eine Abneigung dagegen hat, weil man sich nicht gewöhnen möchte.

    Wieso möchte man sich nicht daran gewöhnen? Das verstehe ich irgendwie nicht. =O

    Es gibt Fetische, die finde ich persönlich so abartig (zb. erwachsene Menschen, die Windel tragen oä.), dass ich darüber nichts wissen will und ich verstehe das Bedürfnis mancher Menschen nicht jedem alles unter die Nase reiben zu wollen, obwohl ihn keiner drum gebeten hat. Man kann auch Fetische ua. ausüben, ohne einen großen Wirbel drum zu machen. Ich will selbst von meiner besten Freundin nicht wissen, wie's ihr gerade am Klo ergangen ist, so als Beispiel. Schon gar nicht will ich iwas über Fremde wissen. 'Ne Freundin und ich haben in Feuchtgebiete reingeguckt, schlimmster Fehler ever und so. (auf Platz Numero Uno vor Shades Of Gray und Twilight XD) Wer's kennt, wird wissen, was ich mich Diskretion meine ...
    Man muss nicht alles Intime rausposaunen. Es gibt selbst zu den vertrautesten Leuten so eine intime Grenze, die nicht überschritten werden sollte, um auf andere Leute Rücksicht zu nehmen. Es gilt: wenn ich dich nicht frage (wenn dich niemand fragt, die meisten wollen's echt ned wissen), erzähl mir nicht ungefragt von... Fetischen, Klogängen, iwelchen Pilzen oder anderen "Würg-Sachen". Würg-Sachen "will" nur dein Arzt wissen, aber auch nur, weil er dafür bezahlt wird.

    Ich... Ich weiß echt nicht, was für Menschen du so in deinem Bekanntenkreis hast, aber ich hab noch nie erlebt, dass irgendjemand irgendwem einfach so von bestimmten Fetischen erzählt. So wie du das ausdrückst, kommt mir das echt so vor, als ob dir mehrmals die Woche wildfremde Leute in der U-Bahn ausführlich von ihren Fetischen erzählen? =O
    Aber es ist nun mal so, dass diese ganzen Sachen existieren, damit muss man einfach klarkommen, denke ich mal. Bzw., stell dich mal in die Schuhe dieser Personen. Stell dir vor, du würdest darauf stehen, Windeln zu tragen. Wie, wie solltest du einen Sexualpartner finden der auch auf so was steht, wenn du nicht darüber sprichst, es nie in irgendeiner Form erwähnst? Per Telepathie? xD
    Ich seh das so: Man muss die Fetische anderer Leute selbst nicht mögen. Man muss sich nicht stundenlang mit Details zu ihren Vorlieben zulabern lassen. Aber wenn irgendwer es ein mal erwähnt oder so, dann sollte man auch nicht gleich ausflippen. Um ehrlich zu sein hab ich jetzt vor meinem geistigen Auge ein Bild, wie du den gesamten letzten Absatz von dem Zitat hier irgendeiner Person in einer Bar vorträgst, die dir gegenüber gerade erwähnt hat, dass sie auf Windeln steht! xD

    Anderes steht zurecht unter Strafe. Neben Pädophilie (darüber will ich gar nicht reden, das wurde hier im BB eh schon so oft) auch Nekrophilie.

    Ich finde nicht, dass Nekrophilie unter Strafe stehen sollte, genau so wenig wie Pädophilie an sich. Man kann niemanden dafür bestrafen, dass er auf Tote oder auf Kinder steht. Dafür kann keiner was. Wenn jemand jetzt tatsächlich nachts auf dem Friedhof Leichen ausgräbt oder Kinder vergewaltigt, das gehört bestraft. Aber nur auf so was zu stehen ist kein Verbrechen. Jeder kann denken, was er will, fühlen, was er fühlt. Man sollte solchen Leuten viel lieber Therapiemöglichkeiten geben, damit sie lernen können, ein möglichst glückliches Leben zu führen, ohne die Gesetze zu brechen oder andere Menschen zu verletzen.

    Der Tote hat auch im Tod ein Recht auf die Bewahrung seiner Würde und auf einen respektvollen Umgang. Da geht es nicht nur um den Toten selbst, sondern auch um seine Angehörigen, die einen würdevollen Umgang mit ihrem Liebsten verdienen.
    Und natürlich Zoophilie. Tiere sind wie Kinder und können nicht gefragt werden. Außerdem ja, das ist pervers, abartig und ich würde diese Person meiden, wenn ich es von ihr erfahren würde. Manche Tabus sind zurecht da.
    Besonders Kinder und Tiere, die dem Kindchenschema entsprechen (Katzen, Hunde etc.) lösen in jemanden, der nicht pädophil oder zoophil ist, Brutpflege- und Beschützerinstinkte aus, weswegen die Themen besonders brisant sind.

    Ich finde nicht, dass die Angehörigen da irgendein Mitspracherecht haben sollten. Ich stimme dir dahingehend zu, dass jemand auch im Tod ein Recht auf die Bewahrung seiner Würde und einen respektvollen Umgang haben sollte. Aber ob jemand dieses Recht tatsächlich wahrnehmen will, auch das sollte jeder selbst entscheiden können. Ich hab mal gehört, dass es in den USA eine Firma gibt, die Leichen als Crashtest-Dummies benutzt. Die Menschen unterschreiben zu Lebzeiten einen Vertrag, dass sie nach ihrem Ableben von der Firma verwendet werden dürfen, und erhalten dafür eine Geld-Summe. Daran finde ich nichts falsches, sie haben die Entscheidung, ihren Körper nach ihrem Ableben anderen zu überlassen, selbst getroffen. Wenn jemand jetzt im Testament festlegt, dass sein Körper nach dem Tod für... dieses oder jenes... benutzt werden darf, dann ist das auch die Entscheidung des Individuums, finde ich. Das einzige, was ich persönlich bei so was eher bedenklich finden würde, ist, dass man da auf die Hygiene aufpasst. Ich kenn' mich nicht genau mit den Verwesungsprozessen des menschlichen Körpers aus, aber keiner sollte sich beim Sex mit einer Leiche mit irgendwelchen... Pilzen oder so (?) anstecken. Safer Sex geht vor! ^^

    Zitat von »Alaiya«


    Seit 2013 ist Zoophilie in Deutschland nun wieder illegal, da ein neues Tierschutzgesetz eingeführt wurde - während übrigens die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung weiterhin erlaubt ist. Viele Menschen mit entsprechenden Ausrichtungen wehren sich gegen dieses Gesetz, besonders bezüglich Hunden, die tatsächlich teilweise durch ihr natürliches Verhalten die Paraphilie ihrer Herrchen und Frauchen zufrieden stellen können. Ist das Gesetz dennoch gerechtfertigt?

    Ich... bin dann mal kurz weg.

    Zoophilie ist wieder so eine Sache. Niemand kann etwas dafür, wenn man irgendwie auf Tiere steht. Schau mal, ich sage nicht, dass ich so ein Bedürfnis nachvollziehen kann. Aber ich finde, man sollte Leute mit solchen Empfindungen auch nicht einfach meiden, das ist doch blöd. Immer wenn irgendsoein Thema totgeschwiegen oder tabuisiert wird, werden dabei Menschen verletzt.


    Ich habe keine Ahnung, was genau damit gemeint ist, dass "Tiere mit ihrem natürlichen Verhalten die Paraphilie ihrer Herrchen und Frauchen zufrieden stellen können". Das ist einfach zu schwammig formuliert, darunter kann ich mir nichts konkretes vorstellen. Heißt das jetzt, dass eine Frau/ein Mann einfach bereits dadurch sexuelle Befriedigung erlangen kann, wenn sie/er einen Hund streichelt, oder so? Oder sind bereits da irgendwelche Geschlechtsteile involviert? Weil, wenn jemand tatsächlich... zum Abschluss... kommt (sorry, ich hab keine Synonyme für so was, bin voll fantasielos :( ), wenn er einen Hund streichelt, hab ich zum Beispiel kein Problem damit. Dies ist um ehrlich zu sein das für mich schwerste Thema in diesem Thread, weil alles andere immer Mensch/Mensch-Sexualität (oder Mensch/Objekt-Sexualität, aber da sehe ich gar keine Probleme ^^) ist. Tiere sind lebende Wesen, aber sie können keine Einwilligung zu irgendwas geben. Das... Das ist echt kompliziert, ich kann nicht ehrlich sagen, dass ich eine fundierte Meinung zu dem Thema habe. Aber ich finde dennoch nicht, dass man das totschweigen sollte.


    Immer wenn so ein Thema wie dieses aufkommt, stelle ich persönlich mir vor: Was, wenn mein zukünftiges Kind eines Tages zu mir kommt, und mir beichtet, dass es irgendeinen Fetisch hat/auf irgendwas besonderes steht? Ich würde nicht wollen, dass mein Kind wegen so was unglücklich ist oder sich komisch vorkommt. Ich würde versuchen, ihm zu helfen, damit es glücklich sein kann.

  • Zitat

    Ich verstehe das um ehrlich zu sein nicht. Kuck mal, wie viele Heterosexuelle sich doof benehmen. Im Grunde ist der absolute Großteil aller Menschen über die ich in den Nachrichten merkwürdige Berichte sehe, hetero. Alle Amokläufer, von denen ich gehört habe, waren hetero, bzw. der letzte ist sogar amok gelaufen, weil er kein Mädel abbekommen hat. Trotzdem gehe ich nicht davon aus, dass alle Heteros böse sind. Aber nur weil Cishets in der Überzahl sind, ist es auf einmal gerechtfertigt, dass sie aufgrund von nicht repräsentativen Teilen der LGBT-Community solche Vorurteile haben?
    Davon abgesehen: Wie erwähnt, Heteros benehmen sich die ganze Zeit total strange und blöd. Trotzdem ist das völlig okay, und nur weil sie das machen, denkt keiner, dass gleich alle von denen so sein müssen. Aber wenn dann eine nicht repräsentative Gruppe von LGBT-Leuten sich ein wenig wilder aufführt, gelten sie gleich als Aushängeschilder eines ganzen Teils der Bevölkerung und es ist okay, Vorurteile ihnen gegenüber zu haben? Vor allem, wieso müssen sich Homosexuelle Leute die ganze Zeit supernormal verhalten? Wieso müssen sie die anderen davon überzeugen, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind? Kaum jemand meldet sich freiwillig dafür, ein Aushängeschild zu sein. Ihnen das einfach so pauschal zuzumuten ist nicht gerecht. Die ganze Denkweise ist fies.


    Zwischen Amoklauf und Sexualität gibt es keine Klischee, da ziehst du dir ordentlich was an den Haaren herbei, es gibt nichts, was in den Köpfen der Menschen beides miteinander verbindet.
    Ich sprech aber die Klischees, die bis zum Brechen ausgeschöpft werden, an und Menschen, die sich absichtlich denen entsprechend verhalten und damit ein schlechtes Bild auf andere werfen. Das was man tut, fällt ja nicht nur auf einen selbst zurück, sondern auch auf andere Menschen. Durch diese schrillen Paraden entsteht der Eindruck, dass alle so wären.
    Ich mag es generell nicht, wenn sich jemand bloß nicht "normal" verhält und seinem Umfeld die ganze Zeit nur eine Kunstfigur vorhält. So etwas entsteht eher durch die irrationale Angst in der "Masse", die nicht existiert, unterzugehen und sich auffällig verhalten zu müssen. Was ist für dich eig. supernormal?


    Zitat

    Wieso möchte man sich nicht daran gewöhnen? Das verstehe ich irgendwie nicht. =O


    Das ist genauso sinnvoll wie eine Frau Direktorin. Kann man sagen, das Ganze wird nur übertrieben.


    Zitat

    Ich... Ich weiß echt nicht, was für Menschen du so in deinem Bekanntenkreis hast, aber ich hab noch nie erlebt, dass irgendjemand irgendwem einfach so von bestimmten Fetischen erzählt. So wie du das ausdrückst, kommt mir das echt so vor, als ob dir mehrmals die Woche wildfremde Leute in der U-Bahn ausführlich von ihren Fetischen erzählen? =O
    Aber es ist nun mal so, dass diese ganzen Sachen existieren, damit muss man einfach klarkommen, denke ich mal. Bzw., stell dich mal in die Schuhe dieser Personen. Stell dir vor, du würdest darauf stehen, Windeln zu tragen. Wie, wie solltest du einen Sexualpartner finden der auch auf so was steht, wenn du nicht darüber sprichst, es nie in irgendeiner Form erwähnst? Per Telepathie? xD
    Ich seh das so: Man muss die Fetische anderer Leute selbst nicht mögen. Man muss sich nicht stundenlang mit Details zu ihren Vorlieben zulabern lassen. Aber wenn irgendwer es ein mal erwähnt oder so, dann sollte man auch nicht gleich ausflippen. Um ehrlich zu sein hab ich jetzt vor meinem geistigen Auge ein Bild, wie du den gesamten letzten Absatz von dem Zitat hier irgendeiner Person in einer Bar vorträgst, die dir gegenüber gerade erwähnt hat, dass sie auf Windeln steht! xD


    Das nicht, aber warum muss man etwas enttabuisieren, wenn es sowieso niemanden angeht? Etwas zu entzutabuisieren bedeutet das Thema gesellschaftsfähig zu machen, aber ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob andere Menschen dies überhaupt möchten.


    Warum muss man diesen Sexualpartner finden? Und wenn der Partner zeigt, dass ihn so etwas anekelt: man muss auch mal seine eigenen Bedürfnisse zurückhalten. Viele suchen sich dann andere Partner, die aber nur kurze Affären sind, oder Prostituierte, um ihren Fetisch auszuleben, aber verletzen ihren Partner damit. Was ist demnach wichtiger? Ein Fetisch und das was man unbedingt will oder was der Partner fühlt?


    Zitat

    Ich finde nicht, dass Nekrophilie unter Strafe stehen sollte, genau so wenig wie Pädophilie an sich. Man kann niemanden dafür bestrafen, dass er auf Tote oder auf Kinder steht.


    Therapiert auf jeden Fall, aber an sich geb ich dir Recht, dass nur die Tat bestraft werden muss.


    Zitat

    Ich finde nicht, dass die Angehörigen da irgendein Mitspracherecht haben sollten.


    Warum? Das sind die, die wirklich verletzt werden, wenn sie iwie davon erfahren sollten, dass ihr Verstorbener geschändet wurde. Stell dir vor, jemand täte das ieinen Angehörigen von dir an.


    Zitat

    Wenn jemand jetzt im Testament festlegt, dass sein Körper nach dem Tod für... dieses oder jenes... benutzt werden darf, dann ist das auch die Entscheidung des Individuums, finde ich.


    Wer tut das? Oo aber an sich nicht, so fördert man eine Störung, die eigentlich fachmännisch behandelt werden sollte.

  • Ich... Ich weiß echt nicht, was für Menschen du so in deinem Bekanntenkreis hast, aber ich hab noch nie erlebt, dass irgendjemand irgendwem einfach so von bestimmten Fetischen erzählt. So wie du das ausdrückst, kommt mir das echt so vor, als ob dir mehrmals die Woche wildfremde Leute in der U-Bahn ausführlich von ihren Fetischen erzählen? =O


    Meiner Erfahrung nach sind es eher andere, die den Fetisch einer Person herausposaunen. Wahrscheinlich würden bis auf Leute, die in der Szene stecken, kaum Menschen den Fetisch von Jasmin Maurer kennen, wenn nicht zufällig ein BILD-Reporter beim Tittensurfen Bilder von ihr entdeckt hätte. Und sofort stands in der Zeitung.


    Ich finde nicht, dass Nekrophilie unter Strafe stehen sollte, genau so wenig wie Pädophilie an sich.


    Die reine Vorliebe ist in beiden Fällen nicht strafbar. In der Ausführung ist nur Nekrophilie immer strafbar, da Pädophile, wie Alaiya bereits im Startpost anmerkte, teilweise schon durch eine normale Berührung sexuelle Befriedigung erfahren. Weder das Kind, noch die Mitmenschen merken es, strafbar ist eine solche Handlung also nicht. Kindesmissbrauch dagegen ist, völlig zurecht, strafbar.


    Ich habe keine Ahnung, was genau damit gemeint ist, dass "Tiere mit ihrem natürlichen Verhalten die Paraphilie ihrer Herrchen und Frauchen zufrieden stellen können".


    Eine mögliche Variante: Viele Hundebesitzer dürften es durchaus schonmal erlebt haben, dass der rollige Vierbeiner einem das Bein rammelt. Nun könnte der Zweibeiner ihm, ähm, ich denke jeder kann sich denken, woraufs hinausläuft. Und dass man sich da durchaus fragen kann, ob das nun schlimm für das Tier ist oder nicht. Ich wüsste es nicht wirklich, würde aber durchaus dazu tendieren, dass es für das Tier auch okay wäre.


    Immer wenn so ein Thema wie dieses aufkommt, stelle ich persönlich mir vor: Was, wenn mein zukünftiges Kind eines Tages zu mir kommt, und mir beichtet, dass es irgendeinen Fetisch hat/auf irgendwas besonderes steht?


    Ich weiß, was du meinst. In eine ähnliche Kategorie fallen ja die Beichten von Geschwistern.

  • Wird's nicht eh? In unserem Schulbuch stand's drinnen lol.


    Wie Madame Red schon sagt: Das "lol" ist vollkommen unangebracht. Zumal zwischen "der Begriff steht im Schulbuch drin" und "es wird über das Thema aufgeklärt" MEILEN liegen.



    Zwischen Amoklauf und Sexualität gibt es keine Klischee, da ziehst du dir ordentlich was an den Haaren herbei, es gibt nichts, was in den Köpfen der Menschen beides miteinander verbindet.


    Weißt du, manchmal frage ich mich, ob ihr in der Schule Stilmittel durchgenommen habt...
    Was Madame Red aufgestellt hat ist eine Synekdoche und gleichzeitig eine Antithese zu deiner Aussage zum Thema, wie sich Homosexuelle verhalten. Dabei hat sie sich auf die Killerspiel-Debatte angelehnt, in der es hieß: "50% aller Amokläufer haben Egoshooter gespielt." woraufhin gekonntert wurde: "100% aller Amokläufer essen Brot."
    Deine Aussage war, dass sich Homosexuelle nicht wundern dürfen, wenn man ihnen gegenüber voreingenommen ist, so wie sich einige verhalten. -> Du schließt von einigen auf alle.
    Das konterte Madame Red damit, dass sich einige Heterosexuelle viel schlimmer verhalten. Also müssen Heterosexuelle viel schlimmer sein. -> Sie schließt ebenfalls von einigen auf alle und parodiert damit deine Aussage oder viel mehr die Tatsache, dass diese keinen Argumentationsgehalt für die Diskussion hat.
    Denn deine Herleitung über das Verhalten von Homosexuellen ist nicht minder weit hergeholt, als die Aussage zu Heterosexualität und Amokläufen.


    Das nicht, aber warum muss man etwas enttabuisieren, wenn es sowieso niemanden angeht? Etwas zu entzutabuisieren bedeutet das Thema gesellschaftsfähig zu machen, aber ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob andere Menschen dies überhaupt möchten.


    Zwischen "enttabuisieren" und "Gesellschaftsfähig machen" liegen wieder einmal MEILEN. Enttabuisieren heißt nur, dass man über das Thema allgemein sprechen und damit auch darüber aufklären kann.
    Wenn jemand mit dir über seine Fetische reden will und du das nicht hören willst, kannst du das ihm oder ihr noch immer sagen und er hat es dann zu akzeptieren.
    Dennoch sollte über die Existenz von Fetischen aufgeklärt werden und es wäre wünschenswert, wenn Person A, die heimlich zu Furry-Pornos Hand anlegt, nicht schreiend davonrennt, nur weil sie erfährt, dass Person B es erotisch findet, eine Windel zu tragen. So ziemlich jeder Mensch hat irgendeinen Fetisch und gerade weil das Thema so tabu ist, sprechen viele nicht darüber und gestehen es auch nicht ihrem Partner ein, was dafür sorgt, dass die Beziehung auf Dauer für beide Partner sexuell unbefriedigend sein kann (kann, nicht muss), weil eigentlich beide keine Lust auf braven Gänseblümchensex haben, aber da das Thema tabu ist und sie nicht drüber sprechen, kommt es auch nie zu etwas anderem.
    Geht in einigen Fällen so weit, dass dadurch einige Leute ein komplett gestörtes Verhältnis zu ihrer Sexualität entwickeln.


    Wer tut das? Oo aber an sich nicht, so fördert man eine Störung, die eigentlich fachmännisch behandelt werden sollte.


    Du bist dir dessen bewusst, dass sich die meisten Paraphilien genau so wenig "heilen" lassen, wie die Sexualität selbst, oder?


    Davon abgesehen, verstehe ich das Gejammer bei Leichen nie so wirklich. Ich meine, ernsthaft: Eine Kultur die es als "ehrenvoll" empfindet, Tote im Boden zu verscharren, wo sie erst aufgrund innerer biologischer Prozesse explodieren und dann langsam von Kleinstlebewesen gegessen werden, beschwert sich über irgendeinen Umgang mit Leichen, weil es FÜR DIE LEICHE ja schlimm sei? Finde ich irgendwie lustig.
    Ich meine, ich kann das Argument mit den Krankheiten verstehen, die man sich so zuziehen kann...


    Eine mögliche Variante: Viele Hundebesitzer dürften es durchaus schonmal erlebt haben, dass der rollige Vierbeiner einem das Bein rammelt. Nun könnte der Zweibeiner ihm, ähm, ich denke jeder kann sich denken, woraufs hinausläuft. Und dass man sich da durchaus fragen kann, ob das nun schlimm für das Tier ist oder nicht. Ich wüsste es nicht wirklich, würde aber durchaus dazu tendieren, dass es für das Tier auch okay wäre.


    Zum einen das, zum anderen... Nun... Hunde, bzw einige Rassen, finden den Geruch des menschlichen Moschus im Kontext mit einiger anderer Pheromonen, die vom Mensch ausgeschüttet werden, wenn er sexuell erregt ist, angenehm und verlockend. Das führt dazu, dass einige Hunde Stellen, an denen diese Gerüche stark sind (aka: Primäre Geschlechtsmerkmale), ablecken, wenn man sie lässt. Ist erstaunlicher Weise in anderen Ländern offenbar bekannter der Fakt (habe nämlich shcon so oft in US Comedies gesehen, dass das zu der ein oder anderen peinlichen Situation führte). Man muss Hunde dazu dressieren, dass sie es sein lassen, nicht, damit sie es machen.

  • Oh ja, man muss jedes Wort auf die Goldwaage legen und der Reste: solche Sprüche sagen über den Sender meist mehr aus als über den Empfänger. Wenn du's nötig hast hier bei jeder ursprünglich normalen Diskussion jemanden persönlich anzugreifen, sei es dir vergönnt. :sekt:


    Nein, die Aussage über das Brot ist nicht einmal ein Stilmittel, sowas ist einfach nur gedankenloses Nachgeplappere von Sprüchlein, die jemand mal in die Welt gesetzt hat.


    Zitat

    Davon abgesehen, verstehe ich das Gejammer bei Leichen nie so wirklich. Ich meine, ernsthaft: Eine Kultur die es als "ehrenvoll" empfindet, Tote im Boden zu verscharren, wo sie erst aufgrund innerer biologischer Prozesse explodieren und dann langsam von Kleinstlebewesen gegessen werden, beschwert sich über irgendeinen Umgang mit Leichen, weil es FÜR DIE LEICHE ja schlimm sei? Finde ich irgendwie lustig.


    Die Zeremonie und der Gedenkstein wird als respektvoll empfunden, nicht das vergraben an sich. Wenn eine Gesellschaft entschließt, wie man sich einem Toten gegenüber verhält, sollte sich auch jedes einzelne Individuum daran halten und hat nicht zu entscheiden: ach mir doch egal, was sich Menschen wünschen, wie mit ihnen umgegangen wird (auch nach dem Tod), ich brauch jetzt eine Leiche. Nur weil jemand tot ist, besteht sein Wille immer noch. Das ist der Gedanke hinter einem Testament: mein letzter Wille.
    Das steht ein stark kindliches Verhaltensmuster dahinter, diese starke Ichbezogenheit ohne Berücksichtung der Wünsche anderer: Ich habe ein Bedürfnis, ICH WILL, also nehme ich es mir auch und besitze nicht die Willensstärke meinem Trieb nicht nachzugehen und den Wunsch des anderen über meinen Eigenen zu stellen.
    Paraphilien kann man nicht wegtherapieren, aber den Umgang (sprich das Unterlassen) lernen.

  • Was das Bild Homosexueller in der Gesellschaft an sich angeht, verstehe ich es manchmal, wenn sich Leute nicht so wohl bei dem Gedanken fühlen oder Vorurteile haben, wenn sie nicht persönlich jemanden kennen. Ich meine, ein stinknormaler Schwuler im persönlichen Umfeld, der eine stinknormale Beziehung zu einem Mann führt und ieinen Job ausübt, fördert die Toleranz in der Gesellschaft tausend mal mehr als die Verrückten, die sich halbnackt in schrillen Outfits auf iwelchen Paraden zur Schau stellen und: ICH BIN HALT SO! Dadurch entsteht der Eindruck, dass alle Homo- und Transsexuellen so wären. Wenn man dann halt... nun ja, normale Menschen, die diese Aufmerksamkeit nicht brauchen, kennt, erhält man ein ganz anderes Bild.


    Das Problem ist doch das: Es gibt Homosexuelle (und Heteros und was weiß ich nicht alles), die einfach so sind. Die diese Aufmerksamkeit mögen. Die sich gern in den Mittelpunkt stellen, die gern schrill aussehen, die sich gern zur Schau stellen. Es ist nicht deren Fehler, dass es Menschen gibt, die von einzelnen auf alle schließen. Dementsprechend sollte man vom homosexuellen Selbstdarsteller nicht verlangen, dass er sich doch "normal" verhalten solle, sondern begreifen, dass es nicht DEN Homosexuellen gibt. Es gibt schließlich auch nicht DEN Heterosexuellen und DEN Transexuellen, DEN Pädophilen, DEN Schwarzen, DEN Chinesen etc pp. Wer in Klischees denkt, weil er irgendein Klischee kennt, ist selbst Schuld. Ich jedenfalls musste nicht erst Homosexuelle kennenlernen um zu begreifen, dass Homosexuelle mit "tuntigem" Verhalten nicht die Regel oder die Ausnahme sind, sondern einfach Homosexuelle mit entsprechendem Verhalten.

  • Nein, die Aussage über das Brot ist nicht einmal ein Stilmittel, sowas ist einfach nur gedankenloses Nachgeplappere von Sprüchlein, die jemand mal in die Welt gesetzt hat.

    Nein ist es nicht. Der Spruch ist Kritik an der fehlenden Kausalität zwischen Killer-Spielen und Amok Laufen.


    "Auffällige" Homosexuelle fallen doch nur auf, weil für den Großteil der Gesellschaft Homosexualität an sich noch etwas auffälliges ist. Das Problem haben wir doch bei so ziemlich jeder Minderheit, die stereotypisiert wird. Ein heterosexueller Mann, der sich "tuntig" aufführt, wird gerne schnell für homosexuell gehalten. Das ist aber, wie Madame Red schon angemerkt hat, eine falsche Kausalität (womit wir wieder beim Brot wären :P). Wieso assoziieren viele mit tuntigen Verhalten Homosexualität? Wieso wird einem "Mannsweib" eher zugetraut lesbisch zu sein?
    Auch ein sich normal verhaltender homosexueller Mensch darf oft mit Vorurteilen dieser Art kämpfen. Wenn ein homosexueller Mann Blumen mag, wird der Großteil hier das sofort darauf zurückführen, dass es nur daran liegt, dass er homosexuell ist. Was wieder Blödsinn ist. Eine Vorliebe für Blumen hängt nicht mit der sexuellen Orientierung zusammen. Damit hängt eigentlich nur die Partnerwahl zusammen. Trotzdem versuchen wir oft Verhalten durch solche Pseudo-Kausalitäten zu erklären. Das kann auf Dauer nerven, wenn man von sowas betroffen ist ... Wundert mich also nicht, dass es auch Menschen gibt, die sowas auf die Schippe nehmen und überspitzen. Einfach um die Absurdität des ganzen zu verdeutlichen.

  • Doppelpost, juhu.


    Da es Fragen wegen diesem Thema gab, möchte ich mich Mal im Namen der Bereichs-Moderation zu äußern:
    Wir verstehen, dass es im ersten Moment Bedenken gibt, aber wir versichern euch auch, dass wir uns zu den Inhalten vorher Gedanken gemacht haben. Fast alle Begriffe, die hier behandelt werden, kommen mittlerweile im Lehrplan der Unterstufe und drunter vor; natürlich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Pädagogisch ist es also nicht bedenklich, da die Informationen in der Form (objektive Erklärung der Begriffe) nicht jugendgefährdend sind. Ferner ist auch zu erwähnen, dass diese Themen bereits seit Jahren in den Allgemeinen Diskussionen besprochen werden, nur in verschiedenen Threads, die hier bloß vereint wurden um eine informative Basis zu haben. Darüber hinaus wurde von Seiten einiger User ein solches Thema gewünscht, da es anscheinend viele direkt und/oder indirekt beschäftigt.


    Wir hoffen, dass das Thema weiterhin so reflektiert behandelt wird wie in den bisherigen bestehenden Beiträgen.


    Dieser Beitrag ist rein informativer Natur und nicht Teil der Themen-Diskussion. Sollte es weiterhin Bedenken geben, dann bitte ich, diese im Feedback-Thema oder per PN an die Bereichs-Moderation zu äußern.

  • Wieso assoziieren viele mit tuntigen Verhalten Homosexualität? Wieso wird einem "Mannsweib" eher zugetraut lesbisch zu sein?


    Es kann allerdings auch genau so gut "umgekehrt" sein, also, dass sich Lesben äußerlich gerne mal etwas jungenhaft geben, bzw. Schwule etwas "tuntig", einfach nur weil es das Klischee ist. Hängt vermutlich mit den Geschlechterrollen zusammen oder so.
    Ich finde solche schrillen "Seht-her-ich-bin-homosexuell" Leute aber auch etwas... übertrieben.


    Eine Kultur die es als "ehrenvoll" empfindet, Tote im Boden zu verscharren, wo sie erst aufgrund innerer biologischer Prozesse explodieren


    Ich stell mir das grade bildlich vor: Du gehst nichtsahnend über den Friedhof und plötzlich ein riesiger Knall und ein Krater im Boden, weil ne Leiche explodiert ist :D  
    Es geht dabei auch eher um Respekt, vor der Person, die da liegt bzw. um deren Andenken, als um die Leiche an sich. Ich weiß nicht... gegen Nekrophilie wirken ja Sachen wie Windeln oder Furry-Pornos noch recht harmlos...

  • Es kann allerdings auch genau so gut "umgekehrt" sein, also, dass sich Lesben äußerlich gerne mal etwas jungenhaft geben, bzw. Schwule etwas "tuntig", einfach nur weil es das Klischee ist.


    Was ja auch okay ist. Warum sollte man auch jemandem verbieten einem Klischee zu entsprechen. Es gibt mädchenhafte (um mal vom Wort tuntig wegzukommen) Schwule und jungenhafte Lesben, genauso wie maskuline Schwule und mädchenhafte Lesben. Und nicht zu vergessen auch maskuline und mädchenhafte Heteros (sowohl männlich als auch weiblich).


    Ich finde solche schrillen "Seht-her-ich-bin-homosexuell" Leute aber auch etwas... übertrieben.


    Was auch nicht weiter schlimm ist. Das sollte nur weder Grund sein ihre Sexualität anzuzweifeln (klar kann das aufgesetzt sein, kann aber auch echt sein) noch sollte man von diesen Menschen auf alle Homosexuellen schließen. Was nicht heißt, das ich dir etwas davon unterstellen möchte.

  • Folgendes bezieht sich auf Alaiya, hab keine Lust die richtigen Stellen nochmal rauszusuchen un zu zitieren...


    Ich möchte erstmal anmerken, dass es nicht "So sind die meisten Heterosexuell, weil es die gesellschaftliche Norm ist[...]" heißt sondern, "weil es die BIOLOGISCHE Norm ist". Niemand ist Hetero, weil es die Gesellschaft verlangt. Fortpflanzung gehört zum wichtigsten Verlangen jedes Lebewesens, da es das Weiterbestehen der Art ermöglicht, wie jeder, einschließlich dir, wissen müsste. Offensichtlicherweise ist es deswegen eine biologische Norm.



    Der Iran ist so offen gegenüber der Transsexualität, weil im Koran nichts darüber steht, wovon die Geistlichen ausgegangen sind, dass nichts dagegen spreche und es damit erlaubt haben. Lass die mal das Wort Gottes nochmal überdenken. Genau. Gesellschaftlich jedoch werden diese Menschen, sobald rauskommt, dass sie sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen haben, geächtet.


    Über das Thema "Homosexualität in den Medien" will ich gar nicht erst diskutieren. Kann nur erwähnen, dass es einen äußert gelungenen homosexuellen Charakter in The Wiregibt.


    Wen interessieren bitte die weniger als 1% Asexuellen? Wenn man darüber im normalen Sexualkundeunterricht in der Grundschule aufklärt, würde das die Kinder nur verwirren, weil man in dem Alter seiner Sexualität gar nicht bewusst ist. Lohnt sich bestimmt über jede mögliche Minderheit zu reden. Vor allem würde das bei der Informationsflut einfach untergehen.


    Zum Begriff Enttabuisierung: Schauen wir uns doch mal an, was der Duden dazu sagt:
    Enttabuisierung heißt "einer Sache den Charakter eines Tabus nehmen", und Tabu wiederrum bedeutet: "ungeschriebenes Gesetz, das aufgrund bestimmter Anschauungen innerhalb einer Gesellschaft verbietet, bestimmte Dinge zu tun". Damit ist sehr wohl gemeint, dass etwas gesellschaftsfähig gemacht wird, weil es eben vorher NICHT gesellschaftsfähig war.


    Madame Red, das Verhalten von Menschen bewertet man bei Heterosexuellen nicht anhand ihrer Sexualität, weil es eben die NORM ist. Alleine schon wenn ich sowas wie die Christopher Street Days sehe, denke ich doch, dass die Homos alle bekloppt sind. Wieso machen die sich so wichtig? Homosexualität kann etwas sein, was man für sich behalten kann, genauso wie man seine Fetische für sich behalten kann. Kein Homosexueller wird am Arbeitsmarkt diskriminiert, weil er eine andere Sexualität hat, weil sowas nicht aus dem Namen oder dem Geburtsort herauszulesen ist. Kein Homosexueller wird schief angeguckt, wenn er sich der Mehrheitsgesellschaft anpasst (und die ist ziemlich pluralistisch). Sie müssen gar nicht die anderen überzeugen, dass sie Teil der Gesellschaft sind. Ich zB, jetzt mal ganz salopp gesagt, sehe Fußballfans die sich auf der Straße grölend zu ihrem Lieblingsverein bekennen genau so ungerne, weil es mich schlicht weg nicht interessiert und mir egal ist, wie stolz sie auf sich selbst sind.


    Das Thema generell ist einfach sau langweilig. Es gibt bei so vielen Themen einen viel größeren Diskussionsbedarf, die sich auch nicht auf einzelne verzweifelte Individuen in der Gesellschaft beziehen sondern uns alle betreffen. Was bringt einem die Diskussion über seine Sexualität, wenn der Staat immer dreister dazu neigt über die Demokratie hinweg Entscheidungen zu treffen, wie zB Überwachung des Einzelnen oder wie Deutschland die Zionisten nuklear bewaffnet, weil man es für moralisch richtig hält. Diskutiert ihr ruhig weiter über eure ignorante Haltung, dass die Gesellschaft ein künstliches, nach eigenen Willen formbares Biotop ist und nichts mit der Natur und den eigenen Ursprüngen zu tun hat.


    PS: Alaiya, kannst du uns bitte folgende Tabelle näher erläutern? Mit einer aus Wikipedia kopierten Tabelle weiß ich nichts anzufangen, geschweige denn den eigentlichen Gedanken auffassen zu können. Was bedeutet denn "überwiegend heterosexuell" und "gelegentlich homosexuell"?
    http://upload.wikimedia.org/wi…x-Kinsey-Scale_de.svg.png


    Ich, wie wahrscheinlich jeder, der aus dem Thema keine Wissenschaft für sich macht unterteilt eher wie folgt:


    • Heterosexuelle, die vllt sogar mal homosexuelle Fantasien/Erfahrungen hatten
    • Bisexuelle
    • Homosexuelle
  • Tree schrieb:

    Madame Red, das Verhalten von Menschen bewertet man bei Heterosexuellen nicht anhand ihrer Sexualität, weil es eben die NORM ist. Alleine schon wenn ich sowas wie die Christopher Street Days sehe, denke ich doch, dass die Homos alle bekloppt sind. Wieso machen die sich so wichtig? Homosexualität kann etwas sein, was man für sich behalten kann, genauso wie man seine Fetische für sich behalten kann. Kein Homosexueller wird am Arbeitsmarkt diskriminiert, weil er eine andere Sexualität hat, weil sowas nicht aus dem Namen oder dem Wohnort herauszulesen ist. Kein Homosexueller wird schief angeguckt, wenn er sich der Mehrheitsgesellschaft anpasst (und die ist ziemlich pluralistisch). Sie müssen gar nicht die anderen überzeugen, dass sie Teil der Gesellschaft sind. Ich zB, jetzt mal ganz salopp gesagt, sehe Fußballfans die sich auf der Straße grölend zu ihrem Lieblingsverein widmen genau so ungerne, weil es mich schlicht weg nicht interessiert und mir egal ist, wie stolz sie auf sich selbst sind.


    Ich würd nicht sagen für sich behalten. Wir geben ja auch zu erkennen, dass wir heterosexuell sind, das ist ein Teilbereich unserer Identität, aber das bedeutet nicht, dass man's jedem auf die Nase bindet.
    Das gibt es; dass Homosexuelle diskriminiert werden, sobald's die Leute erfahren, gegen so eine Ungerechtigkeit muss auch vorgehen, aber es gibt genug Gegenbeispiele, bei denen die Kollegen mit "mir doch wurst, ist doch okay" reagieren und dann ist das Thema auch wieder gegessen bzw wird halt normal behandelt. Das ist doch das, was erreicht werden sollte - aber manche wollen dann eben Aufmerksamkeit, eben wie durch diese Paraden, darüber hinaus. Natürlich sieht man den mit anderen Augen an, weil man dann zB die Interaktionen des Menschen mit seiner Umwelt anders sieht. (sprich, wenn man sich Dinge denkt wie: geht da nun was bei denen? :sarcastic: jeder wird's kennen =D natürlich übertrieben)


    Zitat

    Wen interessieren bitte die weniger als 1% Asexuellen? Wenn man darüber im normalen Sexualkundeunterricht in der Grundschule aufklärt, würde das die Kinder nur verwirren, weil man in dem Alter seiner Sexualität gar nicht bewusst ist. Lohnt sich bestimmt über jede mögliche Minderheit zu reden. Vor allem würde das bei der Informationsflut einfach untergehen.


    That's it. Das sind so wenige Leute, das länger zu diskutieren lohnt sich beinahe nicht. Daher reicht es kurz anzusprechen oder vll eine Schulstunde. Ich würde Kinder auch nichts von Pansexualität erzählen - wozu auch? Ich erzähl ihnen von Hetero/Bi/Homosexualität. Das ist das, was es grundlegend zu wissen gibt.


    Tree schrieb:

    Das Thema generell ist einfach sau langweilig. Es gibt bei so vielen Themen einen viel größeren Diskussionsbedarf, die sich auch nicht auf einzelne verzweifelte Individuen in der Gesellschaft beziehen sondern uns alle betreffen.


    Das denk ich mir, wenn diskutiert wird, ob man nun gendert oder Wortneuschöpfungen wie Professorx eingliedern möchte. Wir haben ja keine echten Probleme, über die wir reden sollten oder man in der Politik reden sollte.


    Mejor schrieb:

    Es gibt mädchenhafte (um mal vom Wort tuntig wegzukommen) Schwule und jungenhafte Lesben, genauso wie maskuline Schwule und mädchenhafte Lesben. Und nicht zu vergessen auch maskuline und mädchenhafte Heteros (sowohl männlich als auch weiblich).


    Aber tuntig hat nichts mit mädchenhaft zu tun. Tuntig ist dieses übertriebene, vollkommen unnatürliche Verhalten, das kein Mensch in seinem, ich sag mal, natürlichen Verhaltens- und Bewegungsapparat hat, den man sich selbst beibringt, weil man eine Rolle spielt. Diese Theatralik, Dramatik, die überzeichneten Gesten und like that. So besser? :D

  • Es kann allerdings auch genau so gut "umgekehrt" sein, also, dass sich Lesben äußerlich gerne mal etwas jungenhaft geben, bzw. Schwule etwas "tuntig", einfach nur weil es das Klischee ist. Hängt vermutlich mit den Geschlechterrollen zusammen oder so.


    Ich bitte doch darum, nicht so sehr zu verallgemeinern. Ich meine, ich habe im Verlauf meines Lebens bisher sehr, sehr viel Zeit unter Homosexuellen und Bisexuellen verbracht - besonders in meiner Jugend - und bisher sind mir in meinem ganzen Leben ganze ZWEI tuntige Schwule untergekommen. Und persönlich bin ich schon etwas genervt, wie viele Klischeeweiber, die ständig über shoppen, Make-up und ähnliches reden, es unter den Lesben gibt...


    Übrigens: Den CSD (auf dem mittlerweile eh die Homos gefühlt in der absoluten Minderheit sind) als "So sind Schwule" herzunehmen, ist in etwa, als würde man den Kölner Karneval als "So sind Heten" Referenz nehmen.


    Ich möchte erstmal anmerken, dass es nicht "So sind die meisten Heterosexuell, weil es die gesellschaftliche Norm ist[...]" heißt sondern, "weil es die BIOLOGISCHE Norm ist". Niemand ist Hetero, weil es die Gesellschaft verlangt. Fortpflanzung gehört zum wichtigsten Verlangen jedes Lebewesens, da es das Weiterbestehen der Art ermöglicht, wie jeder, einschließlich dir, wissen müsste. Offensichtlicherweise ist es deswegen eine biologische Norm.


    Du ignorierst nur, dass Sexualität und Fortpflanzung nicht dasselbe sind. Es gibt Tiere, die haben nur Sex, um sich Fortzupflanzen. Und genau kommt es - speziell bei höher entwickelten Tierarten - vor, dass sie Sex zum Vergnügen haben oder um Gruppenstrukturen zu festigen. Sex kann dabei sogar als Ventil zum Lösen von Konflikten dienen. Unter den höheren Primaten scheint die biologische Norm eher Bisexualität zu sein, da Sex viel öfter aus all diesen Gründen passiert, als zur Fortpflanzung und - oh Wunder - der Mensch ist keine Ausnahme, denn wir befriedigen uns selbst, verhüten und haben auch dann noch Sex, wenn wir nicht mehr Fortpflanzungsfähig sind, etwas was, würden wir von Sexualität = Fortpflanzung ausgehen, ebenso wenig dieser "Norm" entsprechen würde.
    Nein, die rein heterosexuelle und - wie ich hinzufügen möchte - monogame Lebensweise (Hint, hint: Homo Sapiens sind biologisch gesehen nämlich polygam), wie wir sie als gesellschaftliche Norm ansehen, ist eben genau das: Ein gesellschaftliches Konstrukt. Wir könnten uns nun ewig darüber streiten, wie weit ausgeprägt das bisexuelle Verhalten beim Homo Sapiens wäre, ohne das Konstrukt der Gesellschaft, das kann ich dir versichern, aber es wäre letzten Endes eine Diskussion die dadurch ad absurdum geführt würde, dass es zu nahezu jedem erdenklichen Standpunkt gleich viele und gleich glaubhafte moderne Studien (mit viel zu wenig Teilnehmern, um eine vernünftige Aussage treffen zu können, von durchweg zweifelhaften Methoden einmal ganz zu schweigen - egal welche der Studien... Und glaub mir: Da ich diese Diskussion seit nun mehr 8 Jahren verfolge, habe ich von diesen Studien mehr gesehen, als mir lieb ist) finden lassen, aber zumindest ist man sich darin einig, dass die meisten tatsächlich bisexuelle Tendenzen zeigen, selbst wenn viele oder sogar die meisten nie diesen entsprechend handeln.


    Was übrigens auch der Punkt der Kinsley-Skala war, wie durchaus aus dem Text hervorgeht, so dass man sich denn die Mühe gibt ihn zu lesen: Hetero und Homo sind nur zwei Extreme. Das meiste fällt aber irgendwo dazwischen. Das sind die Frauen und Männer, die zwar ihr ganzes Leben lang Hetero leben, sich aber doch immer wieder fragen, wie es wohl wäre... Oder umgekehrt auch die Homos, die ihr Leben lang homosexuell leben, aber ab und an auch Heten-Fantasien haben.
    Wobei die Kinsley-Skala dennoch heute ein wenig veraltet ist, weil man heute das ganze auf verschiedene Ebenen unterteilt, die neben der biologischen Komponente ("Was erregt einen?"), auch die Ebenen der Selbstwahrnehmung, der Fremdwahrnehmung und je nachdem wem man fragt auch noch ganz andere Sachen betrachtet (zum Beispiel: "Was macht man praktisch?") Da gibt es mehrere moderne heutige Skalen, die aber dank zu vieler Aufteilungen oder teilweise zusätzlicher Unterskalen weniger anschaulich wären, als Kinsley, auf den letzten Endes dennoch auch viele moderne Gründen.


    Wen interessieren bitte die weniger als 1% Asexuellen? Wenn man darüber im normalen Sexualkundeunterricht in der Grundschule aufklärt, würde das die Kinder nur verwirren, weil man in dem Alter seiner Sexualität gar nicht bewusst ist


    Die meisten Grundschüler sind sich sehr wohl ihrer Sexualität auf eine Abstrakte Form bewusst. Viele erkennen diese nicht als Sexualität, wissen aber sehr wohl, welches Geschlecht sie "interessanter" finden (auf eine sehr verklärte, noch nicht wirklich sexuelle Weise) und sie kennen durchaus auch schon ihre Kinks. Über zwei Drittel der BDSM Community gaben bei Forschungen zum Thema an, dass sie sich entsprechender Neigungen bereits zwischen 7 und 11 Jahren bewusst geworden sind.
    Ist übrigens auch das Alter, in dem viele Mädchen anfangen zu mastubieren, auch wenn sie sich meistens nicht dessen bewusst sind, dass es etwas sexuelles ist. Wobei wohlgemerkt nicht alle in der Form von Fingern, sondern teilweise auch durch Reiben an allerhand Sachen. (Ich habe leider keine Studien darüber gefunden, wann Jungen damit anfangen.)


    Und viele Kinder, die so gerade ihre kinks entdecken, machen sich deswegen enorme Sorgen, gerade wenn sie teilweise dahingehend extremere Phantasien entwickeln, weshalb es der Psyche der Kinder zuträglich wäre, wenn da zumindest durch eine Authoritätsperson mal erwähnt wird: "Jo, das gibt es, das ist auch gar nicht so abnormal."


    Asexualität wird tatsächlich erst von den meisten im Verlauf der Pubertät wahrgenommen, weil erst da, zu einem Zeitpunkt, wo erwartet wird, dass da "was kommt", festgestellt wird, dass es irgendwie etwas fehlt, was andere schon haben. Schadet deswegen aber nicht, es mal zu erwähnen, wie auch zu erwähnen, dass es nichts krankhaftes ist.


    Enttabuisierung heißt "einer Sache den Charakter eines Tabus nehmen", und Tabu wiederrum bedeutet: "ungeschriebenes Gesetz, das aufgrund bestimmter Anschauungen innerhalb einer Gesellschaft verbietet, bestimmte Dinge zu tun". Damit ist sehr wohl gemeint, dass etwas gesellschaftsfähig gemacht wird, weil es eben vorher NICHT gesellschaftsfähig war.


    Es ist aber innerhalb der Gesellschaft nicht verboten BDSM auszuüben - um jetzt mal einen der gängigsten Fetische als Beispiel herzunehmen. Es ist auch nichts, was jetzt so wirklich unterdrückt wird, wenn man entsprechenden Umfragen, laut denen ein gutes drittel aller sexuell aktiven Menschen in den USA (wo die Leute bei weitem verklemmter sind als hier) zumindest mit Light Bondage Erfahrung hat. Das einzige "Tabu", wenn man so will, ist darüber zu reden oder auch nur aufzuklären - was alles in allem keinen Sinn macht. Nur weil ein Thema kein Gesprächstabu mehr ist, heißt es nicht, dass man sich nur noch darüber unterhält oder es in privaten Konversationen überhaupt zu Sprache kommt. Depressionen sind kein Tabu mehr, da sie viel zu verbreitet dafür sind und das Thema daher bewusst enttabuisiert wurde, dennoch habe ich bisher noch nicht mitbekommen, dass man sich auf nem Mädelsabend darüber ausgetauscht hätte, welche Form die Depressionen denn beim jeweilien Individuum annehmen.


    Wobei übrigens eigentlich "gesellschaftsfähig" sowieso das falsche Wort ist, da es sich normal darauf bezieht, ob eine Person normal und in Harmonie mit der Gesellschaft leben kann, ohne diese außergewöhnlich zu stören oder zu gefährden. Und wenn wir danach gehen, sind die meisten Fetsiche schon lange gesellschaftsfähig - da auch Windelfetischisten und Leute, die sich zum Sex ein Kostüm anziehen, wie auch Sadomasochisten meistens ein absolut unaufregend normales Leben führen... Wäre sonst, wie gesagt, auch ziemlich dumm für die Gesellschaft, da wie schon gesagt, beinahe jeder irgendeinen Fetisch hat, selbst wenn der eine vielleicht weniger extrem ist, als der nächste. Ich meine, es gibt Leute, deren Fetisch ist es einfach, beim Sex Socken zu tragen. Etwas, wofür der Partner nicht einmal wissen muss, dass dieser Fetisch existiert.


    Ich zB, jetzt mal ganz salopp gesagt, sehe Fußballfans die sich auf der Straße grölend zu ihrem Lieblingsverein bekennen genau so ungerne, weil es mich schlicht weg nicht interessiert und mir egal ist, wie stolz sie auf sich selbst sind.


    Interessantes Beispiel, wenn man bedenkt, dass die Nicht-Fußballinteressierten im Fußballland Deutschland - vor allem im ehemaligen Westen und dort doppelt in den Hochburgen - die gesellschaftliche Minderheit sind. Vielleicht nur knapp, aber eine Minderheit nichts desto trotz.


    Das Thema generell ist einfach sau langweilig. [...] zB Überwachung des Einzelnen oder wie Deutschland die Zionisten nuklear bewaffnet, weil man es für moralisch richtig hält.


    Was glatt die Frage aufkommen lässt, warum du einen so langen angriffslustigen Beitrag in diesem Thema schreibst, anstatt deine Zeit darauf zu verwenden, einen Thread über den Überwachungsstaat Deutschland oder nuklear bewaffnete Zionisten (oder vielleicht gleich Moralfragen zu Nuklear- und Biowaffen) zu erstellen...

  • Ich hab gesagt, dass die Fortpflanzung zu den wichtigsten Verlangen oder, ich korrigiere mich: Bedürfnis jedes Lebewesens gehört. Du sagst selbst mit Ausdrücken wie "es kommt vor...", "es kann sein...", dass das nicht der wichtigste Aspekt des Geschlechtsverkehrs ist und ordnest diese Gründe, mögen die auch öfters vorkommen, dem eigentlichen, höchsten Zweck der Fortpflanzung unter. Zwei gleichgeschlechtliche Säugetiere können sich nicht fortpflanzen, was bedeutet, dass eben Heterosexualität die biologische Norm ist. Du missinterpretierst meine Aussage, wenn du behauptest, ich würde Fortpflanzung und Sex gleichstellen. Mir ist im übrigen egal, wie lange du dich schon diesem Thema widmest - Studien sagen im Endeffekt so gut wie nichts aus. Schade.


    "Über zwei Drittel der BDSM Community gaben bei Forschungen zum Thema an, dass sie sich entsprechender Neigungen bereits zwischen 7 und 11 Jahren bewusst geworden sind."


    Die BDSM Community repräsentiert nicht die ganze Bevölkerung, außerdem sind solche Aussagen schnell gemacht. Im Endeffekt sind es doch nur Erinnerungen an Erinnerungsbruchstücken, mit denen sie sich selbst weiß machen, dass sie doch schon so unendlich lang so sind wie sie sind.


    Deine Vorstellung von Kindheit ist ja mal echt krass. Bist du 'n Einzelkind, dass sich wild durch jede mögliche Studie klickt?


    Mehr als die weniger als 1% Asexuellen gibt es Spätpubertäre. Erzähl denen mal, dass sie vielleicht Asexuell sein könnten. Das vestört die glaube viel mehr, als es ihnen hilft.


    Es würde auch jeden normalen Fußballfan stören, wenn irgendjemand seinen Heimverein in der 5. Liga oder so auf den Straßen feiert. Attentionwhoring ist in jedem Fall, egal weswegen nervig. Zieh mal keine Analogien dort, wo keine sind.


    Wollte durch meinen Post eigentlich das Topic für beendet erklären, weil's unsinnig ist und du im Topic eine Radikalität und Aggressivität an den Tag legst, wo eigentlich Radikalität und Aggressivität völlig unangebracht sind. Allein schon der Startpost wirkt so, als würdest du hier einen Sexualaufklärer spielen.


    EDIT:


    @unten:


    hahaha :thumbsup: